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THE UNIVERSITY
OF ILLINOIS
LIBRÄRY
666.05
SP
p5
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in 2015
https://archive.org/details/sprechsaal5519unse
Fünfundfünfzigster Jahrgang
Sprechsaal
Zeitschrift für die Keramischen, Glas und verwandten Industrien.
Gegründet von Fr« Jacob Müller im Jahre 1868.
Verlag von Müller & Schmidt in Coburg.
Inhaltsverzeichnis
zum Sprechsaal, Jahrgang 1922.
I. Halbjahr.
Die Ziffern bedeuten, falls nichts anderes angegeben ist, die Seitenzahlen.
Uebersicht:
Technische Abhandlungen nnd Mitteilungen .
Keramik
Glas
Verschiedenes
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen . ." . • •-
Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr . .
Eisenbahnen und Frachtverkehr
Geld- und "Wechsel-, Postscheck- und Ueberwei-
sungsverkehr . .■ . . . • •
Handelsnachrichten
Firmenregister • •
Lage in Industrie und Handel ....
Geschäftliche Mitteilungen :
Generalversammlungen
Soziale Bewegung
Versicherungen :
Gewerblicher Rechtsschutz
Patentbeschreibungen (deutsche) und Anmel-
dungen in Oesterreich •
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n
V
Gesetzgebung, Steuern usw. . . .
Verschiedenes
Ausstellungen
Messen
Berufsgenossenschaften . . . . .
Verbände
Fachschulen, Unterricht, Forschung
Industrielle Neuheiten
Wärmewirtschaft
Kunstgewerbe
Bücherschau
Kataloge, Preislisten usw. . . .
Totenschau
Fragekasten
Keramik .........
Glasindustrie
Verschiedenes ......
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VII
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VIII
VIII
Technische Abhandlungen und
Mitteilungen.
Keramik.
Aafschließuog von Tonsubstanz durch Kalk,
Selch 1.
Dinassteine, volumenbeständige, Bebuffat 253.
Entwässerung getrockneter Tone, Meilor, Sinclair
und Devereux 264.
Feintonverarbeitung in Bayern, v. Ebert 194, 207,
220, 232 242.
Flintstein, Wirkung des vorherigen Glühens in
Stein gntmassen 70.
Kapseln mit Karbornndnm nnd Quarz, Moore 21.
Keramische Kleinwerkstätten, Niedergang, Motsch-
mann 275.
Porosität, Festigkeit nnd Absorptionsvermögen
gewisser (iipsmörtel, Taylor u. Irvine 275.
Bote Chrom- Zinn- Glasuren für Temperataren
zwischen SK 2 and 8, Badcliffe nnd Walduck
169.
Tonwarenfabriken, Bericht Uber einen Besuch
portugiesischer nnd spanischer, Lindley 79, Be-
richtigung 93.
TnmJöfen in der Feinkeramik, RoscLmann 13,
Buresch 33, 93, Sprenger 69
Ueber Selenrot, Granger 181.
Wasseraufnahmefähigkeit oder scheinbare Poro-
sität keramischer Erzeugnisse, Bestimmung,
Kallauner, Barta, Sitpane 45, 57.
Widerstand feuerfester Erzeugnisse bei Belastung
bei verschiedenen Temperaturen, Bodin 157.
Glas.
Abhitze der Glasschmelzöfen, Nutzbarmachung
Beiboldt 60.
Abhitzekessel in Glashütten 158.
Abstehen des Glases in Tafelglashutten 135.
Brannkohlenstaubfeuerung für die Beheizung
großräumiger Oefen, Keppeler 80.
Einiges Uber Schlieren, Bimpen und Winden im
Glase 94.
Elektrische Eutstaubung von Generatorgas, W. B. G
145.
Gaserzeuger in der Glasindustrie 264.
Hafendrehen 48
Herstellung von optischem Glas, Peddle 195, 209,
221, 233
Oelfeuerung in den Glashttttenbetrieben, Muhlert 3.
>-y rexglas, Lecher 254, 285
Ueber das Strecken d»s Tafelglases und die Streck-
fthler, Schrenk 276
Verschiedenes.
Leuchtfarbendekore, Verwendung in der Glas-
und Keramindustrie, Parkert 34.
Photographische Aufnahme -Verfahren, FJeck 96,
107, 122, 136.
Schmelztiegel, Beschaffenheit in der Silikatanalyse,
Washington 285
Wiesenschaft und Technik, Ganga 69.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N Feinkeramik 11, 50, 78, 92. 120, 133,
144, 154, 161, 168, 191, 207, 217, 240 262.
A. H. N. Glas 6, 25, 36, 50, 62, 72, 85, 149.
161, 174, 185, 211, 225, 236, 246, 257, 290, 298.
A H. N Grobkeramik 6, 85, 113, 126, 140, 161,
174, 185, 199, 211, 225, 246, 256, 278, 290.
Außenhandelsstatistik 140.
Außenhandelsstellen für den Exporthandel 17, 161.
Ausfuhr von Glas und Porzellan nach der Schweiz
23.
— nach Danzig 99, 174, 185, 198, 225, 298.
— nach Estland, Fakturierung 113.
— von handelsüblichen Mustern und Proben 140.
Glasinstrumenten, Mindestpreise 199.
— nach dem Memelgebiet 246.
Ansfuhrabgabe, Fristen 17.
— , gleitender Tarif 25.
— , Tarifänderung 51.
— , neuer Tarif 62.
— , Nachzahlung 99, 290.
— , Milderung von Härten 113, 140, 161.
— , Gesetz 113, 211.
— , Zahlung 269.
— , Freiheit für Ausfuhren nach Danzig, Memel
und Eupen-Malmedy 269; Aufhebung 290.
— , Verzinsung 278.
Ausfuhramt Ems ; Ermäßigung der Gebühren 140.
Ausfahranträge, schnellere Erledigung 269.
Ausfuhrbestimmungen, neue 6.
Ausfahrbewilligungen, Gültigkeitsdauer 236.
— , Verzögerung 62.
Ausfuhrgüter, Vorabfertigung 269.
Aasfahrmengen, Ueberschreitung 51.
Ansfahrmindestpreise für Erdfarben 140.
— für Kobaltpräparate 149.
— , Ausgleichung 185.
— , fttr Pottasche 246.
Aas- and Einfahramt Saarbrücken, interalliiertes
£36.
Aast ahrsendangen, zollamtliche Vorabfertigung 51.
Ausfuhrsperre von Firmen 149.
Aasfahrverbote and Aasfahrerleichterungen 113.
Auskunftspflicht and Außenhandelsstellen 62.
Auswärtiges Amt für Außenhandel, Zweigstelle
L9ipzig 174.
Darchf uhrzeugnisse für Warensendungen nach
Spanien and Frankreich 62.
Einfuhr aus Polen, zollfreie 25.
— ausländischer Kohle 246.
Eiafahrbestimmungen, Aenderang 62.
Einfahrfreiheit fttr Waren aus Danzig 62.
Ein- und Ausfuhr, Ueberleitung der Ueberwachung
an die Zollverwaltang 174, 211.
Ein- and Aasfuhrgesetzgebang, Handbach 185.
Emser Ein- und Ausfuhramt 160.
Freiliste fttr die Aasfahr nach dem Saargebiet 279.
Qeachäftspapiere, keine Sicherstellung durch
Bevisoren der Außenhandelsstellen 126.
Goldzollaufgeld 99, 161, 298.
Lieferwerksbescheinigung im Bihmen der Außen-
handelskontrolle 140.
— , Vermeidung mißbräuchlicher Benutzung 149.
— , 269.
Beichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung
in München 290.
Revisionen bei Aasfahrfirmen durch Geschäfts-
führer wirtschaftlicher Verbände 278
Ettckerstattung zuviel gezahlter Geb ihren, keine 99.
Sanktionsabgabe, tngliache, Ettckerstattung 298.
Ursprungszeugnisse und Konsulatsfakturen 17.
— für den Waren Versand nach dem Saargebiet 126.
Warenversand nach dem Saargehiet 51.
Zollausschüsse und Freibezirke 72.
Zollbehandlung von Gestellglaaröhren 113.
Zolldeklarationen nach der Schweiz 25.
ZSlle, Ersatz der im Sanktionswege erhobenen 225.
Zollerhebungen, Ermächtigung 225.
— , Ermächtigung 278.
Zollerleichterung «n, Verlängerung der po'nisch-
deutschen 36
Zollfreiheit für Waren aus dem Memelgebiet 6.
Zollunion z wische a Danzig und Polen 113
Besetztes Gebiet:
Aasfuhrabgaben, Bückerstatt an g doppelt er-
hobener 212.
Ausfuhrbewilligungen, Verlängerung 51.
' — , Erteilungen 99.
Aus- und Einfuhrverfahren, Neuregelung 36.
Einfuhrfreiliste 17.
Aegypttn: Einfuhrzollsätze für Lampengläser 257.
Argentinien: Zollsätze, Neuregelung 72.
Australien :
Antidumping-Gesetz 6.
Antidnmping Zollgesetz 85.
Einfuhr aas Deutschland 36.
IV
Einfuhr österreichischer Waren 85.
Handel mit Deutschland, Wiederaufnahme 299.
Beigrien :
Differential-Zolltarif für deutsche Waren 185.
Einfuhrzölle aaf deutsche Waren 236.
Schutzzollgesetz 246.
Zolltarif, Abänderungen 161.
Brasilien :
Einfuhr von Warenmustern 150.
Konsulatsfakturen 62.
Zolländerungen 126.
Britisch-Indien :
Einfuhr von Glas- und Glaswaren 72.
Zollsätze 290.
Bulgarien :
Einfuhrzolltarifgesetz 174.
Zollaufgeld 279.
Zolltarif 246, 279.
ChUe:
Konsulatsfakturen 290.
Zollaufschlag 174.
Zolltarif 146.
China :
Geschäftsbeziehungen, Anbahnung 212.
Zolltarif 72.
Danzig:
Einfuhr, freie 161.
Zollvergünstigung, keine Aufhebung 6.
Dänemark :
Luxuszollgesetz 236.
Zollgesetz, neues 150.
Ecuador: Geschäftswinke 212.
Elsaß-Lothringen; Einfuhr, zollfreie 81.
England:
Einfuhrabgabe, 26%-ige auf deutsche Waren 161.
Einfuhrverbot für deutsche Waren 185.
IndustrieschutzgeBetz 17, 225.
Sanktionsgutscheine, Einlösungsfrist 290.
Schutzzoll, 33%-iger 25.
— , keiner auf deutsche Spielwaren 174.
Zollfreiheit tschechoslowakischer Glaswaren 6.
Estland: Zolltarif 36.
Finnland:
Absatzmöglichkeiten 17.
Ursprungsbezeichnung, Gesetz 269.
Zoll auf Fayence- und Porzellanwaren 25.
Zollermäßigungen 279.
Zolltarif 36, 265.
Zollsätze für Porzellan- und Glaswaren 150.
Fiume: Einfuhr 199.
Frankreich :
Zollbestimmungen 6.
Zölle, spezifische, Umwandlung in Wertzölle 25.
Zollsätze auf medizinische Thermometer 290.
Zollvorschriften 199.
Griechenland: Zollaufgeld 174.
Haiti : Einfuhr von Steingut deutscher Herkunft 257.
Holland:
Einfuhrverbote 185.
Einfuhrzölle, keine Erhöhung 51.
Zollbestimmungen 225.
Honduras: Einfuhrzölle für elektrische Gltthlam-
lampen 290.
Italien: Zollaufgeld 51, 85. 99, 126, 150, 174,
199, 225, 246, 279, 299.
Jugoslawien :
Einfuhrverbot für Luxuswaren 127, 174.
Einfuhrzölle, Berechnung und Erhebung 85.
Luxus Wareneinfuhr verbot 290.
Meistbegünstigung deutscher Waren 127.
Repressalienklausel, Verzicht 85.
Zollaufgeld 6.
Kanada :
Antidumping-Zoll 269.
Einfuhrerleichtemngen 279.
Einfuhrwaren, Kennzeichnung 17.
Ursprungsbezeicbnung auf Porzellan- und Stein-
gutwaren 36.
Valutazollzuschläge auf deutsche Waren 290.
Lettland: Einfahrzolltarif, Revision 299.
Litauen: Zölle, Neufestsetzung 51.
Luxemburg: Zollwesen, Ein- und Ausfuhr-Be-
stimmungen, Neuregelung 236.
Marokko: Einfuhr, deutsche 174, 270.
Mittolamerika : Einfahrwaren, deutsche, Preis-
steüung 236.
Nea-Seeland: Einfuhrverbot für deutsche Waren
246.
Nicaragua: Zoll-Umrechnungskurse 99.
Oesterreich :
Einfahr von GlaBchristbaunwchmuck 290.
Zollaafschlag 85, 140, 212, 270, 279.
ZolltarifreviBion 199,
Palästina: Zolltarif, Auszug 225.
Paraguay: Zolltarif 236.
Peru:
Konsulatsfakturen 199, 290.
Zolltarif 25, 99.
Philippinen: EinfuhrbeBtimmungen 246.
Polen:
Zollbestimmungen 185.
Zollzuschlag 6.
Portugal :
Einfahr deutscher Waren 270.
Preisstellung für deutsche Einfuhrwaren 225.
Ursprungszeugnisse 140.
Rumänien :
Einfuhrvorschriften, Neuregelung 18.
Zolltarif, künftiger 150.
— , neuer 236.
Rußland: Handelsverkehr mit Deutschland 25.
Saargebiet: Zoll- und Versandvorschriften 212.
Schweden :
Antidumpingbewegung 175.
Antidumpinggesetzentwurf, Ablehnung 279.
Zollerhöhnngen 225.
Zolltarifänderungen 290.
Zolltarifentscheidungen 175.
Schweiz :
Einfuhrbeschränkung 71, 85, 246.
Einfuhrbewilligungen, nicht benutzte, Rück-
erstattung 185.
Tarazuschläge, Ermäßigung 99.
Zollbestimmungen 36.
Zolltarif, neuer 236.
Zolltarifentscheidungen 175.
Spanien:
Handelsabkommen mit Deutschland 26.
Originalfakturen, Beglaubigung 279.
Valutazuschlag, Fortfall 99.
— , Wiederkehr 279.
Wertfeststeilung bei Verzollung ad valorem 113,
Zollaufgeld 26, 85, 127, 175, 225, 299.
Zollrückzahlung, keine 150
Zolltarif 18, 85, 150, 255.
Zollzusatzkoeffizienten , Durchschnittskurs für
die Festsetzung 26.
Südafrikanische Union : Zollberechnung deutscher
Einfuhrwaren 175.
Tschechoslowakien :
Ausfuhrerleichterung 127.
Ausfuhrgebühr für Porzellanwaren 225.
Ein- und AuBfuhrerleichterung 161.
Einfuhrfreiliste 6, 225, 257.
Einfuhr gebühren 225.
Fakturierung deutscher Einfuhrwaren 62, 140,
212.
Warenversendung über Hamburg nach Frank-
reich 26.
Zollkoeffizienten, neue Liste 36.
Zollzuschläge, Neuregelung 286.
Ungarn :
Außenhandelsverordnungen 257.
Einfuhrbewilligungen, Neureglung 26.
Zollaufgeld, Herabsetzung 36.
— 113,212.
Vereinigte Staaten:
Außenhandel mit Glas und Glaswaren 299.
Einfuhr von dekorierten Irden-, Porzellan- und
Steinzeugwaren 162.
Konsulatsfakturen 200,
Zollpolitik 26.
Zolltarif, private Verhandlungen 62.
Zolltarifrevision 61, 185, 200, 212, 270.
Post-, Telegraphen- u. Fernsprechverkehr.
Auslandspostverkehr, Gegenwert des Goldfranken
113, 161, 199.
Briefe und Mustersendungen nach den Ver-
einigten Staaten 269.
Briefsendungen, Nachgebühr 25.
Drucksachen nach Schweden, Versendung 99.
FlugpoBtverkehr Berlin-Prag 86.
Paketverkehr mit Dänemark 6.
— nach Oesterreich, Tschechoslowakien und
Ungarn 17.
den Vereinigten Staaten 86.
Aegypten und Britisch-Indien 99.
Belgien 226.
— , direkter, zwiscnen Deutschland u. England 225.
— nach Rumänien 246.
— mit Luxusgegenständen nach Dänemark 289.
Postanweisung nach Ungarn 17.
nach Oesterreich, Meistbetrag 174.
— und Nachnahmen nach Tschechoslowakien,
Meistbetrag 256.
PoBtfrachtstücke'nach Schweden und Finnland 86.
Aegypten, Griechenland und Malta 62.
Spanien 62.
China, Hongkong und Japan 126.
Kanada 140.
— , dringende, nach der Schweiz 140.
— nach Dänemark 174.
Holland 199.
Uebersee, Gebührenerhöhung 235.
Postgebühren, Erhöhung 149.
— , Neuregelung 211.
Postverkehr mit Polen 174.
Telegrammabkürzungeu „fob" u. „cif zugelassen
139.
Eisenbahnen und Frachtverkehr.
Dampferdienst Hamburg — Glasgow 50.
Eisenbahnexpreßgutverkehr 72.
Eisenbahngtttersendung, Wertersatz bei Verlust,
Roeder 297.
Eisenbahntarife, Erhöhung 149.
Frachtrückzahlungen 174.
Gütertarif, Erhöhung, 85, 113, 185, 211, 246,298.
Güterverkehr zwischen Deutschland und Litauen
durch das Memelgebiet 225.
— von Deutachland und dem Saargebiet nach und
von Oesterreich 225.
Güter versand nach Finnland 113.
Lieferfristen, feste, bei der Reichseisenbahn 161.
Mangelhaft verpackt, Roeder 84.
Personen- und Gütertarife, Erhöhung 50.
Privatgleisanschlüsse, Neuregelung der Bedin-
gungen 246.
Rollgebühren, bahnamtliche 113.
Tarifierong von Porzellanwaren nach dem deutschen
Eisenbahn-Gütertarif 185.
Geld- und Wechsel-, Postscheck- und
Ueberweisungsverkehr.
Ausfuhrdevisen, Ablieferung 62, 235
Auslandsdevisen, Ablieferung und Erfassung 25.
Banküberweisungsverkehr, Vereinfachung 98.
Devisen, Schwierigkeiten beim Verkauf 25.
Devisenbeschaffung 62.
Eisenbahnerstreik und Devisenankaufsbedingungen
der Reichsbank 84.
Exportdevisen, Verwertung 161.
Geldsätze, steigende 298.
Reparationsgutscheine, Einlösung 36, 185.
Valutazahlungen im Inlands verkehr 85.
Valuten, Verwertung nicht in Berlin notierter
126.
Handelsnachriehten.
Abnahmepflicht trotz „Freibleibend" 266. .
Berechnung nach dem Ausland mit hochstehender
Währung 5.
Bezugsmöglichkeiten, günstige, in Deutschland
182.
Deutsch-mexikanischer Nachrichtendienst 224.
Deutsch-spanische Handelsbeziehungen 123, 137.
Faktarierang nach Däniach-Nordsehleswig 85.
— in Auslandswährung 99, 112.
— von Spielwaren usw. aus Glas 257.
Firmenliste beim deutschen Generalkonsulat
Mailand 62.
Handelsanfragen an die amtlichen deutschen
Vertretungen in Mittel- und Südamerika 161.
Handelsbeziehungen mit Nord-Amerika 6.
Indien 224.
Handelskammer, italienische, in Frankfurt a. M.
185.
— , niederländische für Deutschland 235.
Handelsvertrag, vorläufiger, zwischen dem
deutschen Reiche und Jugoslawien 223.
Handelsvertragsverhandlungen, deatsch-spaniBohe
185.
Konsularbeziehungen, Eröffnung der deateeh-
rassischen 256.
Konsulatsfakturen, Vorschriften für die Aus-
fertigung für Sendungen nach den Vereinigten
% Staaten von Amerika 172.
Lettische Konsulate, Errichtung 6.
LieferungBaussohreibung von Porzellanisolatoren
256.
Nachnahmesendungen nach dem Aasland 60.
Preisbildung bei Lieferung nach der Schweiz 113.
Preislisten, fremdsprachige, nach der deutsoh-
spreohenien Schweiz 298.
RechnangBeinheit, neue, für den Außenhandel 17.
Sendungen nach Fiume 62.
Vertretung deutscher Arbeit in Moskau 174.
Warenaustausch zwischen Deutschland und Ruß-
laud 246.
Wirtschaftsabkommen, deutsch finnisches 212.
Wirtschaftsinstitut für Rußland und Randstaaten
6, 149.
WirtschaftBkammer, deutsche, für Oesterreich 266.
Wirtschaftsvertrag, deutsch-lettischer 174,
— , deutsch-russischer 235.
V
Zwangsf akturierung in Aualandswährung 112.
Jugoslawien: Teilmoratorinm 62.
Lettland : Geldreform Entwarf 36
Serbien : Geldforderungen, Anmeldung deutschere.
Sowjetrafiland : Konsulate, Wiedereröffnung
deutscher 62.
— , Wechselordnung, neue 224.
Firmenregister.
Deutschland: In fast jeder Nummer.
Jugoslawien: Nr. 3, 10, 11, 14, 19, 22, 24.
Oesterreich: Nr. 3, 7, 9, 10, 11, 14, 16, 19, 20,
22, 24
Tschechoslowakien: Nr. 8, 7, 10, 11, 14, 16, 19,
20, 22, 24.
Lage in Industrie und Handel.
Außenhandel, deutscher 279.
Ausländische Eonkurrenz gegen deutsche Glüh-
lampen 212
Elektrotechnische Porzellanindustrie, Lage 36.
Feinkeramieche Industrie, Lage 26, 72, 140, 186,
246, 279.
Glasindustrie, Lage 36.
Keram- und Glasindustrie, Lage 114, 162, 226,
270, 299.
Nachfolgestaaten, wirtschaftliche Lage 186.
Porzellangeschirrindastrie, deutsche 200.
Porzellanindustrie, nordbeyerische 62.
— , bayerische 212.
Spiegelglasindustrie, bayerische 212.
Spiegel- und Glasindustrie Fürths, Streik und Aas-
sperrung 246.
Warenaustausch, internationaler 225.
Abessinien: Absatzmöglichkeiten 114.
Australien: Glasindustrie 246.
Belgien :
Glasindustrie, günsige Lage 114.
— , Lage, 150.
Chile : Marktlage für Glas- und Emailwaren 162.
Dänemark :
Arbeitslöhne in der Industrie 72.
Preisherabsetzung für Glühlampen 279.
England:
Außenhandelsrückgang 63.
Lohnherabsetzungen 6.
Frankreich:
Porzellan- and Glasindustrie, Lage 200.
Wettbewerb gegen deutsches Porzellan 212.
Griechenland: Naxos-Schmirgel, Erzeugung 150.
Holland: Glasindustrie, Lohnsenkungen 63.
Italien: Wirtschaftliche Lage 82.
Lettland: Glasindustrie, Lage 72.
Polen: Glasindustrie, Neugründungen 18.
Rußland:
Absatzmöglichkeiten 247
Krise in der Industrie 279.
Wirtschaftspolitik, Umstellung 99.
Schweden: FlaBchenglasindustrie 247.
Schweiz: Geschäftslage 295.
Süd- und Mittelamerika: Marktlage für deutsche
keramische Erzeugnisse 290.
Südseeinseln: Deutscher Wettbewerb gegen japa-
nisches Porzellan 279.
TschechoBlowakien :
Emailindustrie, Ausscheiden aus dem reichs-
deutschen Emailsyndikat 63.
Glas- und chemiscoe Industrie, Einigung 85.
Türkei: Handel mit Glas 270.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellan, Steingut, Steinzeag.
A.-G. Norddeutsche Steiagutfabrik, Grohn 299.
A.-G. Porzellanfabrik Weiden Gebrüder Bauscher,
Waiden 186
Deutsche Steinzengwarenfabrik für Kanalisation
und chemische Industrie, Friedrichsfeld (Baden)
226.
Deutsche Ton- und Steinzeugwerke, A.-G., Char-
lottenburg 2S6.
Duzer Porzellan-Manufaktur, A.-G., vorm. Ed.
Eichler, Berlin 279.
Fttrstenberger Porzellanfabrik, Fürstenberg a. W.
175.
Grohner Wandplattenfabrik, A.-G., Grohn -Vege-
sack 200.
Keramik, A.-G., Berlin 270.
Keramische Werke Off stein & Worms, A.-G.,
Worms 186.
Meißener Ofen- und Porzellanfabrik (vormals
0. Teichert), Meißen 226.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G.,Fraureuth 162,213.
— CM Hutschenreuther, A.-G., Hohenberg a. E.
51, 127.
— Lorenz Hutschenreuther, A.-G., Selb 7.
— Kahla, Kahla 200, 212.
— Kahla H Schombnrg & Söhne, A.-G., Kahla 257.
— Limbach, A.-G , Limbach 175.
— Bäuenstein, vorm. Fr. Chr. Greiner & Söhne,
A.-G., Rauenstein 175.
— PL Rosenthal & Co., A.-G., Berlin 218.
— Schönwald, Scbönwald 200.
— C. Tieisch & Co., A.-G., Altwasser 291.
— Tirschenreuth, A.-G , Tirschenreuth 226.
— Waldsassen, Bareuther & Co, A.-G., Wald-
Bassen 175
— zu Kloster Veilsdorf, Kloster Veilsdorf 200.
— Zeh, Scherzer & Co., A.-G., Behau 279.
Max Roesler, Feinsteingutfabrik, A.-G., Rodach
213.
Sächs. Steinzeug- und Schamottewerk, vorm.
Hugo Wießner, A.-G., Beiersdorf 226.
H. Schombnrg & Söhne, A.-G., Margarethen-
hütte 26.
Steatit-Magnesia, A.-G., Nürnberg-Berlin 247.
Steingutfabrik Colditz, A-G,, Colditz 213.
Triptis, A.-G., Triptis 279.
Vereinigte Isolatoren werke, A.-G., Berlin-Pankow
236.
Vereinigte Mosaik- und Wandplattenwerke, A.-G.,
. Sinzig a. Rh. 237.
Feuerfeste Waren und Tonwerke.
Annawerk, Schamotte- and Tonwarenfabrik,
A:-G., vorm. J. R. Geith, Oeslau 186.
Richard Blamenfeld, Veltener Ofenfabrik, A.-G,
Charlottenburg 150.
Dachziegel werke Ergoldsbach, A.-G., Ergolds-
bach 175.
Dommitzscher Tonwerke, A.-G., Dommitzsch a. E.
299.
Düsseldorfer Tonwarenfabrik, A.-G , Reisholz 175.
Erste Darmstädter Herdfabrik und Eisengießerei,
Gebrüder Roeder, Darmstadt 162.
Pfälzische Chamotte- und Thonwerke (Schiffer
& Kircher), A.-G., Grttnstadt 291.
Rheinische Schamotte- and Dinas- Werke, A.-G.,
Mehlem 200.
Schamotte- and Dinaswerke Büschel & Ritter,
A-G., Erkrath 18.
Siegersdorfer Werke, vorm. Friedr. Hoffmann,
A.-G, Siegersdorf 7.
Somag, Sächsische Ofen- und Wandplatten- Werke,
A-G, Meißen 175.
Tonwarenfabrik Schwandorf, Schwandorf 26.
— Wallner, A.-G., Tirschenreuth, 247.
Uiler8dorfer Werke, Nieder-UUersdorf 247.
Uaion, Veltener Tonindastrie, A-G. Berlin 291.
Wessels Wandplattenfabrik, A.-G., Bonn 26.
Glasindustrie.
A.-G. der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm.
Ferd. Heye, Düsseldorf 26, 237.
A.-G. für Glasfabrikation, vorm. Gebr. Hoffmann,
Bernsdorf, O L. 237.
A-G. für Gltsindustrie vorm. Friedr. Siemens,
Dresden 291.
Bayerische Spiegel glasfabfiken Beohmann-Kupfer,
A. G , Fürth 299.
Bing Werke, vorm Gebr. Bing, A.-G. Nürnberg 299.
Deutsche Fensterglas-A.-G., Berlin 162.
Glas- und Spiegel-Manufaktur, A.-G., Gelsenkirchen-
Schalke 175.
Hallesche Pfännerschaft, A.-G., Halle a. S 280.
W. Hirsch, A-G. für Tafelglasfabrikation, Rade-
berg 187.
Oldenburgische Glashütte, A.-G., Oldenburg i. 0.
237.
Sächsische Glasfabrik, Radeberg 175.
Stralaner Glashütte, A.-G., Berlin- Stralau 237.
Thüringische Glas-Instrumenten-Fabrik Alt, Eber-
hardt & Jäger, A.-G., Jimenau 237
Vereinigte Lausitzer Glaswerke, A.-G., Weißwasser
18.
Vereinigte Spiegelfabriken, A.-G., Fürth 18.
— Zwieseler und Pirnaer Farbenglaswerke, A.-G.,
München 7.
August Walther & Söhne, A.-G., Moritzdorf 200.
Wolfram Lampen, A.-G., Augsbarg 280.
Verschiedenes.
Chemische Werke Schuster & Wilhelmy, A.-G.,
Reichenbach 201.
Deutsche Gold- und Silber-Seheideanstalt, vorm.
Rößler, Frankfurt a. M. 27.
Eisenhüttenwerk Thale, A.-G., Thale a. H. 247.
Eisenwerke Gaggenau, A.-G., Gaggenau 26.
Elektro- Osmose, A.-G., (Graf Schwerin-Gesellschaft),
Berlin 27.
Th. Goldschmidt, A.-G., Essen 175.
Graphitwerk Kropfmühl, A.-G., München 299.
Alfred Gutmann, A.-G. für Maschinenbau, Altona-
Ottensen 247.
IneenieurgesellBchaft für Wärmewirtschaft, A.-G.
Köln 175.
Keramische Elektro-Osmose, A.-G., Berlin 237.
Radebeuler Guß- und Emaillierwerke, vorm. Gebr.
Gebler, Radebeul 51.
Reinstrom & Pilz, A.-G., Schwarzenberg 114.
Sächsische Emaillier- und Stanzwerke, vorm. Gebr.
Gnttchtel. A-G., Lauter i. Sa. 150.
Stanz- und Emaillierwerke vorm. Carl Thiel & Söhne,
A -G., Lübeck 175.
Vereinigte Metallwarenfabriken, A.-G., vorm.
Haller & Co., Altona-Ottensen 26
Wiedemannsohe Druckerei, A.-G., Saalfeld a. S.
162.
Generalversammlungen.
In fast jeder Nummer.
Soziale Bewegung.
Achtstundentag 49.
Betriebsrätegesetz, Verstoß 73.
Betriebsratsmitglieder, Absetzung 115.
— , Entsendung in den Aafsiehtsrat, Seseteent-
wurf 52.
— , Fernbleiben von der Arbeit 291.
— , Wiederwählbarkeit abgesetzter 37.
Lohnskala, gleitende 163.
Lohnzahlung bei sportlichen Unfall 27.
Ueberstunden 115.
— für gemeinnützige Zwecke 201.
Verbindlichkeitserklärung in Gesamtstreitigkeiten
257.
Washingtoner Beschlüsse gegen die Ratifizierung
16.
Werkswohnung, Räumung bei Lösung des Arbeits-
verhältnisses 7.
Schweiz :
62-Stunden- Woche 73.
54-Standen- Woche 300.
Arbeitszeit 248.
Versicherungen.
Angestelltenversicherung 7.
Versicherungsgesetz der Angestellten, Aenderang
258.
Zwangsversicherung der Betriebebeamten, Grenze
201.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Ein merkwürdiges Patent 111, 135.
Nennung des Erfinders in der Patentschrift 98.
Patentgebührenerböhung in Polen, Tachecho-
slowakien und Türkei 174.
PatentschutzfriBten, Verlängerung 289.
Warenzeichen in Amerika 35.
England: Handelsmarkengesetz, Abänderung 112,
Kuba: Patent- und Warenzeichenschutz 246.
Lateinamerika: Patentanmeldungen und Ein-
tragungen von Warenzeichen 126.
Oesterreich: Patentgebühren 246.
Patentliste.
Deutschland.
Anmeldungen : Nrn. 1, 8, 11, 14, 17, 21, 26.
Erteilungen: Nrn. 1, 8, 14, 17, 21, 25.
Versagungen: Nrn. 8, 14, 17, 21,
Zurücknahme von Anmeldungen : Nr. 8, 14, 17, 21 .
Oesterreich.
Aufrechterhaltungen: Nr. 16, 25.
Erteilungen : Nrn. 5, 7, 16, 25.
Höchstdauerverlängerungen : Nrn. 7, 16, 25.
Löschungen: Nr. 7.
Versagungen: Nr. 16.
Gebrauchsmaster.
Deutschland.
Eintragungen: Nrn. 1, 5, 11, 15, 17, 21, 26.
Verlängerung der Schutzfrist: Nrn. 1, 5, 11, 15,
17, 26.
Warenzeichen-Eintragungen.
Nrn. 8, 10, 14, 22, 23 25, 26.
Patentbeschreibungen (deutsche) und An-
meldungen in Oesterreich. (*)
Keramik.
Brennen feuerfester Steine, Verfahren, Koppers
281.
Brennen im Gaskanalofen, Verfahren, Meiser 88.
Brennen keramischer Massen, Verfahren, AUgem.
Elektrizitäts-Gesellschaft 282, .
I
VI
Brennen von keramischem Gnt mit Thermit als
Wärmequelle, Luckhard 281.
Brennen von Porzellan im Gaskanalofen, Ver-
fahren, Meiser 88
Brennofen mit mittelbarer Beheiznng, Boch-
mann 88.
Diaphragma fttr elektronische Zellen, Farben-
fabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. 88
Doppelbanalofen zum Brennen keramischer Waren,
Koppers 281.
Elestrooamotische Entwäaserung, Verfahren,
Elektro- Osmose- A.-G. (Graf Schwerin Ges ) 281.
Feuerfeste Gefäße. Verfahren zur Herstellung,
Dr. 0 KnBfler & Co. 188*.
Formen von nicht bildsamer körniger Masse, Ver-
fahren, Befractories Machinery Mannfactaring
Company 203
Formkörper, Verfahren zur Herstellung, Allen 166.
Fttllkörper für Absorptionstttrme, Prym & Co. 9.
Gegenstände, Verfahren zum Formen geflochtener,
durchbrochener, Griesbach 128.
— , dichte, aus Bauxit, Verfahren zur Herstellung,
Dynamidon-Werk Engelhorn & Co., G. m. b. H.
203.
Glüh- und Muffelofen, Roschmann 88.
Hängeisolator, Elektrotechnische' Fabrik Thosfell
272.
Heizofen, Schnppmann 188*.
Hochfeuerfeste msgnesiahaltige Gegenstände,
Verfahren zur Herstellung, Fröhlich 281.
Hochspannungsisolator, Porzellanfabrik Ph. Bosen-
thal & Co., A.-G., 282.
Isolationakörper ans Molererde, Internationalt
Isolations-Kompani, A.-S.-Ikas 301.
Isolator, Bergeon 203.
— , Porzellanfabrik Hennsdorf 282.
Isolator für elektrische Leitungen 203.
Kammerbrennofen, Norman 9.
Kappenisolator, Ph. Bosenthal & Co., 75.
Keramische Massen, Verfahren zum Brennen,
A. E. G -Union, Elektrizitätsgesellschaft 293*.
KonstroktionBteile, Befestigung an Porzellan-
körpern usw., Voigt & Haeffner, A.-G., 203.
. Ofenanlage zum Brennen feuerfester Steine,
Koppers 281.
Presse zur Herstellung von Pendeleiern ans
Porzellan usw , Jawansky 203.
Banmheizkörper, elektrische, Siemens- Elektro-
wärme-G. m. b. H., 10*.
Büttelmaschine, Price 203.
Schlagstempelpresse zur Herstellung von Platten
usw., AhrenB 203.
Silikasteine (Qaarztonziegel), Verfahren zur Her-
stellung 188.
Sparkocher, Duro-Schamottesparherd • Industrie,
Seilert & Co., G. m. b. H 10*.
Spülversatzeinricbtung zur Schlämmung und Be-
förderung von Ton, Gewerkschaft Hansbach II
293*.
Stützisolator, zwei- oder mehrteilig, Porzellan-
fabrik Ph Bosenthal & Co., A.-G., 282.
Tiegelschmelzofen, Bauer 166.
Verbinder für Seilscblanfen von Hängeisolatoren,
Porzellanfabrik HermBdorf-KloeterlauBnitz 204.
Verbinder, zweiteiliger, für die Zusammensetzung
von Hängeisolatorenketten, Porzellanfabrik
Hermsdorf-KlosterlauBnitz 204.
Verbindungsstück, zweiteiliger.fürHängeiflolatoren-
ketten, Porzellanfabrik Hermsdorf 9.
Glasindustrie.
BlaBeformen, Vorrichtung znm Verriegeln, Wolfs-
MaBchinen-Bangesellschaft m. b. H, 9.
Dichtungsring für Konservengläser, Hoheisel &
Orawetz 188*.
Emmachegläser, Vorrichtung znm Schleifen,
Mittler 89
Ezplosionspipette für Gasanalyse, Allgemeine
Vergasungegeaellachaft m b. H. 203.
Filter für künstliches Licht, Corning Glass Works
9.
Fiaache, zerlegbare, Lauer 293*.
Flaschen, Verfahren zur Herstellung, The Owens
Bottie Co , 293*.
Form zum Pressen von Zündkerzen, Gerband 282.
Formschere zur Herstellung von Flaschenhä.sen,
Bacbmann H8.
Glas, Vorrichtung zur Entnahme geschmolzenen
Wolf 9*.
Glasbiegeofen, Haienbein 272.
Glasbilder und -mosaiken, Verfahren zur Her-
stellung, Schudt 282. .
Glasblasemaechine, The WeBtlake - European
Maschine Co. 293*.
Glaeflaschchen, Beccari 188
GlaBÜaschen, Maschine zur Herstellung, Steele 9*.
— aus Glasröhren, Maschine znr Herstellung,
Bachmann 75.
Glasgegenatände, Haltevorrichtung fttr die Be-
arbeitung, Kutzscher 88
Glashafeuofen, Societe Anonyme Fonrs & Procelet
Matby 75.
Glasmacherpfeife, Klysch 188.
Glasplatten, Vorrichtung zum Heben und Trans-
portieren, Pilkington B.others Ltd. 293*.
Glasumhüllung fttr Beleuchtungskörper, Wetzache-
wald & Wilmes 9
Glaszylinder, Vorrichtung zum Ziehen, Empire
Machine Co. 9*.
Hafenofen, Sociele" Anonyme Fours & Proceles '
Mathy 281.
Liohtfilter, Corning Glass Works 9.
Luftzuführungseinrichtung beim Ziehen von Tafel-
glaswalzen 188.
Maschine znm Schleifen, Polieren uaw., Cole 165,
, Dahlmann 88
Medizinisch-chirurgische Instrumente aus Glas,
Meyenberg 203.
Sänrepolierte Glasgegeustände, Einrichtung zum
Abspülen, Peter 282.
Scheideflaache zum Trennen von Flüssigkeiten,
Bollmann 281.
Schleifmaschine fttr kngelige Linsen, William 10*.
Schleifwerkzeuge, Verfahren znr Herstellung,
Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-G. 89.
Schmiermittel- oder Schleifmittelzufuhr, Verfahren
zur selbsttätigen Bsgelung, Taylor 89.
Stampf-, Schleif- und Poliermaachine, Haerting
10*.
Teelöffel ans Glas, Lehmann 89.
Vakuumröhre, Loewe 188*
Verschluß fttr Konservengläser, Geering 188*.
Vorformvorrichtnng für FlaschenblaBmaschinen,
Wolfs Maschinen-Banges, m. b., 9.
Vorrichtung, mit Bührwerk arbeitende, zum Zu-
führen des Schleifmittels, Engels 128.
Vorrichtung zum Führen der Werkstücke, fttr
Glaakugler, Blumtritt 272.
Werkstttcfce, Vorrichtung zum Festhalten Pilking-
ton Brothers, Ltd., Glass- Works 10*.
Ziehherd an Glasöfen, Empire Machine Co. 9*
293*.
Verschiedene.
Abschneider fttr Kohlen, Ton, Erze und dgl,
Draper 293*.
Alkalisilikate, Verfahren zur Herstellung, Degnide
166.
Baustoff usw., Verfahren znr Herstellung, Kaßner
9.
Brennofen znm Emaillieren, Metcalfe 9.
Cadminmgelb, Verfahren zur Herstellung, Farben-
fabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., 9
Deckschichten ans Email, Verfahren znr Herstel-
lung, M eurer 9.
Emaillieren nnd Verglasen von metallischen
Gegenständen, Verfahren, Meurer 281.
Emaillierung eines Badeofenzylinders, Verfahren,
Gollnm 203.
Erhitzen fester Stoff e, Verfahren, Magnesit Industrie,
A-G. 10*.
Facettierte Steine, Verfahren znr Herstellung,
Göpfert 89. ,
Gips, Verfahren znr Herstellung von gebranntem
Brothers 88.
Glas- oder Emailreliefs, Verfahren zur Erzeogung,
Miller 9 *
Manganviolett, Verfahren znr Herstellung 9
Masse, fener- und wasserbeständig, Electro-Chemi-
cal Supply and Engineering Company 75.
Quarz, Verlahren zum Schmelzen, Heloerger 203.
Soda, Verfahren zur Herstellung, Wächter 88.
Steinplatten fttr elektrische Zwecke, Verfahren
zom Imprägnieren, Klein 166.
Tonerde, Gewinnung reiner, Bachner 188.*
Ueberzttge, Verfahren zur Herstellung, Gebrüder
Jacob 281.
Vakuum, Erzeugung eines sehr hohen, Han-
noverache Glasinstrumentenfabrik Dr. North
& Loosli, K G. 166.
Widerstandekörper, Conradty 9.
(xesetzgebung, Steuern.
Arbeitgeber und Betriebsrat, gegenseitige Zuge
atäudnisse 256.
Arbeitsgerichtsgeaetz 139.
Arbeitsnachweiegesetz 256.
Arbeitszeitgesetz 199.
Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen
Arbeitern in Glashütten nsw. 224.
Betriebabilanz und Betriebsgewinn- nnd Verluat-
rechnung, wann dem Betriebsräte vorzulegen
184.
Betriebsratsmitglieder, Entsendung in den Auf-
sichtsrat 98.
Demobilmachung 61.
DemobilmachungsvArordnungen 112, 139.
Einkommensteuer, Zahlung 25.
— vom Arbeitslohn 199,
Entscheidungen des Beich finanzbofes 199, 246.
Fortbildungsschulzeit der Lehrlinge 199.
Gesetz über den Verkehr mit ausländischen
Zahlungsmitteln 149.
Gewerbe- ! und Kaufmannsgerichtsgesetz, Abän-
derungen 61.
Grunderwerbssteuer 112.
Kapitalertragssteuer 17, 36.
Kaufmannsgericht 112
KörperBchaftasteuer, Zuschlagsberechnnng 35.
— 211.
— , Gesetz 112.
Kttndigungabeschränkung zugunsten Schwerbe-
schädigter 211.
Lohnabzug und Einkommensteuer-Novelle 5.
, Abrundung des einzubehaltenden Betrages 25.
— , 245, 289.
Lohn- und Gehaitapfändung, Neuregelung 35.
Luxussteuer, Ausführungen 269.
Steuerabzüge, Entrichtung 25.
Stenerkarte ausgeschiedener oder verstorbener
Arbeitnehmer 126.
Umsatzsteuer, Neugestaltung 6.
— , Abänderungsentwurf und Beibehaltung der
LnxuBBteuer, Stellungnahme der Glasindustrie
15.
— , Neuregelung 50. ,
— , Mitvorort 50.
— , Befreiung der Genossenschaften 62. ,
— , erhöhte 112
— , Novelle zum Gesetz 173, 211, 224.
— , Entrichtung 161.
— , Gesetz nnd Befreiung der ersten Umsätze nach
der Einfahr 184.
— , keine Ermäßigung 224.
— , neue Uebergangsvorschriften 235.
— der Handelsvertreter 112, 235.
— bei der Ein- nnd Auefuhr, Neuregelung 245.
— , keine weitere Erhöhung 298.
Umsatz- bezw. Luxussteuer, Vergütung an Aus-
fuhrhändler 112.
UmBatzateuer-Auefuhrkurse 298.
Umsatzsteuerpflicht eines mit Verlusten ab-
schließenden Betriebes 84
Verpackungen luxassteuerpflichtiger Gegenstände
289.
Versichernngsstenergesetz 269.
Zahlkarten fttr Stenerentrichtung nnd Kapital-
ertragsteuer 149.
Bumänien: Umsatzsteuer 62.
Verschiedenes.
Arbeits] abiläum: 35, 122, 139, 199, 256.
Bodenplatten-Wettbewerb 126.
Dienst] abilänm: 161, 235, 256.
Fieberthermometer-Prüfungsgebühren 245.
Geschäfts] abiläum: 17, 24, 50, 149, 161, 184, 235.
Härtegradprüfverfahren für Schleifscheiben, Preis-
ausschreiben 61.
Jubiläen: 5, 139.
Kartellzwang, Urteil gegen 178.
Kirchenglocken aus Porzellan 161.
Kohlenpreiserhöhung, neue 99, 114.
Konkurse: 7, 18, 114, 187, 227, 247. 257, 300.
Peraonalien: 5, 24, 35, 84, 149, 199, 224, 256,269.
Bachtagültigkeit der Kostbarkeitsbestimmung, vom
ßeichsgericht endgültig ausgesprochen, Boeder
184.
TorfgaB 84.
Wirtschaftspolitik der industriellen Fachverbände
109.'
Zeitschrift „Die russische Kraft" 112.
Ausstellungen.
Ausstellung für chemisches Apparatewesen 99.
Ausstellung wiBsenscbaftlicher Apparate und In-
strumente Padua 1922 163.
Ausstellung zur Geschichte und Technik von
Glasmalerei und Mosaik in Bonn 14.
AusstellungB- nnd Messeamt 18.
BauauBStellung Stockholm 1922 115.
Deutsche Gewerbeachaa München, E.öffaung 100,
115, 201.
Deutsche Kunstgewerbe - Ausstellung in New-
York 161.
Deutsche Masterausstellung in Biga 238.
Elektrizitätsausstellung in Chrütiania 62.
Export- nnd ImportansBtellnng Baltimore 280.
Jahreaaohau Deutscher Arbeit Dresden 1922 27,
73, 121, 176, 201, 213
Vll
Internationale Musterauastellung für moderne
Baukunst in Turin 86.
Internationale Auastellung Rio de Janeiro 1922 151.
4 London Fair and Market 1922 163.
Mitteldeutsche Ausstellung 1922 Magdeburg 115,
Pfälzische Keramik-Ausstellung 300.
Rigaer Ausstellungsgut, Eisenbahntarif ermäßigung
227.
Schweden und die Deutsche Gewerbeschau
München 1922 27.
Ständige deutsche Musterausstellung in Riga 163.
Ständige MusterauBstellun« in Budapest 18.
Sudwestdeutsche Wärmewirtschafts- und Wärme-
industrie-Ausstellung Ludwigshafen a. Rh. 1922
150.
Torfausstellung 100, 176.
Torfindustrieausstellung auf der „Miama" 280.
Torfindustrietag 140, 176.
Ueberseewoche Hamburg 115.
Wärmeausstellung Essen 1922 238, 247.
Messen.
Breslauer Messe 100, 141, 163, 247.
Deutsche O.tmesse, Königsberg 51, 73, 150, 201
Frankfurter Messe.
Frühjahrsmesse 1922, T3, 100, 162.
— , Beschickung 86.
Kölner Messe 150.
Leipziger Messe.
Besucherzahl 163. e , ,
Fahrpreisermäßigung auf Schweizer Bahnen 27U.
Frühjahrsmesse 1922, 51, 100.
( VerkaufBaussichten für die keramischen
Warengruppen 61.
— , Einfuhrkontingente 86.
Fünfundzwanzig Messen in Specks-Hof 141.
Meßbeitrag, Neuregelung 63.
Messeturm, Errichtung 18.
Valutafakturierung 139.
Messewesen, gegen die Zersplitterung 7.
Niederrheinische Messe, Wesel 1922, 115.
Nordische MeBse, Kiel 213. 247.
-Wirtschaftsinstitut ftlr Rußland und die Rand-
staaten« und das „Meßamt Königsberg i. Pr.
270.
Italien: Internationale Mustermesse Neapel 1922,
Mailänder 3. Internationale Mustermesse 52.
Jugoslawien: Frühjahrsmesse in Agram 1922 52
Oesterreich: Wiener Internationale Messe 100.
Wiener Frühjahrsmesse 176.
Rußland: Messen in Nishnij-Nowgorod, 52, 247,
Spanien: Internationale Mustermesse in Valencia
86.
Tschechoslowakien: Reichenberger Messe 115,
163, 227, 270.
Ungarn : Budapester XIII. Warenmustermesse 291.
Berufsgenossenschaften.
Glas-BerufBgenossenschaft 7.
Unter welchen Umständen muß der BetriebBunter-
nehmer die Kosten der Revision seines Betriebea
tragen? 83.
Verbände.
Arbeitgeberbund der feuerfesten Industrie Deutsch-
lands 176, 201.
Ausschuß zum Kampf gegen die Außenhandels-
Btellen 176.
Bund der Sand- und Kieswerke Deutschlands 257.
— deutscher Fabriken feuerfester Erzeugnisse 176,
201.
Deutsche Keramische Gesellschaft 231.
Deutscher Industrieachutzverband 238
Verein für FeuerungB- und Schornateinbau 257.
Deutsch-russischer Wirtschafts-Bund 238.
Großeinkaufsverband „Nürnberger Bund" 7.
Internationales Syndikat der Glasfabriken 52
Leipziger MuBtermessen-Verband 177, 227.
Mittel- und Ostdeutsche Schamotte-Konvention
- 213, 291.
Mittel-, west- und est deutsche Schamotte- Konven
tion 280.
Neue Verkaufsvereinigung der mitteldeutschen
GipBwerke 37.
Osramgesellschaft m. b. H., Komm.-Ges. 227.
- UBtdeutache Silika-Konvention 213.
Reichskohlenverband 213.
Reichstagung deutscher Technik 271.
Reichsverband der deutschen Industrie 238.
Tonhandelaverband 18, 141.
Verband der Glasbläser 100.
— deutscher elektrotechnischer Porzellanfabriken,
e. V., 63, 100, 141, 187, 213, 227, 230, 248,
291.
Emaillierwerke 115, 201.
Exporteure, 213.
Flachenfabrikanten 27. 127.
Glasfabriken für Medizinglas, chem.-
pharmazeutischer Gläser und Flakons, e. V. 163.
— deutscher Herdfabrikanten 141, 187.
■ Kachelofenfabrikante« 127, 248.
Porzellangeachirrfabriken, G. m. b. H.,
43, 100, 161, 301.
Tonwerenfabrikanten und Kunettöpfereien
238. .
Topf warenf abrikanten undKunattöpfereien 18.
— mitteldeutscher Glasmalereien 100.
— süddeutscher Schamottewerke 115.
Verein der rheinischen und westfälischen Tafel-
glashütten 151, 291.
— deutscher Farben glaswerke 227.
Spiegelglasfabriken 127, 201, 248.
— sächsischer Tafelglashütten 141, 227.
Vereinigte deutsche Glühlampen-Fabriken 187
— Porzellan-Isolatoren-Werke, G. m. b. H. 37,
86, 151, 201, 248.
— Stein^utfabriken 27, 37, 141, 238.
Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbäade 63.
— mitteldeutscher Hoblglasfabriken e V. 163, 238
— Schlesiach-Lausitzer Tafelglashütten 227.
Verkauf sgesellschaft deutscher Steinzeugwerke 73.
Verkaufsstelle der Drahtglasfabriken, G. m. b. H.
176, 271.
Westdeutsche Schamotte-Konvention 213
— und Mittel- und Ostdeutsche Schamotte-
Konvention 141.
Zentralstelle für Interessenten der Leipziger
Mustermessen 100.
Zusammenschluß der deutschen Steinzeug werke 62.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Akademisch-wissenschaftlicher Fachverein für
Silikattechnik e. V., Cöthen-Anhalt 161, 184.
Deutscher Gewerbeachulverband 256.
Deutsche Keramische Gesellschaft 50.
Fachschule für Porzellan- Industrie, Selb 173.
Handelshochschule Berlin 211.
Hochschule für industrielle Technik und Wiaaen-
schaft 61.
Keramische Fachschule, Zaaim 224.
Staatliche Keramische Fachschule Höhr bei
Koblenz 26
Staatsfachschule für Glasindustrie in Haida 289.
StaatsfachBchule für Keramik usw , Teplitz
Schönau 5.
Industrielle Neuheiten.
Pneumatische Glasmacherpfeife 177.
Wärmewirtschaft.
Ein Jahr W. B. G. 22.
Reichakohlenrat zur Frage der industriellen
Wärmewirtschaft 170.
Stocher-Kurs 244, 277.
Wärmetechnische Beratungsstelle der deutschen
Glasindustrie 248.
Wärmewirtschaft in der Glasindustrie 243.
Kunstgewerbe.
Keraphot-Porzellane 73.
Stuttgarter Landesgewerbemuseum 271.
Biicherschau.
Adreßbuch der Adreßbücher der ganzen Welt
271.
Chemische Technologie der Emailrohmaterialien
für den Fabrikanten, Emailchemiker, Email-
techniker usw. Grünwald 202.
Das Fachbuch, Wächter 271.
Das neue Postbach 1922, Belling 163.
Der Cicerone 258.
Die Glasindustrie im Saargebiet, Lauer 271.
F. H. Ehmke, Wahrzeichen — Warenzeichen 7.
Einkommensteuergesetz, Nachtrag zur Handaus-
gabe, Strutz 248.
Geschichte der Porzellanfabrik zu Tettau, Dees
53.
Handausgabe des Einkommensteuergesetzes, Strutz
18.
Industrie feuerfester Steine und ihre Aufgaben
für Gaswerke und Kokereien, Straßmann 164
Kachel- und Töpferkunst 115.
Kalender für den praktischen Kachelofenbau,
Fichtner 53.
Kommentar zum Gesetz, betr. die Gesellschaften
mit beschränkter Haftung, Liebmann 115.
Kunst und Kunstgewerbe 271.
Lohnabzug vom 1. Januar 1922 ab, Koppe 141.
Messung großer Gasmengen, Litinsky 201.
Porzellan-Isolatoren, Benischke 73.
Schuld am Kriege 248 ,
Sprechsaal-Kalender, Koerner 63.
Taschenbuch für Keramiker, Keram. Rundschau
53.
Technik der elektrischen Meßgeräte, Keinath 115.
Tscheuschner-Springers Glasindustrie - Kalender,
Springer 248.
Ueber die Zähigkeit Keramischer Massen, Singer
164.
Ueberwachung des Feuerungsbetriebes in der
Glas-, Email- und Tonindustrie, Springer 164.
Werkstoffe, Krais 151.
Wie spare ich Porto? 248.
Kataloge, Preislisten usw.
Porzellanpalais, Leipzig 74.
Zettlitzer Kaolinwerke, A.-G., Zattlitz bei Karls-
bad 268.
Totenschau.
5, 24, 98, 126, 161, 173, 184, 269.
Fragekasten.
Keramik.
»
Allgemeines:
52 Abhitze, Verwertung 162
18 Apparate zur Prüfung von Isolatoren 64.
14 Bleischmelze, Zusammensetzung 54.
42 Braunkohle, böhmische, Ersatz durch deutsche
Briketts 118.
11 Brennofen, schlechter Gang 41.
57 Buntdrucke, Reißen 178.
84 C linarot in Muffel 282
39 Drehmasse, sohlechtes Pressen 118.
67 Drehmasse, Verziehen der Gegenstände 204.
83 Englische Kohle, Verwendung 282.
21 Farbstoff für Kaolinschlämmereien 65.
2 Feldspat, milchig und glasig, Einfluß auf
die Glasur 29.
1 Feuerführung eines Brennofens 28.
6 Flaschenatöpsel, Brennen gestanzter 30.
86 Fürbringermuffel, Anheizen 294.
5 Gasgeschwindigkeit im Kamin eines Por-
zellan-Brennofens 30.
51 Gießlöcher 142.
15 Gießmasse, Schwindung 55.
49 Gießmasseabfall, Verrechnung der schon ein-
geführten Soda 130.
9 Gießschiicker, Zubereitung mit Rührern oder
auf der Trommel 40.
24 Gipsformen, zu starkes Sangen, Hängenbleiben
am Modell 66.
12 Glasieren elektrotechnischerMontage- Artikel 42.
10 Glasur, Abspringen bei Ecken 40.
69 — , Abrollen und Abblättern 214
63 Hartquarzit für Trommelfatter 190.
89 Heizanlage 90.
71 Iaolatoren mit roten Streifen 216.
73 Kacheln und Einmachetöpfe, Reißen 229.
56 Kaolinaufbereitung 178.
22 Kaolinfilterpressen, Undichtwerden 65.
23 Kochgeschirr, Herstellung und Feuerbeständig-
keit 65.
75 Langmuffelofen, ungleichmäßiger Gang 239.
32 Muffelofen für Azetylengas- und Oelfeuerung
102.
59 Preisberechnung bei Maschinen 179. -
38 Rostfläche, freie und gewöhnliche 117.
70 Randöfen, Temperaturdifferenzen zwischen
Ofensohle und -Scheitel 215.
47 Salbenkruken, Deformieren beim Trocknen 130.
41 Schmelzfarben, Präparieren trockener 118.
3 Schmelzware, rötliche Färbung der Glasur 30.
61 Schwefelformen, Springen 190.
4 Silikasteine, Versatz 30.
60 Stanzmasse, Mischen mit Oel und Wasser 189.
58 Terrakottawaren, Mattieren glänzender Stellen
179. |
50 Trockenanlage für Ton und Kaolin 142.
17 Tunnelofen zum Brennen von Schamotte-
ofen-Kacheln 55.
36 — für SK 9 Glattbrand, direkte oder indirekte
Feuerung 103.
66 Tannelofensy stem , Erfahrung bei höheren
Temperaturen 204.
62 Viereckofen, Bewährung 190.
77 Wannenfritteof en, Zerstörung der Ofens >ule 259.
25 Windturbinenanlage 76.
VIII
81 Zerkleinern und Mahlen von Quarz, Feldspat
and Flußspat 272.
19 Zerschneiden von Isolatoren 64.
Porzellan.
79 Brandrisse, Beseitigung S60.
35 Brennen elektrotechnischen Stanzporzellans
bei SK 9, Brenndauer und Kohlenver-
brauch 103.
34 Brennofen, Kohlenquantum beim Vor- und
Scharffeuer 101.
45 Elektrotechnisches Porzellan, Verfahren zum
Gießen 129.
82 Farbe, abweichende bei Probezug und End-
t Produkt 282.
76 Firmenstempel, Anbringen 250.
30 Gebranchsgeschirr, Masse und Glasur 90.
63 Gescbirrfehler, verraucht 152.
46 Geschirrporzellan. Masse- und Glasurversätze
129.
85 Glasur, matt- und eierschalig 283.
8 Gutbrandofen für Porzellan-Knöpfe, System 39.
44 Hochspannungsisolatoren, Masse und Glasur
118.
40 Kochgeschirr, Masse- und Glasurversätze 118.
55 Masse und Glasur für SK 12, 167.
28 Schalen, Verziehen beim Brande 89.
65 Soda, Einfloß auf die Masse beim Garbrand 190.
Steingnt u. dgl.
78 Gießflecke bei Steingutgießmasse 260.
27 Glasur, borazhaltige, mit Bänderblau 76.
72 — , dunkelblaue 229.
64 Glasurrisse 166.
13 Trockenanlage für Stein gutmassen 42.
26 Tunnelofen, Eignung, für Hartsteingut 76.
20 Ungertcher Doppelofen, Erfahrungen in der
Stein gutindustrie 64.
31 Zinnglasur für Vasen 101.
Steinzeug.
7 Qualitätsgeschirr, Herstellung 38.
33 Rundofen für Feinsteinzeug, Höhe
Feuerungen 101.
der
Glasindustrie.
Allgemeines.
18 Abziehbilder auf Emailunterlage, Verfahren 77,
63 Anlaufen und Anrauchen von Glasgegen-
ständen 272.
14 Arsenikzusatz zum Glasgemenge 55.
69 Aetzschrift, undeutliche, Entfernen 283.
23 Aetzen von Tafelglas 103.
26 Einbrennfarben für Glas in Zinntuben 104.
64 Eisenrot 273.
17 Entfärbungsmittel für Opal- und Hellglas 67.
66 Flaschenblasmaschinen, Bewährung 283.
34 Fiaschehmundstücke, Schmieren (weißes An-
laufen) 143.
44 Formenschmiere für dekorierte Flaschen 205.
62 Formsteine 261.
49 Gebogene Gläser, Fabrikation 216.
19 Glasblasmaschinen, vorteilhaftestes System 77.
33 Glasblnmen, Färben 143.
67 Glasgalle, Verwendung 251.
65 Glasisolatoren, Fabrikation 250.
47 Glasstopfen, Herst. 206.
22 Glaswolle, Verwendung 91.
65 Gisszylinder, Einkitten in Bekordspritzen 273.
70 Hafenschalen, ungeputzte, Wiederverwendung
13 Herdglasentbleiung, Anlage 55.
71 Holzformen für Hohlglas 294.
54 Maschinenglas, Beschaffenheit für Eng- und
und Weithalsflaschen 239.
43 Metallschraubringe, Kitten auf angerauhte
Glashälse 191.
21 Pressen der Glasisolation in Edison-Normal-
sockel 91.
15 Eampiges Glas durch die Wannenzwischen-
wand 66.
53 Raliefgold, Versätze 229.
56 Bührapparate 251.
59 Schäumen braunen Glases beim Schmelzen 260.
52 Schirmglas, rauhes 229.
11 Schlacke, Eignung für Flaschenglas 48.
50 Thermosflaschen, Herst. 216.
68 Transport der Glasgegenstände zum Kühl-
ofen 283 *
61 Weißanlaufen, Ursache 261.
Glassätze.
38 Bernsteingelb 167.
42 Bleiglas 190.
20 Bleisilikatglas 91.
60 Eog- und WeithalsflaBchen aus Wanne 261.
3 Glas bei niederer Temperatur schmelzend
und verarbeitbar 81.
36 Granatrot 205.
46 Haushaltglas mit Soda 153.
9 Klangglas für Becher und Kelche 42.
45 Kupferrotes Glas 205.
67 Neurot 283.
25 Perlen, orangegelb und kaiserrot 104.
Häfen, Wannen, Oefen und Feuerung.
5 Brenneranordnung bei kontinuierlicher Wanne
32.
48 Dampf- statt elektrisches Gebläse 215,
12 Doppelkammerofen zur Linsenfabrikation 55.
29 Gasentzündung in der Wechseltrommel 120.
2 Gaserzeuger fttrBraunkohlengrieß und -staub 31.
51 Gasmenge aus 1 kg Kohle 229, 239 (Be-
richtigung).
1 Gaszufuhr, Stockung beim Beschicken der Dreh-
rostgeneratoren 30.
6 Generatorenanzahl für Wannenöfen 32.
24 Generator- Umbau, Verringern der Schüttungen
104.
4 Glasofen, Beheizung mit Leuchtgas 31.
30 Häfen, Bisse nach der Feuerseite 131.
01 Häfen zur Herateilung von Bleiglas, Masse-
versätze 132 I
10 Kühlofen mit Blechtöpfen oder mit Ktthl-
bahn 42.
37 Bollbraunkohle, mangelhaftes Schmelzen
durch zu hohen Wassergehalt 153.
16 Sandsteine (Magdeburger) und Schamotte-
bankplatten, Bewährung 67.
40 Trommeln, fahrbare 179
28 Vergasung von Rohbr«unkohle 119, 131.
36 Wannen-Neubau mit geeigneter Feuerung 148.
Verschiedenes.
3 Kobaltoxyd, Ersatz für Biechdeckemail 2061
2 Kunstemaillen, Guß 168.
Redakteur für den technibch-wiHBtuBchufilicben Teil- Dr I Kii»i» ch. . ,, , ,
Coburg, den 5. Januar 1921
Nummer 1
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Lonis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Pr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Bezugspreis
: Für Deutschland nnd Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jt 14.- unter Streifband M
Anzelieli: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M L- (Stellengesuche 30 4)-
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
40.—.
Die Aufschließung
von Tonsubstanz durch Kalk.
Von Dr. Emerich Sei eh.
rsuchsanstalt für Keramik, Glaswaren und Email an der Kunstgewerbe-
schule in Wien.)
(Nachdruck verboten.)
In einer früheren Arbeit1) wnrde die Einwirkung von Kalk
keramische Massen untersucht und dabei festgestellt, daß
,k beim Glühen Ton zerlegt in der Weise, daß aus dem
Eiprodukte Tonerde durch Salzsäure, Kieselsäure durch Soda-
□ng herausgelöst werden kann. Das Ausmaß dieser auf-
ließenden Wirkung ist einerseits von der Menge des zuge-
gen Kalkes, anderseits von der Höhe der Glühtemperatur
längig. Die damals gefundenen Werte an löslich gewordener
lerde und Kieselsäure sprachen dafür, daß bei einer Glüh-
lperatur von SK 04 a zur Zerlegung von einem Molekül
i zwei Moleküle Kalk erforderlich sind, während bei einer
nperatur von SK 9 schon 1 Molekül Kalk die gleiche
rkung hervorzubringen vermag. Ein Zusatz von Kies zu
n Kalk-Ton-Gemisch äußert keinen Einfluß, und der Kies
bst wird in diesem Falle durch den Kalk nicht in lösliche
sselsäure übergeführt, bleibt also bei Gegenwart von einem
mberschusse unangegriffen; dagegen setzt ein Zusatz von
dspat die Zersetzlichkeit des Glühproduktes etwas herab,
in die Brenntemperatur über den Schmelzpunkt des Feld-
tes hinausgeht. Der Kalk wird aus dem geglühten Kalk-
l-Gemische, ebenso auch aus dem Kalk-Ton-Kies- Gemische,
\\l völlig durch Salzsäure herausgelöst, bleibt hingegen bei
em Gehalte der Gemische an Feldspat, besonders bei höherer
inntemperatur, zum Teil unlöslich.
Zur genaueren Ueberprüfung der Wirkung ven Kalk auf
isubstanz wurden seither eine größere Reihe von Versuchen
: er teilweise geänderten Bedingungen durchgeführt, über
en Ergebnisse im nachstehenden berichtet werden soll.
Als Ausgangssubstanz diente, um störende Verunreinigungen
glichst auszuschließen, geschlämmter Zettlitaer Kaolin mit
em Gehalte von 97,6 °/0 Tonsubstanz, 0,9 °/0 Quarz und Feld-
it und 1,5 °/0 Feuchtigkeit. Dieser wurde mit kohlensaurem
Ike feinster Mahlung in der Weise innig gemengt, daß die
den Körper in der Reibschale verrieben, nach dem Mischen in
sser aufgeschlämmt und zweimal nacheinander durch ein
O-Maschen-Sieb getrieben wurden. Der »o geschlämmte
») Die aufschließende Wirkung des Kalkes in keramischen Massen,
[absaal 1916, 173 S.
Brei wurde in einer Gipskappe soweit entwässert, daß ein
formbarer Teig zurückblieb, aus welchem Probeplatten von den
Abmessungen 70X45X5 mm hergestellt wurden. Diese wurden
dann im Seger-Heinecke-Ofen gebrannt, wobei sie ungefähr
1 Stunde lang auf der Versuchstemperatur gehalten wurden.
Die Untersuchung der Reaktionsprodukte erfolgte in der
Weise, daß die geglühten Probeplatten gepulvert und eine ab-
gewogene Menge des Pulvers in einer Platinschale mit 1:1 ver-
dünnter Salzsäure («pez. Gew. = 1,12 g) eine Stunde lang auf
dem Wasserbade erhitzt wurde. Die ganze Masse wurde dann
eingedampft und der Abdampfrückstand 1—2 Stunden
auf 110—140° C. erhitzt, um die Kieaelsäore abzuscheiden.
Nach dem Aufnehmen mit Salzsäure und Wasser wurde
filtriert, in dem Filtrate Tonerde und Kalk bestimmt, der Filter-
rückstand aber nach dem üebertragen in die Platinschale zwei-
mal nacheinander mit 10°/0iger SodalösuDg auf dem Wasser-
bade llt Stunde lang digeriert und so die lösliche Kieselsaure
herausgezogen. In den so erhaltenen, filtrierten Lösungen der
Kieselsäure wurde dann deren Menge in der bekannten Weise
durch Ansäuern mit Salzsäure, Abdampfen, Trocknen, Filtrieren,
Waschen und Glühen bestimmt.
Es wurden sechs Versuchsmassen verwendet, die nach
äquivalenten Mengen zusammengesetzt waren, und zwar:
Masse
Zusammensetzung
nach Aeq trivalenten
Z isammensetzuuK9; in °/#
SiO,
Als08
51,4
43,8
4,8
49,1
41,8
9,1
46,9
39,9
13,1
43 2
36,7
20,1
39,2
33,4
27,4
35,9
30,6
33,5
I. A],08 . 2 8iOa . 2 Ha0 + 0,2 CaCO,
II. A!aO. . 2 SiOa . 2 B20 + 0 4 CeCOe
III. Ala08 . 2 SiO, . 2 HjO + 0,6 CaCO«
IV. AlaOa . 2 SiO, . 2 B,0 + 1,0 CaC03
V. AlüO, . 2 SiO, . 2 B20 + 1,5 CaCO,
VI. A1,0, . 2 SiO, . 2 Ea0 + 2,0 CaC08
Die angewendeten Glühtemperaturen für die Probeplattea
waren : /
SK 05a, la, 6a und 12.
Da auch Tonsubstanz allein schon beim Glühen eine teil-
weise Zerlegung erfährt und dann Tonerde und Kieselsäure
an Salzsäure, bezw. Sodalösung abgibt, so wurden zum Ver-
gleiche jedesmal Piobeplatten aus Kaolin ohne Kallizusatz mit-
geb/annt und in der gleichen Weise wie die kalkhaltigen Brenn-
proben untersucht. Sie erscheinen in den untenstehenden
Tabellen als Masse VII angeführt.
s) Berechnet für die geglühten Massen unter Vernachlässigung der
geringen Verunreinigungen des Kaolines
Ä — Nr. 1
VIII
81
SPRECHSAAL-COB
V
Die durch die Analyse der gebrannten Platten ermittelten
Mengen an m Lösung gegangener Kieselsäure, Tonerde und
Kalk wurden in zweifacher Beziehung prozentual umgerechnet :
a) „absolut", d. h. bezogen auf die Gesamtmasse des
analysierten Reaktionsgemisches;
b) „relativ", d. h. bezogen auf den betreffenden Massenbe-
■tandteil selbst — dessen Menge gleich 100 gesetzt,
i m P1?, 80 gewonneDe° Ergebnisse sind in den folgenden
4 Tabellen zusammengestellt:
A. Geglüht bei SK 05 a.
Masse
SiO,
absol. relat.
AlaOs
absol. relat.
7,7
10,5
12.2
21,9
22 8
25,2
3,8
15,1
21,4
26,0
50,9
58,1
70,1
7,0
7,2
9,4
11,2
17,8
19.0
21,0
3,3
16,4
22,4
28,0
48,3
56,9
68,7
7,1
CaO
absol. relat.
4,6
8,6
12,1
18,9
25,8
32,2
95,0
93,5
91,9
93 9
94,2
96,1
Samme
der gelösten
Bestandteile
in °/0 absolut
19,5
28,5
35,5
58,6
67,6
78,4
7,1
B. Geglüht bei SK la.
Masse
Si02
absol. | relat.
AI
absol.
2os
relat.
CaO
absol. J relat.
Samme
der gelösten
Bestandteile
in % absolut
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
7,3
11,6
160
27.0
29,0
30,6
3,0
14,2
23,6
34 2
62,5
73,8
85,1
5,6
C
5,6
9,1
12,6
21,5
22 9
25,'l
2,3
, Gegl
12,7
21,7
31,6
58,7
82,1
5,1
üht bei
4.1
8,1
11,9
19,8
27,0
33,3
SK 6 a
85,8
88,4
90,4
98.3
985
99,2
17,0
28,8
40,6
68,3
78,9
89 0
5,3
Masse
Si02
absol. j relat.
A!
absol.
i'Ö,
relat.
CaO
absol. 1 relat.
Summe
der gelösten
Bestandteile
in % absolut
I.
ir.
in.
IV.
V.
VI.
VII.
9 1
18,5
26,3
38,6
2,4
17,7
37,7
55.9
89,5
4,5
D
7,1
14,3
21,0
31,1
1,4
. Gegli
16,2
34,2
52,5
84,6
iht bei
3,8
8,2
12,2
20,1
SK 12.
79,3
90,0
9S,8
99,7
20,0
41,0
59,5
89,7
. 3,8
Masse
Si(
absol.
relat.
AJ2
absol
0,
relat
Ca
ab'ol.
0
relat.
Summe
der gelösten
Bestandteile
in °/0 absolut
I.
II
III.
IV.
V.
VI.
VII.
5,5
17.3
29,1
nar
10,6
35,2
62 1
0,6% l
2,8
4.3
137
23 8
»lei&en
0,9
9,9
32,9
59,7
nnjölith
2,0
2,1
7,1
13,0
(anaul
42,8
77 3
99,0
^eBChlQHS
11,9
38,1
65,9
en) zurück
2,4
Die hier verzeichneten Ergebnisse sind mit einigen Fehler-
quellen behaftet. Die wesentlichste liegt wohl darin, daß in
den Versuchsmassen die Mischung von Kaolin und Kalk keine
völlig innige und keine «öllig gleichmäßige sein kann. Die
Icn.gkeit der Mischung wird von der Komgiöße der Materialien
abhängen und damit auch ihre Reaktionsfähigkeit. Mit Kalk
feinerer Mahlung werden demnach andere Werte sich ergeben
müssen als mit minder fein zerteiltem. Aber auch eine voll-
kommen gleichmäßige Mischung der Bestandteile ist trotz zwei-
maligen Schlämmen« nicht zu erzielen, denn beim Eintrocknen
des Breies in den Gipskappen wird doch eine teilweise Ent-
mischung eintreten, die auch durch noch so sorgfältiges Durch-
kneten der Massenteige nicht gänzlich behoben weiden kann
LA t *orAeruD& daß ^ den Reaktionsgemischen jedes
Molekül Kalk mit der gleichen Zahl von Tonmolekülen um-
geben wäre, ist natürlich nicht zu erreichen
Eine zweite Fehlerquelle ist darin zu suchen, daß nicht
an allen Punkten der Versuchsplatten beim Glühen im Seger-
HHnecke-Oien genau die gleiche Temperatur und genau die
gleiche Zeit hindurch herrschen wird. Geringe Größe und
geringe Dicke der Probeplatten wirken diesem Fehler entgegen
ohne ihn doch völlig beheben zu können.
Aus beiden Gründen können die angeführten Werte keinen
Anspruch auf absolute Richtigkeit erheben, aber da die Ver-
1922. (flS.jfahfga
Suchsbedingungen bei allen Massen und bei allen Temperl«
die gleichen waren, so gestatten sie doch untereinande, ^
gleiche und darauf gegründete Schlüsse. iiw
Ueberblickt man die in den Tabellen angeführten Z I
werte, so kommt man zu den nachstehenden Folgerunge;
1, Je höher der Kalkgehalt in den Gemischen ist \
höher diese geglüht werden, umsomehr kann aus dem
Produkte an Kieselsäure, Tonerde und Kalk heraus
werden. Eine Mischung von 1 Molekül Tonsubstan
2 Moleküle Kalk — Masse VI — ist nach dem Glühe
SK la fast völlig durch Salzsäure zersetzlich, die Mis
von 1 Molekül Tonsubstanz auf 1 Molekül Kalk — Masse
wird bei SK 12 quantitativ aufgeschlossen.
2. Der Kalk ist in dem geglühten Kalk-Ton- Gemische
bei Anwendung der höchsten Versuchstemperatur von S
in einer durch Salzsäure fast völlig zersetzlichen Verbii
vorhanden. Denn es werden* immer über 90°/0 des vornan
Kalkes herausgelöst. Eine Ausnahme bilden nur die lm
kalkärmsten Massen I und II, bei welchen eine Steigeruni |
Glühtemperatur eine Minderung der Kalklöslichkeit zur
hat, am stärksten bei der Masse I mit einem Verhältniss,
1 Molekül Tonsubstanz auf 0,2 Molekül Kalk, wo die Lö;
keit des vorhandenen Kalkes von 95,0 °/0 bei SK 05 a auf 4
nu
%
bei SK 12 sinkt. Hier scheint also der Kalk mit steig
Temperatur immer mehr eine gegen Salzsäure bestä
Verbindung zu bilden. *
2. Ein Maß für die aufschließende Wirkung des K £
au* die Tonsubstanz erhält man, wenn man die Mengei
löslichen Kieselsäure, beziehungsweise Tonerde durch die \
des löslichen Kalkes dividiert und so das Verhältnis t
Mengen berechnet Dabei ist jedoch zu berücksichtigen,
die Tonsubstanz schon durch Erhitzen allein, ohne Kali -
Wirkung, eine teilweise Zersetzung erfährt, wodurch Kiesel
und Tonerde löslich werden. Man kann dies in der Wei. ,
Rechnung ziehen, daß man von den an den kalkhaltigen Mi 81
beobachteten Zahlen die analogen Werte, welche an der ii SK
VII — reiner Kaolin ohne Kalkzusatz — gefunden wurdet -
zieht, den verbleibenden Rest als reine Kalkwirkung betra
und für diesen das obige Verhältnis berechnet. Tut man
so erhält man für das Verhältais Kieselsäure : Kalk für.
sechs Versuchsmassen bei einer Glühtemperatur von SK
Werte, welche von 0,7 bis 1,0 schwanken und im Mitte
ergeben; für die Glühtemperatur von SK la liegen
Werte zwischen 0,8 und 1,2, im Mittel 1,1, für SK 6 a zwie
1,8 und 2,0, im Mittel 1,9, für SK 12 zwischen 1,9 und 21
Mittel 2,1. Die Werte, welche sich für das Verhältnis'
erde: Kalk errechnen, sind etwas niedriger, zeigen aber
gleichen Aufbau. Es betragen nämlich die Mittelwerte füw
4 Glühtemperaturen 0,7, 0,8, i,6, 1,8. Daraus folgt, daßlj
dieselbe Gldhtemperatur die aufschließende Wirkung des K«|fl
für alle Massen gleich ist; die geringen Schwankungen
wohl auf die obenerwähnten Fehlerquellen zurückzuführen.
Steigerung der Glühtemperatur steigert sich auch die
schließende Wirkung des Kalkes. Diese Steigerung ist
bedeutend, wenn sich die Brenntemperatur von SK 05 a
SK la erhöht, ebenso auch bei einer Erhöhung der
temperatur von SK 6a auf SK »2. Die aufschließende Wir! m
des Kalkes erfährt hingegen eine starke Steigerung bei t
Erhöhung der Glühtemperatur von SK la auf SK 6a,
Steigerung, die einer Verdoppelung dieser Wirkung gli
kommt. Berechnet man das Ausmaß der aufschließe!
Wirkung des Kalkes nach molekularen Verhältnissen, so<
gibt sich annähernd, daß bei Glühtemperaturen von SK
bis la 1 Molekül Tonsubstanz zur Zerlegung 2 Moleküle 1
erfordert, während bei den Glühtemperatnren von SK 6 a
12 hierfür schon 1 Molekül Kalk genügt. Zwischen SK la
6 a hegt also eine Temperatur, wo sich die Wirkung des Ka
auf die Tonsubstanz verdoppelt.
In der oben zitierten ersten Arbeit über dieses Gebietwi
auf die praktische Bedeutung dieser Löslichkeitsverhältn
für die Wage der Widerstandsfähigkeit kalkhaltiger 1
massen gegenüber chemischen und atmosphärischen An«ri
hingewiesen. Mit Rücksicht daiauf, daß bei den bisher
richteten Untersuchungen zur Versetzung der gebrani
Massen ein sehr kräftiges Agens — Salzsäure vom spez
Wichte 1,12 — benützt wurde, sind die gewonnenen Ergebn
nicht ohne weiteres auf die wesentlich schwächeren Angr
mittel anwendbar, denen kalkhaltige Tonwaren beim pre
sehen Gebrauche ausgesetzt sind, insbesondere auch nicht
die atmosphärischen Einwirkungen. Um eine solche Sch
folgerung berechtigt erscheinen zu lassen, muß nachgewie
werden, daß auch wesentlich mildere Angriffsmittel schon «
merkbare Zersetzung kalkhaltiger Tonmassen bewirken körn
Hierfür erscheint wohl am besten eine sehr stark verdüc
Essigsäure brauchbar.
8i
I
1922. (55. jf&hegangj)
SPRECH SAAL — COBURG,
Nr. 1 — 3
In dieser Erwägung wurde eine Reihe von Versuchen in
hnlicher Weise wie die oben beschriebenen, mit Salzsäure ange-
teilten Untersuchungen durchgeführt. Als Angriff «mittel diente
ine nur l°/0ige Essigsäure, die ohne Erwärmung, nur bei,
Simmertemperatur einwirken gelassen wurde. Zu diesem Zwecke
wurden die geglühten Probemassen in gepulverter Form mit
•/0iger Essigsäure Übergossen und während 24 Stunden unter
ifterem Umschütteln damit in Berührung gelassen. Dann
ivurde abfiltriert und in der Lösung die aufgenommene Ton-
irde und der Kalk bestimmt.
Die sehr merkwürdigen Ergebnisse dieser Untersuchungen
eigen die nachstehenden Tabellen, deren Zahlen analoge Be-
leutung haben wie die oben für die Einwirkung von Salzsäure
ingegebenen.
Masse I
A)2Og
CuO
Summe
ttlnbtemperatnr
absolut
relativ
ahsnlnt
relativ
absolut
E 05 a . . . .
M
4,1
3,0
61,8
4,8
IIa
1,4
3,1
1,8
38,0
3,2
IK 6a
0,9
2,0
0,6
12,1
1,5
K 12
0,5
1,8
0,3
6,1
0,8
Masse II
Glnhtemperatnr
A),0.
»b-o'nt rplativ
CdO
absolut,
r«>l«tiv
% 05 a
K la
K 6a.
K 12 .
IK 05 a
K la .
Up IK 6 a .
1 IK 12 .
3,7
1,8
1,8
1.2
8,8
4,2
4,2
2,9
5,6
3,0
1,2
0,7
61,1
32,4
13,0
7,1
Summe
absolut
9,3
4,8
3,0
1,9
Masse III
Glfthtemp,'rat lr
AL0S
ßheolnt
3,2
3,2
1,9
1,8
reUiiv
8,1
8,1
4,9
4,6
C»0
absolut relativ
8,4
5,5
2,4
1,0
63,9
41,7
18,1
7,6
Summe
»hsolut
11,6
8,7
4,3
2,8
Masse IV
Glubteroperatur
A),08
absolut relativ
CO
absolut rtlativ
K 05 a
K la
K 6a .
K 12 .
5,1
4,5
2,8
2,3
13,8
12,1
7,5
6,4
9,5
7,0
4,7
2,7
46,9
34,8
23,5
13,4
Summe
absolut
14,6
11,5
7,5
5,0
Masse V
Glühtemperatnr
IK 05 a
K la
A),0,
absolut relativ
7,8
6,7
CaO
absolut relativ
23,4
20,2
13,5
12,9
49,3
47,0
Summe
ahunlnt
21,3
19,6
Masse VI
ftmhtemperatur
G K 05a
Wik la
ei
A'sOs
ahsnlnt
relativ
9,1
7,1
30,0
23,4
CO
ah»o|nt
17,8
16,8
relativ
53,0
50,2
5 am nie
absolut
27,0
23,9
Sieht man diese Tabellen durch, so fällt sogleich eine Tat-
ache auf: Die Einwirkung der Glühtemperatur auf die Zersetz-
icbkeit der gebrannten Kalk-Ton-Mischungen ist gegenüber der
et wachen Essigsäure gerade entgegengesetzt jener gegenüber
[er starken Salzsäure. Während bei dieser die Erhöhung der
Jlühtci^ijeratur die Angreifbarkeit steigert, wird sie bei der
chwachen Essigsäure dadurch vermindert. Je höher die Massen
ebrannt werden, umso weniger geben sie dann an die Essig-
äure ab, umso beständiger werden sie also gegen ihre Ein-
wirkung, eine Gesetzmäßigkeit, die sich an allen Massen zeigt.
Es ist vor allem der Kalk in den gebrannten Massen, der
on der Essigsäure angegriffen und herausgelöst wird. Nach
em Glühen auf SK 05 a löst sich bei allen Massen ungefähr
ie Hälfte des vorhandenen Kalkes in dem Essigwasser, und
teigert man die Glühtemperatur auf SK la, so bleibt immer
och mehr als ein Drittel des Kalkes löslich ; erst ein Glühen
uf SK 6 a bringt eine stärkere Herabminderung der löslichen
[alkmenge.
Gegenüber der Löslichkeit des Kalkes tritt die Menge der
islichen Tonerde zurück. Sie erreicht bei der niedrigsten
pral ngewendeten Glühtemperatur von SK 05 a in den kalkärmeren
:ehl
lassen I, II und III nicht 10 */o der vorhandenen Menge und
teigt erst in den drei übrigen kalkreicheren Massen auf höhere
riefVerte, am höchsten in der kalkreichsten Masse VI mit 30 °/0
er überhaupt vorhandenen Tonerde.
Das Verhältnis der löslichen Tonerde zum löslichen Kalke
it gegenüber der Essigsäure ein sehr schwankendes, sowohl
bei den verschiedenen Massen bei gleicher Glühtemperatur,
wie auch bei der gleichen Masse bei verschiedenen Glüh-
temperaturen. Man kann ja allerdings annehmen, daß ein
Teil der Tonerde, welcher sieh anfänglich in der Essigsäure
gelöst hat, während des 24 stündigen Digerierens durch die
große Menge Wasser als basisches Salz wieder ausgeschieden
wird und so der Bestimmung entgeht.
Gleichwohl tritt auch an der Tonerde die für Kalk abge-
leitete Regel klar hervor: Steigerung der Glühtemperatur mindert
die Menge der herauslösbaren Tonerde in allen Massen. Deutlich
zeigt sich bei allen Massen und bei allen Glühtemperaturen,
daß einem höheren Kalkgehalte der Massen eine größere Menge
der löslichen Tonerde entspricht.
Eine chemische Deutung dieser Ergebniese ist nicht leicht.
Man muß annehmen, daß beim Glühen kalkhaltiger Tonmassen
verschiedene Verbindungen des Kalkes mit den Komponenten
der Tonsubstanz entstehen, die alle durch Salzsäure «ersetzbar
sind — denn mit der oben vermerkten Ausnahme gehen immer
über 90 °/0 des vorhandenen Kalkes in Lösung — , von denen
aber nur ein Teil durch die schwache Essigsäure zersetzt wird,
denn nur etwas über die Hälfte des vorhandenen Kalkes wird
höchstens gelöst Die Menge dieser schon durch das Essig-
wasser zersetzlichen Kalkverbindungen tritt mit der Steigerung
der Brenntemperatur immer mehr zurück, ohne aber selbst bei
SK 12 völlig zu verschwinden.
Es mag berufeneren Köpfen überlassen bleiben, diese Er-
gebnisse mineralogisch zu erklären oder ihren Wert für den
Zementprozeß festzustellen. Ihre praktische Bedeutung für die
Keramik ist leicht zu überblicken. Massen von der Zusammen-
setzung der Versuchsmassen I, II und III mit einem Gehalte von 7,
13 und 1 9 °/0 an kohlensaurem Knlke in den Rohgemischen kommen
in der Tonwarenindustrie mehrfach zur Anwendung, und die Brenn-
temperatur von SK 05 a wird oft nicht einmal erreicht. Für
alle diese Fälle ist die leichte Zersetzlichkeit durch so schwache
Essigsäure eine nicht zu übersehende Warnung bezüglich ihrer
geringen Widerstandsfähigkeit gegen chemische Angriffe aller
Art, zu denen ja auch die atmosphärischen Einwirkungen ge-
rechnet werden müssen.
Anderseits erklärt, wie schon in der ersten Arbeit hierüber
gesagt wurde, die stark aufschließende Wirkung des Kalkes
auf die Tonsubstanz und ihre Abhängigkeit von der Brenn-
temperatur die wichtige Rolle, welche Kalkgehalt und Brenn-
temperatur bezüglich der Fähigkeit kalkhaltiger Tonmassen
Glasuren zu tragen spielen, sowie auch die starke Reaktions-
fähigkeit zwischen Kalk und Ton das eigenartige Verhalten
kalkhaltiger Tone beim Brennen auf höhere Temperaturen, wie
z. B. bei der Klinkelherstellung, verstehen läßt.
Die Oelfeuerung in den Glashüttenbetrieben.
Von H. Mahlert, Iogenieur, Hameln a. Weser.
(Nachdruck verboten.)
Durch den KohlenmaDgel, welcher sich in den letzten
Jahren sehr geltend machte und noch macht, hat die Oel-
feuerungstechnik auch in den Glashüttenbetrieben sehr an
Bedeutung zugenommen. Wie überall bei Neuerungen, mußten
hier unberechtigte Vorurteile erst überwunden werden, um die
Oelfeuerung für Glasschmelzöfen einzuführen. Es steht heute
absolut einwandfrei fest, daß die Oelfeuerung der Generator-
gasfeuerung nicht nur ebenbürtig, sondern sogar teilweise über-
legen ist.
Der Heizwert des Oeles ist bedeutend höher als derjenige
von festen Brennmaterialien, daher auch die Wärmeausnutzuog
viel besser; es kann somit trotz der höheren Brennstoff kosten
die Oelfeuerung günstiger arbeiten als eine Generatorgas-
feuerung. Auf die Gewinnung, Eigenschaften und Untersuchung
der Heizöle soll hier nicht näher eingegangen werden, da hier-
über genügend Literatur vorhanden ist.1)
Das Heizöl kommt in Kesselwagen oder im Oeltankschiff zum
Versand, selten in eisernen Fässern, die nur für sehr kleine
Betriebe in Frage kommen. Mittels Zabnradpumpe oder Plunger-
kolbenpumpe wird es dann in Hauptölbehälter gepumpt, welche
derart zu bemessen sind, daß ihr Vorrat für etwa 4 Wochen
Betriebszeit ausreicht. Es kommen hierfür eiserne Bassins in
Frage, für größere Werke 2 — 3 Stück, damit man dann während
des Betriebes eine Reinigung der Behäiter vornehmen kann.
Es sind auch wohl Eisenbetonbehälter verwendet worden, jedoch
ist davon abzuraten, da sich eine Reparatur, falls der Behälter
rissig geworden sein sollte, nur schlecht oder gar nicht aus-
führen läßt. Die Eisenbehälter sind auf dem Erdboden, oder
teilweise in diesen eingelassen, aufzustellen. Unter dem Stutzen
der Einpumprohrleitung sind leicht auswechselbare Filter anzu-
bringen. Außerdem sind die Oelbehälter mit Dampfschlangen
Dr. L. Schmitz: Die flilBsi gen Brennstoffe. Dr.-Ing. 0. A, Easioh;
Die Oelfeuerungstechnik.
4 — Nr. 1
SPRECHSAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
zu versehen, welche etwa 10 cm vom Boden zu verlegen sind.
Die Verlegung der Rohrschlange so tief am Boden ist folgender-
maßen begründet. Das Oel enthält immer mehr oder weniger
schwerere Stoffe, welche sich am Boden ablagern; durch die
heiße Rohrschlange werden diese Teilchen immer wieder auf-
gewirbelt und intensiv mit dem oberen leichteren Oel durch-
gemischt Läßt man diese schwereren Teile sich ruhig am
Boden ablagern, ohne eine öftere Reinigung der Tanks vorzu-
nehmen, so entsteht um den Absaugstutzen gewissermaßen ein
Trichter oder Krater; ist nun der Oelstand im Behälter ziemlich
tief gesunken, so werden schließlich diese schlammartigen Oel-
massen mitgerissen, und die Oelleitungen sind sofort verstopft.
Da aber diese schlammigen Oelmassen sehr viel Kohlenstoff
enthalten, ist es auch aus wirtschaftlichen Gründen geboten, sie
im verteilten Zustand mit du cb die Zerstäuber gehen zu lassen.
Auf das Verlegen der Heizschlange ist große Sorgfalt zu ver-
wenden, da durch undichte Dampfleitung viel Kondenswasser
in das Oel gelangen kann.
Im Hüttengebäude ist ein Oelbehälter, welcher den Tages-
bedarf faßt, 4 — 6 m hoch über Hüttenflur aufzustellen. Am
vorteilhaftesten ist es, für Schmelzöfen und Nebenöfen getrennte
Behälter vorzusehen, da man dann eine bessere Betriebskontrolle
über den Oelverbrauch ausüben kann. Auch in diese Behälter
ist das Oel durch Filter, welche leicht ausgewechselt werden
können, zu pumpen Es ist vorteilhafter, die Filter hier anzu-
bringen, als am Saug-tutzen in dem Haupttank, da sie in
ersterem leichter zugänglich sind. Eine Schwimmer- und
Zeigereinrichtung muß es ermöglichen, den jeweiligen Oel-
be«tand abzulesen. Auch diese Behälter sind mit einer Dampf-
heizschlaoge zu versehen Wenn auch im allgemeinen die
Temperatur im Hüttengebäude ausreicht, das Oel genügend
warm zu erhalten, so ist es für die kältere Jahreszeit und auch
für dickere Oele geboten, eine Dampfschlange einzubauen. Das
Oel wird von dem Hauptbehälter in diese Arbeitsbehälter mittels
Handflügelpumpen gepumpt, oder für größere Anlasen kommen
auch hier elektrisch angetriebene Zahnradpumpen zur Auf-
stellung
Für die Ausführung der Oelfeuerungen hat man 3 Lösungen:
1. die Tropffeueruog, 2 die Verdampferbrenner, 3. die Zer-
stäuber. Die beiden ersten Verfahren haben den Vorteil, daß
kein besonderes Gebläse erforderlich ist, und daß sie daher sehr
einfach ausgeführt werden können, andererseits haben sie so
viele Nacht» ile, daß man für Glasschmelzöfen stets die Zer-
stäuber vorziehen sollte. Die Gmudlagen des Zerstäubungsver-
fahrens, sowie eine große Anzahl bewährter Zerstäuber findet
man in „Dr lng Essich, Die Oelfeuerungstechnik". Ich möchte
aber dennoch zwei Zerstäuber bringen, welche sich bei Glas
Schmelzöfen gut bewährt haben.
1
1
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Y!nIT!r\j
E-i ist die«es der Zerstäuber von Körtins Abb. 1, der sich
besonders für Dampfzerstäubung sehr gut eignet. Der große
Vorteil int der, daß er sich sehr rasch ein- und ausbauen läßt,
worauf Doch weiter unten näher eingegangen werden soll.
Sodann der Zerstäuber Abb. 2, der sich für Luft--, und Dampf-
Abb. 2.
Zerstäubung gleich gut bewährt hat. Durch den Konus wird
hier de' Oel strahl noch besser erfaßt und intensiver zerstreut.
Ein weiterer Vorteil dieser beiden Zerstäuber i*t der, daß die
Mischung erst außerhalb der Düse stattfindet. Hierdurch wird
vermieden, daß sich unverhrannter Kohlenstoff in der durch
strahlende Wärme sehr heiß gewordenen Düse absetzt und mit
der Zeit zur Verstopfung führt. Es genügt, wenn diese Zer-
stäuber alle 8 Tage ausgewechselt und t auber gemacht werden.
In einem mir bekannten Falle hat ein Zerstäuber nach Abb. 2
drei Wochen ohne Reinigung den Betrieb durchgehalten. Als
Niederdruckbrenner kommt der Schmidt-Brenner2) in Frage.
Dieser Brenner ist besonders für Kühlöfen geeignet, kann aber
auch mit Vorteil für kleinere Schmelzofenanlagen benutzt
werden und arbeitet schon mit einem Luftdruck von 360 mm WS.
Von großem Einfluß ist die Sekundärluftzuführung und vor
allem die Luftvorwärmung. Gerade in diesem letzten Punkte
trifft man manchmal auf die unglaublichsten Anschauungen.
Von welch großem Einfluß diese auf die Brennstoffersparnis
ist, hat A. Popoff eingehend besprochen 3). Bei Oefen, welche
auf Oelfeuerung umgebaut sind, findet man oft, daß die Zer-
stäuber neben den Heißluftschächten eingebaut sind. Eine
intensive Mischung von Oel und Luft findet erst weit im Ofen
statt; die Folge davon ist, daß die Verbrennung bis tief in die
Abzugsschächte vor sich geht, während der Ofen bei der Ein-
mündung der Brenner zu kalt geht. Da naturgemäß hier die
Abhitze mit einer höheren Temperatur entweicht, ist auch ein
größerer Brennölverbrauch zu verzeichnen. In Abb. ü ist an-
gedeutet, wie der Zerstäubereinbau am besten zu erfolgen hat.
Hierbei kommt der Zerstäuber einerseits nicht zu weit ab
vom Ofen, andererseits ist eine gute Mischung von Luft und
Oel vor Eintritt in den Schmelzraum gewährleistet.
Der Rekuperativofen dürfte für Oelfeuerung am ge-
eignetsten sein. Beim Regenerativofen ist das ständige Aus- i
S wechseln der Zerstäuber sehr lästig, da man sie wegen der
strahlenden Wärme nicht stehen lassen kann. Hier käme der
schnell auswechselbare Zerstäuber von Körting in Frage. Nachi
Lösung der Knebelschraube legt man den Bügel herum und I
zieht so den Zerstäuber nach hinten heraus; die Anschlüsse!
für Oel- und Luftleitungen werden hierbei nicht gelöst, ,
sondern nur die Abschlaßorgane geschlossen. Die Oeffnung;
im Ofen kann man dann mit einem Schamottestein versetzen.
Es ist angebracht, die Zerstäuber nach vorn etwas ge-
neigt anzuordnen, da dann die Flamme vollkommener über die
Glasoberfläche hinwegstreicht.
Bei kleinen Schmelzöfen, wo man mit Niederdruckzer-
stäubern auskommt, dürften sich die Anlagekosten ; gegen-
über der Generatorgasfeuerung etwas billiger gestalten dieses
trifft aber nicht mehr zu bei größeren Anlagen, wo die Auf-
stellung einer Kompressorenanlage, eines Dampfkessels und einer
größeren Tankanlage nicht zu umgehen ist. Da aber der Oel-
transport sich wesentlich einfacher gestaltet als der Kohlen- und I
Aschetransport, außerdem die lästige Stocharbeit bei den Gene-
I ratoren fortfällt, so spart man hier bedeutend an Arbeits-
kräften, was auch sehr ins Gewicht fallen dürfte. Bei Preß- 1
luftzerstäubung ist bei größeren Anlagen eine bedeutende Be-!
triebskraft in den Kauf zu nehmen. Für eine Tagesproduktion Iii
von 10000 kg Glas werden etwa 5000 kg Oel benötigt. Der1
Sekundärluftverbrauch für 1 kg Oel beträgt etwa 14 cbm|
Luft; hiervon sind ungefähr 10°/0 als Preßluft erforderlich,'
also 1,4 cbm. = 209 kg Oel werden in einer Stunde ver? I
braucht. Mithin sind 209 X 1,4 = 300 cbm Luft pro Stande von
dem Kompressor zu leisten.
Die Luftpressung muß 2— =3 Atm. betragen. Dieser Luftbe- I
darf hängt natürlich auch von der Wahl der Zerstäuber ab. i
Auch ist für genügende Betriebsreserve zu sorgen. Dieses ge- 1
i schieht am vorteilhaftesten so, daß ein größerer Dampfkessel
aufgestellt wird, welcher nicht nur den Heizdampf zu liefern
vermag, sondern außerdem genügend Dampf für die Zerstäuber I
liefert. Der Kessel wird durch die Abgase des Schmelzofens i
geheizt und mit einer Zusatzölfeuerung versehen. Auf diese
a) Estrich, Oelfeuerungatechnik, Seite 35, Abb. 42—44.
•') Sprechaaal 1921, Nr. 42.
1922, (55 yÄgara&S
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 1
Weise knn tn vi in. kürzester ZiH die D lan^utwicklnag so
steigern, daß sämtliche Brenne auf D^afzvstäabaäg umge-
schaltet werden köaaea. Di« D impfaerstiahaag arbeitet eben-
so gut wie die Laftaarstäabang. voransgeSeUt, da8 H^ißdampf
mg Anwemlang kommt. Der Druck m iö 5-7 Atm. betragen.
Es wäre nun noch za prüfen, welches dir beiden Ver-
fahren ob Dampf- oder Laftzerstäubung. am wirtschaftlichsten
febeitet: Hier kann gesagt werden, daß D impfzerstäubung
IL pt Schlich bei dickm Oelen in Betracht Kommt. Bs ist
aber ferner za berücksichtigen, daß bei der Verwendung von
Di npf, ein M shrauf wand an Oel erforderlich ist, welchem ja
allerdings die hohen Betriebskosten zur ESrzeagnng der Preß-
luft entgegenstehen. Steht Heißdatopf also billig zur Verfugung,
so kann D impfzerstäubung verwendet werden ; im allgemeinen
sollte man aber die Laftzenstäabang vorziehen.
Berechnern^ n %c!i dem Ausland mit höch-
sten üitler Währung.
Voa geschätzter Seite wird uns geschrieben :
Auch der hartnäckigste Verfechter der Markberechnung
nach dam Au-ltad mit hochstehender Währung wird wohl
durch die Brfahrangm kiriert sein, die bei der letztea Mark-
entwertun£>Mw4!e gemacht worden sind.
Bs sollte bei der Beurteilung der Frage folgendes unter-
schieden werden : „
1. Beschaffung voi Dsvisen für unsere die Reparations-
zahlungen leisteade R gierang und
2. die Berechnung von aagemessenen Preisen für das Aus-
land, wobei es also an sich durchaus noch nicht genügt, daß
in Auslandswährung berechnet oder gezahlt wird, es muß auch
ein angemessener Betrag in Auslandswährung dabei heraus-
kommen. , , ,. ... ,
Die letztere Frage ist die bei weitem wichtigere, wahrend
es weniger von Bedeutung ist, ob einmal für eine Auslands -
lieferuDg anstatt in ausländischer Währung in Mark gezahlt
wird. Worauf es ankommt ist. daß ein den Marktverhältnissen
des Absatzlandes angepaßter Betrag in Auslaadswährung er-
zielt wird.
Will man die Nachfrage nach ausländischen Zahlungs-
mitteln in Deutschland vermeiden, so könnte bei Lieferungen
an deutsche Exporteure unbedenklich Mw*zahlang zugelassen
werden, wenn die Berechnung in ausländischer Wahrung er-
folgt und dem deutschen Exporteur überlassen wird, in Mark
zu zahlen unter Zugrundelegung des Umrechnungskurses am
Sage der Lieferung. Bs könnte vielleicht näher liegen, den
Umrechnungskurs am Tage der Zahlung zugrunde zu legen,
doch kann dann der Exporteur leicht, zu Spekulationen ver-
leitet werden, indem er den Zahlungstag auf einen ihm mög-
lichst günstig erscheinenden Zeitpunkt zu verlegen sucht, was
leicht zu Zahluugsverzögerungen Anlaß geben kann.
Ausschlaggebend ist, daß zunächst in Auslandswährung
berechnet wird und in Fällen, in denen MUrkiahlung nicht zu
umgehen ist, dann erst eine Umrechnung in. Mark erfolgt. Eine
Außenhandelsstelle hatte in unglaublicher Verkennung der
Folgen gutgeheißen, daß von Mirkbereclnun? bei Auslands-
iieferuo«en ausgegangen wurde (unter Zagrtfnde egnng eines
ganz ungenügenden Aasfuhraufschlage*) die Zahlung aber m
ausländischer Währung zu erfolgen hatte, ijad zyr zum Kur 8
am Vortage des Angebotes ! Das hatte mv kolg?, daß dem
Ausländer der ganze gnoSe Kursgewinn bei eintütender ■Ent-
wertung der Marie- zufiel. Es ergab sich auf Grund dieser
Berechnung z, 8 , . daß der betr. Ausländer bei der starken
Markentwsrtuag, die- vor kurzem, eingesetzt haüe, eine Ware
zu Frs. 9— «UbasCto, deren Vorkriegspreis war'
In dem betr. Land betrug die Teuerungszahi etwa ISO. d, h. sie
war nicht ganz das Doppelte der Vorkriegszeit. Der auslän-
dische Käufer hätte also etwa Fr«. 32 50. au zahlen gehabt,
während ihm lera^eutsche Tieferer die Ware nru l?rs 9.—
abließ, und das W einer Zeit, wo unser .Wirtschafte, und
Finanzwesen so davniederliegt wie jetzt, wo wir wahrlich kernen
Anlaß habej. Milliooenwerte nach dem Ausland zu verschenken.
Bs war in diesen Tagen za lesen, daß das betr. Au-dandsgebiet
gewisse deutsche Waren wegen Preisschleuderei überhaupt zu
sperren im Begriff stehe, während die Einfuhr über andere
Länder, z.B. Frankreich frei blieb. Das Beispiel lehrt, daß es
mit der Zahlung in Aaslandswahrung allein keineswegs getan
ist; der Schwerpunkt Hegt in der Erzielang abgemessener
Preise in Auslandswährung.
In einer neulich bekannt gewordenen Verorientlichung ist
auch der schon vielfach ins Treffen geführte Satz enthalten, daß
es immer noch viel besser sei, ein Exportgeschäft m deutscher
Mark abzuschließen als auf ein Geschäft ganz zu verzichten.
Das ist nur richtig, wenn die vorgemerkten' Ausiahrungen
Geltung behalten. Wenn aber der Satz so aufzufassen s wäre,
daß es besser sei, ein Geschäft za Preisen zu maeheü, rüe swh
für das Ausland als Schleuderpreise erweisen, dann ist cue
Schlußfolgerung verfehlt. Sollten solche Ausnahmen ab-
lassen werden, so werden sie bald die Regel mlaea,.. denn die
ausländischen Käufer würden ja sehr bald .erfahren, M
nahmen möglich sind, sie wären Toren und Stümper, weun ade
es dann nicht durchdrückten, d iß auch bei Ihnen die Äajnaame
angewendet wird. Das würde dann nichts auderes heidaa als
daß deutsche Waren nach wieder allgemein nach dem^va.-Uud
\ Regieron ?;«n
verschleudert werden Das müßte aber über ian2
zur Folge haben, daß die betr
iffen lea au Harn
die BiufühV von deutschen Waren zu Schleuderpreisen über-
haupt sperren o ler sie durch hohe SchatzzoUwätie (AiV.-D.im-
ping) so gut wie ganz ausschließen. Es ist außerdem ganz aus-
sichtslos em-nd derartig he-abgewirts jhJtete Prenmaoi.e in
absehbarer Zeit »wieder iu die Höbe zu bringen.
In der Üeb»rgang*zseit muß man es .darauf ankommen lassen,
daß auch einmal einige Auslandsaufträge verloren gehen.
Sehen die Ausland skäufer, daß es der deatschen, Iadastnö
Brast damit ist, die Auslanisprcsschleaderei e nui«t mea dann
wird auch bald wieder Vertrauen zu unserer Preispolitik ein-
treten, und es werden uns die Preise bewilligt werden die als
Grundlage für ehien geordneten iaternätio aalen Ü wohaUsvai-
kehr unerläßlich sind.
irisch a f 1 1 i'o h - g e w e r b Ii eher
Korrespondenzen.
Personalien. Dr. Otto Schott w.nle anläßlich seines 70. Gebarts-
tages von der j aistischen Fakultät der Universität Jjna zum Doktor e. h.
pi\nnviert\
Jubllädin. Am 1. 1. 22 feierte Herr Direktor Max Walther
die 25j.Vüfige Wiederkehr sein-s Eintritts in die Firma Ar^ast Walther &
Söhne, A-G., Moritzdorf. AU langjähriger Leiter d;r Abteilung Glas
hat tr denk seiner außerordentlichen Fäaigkdten das Unternehmen zu
seiner heutigen Bedeutung effiporgtfübrt.
To1 er schau. Die Firma Joseph Kober, Breslau Rerl in, beklagt den
um 31.10 21 erfolgten Heimgang ihres Mitiahabars, Herrn Aron Kober.
Die Firma wird in unveränderter Weise fortgeführt".
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Stautsfachscfcule für Keramik nnd verwandte Kunstgewerbe in
Teylitz Schönau. Lekrkar» für Hiatechusk und praktischen Ofen-
bau für Ilafut-r- und Ofeu8e1zerg<:hiltVn. Dir Kursus hau den Zweck,
den Befeuern im W^e einer p!»numtSii>eu Ausbildung j -ue Kenntnisse in
der Heiztechnik .uud im praktischen Ofensau zu vermjt&elq, welche zur
erfolgreichen Ausübung ihre* Berufes eriorderiieh hiud. D e Dauer des
Lehrganges betrag, H Wichen, nam'ich vjm 16 ). bis 26. 2. 22. Der
Unterricht wiid täglich von 8 bis 12 Uir vorm. uui von^ 1 bis 5 Uhr
nachm. erleid Aufgenommen wrrd^» nur Hafner- und Or'ensetzergahil-
fen; Lelirzeugnis ist vorzulegen. Die A.'fnuuine von Ausländern unter-
liegt der GeoeLmignne d s M uüteriuins ltir Schulwesen nnd Volkskultur.
An Schulgebühreii nini Kc 10 zn t-.rlegeu. Der Kursus wird nur abge-
halten, we&n Bit Ii mindestem ]0 Teilnehmer melden. Die Einschrei-
bungen fiuden Vüm 1. bii 16 1.22 statt. Nähere Auskünfte erteilt die
Fachschuldirekliüü. • .
.Gesetzgebung, Stenern.
Lohnabzug und Ekkommensteuer-Novelli. Durch du im
17 12 21 vom fidchatag angenommene Abäadsrangsgesetz rau.
kommensteuerg^^t, Ut die Einko^nmansgreaze, bis zu ^ el"r ^;l
von 10o/0 als endgültige Tilgung der Steuerschuld ohne Va^gaag
lediglich d.reb Abzug v,m Arb.eit8-o'an erhooeu vmd, von 24000 auf
j? 50000 erhöbis Gleichzeitig habe, die Ahzüge rar a,u * ^iliea-
rtand nnd die W^tfuagskoaten eine w seuilicbe H.raafsetzuag e ra h e".
Der StenwbKr.g Jon 10"-0 des Arbeit^ü-t^-. <lnr aaen *•* »m 1. U.W-
KS^» Vomh^iften des G.;,etzes über die Einkotamanst^r
vomArbeltelohu vom 11.7. 21 nunmehr vom Brn.toverdi.nst tp .oyu
Vorheriges" Absetzen gewisser IM *x ) « erahnen u', ermaö.gt sieb
S dS neuen Bastimmaugen fdr deu Steuerpäichtigen uaa .eiae Frau
m je Jt 20 bei mon»t:i,her, um y. M 4 80 bei ^^^jjr^
ie i 0 80 bei tä«Hcbfr Ziblung d^ A".eitslome3. Für die miaderjaa-
%t Kinder i »d J i M. 30. bezw. M 7,20, M 1,20 in Abzug z, brmgön.
zTAbgeltunz der nach § .3 Aha IN". 1 >is 7 zuasgur Abzüge
(WerbuSgskosteo) sind A 45 monatlhh, M 10,8) woebeatheh uil JL i.80
täglich anzusetzpti.
Beispiel: Verheirateter Ar^eitw mit 2 Kindern :
Gesamtverdieu-t iu der Woche vom 2—7 i, 1W2
M 445,30, ddvou 10» 0 ..••••= M 4*'öä
Ermäliijiiuuireu
für ihn und Ehefrau 2X4,80 = Ji 9,60
für die btilen Kind« 2X7,20 = „ 14,40
für Weibungskosten . . . = „ 10 80 rf*»»
K^st Jt 9,73
Endgültig einzubehaltender Steuerbetrag Ji 9,70.
Mit dieser Neuregelung werden die iu den jetzt zur Ausgabe ge-
langenden Steuerbüchern enthaltenen Angaben überholt, Wie von zu-
>;;iri
6 — Nr. 1
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
ständiger Seite mitgeteilt wird, sind die Arbeitgeber Tom 1. 1. 22 ab ohne
weiteres berechtigt, die neuen vom Reichstag beschlossenen Abzüge in
Anrechnang zn bringen. Eine eigenmächtige Abänderung in den Steuer-
büchern ist nicht zulässig.
Für die über Jt 50000 liegenden Einkommen (bei denen ein Abzug
für den Steuerpflichtigen und seine Freu nicht mehr und .bei denen der
Abzug für die Kinder nur bis zur Grenze von Jt 200 000 gewährt wird)
ist mit Rücksicht auf die Geldentwertung eine Steuererleichterung durch
eine weitreichende Verschiebung der Steuerstaffel getroffen worden. Das
Steuerjahr 1921 wird nach den bisherigen Sätzen veranlagt, jedoch nur
bis zum 31. 12. 21 (8/± Jahre) erhoben. Der neue ermäßigte Steuertarif
wird bedauerlicherweise nicht mit rückwirkender Kraft ausgestattet, son-
dern erst vom 1. 1. 22 an (unter gleichzeitiger Vereinigung des Steuer-
jahreB mit dem Kalenderjahr) zur Anwendung gebracht. Der besonders
im letzten Vierteljahr 1921 eingetretenen starken Geldentwertung wird
also leider gar nicht Rechnung getragen.
Die Neugestaltung der Umsatzsteuer. Dem Reichstag liegt be-
kanntlich die Novelle zum Umsatzsteuergesetz vor. Die Verhandlungen
können voraussichtlich erst im Laufe des Januar zum* Abschluß gebracht
werden. Der 11. Ausschuß des Reichstags hat in der ersten Lesung dem
Vorschlage der Regierung, die erhöhte Umsatzsteuer mit Wirkung vom
1. 1. 22 in Kraft treten zu lassen, zugestimmt. Hinsichtlich des Steuer-
satzes steht noch nicht fest, ob der Satz auf 2 %, wie der Ausschnß des
Reichstages in erster Lesung beschlossen hat, oder 2,5 BJ0, wie die Reichs-
regierung vorgeschlagen hat, erhöht wird. Sollte das Gesetz vom 1.1, 22
in Kraft treten, so wird von diesem Zeitpunkt ab auch die Ausfahr der
Umsatzsteuer unterworfen sein, gleichgültig, ob die Gegenstände unmittelbar
in das Ausland oder an einen Ausfuhrhändler geliefert werden. Nur die-
jenigen Lieferungen, die der Ausfuhrhändler seinerseits ohne vorherige
ße- und Verarbeitung ins Ausland vornimmt, sind unter bestimmten Form-
vorschriften von der Umsatzsteuer befreit. Eine Befreiung von der Umsatz-
steuerpflicht der Ausfuhr wird bis zu einem noch zu bestimmenden Termin
nur gewährt, wenn der Lieferer nachweist, daß der Vertrag über die
Lieferung ins Ausland vor dem 1. 1. 22 mit fester Preisvereinbarung ab-
geschlossen ist. Weiterhin werden dann vom 1. 1. 22 ab die ersten UmMtze
nach der Einfuhr grundsätzlich steuerpflichtig.
Handel und ¥erkehr.
Die Errichtung lettischer Konsulate und Vizekonsulate ist für
die nächste Zeit in folgenden deutschen Städten vorgesehen : Königsberg,
Stettin, Breslau, Hamburg, Duisburg, Düsseldorf, Leipzig, Augsburg und
Frankfurt a. M.
Im Pahetverfcebr mit Dänemark empfiehlt es sich nach Einführnng
eines Wertzolles den Begleitpapieren ein Doppel der Rechnung beizufügen,
das folgende Angaben enthalten muß: 1. Genaue Einzelaufführung der
Waren; 2. Angabe des Zeitpunktes des Ankaufes der Waren; 3. Unter-
schrift des Verkäufers mit Orts- und Tagesangabe ; 4. Zahlungs- und Ver-
kaufsbedingungen. Pakete, die Lnxusgegen stände, wie z. B. geschliffene
Glaswaren (aufgenommen Laboratoriumsartikel, Glühlampen und optische
Gläser) enthalten, sowie alle Pakete mit Zoll- Gebtihrenzetteln müssen von
einem solchen Doppel der Rechnung begleitet sein.
Engere Handelsbeziehungen zwischen Nordamerika und Deutsch-
land will ein in New Yurk gegründeter Konzern, die Interocean Holding
Co., herbeiführen. In Berlin ist zu diesem Zweck e'ine Tochtergesellschaft
mit M 1 Mill. Kapital errichtet worden, die Interocean Taube & Co.,
G. m. b. H., welche als Bindeglied sowohl zwischen der in New- York ge-
gründeten Gesellschaft als auch der in Stockholm gegründeten Taube & Co.,
A.-G., dienen soll.
Ein Wirtschaftsinsütut für Bußland und die Bandstaaten in
Königsberg wird vom dortigen Meßumt im Einvernehmen mit amtlichen
Stellen gegründet werden. In erjger Arbeitsgemeinschaft mit den an der
Universität Königsberg bereit! bestehenden Instituten, dem „Institut für
ostdeutsche Wirtschaft" und dem „Institut für Rußlandkunde", soll die
Stadt der deutschen Ostmesse eine Zentralstelle für die kaufmännische
Beratung und die wissenschaftliche Forschung für Rußland, Finnland,
Estland, Lettland, Litauen und Polen werden, ähnlich wie ein derartiger
Miuelpuikt Vir die Kai de Südeuropas bereits im „Osteuropa-Institut" in
Breslau besteht. Die vorläufige Finanzierung des „Wirtschaftsinstituts",
das seinen Sitz im Hause aer Ostmesse haben wird, erfolgt bis zum
1. 4. 22 durch das Meßamt, in der Folgezeit durch einen gemeinnützigen
Verein, der bis dahin iüs Leben gerufen wird und dem Kaufleute,
Industrielle, Industrie- und Handelsvereine und Verbände als Mitglieder
angehören werden.
Serbien. Anmeldungen deutscher fteldforderungen. Im „Reichs-
anzeiger" ist eine Bekanntmach™ g veröffentlicht worden, wonach deutsche
Reichsangehörige aus Anlall der Durchführung des § 10 Al s. 2 und des
§ 14 der Anlage zu Art. £98 des Friedensvertregs Geldforderungen gegen
im Gebiet des ehemaligen Königreichs Serbien in den Grenzen vom 1. 8 14
ansässigen Personen abzumelden haben Die Anmeldung hat beim Rtsichs-
kommibsar für Auslandsscbäden, B rün Zehlendorf (Wannseebahn), Am
Urban, zu erfolgen, und zwar auf emtm besonderen, in drei Exemplaren
aoszufttiJ .iden weißen Vordruck, welcher bei den Handelskammern er-
hältlich idt.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H, N. Grcbkeramik. Die Mindestpreise für die Ausfnhr von
Ton nach Krankreich, Belgien, Luxemburg und Holland haben am 10. 12. 21
eine Aenderung erfahren.
Die Autfnbrmindeatpreise für feuerfeste Erzeugnisse nach Oesterreich
sind einer Aenderung unterzogen worden.
Die Mindestpreise für die Ausfuhr von Robkaolin nach Finnland
und TschechoHlowabien sind vom 16. 12 21 geändert worden.
Die Ausfuhrmindestpreise von Formsand haben gleichfalls eine
Aenderung erfahren.
A. H. N. Glas. Der Unterausschuß für Medizinglas, chemisch-
pharmazeutische Gläser, Fl'akons und Kleinglas hat in seiner letzten
Sitzung Berechnung in Auslandswährung beschlossen, nachdem die „Afex"
für die Erzeugnisse der Glasindustrie den gleichen Beschluß gefaßt hat.
Der Unterausschuß für Tafelglas hat beschlossen: „Es ist sämtlichen
Hütten und Exporteuren mitzuteilen, daß vom Zeitpunkt des Eingangs
dieser Mitteilung an Exportgeschäfte nach hochvalatarischen Ländern
künftig nur in Auslandswährung befürwortet werden dürfen, und zwar
entweder in der Währung des betreffenden Landes oder in einer anderen
ausländischen Währung, sofern diese in dem betreffenden Lande für Export-
geschäfte üblich ist. Fakturierung in Markwährung ist künftig nur aus-
nahmsweise in ganz besonders gearteten Fällen zulässig. Die im gegen-
wärtigen Zeitpunkt bereits fest abgeschlossenen Ausfuhrgeschäfte in
Markwähruug können noch befürwortet werden, soforn sie dem Preis-
prüfer sofort gemeldet werden und für die Fakturierung in Mark Währung
genügende Begründung vorliegt. Alle Exporteure und Hütten Bollen auf-
gefordert werden, dem Preisprüfer sofort eine genaue Aufstellung ihrer
im gegenwärtigen Zeitpunkt noch bestehenden Exportverpflichtungen in
Markwährung zu geben, soweit bierfür die Ausfuhrbewilligung beantragt
werden soll. In Zukunft sind Exportaufträge binnen acht Tagen nach
erfolgtem Abschluß den Preisprttfern zu melden."
Der Mindestgebühren-Satz für jeden Antrag ist mit Wirkung vom
1. 1. 22 von Jt 4 auf Jt 10 erhöht worden.
Neue Ausfuhrbestimmungen sehen zwei dem Reichsrat zugegang-
ene Gesetzentwürfe vor. Der erste macht die Bewilligung zur Ausfahr
von Waren von der Bedingung abhängig, daß der Ausfuhrwert in Aus-
landswährung dem Reich zur Verfügung gestellt wird. Der Rnchskom-
missar für Aus- und Einfuhrbewilligung wird durch das Gesetz ermächtigt,
Ausnahmen von der angeführten Bedingung zuzulassen nnd die notwen-
digen Ausfübrungsbestimmungen zu erlassen. Der zweite Gesetzentwurf
enthält die Ermächtigung, für die Reichsregierung anzuordnen, daß zur
Erfüllung der Deutschland im Zahlungsplan auferlegten Zahlungspflieht
bei der Ausfuhr von Waren nach hochvalutarischen Ländern 25% des
Werts der Ausfahr als Abgabe gegen Erstattung des Gegenwerts unmit-
telbar erhoben werden. Beide Gesetze haben hiernach im wesentlichen
formale Bedeutung. Das erste Gesetz soll an dem tatsächlichen Hergang
der DeviBenerfassung, wie er zurzeit geregelt ist, nichts ändern, das
zweite Gesetz lediglich der Reichsregierung die Möglichkeit geben, die
im Londoner Ultimatum vorgesehene 25%ige Abgabe im Verordnunga-
wege durchzuführen, falls sich die Notwendigkeit dazu ergeben sollte.
Nicht zu verwechseln mit diesen beiden Gesetzentwürfen ist ein
dritter, der gleichfalls dem Reichsrat zugegangen ist nnd .die Erhebung
der sogenannten sozialen Ausfuhrabgabe betrifft. Dieser Gesetzentwurf
bezweckt die grundsätzliche Regelung dieser Abgabe, die bis zu 10 %
beträgt, und soll die Möglichkeil schaffen, auch bei nicht unter Ausfuhr-
kontrolle stehenden Waren eine Ausfahrabgabe zu erheben.
Die Zollfreiheit für Waren aus dem Memelgebiet wird mit
Wirkung vom 1. 1. 22 ab aufgehoben.
Australien. Das Antidumpinggesetz ist von beiden Parlaments-
häusern angenommen worden, womit das Einfuhrverbot für deutsche Waren
fallen dürfte.
Danzig. Noch keine Aufhebung der Zollvergünstigungen. Nach
Mitteilung der Danziger Handelskammer ist es zurzeit noch zweifelhaft,
ob die vorgesehene danzig-polnische Zollunion bereits am 1. 1. 22 in Kraft
tritt (vergl. Nr. 49, S. 592). Im Zusammenhang damit sei darauf hinge-
wiesen, daß der Fortbestand des deutsch- danziger Wirtschaftsabkommens
an sich durch das Inkrafttreten der Zollunion mit Polen noch nicht be-
rührt wird. Nach dem Inkrafttreten der Zollunion wird lediglich auch
für die Waren, die aus dem deutschen Reiche kommen, Zoll erhoben, die
bisher zollfrei eingingen. Erst wenn die zwischen Danzig und der Re-
publik Polen bestehende Ein- und Ausfuhrgrenze fällt und somit das
Danziger Ein- und Ausfnhrsystem nicht mehr den reichsdeutschen Be-
stimmungen entsprechend gehandhabt werden kann, werden hinsichtlich
der Lieferungen aus dem Deutschen Reiche anders geartete Regelungen
eintreten.
England. Die Zollfreiheit tschechoslowakischer Glaswaren
a 11 ein von den Importeuren auszuarbeitendes Memorandum verlangen.
Betriffen sind drei Gattungen, und zwar gläserne Bestandteile, Birming-
hamer Waren, Haushaltungs- und Lampenglaa.
Jugoslawien. Das Zollaufgeld ist mit Wirkung vom 10. 12. 21
von 400 auf 500 % erhöht worden (vergl. Nr. 49, S. 592).
Polen. Der Zollzuschlag ist von 39 900 auf 49 900 % erhöht
worden. Der Multiplikator, der bisher 400 betragen hat, ist somit auf 500
festgesetzt worden.
Frankreich. Zollbestimmungen. Von unterrichteter Seite wird
mitgeteilt, daß die französische Zollbehörde erfahrungsgemäß alle nicht mit
dem vorgeschriebenen grüuen Zettel versehenen zollpflichtigen Sendungen
beschlagnahmt und erst nach Zahlung einer empfindlichen Geldstrafe frei-
gibt Uukenutnis der Vorschrift gilt nicht als Entschuldigung. Die grünen
Zettel tragen die Aufschrift „soumettre ä la douane". Auf ihnen muß
Art und Nettogewicht der Waren und Gesamtwert der Sendung angegeben
werden.
Tschechoslowakien. Die Einfuhrfrellisto ist mit Wirkung vom
16. 11. 21 um eine Reihe von Waren ergänzt worden. Darunter befinden
Bich u. a : Zolltarif Klasse XVII. au« Pos. ISO: Graphit, Sintermagneaia
und kaustisch gebrannter Magnesit; Klasse XXXVI. aus Pos. 399: Schamotte-
mehl, Schamotte- und Dinasmörtel.
Die Lage in Industrie und Handel.
England. Lohnherabsetzungen um 20 % sind in der Feinton-
industrie zwischen Arbeitgeber- und- Arbeitnehmerverbänden vereinbart
worden.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG,
Nr. 1
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellanfabrik Meschendorf, A.G., Meschendorf. Auszuar ans
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12 20: Reingewinn M 146 <*4ö ;
Verwendung nicht veröffentlicht; Abschreibungen M 15 600; Zuweisung
für technische Verbesserungen M 270 000.
Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther, A.-G., Selb, iuin«
au dem genehmigten Abschluß vom 30. 6. 21 : Reingewinn M S«»^
fl 865 673) ; Dividende 25»/» (25), Sondervergütung M 150 (0); Abscnrei-
bangen Ji 1 955458 (519 988); neu errichtete! Werkerhaltungskonto
M 8 WU ; Zuweisungen für Pensiens-, Wohlfahrti- und Siedelungszwecke
M 2,8 MM.; an Sonderreserve Ji 300000 (100000); Ruckstellung
für feuertechnisebe Versuche M 300000 (200000). — Dem Vorstands-
biriekt zufolg« trugen zu d«m befriedigenden Abschla« vornehmlich das
flotte Auslandsgeschäft und die Fakturierung in Auslandswährung bev
Der hieraus erzielte Erlös gestattete das Niedrighalten der Preise auf
dtm Inlandsmarkt, dessen starker Bedarf gleichfalls eine wesentliche
Steigerung der UmRätze herbeiführte. Fttr die nächste Zeit ist die Ue-
sellschaft mit Aufträgen reichlich versehen. — Die o. G.-V. stimmte der
Kapitalserhöhung um M 1 Mill. Stamm- und M 2 Mill. 6«/., Wt doppeltem
Stimmrecht ausgestatteten Vorzugsaktien auf M 8 Mill. zu. T)es weiteren
wurde die Umwandlung der bestehenden Vorzugsaktien in Stammaktien
genehmigt. Diese und die neuen Stammaktien erhalten Dividenden-
berechtigung ab 1.7. 21 und werden den alten Aktionären im Verhältnis
1 : 1 zu 200 % aum Bezug angeboten.
Schamotte- und Silikawerke, A.-G., Hönningen a. Rh. Li der
a. o. G.-V. wurde die Kapitalserhööung um M 2 5|Mill. auf M 6,5 Mill.
genehmigt. Die neuen Aktren wurden zum Kurse von 175% von ^der
Ftrma M. Lissauer & Cie., Cöln, übernommen und sind vom 1. 1. 22 ab
dividendenberechtigt. Das Bezugsrecht der Aktionäre wird ausgeschlossen.
Bankier Lissauer und Justizrat A. Cahen II wurden neu in den Auf-
sichtsrat gewählt.
Siegersdorf er Werke, vorm. Priedr. Hoffmann, A.*G., Siegers-
dorf. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 10. 21 : Rein-
gewinn JI 1487 379 (869 S08); Dividende 25°/n (10°/» und Gratisaktien
im Verhältnis 10:1); Abschreibungen M 166 920 (131880); Zuweisung
an Erneuerungsfonds JH, 100 000 (0). — Der Absatz hob sich im abge-
laufenen Geschäftsjahr auf allen Werken ganz erheblich. Die Kohlen-
belieferung gestaltete sich dem Vorjahr gegenüber etwas besser. Die
wesentlich gestiegenen Fabrikationsansgaben konnten durch entsprechende
Preise für die Erzeugnisse ausgeglichen werden. Die Wagen gestellung
war zeitweise derart mangelhaft, daß die rechtzeitige Lieferung fertiger
Waren unmöglich gemacht wurde.
Altenbnrger Glashütte, A.-G., Altenbnrg. Die a. o. G.-V. be-
schloß die Kapitalserhöhung um Ji 1 Mill. auf M 2,5 Mill. Die neuen,
ab 1. 1. 21 dividendenberechtigten Aktien werden den Aktionären im Ver-
hältnis 2:1 zu einem noch festzusetzenden Kurs angeboten Da die Ver-
handlungen mit der Uebernahmestelle noch nicht endgültig abgeschlossen
sind, bleibt die Festsetzung des AusgabekurBes dem Aufsichtsrat vorbe-
halten, wobei ein Mindestkurs von 110 °/0 als Grundlage gilt.
Vereinigte Zwieseler and Pirnaer Farbenglaswerke, A.-G,,
München. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 30 9. 21 :
Reingewinn M 2 011 958 (1205 665); Dividende 24% (12% und 10%
Bonus); Abschreibungen M 181 179 (661582). — Die Fabrikation gestaltete
sich befriedigend, wenngleich Rohmaterial und Kohlen in genügenden Mengen
auch im abgelaufenen Geschäftsjahr nur mit Schwierigkeiten heran-
zubekommen waren. Der Absatz kam zunächst in den Winter- und
Frübjahrsmonaten in Stockung, verursacht durch die allgemeine Wirtschafts-
depression und durch die bekannten Sanktionen, wodurch die Ausfuhr
ebenfalls beeinträchtigt wurde. Später gestaltete sich aber der Geschäfts-
gang wieder günstiger, insbesondere durch die Aufhebung der erwähnten
Sanktionen. Die Fabrik Zwiesel mußte jedoch aus obigen Gründen einige
Monate stilliegen, ist seit Oktober aber wieder in Betrieb; von der Fenster-
glasfabrikation in Zwiesel mußte bisher immer noch Abstand genommen
werden. Die Fabrik Pirna blieb während des ganzen Jahres in Betrieb.
Zur Verstärkung der Betriebsmittel der Tochtergesellschaft in Zuckmantel
wurde die Beteiligung erhöht. Die Gesellschaft ist in das neue Geschäfts-
jahr mit einem guten Bestand an Aufträgen eingetreten. Die Verwaltung
legt Wert darauf, festzustellen, daß sie von dem Zusammenbruch der
Pfälzischen Bank in keiner Weise berührt wird. — Das ausscheidende
Aufsichteratsmitglied Komm.-Rat J. Scheyer wurde wiedergewählt.
Junker & Ruh- Werke, A.-G., Karlsruhe i. B. Das Anfang 1921
in eine A.-G. umgewandelte Unternehmen weist in dem Geschäftsabschluß
für die Zeit vom 1. 2 —30. 6. 21 einen Reingewinn von Ji 717 161 aus.
Ueber die Verwendung wird nichts veröffentlicht. Die Abschreibungen
betragen X 104536.
A.-G. Lauchhammer, Riesa. Auszug aus dem genehmigten Ab-
schluß vom 30.6.21: Reingewinn M 8 201 475 <5 197 072); Dividende
20% (20); Abschreibungen M 39 575 862 (12 647 459).
Eisenhüttenwerk Keula bei Muskau, A.-G., Keula. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 30.6.21: Reingewinn Ji 655 738;
Dividende 10e/0; Abschreibungen M 356 006. — Dr. G. Hatzig ist aus
dem Auf sichtsrat. ausgeschieden.
Neue Aktiengesellschaften. Die Firmen Norddeutsche Handels-
gesellschaft, Allgemeine Elektrizitäts-Baugesellschaft m. b. H., Porzellan-
fabrik Niedersachsen, G. m. b. H., sämtlich in Lamspringe, Bind in eine
Aktiengesellschaft unter der Firma „Niedersachsenwerke, A.-G., Lamspringe"
zusammengeschlossen worden. Die Oberleitung liegt nach wie vor in den
Händen des Generaldirektors Senator Mackenthun. Die Betriebe sollen
durch Neuaufnahme weiterer Artikel sowohl in der elektrotechnischen
Branche als auch in der Perzella»fabrikation noch bedeutend erweitert
werden. — Die Schamottefabrik und Dampfziegelei Freymuth & Co.,
Könnern bei Halle, ist mit M 1 Mill. Grundkapital in eine Aktiengesell-
schaft umgewandelt worden.
Osram - Glühlampenfabrik* Amsterdam. Diese neu errichtete
holländische Aktiengesellschaft wird die holländischen Interessen des
deutschen Gltthlampenkonzerns, der sich aus der A E. G., der Siemens
& Halske, A. G., und der Osramwerke G. m. b. H. zusammensetzt, wahr-
nehmen.
Das Konkursverfahren ist über das Vermögen der „Essener
Emaillierwerkstätten, G. m. b. H., Essen", eröffnet worden. Konkurs-
verwalter- Kaufmann Fritz Garbe. Anmeldefrist: 26. 1. 22. I. Gläubiger-
versammlung: 13.1.22, 11 Uhr v. Prüfungstermin: 3.2.22, 11 Uhr v.,
Amtsgericht Essen. '
Gener al -Versammlungen.
Marienberger Mosaikplattenfabrik, A.-G., Marienberg: a. o. G.-V.
19 1. 22, 3 Uhr n., Hotel Deutsches Haus, Braunachweig. T.-O.: Kapitals-
eihöhung um M 1,8 Mill.
Glasindustrie, A.-G., Ludwigsburg: a. o. G.-V. 17. 1. 22, 10 Ubr v.,
Bankhaus G. H. Keller's Söhne, Stuttgart. T.-O : Kapitalserhöhung um
M 5 Mill. auf J6 10 Mill.
E. Wunderlich & Comp., A.-G., Altwasser: o. G.-V. 4. 2. 22, 12 Uhr m.,
Alleemeine Deutsche Credit-Anstalt, Dresden.
Deutsche Evaporator AG, Berlin: a. o. G-V 14.1.22, 12 Uhr m.,
Nationalbank für Deutschland, Berlin W. 8. T.-O. : Kapitalserhöhung um
Ji 15 Mill. .
Messen und Ausstellungen.
Gegen die Zersplitterung des Meßwesens. Im Anschluß an die
vom Vorstand des Ausstellungs- und Messeamts der deutschen Industrie
im Juni vorigen Jahres gefaßte Resolution, als allgemeine Messe die Leip-
ziger Masse zu fördern, da es im gesamten deutschen Interesse liege, daß
ihre Weltstellung durch neue Inlandsmessen nieht gefährdet werde, hat
nunmehr eine große Anzahl von Industrie- und Handelsverbänden sowie
von wirtschaftlichen Körperschaften, darunter S2 Handelskammern, eine
Eingabe an das Ausstellungs- und Messeamt unterzeichnet, mit der dieses
aufgefordert wird, seinem vorjährigen Beschluß Wirksamkeit zu verschaffen.
Das Wohl der deutschen Volkswirtschaft erfordere es, daß es in Deutsch-
land nur eine anerkannte internationale Messe gebe, nämlich die Leipziger
Messe. Mit den Messen in Frankfurt und Breslau solle vom Ausstellungs-
und Messeamt in der Weise Fühlung genommen werden, daß sie sich
regional oder fachlich oder in beiden Richtungen beschränken. Nur für
die Messe Königsberg, die durch den polnischen Korridor vom übrigen
Deutschland abgeschlossen ist, werde eine Ausnahme zugestanden. Fach-
messen einzelner Industriezweige sollen unbeanstandet bleiben, doch werde
eine Prüfung der Frage angeregt, ob derartige Veranstaltungen auch m
Zukunft die Bezeichnung „Messe" führen sollen.
Soziale Bewegung.
Muß bei Lösung des Arbeitsverhältnisses die Werkswohnung
geräumt werden? Nach der überwiegenden Zahl der ergangenen Eat-
scheidungen ergibt sich, daß in allen den Fällen, wo es sich um reine
Werkswohnungen handelt, bei Auflösung des Arbeitsvertrages gleichzeitig
die Werkewohnung geräumt werden muß, ohne daß es einer besonderen
Kündigung der Wohnung oder etwa der Zustimmung des Mieteinigungs-
amtes bedarf. Die ganze Frage ist in Nr. 42 der „Mitteilungen" des
Deutschen Iadustrieschutz Verbandes Dresden unter Heranziehung einer
großen Zahl ergangener Entscheidungen ausführlich behandelt.
Verbände.
Großeinkaufsverband „Nürnberger Bund«. Der bisherige Rj-
klameleiter und Verwalter des Musterlagers Herr Richard Beeri ist aus
den Diensten des Verbandes ausgeschieden und wird in Zukunft als Reise-
vertreter für die bekannten Junker- und Rah- Werke, A.-G , Karlsruhe,
tätig sein. Die Leitung des Reklamewesens und die Verwaltung des Aus-
stellungsgebäudes ist in die Hände des Herrn Borchert übergegangen.
Berufsgenossenschaften.
Glas-Berufsgenossenschaft. Zu den Unfall- Verhütungs-Vorschriften
ist ein erster Nachtrag erschienen, in dem die ab 1. 1. 22 gültigen Neu-
abfassungen einer Reihe von Paragraphen zusammengestellt worden sind.
Versicherungen.
Befreiung von der Angestelltenversicherung. Nach dem vom
Reichstag angenommenen und vom Reichsrat genehmigten Gesetzantrag
wird den durch die Ausdehnung der Angestellten Versicherung bis za
einem Jahresarbeitsverdienst von Ji 30000 der Versicherungspflicht Unter-
worfenen die Möglichkeit einer Befreiung von der eigenen Beitragsleistung
dann gewährt, wenn bis zum 10. 6. 21 eine Privatversicherung mit aus-
reichender Prämienköhe beantragt ist oder eine bis zum 10. 6. 21 bean-
tragte Privatversicherung durch einen bis zum 31. 12. 21 zu stellenden
Nachversicherungsantrag entsprechend ergänzt wird. Der Befreiungsan-
trag selbst ist bis zum 31. 1. 22 nur bei der Ausgabestelle der Ange-
stelltenversicherung zu stellen. Früher an die Reichsversicherungsanstalt
eingehende Anträge sind zu wiederholen.
Büohersohau.
F. H. Ehmeke, Wahrzeichen — Warenzeichen. Mit 867 Ab-
bildungen. Berlin und München 1221. Verlag Herrn»»» Rsekendorf.
Preis M 85.
8 — Nr. 1
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Erst in der neueren Zeit hat man dem Warenzeichen als Wahr-
zeichen mehr Aufmerksamkeit zugewandt nud die Bedeutung erkannt, die
ihm gleichsam als ürknnde Uber Herknnft, Qaalität usw. im -wohnt
Schon früher spielten gewisse Zeichen und Marken eine große Rille; zum
Teil hatten sie eine mystische oder religiöse Bedeutung, zum Teil sollten
sie nur den Besitzer kennzeichnen nnd später die Zugehörigkeit za einem
Stand, einem Gewerbe- oder einer Innung. Bs ist ginz erklärlich, daß
ans einem Gewerbe- oder Innuneszeichen durch Hinzufügen eines Namens
oder von Initialen schon ein Warenzeichen geschaffen war, das eine be-
stimmte Herknnft, einen bestimmten Erzenger i kennzeichnete, nnd der
Schritt zun eigentlichen Warenzeichen unserer Zeit war dann nicht groß
nnd ganz naheliegend
Einen schönen Ueberblick über die Entwicklung des Warenzeichens
in 'den letzten Jahrhunderten gibt der bekannte GrapMk >*■ in Wort und
Bild im vorliegenden Werk, und er zeigt, wie es znm Wahrzeichen ge-
worden ist, zum Mittel zur Festignng von Euf und Vertraaen. Den
neueren bekannten künstlerischen Zeichen ist ein breiter Raam gewidmet,
und es gewährt einen besonderen Beiz, die znm Teil täglich vor nnseren
Augen befindlichen charakteristischen Warenzeichen in dieser Zusammen-
stellung zn sehen. (Merkwürdigerweise fand keine der künstlerischen
Marken aus der Keram- nnd Glasindustrie Aufnahme ) Das Werk sei
Fabrikanten, Eaufleuten und Künstlern zur Anregung und B lshrung
bestens empfohlen.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik Bernhardshütte, G. m. b. H, Sonneberg. Der Sitz
der Gesellschaft ist nach Blechhammer, Gemeinde Hüttengrund, verlegt.
Gegenstand des Unternehmens iBt Fabrikation von Porzellan, insbesondere
von elektrotechnischen Artikeln, sowie Handel damit. Geschäftsführer ist
Kaufmann Richard Noack, sein Stellvertreter Kaufmann Fritz Eisenwiener.
Hessische Zahnfabrik, G. m b. H., Friedberg. An Stelle der aus-
geschiedenen 0 Ostermann und Ernst Rosenbaum wurden Alexander
Vigano, Fabrikant Christian Gröninger und Kaufmann Albert Klessen zu
Geschäftsführern bestellt. Die Prokura des Reinhold Hecker ist erloschen.
Rudolph Heinz & Co., Neuhaus. Die Firma ist erloschen.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, A.-G., Zweigniederlassung Neu-
haus a. Rwg., vorm. Rudolph Heinz & Co., Neuhaus. Unter vorstehender
Firma wnrde von der Aeltesten Volkstedter Perzellanfabrik, A.-G , Volk-
stedt, eine Zweigniederlassung in Neuhaus errichtet. Vorstand ist
Kommerzienrat Edmund Tröster. Kaufmann Philipp Heinz hat für die
Hauptniederlassung Gesamtprokura, für dia Zweigniederlassung Einzel-
prokura. Buchhalter Jakob Littermann, Kaufmann Rudolf Heinz und
Keramiker Robert Heinz haben für die Zweigniederlassung Neuhaus
Gesamtprokura,
Porzellanfabrik Lorenz Hutschenrenther, A.-G., Selb. Die Um-
wandlung der bestehenden M 2 Mill. Vorzugs- in Stammaktien und die
Kapitalserböhung um Ji 1 Mill. Stamm- und Ji 2 Mill. Vorzugsaktien
auf Ji 8 Mill. sind durchgeführt. Ausgabekurs 200 °/0 bezw. 105 «/0
Dampfziegelei mit Klinkerwerk Neuschoo, Peters & Co., Neuschoo.
Die Firma ist in „Dampf Ziegelei Neuschoo, Gebr. Schwarting, Borgstede"
geändert.
Ziegel- und Klinkerwerke Nordholz, G. m. b. H., Minden. Zum
weiteren Geschäftsführer wurde Kaufmann Hermann Wiehe bestellt.
Berliner Kunst Keramik, G. m. b. H., Berlin. Dipl.-Ingenieur Paul
Lewenz wurde zum weiteren Geschäftsführer bestellt. Die Prokura des
Friedrich Schnitze ist erloschen.
Bunzlaner Fenertonwerke, G m, b. H., Bunzlau. An Stelle des aus-
geschiedenen Leon NathanBon wurde Fabrikbesitzer Kurt Hoffmann zum
Geschäftsführer bestellt. Die Prokura des Karl Hindemit ist erloschen.
Tonwarenfabrik Germania, G. m. b. H, Lugknitz. Das Stamm-
kapital ist von Jt 35 000 auf Jt 40 000 erhöht worden.
Schramberger Majolikafabrik, G. m. b. H, Schramberg. Das Stamm-
ist um Jt 280 000 auf Jt. 300.000 erhöht worden.
Gesellschaft für Ofenfabrikation und Tonexport m. b. H., Fürsten-
walde. Die Vertretungsbefugnis des Liquidators Bernhard Noack ist be-
endet, die Firma erloschen.
Bonner Schamotte- und Tonwarenfabrik, A.-G , Hangelar. An Stelle
des ausgeschiedenen Josef Papencordt wurde Fabrikdirektor a. D. Norbert
Papencordt zum Vorstand bestellt.
Kaolin- nnd Tonwerke, A.-G., Korbitz bei Meißen. Der Sitz war
bisher in Leipzig.
Ton- und Schamottewerk fffetro, '.GuBtav Ruhland, Wetro. Die
Firma ist erloschen.
Mitteldeutsche Schmirgelwerke, A.-G., Butzbach. Herstellung von
Schleifscheiben nnd Schleifmaschinen jeglicher Art sowie von Schmirgel
und Korunden, ferner Vertrieb dieser Gegenstände und aller einschläg'iKeu
Rohmaterialien nnd Produkte nnd Betrieb aller verwandten Geschäfte
Grundkapital: Jt 1 Mill. Alleiniges Vorstandsmitglied ist Georg Krebs.
Gründer sind die Fabrikbesitzer Georg Krebs und Carl Krebs jr., General-
direktor W. Hof und die Direktoren Dr. H. Eisenach, C. F. Becker nnd
H. Werner. Sie haben Bämtliche Aktien übernommen. Der AuNiehWat
besteht aus Generaldirektor W. Hof, Dr. phil. H. Eisenacb, Direktor
C. F. Becker und Fabrikbesitzer C. Krebs jr.
Süddeutsche Schmirgelwerke, A.-G., Memmingen. Das Grundkapital
ist nm Jt 1,5 Mill. auf Jt 4 5 Mill. erhöht worden.
Westerwälder Schleifmittel- und Tonwerke, G. m. b. H., Ransbach.
Die Firma lautet jetzt: „Westowerke, G. m. b. H., Ransbach." Kaufmann
Otto Kuntermann ist zum weiteren selbständig vertretun^sBefugten
Geschäftsführer ernannt. Das Stammkapital ist auf M 300000 erhöht.
Glasfabrik Alexanderhtttte, vorm J. N. Heinz & Sehn, A.-G., Akxandsr-
btitte. Die KapifcvUeraölang um Ji 1,6 Mill. auf Ji 3,2 Uli. i.t erfolgt.
Aasgabekurs 1 15 %
Säf.hsische Glasfabrik, G. m. b. H, Dohma. Geschäftsführer Gjorg
Lippold ist ausgeschieden.
Lausitzer G'asbHr.t<inwarka Kleiner & Co., Dubrank». N. Ii. K'jmmia-
ditgesellschaft seit 1.7.21. V e- Kommanditisten pind vorbau ten.
Deutsche Gin- nnd Spiegelrnbrik-n, A.-G , Fürth. Dia K tpitals-
erhöhmg um M 2 2 Mill. auf M 6,6 Mill. ist durchgeführt. Auizahe-
kurs 300 %.
Bayerische GUsbütteu-A -G K >n»tei< M liehen (Prinz^egeuteastf.'lö l).
Grundkapital: Ji 2 Mill. Vorstaad "ist Dipl. I,ig. Paul Ernst Radolf. D'e
Gründer, welche sämtliche Aktien ubiraotntneu hibea, sind die Kaafleate
Otto und Heinz Scnarff Rechtsanwalt A. Mihla, Dr. j ir. M Rid>lf und.
Dr. jar. A. C. Chiodera. M turlieder des ersten Aifsichtsrats sind
Dr. S. Steinharter, Direktor F. Kreß und Rechtsanwalt G. Kreß.
T »fei fl-'asb «Uen werk Sehmölln (A Bautzen) Robert Schicketanz,
Schmölln. D e Firma ist erloschen.
A-G. für I<oüergefäSe, ß;rliu (Koloniestraße 5). Herstellung und
Vertrieb von Isoliergefäßen aller Art, insbesondere aus Gin and B.ech,
sowii Herstellung und Vertrieb aoderer Gegenstände aus GUs uul Blech.
Grundkapital: M 1,6 Mill. Vorstand ist Direktor Franz Palme. Die
Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind Dr. jur. E. Johnke,
die Kanfleute F. Hammer, 0. Giese, W. Eudera und Frl. M. Hartmann.
Den ersten Aufi<-htsrat bilden Kaufmann F. Siegheim, Bankier
F. Warschauer und Kaufmann H. Neumann.
Carl Hertzer, Ilmenau. Großhandel und* Fabrikation von Taermo-
metem und Glasinstrumeaten. Alleiniger Inhaber ist Kiutnman Cirl
Hertz er.
ßernh. Otto Schneider & Co., G. m. b. H , I menaa Herstellung
und Vertrieb von Thermometern und Giasinstrumenten. Stammkapital :
Ji 26 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Fabrikant
Bernhard Otto Schneider und Kiufmann Felicien Van der Avera.
Karl Brölel & Söhne, Lichte, Persönlich haftende Gaiellschifter
sind die Glasbläser Kurt uud Erich B'ödel, zu deren Vertretung wäiread
ihrer Minderjährigkeit Kaofmaim K»rl B:ödel allein ermächtigt ist.
Frankenwerk Elektrotechnische A.-G., Kalmbach GegensUad des
Unternehmens ist nunmehr ferner der Betrieb eines Preß-, Staaz- und
Ziehwerkes sowie eines Emailiierwerke3. Die Firma lautet jstzt:
„Frankeuw rk, A.-G., Matall- und Email ierwerk". Major a. D. Christian
Herrmann ist als weiteres Vorstandsmitglied bestellt. Er ist in Gemain-
schaft mit einem »nieren Vurstandmitglied oder einem Prokuristen ver-
tretungsbefugt. Friedrich J teob ist selbständig vertretangsberechtigt.
A-G. L'ichhaH.nur, Riesa. Die Prokura des Betriebsdirektors
Dr. Friedrich Wilhelm Gaertner ist erlosehen.
Keramische Gesellschaft m. b. H, Cöln (KamekeitraS j 39). Ver-
trieb keramischer Erzeneraissf, sowie von Erzeugnissen ähnlicher Art.
Stammkapital: Ji 3C0 0i0. Geschäftsführer ist Kaufmann Paul Strauch.
Wilhelm K!nastnsnD, Mannheim. Da3 Gontardplatz l betriebene
Detailgeschäft für Hms und Küchengeräte ging durch K»if an Fräulein
C Bermann über uud wird von demselben unter der Firma: „C Barmana,
vorm. Wilhelm Klassmanu" iu der bisherigen Weise weiterg fahrt.
Heinrich Steinb-ink, Wildeshausen. Eisen-, Porsella-i-, K doubl-
und Farbwarengescbäft luhaber ist Kaufmann Heinrich Wilhelm S^ei ibrink.
Jakob Gerner, L:ipz;g. Die Prokura des Georg Wunderlich ist
erloschen.
Heraeus Schmelz färben werk Altwasser, G. m. b. H, Altwasser.
Dr. phil. Gustav Meyer hat Prokura.
Renatengrube, G. m. b. H., Godesberg. Betrieb von Ton- und
Quarzitgruben, Basaltbrüchen uni Bergwerken aller Art. Stammkapital:
M 20 000. Geschäftsführer ist Bergrat a. D. Werner Schilling.
Usinger Qaarzwerke, G m b. H , Usingen. An Stelle des Direktors
Max Fröhlich wurde Kaufmann Hubert Müller znm Geschäftsführer
bestellt.
Patente.
Deutsches Reich«
Anmeldungen.
4 g, 44. B. 87 750. Mit Druckluft oder mit einem anderen «aner-
stofireichen Druckgas' betriebener Schmelzbrenner, bei welchem dasD .'flcfc-
mittel durch einen Einsatz mit mehreren Aastrittskanälen zentral in den
ringförmigen Brenngasstrom eingeführt wird. Paul Bomkes iel, Fr o 'iu.au,
Mark. 1.11.18.
12 d, 6. E. 24 485. Vorrichtung zum Odffnen von Filterpressen.
Elektro-Oamose-A.-G. (Graf Schwerin Gesellschaft), Berlin. 17. 10. 19.
12 e, 1. D. 37 562. Mit gleichzeitiger Kühlung arbeitende A4-
sorptionsturm. Deutsche Ton- und Steinzeugwerke, A.-G., und F. Plinke,
Charlottenbnrg, Kint-.tr. 37 7. 5 20.
21 c, 10 M.. 68 871 D ircuführung für hohe Spannungen ; Zus z.
Pat. 333 909 D- Paul M y;r, A.-G., Berlin. 3.4.20.
21 c, 13. Sch 61 lab Verfahren zur Befestigung von Kö-pern in
den Hohlräumen von PuizellauKegeuständen, insbesondere z.;r Herstellung
zwei- oder mehrteiliger l<ol*tureu durch Aufschrumpfen; Z is. z. Pat.
295 467. H. Sih mburg & Söüne, A-G., Margarethenhütce, Post Groü-
dubrau. 19.3.21.
21 f, 49. A 33 977. Dreiteilige Glühlampenfassung aas Isolier-
material. Allgemeine E.ektriciiavi-Uesellschaft, Bsrlin. 25 8, 90.
24 e, 8. St. 34 178, Gasfeuerung für Oefen, insbesondere zur Er-
zeugung von Gas und Koke. Stettiner Chamotte- Fabrik, A -G., voimils
Didier. Stettin. 23. ü 2'.
30 b, 14. J 21639 Künstlicher Porzellanzahn mit Rückenplatte,
Paul Aad-6 Juuvellier, Paris 11 6. 21. Frankreich 15.6. 20.
1922. (56. Jahrgang.!
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 1 — 9
30 b, 14. R. 50 898. Künstlicher Zahn für Kieferprothesen. Jean
Loais Philippe RoumSguere, Aneh, Gers, Frankreich. 3.8.20. Frank-
reich 6 9. 19. . , _ , ,
36 a 2 W. 54189 Luftheizungseinrichtung an mit Brat- oder
Kochranm ausgestatteten Zimmeröfen. A. H. Wessely, Ofenfabrik, Ham-
bUrg 36 a, 13. B. 94 044. Hintermauerung Ton Kachelöfen. Dr. Karl
Brabböa, Charlottenburg, Weimarer Str. 50. 15.5.20
53 b, 4. L. 52 472. Verschlußhalter für Konservengefäße. Otto
Latsch. Oels i. Schi. 25. 2. 21. ^ . , T . .
75 c, 22. L. 51823. Spritzapparat für Farben u. dgl. Leipziger
Tangier Manier Alexander Grabe, Leipzig-Plagwitz. 26. 11. 2!).
Beschreibungen. ^
J. Brennofen zum Emaillieren von Gegenständen mit einem fahr-
baren Warenträger für die zu emaillierenden Waren. Der Warenträger
verbleibt dauernd in dem Ofen und durch seine Verschiebung werden die
Waren von einer Einlaßöffnung in die heißeste Zone des Ofens bezw. um-
gekehrt geführt. „ „.,„„„ ,.
2 Brennofen nach Anspruch 1. Die beiden Einlaßöffnungen liegen
zn beiden Seiten der heißen Temperaturzone, und der hin und her gehende
Wagen hat eine solche Länge, daß, wenn er sich in einer Lage zur Auf-
nahme eines Gegenstandes vor einer der beiden Einlaßöffnungen befindet,
der durch die andere Oeffnnng eingeführte Gegenstand in der heißen
Temperaturzone liegt. 48 c, 4. Nr. 343 193. 5. 5. 20. Robert Clay
Metcalfe, Newark, New Jersey, V. St. A.
Glasumhüllung für Beleuchtungskörper. Sie ist aus wellen-
förmigen Ringen aus Glas in kreisrunder oder anderer Form und in ver-
schiedenen Farben zusammengesetzt. 4 a, 18. Nr. 343 448. 11. 1. 21.
Wetzchewald & Wilmes, G. m b. H , Kom.-Ges„ Neheim, Rahr.
Elektrischer Baumheizkörper, bei dem eine Flüssigkeit als
Heizwiderstand dient. Er besteht aus einem Nichtleiter (Glas-, Steingut
oder dgl. und ist zweckmäßig so geformt, daß die Stromdichte in der
Flüssigkeit nach oben zu abnimmt. 21 h, 5. Nr. 343 533. 4. 2. 20.
Siemens Elektrowärme-Gesellschaft m. b. H, Dresden.
Vorrichtung zum Verriegeln der Blaseformen bei Glasblase-
maschinen. Ein an dem Rohr des Blasekopfes angebrachter Bügel um-
klammert mit seinem unteren gabelförmigen Eade bei der Abwärtsbe-
wegung des Blasekopfes Ansätze der beiden Formhälften und verriegelt
dadurch die Form. Der die Klammern tragende Bügel ist auf das Rohr
des Blaaekopfes lose aufgeschoben und durch f ine ebenfalls auf das Blase-
rohr aufgeschobene Feder in seiner untersten Stellung gehalten, wodurch
sich die Klammern auf die Formansätze fest aufschieben können, ehe der
Biasekopf seine A-ufwärtsbewegnng beendet hat. 32 a, 15. Nr. 343 604.
5. 12. 19. Wolfs Maschinenbau-Gesellschaft m. b. H., Köln a. Rh.
Vorformvorrichtung für Flaschenblasemaschinen. Dar Heb-
nnd senkbare Vorformdeckel ist an einem seitlich ausschwenkbaren Arm
angebracht, der durch einen auf und ab bewegten, in einem senkrechten
Schlitz der feststehenden Mascbinensäule geführten und in einen schrägen
Schlitz der den ausschwenkbaren Arm mit dem Vorformdeckel tragenden, um
die Sänle drehbaren Büchse eingreifenden Anschlag über die Vorform ge-
schwenkt wird. Die Büchse ist in senkrechter Richtung verschiebbar und
in ihrer oberen Stellung nachgiebig (z. B. durch Gegengewichts- oder
Federdruck) un+erstützt, so daß sie am Ende der Schwenkbewegung des
Armes, also sobald der Vormformdeckel senkrecht über der Vorform ange-
kommen ist, durch den nunmehr am unteren Ende des schrägen Schlitzes
.anliegenden Anschlag abwärts gezogen wird und bei der entgegenge-
setzten Bewegung des Anschlags wieder ansteigt und, in der oberen Lage
angekommen, den Arm aasschwenkt. 32 a, 15. Nr. 343 605. 30.9. 20.
Wolfs Maschinenbau-Gesellschaft m. h. H., Köln a. Rh.
Verfahren zur Herstellung von mittels Aufspritzen* auf hitze-
beständigen Werkstücken entstandenen Deckschichtsn aus Email, Glas,
Quarz, Hartmetall usw. unter Erhitzung der Werkstücke. Man erhitzt die
Stelle des Werkstückes, auf die das Spritzgut auf trifft, während des
Spritzvorganges und dem Fortschritt des letzteren folgend fortlaufend so
Btark daß eine regelrechte Verschweißung der auftreffenden Gutteilchen
mit der Unterlage eintritt. 75 c, 29. Nr. 343 664. 25. 11. 19. Nikolaus
Meurer, Berlin-Tempelhof.
Verfahren zur Herstellung von Baustoff, Steinen, Formlingen
aus Ton bezw. Lehm und Magnesia nach Patent 340 780. Die im Haupt-
patent benutzte gebrannte Magnesia wird ganz oder teilweise durch
Magnesiambydrat enthaltende Schlämme, welche aus Chlormagnesium-
langen durch Kalkmilch oder Kalziumsulfid erhalten werden, ersetzt.
80 o, 12. Nr. 343 669. 25. 1. 21. (Zusatz zum Patent 340 780.) Dr.
Georg Kaßner, Münster i. W.
Lichtfilter zur Erzeugung von Tageslicht mittels künstlicher
Lichtquellen. Es besteht aus einem Kabglase, das Kupfer, Kobalt und
Mangan enthält. 4 b, 9. Nr. 343 681. 22.5.20. Corning Glass Works,
Corning, Newyork, V. St. A.
Filter für künstliches Licht zur Erzeugung von Tageslicht.
Es besteht aus einem Kaüborsilikatgiase, dem Kupfer und Nickel beige-
mischt sind 4 b, 9. Nr. 343 682. 22. 5. 20. Corning Glass Works,
Corning, Newyork, V. St. A,
Verfahren zur Herstellung von Cadmiumgelb durch Fällen von
Cadmiumsaizlöiungen mit Barlamsulfid. Man glüht das Fällungsprodukt
und kühlt es darauf, zweckmäßig dnrch Einbringen in Wasser, schneilab.
22 f, 10. Nr 343 953. 21.3. 19. Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer *
Co., Leverkusen b. Cöln a. Rh.
Widerstandskörper aus Siliziumkarbid zur Verwendung in Oel.
Der Widerstandskörper wird unter Stromdarchgang mit einer Zel'onlösung
geträokt. 21c, 1. Nr. 344 049. 21.10.20. C. Conradty, Nürnberg.
Zweiteiliges Verbindungsstück für die Zusammensetzung von
Hängeisolatorenkettea. Ej sind zwei gleichartig gestaltete, halbkugelig
endende Schalen angeordnet, deren Kugeln an einem Ende kleiner sind
als am anderen, die Schlitze zur Aufnahme der Seilenden haben und —
für den Fall der Anwendung bei gekreuzten Seilen — seitlich so weit
ausgeschnitten sind, daß sie, ineinandergelegt, einen Mittelachlitz zur Hin-
darchführung des kreuzenden Seiltrums* bilden. 21 c, 13. Nr. 344 050.
7. 5. 20. Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf-Kloaterlausnitz, Herms-
dorf, S.-A.
Kammerbrennofen. In die Rauchabzugsöffnungen im Ztvischen-
boden des Ofens werden nach oben vorstehende Rohre eingesetzt, die das
Eindringen von Gutstücken, Abfall u. dgl. verhüten. 80 c, 3. Nr. 344 128.
11. 7. 20. William Arthur Norman, Wrexham, North- Wales.
Füllkörper für Absorptions- und Beaktionstürme nach
Patent 317 166. Die beiden Baden des Ringes sind nach innen gebogen
und so bemessen, daß sie sich gegen die innere Ringwandung stützen.
12 e, 1. Nr. 34t 139. 1.8. 20. (Zusatz zum Patent 317 166.) Prym &
Co.,' Büsbach b. Stolberg, Rhld.
Verfahren zur Herstellung von Manganviolett. Man verschmilzt
ein höheres Manganoxyd, wie Mangandioxyd, mit Ammoniumphosphat und
Phosphorsäure. 22f, 10. Nr 344 156. 11. 10. 19. Farbenfabriken vorm.
Friedr. Bayer & Co., Leverkusen b. Köln a. Rh.
Erteilungen.
348128. 75 b, 13. Verfahren zur Herstellung von Glasbildern und
-moBaiken; Zus. z. Pat. 319 271. Hermann Schudt, Berlin-Steglitz,
Miquelstr. 32. 15.1.21. „ .. UK .
348140. 80 b, 21. Verfahren zur Herstellung von Pfeifenköpfen
durch Pressen aus plastischen Massen. Dr. Bruno Possanner von Ehren-
thal, Cöthen, Anh. 2. 12. 19. ■ ' ■ . "
348 141. 80 c, 5 Verfahren zum Brennen von keramischen Massen
(Porzellan usw.) im Kanalofen. Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft,
Berlin. 27. 3. 20. _\
348 169. 26 a, 8. Retorte zur Entgasung von Kohle. Low
Temperature Carbonisation Limited, Low Temperature C Instruktion Limited,
Thomas Malcolm Davidson und Harold Livers Armstrong, London. 12. 4. 21.
348 215. 21c, 10. Darchführungsisolator nach dem Kondensator-
prinzip. A.-G. Brown, Boverie & Cie., Baden, Schweiz. 14. 6. 19.
Schweiz 31.5. 19. . ., „ t, . _
" 348 217. 21 c, 14. Isolator. Porzellanfabrik Kahla, Filiale Herms-
dorf-Klosterlausnitz, Hermsdarf, S.-A. 25. 11. 19
348 228. 32 b, 6. Einrichtung zum Abspülen säurepoherter Glas-
gegenstände. Heinrich Peter, Hückers i. Schi. 21. 9. 20.
348 274. 12 i, 37. Verfahren zur Herstellung nahezu kieselsäure-
freier Natrium-Alnminium-Doppelflaoride. Hamann & Teisler, Chemische
Fabrik, Dohna b. Dresden. 21. 10. 20.
348 292. 21 c, 13. Hochspannungsisolator. 15. 4. 20.
348 293. 21 c, 14. Mehrteiliger Sttttzisolator. 13. 4. 20.
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G, Selb,, Bayern.
348 296. 21 f, 57. Befestigung des Rollenlagers und der Seitenöse
au hohlen Porzellangewichten für Zagpendellampen. Emil Schulte,
Köln-Nippes, Beuelsweg 17. 18. 12. 20.
348 334. 12 a, 2. Verfahren zar Entfernung von Wasser aus be-
liebigem wasserhaltigen Material Franco Merz, Vercelli, Italien. 24. 8. 19.
Italien 18.2. 19.
348 366. 80 a, 45. Verfahren zur Herstellung doppelwandiger,
wärmeisolierender Gefäße aus Porzellan oder anderer keramischer Masse
mit Schnaube. Albert Enger, Caarlottenburg, Hertzatr. 5. 14. 8. 18.
348 494. 341, 9. Doppelwandiges Gefäß nach Dewar-"Weinholl.
Christian Hinkel, Berlin, Ritterstr. 77/78. 27. 8. 20.
0 esterreich.
Aufgebote.
32 a. Ziehherd an Glasöfen. Der Läuterkranz taucht mit seinem
unteren Rand an der der Ofenmitte zugekehrten Seite tiefer in die Glas-
schmelze ein, als an der der Ofenmitte abgekehrten. Empire Machine Co.,
Pittsburg. 1.9.16. A. 4137— 16.
32 a. Vorrichtung zum Ziehen von Glaszylindern. Ein den
Luftanslaß aus dem Blasrohr regelndes Ventil wird beim Hebea des
Mundstückes selbsttätig verstellt. Empire Machine Ca., Pittsburg.
15.1.20. A. 228—20.
32 a. Verfahren zur Erzeugung von Glas oder Emailreliefs,
bei welchem zerkleinerte Glas- oder Emailmasse auf einer Metallunterlage
geschmolzen wird. Die aus dünnem Blech hergestellte Metallunterlage
dient als Form iür das Relief, in welcher die Glas- oder Emailmasse ge-
schmolzen and abkühlen gelassen wird, worauf die Blechform in an sich
bekannter Weise auf chemischem oder galvanischem Wege weggeätzt
wird. Frederick William Miller, Fabrikant, Hazeldell (Großbritannien).
16. 2. 20. A. 806—20. Großbritannien 4. 6. 18.
32 a. Maschine zur Herstellung von Glasflaschen, Topfgläsern
u. dgl., bei welcher ein an einer Mittelsäule drehbares Tragorgan mittels
angelenkter Formträgerarme die Fertigform trägt und dieselbe unterhalb
der Ring- und Halsform einzurücken gestattet. Das Gelenklager für die
Verbindung des Formträgerarmes besteht aus einem an der Gelenklager-
btichse vertikal hindurchgehenden Gewindezapfen, der durch Muttern in
der Höhenrichtnng verstellbar ist. James Henderson Steele, Pendieton
(Großbritannien). 8.4.16. A. 1594— 16. Großbritannien 9. 4. 15 und 27.9.15.
32 a. Vorrichtung zur Entnahme geschmolzenen Glases aas
dem Ofen, besonders zwecks selbsttätiger Speisung von Glasmaschinen mit
am Ofenauslauf scherenden Messern, die mittels Drackluftkolben geradlinig
so bewegt werden, daß sie den Auslauf abwechselnd schließen und frei-
geben und beim Schließen die Glasmasse abschneiden. Die Messer sind
so miteinander und mit dem Druckluftkolben eines durch den Druckluft-
kolben eines zweiten Arbeitszylinders verschiebbaren Arbeitszylinders ver-
bunden, daß beim Kolbenhub des einen Arbeitszyliuders darch Ueberffthrang
10 — Nr. 1
8 FRECH SAAL -COBURG-
1922. (55. fahrgang.)
der Messer in Mittelstellung der Auslauf freigegeben und beim Kolbenhub
des anderen Arbeitszylinders durch gleichgerichtete Weiterbewegung der
Messer in die zweite Endstellung wieder geschlossen wird, worauf das
nächste Oeffnen und Schließen durch entgesrengerichtete Kolbenbewegungen
erfolgt. Jean Wolf, Glashutteningenieur, Köln a. Ra. 9. 7. 20. A. 3793—20.
Deutsches Reich 8. 5. 19.
36 a. Sparkocher. Er besteht aus einem einzigen Schamotte-
körper, in dem eine als Wasserblase oder Bratrohr dienende Höhlung vor-
gesehen ist. Duro-Chamottesparherd-Indnstrie Seifert & Co., G. m. b. H.,
Dresden. 17.2.21. A. 925—21.
67 a. Vorrichtung zum Festhalten von Werkstücken bei Glas-
plattenschleifmaschinen. Ein zur Plattenauflage bestimmter elastischer
Dichtungsring ist auf einem Teile einer Zylinder- und Kolbenanordnang
befestigt, dessen anderer Teil mit dem Scbleiftisch verbunden ist, wobei
die wirksame Fläche innerhalb des Dichtungsringes größer ist, als die der
Zylinder- und Kolbenanordnung, und der Raum innerhalb des Dichtungs-
ringes mit der Zylinder- und Kolben8nordnung und mit einer Luftabsaug-
einrichtung kommuniziert. Pilkington Brothers, Ltd., Glass- Works, St. Helens
(Großbritannien). 14. 4. 20. A. 1785—20. Großbritannien 10. 10. 17.
67 a. Schleifmaschine für kugelförmige Linsen, hei der das
auf einer Spindel umlaufende Werkstück beim Schleifen um eine die
Werkstückachse schneidende Achse geschwenkt wird. Die Werkzeug-
spindel wird von einer der Schwenkachse koachsialen Welle mit einer
sich selbsttätig dem Schleifwiderstand nmgekehrt proportional verändernden
Geschwindigkeit gedreht. Taylor William, Ingenieur, Leicester. 22. 8. 17.
A. 3954—17. Großbritannien 7. 12. 16.
80 a. Stampf-, Schleif- nnd Poliermaschine. Sie ist nach
Bedarf durch Einschalten des Stampfers als Stampf maschine, oder nach
dessen Wegnahme und Anbringung der Schleif- und Polierscheiben unter
Aus- bezw. Einschaltung der betreffenden Betätigungswelle als Schleif-
oder Poliermaschine zu benutzen. Karl Haerting, Chemiker, Berlin.
14.12.20. A. 6980— 20. Deutsches Reich 17. 6 19.
80 c. Verfahren zum Erhitzen von festen Stoffen in Flamm-
öfen. Das von der Flamme unmittelbar bestrichene Gut wird durch eine
beständig oder zeitweilig nach unten sinkende Schicht des noch in Hitze
befindlichen, fertigen Gutes unterstützt. Magnesit-Industrie, A.-G.,
Budapest. 14. 12. 18 A. 6730—18.
Gebrauchsmuster.
Deutsches Beleb.
Eintragungen.
798 827. 34 f. Wandteller aus Glas mit Doppelwand, innen dekoriert.
Fred Fliege), Berlin, AUxandrinenstr. 14. 18. 10. 21.
798 357 u. 798 358. 21c. Befestigung des Klöppels in Hänge-
isolatoren. H. Schomburg & Söhne, A.-G., Margarethenhütte, Post Groß-
dubrau. 26. 10. 21.
798 407. 33 c. Behälter aus Glas oder dergl. zur Aufnahme ins-
besondere von Zahn- und Mundwasser. Johann Nirschl, Eggenfelder,
Niederbayern. 26. 10. 21.
798 408. 63 b. Einkochglasverschluß. Patentverwertungs-G. m. b. H.,
Berlin 26 10. 21.
798 450. 37 c. Eiserne, wellblechartige, emaillierte Dachpfanne.
Bruno Siuga, Breslau, Frankfurter Str. 114. 18. 10. 21.
798 501. 67 c. Künstlicher Messerputzscbmirgelstein zum Abschaben.
Schmirgelwerk Oggersheim Georg Proß, Oggersheim, Pfalz 30 9. 21.
798 543. 42 i. Kontaktthermometer, brauchbar bis 180° C. Robert
Kahl, Sttttzerbach i. Tb. 19. 8. 21
798 576. 21 h. Zweiteilige Tonkachel für transportable elektrische
Oefen und Wärmeplatten. Fritz Wilckens, Großhesselohe bei München.
27. 10. 21.
798 591. 341. Isolieiflaschenhülse. Ludwig Stadler, Miesbach, Ober-
bayern. 21. 9. 21.
798 601. 36 a. Schamottestein - Kachelofen. Hermann Oechslin,
Kenstanz.. 21. 10. 21.
798 604. 36 a. Kachelheizkörper. Karl Kramer, Hannover, Mis-
burger Damm 81. 22. 10. 21.
798 611. 341. Keramisches Kochgefäß mit unmittelbarer elektrischer
Heizvorricbtnng. Eduard Rau & Co , München. 27 10. 21.
798 670. 30 b. Künstlicher Zahn für Zahnprothesen. Max Alm,
Berlin, Driesener Str. 6. 27. 7. 21.
798 733. 80 a. Einrichtung zum Ausstanzen vorgeformter kerami-
icher Hohlgefäße. Robert Bosch, A.-G., Stuttgart, Adolf Krauß, Cannstadt,
Bryestr. 8, und Karl Krauß, Stuttgart, Rothebühlstr. 118. 4.6. 21.
798 760. 21c. Dreiteilige Kappe für elektrische Stützisolatoren.
Meirowshy & Co., A.-G , Porz a. Rh. 25. 10. 21.
798 776. 80 a. Einrichtung zum Aufbereiten von Schlammgut, ins-
besondere Tonschlamm.
798 777. 80 a. Nach unten sich verjüngende und in verschiedenen
Höben mit Ableitungseinrichtungen versehene, zum Aufbereiten von
Schlammgut, insbesondere Tonschlamm dienende Einrichtung.
Valentin Busch, 8chnaittenbach bei Amberg, Oberpfalz. 1. 11. 21.
798 928. 36 a. Kachel für transportable Kachelöfen. Max Stenzel,
Breslau, Kaiser-Wilhelm-Str. 78. 31. 10. 21.
799 003. 36 a. Profilstein zur Bildung von Heizröhren in Kachel-
öfen. Oarl Keachner u. Arthur Keschner, Berg.-Gladbach. 18. 10. 20.
799 122. 80 a. Umform zur Herstellung von Körpern aus Beton,
Zement, Gips, Ton oder dergl. Eilt Ulrich Janßen, Elberfeld, Lttrchen-
■traße 51. 9.4. 20.
799 240. 30 b. Kunstzahn. Carl Ulrich Fehr, Berlin - Friedenau,
Fregwtr. 5. 4. 11. 21.
799 269. 53 b. Verschluß für Konservengläser. Bernhard Fröhlich,
Drtiden- Weißer Hirsch, Marienstr. 16. 81. 10. 81.
799 277. 67 a. Kopiervorrichtung an Schleifmaschinen zum Schleifen
von flachen Facetten an Brillengläsern oder Linsen. „Wamra" Werkzeug-
und Maschinenfabrik, Rathenow. 31. 10. 21.
799 288 64 a. Stehauffiasche mit Gegengewicht. Dr. Fritz Radlauer,
Berlin-Grunewald, Jagowstr. 35. 3 11. 21.
799 404. 36 a. Kachelofen. Ofen- und Herdbau-Gesellschaft, Stutt-
gart. 2 11 21. r
799 408. 80 c. Hartporzellanbrennofenanlage, die aus mehreren, je
einen Glatt- und einen Glühofen enthaltenden, Ofengruppen besteht.
Porzellan-Fabrik Lorenz Hutschenreuther, A.-G, Selb i. Bayern. 3. 11. 21.
799 680. 64 a. Flaschenverschluß mit Ausgießrohr. J. J. Bönner,
Recklinghausen, Post Sundern, Kr. Arnsberg. 1. 11 21
799 637. 30 b. Porzellanzahnfront für durch Metallguß herzustellen-
den künstlichen Zahnersatz. Heinrich Guenzig, Hamburg, von Essen-Str. 24.
I II 21. .
799 655.. 36 a. Kachel für Oefen und Wandbekleidungen. August
Fricke, Berlin- Scböueberg, Hewaldstr. 5 7 11. 21.
799 728. 30 k. Ampulle. Merz- Werke Gebrüder Merz, Frankfurt
a. M.-Bödelheim. 6.8 20.
799 773. 64 a Kaffeeflasche mit Brotbehälter. Wilhelm Schreiber,
Homburg, Niederrh. 8. 11 21. ' „. liril
799 788. 21g. Braunsche Röhre mit Gltthkathode. Siemens & Halske,
A.-G., Siemensstadt bei Berlin. 28. 5. 21
799 812. 32 a. Ktthltopf zum Kühlen von Isolierflaschen.
799 813. 32 a. Flaschenhalter zur Herstellung von doppelwandigen
Isolierfla«chen. .
Wolfgang Max Fiek, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. 8. 11. 21. '
799 829. 341. Isoliergefäß. 0. Lundershausen, Berlin. 19 7.21.
799 845. 80 a. Preßstempel für Stempelpressen mit einer an der
Druckfläche angebrachten konischen Erhöhung. Hermann Vahle, Frank-
furt a. M . Ostendstr. 78. 14. 10. 2fc ■ . .
799 885. 21g. Röntgenröhre. Siemens & Halske, Siemensstadt bei
Berlin. 15 5.20. m , a- ,
799 929. 26 d. Tauchtiefenregler für Teervorlagen. Stettiner üna-
motte-Fabrik, A.-G , vormals Didier, Stettin. 8. 11. 21.
800113. 34 f. Schüssel bezw. Schale aus Preßglas.
800114. 34 f. Teller aus Preßglas.
800115. 34 f. Butter- oder dergl. Glocke aus Preßglas.
Gebr. Malky, Freital, Deuben bei Dresden. 7. 11. 21.
800 177. 3« a. Sparheizvorrichtung für Kachelöfen. Georg Hofmair,
Füssen. 10. 10. 21. _ . 1K.
800 220. 36 a. Abzugkonsole für Sparöfen an Kachelöfen usw.
Andreas Kübler, Würzburg, Hattenstraße 37. 16. 11. 21.
800 230. 33 b. Vorrichtung zum luftdichten Verschließen von Be-
hältern, beispielsweise Konservengläsern. Anton von der Felsen, Sudweyhe
bei Bremen, und H. Kehlenbeck, Arbergen. 23 6. 21.
800 310. 30 g. Flasche für Mundwasser und dergl. Pharmazeutisches
Werk, A.-G., Barmen. 3 11. 21. _ .
800 329. 421. Dialysator. Walter Schieber, Stuttgart, Reinsburg-
atraße 50. 10. 11. 21. ,x . _ .
800 373. 42 i. Prismatisches Thermometer mit am oberen Jinae
angeordneter Vorrichtung zum Zurttckdrttcken der Quecksilbersäule.
Dr. Mann & Co., G. m. b. H, Mainz. 8.11.21.
800 399. 30 g. Hygienische Kindersaugflasche. Franz Tippmann,
Ludwigshafen, Frankenthaler Str. 205. 16. 6. 21. , .
800 487. 21c. Hochspannungsisolator. Allgemeine Elektrizitats-
Gesellschaft. Berlin. 18.1121. t .
800 489. 21 c. Tragklemme für Freileitungshängeketten. Porzellan-
fabrik Kahla, Filiale Hermsdorf-Klosterlausnitz, Hermsdorf, S.-A 18. IL 21.
800 661. 30 g. Schutzhülle für Säuglingsmilchflaschen. Louis Aßler,
Kottbus, Görl'itzer Str. 9. 2. 11. 21. -
800 683. 30 k. Als Injektionsspritze verwendbare Masche. „Astona ,
Füllhalter-Werk, G. m. b. H , Hamburg. 17. 11. 21. -
800 887. 64 a. Likörflasche für Wodka. Einil Rosenwald, Berlin-
Wilmersdorf, Aschaffenburger Str. 27. 24. 10. 21.
800 956. 53 c. Konservenglas ohne Gummi. Dr. W. Fornet, Saar-
brücken, Feldmannstraße 26. 8 8. 21. .",
801097. 30 b. Zahn, dessen Schutzplatte mittels schalenförmigen
Ansatzes mit der Porzellanfacette verbunden ist. 15. 11. 21.
801 134 77 f. Puppenkörper aus Porzellan oder Papiermasse für
Teesitzpuppen. Ottomar Tersch, Berlin-Wilmersdorf, Nürnberger Str. 29/30.
19. 10. 21. „ . ..
801 196. 44b. Anzünder mit Porzellangehäuse. Aerozon-üanriK
G. & B. Sternberg, BerliH. 20. 7. 21. _ ' . -
801 391. 4 b. Lampe aus Glas und T«xtilge webenetz. Heinrich
Bauer, Neustadt a. Haardt. 29. 8 21.
801430. 64 f. Perle. Harnisch & Co , G.m.b.H., Neudorf, Erz-
gebirge. 24. 11. 21.
801 615 u. 801 516. 36 a. Kachel als Wärmeverteiler. Dr. Oskar
Lobeck, Leipzig, Schletterstraße 22. 29.8. 21.
801616. 21c. Porzellandruckknopfschalter für elektrische Lampen.
Bernhard Schneider, Schloß Reisewitz i. Schi. 28.11.21.
801 656. 30 b. Vorrichtung zur Herstellung von Matrizen für künst-
liche Zähne, insbesondere für Zahnkronen und Backenzähne. Frankfurter
Dentalwerke Schulz, Nicklas & Co , Frankfurt a. M. 25. 11. 21.
Verlängerung der Schutzfrist.
673 884. 80 c. Brennofen usw. Bruno Scheunert, Mahlis i. S.
*6. 11 81. „ . ,
690 168. 32 a. Anritzvorrichtung für Glas usw. Vereinigte Born-
kesselwerke m. b. H , Berlin. 10. 9. 21.
722 104. 36 a. Transportabler Ofen usw. Alwin Jähne, Zittau i. S.
12.9.21.
766 362. 21c. Kabeleinführungsisolator. Porzellanfabrik Kahla,
Filiale Hermsdorf- Klosterlausnitz, Hermsdorf, S.-A. 18. 11. 21.
im. (58. Jahrgärig.)
§ P R E CH S AAL -COBURG.
Nr. 1 — Ü
Fragekasten des Sprechsaal
Nene Fragen.
Keramik.
1. Ist es unbedingt nötig, daß bei einem Ofen mit direkter Feuerung
(11 cbm Inhalt, 5 Feuerungen) während der ganzen Zeit des V<rf«£>
beide Brenner den Ofen bedienen oder ist e« angängig wenn die ersten
4-5 slulZn nur ein Brenner tätig ist und nachher beide Brenner ju-
\ammen ^brennen?
TaLnTel Einfang bis Zn Tde mit Zwickauer Steinkohle ge-
bZnt wVä? Wie slhüM man am besten die Kapselstoße, die von den
auT den Feuerungen herausschlagenden Flammen direkt getroffen werden?
2 Welchen Einfluß übt milchiger norwegischer (finnischer) Feldspat
auf die Glasur aus gegenüber dem glasigen norwegischen?
3 Woher kommt es, daß bei weißer Schmelzware die Glasur bis-
weilen eine rötliche Färbung annimmt trotz normaler Glasurstarke?
4 Wir bitten um Angabs eines Versatzes für Silikasteine bei aus-
schtießlicher Verwendung nordböhmischer Rohmaterialien.
5 Wie viel mjsec beträgt wohl die Gasgeschwindigkeit in dem Kamm
eine» Porxellanbrennofens, wenn SK 6 gefallen ist?
6 Wie brennt man gestanzte, auf allen Seiten glasierte Ilaschen-
stöpsel am vorteilhaftesten? Welche Hilfsmittel sind anzuwenden, um das
Anschmelzen in der Kapsel zu vermeiden?
Glas.
1 Regelmäßig, wenn die Drehrostgeneratoren beschickt werden, tritt
eine momentane Unterbrechung in der Gaszuführung ein, d.
bleibt an den Brennstellen aus. Nun entzündet es sich wohl sofort wieder
an jenen Stellen, die rotglühend sind, dagegen muß es an anderen Stellen,
z B an den Wechseln der Strecköfen, immer wieder neu angezündet werden.
Um' dieses wiederholte Anzünden des Gases zu ersparen, legen die Arbeiter
ein Stück Eolz in die Oeffnung des Ofens, bei welcher das Gas einströmt
so daß sich dieses an dem glimmenden betw. brennenden Solz entzündet
Dieser Uebelstand erfordert natürlich ziemlich viel Solz und ist auch
insofern bedenklich, als das zusammengebrannte Eolz aus der Oeffnung
herausfallen und unter Umständen einen Brand verursachen kann Gibt
es eine, vielleicht elektrische Vorrichtung, an welcher sich das Gas von selbst
entzünden kann? . ,. . . , . »
2 Gibt es Gaserzeuger in kleinerer Ausfuhrung, die imstande sind,
binnen '24 Stunden 4-5 t Braunkohlengrieß und -staub von 4000 W.-E.
zu vergasen.^ um' Angabe eines Gemengesatzes für ein möglichst bei
niedriger Temperatur schmelzendes und verarbeitbares Glas, ohne daß die
elektrische Widerstandsfähigkeit unter diesen Umständen leidet. Die Xarbe
des Glases spielt keine Rolle; vorgezogen wird aber eine weiße oder mög-
lichst dunkle Färbung.
4 Kann ein Glasofen mit 14 Glashäfen von TOYJO cm Außenmaß
oder eine Wanne, die 2 cbm Glas täglich liefert, mit Leuchtgas betrieben
werden und wieviel cbm Leuchtgas würde für beide Oefen nötig sein?
Würde Leuchtgas andere Einrichtungen im Ofen nötig machen oder genügt
es, dieses Gas durch die bisherigen Kanäle und Kammern in den Ofen
5 ' Welches Regenrativ- Ofensystem ist nach den heutigen Erfahrungen
vorzuziehen, mit seit- oder mit rückwärts liegenden Brennern mit rück-
kehrender U-Flamme? Beabsichtigt ist eine Tagesleistung von 20000 kg
Flaschenqlas. Welche Innenmaße müßte eine Wanne haben, und kann
letztere bei Mangel an Kohlen bei geeigneten Gaserzeugern auch mit Holz
betrieben werden? .„«^r m ■*
6 Ich baue eine Wanne für grüne Flaschen von 9,20X5,80 m mit
einem Glasstand von 1 m und einem Inhalt von etwa 58—60 t Glas.
Wieviel Gasgeneratoren sind dazu nötig, um den Wannen- Ofen sowie die
Kühlöfen mit Gas versorgen zu können? Ich habe gute Steinkohle zur
Verfügung; wie hoch soll der Kamin sein? Ich w$llte ihn 25 m hoch,
unten 1,25 m und oben 1 m im lichten weit machen; ist das richtig?
Welches Kammer- System eignet sich für diesen Ofen am besten? Sollen
die Kammern der Länge nach unter dem Ofen oder rückwärts unten am
Ende des Ofens der Länge nach oder quer liegen? Wie lang, breit und
hoch sollen die Gas- und Luftkammern sein?
7. Wer liefert Kühlöfen für elektrische Beheizung?
8. Wer liefert Zerkleinerung«- Maschinen für weiße und farbige
Si8kompositionen für die Glasdekoration?
Briefkasten der Redaktion.
C. M. i. B. Lesen Sie die Antworten zn den Glas-Fragen 144, 90
und 34 im Sprechsaal 1921 und zu den Fragen 77 und 1 in 1920; da
finden Sie das gewünschte Milcbglas .
W H. i A. Die Herstellung der Thermosflaschen läßt sich unmög-
lich im' Fragekasten so angeben, daß Sie die Fabrikation aufnehmen
können- dazu brauchen Sie vor allem Facharbeiter. — Der Verwendung
Ihres Kalkbydrats zu Flaschenglas steht nichts im Wege ; Sie müssen nur
den Wassergehalt desselben feststellen nnd danach den Zusatz berechnen.
Fr G. i. M. Porzellan-Trommelmühlen liefern u. a. dw Porzellan-
fabrik in Freiherr, Ernst Teichert, (i. m b. H. in Meißen, die Staat! Por-
zellan-Manufaktur in Berlin, die Porzellanfabrik Ph Risenthal & bo.,
A-G. in Selb, W. Haldenwanger in 8pandau.
Gew. M. Cta. 1. E. Es gibt in Thüringen viele Vorkommen von
feldspathaltigen Porzellansanden (Pegmatite); Sie finden eine Reihe von
Analysen im Sprechsaal-Kalender nebst solchen von bayerischen leidspat-
Sftndcn
G. H. i. N. a. E. Hütteningenieur W. Schnegluth in Schiedam
(Holland) liefert für Glasmalereien den gewünschten Gasschmelzofen mit
j automatischer Gasreguliernng.
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Bei der Ausfuhr von Wandplatten ist nach den
neuesten Bestimmungen wie folgt zu verfahren:
I. P r e i s e.
A. Nach Ländern mit hoher Valuta muß in der Währung
des Empfangslandes fakturiert werden, und zwar
Gruppe I. 1. in Shilling für die gesamte üebersee außer Nord-
< amerika,
2. in Dollar für Nordamerika,
Gruppe II. 3. in Shilling für England, Spanien und Portugal,
4. in holländischen Gulden für Holland,
6. in schweizer Francs für die Schweiz,
6. in schwedischen oder dänischen oder norwegischen
Kronen für Schweden, Dänemark und Norwegen,
7. in Francs oder Lire für Frankreich, Belgien,
Luxemburg und Italien.
B. Nach allen vorstehend nicht genannten europäischen
Ländern, die solche mit minderer oder schlechterer Valuta
sind (Gruppe III), kann in Markwährung geliefert werden, und
zwar mindestens zum deutschen Inlandspreis für die unver-
packte Ware ab Fabrik, mit den jeweils in Kraft befindlichen
Schlägen, Aenderungen und Nachträgen.
Anschlußgebühren, Anfuhr zur Bahn und Frachtbriefstempel
Zugehen zu Lasten der Empfänger.
C. Um den Anfragern die Preise richtig nennen zu können,
ist es notwendig, daß bei den Anfragen angegeben wird:
a) Empfangsland,
b) Art, Wahl, Größe und Farbe der Platten,
c) die Fabrik, von der die Platten stammen (da die Be-
zeichnungen von Werk zu Werk verschieden sind).
II. Verpackungskosten.
Diese sind extra zu berechnen, und zwar
a) für seemäßige Kistenpackung einschließlich Fracht bis
deutschem, holländischem oder belgischem Hafen
mindestens 2 sh resp. 0,4 Dollar für 100 Stück Vlatten
normaler Größe.
b) bei Versand lose im Waggon:
2 °/0 des Warenbetrages für Verladung und Stroh,
1 °/0 des Warenbetrages für Papier,
1 °/0 des Warenbetrages für Bündeln.
c) bei Stückgutversand: * m
ö°/0 des Warenbetrages für Kisten, Stroh und Papier,
1 °/0 des Warenbetrages in Bündeln.
III. Zahlungsbedingungen.
Als Zahlungsbedingungen für die Länder der Gruppen I
und II ist festgesetzt, daß die Zahlung in bar ohne jeden Abzug
innerhalb 14 Tagen ab Fakturendatum zu erfolgen hat, und
zwar 50°/0 des Rechnungsbetrages in der berechneten Aus-
landswährung (welche Auslandsdevisen an die Reichsbank abzu-
liefern sind) und 50 °/0 in deutscher Reichswährung umgerechnet
zum Kurse des Fälligkeitstages. Für die Länder der Gruppe III
sind Zahlungsfristen bis zu einem Monat zulässig. Vergütung
irgend welcher Art, Skonto und dergleichen dürfen nicht
gewährt werden.
Anfragen über genaue Preise sind von Fall zu Fall an die
Prüfungsstelle Wandplatten, Windsheim, zu richten.
Yerkaufsbedingungen für die Ausfuhr von
elektrotechnisch em und technischem Porzellan.
(Gültig ab 1. Januar 1922.)
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Die Ausfuhr-Mindestpreise verstehen sich fob. deutschem
Ausfuhrhafen bezw. frei deutscher Grenze, und zwar aus-
schließlich Verpackung.
i2 - Nr. 1
sFRECHSÄÄL- COBURG,
1922. (65. fahrgang.)
■ 2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannungs - Freileitungs - Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5°/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan, sowie bei losen Metallarmaturen und
beigepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließ-
lich Kisten ein Aufschlag von mindestens <J°/0 des Rechnungs-
wertes anzurechnen.
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik. Die
wichtigsten Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf
einem besonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern AI — A5, B und C wird in der
Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueberseeländer
und Ausnahmen siehe Fußnote*). Gegenüber den Ländern
Dl — D3 und E ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist. Der
sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis in
der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
A 1) Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten von
Nordamerika, Mexiko und sonstige mittelamerikanische
Staaten.
A 2) Großbritannien, seine Dominions und seine Kolonien, so-
wie Canada.
A 3) Spanien und Portugal.
A 4) Norwegen und Dänemark.
A 5) Schweden.
B Belgien, Frankreich und Luxemburg.
C 1) Italien.
C 2) Tschecho-Slowakei.
D 1) Deutsch-Oesterreich und Ungarn.
D 2) Jugoslavien und Balkanländer. '
D 3) Ehemaliges Rußland, einschließlich Polen und Finnland.
E Südamerikanische Staaten.
*) E8 wird fakturiert:
nach in
Portugal Pfund Sterling**)
Britische Dominions und Britische Kolonien . Pfund Sterling**)
Canada . wahlweise Pfand Sterling
oder TT. S. A.-Dollar
Holländische Kolonien . . - . ' holländischen Gulden
China U. 8. A.-Dollar
Japan Jen
Vereinigte Staaten von Nordamerika .... Dollar
Mexiko mexikanischen Goldpesos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . . U. 8. A.-Dollar
**) Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
sind auf Schillinge bezogen.
2. Artikelgruppen.
i. Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
II. Elektrotechnische Stanzartikel und sonstige technische
Artikel.
lila. Freileitungs - Stützen - Isolatoren bis zur Größe entspr.
Hermsdorf I. 1387.
III b. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Hermedorf 1391.
III c. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierten
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bisV alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren 'mit Armaturen.
3. Multiplikatoren-Tabelle.
U X
Land
Artikel -
Gruppen
I
II
lila
III b
IIIc
IV
V
1 vi
A 1
Holland
0 094
0 094
A AQQ
0,040
A AKQ
0,05o
0,058
vtv*fcO
Sph wpiz
UlyAATV CIA
0^2
0 2
0,083
0,086
0.113
0.124
.Tanan
0 077
0 077
0,032
0,033
0,043
0,048
Mexiko
0*077
0^077
0,032
0,033
0,043
0,048
0,040
0,039
Vereinigte Staa-
ten von Nord-
Amerika restl
0,038
0,038
0,015
0,016
0,021
0,023
0,020
0,019
Mittelamerika,
Canada u China
A2
England und
Kolonien
0,156*
0,156*
0,065*
0,067*
0,088*
0,097*
0,082*
0,08*
Canada
A3
Spanien
0 24
0,24
0,100
0106
0,120
0,134
0,112
0112
Portugal
0,187*
0,187*
0,078*
0,082*
0,093*
0,104*
0,087*
0,087*
A4
Norwegen und
Dänemark
0,184
0,184
0,080
0,094
0,104
0,113
0,104
0,100
A5
Schweden
0,142
0,142
0,059
0,061
0,075
0,088
0,076
0,073
B
Belgien
Frankreich
0,4
0,4
0,138
0,145
0,175
0,210
0,175
0,175
Luxemburg
C 1
Italien
0,66
0,6
0,300
0,333
0,375
0,416
0,300
0,376
C 2
Tschecho-
slowakei
1,6
1,6
1,0
1,0
1,0
1,0
1,0
1,0
D ]
Deatscu-Oaster-
reich u.UngarL
2,56
2,56
1,12
1,12
1,12
Um
1,12
1,12
D2
Jugoslavien
Balkanländer
3,2
3,2
1,40
1,40
1,40
1,40
1,40
1,40
D3
Baßland
Polen und
3,2
3,2
1,40
1,52
1,68
1,68
1,68
1,68
Finnland
E
Südamerika-
nische Staaten
3,52
3,52
1,60
1,68
1,68
1,68
1,68
1,68
P *) Obige Multiplikatoren sind auf Schillinge bezogen.
3XT aohruf.
Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht, von dem Ableben des Fabrikbesitzers
Herrn Christian Seitmann, Weiden
Kenntnis zu geben.
Herr Seitmann war Mitbegründer unserer Aktiengesellschaft und bis zu seinem Tode Aufsichtsrats-
mitglied in der Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender. Er bat an dem Aufschwung unseres Unter-
nehmens regen Anteil genommen und gerne mit Rat und Tat beigestanden. Wir verlieren in ihm einen
fachmännischen Ratgeber von besonderer Fähigkeit, dessen Heimgang wir unter Zusicherung für ein
dauerndes Angedenken aufs tiefste bedauern.
Der Aufsichtsrat und Vorstand
der Porzellanfabrik Schirnding, Aktiengesellschaft,
Schirnding.
Schirnding, den 27. Dezember 1921.
iCoburg, den 12. Janaar 1922.
Nummer 2
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brfissel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bngra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Pr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschlaßNr. 59 /Telefjr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Cobarg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich dorch die Post vierteljährlich Jt 14.— anter Streifband Jt 40.— .
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Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Tunnelöfen in der Feinkeramik.
Von C. Boschmann, Hennigsdorf.
(Nachdruck verboten.)
Der Brennstoffverbranch einer keramischen Fabrik ist heute
ausschlaggebend für die Wirtschaftlichkeit des Betriebes. Der
Tannelofen erfordert nur etwa die Hälfte des Brennstoffes,
den der Randofen benötigt, und ist daher berufen, die veralteten
Oefen mit unterbrochenem Betrieb zu verdrängen. Trotzdem
der Tunnelofen schon sehr lange bekannt ist, konnte er sich
in der Feinkeramik nicht einbürgern, weil die Scheu vor Neuem
und die unterschiedlichen Ergebnisse der in einzelnen Fabriken
im Gang befindlichen Tunnelöfen die Fabrikanten vor dem ent-
scheidenden Schritt zum Tannelofen zurückschreckten. Aach
war es vor dem Kriege meistens die Geldfrage. Heute ist
keine andere Wahl mehr möglich. Die hochwertigen Stein-
kohlen und die böhmischen Braunkohlen, zur Erreichung der
in der Keramik, vor allem beim Brennen von Porzellan
erforderlichen hohen Temperaturen, werden der Industrie aus
bekannten Gründen in absehbarer Zeit nicht mehr oder sehr
schwer zur Verfügung stehen. Es muß daher auf die uns
gebliebene deutsche Braunkohle zurückgegriffen und deren
Verwendung für hohe Temperaturen durch Vergasung ermög-
licht werden.
Die verschiedenen Ergebnisse der im Betrieb befindlichen
Tunnelöfen erklären sich aus der Un Vollkommenheit der an-
gewandten Bauart. Diese Bauart, das sogenannte System
Faugeron, kennzeichnet sich durch eine patentierte Gewölbe-
form und damit erstrebte besondere Flammenführung. Diese
Gewölbeform bedeutet jedoch geradezu einen technischen Fehler,
der die Feuerführung beeinträchtigt und erschwert. Auch die
Anwendung der direkten Befeuerung des Ofens ist ein tech-
nischer Fehler. Für den Tunnelofen kommt nur die Gasfeuerung
in Frage. Trotzdem diese Erkenntnisse jedem Fachmann zu
eigen sind, werden die Faugeron-Oefen genau noch wie vor
15 Jahren meistens mit direkter Feuerung gebaut. Erst nach
den weiter unten erwähnten Erfolgen der Tunnelöfen mit Gas-
feuerung für Porzellanbrand ist man dabei, dem Faugeron-Ofen
ebenfalls die Gasfeuerung anzupassen. Die Vertreter des
Faugeron-Ofens behaupten nun in ihren Veröffentlichungen,
daß ihr Ofen der beste und einzige mit jahrelangen Erfahrungen
und mit Erfolg im Betrieb befindliche sei. Dem kann nicht
unwidersprochen bleiben. Nachdem heute nur noch der Gas-
tunnelofen in Betracht kommt, sind es also keine langjährigen
Erfahrungen mit Gastunnelöfen auf Seiten des Faugeron-Ofens,
ondern diese stehen dem Verfasser und seinen Mitarbeitern
zu, wie die nachstehende Entwickelungsgeschichte des Gastunnel-
ofens für Porzellanbrand es klar darstellt.
Da sich die Erbauer der Faugeron-Oefen seinerzeit nicht
an die Gasfeuerung heranwagten, mußte diese Tat von der
Industrie selbst ausgeführt werden. Im Jahre 191a baute der
Verfasser dieses in der Porzellanfabrik der AEG. Hennigsdorf
zwei nach dem Fangeron-System erbaute Tunnelöfen auf Gas-
feuerung um. Die Anpassung der Gasfeuerung an die Form
des Ofengewölbes und die vorhandenen Feuerstellen ergaben
allerdings nicht von vornherein die einwandfreie Lösung, und
nur lange Versuche brachten den gewünschten Erfolg. Nach
den bei diesen Umbauten gemachten Erfahrungen erbaute Ver-
fasser in derselben Fabrik im Jahre 1913 einen dritten Tunnel-
ofen neu, bei dem die erwähnten Fehler .des Faogeron-Systems
vermieden wurden. Dieser dritte Ofen war während des Krieges
dauernd im Betrieb und lieferte regelmäßig gutes Porzellan
I. Wahl mit der Ausschußzahl eines Randofens.
Die guten Erfahrungen mit den Gastannelöfen veranlaßten
die AEG im Jahre 1920 einen vierten Ofen zu erbauen, und
dieser Ofen wurde nach den gemeinsamen Plänen des Ver-
fassers und der Firma Banzlauer Werke Lengersdorff & Comp,
in Bunzlau erbaut. Bei demselben kam zum erstenmal nach
den Vorschlägen der Bunzlauer Werke Lengersdorff & Comp.
Reingas und damit zugleich Druckgas gewollt zur Anweadang,
wodurch es möglich ist, daß jeder Brenner seine Speiseluft
unmittelbar aus der Kühlzone ansaugt und Gas und Luft in
beliebigen Mengen geregelt werden können. Die Speiseluft
gelangt auf 800° vorgewärmt zu den Brennern, und außerdem
wird die Sohle der Brennwagen im Vorfeuer durch eigenartige
Feuerführung stark vorgewärmt. Es wird dadurch das über-
raschende Ergebnis erzielt, daß auf der Sohle der Brennwagen
sich dieselbe Temperatur einstellt wie unter dem Ofengewölbe.
Man hat es sogar durch die vorzügliche Bauart der Brenner
in der Hand, auf der Sohle der Brennwagen höhere Tempera-
turen zu erreichen als unter dem Gewölbe. Es wird mit Leich-
tigkeit SK 16 auf der Sohle timgeschmolzen, und damit ist
noch lange nicht die obere Grenze erreicht.
Um die Leistung des Ofens zu erhöhen, wurde der Quer-
schnitt vergrößert und durch besondere Bauweise der Wagen
und Gleise ein stoßfreies Fahren des Porzellans bewerkstelligt.
Der ▼orschubantrieb und alle anderen Vorkehrungen am Ofen
sind ganz besonders sorgfältig ausgebildet und geben dem
Ofen das Gepräge einer vollendeten Maschine.
Die Betriebsergebnisse dieses Ofens fanden ihren Nieder-
schlag in der neuen verbesserten Bauweise, nach der bei de-
Firma Schomburg & Söhne Aktiengesellschaft in Margarethenr
14 — Nr. 2
SPRECH SAAL - COBURG.
1928. (55. Jahrgang.)
hütte von der Firma Bunzlauer Werke Lengersdorff & Comp,
in Bunzlau nnn 2 Oefen erbaut und im Betriebe sind. Das
Ergebnis dieser Oefen ist so ausgezeichnet, daß das allgemeine
Urteil aller Beteiligten feststellt, daß kein anderer Ofen ein
so gleichmäßiges und schönes Porzellan liefern kann. Ebenso
ist die Leistung bezüglich der Menge hervorragend : Es liefert
ein Ofen in Margarethenhütte täglich 15 t Porzellan. Der Brenn-
stoffverbrauch ist durch weitgehende Ausnützung aller einge-
brachten Wärmemengen sowie eine vollkommene Isolierung
auf das geringste beschränkt, und dadurch ist die Wirtschaft-
lichkeit des Ofens gesichert. Diese Leistungen ergeben die
Berechtigung, diesen Ofen als den vollkommensten Brenn-
apparat zu bezeichnen, und es ist dadurch bewiesen, daß der
Tunnelofen mit Gasfeuerung nunmehr reif ist, in der Feinkeramik
wie auch in der Schamotte- und Ziegelindustrie ganz allgemein
eingeführt zu werden.
Ausstellung zur Geschichte und Technik von
Glasmalerei und Mosaik in Bonn.
Zum Sonntag, den 11. Dezember 1921, hatte die „Gesell-
schaft für Geschichte der Naturwissenschaften, der Medizin und
der Technik am Niederrhein" ihre Mitglieder und Gäste zur
Besichtigung dieser Ausstellung in der Aula des Collegium
Leoninum zu Bonn eingeladen (32. Sitzung). Der begleitende
Vortrag erfolgte unter dem Gesichtspunkte „Zusammenhang
zwischen Technik und künstlerischer Vollendung in der Ent-
wicklung von Glasmalerei und Mosaik" und wurde von dem
Professor für Geschiche der christlichen Kunst an der Bonner
Universität, Herrn Dr. theol. Wilhelm JMeuß gehalten, welcher
auch die Ausstellung vermittelt hat. Dieselbe soll in erster
Linie dazu dienen, die künftigen Geistlichen in das Wesen der
Schönheit von Glasmalerei und Mosaik, jener beiden so ganz
besonders christlichen Künste einzuführen, und zwar durch die
Verbindung von Technik mit einem Ueberblick über die kunst-
geschichtlichen Formen und . ihren Zusammenhang mit der
Technik. Deshalb umfaßt sie Modelle, die das Werden von
Glasmalereien und Mosaiken veranschaulichen, Abbildungen
und besonders eine Reihe von Glasgemälden, die alle zehn
großen Fenster der Aula ausfüllen und den Raum sozusagen
in eine Kirche verwandeln, indes die dem Eingange gegenüber-
liegende große Breitwand mit Mosaiken und Kartons zu solchen
sowie Abbildungen hervorragender alter Mosaiken bedeckt ist.
Die Absicht, in den Streit der modernen Stilformen ein-
zugreifen, liegt ganz außerhalb des Rahmens der Ausstellung.
Vielmehr soll sie durch die Vielgestaltigkeit, die das historische
Material zeigt, nur im allgemeinen zu einer weiten und freien
Auffassung gegenüber allen künstlerisch und technisch tüchtigen
Versuchen der Gegenwart anleiten. Herr Neuß beabsichtigte
zunächst nur, das bescheidene Material den Studierenden» zu-
gänglich zu machen, über das die Lehrsammlung des von ihm
geleiteten Seminars für christliche Kunstwissenschaft und
Archäologie verfügt. Vor allem durch die Mithilfe zweier
rheinischer Kunstwerkstätten, der Glasmalerei Dr. H. Oidtmann
& Co. in Linnich (Kreis Jülich) und der Mosaikwerkstätte von
Bayer & Söhne in Köln-Bayenthal, wurde dann aber eine
Ausstellung von einer solchen Vollständigkeit und Geschlossen-
heit möglich, wie sie für diese beiden Kunstgebiete selten in
einem Räume zusammen gewesen sein dürfte.
„Im Jahre 1858", so schrieb Dr. Heinrich Oidtmann I., der
Begründer der Linnicher Werkstätten für Glasmalerei,
„gründete ich als Student der Chemie und cand. med. in meiner
Vaterstadt Linnich eine Kunstanstalt für Glasmalerei mit einem
chemischen Laboratorium. Dieselbe entwickelte sich aus kleinen
Anfängen rasch zu einem Weltgeschäft." Soweit hierüber für
heute. Wir werden vielleicht Gelegenheit haben, auf die
chemische und medizinische Tätigkeit dieses niederrheinischen
Arztes und Glaschemikers später besonders zurückzukommen.
Die Glasmalerei Dr. H. Oidtmann & Co. besitzt nämlich
von ihren Wiederherstellungsarbeiten an bedeutenden mittel-
alterlichen Kirchenienstern her eine Anzahl wundervoller, von
ihr verfertigter Kopien in der Größe und vollkommenen Eben-
bildlichkeit der Originale. Die zehn hohen Fenster der Aula
boten die Möglichkeit, sie wie in einer Kirche einzubauen.
Dazu kommen zur Veranschaulichung die technischen Modelle
aus dem Besitz der genannten Lehrsammlung, ferner ebendorther
Photographien der Firma Dr. Oidtmann & Co., sowie vor allem
Aufnahmen der wegen Fliegergefahr herausgenommenen Kölner
Fennter, die der Provinzialkonservator Prof. Dr. Renard aus
dem Behtande des Provinzial-Denkmälerarchivs gütigst zur Ver-
fügung gestellt hat. So konnte die Reihe von der romanischen
Zeit bis zum Ende des 18. Jahrhundorts in allen Entwicklungs-
htufen vorgeführt werden. In Kopien von wunderbarer Treue
der Ausführung sehen wir die berühmten romanischen Uer-
lachas-Fenster aus Kappenberg vom Anfang des 13. Jahrhun-
derts, ornamentale romanische Felder aus dem Dome zu Wetzlar
und aus Sterup in Schleswig, ein eigenartig scharfes frü
gotisches Fenster aus Lindena in der Niederlausitz, das spä
gotische mittlere Chorfenster aus Ehrenstein (i476), das a
zwei Saalfenster verteilt werden mußte, das köstliche, gleic
falls spätgotische Fenster aus Kapellen bei Koblenz und d
farbenglühende Renaissancefenster der Kirche von Botte
broich d. J. 1533. Auf der anderen Seite des Saales vera
schaulichen Kopien von Teilen der etwas jüngeren seitliche
Chorfenster von Ehrenstein (1486) und des noch jüngere
Seitenschiffsfensters dieser Kirche (1520) mit dem ältesten Bild
des Bonner Münsters, sowie ein interessantes Originalfenste
das aus St. Goarshausen stammt, und eine Kopie aus Niede
wert den Ausklang der musivischen Glasmalerei des Mitte
alters, sodann die Felder mit dem Herzog Johann III. vo
Jülich und seiner Gemahlin aus St. Marien in Düren und ein
Anzahl prächtiger Schweizer Scheiben des beginnenden 16. Jah
hundert». Die Glasmalerei der Renaissance, die farbenscheu
Fensterkunst des Barock führen mehrere Originale aus- Ol
und Saarbrücken vor, eine Entwicklung, deren Abschluß di
hochinteressante Aufnahme der Fenster der Franziskanerkirc
zu Erkelenz vom Ende des 18. Jahrhunderts abschließt. Ei
Fenster ist dann ganz den noch ungeschickten und technisc
verfehlten Versuchen aus der ersten Zeit der Wiederbelebun
der Glasmalerei im 19. Jahrhundert gewidmet. Gerade di
Gegenüberstellung der glasechten musivischen alten und de
verfehlten, nur malenden Technik dieser neueren Zeit ist übe
aus lehrreich.
Das letzte Fenster ist dann einigen guten, ganz moderne
Arbeiten gewidmet, die in glasechter Technik den moderne
Drang nach Monumentalität, Stil und Farbenglut vorführe
Die Farbskizzen und Kartons der vor einigen Wochen einge
setzten Fenster von Menden an der Sieg bilden auf dies
Seite den Abschluß.
Die Mosaikabteilung geht gleichfalls aus von de
Veranschaulichung der Technik. Kopien nach Originalen iL
Ravenna und in St. Marco in Venedig aus dem Besitz der
Firma' Bayer & Söhne zeigen, wie die Alten gearbeitet
haben. Eine Anzahl Blätter aus Wilperts glänzender Publi-
kation über die altchristlichen Mosaiken und photographische
Aufnahmen aus St. Marco verrollständigen dieses Bild. DeiJ
Versuch der Neuzeit, das Mosaik bei uns zu erwecken, stellen
dann Kartons und Originalproben aus jüngerer und jüngste*
Zeit dar: einige ältere Mosaiken in der glatten, modernen
römischen Art, an die man sich bei uns vor etwa 40 — 50
Jahren anschloß, dann die im Technischen an St. Marco gef
schulte Art, wie sie die neueren Mosaiken von St. Aposteln in
Cöln zeigen, endlich die moderne, zarte, symbolistische hol-
ländische Kunst von Pitt Gerrits aus dem Thorop-Kreise in
Kartons und Originalmosaiken für die Heilige Land-Stiftung;
bei Nymwegen und die stilistisch strenge, ein wenig expres-
sionistisch gerichtete moderne deutsche: Art in Kartons und:
ausgeführten Mosaiken nach Entwürfen des Cölner Malers
Remmes, dessen Mathäus-Kopf für Bergeborbeck eine herr-
liche Fernwirkung hat.
Die Ausstellung gibt zugleich ein Bild des hohen tech-
nischen und künstlerischen Könnens unserer rheinischen Glas-
maler und Mosaizisten. Durch das Entgegenkommen der Kon-
viktsleitung ließ es sich ermöglichen, auch allen anderen
Interessenten, außer den Studierenden der Theologie, die Aus-
stellung zugänglich zu machen. Von den zahlreichen Be-
suchern hört man oft den Wunsch äußern, es möge zur Er-
gänzung recht bald eine Glasmalerei-Ausstellung der ver-
schiedenen modernen Richtungen folgen. Sie wird nicht ganz
einfach zu machen sein, weil nicht gleichzeitig an verschiedenen:!
Stellen neue Fenster fertig und zu Ausstellungszwecken zu
haben sind. Doch besteht derselbe lebhafte Wunsch bei den»
Veranstalter, und er hofft, daß die Schwierigkeiten sich über-
winden lassen. Bestimmt aber sollen in den nächsten Jahren
Ausstellungen ähnlicher Art geboten werden, zunächst
voraussichtlich eine zur Geschichte und Technik
der Paramente. Gerade die Verbindung der beiden Ge-
sichtspunkte wird allgemein begrüßt. Denn sie ist ebenso be-
lehrend, wie sie befreiend wirkt, befreiend von verkehrtem
Archaismus wie von haltlosem Haschen nach neuen Formen, die
nicht aus Verständnis für die Gebote der Technik und den Genius
des wahren Künstlers geboren sind. Ars una species mille, das gilt
von der Kunst der Vergangenheit und Gegenwart. Es kommt einem
so recht zum Bewußtsein, wenn man in der Aula des Collegium'
Leoninum alle die herrlichen Arbeiten nebeneinander sieht,
jede nur im Wandel und Fortschritt der Zeiten, aber jede arff
ihre Art schön, soweit die technischen Grundlagen nicht ver-<
lassen worden sind. Die Abschreckungsbeispiele, die von hilf-
losem Nachahmen und technischer Unkenntnis der Mitte des
19. Jahrhunderts eine Anschauung darbieten, lassen die Schön-
heit der anderen Werke umso heller erstrahlen. Herr Dipl.-
iDg. H. Oidtmann-Linnich gab Auskunft über einige teeh-
1922. (55.
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 2 — 15
nische Einzelheiten. Der Vorsitzende Herr Paul Di er gart. -
Bonn erörterte noch einiges zur älteren und neueren ülas-
farben-Technik und anderes, was sich aus den von ihm vorge-
legen Schriften und Sonderdrucken ergibt, deren Titel usw.
für die, welche weiterarbeiten wollen, am Schluß dieses Be-
richtes angegeben sind. Im Schluß- und Dankwort faßte er
die vielen Eindrücke künstlerischer, christlich-religiöser und
technischer Art zusammen und gab der Hoffnung Ausdruck,
daß die geplanten ähnlichen Ausstellungen auch wieder der
„Gesellschaft" mit einem so lehrreichen und anregenden Vor-
trage zu statten kommen möchten.
Von Herrn Diergart vorgelegt und verwiesen: ,ama„
Anton Kisa: Die Anfänge der rheinischen Glasindustrie, S -k. (Sonder-
Abdrnck) aus der Ztschr. d. Bayer. Kunstgewerbe-Vereins, Manchen 1896,
9 S Folio Derselbe: Die antiken Gläser der Frau Maria vom Rath zu Köln,
Bonn 1899, 169 S. Folio u. 33 Tafeln. Eingehende Kritik seines dreibändigen
Werkes Das Glas, im Altertum", Leipzig 1908, m den „Mitt. z. Gesch. d.
Medizin"! Hamburg u. Leipzig, Bd. 8 (1909), 8. 303-317 von Hans L amer
Leipzig. Antonio Neri, Ars vitraria, 1668 (latem. Orig.- Ausgabe). J. Kunckel,
Ars vitraria 1689. Frhr. M. V. Minutoli: Ueber die AnfertiguDg und Nutz-
anwendung der farbigen Gläser bei den Alten, Berlin 1836 P. Nelson:
Die Glasmalerei in der Zeit von 1150-1500 nach Ohr S.-A. Sprechsaal 46
Q913} Nr 37. 8. 557. Albert Neuburger: Die Glasfenster des Münz-
hauses zu Konstanz, ein Beitrag z. Gesch. der Technik des 17 Jahrhunderts
S-A aus „ehern -Ztg.« (Köthen) 1914, S, 714 f. Ueber schon blaue und
grünliche Gläser mit bestimmtem Alkaligehait von Alb. Gr an g er , s. Lhem.-
Zte 1914 S 48 u. 451: Kolloidale Färbungen des Glases durch elektrische
Zerstäubung im 18. Jahrh., s. Chem,-Ztg., Repertorium 1912, S. 133 (durch
Entladung von Leidener Flaschen, kolloidales Gold). E Prisse d' Avenues,
La verrerie arabe, Cosmos 1908, Nr 1174. E. 0 v. Lippmann, Chemi-
sches und Technologisches aus kunstgeschichthchen Quellenschriften, II. Theo-
philus Presbyter, B. Glas- und Tonwaren, S.-A. Chem;Ztg. 1917, 8. 30 fl.
Köster, Atigust: Zur Technik der antiken Glasindustrie, mit 7 Abb.,
Sprechsaal (Coburg), 1921, Nr. 43, S.-A., 7 S. Otsuki, Ohm: .Ueber die
blutrote chinesische Glasur, Zeitschr. für angew. Chemie, 1905 8. 1054,
nnd Diergarts Besprechung in den „Mitt. Gesch. d. Med u d. Naturw ., V.
(1906) S 85 Hofmann, K. B.: Ueber die Schmelzfarben von Teil
el Jenüdije, Zeitschr. f. ägypt. Sprache und Altertumskunde 1885, Heft 2,
S-A 6 Seiten Quart. Hervorgehoben sei noch der Abschnitt über „lilas-
malereitechnik von H. Oidtmann mit zahlreichen anderen Literatur-
angaben in der 2. Auflage von Otto Luegers „Lex. d. ges. Technik und
ihrer Hilfswissenschaften«, Bd. 4, S.-A. 4 Seiten, Stuttgart, Deutsche Verlags-
Gesellschaft. — Zur Geschichte der Mosaik: Joannes Ciampini: Vetera
monimtnta, in quibus praecipue musiva opera sacrarum ... . lllustrantar,
Pars prima Rom 1690, *>. 78 1., Folio. J. Gurlitt: Ueber die Mosa*,
Maedebura 1798, auch in dessen archäolog. Schriften, herausg von Com.
Mttller, Altona, 1831, 8. 159-186, 8°. Frhr. M. v. Minutoli: Ueber
antike Glasmosaik, Berlin 1817. Derselbe: Ueber die Pigmente und
Malertechnik der Alten, 1830.
Stellungnahme der Glasindustrie zum
Umsatzsteuerabänderungsentwurf und Bei-
behaltung der Luxussteuer.
Liest man den Entwurf eines Gesetzes, betreffend Abände-
rung des Umsatzsteuergesetzes, durch, der jetzt dem Reichs-
wirtschaftsrat vorliegt, so sucht man vergeblich nach einer wirk-
lich begründeten Stellungnahme der Reichsregierung gegen-
über der bedeutenden Propaganda der Industrie- und Handels-
kreise die für die Erzeugung deutscher Qualitätsware eintreten,
für Aufhebung der Luxussteuer, der sogenannten erhöhten Um-
satzsteuer. Die Gefahr, daß durch Erlfcbung dieser hohen
Steuer die Qualitätsarbeit Deutschlands auf dem Weltmarkt
ausgeschaltet wird, besteht. Nicht nur Industrie und Handel
weisen auf sie hin, sondern auch einsichtige Fuhrer der
Arbeiterschaft. ■ ■
In der Begründung wird über die angebliche Notwendig-
keit der Beibehaltung der Luxussteuer folgendes ausgeführt;
Das Umsatzsteuergesetz enthält außer der allgemeinen Um-
satzsteuer bekanntlich eine Reihe von Sondersteuerarten.
Unter diesen spielt die Luxussteuer (§ 15 ff) eine besonders
große Rolle. Seit einigen Monaten ist eine umfangreiche Pro-
paganda zur völligen Beseitigung der Luxussteuer eingeleitet
worden, und es ist anzunehmen, daß bei Gelegenheit der Be-
ratung des vorliegenden Entwurfs erneut diese Frage zur Er-
örterung gestellt werden wird. Bei der Prüfung der Frage
werden selbstverständlich nur fachliche Gesichtspunkte Beach-
tung finden können, und die Uebertreibungen der organisierten
Gegnerschaft müssen unbeachtet bleiben. Auf der anderen
Seite muß zugegeben werden, daß sich bei der Durchführung
der Luxussteuer in nicht geringem Umfang Schwierigkeiten
ergeben haben und daß im einzelnen Unklarheiten nnd Härten
nicht ausgeblieben sind. Es ist aber in Betracht zu ziehen,
daß die Durchführung der Lnxussteuer unter dem späten Zu-
standekommen des Umsatzsteuergesetzes, das erst kurz vor
seinem Inkrafttreten verabschiedet worden ist, stark gelitten
hat, und daß infolgedessen Uebergangsschwierigkeiten erst»
während der Geltung des Gesetzes allmählich überwunden werden
konnten und auch jetzt noch zum Teil noch nicht voll überwunden
worden sind. Es ist bereits gelegentlich der Beantwortung der
kleinei Anfrage Nr. 819 (Drucksache Nr. 208 von J^l) in der
Sitzung vom 14. Juni 1921 (Stenographische Berichte S 3838)
darauf hingewiesen, forden, daß die Auswahl der Luxus
gegenständ! große Schwierigkeiten bereitete, einmal wegen
defsubjektiven Begriffs des Luxus überhaupt und weiter auch
wegen der oft stark widersprechenden und von Interessen be-
dingten Stellungnahme der einzelnen, untereinander keineswegs
e nigen Industriezweige. Die Reichsfinanzverwaltung ist aber
im Vereine mit dem Reichsrat und den in ihm vertretenen
Landesregierungen fortdauernd bemüht gewesen, schädliche
Fofgen die sich für einen einzelnen Industriezweig zeigten,
Sm-?r. Aenderungen der zunächst erlassenen Ausfuhrnngsbe-
ÄTÄ. Juni 1920 (Zentralblatt für das Deutsche
Reich 937) zu beseitigen. Es ist das insbesondere , durch we
umfängliche Abänderungsverordnungen vom 3. Dezember 1920
und 10. März 1921 (Zentralblatt für das Deutsche Reich 1920
S 1549 1921 S. 187) und außerdem durch zahlreiche imKeichs-
steuerblatte veröffentlichte Einzelerlasse geschehen Es i kann
nicht bestritten werden, daß auch jetzt noch Klagen bestehen,
und es wird weiterer Bemühungen bedürfen, um diesen Klagen
soweit angängig, abzuhelfen. Die Reichsregierung ist aber der
AuTfassunl daß man sich durch die vorhandenen Schwierig-
keten nkht dazu bestimmen lassen dürfe die Luxuss euer
überhaupt als schädlich abzulehnen und die m der Durch-
föhrunTbegriffenen Vorschriften und Bestimmungen wieder
zu beseitigen. Der Grund der Luxussteuer, der bei ihrer Em-
fuhrang 1918 ™* ^er Ausgestaltung 1919 maßgebend ge-
wesen ist spricht auch heute noch für ihre Beibehaltung. Es
l ein durchaus Sozial gesunder Gedanke, daß eine yerbrauchs.
belastung von dem Umfang, wie es die a Igemeine Umsatz-
Steuer d!rstellt, einen gewissen Ausgleich finden muß durch
Vorbelastung desjenigen Bedarfs, der im wesentlichen nur für
d°e bemittelteren Kreise oder für die über ihre notwendigen
Bedürfnisse hinaus zu Ausgaben geneigten Personen besteht
Erhandelt sich dabei um einen Gedanken, der m der Stimmung
und der Auffassung aller Völker nach dem Kriege hervorge-
treten Li L In - fast allen Staaten, die Deutschland umgeben,
und auch in den Vereinigten Staaten von Amerika hat man
dieser berechtigten Auffassung durch die während und nach
dem Kriege erfolgte Einführung der Luxussteuern Rechnung
Sagen. Nur England, wo ein Entwurf nicht verabschiedet
wordfn ist, macht davon eine Ausnahme. In allen diesen
Ländern sind wie sich aus den Parlamentsberichten und aus der
Tagesp'es e ergibt, Schwierigkeiten bei der Durchführung auf-
getreten, die im wesentlichen die gleichen sind wie mD«*f dt.
fand Trotzdem haben alle diese Lander den ^Versuchen
der Interessenten, die Luxussteuer zu beseitigen, Widerstand
geleistet Erst jüngst hat das franzosische Parlament bei Ab-
änderung einiger Vorschriften der dort geltenden Umsatzsteuer
"ch ausdrücklich für die Notwendigkeit, ^e Luxussteuer bei-
zubehalten, ausgesprochen. Der gegenwartige Zeitpunkt, in
dem Deutschland besonders harte Lasten zu ubernehmen ge-
nötigt worden ist, erscheint denkbar ungeeignet, uu i eine vor-
handene Luxussteuer zu beseitigen Es wurde nicht nur im
deutschen Volke, sondern auch in dem die deutsche Lebens-
führung aufmerksam verfolgenden Ausland nicht wohl ver-
standet werden, wenn gerade Deutschland den Versuch, den
Bedarf an hochwertigen hauswirtschafthchen Gegenstanden vor-
zubelasten, einstellen würde. Danach wird das Problem der
Luxussteuer auf die Frage ^ beschränken sein, ^ geschehen
könnte, um die Fehler und Ungleichmaßigkeiten, die sich bei
der jetzigen Art der Durchführung finden, zu mildern. Dabei
ist davon auszugehen, daß die Konstruktion, , die in Deutsch-
land der Luxussteuer gegeben worden ist als einer Besteuerung
der Herstellerbetriebe, sich im Gegensatze zu der im Aus and
vielfach versuchten Kleinhandel-Luxussteuer außerordentlich
bewährt hat."
• Die Ausführungen können nicht als stichhaltige und aus-
reichende Begründung für eine Ablehnung bezeichnet werden.
Mit Schlagworten sich über die für unsere ganze Volkswirt-
schaft wichtigen Frage der Erhaltung deutscher Qualitätsarbeit
hinwegzusetzen, bedeutet frivolen Leichtsinn unserer Regierungs-
stellen, denen man nur bestätigen kann daß sie durch Sach-
kenntnis nicht getrübt und von ihrer Unfehlbarkeit und der
von ihnen getroffenen Maßnahmen überzeugt sind.
Die deutsche Glasindustrie kann sich wenigstens nicht
mit der freundlichen Zusage begnügen, daß Fehler und Un-
gleichmäßigkeiten gemildert werden sollen. Dies umso weniger,
als bisher ihre Versuche, diese Milderung zu erreichen, an der
Halsstarrigkeit der Regierungsstellen gescheitert sind, die augen-
blicklich für die Beseitigung der Fehler und Ungleichmaßig-
keiten, die richtiger als Ungerechtigkeiten bezeichnet werden,
keine Zeit haben und sich nicht scheuen, sich hinter der
Garantiekommission zu verstecken mit dem Bemerken, daß
gegenwärtig unsere Steuereinnahmen ohne Genehmigung der
16 — Nr. S
SPRECH SAAL — COBURG.
l©23. (58. Jahrgang.)
Entente nicht vermindert werden dürften, was dnrch Aenderung
der Aasführungsanweisungen naturgemäß eintreten würde.
Bei den Verbandlangen, die im Reichsfinanzministerium
seitens der Glasindustrie geführt worden bind, ist nun von
Seiten der Regierung stets bestritten worden, daß für die er-
höhte Umsatzsteuer ein Luxu«begriff festgelegt worden wäre,
vielmehr sollte dieser unterschiedlich nach den Verhältnissen
der einzeloen Industrien gefaßt werden. Demgegenüber stellt
die Begründung als Lnxasbegnff fest, daß es sich um „hoch-
wertige" hauswirtschaftliche Gegenstände handeln muß, deren
„Bedarf im wesentlichen nur für die bemittelteren Kreise oder
für die über ihre notwendigen Bedürfnisse hinaus zu Ausgaben
geneigten Personen besteht".
Die Glasindustrie hat bei allen Verhandlungen schon vor
dem Erlaß des Gesetzes auf die Notwendigkeit der Beschrän-
kung der erhöhten Umsatzsteuer auf hochwertige Glaswaren
hingewiesen, jedoch ohne Erfolg zu haben, weil — wie ihren
Vei tretern im Reichsfinanzministerium gesagt worden ist —
ihr die warmen Fürsprecher im Parlament gefehlt haben. Daß
sich die Regierung mit dieser Entschuldigung ein Armuts-
zeugnis aufgestellt hat, ist ihren Vertretern anscheinend nicht
klar geworden.
Ein Vergleich mit der feinkeramischen Industrie, der nahe
liegt, wird die ungeheuren Ungerechtigkeiten der steuerlichen
Behandlung der Glasindustrie beweisen. Ein leicht geschliffener
Glasteller — einfachster Schliff, Oliven- oder Sternschliff —
ist erhöht umsatzsteuerpflichtig, ein Porzellanteller feinsten
Materials ohne Dekor nicht, mit Dekor nur dann, wenn die
Dekorarbeit eine vierfache Werterhöhung bedingt; eine Mokka-
tasse ist nicht erhöht umsafrsteuerpflichtig, dagegen das gewöhn-
lichste Glas, wenn es eine Verzierung mittels Sandstrahlgebläses
oder auch nur einfachstei Malerei aufweist, eine Wertsteigerung
von höchstens 20°/n. Lampenglocken einfachster Art mit sand-
«itrablgeblasenen Mustern steilen sich dem. Gesetzgeber als
hochwertige hauswirtschaftliche Gegenstände dar, obwohl ihr
Herstellungswert nicht höher ist als der der glatten. Auf
diesen Hinweis erhielten die Glasindustriellen die lakonische
Antwort, jede Verzierung mache einen Gebrauchsgegenstand
hochwertiger und gebe ihm damit den Charakter eines Luxus-
gegenstandes. ,
Wie man an den wenigen Beispielen sieht, ist man
regieiungsseitig höchst inkonsequent gewesen, als man den Er-
zeugnissen der Porzellanindustiie den Charakter gewöhnlicher
Gebrauchsgegenstände beließ und diesen ihnen erst bei
künstlerischer Ausführung genommen hat Wozu denn und
wai um? Kann Dicht der gewöhnliche Sterbliche aus dem Topf
essen, woau braucht er denn einen Teller? Denn wenn ein
Wasnerbecher mit blauem Rande schon ein Luxusgegenstand
ist, wieviel eher ist es deDn ein Porzellanteller und gar Por-
zellane vice, das sich heute bemitteltere Schichten unserer
BevölkeiuDg kaum roch leisten können. Trinkt der Arbeiter
seinen Kaffee aus Mokkatassen ? Warum soll er denn nicht
für das Wassertrinken aus einem einfach gezierten Becher-
gias Luxussieuer zahlen? Oder gehören die Arbeiter heute
schon sämtlich zu den bemittelteren Volksschichten? Wenn
nicht, dann entspricht es wohl dem sozialen Empfindem, dem
Aibeiter und nicht so bemittelten Menschen j-de über die
Lebensnotweudigkeit hinausgehende Bedürfnisbefriedigung schon
al« Luxus zu be-teuern? Will die Reichsregierung bei der
Fülle weiterer Beispiele, die ihr . noch vorgetragen werden
können, tatsächlich an dem lächerlichen Begriff — hoch-
wertiger Gebrauchsgegenstand — festhalten, der ihr gestattet,
den Begriff kautschukartig zu verwendea, und sie dem nicht
unberechtigten Vorwmf aussetzt, daß sie sich über das Parla-
ment mit seinen unkontrollierbaren Einflüssen hin zum Vor-
spann benutzen läßt, um einzelnen Industrien Sondervorteile
zu verschi ffen ?
Gerechtigkeit mnß das erste Gebot der Regierung bleiben.
Wird dieses untergraben, dann kann sich die Regierung nicht
wundein, weDn die Steuermoial der Untertanen, denen die
Denkfreiheit nicht beschrankt werden kann, sondern höchstens
dan Recht der fieien Red«, so Schaden leidet, daß die Steuer-
geBeize zu umgehtn nicht mehr eine Schande ist, sondern ein
Gebot der Notwehr und Sf Ibsterhaltung.
Die Glasindustiie kann «ich daher anläßlich der Ab-
änderung des Utn.atzsteuergesetzes nicht mit der in der Be-
gründung anläßlich der Ablehnung der propagierten Aufhebung
der ei höhten Umsatzsteuer gegebenen Zusage der Reichs-
regierung zufriedengeben, sondern muß Sicherheiten dafür ver-
langen, daß die Regierung ihren Belangen Rechnung trägt und
die Ungerechtigkeiten anderen Industrien gegenüber beseitigt,
daß vor allen Dingen der Begriff „Luxus" oder „hochwertiger
Gebrauchsgegenstand" so festgelegt wird, daß er die Grund-
lage für eine allen Industrien gegenüber gerechte Steuer
bilden kann Geschieht das nicht, dann bleibt der Willkür
lür und Tor offen, dann kann man sich nicht des Eindrucks
erwehren, daß regierungsseitig parlamentarischen Einflüssen
nicht mit der Entschiedenheit entgegengetreten wird, wie man es
' bisher in Deutschland gewohnt gewesen ist. Sollte die Glas-
industrie sich eines besseren belehren lassen müssen, dann
könnte sie die Reichsregiernng nur bitten, ihr auch gleich die
Mittel zu bezeichnen, mit denen andere Industrien erreicht
haben, daß man ihre Erzeugnisse nicht als hochwertige Ge-
: brauchsgegenstände bezeichnet, wenigstens solange nicht, wie
es sich um das Steuerzahlen handelt. Den Glasindustrie*
fach verbänden kann man aber nur lurnfen : videant, ne
industria detrimenti capiat.
Gegen die Ratifizierung* der Washingtoner
Beschlüsse.
(Nachdruck yerbotro.)
Während bisher nur In der Rechtspresse mehr oder weniger
\ eindringliche Warnungen vor einer' Ratifizierung an die Re-
gierung gerichtet wurden, ergibt die Beobachtung der allge-
meinen Presse nunmehr die Feststellung, daß auch Teile der
sozialdemokratischen Presse in der Frage des Achtstundentages
eine von ihrer bisherigen abweichende Stellung einnehmen.
Während die radikalen Blätter sich bitter über die Vermehrung
! der Angriffe gegen den Achtstundentag beklagen und die
schleunige Ratifizierung der Washingtoner Beschlüsse über die
Arbeitszeit fordern, nehmen andere socialdemokratische Blätter
einen hiervon stark abweichenden Standpunkt ein. Sie warnen
\ dringend vor Uebereilung in dieser Frage und betonen dabei,
daß bisher „kein für uns in Betracht kommender Staat die
Ratifizierung vorgenommen hat." Wenn Blätter, wie die
„Freie Presse" in Elberfeld-Barmen, „Rheinische Zeitung" in
Köln, „Königsberger Volkszeitung" usw. lebhafte Bedenken
gegen die in Washington vorgesehene Regelung der Arbeits-
zeit äußern, so ist ohne weiteres anzunehmen, daß hierdurch
die Abweichung eines Teils der sozialdemokratischen Partei
von der bisher ängstlich gehüteten Errungenschaft der Revo-
lution gekennzeichnet ist. Die genannten Zeitungen begründen
ihre Bedenken ganz richtig damit, daß die Annahme der Wat-
hingtoner Beschlüsse unserer wirtschaftlichen Entwicklung einen
weiteren Knebel anlegen würde.
Zum Beispiel schreibt die Elberfeld-Barmener .Freie Presse"
am 14 11. 1921:
„Die Ratifizierung würde uns auf 11 Jahre binden, und,
darüber, ob das Uebereinkommen wirklich durchgeführt ist,
würde ein vom Völkerbund eingesetzter internationaler Ge-
richtshof zu befinden haben. Unsere gesamten Arbeitsver-
hältnisse würden demnach unter die Kontrolle des Völker-
bundes gestellt werden, und zwar auf die Dauer von 11 Jahren.
Zu der politischen und wirtschaftlichen Kontrolle, unter der
wir nns seit dem Versailler Frieden schon befinden, unter der
wir stöhnend das harte Los der Geschlagenen tragen müssen,
käme die Kontrolle unseres ganzen Wirtschaftslebens. Was
das bedeutet, kann sich jeder an den fünf Fingern abzählen
und wer noch einen Augenblick an die Gerechtigkeit und Loya*
lität des Völkerbundes geglaubt hat, braucht sich nur die Eat-
j Scheidung über Oberschlesien vor Augen zu halten, die Hundert-
tausende deutscher Arbeiter unter das polnische Joch zwingt.
| Nun stelle man sich vor, daß eine kleine Uebertretung des
Washingtoner Uebereinknmmmens — dazu gehört auch eine
Abänderung der auf Grund der Uebereiokunft erlassenen Ge-
setze — nach Artikel 418, 419 der Versailler Bestimmungen
Zwangsmaßnahmen durch den Völkerbund zur Folge hat! Daß
| diese Drohung mit Zwangsmaßnahmen für uns nicht nur auf
: dem Papier steht, sondern daß sie auch in die Tat umgesetzt
| wird, kann nach unseren bisherigen Erfahrungen mit den Ver-
tragsgegnern nicht zweifelhaft sein. Wenn wir die Beschlüsse
von Washington noch so treu und ehrlich durchführen würden,
eines schönen Tages würden doch „Gründe" gefunden werden,
die die Verhängung von Zwangsmaßnahmen zu „rechtfertigen"
hätten. Es dürfte also doch besser sein, wenn wir uns nicht
selbst Fährlichkeiten aussetzen, die wir ohne weiteres dadureh
vermeiden können, daß wir die Washingtoner Beschlüsse ein-
fach nicht ratifizieren."
Trotz dieser auffallenden Stimmungswandlung würde es
selbstverständlich verfrüht sein, bereits jetzt von einer durch-
gehenden Abwehr aller Kreise unserer Sozialdemokratie von
dem revolutionären Dogma des Achtstundentages zu sprechen.
Immerhin erscheint die Tatsache, daß überhaupt diese Frage
auch in den Blättern der gekennzeichneten Richtung in dieser
Weise besprochen wird, durchaus beachtenswert. Mau kann
nur hoffen, daß die Klärung der Ansichten recht bald weitere
Fortschritte macht und sich auch gegen die zu erwartenden
scharfen Angriffe aus ihrem eigenen Lager durchzusetzen weiß.
Sollte diese Hoffnung sich bewahrheiten, so würde hierdurch
i die Arbeitnehmerschaft unserem gesamten Wirtschaftsleben und
damit letzten Endes auch sich selbst einen wesentlichen Dienst
erweisen. .
1922. (5ö. Jahrgang.)
SPRECHSÄÄL — COBURG,
Nr. 2 — 17
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Das 60jährige Geschaftsjubilaum feierten vor kurzem die
Greppiner Werke, A.-G., Greppin.
Gesetzgebung, Stenern.
Kapitalertragssteuer. Der Reichsfinanzminister hat gemäß § 107
der R40. biB auf weiteres angeordnet, von der Erhebung der Kapital-
ertragssteuer auf Zinsen für vergütete Steuerbeträge abzusehen, wenn die
Kapitalertragssteuer voraussichtlich nicht mehr als M 50 betragen wird.
Handel nnd Verkehr.
Eine neue Bechnungseinbeit für den Außenhandel. Im Reichs-
verband der deutschen Industrie hielt RegiernngBrat Dr. Dalberg vom
Reiehskommissariat für Aus- und Einfuhrbewilligung einen Vortrag, der
die Entwicklung zu einer neuen stabilen deutschen Wahrung zum Gegen-
stand hatte. Der Vortragende legte dar, daß die Papiermark heute kein
brauchbarer Wertmaßstab mehr sei, und daß sich auf den verschiedensten
Wirtschafts- und Rechtsgebieten eine Tendenz zur Abkehr von der
Papiermark zeige. Das Währungselend erhalte gegenwärtig seine be-
stimmenden Antriebe von außen her, von Valutabewegung und Zahlungs-
bilanz, weniger von innen, von der Notenpresse und dem ungedeckten
Reichsetat, wenngleich deren endgültige Bedeutung für die Sanierung der
Währung auf die Dauer natürlich nicht geringer sei. — Aub der Zwangs-
lage der Valutaschwankungen einerseits nnd den Devisenanforderungen
der Entente andererseits sei heute der Außenhandel auf der ganzen Linie
zur Fakturierung in Auslandswährung übergegangen; aber die Fülle der
Einzelvorschriften aller kleinen Industrieverbände sei auf die Dauer kaum
erträglich und erschwere insbesondere dem großen Exporthandel das
Leben außerordentlich. Dalberg kam zu dem Vorschlag vereinheitlichter
Preisstellong in einer neuen Rechnungseinheit, der Banko-Mark, die sach-
lich den Wert des englischen Schilling darstellen würde und die realiter
gezahlt werden könne durch Schilling oder eine andere gangbare Währung
in Parität zum Pfund. Bemerkenswert waren die Ausführungen, warum
der Anschluß an die englische Währung für uns vorteilhafter sei als die
Annahme der Goldmark, die Anschluß an den Dollar bedeute. Notenaus-
gabe komme für die neue Währung nicht in Frage. Der durch Repara-
tionspflichten an die Notenpresse vorläufig gebundene Staat könne also
diese neue Werteinbeit nicht beeinträchtigen. — Aus einer schrittweisen,
an das Bestehende anknüpfenden Entwicklung würde sehr schnell für den
Außenhandel eine gangbare Währung entstehen, nämlich diejenige
Währung, mit der bei rein buch- und wechselmäßiger Verrechnung
deutsche Waren im großen gekauft werden könnten Der argentinische
Goldpeso sei ganz ähnlich interna ionai gangbares Zahlungsmittel, ohne
daß in Argentinien auf Goldpeso lautende Noten oder Münzen im Zahlungs-
verkehr umgingen. — Es wurde sich danach für Deutschland eine
Doppelwährung ergeben : die Papiermark für den Innenverkehr, die Banko-
mark für den Außenverkehr, wobei für die an den Außenverkehr un-
mittelbar anschließenden Geschäfte bis zu gewissem Grade auch die
Bankomark zuzulassen wäre Für den eigentlichen Binnenverkehr müsse
es grundsätzlich bei der Papiermark bleiben.
Im Paketverkehr nach Oesterreich, Tschechoslowakien nnd
Ungarn werden ab 1. 1. 22 die nachstehenden Gebühren erhoben: Ge-
wichtsgebühren : Deutscher Anteil für je 5 kg 30 c. und dazu als fremder
Anteil für jedes der drei genannten Länder ebenfalls für je 5 kg 30 c.
Danach betragen die Gewichtsgebühren fnr Pakete
v vj- k u~ uber 6 Wa ttber 10 bis über 15 bis
nach bis 6 kg 10 kg lg kg 2Q kg
Oesterreich .... 60 o. 120 e. 180 c. 240 c.
(unmittelbare Leitung)
Oesterreich .... 80 c. 180 c. 270 c. 360 c.
(ü Tschechoslowakien)
Tschechoslowakien . . 60 c. 120 c. 180 e. 240 c.
Ungarn 90 c. 180 o. . 270 c. 860 c.
Sperrgutzuschlag : 50 %.
VerBicherungsgebtthr : 50 c. für jede Fr. 300 der Wertangabe für
die gesamte Beförderungastrecke und außerdem die Behandlungsgebahr für
Wertpakete von M 2. Eilbestellgebühr : 50 c.
Der Meistbetrag einer Postanweisung nach Ungarn ist auf
Kr. 20000 erhöht worden.
Ein- nnd Ausfuhr, Zollwesen.
Fristen für die Sicherung der alten Ausfahrabgabe. Im Zu-
sammenhang mit dem Inkrafttreten des neuen Ansfnhrabgabentarifs
werden die Exporteure darauf aufmerksam gemacht, daß am 14. 1. 22
zwei Termine ablaufen, die für die Sicherung der alten, niedrigen Aus-
fuhrabgabe und der Abgabefreiheit von Bedeutung Bind. Soweit Erzeug-
nisse in Betracht kommen, die bis zum 15. 12. 21 auf der Ausfuhrfreiliste
gestanden haben und die vor dem 9 12. 21 nach europäischen Ländern
fest verkauft worden sind, kann die Abgabefreiheit gesichert werden,
auch wenn der Aalfuhrantrag nach dem 15. 1. 22 eingereicht wird, wenn
das Gesuch auf Abgabefreiheit spätestens am 14. 1. 22 an die zuständige
Stelle abgesandt wird. Soweit im letzteren Falle Verkaufsangebote nach
Uebersee in Betracht kommen, läuft die Frist noch bis einschließlich
38. 2. 22.
Fakturierung hei der Außenhandelsstelle für den Export-
handel. Der Außenhandelsausschuß der „Afex" hat zur Fakturierung in
Auslandswährung folgende Entschließung angenommen : 1. Die von den
fachlichen Außenhandelsstellen für hoch valutarische Länder beschlossenen
Währungsvorschriften sind auch bei denjenigen Anträgen maßgebend, die
hei der Außenhandelsstelle für den Exporthandel von den bei ihr zuge-
lassenen Firmen eingereicht wurden. 2. Die Reichsbevollmächtigten der
Außenhandelsstelle für den Exporthandel erteilen Genehmigungen zu Ab-
weichungen von der vorgeschriebenen Fakturierung im Ein Verständnis
mit der in Frage kommenden fachlichen Außenhandelsstelle. Sie sind
befugt, selbständig Ausnahmen von den Faktarierungsvorschriften bis zu
etwa 10 % des Gesamtwertes der im Vormonat von der Afexstelle erteilten
Ausfuhrbewilligungen nach hochvalutarischen Ländern monatlich zu-
zulassen, soweit die Eigenart des Exporthandels dies notwendig macht.
3. Die Uebersee- und Sammelgeschäfte bleiben gemäß des Beschlusses des
Volkswirtschaftlichen Ausschusses des Reichstages und der Ermächtigung
des Reichskommissars vom 8. 1. 21 von den Fakturier ungsvorsehriften der
fachlichen Außenhandelsstellen ausgenommen. Ist der kaufende Ausländer
im Inlande anwesend, so soll für den in Deutschland zu tätigenden Ab-
schluß Umrechnung in Mark zu gestatten sein. Ueber die Regelung der
Devisenablieferung sind endgültige Beschlüsse noch nicht gefaßt worden.
Ursprungszeugnisse und Konsulatsfakturen. Anschließend an
die Veröffentlichung in Nr. 34/1921, 8. 400, bringen wir nachstehend
eine neue Uebersicht über die Bestimmungen, die bezüglich der Beifügung
obiger Papiere zu Warensendungen, die von Deutschland ins Ausland
gehen, in den verschiedenen Ländern gegenwärtig gelten:
Weder Ursprungszeugnisse noch Konsulats-
fakturen werden verlangt von: Belgien, Brasilien, Bulgarien, China,
Dänemark, Finnland, Griechenland, Holland, Japan, Lettland, Deutsoh-
Oesterreich, Rumäuien, Schweden, Schweiz, Tschechoslowakien, Ungarn.
Argentinien : Ursprungszeugnisse vorgeschrieben.
England : Keine Ursprungszeugnisse, dagegen Vorlage der Fakturen
in dreifacher Ausfertigung.
Frankreich : Keine Ursprungszeugnisse ; vorgeschrieben ist jedoch
die Beifügung von durch eine deutsche Handelskammer bescheinigten
Rechnungen in Ur- oder Abschrift, aus denen hervorgehen muß, daß der
Verkäufer im Ursprungsland der verkauften Waren ansässig ist, und daß
der Verkauf auch dort abgeschlossen worden ist. Unter dieser Bedingung
wird der französische Importeur von der Bezahlung der Umsatzsteuer in
Höhe von 1,10 •/„ befreit.
Haiti : Ursprungszeugnisse u. a. für Steingut und Emailwaren.
Italien: Ursprungszeugnisse für die auf Grund des deutsch-italie-
nischen Abkommens vom 28 8. 21 eingeführten oder ausgeführten Waren.
Jugoslawien : Ursprungszeugnisse erst nach Ratifizierung unseres
Wirtschaftsabkommens erforderlich. Keine Konsulatsfakturen.
Kanada: Vorläufig noch keine Fakturenbeglaubigung notwendig.
Für die „Home Consumptfon Declaration" ist eine besondere Beglaubigung
nicht vorgeschrieben. Da diese Erklärung aber auf die Faktura zu setzen
ist, wird sie von den Vorschriften über die Fakturenbeglaubigung mit
betroffen.
Litauen : Keine Ursprungszeugnisse. Die vorgeschriebenen Fakturen
sind durch einen litauischen Konsul, sonst durch eine deutsche Handels-
kammer zu beglaubigen.
Norwegen : Ursprungszeugnisse nur für eine Reihe von Erzeugnissen,
die hier nicht in Frage kommen.
Philippinen: Für jede auf einen Verladeschein verschiffte Partie,
deren Wert 100 amerik. Dollar übersteigt, bedarf es einer amerikanischen
Konsulatsfaktur.
Portugal und Kolonien : Konsulatsfakturen (Ladungs-Deklarationen)
in portugiesischer Sprache erforderlich.
Spanisch- amerikanische Länder: Keine Ursprungszeugnisse; doch
verlangen die meisten dieser Staaten Konsulatsfakturen.
Südafrika: Die Fakturen sind mit der sogenannten „Consumption
Clause" zu versehen.
Uruguay : Ursprungszeugnisse vorgeschrieben.
Vereinigte Staaten : Ursprungszeugnisse im eigentlichen Sinne
werden nicht verlangt, dagegen Ursprungsvermerke auf jedem einzelnen
Erzeugnis (made in Germany), wo dies nicht möglich, auf der Verpackung.
Konsulatsfakturen sind erforderlich, wenn der Wert der Sendung
| 100 überschreitet.
Besetztes Gebiet. Einfuhrfreiliste. Mit Wirkung vom 1. 1. 22
ist auch im besetzten Gebiet die bisher im unbesetzten Gebiet gültige
Einfuhrfreiliste des Reichsbeauftragten für die Ueberwachung der Ein-
und Ausfuhr nach dem Stande vom 7. 4. 21 mit Nachträgen (Deck-
blättern Nr. 1 bis 110) in Kraft getreten. Damit ist die Emser Einfuhr-
freiliste vom 28. 6. mit sämtlichen Nachträgen ungültig geworden. Es
unterliegt also die Einfuhr einer Reihe bisher im besetzten Gebiet ein-
fuhrfreier Waren dem Einfuhrbewilligungsverfahren des Emser Ein- und
Ausfahramtes.
England. Zum Industrie -Schutzgesetz. Wie aus zuverlässiger
Quelle zu erfahren ist, sollen für die vor der Lampe geblasenen Glas-
waren für die nächste Zeit Erleichterungen zu erwarten sein.
Finnland. Absatzmöglichkeiten. Das finnische Konsulat in
München macht darauf aufmerksam, daß im Interesse einer Förderung des
wechselseitigen Verkehrs zwischen Finnland und Bayern am Ausfuhrge-
schäft beteiligte Firmen darauf hingewiesen werden, daß in Finnland zur-
zeit für eine ganze Reihe von Waren, darunter Glas-, Porzellan-, Stein-
gutwaren und Haushaltungsartikel, Interesse besteht.
Kanada. Kennzeichnung von Einfuhrwaren. Durch ein am
2. 6. 21 in Kraft getretenes Gesetz ist die Entwertung des fremden Gel-
des bei der Berechnung des Einfuhrzolles bekanntlich nur noch bis
höchstens 50°/0 zu berücksichtigen. Infolge dieser Maßnahme wird der
Zoll auf deutsche Waren je nach dem Kursstande um ein Vielfaches er-
höht, da die Mark, anstatt wie bisher zum Tageskurs nunmehr mit etwa
12 Cents bewertet wird. Es sollen jedoch Waren aus Ländern mit stark
entwerteter Valuta ab Zollager in dritten Ländern, z.B. Holland,
auf der Grundlage des allgemeinen in diesen dritten Ländern geltenden
Markwertes gekauft werden können, wenn dieser Kauf eine „bona fiie
transaction", ein gutgläubiger Geschäftsabschluß, ist. Es mttssan also die.
18 — Nr. 2
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
Waren bei einer z. B. in Kolland ansässigen Firma bestellt werden ; die
znr Vorlage bei der Verzollung erforderlichen Rechnungen müssen in
hollandischer Währung zn 'dem in Holland geltenden Marktpreis von der
holländischen Firma ausgestellt sein und die Bezahlung muß anch tat-
sächlich an diese Firma und nicht etwa direht an den deutschen Liefe-
ranten erfolgen. Anch in diesem Falle müssen die Erzeugnisse die
Urepmngsbezeichnung „Made in German y" tragen.
Ansführungsbestimmungen zu dem am 31. 12 21 in Kraft getretenen
kanadischen Gesetz über die Markierung von Waren, die nach Kanada
eingeführt werden, liegen bei der Abteilung V des .Auswärtigen Amts,
Berlin W. 8, Wilhelmst. 74, für Interessenten zur Einsicht aus.
Rumänien. Ifenregelung der Einfuhrvorschriften. In Nr.
51/1921, S. 612, ist mitgeteilt worden, daß die bisher einfuhrverbotenen
Waren größtenteils nunmehr ohne besondere Erlaubnis zur Einfuhr zu-
gelassen sind gegen Entrichtung eines Luxuszuschlages, der neben dem
Einfuhrzoll erhoben wird. Von den Erzeugnissen unserer Industrien
werden die nachstehend aufgeführten von der Neuordnung betroffen:
Luxus-
Zollsatz Zuschlag
in Lei in Lei
Künstliche Blumen und Teile von Blumen ans für 1 kg für 1 kg
Porzellan oder Glas . T.-Nr. 394 20 20
Künstlerisch geformtes Glas, Luxusgegenstände aus
Glas wie Kronleuchter, Kandelaber, Girandolen,
Rahmen für Spiegel und Bilder, Mosaik, Berlocken,
Perlen aus Glas, Armbänder, Halsschmuck und für 100 kg für 100 kg
Halsketten T. Nr. 547 1500 3000
Armbänder, Halsbänder, Halsschmuck, Perlen aus für 100 kg für 100 kg
Fayence und ans Porzellan .... T.-Nr. 531 900 900
Spanien. Der neue allgemeine Zolltarif soll nach einer Mel-
dung aus Madrid am 19. 1. 22 veröffentlicht und am folgenden Tage in
Kraft gesetzt werden. Im Großen und Ganzen werden die Zollsätze für
gewisse Artikel entsprechend der Vermehrung ihres Wertes erhöht werden.
Der Koeffizient für die Entwertung des Geldes ist abgeändert worden.
Die Lage in Industrie und Handel.
Polen. Neugründungen in der Glasindustrie. Gleich den übrigen
Industrien in Polen war auch die Lage der Glasindustrie bisher sehr mißlich.
Wenn jetzt die Inbetriebsetzung einiger Glashütten gemeldet wird, so
handelt es sich hauptsächlich um solche Hütten, die schon seit Jahren
außer Betiieb sind und bei denen jetzt eine teilweise Betriebsftthrung in
die Wege geleitet werden soll. Dies gilt in erster Linie für die Glas-
hütte in Kuznica bei Sosnowice, die im Frühjahr d. J. wieder derart
hergestellt sein soll, daß eine Beschäftigung eines Teiles der früheren
Arbeiterschaft möglich ist. Auch die Glashütte in Ruda-Opalino bei Cnelm
Boll im Laufe der nächsten Zeit, den Betrieb soweit wieder aufnehmen,
daß die Herstellung von Fensterglas und ähnlichen Glassorten erfolgen
kann. Der Plan, eine Glashütte in Jablonna bei Warschau zur Herstellung
von Flaschen zu erbauen, wird zu seiner Verwirklichung noch geraume
Zeit erfordern. In Krosno (Galizien) ist gleichfalls die Errichtung einer
großen Glashütte ins Auge gefaßt. Die Neubauten sollen im Lanfe dieses
Jahres fertiggestellt werden, doch wird in Fachkreisen darauf hingewiesen,
daß sich eine Vollendung unmöglich vor Ablauf einiger Jahre wiri er-
möglichen lassen. Vor allem dürfte es anch an den nötigen Maschinen
fehlen, deren Bau sich in Polen nicht bewirken läßt und die erst ans dem
Ausland bezogen werden müssen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzell an fabrik Rauenstein, vorm. Fr. Chr. Greiner & Söhne,
A. -G., Bauenstein. Die a. o. G -V. beschloß die Umwandlung der be-
stehenden Jt 750000 Vorzugsaktien in Stammaktien mit Dividenden-
berechtigung ab 1. 1. 22. Diese neuen Stammaktien werden von
einem Bankenkonsortium unter Führung der Bank für Thüringen, vorm.
B. M. Strnpp, A.-G., übernommen und den bisherigen Aktionären im Ver-
hältnis 2 : 1 zu 200 % zum Bezüge angeboten. Das Bezugsrecht ist bis
14. 1. 22 einschl. auszuüben. An Stelle des verstorbenen Kommerzienrats
Dr. H. Henbach wurde Fabrikdirektor M. Heubach in den Aufsichtsrat
berufen. Neugewählt wurde Bankdirektor 0. Beseler.
Porzellanfabrik Bavaria, A.-G., Ullersricht. Die a. o. G.-V.
vom 30. 12. 21 beschloß die Kapitalserhöhung um Jt 4 Mill. auf Ji 7 Mill.
Gegen den weiteren Antrag auf Schaffung von M 0,5 Mill. Vorzugsaktien
mit lOfachem Stimmrecht wurde von einem Aktionär Protest eingelegt.
Die Neuwahl des Aufsicht sratB hat folgende Zusammensetzung ergeben:
Geb. Justizrat Grimm, Bankier K. Strauß, Bankdirektor Chr. Höherer,
Banbdirektor Hirsch, Kaufmann J. Bühler, Rechtanwalt Dr. Sartorius,
Kaufmann J. Frisch und ßaurat 0. Frisch.
Wittenberger Steingutfabrik, G. m. b. H., Klelnwlttenberg-Elbe.
Das langjährige Vorstandsmitglied der Annaburger Steingutfabrik, A.-G.,
Herr Kail Riess, ist auf seinen Wunsch von seinem Posten zurückgetreten
und hat ab 1. 1. 22 die Leitung der Wittenberger Steingutfabrik, G. m.
b. H., übernommen.
Scbamotte- und Dinaswerke BIrschel & Ritter, A.-G., Erkrath.
Auszug ans dem genehmigten Abschluß vom 30. 6. 21 : Reingewinn
Ji 109 799 (73786); Dividende 10% (6); Abschreibungen M 30436
(36 789j. — Dem Geschäftsbericht zufolge konnten die Werksanlagen im
verflossenen Geschäftsjahr infolge anhaltender Kohlenknappheit, ständigem
Wagenmangel und zeitweiser Absatzstockung in den einzelnen Betriebs-
zweigen nicht in vollem Umfang ausgenutzt werden. — Dem AufBichtsrat
gehören jetzt an: P, 0. S. Kleyn, Fr. Büschel, Ph. Karcher und W. Kleyn.
Vereinigte LauHitzer Glaswerke, A.-G., Welßwasser. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 30 6. 21 : Reingewinn M 8 335 619
1201 547;; Dividende 15%; Abschreibungen M 231 210 (47 462); Zu-
weisungen an Werkerhaltungskonto Jt 2,6 Mill., an Pensions-Zaschußkasse
Jt 0,5 Mill. — Das Unternehmen hat bekanntlich im abgelaufenen
Geschäftsjahr nach dem Erlöschen der früheren Firma Vereinigte Lausitzer
Glaswerke, A.-G., seine bisherige Firma Glashüttenwerke Weißwasser,
A.-G, in „Vereinigte Lansitzer Glaswerke, A.-G," geändert. Die Fabrik-
betriebe, bestehend ans vier Glaswerken zur Herstellung von Hohlglas,
Gebrauchsartikeln, Kunst- und Lnxusglas sowie von chemisch-pharma-
zeutischen und technischen Gläsern mit ihren ausgedehnten Nebenbetrieben,
wurden erheblich erweitert. Außerdem wurde der Alleinvertrieb aller
<aus dem Werk der bisherigen Vereinigten Lansitzer Glaswerke, A-G.,
stammenden Erzeugnisse (mit Ausnahme der Glühlampenkolben) über-
nommen. Das Aktienkapital beträgt jetzt Jt 30 Mill.
Vereinigte Spiegelfabriken, A.-G., Fürth. Der Aufsichtsrat hat
beschlossen, die seit 1846 bestehenden Spiegel- und Tafelglasfabriken
Gebrüder Bloch, Waldsassen, anzugliedern und einer demnächst statt- j
findenden a. o. G.-V. zu diesem Zwecke eine Erhöhung des Stammkapitals
vorzuschlagen. In den Vorstand der Gesellschaft werden die Herren Max ]
Weinberger und Felix Bloch eintreten.
Dr. L. C. Marquart, A.-G., Beuel a. Rh. Unter vorstehender
Firma wurde die seit 1848 bestehende Chemische Fabrik Dr. L. G.
Marquart, die Ende 1918 in den Besitz der Firma M. Lissauer & Cie.,
Cöln, übergegangen ist, in eine A.-G. mit einem Kapital von Ji 12 Mill.
umgewandelt. Gründer ist die Firma M. Lissauer & Cie. Zu Vorstands-
mitgliedern wurden die bisherigen Leiter Alwin Walter und Hanns
Rothschili bestellt. Das Unternehmen, das z. Zt. etwa 300 Arbeiter und
Beamte beschäftigt, befaßt sich vornehmlich mit« der Herstellung von
Metallsalzen.
Brandschaden. In der Sylvesternacht sind Dachstuhl, Trocken-
räume und Preßsaal des Ostbaues der Wandplattenfabrik Georg Bankel,
L»uf bei Nürnberg, eingeäschert worden. Da fast sämtliche Rjh-
materialien dem Fener zum Opfer fielen, ist eine vorübergehende Störung
in der Fabrikation nnvermeidlich, doch wird der Betrieb in kürzester Zeit \
in seinem früheren Umfang wieder hergestellt werden. Die Brandursache
ist nnbekannt geblieben.
Das Konkursverfahren über den Nachlaß des Glasmalermeisters
Alban Bruno Schubert, Limbach, ist eingestellt worden, da sämtliche Gläubiger
dem hierauf gestellten Antrage der Erben des Gemeinschnldners zuge-
stimmt haben und innerhalb der gesetzlichen Frist ein Widerspruch hier-
gegen nicht erhoben worden ist.
General - Versammlungen.
Deutsche Fensterglas-A -G., Berlin : a. o. G.-V. 27. 1. 22, 4 Uhr n.,
Geschäftsräume, Berlin. T.-O. : Kapitalserhöhung um M 7,6 Mill. Inhaber-
aktien ; Satzungsänderungen.
Rhenania, Vereinigte Emaillierwerke, A.-G., Düsseldorf: o. G.-V.
26. 1. 22, 5 Uhr n., Berliner Handelsgesellschaft, Berlin.
Th. Goldschmidt, A.-G., Essen: a. o. G.-V. 26. 1. 22, 11 Uhr v.,
Geschäftsgebäude, Essen. T.-O.: Kapitalserhöhung um M 100 Mill. auf
Ji 150 Mill.
Messen und Ausstellungen.
Zur Errichtung des geplanten Leipziger Messeturms auf dem
Platz am Fleischerplatz hat der Rat seine. Genehmigung erteilt. Die
Unternehmer hoffen die erforderlichen Geldmittel aufzubringen.
Ausstellung»- und Messe-Amt. In der am 20. 12. 21 stattgehabten
, VorstandßBitzung wurde unter allseitiger Zustimmung beschlossen, daß das I
Ausstellungs- nnd Messe-Amt demnächst Vertreter der großen deutschen
Messen zu einer vorläufig unverbindlichen Aussprache zusammenberuft, in '
der die bereits seit längerer Zeit zur Debatte stehende Frage der Grün-
düng eines „Messefachausschnsses" erörtert werden soll, der — ebensowohl
als Sachverständigen-Beirat des Ausstellungs- nnd Messe-Amtes wie als
Selbstverwaltungsköiper der deutschen Messen gedacht — in freier Ver-
einbarung eine im gesamtdeutschen Interesse gelegene zukünftige Ent-
wicklung des deutschen Massewesens planmäßig anzubahnen hätte.
Sog. „Ständige Mnsterausstellurig" in Budapest. Einer Mit.
teilung des Ausstellungs- nnd Messe-Amtes der Deutschen Industrie zn.,
folge steht das in Budapest von völlig privater nnd lediglich zu persönj
lieben Geschäftszwecken betriebene Projekt einer „Ständigen internationalen
Musterausstellung industrieller Produkte, A.-G." in keinerlei Verbindung:
mit der angesehenen dortigen Deutsch- Ungarischen Handelskammer.
Verbände.
Der Verband Deutscher Topf Warenfabrikanten nnd Kunst-
töpfereien trägt seit seiner letzten a. o. G.-V. den Namen „Verband
Deutscher Tonwarenfabrikanten und Kunsttöpfereien". Zu der bisherigen
Gliederung des Verbandes in Unterverbände kommen weitere Einteilungen
in Fach verbände. Der Verband hat in seiner letzten Sitzung außerdem
wegen der unausgesetzt steigenden Löhne weitere Erhöhungen seiner
Preise Uber die letzte Erhöhung von 30% hinaus beschlossen.
Tonhandelsverband. Der Sitz des Verbandes ist von Cöln nac"
Bonn verlegt worden.
Bücher schau.
Handausgabe des Einkommensteuergesetzes vom 29. 3. 1920 in
der Fassung vom 24.3. 1921 und 11. 7. 1921, nebst den Ausführungsbe-
Btimmungen und den Vorschriften über die Rücklagen nach § 59 a, sowie;
die Einkommensteuer vom Arbeitslohn. Von Dr. G. Strutz, Senatspräsi-
denten am Reichsflnanzhof. Dritte, gänzlich neubearbeitete und vermehrte
Auflage. Berlin 1921. Verlag von Otto Liebmann. Geb. Ji 58.
Gerade zur rechten Zeit für die Abfassung der Steuererklärungen
für 1921 und die Nachprüfung der jetzt erfolgenden endgültigen Veran-
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURO.
Nr. 2 — 19
lagungen für 1920 erscheint die Handausgabe zum Einkommensteuergesetz
aus der Feder des anerkannten Meisters des Steuerrechts, des Senats-
präsidtnten am höchsten Steuergerichtshof Dr. Strutz. Das Buch bietet
erheblich mehr als der schlichte Titel „Handausgabe" vermuten läßt.
Auf nicht weniger ah 539 Seiten gibt Strutz eine eingehende Erläuterung
zu aller Bestimmungen des Gesetzes in der neuesten Fassung. Die Aus-
führungsbestimmungen sind mit abgedruckt, die schwer verständlichen
Vorschriften über die Rücklagen nach § 59 a nebst den Verordnungen des
Reichefinanzministeriums hierzu eingehend erläutert; eine klare Kommen-
tierung der Bestimmungen über die Einkommensteuer vom Arbeitslohn und
aller ergänzenden Verordnungen vervollständigen diesen Ratgeber für das
ganze Gebiet der Einkommensteuer. Die neueste Auflage, die das ge-
samte gesetzgeberische Material nach dem heutigen Stande unter restloser
Verwertung der Praxis wiedergibt, ist für jeden, der Einkommensteuern
zu zahlen hat, unentbehrlich ; in leichtverständlicher Sprache abgefaßt und
mit einem eingehenden Sachregister versehen, gibt sie schnell erschöpfende
Antwort auf jede Frage, so daß sie nur warm empfohlen werden kann.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik zu Kloster- Veilsdorf, Kloster Veilsdorf. Mai Barten-
stein wurde unter Ernennung zum Direktor in den Vorstand gewählt.
A Dümmler & Co, Porzellanfabrik und Malerei, G. m. b. H,
Schönwald. Stammkapital: M 100000. Selbständig vertretungsbefugte
Geschäftsführer sind Betriebsleiter Christian Holierung und Kaufmann
Morris M. Rosenbaum.
Adam Dümmler Porzellanfabrik, Schönwald. Die Firma ist erloschen.
Kerama Porzellan- Industrie Kolk & Comp., Rehau. Porzellanmalerei.
Persönlich haftender Gesellschafter ist Porzellanmaler Johann August
Kolk. Eine Kommanditistin ist beteiligt.
Annaburger Steingutfabrik, A.-G, Annaburg. Die Zweigniederlassung
in Kolmar (Posen) ist aufgehoben. Karl Rieß ist auB dem Vorstande
ausgeschieien.
Alemannia Vereinigte Tonwerke, A.-G., Berlin. Herstellung und
Vertrieb von Tonwaren jeder Art. Stammkapital : Jt 15 Mill. Vorstands-
mitglieder sind Ludwig Thielicke und Baumeister Richard Schnelle. Dem
ersten Aufsichtsrat gehören an Hofkammerrat a. D. Paschke, Direktor
J. Sacrzewski, Dr. H. Ulrich und Justizrat W. Soelmann.
Oberschwäbische KunBttöpferei Traugott Kaufmann, Kirchberg (Jller).
Die Firma iBt erloschen.
Bergbaugesellschaft Teicha m. b. H., Rietschen O.-L. Prokurist
Paul Böttcher wurde zum Geschäftsführer ernannt. Seine Prokura ist
erloschen.
Glashütte Neuwerk, A-G., Berlin. Anfertigung und Vertrieb von
Glaswaren aller Art, besonders für chemische, pharmazeutische und tech-
nische Zwecke, insbesondere Uebernahme, Fortführung und Ausgestaltung
der unter den Firmen Glasfabrik Neuwerk, Ludwig Henn, Berlin, Ludwig
Henn, Hohlglas engros, Berlin, und E. Geißler & Co., Glasinstrumenten-
fabrik, Berlin, bisher betriebenen Geschäfte. Grundkapital: M 10 Mill.
Alleiniger Vorstand ist Kaufmann Ludwig Henn. Die Gründer, die sämt-
liche'Aktien übernommen haben, sind Kaufmann L. Henn, die Allgemeine
Handelsgesellschaft m. b. H, Berlin, vertreten durch Kaufmann F. Semer
als Geschäftsführer, Chemiker Dr. C. Trenzen, Direktor Dr. H. Steffens-
meier und Kaufmann R. Seifert. Den ersten Aufsichtsrat bilden: Kauf-
mann F. Semer, Vors., Chemiker Dr. C. Trenzen, stellv. Vors., und Direktor
Dr. H. Steffensmeier.
Betriebsgesellschaft der Vopelius'schen und Wentzel'schen Glashütten
m. b. H, Sulzbach-Saar. Der Sitz ist nach Frankfurt a. M. verlegt.
Kreuznacher Glashütte, A.-G., Kreuznach. Kommerzienrat H. Heye,
H. F. Heye, Niels von Bttlow und Rechtsanwalt Schaefer wurden in den
Aufsichtsrat neu hinzugewählt.
Vereinigte Zwieseler und Pirnaer Farbenglaswerke, A.-G, München.
Die Prokura des Ingenieurs Oskar Spörhase ist erloschen.
Rietschener Hohlglashüttenwerk Berthold Greiner, Rietschen O.-L.
Die Firma ist auf die Firma „Rietschener Hohlglashüttenwerk Berthold
Greiner, G. m. b. H.", übertragen worden.
Rietschener Hohlglashüttenwerk Berhold Greiner, G. m. b. H.,
Rietschen O.-L. Stammkapital: M 1,2 Mill. Geschäftsführer ist Kauf-
mann Rudolf Greiner. Stellv. Geschäftsführer sind die Kaufleute Berthold
Greiner jun. und Berthold Greiner sen. Jeder Geschäftsführer ist selb-
ständig vertretungsbefugt, die Vertreter ohne Nachweis, daß ein Ver-
tretungsfall gegeben ist.
R. Greiner & Co., Rietschen O.-L. Die Firma ist auf die Firma
„R. Greiner & Co., G. m. b. H,u übertragen worden.
R. Greiner & Co., G. m. b. H., Rietschen O.-L. Stammkapital:
M 850 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Berthold Greiner jun. Stellv.
bescnäftsführer sind Rudolf Greiner und Berthold Greiner sen. Jeder
GeBcnältsführer ist selbständig vertretungsbefugt, die Vertreter ohne
Nachweis, daß ein VertretnngBfall gegeben ist.
Vereinigte Lausitzer Glas^rke, A.-G., Weißwasaer O.-L. Franz
Mader ist aus dem Vorstande ausgeschieden.
A.-G. für pharmazeutische Bedarfsartikel, vormals Georg Wenderoth,
Cassel. Kaufmann Friedrich Bruns hat Gesamtprokura.
Radeberger Kristallglasschleiferei Crienitz & Co., Radeberg. Persön-
lich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Ernst Otto Wilhelm Crienitz
und Erich Otto Edmund Lange.
Ernst Keßler, Glasinstrumentenfabrik, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen.
Inhaber ist Fabrikant Ernst Keßler
Otto Kahl genannt Stab, Stützerbacb. Glasbläserei. Inhaber ist
Fabrikant Otto Kahl genannt Stab.
Annweiler Email- und Metall- Werke vorm. Franz Ullrich Söhne,
Annweiler. Kaufmann Emil Kranz hat Gesamtprokura.
Gebrüder Gienanth-Eisenberg, Eisenbersr. Das Handelsgeschäft ist mit
Aktiven und Passiven an die naehgenannte G. m. b. H. übergegangen. Die
Firma ist erloschen.
Gebrüder Gienanth-Eisenberg, G. m. b. H„ Eisenberg. Stammkapital:
M a Mill. Geschäftsführer ist Httttenherr Karl Freiherr v. Gienanth.
Die Kaufleute Friedrich Thomann, Heinrich Trum und Otto Erdbrink
haben Gesamtprokura.
Wilhelmshütte, A.-G für Maschinenbau und Eisengießerei, Ealan-
Wilhelmshütte. Die Kapitalserhöhung um4 5 Mill. Stamm- und Ji 0,5
Mill. Vorzugsaktien auf Ji 13 Mill. ist erfolgt. Ausgabekura 132 °/0 bezw.
100 <>/o.
Herzogliche Eisen- und Emaillierwerke, A.-G., Primkenau. Die
Kapitalserhöhung um M 4,8 Mill. Stammaktien auf Ji 12 Mill. ist durch-
geführt.
Bein & Co., Bamberg Handels-, Vertretungs- und Agenturgeschäft
Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Franz Albert Bein
und Mai Ernat Alfred Süssenguth. Sie sind nur beide gemeinsam oder
einzeln in Gemeinschaft mit dem Prokuristen Siegfried Bachstein ver-
tretungsbefugt.
Kamphausen & Liebig, G.m.b.H., Breslau. Geschäftsführer Kom-
merzienrat Hanns Modler ist auch bei Bestellung von zwei oder mehreren
Geschäftsfahrern selbständig vertretungsbefugt. Frl. Klara Drabinski hat
Gesamtprokura.
L. G. Guberan, Göppingen. Handel mit Haus- und Küchengeräten»
Porzellan, Steingut und Glas. Persönlich haftende Gesellschafter sind
Wilhelm Guberan sen, und Wilhelm Gabaran jr.
Mai Weiner, Heidelberg. Glas, Porzellan, Haus- und Küchengeräte.
Inhaber ist Kaufmann Mai Weiner.
Wilhelm Klussmann, Mannheim. Die Firma wurde durch handels-
gerichtlichen Eintrag in „Klussmann & Binder" abgeändert. Der bis-
herige Großhandel in Glas, Porzellan, 8teingut und Steinzeug wird in
den neuen vergrößerten Geschäfts- und Lagerräumen mit Gleisanschluß,
Meerfeldstr. 3—9, hinter dem Hauptbahnhof, weitergeführt.
A. Lebmann & Co., Meiningen. Großverkauf von Tafelglas und
anderen Glaawaren. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute
Alwin Lehmann und Carl Trischler.
Gg. Leykauf, Nürnberg. Die Prokura der Buchhalterin Christine
Michel ist erloschen.
William Kempe, G. m. b. H., Bautzen. Handel und Vertrieb sämt-
licher Produkte für Berg- und Hüttenwesen sowie für die keramische,
feuerfeste und chemische Industrie. Stammkapital : Ji 25 000. Geschäfts-
führer ist Tonwerksbesitzer William Kempe.
Cöln-Frechener Kristall-Sandwerke, G. m. b. H., Cöln-Bayenthal. Die
Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist Kaufmann August Lindemann.
Rheinischer Glas- und Farbenvertrieb, G. m. b. H, Cöln. Kauf-
mann Paul von Rahden ist zum weiteren Geachäftaftthrer bestellt. Käthe
Kleinatreuer hat Gesamtprokura.
Löthain-Meißner Tonwerke Heinrich Rühle, Meißen. Dem Mitarbeiter,
Kaufmann Hermann Bragulla, wnrde Einzelprokura erteilt.
Kaschka-Mehrener Tonwerke J. G. Venus, Meißen. Dem Mit-
arbeiter, Kaufmann Hermann Bragulla, wurde Einzelprokura erteilt.
S. Salomon, Minden i. W. Der bisherige Mitarbeiter Arthur Salomon
und der langjährige Prokurist Max Weinberg sind als persönlich haftende
Gesellschafter eingetreten. Jeder Gesellschafter ist selbständig ver-
tretungsbefugt.
Farben- und Mineralmahlwerke Pezoldt & Ulshöfer, Neuenmarkt.
Die Firma lautet jetzt: „Farben- und Mineralwerke Pezoldt & Ulshöfer."
Der Sitz ist nach Stadtsteinach verlegt.
Steiner Kaolin- nnd Tonwerke, G. m. b. H., Steine. Die Firma ist
erloschen.
E Wunderlich & Comp., A-G., Altwasser. Die Kapitalserhöhung
um M 1,76 Mill. Stamm- und M 0,6 Mill. Vorzugsaktien auf Ji 4,1 Mill.
ist durchgeführt. Ausgabekurs 145% bezw. 100 °/0.
$
Fragekasten des Sprechsaal.
Nene Fragen.
Keramik.
7. Wir wollen die Herstellung eines Qualitätsgeschirres aufnehmen,
und zwar nicht aus Steingut, sondern aus weißem Steinzeug, das alle
Dekorationsarten wie Porzellan verträgt. Einerseits müßte das Geschirr
sehr widerstandsfähig und zum Gebrauch gut geeignet sein, anderseits soll
die Herstellung nicht so schwer wie bei Porzellan sein. Welche Masse käme
in Betracht, wie hoch soll der Verglühbrand und wie hoch der Glatt-
brand sein?
8. ' Zum Brennen von Porzellan-Knöpfen, Broscheplatten usw. benötige,
ich einen kleinen Gutbrand- Ofen für eine Brenntemperatur von 12—1300° C:
Welches Ofen-System käme für mich in Frage?
9. Zur Bereitung von Gießschiicker verwenden wir die Abfälle der
Dreherei und der Gießerei. Welche Vorteile bietet nun die Zubereitung
von Gießschiicker mit Rührern gegenüber derjenigen auf Trommeln? Wir
fragen deshalb, weil bei Bühren die Massepatztn mühselig in kleinen
Stücken eingebrockt werden müssen, dagegen bei der Aufgabe auf Trommeln
der ganze Versatz auf einmal aufgegeben wird und nach wenigen Stunden
Laufzeit abgelassen werden kann. Da die Eisentrommeln größlentäls mit
Silexfuüer ausgelegt sind, so besteht für den Eisenmantel auch keine Gefahr
durch die Soda des Schlickers.
10. Meine Glasur ist im allgemeinen tadellos, nur springt sie bei
Eiken oder bei Figuren mit herverstehenden Partien ab. So habe ich z. B
10 — Nr. 2
SPRECH SAAL — COBÜRO-
igj*. (65. jfahrgan^
eine Vase mit einer modellierten Eule; darauf gitzt die Glasur ganz gut,
und nur von der Eule springt sie ab. Wie könnte ieh den Fehler be-
seitigen f
11. Wir haben einen Ofen von 4,20 m 0 und 2,20 m bezw. 2,80 m
innerer Höhe bis zum Widerlager und Mittelfuchs. Von den Abzugs-
füchsen im Podium hat der Mittelfuchs 19 cm 0 (früher 24), die erste
Reihe 3 Füchse von 10 cm 0, die zweite Reihe 6 Füchse von 11 cm 0
(früher 12) und die dritte äußere R4he 12 Füchse von 10 cm 0. Der
Ofen besitzt 6 Feuerungen mit je 8 Roststäben von je 48 cm Breite und
100 cm Länge, also 1,48 qm Heizfläche. Das Vorfeuer wird mit böhmischer
Braunkohle geführt, das Scharffeuer mit sächsischer Steinkehle. Das jeweilig
verbrannte Quantum Kohle ist zusammen mit 160 — 175 Ztr. wohl als normal
zu betrachten. Der Ofen hat fast durchschnittlich von der Sohle 1/s m Ware
mit gelbem Stich, ein iehler, der sich schon zeigte, als die Abzugsfüchse noch
größer waren, und auch jetzt, nach dem Ausschmieren derselben nicht weg-
zubringen ist. Das Vorwärmfeuer wird regelmäßig 10 — 12 Stunden geführt,
in welcher Zeit auch SK 09 umgeht. Der Ziegel im oberen Ofen wird
niemals früher als 6 Stunden nach dem Abbrennen weggezogen. Nachdem
der Ofen vom Gewölbe angefangen stets reinweiß durchgebrannt ist und
sich nach unten allmählich abschwächt, liegt die Vermutung nahe, daß die
Abzugsfüchse noch immer zuviel Feuer wegreißen. Haben wir damit recht
oder kann hier noch irgend ein anderer Faktor in Frage kommen?
12. Lohnt es sich, elektrische Montage-Artikel, wie Rosetten, Schalter-
büchsen usw., die bei SK 12 — 13 Biskuit gebrannt sind, mit einer
weichen Glasur zu überziehen? Der Glasurbrand soll in einem kon-
tinuierlichen Ofen bei SK 010 erfolgen.
13. Wer baut als Spezialität Trockenanlagen zum Trocknen von
Steingutmassen ?
Glas.
9. Ich bitte um Angabe eines Schmelzsatzes zur Herstellung von
Klangglas für Becher und Kelche.
10. Welche Kühlöfen sind besser, diejenigen mit Blechtöpfen oder
mit Kühlbahn? Es kommen für die Kühlung in Frage Flaschen und
Flakons von 1 — 500 gr Inhalt. Gibt es verschiedene Arten von Kühl-
bahntn ? Welche Größe muß die Kühlbahn haben für 12 Häfen von je
300 kg Glas, und welches ist der ungefähre Mehrverbrauch an Gas gegen-
über einer Kühlanlage mit Blechtöpfen?
11. Kann eine glasige Schlacke, Rückstand aus der Erzaufbereitung,
mit etwa:
Kieselsäure 47 %
Tonerde . 18 °/,
Kalkerde 18 <>/,
Magnesia . . 9 %
Eisen 4 •/,
Kali 2,4°U
Andere metallische Verbindung 2 %
für sich allein oder als Zusatt zur Herstellung von dunklem Flatchenglat
oder für ähnliche Zwecke dienen? Schmelzpunkt etwa 1200" Ctltiut.
Briefkasten der Redaktion.
„H.« i. E.-H. Sie finden im Sprechsaal-Kalender Wasserglas-Kitte
aller Art, von denen einige -wohl Ihren Ansprüchen gerecht werden
durften.
Soe. Ind. Pore. i. M. Versätze zu einer schwarzen Porzellan-
glasar sind angegeben in den Antworten zu der Frage 15 in Nr. 8 und
9 des Sprechsaal 1919.
J. Ss T. i. M. Glühlampen- nnd optisches Glas sind oft so ver-
schieden zusammengesetzt, daß sich die „ungefähre" Segerformel nicht
angeben läßt. Da Sie die Scherben offenbar zur Glasurherstellung ver-
wenden wollen, wurden Sie bei Annahme einer nngefähren Zusammen-
setzung Gefahr laufen, grobe Fehler zu begehen nnd infolgedessen üeber-
raschnngen aller Art za erleben. Sicherheit bekommen Sie nur durch
die chemische Analyse einer Durchschnittsprobe der zerkleinerten nnd
gut gemischten Scherben.
J. H. i. H. Ersatz für Norton-Alundumscheiben liefern das
Gnilleaume-Werk in Beuel bei Bonn, Max Peschel in Biebersdorf, Post
Eeinerz i. Schles., L. Niggl in Albendorf, Grafsch. Glatz, Michael
Ankenbrand in Eltmann a. M., Alfred Porsche, Schleifsteinschneidewerk
in Dürrhennersdorf i. S.
Sprechsaal - Kalender
1922
Preis: Gebunden bei freier Zu-
1 sendung für Deutschland,
Deutsch - Oesterreich und Ungarn
M13.—, TschechoslowakienM16.—,
für das Ausland mit hochstehender
Währung: Frs 5.—, Lire 5.—, Sh ,
Dollar 2.—, Kroner 3.60.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
Zur Tunnelofen »Frage!
Um den unwahren Ausstreuungen der Konkurrenz die Spitze abzubrechen, sehen wir uns veranlasst
mitzuteilen, dass unser Tunnelofen Nr. 4 in Hennigsdorf trotz der scharfen Bedingungen, welche
die A. M 0. an die Uebernahme gelcnüpß hat, vertrag smässig abgenommen worden ist und mit wesentlich
erhöhter Leistung gegenüber den bisherigen Tunnnelöfen arbeitet.
Aus demselben Grunde veröffentlichen wir nachstehend das Abnahme-Telegramm unseres Tunnel-
ofens I in Margarethenhütte bei Bautzen in Sachsen :
\
~_
„Bunzlauerwerke Bunzlau.
Telegramm aus Gros sdubrau 28W. den 14. /12. um 11 Uhr 25 Min. vorm.
Aufgenommen den 14, 12. 1921 um 2 Uhr 52 Min. naohm.
übernehmen heute tunnelofen eins ausführung des
ofens und beschaf f enhei t des Porzellans bei fünf-
zehn tonnen tagesleis tung ist hervorragend tunnel-
ofen zwei wird nach Übergang zum glattfeuer abge-
nommen, schomburg"
S -r
Bunzlauer Werke Lengersdorff & Comp.
BUNZLAU in Schlesien.
r (55 Jahrgang-)
ioburg, den 19. Januar 19SLS.
Nummer $
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loois 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bngra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprechanschluö>lr. 59./TeIegr.-Adresse Sprecheasl
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1 509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Coborg-Gothaische Bank Ä.-G., Coburg
Bezugspreis: Für Deotschland und Deutsch-Oesterreich dnrch die Post vierteljährlich JC 14.— anter Streifband JC 40.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1 — (Stellengesuche 30 4).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Einige Mitteilungen über Kapseln mit
Karborundum und Quarz.
(Nachdruck verboten.}
In den englischen Transactions of the Ceramic Society
1920/21, Vol. XX, P. II, S. 92— 104, teilt B. J. Moore seine
Erfahrungen über die Verwendung von Karborundum und ge-
schmolzener Kieselsäure in der Kapselfabrikation mit.
Er ging bei seinen Versuchen von dem Gedanken aus, daß
es ebenso wichtig sei, den richtigen feuerfesten Ton zur
Kapselbereitung zu benutzen, wie die Schamotte in der
bebten Form einzuführen. Da man Kaolin (china clay) als
einen typischen feuerfesten Ton von normaler und reiner Be-
schaffenheit ansehen kann und fetten Ton (ball clay) als einen
solchen, der plastische Eigenschaften verleiht, d. h. die Kapsel-
formung ermöglicht, und in manchen Fällen das Flußmittel in
der Kapselmasse bildet, sodaß die Kapseln in gebranntem Zu-
stande ohne Bruchgefahr verwendet werden können, so benutzte
Moore anstatt der sonst üblichen feuerfesten Tone eben ein
Gemisch von ball und china clay. Wenn also mit den Quarz
und Karborundum enthaltenden Kapseln bessere Ergebnisse
erzielt wurden, so muß dies auch mit auf die Anwendung
obigen Tongemisches zurückgeführt werden. Der richtige Ge-
brauch eines passenden Tones muß geradezu als Vorbedingung
für die erfolgreiche Verwendung von Quarz oder Karborundum
bei der Kapselhorstellung angesehen werden, doch kann auch
hier nur die Praxis den Ausschlag geben, wobei man sich ganz
nach der Brenntemperatur richten muß.
Vor einiger Zeit hatte eine Karborundumfabrik mehreren
keramischen Werken mitgeteilt, daß das Kapselproblem seine
Lösung in den Karborundumkapseln gefunden habe, die zehn-
bis zwanzigmal so dauerhaft seien wie gewöhnliche Tonkapseln,
eine Brennstoffersparnis ermöglichten, große Festigkeit, Wider-
standsfähigkeit gegen Abnutzung zeigten usw. Hierdurch ver-
anlaßt, nahm Moore ziemlich ausgedehnte Versuche mit solchen
Kapseln vor, die teils von der erwähnten Karborundumfirma
bezogen waren, teils — unter Fabrikationsbedingungen — von
ihm selbst hergestellt wurden.
Zweifellos bietet Karborundum ganz entschiedene Vorteile
gegenüber der gewöhnlichen Schamotte, wenn zusammen mit
einem geeigneten Kapseltone verwendet, und zwar hinsichtlich
der Haltbarkeit. Die Auswahl dieses passenden Tones ist eine
etwas schwierige Sache, da ja diese Tone zeitweise in ihrer
Beschaffenheit sehr wechseln. Es ist daher nötig, zunächst
mit der ganzen Tonladung entnommenen Proben Versuche an-
zustellen, ehe man über ihre Brauchbarkeit entscheidet.
Wahrscheinlich übt Karborundum in den Kapseln eine
allmähliche Reduktionswirkung aus, und bei Verwendung von
eisenkieshaltigen Tonen findet starkes Aufkochen statt, sodaß
der zum Einsetren der Waren benutzte Sand oder Flint mit
Eisen verunreinigt wird. Beim Brennen von Porzellan in
solchen karborundumbaltigen Kapseln macht sich dann als Kenn-
zeichen jener Reduktionswirkung auch eine Verfärbung des
Porzellans bemerkbar.
Als beste Kapselton-Mischung in Verbindung mit Karborun-
dum für die Brenntemperatur von SK 9 gibt Moore eine solche
von 3 Teilen china clay und 1 Teil Dorset ball clay an. Für
niedrigere Temperaturen empfiehlt es sich, den Tongehalt zu
erhöhen und den an china clay entsprechend zu verringern,
um eine Kapsel von genügender Festigkeit zu erhalten, die
ihre Handhabung beim Einsetzen usw. gut verträgt.
Ueber die Höhe des Karborundumzusatzes läßt sich eine
bestimmte Vorschrift schwer geben. Gute Ergebnisse erhielt
Moore mit einer Mischung aus 60°/0 Karborundum und 40°/,
Ton (aus 3 Teilen china clay und 1 Teil ball clay). Kapseln
aus dieser Mischung hielten 30 — 40 Brände aus. Der bei
ihnen schließlich entstehende Ausfall hatte seine Ursache
a) in kleinen Sprüngen, die im ersten Feuer entstanden und
dann größer wurden, b) in rücksichtsloser Behandlung, die zum
Bruche führte. Die kleinen Risse entstanden wahrscheinlich
durch ungleichmäßiges Trocknen oder Erhitzen im Ofen, wie
solches besonders am Gewölbe eines Ofens mit überschlagender
Flamme eintreten kann.
Es war eigentlich Moore's Absicht, die Vorteile karborundum-
haltiger Kapseln im Großen dadurch festzustellen, daß er in
einem Brennofen ausschließlich solche Kapseln, in einem
anderen ausschließlich gewöhnliche Schamottekapseln benutzte.
Der Preis für die erforderliche Karborundummenge stellte sich
aber so hoch, daß es ausgeschlossen schien, für das aufge-
wandte Kapital eine angemessene Verzinsung zu erhalten. —
Die in einer keramischen Fabrik herrschenden Verhältnisse
rechtfertigen also die Verwendung von Karborundum zur all-
gemeinen Kapselbereitung nicht, und zwar aus folgenden
Gründen:
1. wegen der hohen Kosten,
2. wegen der etwas reduzierenden Wirkung beim Gebrauch,
3. weil sich schwer erklärliche Schwierigkeiten bei der
Herstellung der Kapseln zeigten,
4. weil schließlich ebenso gut, wenn nicht bessere Er-
gebnisse bei Anwendung von geschmolzenem Quarz anstatt
Karborundum erhalten werden können, wobei die Kosten des
erstereu nu$ etwa ^ des letzteren auaoiachen, der Quarz beina
22 — Nr. 8
Brennen keine Reduktionswirkung ausübt und mit jeder Ton-
sorte verwendet werden kann.
Immerhin gibt Moore zu, daß Karborundum für andere
feuerfeste Erzeugnisse, z B. für gewisse Steine, als wertvoller
hochfeuerfester Zusatz sebr wohl von Bedeutung sein kann,
wenn er dem Einflüsse der Rauchgase zu widerstehen vermag,
besonders dann, wenn die Steine bei hoher Temperatur eine
ungewöhnlich hohe Belastung aushalten müssen.
Deshalb unternahm Moore, und zwar auf Anregung von
Mellor, weitere Versuche mit Kapselmassen, in denen das
Karborundum durch Quarz ersetzt war. Der Zasatz an china
clay hängt fast lediglich von der Höhe der Brenntemperatur ab.
Eine Menge von 50 bis 60 °/0 geschmolzenem Quarz macht die
Kapseln ziemlich unempfindlich gegen Zerplatzen, wie es sonst
bei raschem Abkühlen oder Eihitzen eintritt, d. h. wenn der
Quarz mit passenden Tongemiscben versetzt wird.
Je besser die einzelnen Rohstoffe miteinander vermischt
sind, umso länger werden die Kapseln halten. Es ist daher
nötig, Ton und Schamotte in irgend einer Mühle zusammen-
zumischen, während es nicht genügt beides einfach durch einen
Mischer oder Tonschneider gehen zu lassen.
Als Beispiele für Kapselmasse gibt Moore die folgenden an:
A) 3 Teile china clay,
1 „ ball clay,
ÖO°/0 Schamotte wovon 35°/0 geschmolzener Quarz waren.
Diese Kap«elart hielt 6—8 Brända bei SK 9 aus.
B) 3 Teile china clay,
1 „ ball clay.
60°/0 geschmolzener Qaarz. •
Diese Kapselart hielt über 20 Brände bei SK 9 aus.
C) 3 Teile china clay,
1 „ ball clay.
6ü°/0 Schamotte; diese Kapselmischung wurde dann ab»
geändert in:
1 china clay,
1 ball clay,
60°/0 Schamotte.
D) Diese Kapselmasse war nicht für den regelmäßigen
praktischen Gebrauch bestimmt, zeigte aber deutlich die Vor-
teile eines Quarzzusatzes zum Verhüten des Reißens der Kapseln.
Die Zusammensetzung war:
Ö0°'0 örtlich vorkommender Ton,
b0 °/0 gewöhnliche Schamotte,
20 °/0 geschmolzener Quarz.
Die Kappeln bekamen zwar alle sehr bald kleine Sprünge, die
auch mit der Zeit etwas größer wurden, doch ging keine
einzige Kapsel wirklich zu Bruche, obwohl sie mindestens
30 Brände unter zum Teil recht drastischen Bedingungen
durchmachten.
E) Als neue Kapselmasse, die vielleicht noch geringer Ab-
änderungen bedarf, wurde schließlich die folgende für den Be-
trieb im Glattofen angenommen:
60°/0 ball clay.
2ö °/0 im Biskuitfeuer gebrannter Kaolin (china biscuit grog)1),
2o °/0 geschmolzener Quarz.
Moore teilt weiter mit, daß alle quarzhaltigen Kapseln einen
dumpfen Klang beim Anschlagen zeigen, während nur tonhaltige
veihältni-mäbig hell klingen. Das ist für die Quarz enthaltenden
Kapseln charakteristisch und scheint für die Eigenschaft des
Nichtberstens fast wesentlich zu sein.
In dem Meinungsaustausch, welche sich an Moore s Aus-
führungen anschloß, wies Bailey darauf hin, daß er vor dem
Kriege gute Ei fahrungen mit Karborundumkapseln gemacht
habe, daß aber dieses Material während des Krieges nicht mehr
zu haben gewesen sei und man es zwar jetzt wieder haben
könne, aber streng zwischen dem aus der Schmelzzone des elek-
trischen Ofens stammenden wiiklichen Karborundum und dem
aus den äußeren Zonen herrührenden weniger wertvollen Er-
zeugnisse, dem sogenannten Karborundumsand, unterscheiden
müsse. Letzterer habe für die Kapselbereitung keinen beson-
deren Voiteil. Die gemeinsamen von einer größeren Zahl
englischer Fabriken in ihren Werken mit karborundumhaltigen
Kapseln unternommenen Probeversuche haben sehr verschieden-
artige Ergebnisse gezeitigt. In mehreren Fabriken erhielt man
Kapseln von sehr langer Lebensdauer, in anderen solche, die
schon nach wenigen Bränden zu Bruche gingen. Ein großer
Unterschied zeigte sich im Verhalten der Kapseln, ja nachdem
sie im Oxydations- oder Heduktionsfeuer benutzt worden. Die
Mitteilungen Moores bezüglich des nachteiligen Einflusses der
Keduklionsflamme auf die Karborundumkapseln werden durch
die mit letzteren in der Publik in Longton gemachten schlechten
Erfahrungen bestätigt. Tatsächlich brennt man in Longton
mit niederschlagender Flamme und mehr reduzierend, während
bei Doulton & Co., Ltd., in Bursltm, wo man mit aufsteigender
') oder Porzellaoacherben ? Der Bef.
I
1922. (65. Jahrgang.)
Flamme und oxydierend brennt, gute Ergebnisse erhalten
wurden. Bailey betont weiter, daß geschmolzener Quarz in den
gewöhnlichen keramischen Industrieöfen nicht entstehe, sondern
zu seiner Erzeugung eine Erhitzung auf höhere Temperatur
nötig sei und daß er, wenn wirklich vorhanden, in letzteren I
Oefen wieder in die Tridymitform übergehe. Nach Mellor
müsse die Umwandlung nicht erst in der Kapsel stattfinden, i
da diese sonst leicht bersten könne, sondern vor dem Mahlen i
des Quarzes und seiner Einführung in die Kapselmasse. Er-
fahrungsgemäß besitzen diese Kapseln einen guten Klang, i
halten aber trotzdem, was Moore's Beobachtungen widerspricht. |
Demgegenüber bezweifelte Moore, daß in Fällen, wo Kapseln, 1
die geschmolzenen Quarz enthalten, im Feuer springen, dies '
auf den Veränderungen beruhe, die dieser Quarz erleide,
sondern daß dann die unzweckmäßige Tonmischung die Ursache
sei : Der geschmolzene Quarz, in Stücken von geeigneter Korn- '
große der Kapselmasse zugesetzt, gehe vielmehr mit den die
Quarzstückchen umgebenden Tonteilchen eine innige, zackig i
ineinander greifende- (dove tailing) Verbindung ein, die diesen 1
Kapseln eine den gewöhnlichen nicht eigentümliche Elastizität I
verleihen. j ,
Darauf stellte Bailey nochmals fest, daß jede Form von i
Quarz, möge es sich nun um vorher geschmolzenen oder um
gewöhnlichen und nur normal gebrannten Quarz handeln, beim i i
Erhitzen in den fraglichen Industrieöfen in Tridymit übergehe,
wenn auch dahingestellt bleibe, innerhalb welcher Erhitzungs- Ii
dauer die Umwandlung beendet sei; jedenfalls stehe fest, daß
solche Kapseln nach etwa 3 bis 5 Bränden mürbe würden.
Unter nochmaliger Betonung seiner tatsächlichen praktischen
Erfahrungen wies Moore wiederholt auf die erwähnte Prüfung
des Klanges der Kapseln beim Anschlagen hin, mit deren Hilfe
er ihre Haltbarkeit sicher zu beurteilen vermöge.
In der weiteren Aussprache machte Scott ziffernmäßige
Angaben über die Volumenänderungen des Quarzes beim
Uebergang von einer Modifikation in die andere: Das spezi- j
fische Gewicht der geschmolzenen Kieselsäure ist angenähert
2,21, das von Tridymit 2,28 und von Kristobalit 2,33. Bei Um-
wandlung in Tridymit beträgt die Raum-Veränderung der Kiesel-
säure 1,4 °/0, die lineare 0.6 °/0. Bei Uebergang in Kristobalit
sind die entsprechenden Werte 2,1 °/0 und 0,7 °,/a. In beiden
Fällen tritt eine Schwindung ein, da das spezifische Gewicht
der geschmolzenen Kieselsäure kleiner ist als das der beiden
anderen Formen. In der Praxis ist die Zu«amm<*nziehung aber
wahrscheinlich geringer als die theoretischen Werte ; es kann
sogar eine geringe Ausdehnung stattfinden, wenn nämlich das
Porenvolumen größer wird. Nach Heraeus gehe Kieselsäure im
geschmolzenen Zustande beim Erhitzen im keramischen Industrie-
ofen in eine Form .vom spezifischen Gewicht 2,33 über, was
eher auf Kristobalit als auf Tridymit hindeute. Es ist kaum
anzunehmen, daß die obengenannten geringen Volumenver-
ringerungen ein zu Bruchegehen der Kapseln bewirken können.
Auf Grund praktischer Erfahrungen bestätigte endlich)
Wood, daß ein Zusatz von geschmolzenem Quarz die Haltbar-
keit der Kapseln bisher nicht erhöht, sondern diese eher
leichter zerbrechlich gemacht habe. Die Ausdehnung der
Kapseln sei übrigens größer gewesen, als den Angaben von.
Scott entspreche. Sicherlich habe aber die Einführung von!
geschmolzenem Quarz in die Kapselmasse noch eine Zukunft,
ebenso die von Karborundum. Außerdem lasse wohl aber die
Kapselzubereitung im allgemeinen in der Praxis zu wünschen
übrig. Man lasse die Kapseln nicht sorgfältig und nicht lang-
sam genug trocknen, wodurch die von Moore erwähnten feinen
Risse schon vor dem Brennen entständen.
In seinem Schlußworte betonte Moore, es sei bisher noch
nicht bewiesen, daß die Umwandlung des geschmolzenen Quarzes
in Tridymit oder in eine andere Form nach ein- oder zwei-
maligem Brennen im Industrieofen ein zu Bruchegehen der
Kappeln veranlasse. Doch biete die Herstellung der rohen
Kapseln einige Schwierigkeiten, die man nur durch Auswahl
der richtigen Tone überwinden könne. In geeignetem Mengen-
verhältnis und zusammen mit der passenden Tonmischung er-
gebe geschmolzener Quarz eine hocbfeuerfeste Kapsel, die im-
stande sei, bedeutenden Druck bei hohen Temperaturen auszu-
halten, und die bei ungleichmäßiger Erhitzung und Abkühlung
nicht berste. Im allgemeinen seien aber geschmolzenen Quarz
enthaltende Kapseln in der Handhabung durch die Arbeiter
nicht so widerstandsfähig wie gewöhnliche Schamottekapseln,
Ein Jahr W. B. Gv
Am 22. 11. 21 fand in Dresden die 2. ordentliche Mit-
gliederversammlung der Wärmetechnischen Beratungsstelle der
deutschen Glasindustrie (W. B. G.) mit folgender Tagesord-
nung statt:
SPRECH SAAL — COBURG.
19S2. (65. isitofging.)
SPRECHSAAL
- COBURG.
Nr. 3 — 23
I. Bericht der Geschäftsführung,
II. Neuwahl des Ausschusses für ..Wärmewirtschaft,
III. Verschiedenes.
I. Der Geschäftsführer, Dipl.-Ing. A. Maurach. erstattete den
Geschäftsbericht über das 1. Geschäftsjahr 1920 21, dem das
folgende kurz entnommen sei, da der Bericht allen Glashütten
zuging.
Die W. B. G. wurde im Sommer 1920 in Aassicht genom-
men und. dann vom Verbände der Glasindustriellen Deutschlands
gegründet, und zwar mit 36 Hütten als Mitglieder. Am Schluß
des Geschäftejahres betrug die Zahl der Mitgliedshütten 61 mit
82 Hafen- und 94 Wannenöfen. Der von diesen Hütten ver-
feuerte Brennstoff beträgt 616 356 t, d. i. etwa ein Drittel der
von der gesamten deutschen Glasindustrie innerhalb eines Jahres
verbrauchten Brennstoffmenge. *
Engere Beziehungen wurden angestrebt mit der „Haupt-
stelle für Wärmewirtscbaft" in Berlin und mit dem „Forschungs-
heim für Wärmeschutz" in München, ebenso mit Wissenschaft-
lern und erfahrenen Persönlichkeiten der Glasindustrie, und
zur Verbindung mit den Mitgliedshütten ist je eine Bezirks-
stelle in Hannover, Düsseldorf und Dresden geschaffen worden.
Die Bezirksingenieure konnten am 1. 4. 21 ihre Reis.etätigkeit
aufnehmen, und ihre Untersuchungen erstreckten sich haupt-
sächlich auf die chemische Untersuchung von Frisch- und Ab-
gasen und auf Temperatur-, Druck- und Zugmessungen.
Das Arbeitsprogramm der W. B. G. ergab sich im Laufe der
Zeit von selbst. Zunächst war es das technische Meßwesen,
dem größere Beachtung geschenkt wurde, um auf Grund der
Messungen eine Ofen- und Wäimestatistik zu gewinnen. Zu
dem Zweck erhielten die Hütten ein „Schmelzofenbuch" zur
Ausfüllung, um an Hand der gewonnenen Aufzeichnungen Ofen-
bau- und wärmeWirti«chaftliche Fragen klären zu können.
Versuche mit der Isolierung des MauerWeiks von Oefen
i gegen Wärmestrahlungen sind in die Wege geleitet, und die
W äimetecbnik der Kühlöfen bildet den Gegenstand besonderen
Studiums. Ebenso wird die JNutzbarroachung der strahlenden
und leitenden Wärme bei Wannen- und Hafenöfen bearbeitet;
für die Aufstellung von Wärmebilanzen der Schmelz- und
Kühlöfen ist die Vorarbeit so weit gediehen, daß praktische
Versuche angestellt werden können.
Die Durchführung der Vergasung minderwertiger Brenn-
stoffe und der Bau neuzeitlicher Feuerungsanlagen sind weitere
Aufgaben, die bearbeitet werden, ebenso die Herbeiführung
einer vermehrten Verwendungsmöglichkeit von Torf, die sy>te-
matische Untersuchung der Feuerungsrückstände und die Nutz-
j barmachung der Abwärme durch Aufstellung sog. Abhitzekessel.
Für die Verbreitung des wärmewirtschaftlichen Gedankens
sorgte die W. B G durch den Versand von Druckschriften,
durch die Veiöffentlicbung von Abbandlungen und durch die
Abhaltung von Wärmekursen in Hannover, Düsseldorf, «Ilmenau
nnd Görlitz, in denen Vorträge über die Grundlagen der
Wärmelehre, Brennstoffe und Verbrennung, Gaserzeuger für
industrielle Oefen und deren Betrieb, Temperatur-, Druck- und
Zugmessungen, DampferzeugUDg und Kraftversorgung, Auf-
bereitung von Brennstofflückständen, feuerfeste Erzeugnisse
und ihre Verwendung in der Glasindustrie gehalten wurden,
denen sich praktische Uebungen anschlössen.
Zu den durch das Gesetz über die Regelung der Kohlen-
wirtsebaft geschaffenen behördlichen Stellen wurden angenehme
Beziehungen unterhalten, und der Technisch-wirtschaftliche
Sachverständigen-Ausschuß für Brennstoifverwendung beim
Reichskohlenrat berief den wissenschaftlichen Leiter der W. B. G ,
Prof. Dr. Ing. Quasebart, in den neugegründeten Unterausschuß
für industrielle Wärmewirtschaft.
Der Berichterstatter schloß seine Ausführungen mit den
Worten:
„Um künftighin im internationalen Wettbewerb bestehen
1| zu können, müssen auch die Hütten der Glasindustrie auf den
1 höchsten Stand der Wirtschaftlichkeit gebracht werden. Dies
■ kaim nur geschehen, indem sie veraltete Einrichtungen fallen
lassen und den Fortschritten der Technik bereitwilligst folgen.
■ Bei unserer traurigen Wirtschaftslage dürfen nicht jede Hütte
! und jede Betriebsleitung unbekümmert um die anderen ihre
i eigenen Wege verfolgen. Wohl soll das Moment der Kon-
t kurrenz nicht ausgeschaltet werden, denn es ist wesentlich für
s technische Vervollkommnungen und qualitative Verbesserungen.
Notwendig aber ist es, die Zurückhaltung nach außen fallen zu
lassen, die gegenwärtig noch in kleinlicher Weise den inneren
Ausbau unserer Industrie behindert. Eine Durchdringung der
gesamten Glasindustrie durch Erfahrungsaustausch technischer
|. Art soll geschaffen werden; dieser Erfahrungsaustausch wird
r der belebende Teil der Gemeinschaftsarbeit sein, deren Träger
\, die W. B. G. ist und sein will.
Die Aufgaben, welche dabei der W. B. G. zufallen, werden
nur zu lösen sein, wenn die Wärmestelle das Vertrauen der
gesamten Industrie genießt, d. h. wenn sich die Erweiterung
der Wärmestelle durch den Anschluß sämtlicher Glashütten
vollziehen wird." y
In der sich anschließenden Aussprache wurde auf die Frage,
ob mit dem Abbau der Kohlenzwangswirtschaft zu rechnen ist,
geantwortet, daß das Kohlen wirtschaftsgesetz vom23 3. 19, in
dem die Zwangssyndizierung und behördliche Preisfestsetzung
fest geregelt sind, in absehbarer Zeit kaum geändert werden
dürfte, dagegen sei mit einem Abbau derjenigen Stellen zu
rechnen, welche sich mit der wärmetechnischen Beratung be-
fassen, nämlich der wärmetechnischen Abteilungen bei den
Kohlenwirtschaftsstellen, vielleicht auch der letzteren selbst. Für
diesen Fall müßten die fachlichen Wärmestellen gerüstet sein,
die ganze Ai beit zu übernehmen, und die W. B. G. sei daau
bereit
Erwähnt wurde dann noch in der Aussprache die Finan-
zierung der W. B. G, die Motwendigkeit der Erhöhung der staat-
lichen Zuschüsse an die W. B G., wenn die Kuhlenwirtschafts-
stellen bestehen bleiben, die Zuteilung geeigneter Brennstoff-
sorten an die Glashütten durch die amtlichen Verteilungs-
stellen, und die Wichtigkeit, durch Versuche die jeweilige Eig-
nung von Brennstoffen für die Glashütten festzustellen, wobei
betont wurde, daß nur mit dem Zuwachs der Mitglieder der
Aufgabenkreis im Interesse der Allgemeinheit erweitert und
nur durch eine Zusammenfassung aller Hütten eine ersprieß-
liche Arbeit geleistet werden kann.
Dem Ausschuß und der Geschäftsführung wurde sodann
die Entlastung erteilt.
II. Die 7 Mitglieder des bisherigen Ausschusses wurden
durch Zuruf wieder gewählt, nämlich die Herren
Glashüttenbesitzer Dr. M. von Vopelius, Sulzbach (Saar),
Vorsitzender,
Glashüttenbesitzer Dipl. ing. H. Blank, Crengeldanz,
Generaldirektor Kommerzienrat R Liebig, Dresden,
Glashüttenbenitzer A. Pötzsch, Flöha (Sachsen),
Hüttendirektor F. Reuter, Nienburg a d. Weser,
Hüttendirektor P. Schiader, Stolberg iRhld),
Glashütienbesitzer L Stoeß, Penzig (N.-Laus),
die durch Zuwahl noch die Herren
Hüttendirektor J. Einfeldt, Senftenberg (Laug), und
Glashüttenbesitzer Dipl. ing. Fr. Friedrichs, Stützerbach
(Thüringen,
aufnahmen.
III. Auf die Bemerkung eines Mitgliedes hin, daß die
Wärmekurse nicht nur von Vertretern der Mitgliedshütten,
sondern in weit stärkerem Maße von außenstehenden Glas-
hütten besucht wurden und daß diese nicht ferngehalten oder
doch nur in maßvoller Form ausgeschlossen werden sollten,
wurde zum Ausdruck gebracht, daß in Zukunft nur solche An-
gehörige von Glashütten zugelassen würden, bei denen ein
ernsthaftes Interesse an den Bestrebungen der W. B. G. vor-
liegt, das einen nachträglichen Beitritt der betr. Hütte zur
W. B. G. erwarten läßt.
Die W. B G. hat sich während ihres einjährigen Bestehens
trefflich eingeführt und eine Unsumme von Arbeit geleistet ;
sie verdient daher die weitestgehende Unterstützung nicht nur
der Behörde, sondern der ganzen Glasindustrie, und es wäre
nur zu wünschen, daß die letztere geschlossen Wärmewirt-
schaft triebe.
Noch steht das Glasgeschäft scheinbar in Blüte, aber wie
schnell kann das Welken kommen, wenn einmal der Geld-
zustrom aus dem Ausland aufhört und es dann darauf ankommt,
„rechnen" zu müssen und doch „Qualität" zu liefern! Nur die
Hütten, die gelernt haben, praktische Wärmewirtschaft zu
treiben und auch sonst die Ergebnisse der Forschung sich
nutzbar zu machen, werden dann in der Lage sein, wirksam
auf dem Weltmaikt zu konkurrieren und sich zu behaupten.
Wir beglückwünschen die W. B. G. zu ihren Erfolgen und
wünschen ihr weiter gedeihliche Arbeit zu Nutz und Frommen
der gesamten deutschen Glasindustrie. D. Red.
Ausfuhr von Glas und Porzellan
naoh der Schweiz.
(Nachdruck verboten.)
Dem Jahrbuch der deutschen Handelskammer in der
Schweiz, das sich mit den Wirtschaftsbeziehungen zwischen
Deutschland und der Schweiz im Jahre 1920 beschäftigt, ent-
nehmen wir die nachstehenden Ausführungen über Glas und
Porzellan.
Im Bericht über das Jahr 1919 wurde darauf hingewiesen,
daß das Weihnachtsgeschäft bereits einen empfindlichen Rück-
gang im Absatz brachte, der damals aber in der Hauptsache
auf die zahlreichen direkten Einkäufe des Publikums in
Deutschland und die Konkurrena der „wilden Händler" zurück»
24 — Nr. 3
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.}
geführt werden konnte. Trotz der Ausfuhr- Verbote und
-Kontrolle durch die Außenhandelsstellen scheint es jedoch in
größerem Maße noch gelangen zu sein, namentlich Porzellan-
waren unter dem offiziellen Auslandspreis in die Schweiz zu
schaffen ; denn das ganze Jahr hindurch konnten Verkaufg-
angebote unter diesem Preis festgestellt werden, und leider
waren alle Vorstellungen und Vorschläge zu gemeinsamem
Vorgehen seitens des Verbandes Schweizerischer Glas-, Por-
zellan- und Luxuswarenhändler bei der Außenhandelsneben-
stelle Feinkeramik bis Ende des Jahres erfolglos. Immerhin
blieb für den legalen Händler noch ein ordentlicher Absatz.
Die Einfuhr war anch infolge der zahlreichen Machlieferungen
alter Bestellungen (aber zu den neuen Preisen !) in der ersten
Hälfte des Jahres noch ziemlich bedeutend, und die Lager der
Händler füllten sich wieder, namentlich weil auch die so lange
vermißten kuranten Waren wieder geliefert wurden. In der
zweiten Hälfte des Jahres brachte jedoch die immer stärker
werdende wirtschaftliche Krise einmal größte Zurückhaltung
der Käufer, die durch die Hoffnung auf baldigen erheblichen
Preisabbau noch gesteigert wurde, nnd als weitere Folge die
Liquidation großer Lagerbestände aus der Kriegszeit, welche
nicht mehr gehalten werden konnten und mit aller Deutlich-
keit zeigten, wie die Schweiz mit Waren vollgestopft war.
Der Absatz der Händlerschaft ging deshalb auf ein Minimum
zurück, und neue Aufträge dürften recht spärlich erteilt worden
sein, umsomehr, als die Fabrikanten, welche die Preise
während der Warenknappheit stark erhöht hatten, erst im
Spätherbst meist nur kleine Ermäßigungen einräumten, welche
jedoch durch die gesteigerten Fracht- und Geschäftsspesen für
den Weiterverkauf an das Publikum fast ausgeglichen wurden
und deshalb den Handel nicht beleben konnten.
Am zähesten hielt der Verband Deutscher Porzellan-
fabriken an seinen Preisen fest, deren Ermäßigung der
schweizerische Händlerverband in außerordentlich mühsamen
Verhandlungen seit Januar 1920 vergeblich zu erreichen suchte.
Als dann die im Juli einsetzende Hausse des Dollarkurses die
Preise noch drückender machte, beschloß der schweizerische
Händlerverband Ende November, auf allen noch nicht er-
ledigten Fakturen einen Valutaausgleichsrabatt von 10°/0 ab-
zuziehen. Der deutsche Fabrikantenverband konnte sich der
Berechtigung dieser Maßnahme auch nicht verschließen,
namentlich, weil die Außenhandelsnebensteile Feinkeramik die
gleiche Ermäßigung der Auslandspreise bewilligte.
Die ausländische Konkurrenz zeigte sich namentlich von-
seiten der Tschechoslowakei sehr rührig; ein größerer Erfolg
blieb ibr wohl nur wegen der einsetzenden Absatzkrise versagt.
Teilweise scheinen auch die Kontrollmaßnahmen und Preis-
vorschriften der Regierung hemmend zu whken.
Während der Absatz in Gebrauchsartikeln naturgemäß auch
in Krisenzeiten nicht ganz stockt, machte sich die allgemeine
Geschäftslage für die Porzellan-Luxusfiguren-Industrie umso
fühlbarer, welche trotz weiterer Preisreduktion keine nennens-
werten Aufträge erhalten konnte und teilweise die Betriebe
einschränken mußte.
Die Deutschen Kristall-Hohlglas-Fabriken versuchten zu
Anfang des Jahres ihre Preise teilweise zu verdoppeln. Als
die französischen und belgischen Hütten in merkliche Konkurrenz
treten konnten, waren die deutschen Fabriken gezwungen, ihre
Preise den französischen und belgischen Fabriken, sowie auch
den Lothringer Hütten einigermaßen wieder anzupassen.
In der Ordinär-Hoblglas- und Beleuchtungs-Branche war
besonders für Konservengläser, sowie auch Töpferwaren, absolut
keine Nachfrage vorhanden. Die Preise für diese Artikel sind
deshalb ganz erheblich gefallen. Speziell in Hohlglaswaren
wurde die Nachfrage schnell befriedigt, und es herrschte gegen
Schluß des Jahres ein gewisses Ueberangebot, wodurch sich
auch die belgischen und Lothringer Hütten veranlaßt sahen,
ihre Preise neuerdings zu reduzieren.
Aehnlich ging es den deutschen Stein gutf ab riken, deren
Erzeugnisse, besonders Waschgarnituren usw., zu Anfang des
Jahres noch recht begehrt waren. Nach und nach konnten die
Fabiiken ihre Leistungsfähigkeit erhöhen, der Bedarf wurde
besonders in kuraDten Artikeln nicht nur gedeckt, sondern ein
Ueberangebot führte gegen Ende des Jahres ebenfalls zu einer
weiteren Preisreduktion.
Die Versuche der Terrakotta- und Majolika-Fabriken um]
verstärkte Ausfuhr ihrer Erzeugnisse konnten bei den hohen I
Preisen keinen Erfolg erzielen. Schließlich wurden allerdings
namhafte Ermäßigungen gewährt, ohne jedoch die Nachfrage*
erheblich steigern zu können, da es sich größtenteils um Luxus-
waren handelt.
Ueber die Porzellanisolatorenindustrie wird folgender ein- 1
gehender Bericht gegeben.
Während vor dem Kriege der Bedarf der Schweiz sowohl
in Niederspannungs- als auch in Hochspannungsporzellan fast
ausschließlich in Deutschland und Oesterreich gedeckt wurde,;
ist in den Kriegs- und Nachkriegsjahren eine bemerkenswerte
Abschwenkung zu verzeichnen. Der Mangel an Kohlen in den]
Zentralstaaten und die dadurch bedingte Kontingentierung haben j
es möglich gemacht, Ländern den Schweizermarkt zu öffnen,
die, sei es infolge der Minderheit des Materials oder wegen zu
hoher Preise, niemals mit der Schweiz in das Geschäft ge- j
kommen wären. So z. B. ist es anerkannte Tatsache, daß Hoch-
spannungsporzellan amerikanischer Provenienz qualitativ ganz
erheblich geringer ist, als deutsche und österreichische Erzeug-
nisse. Dagegen haben englische und dänische Porzellane einen
Qualitäts- Vergleich mit den deutschen und österreichischen 1
besser ausgehalten, waren aber im Preise höher. Nach Be-
endigung des Krieges setzte dann die Nachfrage nach deutscher
Ware in so enormem Umfange ein, daß die Porzellanfabriken !
ihr bei weitem nicht gerecht werden konnten. Dazu kam die j
von dem Porzellan-Syndikat befolgte Preispolitik, die von den !
schweizerischen Abnehmern allgemein verurteilt wird. Diese
zwei Faktoren, unzureichende Belieferung bei unglücklich fest-
gesetzten Preisen, haben es zuwege gebracht, daß ein treuer
und immerhin bedeutender Abnehmer, wie die Schweiz, den
vorher erwähnten Ländern direkt zugetrieben wurde. Da natur-
gemäß die Bedienungsweise von deutscher Seite (Oesterreich
kommt wegen Ausfuhrverbote für Lieferungen nach dem Kriege
hier nicht in Frage) sehr bald bekannt wurde, haben die An-
strengungen Amerikas, Englands, Dänemarks und neuerdings
auch Frankreichs, Belgiens und Portugals zugenommen, um
auch noch den Best der den deutschen Fabriken verbleibenden
Kunden, die sich bisher die Bedienung gefallen ließen, zu sich
herüberzuziehen.
Die geschilderten Zustände haben es veranlaßt, daß auch
die einzige größere Porzellanfabrik der Schweiz die Fabrikation
von elektrotechnischem Porzellan aufnahm. Ursprünglich be-
schränkte man sich auf die Herstellung von Preß- und Stanz-
porzellan für Niederspannungszwecke, um dann auch Hoch-
spannungsporzellan, zu fabrizieren. Der Vertrieb wird von
einer westschweizerischen Firma besorgt. Selbstverständlich
findet diese Porzellanfabrik in weitestem Maße die Unterstützung
der schweizerischen Verbraucher. Allerdings ist zu sagen, daß
zur Fabrikation von Hochspannungs-lsolatoren für Freileitungen
jahrelange Erfahrungen gehören und daß die schweizerische
Industrie für diesen Zweig vorläufig kaum in Frage kommen
dürfte, dagegen macht sich dieselbe bereits bei Lieferungen
von Porzellan für Innenmontage wie z. B. Griffen für Oel-
schalter, Stütz-Isolatoren für Transformatoren usw. ziemlich
bemerkbar.
Alles in allem darf man wohl sagen, daß es den deutschen
Fabriken jetzt noch möglich ist, das verlorene Terrain wieder
zu gewinnen, da deutsches Porzellan in der Schweiz immer
noch einen guten Namen hat, jedoch ist hierfür Bedingung,
daß die Preispolitik des Syndikates den tatsächlichen Verhält-
nissen angepaßt wird. Geschieht dies nicht, dann ist der
Schweizer Markt für elektrotechnisches Porzellan für Deutschland
unwiederbringlich verloren. Gerade Porzellan ist ein Artikel,
für den man nur ungern die Bezugsquelle wechselt, weil die
verschiedenen Verbraucher ihre eigenen Modelle haben, wonach
die Konstruktionen ihrer Apparate, die sie bauen, festgelegt sind.
Machen die Verhältnisse aber einen Wechsel notwendig, so
kann man sicher sein, daß der dann geschaffene Zustand nur
eine Aenderung erfährt, wenn ganz zwingende Gründe vor-
liegen.
Zum Schluß seien die Zahlen der Handelsstatistik ge-
nannt. Danach führte Deutschland an Isolatoren in die Schweiz
ein: 1920 = 23117 Doppelzentner im Werte von 4,6 Millionen
Franken gegen 23 159 Doppelzentner im Werte von 3,8 Millionen
Franken im Jahre 1919 und 10361 Doppelzentner im Jahre 1913.
(ng.)
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Dag 2o jttlirlge Gesobäffpjuulluum feiert am 1. 2. 22 Herr Heinrich
Jen »eu, uu«i;,i«.r Inhaber uud Chünder der Firma Heinr. Ad. Jensen,
Hamburg 1. Ali Mitbegründer einer R-ihe von Verbänden nnd all Ver-
bot«? auf vemhiedentn Kongressen dürfte Herr Jensen weiteren KreiBen
bekannt geworden sein. Für das Wohl seiner Vaterstadt Hamburg hat
er stets seine ganze Persönlichkeit eingesetzt.
Personalien. Der Dozent für Technologie keramischer Baustoffe
an der Technischen HochBchale Chariottenburg, Dr. Kurt End eil,
wurde zum Professor ernannt, ebenso der Dozent für Keramik am
FriedrUhs-Polyteehnikum in Gothen, Dipl. lug. Fritz Kraze.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG,
Nr. 3
25
Totenschau. Am 12. 1. 22 verschied in Kahla Direktor
Heinrieh Lange, Vorstandsmitglied der Porzellanfabrik Kahla.
Dr.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Die Staatl. Keramische Fachschule Höhr bei Koblenz hatte
im Schuljahr 1920/21 : 73 Tages- nnd 41 Abendschüler, zusammen also
114, im Schuljahr 1921/22: 83 Tages- und 54 Abendschuler, zusammen 137.
Weitaus die meisten Fachschüler belegten ausschließlich oder hauptsächlich
den chemisch-technischen Unterricht. Das Laboratorium enthält nunmehr
32 voll eingerichtete Chemiker- nnd 16 Keramikerplätze. Die Werkstatt
ist bereichert durch eine kleine Mosteranlage für maschinelle Massen-
aufbereitung: Kugelmühle, Qairl, Binne mit Magnet, Bassin mit Schlag-
sieb, Membranpumpe, Filterpresse. Eine Stiftung der Außenhandelsneben-
Btelle Feinkeramik sowie weitgehendes Entgegenkommen der Maschinen-
fabrik vormals Dorst, A.-G., Oberlind, machten diese Neueinrichtungen
möglich. Eine fernere Stiftung der Porzellanfabrik Kahla soll zu Ofen-
Beparaturen und -Neubauten Verwendung finden. — Die 1913 erfolgte
Beorganisation des Unterrichts, der bekanntlich individuell und nach
Wahlfreiheit der Fächer eingestellt ist, hat sich sehr gut bewährt und
machte es möglich, sowohl die Schüler der chemisch-technischen wie auch
der künstlerischen Abteilung mit dem bestmöglichen Küstzeug zu ver-
sehen. Die Nachfragen, besonders nach chemisch (analytiseh wie
keramisch) ausgebildeten Kräften sind zur Zeit auffallend zahlreich.
Gesetzgebung, Steuern.
Zahlung der Einkommensteuer. Gemäß der Verordnung vom
21. 12 21 ist jeder Arbeitnehmer verpflichtet, innerhalb des Monats
Januar 1922 seine Steuerkarte und die losen Markenblätter, die für den
in der Zeit vom 1. 4. bis zum 31. 12. 21 bezogenen Arbeitslohn zum
Einkleben und Entwerten von Steuermarken verwendet worden sind, der
zuständigen Steuerhebestelle zuzustellen. Die Einlieferong kann auch der
Arbeitgeber übernehmen. Nach § 202 der BAO. kann die Einlieferung
erzwungen werden. Die eingelieferten, für den oben erwähnten Zeitraum
verwendeten Steuermarken werden auf die auf das Bechnungsjahr 1921
zu entrichtende Einkommensteuer umgerechnet. Die lür die Zeit bis zum
31. 3 21 verwendeten Steuermarken können auf die Einkommensteuer für
das Bechnungtjahr 1920 gemäß § 48 EStG. auch weiterhin an Zahlungs-
statt hingegeben werden.
Lohnabzug und Abrundung des einzubehaltenden Betrages.
An Stelle der bisher geltenden Bestimmung, nach der der einzubehaltende
Betrag auf 10 Pfennig nach unten abzurunden war, ist nach dem neuen
Abänderungegesetz eine Vorschrift getreten, wonach die Bestimmungen
über die Abrundung der Beichsfinanzminister erläßt. Auf Grund dieser
Bestimmung ist in dem neuen § 18 der Durchführungsbestimmungen die
Abrundung in der Weise geregelt worden, daß der nach Vornahme der
Ermäßigungen nach § 7 Abs. 1 biB 4 ein zubehaltende Betrag im Falle
der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Kalendermonate oder -wochen
auf volle Mark, im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes für volle Arbeits-
tage auf volle 50 Pfennig und im Falle der Zahlung des Arbeitslohnes
für kürzere Zeiträume und im Falle des § 13 (.Fall, daß der Arbeitslohn
nicht für eine bestimmte Arbeitszeit gezahlt wird) auf 10 Pfennig nach
unten abzurunden ist.
Entrichtung der Steuerabzüge. Neben dem Markensystem wird
auch künftighin die Abführung der Beträge im Listenverfahren an die
Finanzkassea bestehen bleiben.
Handel und Verkehr.
Schwierigkeiten beim Verkauf ablieferungspflichtiger Devisen
an Privatbanken. In Ausfuhrkreisen wird darüber Klage geführt, daß
einzelne Privatbanken den Verkäufern von ablieferungspflichtigen Devisen
Schwierigkeiten machen. Gleiche Klagen sind auch der Beichsbank zu-
gegangen. Die Beichsbank besitzt keine unmittelbare Handhabe, die
Banken zum Ankauf derartiger Devisen zu zwingen. Es ist verständlich,
daß die Banken lieber Devisen ankaufen, bei deren Verwendung sie freie
Hand haben, als solche, die sie an die Beichsbank weiterzugeben ver-
pflichtet Bind. Eine geschäftliche Notwendigkeit der Ablehnung des An-
kaufs ablieferungspflichtiger Devisen ist für die Privatbanken jedoch um-
so weniger vorhanden, als die Beichsbank den Banken diejenigen Devisen,
die sie mit der Verpflichtung der Weitergabe an die BeichBbank herein-
genommen haben, zu besonders günstigen Bedingungen abrechnet. Die
BeichBbank hat Veranlassung genommen, den Privatbanken möglichstes
Entgegenkommen beim Devisenankauf anzuempfehlen. Sie stellt den
Firmen anheim, die Banken namhaft zu machen, welche Schwierig-
keiten bereiten, damit sie in der Lage ist, solchen Fällen nachzugehen.
Nachgebühr für unzureichend freigemachte Briefsendungen.
Für nicht oder unzureichend freigemachte Postkarten und Briefe sowie
für unzureichend freigemachte Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben
und Mischsendungen wird seit dem 1. 1 22 gemäß den Bestimmungen
des Postgebührengesetzes das Doppelte des Fehlbetrages, mindestens aber
ein Betrag von 50 Pf. nacherhoben.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
Die A. H.N. „Glas" weist darauf hin, daß Ausfuhranträge nach
Ländern mit höherer Vatuta, die nach dem 1.2. 22 eingereicht werden,
nicht mehr in Markwährung bewilligt werden, auch wenn es sich um
Aufträge handelt, für die nach den Beschlüssen des Ausschusses und der
Unterausschüsse die Berechnung in Markwährung zugelassen ist.
Gleitender Ausfuhrabgabentarif. Der vom Wirtschaftspolitischen
Ausschuß des Beichs wirtseh aftsrates in seiner Sitzung vom 4. 1. einstimmig
angenommene Gesetzentwurf über die Erhebung einer Abgabe bei der Ausfuhr
von Waren, der die Erhebung einer Ausfuhrabgabe von der Außenhandels-
kontrolle unabhängig macht und eine Abgabe von der Ausfuhr aller
Waren vorsieht, bestimmt, daß seitens der Eeichsregierung spätestens bis
zum 1 6. 22 ein Gesetzentwurf vorzulegen ist, der den Ausfuhrabgaben-
tarif regelt. Bis zum Inkrafttreten dieseB Gesetzes setzt die Beichs-
regierung den Tarif fest, der so gestaltet werden soll, daß er sich mög-
lichst den Schwankungen und der Marktlage anpaßt und auch Jen An eil
an ausländischen Eohstofien berücksichtigt, der in jeder Ware enthalten ist.
Die Gesetzentwürfe über die Ablieferung und Erfassung von
Auslandsdevisen (vergl. Nr. 1, S. 6) sind vom Wirtschaftspolitischen
Ausschuß des Beichswirtschaftsrates in seiner Sitzung vom 4.1. ange-
nommen worden. Der erste Gesetzentwurf, betreffend .die Ablief er ung
hat gegenüber der Eegierungsvorlage eine wesentliche Aenderung er-
fahren. Die im Entwurf vorgesehene Zwangserfassung wurde in eine Er-
mächtigung des Eeichskommissars für Aus- und Einfuhrbewilligung um-
gewandelt, die Ausfuhrbewilligung von der Bedingung abhängig ™
machen, daß Zahlungsmittel und Forderungen, welche auf die in der Aus-
fuhrbewilligung bezeichnete Auslandswährung lauten, in Höhe des in der
Bewilligung genannten Wertes oder eines Teiles dieses Wertes der Beichs-
bank oder den von ihr zu bestimmenden Stellen anzubieten sind. Sicher-
gestellt wird das Aufkommen bis insgesamt 25 «/0 des Wertes der Aus-
fuhr im Sinne des Londoner Ultimatums. - Der zweite Gesetzentwurf,
betreffend die unmittelbare Erfassung von Ausfuhrdeviaen (unmittel-
bare Erhebung der 25 »/«-igen Abgabe vom Wert der Gesamtausfuhr),
wurde angenommen, nachdem die Kegierung erklärt hatte, sie hoffe ohne
diese unmittelbare Erhebung sich die erforderlichen Devisen beschaffen
zu können, so daß es nicht nötig sei, von der durch dieses Gesetz er-
teilten Ermächtigung Gebrauch zu machen, deren Folge eine wirtsehatt-
liche Katastrophe wäre.
Für die zollfreie Einfuhr aus Polen für das 3. Kontingents-
iahr sind für unsere Erzeugnisse die nachstehend genannten Tonnenmengen
festgesetzt worden: Listen-Nr. 62. Gips aller Art, Gipsdielen, Gipsplatten
7300, 66. Ziegelsteine 30 000, 67. Dachziegel 20 000 68. D™nren
12 000, 69. Steingutwaren 3000, 70. Tonwaren aller Art, unter Nr. bb
bis 69 nicht genannt 6000, 71. Glasflaschen 3000, 80 Eisenguß und
Blechfabrikate (Oefen, Boste, Kessel, Baubeschläge emaillierte Kuchen-
geschirre, Kanalabgüsse, Sanitätsutensilien nsw,) 8000 107^ Christbaom-
lichthalter und -schmuck 40, 108. Flaschenverschlüsse 250, 109 Porzellan-
waren (mit Ausnahme von Luxusporzellan) 1500, 127. Beiseandenken aus
Glas, Photographierahmen aus Glas 3,5.
Zolldeklarationen nach der Schweiz bei der Einfuhr aus Deutsch-
land sind in deutscher Sprache abzufassen.
England. Der 33l/30/0.ige SchutzzoU ist für Emailgeschirr und
glatte und emaillierte Badewannen von den beteiligten Industrien bean-
tragt worden. Wegen der Glaswaren sind die Erörterungen noch nicht
abgeschlossen.
Finnland. Zoll auf Fayence- und Porzellanwaren. Nachdem
der finnische Beichstag der Begierung das Becht erteilt hat, die Zollsätze
für gewisse Waren, darunter auch die oben genannten, bis auf den vier-
fachen Betrag zu erhöhen, hat die Arabia Porslinsfabrik, A.-B., Helsingfors,
beantragt, daß die Zollabgaben für Fayence- und Porzellanwaren um 200
bis 300 °/0 erhöht werden.
Frankreich. Die Umwandlung spezifischer Zölle in Wertzölle
ist nach einer Begierungsverordnung vom 14.10.21 für die nachstehend
bezeichneten Waren wie folgt vorgenommen worden:
v. Werte
358 Glasflüsse :
Glasflüsse und Schmelz, in Stücken
oder in Böhren, nicht beschnitten
und beschnitten, doch nicht ge-
kühlt
Glasgespinst, Kugeln und künst-
liche Glaskorallen
Glasperlen nnd andere Glasflüsse
in Form von gelochten oder
geschnittenen Perlen :
weiß oder farbig; bemalt, ver-
goldet oder versilbert. . . .
Schmucksteine, farbige oder farb-
lose Berlocken aus Glas . . .
Blumen und Zierat aus Perlen und
Porzellan, Mosaik auf Papier
Kränze, grob vorgearbeitet oder
fertig, und andere Gegenstände
aus Glasfluß oder Porzellan, mit
oder ohne Metallverzierung . .
Diese Bestimmungen gelten auch für Algier.
Peru. Der neue Zolltarif, in dem besonders für Luxuswaren
wesentliche Zollerhöhungen vorgesehen sind, ist am 1. 1. 22 in Kraft
getreten.
Bußland. Der Handelsverkehr mit Deutschland hat sich seit
Abschluß des deutsch-russischen Handelsvertrages vom 6. 5. 21 ständig ge-
hoben, und es steht zu erwarten, daß er Bich nach Schwenkung der Sowjet-
regierang in der Wirtschaftspolitik noch günstiger als bisher entwickeln
wird. Voraussichtlich wird indessen die auf russischer Seite bisher be-
stehende Zollfreiheit aufgehoben werden. Vorbereitungen für einen neuen
Zolltarif sind bereits im Gange ; sie werden aber, da der alte Tarif kaum
eine brauchbare Unterlage für die von der Esgierung neuerdings be-
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26 - Nr. 5 SPRECHSAAL-COBURQ.
trifbeoe Zollpolitik abgeben dürfte, geraume Zeit in Ansprach nehmen.
Da die Zollfrage in dem erwähnten Handelsvertrage noch nicht berührt
wurde, wird das zollpolitische Verhältnis Deutschlands zu Baßland nach
Aufstellung des rassischen Zolltarifs nea za regeln sein. Bei dieser Ge-
legenheit müßte für deutsche Waren auch die Freiheit des Durchgangs-
verkehrs nach Persien gesichert werden, die vom kaiserlichen Baßland
vertagt, im Brest Litowsker Friedensvertrage zugestanden, nach dessen
Annullierung aber wieder hinfällig geworden war. — Die Erledigang von
Geschäften mit dem Aaslande liegt z. Zt. in den Händen der „Bassischen
Aus- und Einfubrgesellschaft", die sich aus ehemals führenden Moskauer
Eaufleuten zusammensetzt und unmittelbar unter dem Kommissariat für
den Außenhandel auf Kommissionsgrandlage arbeitet. — Zur Verein-
fachung des staatlichen Warenaustausches und der Form, in der sich der
deutsch-russische Handelsverkehr augenblicklich vollzieht, sind an den
wichtigsten WirtschaftEmittelpunkten Baßlands Genossenschaftsbörsen ein-
gerichtet worden.
Spanien. Das Handeleabkommen mit Deutschland vom 12. 2. 1899,
das ein gegenseitiges Meistbegüustigungsabkommen war, ist von der spa-
nischen Begierang auf den 20 12 22 gekündigt worden. Die spanische
B»gierung, die seit einiger Zeit auch anderen Ländern gegenüber eine
löoere Schutzzollpolitik verfolgt, hat Deutschland gegenüber die Geneigt-
heit zur anderweitigen Begelung der beiderseitigen Handelsbeziehungen
ausgesprochen.
Spanien. Das Zollaufgeld bei Entrichtung der Zölle in anderer
all Goldwährung ist für den Monat Januar auf 33,52°/, (40,95) fest-
gesetzt worden.
Spanien. Als Dnrchschnittskurs für die Festsetzung der Zoll-
zusalzkoelfuienttn im Monat Januar gilt für die deutsche Mark
3,405 (3,213).
Tschechoslowahien. Versendung tschechischer Waren über
Hamburg nach Frankreich nnd dessen Kolonien. Die französische
Zollbehörde hatte Ende 1921 verfügt, daß, solange das im Art. 364 des
Verseilter Vertrages und im Art. 12 des französisch-tschechoslowakischen
Handelsabkommens vcm 4.11. 21 erwähnte tschechoslowakische Freihafen-
gebiet im Hamburger Hafen niett besteht, die über Hamburg nach Frank-
reich gelangenden tschechischen Waren den Vertragsentwurf genießen
sollen, wenn die Umladung in Hamburg unter Aufsicht der deutschen
Zollbehörde erfolgt sei und diese hierüber eine entsprechende Bescheini-
gung ausgestellt habe, die zusammen mit den im fraglichen Art 12 er-
wähnten Konossementen bei der Einfahr vorgelegt werden müsse. Die
frantösiscbe Zollverwaltung hat nunmehr, da die Bescheinigung der
deutschen Zollbörde über die unter ihrer Aufsicht aasgeführte Umladung
nicht immer beigebracht werden kann, neuerdings entschieden, daß un-
gebrochener Transit auch dann als vorliegend zu erachten und somit eine
Warensendung zu dem Tschechoslowakien eingeräumten Sondertarif zuzu-
lassen Bei, wenn statt der erwähnten deutschen Zollbescheinigung eine
TTmladebescheinigung der Hamburger Freihafenverwaltung vorgelegt wird.
Ungarn. Neuregelung der Einfuhrbewilligungen. Im Anschluß
an die erneute Festsetzung der Zollzuschläge ist eine neue Freiliste der
Waren aufgestellt worden, deren Einfuhr grundsätzlich frei ist. Es handelt
sich hier um eine Erweiterung der bisher bestehenden Einfuhrfreiliste,
und zwar werden inabesondere die Waren freigegeben, für die dringender
Bedarf innerhalb Ungarns besteht. Die Erweiterung erstreckt sich ins-
besondere auch auf die Erzeugnisse unserer Industrien. Interessenten er-
fahren Näheres durch die Ungarische Abteilung des Deutsch-Oesterr.-Ung.
Wirtschaftsveibandes, Berlin W. 35, Am Karlsbad 16.
Vereinigte Staaten. Zollpolitik. Die Handelskammer der Ver-
einigten Staaten hat ihren Mitgliedern mehrere auf die Zollpolitik bezüg-
liche Fragen, darunter auch über die Zweckmäßigkeit des „american
valuation plan" vorgelegt. Mit einer einzigen Ausnahme lauteten die
Antworten zu letzterem Punkte abfällig Ed war zu erwarten, daß der
H.Ldei sich in seiner Mehrheit gegen die amerikanische Schätzung wen-
den würde. Ihre Anhänger finden sich überwiegend in Herstellerkreisen.
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Die Lage der feinkeramischen Industrie in den Monaten
November und Dezember und zum Jahresschluß 1921 war, wenn man
sie lediglich unter dem Gesichtspunkte der Beschäftigungsmöglichkeit
betrachtet, im allgemeinen recht befriedigend. Das Bild ändert sich in-
dessen sofort bei einer sorgfältigen Beobachtung; der wirtschaftlichen Zu-
sammenhänge. — Durch den Katastrophalen Sturz der deutschen Mark
warde die Spanne zwischen Inlands- und Aaslandspreisen wieder so groß,
daß sich im Geschäftsverkehr mit dem Auslände erneut das übelste
Scbiebertum mit Erfolg betätigen konnte. Auf diese Weise wurde das
Ausland durch den illegalen Handel vielfach mit deutscher Ware über-
schwemmt, deren Verkaufspreise dort weit unter dem regulären Auslands-
preis lagen. Daß solche Verbältnisse Gegenmaßnahmen des Auslandes
hervorrufen müssen, ist selbstverständlich. So hat beispielsweise das
Exportgeschäft nach Belgien, daß für einen Teil der Loxusporzellan-
indostrie von erheblicher Bedeutung ist, durch einen neuen Prohibitivzoll
von 60% «inen schweren Schlag erlitten Aehnlich liegen die Dinge
in Spanien und in Italien. DieBe Maßnahmen trtfftn die feinkeramische
Industrie um so schwerer als sie selbst alles Erdenkliche getan hat, um
•in Dumping zu vermeiden. Unsere Industrie muß hier mitottßen, sowohl
für diejenigen Industrien, welche kurzsichtig genug waren, ihre Produktion
weit unter dem Weltmarktpreis im Auslände zu verschleudern als auch
für die M mipalatn utn des unrechtmäßigen Händlertums. Auch die
massenhaften Verkäufe des Einzelhandels während der Zeit des Valuta-
narzes haben Verhältnisse gezeitigt, die auf die D*uer unhaltbar sind,
sowohl für die deutsche Produktion wie für den Teil deB Außenhandels,
mit dem gute nnd dauerhafte Beziehungen zu pflegen, in jeder Be-
liebung erwünscht erscheint. — Noch übereinstimmenden M. Heilungen
am allen Kreisen der keramischen Industrie gestaltete sich der Bezug
von Kohlen und Bohttofitn oft außerordentlich schwierig. Diese Er-
1922. (55. Jahrgang.)
sebeinung ist besonders zurückzuführen auf die unzureichende Wagen-
gestellung. Wenn man auch zogeben muß, daß die Eisenbahnverwaltnng
hier sehr großen Schwierigkeiten gegenübersteht, so ist andererseits fest-
gestellt worden, daß es in vielen Fällen auch an der notwendigen Um-
sicht und Dispositionsfähigkeit mancher Stellen fehlt. Der Bezug von
Bohstoffen ist ferner erschwert durch die Verteuerung des ausländischen
Geldes, und es läßt sich deshalb in keiner Weise sagen, wie sich künftig-
hin die Bohstoffeinfuhr, auf die die keramische Industrie unbedingt an-
gewiesen ist, gestalten wird. Störend greift in die industriellen Verhält-
nisse auch die fortgesetzte Verteuerung der Frachten ein, wodurch die
Industrie teilweise gezwangen ist, alte Absatzgebiete aufzugeben und
neue zu suchen, weil der Transport die Ware dermaßen verteuert, daß
der Absatz an entfernte Abnehmer nicht mehr lohnend bleibt. — Die ge-
schilderten Umstände, insbesondere die Verteuerung der Frachten im In-
lande und die Prohibitivzölle des Auslandes tragen dazu bei, eine Iu-
und Auslandskonkurrenz zu züchten, die über, kurz oder lang ebenfalls
nachteilige Folgen für die deutsche Industrie zeitigen dürfte. Als
dringend wünschenswert endlich maß es bezeichnet werden, daß das Bau-
gewerbe die Möglichkeit erhält, seine wirtschaftliche Zweckbestimmung
auszuüben, denn derjenige Teil unserer Industrien — also die Industrien
der Kachelöfen, Mosaik- and Wandplatten und zu einem Teil auch die
elektrotechnische Porzellan- Industrie, — der wirtschaftlich mit dem Bau-
gewerbe verbunden ist, wird erst dann eine gewisse Stetigkeit der Pro-
duktion erzielen können, wenn die Bautätigkeit eine allgemein rege ge-
worden ist.
Geschäftliche Mitteilungen.
H. Schomburg & Söhne, A.-G., Margarethenhütte. Auszog aas
dem genehmigten Abschluß vom 30. 9. 21: Beingewinn M 3 482 844
(997 610); Dividende 40 % (20% und 20% Bonas); Abschreibaugen
Ji 66 000 (70 000); Bücklage för feuertechnische Versuche Ji 1 MdL
(0,4 Mill.). — Dem Vorstandsbericht zufolge hat die Nachfrage das ganze
Jahr über angehalten. Der Umsatz konnte durch Umstellung der alten
Fabrik wesentlich gesteigert werden. Die umfangreichen Neubauten sind
der Hauptsache nach vollendet und die aufgewendeten Kosten über Debitoren
verbucht {M 28,59 Mill. gegenüber M 8,28 Mill. i. V.). Für das laufende
Jahr ist die Gesellschaft reichlich mit Aufträgen versehen. Die beiden
neuen Tunnelöfen liefern nach Mitteilung der Verwaltung ein über Er-
warten gutes Por seilen. — An 8 teile des ausgeschiedenen Professor
Dr. H. Goldschmidt wurde Arnold Schweitzer neu in den Aufsichtsrat
gewählt.
Tonwarenfabrik Schwandorf, Schwandorf. Auszug aus dem
genehmigtem Abschluß vom 30 9. 21: Beingewinn Jt 1 222 984 (i. V. nach
Tilgung des Verlastvortrages ein Beingewinn von M 535 226) ; Dividende
20% (10% und 7 o/o Bonus); Abschreibungen Jt 1 092 235 (438 919);
Zuweisung aa Beamten- und Arbeiter- Wohlfahrtsfonds Ji 0,2 Mill. (0,1 Mill.).
— Nach dem Geschäftsbericht konnte trotz der Prodaktionsbeschränkang
infolge Mangel an hochwertiger Kohle und trotz weiterschreitender
Teuerung der Fabrikation ein befriedigendes Betriebsergebnis erzielt werden,
da Absatzmöglichkeit bei entsprechenden Verkaufspreisen reichlich vor-
handen war. Auch im laufenden Jahr haben sich die Absatzverhältnisse
nicht geändert. Die vorhandenen Einrichtungen konnten in gesteigertem
Umfang in Betrieb genommen werden und da außerdem die neugebaute
Porzellahabteilung erstmalig mitarbeitet, wird, unvorherzasehende Einflüsse
ausgenommen, wieder mit einem zufriedenstellenden Abschloß gerechnet
werden können. — Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Geh. Komm -
Bat Heilmann und Komm.-Bat Kaula wurden wiedergewählt.
Wessels Wandplatten-Fabrik, A.-G.* Bonn. In eine A.-G. unter
vorstehender Firma warde das bisher von der Firma „Wessei's Wand-
platten-Fabrik Louis Wessel, Bonn", betriebene Fabrikations- und Handels-
geschäft umgewandelt. Zum selbständig vertretungsbefugten Vorstand
wurde Herr Wilhelm Wessel bestellt. Herr Anton Alef und Frl. Maria
Verbeck haben Gesamtprokura.
A.-G. der Gerresheimer Glashuttenwerke, vorm. Ferd. Heye,
Düsseldorf. Gegen die von der a. o. G-V. unterm 9. 12. 21 gefaßten Be-
schlüsse (vergl. Nr. 51, S. 613) hat der holländische Aktionär W. Steinhaus
Anfechtungsklage erhoben. Erster Verhandlungstermin steht an beim
Landgericht Düsseldorf, vierte Kammer für Handelssachen, am 6. 2. 22,
10 Uhr v. — Wie wir weiter hören, ist nicht nur für die Ji 1 Mill. alten
und M 10 Mill. neuen Vorzugsaktien eine Sperrverpflichtung eingegangen,
sondern seit längerer Zeit von dem gleichen Konsortium eine Sperr-
verpflichtung auf 30 Jahre für Jt 3 Mill. Stammaktien.
Hannoversche Glashütte, Hannover-Hainholz. Auszug aus dem
genehmigten Abschloß vom 30.9.21: Beiugewiun Ji 984 321 (563 786);
Dividende 30% (15); Abschreibungen M 37000 (22823). — Dem Aaf-
siohtsrat gehören jetzt an B. C. Heye, J. G. Stisser und B Scholz.
Hirsch, Janke & Co., A.-G., Weißwasser, O.-L. Auszag ans dem
genehmigten Abschluß vom 28 2.21: Beingewin Jt 1 371 815 (781082);
Vei wendung nicht veiöff entlicht (i.V. 30% Di?.); AbschreiDungen Ji 302 65*
(378 722).
Vereinigte Metallwarenfabriken, A.-G., vorm. Haller & Co.,
Altona-Ottenceu. Auszog aus dem genehmigten Abschluß vom 30 9 21:
Bemgewiun M 6279933 (2807 967); Dividende 30% (30); Abschreibungen
Ji 158 034 (M 5« 144 Sowie Büokstellaug für Wiederherstellung des
Emaillierwerkes ..# 447 175). — la das neue Geschäftsjahr wuide ein
bedeutender Auftragsbestand mithinübergenommen; auch ist der Eingang
neuer Aufträge in den ersten Monaten recht zufriedenstellend gewesen. —
Das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied K. Wiener wurde wiedergewählt.
Eisenwerke Gaggenau, A.-G., ttaggenau. Auszog aas dem geneh-
migten Abschluß vom 30. 6 21: Beingewi uu JI 2 152 953 (587 625) ; Dividende
12% (IS'J Abschreibungen Ji 784073 (669507); Backlage für neu zu
errichtendes Werkerneuerungskonto M 0,5 Mill. (0). — Im Geschäftsbe-
richt wird u. a. ausgeführt, daß erst Anfang 1921 eine allerdings rege
Nachfrage einsetzte, die andauernd eine Steigerang erfahr. Die Aus-
sichten für das neue Geschäftsjahr sind nicht ungünstig. Ei liegen Auf-
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 3 — 27
träge in sehr erheblicher Höhe vor, so daß die Gesellschaft in nächster
Zeit sehr gut beschäftigt sein wird, vorausgesetzt, daß nicht unvorher-
gesehene Ereignisse eintreten.
Bing -Werke, vorm. Gebrüder Bing, A-G-, Nürnberg. Der
Aufsichtsrat genehmigte, den Vorschlagen des Vorstands entsprechend,
die Angliederung des Emaillierwerks Hecker & Sohn, A-G, B«rnsbach
i. S , durch Erwerb sämtlicher Aktien (1.8 Hill.) im Umtausch gegen
Bing-Aktien, um der Btetig wachsenden Nachfrage nach Emaillewai en,
der das eigene im vergangenen Jahre vergrößerte Grunhainer Werk nicht
mehr genügen konnte, eine höhere Produktion gegenüberzustellen. Die
Hecker & Sohn A-G. verteilte 1916—1919 Dividenden von 10 14, 15
und 15%, für 1980 ergab sich ein TJeberschuß von Jt 167 385, dessen
Verwendung nicht veröffentlicht wurde.
Alexanderwerk A. von der Nahmer, A.-ft., Remscheid. Die
Gesellschaft hat mit der Firma Aal- Werke Heinr. Rieger & Söhne, Aalen
(Wrttbg) eine Interessengemeinschaft abgeschlossen. Die Aalener Firma
wird unter Beteiligung des Alexanderwerkes in eine Aktiengesellschaft
unter der Firma .Biegerwerk, A.-G." umgewandelt und das Alexander-
werk übernimmt den Alleinverkauf der Fabrikate des Biegerwerkes.
Deutsch- Oesterreichische Kaolinwerke, A.-G., Berlin. Das
Unternehmen verzeichnet für das am 31.8. 21 abgeschlossene Geschäfts-
jahr einen Verlust von M 3603, der sich um den Verlustvortrag aus 1920
auf Ji 116006 erhöht. — Der Aufsichtsrat besteht nunmehr aus Dr. J.
Mandl, Frau Geheimrat 0. Fischer und Direktorstellvertreter L. Popper.
Elektro-Osmöse, A.-G. (Graf-Schwerin-Gese'lschaft), Berlin.
Die Gesellschaft weist in ihrem genehmigten Geschäftsabschluß vom
30 6. 21 einen Beingewinn von M 27 108 aus, der zusammen mit dem
Gewinnvortrag in Gesamthöhe von Ji 58 760 auf neue Bechnung vorge-
tragen wird. — Die Entwicklung des Unternehmens ist befriedigend.
Es sind wichtige Verhandlungen zum Abschloß gelangt, die die Begebung
ausländischer Patente betreffen. — Die Direktoren H. Frahm und
E. Sadler sowie Bankier C. Hagen sind aus dem Ausfaicktsrat ausge-
schieden.
Deutsche Gold- und Silber-Scbeidfanstalt, vor». Bössler,
Frankfurt a. M. Die *. o. G.-V. vom 6. 1. 21 erteilte die Genehmigung
zur K»pitalserhöbung nm M 60 Mill. Stammaktien auf Ji 160 Mill.
Die iangen, ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Aktien werden von einem
BanhenkonBortinm unter Führung der Bank für Handel und Industrie,
Frankfurt a lt., zu 300% mit der Bedingung übernommen, hiervon
Ji 40 Mill. den alten Aktionären zum gleichen Kurs im Verhältnis 2 : 1
anzubieten. Das Konsortium erhält als Vergütung 2Vs%- Die rest-
lichen M 20 Mill. werden demselben Konsortium zum Nennbetrag mit
der Maßgabe überlassen, sie im Einvernehmen mit Vorstand und Auf-
gichtBrat für den Interessenkreis der Gesellschaft zu verwenden.
Das Unternehmen ist in eine Interessengemeinschaft
mit der „Metallgesellschaft8 und der „Metallbank und Metallurgischen
Gesellschaft, A-G, Frankfurt a. M getreten.
Bayr. Spiegel- und Spiegelglasfabriken, A.-G., vorm. W. Beck-
mann, vorm. Ed. Kopfer & höhne, Fürth i. B, In einer am 11. 1.
Btattgehabten AufnchtBratssitzung wurde beschlossen, die seit dem Jahre
1887" bestehende Glas-, Spiegel-, Holz- und Metallwarenfabrik Max Offen-
bacher, Fürth i. B., aufzunehmen. In der auf den 9. 2 einberufenen a. o.
G-V. wird beantragt, das Aktienkapital um Ji 3,3 Mill. Stamm- und
Ji 0*8 Mill. Vorzugs-Aktien auf insgesamt Ji 18 Mill. Stamm- und M
0 6 Mill. Vorzugs- Aktien zu erhöhen. Gleichzeitig soll die Zawahl des
Herrn Max Off enb acher in den Aufsichtsrat vorgeschlagen werden. Die
VorBtandschaft der Bayrischen Spiegel- und Spiegelglasfabriken, A.-G.,
wird durch Eintritt von bisherigen Teilhabern der Firma Offenbacher eine
Erweiterung erfahren. Ein Bezugsrecht der Aktionäre kommt nicht in
Frage.
General - Versammlungen.
Annawerk, 8chamotte- und Tonwarenfabrik, A.-G., vorm. J. B. Geith,
Oeslau : ». o. G.-V. 3. 8. 22, 3 Uhr n., Gesellschaftsbaus, Coburg. T.-O. -
Kapitaiseiböhung um Ji 3,5 MdL' Inhaberaktien auf Ji 6 5 Mill.
Glashütte Neuwerk, A-G., Berlin: a. o. G.-V. 28. 1. 22, 11 Uhr v.,
Sitzung»Baal des Vereinßhauses Deutscher Ingenieure, Berlin NW. 7.
T-O. : Kapitalserhöhung um Ji 10 Mill. Inhaberaktien auf Ji 20 Mill.
Glasfabrik, A.-G., Brockwitz: a. o. G.-V. 4. 2. 22, 3l/2 Uhr n.,
Gasthof znm Goldenen Löwen, Meißen. T.-O.: Kapitalserhöhung auf
M 7,5 Mil).; Satzungsänderungen.
Eeinstrom & Pilz, A.-G , Schwarzenberg : o. G.-V. 11. 2. 22. 11 Uhr
v., Commerz- und Privat-Bank, A.-G., Filiale Leipzig. T.-O. : u. a. Kapitals-
erhöaung *m Jt 2,5 Mill. Inhaberaktien.
Messen und Ausstellungen.
Die Jahressehau Deutscher Arbeit Dresden 1922 hat bekannt-
lich vom Sächsischen Ministerium des Innern die Genehmigung erhalten,
während ihrer diesjährigen Ausstellung (1. 6. bis 15. 9.) eine Geld-
lotterie von 500 000 Losen zu je Ji 3 zu veranstalten. Einem Beschluß
der AnsstellungBleitung zufolge soll die Büekseite der Lose für Beklame-
zwecke verwandt werden. Interessenten erfahren näheres bei der
Geschäftsstelle der Jahresschau im Verwaltungsgebäude des Städtischen
AuBBtellungspalastes, Dreeden-A., Lennestr. 3.
Schweden nnd die Deutsche Gewerbescbau München 1922. In
Schweden, insbesondere in den Kreisen des Handels und des Gewerbes, zeigt
sich ein lebhaftes Interesse für die Deutsche Gewerbeachau. Zahlreiche
Anfragen an die Ausstellungsleitung lassen einen regen Besuch aus dem
Norden erwarten Um Handwerkern, Werkmeistern und Arbeitern den
Besuch der Deutschen Gewerbeschau zu ermöglichen, werden besondere
Studienreisen unter sachkundiger Führung von dem Kgl. S c h w e d i -
sehen Kommerzkollegium, einer dem Finanzministerium »n-
gegliederten amtliehen Stelle für Handel und Gewerbe, veranstaltet. Zur
Einführung in Wesen und Ziele der Deutschen Gewerbeschau wurden von
der Ausstellungsleitung eine größere Anzahl von Druckschriften dem
Kommerzkollegium zur Verteilung an die Interessenten übermittelt.
Soziale Bewegung.
Lohnzahlung bei sportlichem Unfall. Eine bedeutsame Ent-
scheidung fällte der Tarifansschuß für Arbeiterfragen in der Eeichsschatz-
verwaltung. Ir bestimmte, daß Arbeitern, die bei sportlichen Uebungen
verunglücken, der Lohn unter Abzug reichsgesetzlicher Leistungen weiter-
zuzahlen ist, da der Sport nicht eine vorsätzliche Selbstbeschädigung
oder ein vertragswidriges Verhalten darstellt.
Verbände.
Die Vereinigten Steingutfabriken haben den bestehenden Auf-
schlag auf die Grundpreise abermals um 33V3% erhöht, und zwar frei-
bleibend. Sämtliche Steingutfabriken sind so stark beschäftigt, daß neue
Aufträge nur mit Lief erungB vorbehält angenommen werden können.
Der Verband deutscher Flaschenfabrikanten erhöhte die Verkaufs-
preise mit Bückwirkung auf Dezember durch Hinaufsetzung der Teuerungs-
aufschläge auf die Grundpreise um 300 °/».
Firmenregister.
Deutschland.
Werra Porzellanfabrik, A.-G., Bremen. Betrieb einer Porzellanfabrik
in Meiningen, Handel mit deren Erzeugnissen und Beteiligung an ein-
schlägigen Unternehmen. Grundkapital: Ji 3 Mill. Vorstand ist Kauf-
mann Leo Freudenberg. Die Gründer, welche Bämtliche Aktien über-
nommen haben, sind die Bankiers C. Lehning und G. H. Bohlken, die
Kaufleute L. Freudenberg und C. Grevecke und die Firma Friedr. Schwab
& Co., Meiningen. Den Aufsichtsrat bilden die Bankiers C Lehning und
G. H.' Bohlken und die Kaufleute C. Grevecke und K. Warnecke.
Porzellanfabrik Königszelt, Köoigszelt. Die Kapitalserhöhung
um M 1,5 Mill. Vorzugs- und M 1,5 Mill. Stammaktien auf Ji 7 Mill.
ist erfolgt. Ausgabekurs 100 bezw. 150 %.
Niedersachsenwerke, A.-G., Lamspringe. Fabrikation und Verwertung
von Porzellan und elektrischen Bedarfsartikeln, insbesondere Fortbetrieb
des bisher unter der Firma Norddeutsche Handelsgesellschaft Mackenthun
& Co., Lamspringe, betriebenen Fabrikationsgeschäftes. Grundkapital:
Ji 3 Mill. Vorstandsmitglieder sind Fabrikbesitzer Heinz- Julius Macken-
thun mit selbständiger Vertretungsbefugnis, Kaufmann Cart Zickert und
Oberingenieur Max Winzer, die nur beide gemeinschaftlich oder einzeln
mit einem der drei Prokuristen, Kaufmann Adolf Hildebrandt, Ingenieur
Eobert Geese und Kaufmann Karl Baue, vertretungsbefugt Bind Die
Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind Fabrikbesitzer
H. J. Mackenthun, dessen Frau Emmy geb. Hildebrandt, Fabrikant
Fr. Mackenthun, dessen Frau Sophie geb. Hövermann und die Ehefrau des
lug A. Mackenthun, Johanna geb. Brune. Den Aufüichtsrat bilden Bsntner
Fr. Mackenthun, Frau S. Mackenthun, geb. Hövermann, und Frau
E. Mackenthun, geb. Hildebrandt.
Porzellanfabrik Eauenstein, vorm. Fr. Chr. Greiner und Söhne, A.-G.,
Bauenstein. Die Kapitalserhöhung um Ji 0,75 MdL Vorzugsaktien auf
Ji 2,75 Mill. ist durchgeführt.
Czuday Werke, G. m. b. H., Bosdzin-Schoppinitz, Schoppinitz. Her-
stellung und Vertrieb von elektrischen Gebrauchsgegenständen und Bs-
darfsartikeln aller Art und gewerbliche Verwertung der von Josef Czuday
angemeldeten und bereits erteilten und noch zu erteilenden Gebrauchs-
muster und sonstigen Schutzrechte. Stammkapital: Ji 150 000 Geschäfts-
führer sind Kaufmann Bichard Czudsy, Techniker Josef Czuday, Landwirt
Georg Fischer und Brauereibesitzer Alexander Plaschke. Sie sind nur ge-
meinsam zu je zweien vertretungsbefugt.
Bosenthal Porzellanfabrik vorm. Jacob Zeidler & Co., Bahnhof Selb.
Die Prokura des Gustav Lentner und Otto Pohlhaus ist erloschen. Kauf-
mann Max Johne hat Prokura.
Porzellanfabrik Weidenberg, G. m. b. H, Weidenberg. An Stelle
des ausgeschiedenen Felix Schuricht wurde als Geschäftsführer Keramiker
Adolf Anton Schmidt bestellt.
Norddeutsche Steinzeugwerke Gebr. Muhle, Bremen. Der Sitz der
Firma ist von Ummeln nach Bremen verlegt. Persönlich haftende Gesell-
schafter sind die Kaufleute Georg Carpzow, Ernst Julius Muhle und
August Louis Mahle.
Ofen-, Porzellan- und Tonwarenfabrik Mügeln, G. m. b. H., Mügeln.
Das Stammkapital ist um Ji 0,6 Mill. auf M 1,8 Mill. erhöht worden.
Walther Ortel, Niederlößnitzer Kunst-Töpferei, Niederlößnitz. Die
Firma ist erloschen.
Freymuth & Co., Dampfziegelei und Schamottewerke Könnern, G. m.
b. H., Könnern. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist Kauf-
mann Albert Vasel.
Ziegel- und Schamotte-Werke, A-G., Könnern. Uebernahme und
Fortführung der unter der vorgenannten Firma betriebenen Ziegelei und
Schamottefabrik, Handel mit Waren gleicher oder ähnlicher Art sowie mit
Bohstoffen nnd Beteiligung an Unternehmungen verwandter Art. Grund-
kapital: Ji 1 Mill. Alleiniges Vorstandsmitglied ist Maurermeister Wilh.
Freymuth. Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind
Maurermeister W. Freymuth, Kaufmann A. Vasel, Freymuth & Co.,
Dampfziegelei und Schamottewerk Könnern, G. m. b. H , Bankier B. Wagner,
Bankdirektor F. Heinrich, Dr. phil. M. Oels, Kaufmann W. Hausburg,
Bankier H. Sachs, Bankprokuriit Dr. jur. W. Brttgmann und Dr. L. Gutmann,
28 — Nr. 3
SPRECH SAAL — COBURO-
1922. (65 Jahrgang.)
Die Mitglieder des Aufsiehtsrats sind Kaufmann A. Vasel, Bankier
R Wagner, Bankdirektor F. Heinrich und Dr. phil. M. Oels
Ludwig Stecher, Ton- und Zementwarenfabrik, Heilbronn, Neckar.
Die Firma ist infolge Geschäftsaufgabe erloschen.
Rheinische Schamotte- und Dinaswerke, Ottweiler. Die Prokura des
Direktors Hans Brandt ist erloschen.
Deutsch- Amerikanische Schmirgelwerke, A.G., Berlin (Schulzen-
dorfer Str. 19). Herstellung und Vertrieb aller der Schleif- und Mahl-
industrie dienenden Erzeugnisse, Pacht, Beteiligung, Raufe und Verkäufe
von beziehungsweise bei gleichen oder ähnlichen Unternehmungen; Handel
mit deren Produkten sowie Verarbeitung derselben ; Erwerb und Verwer-
tung einschlägiger Patente und Schutzrechte. Grundkapital: M 3,75 Mill.
Vorstandsmitglieder sind die Dipl.-Ing. Ludwig Lewissohn und Siegfried
Croner und Betriebsdirektor Paul Schultke. Die Gründer, die sämtliche Aktien
übernommen haben, sind die Kaufleute S. Levy und C. Herzog, Prokurist
H Johnsen, Dr. jGr. und rer. pol. A. Barbanel und Ing. Fr. Rädlich Den
ersten Aufsichtsrat bilden Rechtsanwalt Dr. J. Levy, Vors., Bankier L
Michels, stellv. Vors., Ing. R. Maaß und Dipl.-Ing. H. J Remak.
C. Wenck & Co., G. m. b. H., Karlshafen. An Stelle der aus-
geschiedenen Fabrikbesitzer Theo Warnecke und Carl Wenck d. J. wurde
als alleiniger Geschäftsführer Fabrikbesitzer Carl Krebs bestellt.
A.-G. Champagnerflaschenfabrik, vorm. Georg Boehringer & Cie.,
Achern. Die Kapitalserhöhung um Ji 2 Mill. Stammaktien auf M 3 Mill.
ist durchgeführt. Ausgabekars 100 °/0.
F. Seidensticker & Co., Bad Driburg i. W. Das Glasfabrikations-
geschäft wird künftig unter der Firma „F. Seidensticker & Cie , Kommandit-
gesellschaft" weitergeführt. Persönlich haftende Gesellschafter sind Carl
und Clemens Münstermann, die beide gemeinschaftlich oder einzeln in
Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertretungsbefdgt sind. Als Komman-
ditistin ist Witwe Friedrich Münstermann eingetreten.
Eichhorn & Weis, G. m. b. H., Mügeln, jetzt Heidenau. Das
Stammkapital ist auf Jt 500 000 erhöht worden. .
Emil Menzel, Riesaer Tafelglashüttenwerke, Riesa a. E. Kaufmann
Walther Despang hat Prokura.
Norddeutsche Spiegelfabrik Policardo & Burchert, Berlin- Weißensee.
Pertönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Ernst Policardo
und Otto Burchert. Sie sind nur gemeinschaftlich vertretungsbefugt.
RavenFberger Glaswaren- und Spiegelfabrik Reinermann & Co.,
Bielefeld Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der bisherige Gesellschafter
August Reinermann ist alleiniger Inhaber.
Rast & Co., G. m. b. H., Darmstadt Die Prokura des Kaufmanns
Adam Hildenbeutel ist erloschen.
Gebr. Bech, GlaBinstramentenfabrik, Elgersburg. Die Niederlassung
ist nach Ilmenau verlegt. •
Lausitzer Hartglaswerke Richard Herzig, Görlitz. Die Firma ist
geändert in „Lausitzer Hartglasindustrie Richard Herzig."
Arno Haak, Glastechnische Werkstätten, Jena. Die Gesellschaft ist
aufgelöst. Der bisherige Gesellschafter Glastechniker Arno Haak ist
alleiniger Inhaber.
Max Greiner & Co., G. m b. H , Lichtenhain. Metallwaren- und
Glaswarenfabrikation mit Handel. Stammkapital: M 20 000. Geschäfts-
führer sind Glaswarenfabrikant Max Greiner und Fabrikant Rudolf Görwitz.
Kgl. Bayer. HofglaEmalerei F. X Zettler, München. Lothar Hafner
hat Prokura.
Fritz, Haffner & Cie , Fraulautern. Die Gesellschaft ist aufgelöst,
die Firma erloschen.
Herner Herdfabrik, G. m. b. H., Herne. An Stelle des ausge-
schiedenen Direktors Heinrich Jäger wurde Dipl.-Ing. Maximilian Evendt
zum Geschäftsführer bestellt.
Emaillerie Rousselange & Troentlin, Saarlouis 2. Persönlich
haftende Gesellschafter sind die Fabrikbesitzer Johann Rousselange und
Charles Troentlin.
Leipziger Emaillier- Werk Carl Hoep, G. m. b. H, Taucha. Die
Vertretungsbefugnis des Kaufmanns Otto Mende ist beendigt. Nun-
mehriger Geschäftsführer ist Kaufmann Paul R- Pelz.
Warsteiner Gruben- und Hüttenwerke zu Warstein, Warstein. Der
Gesellschaftsvertrag ist abgeändert und neu gefaßt worden. Nunmehriger
Gegenstand des Unternehmens ist Herstellung und Vertrieb von Eisen-
fabrikaten jeder Art auf den der Gesellschaft gehörigen Werken Sankt
Wilhelmshüite, Eirenhammer, Holzhausen und Augustfehn in Oldenburg.
Veräußerung der übernommenen Gruben und Realitäten, Herstellung, Er-
werb und Pachtung anderer Hüttenanlagen sowie Beteiligung und Ueber-
nahme ähnlicher Unternehmungen. Das Grundkapital ist eingeteilt in
Jt 6 Mill. Stamm- und M 4 Mill, Vorzugsaktien. Kaufmann Emil Fachs
hat GeBumtprokura.
Deutsche Fensterglas-A -G , Berlin. Die Prokura des Richard Dingel-
stedt ist erloschen.
Glasmanufahtur Beuel, G. m. b. H , Beuel (Sttdstr. 4). Handel mit
Glatwaren aller Art und Beteiligung an gleichartigen Unternehmungen.
Stammkapital : Ji 20 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer
sind Kaufmann F.itdrich Kalthoff und dessen Ehefrau Erika, geb. Wiens.
Erich Mohr, Flach- und Hohlglas-Großhandlung, vorm. Eduard Kontny,
Glas Vertriebe!- Büro, G. m. b. H., Dresden Die Kaufleute Friedrich Moritz
Bornack und Oskar Erwin Eger haben Gesamtprokura.
Conservenglasgesellschaft Bott & Co. m b H., Frankfurt a. M. Die
Kaufleute Carl Jaeger, Robert Jaeger und Arthur Schlochauer haben
Gesamtprokura mit der Maßgabe, dati Carl Jaeger sowohl gemeinschaft-
lich mit K/bert .Jaeger als auch mit Aithur Schlochauer zeichnungs-
berechtigt ist.
Rafflenbeul & Löwe, G. m. b. JI., Hannover. Karl Sievers ist nicht
mehr Geschäftsführer.
Handelsgesellschaft für Isolierflaschen, G. m. b. H., Jlmenau. Handel
mit Isolierflaschen und Glasinstrumenten. Stammkapital : Jt 20 000.
Geschäftsführer ist Kaufmann Albin Paul Schnieke.
Glasgesellschaft m. b H , München.f|Als weiterer Geschäftsführer
wurde Kaufmann Moritz Meyer bestellt.
Flaschen-Verschlußfabrik „Comet" Gustav Krämer, Stettin. Inhaber
ist Kaufmann Gustav Krämer.
Jacobowitz & Co., G. m. b. H., Hannover. Kaufmann Simon Moses
wurde zum Geschäftsführer bestellt [ Seine Prokura ist erloschen. Friedrich
Battmer hat Einzelprokura,
H Bropfe & Co m. b. H., Hamburg, Das Stammkapital ist um
Jt 3 Mill. auf M 5 Mill. erhöht worden,
Wilhelm Rakel, Weißwasser, O.-L. Die Firma ist erloschen.
Sächsische Kaolin-Werke, G. m b. H, Kemmlitz. Die Firma lautet
künftig: „Sächsische Elektro- Osmose Kaolinwerke. G m. b. H , Kemmlitz".
Das Stammkapital ist um Ji 1,9 Mill. auf Jt 3,8 Mill. erhöht worden.
Oesterreich.
Hans Fötinger, Original Gmundner Tonwaren Industrie, G. m. b. H ,
Gschwandt (Gmunden). Stammkapital : K 690 000. Gemeinsam vertretungs-
befugte Geschäftsführer sind die Kaufleute Franz Haas und Gustav Rieger.
Hoffmann & Co., Salzburg. Erzeugung und Vertrieb von Ziegeln
und Tonwaren. Persönlich haftende Geschäftsführer Bind Großindustrieller
Arthur Krupp und die Fabrikdirektoren Hermann Gulden, Oscar Hebbel
und Richard Hoffmann. Jeder Gesellschafter ist selbständig vertretungs-
befugt.
Deutsche Keramikgesellschaft m b. H., Wien. Josef Wosmik hat
Gesamtprokura.
Ullwer & Bednar, Wien. Fabriksmäßiger Betrieb des Glasschleifer-
gewerbes. Die Prokura des Laurenz Sommer ist erloschen. Laurenz
Sommer, Katharina Sommer und Otto Sommer sind als persönlich haftende
Gesellschafter eingetreten. Jeder Gesellschafter ist selbständig vertretungs-
befugt.
Vereinigte Carborundum- und Elektrit- Werke, A.-G., Wien. Die
Direktoren Alois Hecht, Karl Kreß, Dr. Friedrich Kaufmann und Berthold
Steiner sind in den Verwaltungsrat eingetreten.
„Vitrum", Handelsgesellschaft m. b. H., Wien. Handel mit Waren
aller Art, insbesondere Apothekeneinrichtungen und Glaswaren. Selbständig
vertretungsbefugter Geschäftsführer ist Josef Lang.
Tschechoslowakien.
Ing. Fritsch & Weidermann, Porzellanfabrik, Altrohlau. Persönlich
luftende Gesellschafter sind lug. Julius Fritsch, Albertine Fritsch, Aloisia
Bendel und Karl Weidermann.
H. Wehinger & Comp., A.-G., Horn bei Elbogen. Erzeugung von
Porzellanwaren jeder Art. Aktienkapital: Kr. 1,3 Mill. Verwaltungsrats-
mitglieder sind JUDr. Oswald Koehler, Heinrich Wehinger, Emil Fehres,
JUDr. Berthold Knöpfelmacher und Bertha Köhler. Fritz Wehinger und
Anton Hahn haben Gesamtprokura.
Epiag, Erste böhmische Porzellanindustrie, A.-G., Karlsbad. An Stelle
der ausgeschiedenen Dr. Karl Belek und Dr. Adolf Müller wurden Johann
Nowotny, Franz Hanns und Heinrich Mastälka in den Verwaltungsrat
berufen. Präsident: Johann Nowotny. Vizepräsident: Dr. Karl Batek.
Vorsitzenderstellvertreter: Dr. Adolf Müller und Alfred Müller. Direktor:
Emil Lettner.
A. Striel, Gablonz a. N. Glas- und Metallwarenfabrik. Inhaber ist
Abraham Striel.
Bruno Endler & Co., Lautschnei. Glaswarenerzengung, Glasschleiferei
und Export. Persönlich haftende Gesellschafter sind Bruno Endler und
Emil Ernst Posselt. Franz Krans hat Prokura, i
Feix & Co., Morchenstern. Erzeugung und Export Gablonzer Er-
zeugnisse. Persönlich haftende'Gesellschafter sind Rudolf und Otto Feix.
„Vitrea", spolecnost skelnych huti, Bpol s. r. o., Prag. („Vitrea",
Gesellschaft für Glashütten, G. m. b. H, Prag.) Vaclav Müller und Richard
Wagner haben Gesamtprokura.
Jugoslawien.
Simo i Gojko Pavlovic, Duvno, Bosnien. Manufaktur-, Glas- und
Eisenwaren.
„Kristal" druzba z. o. z,, Maribor. Erzeugung von Spiegeln und
allen ähnlichen Gegenständen, farbigem und geschliffenem Glas, Glas- und
Schmirgelpapier. Als Geschäftsführer wurde Karel Robaus besteilt.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
I, Ist es unbedingt nötig, daß bei einem Ofen mit direkter Feuerung
(11 cbm Inhalt, 5 Feuerungen) während der ganzen Zeit des Vor f euer s
beide Brenner den Ofen bedienen oder ist es angängig, wenn die ersten
4 — 5 Stunden nw ein Brenner tätig ist und nachher beide Brenner zu-
sammen weiter brennen? Wir fabrizieren elektrotechnische Stanzartikel
und brennen bei SK 14 ab; wie lange sollte das Brennen höchstens
dauern, wenn vom Anfang bis zum Ende mit Zwickauer Steinkohle ge-
brannt wird? Wie schützt man am besten die Kapselstöße, die von den
aus den Feuerungen herausschlagenden Flammen direkt getroffen werden?
Erste Antwort: Wenn Kohlen bereit liegen, so Kann ein Brenner
das Vorfener bei nur fünf Feuerungen ohne besondere Anstrengung allein
1922. (56. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 3
29
bedienen. Sollten Sie für den zweiten Brenner während dieser 4—5 Stunden
keine andere ausreichende Beschäftigung haben, so lassen Sie die beiden
Brenner das Vorfeuer bei jedem Brande abwechselnd bedienen, denn es
handelt sich in diesem Falle doch sicher darum, daß dem einen Brenner die
Stundenlöhne nicht verloren gehen, die dem anderen zu gute kommen
Früher war es so, daß während des Vorfeuers noch andere Arbeiten mit
verrichtet wurden, was wohl auch heute noch geschehen könnte. Die
Brenndauer für die Erreichung von SK 14 dürfte 24—28 Stunden nicht
überschreiten; ist sie länger, so ist die Bauart des Ofens wahrscheinlich
daran schuld. Die noimale Brenndauer für einen fünfachürigen Porzellan-
ofen ist 22—24 Stunden. Die Kapselstöße schützt man gegen die aus den
.Feuerungen herausschlagenden Flammen am besten durch Schamotteschirme,
die an den betreffenden Stellen vorgesetzt werden. Verwendet mau auch
kleine 15er oder 20er Kapseln, so setzt man diese an die Feuereintritts-
stellen. Derartige Kapseln sind viel widerstandsfähiger als große, und es
ist daher weniger za befürchten, daß an den betreffenden Stellen die
Kapselstöße sich neigen oder zusammenfallen.
Zweite Antwort: Jener Chinese, der im Reiche der Mitte den
ersten Porzellanofen ansteckte, war jedenfalls ein ebenso schlauer, als auf
seine Bf quemlichkeit bedachter Mann. Er stopfte, als die Sache los ging,
in die Feuerkästen hinein, was irgend möglich war, brannte an und legte
sich an einer warmen Stelle zu süßem Schlummer nieder. Diese Methode
fand begreiflicher Weise viele Anhänger umso mehr, als mau zu jener
Zeit noch keine Ingenieur-Gesellschaft für Wärmewirtschaft kannte und
demgemäß die nötige Aufklärung über das Fehlerhafte solcher Schürweise
mangelte. So erbte Bich denn dieser Gebrauch von Geschlecht zu Geschlecht
fort und, wenn Sie Ihre Oefen auch nach diesem Rezept brennen, genügt für
die erBten 5 Stunden ein Brenner. Wenn Sie aber die Oefen so brennen, wie
es sich gehört, d. h. die Roste von Anfang an nicht höher als 12—15 cm
mit Kohle bedecken lassen und die jeweilige Neuaufgabe von Brenn-
material dem Fortscbreiten des Ofens anpassen, dann haben 2 Leute voll
zu tun. Bei Verwendung von Zwickauer Steinkohle darf ein Brand bei
der angegebenen Ofengröße 12—14 Stunden dauern. Um die Kapseln
gegen das direkt anprallende Feuer zu Bchützen, bestreichen Sie die am
Feuereintritt befindlichen Stellen am zweckmäßigsten etwa fingerdick mit
Kapselmasse, oder Sie stellen eine entsprechend geformte Schamotteplatte
vor die Kapselstöße.
Dritte Antwort. Das Vorfeuer eines kleinen Ofens verlangt so
wenig Arbeit, daß die ersten 5 Stunden ein Brenner damit fertig wird.
Die Bi enndauer Ihres Ofens dürfte bei normalem Gang höchstens 20 Stun-
den betragen; ungünstige Witterung, z. B. niedriger Barometerstand mit
Regen und Wind können den Ofen sehr beeinträchtigen und die Brenn-
dauer um einige Stunden verlängern. Die Lage der Fabrik ist dabei
wesentlich. Zwickauer Kohlen von Anfang an zu brennen, halte ich für
nicht angebracht. Das Vorfeuer darf nicht tibereilt werden, denn dadurch
entsteht leicht ein ungleicher Ofen, d. h. die Mitte des Ofens könnte in
der Temperatur mit den äußeren Kapselreihen auch nicht annähernd über-
einstimmen, und die Folgen davon wären ein verschiedener Scherben und
eine verschiedene Schwindung. Kapseln, die dem direkten Feuer ausge-
setzt sind, schützt man vorteilhaft durch sog. Schutzringe, d. s. gedrehte,
etwa 20 cm hohe, 4 cm starke Ringe aus erstklassigem Kapselmaterial,
die dem Durchmesser der Kapseln angepaßt sind. Diese Ringe werden,
wenn Bie etwas hart geworden sind, in zwei Halbkreise zerschnitten, die
den Kapseln vorgesetzt werden.
Vierte Antwort: Bei Ihrem Ofen kommen auf eine Feuerung
gerade 2*/j cbm Brennranm, während bei den üblichen Rundöfen auf eine
Feuerung etwa 7 cbm Brennraum kommen. Diese echtschurigen Randöfen
erfordern etwa 200 Ztr. gemischte Stein- und Braunkohle, so daß auf eine
Feuerung etwa 25 Ztr Kohlen während eines Brandes aufgeschüttet werden.
Dazu sind tiberall nur zwei Mann zur Bedienung nötig, bo daß Sie sich
hiernach ausrechnen können, welches Quantnm Kohle Ihre Brenner bei
Ihrem Ofen bei einem bezw. zwei Mann Bedienung zu bewältigen haben.
Ihre Feuerungen sind offenbar im Verhältnis zum Inhalt des Ofens ziemlich
klein, so daß nur mit kleinen Aufwarfmengen zu rechnen ist. Daher
dürfte das Auf werfen weniger Arbeitskraft erfordern, und ein Mann könnte
dafür genügen, wenn die Kohlen an Ort und Stelle lagern und nicht erst
weit herangebracht werden müssen. Richtig ist, daß das Aufwärmen nur
wenig Bedienung verlangt und ein Mann diese Arbeit bequem leisten kann,
bis das Scharf brenne* beginnt; man nimmt aber gewöhnlich zwei Mann
zum Brennen der 8-schtirigen Oefen während der Nacht, um dadurch das
Einschlafen des einzelnen Mannes zu verhindern und die Feuerführung
sicherer zu gestalten. Wie lange Sie bei Ihrem Ofen brennen müssen,
läßt sieb, ohne den letzteren zu kennen, nicht genau beantworten. Kleinere
Randöfen mit direkter Feuerung dürften nur 12—14 Stunden Brennzeit
erfordern, wenn sie richtig konstruiert sind. Die Kapselstöße an den
Feuerungen schützt man gegen den Anprall der einströmenden Flammen
durch sogenannte Feuer Wächter, starke gerundete Platten, die vor die
Stöße gestellt werden. Es scheint, daß Ihre Brenntechnik noch in den
Kinderschuhen steckt, da jeder tüchtige Porzellanbrenner sich selbst zu
helfen wüßte.
Fünfte Antwort: Ihre Ansicht, daß während der ganzen Zeit
des Vorfeuers nur 1 Brenner nötig ist, ist richtig, vorausgesetzt, daß sich
die Kohle in nächster Nähe des Ofens befindet Beobacnten Sie einmal
Ihre beiden Brenner von Anfang bis zu Ende des Brandes, und Sie
werden sehen, daß sie, ausgenommen während des Schlackens, nicht voll
beschäftigt sind. Treffen Sie Vorsorge, daß die Kohle am Ofen liegt,
und 1 Brenner kann den kleinen Ofen allein brennen. Die Brenndauer
dieses Ofens kann höchstens 15 Stunden betragen, da Sie sicherlich keine
großen Stanzartikel brennen. Ihre Kapseln vor den aus den Feuerangen
herausschlagenden Flammen zu schützen, gibt es kein Mittel. Bai großen
Oefen schützt man große Kapseln dadurch, daß man kleine Kapseln an
die Feuerungen stellt, doch ist dies bei Ihrem Ofen nicht ratsam, da
dadurch der Ftillraum, der an sich schon sehr klein ist, nur noch mehr
herabgemindert würde. . . ..... ,
Sechste Antwort: In der Industrie ist es allgemein üblich,
daß zwei Brenner den Ofen Bchtiren: Einer wirft die Kohle in die
Feuerung, der andere ebnet Bie. Muß ein Brenner die Kohle aufwerfen,
die Schaufel oder den Kasten beiseite stellen und dann den Rost ebnen,
so ist das für den Mann sehr umständlich und unpraktisch und an Am
4—5 Stunden wird nicht viel erspart Eia 11 cbm-Ofen müßte in 20
Stunden auf SK 14 gebracht sein. Die Dauer hängt davon ab, wie ge-
brannt wird; lassen Sie alle Vorschüren flammenfrei niederbrennen bis
SK 02 a oder 3 a und brennen Sie auch alle Glattschüreu flammenfrei
nieder, so ist der Brand normal und kann nicht verkürzt werden. Die
Brenndauer kann man nur bei einem 18 m hohen Schlot verkürzen, wenn
man von der 8. Sahtire au bis zum Vorfeuerende durch Aufgabe von
4X42 Pfand Kohle den Brand treibt; um 6—8 Stunden wird er dadurch
verkürzt. Die Kapseln schützt man dadurch am besten, daß man nicht
bei SK 14 ausbrennt, sondern eine Masse- verwendet, die wesentlich
niedriger gebrannt wird.
Siebente Antwort. Den Ofen während des Vorfeuers zu be-
dienen ist bekanntlich nicht schwer, und es wäre daher schon möglieh,
daß ein Brenner einen Ofen mit 5 Feuerungen bedienen könnte. Aller-
dings müßte dafür ges rgt werien, daß vor j ädern Feuerloch das ent-
sprechende Qiantam Kohle zur Hand wäre. Sie benötigen doch eigent-
lich auch nur einen Brenner zum Scharffeaer und höchstens einen Hilfs-
brenner; verantwortlich ist jedenfalls bloß der Scharf branner. Zwickau**
Steinkohlen werden meistenteils zum Seharffeaer verwendet, wo sie aller-
dings ziemlich rationell wirken, doch kommt es dabei aach sehr viel auf t
die Brandführung au. Immerhin dürfte der Brand bei Ihrem Ofan zwischen
18 — 24 Stunden dauern. U na die Kapselstöße vor den herausschlagenden
Flammen zu schützen, empfiehlt es sich, eins Schutzwand aus Sehanvotte-
masse herzustellen, indem man 3 Sjchamotteplatten so zusammensetzt,
daß ßie etwa 1U m über die Feuerungen hinausstehen uud dadurch die
Fiammen zwingen, sich zu zerteilen.
Achte Antwort: Die Bedienung eines kleinen Ofens kann ein
Brenner ganz allein besorgen, vorausgesetzt, daß ihm die Kohle, die für
einen Brand gebraucht wird, vorher zwischen je zwei Feuerungen zugefahren
wird. Die Brenndauer kann nicht 18—19 Stunden übersteigen, so daß
ein Mann das Vorfeuer (ungefähr 9—10 Stunden lang) durchfahrt und von
da ab der eigentliche Brenner den Glattbrand übernimmt. Sollten sich
dazwischen irgend welche Handgriffe notwendig machen, wie das Ab-
schlackeu oder Ziehen der Proben, so kann hierza ein Mann von dem
Brennhauspersonal zeitweilig beordert werden.
Neunte Antwort: Bei Ihrem kleinen Ofen genügt es voll-
kommen, wenn die ersten 4—5 Standen nur ein Brenner tätig ist; denn
es handelt sich doch zunächst nur um das Aastreiben der Feuchtigkeit
bezw. des chemisch gebundenen Wassers, was durch Aafrechterhaltang
einer nur kleinen Flamme zu erreichen ist. Nach dem Niederfallen des
SK 07 a kann etwas flotter gebrannt werden bis zum Schmelzpaukt des
SK 02 a und erst von jetzt ab, beim Uebergang zum Vollfeuer, ist die Hinzu-
ziehung eines zweiten Brenners empfehlenswert. Die Wirkungs?one einer
Feuerung erstreckt sich bei Porzellan auf etwa 6—8 cbm Setzraam; waram
Sie also bei einem Brennranm von nur 11 cbm Inhalt 5 Feuerungen angebracht
haben, ist unverständlich ; nicht nur das Mauerwerk des Ofens wird hier-
durch in ganz unnötiger Weiss geschwächt, Sie jagen auch eine gewaltige
Menge ungenützten Brennstoff zum Sehlot hinaus. Ich schlage Ianen vor,
wenigstens 2 Feuerangen zuzumauern. Um die KapaelstöUe vor der
direkten Berührung der aus den Feuerungen herausschlagenden Fiammen
zu schützen; umgibt man die Feuerungen mit aus feuerfesten Steinen
hergestellten etwa 80 cm hohen und 1j2 Stein starken Feuerschirmen.
2. Welchen Einfluß übt milchiger norwegischer (finnischer) Ftldspat
auf die Glasur aus gegenüber dem glasigen norwegischen?
Erste Antwort. Da der finnische Feldspat milchig erscheint, so
ist dies ein Beweis, daß er Qaarz enthält; infolgedessen ist auch die An-
nahme berechtigt, daß dieser Feldspat schwerflüssiger ist als ein glasiger
und daher auch die Glasur etwas strengflüssiger machen wird. Sie müssen
also unter Zahilfenahme der Analysen ausrechnen, wieviel Feldspat von
der milchigen Sorte mehr zn nehmen ist als von der glasigen, anderer-
seits aber auch, wieviel Qaarz wegzulassen ist, nachdem durch den milcaigen
Feldspat Qaarz in den Versatz eingeführt wird. Sie hätten vor allem die
Analysen der in Frage stehenden Feldspate mitteilen sollen.
Zweite Antwort: Infolge seines milchigen Aussehens wird
der finnische Spat die Glasur trüben, d. h. er nimmt iar das harte, glasige
Ansehen, gibt ihr einen weicheren, wärmeren Ton. Da die Trübung aber
durch Bestandteile, die sich im Feuer nicht lösen, durch Qaarz oder Ton-
substanz hervorgerufen wird, so muß die Flußwirkung dieses Spates
etwas geringer sein als die des norwegischen, weshalb vor Einführung
des Materials auszuprobieren ist, ob etwa der Zusatz zur Glasur er-
höht werden muß.
Dritte Antwort: Milchiger norwegischer Feldspat erhöht
die Gartemperatur und verleiht der Glasur einen angenehmen, warmen
Ton. Glasiger Spat dagegen braucht weniger Feuer und eignet sich für
Unterglasur-Malereien ; das Aussehen der Glasur ist aufdringlich und kalt.
Vierte Antwort: Feldspat mit milchigem Aussehen ist immer
1 etwas weichfldssiger als der glasige Feldspat und dementsprechend wird
auch die damit hergestellte Glasur weichfldssiger. Der glasige Feldspat
erteilt aber der Glasur einen höheren Glanz als der milchige, so daß
Porzellan-Glasuren damit schöner werden. Man nimmt deshalb den
milchigen Feldspat gewöhnlich lieber zur Masse und den glasigen zur
Glasur.
Fünfte Antwort: Wenn Sie vor Aufgabe Ihrer Frage Ver-
suche gemacht hätten, so würden Sie sich selbst die Antwort geoen köanen.
Sie können getrost finnischen Feldspat in Porzellauglasuren anstelle des
norwegischen verwenden, wenn Ihre Glasur nach der Analyse der Feld-
spate umgerechnet wurde. Bei Steingutglasnren, die Unterglasurfarben
günstig beeiuflassen sollen, kann dieser Faidspat nur in geringen
Mengen Verwendung fiaden. Aber warum wollen Sie gerade finnischen
Feldspat verwenden ? Norwegischer Feldspat ist bei dem heutigen Markt-
preis schon sehr teuer, uud im übrigen gibf es in Deutschland auch gute
und brauchbare Feldspate für einen weit geringeren Preis.
Sechste Antwort: Der Einfluß eines milchigen« Sp-ates wird in
der Glasur kaum zu bemerken sein, es sei- denn, daß Unterglasurfarben
leicht getrübt werden. Ia der dünnen Lage kommt das Milchige lange
SO — Nr. 3
SPKECHSAAL -COBURG!.
1922. (55. Jahrgang.)
nicht so zur Geltung, wie am kompakten Stttck. Für Weißware ist mir
milchiger Spat lieber als glasiger, weil die Glasur den Scherben besser
deckt, der immer etwas farbig ist; die Ware sieht dann weißer aus.
Siebente Antwort: Man verwendet norwegischen Feldspat
meistens deshalb, weil er von allen Feldspaten wohl der reinste ist und
am allerbesten die Transparenz fördert, lei Verwendung von milchigem
finnischen Feldspat dürfte wohl kein großer Unterschied sieh ergeben;
höchstens ist die Transparenz etwas geringer, und die Glasur ähnelt
mehr einer Kalkglasur.
Achte Antwort: Die Antwort liegt schon in der Frage: Die
Glasur wird milchiger, erscheint getrübt und ist unter Umständen schwerer
schmelzbar, weil die milchige Erscheinung zumeist von einem Qaarzgehalt
des Feldspates herrührt. Es müßte demnach nach der rationellen Zusammen-
setzung der Quarzgehalt in die Glasurformel eingerechnet, der Feldspat-
gehalt dementsprechend erhöht werden. Kurzerhand kann man auch den
Kalkgehalt der Glasur entsprechend erhöhen, um dasselbe Resultat zu
erreichen; die Ausgangsglasur muß aber der Segerformel entsprechen.
Neunte Antwort: Ein wesentlicher Unterschied zwischen der
Wirkung beider Spate besteht nicht; die Trübung dürfte auf das Vor-
handensein geringer Mengen Flußspats zurückzuführen sein, der zuweilen
im Feldspat eingesprengt ist.
3. Woher kommt es, daß bei weißer Schmelzware die Glasur bis-
weilen eine rötliehe Färbung annimmt trotz normaler Glusurstärke?
Erste Antwort: Wenn Sie davon überzeugt sind, daß die Glasur
immer in der gleichen Konsistenz zur Verarbeitung gelangt, so gibt es
noch zwei Fehlerquellen. Langanhaltendes reduzierendes Feuer macht
die Glasur gelbrot. (Sie hätten das Ofensystem angeben sollen!) Weiter
ist es möglich, daß die Zubereitung der Glasur nicht sorgfältig genug
geschieht, der Zinngehalt verschieden und das Material nicht ganz rein
ist. Sie tun gut, wenn Sie der Glasur ein äußerst, geringes Quantum
Kobaltoxyd zugeben.
Zweite Antwort: Weshalb verheimlichen Sie die Zusammen-
setzung von Masse und Glasur, wenn Sie doch einen Fehler abschaffen
wollen ? Ohne Kenntnis zumindest der Glasur kann Ihnen kein Eat ge-
geben werden. Auf eines seien Sie aufmerksam gemacht, nämlich daß
durch unregelmäßiges Feuern eine Rotfärbung bei Schmelzglasnren
beobachtet wurde. Da Sie selbst angeben, daß der Fehler nur zuweilen
auftritt, so achten Sie einmal genauer auf das Brennen. Zu starke Rauch-
entwicklung schadet auf jeden Fall und kann die Rotfärbung begünstigen.
Dritte Antwort: Es ist anzunehmen, daß die Glasur an den
Stellen, wo sie etwas überhitzt wird, Eisen aus dem Scherben aufnimmt,
wodurch sie eine rötliche Farbe zeigt. Auch ist es möglich, daß die
Glasurmaterialien sehr eisenhaltig Bind und im oxydierenden Feuer das
Eiset rot entwickeln. Ich habe festgestellt, daß Qiarz mit Flußmitteln
zusammen geschmolzen bei einem Verhältnis von 1 RO : 4 Si02 das Eisen
nicht mehr aufnimmt und dieses dann rot bleibt.
Vierte Antwort. Ihre Frsge ist ziemlich ungenau, und man
müßte mindestens die Zusammensetzung der Glasur kennen, um den Fehler
beurteilen zu können. Gelb-violette Töne treten oft auf, wenn die Glasur
zu hoeh aufgetragen wird und BchwerMsBig ist.
Fünfte Antwort: Die Ursache können Sie nur im Verfolgen
Ihrer Glasierarbeiten finden. Schleifen Sie Ihre Kacheln (ich nehme an,
es handelt Bich um solche) vorher trocken oder naß ab, nachdem sie vor-
her gescbrüht sind ? Mit einem Worte, glasieren Sie nicht zu nasse Ware,
welche zu wenig Glasur annimmt? Tauchen Sie oder begießen Sie Ihre
Artikel ? Man kann bei normaler Glasurstärke zu dick und zu dünn
glasieren, je nachdem diese Arbeit vorgenommen wird. Sie glasieren
wahrscheinlich zu dünn und brennen scharf aus, wodurch der rötliche
Ton zum Vorschein kommt.
Sechste Antwort: Die Rosafärbung der weißen Schmelzglasur
ist eine Erscheinung, die zuweilen ganz plötzlich auftritt und dann ebenso
schnell wieder verschwindet. Ihre Entstehungsweise ist noch nicht sicher
ergründet, doch scheint, eine Bildung von Pink in Frage zu kommen, die
durch kltine Mengen von Eisen-, Chrom- und ähnlichen Oxyden verursacht
wird Es ist darum schwer, Ihnen zu sagen, wie der Fehler zu beseitigen
ist ; man kann nur raten, farbige Kacheln so einzusetzen, daß sie hinter
die weißen zu stehen kommen, damit jeglicher Anflug durch den Zug des
Feuers vermieden wird. Natürlich sind die weißen Kacheln auch ent-
sprechend stark zu glasieren, damit keine Einwirkung des Scherbens auf
die Glasur statt finden kann Lag vielleicht beim Glasieren noch Schleif-
staub auf den Kacheln f In diesem Falle wäre der Anlaß zur Pinkfärbung
schon gefunden.
Siebente Antwort: Die rötliche Färbung ist auf die Bildung
eines pinhähnlichen Körpers im oxydierenden Brande zurückzuführen, der
in Gegenwart von Zinnsäore, Kalk und Eisenoxyd in einer Scbmelzglasur
zuweilen zu entstehen pflegt. Aus diesem Grunde sucht man überschüssige
Luftzufuhr zu vermeiden und brennt Schmelzglasnren bei neutraler oder
schwach reduzierender Ofenatmosphäre auf. >
4. Wir bitten um Angabe eines Versatzes für S'iikasteine bei aus-
schließlicher Verwendung nordböhmischer Rohmaterials n.
Antwort: Es ist nicht ohne weiteres möglich, einen Versatz für
Silikasteine anzugeben, denn es wäre zunächst festzustellen, ob Sie in
Nordböhmen überhaupt ein geeignetes Kieselsäurematerial haben. An
einem Ton dürfte es zwar nicht fehlen, aber trotzdem wäre dessen
zur Bindnng nötiger Zusatz erat durch Versuche zu ermitteln, da er sich
nach dem Verhalten des Kieselsäurematerials richtet. Je weniger Ton
nötig ist, nmso besser die Feuerfestigkeit.
5. Wie viel m\sec beträgt wohl die Gasgeschwindigkeit in dem Kamin
eines Porzellanbrennofens, wenn SK 6 gefallen ist?
Antwort: Die Geschwindigkeit der Rauchgase im Kamin ist
abhätgig von der Eigenttmperatur der letzteren, von der Temperatur der
Außenluft, von der Höhe de« Schornsteins und von der in diesem ent-
stehenden Reibung. Nach Fischers Taschenbuch für Feuerungstechniker
errechnet sie sich nach der Formel
Einer Glattbrenntemneratur von SK 6 = 1200° entspricht eine Gltth-
brandtemperatur von etwa 800° C und die mittlere Temperatur der Rauch-
gase in der Esse möge ungefähr 600° C , betragen Sei noch ferner eine
Außentemperatur von 20° C. angenommen und die Höhe der Esse mit 12 m,
so ist
- V
2 X 9.8X12 (6' .0-20)
273 + 20 ' = 9 m/8ec'
6. Wie brennt man gestanzte, auf allen Seiten glasierte Flaschen-
stöpsel am vorteilhaftesten? Welche Hilfsmittel sind anzuwenden, um das
Anschmelzen in der Kapsel zu vermeiden?
Erste Antwort: Um ein möglichst sauberes Fabrikat zu erhalten,
werden Sie am zweckmäßigsten aus Masseabfällen Reste formen, in deren
Spalten Sie die Flaschenstöpsel einhängen. Da die Schwindunsr von Stöpsel
und Rost gleich groß ist, kann der Einsatz Beine Lage nicht ändern. Die
Kanten und Spalten bestreichen Sie mit Kaolinbrei, um ein Anbacken zu
verhindern. An Stelle dieser Porzellanroste, die man natürlich auch aus
billigen Materialien herstellen kann, sind auch Roste aus Schamottemasse
verwendbar, die dann öfter durchs Feuer gehen können Da aber in diesem
Falle die Stöpsel beim Schwinden etwas in den Spalt hineinrutschen,
ergeben sich Streifen mit verletzter Glasurschicht.
Zweite Antwort: Flaschenstöpsel gewöhnlicher Form brennt
man am besten liegend, und zwar so, daß nur ein kleiner Punkt der
oberen und unteren Kante den Kapselboden berührt. Die beiden Auflage-
stellen werden vor dem Einfüllen von der Glasur befreit. Letzteres ge-
schieht in der Weise, daß man mit dem Stöpsel vorsichtig über ein
glattes Stück Filz streicht, und zwar nur mit den beiden kleinen Stellen,
die als Auflageflächen dienen sollen. Das Einsieben einer ganz dünnen
Schicht feinsten Sandes in die Kapseln verhindert ebenfalls das An-
schmelzen der Stöpsel. Die wenigen kleinen Sandkörnchen, die an den
Auflagestellen der Flascheistöpsel hängen bleiben, kann man nach dem
Brennen leicht abreiben, und dieses beeinflußt das Aussehen der Stöpsel
nur sehr wenig. Es ist besonders darauf zu sehen, daß die gefüllten
Kapseln vorsichtig in den Ofen gesetzt werden, damit die eingelegten
Stöpsel ihre Lage nicht verändern können, wodurch fehlerhafte Ware
entstehen würde.
Dritte Antwort: Glasierte Flaschenstöpsel brennt man am
vorteilhaftesten in etwa 20 mm starken Schamottekapaeln vou etwa
300 mm 0, die nur so hoch sein dürfen, daß über den eingelegten
Flaschenverschlüssen bis zur Unterseite des nächsten Kapselbodens ein Spiel-
raum von 5 mm bleibt. Wenn auch die' eine oder andere Kapsel sich im
Scharffeuer durchbiegt, so genügt dieser Spielraum mit dem durch die
Sehwindung der Flaschenstöpael noch entstehenden vollständig, um beim
Durchbiegen der Kapselböden eine Berührung der Flaschenstöpsel mit den
Kapseln zu verhindern. Um das Anbrennen der Stöpsel in den Kapseln zu
vermeiden, ist ea vorteilhaft, die Kapseln mittels eines Pinsels mit ge-
schlämmtem Kaolinbrei etwa 1/i mm dick auszustreichen. Diese dünne
KaolinBChicht brennt im Glattbrand auf der Kapsel mit fest und bildet
die beste Isolation gegen daa Anbrennen der Flaschenstöpsel. Mit den
billigen Stöpseln kann man verteuernde Manipulationen nicht vornehmen,
sondern sie werden so in den Kapseln gebrannt, daß das Darchgangsloch
mit einer Oeffnung nach oben, mit der anderen Oefinung nach dem Kapsel-
boden zeigt, und zwar in konzentrischen Kreisen angeordnet, den spitzen
Teil nach der Kapselmitte gerichtet, aodaß die größtmögliche Aug-
nutzung gegeben ist. Die Stöpsel können fast auf Fühlung aneinander
liegen; natürlich wird der Stöpsel, wo er aufliegt, eine matte Stelle zeigen,
die aoer kaum zu bemerken ist, wenn zum Ausschmieren der Kapseln
ein rein weiß brennender Kaolin verwandt wurde.
Vierte Antwort: Wenn man die üblichen Flaschenatöpsel zur
Hand nimmt und aufmerksam betrachtet, so wird man stets eine, meistens
sogar aber zwei Stellen finden, an denen keine oder nur wenig Glasur
zu sehen ist, dafür mehr oder weniger rauhe Stellen. Auf diesen ruhen
die Flaschenstfpsel beim Brennen auf, nachdem sie auf einem Filz oder
mit etwas Sandpapier nach dem Glasieren abgerieben wurden, um die
Glasur zu entfernen. Es ist darauf zu achten, daß die Glasur dünn liegt,
damit sie an den betreffenden Stellen nicht anbackend wirkt Das Ein-
streuen von Sand in die Kapseln ist dabei unzulässig, vielmehr müssen
die letzteren mit einem Gemisch von Kaolin mit etwas feingemahlenem
Qaarz (kein Porzellansand oder feldspathaltiges Material) ausgeschmiert
Bein, auf deren so vorbereiteten Boden die Flaschenstöpsel aufgelegt
werden. Zum Füllen sind geübte Leute nötig, wie auch zum Entfernen
der Glasur an den Aufliegesteilen.
Fünfte Antwort: Flaschenstöpsel werden am vorteilhaftesten
so in die Kapsel gelegt, daß sie nur an zwei Stellen aufliegen, die nach
dem Brennen poliert werden, was jedenfalls billiger ist, wie das Brennen
auf Pumsen. Gut ist, die Aufliegestellen vor dem Füllen von Glasur
zu befreien und die Kapseln mit reinem Qaarzsand einzustreuen.
Sechste Antwort: Es ist docn eine bekannte Sache, daß man
ganz glasierte Waren auf Pinnenspitzchen brennen kann. Stanzen Sie
sich aus Ton, der mit Schamottemehl gemagert ist, feinepitzige Pinnen
und stellen Sie die Stöpsel darauf. Die HaftBtelle ist so klein, daß kaum
Anstoß daran genommen wird; wäre dies der Fall, so müßten Sie sie ab-
schleifen, wenn die Mehrkosten die Ware nicht allzusehr belasten. Ein
andrer Weg ist nicht denkbar, ganz glasierte Waren zu brennen.
Glas.
1. Regelmäßig, wenn die Drehrostgeneratoren beschickt werden, tritt
eine momentane Unterbrechung in der Gaszuführung ein, d. h. das Gas
bleibt an den Brennstellen aus. Nun entzündet es sich wohl sofort wieder
an jenen Stellen, die rotglühend sind, dagegen muß es an anderen Stellen,
z. B. an den Wechseln der Strecköfen, immer wieder neu angezündet werden.
Um dieses uriederholte Anzünden des Gases zu ersparen, legen die Arbeiter
ein Stück Holz in die Oeffnung des Ofens, bei welcher das Gas einströmt,
so daß sich dieses an dem glimmenden bezw. brennenden Holz entzündet.
Dieser Uebelstand erfordert natürlich ziemlich viel Holz und ist auch
insofern bedenltlioh, alt da» msammengebrannU Holz au» der Oeffnung
SPRECHSAAL-COBURÖ. Ht. * - »1
1928. (56. Jahrgang.)
herausfallen und unter Umstanden einen Bramd verursachen kann. Gibt
es eine, vielleicht elektrische Vorrichtung, an welcher sich das Gasten selbst
entstünden kann?
Erste Antwort: Wenn die Beschickung Ihrer Drehrostgeneratoren
derart erfolgt, daß die GaBznfuhr zum Ofen ganz stockt, so liegt hier
ein Fehler beim Füllen vor. Ihr Scbürer gibt zn viel Kohle auf einmal
auf, wodarch auch noch das Gas vorübergehend minderwertig wird, da es
zn viel EntgasungBprodukte auf einmal mitfuhrt, welche die Entzündung
der Flamme erschweren. Ist keine automatische Beschickungseinrichtung
vorhanden, so muß der Schürer nach jedem Füllen etwas warten, damit
der DrehroBtgenerator in Beiner Gasentwicklung nicht zu sehr gestört wird.
Vielleicht wird auch der Gaserzeuger überhaupt zu spät gefüllt, so daß er
zu weit heruntergebrannt ist. Zum Wiederentzünden des einströmenden
GaBes braucht das dazu benötigte Holzstück gar nicht groß zu sein ; diese
Art der Gasentzündnng ist die einfachste. Um einen Brand zu vermeiden,
braucht man nnr einen blechernen Kasten an der richtigen Stelle anzuordnen,
der die glühenden oder brennenden Eolzteilchen aufnimmt. Eine elektrische
Zündnng ist aus ökonomischen, technischen und praktischen Gründen nicht
zn empfehlen. Wird die Beschickung richtig geregelt, so daß die Gas-
zufuhr nicht Btockt und die Zusammensetzung brauchbar bleibt, so brennt
die Flamme fort, und der Holzverbrauch sowie die Brandgefahr scheiden aus.
Zweite Antwort: Wenn die Gaszuführnng regelmäßig beim
Beschicken der Generatoren aussetzt, sodaß die Flamme an den Brenn-
stellen verlöscht, so liegt ein Bau- oder Betriebsfehler vor, nnd Sie sollten
deshalb darauf darauf bedacht Bein, diesen zu beseitigen, nicht aber eine
Vorkehrung zu trtff n, wodurch das verlöschte GaB wieder entzündet wHl
Die leiztere ließe rieh wohl anbringen, ist aber nirgends üblich. Da)
einfachste wäre' z. B , an den Brennstellen, wo sich das Gas nicht von
selbst entzünden kann, eine mit Leuchtgas gespeiste Daueiflamme zu
unterhalten Bichtiger ist aber, den Konstruktionsfehler zu beseitigen,
nm eine ununterbrochene Gaszuführung zu bekommen. Allem Anschein
nach haben Sie gar keinen oder einen dem Gasverbrauch entsprechend viel
zu kleinen Gassammelkanal Iat dies der Fall, so tritt bei der geringsten
Unregelmäßigkeit in der Bedienung der Generatoren Gasstockung ein;
da aber hier nicht sofort Abhilfe geschaffen werden kann, so muß einst-
weilen der B diennng der Generatoren größte Aufmerksamkeit gewidmet
werden. Baben Sie mehrere Generatoren in Betrieb, die miteinander ver-
bünd- n sind, so dürfen sie nicht alle zu gleicher Zeit gefüllt werden,
auch nicht gleich hintereinander, sondern nnr in größeren gleichmäßigen
Zwischenräumen. Beim Vorhandensein von nur einem Generator darf
nicht zuviel auf einmal nachgefüllt werden, sondern nur ein geringes
Qoantnm in bestimmten Zeitabständen Das Füllquantnm ist so groß zu
nehmen, daß eine Unterbrechung der Gaserzeugung nicht stattfindet. Die
Füllkästen müssen natürlich gut schließen nnd so beschaffen sein, daß
beim Füllen kein oder nur sehr wenig Gas entweichen kann. Wird auf
diese Weise beim Füllen der Generatoren vorgegangen, so ist eine Unter-
brechung der Gaszufuhr nicht gut möglich.
Dritte Antwort: Bei Drebrostgeneratoren liegt vermutlich
ein Konstruktionsfehler vor, sonst dürfte bei regelmäßigem Gang der
Generatoren keine Unterbrechung in der Gaszuführung eintreten. Die
Generatoren werden doch nicht alle zu gleicher Zeit mit neuem Brenn-
material beschickt, und da mnß von den anderen Generatoren immer noch
so viel Druck vorhanden sein, daß die Gaszuführung nicht ausbleibt. Bei
der Anlage ist doch wohl ein Gassammelkanal oder dgl. eingebaut; viel-
leicht ist dieser zu klein. Oder sollte der Verschluß am Generator un-
sachgemäß Bein, so daß beim Beschicken mit Brennstoff zu viel Gas ent-
weil ht? Die Generatoren sollen nicht zu gleicher Zeit neu gefüllt
werden, sondern in gewissen Zeitiäumen nacheinander, damit keine
Unterbrechung entsteht Am ehesten würde wohl ein Fachmann an Ort
nnd Stelle die unangenehme Erscheinung zu beseitigen wissen. Das An-
zünden des Gases, auf elektrischem Wege ließe sich wohl ausführen, würde
aber Unkosten verursachen, die sich vermeiden lassen.
2. Gibt es Gaserzeuger in kleinerer Ausführung, die imstande sind,
binnen 24 Stunden 4—5 t Braunkohlengrieß und -staub von 4000 W.-K
su vergasen? *
Erste Antwort: Um täglich 80—100 Ztr. Braunkohlengrieß zu
vergaBen, bewähren sich am besten die Gaserzeuger mit horizontal gela-
gertem Drehrost. Bei diesen Generatoren wird die Primärluft direkt in
die DeBtillationszone, Glühzone, gedrückt, und die Austragung der kalten
VerbrennungsrückBtände erfolgt periodisch mit der Hand oder automatisch
mittels Antriebes. Hieraus geht hervor, daß die Tätigkeit des Generators
weder durch Abschlacken noch durch das Putzen der Boste gestört wird.
Zweite Antwort: Die Vergasung von Brannkohlengrieß und
•staub läßt sich äußer in Drehrostgeneratoren auch in Gebläsegeneratoren
von nicht zu großen Dimensionen vornehmen, und zwar sind für einen
täglichen DurchBatz von 4—5 1 Braunkohlengrieß 4 Gebläsegeneratoren mit
je einer Rostfläche von 0,86 qm am vorteilhaftesten. Die Bedienung der
Generatoren ist aber von ebenso größer Bedeutung für eine einwandfreie
Gaserzeugung als die Generatoren selbst.
3. Wir bitten um Angabe eines Gemengesatzes für ein möglichst bei
niedriger Temperatur schmelzendes und verarbeitbares Glas, ohne daß die
elektrische Widerstandsfähigkeit unter diesen Umständen leidet. Die Farbe
des Glases spielt keine Bolle; vorgezogen wird aber eine weiße oder mög-
lichst dunkle Färbung.
Erste Antwort: Sie wollen anscheinend elektrische Isolierkörper
in irgend einer Form herstellen, sagen aber nicht, welche Ofenart zur
Anwendung gelangen soll. Da ein heißer Ofen jedenfalls nicht zur Ver-
fügung steht, so ist auch die Anwendung vun Glaubersalz ausgeschlossen.
Nachstehender Satz ergibt bei mittlerer Ofentemperatur das gewünschte
Glas zum Pressen:
Sand 100 kg
8oda 46 „
Witherit 20 „
Kalkspat 16 „
Arsenik 0,6 „
Scherben - 26 „
Bei einer niedrigen Ofentemperatur lösen sich die Metalloxyde sehr schwer
oder gar nicht, weshalb von einer Donkelf ärbung abzuraten ist.
Zweite Antwort: Glas, das recht widerstandsfähig gegen eine
elektrische Einwirkung sein soll, darf kein Natron, sondern nur Kali, und
dieses auch nur in möglichst geringer Menge, enthalten. Nachstehend ein
Satz, der Ihren Ansprüchen genügen wird:
Sand 100 kg
Pottasche 35 „
Kalk 18 „
Tonerde 2 „
Kalisalpeter 2 5 „
Scherben, gleicher Zusammensetzung ... 90 „
Dritte Antwort: Ein leicht schmelzbares Glas ergibt der
folgende Gemengesatz:
8aud 100 kg
Soda 38 „
Kalkspat 20 „
Salpeter 2 „
Dazu Ys Glaamehl oder Scherben von weißem Glas. Soll das Glas dunkel
ausfallen, brauu oder blau, ao werden für Braun dem Gemenge noch 4 kg
Braunstein und 2 kg Eisenoxyd beigemischt, für Blau 200 — 250 g
Kobaltoxyd.
4. Kann ein Glasofen mit 14 Glashäfen von 70X.70 cm Außenmaß,
oder eine Wanne, die 2 cbm Glas täglich liefert, mit Leuchtgas betrieben
werden und wieviel cbm Leuchtgas würden für beide Oefen nötig sein?
Würde Leuchtgas andere Einrichtungen im Ofen nötig machen oder genügt
es, dieses Gas durch die bisherigen Kanäle und Kammern in den Ofen
zu leiten?
Erste Antwort: Von der Beheizung eines Hifenofens oder einer
Wanne mit Leuchtgas ist aus den verschiedensten Gründen abzuraten.
Zunächst käme sie bei den heutigen Gaspreiaen viel zu teuer. Ange-
nommen, es stände ein vollwertiges Leuchtgas zur Verfügung, was unter
den heutigen Verhältnissen kaum möglich sein dürfte, so ist doch deaaen
Znsammensetzung für industrielle Feuerungsanlagen nicht vorteilhaft. Die
schweren Kohlenwasserstoffe, welche im Leuchtgas sehr wertvoll sind,
machen sich bei der Gasfeuerung für Industrieöfen unliebsam bemerkbar,
da sie wärmekonsumierend wirken. Auch die Arbeit an einem mit Leucht-
gas beheizten Glasofen dürfte für die Gesundheit der Arbeiter nachteilig
sein. Vom technischen Standpunkt aus müßten neue Brenner konstruiert
werden, die eine innige Mischung des leichten Gases mit der Sekundärluft
ermöglichen. Mit Bücksicht auf die große Explosionsgefahr kann man
das Leuchtgas nicht in der üblichen Weiae verbrennen, so daß der Ofen
umgebaut werden müßte. Auch wäre die Einschaltung einer Druckrega-
lierungsanlage Bedingung,, da der Gasdruck in den Leitungen darch die
unregelmäßige Gasentnahme großen Schwankungen unterworfen ist, das
Gas aber in die Glasöfen immer unter einem ganz bestimmten Druck
treten muß. Der Gasverbrauch läßt sich, ohne die Zusammensetzung des
Gases zu kennen, nicht angeben, jedenfalls dürfte er ziemlich hoch sein.
Wie schon ausgeführt, müßte das Gas in besonderen Leitungen dem
Brenner zugeführt werden.
Zweite Antwort: Glasöfen oder Wannen lassen sich wohl
mit Leuchtgas betreiben ; dies ist aber für so große Oefen eine recht
kostspielige Sache, selbst wenn Leuchtgas billig zar Verfügung steht.
Bei einer Wanne der angegebenen Größe müssen Sie schon mit einem
Leuchtgasverbrauch von etwa 6000 cbm, bei einem Hafenofen mit 14
Häfen von 70X70 cm mit 7000 cbm in 24 Stunden rechnen. Leuchtgas
braucht nicht vorgewärmt zu werden und wird am sichersten in guß-
eisernen Böhren direkt zur Verbrauchsatelle geleitet. Es könnte wohl
auch durch die bisherigen Kanäle und Kammern in den Ofen geleitet
werden, aber dies ist zu gefährlich, denn einmal iat überhaupt die
Explosionsgefahr bei Lenchtgas bedeutend größer als bei Generatorgas,
sodann iat es auch gefährlich, Leuchtgas durch gewöhnliche Kanäle zu
leiten, denn sind diese nur im geringsten an einer Steile schadhaft oder
schließt ein Verschluß deckel schlecht, sodaß etwas Gas entweichen kann,
so besteht auch Vergiftungsgefahr für in der Nähe befindliche Personen.
Dritte Antwort: Möglich ist es wohl, einen Glasofen oder auch
eine Wanne mit Leuchtgas zu beheizen, vorausgesetzt, daß immer die
nötige Gasmenge zur Verfügung steht. Leuchtgas besitzt wohl einen
größeren Heizwert als Generator-Gas; immerhin müßte mit einem Verbrauch
von 15—1800 cbm in 24 Stunden gerechnet werden. Es kommen jeden-
falls auch noch Nebenöfen in Frage, wie Sandofen, bei Hafenbetrieb
Temperofen, Kühlofen und dergl., so daß unter Umständen der Verbrauch
noch höher sein kann. Eine Wanne würde im Vergleich zum Hafenofen
etwas weniger Gas brauchen, je nachdem eine Tageswanne oder eine Wanne
mit kontinuierlichem Betrieb vorgesehen ist Soll Leuchtgas verwendet
werden, so muß in der Nähe der Ofenanlage ein Gasometer aufgestellt
werden, von dem aus das Gas erst nach den Oefen geleitet wird. Dieses
ist nötig, um eine gleichmäßige Zufuhr zu erzielen, sonst könnte ea vor-
kommen, daß Sie, wenn der Verbrauch in dem allgemeinen Netz etwas
größer ist, an Gasmangel leiden, was zu den unangenehmsten Folgen
führen würde. Die Kanäle und Kammern des Ofens brauchten nicht ver-
' ändert zu werden, wenn die Anlage sonst gut funktionierte. Leuchtgas
benötigt weniger Luft als Generator-Gas, und diese kann durch einen ßegulier-
schieber oder ein Ventil auf das richtige Maß eingestellt werden. Im allge-
meinen wird eine eigene Gasanlage für den Glashütten betrieb vorgezogen,
denn treten unverhofft Störungen in der Gaslieferuug ein, so iat auch
gleich der ganze Betrieb kalt gestellt.
Vierte Antwort: Mit Leuchtgas kann man Hafen- und
Wannenöfen heizen. Für jeden Ofen werden bei etwa 4500 kg Glas-
produktion täglich 3200 — 4ä00 cbm Gas gebraucht, je nach dem Heiz-
wert des letzteren und der Konstruktion des Ofens. Leuchtgas ist be-
deutend heizkräftiger als Generatorgas; gewöhnliches Generatorgas hat
gegen 1100 W.E., während Leuchtgas 6—6000 W.E. aufweist. Deshalb
wird an Leuchtgas bedeutend weniger gebraucht und etwa nur 1ji des
32 - Nr. 8
SPRECHSAAL — CO BÜRO.
im (66. fahrgäng.)! 9
Gei eratorgas-Volumens durch die Kammer geleitet, wodurch wieder keine
Pressung im Brenner stattfindet und die Verbrennungsflamme nicht ge-
nügend lang wird. Um diesem Uebel abzuhelfen, sollen die Brenner kleiner
gemacht, ev. etwas abgeändert werden, je nach der Lange der Wanne.
I«t die Wanne Isvg und wird eine lange Flamme verlangt, dann müssen
die Luft- nnd Gasströme möglichst parallel geleitet werden, während sie
bei kurzer Wanne aufeinander sloßen Pollen. Die Heizurg mit Leucht-
gas ist jedenfalls sehr kostspielig und deshalb sehr unrentabel.
5. Welches Rrgenrativ- Ofensystem ist nach den heutigen Erfahrungen
vorzuziehen, mit seit- oder mit rückwärts liegenden Brennern mit rück-
kehrender U-Flamme? Beabsichtigt ist eine Tagesleistung von 20000 kg
Flaschenglas. Welche Innenmaße müßte eine Wanne haben, und kann
letztere bei Mangel an Kohlen bei geeigneten Gaserzeugern auch mit Holz
betrieben werden?
Erste Antwort: Für kontinuierliche Wannen wählt man immer
die Anordnung des Brenners an der Stirnseite der den Arbeitsplätzen
gegenüber liegenden Schmalseite. Um die Flamme möglichst ausnutzen
zu tonnen, auf der anderen Seite aber an den Arbeitsplänen die richtige
Temperatar und Glaskonsistens zu erzielen, arbeitet die Wanne mit um-
kehrender U-Flamme Eine Wanne mit Wechselfiamme würde zunächst
in Bezug auf die Brennstoffausnützung ungünstig arbeiten, und die
Schmelzung eines täglichen Glasquantums von 20 000 kg stieße auf
Schwierigkeiten. Wannen mit Wecbselfl&mmen bildet m«n nur als Tages-
wannen aus. Es sollen nun täglich 20 000 kg Glas zu Flaschen vorblase«
werden; nirrnit man das Durchschnittsgewicht der Flasche mit 750 g ar,
so wären täglich rund 26 000 Flaschpn zu blasen oder jährlich, das Jahr
zu 300 Arbeitstagen gerechnet, 7 800000 Stück. Diese Leistung ist für eise
Wanne sehr reichlich. Um den erforderlichen Kaum für die Arbeitsplätze
zu erhalten, wäre zu empfehlen, die Seitenwände der Wanne nach den
Arbeitsplätzen zu divergierend verlaufen zu lassen. Die Wanne müßte
bei einem Glasstand von 1 m eine Breite von etwa 7 m bei einer Länge
von etwa 9 m erhalten ; sie ließe sich vorteilhaft mit Holzgas beheizen,
nur müssen dann entsprechende Generatoren vorhanden sein, und das Holz
muß geschnitten werden.
Zweite Antwort: Eine Wanne für eine tägliche Produktion von
20 000 kg Flaschenglas benötigt einen Scbmelzranm von 5 m Breite und
14 m Länge, mit einem anschließenden Arbeitsraum von 5 m Breite und
6 m Länge bei einem Glasstand von 1,2 m Tiefe. Solche große Wannen
siid stets mit seitlich liegenden Brennern zu versehen, und zwar wären
bei Ihrer Wanne an jeder Seite 4 Brenner von 100X25 cm anzubringen.
Als Generatoren kommen für Ihren Zweck Schachtgeneratoren von min-
destens 3,5 m Höhe in Betracht, in denen Sie sowohl Kohle als auch Holz
vergasen köanen.
Dritte Antwort: Wenn die neue Wanne von einem erfahrenen
Fachmann gebaut wird und die Brenner richtig konstruiert und angelegt
B;nd, so arbeiten beide Systeme gleich gut; jedoch sind für eine so große
Wanne, die täglich 20000 kg geschmolzenes Glas liefern soll, seitlich
angelegte Brenner vorzuziehen. Der Schmelzraum ist hier zu groß, so
deß die Flamme von rückwärts nicht so intensiv durch den langen
Scbmelzracm wirken kann, wie bei seitlich liegenden Brennern. Die
Wanne müßte mindestens 8— 8 50 m lang, 3,50 m breit und 1 m tief sein.
Neben Kohle kann auch Holz vergast werden; trockenes Holz liefert ein
heizkräftigeres Gas als Braunkohle. Man kann auch Holz und Kohle ge-
mischt vergasen, oder es wird ein Generator nur für die Holzvergasang
eingerichtet. Allerdings macht die Zerkleinerung des Holzes etwas viel
Unkosten, denn die LäDge der zu vergasenden Stücke soll höchstens 25 cm
betragen. Der Generator für Holz maß höher sein als bei Kohle, damit
das Hulz nicht durchbrennt; letzteres braucht eine geringere Laftzufüh-
rung, was zu beachten ist. *
Vierte Antwort: Wie mir bekannt ist, sind die besten
Resultate mit länglichen Wanneu mit rückkehrender U-Fiamme erzielt
worden. Eine Flaschenwanne von 20 000 kg Leistung an fertigem Glas
in 24 Standen soll mindestens 8 m breit und 11 m lang sein. Der Glas-
stand beüägt 1,10 m, Bodaß die Wanne etwa 96 cbm Glas fassen kann,
Manchmal wählt mau ein noch größeres Verhältnis zwischen Länge und
Breite der Wanne, was teilweise vom Brennstoff abhängt. Je gasreicher
der Brennstoff, (>••» desto längere Flamme läßt sich erzielen uud umso
länger kai.n die Wanne gebaut werden. D.jm Brennstoff sind auch die
Breuner anzupassen. Holz als Bieunttoff wird in der Glasindustrie oft
gebrancbt, uud es sind damit sehr glinstige Resultate erzielt worden.
Es gibt ein ziemlich heizkräftiges Gau, um! die Verbrennung-temperatur
des Holzgases liegt höher als die des Kohlengases, was für Glas von
hohem Wert ist. Zum Holzvergaeen eignen eich die Planrostgeneratoren,
6. Ich baue eine Wanne für grüne Flaschen von 9,20X5,80 m mit
einem Glasstand von 1 m und einem Inhalt von etwa 58 — 60 t Glas.
Wieviel. Gasgeneratoren bind dazu, nötig, um den Wannen-Ofen sowie die
Kühlofen mit Gas versorgen zu können? Ich habe gute Steinkohle zur
Verfügung; wie hoch soll der Kamin sein? Ich wollte ihn 25 m hoch,
unten 1,25 m und oben 1 m im lichten weit machen; ist das richtig?
Welches Kammer- Syriern eignet sich für diesen Ofen am besten? Sollen
die Kammern der Länge nach unter dem Ofen oder rückwärts unten am
Ende des Ofens der Länge nach oder quer liegen? Wie lang, breit und
hoch sollen die Gas- und Luftkammern sein?
Erste Antwort: Beim Lesen dieser Frage muß einen wunder-
nehmen, daß Sie nicht gleich die Lieferang von Bau- und DeteiizeichnuDgen
verlangen. Stellen Sie eiumal das Baukapital für die Wannenanlage dem
Honorar gegeLÜber, das ein Sachverständiger für die Lieferung sach-
gemäßer Baupläne valangt, so müssen Sie zu de.m Ergebnis kommen, daß
Sie am falschen Ort sparen wollen und daher verschwenden. Um die
Anzahl der nötigen Gaserzeuger augeben za können, genügt die allgemeine
Angabe „gute SteinkoLlt" nicht; mau müßte auch Heizwert, Beschaffenheit
und Verhalten der Kohle keuueu. Ebenso verhält es sich mit dem Gag-
verbrauch für die Kublöfen, deren Größe und Anzahl bekannt sein mÜBsen.
Letztere werden aber wieder bestimmt durch die Art der erzeugten Flaschen.
Für eise derartige Aulage ist ein Schornstein von 25 m Höhe zu niedrig,
ganz abgesehen davon; daß es auch auf die örtlichen Verhältnisse ankommt.
Ein ausjtkiiend hoher Schornstein ist aber mit Uruudbelinguug für
den guten Gang einer Wanne. Welches Kammer-System zu wählen ist,
hängt ab von den Grundwasserverhältnissen und der Beschaffenheit des
Baugeländes. Erlauben es die Terrainverhältnisse, so wählt man stehende
Kammern, da diese leichter zu reinigen sind. Wie die Kammern am
vorteilhaftesten anzulegen sind, hängt gleichfalls von den gegebene» Ver-
hältnissen ab, ohne deren Kenntnis sich kein praktischer Vorschlag machen
läßt. Grundsatz ist, daß man den Unterofen so zum Oberofen anordaet,
daß die Wärme möglichst gebunden bleibt. Wie schon ausgeführt, richten
sich die Dimensionen der Gaskammern nach der Güte des Generatorgases
und nach der durch die Grnndverbältnisse bedingten konstruktiven Durch-
führung der Kammern; letzteres gilt auch für die Lnftkammern.
Zweite Antwort: Es ist stets von großem Vorteil, die Genera-
toranlage mit drei Generatoren auszurüsten und die Größe der einzelnen
Gaserzeuger so zn wählen, daß man im Notfalle auch ein paar Tage
mit nur zwei Geoera*o'en durchkommen kann. Außerdem ist es ratsam, ein
Generatorsystem zu wählen, das für die Vergasung fast aller Brennstoffe
geeignet ist — Schachtgeneratoren, genügend hoch erstellt, bieten diesen
Vorteil — ; nur auf diese Weise ist man gegen alle Zufälle geschützt.
Für Ihre Wannenanlage wären demnach 3 Schachtgeneratoren von 1,20 m
Breite, 100 m Tiefe und 3 50 m Höhe im Lichten nötig. Wie hoeh der
Kamin sein muß, häBgt von den örtlichen Luft- bezw. Zagverhältnissen
ab Bei guten Zugverhältnissen ist die von Ibnen angegeben' Kamiu-
g öße genügend, andernfalls aber wäre der Schornstein zu klein und zn
niedrig bemessen, und er müßte wenigstens 32—35 m hoch sein bn einer
unteren lichten Weite von 15 m. Welches Kammersystem — ob liegende
oder stehende Kammern — sich für Ihren Ofen am besten eignet, hängt
ebenfalls von den örtlichen Verhältnissen ab; in Bezug auf den Ofengang
ist bei richtiger Bauausführung das eine so gut wie das andere, und das
gleiche gilt auch von der Stellung, sowie von der Länge, Breite und Höhe
der Kammern. Als Anhaltspunkt diene Ihnen, daß Sie Kammern von je
8 cbm Gitterwerk benötigen.
Dritte Antwort: Eine so große Wanne dürfte 4 Generatoren
erfordern, um das nötige Gas zum Schmelzen und für die Kühlöfen za
erzeugen, und zwar wären sie so groß anzulegen, daß 3 im Betrieb sind
und einer als Reserve bereit steht. Bei Steinkohle, die zur Schlacken-
bildung neigt, gibt es oft Reparaturen am Generator, und dadurch wird
ein Reservegenera'or nötig. Bei hohem Gelände und freiem Luftzug würde
eine Höhe von 25 m für den Kamin genügen, eine untere Weite von
1,30 m und eine obere von 1 m im lichten i«t richtig. Die Anordnung
der Kammern richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen und nach der
Stellung der Generatoren zum Ofen ; dabei spielt es keine besondere Rolle,
ob die Kammern seitlich oder rückwärts liegen Am besten bringt man
sie dort an, wo sie am wärmsten gehalten werden, und richtet sich dabei
auch nach den Zuströmungs- und Abzugskanälen. Welches System am
vorteilhaftesten ist, wird der ausführende Fachmann am besten an Ort
und Stelle beurteilen köanen. Die Größe der Gaskammer dürfte
3 60X1,20X1,50 m betragen, die der Luftkammer 3,60X1,40X1,50 m
Möglicherweise können die Kammern noch etwas größer gemacht werden.
Vierte Antwort: Diese Flaschenglaswanne von 92 m Länge,
5.8 m Breite und 1 m Glasrtand kann etwa 11500 kg Glas = 22 bis
23 000 Flaschen in 24 Stunden leisten und verbraucht bei richtiger Kon-
struktion zum Schmelzen etwa 100 kg Kohle auf 100 kg fertiges Glas
oder mit Nebenöfen gerechnet etwa 125 — 150 kg. Es müssen daher
täglich ^|qq — *7 250 kg Kohle vergast werden. Wenn 8ie
Planrostgeneratoren wählen, eo können Sie auf 1 qm Rostfläche 80 kg
Koble pro Stunde vergasen, und die Generatoren müssen demnach Roste von
17 250
24X80 = ^ ^m ßaDen- Wenden Sie aber Druckluft aB, so genügten
7 — 7,6 qm Rostfläche. Nehmen Sie jeden Generator mit 1,5 qm Rost an,
so benötigen Sie 6 Generatoren, ev. noch' einen als Reserve' Die Be-
rechnung des Schornsteines ist hier nicht am Platze, aber jedenfalls
dürfen Sie den Schornstein nicht unter 35 m hoch bauen, wenn Sie gnte
Betriebsresultate erzielen und den Ofen nach Belieben regulieren wollen.
Oben soll der Sahornstein mindestens 1,10« m, unten 1,40 m im Lichten
haben, und er muß jedenfalls auf Winddraok und Kantenpressung be-
rechnet werden. Beim Ofenbau ist besonders viel Aufmerksamkeit auf
die richtige Konstruktion der Brenner, auf die Kanalqaerschnitte und die
Abmessungen der Luft- und Gaskammer zu verwenden, ebenso auf die
Lage der Generatoren. Liegen diese nahe am Ofen, so daß das Generator-
gas noch ziemlich heiß in die Kammern gelangt, dann muß man die
Lnftkammern etwa um '/b größer bauen als die Gaskammern. Auf jeden
Fall soll jede Kammer nicht uuter V» des Ofeninhaltes ausmachen. Höhe,
Breite und Länge der Kammern hängen von den örtlichen Verhältnissen
ab. Liegt das Grundwasser sehr tief, so daß die Generatoren auch tief
debant werden köanen, und die Wanne ist hoch gelegt, dann können
g e Regeueratorkammern unter der Wanne im Kellergeschoß untergebracht
werden. Steht aber das Grundwasser hoch, so soll man lieber die
Kammern hinter der Wanne aufstellen, denn es ist immer ratsamer, sie
höher als länger zu machen. Dies alles muß reiflich an Ort nnd Stelle
Uberlegt werden. Sie würden sich sehr viel Aerger und Kapital er-
sparen, wenn Sie sich an eine tüchtige Ofenbaufirma wendeten. Eine
derartige Wanne kostet jetzt über 1 Million Mark und zum Bau muß
man viel Erfahrung hüben. Vor allem muß man sich hüten vor einem
größeren Kohleverbrauch, als er in gut konstruierten 0«fen zulässig ist,
dann vor zu tiefgelegten Kanälen, die vom Grundwasser immer Feuchtig-
keit aufnehmen, und schließlich vor zu niedrigem Schornstein, da sich
der Ofen sonst schlecht regulieren läßt.
7. Wer liefert Kühlöfen für elektrische Beheizung?
Antwort: Elektrisch beheizte Kühlöfen liefert Hütteningenieur
M. von Reiboldt in Coburg.
Nene Fragen.
Keramik.
Ii. Welches ist die Zusammensetzung einer Bleischmelze oler Blei -
fritle, die den Bedingungen der Thorpe'achen Rtgel in Bezug auf die Lö»-
1922. (56. |ategißlf)lg,))
SPRECH SAAL — COBURQ.
Nr. 3 — 33
Uehkeit von Blei genügt und dennoch genügend leichtflüssig ist, um in einem
Schneizofen geschmolzen werden zu können?
IS. unsere Gießmasse (Schlicker) für Biskuit- Porzellan aus:
Dölauer Kaolin '• ' . 27 G.-T.
Mügelner Kaolin 21 „'
Martinrodaer Sand 18 „
Boerstrand-Spat 18 „
Kalktuff '3 „
Soda-Zusatz V» 9r auf 1 k9
hat eine zu starke Schwindung, etwa 22°l0- Wir bitten um Angabe eines
Versatzes, möglichst aus den gleichen Materialien, mit einer Schwindung
von lB—18'lo.
16 Wie stellt man Graphitstopfen am billigsten her, und welche
Mischung kommt dafür in Betracht?
17. Steht einwandfrei fest, daß der Tunnelofen unter Berücksichti-
gung aller Eigenheiten der rationellste Ofen zum Brennen von Schamotte-
ofenkacheln ist, oder sind Zweifel möglich?
Glas.
12. Wir beabsichtigen die Fabrikation von Linsen, Menisken^ und
andern Gläsern, die für die Optik Verwendung finden sollen, einzurichten
und benötigen dazu einen Kammer- oder Doppelkammer ofen, dessen Glüh-
räume ca. 400X500 mm groß sein müssen und der mit Od- oder elektri-
scher Heizung beirieben werden kann. Wer liefert derartige Anlagen?
13. Wer liefert eine Anlage zur Entbleiung von stark bleihaltigem
Herdglas ?
14. Wieviel an Gewicht Arsenik erfordert äußerst ein offener Hafen
von 8 Ztr. Glasinhalt zum Blankwerden anstelle des Blasens mit Holz oder
dergleichen? Sind Glaubersalz und Salpeter ein Ersatz für Läuterungs-
mittel ?
+ Verschiedenes.
1. Seit einiger Zeit werden kalkhaltige Gießmassen hergestellt, wo-
raus unter Zusatz von Sand verschiedener Körnungen und Arten, je nach
dem gewünschten Produkt, in Gipsformen Hohlgefäße hergestellt werden.
Wie ist die Zusammensetzung derartiger Massen, und welche chemischen
Vorgänge kommen beim Erstarren in Frage? Die Massen werden auch
stellenweise durch Beizen dekoriert ; womit werden z. B. die braunen Dekore
erzielt ?
Zur Beachtung1
Die geschätzten Mitarbeiter und Antwortgeber bitten
wir dringend, das Papier bei Manuskripten (auch Frage-
beantwortungen!) nur einseitig und nicht so eng beschrei-
ben zu wollen, um den Setzern die Setzarbeit und uns die
Durchsicht der Schriftstücke zu erleichtern.
Sprechsaal - Kalender
1922
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'. sendung für Deutschland,
Deutsch - Oesterreich M 13. — ,
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stehender Währung: Frs 5.—,
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Kroner 3.B0, Flh 2,50.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
Nach kurzer Krankheit ist das Mitglied unseres
Aufsichtsrats
i Herr Diedric
Inhaber der Firma D. F. Rabe & Co.
am 11. Januar uns durch den Tod entrissen worden.
Wir trauern aufrichtig um diesen lieben Freund,
der uns jederzeit ein bewährter Berater und warmer
Förderer unseres Unternehmens gewesen ist. All-
zufrüh haben wir ihn verlieren müssen ; wir werden
seiner immer in Treue gedenken.
Fürstenberg- Weser, 13. Januar 1922.
flufsiehtsrat und Vorstand
der Fürstenberger PorzellanfabriK-
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Nachricht zu geben von dem am
12. Januar erfolgten Hinacheiden unseres hochverehrten Mitarbeiters, des
Herrn Direktor Dr. Heinrich Lange
in Kahla.
Wir betrauern in dem Verstorbenen ein Vorbild an Pflichtgefühl und Fleiß, dessen
reiche Erfahrungen uns große Dienste geleistet haben.
Seine edle Gesinnung und sein vornehmer Charakter werden ihm ein dauerndes
Andenken sichern.
Kahla i. Thür., Hermsdorf i. Thür., Freiberg i. S., Zwickau i. S., den 13. Januar 1922.
Der Vorstand der Porzellanfabrik Kahla.
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Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Pr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprechanschluü Nr. 59./ relegr.-Adresse Spreeau it
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Coborg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jl 14. — unter Streifband M 40.—.
Anzeigren: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1.— (Stellengesuche 30 *f.).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands B. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Tunnelöfen in der Feinkeramik.
Von P. Buresch, Obericgenienr,
Prokarist der Keramischen Tanndofenbaa-Gesellachaft m. b. H , Saarau.
Zu i dem unter obiger Ueberschrift in verschiedenen Fach-
zeitschriften veröffentlichten Aufsatz des Herrn C. Roschmann,
der sich im Gegensatz zu seiner, gemeinsam mit der Firma
Banzlauer Werke, Lengersdörff & Co. ausgeführten Kon-
struktion mit unserem iSystem befaßt, sehen wir uns veran-
laßt, das nachstehende zu erwidern. Wir haben dazu umso-
mehr Veranlassung, als in dem zweiten Absatz des genannten
Artikels auch deutlich ausgesprochen ist. daß die in den letzten
Wochen veröffentlichte Anzeige der Bunzlauer Werke „Zar
Tunnelofenfrage" mit ihrer Einleitung: „Um den unwahren Aus-
streuungen der Konkurrenz die Spitze abzubrechen usw."
speziell auf unsere Firma gemünzt sein soll. Wir sind des-
halb Herrn Roschmann dafür dankbar, daß er durch seine Ver-
öffentlichung uns Gelegenheit bietet, auch gleichzeitig zu dieser
Anzeige Stellung zu nehmen.
Zunächst steht fest, daß der Fangeron-Ofen der einzige
Kanalofen ist, welcher seit mehr als 15 Jahren sich auch in
seiner ursprünglichen Ausführung mit direkter Feuerung in
den verschiedensten keramischen Industrien aufs beste bewährt
hat und daß alle Nachahmungen und unzähligen Patente,
welche besonders in den letzten Jahren angemeldet worden
sind, sich von vornherein auf die mit unserem System erzielten
Erfolge und auf die Erkenntnis stützen, daß das mit dem
Faugeron-System eingeführte Prinzip das einzig richtige ist.
Dies gilt auch von der Konstruktion A. E. G. - Roschmann-
Lengersdorff.
Es ist uns wohlbekannt, daß die A. E G. die von Herrn
Roschmann als „technischen Fehler bezeichnete Gewölbeform
bei dem Bau ihrer späteren Oefen außer Betracht gelassen hat.
Herr Roschmann bleibt aber den Beweis für seine Behauptung,
daß durch diese besondere Gewölbeform die Feuerführung be-
einträchtigt und erschwert würde, schuldig. Wir selbst haben
uns bei den zahlreichen, von uns ausgeführten Anlagen noch
nicht davon überzeugen können, im Gegenteil haben wir bei
verschiedenen gelegentlich unserer Besuche feststellen können,
daß die gewollte Feuerführung tatsächlich erreicht wird und
damit die beabsichtigte Wirkung auf das gleichmäßige Vor-
wärmen des Brenngates bis zum Eintritt in die eigentliche
Brennzone, als Vorbedingung für ein einwandfreies Aasbrennen
der Ware, gewährleistet ist. Wir sehen jedenfalls im Gegen-
satz zu Herrn Roschmann bisher in der Weglassung dieser be-
sonderen Gewölbeanordnung bei seiner Konstruktion keinen
Vorteil, denn es ist ja nicht nur uns bekannt, daß die umge-
bauten Oefen in Hennigsdorf und auch der in der Veröffent-
lichung besonders hervorgehobene Ofen 4, trotz jetzt 5/4 jähriger
Betriebs/,eit, abgesehen von den vorhergegangenen außerordent-
lichen Betriebsschwierigkeiten, auch heute noch etwa zur Hälfte
gelbes, blasiges und pockiges Porzellan liefert. Nachdem
dieser Uebelwtand, welcher einem anderen Werke, das auf Ver-
kauf seiner Erzeugnisse angewiesen ist, den Absatz unmöglich
machen würde, nicht erst seit einiger Zeit auftritt, sondern von
Anbeginn vorhanden war, können wir ihn nicht auf einen viel-
leicht zufälligen Massef^hler oder auf das Einsetzen etwas
feuchter Ware zurückführen, sondern müssen dies der durch
die Konstruktion des Ofens bedingten Feuerführung zur Last
legen.
Wir haben in verschiedenen unserer mit dem „technischen
Fehler" der direkten Befeuerung behafteten Oefen seit einer
Reihe von Jahren mehrfach Brennversuche auch mit elektro-
technischem, weiß und bunt glasiertem Porzellan gemacht und
dabei stets — trotzdem diese Oefen niemals dem speziellen
Artikel in ihrer Betriebsweise angepaßt werden konnten —
gute Resultate erzielt. Herr Roschmann hat anscheinend ver-
gessen, daß auch wir Proben aus unseren ersten Oefen in
Hennigsdorf besitzen, welche einwandfrei gebrannt sind. Es
sind uns auch niemals seitens der A. E. G. Klagen darüber ge-
äußert worden, daß unsere Oefen damals etwa auch ständig
40— 50 °/0 gelbes und pockiges Porzellan geliefert hätten, was,
wenn es der Fall gewesen wäre, sicher — worin uns jeder
Leser beipflichten wird — geschehen sein würde, zum mindesten
gelegentlich der öfteren Besuche, die von unserer Seite In
jenen Jahren in Hennigsdorf ausgeführt worden sind.
Die Behauptung, daß die Ausführung mit direkter Be-
feuerung ein „technischer Fehler" war, wird also Herr Rosch-
mann wohl selbst ernstlich nicht verteidigen wollen. Jedenfalls
arbeiten sämtliche Anlagen, welche wir vor dem Kiiege in
einer Anzahl von einigen 2s0 Oefen im In- und Auslande
errichtet haben, soweit uns einmal Nachrichten darüber vorliegen
(Polen und Rußland z. B. ausgenommen) und soweit wir zum
anderen irgend welchen E.ofiuß auf die Betriebsweise, z. B.
bei Wechsel des Brennstoffs oder der zu brennenden Ware,
gehabt haben, noch heute zur vollen Zufriedenheit ihrer Besitzer,
wie wir dies stets durch Zeugniste belegen können.
Es ist uns, wie wahrscheinlich auch jedem anderen Fach-
mann, nicht verständlich, wie Herr Roschmann die Durchführung
der direkten Befeueruag zu einer Zeit, als die Gasfeuerung im
allgemeinen noch in den Kinderschuhen steckte und im be-
sonderen für keramische Oefen überhaupt noch nicht eingeführt
war, als „technischer Fehler" bezeichnen kann. Haben wir
34 — Nr. 4
SPRECH SAAL - COBURG.
im (68. Jahrgang.)
doch selbst bis heute noch kaum einen Drehrostgenerator,
welcher z. B. unsere deutschen Rohbraunkohlen mit voller
Gewährleistung und gleichmäßigem wirtschaftlichen Nutzeffekt
vergast.
Wir dürfen ferner hoffen, daß die gesamte fachmännische
Leserschaft der verschiedenen Zeitungen, in welchen unsere
Anaeigen erscheinen, diese mit etwas größerer Aufmerksamkeit
liest, als Herr Roschmann dies zu tun scheint, um seine Be-
hauptung, daß die Faugeron-Oefen heute genau noch wie vor
15 Jahren meistens mit direkter Befeuerung gebaut werden,
ohne weiteres als widerlegt zu betrachten. Bisher inserierten
die Bunzlauer Werke bekanntlich: „Ein Ofen im Betrieb, zwei
im Bau", demnächst wird es heißen: „Drei Oefen im Betrieb ,
sobald nämlich der zweite Ofen in Margaretenhütte abgenommen
sein wird. Wir inserierten: „Bin Ofen für Gasfeuerung im
Betrieb, drei G aeöfen im Bau", nnd werden neuerdings inserieren:
„Fünf weitere Oefen für Gasfeuerung in Auftrag", welche im
Laufe dieses Jahres zur" Ausführung kommen. Damit dürfte
obige Behauptung wohl erledigt sein, und wir können hinzu-
fügen, daß wir z. Zt. nicht einen einzigen Ofen für direkte
Rost- oder Halbgasfeuerung unter unseren verschiedenen
Projekten in Bearbeitung haben. Trotzdem würden wir auch
heute noch da, wo es die speziellen Verhältnisse aus dem oder
jenem Grunde erheischen, keinen Anstand nehmen, noch Oefen
mit Rost- oder Halbgasfeuerung vorzuschlagen, bei denen wir
übrigens, was freilich Herrn R. nicht bekannt sein mag, in den
letzten Jahren ebenfalls verschiedene Verbesserungen durch-
geführt haben.
Nicht wegen der Erfolge der A. E. G -Roschmann-Lengers-
dorff'schen Konstruktion in Bezug auf Gasfeuerung der Tunnel-
öfen, sondern trotzdem diese mit offenbaren Schwierigkeiten zu
kämpfen hatten, ist Verfasser dieses im Jahre 1918, bald nach-
dem er die Bearbeitung der Geschäfte der T. O. B. G. übernommen
hatte, daran gegangen, eine im Interesse des Betriebes und der
Bedienung möglichst einfache und sichere Konstruktion für
Gasfeuerung bei den Tunnelöfen auszuarbeiten, in der Ueber-
zeugung, daß auch in der keramischen Industrie sich die
Forderung nach einer modernen Umgestaltung des ganzen
Brennbetriebes durchsetzen müßte, obwohl man gerade^ in
dieser mit alteingewurzelten Vorurteilen und Ansichten über
die richtigste Brennmethode für ihre mannigfachen Fabrikate
zu rechnen hatte. So kam es auch, daß, obwohl wir bei den
zahlreich uns vorliegenden Anfragen immer Generatorgas-
feuerung vorschlugen, erst das Jahr 1920 zur Erteilung des
ersten Auftrages führte. Der betreffende Ofen ist dann im
Frühjahr des vergangenen Jahres in Bau genommen und im
September für Porzellanbrand in Betrieb gesetzt worden.
Innerhalb 10 Tagen war der Ofen ohne jeden Anstand auf
Garbrandtemperatur hochgeheizt und ohne daß sich dabei die
geringste Explosion ereignet hätte. Seit dieser Zeit arbeitet der
Ofen, nachdem unser Personal noch mehrere Wochen vor der
vorgesehenen Zeit von der Firma entlassen worden war, weil
die Bedienung desselben ruhig den eigenen Leuten überlassen
werden konnte, ununterbrochen und zu voller Zufriedenheit.
Abgesehen von dem Besetzen und Entleeren der Wagen, welche
Arbeit von einer besonderen Kolonne Arbeiter ausgeführt wird,
beansprucht der Ofen kein besonderes Personal, da der Mann,
welcher den Generator bedient, gleichzeitig auch den Gang des
Ofens beaufsichtigt. Es ist damit wohl der beste Beweis ge-
liefert, daß unsere Lösung der Befeuerung, bei leichter und
bequemer Einstellung der vorgewärmten Luft, und des Gases,
einfacher, sicherer und praktischer kaum gedacht werden kann.
Inzwischen haben unsere allgemeinen jahrelangen Erfahrungen
im Betriebe der Tunnelöfen für die verschiedensten Produkte
zu weiteren Verbesserungen, besonders für Oefen mit größeren
Abmessungen, welche den veränderten ganzen wirtschaftlichen
Verhältnissen entsprechen, geführt, die zum Teil in den z. Zt.
im Bau befindlichen drei Anlagen bereits berücksichtigt sind.
Wir sind überzeugt, daß bei der komplizierten Anordnung
der sehr zahlreichen und noch dazu unübersichtlichen Brenner
der Roschmann-Lengersdorff'schen Konstruktion, welche un-
bedingt Reingas erfordert, eine so einfache Inbetriebsetzung
und spätere Bedienung niemals möglich ist, und soweit wir
informiert sind, sollen auch in Margaretenhütte verschiedene,
sehr heftige Explosionen aufgetreten sein, welche allerdings
wohl ohne Schaden abgelaufen sind, da die neuen Anlagen,
Explosionsklappen usw., richtig funktionierten. Man muß hier
aber bedenken, daß bei der Inbetriebsetzung einer solchen An-
lage alle beteiligten Firmen unbedingt ihr zuverlässigstes
Personal zugezogen haben und daß dabei mit aller Sorgfalt
vorgegangen worden sein wird. Da aber selbst bei Verwendung
von Reingas, das nebenbei alle möglichen kostspieligen und
umfangreichen Nebenanlagen erfordert, der Ofen von Zeit zu Zeit
einmal wird stillgelegt werden müssen und die Kanäle für Gas
und Luft sehr schwer nach einem längeren Betriebe auf ihre
abaolute Dichtigkeit kontrolliert werden können, so halten wir
es für sehr wahrscheinlich, daß später recht unangenehme*
Schwierigkeiten eintreten werden. Die Verwendung von un^l
gereinigtem Gas aber hat sich nach unserer Kenntnis schon
bei dem Hennigsdorfer Ofen 4 wegen der komplizierten Luft-
und Gaskanalführung als völlig unzweckmäßig erwiesen, worauf
nicht nur die lange Dauer hinweist, ehe dieser Ofen einiger-
maßen funktionierte, sondern eben auch der Umstand, daß man
unbedingt in Margaretenhütte auf der Einführung von Reingas
bestand. Und trotzdem war auch hier noch ein ganzes Viertel-
jahr, von Mitte September bis Mitte Dezember, erforderlich,
um ein z. T. wirklich gutes Resultat, s'oweit wir bis jetzt
hören, zu erzielen, während unser erwähnter Ofen innerhalb
10 Tagen glatt in Betrieb kam und schon während der ersten
Inbetriebsetzung mit eingesetzten Proben anderer Porzellan-
fabriken, also von ganz verschiedener Massezusammenstellung,
Glasurfluß usw. ein überraschend gutes, einwandfreies Ergebnis
erzielte.
Die von Herrn Roschmann ferner noch als besondere Vor-
züge ihrer Konstruktion hervorgehobenen Einzelheiten, wie Vor-
wärmung der Luft, Ansaugung derselben durch das Druckgas
jedes einzelnen Brenners und Einstellbarkeit von Gas und Luflf
in beliebigem Verhältnis, stoßfreier Transpprt der Wagen usw/
sind so selbstverständliche Forderungen einer Gasfeuerung undj
des Kanalofenbetriebes, daß es sich für uns wirklich nichti
lohnt, näher darauf einzugehen.
Um jedoch noch kurz auf die anfangs erwähnte Anzeige
unserer Konkurrenz Roschmann - Bunzlauer Werke und deren
für jeden Uneingeweihten zum mindesten recht auffällige
Fassung zurückzukommen, so glaube ich diese durch meine
vorstehenden Ausführungen auf ihren richtigen Wert zurück-
geführt zu haben und annehmen zu dürfen, daß die gesamt«
keramische Industrie sich danach ihr eigenes Urteil darübeij
bilden wird. Es muß jedenfalls sonderbar anmuten, wenn dii
junge Konkurrenz, selbst nur auf den erzielten unbestrittener
und unbestreitbaren Erfolgen des Faugeron-Systems aufbauend
dieses Prinzip — das ihr eigener Lehrmeister war — mit soinei;
dem derzeitigen Stand der Technik durchaus entsprechendes
und vorbildlich wirkenden Konstruktion — glaubt, durch solch«
Veröffentlichungen aus dem Felde schlagen zu können —
oder: zu müssen?
Wenn die allgemein bekannten Resultate des Hennigsdorfei
Ofens 4 mit ungefähr 40e/0 für jedes andere Werk unverkäuf
liehen Porzellans als große Erfolge von unserer K^nkurrens
hingestellt werden, so müssen wir erklären, daß bei den um
zur Bearbeitung übergebenen Projekten von den betreffende!
Firmen gerade diese Ergebnisse stets als Bedenken gegen di<
Eignung des Tunnelofens angeführt wurden. Das Urteil de)
Fachwelt steht also keineswegs hinter den Lobpreisungen de)
Konstrukteure. In gleicher Weise erscheint uns die Errungen
schaft in Margaretenhütte sehr teuer erkauft zu sein, denn wii
uns verlautete, bestand bereits die Absicht, die komplizierttl
Brenneranordnung durch eine andere zu ersetzen, weil sie dii
von uns oben angedeuteten Schwierigkeiten bereitete.
Hingegen hat der mit unserem Ofen spielend, auch füi
die erwähnten fremden Brennproben, erzielte Erfolg unbeding
dazu beigetragen, daß uns inzwischen fünf weitere Oefen mi
Generatorgasfeuerung für die Porzellanindustrie zum Bau über
tragen wurden, sodaß wir gegenüber 3 Oefen der Konkurren!
9 Oefen mit Generatorgasfeuerung in Ausführung haben.
Wir werden uns also durch die nur mit den ausgesuch
testen technischen Schikanen und komplizierten Nebenanlage»
und Apparaten — welche heute zudem die Errichtung eine
Tunnelofenanlage fast unerschwinglich gestalten — , anscheinen!
errungenen Erfolge der Konkurrenz auf dem von uns ein
geschlagenen Wege nicht beirren lassen, eine möglichst ein
fache, auch für den laufenden Betrieb sichere und mit jeden
Gas funktionierende Konstruktion zu liefern und deren Ausbai
nach dieser Richtung unsere größte Sorgfalt zu widmen, über
zeugt, daß jeder im Betrieb stehende Fachmann uns darin voll
kommen beipflichten wird.
Ueber die Verwendung von Leuchtfarben
dekoren in der Glas- und Keramindustrie
Von Otto Parkert.
(Nachdruck vsrboten.)
Bekanntlich macht sich in der gesamten Glas- und Koran
industrie das Bestreben geltend, neue Farbendekore in Ar
wendung zu bringen, und da gerade in Amerika und neuei
dings auch in Frankreich die Leuchtfarben stark in die industriell
Verwertung gezogen werden, so hat man sich auch in de
Glasbranche diesem neuen Dekore zugewandt.
Die Herstellung von Leuchtfarben beruht auf der Nutzbai
machung von Phosphoreszenzerscheinungen, die sich bei Vei
wendung von Erdalkalisulfiden und Zinksulfiden bemerkbs
machen. Zur Herstellung der hierzu notwendigen Anstricl
19S2. (55. jfiUiEgang.9
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 4 — 35
masse verwendet man ein sogenanntes Leuchtsteinmaterial, das
streng genommen auch die eigentliche Grundlage für die
Leuchtfarbenzusammensetzung bildet. Die Leuchtsteine setzen
Bich zusammen aus einem Brdalkalisulfid, einem wirksamen
Metall und einem farblosen Salz. Als Erdalkalisulfide kommen
in Betracht : Schwefelbarium, Schwefelstrontium oder Schwef el-
calcium. Als wirksame Metalle verwendet man je nach dem
Anwendungszwecke Wismutsalze, Mangan- oder Uransalze. Als
Plußmitttel dient dabei Lithium-, Natrium- oder Kaliumsalz.
Hinsichtlich der Zusammenstellung der Leuchtmasse, also
des Grundstoffes der sogenannten Leuchtsteine, bewahren die
Fabriken tiefes Stillschweigen, und die Zusammensetzung ist
also nur wenigen Erzeugern bekannt. Je nach der letzteren
erzielt man auch violett, grün, rot, gelb oder blau leuchtende
Dekore. Aber die in dieser Richtung hin in Fachkreisen ge-
machten Versuche zeigten, daß die Farbenwirkung bei Ver-
schiebung der Ausgangsmaterialien eine grundverschiedene
wird, sodaß also der grüne, violette, blaue oder, rote Farbenton
auf eine besondere Art der Zusammensetzung der Rohstoffe
and Metallsalze zurückzuführen sein dürfte.
Man hat in Erfahrung gebracht, daß die Grundmasse für
die Leuchtfarbensubstanz in den meisten Fällen aus Austern-
schalen besteht, die zunächst in heisem Wasser gereinigt
and dann geglüht werden. Dann entfernt man die wertlose
Rindensubstanz, schüttelt und pulverisiert das gereinigte
Material und bringt es schichtenweise, abwechselnd mit Schwefel
durchsetzt, in einen Tiegel. Nachdem man den Tiegeldeckel
sorgfältig mit Lehm verschlossen hat, setzt man den Tiegel
wieder einer hohen Temperatur aus und sammelt nach dem
Erkalten das unter einer Kalkkruste liegende Material, das dann
dem Lichte ausgesetzt und mit Leinöl oder Lack vermischt als
Anstrichmasse verwendet wird. Man ist aber an die Benützung
der Austernschalen durchaus nicht gebunden, nachdem man aus
Sulfiden und Hydrosulfiden der alkalischen Erden ebenfalls
Leuchtmassen herstellen kann. Für deren Zusammensetzung
a seien hier einige Vorschriften angegeben, doch soll gleich von
I vornherein bemerkt werden, daß man die nötige Vorsicht bei
- [der Zusammenstellung des Materials walten lassen muß, da
[schon geringe Abweichungen Fehlresultate zur Folge haben
i können.
i\ Von besonderem Interesse für uns ist zunächst die so-
a; genannte Baimainmasse, welche durch ihre violette Ausstrah-
mlung zuerst die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Zu ihrer
ei iZusammenstellung benutzt man ein Gemisch von 20 g Calcium-
oxyd, 5,5 g Schwefel, 2 g Stärke, 1 ccm Wismutnitratlösung.
0.12 g Kaliumchlorid, 0,14 g Natriumchlorid, das längere Zeit im
Muffelofen auf 1200° erhitzt wird. Will mau andere Farben-
wirkungen erzielen, so ändert man die Zusammenstellung der
Grundstoffe. Für Gelb beispielsweise verwendet man Strontium-
karbonat 100 g, Schwefel 100 g, Kaliumchlorid 0.5 g, Natriumchlorid
0,5 g und Manganchlorid 0,4 g. Eiae noch einfachere Zusammen-
setzung erheischt eine grünleuchtende Masse; sie setzt sich
zusammen aus 60 g Strontiumthiosulfat, 6 g Urannitrat und
10—12 g Wismutnitrat. Eine wesentliche Aenderung in der
Zusammensetzung erfordert dagegen eine rotleuchtende Masse,
welche aus 44 g Bariumkarbonat, 6,5 g Schwefel, 1,2 g Lithium-
karbonat, 0,04 g Natriumkarbonat und 0,50 g Rubidiumkarbonat
besteht. E« sei speziell darauf hingewiesen, daß zwecks
rascherer Lösung der Metallsalze die alkoholische Lösting
gewöhnlich mit einigen Tropfen Salzsäure versetzt wird. Die
Massen werden, wie oben angegeben, geglüht, und es ist um-
so vorteilhafte^ je rascher sie abgekühlt werden. Wasser
darf man selbstverständlich zur Abkühlung nicht verwenden.
Am besten wirken diejenigen Leuchtmassen, die nach dem
Brande ein schön weißes Aussehen zeigen,
Die Masse kann nun, so wie sie jetzt gewonnen ist, für "den
eigentlichen Dekorzweck nicht gleich benützt werden; es muß
nun eine Belichtung derselben durch Aussetzen dem Sonnen-
lichte, dem Auer- oder Quecksilberdampflichte erfolgen. Nach
dieser Belichtung kann man speziell in der Glas- und Keram-
industrie bereits die Leuchtmasse verwenden, da sie sich mit
dem flüssigen Glase vermischen oder dem Schmelzglasurüber-
zuge auf Porzellanwaren in irgend einer Weise einverleiben
läßt. Die Wirkungsdauer ist dann gewöhnlich eine ziemlich
große. Weniger intensiv wirken die Leuchtfarbenmassen, wenn
sie zwecks des Auftrags auf die Keram- oder Glasgegenstände
durch Vermischung mit Harzlacken zu einer Anstrichmasse
angerieben werden. Für Glas, Porzellan, Zelluloid und ähnliche
Materialien verwendet man zum Anrühren der Leuchtoaasse
Kopallack in Verbindung mit Zaponlack. In diesem Falle
kann man die Anstrichmasse dann beliebig verdünnt, sogar mit
der Spritze auftragen. Auf diese Weise lassen sich dann
Dekore auf Glas-, Porzellan- und Steingutwaren herstellen.
Für diejenigen, die sich mit der Zusammenstellung der Leucht-
masse selbst nicht abgeben wollen, dürfte es von Interesse
sein, zu hören, daß sich bereits Fabriken mit der Herstellung
fertiger Leuchtfarben für Dekorzwecke befassen.
Wirtschaftlich-?
Korrespondenzen.
Arbeltcjublläum. Eine in heutiger Zeit immer seltener werdende,
recht erbebend« Feier fand am 14. 1. 22 vormittags in dem Malersaale
der Firma „Beyer & Bock, Porzellanfabrik, Schwarza", statt. Dort hatten
Sil sich Geschäftsinhaber and ein großer Teil des Personals versammelt, um
„iin einfach wardiger Weise das 60 jährige Arbeitsjubiläum des auch in
Rudolstädter Burgerkreisen wohlbekannten Porzellanmalers Herrn Ernst
Kohlstruek zu begehen. Zunächst wurde dem Genannten seitens des
i Fabrikbesitzers Herrn L Mex Beyer herzlicher Dank für seine Treue im
an i Dienste und die besten Gluckwünsche ausgesprochen. Dann überbrachte
Herr Kommerzienrat Eduard Müller als Vertreter der Handelskammer zu
» Budolstadt deren WünBche für das fernere Wohlergehen des Jabilars, der,
rem von seinen Chefs und von seinen Mitarbeitern reich beschenkt, für die ihm
^erwiesenen Ehrungen dankte.
Personalien. Mit Beginn des neuen Jahres ist der bekannte
Ingenieur und Keramiker E. M. Bauer, der vor 37 Jahren die
Qaalhätsgeschirr-Porzellanfabrik Hermann Ohme in Niedersalzbrunn er-
baut und seitdem als Direktor und Mitinhaber geleitet hat, zum Vor-
standsmitglied der Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G, bestellt worden. Herr
Bauer, der in den Fachkreisen der Porzellanindustrie weit über die
Grenzen Deutschlands hinaus großes Ansehen genießt, da er auch der Er-
bauer und Leiter mehrerer Fabriken im Auslande, insbesondere in Ruß-
land und Skandinavien, gewesen ist, in Amerika und Frankreich gearbeitet
hat, ist infolge Ablebens des Herrn Hermann Ohme sen. (im November 21)
ans der Finna Ohme ausgeschieden und dem Bufe der Verwaltung von
Fraureuth gefolgt, um seine reichen Erfahrungen und Kenntnisse nun-
mehr diesem Unternehmen zur Verfügung zu stellen, das bekanntlich im
Begriff steht, sich sehr erheblich auszudehnen.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Warenzeichen in Amerika. Die Handelskammer Nürnberg macht
darauf aufmerksam, daß Warenzeichen, die in den Vereinigten Staaten
von Nordamerika eingetragen worden sind, durch das Internationale Büro
in Havanna zugleich auch als Zeichen in Caba, Haiti, Dominikanische
Republik, Honduras, Nicaragua, Costa Bioa, Guatemala, Panama, Brasilien,
Uruguay, Bolivia, Peru und Ecuador eingetragen werden können. Die
Kosten betragen etwa $ 100 einschließlich Anwaltskosten.
ewerblicher Teil.
AB'
Gesetzgebung, Stenern.
Eine Neuregelung der Lohn- und Gehaltgpfändung ist durch
Gesetz vom 23. 12. 21 getroffen worden. Danach dürfen künftighin
M 12 000 des Jahreseinkommens und vom Mehrbetrag ein Drittel des-
selben nicht gepfändet werden. Beim Vorhandensein unterhaltungs-
berechtigter Angehöriger erhöht sich diese Summe für jeden derselben um
ein Sechstel bis zur Höchstgrenze von insgesamt zwei Drittel. Die bis-
herigen absoluten Höchstgrenzen, bei deren Ueberschreitung der Pfändung
keinerlei Grenzen gezogen waren, fallen künftighin weg. Lediglich bei
einem Lohneinkommen von mehr als M 60 000 bleibt ohne Rücksicht auf
Unterhaltungspflichten immer nur ein Drittel des übersteigenden Ein-
kommens pfändungsfrei. Vollkommen der Pfändung entzogen sind wie
bisher Teuerungszulagen und Kinderbeihilfen.
Die Berechnung des Zuschlags bei der Körperschaftssteuer.
Nach § 12 des Körperschaftssteuergesetzes wird von den Aktiengesell-
schaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Kolonialeesellschaften,
bergbautreibenden rechtsfähigen Vereinigungen und nicht rechtsfähigen
Berggewerkschaften und von Gesellschaften mit beschränkter Haftung,
ferner von sonstigen Personenvereinigungen mit wirtschaftlichem Geschäfts-
betriebe, deren Zweck die Erzielung wirtschaftlicher Vorteile für sich
oder ihre Mitglieder ist, als Steuer
1. 10 % des gesamten steuerbaren Einkommens,
2. ein Zuschlag von den Beträgen, die aus dem steuerbaren Ein-
kommen wie aus dem Einkemmen früherer Jahre als Gewinnanteile
irgendwelcher Art verteilt werden, soweit sie mehr als 3 % des
Grund- oder Stammkapitals ausmachen,
erhoben.
Die nach den Ausführungsbestimmungen zum Körperschaftssteuer-
gesetz beigegebenen Musterberechnungen gehen davon aus, daß für den
bei Berechnung de« Zuschlags nach § 13 d. G. anzuwendenden Steuersatz
das Verhältnis der ungekürzten Ausschüttungen zu Grund- oder
Stammkapital bestimmend ist, dagegen der sich hiernach aus § 13 er-
gebende Steuersatz auf den Teil der als Gewinnanteile ausgeschütteten
Beträge anzuwenden ist, um den diese Beträge 3 % des Grund- oder
Stammkapitals übersteigen. — In seinem Kommentar zum Körperschafts-
steuergesetz 2. Aufl. kommt Rosendorff zu dem Ergebnis, daß unter „a u s -
geschütteten Beträgen" im Sinne des § 13 nach Maßgabe des
§ 12 Nr. 2 nur die Zuschlagspflichtigen auegeschütteten
Beträge verstanden werden können. Er begründet seine Auffassung mit
der Entstehungsgeschichte des Gesetzes, wonach die Freilassung einen
Ausgleich für den Fortfall des nach LandeBSteuerrecht bisher zulässigen
Abzuges von 3 V» °/» des Aktienkapitals von dem steuerpflichtigen Ein-
kommen darstellen sollte. Dieser gesetzgeberischen Absicht würde es
widersprechen, wenn dessen ungeachtet der gestaffelte Zuschlag von den
insgesamt ausgeschütteten Beträgen, also ohne Abzug der 3 % zu errechnen
wäre. Allerdings verläßt Rosendorff diesen zutreffenden Ideengang in
J6 — Nr. 4
SPRECH SAAL — COBURG.
1952. (55. Jahrgang.)
einem zu dem nächstfolgenden § 14 gegebenen Beispie), das sich hinsicht-
lich der Berechnung mit der in den AuBführungBbestimmangen enthaltenen
Berechnung deckt.
Nunmehr hat der Reicbsfinanzminister in einem kürzlich bekannt-
gegebenen Erlaß zn dieser Frage nochmals Stellang genommen. Ia diesem
Erlasse wird darauf hingewiesen, daß nach dem Wortlaut des § 13 der
Steuersatz nach dem Verhältnis des znschlagspf licht igen Betrages,
d. h. des nm 3 % des Grund- oder Stammkapitals gekürzten Betrages der
Aufschüttungen zu dem Grund- oder Stammkapital zu bestimmen iBt.
Mit diesem Steuersatz ist die Steuer aus den ausgeschütteten Beträgen zu
berechnen Unter den „ausgeschütteten Beträgen" im Sinne des § 13
kann im Hinblick anf § 12 Abs. 1 Nr. 2 nicht wohl etwas anderes ver-
standen werden als der zuschlagspflicbtiiie, d. h der um 3 % des Grund-
nnd Stammkapitals g-kürzte Betrag Danach ist die Kürzung der Aus-
schüttungen im 3('/o des Grund- oder Stammkapitals sowohl bei Ermittlung
des Steuersatzes wie bei der Anwendung de* Steuersatzes auf die Aus-
schüttungen vorzunehmen. Die Finanzämter haben Anweisung erhalten,
entsprechend zu verfahren. Wenn also z. B das eingezahlte, gewinn-
berechtigte Grund- oder Stammkapital Jt 10 Mill , das steuerbare Gesamt-
einkommen M 1,6 Mill., die ausgeschütteten Gewinne Jl 1,31 Mill betragen
haben, so betagt der zuschlägst flichtige Betrag nach Abzug in Höhe von
3°/0 des Stammkspiials Jt 1,01 Mill., das sind 10,1% des Stammkapitals.
Der S'euersatz für die Zuschlagssteuer beträgt danach 6 •/, gleich
Jt 60 600.
Kapitalertragsteuer von Antizipationszinsen. Ia einem neueren
Urteil hat der Beich üoan^hof nach einem Erlasse des Reichs fiuanzministers
die K*pitalertrag8tenerpflicbt von Antizipationsziusen (Z nsen, die der
Käufer einer Ware vom Verkäufer bei gänzlicher oder teilweiser Voraus-
zahlung des Kaufpreises für den im voraus gezahlten Betrag bis zum
Lieferongstage erhält) schlechtbin verneint. Die als Verzinsung des
Im voraus gezahlten Preises bezeichnete Leistung des Verkäafers an den
Käufer sei nicht eine NebenMstnrg, wie dies die Zinszahlung ihrem Wesen
nach sei, sondern eine selbständige Leistung znr Schadloshaltung des
Käufers dafür, daß er infolge der Vorauszahlung wirtschaitlich schlechter
gestellt sei als bei einer Erfüllung de» Kiufvertraijes Zug um Zug. Solche
Set adlosbaltung sei von der Gewährung von Zinsen wesentlich verschieden.
Die Voraussetzungen für eine Kapitalertragsteuerpflicht seien danach nicht
er füllt. Die Finanzämter sind demzufolge vom Reichi fuanzminister an-
gewiesen worden, von Antizipationszinsen, gleichviel in welcher Höhe sie
gewährt werden, Kapitalertragsteuer nicht mehr zu fordern und die ver-
langte Rückerstattung der für AntizipationBzinsen bereits entrichteten
Kapitelertragsteuer mit tunlichster Beschleunigung zu veranlassen — Die
Kapithlertrsgstenerpflicht vm Verzugszinsen wird durch die vor-
erwähnte Entscheidung des Reichsfinanzhofes nicht berührt.
Handel and Verkehr.
Zur Einlösung von Rpparationsgutscheinen. Die in England
anf Grnnd des Ge>man Rrpamuon (Recovery) Act einbehaltenen Beträge
sind bisner gemäß Artikel IX Abu 2 des im Londoner Ultimatum an-
genommenen Zahlungsplans den Exporteuren in deutscher Währung nur
soweit erstattet worden, als es sich um Reparationsgutscheiue gehandelt
hat, die nach der Annahme des Ultimatums, das heißt nach dem 12. 5.
21 ausgestellt waren Die Verhandlungen mit der tteparationBkommission
und der englischen Regierung haben inzwischen za einer Einigung über
die Anrechnung auf Reparationskonto für die Reparationsbeträge geführt,
für die Gutscheine in der Zeit vom 15 21 einschließlich bis 13 6 21
ausgestellt, wurden sind. Die Friedensvertrag-Abrechnungsstelle, G. m. b. H.,
Benin NW. 7, Am Weidendamm 1 a, ist daher jetzt angewiesen worden,
auch die Reparationsgutscheine einzulösen, die in der
Zeit vom 1. 5. 21 einschließlich bis 1 3. 5. 2 1 ausgestellt worden
sind. Die Exporteure, die solche Reparationsgutstheine noch in Händen
haben, werden gebeten, diese Gutscheine in der gleichen Weise, wie dies
für die nach dem 12 5. 21 ausgestellten Gutscheine veröffentlicht worden
ist, bei der Friedensvertrag-Abrechnungsstelle durch die Post, am besten
eingeschrieben, zur Einlösung vorzulegen.
Leuland. Der Entwurf einer Geldreform ist vom Finanz-
ministerium ansgearbeitet und dem Kabinett eingereicht worden. Als
Geldtinueit ist der letiländische Goldfranc (Lat) mit 100 Centimes vor-
gesehen, der 0,2 903 2*6 g Reingold enthält
Die Gebühren für PostfrachtstUcke nach Schweden und Finn-
land haben ab 20. 1. 22 eine Erinaß^uug erfahren.
Ein- und Austanr, Zollwesen.
Die A. H. N. „Glas" gibt bekannt, daß die Telegramm-Anschrift
ihrer Preisprttfungs.-aeiie für Hohl- und Beleuchtungs-, Preß- und Wirt-
Sjhaftsglas, Dresden-N. 6, Glacisstr. 12, jetzt „Erweglas Dresden"
Uu et. Telegramme mit der früheren Anschrift gehen als unbestellbar
zarüefc.
Eine Verlängerong der polnisch-deutschen Zollerleichterungen,
die Ende des vergangenen Jahres abgelaufen wareu, ist vom polnischen
Finanz- and Handelsministerium bis auf weiteres verfügt worden.
Besetztes Gebiet. Neuregelung des Aus* und Elnfuhrverfahrens.
Nach einer Einser Meldung hat die interalliierte Rheinlaudkouiinission
entschieden, daß grundsätzlich für die gesamte Eiu- und Aasfahr aas dem
nnd in das besetzte Gebiet allein die Bewilligung des Aus-
führendes Bad Ems zulässig sei. Die Zullstelleu sind dement-
sprechend angewiesen worden, aach dann, wenn die Aasfahr über das
unbesetzte Gebiet hinausgebt (z B Cdln — Schweden), keine Aas- and
Einfuhrbewilligungen einer deutseben Außenbandeisstelle mehr anzuerkennen.
Australien. Die Einfuhr aus Deutschland und anderen ehemals
feind.icheu Landern wird durch eine Proklamation der Bundesregierung zum
1. H 22 treigegeben.
Estland. Der nene Zolltarif ist letzthin vom Finanzministerium
dar Regierung tttarmitieit worden. Der zurzeit gültige russische Zolltarif
ist am 1. 1. 22 außer Kraft getreten, doch ist es nach Mitteilung aus
Estland anwahrscheinlich, daß der nene Tarif bereits zu diesem Zeitpunkt
in Kraft treten wird, da er wohl frühestens im Februar dem estnischen
Reichstag vorgelegt werden wird. Vermutlich wird ein Notgesetz dem
gegenwärtigen Zolltarif noch weitere Gültigkeit verleihen. Im neuen Zoll- j
tarif wird das Gewicht nach kg berechnet.
Finnland. Der neue Zolltarif ist nach Annahme durch den
finnischen Reichstag durch Gesetz vom 30. 12. 21 zugleich mit einem
Ausführongabeschlnß des finnischen Staatsrates in Kraft gesetzt worden.
Kanada. Betr. Ursprungsbezeichnung auf Porzellan- und
Steingutwaren, die ans mehr als einem Stück bestehen, sind von der
Zollbehörde im Anschloß an das am 1. 1. 22 in Kraft getretene kanadische
Handelsmarkengesetz die nachstehenden Bestimmungen angeordnet worden:
Jedes einzelne Stuck muß eine dauerhafte Bezeichnung des Ursprungslandes
führen; ausgenommen Tassen, Eierbecher, Boston-Eierbecher, einzelne
Butterschalen, Gläser und Crgtnenäpfe, die nar mit einem aufgeklebten
Etikett, auf dem das Ursprungsland augegeben ist, versehen za sein
brauchen. Deckel za Schüsseln nnd die Schüsseln selbst, Zackerdosea and
Zackerdosendeckel, sowie ähnliche Artikel, die aus zwei Teilen bestehen,
aber einen einzigep Gegenstand darstellen, müssen auf einem der beiden
Teile eine dauerhafte Bezeichnung des Ursprungslandes führen.
Neuerlichen Meldungen zufolge hat die neue kanadische Regierang
die Bestimmungen über die Markierung von Einfahi waren (Ursprungsland)
durch eine Verordnung außer Kraft gesetzt Die gesetzliche Aufaebnng
der Bestimmungen wird für die nächste Parlaments-Session erwartet.
Schweiz. Zolbestimmungen. Bei den zur Einfahr in die Schweiz
bestimmten Waren, die an der Grenze verzollt oder zollfrei in den freien
Verkehr gesetzt werden sollen, muß in den „"eklarationen für die Ein-
fuhr" der Wert des Gates (Marktpreis am Versandort zuzüglich der
Beförderungskosten) in Schweizer Währang angegeben seia.
Tschechoslo «aVien. Eine neue Liste von Zollkoeffizienten, mit
welcbeu die Grund<ötie des tschechischen Tarifs multipiuiert werten
müssen, um den gültigen Zollsatz za erhalten, ist am 1. 1. 22 in Kraft
getreten. Diese Koeffizienten sind gegenüber den früher gültigen Zu-
schlägen fast durchwegs beträchtlich erhöht und erstrecken sich anf alle
Tarifklassen.
Ungarn. Herabsetzung des Zollaufgeldes. Mit Wirkung vom
10 1. 2i ist das Zollaufgeld für al'e Waren, die nicht in den L sten A,
B nnd C (12 fache», 40-faches nnd 80-faches Aufgeld) enthalten sind, von
bisher 14 »00°/0 auf nunmehr 11 9uO°/0 herabgesetzt worden, so daß für
diese Waren nur der 120 fache Grundznl za entrichten ist.
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Die Lage In der elektrotechnischen Porzellanindustrie zu Beginn
des Jahres 1922 Die Nachfrage nach Elektro-Porzellan ist nach wie
vor rege, wenn sich auch schon vielfach Anzeichen bemerkbar machen, die
anf ein Anflauen der Konjunktur hindeuten Namentlich iu Stanzporzellan
s wie in Hüchspannungsartikeln hat die Nachfrage in den letzten Wochen
nicht unerheblich abgenommen. Immerhin sind die Fabriken im allge-
meinen mit Aufträgen noch gut versehen, wenn auch die Preise infoige
der gegenseitigen Preisunterbietungen namentlich in Niederspannangs-
isolatoren vielfach zu wünschen tihrig lassen Etwas günstiger liegen in
dieser Hinsicht die Verhältnisse für HochBpannurjgsisolatoren, sjweit es
sich nm große Typen nnd um Spezialanfertigungen handelt. — Während
auf der einen Seite die Preise mehr oder minder gedrückt sind, sind auf der
anderen die Gestehungskosten in den letzten Wochen ganz erheblich ge-
stiegen. Namentlich haben die Löhne nnd Gehälter sowie aach die Preise
für sämtliche Rohmaterialien, Kohle nnd alle für den Betrieb erforderlichen
Utensilien und Geräte eine starke Steigerang erfahren — Abgesehen davon
hat sich auch die Koblenbelieferüng in der elektrotechnischen Porzellan-
industrie immer schwieriger gestaltet und zwar insofern, als seit Wochen
bei weitem nicht mehr anf den regelmäßigen Eingang der durch das
Kontingent festgesetzten Monatsmenge an Steinkohlen gerechnet werden
kann. Auch die Belieferung in Braunkohlen und Briketts erfolgt nicht
mehr in der vorher üblichen Menge, so daß die Kohlenfrage wieder mehr
denn je in den Vordergrand gerückt ist. - Auch fehlt es nicht an Klagen
über die Zufuhr von Rohmaterialien, ia der ebenfalls eine Stockung ein-
getreten ist, die in der Haaptsache auf den Wagenmangel zurückzuführen
s in dürfte. — Diese nnd ähnliche Sorgen lasten auf der eleatrotechnischen
Porzellanindustrie, die trotz der gegenwärtigen guten Beschäftigung,
namentlicb im Hinblick anf eine weitere Erhöhung der Gestehangskosten
durch die Kohlensteaer, durch die Erhöhung der Postgebühren and Fracht-
sätze sowie Aasfahrabgaben, darch die za erwartenden neuen Lohn-
forderangen nnd Verteaerang der Rohmaterialien nicht ohne Sorge in die
Zukunft sieht.
Die Lage der Glasindustrie Im Monat Dezember 1931 ist wie
im Vormonat durch einen guten Geschäftgang gekennzeichnet gewesen.
Für die überwiegende Mehrzahl der bei den Bencntsfirmen Beschäftigten
wird in den anmittelbaren Berichten an das R=ioh8-Arbeitsblatt der Be-
schäftigungsgrad als gnt nnd sehr gut bezeichnet. Erzeugung und Ver-
sand konnten der lebhaften Nachfrage nach den Erzengnissen nicht ge-
recht werden Vielfach wird über Mangel an geeigneten Arbeitskräften
geklagt Angesehen davon, daß sich, wie berichtet wird, nie Besserung
der deutschen Währung teilweise in einem Nachlassen der Nachfrage des
Auslandes bemeikbar machte, hat sich der gute Geschäftsgang derTafel-
glas Industrie nicht geändert; sie ist giößtenteils noch für die
nächsten Monate mit Aufträgen versehen. Iufolge der schlechten Trans-
portverhältuisse herrscht vielfach Mangel an Brennstoffen, Soda nnd Sulfat,
der anf einer Anzahl von Hdtten za Betriebsunterbrechungen fahrte;
namentlich klagen die bayerischen Betriebe über Kohlenknappheit. Aach
die Spiegel gl aBfabriktn, für die das gleiche gilt, haben noch gut
zn tun; doch scheint anch hier der Auftragseingang nachgelassen zn
haben. Ein Bericht ans Ooeifranken hebt hervor, daß bei den Aouebmern
das Bestreben za bemerken sei, früher erteilte, noch nicht zur Ablieferang
gelangte Aufträge zn streichen. Die Sthleif- und Po Ii er werk
1922. (56. Jahrgang,)
SPRECHSAAL - COBURG,
Nr. 4— 87
konnten vielfach infolge Wassermangels nicht ausgenutzt werden, teil-
weise mußten sie völlig stilliegen. Die Berichte aus der Ho hl gl as-
industrie stimmen mit dem für die Tafelglasindustrie Gesagten im großen
und ganzen überein. '
General-Versammlungen.
Tschöpelner Werke, A.-G., Tschöpeln: o. G.-V. 15.2. 22, JO»/* Uhr
v., Sitzungssaal der Oaram G. m. b. H, Kommanditgesellschaft, Berlin 0.
Bayerische Spiegel- und Spiegelglasfabriken, A.G, vorm. W. Boch-
mann, vorm. Ed. Kupfer & Söhne, Fürth i. B. : a. o. G.-V. 9. 2. 22,
11 Uhr v., Sitzungszimmer, Fürth. T.-O. : Kapitalserhöhung um
Jt 3,6 Hill. Stamm- und M 0,3 Mill. Vorzugsaktien.
Vereinigte Spiegelfabriken, A.-G , Fürth : a. o. G -V. 8. 2. 22. 5 Uhr n.,
Notariat I, Fürth. TO: u. a. Zustimmung zum Erwerb der Glasfabrik
der Firma Gebrüder Bloch, Waldsassen; Kapitalserhöhnng um M 3 Mill.
Inhaber-Stammaktien auf Jt 19 Mill.
August Walther & Söbne, A-G., Moritzdorf: ». o. G.-V. 6 2. 22
11 Uhr v., Dresdner Bank, Dresden. T.-O : Kapitaherhöhung um
Jt 2,5 Mill. Inhaber-Stammaktien.
Guß- und Tafelglashütien, A.-G., vorm. Paul Müller & Co., Nieder-
putzkau: a o. G-V. 16.2. 22, 3 Uhr n., Geschäftsräume, Niederputzkau.
T.-O : Beschlußfassung über die Abmachungen mit dem Drahtglassyndikat ;
Kapitalserhöhung um I 1 Mill. auf Jl 3 Mill.
Soziale Bewegung.
Sind gemäß § 89 des Betriebsrätegesetzes abgesetzte Betriebs-
ratsmitglieder wieder wählbar ! Eine Anzahl von Scblichtungsaus-
schttösen hat diese Frage mangels ausdrücklicher Gesetzesvorschriften dar-
über ohne weiteres bejaht und dadurch die Bestimmung des Betriebsräte-
gesetzes, wonach bei gröblicher Pflichtverletzung Betriebsratsmitglieder
aus dem Betriebsrat ausgeschlossen werden können, vollständig wertlos
gemacht. Das Reichsarbeitsministerium, das in früheren Bescheiden den
gleichen Standpunkt wie die erwähnten SchlichtungsausBchüsse vertreten
hatte, hat seine Stellung jetzt geändert. Es erkennt an, daß die Ent-
scheidung des GewerbeahfBichteamtes Berlin-Pankow, wonach die Wählbar-
keit mindestens für die Dauer einer Wahlperiode ruhe, dem Grundgedanken
des Gesetzes mehr Rechnung trage, als seine eigenen früheren Bescheide.
Näheres darüb«r findet sich in Nr. 42 der „Mitteilungen" des Deutschen
Industrieschutzverbandes, Sitz Dresden.
Verbände.
Erhöhung der Inlandspreise für elektrotechnisches Hoch-
spannungsmaterial. Die Vereinigten Porzellan-lsolatoren-Werke, G. m.
b. H, Benin, haben infolge weiterer Steigerung der Gestehungskosten
Bich gezwungen gesehen, mit Wirkung ab 15. 1. 22 die Inlandspreise für
Hochspannunge-I-olatoren um 33 1ls°/0 zu erhöhen. Die neuen Preise ver-
stehen Bich künftighin frachtfrei deutschen Empfangsstationen und gelten
zunächst bis zum 28. 2. 22.
Die \ ereinigten Steingntfabriken, 6. m. b. H., Bonn, haben
wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, in ihrer letzten Hauptver-
sammlung vom 12. 1. 22 beschlossen, daa seither durchgeführte Rabatt-
System aufzugeben und an dessen Stelle das Prämieneystem zu setzen,
wie es von dem Verband der Porzellanfabriken schon seit Jahren mit
Erfolg eingeführt worden ist. Der leitende Gedanke dabei ist gewesen,
daß durch das PrämienBystem gleichmäßiger und gerechter den Bedürf-
nissen und Ansprüchen der Abnehmer entsprochen werden kann. Wie bei
drm Porzellanverband werden Jahresumsatz- und Großistenprämien auf
den Gesamtbezug von den vereinigten Werken gewährt werden, doch nur
unter der Bedingung, daß ein ähnlicher Revers unterzeichnet wird, wie
er von dem vorgenannten Verband verlangt wird. — Um sich den Vor-
teil der Prämienzuteilung und überhaupt des Bezugs* zu Bichern,
empfiehlt es sich, größere Aufträge auf längere Zeit vorläofig entweder
überhaupt nicht oder doch nur nach vorheriger Unterzeichnung des Ver-
pflichtungsscheins zu erteilen, der bei den Fabriken erhältlich ist. Ge-
naueres wird demnächst noch bekannt gegeben werden.
Neue Verhaufsvereinigung der mitteldeutschen Gipswerke.
An Stelle des am 31 12. 21 aufgelösten Verbandes Mitteldeutscher Gips-
werke haben 80 °/0 aller mitteldeutschen Gipswerke beschlossen, ab 1. 1. 22
iure Erzeugnisse gemeinsam durch das Verkaufsbureau der Euling &
Mack, Gips- und Gipsdielenfabriken, A.-G., Nordhausen, vertreiben zu
lasBen,
Firmenregister.
Deutschland.
Rheinische Perlen- und PorzelKnknouf-Fabriken in Aachen und
Heraogenrath, G. m. b. H., Aachen. Die Firma lautet nunmehr: „Kera-
mische Werke Herzogenrath, G. m. b. H." Der Sitz der Gesellschaft ist
nach Herzogenrath verlegt. Gegenstand des Unternehmens ist Herstellung
und Vertrieb von keramischen Erzeugnissen aller Art sowie Beteiligung
an gleichartigen Unternehmen. Die Vertretungsbefugnis der beiden Ge-
schäftsführer Erich Risler und Hermann Kuenzer ist beendet. Chemiker
Dr. pnil. Bruno Kuenzer ist zum alleinigen Geschäftsführer bestellt.
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Cj., A.-G, Berlin. Die Kapitals-
erhöhung um Jt 3 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 13 Mill. iBt durchgeführt.
Elektio-Union, Harold H. S. Beck, Hochstadt a. M, Die Firma iBt
erloschen.
Porzellan- und Apparatefabrik, Elektro-Union, vorm. Beck, A.-G.,
HochBtadt, Ofr. Herstellung und Vertrieb von elektrotechnischen Porzellan-
apparaten und anderen Porzellan gegenständen irgendwelcher Art sowie
von verwandten Artikeln. Grundkapital: Jt 3 Mill. Alleiniger Vorstand
ist Harold Beck. Betriebsleiter Friedrich Schirmer und Josef Schösser
haben GeBsmtprokura. Die Gründer, die sämtlione Aktien Übernommen
haben, sind Fabrikbesitzer H. S. Beok, Privatier R, Beck, Betriebsleiter
Fr Schirmer, Kaufmann J. Schösser und Bauunternehmer A. Schuberth
Der erste Aufsichtsrat besteht aus Geh. Justizrat S. Held, Vors , Direktor
A. Schmidt, Btellv. Vors., Privatier R. Beck und Großkaufmann A.
Falkenstörfer.
Porzellanfabrik Kirchenlamitz, G. m. b. H., Kirchenlamitz i. Bay.
Der Sitz ist nach Berlin verlegt. An Stelle der ausgeschiedenen Hans
Berent und Hugo Sczisek wurden die Kaufmannseheleute Hans und Hilda
Fickenscher zu Geschäftsführern bestellt.
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A.-G., Lübeck. Fabrikation
und Vertrieb von elektrotechnischen Bedarfsartikeln aus Porzellan, Aus-
übung elektrotechnischer Betriebszweige, insbesondere Fortführung des
Norddeutschen Porzellanwerks zu Lübeck m b. H und der Lübecker
Porzellan- und Fayence-Fabrik, G. m. b. H , sowie Beteiligung an Unter-
nehmen der Elektroindustrie. Grundkapital: Jt 4 Mill. Vorstandsmit-
glieder sind Fabrikant Eberhard H. A H. Behncke mit selbständiger Ver-
tretungBbefugnis sowie die Fabrikanten Rudolf E. U. E«er und Adolf
C Körte, die nur beide gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit
einem Prokuristen vertretungsbefugt sind. Die Gründer, die sämtliche
Aktien übernommen haben, sind Fabrikant E. Behncke, dessen Ehefrau
Alexandra, Kaufmann H. M. L. Behncke, die Fabrikanten R. Esser und
A. 0. Körte, Kaufmann H. Frhr. v. Schacky und Ehefrau Tilli Schoeller.
Mitglieder des Aufsichtsrats sind Bankdirektor A. Schoeller, Kaufmann
H. Behncke, Rechtsanwalt Dr. H. v. Brocken, Senator F Ewers, Fabrik-
direktor A. Hornemann und Kaufmann H. Frhr. v. Schacky.
Elektro- Porzellan Industrie, G. m. b. H., München. Das Stamm-
kapital ist um M 1 Mill. auf M 1,15 Mill. erhöht worden.
Porzellanfabrik Franz Prause, G. m. b. H , Nieder-Salzbrunn. Er-
werb und Fortführung der bisher von der offenen Handelsgesellschaft
Franz Prause betriebenen Porzellanfabrik sowie Beteiligung an Unter-
nehmungen ähnlicher Art. Stammkapital: Jt 720000. Geschäftsführer
sind die Fabrikbesitzer Julius Prause und Ernst Prause. Ernst Prause
ist in Gemeinschaft mit dem Prokuristen Georg Prause und Julius Prause
in Gemeinschaft mit dem Prokuristen Johannes Prause vertretungsbefugt.
Porzellanfabrik Schirnding, A.-G., 8chirnding. Fabrikbesitzer
Christian Seitmann ist durch Tod aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Heinrich & Co., Selb. Kaufmann Adolf Rogler hat Gesamtprokura.
Porzellanfabrik Bavaria, A.-G , Ullersricht b. Weiden. Die Kapitals-
erhöhungen um Ji 0,75 Mill. auf Jt 3 Mül. und um M 4 Mill. auf
Jt 7 Mill. sind durchgeführt.
Krister Porzellanindustrie, A.-G., Waldenburg i. Schles. Ganeral-
direktor Dr. 0. Ostersetzer und Direktor H. G. Hirschfelder sind aus dem
Aufsichtsrat ausgeschieden. Neu eingetreten Bind Geh. Kommerzienrat
Dr. Ph. Rjsenthal, Dr. A. Zöllner, Geheimrat Dr. L. v. Casselmann und
die Direktoren F. Simon und W. Schmidt.
Bayerische Porzellankunst, G. m. b. H., München (Rosenheimer-
straße 64/0). Bemalen und Brennen von Porzellan und ännlichen Er-
zeugnissen, Vertrieb dieser Erzeugnisse, Uebernaume von Vertretungen
sowie Beteiligung an ähnlichen Unternehmungen. Stammkapital : M 30000.
Geschäftsführer sind Porzellanmaler Adolf Daßler und August Beauvais.
Sie sind beide gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Pro-
kuristen veitretungsberechtigt.
Fotokeramische Kunstanstalt (Fokka) Redlich, Ulbrich & Co., Bad
Salzbrunn. Persönlich haftende Gesellschafter Bind Paul Redlich und
Kunstmaler Otto Ulbrich. Ein Kommanditist ist vorhanden. Frau Gertrud
Redlich hat Prokura.
Eisenschmelzklinkerfabrik Ventschan, Ernst Bode m. b. H., Ventschau.
An Stelle des Kaufmanns Willi Quasdorff (Qaasdorf) Bind Direktor Karl
Hopp und Prokurist Karl Eilert za selbständig vertretungsbefugten Ge-
schäftsführern bestellt worden.
-Keramag" Keramische Werke, A.-G, Meiningen. Dem Aufsichts-
rat gehören jetzt an Bankdirektor L. Fuld, Vors., Generaldirektor L. v.
Boch Btellv. Vors., Bankdirektor 0. Beseler, Kommerzienrat S. Bamberger,
0. L.' Benzinger, W. Guilleaume, H. Arnhold, Generaldirektor N. Junge-
bluth und A. v. Boch.
Theodor Paetsch, Fraiikfurt a, 0. Kaufmann Theodor Paetsch jun.
hat Prokura.
Grohner Wandplattenf»brik, A.-G, Grohn. Kaufmann Friedrich
Kemme hat Gesamtprokura.
August Schmidt, Kunstgewerblich keramische Fabrik, Ilmenau. In-
haber ist Fabrikbesitzer August Schmidt.
Tonwerke Kandern, Kandern. Das Grundkapital ist um M 400 000
auf M 800 000 erhöht worden.
Emil Pabst, Meuselwitz. Die Firma ist erloschen.
Emil Pabst, Tonwarenfabrik in Meuselwitz, G. m. b. H., Meuselwitz.
Fabrikation von Ton- und Fayencewaren und allen sonstigen keramischen
Artikeln, Vertrieb und Handel, Beteiligung an ähnlichen Unternehmungen,
insbesondere Erwerb des bisher unter der Firma Emil Pabst betriebenen
Handelsgeschäfts. Stammkapital : M 75 000. Geschäftsführer sind Fabrik-
besitzer Arthur Pabst, Privatmann Emil Pabst und Bureauvorsteher Willy
Bauer. Sie sind nur gemeinsam zu je zweien vertretungsbefugt.
Overkott & Korn, G. m. b. H, Geschirrfabrik und Kunstkeramik.
München. Das Stammkapital ist um M 1 Mill. auf Jt 1,15 Mül. erhönt
worden. Als Geschäftsführer wurde Dr. Ernst Oberländer neu bestellt.
Karl Lehmann, G. m. b. H, Pirna. Gegenstand des Unternehmens
ist nunmehr Betrieb der Schamotte-, Ofen- und Tonwarenfabrik der
früheren Firma Karl Lehmann.
Kralapp-Kachelfabrik, G. m. b. H., Vehlefanz. Persönlich haftende
Gesellschafter sind Kaufmann Hermann Scholz und Major a. D. Egon
Kießlich.
Eduard Susewind & Cie., Sayn. Fabrikant Karl Sasewind ist
ausgeschieden. Die Gesellschaft ist aufgelöst Das Geschäft wird voB
— Nr. 4
SPRECH SAAL — GOBURO.
im (56. ]aftrgang4
dem bisherigen Gesellschafter, Fabrikant Friti Susewind, unter unver-
änderter Firm« fortgesetzt.
8nddeutsche Scbmirgelwerke, A.-G, Memmingen. Als weiteres Vor-
standsmitglied wurde Direktor Karl Falke bestellt.
Altenburger Glashütte, A.-G., Altenburg. Kaufmann Hans Voigt hat
Prokura.
Gebrüder Greiner, Görlitz. Die Gesellschaft ist .aufgelöst. Das
Handelsgeschäft ist aof die nacbgenannte G. m. b H. übergegangen.
Gebrüder Greiner, G. m. b. H„ Görlitz. Vertrieb von Glaswaren
aller Art Stammkapital: JC 60 000. Selbständig vertretungsbefugte Ge-
schäftsführer sind die Kauflaute Adolf und Martin Greiner.
Hohlglashütte am Grenzhamrner, loh Otto Lange, Grenzhammer.
Die Kaufleute Alfred von Hake ucd Louis Wenzel haben Gisamtprokura.
Max Kray & Co -Glasindustrie Schreiber. A.-G , Berlin. Direktor
Gottlob Ritter von Kralik ist nicht mehr Vorstandsmitglied.
Lohausen & Milatz, Berliner Glasbilder-Fabrik, G. m. b. H , Berlin.
An S eile des auageschiedenen Otto Miiati wurde Kaufmann Wilhelm
Lett 6 zum Geschäftsführer bestellt.
Deutsch-russisch« GlüMamnenfabrik, G. mbH, Berlin. An Stelle
der abgeschiedenen HaDB Friedeberg und Josef Pieonati wurde Kaufmann
Fritz Karosseit zum Geschäftsführer bestellt.
Benz & Delik, Berlin- Wilmersdorf. Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Liquidator ist Kaufmann Alfred Mache.
R Ba'nick, G. m. b. H, Berlin. Das Stammkapital ist um M 270 600
tut </K 500000 erhöbt.
Optische Werke, A-G, vorm C*rl Sahüti & Oo , Cassel. Die Kapl-
talserböhung um M 5,4 Mill. auf M 6 Mill. ist durchgeführt.
Kunfrtglas Malerei, G m. b. H., i. L;qi., Düren. Die Vertretungs-
befagnis des L q iidators Johann Esser ist Deendet, die Firma erloschen.
Wilhelm Weule, Goslar. Fabrikant Gerhard Weule ist als persönlich
haftender Gesellschafter eingetreten.
Josef Menk", Glasmalerei und Kunstglaserei, Goch, Inhab« Ist
Glaemaler Josef Menke.
Emil Sctmermer, Glasbläserei, Gräfenroda. Inhaber ist Glasbläser
Emil Schmermer.
0 to Fr»nk, Igelsbieb, S -M. Kaufmann Adolf Schlothauer ist als
persönlich haftender G >elschafter eingetreten. Die Firma lautet jetzt:
„Otto Krank & Comp., I^elsbieb."
J N. Kirecht, Jlmenau. Bankdirdktor Friedrich Kohlstock ist als
persBnJirh haftender Gesellschafter eingetreten. Jeder Gesellschafter ist
selbständig vertreten geermächtigt.
H-ß & Koch, Jlmenau. Kaufmann Friedrich Mix Wenzel ist Jetzt
Inhaber. Verbiudlicukeiien geben nidht auf ihn über.
Hngo S 'h egel, Jmenau Thermometer- und Glasin strnmentenfabrik.
Inhaber ist Kiufm»nu H igo Schlegel.
Koewa-Gese)l»chaft m b. H., Spezialfabrik für Thermometer, Glas-
jnstroment- und Hartganumi varen, Jlmenau Stammkapital: <M 50000.
Geschäftsführer Bind die Kaufleute GuBtav Weither und Friedrich Hein«
Ernst Koeb er.
Emst Hamann & Söhne, Lauscha. Fabrikant Paul Klnge ist all
persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Otto Leipold Blttner, Lauscha, 81. Fabrikations-, Versand- und
Exportges« bfift in C 'riatbaumschmuek und allen Ulasinassenartikeln. In-
haber ist Kaufmann 0 to Leipuld Büttner.
A. Pr'maveM, Magdeburger Metallwaren- und Glasinstrumenten-
Fabrik, Magdeburg. Emst Grenzer bat Prokura.
Hermann Louis Kühn, Manebach. Das Geschäft ist auf den minder-
jährigen Wolfgang Panl Kühn, gesetzlich vertreten durch seinen Vater
Kaufmann Paul Otto Knhn, übergegangen. Die Prokura des letzteren
ist erloschen. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma fortgeführt.
Höllein & Reinhardt, Neuhaui a. Rwg. 8tephanie Kasten, Dora
Mosel und Friedrich Robert Hfillein sind als persönlich haftend« Gesell-
schafter eingetreten. Otto Hillein ist allein vertretungsbefugt.
Möbel- und SpiegelfabHk Walfisch, Walther & Fischer, Nürnberg.
Der Sitz der Firma ist nach Fdrth verlegt.
Gebrüder Fliedner, Roda, 8-W. Fabrikation chirurgischer Glas-
instrumente aller Art. Persönlich haftende Gesellschafter Bind Kaufmann
Paul Fliedner und Glasschreiber Fritz Fliedner. Jeder Gesellschafter ist
selbständig vertretungsermäehtigt.
Gebrüder Zimmermann, 8ttttzerbach, Pr. Ant. Kaufmann Fritz
Zimmermann ist als per eö'a lieh haftender Gesellschafter eingetreten.
Eöbna & Sr-haal, Glasmannfaktur und keramische Erzeugnisse, Weiß-
wasser, O.-L. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Alleiniger Inhaber ist nun-
mehr der bisherige Gesellsehafter Richard Schaal.
Frank'sche Eisenwerke, G. m. b. H, Adolfshütte b. Niederscheld.
Das Grundkapital ist auf Ji 6,5 Mill. erhöht.
Eisenwerke Gaggenau, A-G., Gaggenau. Die Oberingenieare Karl
Stösser und Otto Sellin haben Prokura.
Hessen-Nassauischer Huttenverein, G. m. b. H., Steinbrüoken mit
Zweigniederlassungen Amalienhütte, Eibelshäuserhütte, Ladwigshtttte,
Neubütte, Wilhelmshtttte, Bergverwaltung Dillenburg. Hochofenwerk
Oberscheld, j»tzt Ueberlandeentrale Oberscheld. Das Stammkapital ist
auf Ji 6,3 Mill. erhöht worden.
C. & W. Bohnert, Frankfurt a. M. Kaufmann Hermann Blätter-
mann hat Gesamtprokura.
L Bartenwerfer, loh. Richard Deskau, Tilsit. Das Geschäft ist auf
die Kaufieute Hans und Richard Deskau übergegangen und wird von
diesen als (ff ne Handelsgesellschaft unter der Firma „L. Bartenwerfer,
Tilsit" fortgeführt. Die Prokura des Fräuleins Stephanie Biudau ist ge-
löscht, aber von neuem erteilt worden.
Bamberger, Leroi & Co., G. m. b. H., Berlin. Curt Wuest uni
Friedrich Bleicher haben Gesamtprokura. Die Prokuren von Martin
Mdndelson, Augast Heohler und Ernst Cramer sind erloschen.
Deutsche Keramik Karl Schumann jr., Banzlau. Die Firm« ist In-
folge Uebernabme des G wsrbebetriebs durch die Firma Bunzlauer
Keramik, G m b. H, erloschen.
Glas- und Elektro-Armaturen-Ge'ellschaft m. b. H, Dresden (Lidwlg-
Richterstraße 24). Erzeugung und Verarbeitung von Bsleachtnngsarma-
tiren, Vertrieb von Beleachtunarselas, Errichtung und Beteiligung an
Fabriken zur Herstellung von Beleuchtangsarmatu'en sowie an Unter-
nehmungen gleicher oder ähnlicher Art Stammkapital: Ji 100 "00.
Gemeinsam vertretungsbefugt« Geschäftsführer Bind die Kaufieute Rein-
hold Felix Otto Schöppe und Hermann Karl Picking.
Niederlage von H. Heys Glasfabrik, Linden - Hannover, Hannover
(Rauweg 18). Inhaber ist Kaufmann Friedrich Carl Hermann Heye. Die
Hauptniederlassung b< findet sich in Schauenstein.
Tb. Hartmann & Schnitze, Hambarg. Karl J. R. Ottlinger und
Walter A. F. Schnitze haben Gesamtprokura.
- C. F. Otto Müller, Vertrieb von Erzeugnissen der Karlsruhe
Künstlerwerkstätten, Karlsruhe. Die Firma ist erloschen.
C. F. Otto Müller, Karlsruhe i. B. Die Prokura dei Kaufmanns
Einard R. Heitmann ist erloschen.
Fra gekäst ©n d
Keramik.
7. Wir volUn die Herstellung ein** Qualitätsgeschirres aufnehmen,
und zwar nicht aus Steingut, sondern aus, weißem Steinzeug, das alle
D'kornHormarttn wie Porzellan verträgt. Einerseits müßte das Geschirr
sehr widerntand^fähig und zum Gebrauch gut geeignet sein, anderseits soll
die Herstellung nicht so schwer wie bei Po-zdlan sein. Welche Masse käme
in Betracht, wie hoch soll der Veryliiltbrand und wie hoch der Glatt-
brand sevnt •
Erste Antwort: „Weißes Steinzeug" iet ein sehr schwieriger
B griff Noch schwieriger ist es, im Rihmen des F agekastens Imen
tin* g»nzp, neue Fabrikation und Technik auszuarbeiten für eine Ware,
die I >nen selbst unklar ist. 8teinzeag, das aus plastischem Ton, Q uarz
und Feldspat herzustellen wäre, ist, falls es wirklich so tlaßmittelreicu ist,
daß es sintert, entweder gelb oder g-an, je nachdem oxydierend oder
reduzierend gebrannt wi'd. I<t der Sinterungspunkt niedrig, z. B. bei
Verwendung plastischer Westerwald Tone mit weniir Quarz, dann ist ein
oxydierendes Brennen leichter zu bewerketelligen (SR 2—4), ist der Brand
hoch, wie bei Feiusteinzeug aus täebsiBchen oder schiesiBchen Tonen
(8K 7— J») fo erhahen Sie leicht von selbst Reduktion und graue Ware
Bei Zumischung von Kaolin muß auch der Feldspatgebalt steigen, um
eine wirkliche Hiuteruug zu erhalten. Sie nähern sich mit steigendem
Gehalt an Kaolin immer mehr der weißen Farbe, d h. die Ware geht in
Porzellan über. Anectieinend s bwebt Ihnen ein Mittelding zwischen
8teingut und Porzellan vor, eine Ware, die soviel Feid-p«t enihätt, daß
sie. sintert, aber doch noch völlig transparent wird Ein solches Halb-
porzellan kann mehr pUBtiscben Ton enthalten als Por/.ellhn BelbBt, weil
der IWchlag nach Gran oder Gelb infulge der nicut völligen Verglasnng
d*s Vberhen» nicht bo deutlich in die Erscheinung tritt, als dies bei ton-
haltigem Porzellan der Fall wäre Wählen Sie also eine Zusanim-useiaung
von ei wh 50 T msnbsianz, 33 Q tarz und 17 F rldspat ! Die Tousubstanz
Boll zu 80% uuh Kaulin, au 2uu/t ans hochplaBiieohem Ton bestehen, die
es Sprechsaal.
nach ihrer rationellen Znsammensetzung einzurechnen sind. Unter Feld-
spat ist norwegisches Material zu verstehen, das aber auch durch deutsches,
entsprechend Beiner Zusammensetzung, ersetzt werden kann. Folgendet
Beispiel zeigt einen praktischen Versatz von obiger Zusammensetzung:
H^bburger Kaolin, geschlämmt ...... 81 °/a
Meißener Ton . 26 °/o
Wunsiedler Pegmatit . . . 23 •/•
Dörentruper Qaarzsani 80%
Der Schrtthbrand w rd bei SK09a durchgeführt, der Glattbrand bei SK 9.
Als Glasur nehmen Sie am besten die bekannte Segerp orzellanglaBor, die
aus den genannte R <bmaterialien sich folgendermaßen berechnet:
Wuntiedler Pegmatit 115 Gew.-T.
Eisen freier Magnesit 17 M
Kalkspat «5 „
Hohburger Kaolin 60 ,
Hohenbockaer Qiarzsand 145 „
Es sei aber zum Schluß darauf hingewiesen, daß Sie ohne die systematisoht'
Mitarbeit eines keramisch durchgebildeten Mannes eine solche Fabrikation
wohl nie richtig durchführen köanen.
Zweite Antwort: Q lalitätsgeschirre aus weißem Steinzeug
können bei SK 4—12 gebrannt werden; im allgemeinen entspricht ihre
Zasammensetzung der Segerformel:
KloTo Ifo M*O.Feo} 2-5-5 A-.O..10-26 810,.
Als Tone kommen in erster Linie solche in Frage, die hoohplastisch sind
und sich weiß brennen bei möglichst frühzeitiger Verdichtung ihrer Poren.
Die fetten Lötbainer Tone, die Banzlauer und Westerwälder Tone er-
geben in geeigneter Mischang untereinander, sowie mit Q tarz und Feld-
spat eine vorzügliche flteinzeagmasse, die alle Dekorationsarten wie
Purz»llan verträgt und vor dem Auftragen der Glasur bei etwa ?K 010 a
zu verglühen ist. Der Zusammensetzung der letzteren legt man die
Formel des SK 4
SPREGHSAAL
1923. (55. Jahrgang.)
7
S?oao}0'5A1'°-48iOj
zu Grunde. Soll die Glasur schon bei SK 8 gut und blank ausgeflossen
■ein, io igt ihr Kieseleäuregehalt noch etwa« zu erniedrigen; eußerdem
empfiehlt es sich, zur weiteren Erleichterung des Sehmelzens Baryt ein-
zuführen. Man gela gt so zu dem Typus:
0 2 K80 ^
0,2 BaO \ 0,4 AlaOg.3,5 SiO,
0 6 0*0 J
>i SK 4 ihre Dichte erreichen,
freipn, borhaltigen Glasur Verse
0,85 K,0 ) { o 7 si0ij
0,30 B*0 } 0,35 AlsOs' \ i L ™ o
0,45 0*0 j l 0,6 ßaÜ3'
Hassen, die schon bei SK 4 ihre Dichte erreichen, werden zweckmäßiger
Weise mit einer bleifreien, borhaltigen Glasur versehen vom Typus
Dritte Antwort: Infolge der hohen Kohlenpreise strebt man
allenthalben danach, den Ausbrand bei SK 7 zu beenden. Dies kann man
anch bei Feinsteinzeng sebr gut. Der Vergltthbrand muß wie bei allen
keramischen Waren mindestens SK 0» erreichen, da weicheres Gltthgeschirr
beim .Glasieren leicht zerspringt. Hätten Sie den Ort Ihrer Fabrikation
angegeben, so konnten zur Berechnung von Masse und Glasur Ihnen nabe-
liegende Materialien zu Grunde gelegt werden; so wähle ich Rohstoffe
aus Mitteldeutschland. Eine Feinsteinzeugmasse für SK 7 Ausbrand hat
die Formel:
^ S:3c:S}3A,»°-ia8i0'
Aus reinem Material hergestellt besteht sie aus:
Kaolin von Zettlitz . . . . . . . 49,2« Gew.*T.
Feldspat von Roerstrand . . . . • 32,31 „
Quarz »
Kalk 2,49 „
Sa. 100,00 Gew.-T.
V» der Tonsubstanz soll als Krautgartenton eingeführt werden, um
die Masse zu verbilligen. Die Masse besteht demnach aus:
Halle8cber Kaolin (Ha lösche K*olin- und Tmwerke Lettin) 36 Gew.-T.
Spat von P.ößberg (Siegmnnd Reichenberger, Fichtelberg) 35 „
Krautgartenton (Colditzer Tonwerke, Colditz) 24 „
Hohenbockaer Sand 2,51 „
Kalkspat • • 2,49 „
S*. 100 Utftiew.-T.
Mahldauer 18—24 8tundeu bei 23 Umdrehungen in der Minute. (Es
empfiehlt sich, eine Tasse Salzsäure und 2 50 g Kobaltnitrat, auf 100 Pfd.
Masse zuzugeben, um die Weiße zu erhöhen.) Die Glasur
0,2 K90 1
0 2 MtfO \ 0,4 Al20g . 3,5 SiOs
0 6 C»0 J
besteht aus: Spat von Norwegen ..... 32,09 Gew.-T.
Dolomit 1062 „
Kalkspat ......... 11,55 „
Zebisch-Kaolin. gebrannt .... 12,82 „
Qaarz ■ ■ 32,92 „
100,00 Gew.-T.
oder: Spat von Plößberg 34,96 Gew.-T.
Dolomit . 10,H2 „
Kalkspat 11,65 „
Kaolin von Halle, gebrannt . . . 12,23 „
Hohenbockaer Sand .... . . 30,64 ,
Sa. 100 00 liew-T.
(Dazu eine Tasse Salzsäure und 5 g Kobaltnitrat auf 100 Pfd. Glasur.)
Mahlzeit 100—140 Stunden.
Wenn Sie bei SK 7 brennen, darf der Kanal nicht eine Einströmung
im Glühofen haben, sondern er muß verlängert werden und drei Ein-
strömungen erhalten, um das Feuer hoch zu bekommen. Die zweite Ein-
strömung soll in der Mitte, die dritte etwa 25 rm unter dem Gewölbe-
widerlager münden. Beim Brennen wird das Vorfeuer bis SK 02 a geführt,
das Vollfeuer wie sonst bei SK 13 Ausbrand. Alle Schüren müssen
flammenfrei niederbrennen.
Vierte Antwort: Sie sind sich, nach Ihrer Frage zu urteilen, nicht
recht klar über die Herstellung von Porzellan und Stein zeug, denn sonst
würden Sie nicht sagen, daß die Fabrikation von 8teinzeug nicht so
schwer ist wie die voa Porzellan. In Wirklichkeit sind die beiden Fabri-
kationsarten einander sehr ähnlich, doch bestehen wesentliche Unter-
schiede in der Masse und der Glasur und auch sonst noch. Sie wollen
jedenfalls GebrauchBgeschirr herstellen, und da wäre Ihnen zu raten,
lieber gleich Porzellan anzufertigen oder ein gutes Feldspatsteingut. Da
Sie nicht angeben, in welcher Gegend sich Ihr Unternehmen befindet
and welche Rohstoffe zur Verfügung stehen, kann man Ihnen nur mit
allgemeinen Angaben dienen. Steinzeng hat eine ungefähre Zusammen-
setzung von:
Tonsubstanz 43— 484/»
Qaarz 38—40»/,
Feldspat . 19—12 •/.
die jedoch keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben kann. Ver-
wendung finden hellbrennende, meist früh sinternde Steinzeugtone (Wtster-
wälder Tone), die mit Sand, magerem Ton, Kaolin und evtl. Feldspat
versetzt werden. Glasiert wird mit einer Steingut- oder leichtflüssigen
Steinzeugglasur. Der Rohbrand wird so hoch gehalten, daß die Ware
noch so poiös ist, daß der in die Glasur getauchte Scherben die letztere
ansangen kann. Die Höhe des Glattbracdes richtet sich ganz nach den
Tonen, die verwendet werden. Die Glattbrandtemperatur von Steinzeug
liegt etwa bei bK 7—12. Das Einsetzen der glasierten Ware erfolgt
genau so wie bei Porzellan. Ohne einen Fachmann fangen Sie ja die
Fabrikation nicht an, denn Sie würden nur Schaden davon haben.
Fünfte Antwort: Steinzeug wird zwischen SK 6—10 ge-
brannt, je nach seiner Zusammensetzung. Die üblichen Glasuren sind
Salzglasaren und Blei-Borax-Glasaren, seltener die weichen Porzellan-
- €OBURe. Nr. 4 — 3t
glasnren. Die Farbe de? Steinzeugs ist bei Salzglasuren gewöhnlich
blangrau, bei den anderen Glasuren gelblich, selten oder nie weiß. Bei
Blei- Borax- nnd Porzellan- Glasuren ist das Steinzeug zuerst bei SK 1 zu
verglühen, dann wird es mit der Glasur versehen und bei SK 6—10 je
nach der Einstellung der Masse und Glasur fertig gebrannt. E* ist also
fast derselbe VorgaDg wie bei der Porzellaifabiikation, und die Her-
stellung von glasiertem Steinzeug bietet deshalb dieselben Schwierigkeiten
wie beim Porzellan, so daß Ihr Wunsch nacb einer leichteren Erzeugung
kaum in Erfüllung gehen dürfte. Da zur Masse Steinzeugtoue benutzt
werden und diese sich wegen des darin enthaltenen Eisenoxyds gelblich
brennen, so ist es schwierig, ganz weißes Steinzeug herzustellen, wenn
man nicht aus den Stoffen für die Porzellanfabrikation eine entsprechende
Steinzeugmasse zusammensetzen will, unter Zusatz von weißbrennenden
Fettonen. Eine derartige Masse ist dann kaum anders zusammengesetzt
als eine Porzellanmasse.
Sechste Antwort: Wenn Sie wirkliche Qualitätsware herstellen
wollen, die allen Anforderungen einer fein gedeckten Tafel entspricht,
dann ist nur gutes Porzellan am Platze. Die Materialkosten, Arbeits-
löhne, Brennkosten usw, sind bei feinem weißen Steinzeug nahezu eben
so hoch wie für Porzellan, aber ohne daß das Erzeugnis das Ansehen und
den Wert des letzteren auch nur annähernd erreicht. Einige Liebhaber
werden sich für weißes Steinzeog interessieren, die vornehme Hausfrau
wird aber daran vorbeigehen und immer wieder nach Porzellan greifen.
Deshalb ist nur anzuraten, mit Qaalitätsmaterial auch Qualitätsware her-
zustellen, die einen guten Absatz sichert.
Siebente Antwort: Zur Herstellung von weißem Steinzeug
eignet sich in hervorragender Weise der sog. Osmoton. Es ist dieses ein
Westerwälder Ton, der nach dem Osmose-Verfahren aufbereitet wird.
Ieh verwende dieses Material seit Jabren zur Herstellung von weißen
elektrotechnischen Stanzartikeln und stelle eine Masse her, die in der
Zusammensetzung dem 8teingnt gleichkommt, infolge der günstigen
Eigenschaft des genannten Tones aber schon bei SK 6 a einen vollständig
gesinterten Scherben ergibt, der jedoch zum Unterschied von Weiß-
porzellan nicht transparent ist. Ich empfehle Ihnen folgenden Versatz:
Kaolin von Kemmlitz 30%
O-moton 20 %
Kalkspat ......... \ - ■ 12 °/o \
Quarz 38 o/0
Diese Masse wird im allgemeinen bei SK 07 a vorgebrannt, kann aber auoh
roh glasiert werden. Der Glattbrand liegt bei SK 6 a. Als Glasur
empfehle ich folgenden Versatz :
Feldspat . . 16« °/o
Kaolin '. . ' . 33<>/0
Qaarz 92 °/0
Kalkspat 65 °/0
MagneBit . . . . &0/o
Wesentliche Vorteile dieser Masse bestehen darin, daß zunächst die
Zusammensetzung eine billigere ist und dann, daß die Brenntemperatur
verhältnismäßig niedrig liegt, was eine Ersparnis an Lohn und vor allem
an Kohlen zur Folge hat.
8. Zum Brennen von Porzellan-Knöpfen, Broscheplatten usw. benötige
ich einen kleinen Qutbr and- Ofen für eine Brenntemperatur von 12—1300" C.
Welches Ofen-System käme für mich in Frage?
Erste Antwort: Zum Brennen von Porzellanknöpfen und Broschen-
plättchen eignet sich am besten eine kontinuierliche Scharffeuer-Muffel
mit geradlinigem Brennraum und 2 übereinander gebauten 8cham tte-
moffeln von 15 cm Höhe. Der Vorgang beim Brennen ist ähnlich wie
der bei einer Farbschmelz-Maffel, die Hmdhabung des Ofens ist ein-
fach, uDd jeder Brenner kann in kurzer Zeit angelernt werden Bei
diesem Ofen ist das Prinzip zu Grunde gelegt, daß die Ware in einem
Gang verglüht, scharfgebrannt und abgekühlt den Ofen verläßt. Die
Knöpfe werden auf Schamotteplatten aufgelegt und in den Verglühraum
eingeschoben; der Glattbrennranm ist gegen den Glüh- und Abkühlraum
durch Schamotteschieber abgeschlossen und mit einem Schauloch versehen.
Ich habe mit einem solchen Ofen bei SK 7 3 Mal in der Stunde eine
Platte mit gut ausgebrannten Piättchen von 25 mm 0 brennen und aus-
nehmen können.
Zweite Antwort: Für das Brennen von Porzellan Knöpfen,
Broschenplatten usw. ist ein kleiner Randofen von etwa 700 mm lichtem
Durchmesser und 1000 mm Höhe, der mit Holz und Kohle geheizt wird,
als besonders zweckmäßig zu empfehlen. Die Gegenstände werden wie
üblich in Kapseln eingesetzt, und die Temperatur von 1200—1300» C.
kann ohne weiteres erreicht werden, richtige Konstruktion des Ofens vor-
ausgesetzt. Je nach den Verbältnissen läßt sich dieser kleine Ofen ent-
weder transportabel oder feststehend bauen ; er ist gerade für einen Klein-
betrieb am wirtschaftlichsten.
Dritte Antwort: Wenn die Ware gelblich sein darf, rate ich zu
einer Scharffeuermuffel ; Boll sie weiß sein, ist ein kleiner Rundofen mit
2—4 Schürkästen, je nach Größe, zu empfehlen. Randöfen sind die
rationellsten Brennapparate.
Vierte Antwort: Das Brennen von Porzellanknöpfen, Broschen-
plättchen können Sie in einem Muffel- oder Randofen mit überschlagender
Flamme vornehmen. Da Ihre Tageserzeugung nicht allzuhoch sein dürfte,
so kommt ein großer oder gar ein Tunnel-Ofen nicht in Betracht. Die
Größe der Muffsl oder des Ofens hängt ganz von Ihrer Produktion ab.
Fünfte Antwort: Da Sie wohl Porzellanplatten und -knöpfe
fertigen wollen, so müßten Sie sieh schon für eine Brennhöhe von
SK 8—9 entscheiden, da Weichporzellan unter dieser Temperatur nicht
anzufertigen ist, wenn Sie nicht zu Fritten u. dgl. greifen wollen, wo-
durch dann der Charakter des Porzellans verloren geht. Es kommt nun
darauf an, welche Qaantitäten Sie zu brennen gedenken; falls Sie größere
Mengen Knöpfe nnd Platten fertigen, so ist einzig ein kleiner Rundofen
mit Sturzflamme und Kohlen- oder Hohfeuerucg zu empfehlen, der bei
guter Ausführung für solch kleine Artikel rentaoel ist. Eine Größe von
2 V» m Durchmesser bei 2 m Höhe würde genügen. Fertigen Sie aber
nur kleine Mengen an, so daß ein derartiger Ofen für sie zu groß ist,
dann ist zu einer Scharffeuermuffel zu raten, die mit einem Oberteil zum
40 — Nr. 4
SPRECHSAAL -COB URO.
1922. (55. fahrgang.)
Verglühen eingerichtet werden muß. Ein kontinuierlicher Brennofen in
Gestalt eines kleinen TnnnelofeuB mit Oel- oder auch Gasfeuerung wäre
auch zu empfehlen, wenn mit einer größeren Produktion gerechnet
werde i soll.
Sechste Antwort: Je nach der Größe des Betriebes kann
sowohl eine Mnffel als ein kleiner Bundofen in Frage kommen; man
mtlßte aber die täglich fertiggestellte Menge kennen, um entscheidend
raten zn können. — Zum Ban empfiehlt Bich das Iogenienrbareau Herda
in Nürnberg, Weiserstraße 33.
Siebente Antwort: Für das Brennen von Porzellan eignen
sich die Etage Bnndöfen mit überschlagender Flamme am besten ; dabei
können Sie den unteren Ofen als Glattbrennraum, den oberen als Glüh-
nnd Kapselofen benutzen.
Achte Antwort: Nachdem Sie nor sehr kleine Artikel an-
fertigen wellen, würde ein PorzeUanofrn mit zwei bis drei Feuerungen
vollmundig genüge. Es kommt hier der übliche Porzellan- Bundofen in
Fr8ge, der mit mehr oder weniger Abweichungen von den bekannten
Ofenbai.fi men gebaut wird. Ein derartiger Ofen kostet beute min destens
M 60—80000. Sie können eine Brenntemperatur von 12—1300° C. auch
mit tiner Scharffeuermnffel von vielleicht 1—2 cbm Inhalt leicht erreichen
und werden dieBe Moffel für den Anfang schließlich deshalb vorziehen,
weil sie billiger gebaut werden kann.
Neunte Antwort: Für Ibre Miniaturartikel wählen Sie vorteil-
haft eine sauber ausgeführte Scbarffeuermuffel, die in allen Teilen unter
Garantie gut funktioniert. Darin können Sie den Einsatz weitgehendst
auenützen und bei sorgfältiger Feuer'ührung erhalten Sie durchweg eine
Baubere Ware. Dieser Scharffeuermnffel können Sie gleichzeitig eine ge-
wöhnliche Scbmelzmnffel anschließen oder, w<>nn letztere schon vorhanden,
kann der Anschluß umgekehrt stattfinden. Einen größeren Brennapparat
in Gestalt eines Brennofens zu wählen, erscheint hier nicht am Platze.
9. Zur Bereitung von Gießschiicker verwenden wir die Abfälle der
Dreherei und der Gießt rei. Welche Vorteile bietet nun die Zubereitung
von Gießschiicker mit Rührern gegenüber derjenigen auf Trommeln? Wir
fragen deshalb, weil bei Bührtm die Massepatztn mühselig in kleinen
Stücken eingebrockt werden müssen, dagegen bei der Aufgabe auf Trommeln
der qanze Versatz auf einmal aufgegeben wird und nach wenigen Stunden
Laufzeit abgelassen werden kann. Da die Eisentrommtin größtenteils mit
Sihxfutter ausgelegt sind, so besieht für den Etsenmantel auch keine Gefahr
durch die Soda des Schlickers.
Erste Antwort: Das empfehlenswerteste ist die Herstellung des
Gießscblickers ans den Bobmaterialien auf der Trommel. Auf diese Weise
fällt der Schlicker unbedingt immer gleich aus, er hat stets dieselbe
Konsistenz, die Arbeiter können eine tadellose Ware anfertigen und haben
niemals Grnnd zu Klagen. Die Dreherei- und Gießerei-Abfälle finden gut
V er weituug als Beimengung zur Drehmasse, ev läßt mau sie besonders
verarbeiten und fertigt weniger empfindliche Artikel daraus, z. B dickes
Geschirr, Stapelartikel usw Wenn Sie aber bei dem seitherigen Ver-
fahren bleiben wollen, so ist die Verarbeitung auf der Trommel vorzu-
ziehen, weil sie besser vor Verunreinigung schützt und eine besser durch-
gearbeitete GießmaBse liefert als der Quirl.
Zweite Antwort: Die Vorteile der Bereitung von Gießschiicker
im Qairl oder in der Trommelmühle sind nicht so verschieden. Bei Verwendung
von Abfällen aus der Dreherei und Gießerei benutzt man wohl die Quirle
lieber doch nur dann, wenn es sich darum handelt, Transport und Zeit
zu sparen. M iat steht der Quirl in allernächster Nähe der Gießerei,
während der Transport zur Müuie fast immer mit Zeit- und Geldverlust ver-
knüpft ist, da dieBe meist atieets liegt und auf der anderen Seite wieder die
Trommelmühlen nur für die Mahlung der Materialien bestimmt Bind. Sollte
ihre Anlage so eingerichtet Btin, dau Trornme mühlen genügend vorhanden
Bind und der Transport nicht wesentlich in F/age kommt, so ist es schon
besser, die Ablä.le in der Mühle zu verarbeiten. Ihre Angabe, daß der
Abfall' erst zeikieinert werden müßte, ehe er auf den Quirl kommt, ist
nicht stichhaltig, denn auf die Trommelmühle können Sie auch keine großen
8tücke aufgeben, da das Fülloch nur klein ist. Sie sprechen aucn von
der Aufgabe des ganzen Ver8atzes, worunter Sie doch die Bohstoffe, die
zur Zubamnensetzung der Masse gehöreß, meinen. Diese sind nnn stets
auf die Trommelmühle aufzugeben, da die Tone nicht rein und die üDrigen
Stoffe anch nicht immer bo fein Bind, als es die Fabrikation erfordert.
Bei Quirlen spielt übrigens auch die Bauart eine Bolle. Sie können selbst
am besten prüfen, ob der Quirl oder die Mtihlenfüllung Ihnen Vorteil
bringt, und das ist meist ausschlaggebend.
Dritte Antwort: Man hat bei der Aufbereitung von Git ßachlicker
mit 8oda zusatz auf Trommeln ebenso gute Essuitate erhalten als
mit Buhrqurlen, doch wird in manchen Fabriken die Trommel, in anderen
wieder der Quirl vorgezogen. Da wo kein überflüssiger Quirl vorhanden
ist, wird gewöhnlich die Trommel zur Aufbereitung des Gießscblickers
genommen. Die Vorteile bei der Trommelaufbereitung sind, wie Sie richtig
sagen, die bequemere Einftillung und ferner die schnellere Fertigstellung.
Der Quirl arbeitet langsamer, hat aber den Vorteil, daß man den fertigen
Schiither im Quirl als bebälter belasben kann, wenn man den Quirl dazu
eigenB augetCLbftt hat. Man benutzt am besten einen liegenuen Btihr-
quirl von kleinerem Inhalt, der besser arbeitet als ein stehender. D* bei
beiden Aulbeieitungsaiten viel Luft in den üießächlicker gelangt, ist es
zu empfehlen, den letzteren vor dem Verbrauch einen Tag ruhig stehen
zu lassen, damit die Luit entweichen kann, da sich sonst leicht Bläschen
bei den gegossenen Waren bilden.
Vierte Antwort: Im Quirl erzielen Sie in derselben Zeit eine
größere Menge Masse als auf uer Trommel. Ich rate Ihnen, bei der
Tromm» lu ai 1 un g zu bleiben, wenn das Mehr, das der Quirl fabt, für Sie
belanglos ist
uunlte Antwort: Wenn Sie schon die zäbe AbfallmaBse ver-
arbeiten wollen, tun Sie am besten, Bie in die Trommel zu geben, denn
bekannt icu sind Massen im halbnatsen Zustand weitaus uchwerer aufzu-
arbeiten als im troikenen Zustand. Die Anfbereitung im Quirl wäre dann
vorteilhafter, wenn Sie die Abfallmasse trocken werden lienen nnd so dem
Bttbrweih übtrgäbtn. Im allgemeinen satzt man Abfäll« der Drehmasse
zu und fertigt daraus Ware, an die weniger Anforderungen gestellt
werden.
Sechste Antwort: Zur Bereitung von Gießschiicker aus den
Abfällen der Dreherei und der Gießerei empfiehlt es sich immer, die
Trommelmühle zu benutzen. Bei den Eübrern dauert es, wie Sie sehr
richtig bemerken, viel länger als bei der T'ommel, besonders wenn die
Abfälle größere Stücke enthalten. Der Sodazusatz im Gießschiicker wirkt
nicht schädigend auf das Futter der Eisentrommeln ein. Wenn Sie Ge-
legenheit h»ben, die Abfälle zu trocknen, so ist die Aufbereitung des
Gießechlickers in der Trommel noch schneller zu bewerkstelligen.
Siebente Antwort: Ein gut zubereiteter Gießschiicker muß ein«
durchaus homogene Strnktar ohne Klümpchen und Blasen aufweisen; das
aber erreichen Sie am sichersten bei der Aufbereitung auf einer Trommel.
Achte Antwort: Da die Masseabfälle doch verwendet werden
müssen, diejenigen aus der Gießerei aber für Drebmasse infolge ihreB
Sodagehaltes nicht in Fr*ge kommen, so erscheint die Zubereitung des
Gießscblickers auf dem Qairl als das gegebene Verfahren. Die Muhe des
Einbrockens bleibt allerdings bestehen, doch ist beim Ablassen die Mög-
lichkeit geboten, den größeren Teil der Verunreinigungen des Schlickers
im Qiirl zu behalten.
Neunte Anwort: Sie verwenden Trommeln zur Herstellung
von Gießschiicker, was wohl in den meisten besseren Fabriken verworfen
wird. Wenn Sie die Masse auf dem Schlickerqairl aufgeben, wird kaum
mehr Zeit für das allerdings mühsame Auseinanderbrocken in Anspruch
genommen, als bei der Aufgabe auf die Trommeln und dem Ablassen des
Schlickers. Weiter ist zu bedenken, daß der abgelassene Schlicker dick
und nach längerem Stehen überhaupt nicht mehr zum Gießen zu ver-
wenden ist, während Sie bei dem Scblickerqnirl jederzeit tadellose Gieß-
masse zur Verfügung haben, da dieselbe immerwährend durchgearbeitet
wird.
10. Meine Glasur ist im allgemeinen tadellos, nur springt sie bei
Eeken oder bei Figuren mit hervorstehenden Partien ab. So habe ith z. B.
eine Vase mit einer modellierten Eule; darauf sitzt die Glasur ganz gut,
und nur von der Eule springt sie ab. Wie könnte ich den Fehler be-
seitigen ? , ,. . . _ , . . .
Erste Antwort: Allem Anschein nach hegt ein Fehler in der
Zusammensetzung des Gießscblickers vor. Verringern Sie einmal probe-
weise den Sodazasatz um einige Prozente, vielleicht zeiet sich dann eine
Besserung. Es könnte aber auch der Fall sein, daß Masse und Glasur
im Schwindungsvernältuis nicht genau genug zusammenstimmen und dies
an den Stellen, wo besonders starke Spannungen auftreten, durch das
Abspringen der Glasur zum Ausdruck kommt. In diesem Falle müßten
sich allerdings- auch Giasurrisse bemerkbar machen.
Zweite Antwort: Als allgemein tadellos kann Ihre Glasur
nach den auftretenden Fehlern nicht gelten. Hätten Sie Masse und Glasur
angegeben, so ließe Bich eher ein Bat erteilen; zudem weiß man noch
nicht einmal, ob es sich um Steingut oder Porzellan handele Auf jaden
Fall findet eine ungleiche Ausdehnung der Masse und Glasar Statt. Durch
Einführen von Flußmitteln in die Glasur köaneu Sie diese leichtfldsBigar
stellen und den Brand etwas reiuzieren. Das Abspringen kann aber auch
an zu hohem Quarzgehalt der Masse liegen. Bei Steingut spielt ferner
ein zu schwaener Gltthbrand mit, ebenso können allzufeine Mahlung der
Masse oder zu feuchtes Einsetzen der Bohware oder zu rasches Trocknen
schuld sein. .
Dritte Antwort: Leider haben Sie nicht angegeben, ob sich
der Fehler bei Porzellan- oder Fayence- oder Steingutfiguren zeigt. Auf
jeden Fall passen Masse und Glasur nicht zusammen, uud es ist hier eine
entsprechende Aenderung vorzunehmen. Daß gerade bei den vorstehenden
Ecken und Kanten die Glasur abspringt, Bcheint mit daran zu liegen, daß
diese vorstehenden Teile zu stark verglüht sind und die beim Gießen
benutzte Suda an den hartgebrannten Stellen eine Aenderung des Scherbens
herbeiführt. .
Vierte Antwort: Das Abspringen der Glasur von hervor-
stehenden Teilen, z. B. besonders von den Kanten und Ecken, tritt be-
sonders dann ein, wenn die Masse zuviel Quarz enthält. Ei gilt dies
namentlich für die Steinguttechnik. ludessen ist es nicht möglich, in Ihrem
Fall darüber Klarheit zu gewinnen, weil Sie nicht einmal angeben, ob
es sich um Steingut, Porzellan, Töpferwaren usw. handelt. Es muß des-
halb dieser kurze Hinweis genügen, der nur ergäuzt werden kann durch
die Erinnerung an Segers klassische Arbeiten über Glasurfehler, woselbst
noch einige andere Maßnahmen gegen dies Abspringen der Glasur ge-
schildert sind.
Fünfte Antwort: Mit Ihrer Frage ist nichts anzufangen,
denn man kann doch nicht wissen, welches Material Sie verarbeiten und
was Sie eigentlich erzeugen wollen. Wahrscheinlich handelt es Bich um
Fayence, bei der folgendes gewöunlich gilt: Für eine Masse, die viel
Kala enthält und die Glasur leicht abstößt, soll man leichtflüssige
Giasuren verwenden, die wenig Zinn und wenig Alkalien entaalten, hin-
gegen für kalkarme Missen strengflussige Glasuren mit viel Zinn und
viel Alkalien. Eine Aenderung des Scherbens wäre vielleicht günstiger;
inwiefern eine solche erfolgen könnte, läßt sich mangeis Angabe Iares
Versatzes nicht eigen,
Sechste Antwort: Ihren Angaben ist zu entnehmen, daß z. B.
bei der Vase mit der Eule zweierlei Massen in Frage kommen. Entweder
sitzt auf einer gedrehten Vase eine gegossene Eule oder auf einer ge-
goete ien Vaie eine geformt* Eule; denn daß Sie die Eule jedesmal model-
lieren, ist wohl kaum anzunehmen. Da nun ein gegorener Scherben
gegenüber einem gedrehten oder geformten verschiedene Schwindaug hat,
so ist es leicht erklädich, daß die Glasur von der Eule abspringen kann.
Bei manchen Massen kommt es vor, daß schädliche Ausscheidung' n, Salze
u. dergl , an den Kanten erscheinen, die die GlaBur znm Ao-pnug n
bringen ; in diesem Falle empfiehlt es sich, diese K inten vor dem Glasieren
mit feinem Sandpapier sauber abzureiben. Es ist auca möglich, daß die
Gegensiäude, besonders aber die vorstehenden Kamen uud Modellierungen
beim Glasieren mit fettigen oder schmutzigen Fingern angefalit werden;
dieses bindert ebenfalls das feste AnBetzen dar Glasur uud begünstigt
deren Abspringen.
1922. (56. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
Nr. 4 -* 41
Siebente Antwort: Anf Ihre ungenaue Frage, in der Sie weder
die Zusammensetzung von Glasur und Scherben angeben, noch auch sagen,
ob es Bich um eine Steingut- oder um eine Porzellanglasur handelt,
können Sie keine korrekte Antwort verlangen. Glasuren neigen gewöhn-
lich dann zum Abspringen, wenn zwischen Scherben und Glasur eine
Spannung besteht, die darauf gericbtet ist, die Glasurschicht zu zerdrücken,
wobei an den Kanten und stark gekrümmten Stellen schon bei verhältnis-
mäßig geringer Spannung die' Glasur absplittert und häufig noch Stücke
aus dem Säherben herausgerissen werden. Um diesen Fehler zu verhüten,
emrfiehlt es Bich, die Glasur durch Erhöhung der Tonerde zähflüssiger zu
gestalten ; sollte sie hierdurch zu schwerschmelzbar werden, dann ist bei
Steingutglasuren ein Teil der einzuführenden Tonerde durch eine äquimole-
kulare Menge Borsäure (die natürlich eingefrittet werden müßte) zu
ersetzen.
Achte Antwort: Das Abblättern der Glasur an den Ecken und
Kanten beruht auf einer Differenz in der Schwindung zwischen Masse
und Glasur, und zwar schwindet die Glasur zu wenig. Um dem zu be-
gegnen, müssen Sie den Sand- bezw. Qnarrgehalt der Glasor verringern
und den Tonerdegehalt erhöhen Nähere Angaben lassen sich nicht machen,
weil solche auch Ihrerseits fehlen.
Neunte Antwort: Ihre Steingutglasur ist falsch konstruiert,
wenn sie an den Kanten abspringt. Sie müssen das Blei erhöhen oder
den Quarz vermindern. Um viele Proben zu vermeiden, rate ich Ihnen,
sich von einem keramischen Laboratorium die Formel Ihrer Glasur be-
rechnen und richtigstellen zu lassen. Beim Hernmprobieren schaffen
Sie einen Fehler glücklich heraus und neue hinein.
11. "Wir haben einen Ofen von 4,20 m 0 und 2,20 m bezw. 2 80 m
innerer Höhe bis zum Widerlager und Mittelfuchs. Ton dm Abzugs-
füchsen im Podium hat der MMelfuchs 19 cm 0 (früher 24), die ernte
Reihe 3 Füchse von 10 cm 0, die zweite Reihe 6 Füchse von 11 cm 0
(früher 12) und die dritte äußere Reihe 12 Füchse von 10 cm 0. Der
Ofen besitzt 6 Feuerungen mit je 8 Roststaben von j». 48 cm 'Breite- und
100 cm Länge, also 1,48 gm Heizfläche. Das Vorfeuer wird mit böhmischer
Braunkohle geführt, das Scharf feuer mit sächsischer Steinkohle. Das jeweilig
verbrannte Quantum Kohle int zusammen mit 160—175 Zlr. wohl als normal
zu betrachten. Der Ofen hat fast durchschnittlich von der Sohle l/s nx Ware
mit gelbem Stich, ein Fehler, der sich schon zeigte, als die Abzugsfüchfe noch
größer wann, und auch jetzt, nach dem. Ausschmieren derselben nicht weg-
zubringen ist Das Vorwärmfeuer wird regelmäßig 10 — 12 Stunden geführt,
in welcher Zeit auch SK 09 umgeht. Der Ziegel im oberen Ofen wird
niemals früher als 6 Stunden nach dem. Abbrennen weggezogen. Nachdem
der Ofen vom Qewölbe angefangen stets reinweiß durchgebrannt ist und
sich nach unten allmählich abschwächt, liegt die Vermutung nahe, daß die
Abzugsfüchse noch immer zuviel Feuer wegreißen. Haben wir, damit recht
oder kann hier noch irgend ein anderer Faktor in Frage kommen?
Erste Antwort: Iur O'en b*t etwa 86 cbm Brennraum und
6 Feuerungen, j de von 0 48 qm (nicht 1,48 qtn) Risifläche, insgesamt
also 6X0,48=2 88 qm Bo-tfläcne. Die Abzogfiüi-nse auf der Ofensohle
erhalten gewöhnlich Vio — >/i2 &eT Ö- suntrosifläche; Ita^e Füchse beben
in der jetzigen Größe zusammen 0,203 qm, also 2 88:0203 = Vu — Vis
der üblichen Ausdehnung; sie waren früher mit 0 23l='/i2 — Vi»
richtiger, doch besser wäre es gewesen, dm Anßenfücbsen 11 cm DurcL-
nus-er zu geben. De Gelbfärbung kon mt wohl in erster Linie daher,
daß nicht genügend Fiamme dem n teren T*-il des O'ens zugezogen wird
ui d infolgedessen der sich hier ansetzend«- Büß nicht zur Verbrennung
kommt. Hieraus erklärt sich am h das für dm Ofen außerordentlich lange
Vorfeuer ; der Ofen müßte in 8 Stunden spätestens bereit zum Ue bergang
sein und mit 17 — 18 Stunden abbrennen. D*s lange Hinauszögern des
Brenn prozesBes ist unwirtschaftlich, schädigend und zwecklos. Ihr Kohlen-,
verbrauch betiägt pro 1 cbm Brennraum 230 kg Kohle; das ist eehr
reichlich, wenn man eine Gärtemperatur von fcK 13 zu Grunde legt, und
es müßten bei richtiger Feuerfübrnng und richtiger OfenkonBtrnktion
200 kg, auch 180 kg genügen. Lasgen Sie sich einmal einen tüchtigen
Fachmann kommen (die Wärmewirtschafts Stelle ist sicher gern erbölig,
einen solchen zu stellen), der Ofen und Schürweise prüfen soll ; Sie werden
dann bald zu der Ueberzengung kommen, d ß das für diese Untersuchung
ausgegebene Geld gute Früchte trägt. Haben Sie übrigens den Ofen
schon daraufhin untersucht, ob die Sohlkanäle feucht sind ? Auch hier
könnte die Fehlerquelle zam Teil za Buchen sein. Fraglich ist auch, ob
der Abzug des Schornsteins genügt. Bei den von Ihnen gegebenen
Maßen mbß e der Durchmesser bei der Au-mündung an der Glbhbrand-
kupptl etwa 55 cm betragen und die Höhe d> s Schornsteins im Mittel 12 m.
Zweite Antwort: Ihre Annahme, daß das Feuer von den Ab-
zugfröffnungen zu rasch abgezogen wiid, ist richtig. Es entsteht eine
zu txydiernde Ofenluft, die anf den Eisengehalt der Masse einwirkt und
die Gelbfärbung verursacht. Daß Sie nun gerade den Mitteifuchs auf
19 cm 0 verengt hai en, ist nicht richtig; richtiger wäre es wohl ge-
wesen, aie erste Beihe von 3 Abzagslöcnern ganz zu verdecken, die
zweite Beihe von 6 Abzngslöchern auf 10 cm 0 zu verringern, bei der
dritten Beihe von 12 Löchern ein Viertel za verdecken und die übrigen
vorläufig auf 10 cm zu belassen. Versuchen fie es einmal auf diese
Weise, und durch weitere Versuche in dieser Bichtung werden Sie wohl
zum Ziele kommen. Daß der Rost immer mit Kohle bedeckt sein und
das Feuer nie ganz niederbrennen soll, braucht wohl nicht erst betont
zu werden. Sollten Sie bei Ihrem Ofen Schieber eingebaut haben, so
läßt sich damit der Ofen sehr gut regulieren.
Dritte Antwort: Die Verteilung der Füchse im Podium scheint
nicht ganz rieh ig zn sein ; die äußere Fuchsreihe zählt 12 Fuchse,
während sonBt zwischen den Feuerkästen als äußerste Beine 6 Füchse
genügen, und die nächstfolgende Beihe dann 6 Füchse und die innere
Beihe auch 6 Füchse haben soll Durch diese Verteilung wird das Feuer
mehr in die Mitte gezogen, da autseu am Mantel die Feuerungen ge-
nügend Hitze abgeben. Der Mittelfuchs kann auf 16 cm verengt werden,
warnend bei den anderen Füchsen 1U cm genügen worden, vielleicht auch
9 im. Ed ist nicht gesagt, wie lange überhaupt und wie hoch gebrannt
wird, so daß man nicht beurteilen kann, ob die Aufwärmezeit genügt.
Es Bchtint aber, daß Sie länger aufwärmen müssen, etwa bis SK 02, wenn
Sie bei SK 14 ausbrennen sollten. Es wäre auch zu prüfen, ob der
Schornstein hoch genug ist, da bei niedrigem Schornstein der geschilderte
Fehler leicht vorkommt, weil der Ofen zu wenig Zag hat nnd die Flamme
nicht lang genug gezogen werden kann. Der Schornstein soll 9 — 12 m
über das Glühgewölbe hinausgehen. '
Vierte Antwort: Die Ursache des Gelbwerdens der Ware in
dem unteren Teil des Ofens braucht durchaus nicht in dem Querschnitt
der Abzugslöcher des Podiums zu liegen, die übrigens auch in der neuen
Anordnung durchaus nicht als reichlich zu bezeichnen sind und jetzt
noch um 25°/0 vergrößert werden könnten Da der Fehler bereits früher
aufgetreten ist, ohne daß er durch die Neuordnnng der Querschnitte be-
seitigt wurde, so ist anzunehmen, daß au den letzteren der Fehler nicht
allein liegt. Untersuchen Sie die Kanalsohle dea Ofens daraufhin, ob
vielleicht Feuchtigkeit vorhanden ist, oder hat der Ofen unter der Kanal-
sohle noch einen Herd mit Luftzuführangskanälen ? Dringt vielleicht von
außen durch das Mauerwerk irgendwo Luft zum Einsatz?
Fünfte Antwort: Iar Ofen ist in seinem früheren Zustand
richtig konstruiert. Durch das Verstreichen der Abzng-öönungen haben
Sie nichts eireicht als eine Schwächung des Zuges. Ihr Ofen mit etwa
35 cbm Glattbrennraum und 6 Schürkästen vou je 1 m X 0,48 entspricht
2 88
0,48 qm X 6 = 2,88 qm Gesamtrostfläche und — - — = 0,96 qm freier Bost-
o
fläche. Die gesamten Einströmungsöffuungen dürfen s/s der freien Rost-
fläche betragen, somit 0,96 qm : 3 = 0,32 X 2 = 0,64 qm. Es kommen
dementsprechend auf einen Feuerkästen 0,64:6 = 0 107 qm. Dieser
Qaerschnitt entspricht der Otffnung : Feuerungsbreite X 22 cm Höhe. Die
Gesamtfläche der Abzugsfüchse soll V* der freien Bostfläche — 0,24 qm
betragen und darf keinesfalls mehr als der Gesamtrostfläche
2 88
—j^— = 0,288 qm ausmachen. Die Fläche der Abzugsfüchse Ihres Ofens
vor dem Ausstreichen betrog 0,23 qno, jetzt nach demselben beträgt sie
0,203 qm Wie Sie aus obigem ersehen, ist Ihr Ofen normal : ich setze
dabei voraus, daß die Einstiömung Öffnungen nicht höher als 25 cm im
Maximum bei Feueruogsbreite sind. Die Schuld an dem G4bwerden des
unteren Teils kann auf ein za weites oder. ungleichmäßiges Setzen der
der Kapselstöße zurückzuführen sein. Nach meinem Ermessen liegt der
Hauptfehler an der Feuerleitung. Ein langsam geleitetes Vorfeuer ist
nnr zu empfehlen. Es ist falsch, daß Sie mit dem Fallen vou SK 09 zum
Scbarffeuer übergehen; besser ist, Sie unterhalten das Vorfeuer 12 bis
14 Standen nnd gehen erst nach dem Fallen des SK 04 zum Vollfeuer
über. Wenn Sie bis zu SK 09 12 Stunden brauchen, so ist es leicht
möglich, daß Sie den Ofen während des Scharffeuers treiben, um in einer
bestimmten Zeit fertig zu stin. Das Brennen mit oxydierender Flamme
während der Glasurschmelze zwischen SK 4 — 9 führt den gerügten Fehler
herbei. Es ist während dieser Zeit sehr darauf za achten, daß die Feuer-
kästen hohe Gluts hiebt haben; keinesfalls dürfen die Feuerungen soweit
niederbrennen, daß Löcher im Rost entstehen, dena dadurch tritt Staer-
Btcff in den Ofen ein und verursacht die Gelbfärbung. Nach erfolgter
Spatschmelze, etwa bei SK 7—8, schadet eine oxydierende Flammen-
führnng nicht m-shr in dem Maße. Daß die Gelbfäroang auf der Sohle
und nicht am Gewölbe stattfindet, erklärt sich dadurch, daß die Fiamme
am Gewölbe freier and heißer ist, während nahe an der Sohle die Gase
eine Stauung erfahren, bis sie den Ausweg durch die Füchse gefunden hauen,
Sind nun die letzteren oder die 8ohlenk*pseln recht enur, so legt sich Koaleu-
stoff in die flüssige Glasur, nnd das Aassehen derselben wird grau sein;
sind dagegen Fuchse und Sohlenkapseln normal und tritt durch löcherigen
Rist Luft in den Ofen ein, so nimmt das Gut in den unter-tten Kapseln
Sauerstoff umso leichter auf, als durch die erwähnte Stauaug vor dem
Aurgang die Gase in die Kapseln nnd ihr Gut gepreßt werden.
Sechste Antwort: Die Dauer des Vorfeuers ecüätzt der exakte
Keramiker nicht nach Stunden, soudern er beendet es bei SK 02 a, dem
Punkt, wo alles chemisch gebundene Wasser entwichen ist. Ihr Ofen ist
falsch konstruiert: Die Abzugfüchse sollen bei einem guten Ofen Vio der
Rosiflächensumme betragen. Ihre Roste mit 48X100 cm sollten 54X100
messen, doch tnt das nichts zu Stehe. Ihre Rüste haben 4800X6=28800
qcm; Die Büchsen müssen also 2880 qcm haben, während Ihre Büchsen
1 mit 19 cm = 283,28 qcm,
3 n 10 „ =235,50 „
6 „ 11 „ = 66»,88 „
12 „ 10 , = 942.00 „
im ganzen 20o6,76 q -m haben, also um 849 24 qcm zu klein sind. Das
Feuer staut Bich im Oieo, die Ware brennt deshalb unten nicht durch.
Unaasgebrannte Ware ist immer gelb, die Flamme hat nicht genügend
Zug nach unten. Iur 24 cm Mittelf achs hätte 2199 54 qcm ergeben; er
war also 2880 qcm näher nnd daher auch besser. Hat Iure Masse genag
Spat? Auen spatarme Massen brennen unten schlecht aus. Der Spatgehalt
muß 24% betragen. Iure Fuchse reißen also nicht zu viel, sondern zu
wenig Feuer weg; der Zug fehlt. Der Verdacht richtet sich aber auch
auf die Masse; ihr scheint der Fluß za fehlen. Hat der Kanal des Ofens
Vt— V« Dua* der Schlot Vis- der Rostflächensumme? Auch hier kann der
Feiiler zu suchen sein. Das Gelo werden ist jedenfalls seltsam, weil es
solche abnormen Fachsverhältnisse nirgends gibt.
Siebente Antwort: Sie brennen entschieden mit zu scharfem
Zag, wobei nicht nur die Ware« zur Gelbfärbung neigt, sondern der Ofen
in der Mitte wahrscheinlich in der Temperatur noch zurückbleibt. Um
den Zug zu verringern, sind die Luftzufuhrspalteu in der Feuerung durch
Vergrößerung der freien Kostfläche za vermehren. Das erreichen Sie
entweder dadurch, daß Sie schmälere Roststäbe verwenden oder dadurch,
daß die Feuerungen verbreitert werden. Unter Beibehaltung der Größe
der bisherigen Abzugslöcher in der brennraumsohle wird dann der Sauer-
stoff langsamer zu den Feuergasen gelangen, sodaß die Flamme sauerstoff-
ärmer wird. Sollte das nötige Maß von Reduktion damit noch nicht
erreicht sein und ist auch höhere Schüttung des Brennstoffs erfolglos, so
wäre der Schornsteinschieber etwas anzuschieben. Beim Abschlacken ist
streng darauf au achten, daß all« Teil« des Rostts mit dlut bedeckt
A3 — Nr 4
öPRECHSÄÄL - COBÜIKO.
1922. (as. Jahrgang.)
bleiben und keine Löcher in der glühenden Brennstofiachicht entstehen,
durch die überschüssige Luft eindringen könnte.
Achte Antwort: Der Fehler liegt ausschließlich am zu bald
beendeten Vorfeuer. Dehnen Sie dieses aus bis SK 08 fällt und halten
Sie darüber hinaus noch ein Feuer. Nichdem Sie dann die Koste gereinigt
haben, gehen Sie langsam zum Scharffeuer über. Verwenden Sie ferner
*/8 der Steinkohle zum Vorfeuer und das restliche Drittel der Braunkohle
vom Vorfener zum Sch8rffeuer ; auch das wird den Fehler beheben helfen.
Bei der jetzigen Art der Kohlenverwendung begehen Sie den großen
Fehler, daß Sie mit dem langflammigen Brennmaterial gerade zu dem
Zeitpunkte aussetzen, wo es am notwendigsten gebraucht wird. Vielleicht
führen 8ie auch das Scharffeuer mit zu geringer Kohlenmenge darch, so
daß die Flammenwirkung nicht durch die Ofensohle bia nach dem Glüh-
ofen ausreicht.
Neunte Antwort: Daß daa gelbe Geschirr durch zuviel Sauer-
stoff verursacht wird, darin dürften Sie wohl recht haben, namentlich
wenn der Brand nicht iordnungsgemäß, also mit bedecktem Boat durch-
geführt wird. Es ist üblich, daß die Füchse am «äußersten Bing den
kleinsten Durchmesser haben und jeder nächstfolgende etwas größer wird-,
reduzieren Sie den ersten Bing auf 9 cm. Sollte dann vielleicht der Ofen
nicht fertig werden, so nehmen [Sie höhere Ansetzkapaeln, was helfen wird.
12. Lohnt es sich, elektrische Montage-Artikel, wie Rosetten, Schalter-
büchsen usw., die bei SK 12—13 Biskuit gebrannt sind, mit einer
weichen Glasur zu überziehen? Der Glasurbrand soll in einem kon-
tinuierlichen Ofen bei SK 010 erfolgen.
Erate Antwort: Das Glasieren bisknitgebrannten Porzellans
macht Btets Schwierigkeiten, da dieses die Glasur sehr schlecht annimmt.
Mit einer B eiglasur könnte die Sache vielleicht geben, doch empfiehlt es
sich, ausgiebige Proben zu veranstalten, ehe man diese Arbeit im großen
aufnimmt.
Zweite Antwort: Es handelt sich offenbar um elektrotech-
nische Artikel aus Steingut. In diesem Falle steht dem Glasieren mit
einer leichtschmeJzenden Frittenglaaur für SK 010 nichts im Wege. Ob
eich die Fabrikation lohnt, müssen Sie selbst entscheiden.
Dritte Antwort: Es wird sich wohl nicht lohnen, elektrische
. Montage- Artikel erst zu Biskuit bei SK 12—13 zu brennen und dann noch
dem Glasurbrand bei SK 010 auszusetzen. Während bei dem Porzellan-
brand glasierter Ware der Glühbrand nebenbei mit vor sich geht, also
ohne weiteren Kohlen verbrauch erfolgt, haben Sie bei einem zweiten Glasur-
brand einen Mehraufwand an Kohle, der bei den teuren Kohlenpreiaen ins
Gewicht fällt. Aber abgesehen davon ist auch die Blei-Borax-Glaaur viel
teurer als die Porzellanglasur, und das Glasieren der Eiskalt- Artikel geht
viel langsamer vor sich als bei den verglühten Porzellanartikeln, da jene
vor dem Glasieren erst angewärmt werden müssen, damit sie die Glasur
annehmen Es ist auch fraglich, ob Sie bei SK 010 eine haarrissefreie
Glasur erzeugen können, da solche biekuitgebrannte Artikel gewöhnlich
einen höheren Glasurbrand erfordern. Wenn Sie bei den genannten Artikeln
eine billige Fabrikation erreichen wollen, so wäre es besser, wenn Sie Ihre
Porzellanmasse und Glasur nur auf SK 7—8 einatellen würden, was voll-
kommen genügen dürfte.
Vierte Antwort: Soweit - es sich nm Montage- Artikel bandelt,
die selbt keinen Strom bekommen und die überdies nur in geschlossenen
Bäumen benutzt werden, ist es wohl möglich, eine niedrig gebrannte Glasur
auf sie aufzuschmelzen. '
Fünfte Antwort: Wenn Sie fertiges Biskuit mit weicher Glaanr
überziehen wollen, so haben Sie wahrscheinlich die Absicht, einen unschönen
Scherben dadurch zu retten, daß Sie ihn dunkel überglasieren. Ea geht
daa ganz gut. Als Glasur können weiche Steingnt- oder Majolikaglasaren
verwendet werden. Um den gesinterten Scherben noch glasieren zu können,
müssen Sie einer dickflüssigen Glasur gekochte Dextrinlösung zugeben,
und zwar genügen auf 100 1 flüssige Glasur etwa 4 Pfd. Dextrin.
Sechste Antwort: Man kann Biskuitartikel mit einer bei
SK 07 schmelzenden Glasnr überziehen, wie in „Seger'a gesammelten
Schriften" zu lesen ist. Ob sich allerdings ein zweimaliges Brennen lohnt,
bezweifle ich. Billiger ist es immer, wenn Sie die Artikel glasiert bei
SK 12—13 brennen. Was Sie zu der abnormen Behandlung veranlaßt,
ist mir nicht klar.
Siebente Antwort: Bisknitporzellan für elektrische Montage-
Artikel, die bei SK 12—13 gebrannt sind, mit einer Glaaur für SK 010
zu tiberziehen, ist weder lohnend noch angebracht. Sie wollen offenbar
die englischen Deckenroaetten naw. mit einer Cieme-Glaanr, wie üblich,
überziehen. Da würde ich Ilinen raten, Ihre Glühware mit einer creme-
farbigen Porzellanglssur zu versehen, die für SK 10—13 eingestellt ist.
Die fraglichen Artikel werden meistens in Fayence hergestellt und in
diesem Material zum weitaus größten Teil geliefert. Dabei kann man
den Glasurbrand bei SK 010 dorchfübren, wenn die Glasur zur Masse paßt.
Achte Antwort: Es wäre wohl vorteilhafter, den Glasurüber-
zug gleich von vornherein mit dem Aerographen vorzunehmen und dazu
eine entsprechende Porzellanglasur zu verwenden. Der Glasurbrand würde
auf diese Weise vollkommen erspart.
13. Wer baut ah Spezialität Trockenanlagen zum Trocknm von
Steingutmassen ?
Erste Antwort: Eine Trockenanlage zum Trocknen von Stein-
gutmasae können Sie eich doch selbst bau§n. Vor allem muß sie dem Be-
triebe angepaßt sein, und Sie müssen sich klar sein, welche Heizquelle
zur Verfügung steht und welche Menge zu trocknen ist. Am besten
ist es, Sie stellen in niedrige Holzregale, die in einem nicht allzu hohen
R»um eingebaut werden, die gepreßten Massekuchen von 20—25 mm
Stärke auf, wobei für Abzug des Wasserdampfes Sorge zu trefi n ist.
Zweite Antwort: Trockenanlagen für größere und kleinere
Mengen von Steingntmasse baut mit Dampfheizung oder bei Ver-
wendung abziehender Brermofenhi'ze oder mit direkter Heizung Ing. Unger
in Dresden- Blasewitz, Besidenzstraße 43.
1j ritte Antwort: DaB lagenieurbureau H. Herda in Nürnberg,
Welaerstraße 33, baut Trockenanlagen aller Art.
Glas.
9. Ich bitte um Angabe eines Schmelzsatzes zur Herstelimg *<m
Klangglas für Becher und Kelche.
Erste Antwort: Einen schönen Klang erzielt man durch einen
entsprechenden Zusatz von Mennige zum Glase. Da aber daa Bleioxyd
höchst empfindlich auf alle reduzierenden Einflüsse reagiert nnd zu metal-
lischem Blei reduziert wird, welches das Glas rauchig erscheinen läßt, ao
muß man dem Gemenge Salpeter zusetzen. Hauptsache für die Schmel-
zung dieses Glases ist eine reine Flamme. Zu empfehlen ist es auch,
den Satz in verdeckten Häfen zu schmelzen nnd beim Einwärmen zu ver-
meiden, daß die Glasgegenstände mit der Flamme in direkte Berührung
kommen. Nachstehender Satz gibt daa gewünschte Glas:
Sand 100 kg
Mennige 45 „
Pottasche , 33 »
Salpeter . 3 „
Scherben 26 „
Braunstein 0,2 „
Zweite Antwort: Beim Schmelzen von Klangglaa ist Haupt-
bedingung, daß der Schmelzofen gut heiß geht nnd mit möglichst reiner
Flamme betrieben wird. Außer von der Glaszusammensetzung hängt dar
gute Klang der Becher nnd Kelche zum großen Teil auch von der Stärke
nnd Gestalt der Gläser ab. Nachstehender Satz gibt ein Glaa von
hohem Klang :
Sand . 100 kg
Soda 18 „
Pottasche 1* »
Marmormehl 19 »
Mennige 22 „
Dritte Antwort: Nachstehend Sätze für sogenanntes Klangglas
I II m
Sand 100 kg 100 kg 100 kg
Soda 20 „ 16 „ 10 „
Pottaache ...14,, 16 „ 22 „
Mennige . . . 4 „ 10 „ 10 „
Marmor .... 17 „ 17 „ 17 „
Abfärbnng: l1/»— 2 g Nickeloxyd oder 4—8 g selenigsaures Natron oder
l_li/2 g reinea Selen, je nach der Keinheit der Schmelzmaterialien.
Nötig ist aber vor allem ein recht heiß gehender Ofen.
Vierte Antwort: Ein Gemenge für Klangglaa Boll ziemlich
hart eingestellt werden; ea ist daher in. einem heißgehenden Hafen zn
schmelzen, ntfd zwar bei möglichst rauchfreier Flamme oder in verdeckten
Häfen. Nachstehend zwei Gemengesätze, von denen der erstere mit viel
Mennige und Pottasche zugerichtet für bessere Artikel, der zweite mit Soda
auch für billigere nnd für mittlere Ware sich eignet:
I. < H.
Sand .100 kg Sand . . . 100 kg
Pottasche ...... 38 „ Soda 26 „
Mennige ■ 40 „ Pottasche 20 „
Salpeter 3 „ Mennige . 12 „
Borax ....... 3 „ Kalkspat 10 „
Arsenik 1 „ Salpeter 4 „
Antimon . 150 g Borax 1 „
Brannstein 200 „ Brannstein 200 g
Etwas Scherben Antimon 260 „
Scherben
10. Welche Kühlöfen sind besser, diejenigen mit Blechtöpfen oder
mit Kühlbahn? Es kommen für die Kühlung in Frage Flaschen und
Flakons von 1—500 gr Inhalt. Gibt es verschiedene Arten von Kühlr
bahntn? Welche Größe muß die Kühlbahn haben für 12 Häfen von je
200 kg Glas, und welches ist der ungefähre Mehrverbrauch an Gas gegen-
über einer Kühlanlage mit Blechtöpfen ?
Erste Antwort: Die Kühlung in Kühltöpfen kommt immer
mehr und mehr in Abnahme, da das Ausnehmen der Töpfe aus dem Ofen,
aowie das Eintragen der leeren Töpfe zuviel Zeit erfordert nnd auch sonBt
unliebsame Störungen im Gefolge hat; zudem müssen die vollgepflegten
Ktthltöpfe nach der Sortierstube transportiert werden. Die einfachste und
beste Kühlung erhalten die in Frage kommenden FlaBchen nnd Flakons
in dem Kanalkühlofen. Am Ende dieses, wo die Wagen entleert werden,
befindet sich eine geräumige Sortieratube, so daß jede unnötige Arbeita-
leiatung wegfällt. Wenn ea die Baumverhältniaae geatatten, läßt man die
entleerten Wagen auf einem Außengleis nach dem Vorwärmraum zurück-
laufen, ao daß jeder Transport durch Menachenkraft wegfällt. Der Ofen
Boll eine Länge von 20—25 m haben bei einer Breite von 1,60—1,76 m.
Da die ganze Produktion für jede Ofenaeite in einen Kanalktthlofen ein-
getragen wird, so ist der Gasverbrauch beim Kanalkühlofen geringer wie
bei den Kühlöfen mit Töpfen, Voraussetzung iat, daß der Brenner des
KanalkühlofenB richtig konstruiert iat nnd die Flamme Bachgemäß geführt
wird. Ti <_ ....
Zweite Antwort: Der beste Ktthlofen für Ihren Zweck iBt eine
Ktthlbahn mit endlosem Band von mindestens 30 m Länge bei 1,2 m Breite.
An Gas gebraucht eine solche Kühlbahn ungefähr 3U deB Gasverbrauches
einer Kühlanlage mit Blechtöpfen.
Dritte Antwort: Ein Kühlofen mit Ktthlbahn ist einem solchen
mit Blechtöpfen vorzuziehen. Für die genannten kleinen Gläser würde
fttr alle 12 Häfen nur eine Ktthlbahn nötig sein; da dieaea aber der Ent-
fernung wegen nicht praktiach wäre, ao muß achon für jede Ofenaeite eine
Ktthlbahn angelegt werden. Die Länge deraelben dürfte 12—14 m betragen
und iat bo zu bemessen, daß die Gläser in ungefähr 6—6 8tunden heraus-
kommen. Ist dann der Vorderofen gut warm, so daß alles Glas einen guten
Spannungsausgleich erhält, bo wird die Kühlung auch eine gute sein. An
Gas braucht ein derartiger Ktthlofen soviel wie reichlich 21/, Ktthlöfen
fttr Blechtöpfe, bo daß also bedeutend an Feuerung gespart wird. Die
Größe der einzelnen Wagen wird 1,20X1,10 m betragen müBBen bei 80 cm
1022. (65. Jahrgang.?
"hohen Seitenwänden, |docb muß dieses an Ort und Stelle näher geprüft
w6rd6D ' •
Vierte Antwort: Meiner Ansicht nach eignen sich für die Ab-
kühlung von Flaschen und Flakons die Kühlöfen mit Blechtöpfen besser
als eine Kühlbahn. Für einen Ofen mit 12 Häfen von je 200 kg Glas wäre
auch eine Kühlbahn nicht ausreichend, denn bei Anfertigung größerer
Artikel würden die Kästen zu schnell voll und müßten daher zu früh vom
Fener weggezogen werden, ehe die Gläser richtig angelaufen sind. Dieses
wirkte nachteilig auf die Haltbaikeit der Flaschen, besonders wenn nur
eine Kttblbahn zur Verfügung stände, in die 12 Weikstellen arbeiten
sollen. Dazu' kommt das große Durcheinander bei den verschiedenen
Artikeln von 12 Werkstellen; da kostet das Sortieren schon viel Arbeit,
außerdem gibt es viel Bruch. Es gibt noch andere Systeme von Kühl-
anlagen, z. B. Kühlkästen, die auf einem langen Wagen, der den Ktthlraum
ausfüllt, seitlich auf Schienen in einen großen Ofen eingefahren werden.
Vor den Kästen befinden sich Schlitze im Mauerwerk, durch welche man
die Gläser einlegt. Bei jeder Pause wird der ganze Wagen mit samt-
liehen Kästen herausgezogen, und die Kästen sind nun zum Abkühlen
bereit; von der anderen Seite wird ein zweiter Wagen eingefahren wie
der erste, nnd jetzt wird dieser bis zur nächsten Pause benutzt Die
Glassorten von jeder Werkstelle liegen dann meistens allein und sind
leichter zu sortieren; jedoch kommt es vor, daß die Gläser noch sehr heiß
ausgeleert werden müssen, was ebenfalls für ihre Haltbarkeit nachteilig
ist. Bei einem Betrieb mit Kühlöfen und Blechtöpfen kann die fertige
Ware länger im Ofen liegen und auch langsamer abkühlen. Jede Werk-
steile hat ihren Blechtopf für sich, es gibt weniger Bruch beim Einlegen,
man kann leichter Bortieren, und die Ware iBt haltbarer, weil jeder Topf
allnählich abkühlen kann. Der Verbrauch an Gas wird wohl gleich sein,
denn in einem größeren Kühlraum braucht man mehr Fener, um die nötige
Temperatur zu erzielen, dagegen in kleineren Oefen weniger, aber dafür
mehr Oefen und mehr Flammen. Es würde sich empfehlen, 4 Kühlofen
mit Blechtöpfen anzulegen, wobei in jeden Ofen 4 Töpfe aufgenommen
werden können. Bei giößeren Artikeln kann man einen Keservetopf ein-
legen oder sie auch im Ofen selbst abkühlen lassen.
11. Kann eine glasige Schlacke, Rückstand aus der Erzaufbereitung,
mit »twa:
Kieselsäure 1?
Tonerde 18 I*
Kalkerde q o/°
Magnesia "•'«'*
Eisen . ...... 4 °/o
, Kali • -M0/»
Andere metallische Verbindungen 2 %
für sich allein oder als Zusatz zur Herstellung von dunklem Flaschenglas
oder für ähnliche Zwecke dienen? Schmelzpunkt etwa 12(\00 Celsius.
Erste Antwort: Die Schlacke allein zur Flaschenerzeugung
zu verwenden, ist wegen des hohen Tonerde- und Magnesiagehalts un-
möglich. Die viele Tonerde und Magnesia machen das Glas derart schwer
schmelzbar und strengflüssig, daß eine Formgebung zu brauchbaren Flaschen
ausgeschlossen ist ; auch würden sie eine nicht zu verhindernde Entglasung
herbeiführen. Auch sonst dürfte die Verwendung der Schlacke die
Gemengekosten nur unnötig erhöhen, denn der Gehalt an Kali wird allein
schon durch die Aufbereitung der Schlacke aufgewogen. Wie sich die
Schlacke als Zuschlag zum Flaschenglasgemenge verhält, wäre praktisch
auszuprobieren. Schlagen Sie dem Flaschengemenge auf 400 kg Sand
50 kg der Schlacke zu und achten Sie auf das Verhalten des Glases.
Vielleicht lassen sich besser Steine aus der Schlacke gießen.
Zweite Antwort: Die glasige Schlacke kann in gemahlenem
Zustand für dunkles Flaschenglas oder dergl. als Zasatz Verwendung
finden, Bobald die Schmelze, des hohen Tonerde- und Magnesiagehaltes
der Schlacke wegen, bei hoher Hitze sich durchführen läßt. »
Dritte Antwort: Als Zusatz zur Erschmelzung von dunkel-
grünem Flaschenglas läßt sich die Schlacke verwenden; störend ist der
hohe Magnesiagehalt. • . .
Vierte Antwort: Mit der Schlacke allein werden Sie kein
haltbares Glas schmelzen können, der Tonerde- und Magnesiagehalt ist zu
groß, und es ist keine reine Glasmasse zu erzielen. Die Schlacke könnte
höchstens als Beimischung verwendet werden, und zwar zu einem
regulären grünen Flaschenglas-Gemenge zu höchstens 50»/0. Zu beachten
ist, daß das Flaschenglas richtig durchgeschmolzen wird, denn es werden
große Anforderungen an die Haltbarkeit von Flaschen gestellt. Folgender
GemengeBatz ergibt ein grünes Flaschenglas, und es könnte ihm bis 50 %
gemahlene Schlacke zugesetzt werden:
Sand 100 kg
Sulfat 35 „
Kalkspat 40 „
Kohle 3 n
leue Fragen.
Keramik!
18. Ich beabsichtige, mein Hochspannungs-Material für ireileitungs-
Stützisolatoren auf Druckfestigkeit, Biegung und Zug gemäß den Vor-
schriften des V. D. E. zu prüfen, und bitte um Angäbe der Apparate, die
hierfür in Frage kommen, und der entsprechenden Bezugsquellen
19. Zu wissenschaftlichen Zwecken möchte ich Isolatoren nach dem
Brande mittels einer Schneidevorrichtwig zerschneiden wid bitte um Aus-
kunft, wer hierfür geeignete Schneidscheiben liefert, in welcher Stärke man
diese verwendet und wieviel Umdrehungen pro Minute erforderlich sind, um
einen glatten, sauberen Schnitt zu erhalten.
20. Welche Erfahrungen hat man in der Steingutfabrikation mit dem
Unger'schen Doppelofen DR.P. Nr. 125 798 (s. Kerl 8 U16) gemacht?
ließe sich derselbe 10-, bezw. 20-schürig in einer Größe von mindestens
80 cbm unten (Glühofen) und 90 cbm oben (Glattofen) mit Aussicht auf
Erfolg einrichten?
21. Welchen Farbstoff setzen einige Kaolinschlämmereten beim
Schlämmen zu, um dem Kaolin einen bläulichen Stich zu geben bezw. um
iit gelbliche oder graue Färbung verschwinden zu lassen?
SPRECHSAAfc-COBÜRÖ.
22. Für unsere Kaolinfilterpressen verwendeten wir vor dem Kriege
pitsch-pine-Holz, während wir jetzt infolge des hohen Preises als Ersatz
dafür Lerche, Kiefer oder Eiche verwenden müssen. Die Rahmen und
Blätter hieraus nützen sich aber schnell ab, und die Pressen fangen an
stark zu spritzen, wodurch der Druck verloren geht. Wie ließe sich^ eine
Besserung bezw. Abdichtung zwischen den einzelnen Rahmen und Blättern
erzielen?
23. Zur Herstellung von Kochgeschirr verwende ich etwa 55°l0 Bunz-
lauer fetten Ton II. Sorte, 20°l0 Bunzlauer Magerton und J5% feinge-
mahlene Schamotte (Steingutrohscherben). Die ersten beiden Tonsorten
werden im liegenden Tonschneider und dann mit der dritten Sorte, die in
der Kugelmühle fein gemahlen wird, vermischt Die Kochgeschirre werden
bei einer Temperatur von 1300—1400° im Viereckofen mit überschlaqender
Flamme gebrannt, weil ich bei einer anderen Temperatur mit Rücksicht
auf meine ührige Fabrikation nicht brennen kann Die Feuerbeständig-
keit der Kochgeschirre läßt aber zu wünschen übrig; woran liegt dies?
24 Meine Gipsformen saugen in der letzten Zeit zu stark, sind
sehr blasig und bleiben in den Modellen hängen, sodaß häufig mit dem
Messer nachgeholfen werden muß, wn sie loszulösen. Meine lormgießer
behaupten, der Fehler liege an der Modellschmiere, die ich mir aus ge-
schabter Seife und Leinöl durch Aufkochen herstelle, und auch am Gips
selbst. Wie ist diesem Üebelstand abzuhelfen, und wer liefert sowohl eine
tadellose Modellschmierseife, als auch einen vorzüglichen Modellgips?
Glas.
15. Wir haben eine Doppelwanne von 7X4,2X1 »», an der wir
eine ganz automatische Flaschenblasemaschine von 25 000 Stück 400 g-
Flaschen Tagesleistung angelegt haben. Um die Wanne in eine Schmelz- und
Arbeitswanne zu teilen, setzten wir vorn eine Zwischenwand aus Schamotte-
Formsteinen mit Löchern ein, die nicht im Verband mit der Wanne war,
um das geschmolzene Glas durchzulassen. Allmählich brannte die oberste
Schicht dieser Wand ab, und wir erneuerten dieselbe durch Hinterlegung
neuer Steine. Seit einiger Zeit haben wir trotz heißgehenden Ofens Rampen
im Glase, die wohl von ausgeschmolzenen Tonteilchen der Zwischenwand
herrühren. Durch gänzliche Entfernung dieser Wand oder deren oberen
Schicht würden wir wahrscheinlich unsauberes Glas erhalten, das aus einem
Loch in den Ausbau der Wanne fließt, oder das Loch wird womöglich
leicht verstopft werden. Wie ist der Üebelstand zu beseitigen ?
16. Wie und in welcher Stärke (20 oder 40 cm) bewähren sich die
sog. Magdeburger Sandsteine gegenüber Schamotte-Bankplatten? _ Ist es
vorteilhafter, die Einströmungen von der Kammer zur Bütte (Pipe) erst
mit Schamott* platten abzudecken und nur für die oberste Schicht im
Gesäß um die Bütte herum Sandsteine zu verwenden ? " We¥ liefert Magde-
burger Sandsteine ? _ . ,
17. Wir bitten um Angabe eines Entfärbungsmittels für Opal- und
Hellglas. Wir schmelzen in offenen Häfen und leiden darunter, daß das
Glas, das wir mit thüringischem Braunstein entfärben, teils einen grünen,
teils einen gelben Stich aufweist, jedoch niemals richtig weiß wird.
Briefkasten der Redaktion.
B. B. & S. i. L, Sie finden Ihre Fragen nach Isolatorenmas?e usw.
in den Antworten zu den Fragen 87 im Sprechsaal 1919, 33, 50 und 75
im Sprechsaal 1920 beantwortet. Eine Frage nach BeaugFqaellen für
Apparate zur Prüfung von Iaolatoren ist bereits in dieser Nummer ver-
öffentlicht.
K. E. i. K «B. Durch Zufuhr von Luft oder Sauerstoff aus der
Bombe läßt sich eine Azetylengasflamme oxydierend gestalten. Man braucht
aber einen besonderen Brenner dazu und einen Bagulierapparat für den
Sauerstoff. •
H. P. i. A. Karborundum ist Siliziumkarbid, SiC, und entsteht
beim Schmelzen von Sand mit Kohle und etwas Salz im elektrischen Ofen.
Es dient wegen seiner Härte hauptsächlich als Schleif- und Poliermittel
und neuerdings wegen seiner Sahwerschmelzbarkeit als Zusatz zu hoch-
feuerfesten Spezialmassen.
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Soburg, den 2. Februar 1922.
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Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loais 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschlaflNr. 59./relegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jl 14.— »unter Streifband M 40.—.
Anzeigen : Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1.— (Stellengesuche 30 4).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband ffir geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
lieber die Bestimmung der Wasseraufnahme-
fähigkeit oder der scheinbaren Porosität
keramischer Erzeugnisse.
Von O-Kallauner, K. Barta und J. Simane, Brünn.
(Mitteilung aus der keramischen Abteilung der Böhmischen Technischen
Hochschule in Brünn )
(Nachdruck verboten.)
Die Porosität (p) keramischer Erzeugnisse gibt die Gesamt-
menge der mit Luft gefüllten Poren an. Man kann sie ent-
weder im wirklichen Werte, falls spezifisches (s) und Volum-
Gewicht (o) des Erzeugnisses bekannt sind, aus der Beziehung
p = l-°
oder im scheinbaren Werte aus der Wasseraufnahmefähigkeit
des Erzeugnisses feststellen.
Die Bestimmung der wirklichen Porosität (ps) wird seltener
durchgeführt, gewöhnlich bestimmt man die scheinbare Poro-
sität (pz), die auch als Wasseraufnahmefähigkeit bezeichnet wird.
Zur Bestimmung der Wasseraufnahmefähigkeit dienen ver-
schiedene qualitative und quantitative Methoden.
Das Prinzip aller dieser Methoden besteht darin, daß, wenn
die Probekörper mit Wasser (oder mit einer anderen Flüssig-
keit) bespritzt oder darin eingetaucht werden, das Wasser in-
folge der Kapillarität in die Poren des Körpers eindringt, die
Luft mehr oder weniger hinausdrängt und ihren Platz einnimmt.
Bei den qualitativen Methoden wird der Probekörper mit
einer farbigen Lösung bespritzt oder in die Flüssigkeit einge-
taucht. Die Intensität der Färbung dient als Maßstab für die
Porosität. Es werden als Färbemittel angegeben: Fuchsin-
lösuDg1), schwarze Tinte2), rote Tinte3) (Red Ink Test).
Bischoi4) träufelt auf die Fläche des Probekörpers Wasser
und berechnet die Zeitdauer, in welcher dasselbe einsickert.
Bei den quantitativen Methoden wird der getrocknete, ge-
wogene Probekörper (vi) mit Wasser gesättigt, und zwar ent-
weder beim normalen, niedrigen oder auch bei erhöhtem Luft-
druck, bei normaler oder bei der Siede-Temperatur des Wassers,
und es wird dann nach einer gewissen Zeit sein Gewicht be-
J) Rohland: Die Widerstandsfähigkeit des Sfceinzeugs gegen Säuren
nnd Lautren; Chem. Zeitung 1914, 330.
2) Boaenbusch-Wüifing : Mikroskopische Phyaiographie I, Stuttgart
1905 *
a) Transactions Amer. Ceram. Society Vol XUI/:911, 103
*) ßischof : Die feuerfesten Tone, 1904, 85*.
stimmt (V2). Die Wasseraufnahmefähigkeit wird nach der
Beziehung
V2 — Vi
pz= -.100
r Vi
berechnet und in Prozenten der ursprünglichen Gewichtszu-
nahme des getrockneten Probekörpers ausgedrückt.
Für die quantitative Bestimmung der Wasseraufnahme-
fähigkeit findet man in der Literatur folgende Anleitungen.
A. Sättigen mit Wasser bei normalem Luftdruck
und Normaltemperatur:
Seger5) empfiehlt bei Bestimmung der Wasseraufnahme-
fähigkeit der Ziegel, sie im Trockenschrank bei 50 — 60° C. bis
zum konstanten Gewicht zu trocknen und dann teilweise, später
völlig unter Wasser (aus der Wasserleitung) zu bringen. Darauf
werden die Ziegel nach 24, 72, 96, eventuell auch nach 144
Stunden gewogen. Zur Sättigung genügen angeblich etwa
1C0 Stunden (bei Ziegeln).
W. K. Hatt und H. H. Scofield6) schlagen vor, die
Probekörper 48 Stunden vollkommen so in Wasser einzutauchen,
daß sie sich gegenseitig nicht berühren.
Nach Ch F. Binns7) soll man den Probekörper 24 Stunden
derart in Wasser legen, daß die Luft nur durch eine Fläche
entweichen kann. F. Leduc8) taucht die Körper etwa 20 mm tief
ins Wasser und gießt immer nach einer lj2 Stande das Wasser
so hoch nach, als es durch die Kapillarität in den Körpern
gestiegen ist, übergießt sie endlich vollkommen mit Wasser,
nimmt sie nach */2 Stunde heraus und wiegt. Hernach taucht
er die Körper abermals ins Wasser und bestimmt von Zeit zu
Zeit ihre Gewichtszunahme.
Nach Beschlüssen der Konferenz zu München,
Dresden9) usw. wird die Porosität keramischer Erzeugnisse
derart bestimmt, daß die Probekörper zuerst zur Hälfte und
nach 24 Stunden vollkommen eingetaucht werden. Nach weiteren
24 Stunden werden sie an der Oberfäche abgetrocknet und
gewogen.
5) Seger:' Tonindustrie-Zeitnng 1901, 864; B. Kerl: Handbuch der
gesamten Tunwarenindustrie 1907.
8) Hatt,. Scofield : Laboratory manual of testing materials, New York
1913, 107.
') Binns: Ceramic Technology, London 1897, 39
s) Mitteilungen dps Intern. Verbandes für die Materialprüfung der
Techüik, V. Kongreß, Kopenhagen 1909
") Beschlüsse der Konferenzen zu München, Dresden usw. Verlag
Ackermann, M'lachen. Lunge : Chemisch - technische Uatereaehuagi-
metaodeii II, 47.
48 — m. 5
SPRECH SAAL - CO BURG.
1-922. (66. Jahrgang.)
10) Die Oesterreichische Tonindustrie-Zeitung
sehreibt vor, 5 Ziegelsteine in reines Wasser zu legen und sie
darin bis zum konstanten Gewicht zu belassen.
B. Sättigen mit Wasser bei Siedetemperatur
und normalem Luftdruck:
Lunge11) schreibt das Eintauchen des Probekörpers in
siedendes Wasser vor und behauptet, daß binnen 12 Stunden
sämtliche Poren mit Wasser ausgefüllt werden.
B. Plenske12) kocht die Ziegelsteine ^Stunde in Wasser,
kühlt sie plötzlich, trocknet sie auf der Oberfläche und wiegt.
Hoffmann, W. Breitwieser 13) und J. Burian14) kochen
den Formling 1 Stunde in Wasser.
Aron13) kochte den getrockneten Probekörper 3 bis
4 Stunden in destilliertem Wasser, ließ ihn darin erkalten und
wog rasch nach dem Abtrocknen im geschlossenen Gefäße.
Kerl16) gibt keine bestimmte Zeit für das Sättigen an.
Dümmler17) befreit bei glasierter Ware die Flächen von
der Glasur, taucht den Körper in Wasser und kocht ihn darin
24 Stunden. R. Rieke18) führt an, daß bei der Porositäts-
bestimmung mittels Kochens die Sättigung manchmal mangel-
haft ist, besonders, wenn es sich um Erzeugnisse mit feinen
Poren handelt.
C. Sättigen mit Wasser bei niedrigerem Luftdruck
und normaler Temperatur:
Bauschinger19) soll als erster vorgeschlagen haben,
die Probekörper mit Wasser unter erniedrigtem Luftdruck
(unter Benützung der Luftpumpe) zu sättigen; die Konferenzen
haben jedoch diese Methode verworfen und dies damit be-
gründet, daß das Verfahren sich in der Praxis nicht gut anwenden
lassen soll.
E. Leduc20) arbeitete die- Sättignngsmethode bei nie-
drigem Luftdruck ziemlich gründlich aus. Die Würfel aus dem
zu prüfenden Material gibt er in einen kleinen Papinschen Topf,
worin er den Luftdruck auf 60 mm Quecksilbersäule sinken
läßt, und erhält diesen Zustand 30 Minuten lang. Dann läßt
er in den Topf langsam Wasser fließen und hält den niedrigen
Luftdruck eine weitere Stunde aufrecht. Das Belassen des
Prüflings im Wasser 24 Stunden oder 1 Woche soll auf
das Ergebnis keinen nennenswerten Einfluß ausüben.
R. Rieke21) empfiehlt statt der in Deutschland häufig
angewendeten Kochprobe, den Probekörper in eine flache
Schale mit wenig Wasser zu legen, nach 24 Stunden Wasser
zuzugeben und nach weiteren 24 Stunden die Schale voll zu
gießen. Danach wird die Luft 15—20 Minuten mit der Wasser-
luftpumpe ausgesaugt.
D. Sättigen mit Wasser unter niedrigem Luftdruck
und Kochen des Wassers.
Der Amerikaner E. R. Buckley22) zeigte im Jahre 1898,
daß die gewöhnlich angewendeten Methoden zur Porositäts-
bestimmung ungenau sind, und empfahl folgendes Verfahren
zur Porositätsbestimmung von Natursteinen :
Würfel von 2 Zoll Kantenlänge (1 engl. Zoll = 2,54 cm)
werden 24 Stunden bei 110° C. getrocknet, dann auf ,0,01 g
gewogen und in eine mit dreifach durchbohrtem Stöpsel (mit
? Glasröhren) verschlossene Flasche gebracht. Zwei von diesen
Glasröhren enden dicht unter dem Stöpsel, wobei die eine mit
der Vakuumpumpe, die zweite mit dem Manometer verbunden
ist; die dritte reicht bis auf den Flaschenboden und dient zur
Wasserzufuhr. Die Flasche steht auf dem Wasserbade. Zuerst
wird in die Flasche nur wenig Wasser gegeben und nach und
nach läßt man Wasser solange zufließen, bis die Würfel voll-
kommen bedeckt sind. Darauf wird der Druck in der Flasche
10) OeBterr. Tonindustrie-Zeitung 1918, 84.
") Lange: Chemisch-technische Untersuchungsmethoden II, 30.
M) PUnske: lieber Mikrostruktar und Bildung der Porzellane;
Spreobeaal 1908, 302.
,3) Breitwieser: Die Herstellung der Steinzeugwaren; Keramische
Rundschau 1916, 201.
I4)Burian: Prispevek k'sezrj:ini barvy, smrsteni, porovitosti a
pevnosti cihlirskych vyrobku, Chemieke Listy 1906.
») Aron : Notizbiatt X, 133 ; Bischof : Die feuerfesten Tone 1904,
189.
ie) Kerl : Handbuch der gesamten Tonwaronindustne 1907.
") Lunge: 1. c. 11, II, 47.
>") Rieke: Schwindungs- und PorositätsbeBtimmungen ; Keramische
JlnndBcbau 1917, 259.
»5 Mitteilungen des Königlichen Materialprüfungsamts, Berlin 1896,
•3. (Gary : Ueber Ziegelprufuug.)
Mitteilungen des Intern. Verbandes für die Materialprüfung der
Technik, V. Kongreß, Kopenhagen 1909.
») Rieke : 1. c. 263.
Building and Ornamental stones of Wisconsin; Bull. Wisconsin
öeol. Nat. Hist 8urvey 1898, 63, 70.
auf 1/2 Atm. verringert und 72 Stunden lang so erhalten. Nach
dieser Zeit sickert bei Natursteinen naeh Buckley nur mehr
wenig Wasser ein, und beinahe alle Poren sind mit Wasser
angefüllt. Die Flasche samt Inhalt wird im Wasser erkalten
gelassen, worauf man die Würfel mit Löschpapier trocknet und
wiegt. Nach dem Wiegen trocknet man sie abermals 24 Stun-
den bei 110° C, um festzustellen, ob die Probekörper durch
den Wassereinfluß ihr Gewicht nicht verändert haben. Buck-
ley fand, daß bei Natursteinen ein Gewichtsunterschied von
0,01 selten und von 0,2 g höchstens vorkommt. Je mehr der
■ Luftdruck herabgesetzt wird, desto niedriger ist natürlich auch
die Siedetemperatur des Wassers.
W. F. Hillebrand23) empfiehlt statt der Flasche einen
mit Luftabsaugevorrichtung versehenen Exsikkator zu benutzen.
Im Jahre 1904 verringerte Buckley24) die Zeitdauer,
während der die Probekörper unter Wasser gelassen werden,
auf 24 Stunden und arbeitete bei */4 Atm. Luftdruck. Diese
Aenderung soll bei den Natursteinen keinen nennenswerten
Einfluß auf das Ergebnis haben.
E. Sättigen mit Wasser bei erhöhtem Luftdruck:
Hauenschild und Lang10) sättigten die Ziegel mi
Wasser bei einem Luftdruck von 3 Atm. im Kolbenraum einei
hydraulischen Presse.
A. Bräf25) läßt die Ziegel 24 Stunden im Wasser aucl
unter hydraulischem Druck. J. Hirsch wald2ß) empfiehl
endlich für die Natursteine als beste Wassersättigungsmethod«
das Sättigen bei einem Druck von 50 — 150 Atm. an.
Nach Gary19) genügt zum Sättigen der keramischer
Erzeugnisse ein Druck von 3 Atm. vollkommen.
Beinahe alle angeführten Methoden zur Porositätsbestimmuni
schreiben die Benutzung ganzer Probekörper (Formlinge, Ziegel
chen usw.) vor. Olschewski27) gibt an, daß die Ober;
fläche mancher Formlinge dichter ist als das Innere, wai
besonders für die im Laboratoriumsversuchsofen erbranntei
Proben gilt. Deshalb empfiehlt er, zum leichteren Durchsättigei
nur halbe Formlinge oder Ziegelbruchstücke anzuwenden.
Die große Mannigfaltigkeit in den meisten eben erwähntet
Anleitungen veranlaßte uns, die wichtigsten derselben nach
zuprüfen, die Ergebnisse miteinander zu vergleichen und zti
beurteilen. Dabei machten wir verschiedene Versuche uni
trachteten danach, festzustellen, welchen Einfluß einige de
wichtigsten Arbeitsbedingungen bei der Bestimmung der Wasser
aufnahm efähigkeit haben. Üeber die Ergebnisse unserer Unter
suchungen sei das Folgende mitgeteilt:
Versuchsteil.
A. Probekörper:
Zur Nachprüfung der wichtigsten Verfahren benutzten wir
I. Durch Verformen von Preschener Steinzeugton gewonnen)
Formlinge (8,35X4,00X1,90 cm), die bei SK 010, 1, 6 im Gasofe
gebrannt wurden. Der Wasserzusatz betrug 27,82 °/0. Si
hatten die folgenden Eigenschaften:
Schwin- gS „■ Porosität
Zustand: Farbe: Aussehen: dung Jf| « wirkliche8^'"
in o/o £i - ► £5$
Nach dem Trocknen grün- regelmäßige trocken — — — — ]
bei 120° C: grau, Form, seharfe 10,8 — — — —1
Nach dem Brennen : Ecken und
bei SK 010 rosa, Kanten, 0,5 1,85 2,64 29,93 16.18!
bei SK 1 ocker, gerade 3,8 2,05 2,60 21,11 10 30 j
bei SK 6 oliv, Flächen. 5,8 2,25 2,67 12,46 5,53
*) auB der Beziehung pz = ausgerechneter Wert.
Mit diesen Formlingen führten wir besonders die Häuf
Vergleichsversuche durch und suchten für diese aus jedem Brai
Formlinge aus, die möglichst in Bezug auf Außmaße, Gewicl
Farbe und Aussehen gleich waren:
II. 1. Formlinge aus Ziegeln:
a. Ziegelei Z.
b. Ziegelei L.
c. Schamottefabrik H. B.
Aus den Ziegeln jeder Art wurden kleinere Formlinge ii
drei verschiedenen Ausmaßen geschnitten.
»") Hillebrand: Analyse der Silikatgesteine; Leipzig 1910.
2*) Missouri Bureau and Mines, B-Serie. Bd. 2, 1904.
ar) Bräf: Nauka o stavivu; Praha 1910.
aB) HirBcbwald: Handbuch der bautechnischen Gesteineprufun 1
Berlin 1911, 220.
2') Deutsche Töpfer- und Ziegler-Zeitnng 1880, 196, 234.
I
1922. (66. jihlCWlg^
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 5-47
Gat-
tung
I Z.
Farbe
Eigenschaften der Formlinge:
Aasseben Ausmaße
V£T • fc wirkfichfschein-
&ew. Gew. Ps barepi
lichtrot: regelmäßige a) 6,2X6.2X6.7 cm
Form b) 4,0X4.0X6,7 „ 1,64 2,66 38,36 23,38
scharfe c) 4.0X4,0X3,75 „
L. ziegel- Ecken und a) 5,7X8 76X6,0 „
I rot: Kanten, b) 3,5X3 5X6,0 „ 1,73 2,54 31,89 18,43
gerade Flä- 0) 3,5X3,5X3.0 »
eben
k. B. licht- „ a) 12,0X6,2X5,5 „
gelb: „ b) 6,0X6,2X5,6 „ 1,79 2,49 28,11 15,71
2. Formlinge aas Steinzeugplatten der Fabrik B. T.:
Ans den Platten wurden 3 Probekörper in 3 verschiedenen
Aasmassen abgetrennt, die folgende Eigenschaften hatten:
n-i „ , „ Porosität
+n«„ Auasehen Ausmaße r$™- wirkliche schein-
tun g wew- wew- ps barepz
B T. dunkel- regelmäßige a) 13 7X7,55X1,5 cm
rot formscharfe b) 7,6X7,3 Xl,5 „ 8,40 2,60 7,81 3,25
Ecken und
Kanten, ge-
radeFlächen c) 3,7X3,6 »
Bei den anter (1. und 2.) angeführten Formlingen wurde
hauptsächlich der Einfluß verschiedener Probekörpergrößen
auf die Werte, die nach den Grundarten der Aufnahmefähig-
keitsbestimmung gewonnen wurden, studiert.
Im allgemeinen wurde so gearbeitet, daß man nach Durch-
führung der Versuche die Probekörper entwässerte (110° C.)
uW vor jedem weiteren yersuche von neuem wog. Es war
geplant, die Versuche auch mit normalen Ziegeln und großen
Formlingen durchzuführen; dies ist jedoch später aufgegeben
worden, und zwar teils mit Rücksicht auf die Verschiedenheit
des Materials, und teils auf Grund der bei der Arbeit ge-
wonnenen Erfahrungen, daß die bei den porösen Körpern er-
mittelten Werte für die Wasseraufnahmefähigkeit Von den
Ausmassen der Probekörper nicht besonders abhängig sind,
endlich dann auch aus dem Grunde, daß im Laboratorium die
Arbeit mit großen Formlingen .ziemlich anbequem und kaum
auszuführen ist. Beim Steinzeug kommt weiter hinzu, daß die
Oberfläche der Erzeugnisse in der Begel dichter gebrannt wird
als die Mitte, wodurch das Eindringen des Wassers in das
[porösere Innere erschwert wird, wodurch man niedrigere
Werte erhält.
B) Versuchsanordnung.
Zu Versuchen bei normalem Druck verwendete man flache
Porzellanschalen. Für Versuche bei niedrigem Luftdruck
wurde die aus der Abbildung ersichtliche Vorrichtung benatzt.
00
□ □
Q-iiecksilbcr
Für Versuche bei erhöhtem Luftdruck benatzten wir einen
Autoklav von 7 1 Inhalt.
Das Sättigen erfolgte mit destilliertem Wasser.
C. Eigene Versuche:
Von den qualitativen Anleitungen schien uns Bischofs
Methode die beste zu sein, nach der wir auch die Versuche
internahmen, und zwar mit den Probekörpern AI. Auf diese
Probekörper träufelten wir mittels einer Pipette Wassertropfen
0,50 ecm) und bestimmten die Zeit, innerhalb welcher die
Tropfen einsickerten.
Es wurden die folgenden Zeiten festgestellt:
Bei SK 010-Proben .3' 30"
„ SK 1 „ 2' 30"
„ SK 6 „ . keine Ein-
sickerung.
Die angeführten Ergebnisse sind immer die Durchschnitte
'on 10 Versuchen. Sie zeigen, daß das Wasser in die bei
3K 1 gebrannten Formlinge früher, als in die bei SK 010 ge-
brannten einsickert, obgleich schon dem äußeren Aussehen nach
»sichtlich ist, daß die bei SK 1 gebrannten Formlinge dichter
lind als die bei SK 010 gebrannten. Die Raschheit des Ein-
sickerns der Wassertropfen steht also nicht im direkten Ver-
hältnis zu dem Porositätswerte, wie man sonst annehmen würde.
Von den quantitativen Verfahren wurden die folgenden
studiert :
a) Sättigen mit Wasser bei normalem Luftdruck
und normaler Temperatur:
Nach Seger (150 Stunden), Hatt und Scofield, Binns, Ledue,
Münchener Konferenz 1884, Oesterreichische Tonindustrie-
Zeitung 1913.
b) Sättigen mit Wasser bei normalem Luftdruck
und Siedetemperatur:
Nach Plenske, Hoffmann, Aron, Dümmler.
c) Sättigen mit Wasser bei niedrigem Luftdruck
und normaler Temperatur:
Nach Bauschinger, Leduc, Rieke.
d) Sättigen mit Wasser bei normalem Luftdruck
und Siedetemperatur:
Nach Buckley, 1898, 1904. ,
e) Sättigen mit Wasser unter erhöhtem Luftdruck:
Nach Gary.
Sämtliche anter a bis e angegebenen Versuche wurden mit
Probekörpern I, und zwar mit 5 Gruppen von 10 Formlingen
durchgeführt. Das Ergebnis der Prüfungen, in Gewichts-
prozenten ausgedrückt, ist in nachstehender Uebersicht zu-
sammengefaßt :
Wass er auf nahm ef ähig-
Methode : keit der gebrannten
Formlinge :
SK 010 SK 1 SK 6
a) Sättigen bei normalem Druck und
normaler Temperatur :
1. Seger (150 Stunden) 14,61 5,18 1,56
2. Hatt u. Scofield 14,50 5,07 1,00
3. Binns 14.23 5,02 0,90
4. Leduc . 15,82 5,52 1,95
5. Münchener Konferenz 1884 . . 14,69 5,96 2,12
6. Oesterr. Tonindustrie-Zeitung . 16,05 .5,96 2,12
b) Sättigen bei normalem Druck und
Kochen :
1. Plenske . 13,70 5,50 0,45
2. Hoff mann 13,76 5,61 0,45
3. Aron 13,81 5,61 0,45
4. Dümmler 14,47 6,49 1,59
c) Sättigen bei niedrigem Druck und
normaler Temperatur :
1. Bauschinger (24 Stunden) . . . 16,00 8.55 2,40
2. Leduc 16.24 9,28 2,59
3. Rieke 15,11 5,77 2,ä8
d) Sättigen bei niedrigem Druck und
Kechen :
1. Buckley 1898 ' 16,18 9,04 3,66
2. Buckley 1904 15,95 8,37 8,08
•) Sättigen bei erhöhtem Druck :
1. 3 Atm. 24 Stunden 15,52 6,94 1,99
Man sieht aus der Uebersicht, daß die Resultate der
einzelnen Methoden sehr verschieden sind. Die größten Diffe-
renzen zeigen sich :
a) bei den bei SK 010 gebrannten Formlingen, und zwar
bewegen sie sich zwischen 16,24 — 13,70,
b) bei den bei SK 1 gebrannten Formlingen, and zwar
bewegen sie sich zwischen 9.34 — 5,04,
c) bei den bei SK 6 gebrannten Formlingen, und zwar
bewegen sie sich zwischen 3,66 — 0,45.
In den einzelnen Gruppen lieferten die höchsten Resultate :
a) 4, 5, 6, b) 4, c) 2, d) 1.
Die nach den unter a), b), c) angeführten Methoden ge-
wonnene Wasseraufnahmefähigkeit liegt zahlenmäßig recht tief
unter dem Wasseraufnahmefähigkeitswerte, der ihrem theore-
tischen Werte tatsächlich entspricht. Diesem nähern sich die
Werte, die nach c, d, 1 und 2 für die bei SK 010 und 1
gebrannten Formlinge gefunden worden sind.
Die Verschiedenheit der Ergebnisse ist sichtlich durch die
Verschiedenheit der Arbeitsbedingungen bei den einzelnen
Methoden bedingt.
Vom theoretischen Standpunkte aus ist die Wasserauf-
nahmefähigkeit hauptsächlich durch Kapillaritätserscheinungen
bedingt. In den keramischen Erzeugnissen befinden sich Poren
in giößerer oder kleinerer Zahl, die meistens kapillaren Charakter
besitzen. Diese Kapillaren können entweder beiderseits oder
auch nur auf einer Seite offen sein, sie können gegenseitig
48 — Nr. 5
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
zusammenhängen oder anch vereinzelt stehen und die ver-
schiedensten Dimensionen haben. Außer den Kapillaren kommen
in den Erzeugnissen auch größere Hohlräume vor, die z. B. durch
die Anwesenheit verschiedener Fremdkörper verursacht werden.
Diese Stoffe können z. B. während des Brandes verbrennen,
und es verbleiben dann in den Erzeugnissen Hohlräume
(organische Stoffe), oder sie gehen in Stoffe über, die durch
Wasser ausgelaugt werden (CaCOs in Ca(OH)2 und dgl.).
Kommt der Probekörper mit Wasser in Berührung, so
sickert dasselbe infolge der Kapillarität ein, und es entsteht
in den Kapillaren ein gewisser Ueberdruck, durch welchen die
in den Kapillaren befindliche Luft teils verdrängt, teils im
Wasser aufgelöst wird.
Auf Grund dieser Betrachtung kann man erwarten, daß
bei ein und demselben Probekörper höhere Werte für die
Wasseraufnahmefähigkeit gewonnen werden, wenn man die
Luftmenge in den Kapillaren verringert und ihre Löslichkeit
im Wasser erhöht. Die Verringerung der Luftmenge in den
Kapillaren kann man entweder durch Verringerung des Luft-
druckes (bei niedrigerem Luftdruck arbeitende Methoden) oder
durch erhöhte Temperatur (mit erhöhter Temperatur arbeitende
Methoden) erzielen.
Das Steigen der Löslichkeit der in den Kapillaren befind-
lichen Luft erzielt man entweder durch Benützung eines nach
Möglichkeit luftfreien Wassers (unter niedrigerem Luftdruck
und mit siedendem Walser arbeitende Methoden; nach Auf-
hebung des niedrigen Luftdruckes oder während des Abkühlens
des Wassers steigt sichtlich noch die Wasseraufnahmefähigkeit)
oder unter erhöhtem Druck (unter erhöhtem Luftdruck arbei-
tende Methoden). '.;
Es ist selbstverständlich, daß, je länger der Probekorper
mit Wasser in Berührung steht, das letztere den Probekörper
umso besser durchdringt.
Um uns zu überzeugen, welchen Einfluß auf die Ergeb-
nisse der Wasseraufnahmefähigkeitsbestimmung einige der
wichtigsten Arbeitsbedingungen ausüben, verfolgten wir:
1. den Einfluß der auf verschiedene Weise durchgeführten
Berührung des Probekörpers bei normalem und niedrigem
Luftdruck,
2. den Einfluß der verschiedenen Berührungsdauer des
Probekörpers mit Wasser, bei normalem, herabgesetztem und
erhöhtem Luftdruck, ,
3. den Einiluß des weiteren Belassens des Probekörpers im
Wasser bei normalem Druck nach der beim niedrigen Luft-
druck durchgeführten Prüfung,
4. den Einfluß verschiedener Größe der Probekörper aus
demselben Material.
Als Probekörper haben wir teils die unter AI, teils die
unter All angeführten Körper benützt. (Schluß folgt.)
Vom Hafendrehen.
(Nachdruck verboten.)
Vom Hafendrehen will im allgemeinen weder der Hafen-
macher noch der Schmelzer, weder der Glasmacher noch selbst
der Hüttenmeister etwas hören, und das mit vollem Recht,
denn ein jeder weiß, welche Mühe und Anstrengung in diesem
einzigen Worte eingeschlossen ist. Doch anders denkt so
mancher Hüttenherr auf einem guten Werke mit flottem
Betriebe, für den das Vorkommnis keinen Unfall, sondern nur
eine Unannehmlichkeit bedeutet. Der Hafenmacher kann seine
Pflicht und Schuldigkeit auf das pünktlichste getan haben und
ebenso der Schmelzer, und dennoch wird von Zeit zu Zeit ein
Hafendrehen dringend notwendig sein. Steht zum Beispiel ein
Satz Häfen außerordentlich gut, etwa 18 bis 20 Schmelzen, und
geht auch die Schmelze gut von statten in 24 oder 25 Stunden
durchschnittlich, bei nicht allzu großen Häfen, so kann doch
der eine oder der andere Hafen in nächster Nähe der Bütten
(auch Feuerläufer genannt) schon merklich zeigen, daß die
große Hitze ihn an einer Stelle angegriffen hat, ohne daraus
schließen zu können, die Häfen seien nicht dauerhaft. Eine
weitere Schmelze wäre in diesem Falle mit dem Risiko ver-
bunden, daß der schadhafte Hafen an der betreffenden Seite
aufreißen könnte. Jetzt ist das Hafendrehen am Platze, und
der Betrieb kann ohne längere, kostspieligere Störung weiter
fortgesetzt werden bis auf 40 und mehr Schmelzen bei dem-
selben Hafensatz. Einige Hüttenbesitzer sind allerdings grund-
sätzlich gegen das Hafendrehen, weil sie infolge schlimmer
Ei fahrungen die nicht ganz ungerechtfertigte Befürchtung hegen,
die Häfen könnten daduich Schaden erleiden. Die gewöhn-
lichsten Einwürfe gegen das Uafendrehen gehen meistenteils
darauf hinaus, daß die Glahfabrikanten behaupten, die Häfen
erfrören (wie der Hüttenausdruck für das Zukaltwerden der-
selben lautet) beim Hafendrehen zu leicht, bekämen Risse und
brächen schließlich ganz auf; sodann könnte ein verderblicher
Stoß mit dem schweren, schlecht zu handhabenden Eisenwerk- ,r
zeug den Hafen sofort völlig unbrauchbar machen oder ihm wenig-*n
stens einen derartigen Schlag versetzen, daß er bei der nächsten^
Schmelze während des Blankschürens dennoch aufbricht, sodaßn.
die schwere Arbeit ganz vergeblich war und ein Nachsetzen^
oder gar das Hafen eintragen sogleich nötig wird. Eine dritte;
Befürchtung ist die, der Boden des gedachten Hafens könne,
leicht durch die veränderte Stellung infolge der ungeheuren,
Schwere des Hafens mit dem Gemenge bei der großen Schmelz-;;
hitze eingedrückt werden, Das eingelegte, dünnflüssige Glas
ergieße sich sodann in den Ofen, versacke die Taschen, sodaß, -
ein großer Hafenunfall sogar ein Löschen des ganzen Ofens ;,
zur Folge haben kann. . >
Alle diese Befürchtungen sind nicht gerechtfertigt, wenn
die technische Leitung die Voraussetzungen zu dergleichen
Bedenken und Zweifeln von vornherein mit fachmännischem. •
Scharfblick zu beseitigen weiß. Die ersten zwei Bedenken,
daß die Häfen beim Drehen erfrören und daß sie einen gefähr-
lichen Schlag erleiden könnten, sollen etwas später behandelt
werden. Vor der Hand wollen wir dem dritten Einwurf einige
Aufmerksamkeit zuwenden, daß nämlich Hafenböden eingedrückt
werden können. Sind die Häfen aus gutem Material her-
gestellt, mit Vorsicht getrocknet und allmählich, aber gut
gebrannt aus dem Temperofen in den Schmelzofen übertragen,
hier dann auch mit Aufmerksamkeit gut behandelt worden, so
dürften sie nie derartige Bedenken hervorrufen, vorausgesetzt,
daß anch die Ofenbank aus feuerfestem Material gebaut und
beim Betriebe nach Möglichkeit geschont worden ist. Die
Hafenbank muß stets eine ebene Fläche bilden, darf keine kegel-
förmigen Erhebungen aufweisen und nach keiner Seite geneigt
sein. Zwar wird sie im Laufe der Zeit angegriffen, aber doch
an den Stellen, wo die Häfen stehen, mehr geschont sein
und daher gleichsam flache Kegelstümpfe zeigen; diese
Unebenheiten müssen bei jedem Hafeneintragen ausgeglichen
werden, indem die Bank mit lange gelagerter Tonmasse aus-
geflickt wird. Auf keinen Fall kann Ton Verwendung finden,
der erst mit frischem Wasser angenetzt ist. Ferner wird
häufig der Fehler begangen, daß man die neu ausgeflickte
Bank nicht langsam und vorsichtig genug brennt, indem man
sich nur von dem einzigen Gedanken leiten läßt, so schnell
als möglich den regelrechten Betrieb wieder aufzunehmen. Ist
die ausgebesserte Bank dagegen allmählich und lange genug
gebrannt, sodaß sie keine Sprünge und Risse aufweist, so hält,
sie umso länger, und das scheinbare Versäumnis wird durch
längere Haltbarkeit und einen längeren, ungestörten Betrieb
gar bald wieder ausgeglichen. Sehr viel Hafenbruch ist diesem:
allzu raschen Vorgehen beim Ausbessern der Hafenbank zuzu-j
schreiben und ferner noch dem Umstände, daß die Flickstellej
nicht gehörig gebrannt, mithin weniger widerstandsfähig ist
und daher schnell wieder Unebenheiten zeigt. Werden diese;
Fehler sorgsam vermieden, so muß sich ein Hafen ohne große!
Gefahr und mit Nutzen drehen lassen, und das Hafendrehen
bedeutet dann nur noch eine entschiedene Schonung der Häfen.
Allerdings ist bei ovalen Häfen ein Drehen ausgeschlossen)
da die Raumverhältnisse im Schmelzofen nicht darauf berechneij
sind, und ein einmal schadhaft gewordener Hafen ist infolge-
dessen ohne weiteres verloren.
Richten wir jetzt unser Augenmerk auf das eigentliche
Hafendrehen. Vor allem ist darauf zu achten, daß der HafeOj
nicht sogleich nach Feierabend gedreht wird. Die Gründe
hierfür sind sehr einleuchtend. Man könnte wohl meinen, di«
Arbeit sei nach Feierabend leichter, da die Hitze nicht zv
groß ist ; dem ist aber nicht so. Wartet man die rechte Zei
ab, bis der Ofen wieder gehörig heiß geworden ist, so^entgeh
man einmal der Gefahr, daß die Häfen erfrieren können, Rissi
bekommen und aufgehen. Das Frören (Sprünge bekommen
der Häfen ist zum Schlüsse der Arbeitszeit umso wahr
scheinlicher, als die Häfen während der langen Arbeitszei
ohnedies schon zu sehr abgekühlt sind und durch das Eni
fernen der Glutlochstöpsel noch mehr abgekühlt werder
so daß dann eine Berührung mit dem kalten Eisenwerkzeug si
einfach zersprengt, ähnlich wie ein erwärmtes Glasstück durc
die Berührung mit einem kalten Geganstande abgeschränkt wiri
Die Gefahr wächst noch, wenn die Häfen verschiedene Stärk
haben, was wohl stets der Fall sein wird, da die Ränder von de
Galle zuerst angegriffen und immer schärfer werden. Sodan
erfordern ja gerade die schwächeren Stellen des Hafens, di
an den Feuerläufen von der Gasflamme viel intensiver angi
griffen werden, ein Drehen des Hafens, um die noch starke uc
feste Seite desselben der Stichflamme zuzukehren. Ein zweiti
Grund, weshalb das Hafendrehen nicht gleich nach Feieraber
vorgenommen werden darf, ist der, daß die Häfen nach Feie
abend zu fest auf der Bank aufsitzen und das Glas rings u
den Boden derselben zu einer steifen, harten Masse erstarrt ii
Hierdurch wird das Aufheben des Hafens ganz unnützer Wei
1922. (56. Jahrgang.)
sehr erschwert, mitunter geradezu unmöglich gemacht. Diese beiden
Erwägungen zeigen also zur Genüge, warum der Schmelzofen
vor' dem Hafendrehen erst warmzuschüren ist. Ja, man kann
das Drehen auch schon gegen Ende der Schmelze, vor dem
Abgehen vornehmen; und man ist manchmal sogar dazu ge-
zwungen, wenn ein Hafen beim Blankschüren, also während
der größten Schmelzhitze aufzubrechen und auszulaufen droht,
wie das zu erwarten ist, wenn er schon einen Riß hatte.
Wenn nun im rechten Zeitpunkt der Glutlochstöpsel weg-
genommen ist, wird sogleich die schon parat liegende Setz-
stange bis an die Zarge des Hafens herangebracht und dieser
dann ein wenig mit größter Vorsicht aufgehoben. Unter Zarge
versteht man den zur Mitte des Bodens geneigten schrägen
Außenrand am Boden des Hafens. Dieser Rand darf nicht allzu
flach sein, da sonst die Setzstange keinen Widerstand findet
und abrutscht, wobei der Hafen leicht beschädigt werden kann.
Wenn bei alten Oefen, aber nur bei diesen, ein Hafen durch-
aus nicht losgehen will, so läßt man ihn ganz kalt werden und
prellt ihn dann, indem man sich dabei einer ganz scharfen
Setzstange bedient, diese an die Zarge so weit als nur möglich
heranbringt, mit einem schweren Hammer auf das Ende
derselben schlägt und auf diese Weise den Hafen mit einem
Ruck gleichsam absprengen läßt. Dabei liegt aber die Gefahr
sehr nahe — und dieser Uebelstand läßt sich beim besten Willen
nicht leicht vermeiden — daß der Hafen bei einer solchen Be-
handlung im Augenblicke des Losgehens ein förmliches Stück
tiefer in den Ofen hineingerückt wird. Diese Art und Weise,
einen festanbaftenden Hafen etwas anheben zu können, ist bei
der großen Gefahr für den Hafen selbst nur im äußersten Not-
falle und mit der größten Vorsicht anzuwenden, soll nicht der
Hafen dabei gescheitert und gänzlich unbrauchbar gemacht
werden. In den meisten Fällen wird er sich im wieder heiß-
geschürten Schmelzofen dadurch loslösen lassen, daß man die
Setzstange nur an die Zarge anstemmt, möglichst nahe am Hafen
unter die Setzstange ein Eisen darunter schiebt und auf diese
Weise hebelartig den Hafen losmacht, indem man die Setz-
stange hinten langsam niederdrückt. Der Hafen mit der zähen
Glasmasse am Boden wird sich bei dem ersten Niederdrücken
der Eisenstange nur schwer und ganz wenig von der Bank
abheben lassen. Daher wird eine zweite Setzstange tiefer unter
den Hafenboden gestemmt, nach oben angehoben und die erste
Stange weiter gegen die Mitte geschoben, wobei ebenso mit
ihr verfahren wird, bis eine der Setzstangen in die Mitte des
Hafenbodens vorgerückt werden kann, um so die dem Glutloche
gegenüberliegende Seite des Hafens im Innern des Ofens los-
machen zu können. Damit dieses gelingt, kommt nun unter
die bis zur Mitte des Hafenbodens untergeschobene Setzstange
das Quadrateisen in einer Entfernung von ljs des Hafens.
(Das Quadrateisen ist ein massives Eisenstück von 6 cm Stärke,
l/2 m Länge und quadratischem Querschnitt, wie schon der
Name andeutet.) Ist das geschehen, wird, wie schon anfangs
die Setzstange hinten niedergedrückt, und der Hafen löst sich
mittels dieses primitiven Hebelwerkes auch an der Büttenseite
gänzlich los und kann nun eigentlich erst gedreht werden.
Zu diesem Zweck faßt man mit einem starken Haken den
oberen Hafenrand ungefähr im ersten Drittel des Zirkels und
dreht ihn mit einem kräftigen Ruck herum, wobei die ganze
Last des Hafens auf der Setzstange und dem darunterliegenden
Qaadrateisen ruht. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der
schwere Eisenhaken auf den Hafenrand gelegt wird. Er darf
nicht auf den Rand fallen gelassen werden, da dieser Schlag
ein Aufbrechen des Hafens von oben zur Folge haben kann;
ebenso ist Vorsicht anzuwenden, daß die wuchtige Setzstange
nicht den Hafen schellert und ein Aufgehen von unten ver-
ursacht.
In früherer Zeit bediente man sich großer und kleiner
Setzstangen zum Hafendrehen, was sich nicht als sehr praktisch
erwies. Auf einigen Werken gebraucht man auch heute noch
die Schöpfkelle dazu, aber nur bei kleinen Häfen. Doch auch
dieses Verfahren hat einen Nachteil, nämlich, daß der zu
drehende Hafen bald nach rechts, bald nach links an die neben-
stehenden Häfen anschlägt und beide arg beschädigt, ja selbst
dabei einen solchen Puffer erhalten kann, daß alle drei Häfen
unbrauchbar werden. Sollte im günstigsten Falle auch nur ein
Stück aus der Hafenwandung herausgeschlagen sein, so kann
der betreffende Hafen nicht mehr voll eingelegt werden, und
wer weiß, ob sich auch in diesem Falle noch die Mühen des
Diehens lohnen, denn der schadhafte Hafen wird an der Stelle
noch tiefer aufgefressen oder auch dort ganz aufgehen, da
infolge des Stoßes niemand den kleinen Riß sogleich wahr-
nehmen kann. Die sicherste und jedenfalls am leichtesten aus-
führbare Methode ist die zuerst erwähnte auf dem Quadrateisen,
die bei großen und kleinen Häfen anw.endbar ist. Die Hafen-
seile an dem Feuerlauf ist schwächer oder gar schon etwas
ausgeschweift. Diese schadhafte Stell« muß für gewöhnlich an
Nr. 5 — 49
das Glutloch kommen, also der Hafen um 180° gedreht werden.
Mitunter kann es auch genügen, den Hafen nur ungefähr um
90° zu drehen, wenn er weniger an der Büttenseite von der
Hitze mitgenommen ist. Gute Häfen zeigen natürlich auch bei
der stärksten Hitze keine Ausbuchtungen und büßen nie ihre
runde Form ein, sondern sie können im schlimmsten Falle nur
scharfkantige Stücke oder ganze Teile der Hafenwandung aus-
fallen lassen. Ist dagegen ein Hafensatz zu weich eingemacht,
so werden die Häfen bei größerer Hitze starke Ausbuchtungen
zeigen. An ein Drehen ist bei solchen Häfen nicht zu denken,
da der Platzmangel wie bei ovalen Häfen dieses nicht zuläßt,
zudem ein Drehen überhaupt ganz überflüssig ist, da solche
weiche Häfen ja doch nicht lange stehen.
Jedenfalls ist das Hafendrehen ein Hilfsmittel, das in Glas-
hütten, besonders heute, mehr angewandt werden sollte; mancher
Hafen würde dadurch länger Dienste leisten, und das bedeutete
eine nicht zu unterschätzende Ersparnis. O. F.
Zum Achtstundentag.
(Nachdruck verboten.)
Den zahlreichen Pressestimmen, welche sich mit der Frage
der Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigkeit der Ratifizierung
der Washingtoner Beschlüsse bezüglich des Achtstundentages
beschäftigen, gesellt sich auch eine Zeitung der Vereinigten
Staaten von Nordamerika mit sehr beachtenswerten Ausfüh-
rungen zu. „Die New-Jersey-Post" hat in ihrer Nummer vom
22. 10. 21 die folgenden Ausführungen gebracht:
„Daß in unserer Bundeshauptstadt einmal als Folge des
Friedensvertrages von Versailles eine internationale Arbeiter-
konferenz stattgefunden hat, ist schon stark in Vergessenheit
geraten. Im Oktober 1919 waren in Washington Vertreter
einer Reihe amerikanischer und europäischer Staaten zusammen-
getreten, um eine Art von Arbeitsrecht aufzustellen. Aller-
dings fehlten bei jener Konferenz die Vertreter des Landes,
das neben Amerika in der nächsten Zukunft für die Güterer-
zeugung der ganzen Welt sowohl wie für die finanzielle Ge-
sundung mit am wichtigsten ist, nämlich Deutschland. Infolge
wenig anständiger Intrigen waren die deutschen Sendboten
solange hingehalten worden, daß ihnen unsere Einreiseerlaub-
nis erst zuging, als die Arbeiten der Konferenz schon beendigt
waren. Man sollte nun meinen, daß infolgedessen gerade die
maßgebenden Arbeiterkreise Deutschlands am allerwenigsten
geneigt sein würden, sich den Beschlüssen, die ohne ihre Mit-
wirkung zustande gekommen sind, zu unterwerfen. Zu unserer
Verwunderung hören wir aber, daß trotzdem ein Ausschuß des
deutschen Reichswirtschaftsrates beschlossen hat, der Regierung
die Ratifizierung der in Washington getroffenen Vereinbarungen
zu empfehlen.
Den Kernpunkt der in Washington gefaßten Beschlüsse
bildet der Achtstundentag. Eine der merkwürdigsten Erschei-
nungen der Zeit nach dem Kriege ist die sofortige Einführung
des achtstündigen Arbeitstages in Deutschland, wo man sich
eigentlich erst mit dem Gedanken hätte befreunden sollen,
daß nur dauernde angestrengte Arbeit auf allen Gebieten das
Land aus seiner ungemein schwierigen Lage retten könnte. Es
zeugt nicht gerade von großem wirtschaftlichen Verständnis
der deutschen Arbeiterschaft, daß sie alsbald versuchte, ihre
Arbeitszeit gesetzlich zu beschränken, wo sie noch garnicht
wußte, wie sich die weitere wirtschaftliche Entwicklung voll-
ziehen würde. Nun konnte man freilich meinen, die in Was-
hington gefaßten Beschlüsse würden die Festigung der bereits
gesetzlich eingeführten Arbeitszeit in Deutschland fördern. Dazu
war aber doch Vorbedingung, daß zunächst einmal diejenigen
Staaten alle diese Beschlüsse ratifizierten und den Achtstunden-
tag einführten, die für das Zustandekommen der Beschlüsse
verantwortlich sind. Daß aber in jenen Ländern tieferes und
besonderes Verständnis für die heutigen ökonomischen Ver-
hältnisse in der ganzen Welt vorhanden ist, zeigt der Umstand,
daß sich ohne sonderliche Gegnerschaft der eignen Arbeiter-
bevölkerung die Vereinigten Staaten in erster Linie an die
Washingtoner Beschlüsse gar nicht gekehrt haben, und daß die
anderen Länder, vor allen Dingen England und Indien, für
Vorbehalte Sorge getroffen haben, die eigentlich die Washing-
toner Beschlüsse für ihre Arbeiterschaft illusorisch machen.
Trotz dieser Vorbehalte hat England es weder für sich noch
für Indien bisher für nötig befunden, zu ratifizieren. Soweit
wir uns zu unterrichten in der Lage waren, hat bisher übar-
haupt nur ein einziges Land durch seinen gesetzgeberischen
Akt sich als durch die Washingtoner Beschlüsse gebunden er-
klärt, nämlich — Griechenland ! Bei allen anderen Ländern,
insbesondere bei uns in den Vereinigten Staaten, ist die Was-
hingtoner Konferenz in das Meer der Vergessenheit gesunken
SPRECHSAÄL- COBURG,
50 — Nr. 5
SPRECHSAAL —
COBURG.
1*22. (W.Jahrgang.)
wie bo viele andere Internationale Konferenzen, die schließlich
keinen anderen Zweck hatten, als schöne Redeübungen vorzu-
nehmen. Die einzige tatsächliche Errungenschaft, die übrig-
geblieben ist, besteht in der Errichtung eines Internationalen
Arbeitsamtes, das irgendwo, vielleicht im Haag, ein beschei-
denes Dasein mit der Aufsteilung von Statistiken fristet."
Wenn auch die Angabe, daß bisher nur ein einziges Land
die Beschlüsse ratifiziert habe, inzwischen überholt ist, da
außer Griechenland noch drei andere Staaten die Beschlüsse
anerkannt haben, so enthalten die Ausführungen der nord-
amerikanischen Zeitung doch eine Menge von für uns beach-
tenswerten Hinweisen. Besonders erfreulich ist dabei die
Uebereinstimmung der geäußerten Ansichten mit denen der
deutschen Fachpresse.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen,
Das 25 jährige Geschäftpjubiläum konnte am 1. 2. 22 die Firma
Alfred K 1 e 1 1 , Elektrotechnische Bedarfsartikel, München, begehen, die
ans kleinen Verhältnissen hervorgegangen, sich im Laufe der Jahre zu
einem der angesehensten Unternehmungen SttddentschlandB emporgearbeitet
hat. Anläßlich des Jubiläums gewährt die Firma anf alle in der Zeit
vom 29. 1. bis 3. 2. 22 eingelaufenen Aufträge eine 3 % ige Jubiläums-
vergtttung, die an der Eechnung gekürzt wird,
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Deutsche Keramische Gesellschaft. Die nächste Vorstande-
sitzung findet am 6.2. 22, 10 ^ Uhr vorm., im Sitzungssaale des Büro-
hauses „Feiskersraik", Berlin W. 30, Viktoria-Luise-Platz 11, statt. Auf
der Tagesordnung stehen u. a. Besprechungen über die 3. Hauptver-
sammlung am 25. — 28. 6. in Dresden, die Wärmewirtschaftsstelle, die Be-
ratungsstelle für Maschinen- und Förderanlagen, die Tätigkeit und etwaige
Neuordnung der Ausschüsse, Mittel für Ferschungs- und Unterriohtszwecke,
Veröffentlichungen der D. K, G. sowie Mitteilungen der Geschäftsstelle.
Gesetzgebung» Steuern.
Zur Neuregelung £er Umsatzsteuer. Vom Landesfinanzamt Groll-
Berlin werden uns die nachstehenden Ausführungen zur Verfügung gestellt,
die in ganz großen Zügen die in Aussicht genommene Neugestaltung des
Gesetzes und der Ausiührungsbestimmungen mit Wirkung vom 1. 1. 22
wiedergeben.
Einfuhr. Die Einfuhr selbst bleibt weiter von der Umsatzsteuer
frei. Dagegen wird die bisherige Steuerfreiheit des ersten Großhandels-
umsatzes nach der Einfahr grundsätalieh aufgehoben, wobei nur einige
Rohstoffe und Lebensmittel nach besonderer Liste wie bisher bevorzugt
bleiben. — Außer der schon aus dem jetzt geltenden § 12 der Ausf.-Best.
•ich ergebenden Befreiung von der Einbringerluxussteier naeh § 17 Nr. 3
des UStG. für herstellersteuerpflichtige Waren soll weiter frei sein auch
das Einbringen solcher Gegenstände, die für Messen bestimmt sind, sowie
unter gewissen Voraussetzungen die Einfuhr derjenigen Waren, die «emäfi
§§ 113, 114, 116, 117 des Vereinszollgesetzes vom 1. 7. 1869 im Inland
verbracht werden.
Ausfuhr. Die Ausfuhr ab Fabrik bleibt sieht länger steuerfrei,
sondern wird — voraussichtlich durchweg zum Satz der allgemeinen Um-
satzsteuer — steuerpflichtig sein; die vom Gesetze für einzelne Umsätze
vorgesehenen heheren Steuersätze sollen auf Umsätze in das Ansland keine
Anwendung finden. Steuerfrei sollen nur die Umsätze sein, die ein Aub-
fuhrhändler in das Ausland tätigt, soweit dieser ausführende Unternehmer
die Gegenstände erworben hat und sie ohne vorherige Bearbeitung oder
Verarbeitung ins Ausland liefert. Das Vergütungsverfahren des bisherigen
§ 4 des UStG. fällt künftig fort. Dem Ausfuhrhändler (Exporteur), der die
im § 15 des USt G. genannten Gegenstände erworben hat und ohne weitere
Be- und VerarbeHung ausführt, wird ein besonderer Vergttungsanspruch
in Höhe von 7:/2 °/, des vereinnahmten oder vereinbarten Verkaufspreises
gewährt (analog der schon in der Verordnung vom 30. 6. 21 — Reichs-
steuerblatt S. 283 — getroffenen Regelung). — Uebergangsbestimmungen
lind vorgesehen. 1
Voranmeldungen und Vorausz ahlungen. Die allgemeine
Umsatzsteuer ist grundsäzlich vierteljährlich auf Grund der vom Steuer-
pflichtigen abzugebenden Voranmeldungen nach Maßgabe der bis dahin
erzielten Einnahmen beziehungsweise Lieferungen abzuführen, während
eine amtliche Veranlagung nach wie vor nur einmal jährlich — nach
Ablauf des Kalenderjahres für den Jahresumsatz — erfolgt. Setzt dieser
JahresBteuerbeecheid einen höheren Betrag fest als denjenigen, der sich
bei Zusammenrechnung der vierteljährlichen, vom Pflichtigen voraus-
bezahlten Summen ergibt, so wird die Steuer um 10 «/„ des überschießenden
Betrages erhöht.
Der Satz der allgemeinen Umsatzsteuer steht zur Zeit
noch nicht fest. Die endgültige Regelung wird aus den Meldungen der
Tagespresse zu entnehmen sein; es empfiehlt sich aber, jetzt schon mit
21/» % zu kalkulieren.
HerstellerBteuer. Ueber etwa beabsichtigte Aenderungen der
Aulführungsbestimmungen über die LuxusherBtellersteuer ist vorerst noch
niehts bekanntgegeben worden. ,
Als Mitvorort zu Zwecken der Verwaltung der Umsatzsteuer
ist das Landesfinanzamt N ü r n b e r g u. a. für folgende Industrien ein-
gesetzt worden:
Keramische Industrie (neben Köln als Hauptvorort, Thüringen und
Dresden als Mit-, Wüizburg, Karlsruhe, Cassel, Mecklenburg,
Lübeck und München als Korrespondenz- Vororte),
GlaswareninduBtrie |Hohlglas] (neben Berlin als Hauptvorort, Dresden
und i .'utereibe als Mit-, und BreBlau, Hannover, Thüringen und
Mönchen als Korrespondenz-Vororte), .
Spiegel -und Gußglasindustrie (neben Köln als Haupt- und Münster
als Korrespondenz-Vorort),
Puppenindustrie (neben Thüringen all Hauptvorort).
In allen Umsatziteuerfragen, die die erwähnten Industriezweige
betrefea, ist nunmehr nicht mehr unmittelbar an den Reichs! nanzminister,
sonders zunächst an das als Vorort eingesetzte Landesfinanzamt heran- "
zutreten, dessen Aufgabe es ist, sieh für die fraglichen Industrien zu
spezialisieren, d. h. sich besonders gründlich mit ihnen zu befassen, alles
in Betracht kommende Material zu sammeln und zu verarbeiten, die
verschiedenen StenerhinterziehungBversuehe zu verfolgen und bekannt zu
geben, über die technischen Aenderungen auf dem Laufenden zu bleiben, für
das Eindringen der steuerlichen Vorschriften in die beteiligten Kreise
Sorge zu tragen, Verbesserungen der Bestimmungen oder ihrer Durch-
führung anzuregen und dergl. mehr. Zur restlosen Lösung dieser Auf-
gaben ist naturgemäß die tätige Unterstützung der in Frage kommenden
Fachverbände und Berufevertretungen unerläßlich. Diese würde vor allem
darin bestehen, geeignetes Material zu beschaffen, Anregungen im oben
I bezeichneten Sinne zu geben nnd an der Verfolgung von Steuerhinter-
ziehungsversuchen mitzuwirken.
Handel und Verkehr.
Die weitere Erhöhung ier Personen- nnd Gütertarife ist für
den 1. 2. 22 angekündigt. Im Personenverkehr werden die Tarife um
rund 75 °/e, im Güterverkehr etwa um 33 Vs0/» hinaufgesetzt. Die
D Zugzuschläge erfahren eine Steigerung um durchschnittlich 50 °/«.
Wie weit die neue Tariferhöhung den Reichsverkehr lähmt, muß abge-
wartet werden. Daß das Wirtschaftsleben, insbesondere die Betriebe, die
mit Reisenden arbeiten, schwer darunter* zu leiden haben werden, bedarf
wohl keiner. Begründung. Die Erhöhung der Gütertarife ist diesmal nicht
durch Erhebung eines rohen Zuschlages erfolgt. Die Rsichseisenbahn-
verwaltung war vielmehr bemüht, bestehende Harten etwas auszugleichen.
Gegenüber der Vorkriegszeit war die Steigerung für die einzelnen Güter-
arten und Tarifklassen nach dem Stande vom 1. 12J 21 sehr uneinheitlich.
Insbesondere war daran die durch den Versailles Vertrag erzwungen«
Aufhebung der Sondertarife nach den deutschen Seehäfen die Ursache.
So kam es, daß nach der Dezembererhöhung die Gütertarife zwischen
dem 6-fachen und dem 105-fachen der Vorkriegszeit schwankten. Die
neuen Tarifsätze weisen gegenüber den Tarifen vom 1. 12. 21 in Prozenten
folgende Steigerungen auf:
n o*a u * Höchste Mittlere Niedrigste
Entfernung Stückgut Wagenladungsklasse
200 Kilometer 31,6 »9,8 32,3 33,7
400 „ 31,0 28,5 30,3 30,6
600 „ 29,4 21,7 20,9 21,6
i 800 „ 27,8 14,8 12,4 13,6
1000 „ 25,0 9,2 5,1 6,4
Im übrigen erstrecken sich die Erhöhungen diesmal auch auf die
Ausnahmetarife, von denen nur noch wenige bestehen. Die Aus-
nahmetarife werden im wesentlichen um 33 Vs0/* gesteigert. — Nicht
einheitlich ist die Erhöhung des Kohlentarifes, da hierbei gegen-
über den jetzt in Kraft befindlichen Sätzen je nach der Entfernung eine
Staffelung der Erhebung vorgesehen ist. Auf eine Entfernung bis 300 km
wird er um 38*/»%, bis auf 600 km um 28»/,, bis auf 800 km um 17*/«
und bis auf 1000 km Entfernung um 11,9°/» steigen. — Für sämtlich«
Wagenladungsgüter, die in bedeckten Wagen befördert werden, wird
künftig ein Frachtzuschlag von 10*/, erhoben.
Bei Nachnahmesendungen naeh dem Ansland können, wie von
AuBfuhrkreisen darauf aufmerksam gemacht wird, die für Auslandsver-
käufe festgesetzten Faktur.emngs- und ZahlungsvorBchriften nicht einge-
halten werden, da die postalischen Bestimmungen dem entgegenstehen.
DaB ist zutreffend. Nach einer Mitteilung der OberpoBtdirektion Berlin
muß der Nachnahmebetrag in Markwährung angegeben werden. Lediglich
bei Postpaketen nach Algerien und Frankreich wird davon eine Aus-
nahme gemacht und der Betrag in der französischen Frankenwährung 1
ausgedrückt. Abweichungen sind leider nicht zulässig.
Ein regelmäßiger Dampferdienet Hamburg-Glasgow wird künftig-
hin von drei deutschen Dampfern aufgenonman werden.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Feinkeramik. Der Fachausschuß für die Ausfahr ven
Porzellangeschirr hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß alle
Firmen, die gegen die Außenhandelsmaßnahmen verstoßen,
von jetzt ab in den Fachblättern publiziert werden sollen. Die Er-
mächtigung zur Durchfuhrung dieses Beschlusses seitens des Herrn
Reichskommissars für Ein- und Ausfuhr steht noch aus.
Wie uns des weiteren vom Vorsitzenden des Fachausschusses mit-
geteilt wird, iat es gelungen, eine groß angelegte Sohieberorganisation
für Porzellan, die ihren Sitz in Berlin und eine Zweigstelle in Gronau'
an der holländischen Grenze hatte, auszuheben. Die Beteiligten wurden
verhaftet und nach Barlin ins Gefängnis eingeliefert. Die Untersuchungen
sind noch nicht abgeschlossen, jedoch steht schon jetzt fest, daß ein
großer Personenkreis beteiligt ist, und daß es vermutlich gelingen wird,
da diese Organisation mit anderen zusammen zu gehen scheint, den ganzen
Schieberhandel in Porzellan, der im letzten halben Jahr das Auslandsge-
schäft schwer geschädigt hat, zu fassen und lahmzulegen.
A. H. N. Glas. Der Unterausschuß für Isolier flasehen hat ia
seiner Sitzung am 96. 1. 22 die Ausfuhrmindestpreise für lielierdasehen
1H1 (55.
SP REeHSÄÄL-CeBUR«.
Nr. 5 — 51
mit Bofortiger Wirkung neu festgesetzt und bei Lieferungen nach Ländern
mit höherer Valnta Berechnung in Auslandswährung vorgeschrieben. Die
Drucklegung der Preislisten ist beabsichtigt. Dieselben können gegen
Erstatten* des Selbstkostenpreises nnd Beilegung des Rückportos von
der A. H. -N. Glas, Berlin W. 57, Göbenstraße 10, bezogen werden.
üeberschreitung der bewilligten Ausfubrmengen. In Zukunft
ist eine Ueberschreitung von 10-16 •/„ der auf den Ausfnhrbewüligungen
verzeichneten Mengen und Gewichte nicht mehr zulässig. Diese Vorschrift
wird bei der Zollabfertigung und dem Abtransport der Ware nicht uner-
hebliche Schwierigkeiten zur Folge haben. Bei zahlreichen Waren läßt
sich das endgültige Gewicht nicht bereits bei Emreichung des Antrages,
sondern erst nach fertiger Verpackung ermitteln; allein aus diesem Grund«
dürfte sich die ünhaltbarkeit der Bestimmung ergeben.
Die zollamtliche Vorabfertigung von Ausfuhrsendungen am Ver-
sand- und Unterwegsort sollte im Interesse einer glatten Abwicklung des
Ausfuhrverkehr« mehr als bisher seitens der Exporteure vorgenommen
werden da hiermit ganz wesentlich an Zeit und unnötigen Kosten für die
Warenschau und die Güterlagerung bei den Grenzzollämtern gespart
werden kann. Die näheren Bestimmungen ergeben sich aas der „Dienstr
«Weisung für die Eisenbahnbehörd« über die Behandlung der Aus- und
Einfuhrbewilligungen und über die Erhebung der Ausfuhrabgabe" (Reiebs-
zollblatt 1921, I. 117/188).
Aenderung des Ausfuhrabgabentarifs. Infolge Abänderung des
Statistischen Warenverzeichnisses ist der Wortlaut einzelner Tarifnummern
darunter auch 75Tc [Sonstiges optisches Glas, geschliffen und gefaßt,
(fernrohrobjektive), auch ungefaßte Linsen und Prismen (gefaßt oder un-
eefaßt) für optische Zwecke, sowie diese Waren aller Art (einschließlich
solcher aus anderem optischen Rohstoff als Glas) 7»/., Stereoskope und
Mikroskope 5»/.], im Ausfuhrabgabentarif entsprechend geändert worden.
Die Abgabensätze bleiben unverändert.
Beim Versand niehtdeutseher Waren nach dem Saargebiet
müssen die Ursprungszeugnisse außer durch die zuständige deutsche Handels-
kammer auch durch eine französische Konsulatsbehörde beglaubigt werden.
Diese Betimmung gilt nicht nur für das besetzte Gebiet, sondern auch für
das unbesetzte Deutschland. i wv tl„
Besetztes «eblet. Verlängerung von Ausfuhrbewilligungen.
Die Bewilligungen, die zunächst für 3 Monate gelten, können auf recht-
zeitigen Antrag hin (14 Tage vor Ablauf der Gültigkeitsfrist) vom Emser
Aus- und Einfuhramt einmal um 2 Monate verlängert werden, wenn eine
mit den erforderlichen Belegen versehene Begründung beigefügt wird,
weshalb die Ausnutzung der Bewilligung innerhalb der 3-monatigen Lauf-
zeit nicht erfolgt. ' . ,
Holland. Keine Erhöhung der Einfuhrzolle. Der Gesetzentwurf
über die Erhöhung der Einfuhrzölle ist zurückgezogen worden.
Italien. Das Zollaufgeld bei Entrichtung der Zölle in anderer
Währung als Gold ist für die Zeit vom 16. bis 31. 1. 22 auf 349»/, fest-
gesetzt worden; für 100 Goldlire sind also 449 Papierlire zu entrichten.
Litauen. Die Neufestsetzung der Zoll« nach dem Gewichtssystem,
die mit Wirkung vom 1. 1. 22 ab erfolgen sollte, ist bis auf unbestimmte
Zeit vertagt worden, da die Bemessung der Tarifsätze bei den Schwankungen
der Warenpreise auf Schwierigkeiten stoßen würde. Der Zolltarif ist
infolgedessen aus dem allgemeinen Zollgesetz, das der Nationalversammlung
aur~BeschlußfasBung vorliegt, ausgeschieden worden.
Vereinigte Staaten. Zur Zolltarifrevision. Mit Rücksieht auf
die Schwierigkeit einer Durchführung des in dem Fordney-Zolltarif-
Entwurf enthaltenen „American Valuation Planes" ist bekanntlich der
Notstandstarif bis auf weiteres verlängert worden, Nach Mitteilung des
Deutsch-Amerikanischen Wirtschaftsverbandes, Berlin, hat dal Finanz-
komitee deB Senats die Beratungen am 4. h 22 wieder aufgenommen.
Nach wie vor geht der Hauptkampf um den Plan, die Zölle auf eingeführte
Waren künftighin unter Zugrundelegung des amerikanischen Großhandels-
preises zu berechne» und zu erheben. In weitesten Kreisen des ameri-
kanischen Wirtschaftslebens hat dieser Plan, der insbesondere auch die
deutsche Ausfuhr außerordentlich schwer treffen würde, schärfste Ablehnuag
gefunden. Dieser Tage hat nun der republikanische Senator Smoot dem
Senatefinanzkomitee eine Reihe von neuen Vorschlägen unterbreitet.
Danach sollen die Wertzölle erhoben werden auf der Basis des ameri-
kanischen Großhandelspreises, den die eingeführten Waren in den Vereinigten
Staaten erzielen, anstatt auf der Basis des amerikanischen Großhandels-
preises eines mit dem eingeführten Erzeugnis vergleichbaren Artikels
amerikanischer Herkunft, wie dies in der Fordney-Bill vorgesehen ist. Ein
weiterer Vorschlag geht dahin, dem Präsidenten Vollmacht zu geben,
Zölle zu erheben, Einfuhrverbote zu erlassen und Bonstige Wiederver-
geltuDBsmaßregeln gegen andere Nationen anzuwenden, wenn sie in irgend-
einer Weise die Vereinigten Staaten unterschiedlich behandeln oder in
unfairer Weise Handel treiben. Smoot führte dabei aus, daß er persönlich
vorziehen würde, wenn, wie von ihm zuerst vorgeschlagen, die Zölle auf
der Basis des ausländischen Großhandelspreises erhoben würden, dabei
iedoch dem Präsidenten Vollmacht zu erteilen, in gewissen Fällen bezw.
für gewisse Waren die amerikanische Wertberechnung anzuwenden. Es
würde z B. ohne Zeitverlust möglich sein, den amerikanischen Valuations-
plan in Bezug auf die Einfuhr von solchen Waren in Kraft zu setzen,
die hauptsächlich aus Deutschland und anderen Ländern mit ent-
werteter Valuta kommen. Verhältnismäßig einfach würde die Aufstellung
•iner Liste von Waren sein, bei welchen die amerikanische Produktion
durch die gegenwärtige Erhebung der Zölle auf der Basis des ausländischen
Großhandelepreises nicht genügend geschützt werde, und daß bei diesen
Artikeln das neue System durch Ausführungsverordnung sofort in Kraft
treten könnte. — Einer neueren Kabelmeldung zufolge ist das Senats-
rinanzkomitee dahin übereingekommen, versuchsweise als
Grundlage für die Wertberechnung die Großhandels-
preise der eingeführten Waren auf dem amerikani-
sehen Markt festzusetzen. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß
der Kongreß diesem Beschluß beitritt. Doch dürft« auch dieser Plan dem
gloiakoa starken Widerstand begegnen.
Geschäftliche Mitteilungen.
ForxellanTabrik C. M. Hutschenreuther, A.-G., Hohenberg
a. E. Auf vielfache Aktionäranfragen teilt die Verwaltung mit, daß
die Ausübung des Bezugsrechts auf die Aktien der Altrohlauer Porzellan-
fabrik erst erfolgen kann, wenn die Gründung der neuen A.-G. durchge-
führt sein wird, da bekanntlich in Tschechoslowakien diese neue Ge-
sellschaft einer besonderen Konzession bedarf. Die Verwaltung rechnet
aber damit, daß dies spätestens im Laufe des März der Fall sein wird.
Im übrigen liegt keine Ursache für die Aktionäre vor, sich durch di«
wesentliche Erhöhung der tschechischen Valuta zu beunruhigen, da di«
Verwaltung zugesagt hat, die zum Bezug der Altrohlauer Aktien not-
wendigen tschechischen Kronen zum festen Kurs von 175 •/, zur Verfügung
zu stellen.
Porzellanfabrik Aich, Menzl & Co., *. m. b. H., Aich bei
Karlsbad. Das Unternehmen iBt mit dem 1. 1. 22 in den Besitz der
„Epiag, Erste böhmische Porzellanindustrie, A.-G., Karlsbad" uberge-
gangen und wird von dieser weitergeführt.
Keramag, Keramische Werke, A.-G., Meiningen. Die a. o. G.-V.
beschloß die Kapitalserhöhung um M 5,5 Mill. auf M 10 Mill. Die neuen ab
1. 1. 21 dividendenbereohtigten Aktien werden den alten Aktionären im
Verhältnis 1 : 1 zu 100 <»/, zum Bezug angeboten.
Mayer & Schmidt, Schleifmaschinen- und Schmirgelwerk«,
A.-G., Oifenbach a. M. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom
30 6. 81: Reingewinn M 1681740; Dividende 120/0; Abschreibungen
Ji 1100 314; Zuweisung zum Beamten- und ArbeiterunterBttttzungsfonls
JL 150 000.
Siehsisohe Glasfabrik, Badeberg. Die a o. G.-V. vom 20. 12. 21
stimmt« d«r Kapitalserhöhung um M 3 Mill. Inhaber- Stammaktien zu. Di«
jungen ab 1. 1. 22 dividendenbereohtigten Aktien werden von «mem
Bankenkonsortium unter Führung der Dresdener Bank, Dresden, mit der
Verpflichtung übernommen, sie den alten Aktionären im Verhältnis 1:1
zum Kurse von 200»/. zum Bezüge anzubieten. Das Bezugsrecht ist bis
•insehliefllüh 31. 1. 22 auszuüben.
Badebeuler Guß- und Emaillierwerke, vorm. Gebr. Gebler,
Radebeul. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 9. 21 : Rein-
gewinn M 926 969 (1 292 633); Dividende 18 % (16); Abschreibungen
JL 274 296 (400 718) ; Zuweisung zum Arbeiter- Unterstützungsfonds
Jt 150 000 (150 000). — Wie im Geschäftsbericht aufgeführt wird, seien
Beschäftigung, Preis und Lohnbildung im abgelaufenen Berichtsjahr
schwankend gewesen. Wenn trotz vorübergebender AbBatz- und Produktions-
sehwierigkeiten ein ansehnlicher Umsatz habe erzielt werden können, «o
sei dies unter voller Ausnutzung aller modernen Einrichtungen der Gießerei
und infolg« größerer Leistungen des sachgemäß erneuerten Emaillier-
werkes geschehen. Nach Mitteilung der Verwaltung liegen für di«
nächsten Monat« ausreichend Aufträge vor. — Dem Aufsichtsrat gehören
jetzt an : Bankier A. Arnhold, Vors., Major a. D..M. Groß, stellv. Vors.,
Konsul P. Gredt, Fabrikdirektor H. Haeibig, Fabrikbesitzer 0. Kais«r,
Kaufmann D. Sehnurbusch und Fabrikdirektor F. Thiele.
Deutsche Evaporator-A-G., Berlin. Die a. o. G.-V. genehmigt«
die Kapitalserhöhung um Jt 15 Mill. auf Jt 25 Mill. Jt 10 MilL werden
zum Kurse von 150«/. »n «n Bankenkonsortium unter Führung der
Nationalbank für Deutschland begeben mit der Verpflichtung, sie den bis-
herigen Aktionären im Verhältnis 1:1 zum Kurse von 160 «/, zum Bezug«
anzubieten. Diese M 10 Mill. sollen zur Stärkung der Betriebsmittel ver-
wendet werden. Die restlichen Ji 5 Mill. verpflichtet sich das Konsortium,
zum Kurs« von HO9/, zur Verfügung der Gesellschaft zu halten. Sie
sollen Verwendung finden im Falle einer Angliederung anderer Betrieb«
der Feuerungstechnik.
Ein neues Musterlager ist in München, Goethestraße 45, U,
von der Firma Albert Winkler, Oberkotzau (Bayern), eröffnet worden.
Vertreten werden die Firmen: Porzellanfabrik Schönwald, A.-G., und
deren Schwesterfabrik Abteilung Arzberg, sowie die Steingutfabrik
Schmelzer & Gerike, Althaldensleben (Bez. Magdeburg). Die Steingut-
fabrikniederlage und das damit verbundene Exportgeschäft für Porzellan
und Steingut in Oberkotzau bleiben nach wie vor bestehen.
General -Versammlungen.
Euling & Mack, Gips- und Gipsdielenfabriken, A.-G., Ellrich a. ■..:
o. G.-V. 16. 2. 22, 6 Uhr n., Hotel Römischer Kaiser, Nordhausen.
Messen und Ausstellungen.
Während der Leipziger Frühjahrsmesse 1922 werden vom Meß-
amt wieder Vorträge veranstaltet. Es sprechen am 7. 3. der Reichskunst-
wart Dr. E. Redslob über „Das deutsche Können, seine Bedrohung und di«
Notwendigkeit seiner Erhaltung" und am 9.3. der bekannte Volkswirt-
schaftler und Leiter des Instituts für Seeverkehr und Weltwirtschaft an
der Universität Kiel, Professor Dr. Harms, über „Die Krisis der Welt-
wirtschaft". Die Vorträge werden 81/* Uhr abds. im Saale der Alten
Börse am Naschmarkt stattfinden.
Fahrpreisermäßigung erhalten die Teilnehmer einer Reih«
von Gesellschafts-Sonderzügen, die bei genügender Beteiligung auf elf
Strecken (von Nürnberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mainz, Frankfurt a. M.,
Düsseldorf, Köln, Duisburg, Münster, Altona und Königsberg i. Pr. nach
Leipzig) eingelegt werden. Die Bekanntgabe der Verkehrszeiten erfolgt
in allernächster Zeit. Die Fahrkarten sind nur beim Meßamt zu erhalten.
Die Ermäßigung beträgt 20-^40 <>/„. Eine sofortige Bestellung wird
empfohlen.
Deutsche Ostmesse Königsberg. Die ehrenamtliche Vertretung
haben übernommen: in Memel Herr Robert Waller und die Memeler Filiale
der Fa. Robert Meyhöfer, in Finnland Herr Wilhelm Maenß, Helsingfors,
Andregatan 3, in Christiania Herr Otto Galdort, Inhaber der Fa. Hygm
Itenhuggeri Ltd. Di« Errichtung w«it«r«r V«rtr«tnng«n in Dansig, Po«««,
Steekaol*, Warsoha« ud iisk«s«nd«r« Moska« siad in V«rb«r«i1m«g .
52 — Nr. 5
i
SPKECHSAAL- COBURG-
1922. (55. Jahrgang.)
Die 3. Internationale Mailänder Mustermesse findet in der Zeit
vrm 12. bis 27. 4. 22 statt. Die Mietpreise der Plätze betragen für aus-
ländische Erzeugnisse (auch wenn sie von italienischen Firmen ausgestellt
werden) :
1 geschlossener Stand (12 qm) von einer Firma besetzt . . L. 1800
1 f> » » * » 2 Firmen „ . . „ 2200
1 » n n » » 3 „ „ . . . 2600
1 „ n „ a » » * „ , . , „ 3000
Halle für Klemindustrie höchstens 5 qm.je qm .... „ 200
Für Herrichtung des Standes erwachsen noch außerdem Nebenkosten in
Höhe von etwa L 1000. Zum Besuch der Messe erhalten deutsche Aus-
steller laut einer getroffenen Vereinbarung nach Vorzeigung einer befür-
wortenden Bescheinigung des Ausstellungs- und Messe- Amtes der Deutschen
Industrie, die vom Berliner italienischen Handelsattache zu beglaubigen
ist, unverzüglich das italienische Einreisevisum. Die Messeleitung? plant
aufh die Einrichtung einer besonderen Rohstoffabteilung, für «die eine
Beteiligung deutscher Aussteller erwünscht wäre; ebenso würde an einer
deutschen Beschickung mit Halbfabrikaten Interesse bestehen.' Anmel-
dungen sind unverzüglich bei dem Generalsekretariat der Messe (Mailand,
Via Agnello 12) einzureichen Die Ausstellungsdracksachen Bind durch
die Geschäftsstelle des Ausstellungs- und MeBse-Amtes, Berlin NW. 40,
Hindersinstraße 2, zu erhalten.
Jugoslawien. Frühjahrsmesse in Agram (Zagreb) 1922. In
Ergänzung früherer Mitteilungen (Nr. 48/1921, S 530) seien nachstehend
die Preise für die Pjätze auf der für die Zeit vom 3 —15. 8. 22 ge-
planten Mustermesse angegeben: im Hauptindustriepalais für die Fläche von
9—16 qm je qm K 800
in den übrigen Gebäuden je qm „ 600
Tische je qm B 200
Das Messebureau bt findet sich im Gebäude der Handelskammer, Zagreb,
Trg. 29, listopada 1918 Nr. 1. Die Errichtung eines Pavillons von
deutpcrtr Seite würde von der Ausstellungsleitung überaus begrüßt werden.
Der Quadratmeter unbebauter Fläche für eine zu errichtende Sonderhalle
würde etwa 600—600 Jugokronen kosten. Ueber die Beteiligung des
Auslandes verlautet zunächst, daß von Seiten Frankreichs ein Fläcbenraum
von 1000 qm erbeten worden ist j auch aus der Schweiz und aus Amerika
liegt Beteiiignngsinteresse vor.
Norwegen. Eine Elektrizitätsausstellnng in Christiania beab-
sichtigt die dort erscheinende „Norges Handels-og Sjöfartstitende" — wohl
in der Hauptsache zu Keklamez wecken — in der Zeit vom 22. 4. bis
7. 5. 22 zu veranstalten. Im Lande selbst findet der Plan bisher nicht
besonders viel Anklang. Für deutsche Firmen käme höchstens nur eine
gemeinsame Beteiligung in Frage.
Die Wiedereröffnung der Messen in Nishni-Nowgorod wird von
der Sowjttregierung in Erwägung gezogen. Eine Untersuchung des
Messegeländes ist bereits vorgenommen worden.
Soziale Bewegung.
Der Gesetzentwurf über die Entsendung von Betriebsrats-
mitgliedern in den Aufsichtsrat wurde am 20. 1. im Reichstagsaus-
Bcüuß für soziale Angelegenheiten behandelt. Der Regierungsvertreter
wies darauf hin, daß es sich nm eine Neuerung von grundlegender Art
handle, um die Verwandlung ies im allgemeinen gewährten Mitberatungs-
rechtes in ein Mitbestimmungsrecht. Dies werde vorgeschlagen in der
Ueberzeugung, daß nichts so Behr die ArbeitBfreudigkeit, das Verant-
wortungsgefühl und das Interesse an der Hebung der Betriebsleistungen
und des Ertrages zu steigern geeignet sei als die verantwortliche Mit-
wirkung an der obersten Leitung des Unternehmens. — Nach langer
Debatte wurde der Gesetzentwurf angenommen. Das neue Gesetz soll
bereits am kommenden 1. 2. 22 in Kraft treten.
Verbände.
Zusammenschluß der deutschen Steinzeugwerke. Sämtliche
deutschen Ton- und Steinzeugrohrfabrikanten haben Bich zu einem Syndikat,
der Verkaufsgesellschaft Deutscher Steinzeugwerke,
Berlin, zusammengeschlossen. Bisher existierte nur eine Preisvereinigung,
der Verein Deutscher Tonrohrfabrikanten, dem aber ziemlich viel Außenseiter
gegenüberstanden. Das Syndikat setzt nicht nur die Preise fest, sondern ver-
teilt aucn die Lieferung auf die einz:luen Werke; es tritt ab 1. 4. 22 in
Wirksamkeit. Die Preise für Tum Öhren und Steinzeug haben in der
letzten Zeit infolge der Erhöhung der Kohlenpreise and Löhne ständig
heraufgesetzt werden müssen. Nachdem am 1. 11. 21. ein Aufschlag von
100% festgesetzt worden war, folgte schon am 15. 11. ein solcher von
200% nnd ab 1. 2. 22 werden die Preise wieder um 200% erhöht.
Internationales Syndikat der Glasfabriken. In Wiener finan-
ziellen Kreisen verlautet nach der „Reichenberger Zeitung", daß die
seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen betreffend die Bildung
eines internationalen Syndikates der GlasfabrikunternehmuDgen 'zu einer
Verständigung geführt haben. Auch die österreichischen Fabriken werden
der neuen Organisation angehören.
Firmenregister.
Deutschland.
Triptis - A.-G., Triptis. Die Kapitalserhöhung um M 0,5 Mill.
Vorzugsaktien auf Ji 9,5 Mill. ist erfolgti
Norddeutsche Klinker- und Verblendsteinwerke Dömitz, A G., Broda
bei Dömitz a. E, Die Firma ist erloschen.
Keramik, A.-G., Berlin. Die Kapitaherhöhung um JC 1,2 Mill-
auf M 2,4 Mill ist durchgeführt.
Wessels Wand platten -Fabrik, A.-G., Bonn. Herstellung von Wand-
und Fußbodenplatten sowie sonstiger keraniitcber Erzeugnisse unter
üebernahme der bisher von Wessel'i Wandplattenfabrik betriebenen
Fabrikations- und Handelsgeschäfte. Grundkapital: M 2,8 MilL Vor-
stand ist Kaufmann nnd Fabrikant Wilhelm genannt Willy Wessel. Die
Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind Frau Kommerzien-
rat 0. Wessel, Frau Baronin H. Leonbart, Prokuristin M. Verbeck, Be-
triebsdirektor A. Alef und Fabrikant W. Wessel 'Dam ersten Aufsichts-
rat gehören an Frau Kommerzienrat 0. Wessel, Direktor Fr. v. Koch,
Bankier H. Wessel, Major a. D. 0. v. Müller, Fabrikbesitzer W. Guilleaume
und Justizrat Dr. J. Abs.
Keramische Werke, G. m. b. H., Dortmund (Hohestraße Nr. 65). Her-
stellung und Vertrieb keramischer und elektrotechnischer Erzeugnisse,
insbesondere gewerbliche Verwertung eines dem Gesellschafter Karl Rasch
zustehenden Rechts zur alleinigen Ausnutzung eines Schnurzugpendels
„Zukunft". Stammkapital.: M 50 000. Geschäftsführer sind die Kaufleute
Karl Rüsch nnd Gustav Otto. Sie sind nur beide gemeinsam oder einzeln
in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Johann Josef Ferdinand, Höhr. Die Kanflente Johann Jakob nnd
Aloysius JohaDn Ferdinand Bind als persönlich haftende Gesellschafter ein-
ge reten. Jeder der drei Gesellschafter ist selbständig vertretungsbefugt.
C. A. Koch & Co , Könnern. Gesellschafter Rudolf Wichmann ist
ausgeschieden.
Norddeutsche Ofenfabrik Meincke & Co., vorm. Oskar Meincke
Pinneberg, Hamburg, Zweigniederlassung Pinneberg. Paul Heinrich Becker
ist ausgeschieden, die Gesellschaft aufgelöst. Alleiniger Liquidator iBt
Gesellschafter Oskar Meincke.
Schmirgel werk Weidenmühle Proß & Koch, Laumersheim. Die Ver-
tretungsbefugnis der Liquidatoren Ernst Proß und Paul Koch ist er-
loschen. Alleiniger Liquidator ist Rechtskonsulent Philipp Schmidt.
Lausitzer Schmirgelwerk Vetschau, G. m. b. H, Vetschau. Au Stelle
des ausgeschiedenen Wilhelm Harnisch wurde zum alleinigen Geschäfts-
führer Kaufmann Bernhard Noltenius berufen. Die Firma lautet jetzt:
„Lausitzer Schmirgel werk, G. m. b. H." Der Sitz der Gesellschaft ist
nach Bremen verlegt.
Glaswerke, A.-G., Berlin (Stralauerstr. 36/37). Herstellung, Ver-
edelung und Handel von Glas, Glaswaren, sowie allen verwandten Erzeug-
nissen. Grundkapital: Ji 5 Mill. Vorstandsmitglieder sind Kaufmann
Adolf Frank und Dr. Alexander Gabis. Die Gründer, die sämtliche Aktien
übernommen haben, sind die Kaufleute L. Lisser, S. Milch und H. Feld-
stein, lug. A. Barax und Kaufmann H. Lülsdorf. Den ersten Aufsichtsrat
bilden Bankdirektor E. Kogän, Vors., Kaufmann Otto Oesterreicher, stellv.
Vors,, Kommerzienrat A. Rosenthal, Kaufmann J. Paenson und Rechtsan-
walt Dr. H Israel.
Gebrüder von Streit Glaswerke, G. m. b. H., Berlin. Das Stamm-
kapital ist um Ji 550000 anf Ji 1 Mill. erhöht.
Fettke & Ziegler, Döbern, N.-L. Der persönlich haftende Gesell-
schafter Gustav Fettke ist verstorben. Otto Fettke und Berthold Fettke
sind als persönlich haftende Gesellschafter ausgetreten und Bind nur noch
Kommanditisten. Die Glashüttenbesitzer Fritz Fettke, Oskar Fettke und
Erich Fettke sind als persönlich haftende Gesellschafter eingetreten. Von
den persönlich haftenden Gesellschaftern sind nur je zwei gemeinschaft-
lich vertretungsbefugt. Die Prokuren des Oskar Knappe, Fritz Fettke,
Oskar Fettke und Erich Fettke sind erloschen. Die Einlage dreier Kom-
manditisten ist erhöht worden. Es sind 20 neue Kommanditisten einge-
treten. Die Gesamtzahl der Kommanditisten beträgt nunmehr 24.
Vereinigte Glashütten, Bad Driburg. Die offene Handelsgesellschaft
ist erloschen.
Glashüttenwerke Germania, G. m. b. H.. Massen bei Finsterwalde, N.-L.
Au Stelle des ausgeschiedenen Gustav Zaruba wurden die Kaufleute
Emil B rtsch und Max Niemz zu Geschäftsführern bestellt. Max
Lasamnick hat Prokura in Gemeinschaft mit einem Geschäftsführer.
Sächsische Glasfabrik, Radeberg. Die Kapitalserhöhung um Ji 3 Mill.
Stammaktien auf Ji 6,5 Mill. ist erfolgt. Aasgabekurs 192 78%.
Glasfabrik Lieberg Hütte, G. m. b. H., Schmiedefeld, Kr. Scbleusingen.
Die beiden Prokuristen, Fabrikdirektoren Richard Gertloff und Hugo Jung-
wirt, sind ohne Zuziehung eines Geschäftsführers gemeinschaftlich ver-
tretungsbefugt.
Grimm & Co , Glashttttenwerke, G. m. b. H, Weißwasser, O.-L.
Das Stammkapital ist um Ji 240 000 auf Ji 600 000 erhöht worden.
Thüringer Isolierflaschen- nnd Glasinstrumentenfabrik Heinz,
Schmidt & Co., G. m. b. H„ Altenfeld. Stammkapital: Ji 108 000. Ge-
schäftsführer ist Glasbläser Willy Schmidt. Bei seiner Behinderung tritt
ein Aufsichtsratsmitglied ein.
Berliner Glas- und Spiegel-Manufaktur, A.-G., Berlin. Fritz DeBsauer
nnd Franz Meilinger haben Prokura mit einem Vorstandsmitglied. Dam
Aufsichtsrat gehören jetzt an: Rechtsanwalt und Notar G. Kirsch, Bmk-
direkror F. Schaffer, die Direktoren R. Redschlag und K. Härder sowie
Dr. W. Otto.
Danneleit & Klein Nachf., Berlin Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Alleiniger Inhaber ist der bisherige Gesellschafter Hans Nix.
Qaarzlampe- Gesellschaft m. b. H., Dresden. Die Firma lautet
künftig: „Dresdener Quarzlampe, G. m. b. H."
Karl Hey, Franenwald. Fabrikation von Glasinatrumenten. Inhaber
ist Fabrikant Karl Hey.
Otto Karl Möller, Frauenwald. Herstellung von Glasinstrumenten.
Inhaber ist Fabrikant Otto K, Möller.
Möbel- und Spiegelfabrik „Walfhoh" Walther & Fischer, Zweig-
niederlassung Fdrth (Königswarter Str. 4). Die Zweigniederlassung wurde
zur Hauptniederlassung erhob eu.
Kristallepiegelfabrik, A.-G., Kempen a. Rh. Die Firma lautet jetzt:
„Kriitaliepiegelfabrik Wittfeld nnd Janssen, A.-G ". Zum weiteren Vor-
standsmitglied wurde Kaufmann Karl Janssen bestellt.
1922. (65. Jahrgang.)
SP RECH SAAL - COBURG-
Nr. 5
53
Glasinstrumenten- ucd Thermometerfabrik Dr. Schwarz, Schlöffel &
NenmaM Langewiesen. Betriebsleiter Karl Schlbffel i*t ausgeschieden
Sie Fhma wird unverändert von den Gesellschaftern Dr. Schwarz und
Neumann weitergeführt.
L Heinrich & Hartmann, Langewiesen. Persönlich haftende öeseii-
„chafter S ölas^hrer Louis Heinrich und Glasschleifer Franz Hartmann.
Ulrich & Schrickel, Unterpörlitz. Fabrikation und Vertrieb von
Thermometern, Glasinstrumenten und einschlägigen Unn^mtö
lieh haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Hermann Ulrich II und Otto
Schrickel V. Jeder Gesellschafter ist selbständig vertretungsermächtigt.
Wilh. Hiby, G. m b. H, Düsseldorf. Das Stammkapital ist um
JK 370 000 auf M 1 Mill. erhöht worden.
F. Küppersbusch & Söhne, A.-G., Gelsenkirchen Die Kapitalser-
höhung um £ 2 Mill. Inhaberaktien auf .Ä 10 Mill. ist durchgeführt.
Gegenstand des Unternehmens ist nunmehr Fabrikation von Oefen, Herden,
Zentralheizungen, Badeeinrichtungen, Warmwasseranlagen und angliede-
re fähigen Artikeln, Verwertung dieser Fabrikate und Abschloß aller
sonftigen Geschäfte, welche zu dem gedachten Zwecke in Beziehung
stehen. . _ .
Geithainer Emaillierwerk, Gräßler & Schmidt, Geithain Kaufmann
Bmil Guido Gräßler ist durch Tod ausgeschieden. Die Gesellschaft wird
mit seinen zwei Erben als Kommanditisten fortgesetzt. Die Emlagen der
elf Kommanditisten sind erhöht worden.
Sächsische Emaillier- und Stanzwerke, vormals Gebr. GBuchteLA.-G
Lauter. Die Kapitalserhöhung um Jt 2 Mill. Stamm- und M 0,1 M l.
.Vorzugsaktien auf ^ 5,9 Mill. ist erfolgt. AusgAbekurs 220 bezw. 100 °/0.
Schwelmer Herdfabrik, H Boecker & Co., G. m. b. H , Schwelm.
Kaufmann Hugo Boecker jr. hat Prokura.
Fabriklager von Villeroy &Boch, Walter Schwer, Zweigniederlassung
Augsburg. Die Firma ist erloschen.
Allgemeiner Flaschenvertrieb Willi Willems, Berlin. Inhaber ist
Kaufmann Willi Willems.
Heckert & Co., A.-G., Berlin. Die Kaufleute K. Heckert und H.
Reichow Bind in den Aufsichtsrat gewählt worden.
Erich Mohr, Flach- und Hoblglas-Großhandlung, vorm. Eduard Kontny
Glas-VertriebsBBro, G. m. b. H., Zweigniederlassung gm. tarn-
kanital- M 20000. Selbständig vertretnr gsbefugte Geschäftsführer Bind
die Kaufleute Erich Möhr und Georg Thomee. Die Handlungsgehilfen
Hans Lachmann und Wilhelm JuriBch haben für die Zweigniederlassung
Berlin Gesamtprokura.
Friedrich Tigges, Berlin. Kaufmann Friedrich W. Michel ist als
persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Seine Prokura ist erloschen.
Heinrich Winterhoff, Berlin-Steglitz. Inhaber ißt Kaufmann Heinrich
Winterhoff.
Braun & Co., Glas-, Porzellan- und Steingut-Großhandlung, Bunzlau.
Persönlich haftende Gesellschafter Bind die Kaufleute Wilhelm, Julius und
Theodor Braun. Kaufmann Richard Januschowsby hat Prokura.
KrjBtaUglas-Industrie Hermann Seeliger, Goldbach. Inhaber ist
Kaufmann Heimann Seeliger.
F. Dan & Sohn, Hamburg. Gesellschafter G. J. F. Dan ist ausge-
schieden. Kaufmann Fritz W A. Dan ist als persönlich haftender Gesell-
schafter eingetreten. Die letzterem erteilte Prokura ist erloschen. Gott-
fried J F. Dan hat Einzelprokura. Karl L. R. Mulka und Eduard Chr.
G Pfeiffer haben Gesamtprokura mit dem Gesami Prokuristen Landahl. Die
an G. 0. E. Trautscholdt erteilte GeBumtprokura ist erloschen.
Th Hartmann & Schnitze, Hamburg, Zweigniederlassung Bremen.
Die Zweigniederlassung ist zur Hauptniederlassung erhoben worden.
Kaufmann Wilhelm H. Söhnchen ist unter Erlöschen seiner Prokura als
Gesellschafter eingetreten. Die Firma lautet jetzt: „Th. Hartmann &
Schnitze." Hermann Kaemeng hat Prokura.
Fabriklager von Villeroy & Boch, Franz Perino, Hannover. Die
Firma ist erloschen.
Obst & Walker, G. m. b. H, Köln (Siebengebirgallee 70). Korn
misBionsweiser Vertrieb von Email-, Eisen-, Stahl-, Porzellan-, Glas- und
ähnlichen Waren. Stammkapital: Jt 20000. Geschäftsführer sind die
Kaufleute Paul Obst und Georg Walker.
Jacob Gerner, Leipzig. Kaufmann Gustav Adolph Arno Schuster
hat Prokura.
Piehl & Fehling, Lübeck. Gottfried Th. F. Möller hat Einzelprokura
Ein Kommanditist ist ausgeschieden.
Walther & Kunz, G. m. b. H., Marktredwitz. Ein- und Verkauf
von Porzellanwaren aller Art für In- und Ausland. Stammkapital:
Jt 60000 Selbständig vertretungsbefugter Geschäftsführer ist Kaufmann
Thomas Walther. Der stellvertretende Geschältsftthrer Kaufmann Ernst
Kunz ist nnr gemeinsam mit dem Gesamtprokuristen Alfred Pöhlmann
vertretungsbefugt. »
Platten- u. Hartstein-Industrie, G. m. b. H , München (Platenstr. 6/1).
Generalvertretung der Firma Litwin & Co , Altrandsberg, sowie VertrieD
von Baumaterialien aller Art. Stammkapital: M 20 000. Selbständig
vertetungsbefugte Geschäftsführer Bind die Kaufleute Alois Geisen und
Heins Kunkel.
Erich Schlegel, Stettin. Großhandel mit Porzellan, Steingut, Kristall
und GlaB. Inhaber ist Kaufmann Erich Schlegel.
Rückersdorfer Kristall-Glassandwerke, G. m. b. H, Dobrilugk. An
Stelle der ausgeschiedenen Otto Schemmel und Willibald Zschammer
wurde Grubendirekt ör Paul Freitag zum Geschäftsführer bestellt.
Farbenwerke Wunsiedel, G. m. b. H., und Neupert & Co., G. m. b.
H., Wunsiedel. Die Vertretungsbefugnis der Geschäftsftthrerin Wilma
Simon ist beendet.
E. de Haen Chemische Fabrik „List«, G. m. b. H , Seelze Die
Kaufleute Eduard Gleim und Leopold Kröhne haben Gesamtprokura.
Ioeenieur Zahn, Technisches Büro, G. m. b. H, Berlin Die Firma
lautet jetzt: „Zahn & Co., Bau chemischer Fabriken, G. m. b H.« Gegen-
stand des Unternehmens ist fortan Fortführung de>j-nigen Teils des früher
von Inj? Dr Zahn betriebenen technischen Büros, walcher sich mit dem
Bau von chemischen Fabiiken befaßt. Dr. Norbert Specht hat Prokura
mit einem Geschäftsführer.
Btioherschau.
Sprecbsaal-Kalender für die Keramischen, GlaR- und ver-
wandten Industrien. Herausgegeben von Dr. J. Koerner. 1922 14 Jahr-
gang Verlag von Müller & Schmidt, Coburg. Preis für Deutschland
und Deutsch Oesterreich bei freier Zusendung Ji 13—.
Der Sprechsaal-Kalender ist pünktlich zum Jahreswechsel erschienen,
sehr zur Freude seiner Anhänger, die ihn bei silikat-chemischen Arbeiten
nicht mehr missen mögen. Sein äußeres Gewand ist unverändert ge-
blieben, dagegen sein Inhalt durchgesehen und erweitert. Besonders her-
vorgehoben sei, daß in der Rohstoff-Tabelle, die an die Stelle der früheren
Zusammenstellung von Sauden getreten ist, sowie in der Tabelle der Tone
und Kaoline die neuesten Analysen der Materialien nach Angaben der
Lieferanten angeführt sind. Zar Empfehlung des Spre chsaal-Kalenders
genügt der Hinweis, daß er zum unentbehrlichen Hilfsmittel derjenigen
geworden ist, die in Laboratorium und Betrieb von Keramischen, Glas-
und Email-Fabriken tätig sind.
Taschenbuch für Keramiker. Herausgegeben von der Keramischen
Randschan. 19^2. Berlin NW. 21, Verlag Keramische Randschau G m. b. H.
PrWS In der bekannten Gediegenheit stellte sich auch das Taschenbuch
für Keramiker zur rechten Zeit ein, dessen neue Beiträge vielseitiges
Interesse finden dürften. Es sind dies kurze Abhandlungen über Porzellan-
massen und Glasuren, Stanzporzellan, Anlage feinkeramiseber Fabmen,
Trocknen von Wandplatten, Gerinnen von GUßachlicker, Kochgeschirr,
rotbraune Farbe der Steinzeugwaren, Fehler- Verhütung bei Rohste ff Wechsel,
Rohglasieren von Ofenkacheln, Emaillen für Blecbgeschirre, Ianeubeleuch-
tung der Brennöfen und Keramogravüre. Die üblichen Beiträge, die sozu-
sagen den eisernen, immer nötigen Bestand bilden, vervollständigen den
Inhalt des Taschenbuchs, das weitesten keramischen Kreisen willkommen
sein wird.
Kalender für den praktischen Kachelofenbau 1922. Nach-
schlagebuch für Kachelofenfabnkanten, Hafner, Töpfer und Ofensetzer,
sowie Baubehörden, Architekten, Baumeister und fachliche Fortbildungs-
schnlen. Herausgegeben von Aug. Fichtner 3. Jahrgang. Halle a. S.
Carl Marhold, Verlagsbuchhandlung. Preis geb. M 12.
Es ist erfreulich, daß dieser Kalender nach 6 jähriger Pause wieder
erscheint, denn schon in der kurzen Zeit seines Bestehens hat er seine
Existenzberechtigung bewiesen. Die neue Ausgabe trägt naturgemäß den
veränderten Brennstoff- Verhältnissen, die besonders auf dem Gebiete der
Hausbrandfeuerung einschneidend gewirkt haben, sowie den Neuerungen
und Verbesserongen der letzten Jahre Rechnung. Der Iuhalt gliedert
sich in die folgenden Abschnitte: Tabelle >, Wärmetechnik, Brennstoffe
und deren Ausnutzung, Verbrennung, Heizung, Ermittelung des Wärme-
bedarfs, Feuerungstechnik, der praktische Kachelofenbau, die Beheizung
des Kleinhauses, der deutsche Kochherd, die Warmwasserbereitang, die
Lüftung, die Wohnungs-Zentralheizung darch Kachelofen, Hilfsmittel für
zentrale Kachelofenheiznng, Mörtel und Kitte. Diese Vielseitigkeit ist es,
die den Kalender zum Ratgeber für jeden Hafner, Töpfer, Ofensetzer, und
-Fabrikanten macht und ihm eine weite Verbreitung sichert Ldder warde
der Notizkalender und jede Schreibgelegenheit weggelassen, was nur als
unangebrachte Sparsamkeit bezeichnet werden kann.
Die Geschichte der Porzellanfabrik zu Tetlau und die Be-
ziehungen Alexander v. Hamboldts zur Porzellanindastrie. Von Dr. K.
Otto Dees. 1921. Druck der Wiedemannschen Drackerei A.-G , Saal-
feld i. Thür. Preis M 10.—.
Es kann vom kunsthistorischen Standpunkt nur begrüßt werden, wenn
versuent wird, die Geschichte alter Industriestätten zu studieren, wie es
neuerdings der Fall ist. Die Archive wurden geöffnet, die oft schwer zu-
gänglichen Familienchroniken durchforscht und die Bibliotheken durch-
sucht, um Zusammenhänge zu fiaden zwischen dem Einst und Jetzt und
eine Uebersicht zu gewinnen über die Entwickelang von Unternehmen,
die durch ihre Vergangenheit historisch wichtig geworden sind und gleich-
sam ein Stück Kalturgeschichte verkörpern.
Darch die vorliegende Monographie erhält die Geschichte der Por-
zellanindustrie Bayerns und Thüringens eine wesentliche Bereicherung,
und es ist interessant, festzustellen, daß es auch wieder Thüringer waren,
die die Porzellankunst nach Tettau brachten. Von ganz besonderer Be-
deutung ist es, daß Alexander von Humboldt an der Gründung der Por-
zellanfabrik Tettau insofern nicht unbeteiligt ist, als er als Kammer- und
Bergassessor in Bayreuth und dann als Oberbergmeister den Gründern die
Wege ebnete und das Unternehmen auch förderte. Der Verfasser hat mit
großem Fleiß und lateresse zusammengetragen, was namentlich für die
Gründungsgeschichte und die ersten Dezennien der Porzellanfabrik zu
Tettau wichtig ist. Leider sind die Nachrichten über die weiteren Schick-
sale der Tettauer Fabrik bis zur Gegenwart lückenhaft, und so fehlte
denn das Material zur weiteren Fortführung der Geschiente. Nichtsdesto-
weniger muß man dem Verfasser Dank dafür wissen, daß er uns den
Werdegang eines Unternehmens vor A.ugen führt, das viel zur Einführung
des Porzellans in den Volksgebraueh beitrug. — Wir empfehlen die reiz-
volle Schrift allen denen, die Interesse haben für die Geschichte der Por-
zellanfabrikation, und dann auch Sammlern, denen durch die Beifügung
farbiger Abbildungen von Tettauer Altporzellan sicherlich ein Gefallen
getan ist.
54 — IKr 5
SPRECHSAAL-GOBUKÖ.
1922. (55. Jahrgang.)
Patente.
Oesterreich.
Erteilungen.
86 710. 32 a. Verfahren zur Herstellung von Glasschirmen in
Blumenform (Venetianische Rosen), insbesondere für elektrische Glüh-
lampen. Glasfabriken und Baffineritn Josef Inwald, A.-G., Wien. 15. 7. 21.
86 760 36 a. Einrichtung an Kachelöfen oder Kaminen zur
raschen Wärmeabsrabe bei Beginn des Heizvorganges. Eduard Mar
Major, Wien. 15. 5. 21. I \ .
86 851. 80 c. Ofen zum Brennen oder Emaillieren von Töpferwaren
u. dgl. (Abhängig von Pat. Nr. 59 390.) Konrad Dressler, Bildhauer
Chelsea. 15 6. 21.
86 953. 21-c. Nicht auseinandernehmbarer, aus mehreren Teilen
bestehender Hochspannungsisolator. Friedrich Jaentsch, Oberingenieur
Selb. 15 7. 21. 8 '
86 974 12 c. Verfahren und Vorrichtung zur elektroosmotischen
Entwässerung pflanzlicher, tierischer und mineralischer Stoffe. Elektro-
Osmose-A -G. (Graf Schwerin Ges.), Berlin. 15. 7. 21.
87 022. 80 c Aus fahrbaren Kammern zusammen gesetzter Kanal-
ofen, Peter Josef Lengersdorff, Direktor. Berlin. 15. 8. 21.
87 026. 80 b. Vorrichtung zum Niederführen unterer Preßstempel,
inibesondere bei Pressen mit umlaufendem Formtisch und Ober- und
Unterstempeln. Fritz Kilian, Fabrikant, Berlin-Lichtenberg. 15. 8. 21.
87 068. 21 a. Verbinder für Hänge-Isolatorketten. Porzellanfabrik
Kahla, Filiale Hermsdorf-Klosterlausnitz, Hermsdorf. 15. 7. 21.
Deutsches Beioh.
Eintragungen.
801 788. 64 a. Gefäß oder Flasche mit Sicherung gegen Ver-
faiiehung des Inhalts. Alampi & Comp , Bio de Janeiro. Brasilien. 6. 8 20
801943. 64 a. Glasgefäß mit Knopf deckel. Bidolph Moll & Co
Mamburg. 30. 11. 21.
802000. 33 c. Glasflasche für zur Schönheitspflege dienende
Flüssigkeiten. L S. Mayer, G. m. b. H, Frankfurt a. M. ,28. 11. 21.
802 016. 33 c. Parfüm- oder dgl. Fläschchen. A. Thomas & Co
•era-Beuß 1. 12 21.
802 047. 64 a. Weinglas oder dgl. mit Metallfuß. Budolf Wächtler
t Lange, Mittweida i. S. 9. 11. 21.
802 143. 32 a. Halbautomatische Bevolverglaspreßblasmaschine.
Weif5« Maschinenbau-Gesellschaft m. b. H., Cöln. 4. 12 19.
802 204.' 34 f. Blumenvas«. F C. Karl Weber, Eilenburg. 26. 8. 20.
802 372. 30 f. Licht- und Wäimestrahllampe iür therapeutische
Zweeke. Qaarzlampen- Gesellschaft m. b. H., Hanau. 30. 11. 21.
802 421. 421. Apparat zur Bestimmung des Stickstoifgthaltes
trganiicher Substanzen. Otto Paeller, Breslau, Tiergartenstraße ~
27. 10. 21.
802 433. 67 a. Vorrichtung zum gleichzeitigen Zentrieren und
Stapeln von Brillengläsern u. dgl. zum Einsetzen des Stapels in die auto-
matische Bandschleifmaschine. Beller & Fischer, Neuenbürg a E
Württemberg. 28. 11. 21. ' '
802 472 32 a. Vorrichtung zum selbsttätigen Ein- und Ausführen
des Halspegels und gleichzeitigen Oeffnen und Verschließen der Vorform
bei Flaschenblasmaschinen. Wolfs Maschinenbau-Gesellschaft m. b H
Cöln. 4 11. 18. " "
802 559. 30 d. Aus Glas bestehende Seitenklappen für Sonnenlicht-
schützer. A. Heinemann & Söhne, Eathenow. 29 11. 21.
802 563. 80 a. Form zum Gießen von Taubennestern in Gips.
Wilhelm Hopfe, Erfurt, Pergamentergasse 42. 2. 12 21.
802 581. 34 f. In einer Vase oder dgl. Bebälter angeordnete
leuchtende Glasblumen. Willy Lawerenz, Berlin-Tempelhof, Binebahn-
straße 7. 7. 12. 21. •*
802 614. 21 g. Böntgenröhre. Siemens & Halske, A-G., Siemens-
stadt b. Berlin. 27. 5 21.
802 650. 421. Titrier apparat zur leichten Bestimmung des Essig-
bezw. Salzgehaltes. Forschungsinstitut für die Fischindustrie. G. m b. H
Lübeck. 8. 12 21.
802 655 63 b. Als Flach- und Tiefgangwagen verwendbarer Trans-
portwegen für Flachglas- bezw. Spiegelglasversandkisten. Ein- und
Verkaufs-Genossenschaft selbständiger Glasermeister Deutschlands, Ein-
getragene Genossenschaft m. b. H, Zweigniederlassung Frankfurt a. M,
Frankfurt a. M. 9. 12. 21.
802 688. 37 b. Wandplatte mit Glasabieckung. Wilhelm Germroth,
Weimar, Wildenbruchstra,ße 12. 23. 11 21.
802 758. 75 d. Marmorierte Glasplatte. Paula Schielzeth geb. '
Heitmann, Hamburg, Brüderstraße 26. 10. 12. 21.
802 778. 42 i. Einrichtung zur Messung hoher Temperaturen.
Siemens & Halske, A.-G., Siemensstadt bei Berlin. 20. 8. 21.
802 840. 75 d. Glasplatte mit Facettenimitation. L. 0. Brückner,
Grenzhammer bei Ilmenau i. Thür. 24. 11. 21.
Verlängerung der Schutzfrist.
693 913. 42 1. Becherglas usw. Zellstofffabrik Waldhof und Dr.
Valentin Hottenroth, Mannheim- Waldhof. 8. 9. 21.
696 067. 34 1. 3ett- und Faßwärmer.
696 068. 341. Bett- und Fuß wärmer.
Alfred Gutmann, Spezialfabrik keramischer Heizkörper für Zentral-
heizungen, Dresden. 10. 12 21.
696 376. 341. Isolierflasche usw. Christian Hinkel, Berlin, Bitter-
straße 77/78. 12. 12. 21.
722 311. 80 c. Schmelzkorb. Beinhold Schlegelmilch, Porzellan-
fabrik, Tillowitz i Schi. 28. 10. 21:
802 472. 32 a. Vorrichtung zum selbsttätigen Ein- und Ausführen
des Halspegels usw. Wolfs Maschinenbau Gesellschaft m. b. H„ Cöln.
5. 12. 21.
bis 0,90 PbO \ n . . n / 3,05 SiOs
0,10 BaO /U'10 A,,u» \ 0,40 B9Os
zu finden sind fs. Sprecbsaal-Kalender „Flösse"). Wenn Sie Ihren Glasuren
derartig zusammengesetzte Fritten zu Grande legen und als Bohvereatz
nnr Kaolin, Feldspat oder Kalkspat beigeben, so wird sich zweifellos
hieraus auch «in« Glasur ergeben, die der Thorpe'schen Begel genügt.
Ali ••rikirefreit Fritte, die allerdings «rit bei etwa 8K 010 a glatt aus-
sohmilst, käme nach Koerner, „Bleihaltige, im Sinne des Gesetzes ungiftige
Glasuren", eine Fritte von etwa folgender Zusammensetzung in Betraoht:
0,50 PbO
Fra gekästen des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fragekastens.
•ffen to i;*r £frn r£5^*.* k n » Ü f£ *e?»"il«che uul andere für unseren Leserkreis wissenswerte Fräsen und Fabrikationsfehler*
MlJ» tu In«eleente?i f ESEL ?£SS!? Materialien, Maschinen nad Werkaenge für nnsere Industrien nachzuweisen. Soweit sieh Beeng«,
«ueiien im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nnr darauf hin verwiesen.
.«er Antworten an^eVrageÄ von Kempten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angebote.
8. Die Kamen der Fragesteller werden nach keiner Welse hin genannt, anonyme Zuschriften Jedoeh nicht berücksichtigt,
k.-nen ntr^u^^ die FrBffe 'olgende Kummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
Bf.»»tw«^n™L«^^»K^^i.bellSlt *lch VOPÄ^5ne.An?abe VÄn sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; für branehbare
Bedakno?ni«ht! U C " Fff»«en ««wahrt Sie ein angemessenes Zellenhonorar. Blne ülvilreehtllche Haftpflicht Übernimmt die
«t. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
14. Welches ist die Zusammensetzung einer Bleischmelze oder Blei*
fritte, die den Bedingungen der Thorpe'schen Regel in Bezug auf die Lös-
Uchkeit von Blei genügt und dennoch genügend leichtflüssig ist, um in einem
^thmtlzofen geschmolzen werden zu können? »
Erste Antwort: Mit Glasuren bezw. Bleifritten, die in Bezug
auf Bleiabgabe lediglich der Thorpe'schen Begel genügen, die also nach
einstündigem Schütteln der zerkleinerten Glasurprobe mit der tausendfachen
Menge %-iger Salzsäure kein Blei abgeben, werden Sie bei deutschen
Behörden wohl nicht bestehen können. Das deutsche Gesetz schreibt vor,
daC Eß-, Trink- und Kochgeschirre nicht mit Glasur oder Email versehen
sein dürfen, die bei halbstündigem Kochen des fertigen Fabrikates an
4 °/» ige Essigsaure Blei abgeben. Diese letztere Methode ist aber, wie
wissenschaftlich festgestellt wurde, strenger als die Salzsäureprobe nach
Thorpe; es werden daher alle Glasuren, die die Essigeäureprobe bestehen,
auch der Salzsäureprobe Stand halten, zumal wenn es sich wie in Ihrem
Falle nicht um Boh-, sondern um Fritteglasuren handelt. Mit der Her-
stellung von sehr leicht schmelzbaren, für SK 022 — 015 bestimmten
Fritten bezw. Glasuren hatte sich s. Zt. Berdel eingehend befaßt und dabei
feitgtitelit, daß solche in dem Bahmen der Typen:
0!l6 kIo \ 0,15 A1.0, ( JJJ
0,75 PbO J * U,4U *>u»
0,10 K,0
0,13 CaO
0,13 ZnO
0,14 MgO
wobei die Flußmittel außer PbO
können.
0,1 Ala03 . 2 SiOa
in weitgehendem Maße geändert werden
Zweite Antwort: Es läßt sich unmöglich eine Fritte angeben,
bei der man nur nach der Formel von vornherein versichern kann, daß sie
eine ganz genau bestimmte chemische Widerstandsfähigkeit gegen Säuren
besitzt, also auch z. B. der Thorpe'schen Begel entspricht ; denn die Länge
der Schmelzdauer, die Schnelligkeit des Abkühlens, die Zusammensetzung
der Ofengase, endlich auch die Art des Aufbrennens einer solchen Schmelze
auf den Scherben, die Frage der HaarriBsigkeit — alles wirkt hier mit.
Von der praktischen Prüfung der betreffenden Schmelze werden Sie also
nicht befreit. Im übrigen sprechen Sie auch zu allgemein von Bleifritten,
ohne anzugeben, ob außer Blei anch andere Basen, z. B. Alkali, Kalk,
Tonerde, ebenso auch ob Borsäure vorhanden sein soll ; jeder dieser
Körper wird außerordentlich auf die Bleilässigkeit der fertigen Fritte ein-
wirken. Am leichtesten wird es Ihnen gelingen, ein reines Bleisilikat in
dieser Art säurebeständig zu bekommen, z. B. PbO . 2 SiO.,, zusammenge-
setzt aus 229 Mennige und 120 Quarz.
Dritte Antwort: Da Ihre Frage in Bezug auf die Verwendung
der Fritte und die Höhe des Brandes so ungenau gehalten ist, müssen
Sie unter den folgenden Fritten die Ihnen am 'geeignetsten scheinende
auswählen. Nachdem Sie einen Fritteofen haben, so ist es wahrlich
nicht schwer, eine passende Fritte zu finden, da der Ofen jedenfalls be-
züglich der Wärmeentwicklnng einen sehr großen Spielraum läßt. Ver-
snohen Sie Fritten von folgender molekularen Zusammensetzung :
1922. (öS. Jahrgang.)
SPRECHSAAL
— COBURG. Nr. S - 86
letzteren weniger beizufügen wäre. Da nicht angegeben ist, wie noch
gebrannt wird, ao kann nnr der folgende Versatz ohne Rücksicht auf die
Brennhöhe vorgeschlagen werden:
Dölauer Kaolin 24 Gew.-T.
Mügelner Kaolin . . 97 „
Martinrodaer Sand 26 „
Spat 20
Kalktuff 3 „
Sodazusatz wie bisher.
17. Steht einwandfrei fest, daß der Tunnelofen unter Berüctoiehti-
gung aller Eigenheiten der rationellste Ofen zum Brennen von Schamotte-
ofenkacheln ist, oder sind Zweifel möglich?
Erste Antwort: Die Ansichten über die Tunnelöfen mit Gas-
feuerung sind noch immer verschieden, doch muß gesagt werden, daß ein
Tunnelofen modernster Bauart den Anforderungen völlig entspricht. Bei
dem Ofen ist vor allem der Brennstoffverbrauch fast um die Hälfte ge-
ringer als bei den Rnndöfen, und die Produktion ist infolge des ununter-
brochenen Betriebes eine viel höhere. Durch den empfindlichen Mangel
an guter Kohle tritt man allgemein dem Bau von Tunnelöfen näher. Di«
Hauptsache ist, daß Ihre Produktion genügt, um mit einem Tunnelofen
rationell arbeiten zu können.
Zweite Antwort: Die Tunnelöfen, die sich für Porzellan
bewähren, dürften auch für Schamotteofenkacheln gut verwendbar sein.
Es gibt jetzt viele Tunnelofensysteme; Hauptsache dabei ist die Brenn-
technik, vor allem die Ermittelung des günstigsten Luft-Öai-VerhWt-
nisses, das in den einzelnen Phasen des Brandes wechselt.
Fritte I. 0,20 Ka0
0 25 Na20
0,20 CaO
0,35 PbO
Fritte II. 0,30 PbO
0,45 CaO
0,20 NaaO
0,05 Ks0
Fritte III 0,33 PbO
0,06 K8"
0,28 A)203 Q 6 B 0
0,2 A!203
2,0
0,4
Si02
Bs08
,0 )
° 0
0,17 Na20 f
3aO j
33 A!,03
2 67 Si02
0,34 B203
0,44 0«"
Die Berechnung müssen Sie auf Grund der Ihnen zur Verfügung stehenden
Bohmaterialien selbst vornehmen.
IS. Unsere Gießmasse (Schlicker) für Biskuit- Porzellan aus :
Dölauer Kaolin %7 G.-T.
Mügelner Kaolin " ' f o "
Martinrodaer Sand 18 „
Boer Strand- Spat . .... 18 „
Kalktuff . , . • * 3 ,
Soda-Zusatz . . » ^. h.9JauflÄ9 i.
hat eine zu starke Schwindung, etwa 2W0. Wir bitten um Angabe^ eines
Versatzes, möglichst aus den gleichen Materialien, mit einer bchwmdung
von J^IB®°'°^ntwort. Far die Aenderung Ihrer Masse läßt sich schlecht
aus der Ferne ein Bat erteilen, zumal Sie nicht einmal die Brennhöhe ^n-
geben. Das sicherste ist es doch, Sie nehmen an Ort und Stelle selbst
Versuche vor unter Berücksichtigung des Umstandes, daß Quarz, Sand,
sowie Porzellan- Glattscherben die Schwindung einer Porzellanmaese stets
VemD|eweite Antwort: Wenn Sie Ihren Versatz möglichst beibe-
halten und doch die Scbwindung verringern wollen, so mischen Sie dem-
selben einfach 20-30 »/o feingemahlene Scherben zu. Diesen Zusatz
Bfleet man gerade bei Gießmassen immer zu machen, da dieselben dann
auch viel raecher die Form loslassen, also Zeit und Gipsformen ersparen
helfen. Wieviel Scherben Ihre Masse verträgt, probieren Sie am besten
aus, vielleicht von 15 «/„ beginnend. Ist der magernde Zusatz zu starK
geworden, dann reißt der Scherben beim Herausnehmen aus derüorm oder
schon in der Form selbst. ■ - * .
Dritte Antwort: Wenn Sie schon Ihre Masse angeben, so
hätten Sie auch die Analysen der Bohmaterialien und die Brenntemperatur
anführen müssen. Ihre Masse enthält offenbar zu viel Kaolin und zu
wenig Sand und Feldspat, und Sie müssen nun an Hand der Analysen
Ihre Masse aof nachstehende rationelle Zusammensetzung bringen und
danach Versuche machen. Brenntemperatur 8K 9— 10. ^
Tonsubstanz 40 38 46
Qaarz 18 24 22
Feldspat 32 31 28
Kalkspat 10 7 5 .
Vierte Antwort: Zur Berechnung von Massen sind die
Analysen der Bohmaterialien erforderlich. Da ich die Zusammensetzung
Ihres Mügelner KaolinB nicht kenne, muß ich mich auf den Doiauer
Kaolin beschränken, der auch genügt. Eine Masse mit 14,5 % Schwindung
entspricht der Formel
S?&o,M80,F,o}3AI'°--14Si0'
. In Ihr Material umgerechnet, ergibt sich der Versatz :
Dölauer Kaolin 46.12 %
Spat von Eoerstrand ......... 33.68 /0
Sand von Martinroda . . . . . . . 19,90%
Kalkspat 030 »/<>
. Diese Masse brennt bei SK 9 aus. Da der Quarz etwas hoch ist, hat die
Masse leisen Seidenglanz, der ja oftmals erwünscht ist. Der höhere Kah-
gehalt, namentlich des Martinrodaer Sandes, macht sie leichter schmelz-
bar, so daß Sie schon bei SK 8 Probe ziehen können. Warum Sie den
teueren Boerstrand-Spat verarbeiten, ist unverständlich. Geben Sie zu
50 kg Trockenmasse 2,5 g Kobaltnitrat und 125 g Zinkoxyd ; diese
steigern die Weiße und nehmen den gelben Durchschtiu, wenn irgend ein
Material Titansäure enthalten sollte. Auch 1 Tasse Salzsäure auf 10 Ztr.
Trommelinhalt ist sehr dienlich, da die Masse dann im Bottich keine
Wulste bildet. Mahldauer für die Masse 80—100 Stunden.
Fünfte Antwort: Eine erschöpfende Beantwortung Ihrer Frage
könnte nur dann erfolgen, wenn Sie Ihrtm Versatz die Analyse der ver-
wendeten Bohmaterialien beigefügt hätten. Wenn Sie mit Ihrem Biskuit
bis auf die Schwindung zufrieden sind, genügt es, dem Versatz Glüh- und
Glattscherben einzuverleiben. Sollte Ihnen die Umrechnung Schwierig-
keiten machen, dann versuchen Sie den rohen Kaolin durch geglühten
(bei etwa 900 °J teilweise zu ersetzen. Der Versatz lautet dann :
Dölauer Kaolin, ungeglüht ..... 17 Gew.-T.
« geglüht 8,6 „
Mtigelner Kaolin, ungeglüht .» . . . 11 „
geglüht 8,6 „
Sand, Spat usw. wie bisher.
Ein Weiterer Fehler ist der geringe Sodagehalt. Zu 1 kg Masse dürfen Sie ruhig
2,5—3 g Kristall-Soda nehmen; dadurch benötigen Sie zur Verflüssigung
der Masse weniger Wasser, und die Trockenschwindung wird eine ge-
ringere sein. Obgleich ich die Analyse der verwendeten Bohmaterialien
nur teilweise kenne, glaube ich, daß der angegebene Versatz eine schön
glänzende Biskuitmasse nicht ergibt, denn dazu ist ein größerer Gehalt
an Qaarz und Spat notwendig.
Sechste Antwort: Um die Schwindung zu verringern, ist der
Masse etwas mehr Quarz zuzufügen, wodurch aber der weiche Ton des
Biskuits vermindert wird, was Sie mit in Kauf nehmen müßten. Mügelner
Kaolin schwindet weniger alB Dölauer, sodaß vom ersteren mehr und vom
CHas.
12. Wir beabsichtigen die Fabrikation von Linsen, Menisken^ und
andern Gläsern, die für die Optik Verwendung finden sollen, einzurichten
und benötigen dazu einen Kammer- oder Doppelkammerofen, dessen Glüh-
räume ca. 400X.500 mm groß sein müssen und der mit Oel- oder elektri-
scher Heizung betrieben werden kann. Wer liefert derartige Anlagen?
Erste Antwort: Aus der angegebenen Größe des DoppeLKammer-
ofens von 400X500 mm ist zu ersehen, daß es sich nur um die Fabrikation
kleiner Linsen handeln kann. Die Herstellung der Menisken, Mondsiohel-
gläser u. dgl. hat mit dem Kammerofen nur insofern zu tun, als man hier
den Brocken aus optischem Glas die für den Schleifer benötigte Form
und Stärke gibt, sie also senkt. Von einer elektrischen Beheizung dieser
Kammeröfen wäre aus verschiedenen Gründen abzuraten, da man die hohe
Wärme des elektrischen Lichtbogens dazu nicht benötigt. Wenn Oel zu
angemessenen Preisen zur Verfügung steht, so wäre diese BeheizungsaTt
schon vorteilhafter. Sonst verwendet man feste Brennstoffe und stattet
die Oefen mit Halbgasfeuerang aus. — Entsprechende Oefen mit elek-
trischer Beheizung, Oel- oder Halbgasfeuerung liefert Hütteningenieur
M. von Beiboldt in Coburg. *
Zweite Antwort: Es gibt in der Praxis Ofenanlagen für dag
Pressen von Linsen, Menisken usw. mit Oel-, Leuchtgas- und Generator-
gasheizung. Elektrisch beheizte Anlagen sind bei dem heutigen Strom-
preis Unrentabel. Den Bau und die Einrichtung kompletter Anlagen über-
nimmt die Gesellschaft für industriellen Gas- und Oel-Ofenbau m. b. H.
in Dresden 19, Tittmannstraße 20 b.
Dritte Antwort: Kammeröfen zur Herstellung von Linsen usw.
liefert P. K. Ed. Schnurpfeil, Ingenieur in Berlin N. 113, Stolpische
Straße 17.
13. Wer liefert eine Anlage zivr Entbleiung von stark bleihaltigem
Herdglas ?
Erste Antwort: Die Rückgewinnung des Bleis aus Bleiglas
kann auf zwei Arten geschehen, einmal auf nassem Wege durch Aus-
laugen und dann auf hüttenmännischem, durch Abrösten des Herdglases.
Beide Verfahren sind aber in der Ausführung so kostspielig, daß sie als
unrentabel angesprochen werden müssen. Der billigste von den beiden
teuereafiProzessen ist noch der Röstprozeß im kleinen Schachtofen, wobei
sich aber ein Bleiverlust von über 8% ergibt; geringer, etwa 4—5%,
ist der Bleiverlust beim Abrösten im Flammenofen. Die Schattenseiten
dieses Verfahrens bestehen darin, daß durch Umrühren der Charge eine
Menschenkraft mehr erforderlich ist und daß die Arbeiter durch Blei-
dämpfe belästigt werden. Berücksichtigt man, daß das Herdglas, oder
die Bleischerben, erst aufbereitet und mit guter Kohle gemischt werden
müssen, und zieht man den großen Brennstoffverbrauch in Betracht, so
ergibt sich schon die Unrentabilität der Rückgewinnung des Bleis. Hierzu
tritt noch der Verlust beim Röatprozeß, die nicht billige Aufbereitungs-
und Röstanlage, die Ausgabe an Arbeitslöhnen, sowie der Umstand, daß
das gewonnene Blei auch noch raffiniert werden muß. Die beste Ver-
wertung dürfte die sein, daß man das Material nach Feststellung des
Bleigehalts einer Durchschnittsprobe den ßleiglashütten anbietet. — An-
lagen zur Rückgewinnung des Bleis baut Hütteningenieur M. von Beiboldt
in Coburg.
Zweite Antwort: Die Entbleiung von Bleiglas könnte auf
hüttenmännischem Wege durch Erhitzen mit Kohle erfolgen oder auf
chemischem nach verschiedenen Methoden. Aber alle Verfanren sind so
umständlich und teuer, daß sie nicht lohnen. Versuchen Sie daher lieber
eine andere Verwertung für das bleihaltige Herdglas.
M. Wieviel an Gewicht Arsenik erfordert äußerst ein offener Hafen
von 8 Ztr. Glasinhalt zum Blankwerden anstelle des Blasens mit Holz oder
dergleichen? Sind Glaubersalz und Salpeter ein Ersatz für Läuterungs-
mittel ?
Erste Antwort: Der Zusatz von Arsenik richtet sich nach
dem Verhalten des Gemenges während der Schmelze und nach der
Temperatur im Schmelzofen. Geht der Ofen nicht zu heiß oder verwendet
man verdeckte Häfen, wo in beiden Fällen das Gemenge etwas fester
liegt, so erhöht man den Zusatz. Bei normalen Verhältnissen nimmt man
auf 100 kg Sand 0,5—1 kg Arsenik. Vor dem Läutern wirft man einige
Stücke in den Hafen, wo sie zu Boden sinken und durch ihr Verdampfen
ein heftiges Wallen der Glasmasse, somit eine Beseitigung der Bläschen
8« — Mr. h
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. fahrgang.)
und die Homogenisierung des Glases bewirken. Arsenik verflüchtigt sich
im Ofen vollständig. Salpeter zersetzt sich bei der Schmelze, nnd der
freiwerdende Sauerstoff wirkt durch Oxydation der organischen Substanzen
oder Schwefelverbindongen entfärbend. Die entweichenden Gase tragen
gleichzeitig znr Homogenisierang des Hafeninhalts bei. Bei gutem Weiß-
glas verwendet man Arsenik und Salpeter gleichzeitig., Glaubersalz kann
für das Weiüclas gar nicht in Frage kommen nnd wirkt beim Schmelz-
prozeß nur als Alkali, nie aber als Läaterungs- und Homogenisierungs-
mittel.
Zweite Antwort: Wollen Sie Ihr Glas statt mit Holz und dergl.
mit Arsenik blasen, so müssen Sie S Iickarsenik verwenden, und zwar ist
derselbe während der Läuterungsperiode in die flüssige Glasmasse zu
werfen. Men richtet sich nun dabei nicht nach dem Gewicht, sondern
nach der Größe des Stückes; es muß so groß sein, daß es im Glasfluß u
Boden sinkt und die Glasmasse durch die entweichenden Dämpfe in
wallende Bewegung versetzt. Sie benötigen Stucke von etwa 120 — 140 ccm
Größe. Je nach der Zusammensetzung des Glases und der im Ofen herr-
schenden Sebmelzhitze ist dieses Blasen zwei- oder auch mehrmal vorzu-
nehmen, in Zwischenpausen von etwa 30 Minuten. Als Ersatz für L|u-
terungsmittel kommt in gewissem Sinne nur Salpeter in Betracht; ob-
gleich auch Glaubersalz nur bei manchen Gläsern die Läuterung be-
günstigt, so hat mir die Prexis doch bewiesen, daß z. B gewöhnliches
Natronkalkglas mit einem Glaubersalzzusatz von 1 — 15% bedeutend
schneller und gründlicher rieh läuterte, als das gleiche Glas, bei gleicher
Hitze eingeschmolzen, ohne Glaubersalz. Die Wirkung des Salpeters ai f
die Läuterung ist bedeutend größer, da er einmal durch seinen freiwerde -
den Sauerstoff die Masse mehr in Bewegung bringt, sodann findet eiie
Beinigung des Schmeizgntes in erhöhtem Maße statt, da durch seine Oxy-
dati ons Wirkung alle im Glase enthaltenen schädlichen Stoffe sozusagen un-
schädlich gemacht werden. Der Zusatz von Salpeter schwankt zwischen
3 bis 5 o/0.
Dritte Antwort: Beim Gebrauch von Arsenik zum Blasen kommt
es ganz auf die Ofenhitze bei der Schmelze an. Ist das Gemenge, vor
allem die erste Einlage gut durchgeschmolzen und der Ofen auch weiter gut
heiß, so benötigt mau 1 — 2 kg Arsenik in Stücken zum Blasen des Glases,
und auch nur in diesem Falle hat es einen Sinn, mit Arsenik zu blasen,
denn bloß auf eine sehr flüssige Schmelzmasse hat Arsenik auch in
chemischer Hinsicht einen Eiuflaß. Geht der Ofen bei der Schmelze kalt
nnd ist die Schmelzmasse za zähe, so nützt auch eine viel größere Gabe
von Arsenik nicht viel, die aufsteigenden Dämpfe bilden sich nur ein?n
schwachen Durchgang zum Entweichen, ohne die ganze Masse der Schmelze
in Bewegung zu bringen, uud auch der soastige Nutzen des ArB niks geit
dadurch verloren. In einem soleheu Falle ist es immer besser, mit einem
nicht zu kleinen Stückchen Holz zu blasen; man kann damit auf dem
ganzen Hafenboden herumfahren uud das träge Schme'zgut tüchtig in
Bewegung bringen. Glaubersalz in kleinen Mengen, 1—2 kg auf 100 kg
Sand, hilft bei der Schmelze; zur Läuterung trägt es nicht bei, dagegen
ist ein reichlicher Salpeterzusatz ein gutes Läuterungsmittel, da er die
Schmelze ganz bedeutend erleichtert und zur Klärung der Masse beiträgt.
Heue Fragen. *
Keramik.
25. Wir beabsichtigen, auf dem Dach unserer Fabrik eine Wind-
turbinenanlage einzurichten mit durchgehender Kolbenstange zu den Keller-
räumen, um die Mahlmühlen, die etwa 6 PS benötigen, damit in Gang zu
setzen, da keine elektrische Kraft vorhanden nt. Wir bitten daher um
Auskunft, ob eine derartige Anlage sich praktisch ausführen läßt und auch
schon bewährt hat. Wer baut tolche Windturbinenanlagen, die also etwa
denjenigen entsprechen, wie man sie zum Wasserpumpen oft in größeren
Gärtnereien oder Gutshöfen sieht?
26. Eignet sich der Tunnelofen auch am besten für Hart Steingut,
wobei ja viele Gegenstände, durch Dreispitze getrennt, aufeinander gesetzt
werden und darum leicht stürzen können? Int dabei Gasfeuerung direkter
Kohlenfeuerung vorzuziehen? Kann ein und derselbe Ofen sowohl für den
Schrilh- als auch für den Gla'tbrand bei SK 9 bezw SK d vorteilhaft
verwendet werden? Auf den Uebergangswagen gedachten wir Steine und
Kansettm zu brennen. Kann man leicht reduzierenden und oxydierenden
Brand erzielen? Welche kürzeste Zeit muß ein solcher Ofen ununter-
brochen in Bdrieb sein, um wirtschaftlich zu sein? Wie viele Tonnen
Waren können während 24 Stunden erzeugt werden?
27. Ich bitte um Angabe einer boraxhaltigen Stein gutglasur für
SK 03 — la und eines dazu passenden gut stehenden Bänderblau für
bl.Bd -Teller.
Glas.
18. Es werden Abziehbilder hergestellt für Glas, die eine schöne
Emailschicht auf dem gebrannten Glas zeigen. Die Eigentümlichkeit be-
steht hauptsächlich darin, daß die schwarze Zeichnung und die Farben
sämtlich mit Email unterlegt sind, ebenso wie bei Handmalerei. Wie ist .
das Verfahren ?
19. Welches System unter den verschiedenen Glasblasmaschinen ist
das vorteilhafteste und einfachste in der Handhabung zur Herstellung von
Eng- und Wei'halsßaschen bis zu 250 g? "
Briefkasten der Redaktion.
B. & Co. i. E. Versätze für Schamottesteine sind in den letzten
Jahren zur Genüge im Fragekasten angegeben worden. Bemühen Sie sich
einmal selbst nnd schlagen Sie nach I Wozu werden wohl das allgemeine
Halbjahrs- und dann noch das alphabetische technische Jahres- Inhalts-
verzeichnis zusammengestellt!'
IlelloB 1. 1J.-M. Das gleiche gilt für Sie in Bezug auf Eapsel-
versätze.
Mosa 1. M. Im Anzeigenteil des Sprechsaal Anden Sie genug Be-
zugsquellen für Kapseltone, ebenso im Sprechsaal-Kalender (auch im tech-
nischen Teil unter „Tone nnd Kaoline")
F. W. 1. A. Stielsteine für Kelchgläser liefert G A.. Loschek in
Falkenau-Kittlitz (Böhmen). Wenden Sie sich auch an Max Peschel in
Biebersdorf, Post Reinerz, L Niggl in Albendorf, Grafsch. Glatz, Alfred
Pursche Sachs -Böhm. Schleifsteinsehneidwerke in Dürrhennersdorf i. S ,
Michael Ankenbrand in Eltmann a. Main/
A. M. i. K. Fetten rotbrennenden Ton liefern die Heimleiter
Tonwerke in Helmstedt (Braunschweig), Müllenbach & Tuewa'd in Höhr
b. Coblenz, Tongrube Sonnenberg G. m. b. H. in Eiseaberg (Pfalz).
L. P. I. T. Ueber Kaltfarben für Porzellan finden Sie einige An-
gaben in den Antworten za Frage 51 in Nr. 15 des Sprechsaal 1921.
Sprechsaal - Kalender
1922
Preis: Gebunden bei freier Zu-
1 sendung für Deutschland,
Deutsch - Oesterreich M 13.—,
Tschechoslowakien und Ungarn
M16. — , für das Ausland mit hoch-
stehender Währung: Frs 5.—,
Lire 5.—, Sh 4.—, Dollar 2.—,
Kroner 3.60, Flh 2,50.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
Für Mess-flnzeigen
empfehlen wir besonders
T7r. 6 T7r. 7 !7r. 8
vom 9. Februar vom 16. Februar vom 23. Februar
Etwa noch für diese" Nummern bestimmte Inserate}
erbitten wir baldigst.
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
IAHRESSCHAU DEUTSCHER ARBEIT DRESDEN
lUNi-sEp-r 1922
DEUTSCH E ERDEN
(PORZELLAN KERAMIK' GLAS)
Hierzu eine Beilage: Kalender-Prospekt der Firma „Alpine" Maschinenfabrik-Gesellschaft in Augsburg über
Zerkleinerung-, Mahl* und Transportanlugen sowie Eis-, Kühl- uud Gefrieranlagen.
(66. /ahrgang,)
Coburg, den 9, Februar 1922.
Nammer
Zeitschrift für die Keramischen, Glas« und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loais 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
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Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands B. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Ueber die Bestimmung' der Wasseraufnahme-
fähigkeit oder der scheinbaren Porosität
keramischer Erzeugnisse.
Von 0. Kallauner, R. Barta nnd J. Simane, Brunn.
(Mitteilung ans der keramischen Abteilung der Böhmischen Technischen
Hochschule in Brünn)
(Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
Die Resultate der durchgeführten Präfangen sind in Ge-
wichtsprozenten folgende :
I. Einfluß der auf verschiedene Weise durchgeführten
Berührung des Probekörpers mit Wasser,
a) bei normalem Luftdruck:
1. Die Formlinge (AI) wurden nach Ch. F. Binns in destil-
liertes Wasser gelegt, d. h. im Wasser auf die längeren Seiten-
flächen derart gestellt, daß ihre obere Fläche 1 mm hoch den
Wasserspiegel überragte. Es wurde dann immer nach einer
bestimmten Frist gewogen.
Formlinge, ge- Wasseraufnahmefähigkeit nach:
braont bei: 1 " 6 24 48 96 168 240 Std.
SK 010 14,01 14,12 14,23 14,31 14,62 14,68 14,73
„ 1 3,12 4,79 5,02 5 02 5,13 5,19 5,19
„ 6 0 21 0,66 ' 0,90 1,24 1,58 1,92 2,14
2. Die Formlinge wurden zur Hälfte in destilliertes Wasser
gelegt und nach einer bestimmten Zeit -auf ihre Gewichtszu-
nahme untersucht.
Wasseraufnahmefähigkeit nach
6 24 48 96 120
14.25 14,47 14,68 14,69 14,74
6,51 5,74 5 74 6 79 5,79
0,65 0,66 0,99 1,22 1,38
Formlinge, ge-
brannt bei:
SK 010
, „ 1
m-i 6
3. Man
144 168 Std.
14 80 14,80
5,79 6 85
1,68 1,93
1
14,14
4 85
0,22
ließ die Formlinge langsam destilliertes Wasser
einsaugen und übergoß sie endlich 2 cm hoch mit Wasser.
Die Wasseraufnahmefähigkeit wurde in gewissen Intervallen
bestimmt.
Formlinge, ge- Wasseraufnahmefähigkeit nach:
branntbei: 1 6 24 48 96 168 240 552 1512 Std.
SK 0J.0 13,95 14,17 14,28 14,50 14,60 14 61 14,78 15,28 16,05
„ 1 3,42 4,85 5,07 6,07 5,18 6,18 5 24 5,52 6,96
„ 6' 0,55 0,66 0,88 1,30 1,62 2,06 2,96 2,45 2,62
Bei den unter 1 bis 3 angeführten Versuchen betrug die
Durchschnittstemperatur bei der Bestimmung der Aufnahme-
fähigkeit bei Wasser 16° C, bei der Luft 18° C.
Aus diesen Versuchen geht hervor, daß die besten Erfolge
beim Eintauchen nur dann erzielt werden, wenn die Formlinge
anfangs nnr teilweise ins Wasser eingetaucht werden. Das
Wasser steigt infolge der Kapillarität und wird dann bis zu
jenem Teil nachgegossen, wohin es in den Formlingen ge-
stiegen ist.
b) Unter niedrigem Luftdruck:
1. Hier wurde versucht, den Unterschied in den Wasser-
aufnahmefähigkeitswerten zu bestimmen, falls sofort der ganze
Formling ins Wasser getaucht wird oder wenn (nach Ledde)
die Luft zuerst mittels* Wasserluftpumpe */a Stunde ausgesogen
und dann erst Wasser zugegeben wird.
Wasseraufnahmefähigkeit nach 2 Stunden:
Formlinge, gebrannt a) Nach sofortigem Eintauchen b) Nach vorhergehender
bei: ganzer Formlinore in Wasser Evakaation nachLedne
SK 010 14,62 16,14
„ 1 5,79 9,16
„ 6 1,88 2,67
Die nach Leduc nach vorhergehendem Luftabsaugen erzielte
Wasseraufnahmefähigkeit ist in Bezug auf die beim direkten
Lagern erzielten Werte weit höher.
2. Es wurde weiter der Unterschied in den Wasseraufnahme-
fähigkeitswerten für den Fall festgestellt, wenn das Wasser
entweder auf einmal oder nacheinander zugegeben wird.
Zu diesem Zwecke führten wir zwei Reihen von Versuchen
durch :
a) Die Formlinge wurden unter niedrigen Luftdruck gestellt
und die Luft */2 Stunde hindurch abgesaugt, worauf man
destilliertes Wasser im Anfange bis zu nach 2 Minuten bis
zu 2/8 der Höhe des Formlings und nach weiteren 3 Minuten
2 cm über die Formlinge steige?? ließ. Die Gesamtdauer der
Wasserzugabe betrug insgesamt ± Minuten.
b) Es wurde in ähnlicher Weise verfahren, nur gab man
das Wasser nach 15 Minuten bis zu 2/3 der Höhe der Formlinge
und übergoß diese nach weiteren 15 Minuten gänzlich.
c und d) Die Gesamtdauer der Wasserzugabe erstreckte
sich weiter in analoger Weise auf 1 Stunde und endlich auf
3 Stunden,
Formlinge, gebrannt Wasseraufnahmefähigkeit:
bei : a b c d
' * SK 010 15 61 15,82 1612 16,13
„ 1 9 02 9 24 9,51 9 54
, 6 2,59 2,63 2,75 2,75
Man sieht, daß in diesem Falle die Wasserzugabezeit von
1 Stunde vollkommen genügt. Die Anwendung einer weiteren
Zeitdauer scheint keinen wesentlichen Einfluß auf die Resultate
zu haben.
3. Weiter wollten wir feststellen, ob ein Unterschied in
der Wasseraufnahmefähigkeit bei niedrigem Luftdruck sich
58 — Efr. 6
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
ergibt, wenn man denselben entweder aufhebt oder ununter-
brochen wirken läßt. .
Der Zweck dieser Versnebe war, festzustellen, ob die so
entstandenen Anstöße beim Aufheben des Vakuums das Sättigen
des Formlings unterstützen und beschleunigen. Es wurden
parallele Versuche durchgeführt.
a) Im ersten Falle wurde ljt Stunde hindurch die Luft
abgesaugt, dann langsam Wasser in dem Maße zugegeben, wie
es durch die Kapillarität in den Formlingen aufstieg. Die
Formlinge beließ man 2 Stunden unter niedrigem Luftdruck, .
worauf dieser aufgehoben wurde; danach wurden sie 6 Stunden
bei normalem Luftdruck liegen gelassen, getrocknet und ge-
wogen.
b) Im zweiten Falle wurde die Luft ebenso ljt Stunde hin-
durch abgesaugt, das Wasser genau so wie im ersten Falle
zugefügt und das Ganze 16 Minuten unter niedrigem Luftdruck
belassen. Nach dieser Zeit hob man den letzteren auf, und
beließ das Gefäß mit den Formlingen 1 Minute bei Normal-
luftdruck, worauf man wiederum absog und die Formlinge
16 Minuten unter nach 7 Minuten erzielten niedrigen Luft-
druck usw. setzte. Dieser Vorgang (7 + 16 + 1 = 24 Minuten)
wurde im ganzen fünfmal wiederholt, was zusammen der Zeit-
dauer von 2 Stunden entspricht, worauf die Formlinge
6 Stunden bei Normalluftdruck belassen wurden.
Die Wasseraufnahmefähigkeit nach a) und b) ist in
folgender Uebersicht verglichen:.
Formlinge, gebrannt . Wasseraufnahmefähigkeit:
bei a) b)
SK 010 16,14 16,14
„ 1 8,88 8,93
„ 6 2,33 2,23
Aus den Resultaten geht hervor, daß die Arbeit bei unter-
brochenem und ununterbrochenem niedrigen Luftdruck von
keinem Einfluß auf die Wasseraufnahmefähigkeit ist.
II. Einfluß der verschiedenen Berührungsdauer des Probe-
körpers mit Wasser.
a) Unter normalem Luftdruck und Normaltemperatur:
Ist aus I 1, 2, 3 ersichtlich.
b) Unter Normalluftdruck und erhöhter Temperatur.
- Die ganzen Formlinge wurden in destilliertes Wasser ein-
getaucht und das Wasser zum Sieden (100°) gebracht. Das
abgedampfte Wasser wurde in regelmäßigen Zeiträumen drrch
siedendes destilliertes Wasser ersetzt. Nach bestimmten
Intervallen wurden die Formlinge unter Wasser auf 20° C.
abgekühlt, darauf mäßig getrocknet und gewogen.
Formlinge, gebrannt Wasseraufnahmefähigkeit nach :
bei: l\t . V* 1 3.6 12 24 St.
SK 010 12,70 13,70 13,76 13.81 14,03 14,25 14,47
„ , 1 5,17 5,50 5,61 5,61 5,83 5,94 6,49
„ 6 0,45 0,45 0,45 0,45 0,56 0,62 1,59
Formlinge, gebrannt Wasseraufnahmefähigkeit nach :
bei: 36. 48 60 84 108- 156 216 St.
SK 010 14,75 15,02 15,02 15,32 16,53 15,83 16,10
„ 1 6,71 6,76 6,76 6,98 7,26 7,43 7,64
■ 6 1,81 2,04 2,15 2,70 2,72 2,72 2,73
Beim Wiegen an der Luft betrug die Wassertemperatur
18—21° C, die Lufttemperatur 16—18° C.
Aus den unter II a) b) angeführten Ergebnissen geht hervor,
daß die Wasseraufnahmefähigkeit mit der Berührungsdauer
des Probekörpers im Wasser steigt. Bei den Versuchen unter
Normaltemperatur wurde ein ständiges Steigen bis zu 1512
Stunden, beim Sieden bis zu 216 Stunden konstatiert, bia zu
welcher Zeit die Versuche durchgeführt worden sind.
c) Bei niedrigem Luftdruck und erhöhter Temperatur.
Es wurde die Sättigungsgeschwindigkeit der Formlinge auf
Grund der Buckley'schen Anleitung durch Kochen nach be-
stimmten Perioden festgesetzt, wobei die folgenden Werte sich
ergaben : (
Formlinge, gebrannt Wasseraufnahmefähigkeit bei '/i •■ Atm. nach :
bei: 1 12 24 36 72 Std.
SK 010 16,18 16,23 16,23 16,23 16,23
„ 1 9,03 9,09 9,09 9,14 9,l4
u 6 2,37 3,04 3,38 3,61 8,66
bei: 24 72 Std.
Formlinge, gebrannt Wasseraufnahmefähigkeit bei Atm. nac^h :
SK 010 16,03 16,23
„ 1 8,37 9,01
„ 6 2,03 3,10
d) Bei erhöhtem Luftdruck.
Bei diesen Versuchen wurden die Formlinge langsam in
destilliertes Wasser, das sich im Autoklaven befand, einge-
taucht, dann wurde das Wasser erwärmt, wobei der Luftdruck
im Autoklaven während 15 Minuten auf 1 Atm., während 25
Minuten auf 2 Atm., und während 27 Minuten auf 3 Atm. stieg.
Dieser Luftdruck wirkte teils 1j4 Stunde, teils 24 Stunden,
worauf man in 1 Stunde den Inhalt auf 20° C abkühlen ließ,
die Formlinge herausnahm und nach dem Abtrocknen wog.
Hierbei wurden nachstehende Wasserauf nahmefähigkeits-
werte gefunden:
Formlinge, gebrannt
bei:
SK 010
» 1
. 6
Wasseraufnahmefähigkeit nach :
24 Std.
16,02
6,94
2,99
u
16,18
5.62
1,88
Die bei dieser Methode erzielten Resultate sind niedriger,
als die bei den anderen Methoden, was nach unserer MeinuDg
darauf zurückzuführen ist, daß die Luft aus den Poren vor
dem Wassersättigen nicht genügend hinausgedrängt wurde.
(Langsames Kapillaritätsaufsaugen, Evakuation.)
III. Einfluß des weiteren Belassens des Probekörpers
im Wasser bei normalem Luftdruck nach der bei niedrigem
Luftdruck durchgeführten Prüfung.
Wir forschten nach dem Wasseranfnahmefähigkeitsunter-
schiede in dem Falle, daß man die Formlinge sofort nach der
Herausnahme aUs dem Wasser oder nach einem späteren Zeit-
räume wiegt. Zu diesem Zwecke wurden die Formlinge
V« Stunde mittels Luftpumpe evakuiert, worauf wir nach 1 Stunde
Wasser langsam zuließen und den niedrigen Luftdruck weitere
24 Stunden durchhielten. Nach dieser Zeit hoben wir den
niedrigen Luftdruck auf und beließen die Formlinge weiter im
Wasser bei normalem Luftdruck während der in der Ueber-
sicht angeführten Zeitdauer, trockneten sie dann an der Ober-
fläche und wogen. Es wurden die nachstehenden Wasserauf-
nahmefähigkeitswerte gefanden :
Wasseraufnahmefähigkeit nach Alfheben des niedrigen
Formlinge, gebrannt Luftdruckes und Belassen im Wasser bei normalem
bei: Luftdruck nach:
5 Min. 6 24 48 Std.
SK 010 15,81 15,98 15.98 15.98
„ 1 9,60 9,«7 9,97 9,97
„ 6 0,66 1,80 2,43 2,43
Aus den Resultaten ergibt sich, daß es genügt, die bei
SK 010 gebrannten Formlinge nach Aufheben des Vakuums
6 Stunden im Wasser zu belassen, während man die bei SK 6
gebrannten Formlinge mindestens noch 24 Stunden unter
Wasser bei normalem Luftdruck belassen muß, um einen
Druckausgleich zu erzielen.
IV Einfluß ungleicher Probekörpergröße aus derselben Masse
auf die Wasseraufnahmefähigkeitswerte.
Hier wurde einerseits die Anleitung von Olschewski bei!
den Probekörpern AI kontrolliert, anderseits die Aufnahme-
fähigkeit bei ungleich großen, aus derselben Masse herge-
stellten Probekörpern AU bestimmt.
Um uns vom Unterschiede zu überzeugen, wenn die Auf-
nahmefähigkeit bei ganzen oder halben keramischen Form-
lingen A I bestimmt wird, führten wir folgende Versuche durch :
Wasseraufnahmefähigkeit der Formlinge
bei der Brenntemperatur von
Art SK 010 1 6
1 Tag frei im Wasser gelagert 14,67 5,09 1,47
3 „ „ „ „ „ 14,78 5,09 2,38
nach 3 Tag. unter niedr. Luftdruck
und 2 Stunden bei Normaltemperatur 15,11 5,49 2,50
beim Kochen mit Wasser 16.03 8,71 2,59
bei normaler Temperatur 16,04 8.25 4,66
Buckley: beim Kochen 16,14 8,88 4,50
Aus den angeführten Zahlen sieht man, daß nahezu die
höchsten Werte bei den halben Formlingen unter niedrigem
Luftdruck erzielt werden. Wie lange die Formlinge nach
Aufheben des niedrigen Luftdruckes zur vollständigen Sättigung
mit Wasser in diesem zu belassen wären, zeigt uns folgende
Uebersicht:
Wasseraufnahmefähigkeit der nach Auf-
Formlinge, gebrannt heben des niedrigen Luftdruckes bei
bei: Normaltemperatur im Wasser belassenen
Formlinge nach:
5 Minuten 6 2t 48 Stunden
SK 010 16,04 16,04 16,04 16,04
„1 8,4 L j 8,85 8,84 8,b5
„ 6 3,07 4,20 4,66 4,65
Vergleichsweise mit ganzen und halben Formlingen zwecks
der Feststellung, wie das Nachsättigen mit Wasser bis zum
annähernd konstanten Gewicht nach Aufheben des niedrigen
Luftdruckes wirkt, führten zu folgenden Ergebnissen:
I
1923. (66. Jahrgang.)
SPRECH S AAL - COBURG.
Nr. 6 — 69
Formlinge, gebrannt bei SK 010 1 6
Konstantes Gewicht nach Aufheben des
niedrigen Luftdruckes wurde erzielt nach
ganze 10 Stunden 10 Standen mehr als
48 Stunden
halbe 5 Minuten 5 Minuten 24 Stunden
Das Angeführte beweist den Vorteil, mit Rücksicht auf das
rasche Durchsättigen mit^ Wasser an Stelle der ganzen nur
gebrochene (geteilte) Formlinge zu benützen.
Bei den Versuchen mit den Probekörpern A II wurde die
Wasseraufnahmefähigkeit nach folgenden 3 Grundmethoden
bestimmt:
. a) Münchener Konferenz 1884.
b) Von uns normierte Methode mit kochendem Wasser.
c) Von uns modifizierte Methode Buckley's, die am Ende
dieser Arbeit beschrieben ist.
Die Versachsresultate waren die nachstehenden:
c\ b6i niöd-
Probekörper: a) Nach der Mttnchener b) Kochendes ri\,emLuf,
Konferenz :
Wasser
rigemLuft- p2
druck
24
48
74 288 Stund.
17,70 18,20 18.59 19,70 22,25
18 57 19 22 19,68 21,04 23.15
18,75 18,83 19,04 20,49 22,74
15,25 15,71 16 06 17,30 17,79
15.01 15 53 1592 17,51 17,94
15 35 — ,— — ,— — ,— 18,37
12.04 — ,—
10,89 — ,—
14,91
15,25
23,03 —,—
23,50 23,38
23,09 — ,—
18,17 —,—
18 23 18 43
18,78 — ,—
15,14 15,71
15,31 -,—
a) Aus Ziegeln:
Z a)
b)
<0
L a) "
b)
c)
b) Aus Schamotte:
H. B. b) i 11.70 11,87
b) 10,35 10,68
c) Aus Steinzeugplatten:
B. T. a) 2 51 2 62 2,68 2 80 2,84 3,18 — ,—
b) 2,40 2,41 2 51 2 70 2,89 3,16 3,25
c) 1,89 1,89 1,90 2,20 2,34 2,70 — ,—
Aus den mit den Probekörpern A I durchgeführten Ver-
suchen sieht man, daß bei Benutzung halber Formlinge weit
höhere Wasseraufnahmefähigkeitswerte erzielt werden, als bei
ganzen. Wir stimmen vollkommen mit der Anschauung
Olschewski's überein.
Die mit Probekörpern A II durchgeführten Versuche zeigen,
daß, wenn die Wasseraufnahmefähigkeit schon bei einem Teii
eines keramischen Erzeugnisses bestimmt wurde, dann dessen
Größe keine Rolle spielt. Bestimmte Abweichungen bei Z, L,
H. B. waren unserer Ansicht nach hauptsächlich durch die
unvollkommene Homogenität des Erzeugnisses in allen seinen
Teilen verursacht. Der niedrige Wert bei B. T. hat seine Ur-
sache darin, daß dieser Teil aus der dichter gebrannten Ecke
der Steinzeugplatte stammte.
Ergebnisse :
Die Ergebnisse rinserer Arbeit sind in folgendem zusammen-
gefaßt:
I. Die qualitativen Anleitungen zur Bestimmung der Wasser-
aufnahmefähigkeit bieten keine Möglichkeit zu einer richtigen
Beurteilung.
2. Die quantitativen Anleitungen ergeben bei verschiedenen
Methoden oft bedeutende Differenzen.
Im allgemeinen steigt die Wasseraufnahmefähigkeit be-
sonders durch Herabsetzen der Luftmenge in den Probekörpern
und dnrch Erhöhung der Luftlöslichkeit im Wasser. Dieses
kann man durch längere Berührung des Probekörpers mit
Wasser (am besten auegekochtem), weiter durch Kochen im
Wasser und darauffolgende Kühlung oder durch Herabsetzen
'des Luftdruckes erzielen. Beim Sättigen mit Wasser empfiehlt
es sich, das Wasser nach und nach zum Probekörper zuzu-
lassen, und zwar so, daß das Wasser nur bis zu der Höhe
nachgegossen wird, wohin es inzwischen infolge der Kapillarität
gestiegen ist,
Es ist weiter empfehlenswert, die Bestimmung der Wasser-
aufnahmefähigkeit mit Hälften, Vierteln oder anderen Teilen
der Erzeugnisse, bei denen sich wenigstens eine Fläche be-
findet, die mit direktem Feuer nicht in Berührung gekommen
ist und an der Oberfläche keine größere Dichte aufweist,
durchzuführen. Dies gilt besonders von den im Versuchs-
laboratoriumsofen gebrannten Formlingen. Sonst kommt es
auf die Größe der Teile der Erzeugnisse nicht viel an.
Bei den Körpern, die ein merkbares Quantum im Wasser
löslicher Stoffe enthalten, ist bei der Bestimmung der Wasser-
aufnahmefähigkeit auf den durch Auslaugen der löslichen
Stoffe entstandenen Verlust Rücksicht zu nehmen. Dieser
läßt sich nach Bestimmung der Wasseraufnahmefähigkeit durch
wiederholtes Trocknen (Ii0° C.) und Wiegen der Probekörper
feststellen.
Nach dem Gesagten liefern die niedrigsten Werte die-
jenigen Methoden, die bei normalem Luftdruck und Normal-
temperatur arbeiten, höhere Werte jene mit kochendem Wasser,
und die höchsten Resultate dann die unter niedrigem Luftdruck
arbeitenden Methoden. Die letztgenannten Methoden liefern
Werte, die sich bei den porösen Erzeugnissen fast vollkommen
mit dem theoretischen Wert der Wasseraufnahmefähigkeit decken,
bei den dichter gebrannten Erzeugnissen aber sich ihm nähern.
Bei den porösen Erzeugnissen liefern auch die beim Sieden
arbeitenden Methoden Werte, die dem theoretischen erheblich
nahe kommen.
Für die Feststellung der Wasseraufnahmefähigkeit beim
Normaldruck und Sieden, sowie auch bei herabgesetztem Luft-
druck, die allein die Bestimmung in verhältnismäßig kurzer
Zeit ermöglichen, haben wir auf Grund der bei dieser Arbeit
gewonnenen Erfahrungen die folgende Anleitung zusammen-
gestellt:
Vorbereitung der zu prüfenden Erzeugnisse zur Bestimmung
der Wasseraufnahmefähigkeit.
Zur Gewinnung der geeigneten Probekörper zur Be-
stimmung der Wasseraufnahmefähigkeit empfehlen wir folgende
Vorbereitung der keramischen Erzeugnisse:
a) Bei Ziegeln:
Aus der Ziegelmitte wird ein Probekörper von etwa
6 cm Durchmesser und der der Ziegelstärke ent-
sprechenden Höhe vorsichtig abgetrennt.
b) Bei Dachziegeln und Pflastersteinen:
Aus der Mitte wird eine runde Platte von etwa 6 cm
Durchmesser abgeschlagen, welche der Stärke des
Dachziegels oder der des Pflastersteines entspricht.
c) Bei Röhren:
Aus der Röhrenmitte wird ein Scherben von etwa
6X6 cm in der Stärke der Röhrenwand abgetrennt.
d) Bei großen Formlingen:
Bei großen Formlingen, die nicht homogen genug
sind, empfiehlt es sich, die Wasseraufnahmefähigkeit mit
Bruchstücken von etwa iOO ccm Inhalt zu bestimmen.
Es ist nicht ratsam, mit kleineren Bruchstücken zu
arbeiten, um größere Abweichungen in den Wasserauf-
nahmefähigkeits-Bestimmungen infolge ungleicher Homo-
genität des Materials zu vermeiden. Bei dichteren,
sowie auch homogenen Formlingen kann mit kleineren
Bruchstücken gearbeitet werden, IJie Bruckstücke
sollen nach Möglichkeit regelmäßige Walzen- oder
Würfelform besitzen.
Bei der Bereitung der Probekörper muß von deren Ober-
fläche der anhaftende Staub mittels Blasebalgs oder eines
feinen Pinsels entfernt werden. Hernach trocknet man sie
bei 110° C und wiegt sie nach gründlicher Erkaltung für die
Bestimmung der Wasseraufnahmefähigkeit. Das Abwiegen soll
womöglich mit einer Genauigkeit von wenigstens 0,1 g geschehen.
Bei den auf diese Art bereiteten Probekörpern gewinnt
man den oberen, d. i. den höchsten Wert für die Wasserauf-
nahmefähigkeit des geprüften Erzeugnisses, welcher in der
Praxis in der Regel entscheidend ist; den unteren, d. i. den
niedrigsten Wert für die Wasseraufnahmefähigkeit könnte man
bei der Arbeit mit den aus Ecken oder Enden der Erzeugnisse
bereiteten Probekörpern gewinnen.
Für kleine Laboiatoriumsformlinge empfehlen wir mit
Olschewski übereinstimmend, die Wasseraufnahmefähigkeit an
halben Formlingen zu bestimmen, falls diese geringe Ausmaße
(z. B. 8,35X4,00X9 cm) besitzen.
1, Bei normalem Luftdruck und siedendem Wasser
arbeitende Methode.
Die gewonnenen Probekörper werden in eine flache Por-
zellanschale auf einen aus Glasstäbchen hergestellten Rost ge-
legt, wobei darauf geachtet werden muß, daß sich die Probe-
körper gegenseitig nicht berühren. Darauf gießt man in die
Schale nach und nach ausgekochtes (nach Möglichkeit luft-
freies) destilliertes Wasser zu, bis die FormliDge durch die
Kapillarität mit Wasser gesättigt sind. Danach werden die
Körper mit Wasser 1 cm hoch übergössen, worauf dieses bis
zum Kochen erhitzt und in mäßigem Sieden 1 Stunde erhalten
wird, wobei man das verdampfte Wasser nach Bedarf durch
kochendes destilliertes Wasser ersetzt. Nach dieser Zeit wird
die Porzellanschale samt Inhalt rasch abgekühlt und noch
24 Stunden bei normaler Temperatur stehen gelassen. Darauf
werden die Probekörper aus dem Wasser herausgenommen, an
ihrer Oberfläche vom anhaftenden Wasser mit einem nassen,
aber ausgedrückten Schwamm befreit und dann gewogen.
2. Unter niedrigem Luftdruck arbeitende Methode.
Die gewogenen Probekörper werden in die auf Seite 47
abgebildete Vorrichtung so eingelegt, daß sie sich gegenseitig
nicht berühren. Darauf wird aus der Vorrichtung mittels einer
guten Wasserluftpumpe l/g Stunde die Luft abgesaugt und dann
unter ständigem Absaugen während 1 Stande nach und nach
60 — Nr. 6
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (C6. Jahrgang.)
ausgekochtes und rasch gekühltes, destilliertes Wasser zuge-
lassen, bis die Wasseroberfläche die Probekörper 1 cm über-
ragt. Die Vorrichtung erhält man 24 Standen unter herab-
gesetztem Luftdruck (ca. 16 mm Quecksilbersäule), worauf
dieser aufgehoben wird. Porösere Probekörper können bereits
nach 5 Minuten aus dem Wasser herausgenommen werden,
dichtere Erzeugnisse nach 24 Stunden, wobei deren Oberflächen
vom anhaftenden Wasser mit feuchtem ausgepreßten feinen
Schwamm befreit und dann die Probekörper gewogen werden.
Bei Ermittelung der Wasseraufnahmefähigkeit einer bestimm-
ten Gattung keramischer Erzeugnisse nach den eben beschriebenen
Methoden empfehlen wir, die Bestimmung an mindestens 5,
aus derselben Warengattung hergestellten Probekörpern vor-
zunehmen.
Nach dem Wiegen der Probekörper nach ihrer vollen
Sättigung mit Wasser (v2) werden sie in den Trockenkasten
gebracht und darin bei 110° C. vom wieder angesogenen
Wasser befreit. Durch abermaliges Wiegen wird bestimmt, ob
ihr Gewicht mit dem ursprünglichen übereinstimmt oder ob
die Probekörper im Verlaufe der Wasseraufnahmefähigkeits-
bestimmung vielleicht ihr Gewicht verändert haben (vs), Im
letzten Falle wird die Wasseraufnahmefähigkeit nach der fol-
genden Beziehung berechnet:
Auf welche Weise kann die Abhitze der
Glasschmelzöfen beliebig1 nutzbar gemacht
werden?
Von Hütteningenieur M. von E e i b o 1 dt- Coburg.
(Nachdruck verboten.)
Ueber zwei Hauptpunkte eines gut geleiteten Glashütten-
betriebes, die rationellste Ausnutzung des Brennstoffes und die
bestmögliche Verwertung der Abhitze, ist schon so viel ge-
schrieben und vorgetragen worden, daß es schwer ist, neue
Anregungen zu geben. Jedoch gaben zwei Fälle, die mich am
Ende des verflossenen Jahres beschäftigten, die Anregung zu
nachstehenden Ausführungen.
Eine Glashütte, die sich sonst durch recht gute Fertig-
fabrikate auszeichnet, schickte mir eine größere Anzahl steinige
Glasproben und bat um Anleitung, wie dem Uebel zu be-
gegnen sei. Die Steinbildungen in den eingesandten Stücken
waren aber so verschiedener Natur, daß es aus der Ferne
beim besten Willen nicht möglich war, die Fehlerquelle mit
Sicherheit festzustellen. Ich fahr daher hin. Am Ort ange-
kommen, holte mich der Hüttenmeister am Bahnhof ab, ein
Herr, der über reiche Erfahrungen verfügt und auch jeder
vernünftigen Neuerung zugänglich ist. Er erzählte mir, daß
sowohl sein Prinzipal, der nicht am Sitz des Werkes wohnt,
als auch er einen 3-tägigen wärmetechnischen Kursus mitge-
macht hätten und daß seitdem der Chef an einem wahren
Isolierungswahn leide.
Auf der Hütte angekommen, fiel es mir wie Schuppen von
den Angen. Der Besitzer hatte in der Annahme, daß es wirt-
schaftliche Vorteile in sieb schließen müsse, wenn der Schmelz-
ofen vollständig gegen Wärmeausstrahlung geschützt sei,
auch das Hafenofengewölbe, die Kappe, ohne den Einwendungen
des Hüttenmeisters Rechnung zu tragen, mit schlechtem Wärme-
leitungsmaterial ohne Luftschicht stark überziehen lassen.
Dieser am unrechten Ort angebrachte Wärmeschutz bildete die
Veranlassung zur Verunreinigung und Entwertung des Glases.
Wie bekannt, ist eine Dinaskappe nicht nur der mechanischen
Einwirkung der Flammen ausgesetzt, die sich dadurch äußert,
daß das Ofengewölbe sich abwechselnd, je nach der Hitze im
Ofen ausdehnt und zusammenzieht, sondern auch die chemische
Wirkung der Flamme zeigt ihren zerstörenden Einfluß auf das
Ofengewölbe, der durch die sich bildenden Säuredämpfe noch
erhöht wird. Hierzu tritt, daß die mechanische Festigkeit eines
Bonst guten Dinassteines infolge seiner Zusammensetzung
gegen Druck keine allzugroße sein kann. Hitze und chemische
Einwirkungen, sowie Belastung bedingten nun die Zermürbung
der jeder Ausdehnungs- und Kontraktions-Möglichkeit beraubten
Gewölbesteine, und diese mußten abbröckeln und so den In-
halt der Häfen verunreinigen. Ein Stein, der wie der Dinas-
stein eines Glasofengewölbes mehrfachen Beanspruchungen
preisgegeben ist, muß unbedingt die Möglichkeit haben, die
Wärme, die seine frühzeitige Zerstörung veranlaßt, frei abzu-
geben. Die schwere Wärmeschutzdecke aber stellte sich nicht
nur einer nicht zu vermeidenden und deshalb in Betracht zu
ziehenden Ausdehnung des Ofengewölbes hemmend entgegen,
sondern sie unterband auch die nicht zu umgehende Wärme-
abgabe der Kappe. Die falsch angelegte Isolierangsdecke war
somit die einzige Ursache, die die Lebensdauer des Ofenge-
wölbes bedeutend verkürzte und das Schmelzgut ungünstig
beeinflußte.
Der Leser möge hieraus lernen, wie wohlgemeinte Rat-
schläge, falsch angewendet, das Gegenteil herbeiführen können-
Ein anderes Mal berief mich eine Hütte wegen zu kalten
Ofenganges. Die Hütte liegt sehr exponiert, hat einen etwas
niedrigen Schornstein ohne Windbaube und arbeitet trotz aller
Vorstellungen noch mit Zuggeneratoren. Auch hier holte mich 1
der tüchtige Meister an der Station ab. Durch die Unter-
haltung erfuhr ich, daß auch der junge Erbe an einem Kursus
teilgenommen habe, aber auch die da gebotenen Anregungen
ohne Verständnis zum Nachteil seines Werkes verwertete. Die
Spezialität des jungen Herrn war nun, daß er stündlich die
Rauchgase untersuchte, ohne sich darüber belehren zu lassen,
daß die Windverhältnisse eine Betriebsführung erfordern, die,
wenn der Betrieb im allgemeinen nicht zu viel leiden soll, für
die „windige" Zeit unabhängig von der Rauchgasanalyse er-
folgen muß. Um ihn zu überzeugen, wie weit er den Ofen
durch seine unverständlichen Maßnahmen habe zurückgehen
lassen, bat ich ihn, sein Pyrometer holen zu lassen, worauf er
erklärte, „die Ofentemperatur stellen wir mit den Augen fest".
Ich erwiderte, daß dann auch der Ranchgasprüfer überflüssig
sei, denn die beste Kontrolle für eine richtige Flammenzusammen-
setzung sei in diesem Fall der Schornstein. Durch mitgebrachte
Segerkegel konnte ich den Herrn dann leicht überführen, daß
sein Auge für Temperaturbestimmungen doch noch zu wenig
geübt war. <
Bei der herrschenden konträren Windrichtung war der
Winddruck stärker wie der Auftrieb des Gases; dieses mußte
nun durch den Schornstein nach dem Ofen gesaugt, oder wie
der hüttenmännische Ausdruck lautet, geholt werden. Durch
dieses Herbeisaugen erhält das Gas und die Sekundärluft eine
größere Geschwindigkeit im Ofen als unter normalen Verhält-
nissen, und die Folge davon ist, daß die Mischung der beiden
Medien nicht innig genug erfolgen kann, wodurch Flammen-
zusammensetzung und -entfaltung ungünstig beeinflußt werden.
Naturgemäß muß unter solchen Verhältnissen, wo nicht alles
Kohlenoxyd zu Kohlensäure verbrennen kann, auch die Rauch-
gasanalyse ein wenig befriedigendes Resultat ergeben. Dies
läßt sich aber nicht umgehen, da doch in solchen abnormen
Fällen die Hauptsache die ist, daß der Betrieb, aufrecht erhalten
bleibt und der Schmelzofen nicht leidet. Statt dieses zu
beherzigen, stellte der Fabrikant, ohne sich um die Ratschläge
seines erfahrenen Meisters zu kümmern, so lange an den
Reguliervorrichtungen herum, bis die Rauchgasanalyse stimmte
und der Ofen dadurch bald in die Brüche gegangen wäre.
Nachdem der Ofengang wieder in richtige Bahnen geleitet war '
und an Stelle des Rauchgasprüfers das peinlich genau geführte
Betriebsbuch trat, das für alle Windverhältnisse sorgfältige
Aufzeichnungen über genaue Ablesungen an den Ventil- und
Schieberskalen usw. enthält, besprachen wir in Ruhe die ganze
Angelegenheit.
Da erklärte der Hüttenbesitzer sowie der Meister, es
sei an den drei Vortrags- und Uebungstagen viel zu viel
geboten worden und infolgedessen in der kurzen Zeit zu viel
Wesentliches und Unwesentliches auf sie eingestürmt, daß eine
f ah che Nutzanwendung des Gehörten oder eine völlige Außer-
achtlassung wichtiger Maßnahmen wohl begreiflich sei. Man
hört daher oft aus den Kreisen der Meister und Betriebsbeamten,
daß das Bedürfnis nach einem Leitfaden bestehe, der an
praktischen Beispielen, das in den Vorträgen Gehörte erläutert
und so zur besseren Beherrschung und praktischen Verwertung
des Stoffes wesentlich beitragen würde. Vielleicht läßt die
Warmetechnische Beratungsstelle der deutschen Glasindustrie
diese Anregung nicht unbeachtet, denn dadurch würden die
Kurse viel nachhaltiger wirken, und der Erfolg wäre sicherer.
Nach diesen Abschweifungen komme ich nun zu meinem
eigentlichen Thema: „Auf welche Weise kann die Abhitze der
Glasschmelzöfen beliebig nutzbar gemacht werden?"
Es unterliegt keinem Zweifel, daß durch die direkte Ent-
führung der Abhitze durch den Schornstein in die Atmosphäre
viel Wärme, die sich noch nutzbar machen ließe, unausgenutzt
verloren geht. Wollen wir aber die wertvolle Abhitze den
Nebenöfen zuführen, so muß dem Schornstein, wenn der Gang
der Schmelzöfen, seien es Hafenöfen oder Wannen, nicht leiden
soll, ein Teil seiner Arbeit abgenommen werden. Der Schorn-
stein hat die Aufgabe, einmal den Druck im Schmelzofen zu
regulieren, dann die Abgase und die sich beim Schmelzprozeß
bildenden Dämpfe der freien Atmosphäre zuzuführen. Diese,
vom Schornstein zu leistende Arbeit bedingt es, daß er in
direkter Verbindung mit den Schmelzöfen stehen muß. Stellen
wir uns nun bei einer solchen Anordnung eine Ausnützung der
Abhitze vor, so stoßen wir immer auf unüberwindliche Schwierig-
1922. (56. Jahrgang.)
keiten, wenn der in Aussicht genommene Verwertungsraum
der Abhitze nicht in der Richtung des Rauchkanals oder über
diesem liegt. Es ist wohl möglich, eine Kalorifere für Luft-
heizung, ein Röhrensystem für Warmwasserbereitung oder Heiß-
wasserheizung in den Schornsteinkanal einzubauen, aber alle
diese Einbauten werden von den meisten "Hüttenbesitzern ver-
worfen und nicht ganz mit Unrecht, weil t-ie befürchten, daß
diese „Hindernisse" anter gewissen Umständen nachteilig auf
den Gang der Hauptöfen wirken können oder müssen. Man
kann die Abhitze ferner noch ausnützen direkt zu Hriz- und
Trockenzwecken, indem man, wenn angängig, den Rauchkanal
durch die zu beheizenden Räume leitet, od' r auf den Abhitze-
kanal Trockenkammern enicbtet. Durch alle diese Maßnahmen
kann abe'r nur eia minimaler Teil der Abhitze ausgenutzt wer-
den Hierzu tritt noch, daß der Schornstein aus praktischen.
Gründen meistens in nächster Nähe der Schmelzöfen erbaut
wurde, wodurch die freie Länge des Schornsteinkanals bis auf
das äußerste begrenzt ist,
Wollen wir nun die Abhitze beliebig an verschiedenen
Stellen und zu verschiedenen Zwecken gleichzei ig aasnützen
und so den Brennstoffverbrauch für Nebenzwecke einschrän-
ken, so muß der Schmelzofen unabhängig von dem Schorn-
stein sein. Mit anderen Worten, der Schornstein hat Eicht
mehr die Druckverhältnisse im Schmelzofen zu regeln, sondern
nur noch die nicht weiter verwerteten Abgase in die freie
Atmosphäre zu entführen.
Um dies erreichen zu können, wird ein Ventilator mit ge-
kühlten Lagern eingebaut, der die Abhitze in eine sogenannte
Rauchkammer befördert. Beim Regenerativsystem legt man
die Rauchkammer mit Ventilator dä an, wo sich die vom Gas-
und Luftwechsel kommenden Abhitzekanäle vereioigen, während
beim Rekuperativsystem die Abhitzekammer mit Ventilator fast
unmittelbar an die Rekuperatoren angeschlossen werden kann.
Durch {diese Anordnung wird gleichzeitig erreicht, daß der
Schmelzofen den äußeren Einflüssen, wie Wind, Feuchtigkeit
u. dgl., welche oft recht ungünstig auf den Schornsteinzug
einwirken, entzogen wird. In Mr. 23 des Sprechsaal 1900 habe
ich im Aufsatz: „Mechanische Zugmittel als Ersatz für Fabrik-
schornsteine", die Vorzüge des mechanischen Zuges eingehend
gewürdigt.
Jetzt, wo die Ofenführung unabhängig vom Schornstein ist,
haben wir es in der Hand, die Abhitze je nach Bedarf beliebig
fortzuleiten und nutzbar zu machen. Man kann sie gleichzeitig
und beliebig den verschiedenen Nebenöfen zuführen, kann sie
direkt oder indirekt zur Beheizung der Hafen- und Steinstuben,
der Gemenge- und Formenkammern, der Schleiferei-, Bureau-,
Unterkunfts- und Packräume, sowie zum Trocknen der Materialien
usw. verwerten. Bei einer derartigen Ausnutzung der Abhitze"
treten die wirtschaftlichen Vorteile klar zu Tage, das Brenn-
stoffkonto wird entlastet, und die Regiekosten werden verringert.
Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß es mit Rück-
sicht auf die Säuredämpfe, welche die Abhitze der Hafenöfen
zeitweise und die der Wannen immerwährend begleiten, nicht
ohne weiteres zu empfehlen ist, sie unter den Dampfkessel zu leiten.
Eine solche Verwertung der Abgase dürfte durch eine frühzeitige
Zerstörung der Wandungen des Dampfentwicklers nur wirt-
schaftliehe Nachteile mit sich bringen. Der Schornstein bleibt
mit dem Abhitzesammeiraum verbunden und entführt alle, nicht
anderweitig verbrauchte Abhitze in die freie Atmosphäre ab.
Wirtschaftlich^
Korrespondenzen.
Ein Preisausschreiben zur Ermittlung eines Härtegradpriif ver-
fahren» für Schleifscheiben erläßt der Verein Deutscher Werkz-u?-
magchineufabriken. Es sind drei Preise von M 15000, 7000 and 3000
abgesetzt. Das Piüfangsverfahren soll die Feststellung ermöglichen, wie
eine Scbleifscheihe in einer vom vorgenannten Verein oder vom Verein
Deutscher Schleifmittelwerke anerkannten Härteskala für Schleifscheiben
einzureihen ist. Unter Härte soll die Festigkeit des Bindemittels ver-
standen werden, das das Schleifmaterial : Schmirgel, Eornnd, Karborund
oder dergl umgibt bezw. festhält, d. h. es soll die Kraft gemessen werden,
die aufgewendet werden matt, um die Schleif börper ans dem Bindemittel
zu lösen bezw. auszubrechen. Die näheren Bedingungen sind durch das
Borna Dr. Negbaur, Charlottenbnrg 4, Wielandstraße 29, zn erfahren.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Eine Hochschule für industrielle Technik und Wissenschaft,
die «lle Rechte einer Universität nnd das Recht der Verleihung des
Doktortitels haben , wird, boü in Weimar gegründet und noch in diesem
Jahre eröffnet werden. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange.
Nr. 6 — 61
Die Verkaufs-Aussichten für die keramischen
Warengruppen auf der kommenden Frübjahrs-
Mustermesse in Leipzig.
Wenn man die Verkaufs-Aussichten „zweifelhaft" nennt,
so tut man damit niemanden wjh. Auf's Wehtun kommt es
aber heutzutage wenig oder garnicht an, denn wir sind genüg-
sam an alle möglichen Schmerzen gewöhnt.
Die Aussichten sind keineswegs rosige, sie sin 1 für'den
Inlandsbandel sogar recht schiecht. Das liegt zunächst einmal,
wie es jedermann klar sein muß, an der zunehmenden Ent-
wertung der Papiermark und an dem unausgesetzten Anwachsen
des Papiergeldamiaufs. Je wertloser das Geld " wird, \ umso
weniger wird die Bevölkerung in der Lage sein, über Bekösti-
gung und Kleidang hinaus etwas zu kaufen. Auch mit dem
Luxusbedürfais wird das nach und nach eine eigene Sache.
Das Begehren nach Luxus an sich bleibt natürlich, uber die
Möglichkeit der Befriedigung gewisser Wünsche wird wesent-
lich erschwert, wenn nicht ganz ausgeschaltet, und zwar ist der
Grund einfach der, daß bei den meisten Leuten die Mittel
fehlen.
Des weiteren muß angenommen werden, daß die meisten
Verbraucher sich vor dem Weihnachtsfeste in bescheidener
Form eingedeckt haben, und zwar so bescheiden, daß jeder
einzelne bereits nach der Beschaffung des unabweisbar Not-
wendigen seine Kauflust bändigte. Einst setzte sich';das Gros
der Abnehmer für keramische Waren aus dem mit Schönheits-
gefühi begabten Publikum zusammen. Der Mittelstand, der
kleine Rentner, der Beamte wetteiferte mit den damaligen
Reichen, sich das Heim zu schmücken, aus schönen Schüsseln
zu essen, und wertvolles Porzellan zu besitzen. Alle diese Ver-
ehrer keramischer Kunst sind heute so ziemlich außer stände^
ihren Liebhabereien von einst zu huldigen, und der jetzt peku-
niär besser gestellte Teil des deutschen Volkes hat zum weitaus
größten Teil kein Interesse für keramische Kunst usw.
Die neuen Reichen kommen auch wenig in Frage, denn
sie hängen an Ohjekten, die den Wert ihrer Ansicht nach
schon im Namen tragen, also an echten Teppichen, Gold, Edel-
steinen usw. oder sie pfropfen sich ihre Parvenü-Schlösser mit
allen möglichen Dingen derart voll, daß man lebhaft an einen
Trödlerladen erinnert wird, Bleibt uns also noch der Trost,
daß wir tunlichst gut an's Ausland verkaufen, weil dem Aus-
länder der Einkauf durch die Markentwertung mehr als leicht
fällt. Eine große Hauptsache ist nun, daß die deutsche Reichs-
regierung .nicht etwa mit Erschwerungen für die Ausfuhr
kommt. Es wäre das sicher eine folgenschwere Verkennung
der momentanen Verhältnisse, die leicht zu einer Katastrophe
der Arbeitslosigkeit in den Warengruppen der Keramik führen
könnte. Schließlich und endlich sind wir zu einem großen
Teile auf die Abnahme seitens des Auslandes angewiesen, und
unsere derzeitige Lage ist nicht so, daß wir auf geschäftliche
Verbindungen verzichten können, die wir zweifellos zur Durch-
führung unserer Fabrikationsfähigkeit braachea.
Bedarf ist im Auslände in riesigem Umfange vorhanden,
und gerade der Umstand, daß wir durch die traurige Mark-
Valuta billig liefern können, gibt uns die Gewähr, daß wir fort
und fort zu verdienen vermögen.
Wir können also sicher zur kommenden Frühjahrsmesse
(5. bis Ii. März) in Leipzig große Umsätze erzielen; Hauptsache
ist nur, daß Michel nicht den Schlüssel zur Verbindungstür
abzieht, in die Tasche steckt und darauf sitzen bleibt. — Hoffen
wir das Beste ! R. A. F. ,
e werblicher Teil.
Gesetzgebung, Steuern.
Demobilmachnng. Das Rsichsarbeitsministerium gibt bekannt, daß
die Bestimmungen der Demobilm*chungsverorionng, soweit sie noch be-
stehen, an sich am 31. 3 22 ablaufet/. Ei ist jedoch nicht damit au
rechnen, daß alle Einzelbestimmunuen sofort außer Kraft treten werden,
da verschiedene von ihnen, z B. die Uber die Arbeitslosenversicherung, in
Gesetze überfahrt werden. Ueberlebte Vorschriften werden auf alle Fälle
gestrichen.
Abänderungen Im Gewerbe- und Kaufniannsgerichtsgesetz.
Die Zuständigkeit erwähnter Gerichte ist durch die neueste Novelle vom
14. 1 22 dahingehend erweitert worden, daß nunmehr Streitgegenstände
aller einschlägigen Personen, wie Meister, Techniker, Angestellte, ver-
handelt werden, deren Jahreseinkommen Jt 100 000 nicht übersteigt. B s-
her war als Grenze M 30 000 festgesetzt. Die untere Grenze der Summe i
der Streitgegenstände, bei denen Berufung gegen das Urteil der ersten
Inatana möglich ist, i't beim Gewerb«>gericnt auf Jt 5000, bisher M 1000,
beim Kaafmanusgericbt a if Jt 6000 festgesetzt worden Die akfc ve
Wählbarkeit zum Mitglied eines Gewerbe- oder Eaufmannsgerichts ist
nunmehr mach weiblichen Personen zugestanden, ferner ist sie bereits bei
Erreichung des 25. Lebest jahres (bisher 30) ermöglicht. Eine weitete
SPRECHSAAL- COBURG*
-Nr.6 SPRECHSAAL — GOBURÖ.
**
wichtige Neuerung ist der Abs 2 des § 31 des Gewerbegerichtsgesetzes,
der folgendes besagt: „Zugelassen werden dagegen Vertreter von Ver-
einigungen von Arbeitgebern oder Arbeitern, insbesondere Gewerkschafts-
beamte, soweit sie für Mitglieder der vertretenen Vereinigungen auftreten
and nicht außer für die Vereinigung oder ihre Mitglieder auch für andere
Personen vor Geriebt gegen Entgelt ^ätig werden." Dsmit ist die erste
Bresche in den § 31 gelegt, der bekanntlich Eechtsanwälte bei beiden
Gericbten ausschriebt.
Die Befreiung der Genossenschaften von der Umsatzsteuer ist
nach dem Kompromis der Mittelparteien des Reichstages fallen gelassen
worden.
Rumänien. Umsatzsteuer. Seit 1. 9. 21 ist eine Umsatzsteuer
von 1% und eine Luxussteuer von 10 oder 15% des Wertes eingeführt,
die bei der Einfuhr aber dann nur erhoben wird, wenn der Empfänger
nicht Wiederverkäufer ist.
Handel und Verkehr.
Die „ifex« zur Devisenbeschaffung. Der AnsschuG der „Afex"
hat beschlossen, daß die Exporteure 60% der ans hoch valutarischen Ländern
anfallenden Devisen an die Reichsbank oder eine Privatbank zur Weiter-
gabe an die Reiclubank abzuführen haben. Sofern die dem Exporteur
verbleibenden 40 % der Devisen seine Unkosten nicht decken und
hiernach eine 60 %-ige Ablieferung nicht durchgeführt werden kann,
ist im einzelnen der Außenhandelestelle gegenüber der Nachweis hierfür
zu führen. Die Reicht bevollmächtigten der Außenhandelsstelle sind nach
entsprechend geführtem Nachweis zur Herabsetzung des Ablieferungssolls
berechtigt — Die Vorschriften über die Devisenablieferung sollen noch
durch besonderes Randschreiben bekanntgegeben werden.
Postfrachtstückverkehr mit Aegypten, Griechenland und Malta.
Von jetzt an werden bei der Post wieder gewöhnliche Postfrachmücke
bis SO kg nnd solche mit einer Wertangabe bis jfL 10 000 zur Beförderung
aber Homburg durch Vermittlung der Speditionsfirma Elkan & Co , Ham-
burg, angenommen.
Firmenliste beim deutschen Generalkonsulat Mailand. Das
Generalkonsulat beabsichtigt, behufs Au&kunftserteiluog für ganz Italien
ein Archiv auszubauen, in dem u. a. alle deutschen Firmen enthalten sein
Bollen, die in Italien vertreten sind oder Filialen haben.
Sendungen nach Fiume können noch nicht direkt aufgegeben
werden, iie sind zunächst an eine Zwischenadresse (Spediteur) nach einer
italienischen Unterwegsstation zu senden und von dort durch den Zwischen-
adressaten mit neuem Frachtbrief nach Fiume weiterleiten zu lassen.
Jugoslawien. T<il Moratorium. Im Hinblick auf den starken
Sturz des Dinar hat die Regierung eine Verordnung erlassen, wonach die
Gerichte angewiesen werden, in begründeten Fällen Zahlungsaufschub bis
zu 10 Monaten zu gewähren. Von dem Gedanken eines eigentlichen
Moratoriums ist endgültig Abstand genommen worden.
Sowjetrnßland. Mit der Wiedereröffnung deutscher Konsulate
in Kasan, Baku, Tiflis, Rostow, Batum, Sewastopol, Nikolajew und Kiew
hat sich die Moskauer Regierung einverstanden erklärt. In Charkow soll
demnächst eine deutsche diplomatische Vertretung bei der Sowjet- ukraini-
schen Regierung eintreffen.
Im Postfrachtstück verkehr mit Spanien ist fortan nur noch eine
Wertangabe bis zu M 10000 zugelassen. Die fremde Versicherungsgebühr
ist dabei allgemein mit M 1,50 für ja M 100 in Ansatz zu bringen.
Ein- nnd Ausfuhr, Zollweeen.
Die A. H. N. Glas gibt wiederholt bekannt, daß Dir. Schmitz, Köln
a Rh., als Preisprüfer für die Spiegel- nnd Gußglas-Indnstrie nicht mehr
tätig ist. Die Preieprüfung für die 8 iegel- nnd Gußglas Industrie erfolgt
jetzt durch nachstehende Stellen : a) Spiegelgußglas-Indastrie : Dir. Gerlaco,
Aachen, Kaiser-Allee 120; b) Draht-, Roh-, Ornament-, Katnedrslglas nnd
andere dünne Goßgläser: Dr Knopf, Bodenwerder a. Weser, Hamelner-
landBtr. 246; c) Preßhartglas: Dr. Frohnert, Dresden- A., Pragerstraße 45.
Bei ungebührlicher Verzögerung von Ausfuhrbewilligungen
besteht eine Schadenersatzpflicht nicht. Das Landgericht III in Berlin
hat eine diesbezügliche Klage einer Firma gegen eine Preisprüfungsstelle
mit der Begründung abgewiesen, daß sich die Klägerin wegen ihrer An-
sprüche nur an die zuständige Außenhandelssteile halten könne. Die
letztere habe aber behördlichen Charakter. Der Klägerin stehe demnach
kein privatrechtlicher Anspruch zu, vielmehr lediglich das Beschwerderecht
an die vorgesetzte Dienststelle, in diesem Falle an den ReichskommiBsar iür
Aas- nnd Junluhrbewilligung.
Die Einfubrfreiheit für Waren aus Danzig, die laut Bescheinigung
der dortigen Handelskammer aus Dentscbland stammen oder im Freistaat
Danzig ganz aus deutschen Halbfabrikaten oder deutschen Rohstoffen
nergebtellt sind, ist bis zum 5:8. 2. 22 verlängert worden. Diese Ver-
längerungen erfolgen stets für den laufenden Monat. Wir geben künftig
nur zur Kenntnis, wenn die Einfuhrfreibeit aufgehoben werden sollte.
Aenderung der Einfuhrbestimmungen. Ein vom Außenhandels-
kontroUauaticbuß des Vorläufigen ReienswirtscnuftsrateB genehmigter Gesetz-
entwurf siebt eine Abäuderung der Verordnung Uber die Regelung der
Einfuhr vom 22. 8. 20 vor. Danach soll die Organisation des Reicbs-
beaaltragten baldigst aufgehoben und aaf die Zollverwaltung übergeleitet
werden. An die Stelle des Reichsbeauftragten würde also die Dienst-
stelle der Reickefiuanzverwaitung treten.
Der neue Ausfuhrabgabentarif ist in Buchform erschienen nnd
kann durch unseren Verlag zum Preis von M 15 znzttglich 20 %
Sortimentsaufscblag und Porto bezogen werden.
Auskunftspflicht und Außenbandelsstellen. Hierzu brachte der
£eichswirtnchaii|:iuiu)8ter in einem Bescheid an die Seuatskommission für
die Reiths- und auswärtigen Angelegenheiten in Hambarg folgendes zum
Ausdruck \
1P88. (66. Jahrgang.)
„Die Vorschrift in § 3 der Verordnung Aber die Auskunftspflicht vom
12.7. 17 in der Fassung der Verordnung vom 11.4. 18, die in § 6 der
Ausf -Best, vom 8. 4. 20 zu der Verordnung über die Außenhandelskontrolle
vom 20. 12 19 für anwendbar erklärt worden ist, hat die Aasübung der
in der Verordnung über die Anskunftspflicht gewissen Stellen übertragenen
Befugnisse ausdrücklich auch durch Beauftragte dieser Stellen zuzulassen.
Im übrigen erscheint mir aber auch die Ausübung der in der Verordnung
über die Auskunftspflicht übertragenen Befugnisse durch Beauftragte der
AuEenhandelsstellen wirtschaftlich unbedenklich, da die Vorschriften der
§§ 4 nnd 6 der Verordnung über die Anskunftspflicht eine aasreichende
Gewähr für die Geheimhaltung der den Revisoren zur Kenntnis gelangenden
inneren Geschäftsvorgänge bieten dürfte. Gegenüber dem Einwand, daß
die in der genannten Verordnung festgesetzte Anskunftspflicht sich nur
auf Vorgänge erstreckt, die zur Beurteilung der allgemeinen Wirtschafts-
lage von Bedeutung seien, muß ich darauf hinweisen, daß in § 1 dieser
Verordnung die Auskunftspflicht allgemein auf „ wirtschaftliche Verhält-
nisse" der dieser Verpflichtung unterliegenden Unternehmungen ausgedehnt
ist. Nachdem die Verordnung über die Auskonftspfltcht für die Durch-
führung der Außenhandelskontrolle für anwendbar erklärt worden ist und
da die bierfür erforderlichen Untersuchungen Aber die Aufklärung ge-
wisser „wirtschaftlicher Verhältnisse" der untersuchten Unternehmungen
nicht hinausgehen, erscheint es mir unerheblich, wenn die Begründung
der Verordnung über die Anskunftspflicht lediglich auf die Bedürfnisse
der Kriegswirtschaft Bezog nimmt"
Gegen die Zwangsablieferung von Ausfubrdevisen hat sich der
Zentralverband des Deutseben Großhandels aufgesprochen. In einer Denk-
schrift an den Reichstag wird eine Aendernng der fraglichen Gesetzent-
würfe gefordert. Diese Entwürfe haben, wie wir erfahren, den Reichsrat
passiert und werden alsbald den Reichstag zu beschäftigen haben.
Durchfuhrzeugnisse für Warensendungen nach Spanien über
Frankreich. Seit dem Ablauf des Zoll-modus vivendi mit Frankreich war
für alle Fracht- nnd Postsendungen von Deutschland nnd den anderen
Vertragsländern nach Spanien, die französisches Gebiet berührten, die
Notwendigkeit entstanden, Durchfubrzeugnisse gemäß Ziffer 9 der 10 Be-
stimmung des nenen spanischen Zolltarifs der spaniscuen Zollbehörde
vorzulegen, wenn der Inhalt der Sendungen nach der zweiten Spalte des
Tarifs verzollt werden sollte. Ausgenommen hiervon waren nur die un-
mittelbar nach Spanien aufgegebenen Postpakete. Mit Rücksicht auf die
großen Schwierigkeiten, mit denen die Beschaffung der v> rge<chriebenen
Darchfuhrzengnisse verbunden war, sind nun durch ein spaaiiches Dekret
vom 31. 12. 21 für den verlangten Nachweis wesentliche Erleichternngen
getroffen worden. Die wichtigsten Bestimmungen des Dekrets lauten:
Die Waren, welche in die spanischen Zollämter gelangen und in Ver-
tragsländern erzengt sind oder von Bolchen herkommen, müssen, wenn sie
in einem französischen Hafen verladen wurden oder französisches Gebiet
durchquert haben, die Durchfuhr in der Form nachweisen welche die 10.
Bestimmung des Zolltarifs vorschreibt, damit sie die Vorzugabehanilung
genießen können, welche dem Ursprungsland zukommt, insofern es sich
nm die allgemeine Einfuhr handelt. — Bei Htudel-paketen wird cas
Durchfuhrzengnis durch einen von der französischen Zollbehörde
in das Sondermanifest aaf zunehmenden Vermerk ersetzt, der von
dem Spanischen Konsul oder dem einer befreundeten Nition visiert sein
mnß. Soweit die Durchfuhr in der vorgenannten Form nicht nachge-
wiesen weiden kann, werden diese Erscheinungen ersetzt durch die
„Be epistes" oder durch die Scheine (Taiones) über die am Ursprung (der
'teadung) erfolgte Verladung, welche in der vorgenannten Form visiert
sein müssen, insoweit es sich nm die allgemeine Einfuhr handelt, und
durch den zweiten Zollamtsvorsteher, insoweit die Ware gemäß besonderem
Verfahren abzufertigen ist. Diese Dokumente müssen mit jenen der
Verzdlurjg zwecks Nachprüfung verbundeu wetdiU — Postpakete be-
dürfen keines Nachweises — Neben den Durchfuhr Zeugnissen ist in
j dem Falle ein Ursprungszeugnis für jene Waren beizubringen, die nach
den Zollvorschriften eines solcaen bedürfen.
Brasilien. Konsulatsfaktaren. Im Anschluß an die Notiz: „Ur-
sprungszeugnisse nnd Konsulatsfakturen* in Nr 2, S. 17, ist die für
Brasilien angegebene Bestimmung dahin richtigzustellen, daß doch jedem
Konnossement oder Ladeschein eine entsptecnende Konsulatsfaktura in
vierfacher Ausfertigung beigefügt werden muß. Dies gilt für alle Waren,
die aus dem Auslande auf dem Land- oder Seewege nach Brasilien ein-
geführt werden. Nicht erforderlich sind Konsulatsfakturen für Post-
sendungen jeden Wertes ans Vertragsländern und für Waren- oder Muster-
sendungen, deren Handelswert im Ausfabrland £ 10 nicht übersteigt, ein-
schließlich aller Spesen für Fracht, Kommission, Verpackung usw.
Tschechoslowabien. Für die Fat tarierung deutscher Einfuhr-
waren bestellen keine besonderen Vorschriften.
Vereinigte Staaten. Private Verhandlungen über den Zoll-
tarif. Nachdem die amerikanische Regierang den Wunsch ausgesprochen
hat, sowohl von einzelnen Exportfirmen wie besonders von den berufenen
Vertretern der Exportindastnea einwandfreies Material über die jetzigen
Gestehungskosten der betreffenden Ausfuhrwaren »u erhalten, das dann
als Grundlage für eine „gerechte" Festsetzung der neuen amerikanischen
Zollsätze dienen soll, liegt ea im eigenen Interesse der deutschen Interes-
senten, von dieser Möglichkeit weitgehenden Gebrauch za machen. Die
Auskünfte können entweder direkt an die United States Tariff Commission,
Washington, übermittelt werden oder an den Delegierten dieser Kommis-
sion, Herrn Joseph Ernster (p. Adr. American Caamber of Commerce,
Berlin, Friedrichstr. 59/6»). uie verlangten Auskünfte beschränken sich
im wesentlichen auf en e vergleichende Aufstellung der Produktionskosten
in den Jahren 1914 und 1921 (Robmaterialien, Lenne usw.). lu keiner
Weise wird eine Preisgabe geschäftlicher Geheimnisse verlangt.
Die Lage in Industrie und Handel.
Die nordbayerhehe Porzellanlndustrie klagt über die außer-
ordentlich Bunwienge und teuere Beschaffung der Rohmaterialien, die^
teilweise ans dem Ausland bezogen werden müssen. Als sehr verteuernd
1922 (55. Jahrgang.)
wirkt auch die Verwendung der böhmischen Braunkohle mit, so daß sich
die Fertigfabrikate unter Errechnung der erhöhten Löhne ja nach Qualität
auf den 30- bis 60fachen Preis des Friedensstandes stellen. Damit ist
allerdings die Gefahr verbunden, daß Porzellangeschirr als Gegenstand des
notwendigen Lebensbedarfes ausscheidet und als Luxusartikel angesprochen
werden muß. Das Inlandgescbäft in Porzellanwaren war bis jetzt immer
noch gut, und sogar die Nachfrage nach Luxusporzellau war dauernd stark
Der Export ist in den letzten Monaten ganz erheblich geBtiegen.
England. Rückgang des Außenhandels 1921. Die englische
Einfuhr belief sich im Jahre 1921 auf £ 1086 Mill. gegen £ 1932 Kill,
im Jahre 1920. Die Ausfuhr hatte einen Wert von £ 703 Kill, gegen
£ 1334 Mill. im Vorjahre.
Holland. Lohnsenkung in der Glasindustrie. Die Vereinigung
von Glasfabrikanten der Niederlande schlägt den Arbeitnehmeroraanisationen
vor, den am 31. 12. 21 abgelaufenen Tarifvertrag für kurze Zeit zu ver-
längern, unter der Bedingung, daß die 0 -ganisationen eine Lohnsenkung _
von 2—27% °/o zugestehen. Die HauptvorstBnde der Organisationen haben
den Antrag abgelehnt. Die Unterhandlungen mit den Fabrikanten werden
fortgesetzt. >
Tsrhechoslowahien. Ausscheiden der Emallindustrie aus dem
reicbsdeutscben Emall*yndikat. Die tschechoslowakische Emailindustrie
ist mit Aufträgen gut versehen, doch ungeachtet der gut*n Beschäftigung
in eine schwere Krisis geraten. Nach dem Kriege vermochte sie ihre
alten guten Märkte in Indien und China vieler zu erobern und zahl-
reiche Aufträge von dort zu erlangen, trotz des starken Wettbewerbs, der
seit Kriegsbeginn namentlich v,on Japan ausgebt. Kit dem Rückgang der
Miirk, auf die a.le Aufträge lauten, haben die Werke überaus htirae Ver-
JuBte erlitlen, da das genannte Syndikat erst im November wesentlich
behsera Preise bewilligte. Die deutschen Emailfabriken schneiden hierbei
verbältninnäßig günstiger ab, weil die meisten von ihnen die zur Fabrikation
notwendigen Halbfabrikate selbst erzeugen. Mit Rücksicht anf die gegen-
über den deutschen Werken unterschiedliche Fabrikationsbasis wollen nun
die tschechoslowakischen Hersteller aus dem reichsdeutscuen Syndikat aus-
scheiden und eine selbständige Vereinigung schaffen. Im Zusammenhang
damit steht auch eine Besitzveränderucg. Die Emaiiindustrie Haardt & Co.,
Nescbwitz bei Bodenbach, hat die großen Austria-Emailwerke, Brünn, er-
worben, bei denen sich Schwierigkeiten in Bezug auf die Nostrifikation
ergaben. Die beiden genannten Firmen standen schon früher in einer
Interessengemeinschaft.
Geschäftliche Mitteilungen.
Hannoversche Glashütte, Hannover-Hainholz. Die a. o. G.-V.
vom 30. 12 21 beschloß die Kapitalen öutmg um M 1,08 Mill. Stamm-
und M 0,16 Mill. Vorzugsaktien anf Jl 2 Mill. Von den neuen Stamm-
aktien, die gleich den Vorzugsaktien ab 1 10 21 dividenden berechtigt
sind, werden den bisherigen Aktionären M 1,04 Mill. im Verhältnis
2:1* zu 110 °/0 zum Bezüge angeboten. Das Bszugsrecht ist bis
15.2. 22 auszuüben.
Glasindustrie, A.-G., Ludwigsburg. Nachdem die Verhandlungen
mit einer Firma zwecks Eingehung einer Interessengemeinschaft zu eiuem
ErgebniB geführt haben, konnte die a o. G. V. vom 17. 1. 22 der Kapitala-
erböhtng um M 6 Mül. auf Jl 10 Mill zustimmen. Dbs Btzu^srecht
der Aktionäre bleibt ausgeschlossen, die näheren Ausgabeb« dingungen
bleiben dem Vorstande überlassen Die neuen Aktien sollen der befreun-
deten, bisher noch ungenannten Firma überlassen werden.
• Deutsche Fensterglas- A.-G., Berlin. Die a. o. G.-V. genehmigte
die K*pitalseri öiung im JA 7,6 Mill. auf M 12 Mill. Die jungen, ab-
1 1 22 dnidendenberechtigten Aktien werden von der Dresdner Bank mit
der Veipflichtung übernommen, sie den alten Aktionären im Verhältnis
1:1 zu 176% anzubieten. Die nicht bezogene^ Aktien werden freihändig
unter ßtaiker Gewinnbeteiligung der Gesellschaft begeben Der Vorstand
glaubt für 1921 mit eintm gleichen Gewinnerg« bnis rechnen zu köuneu
wie im Vorjahre (26%). — An Steile eines ausscheidenden Aufrichtsrats-
mitgliedes wurde neu in den Aufsichtsrat Dr. jar. Belitz gewählt.
Tb. Goldscbmidt, A.-G.. Essen. Die a. o. G.-V. vom 26. 1. be-
schloß die Kapitalseriöaung um Jl 100 Mill Stanmaktien auf M 150 Mi 1
Von den neuen ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Aktien werden
M 26 MilL einem Bankenkonsortium unter Führung der Diskonto Ge
Seilschaft zu 172% mit der Maßgabe überlassen, sie den alten Stamm-
nnd Vorzugsaktionären im Verhältnis 2:1 zu 200% anzubieten.
Weitere JK 25 Mill. werden zu 100% an die Bankengruppe begeben.
Die restlichen M 60 Mill., die ebenfalls von dem Bankenkonsortium über-
nommen werden, werden dagegen nur mit 25% eingezahlt. Diese
letzteren Jt 75 Mill., deren Dividendenrecht vorläufig ruht, werden ge-
gebenenfalls im Einverständnis mit der Verwaltung von den Banken für
Rechnung der Gesellschaft weiter begeben. Die neuen Mittel werden
zum Ausbau der alten Unternehmungen und der Beteiligungen verwandt.
Die Aussichten werden als günstig bezeichnet.
Obligationen mit variabler Verzinsung werden in Höhe von
M 300 Mul. vou der Osrum ü. m. b. H., Kommanditgesellschaft, aus-
gegeben Die Schuldverschreibungen sind mit einem festen Zinssatz von
6% ausgestattet; darüber hinaus erhalten sie noch variable Zioszu-
scbiäge, die sich nach der jährlichen Durchschnitt -dividende der Stamm-
aktien der A E G. und der Siemens & Halske,. A. G., d. h. der beiden
Haoptgesell chafter der Osram G. m. b. H. richten. Für jedes angefangene
oder volle Prozent, um das die jährliche Durchschnittsdividende der
Stammaktien jener beiden Gesellschaften 10% übersteigt, erhalten die
neben Obligationen eine Vergütung von %% jährlich, höchstens jedoch
so viel, daß diese Zusatzvergtttung 5% Deträgt. Im Höchstfälle kann
sich also die Verzinsung auf 10% steigern.
General -Versammlungen.
Dnxer Porzellan- Manufaktur, A.-G., vorm. Ed Eicbler, Berlin: a, o.
G.-V. 15. 2. 29, 5 Uhr n., Bankhaus Strasser & Co., Berlin.
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr, 6 — 68
Richard Blumenfeld, Veltener Ofenfabrik, A.-G, Charlottenburg:
o. G-V. 28. 2. -22, 11 Uhr v„ Bankhaus Gebr. Arnhold, Berlin.
Wittener Glashütten, A.-G. i. Liqa., Witten: o. G.-V. 18. 2. 22,
IIV2 Uhr v , Hotel Dftnnebacke, Witten.
Houbenwerke, A. G., Aachen: a. 0. G.-V 25. 2. 22, 4 Uhr n.,
Barmer Creditbank, A.-G., Filiale Düsseldorf, Düsseldorf. T.-O.: u. a.
Kapitalserlöhung um jft 4,4 Mill. Inhaberaktien auf M 11 Mill. ; Genehmi-
gung eines Kaufvertrages.
NeuBtädter Emaillierwerke H. Ulbricht & Co., A.-G., Neustadt (Sa.):
0. G.-V. 26. 2 22, 4 Uhr n., Sitzungszimmer, Neustadt.
Deutsche Gold- und Siiber-Si'beideanstalt, vorm Rößler, Frankfurt
a. M. : a. 0. G.-V. 22.2. 22, 11% Uhr v., Sitzungssaal, Frankfurt a. M.
T.-O. : u. a. InteressengemeinBchaftsvertr8g mit der Metallgesellschaft und
der Met8llbank und Metallurgischen Gesellschaft, A.-G.
Wiedemannsche Druckerei, A-G., Saalfeld: 0. G.-V. 27. 2. 22,
37a Uhr n., Böhm's Weinschänke, Gotha. T. 0 : u. a. Kapitalserhöhung
um Jt 2 Mill. Stamm- und Jt 0,2 Mill. Vorzugsaktien.
Messen und Ausstellungen.
Leipziger Messe. Neuregelung des Werbebeitrages (Meftbeitrag).
Mit der Erhöhung des Böchstmietprei-es für Meßausstellungsräume zur
Frtibjahr»mis<e 1922 auf M 125 für den Quadratmeter geschossenen Rtumes
und Jt 260 für den laufenden Meter haben eich der V. rstand der „Zentral-
stelle" und die Ausstellervertreter ia der Mietausgleichskummi«sion nur unter
der Bedingung einverstanden erklärt, daß der von den Vermietern zu
zahlende Werbebeitrag gle'cbzeitig wie bei den Ausstellern auf }ß %
erhöht wird. Ab Herbstmesse 1922 wird der Werbebeitrag fdr die Aus-
steller sowohl wie für die Vermieter gleichmäßig auf je 25 % festgesetzt
werden.
Die „Alte Waage", in der das Meßamt untergebracht tat, soll
einem zweckentsprechenden inneren Umbau unterzogen werden Die Ver-
kehrsräumlicbkeiten im Erdgeschoß werden damit um das Doppelte er-
weitert werden.
Die Wiederausfuhr von Meßmustern mußte bisher binnen
3 Monaten erfolgen. Durch eine Verfügung des Reichskommissars für
Aus- und Eiufuhrbewilligung vom 2. 1. 22 ist d*s Hauptzollamt Leipzig
ermächtigt worden, die von Amstellern der letzten Herbstmesse oder zu
früheren Leipziger Messen eingeführten, nicht zu Handelszwecken dienenden
Warenuuster bis nach Beendigung der diesjährigen Fiühjahrsmesse im
Iulande unter zollamtlicher Aufsicht zu halten.
Verbände.
Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellan fabriken, E. V.,
Berlin. Die Firmen: Porzellanfabrik C*rl Müller. Sonueöenr, Vogtl.,
Porzellanfabiik, B*d Ehter, und die Porzellanfabrik; Bremer & Schmidt,
Eisenberg, sind dem Vei bände als Mitglieder beigetreten.
Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Die dies-
jübriee ordentiicue Mitgliederversammlung findet in der Zeit vom
7—9.3 22 in Köln Btatt. Für Vorträge sind bereits gewonnen: Prof.
Dr. Ötnmar Spann- Wien; Direktor Dr. Kalle, M. d. L., und Raichsminister
a. D. Dr. Simons.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik Dohna, G. m. b. H„ Dresden, (MünchenerBtraße 4)
Stammkapital: M 200 000. Geschäftsführer sind Kaufmann Oskar
Seifert und Fabrikant Arthur 0. Frenz.
Georg Rauber, Erbendorf. Die Firma ist erloschen.
Keramische Werke Herzogenrath, G. m. b. H. & Co., Kommandit-
gesellschaft. Herzogenrath. Herstellung und Vertrieb von keramischen
Erzeugnissen aller Art. Persönlich haftender Gesellschafter it>t die Firma
„Keramische Werke Herzogenrath, G. m. b. H." Fünf Kommanditisten
Bind vorhanden.
E.ektio Porzellan-Fabrik Hoheneck, G. m. b. H., Hoheneck. Die
Bestellung des lüg.- Chemikers Emil Schächterle zum Geschäftsführer ist
widerrufen.
Keramische Industrie-Gesellschaft m. b. H, Jena. Die Gesellschaft
ist aufgelöst. Liquidator ist Emil Menkel.
Porzellanfabrik Schönwald, Sdböuwald, und Porzellanfabrik Schön-
wald, Abteilung Arzberg, Arzberg. Die Vertretungsbefnguis des Fabrik-
direktors Erich Jähne ist beendigt. Keramiker Hans Schiegelmilch hat
Gasamt prokura mit einem Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen.
Wienand & Co., Sprendlingen, Kr. Ofienbach. Persönlich haftende
Gesellschafter Bind Dr. Heinrich A Wienand und Direktor Fritz Wienand.
Jeder ist selbständig vertretungsbefugt. Kaufmann Martin Kempf hat
Prokura.
Wienand Söhne & Co., Sprendlingen, Kr. Offenbach. Die Firma ist
erloschen.
Keraphot, Photochemische-Keramische Kunstwerkstätte Erich Jähne
Dreden, (Scbnorrstraße 78 und N.edeilößnitz, Friedrichstraße 12). Fabri
kation von kunstgewerblichen UegenBitludtn ans Porzellan mit photo
graphischen Erzeugnissen. Inhaber ist Kaufmann Erich Jähne.
Otkar Ried), Porzellanmanufaktur, Marktredwitz. Großhandel mit
feinkeramischtn Erzeugnissen, verbunden mit Porzellanmalerei. Inhaber
ist Kaufmann Oskar Riedl. ,
AuguBt Menningen, Höhr. Inhaber ist Kannenbäcker August
Menningen. Anna Menningen, geb. Enders, bat Prokura.
Villeroy & Bocb, Mettlach. Direktor Otto Hellmund ist von der
Leitung der Mosaikfabrik zurückgetreten. Die neubestellten Direktoren
Dr. Hans Kittel und Anton Moritz haben Gesamtprokura.
Vereinigte Mosaik- und Wandplattenwerke, A -G., (Friedland-Sinzig-
Ehrang), Sinzig. Die Kaufleute Otto Gebhardt und Hans Leberer haben
V
64 — Nr. 6
SPRECH SAAL -COBURG
Prokura mit einem Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen. Die Prokura
von Georg Biewer und Eduard Becking ist erloschen.
Kunst-Keramische Werke Karlsruhe Dr. Reimar Baer, G m, b. H.,
Karlsruhe. Die Firma lautet jetzt: „Dr. Reimar Baer, G. m. b. Hu
Der Sitz ist "nach Bruchsal verlegt. Die Vertretungsbefu^nis der Ge-
schäftsführer Dr. Reimar Baer und Karl Geitz ist beendet. Als Ge-
schäftsführer werde Kaufmann Fritz Karlebach bestellt.
Keramag, Keramische Werke, A.-G , Meiningen. lag. Max Hollen-
weger wurde zum Direktions- und Vorstandsmitglied ernannt. Die Kupitals-
erhöhuDg um M 5,5 Mill. auf M 10 Mill ist erfolgt.
Mitteldeutsche Schmirgel- Werke, A.-G., Butzbach. Graf G. Bern-
storff wurde in den Aufsichterat gewählt.
Union, Schleifmittelwerk Schröder, ß. m. b. H, Münden. Das Stamm-
kapital ist um Jf 195 000 auf Jt 300 000 erhöht. Frau Dr Louise
Maeder, Frau Dr Elisabeth Pause. Frl. Anna B. Schröder und Frau Eila
Warnecke sind als Gesellschafter eingetreten.
Altenburger Glasbütte, A.-G., Altenburg. Das Grundkapital ist um
M 1 Mill. auf Jt 2 5 Mill. erhöht worden Ausga*>ekurs 140%.
A.-G. der Gerresbeimer Glashtittenwerke, vorm Ferd. H^ye, Düssel-
dorf. Kaufmann Bans Heye wurde zum weiteren Vorstandsmitglied be-
stellt. Seine Prokura ist erloschen.
Rheinische Spiegelglasfabrik, A G , Eckamp b. Ratingen. Betriebs-
direktor Hugo Nowotny hat Gesamiprokura mit dem Vorstandsmitglied oder
einem Prokuristen.
M Greiner- Blank, Lauscha, S-M. Glas- und Perlenfabrikgeschäft. In-
haber ist Fabrikant Msx Greiner-Bl»Ek sen
Glashüttenwerke Lippold & Müller, G. m. b. H , Pirna. Betriebs-
direktor Friedrich K. L. Althof wurde zum Geschäftsführer bestellt. Seine
Prokura ist erloschen.
Dr. Rob. Muencke, G. m. b. H., Berlin. Edwin Pagel hat Einzel-
prokura.
Optische Werke, A.-G., vorm. Carl Schütz & Co, Cassel. Dem Auf-
sichtsrat gehören jetzt an: Rechtsanwalt Dr. H Arzfeld, Vors., Bankier
Noelle, stellv. Vors., Rechtsanwalt R. Barielt, Bankdirektor 0. Katzenstein,
Großkaufmann F Loewe und Bankier 0. Schüler.
Langer & Baldermann, G. m. b. H, Kristallschleiferei, Döbern, N.-L.
Glasschleifern und Handel mit Gias jeder Art. Stammkapital: M 60 000.
Gemeinsam vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Kaufmann Willi Balder-
mann nnd Glasschleifer Ernst Langer.
Panl Bürger, Thermometer- und Glasinstrnmentenfabrik, Geschwenda
(Thür.). Inhaber ist Glashüttendirektor Paul Burger.
Carl Woytacek, Glastechnische Werkstätten, G. m. b. H., Hamburg.
Herstellung und Vertrieb von Glasinstromenten und Apparaten für wissen-
schaftlichen und technischen Bedarf. Stammkapital: Jt 20 000. Selbständig
vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Fabrikant Carl R. Woytacek nnd
Chemiker Dr. phil. Otto G. L. Brandt.
Julius Brückner & Co./ G. m b. H., Jlmenau. Die Gesamtprokura des
Kaufmanns Eugen Diener ist erloschen.
Handelsgesellschaft für Laboratoriumsbedarf m. b H., Langewiesen.
Herstellung und Vertrieb von Glasinstrumenten für Wissenschaft und
Technik und von Laboratoriumsbedarfsartikeln aller Art. Stammkapital:
Jt 500 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Heinrich Schroodt.
1922. (66. Jahrgang.)
Glasbläsergenossenschaft des Meininger Oberlandes, e. G. m b. H.-
Lauscha, S.-M. Der Sitz der Genossenschaft ist nach Ernstthal a. R.
verlegt
Julies Fröhlich, Thermometer- und Glasinstrumentenfakrik, Inhaber
Paul und Karl Fiöhlicb, Ohrdruf. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Das
Geschäft wird unter unveränderter Firma von dem früheren Gesellschafter
Kaufmann Paul Fröhlich fortgesetzt.
Nitsche & Günther, Optische Werke, A.-G., Rathenow. Aktienkapital:
Jt 10 Mill. Alleiniges Vorstandsmitglied ist Direktor Emil Klietzing.
Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind die Fabrik-
besitzer E. Nitsche nnd E. Muth, Bmkdirektor W. Kleemann, Rentner
F. Perl und Direktor E. Klietzing. Den ersten AuMcbtsrat bilden die
vorstehend genannten Nitsche, Mutb, Kleemann unl Perl.
Constantin Kühn, GlasiuBtrumentenfabrik, Sttttzerbach, Pr. Ant.
Inhaber ist Fabrikant Constantin Kühn.
Sichler & Alke, Weißwasser, 0. L Persönlich haftende Gesellschafter
sind Kaufmann Richard Eiculer, Glasgrasreur Franz Eichler und
Schleifermeister Benno Alke. Vertretungsbefugt ist Richard Eichler allein,
Franz Eichler und Benno Alke nur gemeinsam.
Gesellschaft für Glas- nnd Holzindustrie m. b. H., Denzel & Co.,
i. Liqu., Würzburg. Die Liquidation ist beendigt, die Firma erloschen.
Porzeilanvertrieb Fritz Hums, G. m. b. H., Dresden. Bei Bestellung
mehrerer Geschäftsführer ist jeder selbständig vertretungsbefugt. Die
Kaufleute Kurt F. Schwerdtner und Karl A. E. Grote sind nicht mehr
Geschäftsführer. Zam Geschäftsführer wurde Kaufmann Isidor Simon bestellt.
Strangfeld & Knocb, G m. b. H , Lttbben. Josef Strangfeld ist ah
Geschäftsführer ausgeschieden. Alleiniger Geschäftsführer nnd Gesell-
schafter ist Walter Knoch.
i f Ton-Klinker-Centrale, G. m. b. H., Leipzig. An Stelle dei aus-
geschiedenen Franz A. L. Kaauer wurde Baumeister Ernst Kießling zum
Liqaidator bestellt.
Vogtländische Glasniederlage Gebr. Trexler, Plauen. Die Gesell-
schaft ist aufgelöst. Die Firma und die Gesamtprokara von Johann
Bütterich und Marie 0. Trexler sind erloschen.
Sehamottebaugesellschaft m. b. H., Mülheim-Ruhr. Das Stammkapital
ist um Jt 30 000 auf Jt 50 000 erhöat worden.
Edlich & Weise, G. m. b H., Meißen. Das Stammkapital ist auf
M 300 000 erhöht worden.
Fanta & Dreßier, Dresden. Die Prokura des Kaufmanns William
G. A. Alvers ist erloschen.
Keramische Rohstoff-Gesellschaft m. b. H , Leipzig- Gohlis (Wilhelm-
straße 23) Handel mit und Vertrieb von Berg- und Hüttenprodukten,
inabesondere von Rohstoffen für die keramische und feuerfeste Industrie.
Stammkapital: M 20 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Georg Wunderlich.
Matrizenwerk Fromm, G. m. b. H., Lauf. Stammkapital : JK 60 000.
Geschäftsführer sind Ludwig Fromm und Martin Tuurnauer. Sie sind
nur gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit dem Prokuristen Johann
K Müller vertretungsbefugt.
E. Nister, Nürnberg. Die Prokura des Fritz Schäfer ist erloschen.
Kaufmann Arthnr Hanes hat Prokura.
Odenwälder Tonindostrie, A.-G., Pfaffen-Beerfurth. Die Kapitals-
erhöhung um Jt 2,4 Mill. auf Jt 4 Mill. ist erfolgt. Ausgabekurs 120«/,.
Fr a gekästen des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung de« Fragekastens.
1. Der Fragekasten dient dazu, technische and andere für unseren Leserkreis wissenswerte Fragen und Fabrikationsfehler
offen zu erörtern, ferner Hilfsmittel, Materialien. Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sieh Bezugs-
quellen Im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur daraufhin verwiesen.
». Die direkte V*rcnittelu»g des An- oder Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
3. l>le Kamen der Fragesteller werden nach keiner Weise hin genannt, anonyme Zuschriften Jedoch nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nur In die zweite auf die Frage folgende Nummer anfgenommen. Verspätet eingehende Antworten
können nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Die Redaktion behalt sich vor, ohne Angabe von «runden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; für brauehbare
Beantwortungen technischer Fragen gewahrt sie ein angemessenes Zeilenhonorar. Klne sivilrechtllehe Haftpflicht übernimmt die
Redaktion nicht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
18. Ich beabsichtige, mein Hochspannungs-Material für ireileitungs-
Stützinolatoren auf Druckfestigkeit, Biegung und Zug gemäß den Vor-
schriften des V. D. E. zu prüfen, und bitte um Angabe der Apparate, die
hierfür in Frage kommen, und der entsprechenden Bezugsquellen
Erste Antwort: Wenden Sie sich an den V. D. E., der die
Vorschriften für die Prüfung von Isolatoren zusammengestellt hat. Der-
selbe wird Ihnen gewiii eine Reibe von BezugF quellen bekannt geben.
Auch dürfte die A. E. G. entsprechende Einrichtungen liefern oder Bezugs-
quellen nachweisen.
Zweite Antwort: Die A. E. G und die Siemens- Schuckert-
Werke in Berlin richten Prof Stationen für Lolatoren ein.
19. Zu wissenschaftlichen Zwecken möchte ich Isolatoren nach dem
Brande mittrls einer Schneidevorrichtung zerschneiden und bitte um Aus-
kunft, wer hierfür geeignete Schneid Scheiben liefert, in welcher Stärke man
diese verwendet und wieviel Umdrehungen pro Minute erforderlich sind, um
einen glatten, sauberen Schnitt zu erhalten.
Erste Autwort: Das Zerschneiden größerer Porzellangegen-
stäude, wie z. B. von Isolatoren, ist nicht so einfach und ohne ausreichende
Einrichtungen kaum auszufttbnn. Zu kleineren Querschnitten nimmt man
kleinere Scbneidicheiben mit schnellerer Umdrehung, zu größeren Schnitten
such größere Scheiben, die kich langsamer drehen. Letztere machen etwa
800—1100 Touren, erstere etwa 1200—1600. DaB Zarsägen kann in gleicher
Weise wie daB Zerlegen der Gesteine zu Platten mittelB Hartstahisägen,
Walser nnd scharfem Sand erfolgen; aber auch hierzu sind besondere
Apparat« nötig und «Ina entsprechende Uebung.
Zweite Antwort: Sägen für Porzellan liefern die Sohwvzen-
bacher Maschinen-Fabrik Carl Fickert in Schwarzenbach a. S., Gebr. Ndtzsch
i. Selb i. Boy.
20. Welche Erfahrungen hat man in der Steingutfabrikntion mit dem
Unger'schen Doppelofen D R.P. Nr. 125 798 (s. Kerl S. 1416) gemacht?
Liepe sich derselbe 10-, bezw. 20-schürig in einer Größe von mindestem
80 cbm unten (Glühofen) und 90 cbm oben (Glattofen) mit Aussicht auf
Erfolg einrichten?
Erste Antwort. Die Ungerechen Doppelöfen für Steingut haben
sich nicht so recht einbürgern können, da ihre Vorteile von den Ntch-
teilen so ziemlich aufgewogen werden. Es sind wohl ganz schöne Resul-
tate damit erzielt worden, aber wegen der Umstän llichkeit infolge der
verschiedenen Etagen und anderer Nachteile und weil dieses System sich
nicht gut in d e bestehenden Betriebe einfügen ließ, hat es keine weitere
Verbreitung gefunden. • Auf jeden Kall ist es nicht ratsam, große Oefen
mit 10 Schüren und von 90 cbm Inhalt zu erbauen, weil Bit* für den
laufenden Betrieb unrationell sind insofern, als bei der kurzen Arbeitszeit
die laufende Produktion von Ware verzögert wird.
Zweite Antwort: Die Erfahrungen mit dem Doppelofeu System
Uuger sind teils gute, teils weniger gute. Letzteres mag wohl an der
Größe der Oefen und der Höhe des Brandes liegen. Von einem Ofen von
80 cbm Roh- und 90 cbm Glattraum ist Ihnen entschieden abzuraten, da
es schwer ist, solche große Oefen gleichmäßig zu brennen, besonders bei
der niederen Brenn-Temperatnr des Steingutes. Wenn Sie schon einen
Doppelofen bauen wollen, so wären 55—60 obm als äußerste Grenze zu
/
SPRECHSAAL -, C.OB URO. Nr. 6 -
1922. (Ib. Jahrgang.)
betrachten. Ein Ofen von 80 cbm Brennraum benötigt nicht 10 Feue-
rungen, sondern deren 14, da man allgemein mit höchstens 6 cbm Brenn-
ranm pro Feuerung rechnet der Oberofen von 90 cbm müßte anstatt
20 Feuerungen deren 16 haben. Die Nachteile eines großen Ofens dürften
Ihnen wohl bekannt sein; allzuleicht läßt man Bich heute zwecks einer
Brennstoff ersparnis verleiten, große Oefen zu banen, um dann die Erfah-
rung zu machen, daß ein kleinerer Ofen bedeutend rationeller arbeitet und
bessere Ware erzengt.
Dritte Antwort: Steingut läßt sich in Oefen von 80—90 cbm
brennen, da die Wätmeunterschiede an den Einströmungsstellen und in
der Mitte nicht so sehr ine Gewicht fallen. Wesentlich ist, daß um den
Mitlelfuchs 8 Füchse von 14 cm Durchmesser angeordnet sind, um das
Feuer gut in die Mitte zu bekommen, Die Summe aller Füchse muß aber
Vio der Rosi flächensumme betragen.
21. Welchen Farbstoff setzen einige Kaolinschlämmereien beim
Schlämmen zu, um dem Kaolin einen bläulichen Stich zu geben bezw. um
die gelbliche oder graue Färbung verschwinden zu lassen?
Erste Antwort: Das Färben von geschlämmtem Kaolin ge-
schieht 8m einfachsten mit Anilinfarben, welche dtm geschlämmten Kaolin
beigemischt werden. Lassen Sie sich verschiedene Nuancen von blauen
wasserlöslichen Anilinfarben kommen und machen Sie entsprechende Ver-
suche. Die Anilinfarben sind jetzt sehr teuer, daher nicht beim Schlämmen,
sondern erst dem geschlämmtem Material ^uzcsetzen. Zu beachten ist,
daß gefärbte Kaoline sich nicht zu allen Zwecken eignen, weshalb beim
Verkauf Vorsicht geboten ist, »
Zweite Antwort: Es bandelt sich in diesem Falle um einen
in Wasser löslichen blauen Anilinfarbstoff, der dem geschlämmten Kaolin
zugesetzt wird. Der Zusatz richtet sich nach der ursprünglichen gelben
oder grauen Farbe des Schlämmproduktes, und Sie müssen die Menge
desselben durch Proben feststellen.
• Dritte Antwort: Auf 1000 kg geschlämmten Kaolin setzen
Sie 10 g Kobaltnitrat gelöst zu; dieses läßt die Brennfarbe des Kaolins
weiß erscheinen, indem es die gelbeFarbe auslöscht. Genügen 10 g nicht,
so können Sie bis 20, 30, ja 40 g gehen.
Vierte Antwort: Um dem geschlämmten gelblichen oder
grauen Kaolin einen bläulichen Stich zu geben, habe ich ihn mit gutem
Erfolg im Bastin mit Anilinfarbe gefärbt. — Die Anilinfarben-Fabriken
haben sog. AbfalWarben, die im Bezug etwas billiger sind.
22. Für unsere Kaolinßterpressen verwendeten wir vor dem Kriege
pitsch-pine-Rulz, während wir jetzt infolge des hohen Preises als Ersatz
dafür Lerche, Kiefer oder Eiche verwenden müssen. Die Rahmen und
Blätter hieraus nützen sich aber schnell ab, und die Pressen fangen an
stark zu spritzen, wodurch der 'Druck verloren geht. Tl ie ließe sich eine
Besserung bezw. Abdichtung zwischen den einzelnen Rahmen und Blättern
erzielen?
Erste Antwort: Das Undichtwerden der Holzfilterrahmen ist
ein unangenehmes Uebel, das dazu geführt hat, die Kammern aus Eisen
aufzuführen. Heutzutage sind diese Eisenkammern aber so teuer, daß man
möglichst davon absieht, und zu billigeren Holzkammern streift. Um diese 1
gegen das Undichtwerden zu schützen, werden die Dichtflächen durch An-
schrauben von 2—8 mm starken Zinkblechstreifen mittels Messingschrauben
verstärkt. Die Holzkammern halten dann bei guter Behandlung sehr gut
dicht, und die Abnutzung ist nicht sehr groß. Die Beschläge sind zwar
auch nicht billig, doch zuverlässig und das beste Mittel, Holzkammern
dicht zu machen.
Zweite Antwort: Die gleiche Erfahrung haben alle kera-
mischen Fabriken, die mit Holzrahmen und -blättern in Filterpressen arbeiten,
gemacht. Es gibt keinen vollwertigen Ersatz für pitsch-pine-Holz. Eine
Abdichtung mit Gnmmitinlagen kann infolge des hohen Gummipreises
nicht in Betracht kommen Es ist Ihnen nur zu raten, die Hoizrahmen
und Blätter durch eiserne Rühmen und BJ älter zu ersetzen, vorausgesetzt
natürlich, daß die Konstruktion der Presse es gestattet Zu diesem
Zwecke müßten Sie sich an eine Maschinenfabrik Wenden. Wohl ist die
Anschaffung mit größeren Ausgaben verbunden, doch wenn Sie das Holz,
den Kboüd- und Zeitverlust rechnen, macht sich die Mehrausgabe für
eiserne Bestandteile bald bezahlt, und Sie haben für Jahre Buhe.
Dritte Antwort: Versuchen Sie, um die Rahmen schwache
Filz- oder Stoff streifen zu nageln; dadurch werden dieselben dicht, und
das Spritzen hört auf.
Vierte Antwort: Für die Kaolin- Filter pressen müssen die
Rahmen aus gutem, trockenem Hartholz hergestellt werden ; pitach-pine
ist nicht nötig, es soll aber auch keine Kiefer Bein. Hauptsache ist, daß
die Rahmen ans tadellosem, ausgetrocknetem Holz hergestellt sind, damit
ein Verziehen und Absplittern unmöglich ist. Eine besondere Abdichtung
der Rahmen und Blätter ist bis heutet noch nicht eingeführt, aber man
hilft sich damit, daß man die beiden Preßlücher über die Rahmen hiu-
ausspannt nnd beim Pressen mit der Pumpe vorerst ganz wenig Kaolin
in die Presse bineindrücken läßt, damit sich die äußeren Wandungen der
Rahmen nnd Blätter verdichten. Natürlich muß die Presse eine gute
Verschranbung haben, damit die Blätter und Rahmen gut schließen Für
alle Fälle hat man immer einen Abfall von gepreßtem Kaolin zur Hand,
womit man die ausspritzenden Stellen abdichtet.
Fünf te Antwort: Als Ersatz' für Ihre Holzi ahmen möchte ich
Ihnen empfehlen, eiserne Rahmen anzuschaffen. Diese haben den Vorteil,
daß auf Demselben Raum fast noch, eiimal soviel Platz finden, als hölzerne.
Zorn Schutz der Tbcher und um der Flüssigkeit schneileren Abzug zu ge-
statten, werden auf jeden Rahmen gelochte Zinkblecheinsätze aufgeschraubt.
Die eisernen Kammern werden gewöhnlich rund Ausgeführt, wodurch der
AbdichtungBrand einen ganz gleichmäßig verteilten Druck erhält. Die
runden Pressen schließen daher besser als die eckigen, und das lästige
Spritzen bei ungenügendem Schließen wird vermieden. Die eisernen Preß-
platten Bind zum Schutze gegen Rost mit einem Lack versehen, der je-
doch von Zeit zu Zeit immer wieder erneuert werden muß. ,
28. Zur Her Stellung von Kochgeschirr verwende ich etwa 55°l0 Bunz-
lauer feiten Ton II. Sorte, 30°[9 Bunzlauer Magerton und JS°/0 feinge-
mahlene Schamotte (Steingutrohscherben). .Die asten beiden TmsorUn
werden im liegenden Tonschneider - und dann mit der dritten Sorte, die im
der Kugelmühle fein gemahlen wird, vermischt Die Kochgeschirre werden
bei einer Temperatur von 1300—1400" im Viereckofen mit überschlagender
Flamme gebrannt, weil ich bei einer anderen Temperatur mit Rücksicht
auf meine übrige Fabrikation nicht brennen kann Die Feuerbeständig-
keit der Kochgeschirre läßt aber zu wünschen übrig ; wo/ an liegt dies? ,
Erste Antwort: Unter Feuerbeatändigkeit kann man einer-
seits die Kochfe3tigksit der Kochgeschirre verstehen, andrerseits die
Brennhöhe, die der Scherben verlangt, bezw. ausbSlt. Wenn nun die
Brennhöhe nach den gemachten Angaben zwischen 1300— 1400° schwankt,
so ist diese Brenndifieienz, za groß, und es , ist kein Wunder, wenn
bei solchen Unterschieden der gebrannte Saherben zu wenig gebrannt
oder überbraiint ist. Hier kann nur dadurch geholfen werden, daß eine
gleichmäßig« Brennhöhe angestrebt wird, und daß die Brenndiffsrenz
höchstens 2 Kegel beträgt. Sollte die höhere Temperatur von 1400°
lötig sein und der Scherben r alt diesen Hitzegrad nieht aus, so sind
feuerfestere Tone zu verwenden. Ist unter der Feaerbestäudigkeit die
Kochfestigkeit zu verstehen, so liegt der Fehler in der Hauptsache daran,
daß dem Versatz zu wenig Schamotte zugesetzt und die bei 8K 14
gebräunte Ware zu sehr gesintert ist. Besser ist es, dem Versätze
Schamotte aus dem rohen Topfbruch oder Schamottekapselbruch anstelle
vou Steingutrohscherben zuzusetzen, damit der Saherben poröser und
wider«tkDdafähiger gegen TemperaturseuwaakaDgen wird. Ein gleich-
mäßiger Brand ist aber nötig.
Zweite Antwort: Die Ursache,, daß die Feuerbeständigkeit des
Kochgeschirres nicht genügt, liegt an der Massezusammensetzung. Sie
verwenden als Schamotte feingemahlene Steingutrobscherben, ohne jedenfalls
die Zusammensetzung derselben zu kennen. Wie Ihnen bekannt sein
dürfte, kann SteiDgut keinen Anspruch auf Feuerbestäudigkeit erheben,
und seine Zusammensetzung schwankt stark. Machen Sie einmal Ver-
suche in der Richtung, daß Sie die Steingutrohscherben teilweise oder
ganz durch Sand oder einen feuerfesten gebrannten Ton ersetzen. Mit
2—3 Proben werden Sie allerdings nicht zum Ziele kommen unl, wenn
Sie nicht Fachmann sind, der Mithilfe eines solchen nicht entraten können.
Dritte Antwort: Mit .empirischen Versuchen kommen Sie nicht
zum Ziel. Berechnen Sie aus den Analysen Ihrer R)hmatersalien vor
allem Ihre Masse und versuchen Sie dann, schrittweise die Tonerde und
die Kieselsäure in ein günstigeres Verhältnis zueinander zu bringen Die
Differenz bei Ihrer Aasbrenntemperatur ist viel zu groß; sie darf höchstens
2 Kegel betragen.
Vierte Antwort: Die Feuerbeständigkeit eines Geschirres hängt
von verschiedenen Umständen ab. Vor allem muß der Seherben in seinem
Innern körnige Stmktur haben, damit wenig Spannung vorhanden ist
Und gerade dieses Haupterfordernis ist bei Ihrer Masse nicht erfüllt, sie
ist zu fett ! Sie müssen also den Gehalt an Magerton auf Kosten des
fetten Tones erhöhen oder den Gehalt an Scherben vermehren. Wenn Sie
außerdem noch dafür sorgen, daß diese Scherben nicht mehlfein gemahlen
sind, sondern beim Verreiben zwischen den Fingerspitzen sich gerade
noch ftthien lassen, dann werden Sie sicherlich die richtige Mischung
finden, die beim Gebrauch auf dem Küchenherd widerstandsfähig ist.
Fünfte Antwort: Feuerbeständiges sog. „feuerfestes" Koch-
geschirr, das zum Kochen auf direktem Feuer und auf heißer Platte be-
stimmt ist, wild in zwei, stofflich voneinander verschiedenen Gattungen
in den Handel gebracht. In einem Falle handelt es sich um ein dein
Porzellan ähnliches Erzeugnis, im andern Falle, und dieser kommt an-
scheinend für Sie in Betracht, um einen Scherben, der nach dem Garbrande
von erdiger Struktur nnd mit bleihaltigen oder auch bleifreien Glasuren
überzogen ist. Aus den Anforderungen an dieses Kochgeschirr geht hervor,
daß man nur grobe, stark poröse Massen anwenden kann. » Die von Ihnen
verwendeten Tone eignen Sich zweifellos zur Herstellung eines brauch-
baren Kochgeschirrs; jedoch erachte ich es als einen Fehler, wenn Sie die
Mäste mit feingemahlenen S|eingutscherben magern wollen, da solche
Massen leicht zum Reißen und Springen neigen und auch die Glasur sich
schwer damit verträgt. An Stelle dieser Schamotte verwenden Sie am
besten einen Quarzsand in Streusandkörnung, den Sie bis za 40 % der
Masse beigeben können ; gegebenenfalls wäre, an dem Bunzlauer fetten Ton
zn Gunsten des mageren noch etwas abzubrechen. Bei der Herstellung
der Masse werden die hinreichend zerkleinerten und gesiebten Tone
zusammen mit dem Sande im Tonsöhneider gemischt, bis eine recht gleich-
mäßige Mischung erzielt wurde. Zur weiteren Homogenisierung der Masse
empfiehlt es sich, sie noch möglichst lange im Keller lagern zu lassen. —
Bei der Formgebung hat man zo berücksichtigen, oh die Geschirre über
freiem Feuer oder auf heißen Platten u. dgl. gebraucht werden sollen,
im ersten Falle;, ist es zu vermeide», daß die Hitze größere ebene Flächen
tr>fft und der untere Rand des Bodens nicht gleichzeitig 5mit erhitzt wird,
denn dieser ist immer der am meisten gefährdete Teil, wenn eine ungleich-
mäßige Erhitzung des Bodens stattfindet Setzt man z. B. eine» Schüssel
mit weitem Boden so auf die Feaexöffnung , eiaes Kochherdes, daß die
Randfläche auf der Herdplatte ruht und nicht mit dem Feuer in Berührung
kommt, so entstehen im Brande Spannungen,, die den Boden zersprengen.
Um dies zu vermeiden, gibt, man dem Boden eine mehr gewölbte Form,
damit der Rand über dem Feuer zu liegen kommt. Außerdem, empfiehk
es Bich, ihn mit Riefen zu versehen, die vom Mittelpunkt nach dem Rinde
strahlenförmig verlaufen, wodurch der Stand des Ueschirrs gesicherter ist
und etwa unier dem boden hängendes Wasser beim Verdampfen leicht
einen Ausweg nach außen findet. . .. '
Sechste Antwort: Wenn Sie sieb, reiflieh überlegt hätten, was
für ein Erzeugnis Sie mit 75 Teilen Ton and 16 Teilen Steingutscherben
bei 1350° C Brenntemperatur erhalten können, so nätten Sie wohl selbst
gefunden, daß der Versatz kein feuerfestes Kpphgeschirr ergeben "kann.
Schamotte ist gewöhnlich ein scharf gebranntes basisches Material; Stein-
gatrühscherben enthalten dagegen ziemlich viel Quarz, ev. auehL. Feldspat
und etwas Kalk; die Hohe Brenntemperatur bedingt daher die Sinterung
der Masse. Da Kochgeschirr einen raschen Temperaturwecnsel vertragen
muß, so darf es keinen za dichten Scherben haben, damit sich dieser beim
Erwärmen langsam and gleichmäßig ausdehnen kann, Sie mtisseu die
/
m — st 6
SPRECHSAAfc- COBURG,
1022. (65. Jahrgang.)
Steingutaeberben weglassen nnd an deren Stelle wirkliche 8chamotte ein-
führen. Versuchen 8ie:
i Schamotte 28 Gew.-T.
Magerton . . . 22
Fetton . . 50 "„
24 Meine Gipsformen saugen in der letzten Zeit zu stark, sind
sehr blasig und bleiben in den Modellen hängen, sodafJ häufig mit dem
Af>«*er nachgeholfen werden muß, um sie loszulösen. Meine lormgießer
behaupten, der Fehler liege an der Modellschmiere, die ich mir aus ge-
schabter Seife und Leinöl durch Aufkochen herstelle, und auch am Gips
selbst Wie ist diesem Uebelstand abzuhelfen, und wer liefert sowohl eine
tadellose ModtUschmierseife, als auch einen vorzüglichen Modellgips f
Brate Antwort: Nicht nnr an der Modellachmiere, auch an
der Qaalittt des Gipses nnd an dem Anmachen desselben zum Guß kann
der Fehler liegen. Der Gips kannn z. B. bereits lange gelagert und an
Bmdefäbigkeit verloren haben, oder auch er ist minderwertig nnd ger
kein ModelJgips. Ohne die Fehler selbst gesehen zu haben, kann man
nicht genau beurteilen, wo die Fehlerquelle liegt. Sind tüchtige Gipa-
gießer vorbanden, so müßten diese den Fehler selbst feststellen können,
denn man kann doch nicht annehmen, daß er am Anmachen des Gipses
hegt. Eine gute Modellschmiere ergibt die übliche Auflösung von guter
Kernseife zu Scbanm gerührt in kochendem Wasser mit nachheriger Bei-
mischung von Bttböl, das besser ist wie Leinöl. Jeder geschickte Form-
gießer kann sirh die Modellschmiere selbst herstellen, wenn ihm gute
Stoffe dazu zu Gebote stehen.
Zweite Antwort: Der Uebelstand dürfte auf minderwertigen
Gips zurückzuführen sein; aber auch die Modellschmiere ist offenbar
nicht ganz schuldlos. Eine brauchbare Modellschmiere wird folgender-
maßen Tiergestellt : Geschnittene Kernseife wird mit wenig Wasser stark
erhitzt nnd durch öfteres Rühren in Lösung gebracht. Nachdem die 8eife
gelöst und die Lösung zu Schaum gequirlt ist, setzt man das Oel unter
ständigem Umrühren hinzu und qnirlt tüchtig durch. Nach dem Zusatz
von Oel darf nicht mehr erhitzt werden. Eine gute Modellachmiere
besteht aus: -
Kernseife 3 Gew.-T.
Wasser # 3
Büböl oder Leinöl 3—4 "„
Im Anzeigenteil des Sprechsaal finden Sie viele Bezugsquellen für Gips.
Am beßten ist es, Sie lassen eich Von einigen Werken Master kommen
nnd probieren diese ans. Modellscbmiere zu kaufen, ißt nicht zu empfehlen.
Dritte Antwort: Der Kiölpaer Modellgips wird viel verwandt,
aber anch er ist vom Kochen und vem Anrühren abhängig und kann
einmal veraagen. Machen Sie Geschirr, so ist die Oelschmiere überhaupt
nicht am Platze; man schmiert nur mit in Wasser gekochter Seife, die
m*u 1—2 Stunden auf das neue Modell einwirken läßt, worauf nach er-
neutem Schmieren abschwammt wird. Auch die Qaalitftt dea Oels kann
in Ihrem Falle schuld sein.
Vierte Antwort: Wenn Ihre Gipsformen zu stark Bangen nnd
blaeig werden nnd im Modell hängen bleiben, so mag Ihr Foimgießer
recht haben, wenn er sagt, die M dellachmiere und der Gips können
Bchuld daran sein. Die erste Grundbedingung für einen guten Formenguß
iat doch ein gutes Modell und für die Ablösung der Form von demselben
eine wirtlich gute Modellschmiere. Die Fa. Aug. Scbödl & Sohn in
Eötzechenbroda i. 8a. liefert" Kavonseife, eine gebrauchsfertige, trockene
Modelischmierseife, nach patentiertem Verfahren hergestellt, mit einem
Mindest Fettgehalt von 65 «;0. Die trockene Schmierseife wird nur in
waimem Wasser aufgelöst und auf das Modell mit dem Pinsel schaumig
aufgetragen, worauf man nach kurzer Zeit den Schaum mit dem Schwamm
abwäscht. Hierdurch werden die Poren der Modelle vollständig ver-
schlossen, die Obeifläche wird spiegelglatt und kann nicht aangeu, und
der Modellguß für die Form wird blasenfrei und feBt. Die Firma liefert auch
einen auf besondere Art hergestellten Modell- und Formengips.
. . ,te Antwort: Gut gebrannter Gips muß sich weich wie
feines Weizenmehl anfühlen und darf zwischen den Fingern keine g'oben
Bes andteile fühlen lassen; tut er dies, so ist er entweder nicht geaügeud
gewannt oder er ist von Hause aus unrein. Vorausgesetzt, daß Iur Gip*
an und für sich gut ist, scheint das von Ihnen gerügte Uebel teils an
der Formenechmiere, teils an der unrichtigen Herstellung des Gipsbreies
zu liegen. Das znm Anrühren des Gipses verwendete Wasser soll mög-
lichst hohlensäurefrei, also weich oder „abgestanden" sein und etwa Zimmei-
temperator haben. Ein stark kohJenBäurehaltiges Wasser verursacht
Blasenbildung und läßt die Obeifläche der Modelle nnd Formen stark
durchlöchert erscheinen. Ein diesen Anforderungen entsprechendes Wasser
ist in der Begel das KondenswaBBer, daa jedoch frei von Oeleo und
sonstigen Uneinigkeiten sein muß, weshalb man den Vorratsbehälter so
einrichtet, daß man beim Entntbmen des Wassers weder das obenauf-
Bchw.mmende Oel, noch die am Boden aitzenden Unrinigkeiten mit ab-
zapft Zur Herstellung dea Gipsbreies läßt man das Gipspulver langsam
ins Wasser rieseln, und zwar an verschiedenen Stellen der Wasserober-
fläche, Bodaß sich im Wasser kein spitzer Gipskeeel bilden kann. Das
Betzt man solange fort, bis kein Gips mehr unter Wasser sinkt und oben
etwas über dem Wasser stehen bleibt. Gleich darauf wird das Ganze
mit einem kleinen Bsisigbesen gut umgerührt, um den Gips gehörig im
Wattier zu verteilen, und zum Schluß noch einigemale mit einem Stocke,
°m it u l88en zum An,8teiS!en zu veranlasaen; etwaige auf der Brei-
oberflache achwimmmde Lufiblaeen (Schaum) werden mit einem Spatel
beim Eingießen weggestrichen oder auch zurttckgeblaaen. Iat der Gipa
auf die beschriebene Weise in das WaBser eingerütrt, dann muß man
B,&ndi|?e Biegung des Gipsbreies das Absetzen des Gipspulvers
verhüten. Diese Bewegnng muß auch noch fortgesetzt werden, nachdem
oer (iipsbrei über das Modell gegossen wurde; denn, wenn dieses atark
Vh e,t* s!ellen hat, setzt der Gipsbrei hier leicht eine dichtere Schicht
ab, und diese in der Form als Erböhungen auftretenden 8 eilen Bangen
dann weniger gut, als die ebenen Flächen. Tatsächlich macht man dann
auch sehr häufig die Beobachtung, daß die gegoBsenen Gegenstände an
den erhabenen Stellen der Form schwächer im Scherben sind und an der
Form hängen bleiben. Die Saugkraft einer bipaform läßt sich nur durch
die Art des Anmachens des Gipsbreies regulieren; je weniger Gipa in
das Wasser eingerührt wird, umso größer wird die Saugkraft der ge-
gossenen Form. Die zu verwendende Seifenschmiere, die ein gutes Los-
lösen der Formen von den Modellen bewirken soll, wird aus Kernseife mit
Bäum- oder Büböl guter Qualität hergestellt, nnd zwar werden 3 kg
Kernseife in 10 Liter Wasser gut gekocht, dann mit s/4 Liter Oel ge-
mischt und das Ganze zu Schaum verrührt Die Schmiere muß staub-
frei aufbewahrt nnd bei etwaigem Eindicken mit etwas heißem Wasser
verdünnt werden.
Sechste Antwort: Wenn die zu Modellschmiere verwendete
Seife zu wenig Fettstoff enthält nnd der CMzosatz ungenügend ist, gehen
die Formen nicht los nnd haben ein blasiges Aussehen. Dem Gips kann
man keine Schuld geben, wenn er sich sämig anrühren nnd gleichmäßig
gießen läßt nnd sonst gut abbindet. Ich nehme an, daß Sie den Gips-
brei nicht zu dick anmachen.
Siebente Antwort: Wenn Gipsformen blasig werden, so können
hieran verschiedene Ursachen schuld sein. Blasigkeit entsteht z. B.
häufig, wenn die Modelle saugen, was aber bei richtiger Behandlung der-
selben nicht vorkommen darf. Das fertig retouchierte Gipsmodell muß
zuerst mit gutem Leinölfirnis mehrmals nnd solange getränkt werden, bis
ea ihn nicht mehr aufnimmt. Hierauf wird ea bei nicht zn starker Hitze
vollständig getrocknet, gut abgeatanbt und dann mit einer leieht streich-
baren Lösung von braunem Schellack in Spiritus 1—2 Mal überstrichen.
Der zweite Aufstrich darf erst dann erfolgen, wenn der erste angetrocknet
ist. Das so fertig gestellte Modell bleibt dann noch eine Nicht unbe-
rührt lin einem warmen Hanm stehen. Vor Beginn dea Gießens der
Formen wird daa Modell erat 1—2 Mal atark eingesebmiert ; wenn dann
die Schmiere bia auf einen feinen Hanch mit dem Pinsel weggenommen
worden ist, kann mit dem Gießen begonnen werden. Daa Einfetten der
Modelle muß nach jedem Gaß vorgenommen werden nnd ganz besonders
in den tiefer liegenden Stellen sehr sauber geschehen. Die Formen-
achmiere besteht ans:
Seife 3 Gew.-T.
Wasser 3
Büböl ............. 4 „
, Die Seife wird in kleine dünne Späne geschnitten, in einem Topf
mit etwas Wasser aif dem Ofen stark erhitzt und unter öfterem Quirlen
zu Schaum gerührt. Wenn alle Seife aufgelöst ist, schüttet man unter
stetem Umrühren des Schaumes das Büböl zn. Um einwandfreie Formen
zu erhalten, muß natürlich darauf gesehen werden, daß die Modelle nicht
nntersebnitten sind ; wenn letzteres der Fall ist, wird ein Hängenbleiben
der Formen oft voi kommen. Ihr Formgießer soll außerdem darauf achten,
daß der Gips normal nnd blasenfrei angerührt wird nnd daß die Formen
zur richtigen Zeit vom Modell abgenommen werden. Bei neuen Modellen
kann ea trotz aller Vorsicht einmal vorkommen, daß kleine Gipsteilchen
an besonders heiklen Stellen haften bleiben. Diese kleinen Teilchen
müssen dann vor dem nächsten Guß vorsichtig entfernt werden. Die be-
treffenden Stellen sind dann etwas stärker einzufetten, nnd der Fehler
wird sieh beim 8. oder 3. Guß vollständig verlieren.
Glas.
15. Wir haben eine Doppelwanne von 7X4,2X1 »», an der wir
eine ganz automatische Flaschenblasemaschine von 25000 Stück 400 g-
Flaschen Tagesleistung angelegt haben. Um die Wanne in eine Schmelz- und
Arbeitswanne zu teilen, setzten wir vorn eine Zwischenwand aus Schamotte'
Formsteinen mit Löchern ein, die nicht im Verband mit der Wanne war,
um das geschmolzene Glas durchzulassen Allmählich brannte die oberste
Schicht dieser Wand ab, und wir erneuerten dieselbe durch Hinterlegung
neuer Steine. Seit einiger Zeit haben wir trotz heißgehenden Ofens Rampen
im Glase, die wohl von ausgeschmolzenen Tonteilchen der Zwischenwand
herrühren. I urch gänzliche Entfernung dieser Wand oder deren ober, n
Schicht würden wir wahrscheinlich, unsauberes Glas erhalten, das aus einem
Loch in den Ausbau der Wanne fließt, oder das Loch wird womöglich
leicht verstopf l werden. Wie ist der Ütbelstand zu beseitigen ?
Erste Antwort: Ans Ihrer Frage ist nicht zn ersehen, wie die
Maße der Doppelwanne 7X4,2X1 m zu verstehen sind. Jedenfalls iat
die Zwischenwand so unpraktisch wie möglich angelegt, da von einer
Kühlnng derselben nicht die Bede ist; eine richtig angelegte, gekühlte
Zwischenwand soll immer im Verband mit der Wanne stehen. Der Scha-
mottestein ist spezifisch leichter wie daa flüssige Glas, infolgedessen wirkt daa
letzt -re auf die Zwischenwand in mancher Beziehung ungünstig ein. Da
die Zwischenwand nur stumpf an die Wannenwäude angestoßen ist, so
sind die Steine wahrscheinlich geschwunden, nnd der ganze Tonmörtel iat
von dem flüssigen Glas nach der Arbeitswanne bewegt worden, wo er das
Glas verunreinigt. Die oberste Schicht der Zwischenwand ist nicht abge-
brannt, wie Sie annehmen, sondern die Alkalien dea Glases haben in der
Hitze die Steine aufgelöst. Jedenfalls sind nun auch die Oeffaungen in
der Zwischenwand so ungünstig wie möglich angebracht. Es unterliegt
keinem Zweifel, daß die falsch angelegte Zwischenwand die Sobnld an
dem Fehler trägt; als einzige Bettung bleibt daher ihre Eatfernung.
Arbeiten Sie die Wanne so weit wie möglich leer und nehmen Sie L»ge
auf Lage der Zwischenwand heraus. Es wird sich dann leicht feststellen
lassen, wie weit die Verunreinigung der Wanne vorgeschritten ist. Schließ-
lich müssen Sie die ganze Wanne entleeren, um den immer wieder auf-
steigenden Bodensatz zu entfernen. In solchen Fällen, nm eben zu ver-
hüten, daß unlautereB Glas in die Arbeitswanne gelangt, legt man nie
eine Zwischen wand an, sondern ordnet schwimmende Brücken an.
Zweite Antwort: Es iat leicht möglich, daß Sie bei gänz-
licher Entfernung der Zwischenwand unaauberes bezw. ungereinigtes Glas
zur Verarbeitung in dem Ausbau der Wanne erhalten, da die letztere ihrer
Größe nnd Leistung entsprechend zu kurz angelegt ist. Eine Länge von
12 m wäre richtig und ein Verstopfen des Amflußlochea nicht zu befürchten.
Sie nehmen mit Recht an, daß die jetzt auftretenden Btmpen von aus-
geschmolzenen Tonteilchen der Zwischenwand herrühren; das iat wohl
möglich, denn einmal können die znm Erneuern der obersten Wand-
schiebt verwendeten Steine nicht von ao guter Qaalitftt sein wie die früheren,
1922. (55. Jahrgang.)
sodann kann es aber auch der Fäll sein, daß die ganze Zwischenwand
jetzt mehr Tod fahren läßt als za Anfang. Dieses kommt allgemein
vor, und jeder Hafen nnd jede Wanne krankt mit der Zeit an diesem
üebeJ, nnd das besonders, wenn recht heiß eingeschmolzen wird. Unter-
suchen Sie also Ihre Zwischenwand, ob sie allgemein stark abschmilzt
be?w. Löcher bekommt,- in diesem Falle ist natürlich die ganze Zwischen-
wand wieder za erneuern, nnd da wäre zu versuchen, ob es nicht auch
•hne eine solche geht.
16. Wie und in welcher Stärke (20 oder 40 cm) bewähren sich die
sog. Magdeburger Sandsteine gegenüber Schamotte-Bankplatten? Ist es
vorteilhafter, die Einströmungen von der Kammer zur Bütte (Pipe) erst
mit Schamottf platten abzudecken und nur für die oberste Schickt im
Gesäß um die Bütte herum Sandsteine zu verwenden ? Wer liefert Magde-
burger Sandsteine? 1
Erste Antwort: Die Magdeburger Sandsteine finden immer da
Verwendung, wo man vom Hafenofen nur eine beschränkte B triebs-
kempagne erwartet. So verwendet man sie teilweise zum Bau von B etius-
öfen und zu Hafenöfen mit geschlagenem Gesäß. Die Schamotte Bankplatte
verdrängt den Sandstein als Gesäßstein immer mehr. Die Widerstands-
fähigkeit der Schamotte-Bankplatte gegen die Einwirkung der Alkalien
und des flüssigen Glases ist viel größer wie beim Sandstein. Zudem muß
4er letztere vollständig lufttrocken verlegt werden, da er sonst beim An-
tempern zerspringt Da sich der natürliche Sandstein um rund 4°/0 linear
vergrößert, so muß beim Verlegen des Gesäßes hierauf Rucksicht genommen
werden, da sich die Sandsteine sonst gegenseitig zermalmen. Mau legt
immer da, wo zwei Sandsteine zusammenstoßen, entsprechende Holzlatten
dazwischen, so daß die Steine sich nach Verbrennung der letzteren aas-
dehnen können. Je nach der Größe des Ofens, der Lage der Ge»äßftchicbten
und der Art des zu schmelzenden Glases verwendet man natürliche Sand-
steine in den Stärken von 200—300 mm. Die unteren Gesäßsch'chten
macht man innen 200 mm stark, während die obere Schicht eine Stärke
von 300 mm erhält Da sich der Schamottestein im, Feuer meistens noch
etwas zusammenzieht, der Sandstein aber wie gesagt sich ausdehnt, so
ist za empfehlen, entweder nur Schamotteplatten oder nur natürliche Sand-
steine z»m Gesäß zu verwenden. Natürliche Sandsteine liefern für Ofen-
bauten Wiedenroth & Kraus in Stadthagen und Theodor Schmitz in
Neuenheerse i. W.
Zweite Antwort: Magdeburger Sandsteine werden am vorteil-
haftesten 20 cm stark verwendet and sind, sachgemäß angewandt, gegen-
über Sehemotteplatten bedeutend, feuerfester and widerstandsfähiger. Die
Einströmungen von der Kammer zur Bütte werden mit Schamotteplatten
abgedeckt, und von da aas wird dann der ganze Brenner mit Sandsteinen
eingefaßt. Ueber die Anwendung von Sandsteinen ist in Nr. 43 des
Sprechsaal 1920 ausführlicher berichtet worden. — Magdeburger Sand-
Steine liefern n. a. Konty & Lange in Magdeburg.
Dritte Antwort: Mit Magdeburger Sandsteinplatten kann man
ein gutes und dauerhaftes Gesäß für die Häfen herstellen, und zwar
werden die Platten meistens in der Stärke der Schamotteplatten (20 cm)
verwendet. Man zieht diese Stärke vor, weil sie za derjenigen der
Schamotteplatten paßt, und weil die Platten beim Auftempern des Ofens
sich gleichmäßiger erwärmen als wenn sie stärker gehalten sind. Die
Sandsteinplatten sollen von einem sachverständigen Ofenmaurer gelegt
werden, weil darauf Bücksicht zu nehmen ist, dtßtsie sich beim Erhitzen
sehr stark ausdehnen. Daher wird auch zwischen jede Platte ein 2 cm
starkes Bretteben mit eingelegt, das beim Anftempern verbrennt und den
Steinen Baum zum Ausdehnen verschafft. Wird das nicht berücksichtigt,
So kommt es oft vor, daß sich das ganze Gesäß verschiebt, was zu großen
Unannehmlichkeiten führt. Die ersten 2 Lagen können aus Schamotte-
platten besteben, die übrigen aus Sandstein über den ganzen Ofenherd.
Es halten aber auch gute Schamotteplatten etwa 3 Jahre aus, wenn der
Ofen sachgemäß gebaut und ebenso behandelt wird. Ein Vorteil kommt
nur dann heraus, wenn die Sandsteinplatten bedeutend billiger sind als
Schamotte.
Vierte Antwort: Als Lieferant von sog. Magdeburger Sand
steinen meldet sich A. Stitka in Neuwilmsdorf, Post Altwilmsdorf i. Sehl.
17. Wir bitten um Apgabe eines Entfärbungsmittels für Opal- und
Eellglas. Wir schmelzen in offenen Häfen und leiden darunter, daß das
Glas, das wir mit thüringischem Braunstein entfärben, teils einen grünen,
teils einen gelben Stich aufweist, jedoch niemals richtig weiß wird.
Erste Antwort: Wenn Sie mit Braunstein entfärben und das
Glas teils einen grünen und teils einen gelben Stich aufweist, so sprechen
hier wobl noch andere Faktoren mit. Verwenden Sie reine, gleichmäßige
Rohmaterialien, ist die Mischung eine innige und geht der Ofen richtig
heiß? Werden denn die Häfen nach jeler Arbeit gründlich ausgeschöpft
und viel fremde Scherben verschmolzen ? Beziehen Sie einen guten Braun-
stein und verschmelzen Sie bei heißem Ofengang nachstehenden Satz, and
das Glas wird weiß sein.
Sand 180 kg
Soda .............. 70 „
s Kalkspat . 40 „
Salpeter 6 „
Scherben ............. 30 „
Braunstein 280 g
Antimon 250 „
Sie hätten übrigens Ihren Gemengesatz, sowie die Artikel, die Sie fertigen,
angeben seilen.
Zweite Antwort: Ein schönes weißes Opalglas erhalten Sie,
wenn Sie als Entfärbung anf 100 kg Sand 150 g Braunstein und 5 g
Nickeloxyd nehmen. Für Hellglas gibt es außer Braunstein eine ganze
Menge Entfärbungsmittel, und Sie müssen schon selbst Versuche anstellen,
um za ermitteln, mit welchem Präparat Sie das beste Resultat erzielen,
denn je nach der Zusammensetzung des Gemenges ist anch die Wirkung
der einzelnen Entfärbungsmittel verschieden.
Dritte Antwort: Wenn Ihr Glas mit Braunstein entfärbt
wird, nnd dabei niemals richtig weiß ausfällt, so ist jedenfalls dessen
Zusatz nicht genaa aasprobiert. Zeigt das Glas einen grünlichen Stich,
so ist die Menge des Entfärbungsmittels za niedrig, ist es dagegen gelb-
Nr. 6 — 67
lieh oder ins Violette schillernd, so ist der Zusatz zn groß Man
gebraucht aber zum Entfärben nicht allein Braunstein, um weilies Glan
zu bekommen, sondern es gehört auch etwas Antimon. Salpeter üad
Kobaltoxyd dazu. Viel kommt es nun auf die Reinheit in Stade* an;
ist dieser ziemlich eisenfrei, so kann der Zusatz an Entfärbung geringer
sein. Äch der Gang des Ofens wirkt dabei mit; ist er recht heiß, so
kann auch die Entfärbung etwas aasbrennen, nnd es muß dann etwas
mehr davon genommen werden. Anf ein Gemenge von 100 kg Sand
nimmt man im Durchschnitt 250—300 g Brannstein, 200 g Antimon,
1 — 2 g Kobaltoxyd und 2 kg Salpeter, die mit dem Gemenge gut ver-
mischt werden. Ist die Entfärbung damit nicht ganz einwandfrei, so
kann man d»n Zusatz erhöhen oder erniedrigen, aber nur in kleinen
Mengen von 20—30 g der Mischung, bis das richtige Verhältnis gefanden
ist. Den Versuch kann man an einem einzelnen Hafen machen. Diese
Entfärbung eignet sich auch für Opal Glas. Auf vielen Hatten wird
auch Nickeloxyd mit Erfolg zum Entfärben verwendet, aber ea verlangt
einen heißgehenden Ofen, wenn es richtig wirken soll. Anf 100 kg Sand
kommen 2—3 g Nickeloxyd. Ebenso verhält es sich mit Sälen als
Entfärbung.
Mene Fragen.
Keramik.
28. Ich stelle in meinem Betriebe Porzellan- Schalen von 10 bis 14 cm
Durchmesser her und brenne bei SK 13 Ich muß nun die Beobachtung
machen, daß die Schalen aus dem Brande, obwohl die Masse aus Kaolm 50,
Quarz 27, Feldspat 23, Kalkspat 2 Gew.-T besteht, stets etwas verzogen
herauskommen. Die obere Linie der Schale erscheint, wenn man 2 Schalen
auf irinander legt, durchweg nicht übereinstimmend Nicht die Fahne der
Schale hat sich gesenkt, sondern die Schale hat sich, um es kraß auszu-
drücken, etwas rtttuldenförmig gebogen. Wie ist dem abzuhelfen? Ich
vermute, daß der Fehler an den Schalenkapseln liegt, deren Böden jeden'
falls nicht genau zentriert sind.
29. Ich beabsichtige, neben der Feuerung meiner neuzuerrichtenden
Fürbringer- Muffel Heizschlangen für Warmwasserheizung anzubringen, um
damit einen Raum im Parterre von etwa 100 qm und im 1 Stock von
etwa 120 qm zu heizen. Was für Erfahrungen sind mit dieser Heizart
gemächt worden, und wer richtet sie ein ? Ist es empfehlenswerter, einen
besonderen Ofen im Keller aufzustellen und zu heizen, und wer liefert der-'
artige Oefen?
30 Wir bitten um Angabe eines Masseversatzes für erstklassige
Gebrauchtgeschirre aus nur deutschen Materialien für SK14—15. Die
dazu passende Glasur darf China- Clay und schwedischen Quarz enthalten.
Glas.
20. Wir beabsichtigen die Herstellung eines spezifisch möglichst
schweren Glases, das schon \durch diese Eigenschaft für Röntgenstrahlen
schwer durchlässig i*i. Kann- dieses Glas in Form von Tafel- o$er Spiegel-
glas hergestellt werden? Welche Zusammensetzung muß es haben? Ver-
mutlich kommt dafür Bleiglas in Betracht.
21. Wie wird die Glasisolation in Edison-Normälsockel gepreßt, und
wer liefert die nötigen Maschinen dazu?
22. Fürt welche Zwecke wird Glaswolle gebraucht, und welcfie An-
forderungen in Bezug auf Eigenschaften und Qualität werden an sie
gestellt?
Für Mess-flnzeigen
empfehlen wir besonders
T7r. 7 T7r. 8
vom 16. Februar vom 23. Februar
Etwa noch für diese Nummern bestimmte Inserate „
erbitten wir baldigst.
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
Ml ■ ■ ' II '['I
SPRECHSAAL - COBURp.
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Deutsch - Oesterreich M 13.—,
Tsch ech oslowakien u,nd Ungarn
M 16.—, für das Ausland mit hoch-
stehender Währung: Frs 5.—,
Lire 5.—, Sh 4.—, Dollar 1.—.
Kroner 3.60, Flh 2,50.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
XXVI. - Nr. 6
57 -
SPREC H SAAL - COBURG.
1922. (56. Jährgang.)
fln unsere
Wir bitten nach Erledigans: der Anzeige verlangte Licht-
bilder sofort zurücksenden zu wollen, damit nna annötige
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[479
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(56. jahrgang.)
Coburg, den 16. Februar 1922.
Nummer f
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loais 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1 868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FerasprechanschlußNr. 59./Telegr.-Adresse Spreclisasl
Postscheckkonto: Erfart Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobnrg-Gothaische Bank A.-G., Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland ond Deatsch-Oesterreich darch die Post vierteljährlich Jl 14.— anter Streifband j& 40.-
Anzelgen: Die Zeile von 1 mm Höhe ond 40 mm Breite für das Inland Jt 1.— (Stellengesuche 30 4)-
Für das Ausland werben die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands B. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Tunnelöfen in der Feinkeramik.
Von Bichard Sprenger, Hennigsdorf a. H.
Es liegt keine Veranlassung vor, in die persönliche Fehde
der Herren Rosefamann und Baresch einzogreifen; ein Fort-
schritt in der Technik ist auf jedem Gebiete nur darch sach-
liche Arbeit and sachlichen Meinungsaustausch erzielbar.
Da aber in beiden Artikeln die Tunnelöfen in Hennigsdorf,
deren Entwicklungsgang ich von den ersten Anfängen bis zur
heutigen Höhe mitgemacht habe, erwähnt werden, sehe ich
mich genötigt, rein sachlich zu den teilweise irrtümlichen An-
gaben Stellang zu nehmen.
Die beiden ersten Tunnelöfen worden im Jahre 1911 durch
die Tunnelofenbaogesellschaft in Saarau gebaut. Die darch
die direkte Befeuerung gegebenen Unregelmäßigkeiten ver-
anlagen bereits nach einem Jahr den Umbau der Oefen auf
Gasfeuerung.
Diese Maßnahme erwies sich als ein Fortschritt.
Als im Jahre 1913 der dritte Tunnelofen gebaut worde,
wurden die Erfahrungen, die bei den beiden umgebauten Oefen
gemacht worden, verwertet. So wurde dieser neue Ofen mit
glatter Gewölbedecke aasgebildet statt mit der Decke von
Faugeron mit den Drückungen im Gewölbe (D. R. P. 104241);
die Messungen und Erfahrungen ergaben einen vorzüglichen
Temperaturausgleich zwischen der Decke des Tonneis ond der
Wagensohle. Aach bei der Konstruktion des vierten Tunnel-
ofens, der eine gemeinsame Konstraktion der A. E G. und der
Firma Lengersdorff darstellt, wurde an der glatten Decke fest-
gehalten.
Es ist nicht Aufgabe dieses Artikels, alle Verbesserungen
und Neukonstraktionen größerer oder kleinerer Art, die in
Hennigsdorf im Laufe der Jahre durch praktische Erfahrungen
im Betrieb mit den Tunnelöfen gemacht wurden, im einzelnen
aufzuführen.
Rückblickend zeigt dieser Entwicklungsgang nur eine an-
steigende Linie, sodaß heute die Hauptbedingungen jedes fein-
keramischen Betriebes, das sind Güte ond Gleichmäßigkeit der
Ware bei geringstem Brennstoffverbrauch, erfüllt sind. Die
Angaben von Herrn Oberingenieur Baresch über die Aasschaß-
ziffern sind gänzlich irrige ; die letzteren sind keineswegs höher
als bei den besten Oefen mit periodischem Brennbetrieb.
Wissenschaft und Technik.
Von Kaphael Gangs.
(Nachdruck verboten.)
I.
Es ist eine Binsenwahrheit : Die deutsche Wissenschaft
hat in vergangenen Zeiten der deutschen Industrie deu Vor-
sprung vor der ausländischen Industrie gesichert. Die Deutschen,
welche heute noch größtenteils noch nicht daran glauben
wollen, werden es in nicht allzuferner Zeit unangenehm emp-
finden, daß aaf vielen Gebieten in den letzten Jahren auch im
Aasland sehr intensiv wissenschaftlich für die Industrie gearbeitet
worden ist. Sehr viele deutsche Indostrielle verhalten sich
gegenwärtig ablehnend gegen eine wissenschaftliche Beratung,
weil sie das nach der hergebrachten Weise Hergestellte noch
so spielend absetzen. Was wird die Folge sein, wenn die
Mark einmal wieder an Wert zunehmen wird? Werden dann
jene noch bestehen können, die nicht Besseres liefern können
als das Aasland, die nicht zweckmäßiger arbeiten, kurz : die
nicht Wissenschaftler zu Hilfe zogen ?
Ich spreche nicht pro domo. Ich warne nur vor der vielfach
eingerissenen Mißachtung der wissenschaftlichen Beratung im
nationalen Interesse.
,11.
Aber ebenso viel müssen die Wissenschaftler von der
Industrie lernen. Nicht mit Unrecht fühlt sich mancher, der
tief in seinen technischen Problemen steckt, erhaben über den
reinen Wissenschaftler. Nicht mit Unrecht belächelt er die
Weltfremdheit so vieler aus diesem Kreise.
Das ist wechselseitig. Denn diese Art von Wissenschaftlern
blickt etwas verächtlich auf die Technik hinab. — Wie lange
allerdings noch? Die Zeit ist nicht fern, da in Deutschland
Naturwissenschaft, die nicht Fühlung nimmt zur Industrie, Land-
wirtschaft usw., für geraume Zeit kaum noch möglich sein wird.
Jene „industriefremden" Professoren geben ihren Dokto-
randen vielfach Themata, die gar keinen Nutzen für den jaagen
Mann haben, wenn er in den Beruf kommt. Der Industrie
könnte so viel geholfen werden, wenn den Studierenden durch
die Industrie geeignete Themata gestellt würden.
III.
Und besonders auch, wenn die Industrie noch etwas mehr
für Forschungsinstitute tun würde. Auf manchen Gebieten
fehlen solche noch vollkommen ! Wann wird endlich ein
V
70 — Nr. 7
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
Forschungsinstitut für die Glasindustrie gegründet werden? )
Bs ist dringend notwendig. Sonst werden bald die meisten
Werke gegenüber den amerikanischen und englischen nicht
mehr konkurrenzfähig sein.
Das wenige Geld, was dafür ausgegeben wird, kann viel-
tausendfältig nützlich werden.
Ich weiß, daß sehr viele denken: Ja, wenn das Institut
für mich allein arbeiten würde, dann gäbe ich wohl etwas.
Aber nicht dann, wenn es vielen zu gute kommt. —
Das ist kurzsichtig. Und diese bedenken auch nicht, daß
in einem solchen Forschungsinstitut auch Spezialprobleme für
eine einzelne Fabrik behandelt werden können.
IV.
Ich spreche wieder nicht pro domo. Nicht für den Wissen-
schaftler. — Jene Forschungsinstitute sollen nicht Versorgungs-
stätten für notleidende Wissenschaftler werden. Leute aus der
Industrie gehören auch hinein. Ein gut Stück Idealismus wird
allerdings für letztere dazu gehören, wenn sie die viel besser
dotierten Stellen in der Industrie aufgeben. Aber auch in
dieser mammonübersättigten Zeit wird es wohl solche noch
geben.
V.
Ich habe einige Jahrzehnte in der Industrie gesessen, und
dann ein Jahrzehnt in der reinen Wissenschaft und im Kontakt
mit Wissenschaftlern; glaube also beide Gebiete zu kennen.
In der Industrie trat ein Fehler auf. Der Fehler mußte
weggeschafft werden, bald sogar; sonst stand das Werk still.
Schöne Hyphothesen wurden aufgestellt. Ich hätte Bücher
damit füllen können. Für die Technik waren sie wertlos, wenn
sie nicht wirklich stimmten ; wenn sich nicht auf Grund derselben
der Fehler wegschaffen ließ.
Ich sah Wissenschaftler bei ihren Arbeiten. Von hundert
Versuchen stimmten neunzig zu der Theorie. Wie mancher
hat geschwiegen von den zehn, die dagegen sprachen!
Der in der Industrie stehende hat die schwerere Arbeit.
Ironisch hat einmal jemand einen jungen Menschen gewarnt,
der zur Naturwissenschaft übergehen wollte: Nie einen Versuch
doppelt anstellen Der Wiederholungsversuch könnte dagegen
sprechen und die erste Arbeit illusorisch machen. — Vor
manchen Wissenschaftlern muß sich die Technik hüten.
Ein Wissenschaftler hat sich ein Ziel gesteckt. Beim
Experimentieren sieht er auf abseitigen Wegen Interessantes.
Er darf seinen Hauptweg verlassen, darf die schönen Seiten-
wege gehen. Der Techniker hat es meist viel schwerer: Er
maß den einen Weg weiter gehen.
VI.
Und wie blicken doch solche Wissenschaftler, die ein nicht
ganz reines Gewissen haben können, oft verächtlich auf den
herab, der im Fragekasten des „Sprechsaal" das hergibt, was
er für das Richtige hält. Statt dankbar für solche Auskunft
aus der Praxis zu sein, lächeln manche darüber, weil nicht
wissenschaftliche Ausdrücke zur Bezeichnung des Beobachteten
benutzt werden. Oder man weist auf Widersprüche hin. Als
wenn die in der Wissenschaft nicMt alltäglich wären. Als wenn
nicht in der Wissenschaft Mode ebenso herrschte, wie in der
Kunst und in der Kleidertracht. Als wenn nicht in der Wissen-
schaft Jahrzehnte, Jahrhunderte lang für unerschütterlich ge-
haltene Systeme für falsch erkannt werden könnten. Der Name
Einstein genügt hier.
Wie vieles hat die Schulmedizin von der Volksmedizin
verlacht und schließlich doch als berechtigt anerkennen müssen!
Nun geht es z. B. unter dem Namen der Therapie durch
Kolloide.
VII.
Den Hochmut lassen! Beiderseits. Gegenseitige Achtung
denjenigen, die es wirklich ehrlich meinen. Denen es um die
Sache zu tun ist, und nicht um den Namen oder um das
Geld allein.
Wenn solche Hand in Hand gehen, wieder Hand in Hand
gehen! Dann sind die Aussichten nicht schlecht.
*) Es besteht die Aussicht, daß das unleugbar vorhandene Bedürfnis
der Glasindustrie nach einem Lehrbtuhl an einer Hochschule oder nach
einem forschung^institut demnächst befriedigt werden wird. Sache der
Glasindustrie int es aber, diese Möglichkeit and Gelegenheit durch Bereit-
stellung von Mitteln zu unterstützen. Sollte letzteres nicht geschehen, so
dürfte an die Verwirklichung des Projekts auf lange Zeit nicht mehr
gedacht werden. Die Redaktion.
Wirkung des vorherigen Glühens des Flint-
steins in Steingutmassen.1)
(Nachdruck verboten.)
Wenn man dem Durchschnittstöpfer sagt, daß sein Flint-
stein sich beim Brennen in Tridymit und dann weiter in
Kristobalit verwandelt, so wird ihm diese Mitteilung nicht viel
bedeuten. Sagt man ihm aber bei Nichtkenntnis der Wirkung
jenes Glühens laufe er Gefahr, daß seine Ware rissig werde,
so wird seine Aufmerksamkeit geweckt werden. Mit Mißtrauen
nimmt er z. B. die Tatsache auf, daß es möglich ist, 6 oder 7 °/0
mehr oder weniger Flint als erforderlich in den Scherben ein-
zuführen, einzig nach dem Grade des Glühens. Er bleibt dabei,
daß er bei Anwendung einer bestimmten Zahl von Litern und
bei"konstantem Litergewicht des naß feingemahlenen Flints recht
hat. Und dennoch kann das Gegenteil der Fall sein. Denn es
ist schon zu vielen Malen festgestellt worden, daß sich das
spezifische Gewicht des Flints während des Glühens ändert
und je nach dem Erhitzungsgrade von etwa 2,6 bis 2,2 schwankt. ,
Das einfache Ergebnis dieser Erscheinung ist, daß z. B. der
Gehalt eines Liters der feingemahlenen Flintsuspension (Liter-
gewicht = rd. 1600 g) an trockener Substanz um mehr als
12 °/0 schwanken kann. Man wird zugeben müssen, daß diese
Differenz nicht ohne Wirkung auf die Masse bleiben wird.
Dieser Umstand ist heute von größerer Bedeutung als in
früherer Zeit. Damals blieb den Mineralmüllern genügend
Zeit, um große Mengen gemahlenen Flints vorrätig zu halten,
so daß, wenn ja einmal die Glühung der einzelnen Oefeneinsätze
verschieden ausfiel, ihr spezifisches Gewicht also ungleich war,
der Inhalt der Vorratsbehälter dennoch immer dieselbe Durch-
schnittsbeschaffenheit zeigte. Heutzutage, wo der Flint un-
mittelbar aus der Mahlanlage zum Versand kommt, machen
sich die Folgen des Schwankens der Glühtemperatur des Flints
naturgemäß bis zum Verbraucher bemerkbar. Daß dies tat-
sächlich, der Fall ist, geht aus den Ergebnissen der Unter-
suchung hervor, über die in folgendem kurz berichtet sei.
Eine gewisse Menge Flint wurde stärker, eine andere
schwächer geglüht. Dabei ergaben sich folgende spezifischen
Gewichte für den Flintstein :
I (scharf gebrannt) 2,312
II (schwach gebrannt) 2,48 L
In einem bestimmten Raummaße, z. B. 1 englische Pinte
(= 0,57 1), gefüllt mit Flintschlämme im Gewichte von 32 Unzen,
schwankt demgemäß der Betrag an trocknem Material wie folgt :
I (scharf gebrannt) . . . .... 21,146 ozs.
II (schwach gebrannt) 20,102 „
d. i. ein Unterschied von 5,1 °/0. Hierbei wurde der Trocken-
substanzgehalt der Aufschlämmungen nach der Brongniart'schen
Formel berechnet :
m , , ... Gewicht für 1 Pinte — 20 w _ . . .
Trockensubstanzgewicht == rr — r— r~ — X spez. Gewicht.
6 spez. Gewicht — 1 "
Der berechnete Unterschied ist also nicht bedenklich, und
wenn ein Fabrikant eine Masse benutzt, bei der bei Ver-
wendung hart gebrannten Flints gerade noch kein Reißen ein-
tritt, so wird er sich bei Gebrauch der schwachgebrannten
Sorte Flint nicht denken können, warum sein Scherben rissig
wird. Ist andrerseits eine Masse so zusammengesetzt, daß sie
bei Zusatz des schwachgebrannten Flints möglichst wenig
Neigung zum Rissigwerden besitzt und setzt man sie plötzlich
mit scharf gebranntem Flint zusammen, so wird die Gefahr des
Abplatzens auftauchen. Von der ursprünglichen Zusammen-
setzung der Masse hängt es ab, welches als normales spezi-
fisches Gewicht anzusehen ist.
Es wurden nun mit beiden Flintsorten Massen zusammen-
gesetzt, aus ihnen Teller hergestellt und diese in den gleichen
Kapseln gebrannt. Bei der Rohfertigung und beim Trocknen
zeigten sich zwischen den Stücken aus den beiden Massen
keine Unterschiede, aber nach dem Biskuitbrande wiesen sie
verschieden große Schwindung auf :
Masse mit Flint I 4°/0
Masse mit Flint II 5 °/0
Dies beruht auf der Tatsache, daß die erstere Masse mehr
Flint enthält.
Auch der Klang der Ware zeigte deutliche Unterschiede :
Porosität der Masse mit Flint I . . 20,09 °/0
Porosität der Masse mit Flint II . . 17,83 °/„
Der Ausfall im Biskuitbrande war bei beiden Massen der
gleiche. Nach dem Glattbrennen waren bei keiner Sorte von
Geschirren Anzeichen von Rissigwerden vorhanden. Auch
nachdem die Teller zehn Tage lang der Witterung ausgesetzt
worden waren, traten solche Anzeichen nicht auf. Bei einer
späteren genaueren Prüfung zeigte sich, daß die Masse mit
') Mitteilung von A. Heath und A. Leese aus dem Clay and Pottery
Laboratory, 8tnke-On-Trent; vgl. Transactions of the (English) Ceramic
Society, Vol. XX, Part II, S. 191—126.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 7 - 71
dem schwachgebrannten Flint die größere Neigung zur Risse-
bildung besaß.
Ein Fabrikant, der ein Reißen seines Steingutes vermeiden
will, muß also ,
1. das spezifische Gewicht.
2. die Korngröße seines Flints
kennen. Für die Bestimmung von 2. wird die Veröffentlichung
einer einfachen Methode durch B. Moore in Aussicht gestellt,
für die von 1. folgendes Verfahren für den praktischen Betrieb
empfohlen: Bei gleichen Gewichten von Rohstoffmengen, die
gleiches spezifisches Gewicht besitzen, und bei Anwendung
gleicher Wassermengen werden die entstehenden Mahlgut-
aufschlämmungen stets das gleiche Volumen einnehmen. Jede
Veränderung wird in einer graduierten Röhre der Meßflasche
sofort nachgewiesen, und der überschießende oder fehlende
Betrag an trockenem Material ist aus einer Tabelle ersichtlich :
200-Maschensieb
Rückstand im Schlämmapparat
5 cm Stromgeschwindigkeit/Min.
scharf
schwach
gebrannt
gebrannt
0,87
0,0,
10,67
11,01
28,52
80,7 S
59,93
58,* 2
99,99
99,97-
Die Beschränkungen
der Einfuhr in der Schweiz.
(Nachdruck verboten.)
Der schweizerische Bundesrat hat, gestützt auf den durch
Bundesbeschluß vom 14. 10. 21 in seiner Wirksamkeit ver-
längerten Bundesbeschluß vom 18 2. 21, betreffend die Be-
schränkung der Einfuhr, und die am 14. 3. 21 erlassene Voll-
ziehungsverordnung, bis auf weiteres die Einfuhr von Ofen-
kacheln, Kachelöfen, Steinzeugwaren, Schmirgel-
und Karborundumfabrikaten von der Einholung einer
Bewilligung abhängig gemacht. Dieser Beschluß ist am 20. 11.
bezw.10. 12. 21 in Kraft getreten. Wir haben hierüber bereits
in Nr. 52, S. 624 berichtet.
| Gemäß Artikel 3 des Bundesbeschlusses vom 18. 2. 21,
betreffend die Beschränkung der Einfuhr, ist der Bundesver-
sammlung von den getroffenen Anordnungen in ihrer nächsten
Tagung Kenntnis zu geben ; sie entscheidet darüber, ob die
Maßnahmen weiter in Kraft bleiben sollen.
In Ausführung dieser Bestimmung ist von seiten des
schweizerischen Bundesrates an die Bundesversammlung be-
züglich der vorstehend genannten Beschränkungen der Ein-
fuhr der nachstehende Bericht erstattet worden.
Ofenkacheln, Kachelöfen, Steinzeugwaren (Zoll-
tarifnummern 667/68, 673, 675). Bei der Fabrikation von
Kachelöfen und Ofenkacheln handelt es sich um eine sehr alte
schweizerische Industrie, die bei normaler Beschäftigung un-
gefähr 241) Arbeiter zählte. Heute ist kaum noch die Hälfte
in dieser Fabrikation beschäftigt. Schon vor mehr als einem
Jahr haben die beteiligten Kreise auf die zunehmende Einfuhr
billiger ausländischer Konkurrenzwaren und die daraus ent-
stehende Gefährdung der einheimischen Betriebe hingewiesen.
Die Verhältnisse haben sich auch hier inzwischen immer mehr
verschärft. Während die meisten Aufträge der ausländischen
Konkurrenz zu gute kommen, stockt bei den schweizerischen
Unternehmen der Absatz fast gänzlich. Wenn bis jetzt die
Preise für die Schweizerware noch nicht sehr beträchtlich zu-
rückgegangen sind (Kachel, Vorkriegspreis Fr. 0,65, Höchst-
preis Fr. 2,14, heute Fr. 1,82; Kachelecke, Vorkriegspreis
Fr. 1,10, Höchstpreis Fr. 3,63, heute Fr. 3,08), so liegt der
Grund darin, daß für den aus dem Ausland bezogenen Roh-
stoff, Ton, immer noch ein hoher Ankaufspreis bezahlt werden
muß, der ein Mehrfaches des dortigen Inlandspreises beträgt.
Schon daraus ergibt sich ein großer Nachteil gegenüber der
ausländischen Konkurrenz. Diese offeriert ihre Ware heute
zu ungefähr der Hälfte des Preises der schweizerischen Artikel.
Die Einfuhr betrug in Doppelzentnern:
Position MonatsdarchschD. I Semester Juli August September Oktober
1913 1920 1921 1921 1921 1921 1921
667 60,7 95 209 67 192 25 286
668 36,2 85,3 62 24 20 32 59
Welche Erzeugnisse unter die vorstehenden Positionen
fallen, ist nachstehend ersichtlich gemacht worden.
667 Ofenkacheln aller Art.
668 Kachelöfen, aufgesetzt ; Eisenöfen mit Kachel- oder Fliesen-
verkleidung.
Mit der Herstellung von Steinzeugwaren (Steinzeug-
röhren, Steinzeuggefäße) befassen sich in der Schweiz drei
Firmen, die zu normaler Zeit ungefähr 190 Arbeiter beschäftigten.
Diese Zahl ist heute auf ungefähr 25 Arbeiter zurückgegangen.
Auch der reduzierte Bestand kann unter den gegenwärtigen
Verhältnissen nur noch dadurch beschäftigt werden, daß auf
Lager gearbeitet wird. Die starke Einfuhr von billigem aus-
ländischen Material hat den schweizerischen Fabriken nach und
nach fast jegliche Absatzmöglichkeit für ihre Artikel genommen.
Obschoa die Preise der schweizerischen Waren eine nicht un-
erhebliche Herabsetzung erfuhren (z. B. Steinzeugröhren von
100 mm Liehtweite für den Meter Fr. 4,30 gegen Fr. 5,70
Höchstpreis; Standgefäß von 2000 Liter Fr. 600 gegen Fr. 800
Höchstpreis und Fr. 500 Vorkriegspreis), ist die importierte
ausländische Ware immer noch je nach dem Artikel 30 bis
60 °/0 billiger. Abgesehen von den Valutaverhältnissen und den
Löhnen kommt ihr auch noch die billigere Beschaffung der
Roh- und Hilfsstoffe im Ursprungslande zu statten.
Wie aus der nachstehenden Aufstellung hervorgeht, sind
die Importe während des Jahres 1920 und im 1. Halbjahr 1921
eher größer gewesen als vor dem Kriege, trotzdem der schwei-
zerische Bedarf infolge der geringeren Bautätigkeit unleugbar
zurückgegangen ist.
Die Einfuhr betrug in Doppelzentnern:
Position MonatsdarchschD. I. Semester Juli Augast September Oktober
1913 1920 1921 1921 1921 1921 1921
673 372,9 428,5 899 69 142 245 172
675 638 638,6 605 270 526 209 310
Welche Erzeugnisse unter die vorstehenden Positionen
fallen ist nachstehend ersichtlich gemacht worden.
673 Röhren und Röhrenformstücke aus Steinzeug, sowie
anderweitige Kanalisationsbestandteile, sofern sie nicht
unter die Nummer 674 fallen. (674 Kanalisationsbestand-
teile aus feinem Steinzeug [Steingut] oder Porzellan, ein-
schließlich der Schuttsteine und Badewannen.)
675 Steinzengwaren, gemeine (Krugwaren usw.).
Schmirgel- und Karboru n'd umfabrikate (Zolltarif-
nummer 630, 631, 632 b). Mit der Herstellung von Schmirgel-
scheiben und Schleifmitteln befassen sich zwei Unternehmungen
in der Schweiz, welche anfangs dieses Jahrhunderts gegründet
wurden und sich bald zu einer leistungsfähigen Hilfsindustrie
der schweizerischen Maschinenfabrikation entwickelt haben.
Die beiden in Betracht kommenden Unternehmungen stehen
gegenüber dem Ausland nicht nur infolge der Valutaverhält-
nisse ungünstiger da, sondern sie müssen auch ihren Haupt-
rohstoff, Kunatkarborundum, verhältnismäßig teuer bezahlen.
Die Pieise der schweizerischen Produkte haben sich fol-
gendermaßen entwickelt. Eine schweizerische, viel gebräuch-
liche Schmirgelscheibe kostete:
1913 Fr. 40— 55
Herbst 1918 „ 140—150
Frühjahr 1921
Herbst 1921
82— 92
62— 72
Position
153 71 33 51
150 50 27 40
Einfuhr in Doppelzentnern:
Monats-
durchschnitt I. Semester Jali Aug. Sept. Okt.
1913 1920 1921 1921 1921 1921 1921
630. Schmirgel-
papier
im ganzen 106 123 59
aus Deutschland — — 42
aus Vereinigte
Staaten v. Amerika — — 8 — 14 — 4
632 a u. b. Schmir-
gel-u.Karborun-
dumfabrikate
im ganzen 276 585 219 108 68 146 93
aus Deutschland — — 96- 58 44 12ü 68
aus Frankreich — — 35 6 6 10 14
aus Vereinigte
Staaten v. Amerika — — 49,5 3 11 5 2
Elektrische Glühlampen (Zolltarifnummer 1148/1149).
Es bestehen in der Schweiz sechs Glühlampenfabriken. Die
Absatzkrise setzte zu Ende des Jahres 19^0 ein. Bis zum
Sommer 1921 mußten 230 Arbeiter, diesen Herbst weitere 300
entlassen werden. Gegenwärtig sind noch etwa 650 Arbeiter,
und zwar nur teilweise beschäftigt. Die Arbeitseins.chränkung
variiert je nach Betrieb von 10— 60°/e.
Der Preis des in der Schweiz am meisten gebräuchlichen
Glühlampentyps hat sich folgendermaßen entwickelt:
Preis für 1 Stück
1913/ 14 Fr. 0,80
1918 bis Februar 1921 „ 1,68
1. März bis Ende Mai 1921 .... „ 1,58
ab 1. Juli 1921 „ 1,35
Die Einfuhr unter Position 1148 (Glühlampen ohne Fassung)
ist ganz unbedeutend. Sie betrug weniger als 1 Doppelzentner
für das Jahr. Diese Position mußte aber unter Beschränkung
gestellt werden, um eine Umgehung der Schutzmaßnahmen für
72 — Nr. 7
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
193S. (65. Jahrgang.)
die Position 1149 (Glühlampen mit Fassung) an vermeiden.
Die Einfuhr unter dieser letzten Position zeigt folgendes Bild :
Monats-
durchschnitt I. Semester Jnli Aug. Sept. Okt.
1913 1920 1921 1921 1921 1921 1921
im ganzen 84,4 99,1 104 50 40 38 45
aus Deutschland — — 34 15 23 24 24
aus Oesterreich — — 50 17 10 8 13
aus Holland — — 12 12 5 3 3
Es muß unbedingt damit gerechnet werden, daß die Reihe
der Waren, deren Einfuhr in der Schweiz einer Beschränkung
unterworfen worden ist, über kurz oder lang noch weiter ver-
mehrt werden wird. Stehen doch der Bundesrat und die in
Frage kommende Kommission auf dem Standpunkte, „daß die
Situation noch nie so kritisch war als heute". Aus diesem
Grurjde soll von jetzt ab bei der Beurteilung der Notwendigkeit
der Einfuhrbeschränkung die absolute Größe des Importes nicht
mehr so entscheidend sein wie früher. Eine übermäßige Valuta-
einfuhr bestehe nicht nur dann, wenn zahlenmäßig eine Steige-
rung der Einfuhrmenge gegenüber dem Jahre 1913 konstatiert
werden müsse; sie hänge vor allem auch von der gegenwärtigen
Aufnahmefähigkeit des Marktes für derartige Waren ab. Für
einzelne Warenkategorien könne vielleicht eine Einfuhr In der
Höhe des Jahres 1913 kein Uebermaß bedeuten, für die meisten
treffe dies aber unbedingt zu. Infolge der industriellen und
gewerblichen Krisis sei der Absatz für fast alle Produkte sehr
gesunken. Wolle man die normale Einfuhr 1913 als Regel
ohne weiteres zulassen, so wäre für viele Produktionszweige
damit die Aufnahmefähigkeit des Marktes erreicht, und die
schweizerischen Produkte müßten zur Bedarfsdeckung überhaupt
nicht zugezogen werden. Diese allseitig verminderte Konsum-
kraft sei deshalb auch bei der Beurteilung der Zahlen in
Betracht zu ziehen.
Aus der Begründung der größten Anzahl der schweizerischen
Einfuhrbeschränkungen geht hervor, daß dieselben erfolgt sind,
weil die ausländischen Verkaufspreise — d. h. die deutschen —
erheblich unter den schweizerischen Herstellungskosten liegen. I
Da sich die sämtlichen schweizerischen Beschränkungen der
Einfuhr in allererster Linie nur gegen Deutschland richten,
kann nur allen Exporteuren im eigensten Interesse dringend
geraten werden, die Verkaufspreise bei der Ausfuhr in einer
Weise festzusetzen, daß unter keinen Umständen eine Ver-
schleuderung deutscher Erzeugnisse eintritt.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Handel und Verkehr.
Im Ejsenbsbnexprfßgutveriehr wird vom 1. 2. ab der bisherige
K'IomettrtBrif durch einen Staffeltarif ersetzt, der durch einen 60 %-igen Zu-
schlag 2tni jeweiligen EilgutBtarif gebildet wird. Die Mindestfracht be-
trögt JH 12, Mindestgewicht für Frachtberechnong 10 kg, die Mindestent-
ferncng 10 tm. Die Btträge werden auf volle Mark aufgerundet Auch
die Fracht für beschleunigtes Eilgut wird vom 1. 2. ab nicht mehr durch
Ve dopplung des Gewichts, sondern nach dem einfachen abgerundeten Ge-
wicht iür gewöhnliches Eilgut unter Zuschlag von 60n/0 berechnet. Min-
deätfracht JH 20, Mindestgewicht 20 kg Damit sind die Tarife für
Expreßgut und beschleunigtes Eilgut gleichgestellt mit Ausnahme der
geringen Unterschiede im Mindestgewicht.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
Die A.H.N. Glas gibt bekannt, daß Ausfuhrbewilligungen in Mark-
wäbrung nur bis zum 30 4. 22 ausgenutzt werden dürfen. Nach diesem
Termin ist die AuBfuhr von Waren auf Grund von Ausfuhrbewilligungen
in Marhwährnng nicht mehr gestattet. Es wird ferner darauf hingewiesen-,
dfcß im Hinblick auf die erhöhten Portosätze den Antragstellern ein
Bescheid über die Abgabe der geprüften Anträge an die A. H. N. Glas in
Zukunft nicht mehr gegeben wird. Die Weitergabe der an die Preia-
prüfungsstellen eingereichten Anträge erfolgt automatisch.
Zollausschüsse und Freibezirke bestehen zurzeit an der deutschen
KBste wie folgt: ZollauBSchußgebiet Bremen und Bremerhafen, Freibezirk
Brake, ZollauBscbußgebiete Emden und Geestemünde, Freihafengebiete
Hamburg und Cuxhaven, Freibezirke Altona und Stettin.
Argentinien. Die Neuregelung der Zollsätze sieht ein dem
Kongreß vorliegender Gesetzentwurf vor. Danach werden sämtliche Ein-
fuhrzölle 3 Monate nach Verkündigung des Gesetzes um 30% erhöht.
Für Laxueerzeugnisse wird eine 60%-ige Erhöhung Platz greifen. Für
eine Etile von Waren, darunter Ziegel, Flurplatten, Tonröhren, Glas und
sanitäres Material soll für 5 Jahre Zollfreiheit gewährt werden.
Britisch -In dien. Die Einfuhr von Glas und Glas waren hat sich
im Fiskaljahr 1920/21 auf £ 3376184 belaufen gegen £ 14)98 093 im Fis-
kaljahr 1919/20. Davon entfielen auf Japan £ 1310778 (1270 291), auf
Großbritannien £ 667 707 (322 636) und auf Belgien £ 446 729 (106 073).
Für die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten liegen noch keine Zahlen vor.
Flaschen und Phiolen wurden hauptsächlich aus Japan und Großbritannien,
Trichter, Glasglocken und gläserne Lampenteile fast ausschließlich aus
Japan, Tafel- und Spiegelglas aus Großbritannien, Belgien und Japan nnd
Hausbaltungsglas einschließlich Wabsergläaern, Karaffen usw. vornehmlich
aus Japan, zum geringen Teil auch aus Großbritannien eingeführt.
Cbina. Der Zolltarif soll um 5% erhöht werden. Die neuen
Zollsätze bedeuten eine Nettoerhöhung um 1 lj» % zugunsten der chine-
sischen Regierung.
.
Die Lage In Industrie und Handel.
Die Lage der feinkeramischen Industrie im Monat Januar 1922
hat sich gegenüber der in den Vormonaten November nnd Dezember 1921
kaum verändert. Die Geschirrporzellanindustrie zeigte den
gleichen günstigen Bescbäftigungsstand. Dabei ist aber festzuhalten,
daß für derjenigen, der die wirtschaftliche Lage nicht an der Oberfläche
zu tehtn gewohnt ist, die Situation im ganzen eher eine Verschlechterung
als eine Besserung aufweist und zwar insbesondere infolge der dauernden
und unverhältnisniäliigen Steigerung sämtlicher Gestehungskosten, insbe-
sondere der Bohbtoffe, Frachten und Lönn«. Auch die Schwierigkeiten
in Bezog auf die ausreichende Zafnhr von Kohlen und Rohstoffen nielten
in womöglich noch gesteigertem Umfange au. Aehnlich gestalteten sich
die Ven-ältnisse in der Elektrotechnischen Porzellan-
in d a m t r i e. In der Luxusporzellanindustrie entsprach der
Beschäftigungsgrad dem bisherigen Durchschnitt. Der Eingang der Auf-
träge erfolgte durchaus zögernd und es muß abgewartet werden, inwie-
weit die Leue Preiserhöhung sich auf dtm Inlandsmarkte durchsetzen
wird. In der gleichen Richtung bewegten lieh auch die Verbältnisse iu
I.
Quart.
1921
Jahr
1914
der Steingutindustrie. Arbeitsmöglichkeiten sind auch hier vor-
läufig gegeben. Die geschäftliche Lage der Kachelofenindustrie
war gut und die Fabriken haben noch eine größere Reihe von Aufträgen
vorliegen, sodaß die Fabrikation für die nächsten Wochen gesichert er-
scheint. In der Wandplattenindustrie blieb die Geschäfts-
lage im wesentlichen beständig, obwohl sich auch hier die Eutwickelaog
der nächsten Zukauft nicht abschätzen läßt. IaderMoBaikplatten-
i n d u s t r i e bewegte sich das Auslandsgeschäft im seitherigen Umfaoge,
während der Inlandsmarkt sich weniger aufnahmefähig zeigte, eine Er-
scheinung, die indessen bei dieser Industrie sich regelmäßig im Januar
eines j*den Jahres zu wiederholen pflegt.
Danemark. Arbeitslöhne in der Industrie. Iu neuerer Zeit
beschäftigt Bich das Statistische Departement in Kopenhagen in bemerkens-
werter Weise mit dem Ansbau der Lohnstatistik für die verschiedenen
Gewerbebetriebe in Dänemark. Die Unterlagen für diese Arbeiten werden
ihm von den Arbeitgeberorganisationen geliefert. Die letzte Erhebung
umfaßte die Lohnverhältnisse auf dem dänischen Arbeitsmarkte im dritten
Viertel des Jahres 1921. Dieser Untersuchung, deren Ergebnisse soeben
veröffentlicht werden, entnehmen wir die nachstehenden Ausführungen,
unter gleichzeitiger Anfügung der entsprechenden Ziffern für die beiden
Vorquartale sowie für das Jahr 1914 :
Zahl Durchschnittlicher Stundenlohn
derAr* in Oere
beiter ™ Uere
o/ty 8eBt< Qaart
1921 1921 1921
Kopenhagen:
Facharbeiter 17 679 229 239 268 67,1
nngelernte Arbeiter . . 14 660 186 202 209 47,6
zusammen Männer . . . 32 229 209 222 236 61,0
hierzu Frauen .... 10 873 111 127 136 32,3
Sämtliche Arbeiter . . 43 102 184 200 213 64,4
Provinz:
Facharbeiter 15 947 180 196 212 64 8
nngelernte Arbeiter . . 23 330 158 170 182 40 8
zusammen Männer . . 39 277 167 182 195 48,2
hierzu Frauen .... 6454 97 113 120 25.7
Sämtliche Arbeiter . . 46 731 167 172 186 44,9
Das ganze Land:
Facharbeiter 33 626 205 218 236 61,3
ungelernte Arbeiter . . 37 880 168 184 193 45 5
zusammen Männer . . . 71506 185 200 215 66 0
hierzu Frauen .... 17327 106 122 131 49,6
Sämtliche Arbeiter . . 88 833 170 186 200 50,2
Wie vorstehendes Zahlenbild ersehen läßt, hat der Stundenlohn für
sämtliche Arbeiter 170 Oere betragen (in normalen Zeiten gilt 1 Krone ='
100 Oere nach deutschem Gelde Ji 1,125) Für fachgelernte Arbeiter
stellte er sich auf 205 Oere, für nngelernte Kräfte auf 168 Oere nnd für
Frauen auf 106 Oere. •
Für die in Kopenhagen beschäftigten 43 102 Arbeiter machte er
184 Oere ans, und zwar für Facharbeiter 229 Oore, für ungelernte Arbeiter,
186 Oere nnd für Frauen III Oere. Für die in der Provinz (mit 45 731
Arbeitern) batrug der durchschnittliche Stundenlohn 157 Oere, d. h. für
Facharbeiter 180 Oere, für Handlanger 168 Oere nnd für Frauen 97 Oere.
Der Unterschied zwischen dem Stundenlohn in Kopenhagen und in
der Provinz betrug im Durchschnitt 49 Oere für Fachat heiter, 27 Oere
für Handlanger und 14 Oere für Frauen; es muß indessen hervorgehoben
werden, daß diese letzten Zahlen hervorgerufen sind durch die Unter-
schiede hinsichtlich der Verteilung der Arbeiterzahl auf die einzelnen
Fachgruppen innerhalb der zwei Bezirke Hauptstadt und Provinz.
Ein Vergleich dieser Septemberzahlen mit den Lohnsätzen im,
II. Quartal 1921 ergibt einen durchschnittlichen Rückgang von 160 Oare
pro Stunde. Für alle Facharbeiter beträgt der Ausfall 10 Oere in Kopen-
hagen und 16 Oere in der Provinz. Für nngelernte Arbeiter ist der Lohn,
um 17 Oere bezw. 12 Oere zurückgegangen, für weibliche Kräfte um
i 16 Oere im ganzen Land. Das Lohnniveau nähert sich dem Höhepunkt im
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. T — 78
IV Quartal 1920. Im I. Qaartal 1921 zeigte Bich bereits ein kleiner Rück-
gang, der Bich in verstärktem Maße im II. Quartal fortgesetzt hat, auf
Grund neuer Lohnermäßigungen, die von den Arbeitgebern und Arbeit-
nehmern vereinbart waren. Im Durchschnitt betrug der Lohmückgang
14 Oere pro Stunde. . . .
Das nachstehende Zahlenbild zeigt den durchschnittlich in Däne-
mark gezahlten Stundenlohn für Arbeiter der Keramindastrie, nach dem
Stande im September 1921 gegenüber dem II. Quartal 1921:
Durchschnittlicher Stundenlohn in Oere
Keramische Industrie in Kopenhagen
Zahl der
in der Provinz
Zahl der
Arbeiter Sept. II. Quartal Arbeiter Sept. II. Quartal
24. 9. 21 1921
1921
1921
Facharbeiter
Ungelernte Arbeiter
Frauen
Terrazzoarbeiter
173
215
434
29
209
223
52
168
176
168
185
61
128
154
130
150
28
97
93
204
219
7
183
173
Also anch in der keramischen Industrie Dänemarks sind die Arbeits-
löhne nach dem Stande im September 1921 gegenüber dem II. Quartal
desselben Jahres heruntergegangen. An und für sich bilden sie gute
Durchschnittssätze der Iadustrielöhne überhaupt; im Bangewerbe, in der
Papier- nnd Metallindustrie werden allerdings höhere DurchschnittsBätze
bezahlt. (ld0
Lettland. Die Lage In der Glasindustrie verschlimmert eich zu-
sehen ds. Letzthin haben auch die Glasfabriken von Guttschewsky & Döhring
in Riga den Betrieb einstellen müssen, sodaß gegenwärtig nur noch die
Jakob Becksche Glasfabrik arbeitet. Wie in den übrigen Industriezweigen
wird auca hier über die drückenden Steuern, hohen Löhne und den
Mangel an Abnehmern geklagt. Im Zusammenhang mit dem Steigen der
lettländiachen Valuta, den kostspieligen Transporten usw. sind viele aus-
ländische Erzeugnisse ungeachtet des Schutzzolles billiger zu haben als
einheimische Erzeugnisse.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellanfabrik Willi. Lange, Neuhaidensleben. Die Porzellan-
fabrik von Rödl & Kühn, Neuhaidensieben, ist am 1. 2. auf die erst-
genannte Firma übergegangen.
Bhenanla, Vereinigte Emalllierwerke, A..6., Düsseldorf. Aus-
zug ans dem genehmigten Abschluß vom 30 6 21: Reingewinn M 787 783
(396 662); Dividende 20% (10) ; Abschreibungen M 540509 (664046);
Werkernaltungsrücklage JL 1 Mill. (0).
Vereinigte Herd- nnd Ofenfabriken, C. Woeste, A.-Ö., Hamm 1. W.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31 5 21: Reingewinn
Ji 480386; Dividende 15%; Abschreibungen M 293498; Zuweisung an
Werherhaltungskonto M 200000
Aueland. Eine der größten und ältesten Glühlampenfabriken
Italiens, die Societa Edison per la fabricazione delle Lampade Ing.
0. Cierici & Co., hat, Wie der Voss Ztg. ans Triest gemeide* wird, in-
folge des ungünstigen Geschäftsganges den Betrieb eingestellt. — Einer
Brüsseler Meldung zufolge sind die Glasfabriken d'Elouges, Elonges
(Belgien), in Konkurs geraten. Die PaBsiyen betragen über Fr. 4 Mill.
Die Ursache wird auf die ungünstige Konjunktur zurückgeführt.
Messen und Ausstellungen.
Zar ersten Jahresschau Deutscher Arbelt Dresden 1922 Bind die
weiten Gebiete von Glas und Keramik nicht zufälligerweise entboten worden.
Bei der Festsetzung war die Liitung sich voll bewußt, daß der beispiel-
lose Aufschwung, den diese Industrien im letzten Zeitabschnitt genommen
haben, der ersten Veranstaltung der Jabresschan ihren Anfangserfolg
sichert. Wie auf dem ausgedehnten Gebiet der Keramik, so ist in der
Glasindustrie ein neuer Sinn für formale Sorgfalt, Solidität der Arbeit,
für die außerordentlichen Schmuckmöglichkeiten des edlen Materials, für
die Besonderheit der kunstreichen Bearbeitungen festzustellen. Alte
Ueberliefexungen, in verschiedenen Gegenden Deutschlands heimisch, wur-
den wieder hervorgeholt und liebevoller betrachtet als lange Zeit
bevor. Die volksmäßigen Künste redlicher Meister, die beschaulich
ihr Sohleifrädchen in Bewegung setzten, kamen neu zu Ehren. Die
großartgen Betriebe der Werke und Fabriken wurden neu befruchtet.
Von Unternehmern wie von Verbrauchern wurde der größte Wert auf
Einheit nnd Geschlossenheit mateiialgerechter Verarbeitung und Ver-
zierung, auf Präzision und Klarheit jedes einzelnen Stückes gelegt.
Wieder überblicken wir einen weiten Kreis, von den Glasbläiereien
thüringischer Heimarbeit bis zum kostbarsten, mühevollsten Kristall-
schliff. Das Angenot des Marktes und die Nachfrage der Käufer ergänz-
ten nnd durchdrangen Bich und wirkten gemeinschaftlich zu einer frischen
und lebendigen Eutwicklung dieses schönen und reinlichen Gewerbes.
Es leuchtet ein, welche Bedeutung die erste Jahresschau Deutscher
Arbeit in Dresden „Deutsche Erden" (Juni— September 1922) mit ihrer
sorgsamen Auslese vorzüglicher Waren für die wirtschaftliche Stellung
unserer Industrien und nicnt zuletzt für deren erstrebenswerten Ausfuhr-
Bteigerong haben muß.
Frankfurter Fifibjahrsmesse 1922. Der wirtschaftliche Ausblick
ist trhber denn je. Zweifellos scheint aber der Zeitpunkt immer näher
zu lücken, an dem sich die Verarmung der deutschen Volkswirtschaft
drastisch auswirken wird. Damit wächst für Industrie und Großhandel
die Notwendigkeit zu sorgfältigster Kalkulation und zu intensivster
Benutzung der vorteilhaftesten Warenumschlagsmethoden. Es ist schon
oft darauf hingewiesen worden, wie sehr der Aufschwung der Messen
durch die Entwicklung des Verkehrswesens sowohl in seiner technischen
als auch seiner finanziellen Seite bedingt ist. Angesichts der erneuten
ganz außerordentlichen Erhöhung des Eiaenbahntarifs wird der Vorteil
von Bescbickung nnd Besuch der nächsten Frankfurter Internationalen
Messe (2—8.4) jeden Einsichtigen besonders deutlich vor Augen treten:
Wird doch durch das Zusammenführen von Angehot und Nachfrage auf
der Messe dem Erwerbstätigen eine Unzahl von Geschäftsreisen nnd Un-
kosten im Jahre eingespart Die Praxis zeigt die Richtigkeit dieser An-
nahme: Die Frankfurter Meßleitung sah Bich, um der Nachfrage nach
Ausstellungen1 äche nur einigermaßen zu genügen, gezwungen, für die
Technik einen monumentalen Neubau aufzuführen, womit zugleich für die
andern Ausstellungsgruppen neue Fläche geschaffen wird. Der Besuch,
insbesondere aus dem Ausland, verspricht wiederum überaus stark zu werden.
In richtiger Erkenntnis der Eraparnismö<lichkeiten ist es für die weitesten
Einkäuferkreise zur feststehenden Geschäftspraxis geworden, die regel-
mäßig im Jahre zweimal stattfindenden Internationalen Messen in Frank-
furt a. M. zu besuchen und dort ihren Bedarf zu decken. Auskünfte
erteilt bereitwilligst das Meßamt, Frankfurt a. M.
Auf der Deutschen Ostmesse Königsberg i. Pr., deren sämtliche
Ausstellungsräume für die Frünjahrsmesse vergeben sind, nehmen die Firmen,
die Haushaltungs-, Küchen- nnd Wirtschaftsgeräte führen, wieder einen
großen Raum ein. Nahezu 250 Firmen dieser Geschäftszweige, in der
Hauptsache aus Berlin und Westfalen stammend, haben sich angemeldet.
Die überaus rege Wiederbeteiligung läßt erkennen, daß die Bedeutung der
Deutschen Ostmesae für die Anknüpfung von Geschäftsbeziehungen mit
den Einkäufern Ostpreußens nnd des östlichen Auslandes richtig eingeschätzt
wird. Heute, wo Rußland in gTölierem Maßstab als Einkäufer auf dem
Weltmarkt wieder aufzutreten beginnt, ist di« wichtigste Aufgabe des
deutschen Kaufmanns, die Verbindung mit dem Osten herzustellen. Wenn
die Verbindung im direkten Verkehr mit russischen Kaufleuten heute noch
mit erheblichen Schwierigkeiten verknüpft ist, so kann diese Verbindung
doch über die Randstaaten hinweg leichter gewonnen werden. Die Rand-
Btaaten haben aber bereits früher die Deutsche 0 atmesse als die ihr
nächstliegende und beste Einkaufsgelegenheit schätzen gelernt; ihre
Handelsvertreter werden in großer Zahl sich wieder zur Frühjahrsmesse
in Königsberg einfinden.
1 Soziale Bewegung.
Schweiz. Die 62-Stundenwoche ist, wie der „Berner Bund"
meldet, versuchsweise für das letzte Vierteljahr 1921 von der Firma
Jenny in Ziegelbrücke im Einverständnis mit den Behörden und ihrer
Arbeiterkommission eingeführt worden. Vor Ablauf des vereinbarten
Zaitraumes gab die Firma ihren Arbeitern Gelegenheit, in einer geueiman
Abstimmung sich über die Beibehaltung oder Absahaffaag der 53 Siuuden-
woche auszusprechen. Das Ergebnis ist folgendes: Bei einer Stimm ie-
teiligung von 80% der Stimmberechtigten stimmten 34 L für uad 81 gegen
die 52 Stundenwoche. Die Arbeiterschaft fand also mit % gegen % die
längere Arbeitszeit mit bisherigem Arbeitsverdienst vorteilhafter als die
48-Stundenwoche mit 12% Lohnkürzung.
Verstoß gegen das Betriebsrätegesetz. In einer Streitsache der
Dresdner Bank gegen ihren Betriebsrat hat der vorläufige Reichswirt-
schaftsrat in der Sitzung seines Betriebsräteausschusses vom 24. 1. dahin
entschieden, daß die Mitglieder des B striebsrats, die Eade Ssptember
vorigen Jahres die Angestelltenschaft zum Ueoerstundenstreik aufgerufen
und sich dabei besonders hervorgetan haben, sich einer gröblichen Ver-
letzung ihrer gesetzlichen Pflichten im Sinne des § 39 des B.R.G. schuldig
gemaent haben.
Verbände.
Das neugegründete Verkaufssyndikat Deutscher Stein-
zeugwerke erhöhte die Preise für Tonröhren nnd Steinzeug ab 1. S.
um 200%. Der Aufschlag beträgt jetzt 1000% der Friedenspreise.
Kunstgewerbe.
Keraphot-Porzellen«. Uuter dieser Bezeichnung bringt die von
Herrn Erioh Jahne gegründete „Keraphot, Photochemisch-keramische Kunst-
werkstätte, Dresden-A, Schnorrstraße 78" neuartige photortekorierte Por-
zellane auf den Markt, die die bisherigen Erzeugnisse dieser Art weit
übertreffen und die ob ihrer technischen und künstlerischen Gebundenheit
recht bald die verdiente Würdigung fiuden dürften. Der Verfahren, Photo-
graphien auf Porzellan zu übertragen, gab es ja bisher mehrere. Keines
aber konnte die erstrebte Anpassung von Bild und Ton suwie Dekor an
das gegebene Material erzielen. Es fehlten bei den eingebrannten Bi'dern
die Tiefen sowie die zarten Uebergänge von Licht nnd Schatten, wie es
ein Halbtonbild oder eine Photographie erfordert. Von anspruchsvolleren
Käuferkrtis-n wurden derartige Erzeugnisse nicht zuletzt auch ihrer
kitschigen Wirkung wegen abgelehnt. Während seiner langjährigen Tätig-
keit als Betriebsleiter und Direktor namhafter Porzellanfaonkeu beschäf-
tigte sich Erich Jahne eingehend mit der Aufgabe, eine restlose Ver-
scnmelznng des Bildes mit der PorzelJanmasse, bezw. mit dem Caarakter
des Werkstoffes, zu erreichen. Durch Rückgreifen auf seine traueren be-
kannten Arbeiten auf dem Gebiete der Scnarifeuer-Techuik, wo Metalle
zu Calorid oder Oxyd umgewandelt werden und dann zur Unterglasur-
malerei für Porzellan Verwendung finden, kam er zu der Ueoerzeugung,
daß nur diese Art von Farben ihrer hohen Feaerbesiäudigkeit wegen den
Grundstoff in Verbindung mit lichtempfindlichen Massen bilden Konnte.
Der von ihm beschritteiie Weg führte zum ftrfolg. Die besten Ergebnisse
wurden besonders mit Edelmetall Verbindungen erzielt. Durch die neue
Technik ist das Problem gelöst, auf dem Wege der Reproduktion alle
möglichen Bilder, persönlicne Photos usw. in leinen Farbtönen auf Por-
zellan zu übertragen und durch ein besonderes tfiasurmfahren dauernd
einzubrennen. Bild und Porzellan verscbmelzen zu eiuem einheitlichen
Ganzen, das von individueller und künstlerischer Prägung ist. Damit
stellt „Keraphot" die edelste Form dar, in der bisher die Photographie
auf Porzellan gezeigt wurde.
Bücherschau.
Die Porzellan-Isolatoren. Von Prof. Dr. Gustav Benischke. Mit
128 Textabbildungen. Berlin 1921. Verlag von Julius Springer. M Preis
broseh. M 27.—.
74 — Nr. 7
Ein Fachmann schrieb dieses Bnch, der Elektrotechniker und zu-
gleich genügend Keramiker ist, um den Eigentümlichkeiten des Werk-
stoffes in jeder Kichtung Rechnung tragen zu können. Aus jeder Seite
gebt heivor, daß perF beliebe Beobachtung und eigene Arbeiten dem Ver-
fasser eine umfassende Kenntnis in der Verwertung des Porzellans als
Isolieimittel in der Starkstromtechnik vermittelten und ihn befähigten,
objektiv über einen Gegenstand zu schreiben, den man sonst von
verschiedenem Standpunkt aus behandeln kann, je nachdem man den
Elektriker oder den Keramiker in den Vordergrund stellt. Das Buch
■wird beiden Teilen gerecht, womit nicht gesagt sein soll, daß der
Fabrikant etwa gute „Rezepte" und dergl. darin findet, dagegen, daß der
Verfasser die keramische Technik soweit kennt, daß er weiß, was ein
Elektriker von einem guten Isolator verlangen kann, und wie dieser
beschaffen sein muß. Von diesem Standpunkt ans betrachtet wird die
Schrift gerade Keramikern von großen Nutzen sein und ihnen zeigen,
nech welcher Richtung hin Isolatoren zu verbessern sind. Der Verfasser
meint im Vorwort, „daß wir auf diesem Gebiet noch nicht weiter sind,
liegt zum Teil an der Eigentümlichkeit des Werkstoffes, zum Teil daran,
daß die Keramiker zu wenig das elektrische Verhalten der Isolatoren und
die Elektrotechniker zu wenig die Herstellung derselben kennen", womit
er wohl recht haben dürfte, und zwar deshalb, weil unsere Kenntnisse
über die physikalischen Eigenschaften deB Porzellans und ihre Abhängig-
keit von der chemischen Zusammensetzung sowohl, wie von der Gestal-
tung und Bearbeitung der Masse und der Leitung des pyrochemischen
Prozeeses noch sehr lückenhaft sind und nur ganz langsam erweitert
werden.
Der erste Abschnitt enthält „Allgemeines", im zweiten werden die
wichtigsten Isolatoren behandelt und im dritten die Prüfung derselben.
Der Verfasser hat sich tiberall möglichst kurz gefaßt, soweit es die Klar-
heit nicht beeinti ächtigte, und damit wohl das Richtige getroffen, wenn
er dem Elektrotechniker und dem Keramiker das Wissenswerte aus den
beiden in Betracht kommenden Gebieten vermitteln wollte. Wir halten
das Buch für eine beachtenswerte Bereicherung der<elektro-keramischen
Literatur und möchten ihm daher eine weite Verbreitung in den ein-
schlägigen Kreisen wünschen.
Prospekte, Preislisten usw.
Porzellan-Palais Leipzig. Mit diesem Titel versandten die
im Konzern der Bank für keramische Industrie A.-G. in Dresden ver-
einigten keramischen Großfirmen eine Repräsentationsschrift, deren äußere
und innere Ausstattung ihnen alle Eure macht. Der bayr. Wirkl. Rat
Professor Emmerich in München bearbeitete die Schrift graphisch, buch-
technisch und im Leitartikel auch textlich, der Bachschmuck stammt
von dessen Mitarbeiter Fritz Rehm in München, die photographischen
Aufnahmen stellte Hofphotograph Pieperhoff in Leipzig her, während die
Graphischen Kunstanstalten F. Bruckmann A.-G. in München die Druck-
stöcke und die gesamte Drucklegung besorgten. Diese Namen bürgen
allein schon für geschmackvolle und gediegene Arbeit.
Von den Leipziger Messen plaudert Professor Emmerich einleitend
und zeigt, daß die Formen des Handels auf der Messe, wie sie in den
letzten Jahren auftraten, geradezu die Fabriken zwangen, sich vom
inneren Meßhäuserbetrieb loszulösen und gesondert aufzutreten, um in
jeder Beziehung ungebunden über ein Ganzes frei herrschen und dem
letzteren eine bestimmte künstlerische Note erteilen zu können.
Und so wurde denn das frühere königliche Palais in Leipzig er-
worben, von Professor Poelzig in wahrhaft künstlerischer Weise für
Ausstellungszwecke hergerichtet und von den zum Konzern gehörigen
Firmen: Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik A.-G. in Volkstedt bei
Rudolstadt, Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther A.-G. in Hohen-
berg a. Eger, Porzellanfabrik C. Tieisch & Co. A.-G. in Altwasser i. Schles.,
Triptis A.-G. in Triptis i Thür, und Max Roesler, FeinBteingutfabrik A.-G.
in Rodach bei Coburg bezogen. Hier war nun Raum vorhanden, um die
Erzeugniste jeder Fabrik ihrer Eigenart entsprechend zur Schau zu
bringen, und wie dies geschehen ist, zeigen die vorzüglichen Abbildungen
der Repräsentationsschrift. Man erkennt daran den leitenden Gedanken,
irotz der verschiedenen, in Form und Qualität voneinander abweichenden
Waren ein möglichst einheitliches Ganze zu schaffen, ein Gedanke, dem
auch die Austattung der Ausstellungsiäume untergeordnet wurde. Und
so ist denn eine Schaustätte entstanden, würdig der künstlerisch und
kunstgewerblich hochwertigen Erzeugnisse von Fabriken, welche die
Qualität als bestes Werbemittel und wirksamste Empfehlung betrachten.
Es versteht sich von selbst, daß in der Schrift auch verbindender.
Text und entsprechende Abbildungen der Charakteristik der einzelnen
Firmen dienen.
Alles in allem wird die Repräsentationsschrift, namentlich im Aus-
lande ihre Aufgabe erfüllen und werben lür die deutsche Qualitäts-
Keramik schon durch sich selbst in buchtechnischer Beziehung, dann
auch dadurch, daß sie die Auestellungen im Porzellan-Palais vortrefflich,
gleichsam plastisch im Bilde wiedergibt.
Etwas Bedauern dürfte aber die überreiche Ausstattung bei denen
erwecken, die die Not der Wissenschaft kennen und wissen, daß es viel-
fach aus Mangel an Mitteln unmöglich ist, ein wissenschaftliches Werk
zu drucken, und daß daher gar vielen, das auch — wenngleich im andern
Sinne — für deutsches Wissen und Können werben und dauernd Wert
behalten würde, ungediuckt bleiben muß, während hier bei der Repräsen-
tationsschrift offenbar nach keiner Richtung hin Grenzen gesteckt waren.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzel.anfabrik C. M. Hutschenreuther A.-G., Hohenberg a. E. Die
KapitalserLühung um M 2,6 Hill, auf Ji 13,5 Mill. ist erfolgt. Ausgabe-
kurs 100 o/o.
I'orzellbnfabrik Ludwigstadt, Sauer Comp., Kommanditgesellschaft,
Ludwigbtadt. Peisönlich haftender Gesellschafter ist Direktor August Sauer-
1922. (55. Jahrgang.)
Ein Kommanditist ist beteiligt. Alleiniger Geschäftsführer ist Kaufmann
Albin Bücbner.
Specksteinwerk Helios, Michael Meier, Oberhopfau. Handel mit
KarbidbrennerD, Gasbrennern und elektrischen Isolierungen. Inhaber ist
Kaufmann Michael Meier. Die Betriebsleiter Oskar Ziuner und Karl Molitor
haben Gesamtprokura.
Westfälische Porzellan-Fabrik, G. m. b. H., Steinbach. Keramiker Kuno
Faist ist nicht mehr Geschäftsführer.
Preiß & Purueker, Dörflas. Gesellschafter Thomas Walther ist
ausgeschieden.
Ebert & Herold, Porzellanmalerei, G. m. b. H., Schönwald. Porzellan-
malerei mit verwandten Nebenbetrieben und Handel mit Porzellanwaren
aller Art. Stammkapital: Ji 30 000 Geschäftsführer sind die Kaufleute
Karl Ebert und Paul Herold. . Sie sind nur gemeinsam oder einzeln mit
einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Wittenberger Steingutfabrik, G. m. b. H, Piesteritz. Anstelle des
ausgeschiedenen Dr. Adolf Stauß wurde Fabrikdirektor Karl Rieß zum
Geschäftsführer bestellt.
Bayerische Kunst-Keramik Reuß, von Sivers & Co., München. Ge-
sellschafter Gustav Reuß ist ausgeschieden. Die Firma lautet jetzt:
„Bayerische Kunst-Keramik von Sivers & Co."
Keramische Werkstätte, Parcus, Speck & Co., München (Wilhelm-
Straße 28). Herstellung von künstlerischen keramischen Erzeugnissen.
Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Georg Parcus und
Paul Speck und Dr. Joachim Friedenthal. G. Parcus und Dr. J. Frieden-
thal sind nicht vertretungsbefugt. Theodor Tichtl hat Prokura.
Keramik, G. m. b. H., Aachen (Hindenburgstr. 37). Herstellung und
Verwertung feuerfester und ähnlicher Produkte. Stammkapital: M 20000.
Geschäftsführer ist Geh. Bergrat Dr. Viktor Weidtman.
Mayer & Schmidt. Schleifmaschinen- und Schmirgel-Werke, A.-G.,
Offenbach a. M. Friedrich Schmidt hat Prokura mit einem ordentlichen
oder stellvertretenden Vorstandsmitglied.
Vereinigte Carborundum- und Electrit- Werke, A.-G., Zweignieder-
lassung Berlin. Die Direktoren Karl Kreß, Berthold Steiner und Alois
Hecht sowie Dr. Friedrich Kaufmann sind zu Verwaltungsratsmitgliedern
kooptiert.
Glaswerke, A.-G., Berlin. Dr. H. Israel ist aus dem Aufsichtsrat
ausgeschieden. Neugewählt wurden Dr. St. Loske und Fabrikant H. Löwit.
Hannoversche Glashütte, Hannover-Hainholz. Die Kapitalserhöhung
um Ji 1,08 Mill. Stamm- und Ji 0,16 Mill. Vorzugsaktien auf Ji 2 Mill.
ist durchgeführt. Kaufmann Alfred Baxmann hat Prokura.
Eichhorn & Weis, G. m. b. H., Heidenau. Das Stammkapital ist
auf Jft 1 Mill. erhöht worden.
Cristallglaswerke Schreibendorf, G. m. b. H., Schreibendorf, Rsgb.
Fabrikation und Verarbeitung von Kristallglas. Stammkapital: M 60000.
Geschäftsführer sind die Kaufleute Eduard, Otto und Heinrich Dreßler.
Josef Walter hat Einzelprokura.
Grimm & Co., Glashüttenwerke, G. m. b. H., Weißwasser, O.-L.
Die Kaufleute Alwin Ringel und Wilhelm Lehnigk haben Gesamtprokura.
Albert Kießling & Co., Erste Thüringer Quarzglasfabrik, Lange-
wiesen. Persönlich 'haftende Gesellschafter sind die Glasbläser Albert
Kießling und Willy Gleichmaun und Hermann Götze. Sie sind gemein-
sam zu je zweien vertretungsbefugt.
Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-G., Berlin-Friedenau. Louis
Leonhard wurde zum ordentlichen, Direktor Wilhelm Moeser zum stell-
vertretenden Vorstandsmitglied bestellt. Die Prokura des Wilhelm
Moeser, Dr. Georg Gehlhoff und Arthur Boenicke sind erloschen. Wilhelm
Rokohl und Georg Bredow haben Prokura in Gemeinschaft mit einem
Vorstandsmitglied.
Spiegel- und Spiegelglasfabriken Sigmund Büchenbacher & Co.,
G. m. b. H, Fürth. Fabrikbesitzer Julius Büchenbacher ist verstorben
und nicht mehr Geschäftsführer. Die Kaufleute Fritz und Otto Büchen-
bacher wurden zu weiteren Geschäftsführern bestellt.
Glas und Spiegelmannfaktur Kinon & Kotz, Köln. Dr. Fritz Victor
hat Prokura.
Traut & Wanderer, Neuhaus a. Rwg. Max Wanderer ist aus der
Gesellschaft ausgeschieden. Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Otto Max Wanderer, Neuhaus a. Rwg. Inhaber ist Glasbläser Otto
Max Wanderer.
Eisenwerk L. Meyer jun. & Co., A.-G., Harzgerode. Die Kapitals-
erhöhung um Ji 6,5 Mill. Stamm- und Ji 0,5 Mill. Vorzugsaktien auf
M 12 Mill ist erfolgt.
Gebrüder Schultheiß'sche Emaillierwerke, A.-G., St. Georgen. Laut
Generalversammlungsbeschluß vom 29. 12. 21 wird das Grundkapital um
Ji 200 000 erhöht.
Bunzlaner Keramische Industrie, Gebrüder Braun, Banzlau. Per-
sönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Wilhelm und Julius
Braun.
Horat Herd, Ofen und Hausrat, G. m. b. H, Köln (Breitestraße 48/50).
Stammkapital: Ji 100 DOO. Geschäftsführer sind die Kaufleute Dr.-Iug.
Carl van Norden, Dr. phil. Heinrich van Norden und Mathias Schnorren-
berg. Sie sind nur gemeinsam zu je zweien oder einzeln in Gemein-,
schaft mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Niederlausitzer Glasmanufaktnr Adolf Lacotta, Finsterwalde. Das
Geschäft int auf die nachgenannte G. m. b. H. Ubergegangen.
Niederlausitzer Glasmanufaktnr Adolf Lacotta, G. m. b. H., Finster-
walde. Großhandelsgeschäft in Glaswaren. Stammkapital: Jt 50 000.
Geschäftsführer ist Kaufmann Adolf Lacotta.
Porzellan-Emaille- Markt Johanna Pöggel, Berlin- Wilmersdorf. Kauf-
mann Erich Pöggel ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
SPRECH SAAL — COBURG.
1922 (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 7
75
r. Deutsche Gold- und Silberscbeideam*talt, vormals Rösaler, Frankfurt
a. M. Die Kapitalserhöhung um M 60 Mill. auf ^160 Mill. ist durch-
geführt.
Hager & Weidmann, G. m. b. H., Bergisch-Gladbach. Die Firma
lautet jetzt: „Hager & Co., G. m. b. H., Bergisch-Gladbach".
Hofmann & Co., Fabrikation von patentierten Neuheiten, Massen-
artikeln und Werkzeugen, G m. b. H., Auma. Die Firma wnrde geändert
in „Rohm & Co , Spezialfabrik für Matrizen, Schnitt- und Stanzwerkzenge,
Massenartikel, G. m. b. H., Auma i. Thür.". Albin Hofmann ist nicht
mehr Geschäftsführer. Schlossermeister Alois Rohm und Landwirt Arno
Leithiger wurden zu weiteren Geschäftsführern bestellt. Die drei
Geschäftsführer sind nur gemeinsam zu je zweien vertretungsbefugt.
Tön- und Schamotte-Industrie, G. m. b. H., Koblenz. An Stelje des
ausgeschiedenen Direktor Steuler wurde Direktor Karl Filius zum
Geschäftsführer bestellt. Die Prokura von Otto Zimmer und Maria Riedel
ist erloschen.
Otto J. Schödl, Kötzschenbroda i. S. Roh- und Hilfsmaterialien für
die keramische Industrie. Die Firma wurde in: „Äug. Schö'dl & Sohn"
umgewandelt. Inhaber Bind Keramiker Aug. Schödl und Kaufmann Otto
Josef Schödl. Jeder ist vertretungsbefugt.
Verkaufsstelle elektroosmotisch gereinigter Kaoline und Tone,
G. m. b. H, Berlin. Stammkapital : J6 20 000. Geschäftsführer ist Kauf-
mahn Walter Gerstenkorn. Dr. Hugo Anthes und Frl. Alice Paglasch
haben Gesamt proknra mit einem Geschäftsführer oder einem Prokuristen.
Oesterreich.
Erste österreichische Terrakotta- (Tonwaren) Fabrik Viktor Brause-
wetter, G. m. b. H., Wagram b. Leobersdorf. Erzeugung von Hoch- und
halbfeuerfesten Steinen, Gewinnung von Ton, Kaolin sowie anderen ton-
artigen Stoffen und deren Verarbeitung in jeglicher Form; Handel mit
diesen Artikeln. Stammkapital: Kr. 1,2 Mill. Selbständig vertretungs-
befugte Geschäftsführer sind Ing. Paul Ziegelmayer und Fabriksbesitzer
Paul Zugmayer.
Siegfried Beer, Tonpfeifenerzeugung, G. m. b. H., Wien. Die Firma
lautet jetzt: „Beer, Lichtenstein & Schrada, Tonpfeifenerzeugung, G. m. b. H."
Ofen- und Touwarenfabiik, vorm. L & C. Hardtmnth, A.-G, Wien.
Dr. Rudolf Kuknl» ist aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden. Die
Prokura des Josef Warm ist erloschen. Jalius Jaksch hat Gesamtprokara.
„Vitrea", Glashütten gesellschaft m. b. H., Wien. Josef Peschel und
David Türkei haben Gesamtprokura für die Zweigniederlassung Wien.
M. Lissauer 6 Cie., Wien. Die Gesamtprokura des Dr. Georg Lang
ist in Einzelprokura für die Zweigniederlassung Wien umgewandelt worden.
Oberdorfer Magnesit- Werke, G. m. b. H., Wien. An Stelle des aus-
geschiedenen Dr. Ehrenfeld wurde Max Rathaus als Geschäftsführer
bestellt.
Veitscher Grafitwerk, A.-G., Wien. Aktienkapital: Kr 10 Mill.
Verwaltungsratsmitglieder sind Dr. J. Joachim, Dr. J Koessler, L. Linden-
baum, A. Rosenfeld, 0. Rosner und R. Stricker.
Tscheehoslowakien.
H. Wehinger & Co., Elbogen. Die Firma ist erloschen.
Erste böhmische Glasindustrie, A-G., Bleistadt. Die Prokura von
Leo Freimuth und Georg Bruckbauer ist erloschen. Ing. Rudolf Seifert
hat Prokura.
M. Schlesinger & Co., Wiesenthal a. N. Glaswarenfabrikation und
Export. Gesellschafter Ernst Werner ist ausgeschieden.
Brosche & Taussig, Gablonz a. N. Handel mit Gablonzer Ware und
Kristallene. Rudolf Brosche ist ausgeschieden. Nunmehriger Inhaber ist
Arthur Taussig.
Schindler & Comp., Gablonz a. N. Glaswarenhandel Gesellschafter
Adolf Schindler ist ausgeschieden.
Erste Karlsbader Porzellan-Fabriks-Nisderlage, Inh. L. Schmid, Salz-
burg. Inhaberin ist Luise Schmid.
Westböhmische Feldspat- und Mioeralwerke, G. m. b. H, Metzlink.
Alexander Suchanek wurde als Geschäftsführer bestellt.
Pateute.
Deutsches Reich.
Beschreibungen.
Glashafenofen mit Beheizung durch Kontaktverbrennung eines
Gasluftgemisches innerhalb einer die Häfen unten und an den Seiten um-
gebenden stückigen Masse von porigem, feuerfestem Stoff. Der Ofen be-
steht aus mehreren je einen Hafen enthaltenden Kammern, in deren unte-
rem, eingeengtem Teile die durch besondere Kanäle eintretende vorgewärmte
Luft und das Gas sich mischen, während die Verbrennungsgase oben in
der Kammer über der porigen Masse abgeleitet werden. Die Mischkammer
steht mit einem eigenen Wärmespeicher zur Luftvorwärmung und einer
besonderen Glastasche in Verbindung. 32 a, 2. Nr. 344 636 31. 8. 19.
Soeiete" Anonyme Fours & Proeedes Matby, Lüttich.
Verfahren zur Herstellung einer wasser- und säurebeständigen
Masse aus kieselsäurehaltigen Stolen und Natriumsilikat. Diesem Gemisch
wird Apatit zugesetzt und die Mischung einer Mineralsäure (Schwefel-
säure) ausgesetzt, die auf Apatit und Natriumsilikat einwirkt. 80 b, 1.
Nr. 345 025 17. 6. 20. Electro-Chemical Supply and Engineering Com-
pany, Philadelphia, V. St. A.
Kappen-Isolator. Zur Kraftübertragung ist zwischen Beschlägen
und Isolatorkörper ein Zwischenglied aus Blech oder sonstigem plastischen
Material verwandt das einerseits in Rillen o. dgl. am Isolator mittels ver-
dickter Enden eingreift und andrerseits Tragelemente aufnimmt, wobei die
endgültige Lage der verdickten Enden in den Rillen durch eine Ueber-
wurfklappe oder sonstige zweckmäßig nicht elastischen Vorrichtungen ge-
sichert ist. 21c, 13. Nr. 345055 22 10.20. Porzellanfabrik Ph. Rosen-
thal & Co., A.-G., Selb in Bayern.
Maschine zur Herstellung von Glasflaschen aus Glasrohren,
bei welcher die auf angetriebenen Rollenlagern liegenden Glasröhren unter
Drehung um ihre Längsachse durch Gebläsebrenner an der umzuformenden
Mündung erhitzt werden. Zwei möglichst nahe beieinander und gleich-
gerichtet angeordnete Rollenlager könn«n abwechselnd durch ein und
dieselbe Bewegung einer Kupplung mit dem Maschinengetriebe verbunden
bezw. davon gelöst werden. Je ein im Armbereich des die Formzange
haltenden und gleichzeitig das Glasrohr drehenden Arbeiters angeordneter
Gashahn kann durch diesen Arm zur Bildung einer Sahmelzflamme voll
geöffnet werden und geht losgelassen von selbst in die einer kleineren Vor-
wärmeflamme entsprechende Stellung zurück. 32 a, 27. Nr. 345 286.
2. 6. 20. Liebrecht Bachmann, Cursdorf, Thür. Wald.
- Oesterreich.
Erteilungen.
87 166. 80 a. Maschine zum Abbauen von Erdschichten.
Liebschor, Techniker, Meißen. 15. 7. 21.
87 176. 24 e. Aus rohrförmigen Steinen zusammengesetzter Wind-
erhitzer. Heinrich Schulz, Aplerbeck i. W. 15 8. 21.
Max
Ton.
Löschungen.
23 724. Maschine zur Aufbereitung von Ton u. dgl.
25 218. Vorrichtung zur maschinellen Herstellung von Glaswolle.
25 352. Verfahren zur Herstellung gußfähiger Massen aus plastischem
26 451. Glas-, Gieß- und Blasemaschine.
25 919. Ziegelstrangpresse.
26 214. Maschine zur Herstellung verzierter Kacheln oder dgl.
26 551. Maschine zur Herstellung verzierter Kacheln oder dgl. (Zus
zu Pat. Nr. 26 214.) .
H Schstdauer Verlängerungen.
12 c. 59 296. Verfahren zur Trennung der Komponenten eines
Suspensionsgemisches.
12 c. 59 443. Verfahren zur elektroosmotischen Behandlung von
Suspensionen.
12 c. 59 444. Osmosemaschine für dünnflüssige Suspensionen.
12 c. 67 414. Verfahren zur elektroosmotischen Entwässerung
pflanzlicher, tierischer oder mineralischer Substanzen.
12 c. 67 619. Osmosemaschinen für dünnflüssige Suspensionen. (Zus.
zu Pat. Nr. 59 444.)
Gesellschaft für Elekbro-Oämose m. b. H., Frankfurt a. M.
12 c. 77 365. Verfahren zur elektroosmotischen Entwässerung
organischer und anorganischer Stoffe
12 c. 78 812. Verfahren zur Trennung von Komponenten ans Ge-
mischen, die Suspensions- oder Emulsionskolloide, echte Kolloide, Ionen
oder gelöste Körper enthalten.
Elektroosmose, A-G. (Graf- Schwerin-Gesellschaft), Frankfurt a. M.
21 f. 42 005. Bogenlampenglocke. Tito Livio Carbone, Char-
lottenburg.
21 f. 56 161. Verfahren zur Herstellung leuchtender Röhren, die
mit seltenen, schwer verdichtbaren Gasen gefüllt sind. Georges Claude,
Paris.
21 f. 76 561. Beleuchtungskörper aus Glas mit im Inneren ange-
brachter Fassung. Oskar Brunn quell, Bibra.
21 i. 77 062. Röntgenröhre. Dr. Wolfgang Wieser, Wien.
32 a. 25 266. Transportwalze für das Ziehen von Tafelglas.
32 a. 25 267. Ziehform zum Ziehen von Tafelglas.
32 a. 29 853. Einrichtung zur mechanischen Herstellung von Tafelglas.
Emile Fourcault, Lodelinsart.
32 a. 49 441. Ofen zum Erhitzen der zum Ziehen von Glas be-
nutzten kippbaren Pfannen. Granville Hugh Baillie, London.
32 a. 68 963. Verfahren zur Herstellung von Glasröhren. Karl
Küppers, Aachen.
32 a. 49 301. Ofen zum Beheizen kippbarer Schmelztiegel zum
Ziehen von Glas.
32 a. 55 978. Vorrichtung zum Ziehen von Glas.
32 a. 60 771. Ofen zum Erhitzen der zum Ziehen von Glas be-
nutzten Pfannen.
32 a. 60 772. Ofen zum Erhitzen der zum Ziehen von Glas be-
nutzten Tiegel.
Pilkington Brothers Ltd., St. Helens.
32 a. 74 922. Vorrichtung zum Ausheben von vorgeformten Glas-
gegenständen oder Motzen.
32 a. 74 973. Vorrichtung zur Herstellung von Hohlglaskörpern
durch Pressen und Blasen.
A-G., Glashüttenwerke Adlerhütten, Penzig.
48 b. 62170. Verfahren zum Herstellen von Ueberzügen aus
schmelzbaren Stoffen, wie Metall und Glas. Oesterr. Schoop-Metallisator-
Gesellschaft m. b. H, Wien.
48 c. 59 570. Trübungsmittel für die Herstellung weißer Emaillen.
48 c 63 551. Verfahren zur Herstellung weißer Emaillen mit
Hilfe von Zirkonverbindungen. (Zus. zu Pat. Nr. 54 055.)
Vereinigte Chemische Fabriken Landau, Kreidl, Heller & Co., Wien.
67 b. 64 996. Schleifstein und Verfahren zu dessen Herstellung.
Gesellschaft für Otto Schmidt's Patent Herkulessteine, G. m. b. H.,
Dresden.
80 b. 37 317. Vorrichtung zur Herstellung von durchbrochenem
Porzellangeschirr. Karl Schumann, Arzberg.
80 b. 46 840. Verfahren zur Herstellung von Tiegeln für Gußstahl-
bereitung. Fedor Porebski, Ternitz.
80 b. 47 552. Vorrichtung zur Herstellung von durchbrochenem
Porzellangeschirr. Karl Schumann, Arzberg. (Zus. z. Pat. Nr. 37 317.)
/6 — Nr. 7
SPRECH SAAL -COBURO-
1921. (65. Jahrgang.)
80 b. 6S631. Druoksicberung fQr Pressen znr Herstellung von
Gegenständen ans Kunststeinmasse.
80 b. 56 269. Verfabren und Vorrichtung znr Erzielung einer
gleichmäßigen Füllung von Preßformen mit plastischer Masse.
Paul Wernicke, Eilenbnrg.
80 b. 60 202 Presse zum Entwässern von vegetabilischen und
mineralischen Steffen. Eogen Abrescb, Neustadt a. d. H.
80 b. 66 791. Vorncbtcng znr Herstellung gemusterter Kuststein-
fliesen. Soc. An. „La Ceramiqne Nationale", Welkenraedt.
80 b. 71337. Formkasten mit Teilungswänden zur Herstellung
von Bausteinen. Aurel Szente, Triest.
80 b. 83 780. Vorrichtung zum Ausstanzen von Durchbrechungen
an Porzells ngeschirr oder dgl. Karl Schumann, Arzberg.
80 c. 78 184. Kanalmuffelofen zum Brennen keramischer Gegen-
stände und znm Glühen von Metallen, chemischen und anderen Stoffen.
Hermann T. Padelt, Leipzig-Schleußig.
80 d 37 223. Verfahren zur Herstellung eines feuersicheren, leichten
porösen Matetiales. Oesterr -Amerikanische Magnesit Gesellschaft. (Austro-
American Magnesite Co.), G. m b H, Badenthein.
80 e. 66 278. Verfahren zum Brennen von Magnesit. Magnesit-
Industrie, A.G., Budapest.
80 e. 81341. Verfahren zur Herstellung einer Kaltglasur auf Bau-
Btoffen, insbesondere Beton, Sandstein, Ton, Mauerwerk n. dgl. Karl
Friedrich, Breslau.
80 f 62 369. Verfahren znr Herstellung hochbeständiger kera-
mischer Gegensiände. Dr Graf Botho Schwerin, Frankfart a. M.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
25. Wir beabsichtigen, auf dem Dach unserer Fabrik eine Wind-
iurbinen anläge einzurichten mit durchgehende Kolbenstange zu den Keller-
räumen, um die Mahlmühlen, die etwa 6 PS benötigen, damit in Gang zu
setzen, da keine elektrische Kraft vorhanden ist. Wir bitten daher um
Auskupft, ob eine derartige Anlage sich praktisch ausführen läßt und auch
schon bewährt hat. Wer baut tolche Windimbinenanlagen, die also etwa
denjenigen entsprechen, wie man sie zum Wasserpumpen oft in größeren
Gärtnereien oder Gutshöfen sieht?
ErBte Antwort: Bei Anlage einer Windturbine ist in erster
Linie zu prüfen, ob die Lege für die Aufstellung einer solchen günstig ist.
Liest Ihre Fabrik in einem engen Tal oder in einer Senkung, wo der
"Wind wenig durchstreichen kenn, so liat eine derartige AnInge keinen
Zweck, da diese dann nur stundenweise in Betrieb käme. Windmühlen
arbeiten nur rationell in freier Gegend bezw. auf einer, wenn auch nur
kleinen Anlöbe, wo der Wind von allen Seiten zutreten kann. In Gegen-
den mit nur wenig Wind siebt man besser von solchen Anlagen ab Ein
Windmotor für 6 PS muß schon ziemlich groß sein, und Sie hätten
immer dsmit zu reebnen, daß er von Zeit zu Zeit still liegt, wenn der
Wind zu schwach ist. Die dsmit getriebenen Mühlen müßten mit Touren-
zähler ausgerüstet werden, um den Wirkungsgrad feststellen za können.
Gewöhnlich ist es so, daß die Windmotoren dann still liegen, wenn man
sie am nötigsten braucht. Sie werden deshalb als Reserve auch einen
Oelmotor benötigen, damit Sie den Betrieb aufrecht erhalten können. Auf
jeden Fall müßte der Lieferant des Windmotors erst die Loge Ihrer Fabrik
und die dort herrechenden Windstiömnngen prüfen, ehe (Sie einen Bolchen
Apparat aufstellen. Di« Vereinigten Windturbinenfabriken G. m. b. H. in
Dresden Reick liefern Windmotoren in guter Ausführung.
Zweite Antwort: Windturbinen dürften für den genannten
Zweck in Deutschland kaom verwendet werden, denn sie sind der un-
sicherste und inzuverlässigste Antrieb, namentlich in Gegenden mit unreg-l-
mäkigem Wiad oder mit vorgelagerten Höhenrücken In letzterem Falle
mtiß die Wiudturbine jedenfalls auf einer Anhöhe stehen, um den Wind
von allen Seiten aufzufangen und nutzbar zu machen. Wullen Sie
gewissermaßen unabhängig sein, so sehen Sie am besten von einer der-
artigen Anlege ab und schaffen »ich einen Oel- oder Gasmotor an, der
jederzeit betriebsfertig ist. — Die Fa. F. Grothmann Nachf. in Stade
liefert Windtnrbinen für alle Zwecke
Dritte Antwort: Die Windtnrbinen eignen sich nur dann
zum Antrieb von Massemüblen, wenn die Kraft nicht andauernd während
der Arbeitszeit benötigt wird. Weiter spielt die Lage der Fabrik eine
Bolle, da man Windturbinen dort einrichtet, wo der Wind aus jeder
Richtung voll nnd ganz ausgenützt werden kann. Raten kann man Ionen
zu einer solchen Krafterzeugong nicht, und Sie tun entschieden besser,
wenn Sie Dumpfbraft oder B<-nzin- bzw. Petrolenmmotore zom Antrieb
benutzen. Der KostenunterBchied wird nicht sehr bedeutend sein, da
Sie die Gewißheit haben, den Betrieb dauernd aufrecht za er-
halten und die Massemühle ohne Schwierigkeiten vergrößern zu können.
Vierte Antwort: Wenn die dortigen Windverhältnisse günstig
sind, so ist die Anlage einer Tarbine zu empfehlen. Franz Rauls lag -G.
m. b. H. in Godesberg a. Rh. baut solche Anlagen.
26. Eignet sich der Tunnelofen auch am besten für Hartsteingut,
wobei ja viele Gegenstände, durch Dreispitze getrennt, aufeinander gestzt
werden und darum leicht stürzen können? Ist dabei Gasfeuerung direkter
Kohlenfeuerung vorzuziehen? Kann ein und derselbe Ofen soivohl für den
SchrUh- als auch für den GlcHtbrand bei SK 9 bezw SK 4 vorteilhaft
verwendet werden? Auf den Uebergangswagen gedachten wir Steine und
Kassettn zu brennen. Kann man leicht reduzierenden und oxydierenden
Brand erzielen? Welche kürzeste Zeit muß ein solcher Ofen ununter-
brochen in Betrieb sein, um wirtschaftlich zu sein? Wie viele Tonnen
Waren können während 24 Stunden erzeugt werden?
ErBte Antwort: hei Tunnelöfen ist eine gewisse Erschütterung
des auf den Wagen aufgestapelten Geschirrs nicht zu umgehen, wenngleich
in letzter Zeit auch diesem Umstände durch verschiedene Aenderuogen
der G'eise und Wagen Rechnung ge ragen worden ist. Ej wird immer
eine heikle Sache bleiben, auf Dreispitzen und Pinnen eingesetztes
Gerchi rr durch den Tunnelofen zu ziehen, wenn irgend welche Störungen
eintreten sollten. Entschieden ist die Gasfeuemiig der direkten Kohlen-
feuerung vorzuziehen, und man bat in letzter Zeit mit der Gasfeuerung
gute Resultate erzielt. Ob die Unterglasurfarben bei Steingut nicht doch
bei Gasfeuerung leiden, ist noch nicht genügend ausprobiert; früher
kointe man damit keine fehlerlosen Farben auf Steingut erzielen, da man
die Feuerführung noch nicht so richtig in der Hand hatte Ueberbanpt
ist die Fenerfübrang bei Gasheizung die wichtigste Funktion des Brenners,
da davon das Gelingen des Brandes »bhäugt Eia Tunnelofen braucht
längere Zeit znm Anheizen, so daß, je länger ein solcher Ofen im Betriebe
erhalten wird, deBto grötter auch die Koblenersparnis wird. Uubeliigt
verwerflich int es, alle 14 Tage oder 4 Wochen den Ofen außer Betrieb
zu setzen ; man soll mindestens den Ofen so lange gehen lassen, als keine
Reparaturen die Stillegung nötig machen. . Die Warenmenge, die mit
eiaem Tunnelofen erzeugt werden kann, häogt von der Größe des Tunnel-
querschnittes ab, den man jetzt für Steingut etwas größer nimmt als bei
Porzellan. Für den Glasurbrand werden die Maffeltannelöfen lieber ver-
wendet, da man damit bessere Ware, namentlich gute Farben heraus-
bekommt.
Zweite Antwort: Der Gang der Wagen im Tunnelofen ist so
ruhig, daß aufeinander gestellte Waren durch Dreispitze getrennt sicher
nicht gefährdet sind. Wenn Sie kontinuierlich fabrizieren wollen, können
Sie nicht in einem Ofen verglühen und glattbreunen. Der reduzierende
und oxydierende Brand hängt nicht vom Tunnelofen ab, sondern von der
Zusammensetzung der Flammen bezw. des Gases. Je länger ein Ofen im
Betrieb ist, umso wirtschaftlicher ist er. Die Betriebsdauer ist von den
verschiedensten Umstäuden abhängig nnd läßt sich nicht ohne weiteres
angeben. Die Größe der Produktion hängt von der Art der Waren und
der Giöße des Ofens ab.
Dritte Antwort: Um Ihre Frage so eingehend zu behandeln,
wie Sie es wünschen, müßten die Systeme und die Arbeitsweise der Tunnel-
öfen von Grund aus erörtert werden, wozu aber hier kein Raum ist. Vor
allem ist ein Tunnelofen mit Gasfeuerung einem solchen mit Kohlen-
feuerung wegen, der Ersparnis von Brennmaterial vorzuziehen. Ein Ein-
stürzen der gefüllten Wagen ist nicht zu befürchten, nnd es ist möglich,
den Ofen für den Glatt- nnd Schrtthbrand zu benutzen. Die Gesamt-
erzeugung des Ofens hängt von der Größe desselben nnd von derjenigen
lorer Anlage ab Je länger ein Ofen in Betrieb ist, desto rationeller ar-
beitet er. Um die Einzelheiten kennen za lernen, wenden Sie sich an
eine der bekannten Spezialfi men and verfolgen Sie die einschlägigen Ver-
öffentlichungen im Sprecnsaal.
Vierte Antwort: Znm Brennen von Hartsteingut ist der Tunnel-
ofen mit direkter Gasfeuerung, also Kapselbrand, sehr gut geeignet. Er
braucht etwa 50"/o weniger Brennmaterial als der Rundofen and maß
natürlich Tag und Nacht in Betrieb sein, am rationell arbeiten zu können.
Derselbe O/eu kann für den Schiuhb'ind bei SK 9 nnd für den Glattbrand
bei SK. 4 benutzt werden. Beim Uebergang kann man sich damit helfen,
daß man die ersten Wagen rascher zieht oder Wagen mit Kapseln einschiebt.
Zur Fortbewegung der Wagen müssen Sie zwecks ruhigen Ganges eine
Maschine benutzen, wie sie von der Firma H. T. Padelt in Leipzig-
Schleussig gebaut and für deren Kanalmuffelöfen verwendet wird. Die
Wagen sind dabei dauernd in ganz langsamer Bewegung nnd laufen voll-
ständig stoßfrei darch den Ofen. Bei der Warn des Otensystems müssen
Sie darauf achten, eine Ofenkonstraktion za erhalten, bei welcher Gas
und Luft für jede einzelne Breunstelle genau eingestellt werden kann,
so daß Sie nach Wunsch reduzierend oder oxydierend brennen können.
Rationell arbeitet ein Tunnelofen nur dann, wenn er bis zur Reparatur
ständig in Betrieb ist.
für
für
ist
27. Ich bitte um Angabe einer boraxhaltigen Stein gutglasur
SK 03 — la und eines dazu passenden gut stehenden Bänderblau
bl. Bd -Teller.
Erste Antwort: Nachstehende boraxhaltige Stein gutglasur
für SK 01a— la eingestellt nnd für Ihre Zwecke passend:
Fritteversatz :
Borax, kristall. 95 50 Gew.-T.
Soda, ka'z 26 50 „
Magnesit 21,00 „
Witherit 48,75 „
Sand von Hohenbocka 70,00 „
Mühlen versatz :
Fritte 184 25 Gew.-T. •
Zettlitzer Kiolin 26,80 „
Sand von Hohenbocka 50,00 „
Ein gut stehendes Räoderblan für bl. Ri. -Teller ist das folgende:
Toneidebydrat 60 Gew.-T.
Kobaltoxyd, schwarz 25 „
Kalisalpeter 15 „
Ei ist im Biskuitofen za kalzinieren. Wenn Sie einen bestimmten
Farbton des Ränderblan wünschen, so empfehle ich Ihnen, Unterglasur-
farbproben von einer bekannten Firma zu beziehen. Es ist vielleicht
besser für Sie, fertige Farben zu kaufen, weil die immer gleiohmäßig
ausfallen
Zweite Antwort: Sie meinen sicher SK 03 a, denn Sie werden
doch keine alten Kegel neben neuen verwenden; SK 03a entspinnt SK 05
alt. Eine alkalireiche Glasur für SK 03 a entspricht der Formal
0,3 KsO
SiO,
B90;1
0,3 Ks0 .
0,1 N8s0 l 0fi AI 0 Z2'0
0,2 C O f °'* A,,U:,\0,2
0.4 PbO >
(0,08 AlaO, und 0,16 SiO„ zum Mühlen versatz)
1
im. (68. Jahrgang.)
SPRECHSAAL — COBURG.
Nr. T
71
und wirft hergestellt aus:
5R6X0-3 K*0 = 166 80 Feldspat
202X0- 1 N*80 = 20,20 Borax, kalziniert
100X0 2 C*0 — 20 00 Kalkmat
228X0,4 PbO == 91.20 Mennige
gefristet :
166,80
20 20
11.20
89,20
222X0,12 A'sOs = 26,64 Zettlizer Kaolin, gebrannt 26,64
60X1,84 SiOa = 110 40 Qaarzmehl . 110,40
Sa. 435,24 Sa 424,44 Fritte
Als Mtthlenversatz mischen Sie 424,44 Fritte mit 259X0.08 = 20 72
Kaolin von ZettJitz. Bin gutes Ränderblau besteht aas nachstehendem
Farbkörper und Fluß.
Farbkörper:
Qiarzmebl 100 Gew.-T.
Kobaltoxyd RKO 100 „
Zink^xyd . 50 „
Bei SK 10 glühen, dann mahlen und waschen.
Floß:
Mennige 46 Gew.-T.
Borsx, kristallisiert 77 „
Pottacche .......... 6
Qaarzmehl
Kalkspat 53
Zur Farbe mahlt man 100 Gew
zusammen.
Sa. 295 tr*w-T.
Farbkörper mit 12 Gew.-T. Fluß
Dritte Antwort: Wäre Ihre Frage
Zusammensetzung Ihrer Masse angegeben, so
Angaben machen. Stellen Sie an Hand der
Farbvorachriften selbst Versuche an.
Glasur I für 8K la— 2a, bleihaltig:
0,33 PbO
genauer formuliert und die
ließen sich Ihnen genauere
nachfolgenden Glasur- und
0,06 K20
0,17 N*20
0,44 CuO
Fritte:
Mennige .... 75 24 Gew.-T.
Borax, krystallisiert 65,00 „
Sand 80 00 „
0,33 Al203 . 2,67 SiO, . 0,34 B,Oa
Kalkopat .
Kaolin, roh
44 00
. 30,00
Glasur II für SK Ol a
Mühlenversatz :
Fritte .... 238.40 Gew.-T.
Feldspat ... 3340 „
Kaolin, roh . . 39,70
Sand 26,20
0,1
0,6
03
Fritte
K20 )
N«,0 } 0,
CaO J
la, bleifrei:
37 A1803 . 2,8 Si02 . 0,51 Ba03
Feldspat .... 55,90 Gew.-T.
Borax, kristallisiert 97,41 „
8oda 36 67 „
Kalkspat .... 30,00 „
Kaolin, roh ... 7071 „
Sand 99,24
Farbkörper:
Kobaltoxyd RKO .
Kobaltkurbonat . .
Kalisälpeter . . . *
Pottasche ....
Zinnoxyd ....
Tonerde ....
Sand
Kaolin
Mühlenversatz :
Die Fritte wird mit 6°/0 Kaolin
und gegen das Absetzen der Glasur
mit 1,5 % gebranntem Gips versetzt.
II
10
III
50
8
8
— 50 —
IV
15
75
800
38
50
33 —
— 15
Versatz fttr Rinderblau Unterglaaur:
1 2
Farbkörper I 500 —
„ II - 750
III ...... . — 175
l IV 500 1500
Kaolin, roh . 50 75
Glasur, farblose 400 500
Wenn der Farbton nicht entspricht, so ist durch Verschiebung des Farb-
kö' per- Zusatzes die Nuance entsprechend zu ändern. Bin Zusatz von
5_10«/0 Bifkuitscherben an Stelle des rohen Kaolins ist unter Um-
ständen zu empfehlen.
Glas.
18. Es werden Abziehbilder hergestellt für Glas, die eine schöne
Emailschicht auf dem gebrannten Glas zeigen. Die Eigentümlichkeit be-
steht hauptsächlich darin, daß die schwarze Zeichnung und die Farben
sämtlich mit Email unterlegt sind, ebenso wie bei Sandmalerei. Wie ist
das Verfahren?
Erste Antwort: Das Uebertragen der Abziehbilder auf eine
Emailunterl «ge bei Glas besteht aus zwei Operationen. Zunächst wird
die Ensilunterlage durch Aufstauben gebildet. Zorn Befestigen des
Emails an das Glas dient eine Mischung von:
• Terpentinöl . 100 Gew.-T,
Dicköl . • • 20 n
Glyzerin 10 »
Diese Mischnng wird bis zur völligen Lösung in einem Gefäß unter be-
ständigem Umrühren erwärmt und ist dann gebrauchsfertig. Nun wird
mit einem Stempel, mit Schablonen oder mit dem PinBel von diesem Firnis
in der gfwünschten Form der Emailunterlage eine ganz schwache Schieb*
auf das Glas übertragen, das sehr gut gereinigt sein muß. Dieser Firnis-
auldruck wird nun mit der Hand im. Staubkasten mit einem leicht
schmelzbaren Email eingestaubt. Ist dieses genügend angetrocknet und
Bind die Konturen sauber gereinigt, so wird in der Muffel die Emailunter-
lage aufgebrannt. Das Abziehbild wird knapp an den Rändern ausge-
schnitten und einige Minuten vor der Verwendung schwach angefeuchtet,
um es biegsam zu machen, während die Emailunterlage dünn und gleich-
mäßig mit Dammarlack bestrichen wird. Hat die Lackechicht die stärkste
Klebkraft erreicht, so wird das Bild aufgelegt und mit einer Gammirolle
oder Walze angerollt. Während dieses Anrollens wird die Rückseite des
Papiers mehrere Mal angefeuchtet. Dieses Anrollen und Anfeuchten wird
so lange fortgesetzt, bis das Bild klar und deutlich durch das Papier
sichtbar wird. Hierauf wird der Gegenstand in ein Gefäß mit lauem
Wasser gelegt und solange darin gelassen, bis sich das Papier von selbst
ablöst. Die zurückgebliebene Schleimschicht wird mit einem feuchten
Sebwnmm abgetupft and das Bild, wenn es absulut trocken ist, auf die
übliche Art in der Moffel eingebrannt.
19. Welches System unter den verschiedenen Glasblasmaschinen ist
das vorteilhafteste und einfachste in der Handhabung zur Herstellung von
Eng- und Weithalsflaschen bis zu 250 g? 'm
Erste Antwort: Onne Kenntnis der näheren Verhältnisse ist
es nicht möglich, das eine oder andere System zu empfehlen. Mitbestimmend
sind die gewünschte Größe der Produktion, die Art der Gegenstände, ,dle
örtlichen Raumverbältnisse, sowie die Art der vorhandenen Betriebskraft.
In der Praxis findet man meistens alle führenden Systeme vertreten.
Wenden Sie sich au die Glasmascbiuenfahrik. G. m. b. H. in Brühl,
Bez. Köln, an die Wolf'sche Maschinenbau-Gesellschaft m. b. H. in Köln,
und an die Glasmaschinen-Industrie, G. m. b H. in Berlin W. 30 und er-
bitten Sie Vorschläge. An Hand dieser wird es Ihnen unter Berücksich-
tigung der örtlichen Verhältnisse leicht sein, die richtige Maschine zu
wählen. , __ ' ,
Zweite Antwort: Für die Hertellung von Eng- und Weithals-
flaschen mit einem Inhalte unter 250 g kommen, wenn es sich nicht um
vollständig maschinell ausgestattete Betriebe handelt, wohl nur Blas-
maschinen mit Handbetrieb und angebauter Luftpumpe in Betracht. Diese
Maschinen, deren Konstruktion eine immer gleichmäßigere und infolge-
dessen auch einfachere wird, leisten, wenigstens soweit die hervorragen-
deren Firmen dieser Branche in Wettbewerb miteinander treten, alle
recht Gates ; jede hat ihre Vorzüge und auch wieder kleine Min gel, so
daß ein Urteil darüber, welche von den Handblasmaschinen die größten
Vorteile bietet, nur mit Vorsicht und bei genauer Kenntnis aller Verhält-
nisse des betr* Senden Betriebes abgegeben werd*n kann. — Anderseits
kenn nicht geleugnet werden, daß in der letzten Zeit an diesen Maschinen
Verbesserungen angebracht wufden, die deren allgemeinere Verwendung
wünschenswert erscheinen la«sen. So Warden aaf der letzten Wiener
Herbstmesse an Flach- and Weithalsblasmaschinen System H Kiko, Wien,
Zingen mit eingelegtem Ringe fttr vollkommen nahtlose Köufe, die beim
Sangkopfe tadellos dichten and daher luftdicht ansaugen und beim Aus-
blasen keine Luft entweichen lassen, gezeigt. Das Oiffaen und Schließen
der Vorform geschieht mit einem einzigen Hebel, der so befestigt ist, daß
die Maschine sitzend bedient werden kann. Der Formboden braucht beim
Heraasnehmen der fertigen Flasche nicht gesenkt zu werden, und die sehr
leicht im Gewichte hergestellten Zangen öffaen sich von der Mitte weg
zentrisch, wodurch die fertigen Flaschen leicht herausfallen. Diß bei
einer Glasblasmaschine aber nicht mehr oder weniger gute Einzelheiten,
sondern die Leistungsfähigkeit, die gute Qualität des Fertigproduktes, der
geringe Prozentsatz an Ausschuß die Hauptrolle spielen, und jene Maschine
die „vorteilhafteste" ist, weiche diese Eigenschaften aufweist, ist eine
bekannte Tatsache, und hierauf sollte bei der Anschaffung hauptsächlich
gt sehen werden. Es hilft hier kein Rat, sondern nur Besichtigung im
Betrieb. N
Neue Fragen.
Keramik.
31. Ich bitte um Angabe einer absolut durchsichtigen und einer
deckenden (Zinn-) Glakur zum Glasieren von Vasen usw. aus rotem Ton von
folgender Zusammensetzung:
ÄiO, = 50,24<>/o
AhOa= 9,45 °/0
FetOs= 8.68 %
MgO = 2,68*10
CaO = 15,65 °/0
Muß vielleicht der CaO*Gehalt des Tones erhöht werden, um ein besseres
Haften der Zinnglasur zu bewirken? Die Glasuren müßten 'bei SK 09a
bis 05 a garbrennen.
32. Ich bin gezwungen, wegen Mangels an geeigneten Bäumen die
Fabrikation von Porzellanknöpfen in einem kleinen Ort, wo es keine Gas-
anstalt gibt, einzurichten, und bitte um Angabe, welche Erfahrungen man
mit Azeiylengas- und Oelfeuerung bei Muffelöfen gemacht hat Es handelt
sich um Muffelöfen mit 2—3 übereinander liegenden Muffeln für eine
Temperatur von SK 15 zum kontinuierlichen, rauchlosen Brennen. Wer
liefert entsprechende Muffeln?
33 Wir beabsichtigen, einen Rundofen für Feinsteinzeug zu bauen
und fragen, teas vorteilhafter ist, die Ftuerungen in gleicher Höhe mit
dem Emsetzraum oder in einem tiefergelegenen Geschoß anzubringen. Das
Terrain eignet sich zu letzterem recht gut, nur fragt es sich, ob diese An-
ordnung mehr Brennmaterial erfordert und den Bau kostspieliger macht.
Die Feuerungen in einem besonderen Geschoß anzubringen, wäre uns aus
verschiedenen Gründen angenehmer. Wie haben sich Oefen mit tiefer-
liegender Feuerung bewährt gegenüber solchen mit den Feuerungen im Em-
setzraum ?
34. Welches Kohlenquantum legt man am zweckmäßigsten beim Vor-
feuer und Scharffeuer auf 1. bei einem Porzellanofen von 70 cbm Inhalt mit
8 Rosten von 1 : U, 75 m und 2. bei einem Porzellanofen von 25 cbm mit
5 Rosten von 1 : 0,50 m? Beim Vor f euer wird mit Braunkohlenbriketts,
btim Scharf f euer mit Kladnoerkohle gefeuert.
35. Wir brennen unser elektrotechnisches Stanzporzellan in zwei Oefen
von etwa 20 und 30 cbm Größt bei SK 13 in etwa 24 und 30_Siundm.
73 — Nr 7
SPKfiCfiSAÄiL- COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Infolge Kohlenmangels müssen wir die Brenndauer und Kohlenmenge
reduzieren und möchten daher wissen, ob elektrotechnisches Stanzporzellan
auch bei SK 9 gebrannt werden kann und dabei ebenso gut wird wie bei
SK 13. Wie lange dürfte bei dem normalen Verhältnis von 2/3 Braun-
kohle und 1/3 Steinkohle die Brenndauer und wie hoch der Kohlen-
verbrauch sein?
36. Wir beabsichtigen die Erstellung eines Tunnelofens, der bei
SK 9 zum Glattbrand benutzt werden soll. Ist nun ein Tunnelofen mit
direkter Gasbefeuerung, wie er von Saarau, Ltngersdorff und Meißer gebaut
wird, oder ein Tunnelofen mit indirekter Beheizung, wie. der Dreßler- Ofen,
für diesen Fall vorzuziehen? Ist insbesondere der Kohlenverbrauch bei
dem System für indirekte Beheizung — Dreßler-Ofen — höher als bei
direkter Beheizung?
37. Wer liefert sog. Karlsbader Modelschmierseife in Friedens-
qualität?
Glas.
23. Wir wollen Tafelglas ätzen, und zwar sollen die Scheiben ein-
seitig fein mattiert sein. Wie ist zu verfahren, und wer liefert die ent-
sprechende Einrichtung ?
24. Wir betreiben unsere Glas-O'efen mit Lausitzer Rohbraunkohle
und haben bisher bei jedem Ofen 4 Schüttungen gehabt, mit dtven wir
maximal 1000 kg Kohle stündlich durchgesetzt haben. Wir müssen für
einen Ofen die Schüttungen neu bauen und möchten bei dieser Gelegenheit
Unterwindgebläse einrichten; wir bitten daher um Auskunft, ob man durch
diese Einrichtung eine Schüttung ersparen, die Gesamtzahl also auf drei
Schüttungen verringern könnte. Es handelt sich also darum, ob man bei
Benutzung eines Luftgebläses an den Schüttungen den Durchsatz von
stündlich 1000 kg auf drei Schiittungen erreichen, die Leistungen also um
331j3 °/0 erhöhen kann
25. Bitte um Angabe eines Satzes für orangegelbes und korallrotes
(kaiserrotes) Glas für Perlen und dergl. Artikel. Mein Ofen geht gut heiß.
26. Wer liefert fertige Einbrennfarben für Glas in Zinntuben?
Die Farbe will ich mittels des Grauischen Druckapparates auf kleine
lampengeblasene Gegenstände auftragen und dann im „Blitz"-Gas-Muffel-
»fen einbrennen.
27. Wer liefert Gummimäntel für Säurepolitur ?
Briefkasten der Redaktion.
Gebr. M. i. T. Wenn Fragen im Fragekasten unbeantwortet
bleiben, so sind eben keine Antworten eingegangen Den in Ihrer Frage
genannten Artikel kennen auch wir nicht, und Sie sagten nicht, wozu
er gebraucht wird.
K. H. i. B. Flachfarben für Glas liefern die im Anzeigenteil ge-
nannten Farbenfabriken
P. J. Sch. i. S. Die Adresse des Erbauers des Shaw-Tannelofens
ist uns nicht bekannt.
A. Sch. in Ch. Offertbriefe, die sich auf Fragen des Fragekastens
beziehen, werden nicht weiterbe/ö'rdert. Wer zu einer Frage sich zu
äußern wönecht, mag das öffentlich und rechtzeitig tun.
J. B. i. B. K. Wenn bei Verwendung gefritteter und ungefritteter
Masse kein Unterschied sich ergibt, warum dann erst fritten ? Das ist
doch Verlust an Zeit und Geld.
H. P. & Co. i. P. Kapselversätze wurden in den letzten Jahren
wiederholt im Fragekasten angegeben ; schlagen Sie selbst nach. Wieder-
holungen siod langweilig.
B. & B. i. W. Sie geben weder Brenntemperatur an noch die
Artikel, die Sie fabrizieren wollen, und da soll man VerBätze angeben.
Auch Sie finden im Fragekasten der letzten Jahrgänge alle möglichen
Vorschriften.
E.-W. i. N. Sie fragen nach Ofenbauern! Sie finden wohl keine
im Anzeigenteil des SprechBaal?
H. & E. i. D. Bezugpquellen für Tone aller Art finden Sie im
Anzeigenteil des Sprecbsaal und des Sprechsaal-Kalenders, im letzteren
auch anter „Tone und Kaoline".
G. A. W. i. A. Glas für Glühlampenbirnen erfordert eine höhere
Schmelztemperatur als nur 1000°, und Sie werden bei dieser Temperatur
nie ein brauchbares reines Glas erzielen. Können Sie denn in Ihrem
elektrischen Ofen nicht höher schmelzen?
Für Mess-Anzeigeri
empfehlen wir besonders
Tlr. 8
vom 23. Februar
Etwa noch für diese Nummern bestimmte Inserate
erbitten wir baldigst.
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
lAHRESSCHAU DEUTSCH ER »ARBEIT DRESDEN
jUNi-SEpT 1922
DEUTSCHE ERDEN
(PORZELLAN KERAMIK- OLÄS) v
Veröffentlichungen der Äußenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Veränderung
in der Auslandsregelung für laixusporzellan.
1, Nach Mexiko sind alle hochvalutarischen Währungen
zugelassen" (Dollar, P/und Sterling, Gulden, Schweizer Franken,
Peseten, argentinische Goldpesos).
2. Nach Portugal darf in französischen Franken zu 60°/0
} Valutarabatt oder in den hochvalutarischen Währungen zu
80 °/0 Rabatt verkauft werden.
3. Für die untervalutarischen Länder, zu denen in Zukunft
auch Finnland und Sowjet- Rußland gerechnet werden, ist auf
den Inlandspreis ein Aufschlag von 25 °/0 festzusetzen.
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theke, Mflnohen-Nymphenburg L 171. [47«
Coburg, den!23. Februar 1922.
Nummer 8
Zeilschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loois 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprechanschluß Nr. 59./ Telegr.- Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobnrg-Gothaische Bank A.-G., Coborg
Bezugspreis: Für Deutschland nnd Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jt 14.— unter Streifband \ jH 40.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1— (Stellengesuche 40 4.).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von:
Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Bericht
über einen kürzlichen Besuch portugiesischer
und spanischer Tonwarenfabiiken.
(Nachdruck verboten.)
Folgende Mitteilungen entnehmen wir einem in den Trans-
actions of the (English) Ceramic Society, 1920/21, Vol. XX,
Part. II, S. 72—79, veröffentlichten Reisebericht von W. Lindley:
Nach den Beobachtungen des Berichterstatters ist Portugal
dasjenige Land, welches im verflossenen Kriege von allen
Ententeländern am meisten gelitten hat, da es nur wenig
natürliche Hilfsquellen besitzt.
Hierzu kamen Unruhen in den Industriegegenden, wo Streiks
an der Tagesordnung waren. Der Wechselkars war sehr un-
günstig für Portugal, da man 2L Dollars für die englische
pound Treasury note (= rd. £ 4,10 sh) erhielt.
Zuerst wurde die Fabrik von Gilman besucht, eins der
größten Werke, dessen Hauptanlage, die Fabrik in Sacavem,
sieben englische Meilen oberhalb Lissabon am Tejo liegt. Die
Oertlichkeit ist für die Anlage einer Fabrik — an einem Flusse
und einer Hauptbahnlinie — sehr günstig. Hierzu kommt die
landschaftlich schöne Umgebung, der Weinberge und Orangen-
bäume das Gepräge geben.
Bei der Besichtigung der Massebereitung fiel auf,1) daß
weder Flint noch stone (d. h. cornish stone) Verwendung fanden,
sondern einfach Quarzsand und Feldspat mit einer geringen
Beimischung von Kaolin und Fetton (ball clay). Die Filter-
pressen bestanden aus Eisen und waren von großem Typ. Sie
stammten von einer bekannten Maschinenfabrik in Hanley.
Diese Pressen wurden für die Speise-, Tongeschirr- und Toiletten-
garniturmasse benutzt; dagegen diente zum Pressen der Masse
für Sptilwaren und Platten eine alte hölzerne Presse mit
30 Kammern.
Die Firma stellte ihre elektrische Energie selbst her und
benutzte Elektromagneten für den Ton. Im Massebereitungs-
hause standen auch mehrere Kugelmühlen zur Zerkleinerung
des Sandes und Feldspates.
In den Dreher- und Formerwerkstätten gab es nicht viel
Neues zu sehen. Dies beruht möglicherweise darauf, daß in
dem Betriebe ständig Modelleure und Formenmacher aus
Staffordshire tätig waren, die ihre Arbeitsgepflogenheiten von
daheim mitgebracht hatten. Die Firma hatte gerade ihre ersten
Gießversuche gemacht, von denen sie augenscheinlich sehr
befriedigt war, so daß die Gießerei in ausgedehntem Maße zur
») d. b. dem englischen Keramiker I D. Uebers.
mit der runden Drehscheibe ersetzen kann, weshalb man
in mancher Beziehung wieder vom Gießen zum Drehen über-
gegangen war.
Die Fabrik in Sacavem besitzt in nächster Nähe eine
eigene Tongrube, in der der Ton gleich in quadratische Blöcke
von solcher Größe geschnitten wird, wie er aus einem gewöhn-
lichen Tonschneider kommt. Dieser besondere Ton wird ohne
jede weitere Behandlung zur Herstellung von Dreifüßen ver-
wendet.
Das Werk besitzt im ganzen zwanzig „Bienenkorböfen",
aber viele von ihnen waren seit dem Bau eines großen Tunnel-
ofens nicht mehr in Betrieb. Die ersteren dienten, soweit sie
noch Verwendung fanden, nur noch zum Biskuitbrennen von
Platten und Ziegeln, dagegen gingen alle Geschirre und auch
die glattzubrennenden Steine neuerdings sämtlich durch den
Tunnelofen. Letzterer war vom Faugerontyp, sehr ähnlich
dem Dreßler- oder Marlow- Ofen im allgemeinen Aussehen,
aber mit offenen Feuerungen. Der Brennstoff wurde weder
völlig noch teilweise vergast. Die innere Heizkammer des
Ofens war nicht als abgeschlossener Muffelraum konstruiert,
aber trotzdem sehr widerstandsfähig, sodaß der Brennprozeß
zwei bis drei Jahre ohne Pause für Ausbesserungen fortgesetzt
werden konnte. Der Ofen war 85 m lang. Die Kapseln
Einführung kommen sollte. Allerdings hatte man auch schon
gefunden, daß das Gießen nicht in allen Fällen das Arbeiten
wurden zu 5 Stück übereinander, 4 Stück hinter- und 3 Stück
nebeneinandergesetzt, sodaß je 60 Kapseln auf einem Wagen
standen. Der fragliche Tunnelofen war zuerst für Kohlen-
feuerung gebaut, dann waren aber geringfügige Aenderungen
angebracht worden, um auch Holz brennen zu können. Man
hatte diese Maßnahmen aus Not getroffen, da während des
Krieges die Zufuhr von schottischer Kohle völlig unterbunden
worden war, sodaß die Fabrik sich gezwungen sah, mit ein-
heimischen Brennstoffen zu arbeiten, wenn sie den Betrieb
nicht einstellen wollte. Nach den in Sacavem gemachten Er-
fahrungen ist das Holz für diesen besonderen Ofentyp ein
geeigneterer Brennstoff als Kohle, da es die Füchse nicht so
schnell verstopft und die feuerfesten Steine weit weniger zer-
frißt. Am besten bewährte sich Eukalyptusholz, dann kamen
Korkeiche und gewöhnliche Eiche. Fichten- oder Kiefernholz
gab nach Ansicht der Werksleiter deshalb weniger gute Ergeb-
nisse, weil der Ofen ursprünglich nicht für Holzfeuerung ein-
gerichtet worden war.
Als besonderen Vorteil des Tunnelofens heben die Inhaber
die leichte Belademöglichkeit der Wagen hervor. Auch das
Abladen der Kapseln von den Wagen erfolgte ohne
80 — Nr. 8
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
Schwierigkeit. Als weiterer Vorteil des Ofens wurde erwähnt,
daß man bei ihm besonders eilige Aufträge rasch erledigen
kann, wogegen in den gewöhnlichen Oefen hierbei unvermeid-
liche Verzögerungen durch Einsetzen, Brennen, Abkühlen und
Ausnehmen des ganzen Ofens entstehen. Allerdings wurde
behauptet, daß im Tunnelofen zu Sacavem der Kapselaufwand
größer sei als in den gewöhnlichen Oefen mit unterbrochenem
Betriebe. Ein entschiedener Vorteil war die Verwendung der
Abgase des Tunnelofens zum Trocknen von Kapseln, feuerfesten
Steinen usw., und über diesen Trockenvorrichtungeh wurden
auch noch Arbeitsräume für Töpfer aufgebaut, die von der
gleichen Wärmequelle aus beheizt werden sollten^
Der Tunnelofen zu Sacavem lieferte sicherlich sehr gute
Ergebnisse, wenn Statistiken über den prozentualen Ausfall
hierüber einen richtigen Aufschloß geben können. Haarrissige
Ware entstand nach den dortigen Angaben nicht, auch keine
verzogene Ware, weder im Schrüh- noch im Glattbrand. Bei
Hohlware betrug der Ausfall Vj3 °/0, bei Flachgeschirren
etwas mehr. Mit 8 Tonnen Holzgewicht war es möglich, ein
Warenvolumen zu brennen, das gleich dem Fassungsraum eines
gewöhnlichen „ Bienenkorb ofens" ist. Stündlich wurde ein
Wagen mit Schrühware, halbstündlich ein solcher mit Glatt-
ware gebrannt. Mit Wandplatten wurden noch günstigere Er-
gebnisse erzielt als wie soeben angegeben. f
Besonders interessant war es, zu hören, welchen Nutzen
der Tunnelofen der Fabrik während des Krieges gebracht
hatte. Als der Kohlenpreis auf 40 £ die Tonne stieg, hatten
mehrere Konkurrenzfabriken, die keine Tunnelöfen besaßen,
den Betrieb schließen müssen, während man in Sacavem zu-
erst je zur Hälfte mit Holz und Kohle und schließlich nur mit
Holz gebrannt hatte. Die Werksiahaber erklärten, daß sie,
selbst wenn der Preis im Laufe der Zeit auf den Normalstand
zurückgehen Würde, auch weiterhin lieber Holz feuern würden,
da dies frei von schwefligen Dämpfen sei und die Holzasche
keine Schwierigkeiten mache. Der Hauptnachteil des Holzes
als Brennstoff für keramische Zwecke sei seine Massigkeit.
Etwa 2 lj2 Tonnen Holz seien nötig, um die Leistung von 1 Tonne
Kohle zu ersetzen, aber diese Holzmenge nehme etwa den
fünf- bis sechsfachen Baum ein wie die Kohle. Zur Verteilung
des Holzes fuhr ein eingerichtetes Maultiergespann in der
Fabrik herum, wie es an den einzelnen Verbrauchsstellen er-
fordert wurde.
Die Haltbarkeit der in Sacavem verwendeten Kapseln war
keine große; die volle Hälfte aller aus dem Ofen kommenden
Kapseln bestand aus zwei Stücken. Um eine abermalige Be-
nutzung dieser Kapseln im Ofen zu ermöglichen, band man sie
zusammen. Die Herstellung der rohen Kapseln erfolgte auf
der hydraulischen Presse.
Das Oel für den Unterglasur druck erhielt als neutralisieren-
den Zusatz eine ganz schwache Lösung von Schwefelsäure, die
bei der Berührung mit der Hand nicht schädlich wirkt.
Die im Werke verwendete Glasur war bleifrei und soll
nach den dortigen Angaben einwandfreie Resultate geben.
In der Plattenabteilung wurde eine interessante Glasier-
vorrichtung vorgeführt. Die mit der Glasur zu überziehenden
Platten wurden auf ein ziemlich rasch umlaufendes Transport-
band gelegt, das erstere nach einer Glasierwalze brachte. Diese
trug gerade die erforderliche Glasurmenge auf die Plattenober-
fläche auf, ohne daß die Seiten der Platten dabei irgendwie
verschmiert wurden, sodaß auch ein nachträgliches Reinigen
nicht nötig war. Am andern Ende des Förderbandes nahmen
Arbeiterinnen die glasierten Platten in Empfang, sodaß die
Platten schon wenige Sekunden nach dem Auflegen auf dieses
Band abgekehrt, glasiert und in die Kapseln eingesetzt waren.
In der Druckerei wurden hauptsächlich Hassall's Walzen-
druckmaschinen benutzt, allerdings auch einige Maschinen für
Handdruck, diese aber mehr für die Erledigung kleinerer Auf-
träge. Zum Uebertragen der Muster verwendete man Gelatine,
die warm gehalten und auf die Abziebilder aufgepinselt wurde.
Zum Brennen diente der „ClimaxOfen" ; dem Anschein nach
dauerte es recht lange, bis man ihn für Ausbesserungen außer
Betrieb setzen mußte, z. B. in einem Falle 15 Monate.
Zur Zeit liefert die Fabrik Sacavem besonders elfenbein-
gelbe Ware. Während des Krieges war es unmöglich ge-
wesen, Kobaltvorräte zu beschaffen, da die portugiesische Re-
gierung dessen Anwendung verbot. Nach dem Krieg verhin-
derte der hohe Kobaltpreis die Wiederbenutzung, sodaß die
Firma beschloß, sich ohne dasselbe zu behelfen und anstatt
weißer Ware elfenbeinfarbige zu fertigen.
Einen weiteren Besuch stattete Lindley einer Heimstätte
des rohen und primitiven spanischen Töpferhandwerks in der
Nähe von Madeira ab, nämlich den Höhlenbewohnern der Kana-
rischen Inseln. Hier sind die Frauen die Töpfer. In Atalia, bei
Santa Cruz, wurden sehr schöne geformte rohe Waren ohne
jede Fabrikationseinrichtung angefertigt. Sogar die einfache
Töpfericheibe fand nicht einmal Verwendung. Ein Brocken
Ton wurde auf den Boden gestellt, ausgehöhlt, dann noch je
nach Bedarf Masse zugegeben oder weggenommen, und das
ganze Stück dann in geschickter Weise mit der Hand zuge-
arbeitet. Es war erstaunlich, zu sehen, wie große Vasen von
diesen einheimischen Arbeitern hergestellt werden konnten,
ohne Zuhilfenahme irgend eines Werkzeuges. Auch große
Milchkühler wurden angefertigt, von den Abmessungen 18 bis
19 engl. Zoll im Durchmesser und 4 bis 5 Zoll Tiefe. Eine
Arbeiterin fertigte täglich 12 Stück solcher Gefäße, wofür sie
etwa 1 sh 8 d erhielt.
Kühlgefäße von bauchiger Form sind übrigens eine in allen
heißen Klimaten wichtige Warengattung. Sie werden halbgai
gebrannt in einem altmodischen Brotbackofen, der mit Stöcken j
gefeuert wird. Sind diese verbrannt, so ist die Ware fertig.
Die von jenen Höhlenbewohnern hergestellten Waren
werden von den einheimischen Hausierern verkauft, welche mit
ihren gefüllten Tragkörben vom Gebirge herabkommen und
einen großen Teil ihrer Sachen auf den im Hafen festgemachten
Schiffen verkaufen. • ,
Braunkohlenstaubfeuerung
für die Beheizung großräumiger Oefen.
Von Dr. G. K e p p e 1 e r, Hannover.
{Nachdruck verboten.)
In der außerordentlichen Hauptversammlung des Verbandes
der Glasindustriellen Deutschlands am 25. 11. 1920, die der Ein-
führung und dem weiteren Ausbau der Wärmetechnischen Be-
ratungsstelle der deutschen Glasindustrie diente, wurde in der Aus-
sprache über verschiedene Vorträge auch die Frage der Staub- und
Pulverfeuerung angeschnitten. Es wurde darauf hingewiesen;
daß die Durchführung dieser Feuerungsart sich bei Torf und
Braunkohle vereinfache, weil diese Brennstoffe infolge ihres
hohen eigenen Sauerstoffgehaltes und der niedrigen Entzündungs-
temperatur eine weniger feine Mahlung und minder scharfe
Trocknung zuließen. Solches Brennstoffpulver läßt sich mit
Luft zerstäuben und ohne vorhergehende Vergasung zur Er-
zeugung von langen, für die Beheizung großräumiger Oefen
geeigneten Flammen verwenden, so wie zerstäubtes Heizöl in
unseren Oelfeuerungen verwandt wird. Die Trocknung der
Braunkohle wird ja seit Jahrzehnten als Vorbereitung für die
Brikettierung angewandt. Diese Trocknung geschieht aber
mit dem Abdampf der die Brikettpressen betreibenden Dampf-
maschinen und verbraucht fast den ganzen Abdampf, sodaß
nur in wenigen Fällen Ueberschuß an Dampf vorhanden ist,
der für andere Zwecke, also im vorliegenden Fall für die
Trocknung weitergehender Mengen von Braunkohlenpulver zur
Verfügung steht. Soll das Braunkohlenpulver in beachtlichem
Maße der direkten Feuerung dienen, so ist es notwendig, die
Trocknung unabhängig von der Brikettierung zu machen. Es
wäre nun besonders wichtig, wenn dies nicht mit Hilfe von
Dampf, bei dessen Erzeugung und Verwendung natürlich er-
hebliche Verluste entstehen, sondern direkt mit Feuergasen
geschehen könnte. Diese Form der Trocknung ist seitens der
Gewerbe-Polizei für die Braunkohlenbrikettwerke verboten, da
befürchtet wird, daß Entzündungen und in deren Folge Staub-
explosionen des zu trocknenden Braunkohlenpulvers sich er-
eignen könnten. Um so wichtiger ist es, daß nun durch einen
längeren Betriebsversuch, über den die Herren Weiß und
Häring in der Zeitschrift „Braunkohle" 1922, Heft 40, Seite 626,
berichten, gezeigt ist, daß bei richtiger Durchführung diese
Bedenken unberechtigt sind. Dadurch, daß in diesem Fall die
Trocknung im Gleichstrom geschah, d. h. daß die frische feuchte
Braunkohle mit den heißen Verbrennungsgasen in Berührung
kommt und beide in gleicher Richtung gemeinsam durch den
Trockner sich bewegen, ist es gelungen, die befürchteten
Schwierigkeiten zu überwinden. Bei der Bedeutung, die dieser
Versuch auch für die Glas- und keramische Industrie besitzt,
empfiehlt es sich, einen kurzen Auszug aus dieser Veröffent-
lichung mitzuteilen und Interessenten auf das Studium des
Originals hinzuweisen.
Von einer Treppenrostfeuerung kommende Heizgase durch-
streichen eine geneigte, sich drehende Trommel, in der die
auf Faustgröße vorgebrochene Rohbraunkohle von einem
System von Rieselblechen mit kreuzförmigem Querschnitt
herabfällt. Die Trocknung geschieht, wie gesagt, im Gleich-
stromprinzip. Es wird also die grubenfeuchte Rohbraunkohle
an der Stelle eingeführt, wo die Feuergase eintreten, sodaß
die Kohle im ersten Trommeldrittel auf höchstens b® — 62° er-
wärmt wird und mit 60 — 64 0 die Trommel verläßt, während die
Gase mit 90 — 100° von einem Exhaustor abgesaugt werden.
Durch das Absaugen wird vermieden, daß die Staubschwaden
sich auf eine gefährliche Temperatur erwärmen. Es wird so-
mit eine größere Betriebssicherheit gewährleistet. In einem
Windsichter und einem Zentrifugalabscheider wird die größte
Menge des Kohlenstaubs abgeschieden, die letzten Reste ließen
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 8 — 81
sich in Staubkammern, die bei der Versuchsanlage noch fehlen
und einen Verlust bei getrockneter Kohle von 200/0 bedingen,
aus den Brüden entfernen. Die getrocknete Kohle wird in
einer Kentmühle zu Staub vermählen, dabei kühlt sie sich auf
eine Temperatur von 20 — 25 0 ab.
In 24 Stunden wurden in der Anlage 31,5 t grubenfeuchte
Rohkohle mit einem Wassergehalt von 50,5 °/0 und einem Heiz-
wert von 2250 Kalorien auf einen durchschnittlichen Wasser-
gehalt von 18,1 °/0 getrocknet und dabei 15,2 t mit einem Heiz-
wert von 5590 W.E. erhalten. Hierzu wurden 19,66 °/0 der zur
Trocknung angewandten Menge zu Heizzwecken verbraucht
Eingerechnet aus den Angaben der referierten Arbeit, da zur
Vrocknung geringerer Brennstoff verfeuert wurde). Zur Ver-
lampfung von 1 kg Wasser wurden 1140 W.E. verbraucht. (Die
)rehtrommel war in der Versuchsanlage gegen Strahlungsver-
aste nicht geschätzt, daher noch ein verhältnismäßiger Wärme-
erbrauch für die Trocknung). Eine Zersetzung der Braun-
ohle durch die Trocknung mit Feuergasen wurde nicht
3ob achtet. Der Kraftverbrauch für den Betrieb der Trocken»
nlage beträgt 16 PS, für die Mühle 19 PS, im ganzen also
A5 PS*
Der aus den Staubabscheidern mit einer Temperatur von
50° abgeschiedene Staub wurde in einem zylindrischen Gefäß
von 3 m Höhe und etwa 1,50 m Durchmesser 14 Tage lang
ufbewahrt, ohne . daß eine weitere Temperaturerhöhung des
ichtgelagerten Staubes eingetreten wäre. Auch die Ver-
zückung des Kohlenstaubs stieß auf keine Schwierigkeiten;
3 war nur darauf zu achten, daß die Staubkohle vor dem Ver-
band keine zu hohen Temperaturen aufwies.
Mit dem Kohlenstaub, erhalten aus Mühle und Staub-
abscheidern, wurde ein Blockofen geheizt. Dabei wurde mit
Hilfe der Staubfeuerung eine Brennstoff ersp arnis von
Ö0°/0 erzielt gegenüber der früher in Anwendung gewesenen
Gasfeuerung mit Generatorgas aus Braunkohlenbriketts.
Das Wichtige für die Leser des Sprechsaal ist, daß es also
gelang, einen Blockofen, d. h. einen Ofen, in dem große Blöcke
von Flußeisen erhitzt werden, um sie für den Walzprozeß vor-
zubereiten, der ähnlich hohe Temperaturen besitzen muß, wie
sie für die Glas- und keramische Industrie notwendig sind, mit
Braunkohlenpulver in betriebstechnischer Beziehung vollkommen
befriedigend zu beheizen und dabei noch gegenüber der Ver-
gasung von Braunkohlenbriketts eine Ersparnis von 60 °/0 zu
erzielen. Es ergibt sich hieraus die Möglichkeit, auf alle Fälle
solche Öefen, bei denen entweder wenig empfindliches Gut,
wie feuerfeste Steine, gewöhnliches Steinzeug, Ziegeleiprodukte
usw. oder Gut, das gegen die Flammengase geschützt ist
(Porzellan, Steingut, Feinsteinzeug in Kapseln oder Muffeln
oder Glas in gedeckten Häfen), mit Braunkohlenpulver zu
beheizen. Bei solchen Oefen, bei denen empfindliches Material
mit der Flamme in Berührung kommt, also bei allen Gtasöfen
mit offenen Häfen und Wannen, wäre die Frage zu prüfen, ob
die Asche des Brennstoffs nicht schädigend wirken könnte.
Es ist nicht zu bezweifeln, daß in dieser Beziehung Schwierig-
keiten auftreten könnten, da man beispielsweise bei Rohbraun-
kohlen-Generatoren, die zu scharfen Unterwind bekommen
hatten, die Beobachtung gemacht hat, daß feiner Flugstaub das
Glas verunreinigt. Immerhin bleibt der Ausblick, daß bei
aschearmem Hochmoortorf (2 — 3 °/0) und bei geeigneter Flammen-
führung diese Schwierigkeiten nicht auftreten. Die Haupt-
voraussetzung für die Einführung dieser Feuerung bleibt aber
die Möglichkeit, daß derartig getrocknetes Braunkohlenpulver
laufend in ausreichender Menge hergestellt wird, und daß ge-
eignete Transporteinrichtungen zur Verfügung stehen.
Zollfreie Einfuhr aus Elsaß-Lothringen.
Die neue Kontingentsliste,
gültig vom 11. Januar 1922 bis 10. Januar 1923.
y (Nachdruck verboten.)
Nach Artikel 268 a des Friedensvertrages von Versailles
sollen während einer Dauer von fünf Jahren vom Inkrafttreten
des Vertrages ab Rohstoffe oder Fabrikate, welche aus dem
mit Frankreich wieder vereinigten Gebiet von Elsaß-Lothringen
stammen und von dort eingeführt werden, bei ihrer Einfuhr in
das deutsche Zollgebiet volle Zollfreiheit genießen. Die franzö-
sische Regierung hat sich vorbehalten, alljährlich durch ein
der deutschen Regierung zu übermittelndes Dekret die Art
und Menge der Erzeugnisse bekannt zu geben, die diese
Befreiung genießen sollen.
Die Mengen jedes Erzeugnisses, die auf solche Weise jähr-
lich nach Deutschland eingeführt werden können, sollen den
Jahresdurchschnitt der im Laufe der Jahre 1911 bis 1913 ver-
sandten Mengen nicht übersteigen.
Deutschland ist also verpflichtet, 5 Jahre lang aus Elsaß-
Lothringen eine von Frankreich jedes Jahr mitzuteilende
Kontingentsmenge an Rohstoffen, Halbfabrikaten oder fertigen
Erzeugnissen vollständig zollfrei eingehen zu lassen.
Bei den aus Elsaß-Lothringen zollfrei zur Einfuhr in
Deutschland kommenden Waren handelt es sich zum Teil um
solche rein französischen Ursprungs, diein Elsaß-Lothringen in
günstigstem Falle in irgend einer unbedeutenden Weise einem
Veredelungsverfahren unterworfen worden sind. Auf diese
Weise können französische Waren mit Leichtigkeit zollfreien
Einlaß in Deutschland finden. Frankreich hat demgemäß ein
großes Interesse daran, daß die elsaß lothringischen Kontingente
möglichst hoch geschraubt werden, da es auf diese Weise in
die Lage gesetzt ist, seinen Produktionsüberschuß unter gün-
stigen Verhältnissen nach Deutschland abzustoßen.
Was den Veredelungsverkehr anbetrifft, so hat sich Deutsch-
land bisher stets auf den Standpunkt gestellt, daß eine Ware,
die im freien Verkehr einer Veredelung unterzogen worden ist,
dadurch zu einem Erzeugnis desjenigen Landes geworden ist,
in dem die in Frage kommende Veredelung zur Ausführung
gelangt ist, also auch in den Fällen, in denen die Ware selbst
oder die zu ihrer Herstellung erforderlichen Rohstoffe aus
einem anderen Lande herstammen.
Dieser Grundsatz ist jetzt bei den aus Elsaß-Lothringen
bezogenen Kontingentsmengen beibehalten worden. Es wird
demgemäß auch eine Ware als unter den Artikel ^68a fallend
anerkannt, wenn die Ware selbst aus Frankreich stammt, in
Elsaß-Lothringen aber irgend ein Veredelungsprozeß mit ihr
vorgenommen worden ist.
Die deutsche Industrie kann vor einem Mißbrauch bei der
zollfreien Einfuhr aus Elsaß-Lothringen -— aber auch nur bis
zu einem gewissen Grade — nur dadurch geschützt werden,
daß die von den elsaß-lothringischen Handelskammern aus-
gestellten Ursprungszeugnisse einer möglichst eingehenden
Prüfung — erforderlichenfalls unter Zuziehung von Sachver-
ständigen, die die Waren besichtigen müßten -— unterzogen
werden.
Waren elsaß - lothringischen Ursprungs, die in Elsaß-
Lothringen einer Behandlung unterworfen worden sind, die
nicht als Veredelung angesehen werden kann, sind von der
zollfreien Einfuhr als Kontingentsware auszuschließen.
Die elsaß-lothringischen Erzeugnisse dürfen nur dann als
Kontingentswaren zugelassen werden, wenn sie mit den vor-
geschriebenen blauen Ursprungszeugnissen eingehen, die genau
nach dem vorgeschriebenen Muster ausgestellt sein müssen.
Mit anderen Ursprungszeugnissen eingehende Erzeugnisse sind
wie elsaß-lothringische Waren zu behandeln, die nicht auf der
Freiliste stehen. Für die Ausstellung der Ursprungszeugnisse
kommen die Handelskammern in Metz, Straßburg, Kolmar und
Mülhausen in Frage.
Anträge auf zollfreie Einfuhr gemäß Artikel 268 a sind von
den Exporteuren in Elsaß-Lothringen an die zuständige Handels-
kammer in Elsaß-Lothringen zu richten, welche die Anträge
in Form von Ursprungszeugnissen an das Zollamt in Kehl
weiterleitet.
Die Kontrolle darüber, daß die Mengen der Kontingents-
liste nicht überschritten werden, ist dem Statistischen Reichs-
amt in Berlin übertragen worden. Sobald bei einer Position
die festgesetzte Menge zollfrei eingelassen worden ist, findet
selbstverständlich die Verzollung des überschießenden Teiles
nach dem tarifmäßigen Zollsatze statt. Ein etwaiger Ausgleich
zwischen zwei Positionen ist nicht statthaft.
Die soeben von der französischen Regierung überreichte
neue Kontingentsliste hat Gültigkeit für die Zeit vom 11. Januar
1922 bis zum 10. Januar 1923.
Was die für uns in Frage kommenden Erzeugnisse anbe-
trifft, so sind die nachstehend namhaft gemachten Waren bis
zu der beigesetzten Kontingentsmenge zollfrei während des
vorgenannten Zeitraumes in Deutschland einzulassen. Des
Vergleiches halber haben wir die bis dahin gültigen Kontingents-
mengen mit ersichtlich gemacht.
<U tu
81
b a
Höhe des
<i M
o.S
-O *»
B P
Bezeichnung der Ware
Kontingentes
in Tonnen
« J
'S«
« k
J <u
1922
1921
61 a
Töpferton und feuerfester Ton . . .
16 000
61b
100 000
■ 220 000
61c
42 000
61 d
7 000
73
75 0U0
97 000
95
Steine, Pflastersteine, Fliesen, Stein»
5 000
6 250
96
1 200
1 600
82 — Nr. 8
SPRECH SAAL - COBURG.
im. (66. Jahrgang.)
1-
§ «
Höhe des
►2 ®
*|
g §
Bezeichnung der Ware
Kontingentes
in Tonnen
Im
1922
1921
97
98
99
100 a
100 b
101
102
Mauerziegel, feuerfeste Ziegel, Dach-
ziegel, Waren ans Gips und Zement,
ans Schlacken, ans Asbest ....
Waren ans gebrannter Erde und aus
Steinzeng, Tonwaren, Oefen und
andere Töpferwaren zu Bauzwecken
Porzellanwaren und Gebrauchsgegen-
Optisches Glas, Taschenuhrgläser usw.
Kränze aller Art (z. B. aus Porzellan)
20 000
16 000
3 000
1750
250
200
200
30 000
25 000
4 500
} 2 351
280
250
Bei der Betrachtung der Höhe der Kontingente bei den
einzelnen Positionen ergibt sich ohne weiteres, daß dieselben
viel zu hoch gegriffen sind. Derartige Mengen hat Elsaß-
Lothringen im Jahresdurchschnitt niemals an Deutschland ge-
liefert. Wir können uns nicht denken, daß die deutsche
Regierung, mit der doch über die Festsetzung der Höhe der
einzelnen Positionen verhandelt worden ist, sich mit derartigen
Mengen ohne weiteres einverstanden erklärt hat, zumal da Sach-
verständige mit zu Rate gezogen worden sind. Wir müssen
vielmehr annehmen, daß uns diese Kontingente von Frankreich
einfach zudiktiert worden sind, wie wir das ja auch bei der
Ausführung sonstiger Bestimmungen des Friedensvertrages von
seiten der Entente hinlänglich gewohnt sind. Aus dem oben
angeführten Wortlaut des Artikels 268 a kann die französische
Regierung vielleicht das Recht für sich herleiten, uns die
zollfreien Kontingente einfach alljährlich bekannt zu geben,
ohne uns in irgend einer Weise zu befragen. Im übrigen wäre
die deutsche Regierung auch wohl schwerlich in der Lage,
ziffermäßig einen Beweis dafür zu erbringen, daß dieses oder
jenes Kontingent zu hoch ist, und zwar einen Beweis, der als
stichhaltig und ausschlaggebend von Frankreich anerkannt
worden wäre. Es muß nämlich berücksichtigt werden, daß
eine amtliche Statistik über den Warenverkehr zwischen Elsaß-
Lothringen und Deutschland nicht vorhanden ist, da ja Elsaß-
Lothringen früher ein Teil von Deutschland war und unsere
amtliche Handelsstatistik nur den Warenverkehr mit dem Aus-
lande berücksichtigt.
Viele Unzuträglichkeiten bei der Freiliste hat auch der
Umstand im Gefolge, daß die Angaben der einzelnen Waren-
gattungen in der Kontingentsliste nicht an der Hand des
deutschen Zolltarifes erfolgt ist. In der in Rede stehenden
Liste sind Positionen aufgeführt, die im deutschen Zolltarif
auf eine ganze Reihe von Tarifnummern verteilt sind.
Die wirtschaftliche Lage Italiens.
Vom „Credito Italiano" ist unter dem Titel Prospettive
Economiche eine bemerkenswerte Ausarbeitung über die Wirt-
schaftslage in Italien veröffentlicht worden. Der holländische
Konsul in Turin hat diese Ausführungen in einem soeben be-
kannt werdenden Bericht an seine Regierung zum größten Teil
wieder verwertet und kommt dabei zu folgendem Urteil : Die
ersten Friedensjahre 19] 9 und 1920 kennzeichneten sich in
Italien anf wirtschaftlichem Gebiete als eine Zeit voll Unruhe
nnd Unsicherheit. Die Erwartung, daß der Handel wieder kräftig
aufblühen werde, wie das vor dem Kriege der Fall war, blieb
in jeder Beziehung unerfüllt. Die Belebung der industriellen
Tätigkeit, welche in Aussicht stand, hat bald einer Abflauung
und im Anschluß hieran einer Krisis Platz gemacht, die jetzt
noch andauert. Das allgemein herrschende Gefühl der Un-
sicherheit lähmte den Unternehmungsgeist. Obgleich viele ein-
schränkende Verordnungen aufgehoben wurden und sich der
Verkehr freier gestalten konnte, blieben Handel und Gewerbe
flau. Die während des Krieges aufgestapelten Warenvorräte
schienen doch größer zu sein, als man vermutet hatte ; während
Spekulanten große Gewinne einstrichen, blieb die Industrie
nach einem vergeblichen Anlauf desorientiert, und in der zweiten
Hälfte des Jahres 1921 befand sich manche Industrie in
schwieriger Lage. Italien, das die meisten unentbehrlichen
Rohstoffe aus dem Ausland beziehen muß, litt mehr als manches
andere Land nnd sah auch infolge der Wühlereien und Forde-
rungen der Arbeiterschaft die Gestehungskosten stetig in die
Höhe gehen. Die fortdauernd wechselnden anormalen Valuta-
Verhältnisse trugen zur allgemeinen Flaue nicht wenig bei.
Die verringerte Arbeitszeit, die geringen Leistungen der Arbeiter-
schaft trotz des erhöhten Lohnes, die ungünstigen Wirtschafts-
verhältnisse in Deutschland und Rußland sowie in Italien selbst,
die stets steigenden Steuern und Abgaben, die Ein- und Aus-
fuhrbeschränkungen, alles dieses sind Faktoren, welche auf die
ungünstige Gestaltung der Dinge in Italien nach dem Kriege
beigetragen haben.
Das finanzielle Fragstück spielt in Italien eine große Rolle
und wird sorgenerregend bleiben, solange es nicht gelingt,
das Defizit des Etats zu decken. Durch drückende Steuern will
man den Anforderungen der Staatskasse gerecht werden, was
wiederum behindernd wirkt auf die Kaufkraft der Bevölkerung.
Das ganze Wirtschaftssystem wurde durch die Folgen des
Krieges auseinandergerissen, was andauernd auf den Gang der
Geschäfte lähmend wirkt. Der Reichtum vieler ist außerge-
wöhnlich stark gestiegen, die Depositen haben um Milliarden
zngenommen, die Handelsgesellschaften haben ihr Kapital um
Hunderte von Millionen vergrößert. Der Grundbesitz ist in
hohem Maße im Werte gestiegen, die Bauern haben in ver-
hältnismäßig kurzer Zeit ihr Vermögen verzehnfacht. Die
Händler haben gewaltige Gewinne eingeheimst und die Arbeiter
unter solch günstigen Verhältnissen gut gelebt.
Das alles läßt eine Illusion von Reichtum und Ueberfluß
aufkommen, welche einen traurigen Kontrast bildet gegenüber
dem Stand der Staatsfinanzen, gegenüber der drückenden
Schuldenlast, gegenüber der Verminderung des Geldwertes.
Daß diese Verhältnisse keinen Bestand haben können, ist sicher.
Die Jahre 1919 und 1920 kennzeichnen sich in Italien
durch revolutionäre Arbeiterbewegungen. Wohl nirgends fand
das russische Vorbild soviel feurige Anhänger und Nachfolger
als in Italien, und es gewann des öfteren den Anschein, als ob
eine gesellschaftliche und politische Umwälzung unvermeidlich
sein würde. Diese Bewegung mißglückte zwar, sie wirkte aber
sehr ungünstig auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes.
Die ersten beiden Friedensjahre brachten auch Regierungs-
maßnahmen, welche dazu dienen sollten, die Uebergangszeit zu
überbrücken, durch ihre Unbeständigkeit jedoch oft mehr
Schaden anrichteten als Nutzen.
- Die Krisis, die zuerst in Japan ausbrach und sich über die
ganze Welt ausbreitete, kam auch in Italien zur Geltung, und
zwar besonders scharf in der zweiten Hälfte des Jahres 1920;
man befürchtet, daß die Nachwehen hiervon in Italien länger
als anderswo anhalten werden. Auch in diesem Lande erfolgte
nach einer Periode überreicher Betriebsamkeit eine Zeit der
Abflauung, die gepaart ist mit einer Einschränkung des Kredits,
einer Erhöhung des Zinsfußes, einer Abnahme der Beschäftigung,
einem Rückgang der Fondswerte, mit Verlust des geschäftlichen
Vertrauens im allgemeinen. Gegenwärtig scheint der Höhe-
punkt dieser Abwärtsbewegung erreicht zu sein, und man gibt
eich der Hoffnung hin, daß wieder bald eine Belebung von
Handel und Gewerbe einsetzen wird.
Die Gesetzgebung zum Schutze der Arbeiter verdient be-
sondere Beachtung, Bereits vor dem Kriege bestand in Italien
die Versicherungspflicht gegen Unfälle, während gegen Inva-
lidität und Alter eine zwanglose Versicherung gesetzlich vor-
gesehen war. Die Arbeiterschutzgesetzgebung verbot ferner
die Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren in der Industrie
im allgemeinen, |und es bestanden noch besondere Schutzbe-
stimmungen gegen die Beschäftigung von Kindern unter
16 Jahren in gesundheitsschädlichen und gefährlichen Betrieben.
Während des Krieges wurde die soziale Gesetzgebung erweitert
und unmittelbar nach Friedensschluß neue Verordnungen er-
lassen, welche die Zwangsversicherung gegen Invalidität, Alter,
Arbeitslosigkeit und Unfälle znm Gegenstand hatten. Die
Arbeitgeber haben hiernach die Unfallversicherungsprämien
ganz zu tragen, während bei Invaliditäts- und Arbeiterver-
sicherungen die Hälfte der Prämien anf sie entfällt. In Italien
besteht nunmehr auch eine Versicherungspflicht gegen er-
zwungene Arbeitslosigkeit in der Industrie sowie auch in
Fällen der Mutterschaft bei Industriearbeiterinnen; die Unkosten
derselben haben die Unternehmer zur Hälfte zu tragen.
Beim Lesen vorstehender Ausführungen wird man vielfach
an deren Aehnlichkeit mit den einschlägigen Verhältnissen in
Deutschland und auch in anderen Ländern errinnert : Die Geld-
entwertung, die Valutaschwankungen, die Streiks und die ge-
ringen Leistungen der Arbeiter, der Mangel an Vertrauen
lassen allenthalben ein gesundes Geschäftsleben nicht wieder
aufkommen. Ein weiterer Beweis dafür, daß nur durch Ent-
fernung des Hauptbehinderungsgrundes (durch Revision des
Versailler Vertrages) eine Wiederbelebung des internationalen
Wirtschafts- und Handelsverkehrs möglich ist.
In welcher Weise sich übrigens der Deutsch-italienische
Außenhandel in den wichtigsten Erzeugnissen der keramischen
Industrie vor und nach dem Kriege entwickelt hat, zeigt der
nachstehende Auszug aus unserer amtlichen Statistik für die
Jahre 1918 und 1920.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 8 — 88
Art derj"Waren
Deutsche Ausfuhr nach
Italien
Mengen in dz
1913
1920
Italienische Ausfuhr nach
Deutschland
1913 1920
3 016
5 426
3 310
1850
1475
7 856
7 526
913
133
Schmelztiegel u. a. Gegen-
stände aus Graphit . . .
Bodenplatten ans Ton usw.,
einfarbig
Wandbekleidangsplatten a.
Ton, gefrittetem Tonzeng
oder Steingut ....
Waren ans Steingut, feinem
Steinzeug, feinem Ton-
zeng, a. n. g., einfarbig
Desgl mehrfarbig . . .
Isolatoren, Isolationsglocken
aus Steingut oder Por-
zellan 8 894
Tafelgeschirr aus Porzellan , 8 850
Andere Waren* aus Porzellan,
weiß .
Ziergefäße, Figuren usw.
aus Porzellan . • . . .
Hohlglas, weder gepreßt
noch geschliffen, poliert,
gemustert usw: natur-
farbig 35882
Desgl. weiß durchsichtig . 8 410
Lampengläser ..... 10995
Anderes Hohlglas, gepreßt,
geschliffen usw. . . .
Spiegelglas, geschliffen, po-
L liert usw.: gegossen und
gegossene Platten . . .
Trockenplatten
Uhrgläser für Taschenuhren
Brillen und andere gefaßte
Augen-, Brenngläser,
Lupen
Ferngläser, terrestrische ;
Operngläser .....
Photographische Linsen,
Objektive und Apparate
aller Art
Glasbehänge zu Leuchtern ;
Glasknöpfe
Glasplättchen ; Glas-, Por-
zellanperlen, Glasschmelz
Glasperlen, Porzellanperlen,
Glasflüsse als Schmuck;
Besatzartikel aus Glas-
perlen usw
Glas, anderweit nicht ge-
genannt
Zähne aus Schmelz, Kitten
oder ähnlichen Former-
stoffen ; Gebisse aus
solchen Zähnen. ... .
Glas- und Scbmelzwaren mit
anderen Stoffen: bemalt,
vergoldet usw
Glasflaschen und Siphons
aus Glas
Künstliche Augen u. a.
Glas- und Schmelzwaren
Thermometer aus Glas . ..
Apparate und Instrumente
aus Glas
3176 —
3 987
2 760
5 093
1498
J 14175
18 067
2 049
408
307
95
39
147
25
36
4
10
139 —
163
284
33 —
48
31 —
13
2153
107
11
190
3,83 —
45 —
99 —
478 —
189 1
0,17
53
37
96
1 106
921
Vorstehende Zahlen bedürfen keines Kommentars. Hier-
zu sei nur noch bemerkt, daß die Ziffern für 1920 der vor-
läufigen Handelsstatistik entnommen sind, die erfahrungsge-
mäß durch die endgültigen Nachweise noch Ergänzungen er-
fahren. Jedenfalls kann es sich bei diesen, insbesondere bei
unserer einschlägigen Ausfuhr, nur um verhältnismäßig geringe
Mengen handeln, denn sonst würden sie schon in der vor-
läufigen Statistik berücksichtigt worden sein. Id.
Unter welchen Umständen muß der Betriebs-
unternehmer die Kosten der Revision seines
Betriebes tragen?
(Nachdruck verboten.)
Die Berufsgenossenschaften sind verpflichtet, für die
Durchführung der von ihnen erlassenen Unfallverhütungsvor-
schriften Sorge zu tragen und dementsprechend befogt, durch
technische^ Auf Sichtsbeamte die Befolgung jder Vorschriften zu
überwachen und von den Einrichtungen der Betriebe, soweit
sie für die Zugehörigkeit zur Berufsgenossenschaft oder für
die Einschätzung der Betriebe in den Gefahrtarif von Bedeutung
sind, Kenntnis zu nehmen. Sie sind ferner befugt, durch
Rechnungsbeamte behufs Prüfung der an sie auf Grund der
Bestimmungen des Gesetzes oder der Satzung eingereichten
Lohnnachweise diejenigen Geschäftsbücher und Listen einzu-
sehen, aus denen die Zahl der h^ahsttiaian Arhatter und
Betriebsbeamten und die
Gehälter ersichtlich sind.
Beträge der verdienten Löhne und
Die Betriebsunternehmer sind verpflichtet, den als solchen
legitimierten technischen Aufsichtsbeamten der Berufsgenossen-
schaft auf Erfordern den Zutritt zu ihren Betriebsstätten während
der Arbeitszeit zu gestatten und den Rechnungsbeamten die
bezeichneten Bücher an Ort und Stelle zur Einsicht vorzulegen.
Sie können hierzu auf Antrag jedes an der Besichtigung des
Betriebes u. dgl. Beteiligten von dem Versicherungsamt durch
Geldstrafe bis zu Jt 300 angehalten werden. Auf eine bezüg-
liche Beschwerde entscheidet das Oberversicherungsamt end-
gültig. Erwachsen der Berufsgenossenschaft durch Pflichtver-
säumnis eines Unternehmers bare Auslagen für die Ueber-
wachung seines Betriebes oder für die Prüfung seiner Bücher
und Listen, so kann der Vorstand dem Unternehmer diese
Kosten auferlegen und außerdem gegen ihn Geldstrafe bis zu
Jt 100 verhängen.
Die Kosten der ordentlichen Betriebsrevisionen, d. h. der
von den Beamten der Berufsgenossenschaft regelmäßig und
bezirksweise vorgenommenen Besichtigungen, fallen dem Betriebs-
unternehmer nicht zur Last, wenn auch gelegentlich einer der«
artigen Revision erhebliche Verstöße des Unternehmers gegen
die Unfallverhütungsvorschriften oder wesentliche Unrichtig-
keiten in den eingereichten Lohnnachweisen festgestellt worden
sind. Die Heranziehung der Unternehmer zu dem Ersätze der
Kosten kann nur erfolgen, wenn eine Pflichtversäumnis Anlaß
zu einer besonderen Betriebsbesichtigung gegeben hat. Dies
kann z. B. durch einen Unfall hervorgerufen werden, dessen
Hergang der Berufsgenossenschaft die Ueberzeugung verschafft
hat, daß in dem Betriebe die entsprechenden Schutzvorrichtungen
fehlten oder mangelhaft waren; ebenso, wenn auf andere
Weise der Berufsgenossenschaft eine solche Kenntnis wurde,
namentlich, wenn die bei einer allgemeinen Betriebsrevision
in dem fraglichen Betriebe gerügten Mängel nicht abgestellt
waren; desgleichen, wenn sich ergeben hat, daß die einge-
reichten Lohnnachweise mit den tatsächlichen Verhältnissen
nicht übereinstimmten, wenn der Betriebsunternehmer trotz
wiederholter Aufforderung die für die Entschädigung eines
Unfallverletzten erforderliche Lohnnachweisung nicht lieferte
u. dgl. Die zu erstattenden baren Auslagen bestehen nur in den
Reisekosten und Tagegeldern der Revisionsbeamten, nicht aber
in deren Gehalt. Diese Kosten sind auch nur anteilig anzu-
rechnen, wenn an demselben Tage oder in derselben Gegend
mehrere Betriebe durch denselben Beamten revidiert wurden.
Hält jedoch die Berufsgenossenschaft aus zwingenden Gründen
eine besondere Revision für notwendig, so muß der Betriebs-
unternehmer den vollen Betrag der Reisekosten und Tagegelder
des Revisionsbeamten erstatten.
Die Auferlegung derartiger Kosten kann auch, wie bereits
erwähnt, die Geldstrafe (bis zu Ji 100) bedingen. Diese wird
unabhängig von derjenigen für Verstöße gegen die Unfallver-
hütungsvorschriften (bis zu Ji 1000) oder für die Nichteinreichung
des Lohnnachweises bezw. für die Einreichung eines unrichtigen
Lohnnachweises (bis zu Ji 300 bezw. zu Jt 500), und zwar
neben dieser festgesetzt.
Gegen den Beschluß über die Auferlegung der Kosten und
die hiermit zusammenhängende Strafverfügung hat der Unter-
nehmer binnen einem Monat die Beschwerde an das Ober-
versicherungsamt, und gegen dessen Entscheidung die weitere
Beschwerde an das Reichs- bezw. Landes versicherungsamt.
Aus einer diesen Gegenstand betreffenden Entscheidung
des Reichsversicherungsamts sind folgende Ausführungen von
Interesse :
Hinsichtlich der Auferlegung der Reisekosten ist davon
auszugehen, daß es sich bei der Revision um eine durch die
Nichtbeantwortung einer bezüglichen Anfrage veranlaßte Nach-
revision handelt. Die Beschwerdeführerin hat durch ihr Ver-
halten Anlaß zu einer besonderen Reise zwecks Ueberwachung
und Kontrolle des Betriebes gegeben. Daß außerdem außer
ihrem Betriebe noch zwei andere Betriebe revidiert worden
sind, kann die Firma nicht als Beweis dafür anführen, daß es
sich bei der Revision ihres Betriebes nicht um eine Nach-
revision, sondern um eine unabhängig von der ersten Revision
erfolgte Neurevision gehandelt hat. Vielmehr hätte, wenn nur
der Betrieb der Beschwerdeführerin an dem fraglichen Tage
revidiert worden wäre, der Genossenschaftsvorstand das Recht
gehabt, ihr die Kosten des ganzen Tages, die sich jetzt auf
drei Betriebe gleichmäßig verteilen, aufzuerlegen. Der auf
die Beschwerdeführerin fallende Betrag ist vom Reichs ver-
sicherungsamt nachgeprüft und nach den Bestimmungen über
die Tagegelder der technischen Aufsichtsbeamten nicht zu
beanstanden. Die Zahlen, aus denen sich der Betrag ergibt,
sind aus der Berechnung im Kostenerstattungsbescheide zu
ersehen.
84 — Nr. 8
SPRECH SAAL -COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
„Mangelhaft verpackt."
Von Dr. jur. Boeder, Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Häufig lehnen die Eisenbahnen einen geltend gemachten
Schadenersatzanspruch wegen der mangelhaften Verpackung
des Gutes ab. Was heißt das?
§ 62 (2) der Eisenbahnverkehrsordnung (künftig abgekürzt:
E.V.O.) bestimmt, daß das Gut, soweit es seine Natur erfordert,
gegen Verlust, Minderung oder Beschädigung „sicher" verpackt
sein muß. Ist das nicht der Fall, so kann die Bahn die Be-
förderung ablehnen oder verlangen, daß der Absender das An-
erkenntnis des Fehlens oder der Mangelhaftigkeit im Fracht-
brief bescheinigt. Pflegt ein Absender gleichartige, der Ver-
packung bedürftige Güter unverpackt oder mit gleichen Mängeln
der Verpackung auf derselben Station aufzugeben, so kann er
ein für allemal eine „Erklärung" daselbst hinterlegen. In diesem
Falle braucht dann nur bei ferneren Versendungen in den da-
zugehörigen Frachtbriefen auf dieselbe Bezug genommen zu
werden.
IN ach dem die Erklärung abgegeben ist, braucht der Ver-
sender die Mängel im einzelnen nicht anzuführen; es genügt,
wenn er den Vermerk auf den Frachtbrief setzt: „Unverpackt
laut allgemeiner Erklärung". Die Erklärung des Fehlens oder
der Mangelhaftigkeit muß im Frachtbriefe vom Versender
selbst oder dessen Bevollmächtigten bewirkt worden sein. Der
Frachtbote oder der Spediteur darf sie nicht abgeben, da sonst
im Falle der Beschädigung, des Verlustes oder der Minderung
der Sendung die Eisenbahn haftpflichtig bleibt.
Welche Rechtsfolgen bezüglich der Haftung entstehen
nun durch Abgabe der „Allgemeinen Erklärung"?
1. Die Eisenbahn wird in ihrer Haftung beschränkt. Sie
haftet nicht für den Schaden, der aus mit dem Mangel oder
mit der mangelhaften Beschaffenheit der Verpackung ver-
bundenen Gefahr entsteht. Es genügt die Anerkenntnis auf
dem Frachtbrief. Nur bei Verlust der ganzen Sendung tritt
die Haftung der Eisenbahn ein. Es muß aber ein Diebstahl
oder das Verbrennen des Gutes vorliegen. Hier liegt dann
nicht der Fall vor, daß der eingetretene Schaden aus der „Be-
förderungsgefahr" entstanden ist.
Ist der Vermerk im Frachtbriefe nicht abgegeben, will die
Bahn den Schaden auf ein Minimum herabsetzen, weil die Ver-
packung eine mangelhafte gewesen sei, so ist die Frage keine
rechtliche, sondern eine tatsächliche; sie ist daher nur mit
Hilfe des gerichtlichen Sachverständigen zu lösen und mit
dieser Hilfe hat der Richter sein Urteil zu fällen. Im allge-
meinen darf die Eisenbahn mit einer derartigen Einwendung
nicht gehört werden, da sie es ja in der Hand hat, durch die
Befolgung der Vorschrift § 62 Abs. 2 ihre Haftpflicht abzu-
lehnen, und die Bahn bei der Auflieferung ein schlecht ver-
packtes Kollo überhaupt oder nicht annimmt. Jedenfalls dürfen
Waren, weil sie nicht in Kisten verpackt oder nicht eingenäht
waren, nicht nachträglich so ohne weiteres als schlecht ver-
packt bezeichnet werden, Ist die Sendung beschädigt worden,
so hat die Beschädigung ihre Ursache in der fehlenden Sorg
falt des Transportes. Die Eisenbahn hat aber als ordentlicher
Frachtführer für diese Sorgfalt einzustehen.
II. Der Absender ist dem Empfänger gegenüber für die
mangelhafte Verpackung haftbar. Der Absender kann sich
nicht durch einseitige Angaben in Rechnungen, Geschäfts-
papieren usw. darauf berufen, daß die Ware auf die Gefahr
des Empfängers reiste, denn er hat die Ware in „gehöriger
Verpackung" dem Spediteur oder Frachtführer zu überliefern;
es trifft ihn aber keine Sorge für gehörige oder schützende
Verladung durch den Frachtführer, es wäre denn, daß er die
Beladung übernommen hätte; in diesem Falle hat er auch für
die Verstauung zu sorgen.
Die Verpackung ist mangelhaft, wenn sie nicht geeignet
ist, das Gut vor den gewöhnlichen Gefährlichkeiten des Trans-
portes zu schützen. Die „handelsübliche" Verpackung ist daher
dann nicht ausreichend, wenn sie einen solchen Schutz nicht
gewährt. So würde die Verpackung in Papier nicht ausreichend
sein, wohl aber in starkem festen Packpapier mit ausreichend 1
fester Umschnürung. * Unerheblich ist hierbei der etwaige j
Kostenaufwand für die Verpackung. Liefert der Absender das
Gut ohne ordnungsmäßige Verpackung auf, so trägt er allein
das Risiko.
Die Haftung für gehörige Verpackung trifft den Verkäufer.
Er hat nach allgemeinen Grundsätzen für die erforderliche
Sorgfalt nach § 279 BGB einzustehen und, wenn er Kaufmann
ist, die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nach § 347 HGB
aufzuwenden. Es gelten hiernach dieselben Grundsätze, wie bei
Uebernahme der Versendungspflicht.
III. Mängel der Verpackung sind Mängel der Ware, be-
sonders dann, wenn von der Verpackung das Aussehen, die
Haltbarkeit, die Verkäuflichkeit der Ware abhängt und wenn
durch die Verpackung lüsternen Diebeshänden Gelegenheit
geboten ist, Teilstücke der Ware zu entwenden, oder wenn
durch sie die Gefahr besteht, die Ware zu beschädigen oder
zu befeuchten.
Liegt eine Beschädigung des Gutes infolge mangelhafter
Verpackung der Sendung vor, so hat der Empfänger die Pflicht
gegen den Absender, die Mangelanzeige zu erheben. Der Ge-
schädigte handelt für sich vorteilhaft, wenn er den Mangel
durch unbeteiligte Zeugen (z. B. durch den Rollkutscher) sofort
schriftlich feststellen läßt. In besonders schwierigen Fällen ist
der Antrag an das Gericht auf Sicherung des Beweises noch
erforderlich (§ 485 ZPO). Ganz besonders ist das in dem
Falle zu empfehlen, wenn der Käufer dem Verkäufer einen
Mangel angezeigt und die Annahme der Sache wegen Mangel-
haftigkeit abgelehnt hat.
Die Rechtsfolge der unterbliebenen und nicht rechtzeitig
erhobenen Mangelanzeige ist, daß dann dem Geschädigten
keinerlei Rechtsmittel auf Grund der fehlerhaften Sendung
zustehen, auch gegen die Eisenbahn nicht, wenn er nicht binnen
8 Tagen gemäß § 82 E.V.O. den Antrag auf Untersuchung ge-
stellt hat.
I
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Personalien. Fabrikant Jean Heinstein, Heidelberg, Gründer
des Hartsteinwerkes, der ehemaligen Ofenfabrik Heinstein, feierte seinen
70 Geburtstag und gleichzeitig damit das 75 jährige Bestehen des Werkes
and fein 60 jähriges Geschäft^ abiläum in diesem Werke.
Das 50 jährige Bestehen feierte am 1.2 22 die Tilsiter Firma
L Barten werfer, Glas- nnd Porzellanwaren. Nach dem im September
v. J erfolgten Tode dea bisherigen Inhabers, Stadtrat Deskau, anter dessen
Leitung das Gefcbäft in den letzten Jahrzehnten einen großen Aufschwang
genommen hat, wird das Unternehmen von dessen beiden Söhnen fortgt führt.
Torfgas. Seit einiger Zeit werden in den Dnrkoppwerken in Biele-
feld in den dortigen groiien Härteöfen Versuche mit Generatorgas gemacht,
das in den Generatoren ans Torf erzengt wird Die Versuche hatten bis-
her gute Erfolge insofern, daß die Temper- und Bärteprozesse einwandfrei
arbeiteten und sich der Wäimepreis billiger stellt als bei der bisherigen
Herstellung des OaseB aus Generatorkoblen, die z. Zt. schwer zu beschaffen
sind. Anch erzielt man erhebliche Ersparnisse dadurch, daß die schmiede-
eisernen EinBatzkästen infolge deB geringen Schwefelgehaltes des aas dem
Torf erzeugten Generatorgases viel länger halten als vorher.
Gesetzgebung, Stenern.
Umsatzateuerpfllcht eines mit Verlusten abschließenden Be-
trieb». Die Umtatsnieneriiiicht wird dadurch nicht aufgehoben, daß der
S'euerpflicbtige in seinem Betriebe mit Verlust abgeBchlossen hat. Die
Umsatzsteuer ist nicht darauf berechnet, daß Bie der Gewerbetreibende
alt) Steuerzahler aus seinem Gewinn bestreiten soll. Er soll sie vielmehr
auf die Verbraucher abwähen, indem er von ihnen entsprechend höhere
Preise für Heine Leitungen fordert. Sie ist daher lediglich nach der
Höhe der Umsätze bemessen und selbst dann zu entrichten, wenn ein Ge-
winn überhaupt nicht erstrebt wird. Dem Grandgedanken der Ab wälzang
der Steuer auf die Verbraucher würde es widersprechen, wenn der Um-,
stand, das der Gewerbetreibende einen Gewinn nicht erzielt hat, zu einer
Nichterhebung der Umsatzsteuer führen würde. i(Urteil vom 22. 11. 21,]
V A 213/21.)
Handel und Verkehr.
Eisenbabnerstreik and Devisenankaufsbedingungen der Reichs»
bank im Merkblatt der Beichsbank vom November 1921 über den „An-
kauf pp. von Wechseln, Schecks and Auszahlungen in ausländischer Wäh-
rung durch die Beichsbank" findet sich anter Lit. B. „Ankauf von Termin-
Devisen" u. a. folgender Passus :
„Der Verkäufer hat Devisen in der vereinbarten Höhe anter allen]
Umständen zu liefern, auch dann, wenn ihm ans dem Export- oder sonstigen
Geschäft, das die Voraussetzung für den Abschluß deB Devisenterminge-
BchäftB gebildet hat oder bilden sollte, aus irgendeinem^GrnndeJgleichviel
ob mit oder ohne sein Verschulden, in Wirklichkeit Devisen nicht er-
wachsen. Nur dann wird die Beichsbank den Verkäufer von der Devisen
lieferang entbinden, wenn das zugrunde liegende Geschäftlich^ |zur
Durchführung gelangen konnte, 1. wegen Aufruhrs . . ."
In Handelspreisen legt man Wert darauf, daß über die Frage Klar-
heit geschaffen würde, ob der Eisenbahnerstreik als „Aufruhr" im Sinne
deB Merkblattes der Beichsbank za betrachten ist, da in allen Fällen, wo
eine rechtzeitige Beförderung und Verladung der zur Ausfuhr bestimmten
Waren durch den Streik unterbunden wurde, die zar Bezahlung der ver-
tragsmäßig za verschiffenden Güter eröffneten Akkreditive nicht innerhalb'
der zugestandenen Frist behoben und deshalb anch die der Beichsbank
vorverkanften Devisen nicht hereingebracht nnd abgeliefert werden konnten.
Der Beichskanzlor hat zwar den Streik als eine „Revolte in der
Beamtenschaft" bezeichnet, doch entscheidet das natürlich nicht darüber,
ob formal juristisch der Streik als Aufruhr definiert werden maß. Wenn
1922 (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 8 — 85
hier auch starke Zweifel bestehen, so muß doch hervorgehoben werden,
daß ein Beamtenstreik, namentlich dann, wenn er den ganzen Eisenbahn-
verkehr lahmlegt, anders zu bewerten ist, als ein gewöhnlicher Streik.
Das Risiko des letzteren muß zweifellos der Devisenverkäufer tragen.
Beim ersteren aber liegt der Sachverhalt doch praktisch ganz ähnlich
wie im Falle eines Aufruhrs, so daß man bezweifeln kann, ob eine rein
ablehnende Haltung der Beichsbank zu rechtfertigen ist.
Gegen Valutazahlungen im Inlands verkehr hatte sich bereits
Ende November v. J. die Eeichsbank in einem Schreiben an den Verein
Hamburger Exporteure und an den Beichsverband der deutschen Industrie
ausgesprochen. Neuerdings hat auch der Reichskommissar für Aus- und
Einfahrbewilligung ein solches Verfahren in einem Bandschreiben miß-
billigt. Gegen die Berechnung von zur Ausfuhr bestimmten Waren
an deutsche Exporteure in derjenigen Valuta, in welcher den Preisvor-
schriften gemäß später anch die Ware zur Ausfuhr kommen muß, beab-
sichtige er keine Einwendungen zu erheben, doch ständen einer etwa ver-
langten Zahlung in Valuta stärkste wirtschaftliche Bedenken entgegen.
Dem deutschen Exporteur müsse regelmäßig die Begleichung der Rechnung
in deutscher Mark möglich bleiben.
Fakturierung nach dem abgetretenen Gebiet von Nordschles-
wig. Wie aus Ausfahrkreisen mitgeteilt wird, bestehen Schwierigkeiten,
nach dem abgetretenen Gebiet von Nordschleswig in dänischer Wähnng
zu fakturieren, da in diesem Gebiet nicht genügend dänische Kronen im
Umlauf sind. Eine Außenhandelsstelle hat dem Rechnung getragen und
genehmigt kleinere Ausfuhranträge in Markwährang. Bai großen Be-
trägen wird der Beauftragte des Beichskommiasars für Aus- und Einfuhr-
bewilligung in Flensburg befragt. Soweit bis jetzt festgestellt werden
konnte, hat sich dieses Verfahren, das auch im Interesse des Dautschtams
dieser abgetretenen Gebiete liegt, bewährt.
Eine neu© Erhöhung des Gütertarifs. Das Reichsverkehrs-
ministerium beabsichtigt, mit Wirkung vom 1. 3. die Gütertarife neuer-
dings um 20% zu erhöhen, um die durch Lohn- „und Gehaltserhöhungen
bewirkten Ausgabensteigerungen zu decken. Diese neuerliche Erhöhung
dürfte eine völlige Lahmlegung des Wirtschaftslebens zur Folge haben.
Im Postpaketverkehr nach den Vereinigten Staaten ist mit dem
20. 2. eine Erweiterung in den Ausdehnnn gemäßen für gewöhnliche und
eingeschriebene Postpakete sowie ffir die frei bis zum Bestimmungsort zu
versendenden Postfrachtstücke bis 10 kg mit und ohne Wertangabe dahin
eingetreten, daß bei Paketen in einer Länge bis zu 75 cm die größte
Länge und der größte Umfang, letzterer in der Breite um die Sendung
heram, zusammen 200 cm nicht überschreiten dürfen. Für Pakete, deren
Länge mehr als 75 bis 105 cm beträgt, bleibt die bisherige Vorschrift
bestehen, daß die größte Länge und der größte Umfang nicht mehr als
180 cm betragen dürfen.
Ein regelmäßiger Flngpostverkehr Berlin— Prag soll noch in
diesem Jahre, vermutlich Ende des Frühjahrs, eröffnet werden.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
Die A. H. N. Glas macht bekannt, daß die Gültigkeitsdauer für
alle in Markwährang erteilten Ausfuhrbewilligungen nur noch bis zam
gO. 4. 22 verlängert wird. Wie bereits früher bekanntgegeben, ist ab
1. 2. 22 bei der Ausfuhr nach Ländern mit höherer Valuta ausnahmslos
die Berechnung in ausländischer Währung vorgeschrieben.
A. H. N. Grobkeramik. Die Ausfuhrmindestpreise für Flußspat
nach den österreichischen Nachfolgestaaten mit Ausnahme von Tschecho-
slowakien sind mit Gültigkeit vom 25 1. 22 geändert worden. — Die
Mindestpreise für die Ausfuhr von Ton, Klebsand, Feldspat, Mauerziegeln,
Kalksandsteinen, Schlackensteinen, Klinkern und Verblendern haben eine
Aenderung erfahren. — Die Ausfuhrmindestpreise für feaerfeste Erzeug-
nisse für Albanien, Balgarien, Griechenland und die Türkei haben mit
dem 1. 2. 22 eine Aenderung erfahren — Die Ausfahrmindestpreise für
Drahtziegel gewebe sind geändert worden.
Australien. Das beschlossene Antidumping-Zollgesetz ist gegen
gewisse vom Handelsminister näher zu bezeichnende Waren und n. a.
außer gegen Deutschland und Italien auch gegen Frankreich gerichtet.
Die als Valutaausgleicnszuschlag gedachte Abgabe soll für die von ihr
betroffenen französischen Waren etwa 30% betragen. Einzelheiten
fehlen noch.
Australien. Die Einfuhr österreichischer Waren wird mit
Wirkfamkeit vom 1. 8. 22 wieder gestattet werden. In bezog auf Neu-
seeland liegt noch keine Nachricht über eine analoge Aufhebung der
Einfahrbeschränkungen vor.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 1. bis 15. 2. 22
342% (349).
Jugoslawien. Berechnung und Erhebung der Einfuhrzölle.
Durch Erlaß vom 14. 12. 21 ist für die Verzollung von Waren, die nach
dem Allgemeinen Zolltarif ad valorem (vom Werte) verzollt werden,
folgendes Verfahren vorgeschrieben worden : Der Einfuhrzoll wird nach
einem festgesetzten Prozentsatz berechnet und auf den also festgesetzten
Zollbetrag wird keinerlei Agio erhoben. Für die Nebentaxen, die für
eine solche Ware entrichtet werden müssen, wird das vorgeschriebene
Agio berechnet, wie dies bei dem Einfahrzoll eingehoben wird. In den
Wert der Ware werden eingerechnet : 1. Wert der Ware selbst ; 2. Wert
des Verpackungsmaterials und Kosten der Verpackung ; 3, Frachtkosten,
Versicherung während des Transportes, wie auch alle anderen Kosten,
die auf der Ware bis zu. demjenigen Zollamt lasten, das die Einfuhrzoll-
expedition vornimmt. — Der Deklarant ist verpflichtet, mit der Deklaration
nebst den vorgeschriebenen Dokumenten (Faktura usw.) noch eine genaue
Spezifikation des Wertes der Ware vorzulegen und zwar unter besonderer
Anführung des Wertes der Ware, der Verpackung und aller übrigen
Spesen, die in dem vorhergehenden Punkt genannt sind, — Der nach
obiger Vorschrift angemeldete Wert dient als Grundlage für die Fest-
setzung des Einfuhrzolles nur in den Fällen, in denen keinerlei Zweifel
über die Richtigkeit der angeführten Beträge bestehen, d. h. wenn kein
Zweifel besteht, daß der angemeldete Wert dem tatsächlichen Werte der
Ware entspricht und zwar einschließlich des Wertes der Verpackung und
aller übrigen Spesen, die in Artikel 2 erwähnt sind. Im Falle, daß die"
Beamten an der Bichtigkeit des deklarierten Wertes Zweifel haben sollten,
haben sie hiervon den Vorstand des Zollamtes schriftlich unter Beifügung
der betreffenden Deklaration mit allen Beilagen zu verständigen.
Jugoslawien. Der Verzicht auf die Repressalienklausel ist
von der Regierung beschlossen worden. Damit ist das größte Hinder-
nis für die freie Entwicklung der Handelsbeziehungen mit Deutschland
beseitigt. Vermutlich dürfte Oesterreich gegenüber gleichfalls der Ver-
zicht auf die Repressalienklausel ausgesprochen werden. — Der fragliche
Artikel 18 des Versailler Vertrages sieht die Berechtigung zu wirtschaft-
lichen Repressalien vor, falls Deutschland seine Verpflichtungen nicht
innehält. Als erster Staat hat England auf diese Klausel verzichtet,
andere Staaten wie Belgien folgten.
Oesterreich. Der Zollaufschlag für die nicht unter Goldzoll-
pflicht fallenden Waren ist auf den 600-fachen (bisher 300-fachen) Be-
trag der nominellen Zollgeldschuld festgesetzt worden.
Schweiz. Neue Einfuhrbeschränkungen sind nach einer Baseler
Meldung vom schweizerischen Bundesrat mit sofortiger Wirkung u. a. für
Hohlglas, gewisse Glaswaren, Spiegelglas und Spiegelglas unbelegt mit
bearbeiteten Kanten erlassen worden.
Spanien. Der neue Zolltarif ist am 16. 2. in Kraft getreten.
Ueber einen Valutazuschlag ist in dem fraglichen Dekret nichts erwähnt.
Spanien. Das Zollaufgeld ist für den Monat Februar 1922 auf
28,55 o/o (33,52) festgesetzt. Als Durchschnittskurs ftir die Berechnung
der Zollzusatzkoeffizienten gilt für die deutsche Mark: 3,553 (3,406).
Die Lage in Industrie und Handel.
Tschecwoslowakien. Einigung zwischen der Glas- und der
chemischen Industrie. Bei den Verhandlungen wegen Herabsetzung der
Chemikalienpreise (Soda, Sulfat und Pottasche) kam eine Vereinbarung
zustande. Die chemische Industrie regelt in Anerkennung der Absatzkrise
der Glasindustrie die Chemikalienpreise derart, daß den Glasprodukten der
Absatz durch die Verminderung der Produktionskosten ermöglicht wird.
Auch wurde den Glasindustriellen zugestanden, Soda, soweit die inländiche
Erzeugung nicht hinreicht, von Fall zu Fall aus dem Ausland einzuführen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Deutsches Tonwaren- und Steingutwerk, A.-G., Pirna. Aus-
zug aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 9. 21 : Verlust M 63 598 ;
Abschreibungen M 65 933. — Dem Aufsichtsrat gehören jetzt an: Fabrik-
besitzer 0. Beinhold, Vors., E. Knust und Molkereibesitzer Fr. Schröder.
Tonwerke, A.-G., Wittenberg. Die a. o. G.-V. beschloß die
Kapitalserhöhung um M 350 000. Die neuen Aktien werden den alten
Aktionären im Verhältnis 1:1 zu 130% zum Bezug angeboten. Das Be-
zugsrecht läuft bis 1. 3.
Schmirgelwerke, A.-G., Berlin. Das Unternehmen weist in dem
Abschluß für das erste Geschäftsjahr per 31. 12. 21 einen Beingewinn
von M 92 873 auf, woraus 5% Dividende zur Verteilung gelangen.
Des weiteren genehmigte die o. G.-V. die vorgeschlagene Kapitalser-
höhung am 1 3 Mill. auf M 4 Mill., wovon JC 1 Mill. den bisherigen
Aktionären im Verhältnis 1 : 1 angeboten werden.
Mitteldeutsche Schmirgelwerke, A.-G., Butzbach. Nach dem
vorliegenden Abschluß vom 31. 12. 21 verzeichnet die Gesellschaft für
das erste Geschäftsjahr einen Reingewinn von M 19 038.
Glashütte Neawerk, A.-G., Berlin. Die a. o. G.-V. stimmte der
Kapitalserhöhung um M 10 Mill. Stammaktien auf Ji 20 Mill. zu. Die
neuen, ab 1. 4. 22 dividendenberechtigten Aktien werden an die Handels-
und Diskont-A.-G., Berlin, zu 100% mit der Verpflichtung begeben, sie
den alten Aktionären im Verhältnis 5:4 zu 125% anzubieten. Das Be-
zugsrecht ist bis zum 5. 3. geltend zu machen. — In den Aufsichtsrat
wurde Kommerzienrat W. Rautenstrauch hinzugewählt.
Glasfabrik 4.-G., Broekwitz. Die a. o. G-V. erteilte die Ge-
nehmigung zur Kapitalserhöhung um M 4,05 Mill. Stammaktien mit
Dividendenberechtigung ab 1. 1. 22 und M 0,15 Mill. 8% Vorzugsaktien
mit 10-fachem Stimmrecht auf Ji 7,5 Mill. Die neuen Aktien werden
den alten Aktionären im Verhältnis 2:1 zu 200 % angeboten. Das
Unternehmen soll durch die Kapitalsvermehrung auf eine breitere Grand-
lage gestellt werden.
Bayerische Spiegel- und Spiegelglasfabriken, A.-G., vorm.
W. Bochmann, vorm. Ed. Kupfer & Söhne, Förth. Die a. o. G.-V.
..beschloß die Kapitalserhöhung um Ji 3,3 Mill. Stamm- und Ji 0,3 Mill.
Vorzugsaktien auf Ji 18,6 Mill. Sämtliche neuen Aktien werden zum
Kurse von 105% von der Dresdner Bank übernommen und dienen zur
Uebernahme der Glasfabrik von Max Offenbacher in Fürth. Der Name
der Firma wurde umgeändert in „Bayerische Spiegelglas-
fabriken Bechmann-Kupfer, A.-G.". — Neu in den Aufsichtsrat
wurden Max Offenbacher und Ernst Bierer gewählt.
Vereinigte Spiegelglasfabriken, A.-G., Fürth. Die a. o. G.-V.
genehmigte den Erwerb der Glasfabrik von Gebr. Bloch, Waldsassen, und
beschloß die Kapitalserhöhung um Ji 3 Mill. auf Jt 19 Mill. Die neuen
Aktien sind für das laufende Geschäftsjahr dividendenberechtigt und
werden zu pari ausgegeben. Von den neuen Aktien erhält die Firma
Gebr. Bloch 2280 Stück für die übernommene Fabrik. Der Rest wird der
gleichen Firma zur Zeichnung angeboten.
86 — Kr. 8
SPRECH $AAL — COBURO-
1922. (65. Jahrgang.)
August Walther & Söhne, A.-G., Morltsdorf. Die a. o. G.-V.
Btimmte der Kapitalserböbunar nm Jt 2 5 Mill. Stammaktien auf jtt 6,6
Mill. zu. Die neuen, ab 1.1.22 dividendenberechtigten Aktien werden
den bisherigen Stammaktionären im Verhältnis 1 : 1 zu 200 % zum Bezug
angebogen.
Wittener Glashütten, A.-6. i. Liqu., Witten. Wie wir hören,
wird ans der Schlußabrechnung den Aktionären noch ein Betrag von
etwa 40% vom Nennwerte des Aktienkapitals zugewiesen, nachdem
hereits früher in zwei Baten zusammen 150 °/0 = Jt 1500 auf die Aktie
verteilt worden sind. Die nächste Generalversammlung soll die Schluß-
rechnung entgegennehmen und die Beendigung der Liquidation aussprechen.
E. Wanderlich & Comp., A.-GU Altwasser. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31. 10. 21: Reingewinn M 674305 (462488);
Dividende 28°/0 (24); Abschreibungen ^ 258 055 (307117); neu errich-
tetes Werkerhaltungskonto M 300 000. — Die im Vorjahre bestandenen
Schwierigkeiten konnten auch im abgelaufenen 16. Geschäftsjahr nicht be-
hoben werden. Infolge größerer Nachfrage vermochte aber der Absatz
gesteigert und auch eine Anpassung der Verkaufspreise an die erhöhten
Gestehungskosten durchgeführt werden. Der Auftragsbestand ist laut
Geschäftsbericht zufriedenstellend, so daß auf ein gutes Ergebnis zu hoffen
ist. Die Eapitalserhöhnng hat vorteilhafte Einkäufe ermöglicht. Die
ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt.
Uebergang eines Emailllerwerkes in polnische Hand«. Das
bekannte Emaillierwerk Gottartowitz bei Eybnik in Oberschlesien, das
sich seit Jahren im Besitze der Familie Kasper befand, wurde von dem
Polen Fietrowski käuflich erworben.
Ein neues Exportgeschäft für den Osten ist in Amsterdam,
Keizersgracht 431, unter der Firma „Kerkhoff, KerBtholt & Co." gegründet
worden. ______
General »Versammlungen.
Ilmenauer Porzellanfabrik, A.-G., Ilmenau: o. G.-V. 2. 3. 22,
10l/i Uhr v., Geschäftszimmer, Ilmenau.
Porzellanfabrik Limbach, A.-G., Limbach : o. G.-V. 16. 3. 22, 11 Uhr
v., Bahnhofshotel. Limbach.
A-G. für Glasindustrie, vorm. Friedr. Siemens, Dresden: a. o. G.-V.
9 3. 22, 10 Uhr v., Deutsche Bank, Filiale Dresden. T.-O. : Umwandlung
von M 10 Mill. Vorzugsaktien in Stammaktien ; Eapitalserhöhnng nm
M 15 Mill. Vorzugsaktien.
A.-G. der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm. Ferd Heye, Düssel-
dorf: o. G.-V. 10 3 22, 10 Udr v, Hotel Breideuba eher Hof, Düsseldorf.
T.O. : u. Abänderung des Stimmrechts der M 1 Mill Vorzugsaktien.
Rheinische Spiegelfabrik, Eckamp: o. G.-V. 2. 3. 22, 11 Uhr v.,
Dresdener Bank, Aachen.
Kreuzuacher Glashütte, A.-G, Bid Kreuznach: o. G.-V. 2. 3. 22,
3 Uhr n., Cecilienhaus, Bad Kreuznach.
Eisenhüttenwerk Marienhütte bei Kitzenau, A.-G. (vorm. Sehlin-
gen & Haase), Kotzenau: a. o. G-V. 28 2 22, 10 Uur v., Verwaltungs-
gebäude, Kotzenau. T.-O : n. a. Kapitalserhöhuog um bis zu M 12,8
Mill. Stammaktien.
Messen und Ausstellungen.
Die Beschickung der Frankfurter Frühjahrsmesse (2—8 4. 22)
ist, wie das Meßamt uns mitteilt, so umfangreich, daß trotz räumlicher
VergJÖßerung anch diesmal in einer Reihe von Oroppen nur ein Teil der
Interessenten Aufnahme finden konnte. Im Gegensatz zu jenen Messen,
die, wie sie selbst mitteilen, eine Brancheneiuteilung erst eingeleitet
haben, sind Einteilung und Konzentration nach Warengattungen in
Frankfurt a. M bereits vollkommen und vorbildlich durchgeführt. Die
Einhäaferwerbung für die Frankfurter Frühjahrsmesse wird Ende Februar
mit dem Versand des vortnfflich bewährten Vorkatalogs, der 160 000
wirkliche Interessenten im In und Auslande erreicht, auf breitester
Grundlage fortgeführt werden Der Besuch wird dorch Messegesellechafts-
ztlge aus allen Hanntrichtungen, für die Fahrpreisermäßigungen bis zu
45°/0 eintreten, gefördert. Der Kartenverkauf erfolgt durch die bekannten
Agenturen der Hamburg- Amerika-Linie, die Wohnungsvermittlung wie
bisher durch den Wohnung«nachweis des Meßamtes, das sich zur Er-
teilung von Auskünften zur Verfügung hält.
Leipziger Frühjahrsmesse. Die Einfuhrkontingente aus Mease-
käufen, die auf der Frttnj ihrsmesse 1922 von deutschen Firmen mit aus-
ländischen Ausstellern getätigt werden, sind vom Reichskommissar für
Aus- und Einfuhrbewilligung auf das Doppelte derjenigen Mengen erhöht
worden, die für die Herbstmesse 1921 festgesetzt wurden waren. Als
Schlußtermin für die Eiureichung der Anträge auf Abstempelung der Meß-
orders beim Meliamt wird der 18. 3 22 und fdr die Einreichung der Anträge
anf Einfuhrbewil.igung auf Grund der abgestempelten Meßorders der
23. 4 22 bestimmt.
Eine iuternatiooale Masterausstellung für moderne Baukunst
In Turin fiudet in der Zeit vom 8 4. bis 21.5. 22 statt. Das Programm
umfußt n a. : Baumaterialien und Maschinen für die Herstellung und
Prttfung von Baustoffen, Mascbineneimichtnngen für Bauplätze jeder Art
(Tran^portnittel, Aufzüge, Knetmaschinen, Ziegelpressen usw.), Ausstattung
und Wand-Dt-korationen, ferner das gesamte Gebiet der Heizung, Beleuch-
tung, elektrischen Anlagen und sanitären Apparate usw. Eine besondere
Abt.ilung „La caBa elettrica" soll den Auwendungsmöglichkeiten der
Elektiizität Im häuslichen Gebrauch gewidmet werden. Im Eisenbahn-
verkehr nnd für die E nfuhr der Ausstellungsgüter werden Erleichterungen
gewährt. Bei genügender Betei ignng soll ein eigener, lediglich der
deutschen Indnstiie vorbehaltener Pavillon zur Verfügung gestellt werden
Den einschlägigen Industriezweigen kann eine Beteiligung mit Aussicht
auf Erfolg empfohlen werden. AuBStellungsdrucksachen in deutscher Sprache
binnen au der Geschäftsstelle des Auastellungs- und Messe-AmtB, Berlin
0, Hindersinntraße 2, eingesehen werden. Das Deutsche Konsulat
in Turin ist bei Voreinsendung des Bückportos (0,60 Lire) zur Erteilung
von weiteren Auskünften gerne bereit.
Die 6. Internationale Mustermesse in Valencia findet in den
Tagen vom 10. bis 31. 5. 1929 statt.
Verbände.
Preiserhöhung für elektrotechnisches Hochspannung» - Por
zellan. Die Vereinigten Porzellan Isolatoren- Werke haben infolge weiterer
Steigerung der Gestehungskosten sich gezwungen gesehen, mit Wirkung
ab 1. 3. 22 die Inlandspreise für B^chspannungs-Isolatoren um durch'
schnittlich 30% zu erhöhen. Auch die neuen Preise verstehen sich für
Lieferung frachtfrei deutschen Empfangsstationen nnd gelten zunächst bis
Ende März 1922.
Firmenregister.
, Deutschland.
Lorenz & Co., G. m. b. H., Laasdorf, S.-A. Geschäftsführer und öe
seilschafter Rubner ist ausgeschieden. Alleiniger Geschäftsführer nnd
Gesellschafter ist Dr. Winterling. Die Firma lautet jetzt : „Porzellan
fabrik Laasdorf, G. m. b. H."
Speckstein-Steatit G. m. b. H„ Lauf. Die Prokura der Dom
Sembach ist erloschen. Kaufmann Wilhelm Krentier hat Gesamtprokurs
mit dem Prokuristen Kunze.
Zeidler & Pumcker, Selb Plösberg. Wilhelm Zeidler ist durch Tod
ausgeschieden nnd Witwe Hildegard Zsidler, geb. Tuoina, als persönlich
haftender Gesellschafter eingetreten, Sie ist nicht vertretungsbefugt,
Kaufmann Alfred Leuba hat Prokura.
Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Co., A.-G., Behau. Die Kapitals
erhöhung um M 3,6 Mill. ist erfolgt.
Porzellanfabrik Tettan, A.-G., Tettau. An Stelle des ausgeschiedene!
Leonhard Eberlein wurde Kaufmann Karl Hoefer zum Vorstandsmitgliet
bestellt. Sägewerksleiter Hans Hackel und Kaufmann Rodolf Schuber
haben Gesamtprokura unter Beschränkung auf die Hauptniederlassung
Tettan.
Qnarzsandwerke Weißenbrnnn, Bauer & Co., Inhaberin: Porzellan
fabrik Tettau, A-G., Tettau. Zum weiteren Vorstandsmitglied wurdi
Kaufmann Karl Hoefer bestellt. Kaufmann Eduard Obstfelder hat Gesamt
Prokura für die Zweigniederlassung Weißenbrunn
Georg Karmann, Kunsttöpferei, Fabrikation und Vertrieb von Oefei
nnd Kochherden j*der Art, G. m. b. H, Berlin. An Stelle der aus
geschiedenen Kanfleute Georg Karmann, Simon Löwenstein und Ott<
Freytag wurden Kaufmann Benno Ebert nnd Töpfermeister Georg Karmani
zu Geschäftsführern bestellt.
Maurer & Tilp, Kempten. Alphons Maurer ist von der Vertretung
ausgeschlossen Vertretungsbefugt ist nur Heiarich Tilp.
C. und E. Carstens, Nenhaldensleben. Kaufmann Christian Carsten
jun. hat Prokura.
Terrakottawerk, G. m. b. H., Speicher. An Stelle des ausgeschiedenei
Adam Plein-Biewer wurde Gesellschafter Mathias Consdorf zum zweite:
Geschäftsführer ernannt.
Karl Kubitz & Co , Ofenfabrik, Vehlefanz. Die Gesellschaft i
aufgelöst, die Firma erloschen.
Tonwarenfabrik, A.-G, Hninstadt. Erwerb und Betrieb von Ton
Warenfabriken und Handel mit deren Erzeugnissen. Grundkapital : Jt 2 Hill
Vorstandsmitglieder sind Ing. Johannes Cobrs und Direktor Adolf Kleii
Sie sind nur gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokurist«
vertretungsbefugt. Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben
sind : Kaufmann E. Rothschild, Fabrikant M Strauß, die Kaufleute
J. Rosenau, N. Schack und M Rothschild. Dem ersten Aufsichtsral
gehören an : Aufsichtsrat F. Blumenfeld, E. Rothschild, M. Strauß
J. Rosenau, N. Schack, A. Herrgen und Dr. H Mayer,
Schamotte- und Silika- Werke, A.-G , Hönningen a. Rh. Die Kapitals
erhöhung um M 2,5 Mill. auf Jt 6,5 Mill. ist durchgeführt. Aasgabe
kurs 175 o/0.
F. Ad. Richter & Cie., Berlin. Die Zweigniederlassung ist aui
gehoben.
Elektroschmelzwerk Kempten, A.-G., Kempten. Betrieb eine
Elektroschmelzweiks und Beteiiigang an anderen verwandten Unter
nehmungen. Grundkapital: M 2 Mill. Vorstand ist Fabrikdirekto
Arnes Schiefer. Die Gründer, die alle Aktien übernommen haben, sind
Kommerzienrat M. Schönnen-, Fabrikdirektor P. Schönherr, Kaafmahj
E. Morgenbesser, Student 0. Siems und Fabrikdirektor E. Wendel. Da
ersten Aufsichtsrat bilden : Dr. R Schönherr, Kaufmann K Siems
Direktor F. A. Zimmermann, Oberingenieur R. Uhlig und Justizraj
M. Beatler.
Schmirgelwerk Pegau, Adolf Meyer, Pegau. Adolf Chr. H. Meyer,
ist ausgeschieden. Nunmehriger Inhaber ist Kaufmann Rudolf A. 9
Damm. Die Firma lautet künftig: „Schmirgelwerk Pegau Adolf Meyei
Nachf. Rudolf Damm.«
F. Ad. Richter & Cie., Rudolstadt, Die Gesellschaft ist aufgelöst
Liquidator ist Dr. jur. Anton Hackmann.
Vereinigung der Tonwarenfabriken von Maskau nnd Umgegend,
e. G. m. b. U , Muskau. An Stelle des ausgeschiedenen Fabrikbesitzen
Friedrich Habedank wurde Fabrikbesitzer Ernst Heyne als VorBtandsmil
glied bestellt.
Hirsch, Mielisch & Co., Döbern, N.-L. Die Firma lautet jetzt
„Niederlausitzer Hohl- und Krystallglaswerke Rudolph Brox & Co.'
Referendar a, D. Erich Brox und Direktor Franz Maden haben Gesa]
Prokura
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBUR0.
Nr. t — 87
Eichhorn & Weis, G. m. b. H, Filiale Dresden, Dresden. Das
Stammkapital ist nm M 500 000 auf M 1 Mill. erhöht worden.
Glasfabrik Friedrichshütte, F. Seidensticker & Co., Driburg. Die
Firma lautet jetzt: „F. Seidensticker & Co., Kommanditgesellschaft".
Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Karl Mtinetermann
und Klemens Münstermann. Ein Kommanditist ist beteiligt. Die Prokura
des Kaufmanns Paul K. Münstermann ist erloschen.
Präzision- Thermometer und Instrumente, G. m. b. H., Berlin. Her-
stellung und Erwerb, sowie Weiterveräußerung von Präzisions- Thermo-
metern, chemischen nnd physikalischen Glas- und Metall- Apparaten, Labora-
toriumseinrichtungen und Herstellung und Vertrieb pharmazeutischer und
chirurgischer Glasinstrumente. Stammkapital: <M 50 000. Geschäfts-
führer ist Kaufmann Otto P. Weißwange.
Krystallschleifwerk und Glasversand, Schubert & Guder, Döbern, N.-L.
Glasschleifer Alois Schubert ist ausgeschieden.
Heraeus Quarzglas-Gesellschaft m. b. H., Hanau. Dr. jur. Werner
Canthal hat Prokura.
Gebrüder Queck, Lauscha, S.-M. Glasspinnereigeschäft. Persönlich
haftende Gesellschafter sind die Fabrikanten Anton, Bruno und Eiwin
Queck.
Hermann Bechmann, Steinheid. Kaufmann Darius Bechmann ist als
persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die Firma lautet künftig :
„H. Bechmann & Co."
Aetz-, Emaillier- und Stanzwerk Schilder-Fischer, G. m. b. H, Berlin.
Herstellung und Vertrieb von Metall- und Emailleschildern, sowie Stanzen,
insbesondere Fortbetrieb der Firma „Aetz-, Emaillier- und Stanzwerk
Schilder-Fischer", sowie Vertretung der A.-G. für Glasindustrie vormals
Friedrich Siemens, Dresden, für Stanzglas. Stammkapital: M 300 000.
Geschäftsführer sind Kaufmann Otto Fischer, Ingenieur Alexander Kahn
und Kaufmann Moses Siutzkin.
Fuldaer Stanz- und Emaillierwerke F. C. Bellinger, Fulda. Die
Prokura des Hermann Schäfer ist erloschen.
„Teutonia", Stanz- und Emaillier werke, G. m. b. H, Meißen. Kauf-
mann Friedrich C. Törsel und Betriebsleiter Max Hofmann haben Ge-
samtprokura.
Bemesi & Jahn, G m. b. H, Barlin. TJebernahme von Vertretungen
sowie Ein- und Verkauf von Masikiastrumenten und Porzellanwaren.
Stammkapital: Ji 20000. Geschäftsführer sind die Kaufleute Max Jahn
nnd Emeiich Benesi. Sie Bind nur gemeinsam vertretungsbefugt.
Berliner Spiegelglas-Verkaufs-Kontor, G. m. b. H, Berlin. Arthur Bade
hat Prokura mit einem andern Prokuristen.
Colditzer Steiagutgroßhandlung, G. m. b. H , Colditz. Großhandel mit
Glas, Porzellan und Steiagutwaren. Stammkapital: ^ 100000. Geschäfts-
führer sind die Kaafleute Karl H. Fritsche und Christfriei H. C. Braun.
Sie sind nur gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit der Ehefrau
des anderen vertretungsbefugt.
Deutsche Motorenbau-Baugesellschaft m. b. H., Berlia. Die Firma
lautet fortan : „Technische Glaswaren, G. m. b. H." Gegenstand ist nun-
mehr Anschaffung und Weiterveräußernng, üebernahme der fabrikmäßigen
Bearbeitung und Verarbeitung von Waren, insbesondere Herstellung tech-
nischer Glaswaren Zu weiteren Geschäftsführern wurden Fabrikdirektor
Willi Krüger und Oberiugenieur Fritz Luschen bestellt.
Glashttttenwerke Germania, Schweig, Müller & Co., G m. b. H„ Breslau.
Ludwig Fink wurde zum Geschäftsführer bestellt. Seine Prokura ist
erlof chen. Jeder Geschäftsführer ist selbständig vertretungsbefugt. Dem
Geschäftsführer Fink Ut es nicht gestattet, für eigene Bechnung Geschäfte
zu machen und Vertretungen zu übernehmen.
Keramik, G.m.b.H., Aachen. Dr. jur. Hugo Cadenbach, Adolf
Savehberg, Theodor Siepmann, Peter Bruiequin und Matthias. Roeb haben
Gesamlp rokura zu je zweien.
Gesellschaft M. Kusnezow Import und Exoort von Porzellan- und
Metallwaren m. b. H., Berlin. Gottfried Pfeiffer hat Einzelprokura.
Max Miersch & Co., G.m.b.H., Berlin. Herstellung und Vertrieb
von elektrischen Isoliermaterialien und von Porzellan für elektrische Zwecke.
Stammkapital: Ji 20 000. Geschäftsführer ist Max Miersch.
Bamberger, Leroi & Co., Frankfurt a. M. Die Prokuren des Gustav
Campe und des Ludwig Santer sind erloschen.
Oberschlesische Glasgroßhandlung Paul u. Georg Felkel, Kattowitz.
Persönlich haftende Gesellschafter siad die Kaufleute Paul u. Georg Felkel.
Osnabrücker Glasindustrie Mußweiler & Witte Osnabrück. Persönlich
haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Carl Muß weiter und Ludwig
Witte. Ein Kommanditist ist beteiligt.
Piehl & Fehling, Lübeck. Die Prokura des Fritz E. H. Untermann
ist erloschen. — In Stettin wurde unter der Firma „Piehl & Fehling,
Zweigniederlassung Stettin", eine Zweigniederlassung errichtet. Willy
Dechau hat Prokura für die Zweigniederlassung Stettin. .
Pirnaer Flachglashandlnng Max Scherzer, Pirna. Die Kaufleute
Karl M Mende nnd Paul A. Dechant sind als persönlich haftende Gesell-
schafter eingetreten. Die Prokura von Georg Hempel und Paul A. Dechant
ist erloschen.
Porzellan- und Glaswaren Co., G. m b. H., Neustadt bei Coburg.
Vertrieb technischer Erzeugnisse, vorwiegend von Fabrikaten der keramischen
Industrie. Stammkapital: Jt 20000 Selbständig vertretungsbefugte Ge-
schäftsführer sind die Kanfleute Adolf Pietsch und Max Süßengnth.
Süddeutsche Glas- und Porzellanwaren-Großhandlung Friedrich Zick-
tiffifblf, Kommanditgesellschaft, Frankfurt a. M. Kaufmann Moritz Schorsch
hat Einzclprokura. Die Prokura des Mathias Beiß ist erloschen.
Westfälische Glasmanufaktur, G. m. b. H, Bielefeld. Das Stamm-
kapital ist am M 700 000 an«. -4k l JKMl «rbjilt worden. '
E. de Ha*a, Chemische Fabrik „List". G. m. b. H., Seelze b. Hannover.
Die Direktoren Hugo Hemmelmann und Dr. Max Bachner haben Gesamt-
prokura.
W. C. Heraeus, G. m. b. H, Hanau. Dr. jur. Werner Ganthal hat
Gesamtprokura.
Patente.
Deutsches Reich,
Anmeldungen.
12 d, 1. E. 23 085. Verfahren zur elektroosmotisohea Trennung von
Substanzen, die aus Dispersoiden, wis Suspansions- nnd Emulsionskolloiden,
Ionen und nicht ionisierten Körpern, bestehen. Elektro-0 smose, A.-G.
(Graf Schwerin-Gesellschaft), Berlia. 8. 4. 18.
12 d, 21. St. 32 221. Verfahren zum Entwässern von Schlämmen
der verschiedensten Art auf einer Nutsche. Theodor Steen, Charlottenburg,
Knesebeckstraße 77. 31. 7. 19.
12 m, 6. B. 82 419. Verfahren zur Herstellung reiner Tonerde.
Dr. Max Buchner, Hannover-Kleefeld, Schellingstr. 1. 9. 9. 16.
12 m, 6. M 59 575. Verfahren zur Gewinnung von Tonerde duroh
Umwandlung des Tonerdegehaltes eines Tonerde nnd Kieselsäure enthaltenden
Stoffes in lösliches Alkali-Alumiuat und des Kieselsäuregehaltes in unlös-
liches Calciumsilikat. Metallbank nnd Metallurgische-Gesellschaft, A.-G.,
Frankfurt a. M 11 5. 16.
21 c, 2. R. 85 450. Verfahren zur Herstellung elektrischer Isolier-
körper. Alfred Rogge, Köln-Braunsfeld, Paulistr. 20. 29. 1. 18.
21c, 13. A. 32159. Isolatorkappe. A.-G. Lauchhammer, Lauch-
hammer, Provinz Sachsen. 15.8. 19.
21c, 13. P. 37 494. Hängeisolator. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal
& Co., A.-G., Selb in Bayern. 3. 3. 19.
21c, 14. A. '34 487. Stttt2isolator. 3. 12. 20".
21g, 12. A 35 340. Einführen gfisolator für die Elektroden von
Groß,-Gleichrichtern; Zas. z. Anm. A. 34 552. 19.4.21.
Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin.
21g, 15. P. 42 241. Gltthkathode von Röntgenröhren. Phönix,
G. m. b. H, Glastechoische Werkstätte, Rudolstadt, Thür. 4. 6. 21.
22 i, 1. H. 86 813. Kitt, insbesondere zum Verbinden von Eisen-
teilen mit Porzellan. Otto Hitler, Berlin, Seestr. 83. 31. 8. 21.
30 b, 14. F. 49 202. Künstlicher Zahn. Carl Ulrich Fehr, Berlin-
Friedenau, Fregestr. 5. 3. 5. 21.
30 b, 14. S. 52 364. Künstlicher Zahn. Weskey Linford Smith,
Pennsylvania, V. St. A. 26. 2 20. V. St. Amerika 15. 11. 16.
30 b, 14 Künstlicher Flachzahn. Elsbeth Duncker, Dresden, Ostra-
Allee 26 b. 29. 1. 21.
30 b, 14. 349 981. Verfahren nnd Vorrichtung zum Pressen von
künstlichen Zähnen. Frankfurter Dental-Werke Schulz, Nicklas & Co.,
Frankfurt a. M. 22 6 21.
30 g, 1. C. 28 512. Spritzflasche. Albert Timm, Cassel, Wittich-
straße IV». 11. 11- 19-
32 a, 27. K. 73 950. Verfahren zur Herstellung von Glaskörpern
mit genauen Oberflächenkrümmungen oder Kantenwinkeln. Karl Küppers,
Aachen, Habertusstr. 58. 29 7. 20.
32 a, 27. V. 14 703. Verfahren zum Zusammenschmelzen der Glas-
tfile von Glühlampenkolben und anderen Glaskörpern mit Hilfe eines lös-
lichen Flusses. Leopoldo Sanchez Vello, Barcelona. 3. 5. 19. Spanien
22. 1. 19.
36 a, 13. R. 49 669. Ofen aus sich seibat verankernden Kacheln.
Kurt Reiche, Stettin, Linsingenstraße 19. 1 3. 20.
48 c, 4. F. 46 712. Tunnelofen, besonders zum Brennen von Emaille-
waren Henri Francart, Tongres, Belgien. 28. 4. 20. England 19. 12 18.
48 c, 4 P. 35 770. Ofen zum Glühen und Emaillieren von Blech-
geräten. Franz Plümer, Brieg, Bez. Breslau, Riedelstr. 21. 9. 6. 17.
67 a, 19. M. 68 858. Kittschale zum Aufkitten optischer Gläser.
Wilhelm Müller, Benin- Wilmersdorf, Lauenburger Straße 15. 3. 4. 20.
67 a, 19. Sch. 58 295. Vorrichtung zum Schleifen von Kugelflächen,
insonderheit an optischen Linsen. Schmidt & Wagner, Berlin. 14. 5. 20.
67 a, 19. St. 33 289. Maschine zum Schleifen der schmalen Kanten-
flächen elliptischer Linsen. The Standard Optical Corporation, Geneva,
V. St. A. 12. 6 20
67 c, 3. K. 67 202. Schleif- nnd Poliermittel aus Zirkonoxyd. Dr.
0. Knöfler & Co., BerJin-Plötzensee, undJHermann Stegmeyer, Charlotten-
burg, Sophie- Charlotte-Str. 5. 20.9. 18.
75 a, 20. Sch. 44188. Vorrichtung zum Emaillieren von Draht.
Georg Schmidt, Hannover, Krausenstr. 18. 20. 6 13.
75 e, 5. M. 72 251. Verfahren zur Erzeugung von Metallüber-
zügen auf Gegenständen mit glatter Oberfläche. Rudolf Mayer und Karl
Zatloukal, Eger, Böhmen. 20. 1 21.
80 a, 52. M 63 164. Verfahren und Vorrichtung zum Gießen und
Kühlen von Formstücken aus Schmelzen. Arnold Moetteli, Oberwinterthur,
Schweiz. 8. 5. 18.
80 b, 1. R. 51 559. Verfahren zur Herstellung wetterfester Steine.
Benno Riedel, Dresden, Ostia-Allee 12. 16 11. 20.
80 b, 8. B. 89 601. Verfahren zur Herstellung säurefester, dichter
Gegenstände ans Kieselsäure. 30. 5. 19.
80 b, 8. B 89 713. Verfahren zur Herstellung säurefester, dichter
Gegenstände aus Kieselsäure. Zus. z. Anm. B. 89 601. 10. 6, 19.
Oskar Bühring, Mannheim, Charlottenstr. 11.
80 b, 8. R. 46 399. Verfahren zur Herstellung feinkeramischer
Massen aller Art durch trockene Feinmahlung. Dr.-Ing. Ernst Rosenthal,
Selb i. B. 23. 8. 18.
80 b, 9. A. 33 678. Isoliersteingegenstände. Aktiengesellschaft
für patentierte Korksteinfabrikation nnd Korksteinbauten vormals Kleiner
& Bokmayer, Mödling bei Wien. 29. 6. 20. Oesterreich 22. 10. 18.
80 b, 9. B. 99 560. Isolierende Formstücke. Dr. Wilhelm Bünte,
Hannover-Linden, Deister Str. 8. 3. 5. 21.
83 — Nr 8
SPRECHSAAL- COBURG!.
1922. (55. Jahrgang.)
80 b, 11. N. 18 929. Tonerdeschleifmittel und Verfahren zn seiner
Herstellung:. Norton Company, Worcester, Massachnsetts, V. St. A.
21. 6. 20. V. St. A. 18. 9. 17.
80 b, 12. F. 49 109 Verfahren znr Gewinnung von Feldspat und
Dolomit. Keinhold Froelich, Meißen i. Sa. 20. 4. 21.
80 b, 12. S. 55 879. Verfahren zum Brennen von Porzellan od. dgl.
Siemens-Schuckertwerke, G. m. b. H., Siemensstadt b. Berlin. 17 3. 21.
80 b, 12. W. 59 152. Verfahren zur Herstellung; eines gebrauchs-
fertigen Lehmpulvers. Alfred Westphal, Breslau, Heinrichstraße 25.
19 8. 21.
80 b, 15. Sch. 61704. Verfahren znr Musterung von Kunstgranit.
Christian Schneider, Charlottenburg, Herder^tr. 3/4 11. 5. 21.
80 b, 25. M. 68 318. Verfahren zur Herstellung feuersicherer und
wasserfester Platten. Angust Robert Malier, Bremen, Obernstr. 41/43.
2. 4 18.
80 c, 4. M. 69 125. Längliche Verbrennungskammer für Kanalöfen.
Bobert Clay Metealf e, Newark, V. St. A. 27. 4. 20.
80c, 4. B. 53 591. Glüh- und Muffelofen; Zus. z. Pat. 344 479.
Carl Boschmann, Hennigsdorf bei Berlin. 28. 7. 21.
80 c, 5. A. 35 172. Verfahren znr Erzielung einer vollkommenen
Gasverbrennung in Gaskanalöfen. Allgemeine Elektiizitäts-Gesellschaft,
Berlin. 30. 3. 21.
80 c, 5. K. 70 105. Eanalofen zum Brennen keramischer Waren,
Silikasteine, Magnesit n. dgl. Heinrich Koppers, Essen, Bahr, Moltkestr. 29.
3. 9. 19.
80 c, 9. P. 42164. Feuernngekasten für Porzellanbrennöfen. Porzellan-
fabrik Schönwald, A.-G., Selb in Bayern. 26. 5. 21.
80 c, 16. M. 74 580. Verfahren nnd Vorrichtung zur Beheizung
von periodischen Oefen. Franz Meiser und Karl Meiser, Nürnberg, Sulz-
bacher Str. 9. 25. 7. 21.
Zurücknahme von Anmeldungen.
21 c. M. 69 966. Keramisches Isolatorelement mit zylindrischer
Wandfläche. 7. 4. 21.
42 h. B. 93 143. Glaskörper für Beleuchtangsz wecke. 18. 11. 20
80 a. C. 27 601. Verfahren zur Herstellung von Körpern und
Platten ans pulverigem, sich verfestigendem Gut. 16. 6. 21.
80 b. C 24 872. Verfahren zur Herstellung doppelwandiger Por-
zellangefäße mit wärmeisolierendem, luftleerem Zwischenraum. 6. 4. 20.
Versagung.
21 d. A. 32 095. Bingförmiger Isolierkörper für Stromwender,
Schleifringe nnd ähnliche Teile elektrischer Maschinen. 29. 1. 20.
48 c. K. 57 475. Verfahren znr Herstellung eines Email- und Glasur-
trübungsmittels.
Erteilungen.
348 756. 80 b, 9. Verfahren zur Herstellung von porösen Moler-
steinen für Isolationszwecke. Internationalt Isolations Kompani A/S-Ikas.
Kristiania. 31.3 20. Dänemark 17 7. 18.
348 769. 12 i, 37. Verfahren zur Herstellung von alkalifreier,
amorpher Kieselsäure. J. Michael & Co., Berlin. 23 2. 21.
348 905. 12 m, 6. Verfahren zur Herstellung von Metallhydroxyden.
Dr. Max Buchner, Heidelberg, Brannengasse 14. 22. 1. 15.
348 946. 32 a, 15. Verfahren und Vorrichtung zum Blasen von
dünnwandigen Glashohlkörpern, besonders Glühlampenkolben. Empire
Machine Company, Portland, Maine, V. St. A. 27. 1. 15.
348 965. 21 c, 10. Dnrchführungs- Abspannisolator. Karl Brechtel,
Neukölln, Sanderstr. 29. 22. 1. 21.
349 039. 32 a, 27. Verfahren znr Herstellung von Ampullen mit
genau vorgeschriebenem Inhalt. Carl Bose, Gehren, Thür. 12. 8. 20.
349 107. 30 b, 14. Künstlicher Zahn. The S. S White Dental
Manufactnring Company, Philadelphia, V. St. A. 9. 10. 19. V. St. Amerika.
7. 4. 15.
349 249. 80 b, 25. Verfahren zur Herstellung gepreßter und danach
stark erhitzter Formlinge, wie Isolatoren, Abortbecken, Bausteinen u. dgl.,
auB hydraulischen Bindemitteln oder Oxychloridzement und bituminösen
oder Harz-Stoffen sowie Füllstoffen. 16. 7. 18.
349 416. 80 b, 21. KunststeinmasBe. Dr.-Ing. Kurt Würzner,
Biebrich a. Bh. 14. 9 19.
349 465. 36 a, 24. Kachelofen mit Fiihrungswänden aus kera-
mischem Baustoff für die Bauchgase. Dr. Karl Brabbee, Charlottenburg,
Weimarerstraße 50. 13 6. 19.
349 508. 67 a, 19. Kittschale zur Aufnahme von zu schleifenden
Gläsern. Wernicke & Co., Maschinenfabrik, Bathenow. 30. 1. 21.
349 585. 80 b, 17. Verfahren zur Herstellung von widerstands-
fähigen Platten und Formstücken. Budolf Geldmacher, Köln, TrajanBtr. 39.
17. 10. 13.
349 635. 67 a, 17. Mit Gummipolstern ausgestattetes Einspann-
oder Haltefutter für GlasgegenBtände. Fr. Wilhelm Katzscher, Denben-
Dresden. 29. 6. 21.
349 636. 67 a, 19. Maschine zum Schleifen von Winkelfacetten
oder auch geraden Abstechen der schmalen Kantenflächen aller Art von
GläBera. 6. 8. 20.
349 637. 67 a, 19. Maschine zum geraden Abschleifen einzelner
oder gestapelter optischer Gläser o. dgl. an den schmalen Bandflächen
nach Schablone. 15. 3. 21.
Beller & Fischer, Neuenburg, Wttbg.
349 639. 67 a, 19. Maschine zum Bearbeiten optischer Gläser.
21.4. 16.
349 640. 67 a, 19. Maschine znm Schleifen von Winkelkantenflächen
an unruude Brillengläser. 7. 4. 18.
Carl Zeil!, Jena.
349 780. 80 b, 12. Verfahren und Gewinnung von Oligocaen-Kaolin.
349 781. 80 b, 12. Verfahren zur Gewinnung von hochwertigem
Feldspat.
Beinhold Froelich, Meißen i. Sa., Leipzigerstr. 10. 10. 3. 21.
349 849. 21 c, 2. Verfahren zur Herstellung von feuerbeständigen
Glimmerplatten aus Glimmerabfall. Paul Kertesz, Budapest. 6. 11. 20.
349 862. 32 a, 8. Verfahren zum Blasen doppelwandiger Glashohl-
körper. Glasfabrik Sophienhütte Bichard Bock, G. m. b. H., Ilmenau, Thür.
12. 10. 20.
349 951. 80 c, 1. Kammerringofen znm Brennen von keramischen
Waren, Kalk, Dolomit u. dglr Dr.-Ing. Heinrich Koppers, Essen, Bahr,
Moltkestraße 29 22. 8. 19.
349 952. 80 c, 1. Kammerringofen mit überschlagender Flamme.
Aloysius Wilhelmus Franciscus Weyers, Tilburg. 22 4. 20. Niederlande
2. 5. 19.
349 985. 32 a, 33. Vorrichtung zum Beschneiden von Glastafeln.
Empire Machine Company, Pittsburgh, V. St. A. 9. 3. 20. V. St. Amerika
8. 5. 16.
350 066. 42 i, 1. Graduier- und Schreibdruckapparat für Thermo-
meterskalen. Max Schilling, Manebach i. Thür. 23. 6 20.
350143. 80 c, 5. Gaskanalofen znm Brennen keramischer Waren
u. dgl Anti Dahl, Deutsch-Lissa, Bez. Breslau. 10. 7. 20.
350 251 . 32 a, 12. Selbsttätige Glasblasemaschine. Arthur Wilzin,
St. Ouen b. Paris. 19. 8. 17. England 11. 10. 16.
Beschreibungen.
Haltevorrichtung für die Bearbeitung oder Veredelung von
Glasgegenständen. Drei oder mehr untereinander versetzt angeordnet bieg-
same oder starre, flache oder runde Bänder o. dgl. in Schlingenform aus
Stahl oder sonstigem Stoff sind an zwei gegeneinander beweglichen Backen
befestigt, die zwischen sich die zu bearbeitenden Glasgegenstände auf-
nehmen, beim Auseinandergehn der Backen sich an sie anpressen. 67 a, 17.'
Nr. 345105. 12.2.21. Fr. Wilhelm Katzscher, Deaben Dresden.
Diaphragma für elektrolytische Zellen horizontaler Konstruk-
tion. Es besteht aus einem grießartigen Stoff aus gemahlenen Diaphrag-
menplatten, Ton oder Bimsstein nnd einem Bindemittel, das mit diesem
Stoff nach dem Erhärten eine poiöie Masse bildet. 12 h, 3. Nr. 345 132
20. 4. 18. Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co., Leverkusen bei
Köln a. Bb.
Formsehere zur Herstellung von Flaschenhälsen an den Enden
der zn Flaschen zu verarbeitenden Glasrohre. Eine an den Scheren-
schenkeln befestigte, geteilte, das Glaarohr gleichachsig mit der Schere
haltende Führung ist an den Schenkeln hinsichtlich des gegenseitigen
Abstandes ihrer Teile einstellbar. 32 a, 27. Nr. 345 146. 8. 5. 20. Lieb-
recht Bachmann, Cursdorf, Thür. Wald.
1. Verfahren zur Herstellung von Soda nach dem Ammon-
iakverfahren, Man versetzt die ammoniakalische Kochsalzlösung oder [
Sohle vor der Sättigung mit Kohlensäure mit Chlorkalk.
2. Verfahren zur Aufarbeitung der bei dem Verfahren nach Ansprach 1
erhaltenen Mutterlauge zwecks Herstellung von sodahaltigen Fluß- und
Reinigungsmitteln für die Glas-, Emaille- und keramische Iadustrie. Man |
versetzt die bei dem Verfahren gemäß Anspruch 1 nach der Abtrennung
des ausgefällten Bikarbonats erhaltene Mutterlauge nach Zusatz von
Chlorkalk mit wäßrigen Lösungen von Kieserit oder Kalirttckständen bzw.
von Mischungen solcher Salze und kalziniert die sich abscheidenden.
Kristalle. 121, 8. Nr. 345 258. 9.11. 19. Wilhelm Wächter, Berlin.
Maschine zum Schleifen und Polieren der gegenüberliegenden
ebenen Flächen kleiner Rotationskörper, wie Knöpfe, Scheiben, Binge nnd
ähnlicher Gegenstände, zwischen zwei ebenen Schleifscheiben. Zu«
Führung der zu schleifenden oder zu polierenden Werkstücke sind zwecks
mäßig in der umlaufenden Schleifscheibe eine oder mehrere Spiralnuten
mit ebener Sohlfläche vorgesehen, die Bie, von innen eintretend, unter dem
Einfluß der Beibung am Schleifkorn nach außen durchwandern, von der
Zentrifugalkraft an die äußere Billenrippe angepreßt werden, wodurch ein |
Abrollen der Werkstücke an dieser Bippenwaud bei der Spiralenbewegung
herbeigeführt wird. 67 a, 24. Nr. 345 327. 18. 1. 21. Wilhelm Dahl-
mann, Siegbnrg, Bold.
Brennofen mit mittelbarer Beheizung, bei welchem die Brenn-
stoffe im Innern von Verbrennungskammern verbrannt werden, um welche*
die Ofenlnft umläuft. Die Verbrennungskammern werden aus einer Anzahl!
regelbar beheizter, nebeneinanderstehender Heizkörper gebildet, die von
durch Zwischenwände abgegrenzten Luftumlaufkanälen voneinander ge-
trennt sind. 80 c, 4. Nr. 344363. 27.4.20. Carl Roschmann, Hennigs-
dorf bei Berlin.
Verfahren znm Brennen im Gaskanalofen nach Patent 340535.
Die unteren Heizzüge des Kanalofens werden mit dem reichen Gase, die
oberen mit dem schwachen Gase beheizt. 80 o, 5. Nr. 344 364. 8. 6. 20,
Zus, z. Pat. 340 535.) Franz Karl Meiser, Nürnberg.
Verfahren zum Brennen von Porzellan im Gaskanalofen nach
Patent 340 635. Die im Doppelgaserzeuger gewonnenen beiden Gasarten
werden durch den Druck des Unterwindes nach den Brennstellen gedrückt'
80 c, 5. Nr. 344 365. 13. 7. 20. (Zus. z. Pat. 340 535.) Franz Karl
Meiser, Nürnberg.
Verfahren zur Herstellung von gebranntem, sogenanntem Pariser
Gips. Pulverförmiges oder körniges Calciumsulfat (CaSC, + 2 H90) wird
in einem geschlossenen Gefäß unter Druck und einer Temperatur von
180—220° C. ohne Zusatz von Feuchtigkeit oder Dampf behandelt.
80 b, 6. Nr. 344 478. 16.2.21. William Malam Brothers, Ruddington,
England.
Glüh- und Muffelofen, bei dem die Ofenluft durch elektrisch
erhitzte Heizkörper in Umlauf versetzt wird. Die elektrischen Heizkörper
sind als stehende Rohre mit unteren Lufteintritts- und oberen Luftaustritts-Kj
Öffnungen ausgebildet und stehen in halbkreisförmigen Nischen der Ofen-
wände. 80 c, 4. Nr. 344 479. 29. 4. 20. Carl Roschmann, Hennigsdorf,
bei Berlin.
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 8-89
Teelöffel ans Glas. Er ist in allen seinen Teilen vor der Glas-
bläserlampe hergestellt, wodurch er widerstandsfähig gegen hohe Tempe-
raturen wird nnd leicht in künstlerische Form gebracht werden kann.
34 f, 14. Nr. 344533. 10.7.18. Max Lehmann, Danzig-Langfuhr.
Vorrichtung zum Schleifen der Dichtränder von Einmachgläsern
nnd deren Deckeln nach Patent 326 122. Der obere Schleifring weist in-
mitten seiner Schleiffläche eine konzentrische, ringförmige Aussparung auf,
und der wie an sich bekannt zum Halten der Einmachgläser dienende,
zur Schleiffläche parallele und einstellbare Arm ist mit frei drehbaren
Bollen nahe der Schleiffläche versehen, um die bremsende Wirkung des
mittleren 'Teiles der Schleiffläche auf die Eigendrehung der Werkstücke
einerseits aufzuheben und diese anderseits nach Möglichkeit zu erleichtern.
67a, 31. Nr. 345443. 6. 4 18. (Zusatz zum Patent 326122). Paul
Mißler, Penzig, O.-k
Verfahren zur Herstellung facettierter Steine. In einem auto-
matischen Arbeitsgang werden die Steine in ihren drehschaltbaren Haltern
an umlaufenden Walzenwerkzeugen, die in einer den Facettenkränzen und
verschiedenen Bearbeitungsweisen (Schleifen und Polieren) entsprechenden
Anzahl und der Facettenlage entsprechenden Stellung zum Werkstück
angeordnet sind, längs einer Mantellinie unter Druck in einer in sich
geschlossenen Bahn vorbeigeführt und auf diesem Wege unter Abheben
von der Schleiffläche geschaltet Im Anschluß daran ohne Unterbrechung
des Arbeitsganges werden die Halter von ihren fertiggeschliffenen Werk-
stücken und dem anhaftenden Kitt befreit sowie mit neuem Kitt ver-
sehen, in den nach Erwärmung die Kohsteine eingedrückt werden
67 a, 21. Nr. 345539. 31. 10. 19. Johannes Göpfert, Dresden.
Verfahren znr selbsttätigen Begelang der Schmiermittel« oder
Schleifmittelzufuhr zu der Oberfläche von Gläsern oder dergleichen Werk-
stücken bei dem Schleifen und Polieren derselben. Man läßt die Aenderung
der Beibungsgröße zwischen dem Werkstück und Werkzeug durch eine
entsprechende Aendernng in der Zufuhr des Schmiermittels oder Schleif-
mittels herbeiführen. 67 a, 27. Nr. 345 540. 17. 1. 20. William Taylor,
Leicester, England.
Verfahren znr Herstellung von Schleifwerkzeugen ans einer
Mischung von Metall als Bindemittel und Schleifmittel. Die Binduug der
einzelnen Teile feinkörnigen Metalls untereinander und mit den Schleif-
mittelkörnern erfolgt durch Wärmezufuhr unter Mitbenutzung der beim
Pressen unter hohem Druck erzeugten Wärme in solchem Grade, daß die
Metallteile, ohne vollständig zu schmelzen, miteinander und mit dem
Schleifmittel zusammenbacken. 67 c, 3. Nr. 34554t. 10.1.19. Optische
Anstalt C. P. Goerz, A.-G , Berlin-Friedenau.
316 946,
Löschungen.
Elektrischer Kachelofen.
Warenzeichen-Eintragungen,
Erklärung der Abkürzungen: G. Geschäftsbetrieb; W. Waren-
verzeichnis; (A.) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibung
beigefügt ; A. Tag der Anmeldung ; E. Tag der Eintragung.
272838. Arthur Kellermann, Geschwenda i. Th. G.
Thermometerfabrik. W: Thermometer. A.: 22.8.21. E.
4. 10. 21.
Arke
- 278241. Duensing-Bicheroux-Werke, Boizenburg a. E.
G. : Herstellung u. Vertrieb von Baumaterialien. W. : Wand-
platten. A.: 8.10. 21. E.: 17.1. 22.
PLn_n_r
278295. Kristall-Schleifwerke Bosenthal, Weiß-
waBser, O.-L. G. : Glasschleiferei. W. : Kristallglas-
Luxuswaren. A.: 6.7. 21. E.: 17.1. 22.
Ä„v„»»m ««»<
278296. Stralauer Glashütte, A.-G., Berlin-
Stralau. G. : Glashütte. W. : Glas und Glaswaren.
A. : 29. 1. 21. E. : 17. 1. 22.
278 297. 278 638.
V1TR0MANT
A. : 18.2.21 E.: 17.1. 22. A. : 18.2. 21. E.:*25. l.*22.
Twyfords Limited, Cliffe Vale Potteries and Enamelled Fireclay Works,
Hanley (England). G. : Herstellung u. Vertrieb von Ton-, Steingut- u.
Porzellanwaren. W. : Töpfer- (Ton- u. Steingut-) waren für sanitäre u.
häusliche Zwecke.
Fr a gekästen des Sp rechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fragekaetens.
1. Der Fragekasten dient dazu, technische nnd andere fttr unseren Leserkreis wissenswerte Fragen und Fabrikationsfehler
offen eu erörtern, ferner Hilfsmittel,' Materialien, Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sieh Bezugs-
quellen Im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
3. Die direkte Vermittelung des An- oder Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
8. Die Namen der Fragesteller werden nach keiner Weise hin genannt, anonyme Zuschriften jedoch nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nur in die zweite auf die Frage folgende Nummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
können nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden. %
5. Die Redaktion behält sich vor, ohne Angabe von erfinden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; fttr branehbare
Beantwortungen technischer Fragen gewahrt sie ein angemessenes Zeilenhonorar. Eine zivilrechtliche Haftpflicht Übernimmt die
Redaktion nicht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
28. Ich stelle in meinem Betriebe Porzellan- Schalen vwt 10 bis 14 cm
Durchmesser her und brenne bei SK 13. Ich muß nun die Beobachtung
machen, daß die Schalen aus dem Brande, obwohl die Masse aus Kaolin 50,
Quarz 27, Feldspat 23, Kalkspat 2 Gew.-T. besteht, stets etwas verzogen
herauskommen. Die obere Linie der Schale erscheint, wenn man 2 Schalen
aufeinander legt, durchweg nicht übereinstimmend. Nicht die Fahne der
Schale hat sich gesenkt, sondern die Schale hat sich, um es kraß auszu-
drücken, etwas muldenförmig gebogen. Wie ist dem abzuhelfen? Ich
vermute, daß der Fehler an den Schalenkapseln liegt, deren Böden jeden-
falls nicht genau zentriert sind.
Erste Antwort: Sie scheinen noch nicht zu wissen, daß bei der
Porzellanfabrikation eingeschliffene Kapselböden ein Hanpterfordernis sind.
Wie der Boden, so der Bord. Wird Ihnen des Boden unter den Füßen ge-
nommen, bo fallen Sie um; so gehts dem Porzellan auch. Kaolin gibt
den Massen hohe Schwindung; warum arbeiten Sie mit 50% Kaolin ?
Für Drehmassen genügen 40%, für Gießmassen 35 %. Machen Sie zuerst
aus einer Mischung aus 1 T. Ton und 3 T. Schamottemehl einen Brei, löffeln
Sie denselben in die Kapseln und drehen Sie mit der Schablone vor jedem
Brande die Böden eben; weiter geben Sie Ihrer Masse nur 40% Kaolin,
bezw. für Guß nur 35%, und erhöhen die Flußmittel. Viel Feldspat
nimmt den Stand nicht, doch richtet sich seine Menge nach dem Kaolin-
gehalt ; 38 % Kaolin und 35 % Feldspat sind noch zulässig. Nun bleibt
noch die Modellfrage offen; aber ohne Ihre Schale zu kennen, läßt sich
nichts sagen. Es ist aber klar, daß ausladende Teile Senkungen aus-
gesetzt sind.
Zweite Antwort: Lassen Sie den Kalkspat aus Ihrer Masse
und ersetzen Sie ihn durch Feldspat. Es ist in den letzten Zeiten viel-
fach versucht worden, Kalk in Porzellanmaasen einzuführen, da er schon
bei verhältnismäßig niedrigerem Feuergrad Sinterung und Garbrand hervor-
ruft. Doch wird meines Erachtens viel zu wenig auf die außerordentliche
Gefahr des Defoimierens hingewiesen, die gerade der Kalkzusatz mit sich
bringt. Zorn mindesten sei Ihnen dringend empfohlen, höchstens einmal
1 Ii % zuzogeben. Ich führe Ihren Mißerfolg einzig auf den Kalkgehalt
Ihrer Masse zurück. *
Dritte Antwort: Die angegebene Porzellanmasse für die
Schalen enthält etwas zuviel Kalk, weshalb empfohlen wird, ihn auf die
Hälfte zu vermindern und dafür den Spatzusatz auf Kosten des Qoarzes
zu erhöhen, denn es steht fest, daß zuviel Kalkspat in der Geschirrmasse
das Verziehen der Ware veranlaßt. Aber auch die Schalenkapseln können
schuld sein. Die gedrehten Schalenkanseln dürfen nur gut abgetrocknet
aus den Formen genommen werden, damit sie sich bei zu feuchter Ent-
nahme nicht verbiegen. Jede verbogene Schalenkapsel liefert verbogene
Schalen. Außerdem muß innen der Kapselboden, auf den die Schalen za
stehen kommen, gut glatt sein, damit nicht etwa vorhandene Erhöhungen
und sonstige Mängel Anlaß zum Verziehen geben. Darum müssen die
Böden in den Kapseln abgeschliffen und alte Kapselformen ganz ausrangiert
werden, wie dies in besseren Geschirrfabriken gehandhabt wird.
Vierte Antwort: Sie schieben den Fehler bei Ihren Schalen
auf die Kapseln ; ich nehme aber an, daß Sie die Kapselböden schmieren und
daß diese infolgedessen als Fehlerquelle nicht in Frage kommen. Jeden-
falls zeigt Bich das Verziehen nur an der Fahne, denn bei fehlerhaften
Kapselböden würde sich die ganze Schale samt dem Fuße verziehen. An
der Fahne verzogene Schalen werden sich nie ganz vermeiden lassen; um
aber den Fehler auf das Mindestmaß zu beschränken, müssen Sie vor allem
auf die Arbeit in der Dreherei achten Vollständiges Weißwerden der Schalen
beim Trocknen ist Grundbedingung, außerdem muß das Blatt auf die Form
gelegt, nicht darauf gepatscht werden; am zweckdienlichsten ist jedenfalls
das Abtrommeln des Blattes, weil damit die besten Erfolge zu erzielen sind.
Fünfte Antwort: Ihre Schalen-Masse für SK 13 scheint zu
wenig Stand zu haben. Nach Ihren Angaben handelt es sich nicht um
krumme unverzogene Schalen, sondern diese setzen sich auf einer Seite
vollständig. Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Masse gut durchgeschlagen ist,
also keine harten und weichen Stellen aufweist, ob der Fuß der Schale an
der richtigen Stelle sitzt und schließlich, ob die Schalen trocken abgeleert
werden. Achten Sie ferner besonders darauf, daß die Schalenkapseln
trocken herausgenommen werden, weil hierauf bei der jetzigen kalten
Jahreszeit nicht immer Rücksicht genommen wird, ferner daß die Kapseln
bei der Entnahme aus dem Glühofen gleich geschmiert werden. Die
Schmiere besteht aus % feiner Schamotte und % feinem Ton. Auch Ihren
Versatz könnten Sie etwas ändern, wie folgt :
Kaolin 47 Gew.-T.
Quarz .28 „
Bayerischer Spat 25 „
90 - Nr. 8
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Sechste Antwort: Das Senken der Schalen ist nicht, wie
Sie annehmen, auf die Kapseln zurückzuführen, sondern es liegen hier
andere Gründe vor, die Sie allerdings selbst herausfinden müssen. Ueber
die Zusammensetzung der Masse ist im Grunde nicht viel zu sagen,
höchstens wäre der Kaolin- und Sandgehalt zn erhöhen, and zwar in ge-
ringem Umfange und nur dann, wenn die Fehler nicht an Hand des
Nachstehenden behoben werden können. Der Fehler ist wohl zum größten
Teil auf Mangel an Sorgfalt und auf die Unterlassang der nötigen Vorsichts-
maßregeln zurückzuführen. Das Modell selbst kann schon den Keim des
Fehlers in sich tragen, indem es zu gerade gehalten ist and der Bogen
des Schalenrandes plötzlich scharf ansteigt Beim Feilen der Schablone
ist daranf zu achten, daß der Faß nicht za eng ist, es entsteht sonst
eine zn lange Fahne, die sich im Feuer senkt. Ebenso maß vom Faß
aasgehend eine Verstärkung des Scherbens eintreten. Aach die Her-
stellang der Masse nnd deren Verarbeitung in der Dreherei sind zn ver-
folgen. Zu weiche, angleichmäßige Masse, das Ueberziehen oder Zu-
sammenpressen der Habel, das Ableeren za weicher Schalen oder gar das
Abschlagen, Abblasen usw. der Stücke and zuletzt noch eine angleiche
Scherbenstärke geben zur Entstehung des Fehlers Anlaß. Beachten Sie
diese „Kleinigkeiten", und Sie werden den Fehler beseitigen können.
Siebente Antwort: Ihre Masse enthält za viel Kalkspat, an
dessen Stelle Sie vorteilhafter Dolomit verwenden würden, weil der erstere
dureh seine sprunghafte Schwindung im allgemeinen das Verziehen der
Bänder veiureacht. l*/0 Dolomit ist ausreichend für Ihren Versatz. Ferner
müssen die Schablonen der Flachgeschirre so gefeilt sein, daß der
Scherben vom Binde bis zum Fuße in der Wandstärke von 2 bis 4 mm
ganz gleichmäßig ansteigt nnd auf diese Weise die erforderliche Spannung
bildet. Die Kapselböden müssen entsprechend gerade sein, damit sie
keine Unebenheiten an den Bindern der Schalen verursachen.
29. Ich beabsichtige, neben ' der Feuerung meiner neuzuerrichtenden
Fürbringer- Muffel Heizschlangen für Warmwasserheizung anzubringen, um
damit einen Baum im Parterre von etwa 100 qm und im 1. Stock von
etwa 120 qm zu heizen. Was für Erfahrungen sind mit dieser Heizart
gemacht worden, und wer richtet sie ein? Ist es empfehlenswerter, einen
besonderen Ofen im Keller aufzustellen und zu heizen, und wer liefert der-
artige Oefen?
Erste Antwort: Die Angabe der Bodenfläche der zu erwärmen-
den Bäume genügt nicht, am die Größe der Heizanlage festzustellen.
Es sind dazu auch noch andere Daten nötig, wie z. B. die Höhe der
Bäume, die Bauart der Wände, ob das Gebäude freisteht oder an andere
Gebäude sich anschließt usw. Auf alle Fälle ist ein Fachmann za Bäte
za ziehen oder eine Spezialfirma. Meines Erachtens wird sich eine Warm-
wasserheizung anter Umständen besser bewähren als eine Dampfheizung,
doch muß dies an Ort nnd Stelle erst geprüft werden. In beiden Fällen
ist der Heizofen im Keller aufzustellen, wenn die Parterreräume mit ge-
heizt werden sollen, da das Kondenswasser wieder in den Heizofen
zurückfließen muß. Vielleicht können die abziehenden Heizgase der Für-
bringermuffel zur Heizung mit benatzt werden, indem man in den Ab-
zugskanal eine Bohrschlange einlegt.
Zweite Antwort: So, wie Sie sich die Warmwasserheizung in
Verbindung mit der Fürbringer-Muffel denken, läßt sie sich nicht ein-
richten, und es kann Ihnen nur geraten werden, von solch einem Ver-
such Abstand za nehmen. Wenn Sie die Heizung der beiden Bäume
günstig gestalten wollen, so stellen Sie einen Kessel auf. Derartige An-
lagen funktionieren sehr gut, verursachen geringe Betriebskosten, die Be-
dienung ist äußerst einfach und kann nebenbei verrichtet werden. — Warm-
wasserheizungen baut die Firma Sülzer & Co., A.-G. in Mannheim.
Dritte Antwort: Mit der Warmwasser-Zentralheizung, wie
Sie sie in Aussicht genommen haben, hat man sehr gute Erfahrungen
gemacht. Der Ofen ist vertieft und so aufzustellen, daß der Brennstoff
(Koks, Braunkohle oder Briketts) mechanisch aufgegeben werden kann. —
Die Fa. Franz Eauls, Ingenieur-G. m b. H. in Bad Godesberg a. Bh ,
Hohenzollernstiaße 27, baut derartige Heizungsanlagen.
Vierte Antwort: Eine Heizanlage mit dem Neubau Ihrer
Fürbringermnffel zu verbinden, erscheint ganz vernünftig und sehr vorteil-
haft. In welcher Weise aber die Ausführung möglich ist, läßt sich hier
nicht erörtern. Zar Darchführnng einer solchen Anlage ist die Firma
Schramm in Erfurt zu empfehlen.
30. Wir bitten um Angabe eines Masseversatzes für erstklassige
Gebrauchngeschirre aus nur deutschen Materialien für SE 14 — 15. Die
dazu passende Glasur darf China- Clay und schwedischen Quarz enthalten.
Erste Antwort: Die Formel einer ersten deutschen Qualitäts-
masse war laut Analyse :
0,8754 KäO )
0 0565 CaO \ 3,9219 A'a08, 17,5847 Si02.
0,0681 FeO j
"1,0000
und entspricht dem Versatz :
Zebisch-Kaolin 45,69 Gew.-T.
Boerstrand-Spat 32,16 „
Pley stein- Quarz oder besser kalz. Flint 22,15 „
8a. 100,00 Gew.-T.
Weitere Massen bestehen aus:
Dölauer Kaolin 18 52 Gew.-T.
Kemmlitzer Kaolin ....... 32,80 „
Boerstrand-Spat 22,22 „
Pegmatit von Tirschenreuth .... 26,46 „
oder
Sa. 100,00 Gew.-T.
Kaolin von Zebisch 22,60 Gew.-T.
Kaolin von üottrt 13,00 „
China Clay 7,00 „
Pleystein- Quarz oder Flint .... 3400 „
Roerstrand-Spat . 23,50 „
Sa. 100,00 Gew.-T.
Ich erzielte eine feine Qualität mit folgender Masse:
Zebisch-Kaolin 44,00 Gew.-T.
Flint, kalziniert 35,50 „
Boerstrand-Spat 20.00 „
Zinkoxyd 0 50 „
Sa. 100,00 Gew.-T.
Die Glasur für SK 15 — 16 soll etwa der Formel entsprechen:
0,2 K90 )
0,2 MgO \ 0,9 Ala08, 8 8i02
0,6 CaO J
und dem Versatz:
Glattscherben 23,24 Gew.-T.
Boerstrand-Spat 15,76 „
Dolomit , 5,44 „
Kalkspat 5 88 „
Zebisch-Kaolin, glatt gebrannt ... 10.14 „
Flint, kalz 39,54 „
Sa. 100,00 Gew.-T.
Zar Steigerang der Weiße können Sie 2 Pfand Zinkoxyd zageben and
dafür 2,47 Pfand Kalk herauslassen. Der GlattscherbenzaBatz muß aas
der Masse berechnet werden, die man eben anwendet.
Zweite Antwort: Ans der Ferne lassen sich eine Unmenge von
Masseversätzen aufschreiben, die alle für SK 14—15 sehr gut sind. Ich
empfehle Ihnen, einmal den folgenden za versachen:
Hohbnrger Kaolin, geschl 26 Gew.-T,
Kemmlitzer Kaolin, geschl 25 „
Hohenbockaer Quarzmehl 9 „
Hirsehauer Feldspatsand ... 40 „
Dazu paßt folgende Porzellanglasur :
Glattscherben (aas eben genannter Masse) 312 Gew.-T.
Magnesit, reinst 17 „
Kalkspat 66 „
China clay 39 „
Quarz 396 „
Dritte Antwort: Mit Masse Versätzen für erstklassige Gebrauchs- j
geschirre allein ist es nicht getan, es gehört auch ein guter Fachmann
dazu, der die Fabrikation leitet. Ich nehme darum an, daß Sie ein solcher
sind and mit Formeln umzugehen verstehen.
Masse:
5,959 A1208 . 20,926 SiO„
Glasur :
1,562 A1»03 . 9,761 Si02
0,477 K80
0,168 CaO
0,168 MaO
0,187 ZnO
Daraus können Sie die Versätze unter Zugrundelegung der Zusammen-
setzung Ihrer Bohmaterialien berechnen, wobei es Ihnen freisteht, ent-
sprechend englischen Kaolin einzuführen.
Vierte Antwort: Wegen der Kostspieligkeit der böhmischen
Kaoline worden bereits mit gutem Erfolg deutsche Kaoline versucht.
Die folgenden Versätze sind za empfehlen :
L H.
Börtewitzer Ia. Kaolin 35 Gew.-T. Börtewitzer Kaolin . 30 Gew.-TJ
China Clay .... 13 „ Kemmlitzer Kaolin . 15
Schwedischer Spat . . 22 „ China Ciay .... 5
Kalkspat v. Wunsiedel 3 „ Bayerischer Spat . . 26
Pley steiner Quarz . . 27 „ Bayerischer Qaarz . . 24
Diese Versätze haben sich bewährt, jedoch maß bei den letzten 6 — 6
Fenern mit gater Steinkohle gefeuert werden, um eine gute Transparens
za erzielen.
Fünfte Antwort: Wenn Sie die Lage des Werkes angegebei
hätten, so ließen sich Ihnen genauere Angaben machen, wenngleich die»
hier nicht erschöpfend geschehen kann. Es gibt soviel geeignete deutsche
Materialien, doch spielt die Entfernung bei den teuren Frachtsätzen eine
große Bolle. Sie müssen sich nun selbst an Hand von Analysen der Itmei
in nächster Nähe erreichbaren Materialien eine passende Masse nnd Glasar
ausrechnen. Nachstehend einige Versätze, die Ihnen als Unterlagen dienen
sollen. Eine Porzellanmasse für SK 14/15 enthält im Durchschnitt:
Tonsubstanz . *. . . . . 50—55 Gew.-T.
Quarz : 25—18 „
Feldspat 25—27 „
Als Fachmann müßten Sie mit diesen Angaben eine Masse zusammen
stellen können, doch seien Ihnen einige Vorschriften gegeben, ohne Rück-
sicht darauf, ob sie nun der Lage des Werkes entsprechen.
Masse Nr. I. II. III. IV.
Kaolin von Zettlitz — 16 — — Gew.-T.
„ Halle 54 - 24 - „
„ „ Dölau — 40 — 58 „
„ „ Amberg — — 39 — „
Quarz 9 22 10 17 „
Sand von Nenhaus .32 — — — „
Feldspat . . . . 6 22 27 25 „
100 100 100 100 Gew.-T.
Es ist nicht leicht, eine passende Glasur anzugeben, wenn man nioh
weiß, ob sie nur für weiße oder auch für dekorierte Ware verwendet'
werden Boll. An Hand der folgenden Unterlagen müssen Sie selbst Ver
suche anstellen nnd dabei berücksichtigen, daß Kalk-Glasuren mit wenig
Magnesia für die Entwicklung von Farben günstig sind, daß man dagegei
für weiße Ware magnesiareiche Glasuren vorzieht. Passende Glasur«
für SK 14/16 HSnA. 4m Mgwlmi
1028. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 8-01
0,4 CaO 1
I. 0,2 M«0 \ 0,9 AJ2Os . 8 8iOs
0,4 KaO J
Versatz: Feldspat 222,4 Gew-T.
Marmormehl 40,0 „
Magnesit 16,8 „
Zettlitzer Kaolin 129,0 „
Sand von Hohenbocka 276,0 „
0,2 K,0 1
II. 0,5 Mg \ 0,7 AJ203 . 6 Si02
0,3 GaO J
fersatz : Feldspat 1112 Gew.-T.
Dolomit 55.2 „
Magnesit - 16,8 „
Zettlitzer Kaolin, roh 110,0 „
Qaarz resp. Sand von Hohenbocka . 228,0 „
HI. J| j ^ } 1 A1203 . 9 SiOs
ersatz : Feldspat ....'.! 333,6 Gew.-T.
Zettlitzer Kaolin, roh . . . . -. . • 103,2 „
Sand von Hohenbocka 270,0 „
Kalkspat. . . 40,0
Sechste Antwort: Ei wird lauen ohne Znsatz von etwa
0°/o Zettlitzer Kaolin oder China clay znr Masse nicht gelingen, ein
virklich erstklassiges Porzellan zn erzielen. Keinesfalls ist aber eine
Jarbrandtemperatur von SK 14 — 15 notwendig, sondern es genügt SK
3 — 14 Was dadurch an Brennmaterial gespart wird, wenden Sie an
bengenannte Kaoline. Als Masseversatz ist der folgende zn empfehlen :
Dölauer Kaolin 40 Gew.-T.
Zettlitzer Kaolin 10 „
Tirschenrenther Pegmaiit ...... 50 „
Dolomit (ev. 7» % ausreichend) .... 1 „
Mabldaner 24 Stunden,
[achstehende Glasnr ist für SK 13 — 14 zu verwenden :
Pegmatit 37 Gew.-T.
Qaarz, kalziniert 19 „
Dolomit 11 „
China clay 7 „
Glattecherben 26 „
Mahldauer 60 Stunden.
Glas.
20. Wir beabsichtigen die Herstellung eines spezifisch möglichst
hweren Glases, das . schon durch diese Eigenschaft für Röntgenstrahlen
hwer durchlässig ist. Kann dieses Glas in Form von Tafel- oder Spiegel-
las hergestellt werden? Welche Zusammensetzung muß es haben? Ver-
mutlich kommt dafür Bleiglas in Betracht.
Erste Antwort: Das Wärmeleitungsvermögen des Glases
jimmt mit steigendem Gehalt an Blei-, Zink-, Kalium- und Baricmoxyd ab
pd dementsprechend vermindert sich auch die Durchlässigkeit des <->]ases
jlr Röntgenstrahlen. Das spezifische Gewicht der Alkali-Bleioxyd-Gläser
mlewegt sich zwischen 3,2—4,99, wohingegen das Jenaer Blei-Silikat-Glas
tt in spezifisches Gewicht von 5,94 anfweist. Nun erfordert die Schmelzung
lerartiper Gläser nicht nnr große Uebung nnd Erfahrung, sondern sie setzt
ach einen heiß und gleichmäßig gehenden Ofen voraus und die Ver-
wendung der reinsten Bobmaterialien, die auf das innigste gemischt
erden müssen. Am einfachsten dürfte es sein, das Glas ausuzwalzen.
oll es als Tafelglas ausgearbeitet werden, so muß es in einem Streckofen
lit indirekter Beheizung geglättet werden, da sich sonst das Bleiglas
ei direkter Berührung mit der Flamme leicht verändert. Anch ist zu
-t npfehlen, diese Gläser in verdeckten Häfen zu schmelzen.
Blei- Silikatglas:
Sand . . 110 kg
Mennige 250 ,,
Pottasche 36 „
Salpeter 6
Scherben 25 „
ieses Glas meß während der Schmelze gut durchgerührt werden.
21. Wie wird die Glasisdlation in Edison-Normalsockel gepreßt, und
jr liefert die nötigen Maschinen dazu?
Erste Antwort: Ich weiß nicht recht, was Sie unter Edison-
ormalsockel verstehen. Aller Warscheinlichkeit nach handelt es sich um
lühlampen, und zwar um den Sockel oder die Glasstäbchen, die, an die
irne angeschmolzen, die Glühfäden stützen. Dieser Sockel wird nach-
äglich an einer Verschmelzmaschine an die Birne angeschmolzen. E at-
irechende Maschinen liefern: A. E*G. in Berlin, die Aktien- Gesellschaft
>rm. Jul. Pintsch in Berlin, und die Aktien-Gesellschaft vorm. Schuckert
Nürnberg.
Zweite Antwort: Die Glatisolationen im Edison-Normalsockel
erden in eigens dazu konstruierten Pressen mit mehreren Formen im
evolvertisch hergestellt, und zwar können mit einer Presse in 8 Stunden
wa 10 000 Stück fertiggemacht werden. Die Glasmasse wird in speziellen
äfen, die mit flüssigem Brennstoff geheizt werden, geschmolzen, wobei
:h an einem Ofen mehrere Maschinen aufstellen lassen. — Pressen und
inrichtnng liefert Carl Wollenhöfer in Friemersheim (Niederrhein).
22. Für welche Zwecke wird Glaswolle gebraucht, und welche An-
rderungen in Bezug auf Eigenschaften und Qualität werden an sie
rteUt?
Erste Antwort: Die Verwendung von Glaswolle wird immer
[ifangreicher nnd ihre Herstellung immer vollkommener. Die gewöhn-
te Glaswolle dient als Filtriermaterial bei ohemischen Prozessen und
Ii Isolierangezwecken, die feine wird mit Kunstseide versponnen und bildet
^ Den wichtigen Ausfuhrartikel. Die Glaswolle muß im Faden ganz gleich-
Sflig fein nnd äußerst elastisch sein.
Hl
Neue Fragen.
Keramik.
38. Die Frage 11 in Nr. 4 des Sprechsaal und die eingegangenen
Antworten veranlaßten uns, eine Nachprüfung unserer Oefen mit über-
schlagender Flamme, in denen Hartsteingut gebrannt wird, vorzunehmen.
Wir leiden zwar nicht unter dem Uebel wie der betr Fragesteller, jedoch
darunter, daß die Waren in den Biskuitöfen an der Sohle des Ofens
wesentlich weicher sind, als die in der Mitte und Höhe des Ofens gebrannten
Waren. Die Folge davon ist, daß einzelne weich gebrannte Stücke im
Glasurbrand haarrissig werden. Wir haben Planrostfeuerungen; 10 cm
über dem Planrost sind vorn Eiunstäbe eingemauert, die mit Schamotte-
steinen lose zugesetzt sind, so daß eine 10 cm breite Fläche oberhalb des
Rostes , frei bleibt, durch die Frischluft in die Feuerungen einströmen kann
und die Schlacken beim Putzen der Hoste tierausgezogen werden können.
Die Zuschüttung der Kohle erfolgt von oben. Wir bitten nun um Auf-
klärung, was unter „freier Mostfläche" und „gewöhnlicher Roslfläche" zu
verstehen ist, und ob hierzu die offene 10 cm hohe Fläche an der Vorder-
seite der Rostfläche gehört oder nicht? Diese Fläche eingerechnet, haben
unsere Oefen:
a) eine freie Rostfläche von 17600 gern
b) „ totale „ „ . . . 43 650 „
c) eine Summe der Abzugslöcher in der Ofensohle von 5 680 „
Es ist also das Verhältnis von a : c = 3,l : 1,
b:c = 7,7:1.
Nach Kerl soll das Verhältnis der freien Rostfläche zur Summe der Abzugs-
löcher in der Ofensohle 3 : 1 sein, also wäre unsere Dimensionierung der
Abzttgslöcher richtig. Nach Antworten im Fragekasten soll das Verhältnis
der Rost fläche zur Summe der Abzugslöcher eines Ofens etwa 10 : 12 sein,
bei uns wäre also das Verhältnis etwa 7, 7 : 1, die Summe der Abzugslöcher
also zu groß Was ist nun richtig?
39. Um eine besser drehbare Masse mit muscheligem und speckigem
Scherben zu erzielen, wird die Tonsubstanz teilweise als fetter Wildsteiner
Ton mit 96°/0 Tonsubstanz und 4°f0 Feldspat eingeführt. Die rationelle
Zusammensetzung der Drehmasse ist: 50 % Tonsubstanz, 25 °/o Quarz,
25 % Feldspat. 25 °/0 Tonsubstanz werden aus Zettlitzer Kaolin und 25 %
eben aus diesem Ton entnommen. Man erzielt eine sehr gute Drehmasse
mit gutem Stand, muscheligem und speckigem Scherben. Die Masse geht
aber sehr schwer durch die Filterpresse, woran der fette Ton schuld ist,
denn ohne diesen Tonzusätz preßt sich die Masse gut, hat aber nicht die
verlangten Eigenschaften. Wie ist diesem Uebelstande abzuhelfen? Der
Tonzusatz soll nicht reduziert und am Versatz soll nichts geändert werden.
40. Ich bitte um Angabe von Versätzen zur Herstellung von porzellan-
artigen, also gesinterten Kochgeschirren, am Uebsten unter Verwendung von
Bunzlauer Fett- und Magerton, die bei einer Temperatur von etwa 1350
bis 1400° gebrannt werden sollen. Die zu fabrizierenden Produkte dürfen,
wie dies eben bei Bunzlauer Ton der Fall ist, ein gelbliches Aussehen haben.
41. Wie präpariert man trockene Schmelzfarben am einfachsten für
die Pudertechnik und den keramischen Buntdruck?
42. Wir verwenden zum Brennen unserer Glasurmuffelöfen
böhmische Braunkohle (Ellyschacht, Eisenberg, zum Teil auch Brucker)
möchten diese jedoch durch deutsche Briketts ersetzen. Welches ist die
bestgeeignete Marke als Ersatz für die genannte böhmische Kohle?
43. Wer liefert kleine Maschinen für Handbetrieb zum Bedrucken
von weißen Porzellanplättchen mittels Metallstempel und wie erfolgt am
besten das Bedrucken mittels Abzugs und mit Stempelmaschine?
44. Wir wollen die Herstellung von Hochspannungsisolatoren für
eine Betriebsspannung von 100 000 Volt aufnehmen und bitten um An-
gabe eines Masse- und Glasurversatzes bei möglichster Verwendung von
Karlsbader Kaolin für SK 13 — 14 Ausbrand. Welches Ofensystem und
Welche Ofengröße kommen in Betracht?
Glas.
28. Welche Erfahrungen sind bisher mit der Vergasung von Rohbraun-
kohle in Gußglashütten (Rohglas, Drahtglas) gemacht worden? Eignet sich
eine junge Braunkohle, zur Hälfte aus erst halbverkohlten Holzteilen be-
stehend, mit 4068 Wärmeeinheiten, für einen rentablen Betrieb? Welche
Generatoren haben sich bisher für die Vergasung derartiger Kohle am
besten bewährt?
29 Bei unserem Siebert- Ofen entzündet sich während der Arbeit
zeitweise das Gas schon in der Gaswechselirommel. Die Trommel ist und
schließt luftdicht, das Mauerwerk ist in Ordnung, und dieser Uebelstand
zeigte sich auch früher bei Verwendung eines Wechsels. Die Entfernung
zwischen Trommel und beiden Gaskammern ist gleich und beträgt 6 m,
(Kammerlänge 3,50 m), im ganzen beträgt sie zwischen Ofenmitte und
Trommellänge 10,50 m Gasmangel haben wir keinen, und wir verwenden
Kohle, Torf und Holz. Bei einem zweiten Ofen, wo die Entfernung
zwischen Kammer und Trommel um 1 m größer ist, zeigt sich dieser
Uebelstand nicht, und wir sind daher der Ansicht, daß eine Entfernung
von 6 m zu gering ist. Ist dies der Fall, so möchten wir vorläufig die
Entfernung durch Einsetzen von Ueberführungsbögen von der Trommel
weg vergrößern. Haben wir recht?
Zur Beachtung1!
Die geschätzten Mitarbeiter und Antwortgeber bitten
wir dringend, das Papier bei Manuskripten (anch Frage-
beantwortungen ! ) nur einseitig und nicht so eng beschrei-
ben zu wollen, um den Setzern die Setzarbeit und uns die
Durohsloht der Schriftstücke zu erlelohtern.
Briefkasten der Redaktion.
S. A.-G. in L. nnd andere. Es ist unangebracht, Ihnen hier oder
im Fragekasten zu antworten, denn Sie lesen den Sprechsaal offenbar
nicht. Täten Sie es, so würden Sie vor allem die alphabetischen Inhalts
\
§2 — Nr. 8
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
Verzeichnisse der letzten Jahre durchgesehen und dann eine Menge von
Kapselversätzen gefunden haben z. 6. in den Fragen 35 in Nr. 12 and
114 in Nr. 35, 1919, »/4 und »»/ss, 1920 und "/s. 1921.
F. & E. F. 1, U. Sie finden das Wesentliche Uber das Säure-
polieren in Nr. 36 des Sprechsaal 1918, S. 162.
K. Seh. i. TS, Die Schmelzung von Glas im elektrischen Ofen hat
sich in Deutschland nicht eingebürgert, weil sie viel zu teuer ist; in
Ländern mit billiger Wasserkraft zur Erzeugung billiger elektrischer]
Energie sind stellenweise elektrische Glasschmelzöfen in Betrieb. Die;
von Ihnen erwähnte Vorführungastelle besteht nicht mehr.
Veröffentlichungen der Auflenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
3. Multiplikatorentabelle.
Terkaufsbedingungen für die Ausfuhr von
elektrotechnischem und technischem Porzellan.
(Gültig ab 16. Februar lb22.)
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Die Ausfuhr-Mindestpreise verstehen sich fob. deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung.
2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannungs-Freileitnngs-lsolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5°/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von
wertes anzurechnen.
3. Den Ausgangspunkt
mindestens 3 °/0 des Rechnungs-
für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik. Die
wichtigsten Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf
einem besonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern AI — A5, B und C wird in der
Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueberseeländer
und Ausnahmen siehe Fußnote).1) Gegenüber den Ländern
D 1 — D 3 und E ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
A 1) Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten von
Nordamerika, Mexiko und sonstige mittelamerikanische
Staaten.
A 2) Großbritannien, seine Dominions und seine Kolonien,
sowie Canada.
A3) Spanien und Portugal.
A4) Norwegen und Dänemark.
A5) Schweden.
B) Belgien, Frankreich und Luxemburg.
Cl) Italien.
C2) Tschecho- Slowakei.
D 1) Deutsch-Oesterreich und Ungarn.
D 2) Jugoslawien und Balkanländer.
D 3) Ehemaliges Rußland, einschließlich Polen und Finnland.
E) Südamerikanische Staaten.
2. Artikelgruppen:
I. Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
Ii. Elektrotechnische Stanzartikel
Artikel.
111 a. Freileitungs-Stützen-Isolatoren
Hermsdorf L 1387.
III b. Freileitungs-Stützen-Isolatoren
1387 bis inkl. Hermsdorf 1391.
III c. Freileitungs-Stützen-Isolatoren
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren mit Armaturen.
*) Es wird fakturiert:
nach io
Portugal Pfnnd Sterling'"*
Britische Dominions und Britische Kolonien Pfand Sterling**
Canada wahlweise Pfd. Sterl. oder U.S.A.-Dollar
Holländische Kolonien holländische Gulden
China U.S.A.-Dollar
Japan . Yen
Vereinigte Staaten von Nordamerika . . . Dollar
Mexiko mexikanischen Goldpesos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . U.S.A.-Dollar
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren fttr diese Länder
sind auf Schillings bezogen.
und sonstige technische
bis zur ' Größe entspr.
größer als Hermsdorf I.
größer als Hermsdorf I.
Porzellan zu armierten
3 pi
10 £<
Land
Artikel-Gruppen
o 5
I |
II
lila |
Illb
IIIc |
IV |
V j
VI !
1A
Holland
Schweiz
Japan
Mexiko
Vereinigte Staa-
ten von Nord-
Amerika restl.
Mittelamerika,
Uauaua U \j Hille
0,094
),2
),077
0,077
0,038
0,094
0,2
0,077
0,077
0,038
0,029
0,062
0,024
0,024
0,011
0,030
0,064
0 024
0,024
0,012
0,039
0,084
0,032
0,032
0,015
0,043
0,093
0,036
0,036
0,017
0,036
0,079
0 030
0,030
0,015
0,036
0,077
0,029 i
0,029 !
0,014
A2
England und
jxoionien
Canada
0,156*
0,156*
0,048*
0,050*
0,066*
0,072*
0,061*
0,060'
A3
Spanien
Portugal
0 24
0|l87*
0 24
0^187*
0,075
0',058*
0 079
0'061*
0,090
0*069*
0,100
0|078*
0,084
0^065*
H 084. 1
0,065;
A4
Norwegen und
Dänemark
0,184
0,184
0,060
0,070
0,078
0,084
0,078
0,075
A6
Schweden
0,142
0,142
0,044
0,045
0,056
0,066
0,056
0,054
B
Belgien
Frankreich
Luxemburg
0,4
0,4
0,096
0,108
0,131
0,157
0,131
0,1311
01
Italien
0,66
0,6
0,225
0,249
0,281
0,312
0,225
0,281 i
C2
Tschecho-
slowakei
1,6
1,6
0,750
0,750
0,750
0,750
0,750
0,750
Dl
Deutscn-Oester-
reichu. Ungarn
3,25
3,25
1,12
1,12
1,12
1,12
1,12
1,12
D2
Jugoslavien
Balkanländer
3,25
3,25
1,40
1,40
1,40
1,40
1,40
1,40
D3
Baßland
Polen und
Finnland
3,25
3,25
1,40
1,52
1,68
1,68
1,68
1,68
E
Südamerika-
nische Staaten
3,52
3,25
1,60
1,68
1,68
1,68
1,68
1,68
Obige Multiplikatoren sind auf Schillings bezogen.
Sprechsaal - Kalender
1922
Preis ' Gebunden bei freier Zu-
1 sendung für Deutschland,
Deutsch - Oesterreich M 13. — ,
Tschechoslowakien und Ungarn
M 16.—, für das Ausland mit hoch-
stehender Währung: Frs 5.—,
Lire 5.—, Sh 4.—, Dollar 1.—,
Kroner 3.60, Flh 2,50.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
Nach langem, schweren, mit großer Geduld ertragenem
Leiden entschlief heute mein lieber Bruder, der Kaufmann
Porzellan - Nippes - örosshändler
Johannes Schmidt
im 52. Lebensjahre.
Dies zeigt tiefbetrübt an
Emma Schmidt.
Berlin, den 30. Januar 1922.
Kchmidstr. 9tt.
(55./a?i?gang.)
Coburg, den 2. März 1922.
Nummer 9
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bagra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschlaöNr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erf ort Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Cobarg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deatsch-Oesterreich darch die Post vierteljährlich Jl 14.— anter Streifband »«40.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1.— (Stellengesache 40 4).
Für das Ausland werden die Bezugs- and Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Berichtigung.
Im „Bericht über einen kürzlichen Besuch portugiesischer
and spanischer Tonwarenfabriken" in Nr. 8 ist auf S. 79 durch
Verstellung zweier Zeilen der zweite Teil des letzten Satzes in
äer ersten Spalte verstümmelt worden. Die Zeilen 23 und
24 der zweiten Spalte sind obenan zu setzen, und der Satz und
seine Folge lautet dann: .... so daß die Gießerei in aus-
gedehntem Maße zur Einführung kommen sollte. Allerdings
üatte man auch schon gefunden, daß das Gießen nicht in allen
Fällen das Arbeiten mit der runden Drehscheibe , ersetzen
kann, .....
Tunnelöfen in der feinkeramischen Industrie.
Erwiderung
von Oberingenienr B u r e s c h , Saarau.
(Nachdruck verboten.)
Ich gehe mit Herrn Direktor Sprenger (Sprechsaal 1922,
NTr. 7) in seiner Ansicht, daß Fortschritte in der Technik auf
edem Gebiete nur durch sachliche Arbeit und sachlichen
Meinungsaustausch erzielbar sind, vollkommen einig, und habe
nich befleißigt, in meiner ersten Erwiderung auf den Artikel
les Herrn C. Roschmann das sachliche Gebiet nicht zu ver-
assen ; nur dort, wo es sich darum handelte, unmotivierte
Angriffe unserer Konkurrenz abzuwehren, sah ich mich veran-
aßt, diefbr in angemessener Form entgegenzutreten.
Ich habe in keiner Weise der AEG. und ihren Herren ab-
gestritten, daß sie mit der ersten Einführung der Gasfeuerung
n den Kanalofenbetrieb einen tatsächlichen Fortschritt erstrebt
tnd erzielt haben, und ich habe es jederzeit begrüßt, daß die
iEG. es unternommen hat, unter Beiseitesetzung sonst vor-
andener Bedenken gegen bisher unerprobte Verfahren und
ärennmethoden das Risiko derselben auf sich zu nehmen. Es
r&re den Konstrukteuren wahrscheinlich noch schwerer ge-
worden, als ich dies in meiner ersten Erwiderung schon her-
vorhob, die Einführung der Gasfeuerung anzubahnen und
'furchzuführen, wenn nicht eben die AEG. mit gutem Beispiel
orangegangen wäre.
Wenn Herr Direktor Sprenger nun sagt, daß die durch
ie direkte Befeuerung gegebenen Unregelmäßigkeiten Veran-
issung zum Umbau gewesen seien, so kann unseres Erachtens
ich dies nur darauf beziehen, daß die Beschickung der beiden
n jeder Seite des Ofens befindlichen Feuerungen eine un-
leichmäßige Verbrennung der Kohleschichten und damit
ngleichmäßige Flamme und Temperatur im Ofen ergeben
jaben. Es ist allerdings Voraussetzung, für einen vollkommen
leichmäßigen Betrieb, daß diese 4 Feuerungen kreuzweise
beschickt und gestocht werden, um beide Seiten des Ofenkanals
ständig auf gleicher Temperatur und bei gleicher Flammen-
entwicklung zu halten, welch' letztere bekanntlich für den
guten Ausfall der Ware allgemein für erforderlich gehalten
wird, obwohl einige in letzter Zeit durch die Herren Dr. Rieke
und Dr. Steger und ihre Assistenten — allerdings nur im
Laboratorium zunächst — ausgeführten Versuche mit flammen-
loser Oberflächenverbrennung gleichfalls gute Resultate ergeben
haben, wie Herr Dr. Bauer in den Veröffentlichungen der
Deutschen Keramischen Gesellschaft beschrieben hat. Jedoch
ist es sicher wesentlich für den Ausfall der Ware, wenn man
mit Flamme arbeitet, daß diese den ganzen Besatz gleich-
mäßig umspült, und nicht nur einen Teil oder eine Hälfte des-
selben.
Geschieht daher das Beschicken der Feuerungen im täg-
lichen Betriebe nicht gleichmäßig, — und namentlich in den
Nachtschichten, wo es meistens doch an der sorgfältigen Auf-
sicht mangelt, wird dies überall der Fall sein oder zum
mindesten gelegentlich vorkommen, — so ergeben sich selbst-
verständlich Unregelmäßigkeiten. Aber auch bei jedem Rund-
ofen läßt sich dieser Uebelstand nicht vermeiden, nur zeitigt
er hier ernstere Folgen als beim Tunnelofen, bei dem immer
nur der verhältnismäßig kleine Besatz einiger weniger Wagen,
welche sich gerade in der Brennzone befinden, davon betroffen
werden kann. Die Beobachtung der stets von uns zur An-
schaffung empfohlenen Pyrometer durch die Ofenbrenner —
welche nach den von uns gemachten Erfahrungen auch tat-
sächlich erfolgt, — kann und wird auch hier bei einem guten
und an dem Ausfall des Brandes interessierten Stamm Leute
einen größeren Schaden verhüten. Mit Bezug hierauf können
wir sogar feststellen, daß gerade zuverlässige Brenner den
größten Wert auf das gute Funktionieren der Pyrometer legen
und es sofort melden, wenn eine Störung an den immerhin
empfindlichen Apparaten eingetreten ist. Dieser Umstand der
leichten Beobachtung des Ofenganges und der Möglichkeit
eines jederzeit nur geringen Schadens bedeutet an und für
sich schon einen erheblichen Vorzug des Tunnelofens. Bei
gut eingearbeitetem Personal läßt sich auf diese Weise ein
Temperaturunterschied von vielleicht lj3 SK zwischen oben
und unten ohne weiteres erreichen, und wir wissen, daß z. B.
auf der Steingutfabrik Annaburg die Feuerführung eine so
gleichmäßige ist, daß der Probe- Segerkegel zur bestimmten
Zeit vor dem betr. Schauloch fällt, trotzdem auch dieser Ofen
mit direkter einfacher Rostfeuerung arbeitet.
Und gerade auch an diesem Ofen wurde gleichfalls die
von mir schon erwähnte Beobachtung gemacht, daß die Ge-
wölbedrückungen ihren beabsichtigten Zweck tatsächlich er-
U — Kr. §
SPRECHSAAL-COBURG.
\m. (6R. Jahrgang.)
füllen and die Flammen zwingen, in dem Besatz auf und nieder
zu steigen und ihn so gleichmäßig zu umspülen und zu er-
wärmen, ohne daß sie in der Lage sind, sofort in schräger
Richtung nach den Abzügen, welche sich in der Höhe des
Wagenplateaus befinden, hin abzustreichen.
Zu unserem lebhaften Bedauern sind wir nicht in der
Lage, unsere Angaben über den Prozentsatz an nicht tadelloser
Ware der Hennigsdorfer Oefen schon jetzt zurückzunehmen,
da wir, wie schon gesagt, gerade mit Bezug darauf immer den
Bedenken unserer Interessenten begegnet sind, die zu zer-
streuen uns sicher in zahlreichen Fällen nicht gelungen ist,
sonst hätte manche Anfrage für uns schon früher zu Aufträgen
geführt. Außerdem sind uns so viel persönliche Urteile von
Fachleuten bis in die letzte Zeit hinein bekannt geworden, die
uns stets das annähernd gleiche Verhältnis angaben, sodaß wir
an der Tatsache nicht zweifeln können. Es wäre uns selbst
unbedingt angenehmer gewesen, ein anderes Uiteil zu ver-
nehmen, da dann unsere eigenen Interessen viel besser ge-
fördert worden wären. Worauf wir aber schon früher hin-
wiesen: Es besteht sicher ein Unterschied zwischen dem
Werk, welches nur für eigenen Bedarf und dem, welches für
den Verkauf seiner Produktion arbeitet. Daher mag es kommen,
daß die Beurteilung eine so verschiedene ist, und wir geben
gern zu, daß ein Schönheitsfehler sozusagen der Brauchbar-
keit eines Produktes für einen bestimmten Zweck keinen Ab-
bruch tut. Aber kauft jemand gern, um ein einfaches Beispiel
heranzuziehen, einen zwar scharf gebrannten und gut geformten,
aber mißfarbigen Ziegel, wenn er in der Nachbarschaft für
den gleichen Preis einen unter Umständen sogar nicht ganz
so gut gebrannten oder geformten, dafür aber schön rein-
farbigen Ziegel erhalten kann ? — Und welches Fabrikat, selbst
wenn beide in ihren durch den Zweck bestimmten Eigen-
schaften gleichwertig sind, wird stets auch von der Fachwelt
höher bewertet werden ?
Und nun noch einiges zu der Zuschrift des Herrn Ingenieur
Karl Meiser »Keramische Rundschau 1922, Nr. 6). Herr Meiser
nennt als Vorzug der alten Rundöfen den tadellosen Ausfall
des Brandes. Er gibt aber seiner Begründung sofort damit
eine Einschränkung, daß dieser erzielt wird, wenn „der Scherben
bei richtiger Bedienung des Ofens in einer gleichartigen
Atmosphäre gebrannt wird", und setzt hinzu, daß dies bei den
Tunnelöfen bisheriger Systeme angeblich nicht beachtet würde.
Ich möchte da zunächst aaf meine vorstehenden Ausführungen
hinweisen und darauf, daß die erwähnte Bedienungsvorschrift von
uns jederzeit gegeben wurde. Anderseits strömt die Luft aus der
Kühlzone, sofern mit offener Ausfahrttür, wie es bei Steingut,
feuerfesten Produkten usw. ja möglich ist, gearbeitet wird,
nicht nur in einem Teil des Ofenkanals, etwa nur oben, ent-
laog, sondern überall, oben und zu den Seiten sowohl, wie
unten im Besatz duich die sog. Kapselfüsse und gelangt, sehr
hoch erhitzt, in die Brennzone, um die hier herauslodernden,
zum Teil unverbrannten Gase in jeder Höhe des Ofens zur
vollständigen Verbrennung zu bringen. Daß am Ende der
Brennzone dadurch eine stark oxydierende Atmosphäre sich
bildet, ist klar. Aber welche Ware ist bei diesem Stande des
Brandes, d. h. wo derselbe an sich schon fertig ist und nur
noch ein Nachbrennen erfolgt, dagegen empfindlich? Die bis-
her im allgemeinen im Tunnelofen gebrannten Waren sicher
nicht. Einen offenbaren Nachteil kann ich also darin nicht
erblicken, und unsere Erfahrung und Praxis hat auch niemals
einen solchen festgestellt. Beim Porzellanbrand brennt man
an und für sich zweckmäßig mit geschlossener Ausfahrttür,
obwohl uns auch andere Fälle bekannt sind, wo bei einer be-
stimmten Kohle das Brennen mit offener Aosfahrttür sich als
vorteilhafter, wenn nicht sogar notwendig erwies.
Die Patentansprüche des Herrn Meiser sind auch noch
nicht definitiv entschieden, da unsererseits Einspruch bezw. Be-
schwerde dagegen erhoben worden ist. Jedenfalls aber wird
bei unserer Konstruktion eine sehr bequeme, übersichtliche
und genaue Einstellung des Gemisches von Gas und Luft und
damit eine überall gleichmäßige Verbrennungs-Atmosphäre auf
einfacherem Wege erzielt. Und ob, nachdem, wie Herr Meiser
angibt, bei seinem neuen Verfahren die Verbrennung bereits
erfolgt ist, ehe die Rauchgase in den eigentlichen Ofen ein-
treten, dadurch auch im Ofen die höchste Temperatur erzielt
wird, möchte ich zum mindesten dahingestellt sein lassen.
Einiges über Schlieren, Rampen und Winden
im Glas.
tNachüruck verboten.)
Die Glasindustrie hat wie viele andere Industriezweige bei
der Fabrikation mit einem Ausfall an Produktion infolge fehler-
hafter Ware zu rechnen. Diese sog. Ausschußware entsteht
entweder durch einen Arbeits- oder durch einen Materialfehler.
Die hauptsächlichsten Kehler beim Glase sind nun Schlieren,
Rampen und Winden, Glasfehler, die miteinander in Art und Wesen
fa
verwandt sind ; es haben sich nämlich in der Glasmasse Partien
von verschiedener Zusammensetzung oder mit verschiedenen
Eigenschaften nebeneinander gebildet, deren äußere Erschei-
nung schon in der Bezeichnung ihren Ausdruck findet.
So sind Schlieren dicke, in einen Faden auslaufende
Wülste, den sog. Glastränen gleichend, Rampen breite und
dicke, Winden hingegen fadendünne Bänder.
Die Entstehungaursachen für diese Glasfehler sind mannig-
facher Natur und hier in drei Gruppen eingeteilt, nämlich in
solche, denen entweder ein Material- oder ein Schmelz- oder
ein Betriebsfehler zu Grunde liegt.
Als Materialfehler sind Erscheinungen angesehen, die durch
die Abnutzung bezw. Abschmelzung des mit dem Glasfluß
direkt und auch indirekt in Berührung kommenden Materials,
wie Hafen- und Wannenwände, Kränze, Kappengewölbe usw.,
hervorgerufen werden. Die von den Schmelzmaterialien infolge
schlechter Beschaffenheit oder ungeeigneter Zusammensetzung
usw. herrührenden Fehler sind mit in die Gruppe der Schmelz-
fehler einzureihen, und zwar deswegen, weil die Zurichtung
des Gemenges mit zur Schmelze gehört; wird nun schlechtes
Material mit zur Zarichtung genommen, so entsteht in gewissem
Sinne ein Schmelzfehler.
Ein mitunter sehr häufig vorkommender Materialfehler ist
die Kappenschliere, welche, wie der Name besagt, von der
Kappe herrührt. Die Kappe ist derjenige Oberofenteil, auf den
die Hitze bezw. Flamme am stärksten zerstörend einwirkt; hier
findet daher immer ein mehr oder weniger starkes Abschmelzen
der verwendeten Steine statt, besonders wenn während de»
Schmelze ein sehr heißer Ofen benötigt und beim Gemenge-
einlegen viel Staub entwickelt wird, der sich teilweise an der
Kappe festsetzt. Obwohl die letztere gewölbt ist und demzu-
folge das abschmelzende Material an derselben ablaufen könnte;
so ist dies doch nicht ausschließlich der Fall, denn es bleibt
bei keinem Ofen aus, daß die Fugen zwischen den Kappen-
steinen, selbst wenn letztere noch so fest aneinander gerieben
wurden, daß fast keine Fugen vorhanden sind, mit der Zejlj
ausschmelzen; es bilden sich dadurch kleine, mitunter sehr
winzige, aber doch genügende Absätze, woran der abfließend*
Fluß sich ansammelt Und dann abtropft. Fällt nun ein solchei
Tropfen in die Glasmasse, so entsteht aus ihm, da er von gani
anderer Zusammensetzung als die Glasmasse selbst ist, eini
Schliere, die Kappenschliere. Ist die Schmelze noch lang«
nicht beendet, befindet sich also die Glasmasse infolge dei
Läuterung noch in Bewegung, so löst sich eine solche Schlier«
noch auf und verteilt sich im Schmelzfluß, nachdem sie zu
nächst die Gestalt einer Rampe und dann einer Winde ange
nommen hat. Gelangt aber ein Abschmelztropfen zu Ende dej
Schmelze in die Glasmasse, so ist an ein Auflösen desselbei
nicht mehr zu denken, und er bleibt als Schliere, Rampe ode|j
Winde im Glas. Begegnen kann man diesem Uebel, inden
man die Kappe nur aus allerbestem Material herstellt, und zwai
aus den eigens dafür fabrizierten Dinassteinen. Diese bestehet
aus bestem Quarz und schmelzen nicht so stark ab wie feuej?
feste Tonsteine ; zudem lösen sich abgeschmolzene Tropfen vie
leichter im Glasfluß auf, weil Kieselsäure sich in letzteren
leichter löst als wie Tonerde. Von den Dinassteinen sind di
Kalkdinassteine den Tondinassteinen wiederum vorzuziehen
Ein weiterer Materialfehler entsteht durch das Abschmelze]
der Hafen- oder Wannenwände. Je heißer ein Gemenge ein
geschmolzen werden muß, desto größer ist auch die Abschmel
zung der Schmelzgefäße, ob es nun Häfen oder Wannen sine
Einen derartig feuerfesten Ton, der selbst in der größten Hite
noch fest genug bleibt, um der Einwirkung der flüssigen Glae
masse stand zu halten, gibt es nicht, und mit etwas Abschmel
zung ist immer zu rechnen. Durch dieses Abschmelzen bilds
sich, von der Hafen- oder Wannenwand beginnend, efhe Gla*
schicht, die mit viel Tonerde durchsetzt ist, das sogenannt'
Hafen- oder Wannenglas, das natürlich eine ganz andere Zi
sammensetzung hat als die eingeschmolzene Glasmasse un
vor allem zähflüssiger ist; fließen nun beide Glaspartien bi
ungenügender Wärme, also außerhalb der Schmelzzeit, ineinat
der, so findet keine innige Verbindung statt, es entsteht eine m
Schlieren, Rampen und Winden durchsetzte Glasmasse. Diesei
üebelstande kann man nur dadurch steuern, daß man Häfen bezt
Wannensteine benutzt, die aus besten feuerfesten Tonen in geeif
neter Mischung hergestellt sind ; das Beste ist hier gerade gut genu;
Mit etwas Hafen- oder Wannenglas ist auch bei Verwendung dt
besten Materials zu rechnen. Ein ganz reines schlierenfreies Gl«
läßt sich überhaupt nur erzielen, wenn man in die Häfen Kräm
oder Ringe, in die Wanne Kränze, Ringe, Schiffchen od«
Schwimmer einlegt, die natürlich auch aus bestem feuerfeste
Ton bestehen müssen. Von diesen Kränzen u. dgl. wird di
Hafen- oder Wannenglas zurückgehalten, so daß sich im Innei
derselben stets gutes, reines Glas befindet. Außer der g
eigneten Toninischung und der sorgfältigen Herstellung ist d
Formgebung ein wichtiger Faktor. So müssen die Kränze us<
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 9 — 95
genügend stark and hoch sein, damit sie tief genüg in die Glas-
masse versinken; sie müssen noch tiefer gehen als die an der
Qlasoberfläche befindliche Hafen- oder Wannenglasschicht. Es
ist doch wohl leicht erklärlich, daß, sobald die Kränze, Schiff-
eben oder dgl. nicht tiefer in die Glasmasse hineinragen, als die
Hafen- oder Wannenglasschicht sich erstreckt, sich schlechtes
Glas nnter den Kränzen hinweg in das Innere derselben bewegt
und da als Schliere, Rampe oder Winde in Erscheinung tritt.
Das Hafen- oder Wannenglas gelangt aber auch noch in das
Innere der Kränze oder Schiffchen, wenn diese nicht gut ge-
arbeitet, also sehr porös und mit Luftblasen durchsetzt sind.
In diesem Falle bilden sich nach kurzer Zeit Löcher, die durch-
gehen, und durch diese strömt dann das Hafen- oder Wannen-
glas ein.
Materialfehler können auch noch durch Fehler bei der
Schmelze entstehen und sind bei den Schmelzfehlern mit er-
wähnt Die Materialfehler lassen sich also nie ganz beseitigen,
können aber auf ein Minimum herabgedrückt werden, so daß
nur wenige fehlerhafte Stücke entstehen, die keinen nennens-
werten Verlust mehr bedeuten.
Bei der Gruppe der Schmelzfehler kommen zweierlei Fehler-
arten in Betracht, nämlich Fehler, die bei der Zurichtung resp.
Zusammensetzung des Gemenges oder bei der eigentlichen
Schmelze begangen werden können.
Will man ein einwandfreies reines Glas erschmelzen, so
muß man bei der Zusammenstellung des Gemenges vor allem
bissen, welche Schmelzhitze im Schmelzofen zu erreichen, bezw.
bei welcher Temperatur man, den anderen Umständen Rechnung
tragend, abzuschmelzen gedenkt; denn wird das Gemenge ohne
Rücksicht auf die Schmelzhitze zu hart oder zu weich einge-
teilt, so ist, abgesehen von noch anderen Gläsfehlern, ein
schlieriges, rampiges und windiges Glas das Ergebnis. Eine
suverlässige Zusammenstellung des Gemenges ist aber auch
nur dann möglich, wenn man die chemische Zusammensetzung
der einzelnen zu verwendenden Rohmaterialien kennt; nur dann
kann man den Zusatz des einzelnen Stoffes genau berechnen
and gegebenenfalls durchgreifende Aenderungen vornehmen,
Italls das Glas den gehegten Erwartungen nicht entspricht. Die
einzelnen Glassorten sind, je nach dem Zwecke, für den sie
Verwendung finden sollen, der chemischen Zusammensetzung
? jiach mitunter stark voneinander abweichend, aber doch muß jedes
I 31as so zusammengestellt sein, daß es möglich ist, ein gutes,
1 -eines Fabrikat daraus zu erzielen. Die Rohstoffe müssen also
!6 kußer in geeigneter Beschaffenheit auch in den gebotenen
irenzen Anwendung finden, worüber einige Anhaltspunkte
l( olgen sollen.
11 1 Der Sand, der Hauptbestandteil des Glases,
»11 zu feiner Körnung Verwendung finden, denn
Mfnit sehr feinem Sand schmilzt sehr schwer; ist
n !er Fall, so entstehen leicht Schlieren, Rampen
II Die Körner dürfen aber wiederum nicht zu groß sein, da dann
»laicht alle bei der Schmelze aufgelöst werden, was steiniges
'i'ftlas zur Folge bat. Sand von verschiedener Korngröße führt
™ ebenfalls leicht zur Schlierenbildung. Kalk ist dem Gemenge
& flen übrigen Bestandteilen entsprechend beizugeben ; bei zu
*> [wenig Kalk wird das Glas bei der Ausarbeitung leicht rauh,
ui|bei zuviel Kalk tritt aber leicht Entglasung ein, und bevor beide
;ii Jebel vollkommen in Erscheinung treten, ist das Glas schlierig,
sei rampig und windig. Glas, das recht widerstandsfähig gegen
ini Chemische Einflüsse, besonders , gegen Säuren sein soll, ist mit
ili möglichst viel Tonerde und einem Zusatz von Borsäure ein-
lai «uschmelzen. Tonerde macht aber das Glas sehr zäh und
wl strengflüssig und ist, da sie sich sehr schwer im Glas verteilt,
Idtjmit Vorsicht anzuwenden, wenn eine gut homogene, schlieren-
I« reie Glasmasse zustande kommen soll. Bei recht heiß gehenden
ml Wannen kann unter Umständen mit dem Tonerdegehalt bis zu
äiJ0°/0 gegangen werden, bei weniger heiß gehenden Oefen ist
oi entsprechend weniger zu nehmen. Damit eine gute Verschmelzung
bider Tonerde in der Glasmasse herbeigeführt wird, ist es sehr
iti vorteilhaft, die einzuschmelzenden Posten eines viel Tonerde
«enthaltenden Gemengesatzes nicht zu groß zu wählen. Scherben
teiivon solchem tonerdehaltigen Glas dürfen nicht zu oft umge-
* schmolzen werden, da sie ein Glas ergeben, das leicht entglast.
Jporsäure, in größeren Mengen angewandt, greift die Hafenwände
njlstark an, und es entsteht somit viel Hafenglas. Magnesia ersetzt
Min gewissem Sinne Kalk, macht aber das Glas sehr strengflussig
[ind schmilzt nur bei allergrößter Hitze ; sie wird deswegen nur
Salin bestimmten Fällen dem Gemenge beigefügt. Mitunter kann
ojliuch -ein anderes Material, wie Sand, Kalk usw., mit Magnesia
slefnicbt für die Glassohmelze benutzt werden, wenn ein Glas von
)esonderer Reinheit gewünscht wird.
Viel Schwierigkeiten bereitet es vielfach, ein recht ein-
wandfreies, schlierenfreies Bleiglas zu" erschmelzen; der Grund
] hierfür liegt zum großen Teil an der Eigenart des im Bleiglas
^enthaltenen Bleioxyds. Herrscht bei der Schmelze nicht immer-
während eine reine, rauchfreie Flamme, so_tritt sehr leicht eine
darf nicht in
ein Gemenge
letzteres aber
und Winden.
Reduktion des Bleioryds zu Metall ein. Diese Reduktion ist
jedoch nur selten eine vollständige; .ist sie dies einmal, so
verwandelt sich das Bleioxyd vollkommen zu metallischem Blei,
und dieses bildet kleine Kugeln, ein Vorgang, der im allge-
meinen auf die Glasgüte keinen Einfluß hat, da die Kugeln
auf den Boden des Schmelzgefäßes sinken, den sie allerdings
stark angreifen und bald durchlöchern. Das schlierige Glas
entsteht erst durch die unvollständige Reduktion des Blei-
oxyds zu Metall; es bilden sich da Streifen und Wülste von
verschiedener Zusammensetzung und verschiedener Licht-
brechung, die dadurch deutlich sichtbar werden. Außer bei
Rauchfeuer tritt eine Reduktion des Bleioxyds noch ein, wenn
das Gemenge organische Stoffe enthält, die nicht genug Sauer-
stoff zur Verbrennung finden. Milchglas, das mit Knochenasche
getrübt wird, wird auch leicht schlierig; die Ursache hierfür
liegt gewöhnlich an der Beschaffenheit der Knochenasche.
Die Knochen, aus denen die letztere bereitet werden
soll, müssen sehr sorgfältig gebrannt und dann sehr fein ge-
pulvert werden, und das gewonnene Knochenmehl ist mög-
lichst bald zu verwenden; denn, liegt es längere Zeit, so wird
es leicht feucht, und es bilden sich kleine Klumpen, die beim
Mischen mit dem übrigen Gemenge nicht vollständig zerfallen
und im geschmolzenen Glasfluß als Schlieren, Rampen oder
Winden zu sehen sind.
Außer der rechten Zusammenstellung des Gemenges ist
ein inniges Mischen desselben Haupterfordernis. Wird ein
Gemenge schlecht gemischt eingeschmolzen, so entstehen in
der Glasmasse Glasschichten verschiedener Zusammensetzung;
bei weichen Glasflüssen und gut heiß gehendem Ofen ist wohl
noch die Möglichkeit vorhanden, diese Schichten durch kräftiges
Blasen bei der Blankschmelze gut untereinander zu bringen;
dieses ist aber bei harten Glassorten ganz unmöglich, es wäre
denn, daß der Ofen übermäßig heiß ginge, wodurch aber wieder
neue Fehler infolge der Ueberhitzung entstehen würden. Was
also auf der einen Seite gut gemacht würde, ginge auf der
anderen Seite wieder verloren. Viel gesündigt wird auch noch
bei der Scherbenzugabe, indem Scherben von ganz anderer
Zusammensetzung dem Gemenge beigegeben werden ; die Folge
davon ist fast dieselbe wie beim schlechten Mischen des
Gemenges. Müssen derartige Scherben mit vervendet werden,
so sind sie zu pulverisieren und dann dem Gemenge beizu-
mischen; ein gutes Glas läßt sich aber nur erzielen, wenn die
Zusammensetzung der Scherben ermitt»!* und das Gemenge
dementsprechend eingestellt wurde.
Was nun das Einschmelzen des Gemenges anbelangt; so
sind da sehr viele Faktoren zu beachten, soll ein gutes, reines
Produkt zustande kommen. Jeder Gemengesatz erfordert eine
mehr oder weniger „individuelle" Behandlung, die sich hier
nicht angeben läßt; es sollen deshalb nur die Hauptpunkte
Erwähnung finden, die für alle Glassorten gelten.
Die Schmelzhitze ist nach der Schmelzbarkeit des Ge-
menges zu regeln; das Einstellen des Gemenges richtet sich,
wie schon erwähnt, nach der zu erreichenden Temperatur,
beides muß sich ergänzen. Kann man die erforderliche Hitze
nicht erzeugen, so wird man stets unter schlechtem Glas zu
leiden haben ; denn der Glasfluß wird nicht dünnflüssig genug,
um durch das Blasen bei der Blankschmelze vollständig
homogen zu werden. Da kann man noch so sehr und noch
so oft blasen, es verbleiben doch kleine Partien im Glasfluß,
die sich beim Ausarbeiten als Schlieren, Rampen oder Winden
bemerkbar machen. Die Hitze darf aber auch nicht über-
mäßig hoch gesteigert werden; denn je höher die Hitze beim
Abschmelzen ist, in, desto größerem Maße treten die Material-
fehler auf, da ja die Kappe und die Schmelzgefäße stärker an-
gegriffen werden, wobei die erstere viel Schlieren erzeugt und
die letzteren viel Hafen- und Wannenglas bilden. Werden
mehrere Sorten Glas im Ofen geschmolzen, so ist die Schmelz-
hitze nach dem am schwersten schmelzenden Glasfluß einzu-
stellen. Die weicheren Glassorten, wie Milchglas, Bleiglas usw.
werden naturgemäß schneller gut bezw. blank als ein hart zu-
sammengestelltes Kali- oder Natron- Kalkglas ; man legt daher
am besten das weichere Glas um soviel später ein, als es
gegenüber dem harten früher blank wird, denn es ist besser,
wenn das harte Glas früher blank wird als das weiche, da man
dann mit der Ofenhitze herunter gehen kann, sobald das harte
Glas gut ist, was aber im entgegengesetzten Fall nicht mög-
lich ist. Bei Schmelzen, wobei das weichere Glas doch noch
früher blank wird, muß man für eine Abkühlung des be-
treffenden Hafens durch teilweises oder gänzliches Oeffnen des
Arbeitsloches sorgen. Ist das Glas blank geschmolzen, so ist
die Auflösung des Gemenges vollständig erfolgt; die im Glas-
fluß befindlichen Alkalien sind jetzt gebunden, und das ganze
Schmelzgut greift nun die Schmelzgefäße an, Dieser Angriff
ist umso stärker, je weicher, also alkalireicher der Glasfluß
und je höher die Temperatur ist, und es entsteht dementsprechend,
viel Hafen- oder Wannenglas,
96 — Nr. 9
Die Schmelzhitze muß also gut geregelt werden, sie darf
weder zu schwach noch zu stark sein, da die Alkalien sonst
entweder ungenügend auf die übrigen Gemengebestandteile
oder übermäßig auf die Schmelzgefäße einwirken.
Das Einlegen des Gemenges sollte erst vorgenommen
werden, wenn der Ofen gut heiß ist; denn erfolgt die erste
Einlage in den noch kalten Hafen, so setzt sie sich fest
auf den Boden, schmilzt zu wenig ' durch, steigt erst
während der Blankschmelze und zum großen Teil erst bei der
Arbeit nach oben, verunreinigt das Glas und gibt Veranlassung
zur Bildung von Schlieren, Rampen und Winden. Dieses Uebel
tritt insbesondere bei Büttenöfen usw. auf, wo hohe Häfen
Verwendung finden ; bei Oberflammöfen, in denen das Schmelzen
mehr mit Oberhitze .und sowieso nur in niedrigen weiten
Häfen erfolgt, sowie bei Tageswannen ist eher noch ein gutes
Glas zu erzielen, sobald bei guter Schmelzhitze abgeschmolzen
wird, da wegen der geringen Glastiefe die Hitze von oben bis
zum Boden leichter durchdringt als bei hohen Häfen. Es ent-
steht aber noch ein anderes Uebel. Wird das kalte Gemenge
in die kalten Häfen oder das kalte Wannenbassin eingebracht,
so kühlt die Schmelzgefäßglasur derart ab, daß sie ganz rissig
wird und infolgedessen beim Flüssigwerden des Gemenges
abblättert ; dadurch bekommt die Glasmasse Gelegenheit, mehr
als sonst auf die Tonmasse der Häfen oder Wannenwände zer-
störend einzuwirken, und es entsteht viel Hafen- oder|Wannen-
glas. Ist die letzte Gemengeeinlage niedergeschmolzen, so ist
der Glasfluß zu blasen und diese Manipulation, nachdem sich
die Glasmasse wieder beruhigt hat, etwa nach einer halben
Stunde zu wiederholen. Geblasen wird gewöhnlich mit einem
an einer Eisenstange aufgespießten Hartholzklötzchen, das sich
in der Größe nach derjenigen des Schmelzgefäßes richtet und
so zu wählen ist, daß die Dämpfe, die durch das Einbringen
des Holzes in die feurige Glasmasse entstehen, genügen, um
die Glasmasse in Wallung zu bringen und zu homogenisieren.
Das Blasen, zweimal in richtiger Weise vorgenommen, genügt
für gewöhnliche Glassorten vollkommen ; nur bei einigen
Spezialgläsern ist es nötig, mehrmals zu blasen, um ein ein-
wandfreies Glas zu erhalten.
Schlierig wird auch Glas, das viel Metalloxyde oder gar
Metalle enthält, wenn der Uebergang der geschmolzenen Glas-
masse aus dem dünnflüssigen in den halbstarren Zustand für
die Verarbeitung zu langsam vor sich geht, wie man es z. B.
bei stark bleihaltigem Glase beobachten kann. Ist schweres
Bleiglas abgeschmolzen und wird nicht für sofortige Abkühlung
der Masse gesorgt, so entsteht ein schlieriges, rampiges und
windiges Glas, denn sobald die Masse geläutert ist, die Be-
wegung derselben also aufhört, sondert sich das Bleimetall
wieder allmählich aus der Glasmasse ab, wenn diese in dünn-
flüssigem Zustande belassen wird ; nur dann, wenn der Glas-
fluß sich in halbstarrem Zustande befindet, bleibt das Blei mit
den übrigen Stoffen verbunden.
Unterkühlung der Glasmasse infolge ungenügend hoher
Temperatur während der Ausarbeitung ist der hauptsächlichste
Betriebsfehler, der gemacht wird. Findet eine solche Unter-
kühlung statt, so bilden sich der Reihe nach Winden, Rampen,
mitunter auch Schlieren. Es handelt sich dabei um das An-
fangsstadium jener komplizierten Vorgänge, die als Entglasungs-
erscheinungen bezeichnet werden. Glas besitzt unter anderem
auch die Eigenschaft, gewisse Bestandteile auszuscheiden, wenn
es anhaltend bei einer sehr niedrigen Temperatur eben noch
, flüssig erhalten wird ; es bilden sich da nebeneinander lagernde
Glasscbichten von verschiedenem spezifischen Gewicht, und
die daraus erzeugten Produkte sind schlierig, rampig oder
windig.
Bei Hafen<jfen ist es vielerorts auch üblich, während der
Arbeitszeit mißratene Stücke wieder in den Hafen zu werfen,
besonders wenn große Artikel hergestellt werden, um den
Hafen nicht zu früh zu entleeren. Obwohl diese Stücke
zwischen Kranz und Hafenwand geworfen werden, kommt es
doch nur allzu leicht vor, daß auch etwas in den inneren
Kranzteil gelangt, was aber dann stets eine Winde, Rampe
oder Schliere zur Folge hat. Sollen nur ganz einwandfreie
Gläser erzeugt werden, so ist dieses Verfahren auf jeden Fall
zu unterlassen.
Bei Wannen kann auch eine schlecht funktionierende
Bodenkühluog schlieriges Glas verursachen. Ueber dem
Wannenboden befindet «ich ständig eine Schicht zähflüssigen
Glases, die sich bei guter Bodenkühlung am Schmelzprozeß
nicht beteiligt. Wirkt nun die Bodenkühlung nicht gut, so
wird diese GlasHchicht mitunter flüssig, steigt (bei Tageswannen
gewöhnlich nach beendeter Schmelze) in die Höhe und gelangt
auch in das Innere der Kränze oder Schiffchen. Dieses auf-
gestiegene Glas hat eben eine andere Zusammensetzung als
das eingeschmolzene und macht sich in Form von Winden,
Rampen und sogar Schlieren bemerkbar.
19-22. (65. Jahrgang.^
Treten Schlieren, Rampen oder Winden in größerer Menge
auf, so ist zunächst zu untersuchen, ob es sich um einen
Material-, Schmelz- oder Betriebsfehler handelt. Liegt ein
Materialfehler vor, so ist dies an der Abnutzung des Materials
zu sehen ; erfolgt die starke Abnutzung infolge schlechten
Materials, so läßt sich im Augenblick nichts dagegen tun, ist
sie aber eine Folge übermäßiger Ueberhitzung oder dergleichen,
so kann Abhilfe geschaffen werden. Ein Schmelzfehler kommt
in Frage, wenn das Glas schon zu Arbeitsbeginn fehlerhaft ist ;
treten die Fehler aber erst während der Ausarbeitung auf, so
liegt ein Betriebsfehler zu Grunde, und in diesen beiden Fällen
läßt sieht das Uebel leicht beheben. E. S.
Die photographischen Aufnahme -Verfahren*)
Von C. Fleck.
(Nachdruck verboten.)
I. -
Das Wort Photographie wurde im Jahre 1816 von
Nicephore Niepce anstelle des Wortes Heliographie gesetzt
und heißt wortwörtlich „Lichteingrabung" oder „Lichtgravierung".
Es ist zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern „phos"
= Licht und „graphein" = graben, welch letzteres Wort auch
schreiben oder zeichnen bedeutet, weil im Altertum die Schrift
mittels eines Stiftes oder Griffels auf Wachs- oder in weiche
Tontafeln eingegraben Wurde. Die Photographie oder Licht-
bildkunst (Lichtbildner ei) ist die Kunst, mit Hilfe des Lichtes
und einer optischen Vorrichtung — des photographischen Appa-
rates — auf lichtempfindlichen Flächen ein Bild aufzunehmen,
welches, weil es unsichtbar (latent) ist, hervorgerufen oder
entwickelt und, weil es in diesem Zustande auch nicht haltbar
ist, befestigt oder fixiert werden muß. Erfunden wurde die
Photographie — der Hauptsache nach — von Louis Jacques
Mande Daguerre, einem Kunstmaler und Dioramenbesitzer in
Paris. Die überaus rasche Verbreitung der Photographie ver-
danken wir der generösen französischen Regierung der damali-
gen Zeit, welche die Erfindung am 30. Juli 1839 ankaufte und I
sie zugleich freigab.
Als Ursache des Lichts wird von den Physikern eine
elektromagnetische Wellenbewegung des Weltäthers angesehen,
eine besondere Form von strahlender Energie, welche den i
menschlichen Sehnerv zur Lichtempfindung reizt und deren i
sekundliche Schwingungszahl zwischen 400 und 770 Billionen,
oder zwischen den Wellenlängen 760 und 390 Millionstel Milli-
meter liegt, das ist das Gebiet des sichtbaren Spektrums. Das
will besagen, daß nicht jede Aetherwellenbewegung Licht her-
vorbringt. Diese außerordentlich große Lichtgeschwindigkeit
pflanzt sich auf geradlinigen Bahnen fort. Eine solche Bahn
als ungemein feine rotierende Punkt-Linie ( ) gedacht i
nennt man einen Lichtstrahl. Selbst auf die kleinste Ober-
fläche fallen eine außerordentlich große Anzahl von Licht-
strahlen, welche, wenn die Lichtquelle sehr weit entfernt ist,
unter' einander parallel laufen. Von einem leuchtenden Körper i
rotiert das Licht nach allen Richtungen hin in gerader Linie.
Eine bestimmte Fläche, in einer gegebenen Entfernung von
einer Lichtquelle aufgestellt, wird eine gewisse Lichtmenge
empfangen, die von ihrer Entfernung vom leuchtenden Körper
abhängt. Bei doppelter Entfernung ist die auf die Fläche
fallende Lichtmenge aber nicht halb, sondern nur iji so groß.
Der Physiker sagt: Das Licht nimmt mit dem Quadrat der
Entfernung ab. Wenn wir z. B. unter einem Negativ eine
lichtempfindliche Unterlage bei 1 m Entfernung 1 Sekunde be-
lichten müssen, so müssen wir bei gleicher Lichtquelle bei
2 m Entfernung nicht etwa 2 Sekunden belichten, sondern
2X2=4 Sekunden; bei 3 m Entfernung von der Lichtquelle
nicht etwa 3, sondern 3X3=9 Sekunden, um annähernd dem
gleichen Lichteindruck zu erreichen.
Die photographische Optik ist die praktische Wissenschaft,
die sich mit der Herstellung von Apparaten beschäftigt, welche
zur Erzeugung photographischer Bilder dienen. Derartige
Apparate nennen wir photographische Objektive. Diese, zur
Klasse der optischen Projektions-Systeme gehörend, dienen
dazu, wirkliche Bilder zu entwerfen. Die einfachste Form ist
iene Sammellinse (Monokelobjektiv, dem sämtliche optischen
Fehler anhaften) gleichviel ob eine bikonvexe () oder plan-
vexe |) oder eine konkav - konvexe 2) Linie ist. Derartige
Linien haben den Fehler der „Fokusdifferenz", weil sich die
optisch-hellen (die orangeroten, gelben und grünen) Strahlen
in größerer Fokaldistanz vereinigen, als die starken brechbaren
(blauen und violetten) Lichtstrahlen, welche bei der photo-
graphischen Bilderzeugung die ausschlaggebenden sind. Die
Fokusdifferenz wechselt mit der Einstellung des Bildes (Bild-
abstand). Aber auch, bei Doppelobjektiven kann eine Fokus-
differenz vorhanden sein, doch sind sie frei von merkbarer
* Durch die Veröffentlichung dieses Aufsatzes erfüllen wir einen
Wunsch, der wiederholt aas dem Leserkreise geäußert wurde. D. Red.
SPRECH SAAL — COBURG.
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1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 9 — 97
Verzeichnung. Solche Objektive sind : Das Periskop von Stein-
Keil (1865, dem der chemische Fokus anhaftete), das verbesserte
Periskop, das er „Aplanat" nannte, und der Antiplanat, das
Bistigmat von Rodenstock (ein Analogon des Periskops, ohne
astigmatische Bildebnung) und das Hypergon-Doppel Anastigmat
von Goerz. Die Fokusdifferenz (chromatische Aberration oder
Farbenabweichung) wird durch die Benutzung der hochbrechen-
den Barium-Crown-Glas-Linsen (Schott & Genossen, Jena) in
Verbindung mit Flintglaslinsen berichtigt. Für den photo-
graphischen Farbendruck (Drei-, Vier-, Fünf färb endruck) genügt
die gewöhnliche Achromasie oder der Achromatismus (die Eigen-
schaft der Lichtbrechung ohne Farbenzerstreuung von Prismen-
and von Linsenkombinationen) photograph. Objektive nicht,
weil drei, vier oder fünf Negative hinter Rot-, Orange-, Gelb-,
Grün- und Violettfilter anzufertigen sind. Solche Objektive
werden für Orangerot bis Blau korrigiert (Apochromate für
Reproduktion), während bei den Achromaten der Farbenfehler
in der Regel nur soweit verbessert ist, daß die gelben und die
blauen Strahlen die gleiche Vereinigungsweite haben; es fallen
hier die optische Einstellebene des menschlichen Auges und
die photographisch wirkende Bildebene zusammen. Die'einfachste
Form des achromatischen Objektivs ist die sogenannte Land-
schaftslinee. Dieses Linsensystem hat den Fehler der Bild-
feldkrümmung oder Distorsion ; am Bildrande werden die geraden
Linien verzerrt. Wie gesagt haben die einfachen Linsen die.
Eigenschaft, daß Zentral- und Randstrahlen verschiedene Brenn-
weiten haben. Es ist dies ein Kugelgestaltsfehler, welchen
der Optiker die sphärische Abweichung nennt. Dieser Fehler
ist beim achsenaplanatischen Objektiv zum großen Teil ver-
mieden: Dieses Objektiv ist ein Linsensystem, bei welchem
die achsenparallelen Lichtstrahlen dieser Farben- und Kugel-
abweichung verbessert sind.
Die größten Feinde der ausgedehnten Schärfe der Bilder
photographischer Linsen sind die Abirrungen schiefer Strahlen-
bündel, von welchen-^der Astigmatismus, das Coma, die Bitd-
feld Wölbung erwähnt seien. Es war sehr lange Zeit hindurch
schwierig, die Bildwölbung zu beheben, weil neue Fehler die
Qualität des optischen Bildes merklich verschlechterten, bis
durch die Konstruktion der Anastigmate im Jahre 1891 durch
Zeiß die Bildwölbung auf ein sehr geringes Maß beschränkt
Wurde; nun erst konnte das Bild vorteilhaft auf einer ebenen
Platte aufgefangen werden. Eine weitere Beschränkung erfährt
die Wahl guter Objektivkonstruktionen durch die nötige Rück-
sichtnahme auf den Gang der an der polierten Fläche zurück-
geworfenen Strahlen (Spiegelwirkung), welche falsches Licht
(Reflexbilder) im photographischen Bilde geben. Bei einem
guten Objektiv sollen aber nicht nur die besagten Fehler aus-
geschieden sein, sondern es soll auch zugleich lichtstark sein.
Unter Lichtstärke eines Objektivs versteht man die
Fähigkeit der Linse bezw. des Systems, auf der Mattscheibe ein
helleres oder ein dunkleres Bild zu erzeugen. Der Helligkeitsgrad
hängt — bei sonst gleichbleibenden Bedingungen — von der
relativen Oeffnung des Objektivs ab, also einerseits von dem
Blendendurchmesser und anderseits von der Brennweite. Bei
einem Objektiv hat man drei verschiedene Arten von
Oeffnungen zu unterscheiden: die wirkliche, die wirksame und
die relative. Die wirkliche Oeffnung ist die gesamte von der
Metallfassung freigelassene Glasfläche. Die wirksame Oeffnung
ist je nach der Objektivkonstruktion verschieden. Bei ein-
fachen Linsen, bei welchen die Blenden stets vor der Linse
angebracht sind, ist sie gleich der Blendenöffnung. Bei Doppel-
Objektiven hingegen, welche ein vorderes und ein hinteres
Linsen-System besitzen, und bei welchen die Blende zwischen
diesen beiden Systemen sich befindet, ist die wirksame Oeffnung
gleich dem Durchmesser des von einem unendlich entfernten
Punkte kommende Strahlenbüschels, welches nach dem
Passieren des vorderen Linsensystems durch die gewählte
Blende begrenzt wird. Der Durchmesser der wirksamen
Oeffnung wird entweder in mm oder cm gemessen, oder man
kann ihn dadurch angeben, daß man sagt: derselbe geht in
äie Brennweite so und so oft Mal. Ist beispielsweise der
Durchmesser 3 cm, die Objektivbrennweite 21 cm, dann geht
äer erstere 7 Mal in die letztere, und diese Verhältniszahl
ärückt die relative Oeffnung des Objektivs aus (relativ im
Verhältnis zur aequivalenten Brennweite). Unter relativer
Oeffnung versteht man in der Regel diejenige für die größte
Blende. Blendet man das Objektiv ab, so wird die wirksame
Deffnnng kleiner und die Verhältniszahl größer, die relative
Deffnung somit kleiner. Im obigen Beispiel ist die relative
)effnung der siebente Teil der Brennweite, was 1:7 oder f/7
jeschrieben wird, wobei f die Abkürzpng von „Fokus "-Brenn-
veite bedeutet. Je größer die Zahl ist, desto kleiner ist die
elative Oeffnung und desto geringer die Lichtstärke öder
Bildhelligkeit auf der Mattscheibe. Kreisflächen verhalten sich
ne die Quadrate ihrer Durchmesser, und deshalb verhalten
dch auch die durch verschieden große Blenden (relative
Oeffnungen) hindurchgehenden Lichtmengen nicht einfach wie
die linearen Durchmesser, sondern wie die Quadrate dieser.
Für die Rasterphotographie (Autotypie), bei welcher verschieden
große Blenden benutzt werden, ist folgendes Beispiel von Nutzen.
Die beispielsweise durch die relative Oeffnung f/4 und f/ö
. gehenden Lichtmengen verhalten sich nicht wie 4 : 8, sondern
wie 4 im Quadrat zu D im Quadrat oder wie 16:64. Im
zweiten Fall muß also viermal so lange belichtet werden, wie
im ersten. Das Objektiv mit der relativen Oeffnung f/4 ist
demnach viermal lichtstärker gegenüber dem andern von f/8.
In welchem Maße sich die Lichtstärke beim Abblenden ver-
ringert, kann leicht errechnet werden. Die optischen Werke
haben für diesen Zweck auf den Blenden Zahlen einschlagen
lassen. Bei einigen Fabrikaten finden wir die relativen
Oeffnungszahlen angebracht. Derartige Blenden verhalten sich
untereinander genau so, wie die relativen Oeffnungen, und wir
haben das gleiche Rechenexempel wie oben. Andere Firmen
haben den Blendendurchmesser einzeichnen lassen.
Kennen wir die Brennweite des betreffenden Objektivs, so
können wir rasch die relative Oeffnungszahl erhalten (Brenn-
weite dividiert durch Blendendurchmesser). Manchmal finden
wir die relativen Belichtungszahlen vermerkt. In diesem Falle
brauchen wir nicht zu rechnen, denn diese Zahlen, etwa eine
Blende 32 und eine andere 64, verhalten sich genau wie 32 : 64
oder wie 1 : 2. Die Blende erhöht und verteilt die Bildschärfe
am Bildrande und in der Bildtiefe. Die Blenden kommen in
drei Ausführungen vor, nämlich als Einsteck- oder Schiebe-
blenden, als Revolver- und als Irisblenden. Bei schlecht
gearbeiteten Irisblenden kann der sogenannte „tote Gang" vor-
kommen. Irisblenden aus Kautschuklamellen scheuern nicht
so ab wie Metallblenden und wären aus diesem Grunde vorzu-
ziehen. Die Rohrstutzen der Objektive sind entweder aus
Messing oder aus Magnalium hergestellt. Die Gewinde dieses
Metalles sind weniger widerstandsfähig, und es ist bei häufigem
Auf- und Abschrauben große Vorsicht geboten. Wer für ein
und dieselbe Kamera verschiedene Objektive besitzt, bedient
sich der sogenannten Zwischenringe. Bei den Universal-Objektiv-
ringen kann ein schräges Einspannen des Objektivs vor-
kommen, was eine ungleiche Schärfenzeichnung zur Folge hat.
Zuverlässig ist ein Objektivring mit Gewinde. Wegen der
größeren Lichtdichtigkeit ist das Zwischenlegen eines dünnen
Filzringes zu empfehlen. — Ein Objektiv muß, um fortwährend
in gutem Zustande zu bleiben, stets vor Staub geschützt
werden. Ist Putzen nötig, dann werde ausgewaschene feine 1
Leinwand oder Seide verwendet, nachdem vorher der größere
Staubanteil mit einem Pinsel entfernt wurde.
II.
Die photographische Kamera (Camera obscura, Dunkel-
kasten) ist ein lichtdichtes Gehäuse von mannigfaltiger Form,
welches in der Photographie die Aufgabe erfüllt, die Bestrahlung
der lichtempfindlichen Fläche (Platte, Film, Papier, Leinwand)
auf die durch das Objektiv gehenden Strahlen zu beschränken, und
somit andere Lichtwirkungen durchaus fernzuhalten. Die Kamera
besteht in der Regel aus zwei, aus fettem Material (Mahagoni-,
amerikanisches Nußbaum- oder Teakholz) verfertigten Teilen,
die durch einen mit Falten versehenen (daher zusammen-
legbaren bezw. ausziehbaren) Leder- oder Stoffbalg verbunden
werden und auf einem Laufbrette durch Triebvorrich-
tangen (Zahnstangen und Zahnrädchen) in verschiedene
Entfernung voneinander gebracht werden können. Dies ist
bei Verwendung von verhältnismäßig langbrennweitigen Objek-
tiven und bei der Aufnahme naher Objekte zur Einstellung
eines scharfen Bildes unerläßlich. Während der Vorderteil der
Kamera das Objektiv aufnimmt, befindet sich im Rückteil die
in einen Rahmen gefaßte Matt- oder Visierscheibe, an deren
Stelle nach erfolgter Einstellung die Kassette gebracht wird,
welche im Innern die lichtempfindlich-präparierte Platte so
birgt, daß sie genau in die Fokusebene der Mattscheibe gelangt.
Das Korn der Visierscheibe muß äußerst fein sein und durch
Aetzung des Glases erzeugt werden. Mattscheiben, welche
durch das Sandstrahlgebläse hergestellt sind, erschweren die
scharfe Einstellung ungemein. Da bei Atelierkameras meist
sehr lichtstarke Objektive benutzt werden, so ist es zweck-
mäßig, an der Vorderwand des Apparates einen Kamera -Vorbau
anzubringen. Der Vorbau soll so beschaffen sein, daß das auf
die lichtempfindliche Fläche fallende Licht beliebig reguliert
und abgegrenzt, und das falsche oder schädliche Licht von der
lichtempfindlichen Fläche abgehalten werden kann. Empfehlens-
wert ist die F. Grainer'sche Konstruktion, welche durch Th. Haake
in Frankfurt a. M. vertrieben wird. Ueber Reisekameras, welche
in drei verschiedenen Arten vorkommen, sei hier nicht be-
richtet. Die Atelierkamera ruht auf einem kräftigen Unterbau,
der mit verschiedenen" zum Heben, Senken und Neigen der
Kamera dienenden Stellvorrichtungen ausgestattet ist. Der
rückwärtige Kamerateil soll umsteckbar, der Balg drehbar sein
§8 — St. 9
nm Hoch- und Qneranfnahmen machen zu können. Einer sehr
sorgfältigen Ausführung bedürfen die Reprodaktions-Kameras.
Bei diesen ist — wegen ihrer Größe — das fortwährende Hoch-
nnd Querstellen zu vermeiden, weshalb sie quadratisch gebaut
werden; dabei können die rechteckigen Plattensorten sowohl im
Hoch- wie im Querformat benutzt werden. Die Kamera mit
Rastereinrichtung zur Erzeugung von Raster-(Autotypie-)
Negativen hat die gleiche Größe für Raster und Platten, so daß
in einer Kamera von 50 cm im Quadrat auch Raster- und
lichtempfindliche Platten von genannter Größe in Gebrauch
genommen werden können. Um ein gleichmäßiges Ausziehen
und dadurch die Schonung des Balgens zu gewährleisten, ist
die moderne Kamera mit einer Balgenstütze versehen; außer-
dem hat die Kamera der Neuzeit eine prismatische Metall-
schienenführung, und eine besonders große Kamera ist noch
mit einer nachstellbaren Führungsleiste ausgestattet, um sie für
einen etwaigen Transport bequem zerlegen zu können. Die
Zahnstangen haben eine „schräge" Zahnung und somit eine
schräge Triebvorrichtung. Die letztere hat den Vorteil, daß
der Eingriff der beiden Teile ineinander ein vollkommenerer, und
der sogenannte „tote" Gang auf ein Geringes vermindert ist,
wodurch eine längere Betriebsdauer und eine bessere Einstellung
ohne Mikrometertrieb ermöglicht wird. Die Stärke der Zahn-
stange richtet sich nach der Größe der Kamera. Für die
Bewegung des Vorderkastens sind die Spindeln, die ein vier-
gängiges Gewinde besitzen — um eine rasche Bewegung ohne
sonderlichen Kraftaufwand zu ermöglichen — aus einem Stück
gearbeitet. Um ein unbeabsichtigtes Verstellen der Kamera zu
vermeiden, besitzt die Kamera abnehmbare Kurbeln.
Bei Aufnahmen nach Diapositiven für den photographischen
Farbendruck ist eine zweiteilige Spindel angebracht, welche für
die Bewegung des Diapositiv-Teiles sorgt. Zweiteilig ist die
Spindel, damit die Kamera für den Mehrfarbendruck, auch für
Schwarzaufnahmen gebraucht werden kann. Die Universal-
Kamera von Klimsch & Co. ist mit abnehmbarem Diapositiv-Satz
ausgestattet, um je nach Wunsch direkte oder indirekte Farben-
aufnahmen machen zu können. Der Rahmen, in welchen der
Diapositivbalgen endigt, ist mit Einlagen versehen und wird
an Stelle des Reißbretts in das Reproduktionsgestell eingesetzt.
Die Kamera hat eine Jalousie-Kassette mit Einlagen oder mit
verstellbaren Plattenträgern, damit jedes Plattenformat bis zur
Kassettengröße verwendet werden kann. Die Plattenträger
laufen in gefrästen Messingschienen, wodurch eine nicht beab-
sichtigte Kameraverstellung vermieden wird. Vielfacher Messing-
beschlag bietet die Gewährleistung gegen etwaiges Verziehen
des Trägers. Zur Herstellung von Autotypien soll die Kon-
struktion des inneren Mechanismus bei solider Ausführung
denkbar einfach sein; deshalb sind neuere Kameras mit einer
Hebel- und Schraube- Rastereinstellung versehen. Der Raster-
abstand kann entweder mit dem Hebel oder mit der Schraube
allein auf den Bruchteil eines mm eingestellt werden. Der
eingestellte Rasterabstand wird automatisch festgehalten. Die
Träger für die Raster rechteckigen Formats können leicht
herausgenommen und durch Träger für die Drehung eines
runden Rasters ersetzt werden. Um den Kamera-Auszug
nach Wunsch verlängern oder verkürzen zu können, dient ein
Ansatz (Tubus oder Konus), der außen oder innen eingesetzt
werden kann. Ein Zwischenrahmen in der Objektivwand der
Kamera gestattet die Benutzung des gleichen Objektivbrettes
für Ansatz und Kamera ; dadurch wird das lästige Umschrauben
des Objektivs erspart. Weil bei den modernen Apparaten das
Aufnahme- oder Originalbrett beliebig hoch oder tief gestellt
werden kann, ist eine Verstellbarkeit des Objektivbrettes nicht
nötig. Damit die Kamera während des Einstellens leicht ge-
Wirtschaft lich-gf
Korrespondenzen.
Totenschau. Im 79. Lebensjahr starb Herr Glaehttttenbesitzer
Eduard Stutzel, Seniorchef der Firma Christian Winkler & Sohn,
Förth i. Bayern. ,
Gesetzgebung, Stenern.
Oer Kutwurf eines Gesetzes Aber die Entsendung von Be-
trlebBratsmltgUedern In den Anfslchtsrat (§ 70 BRG.) ist vom Reichs-
tag in zweiter and dritter Lesung verabschiedet worden. Nach dem
Oesetz sind die Betriebsräte berechtigt, in die Aufsichtsräte der A.-G.,
Komm.-G. a. A., G. m. b. H., Genossenschaften and Vereicherangsvereine
h. G. ein oder zwei Mitglieder za entsenden and zwar zwei Mitglieder
dort, wo Arbeiter ana Angestellte in dem Betriebsrat oder den Betriebs-
räten des Unternehmens vertreten Bind, oder wo der Anfsichtsrat des
Unternehmens nach dem Gesellschaftsvertrag mehr als drei Mitglieder
zahlt, sonst ein Mitglied. Diese in den Aufsichtsrat entsandten Vertreter,
die von den Mitgliedern des zum Unternehmen gehörigen Betriebsrates
oder der zugehörigen Betriebsrate gewählt werden, haben die gleichen
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hoben, gesenkt oder geneigt werden kann, muß ein Stativ mit
Triebwerk- Vorrichtung vorhanden sein. Das Stativ mit Trieb» ?,
werk bewegt ein Schlitten, auf welchem ein starker Rahmen
in Metallführung und auf Metallringen gleitend drehbar ange-
ordnet ist, der bei Rechts- und Linksdrehungen in einer Stellung
von 45° oder 90° festgehalten wird. Diese Einrichtung gestattet,
bei Prismen-Aufnahmen und beim Gebrauch kurzbrennweitiger
Objektive die Kamera nahe genug an das Original zu bringen,
In den Reproduktions-Ateliers, ob sie zur ebenen Erde
liegen oder in höhergelegenen Stockwerken untergebracht
sind, machen sich die unvermeidlichen Erschütterungen des
Bodens durch Fuhrwerke oder Maschinen aller Art, dadurch
störend bemerkbar, daß infolge der ungleichen Schwingung
von Kamera und Reproduktionsgestell die Aufnahmen unscharf
oder gar doppelt und dreifach werden. Diese Störungen
beseitigt man durch Anwendung von Schwebe- oder Schwing-
stativen (Schwinggestelle), welche erstens die Hauptwirkung
der Erschütterungen wesentlich reduzieren, und zweitens den
noch vorhandenen Rest ganz gleichmäßig auf Kamera und
Reproduktionsgestell übertragen, so daß ihre gegenseitige Lage
stets genau die gleiche bleibt. Das Schwinggestell enthält
„Pufferfedern", die aus bestem Tiegelgußstahl gefertigt sind,
welche den durch viele Querstücke festverbundenen Haupt«
rahmen tragen, auf welchem der Kamera-Schlitten mit dem
Drehrahmen und dem drehbaren Originalbrett durch starken
doppelten Zahntrieb beweglich ist. Durch freischwebende
Doppelfedern werden starke, stoßweise erfolgende Erschütterung
für die Aufnahme wirkungslos gemacht.
Um das Bedienen der Kamera, besonders bei großen
Formaten zu erleichtern und die zur Einstellung des Bildes
nötigen Handgriffe zu vereinigen, sowie das Betrachten des
Mattscheibenbildes zu erleichtern, weil das Hereinbücken über 4
das Stativ bei diesen Apparaten anstrengend ist, hat Ernemann
in Dresden seiner Kamera einen praktischen Laufboden bei-
gegeben, welcher zwei tiefe Einschnitte aufweist, die von der
mit einer Zahnradwelle versehenen Traverse überbrückt ist.!
Der Photograph kann in den Einschnitt hereintreten und ganz,
dicht an der Mattscheibe arbeiten, ohne sich irgendwie bücken
zu müssen. Die amerikanischen Kameras haben durch meinen
Ff eund Arthur Dietz-Fruwirth in New- York eine automatische Ein-
stellvorrichtung erhalten, die ein überaus rasches und sicheres
Einstellen gestattet und besser ist, als die von Jules Carpentier.
Besonders schädlich ist es für die autotypische Aufnahme,
wenn sich die Rastertraverse mit der Länge der Zeit etwas
verzieht, so daß das Raster an der einen Ecke sich näher an
der Platte befindet als an der anderen. Wie oft mag sich
schon ein Rasterphotograph gewundert haben, daß trotz des
sorgfältigen Gusses von Kollodium oder Kollodium-Emulsion,
und der scheinbar ganz gleichmäßigen Beleuchtung die Raster-
punkte auf einer Seite größer sind als auf der anderen, was
besonders bei Aufnahmen von großen Formaten der Fall ist,
und wie ärgerlich ist der Fall erst für den Aetzer, der diese'
breiten Rasterpunkte neben bereits spitz stehenden ausgleichen
soll, ohne ein unharmonisches Bild zu erhalten. Die zu große
Nähe der elektrischen Bogenlampe einerseits und die Verar-
beitung nasser oder feuchter lichtempfindlicher Platten ander-
seits, sowie das Einlegen feuchten Papieres, nm die Austrock-
nung der Platten im Sommer zu verhindern, schädigen die
Kamera ungemein. Beim Verarbeiten photomechanischer
Trockenplatten könnten die genannten Schäden nicht eintreten ;
hierbei wäre sogar das elektrische Bogenlicht meistens ent-
behrlich und die Monatsrechnung dafür eine wesentlich kürzere.
Für alle Fälle wird die Möglichkeit einer verständnisvoll aus-
geführten Justierung willkommen sein. (Fortsetzung folgt.)
I
eworblichor Teil.
Rechte and Pflichten wie die übrigen Aaftiohtsratsmitglieder. Die Einzel-
heiten des Wahl Verfahrens bestimmt der Reiohsarbeitsmüüster. Vor der
Veröffentlichung der Wahlordnung kann eine Entsendung nicht stattfinden.
.w ■ • •:» J
Gewerblicher Rechtsschutz.
Nennung des Erfinders in der Patentschrift. Nach einer
Bekanntmachung des Präsidenten des Reiohspatentamtes soll, wenngleich:
niemandem ein Ansprach darauf zusteht, daß der Name des Erfinders als
solchen in den Veröffentlichungen des Reiohspatentamtes angegeben wird,
versuchsweise vom 1. 3.22 ab zugelassen werden, daß die Patentschrift
dazu benutzt wird, den Erfinder, der nicht Anmelder der Erfindung ist,
bekannt zu machen. Wegen der Bedingungen, an die diese Vergünstigung
geknöpft ist, und der Gesichtspunkte, nach denen dabei verfahren werden
soll, sind besondere Richtlinien in der Bekanntmachung beigefügt.
Handel und Verkehr.
Vereinfachung des Banhüberwelsungsverbehrs. Der von den
führenden Berliner Banken und Firmen seinerzeit hierzu bestellt« Arbeits-.
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ausschaß 'hielt letzthin eine Versammlung ab, in der über die lätigkeit
des Ausschusses berichtet und die Einführung des schon mehrfach be-
sprochenen einheitlichen Ueberweisungsformulars vorgeschlagen wurde.
Die große Mehrzahl (12) der vertretenen Banken und Bankfirmen erklärten
sich bereit, das neue Verfahren von einem noch zu bestimmenden Zeit-
punkt ab anzuwenden. Eine neugebildete Kommission soll die noch not-
wendigen Vorarbeiten im beschleunigten Tempo erledigen. Das zur Ver-
wendung gelangende Formular wird zunächst von den Banken im inneren
Betriebe benutzt werden, damit vorerst die große Menge der Bankbeamten
sich an die neue Technik gewöhnt. Die Einführung beim Publikum wird
erst nach und nach stattfinden. Das Verfahren stellt einen weiteren Aus-
bau des seit einigen Jahren im Berliner Platzverkehr mit vollein Erfolg
eingeführten „Eilavisverfahrens" dar ; dieser Ausbau besteht darin, daß
einerseits dje Schreibarbeit noch weiter verringert wird und anderseits
die gleichen Vereinfachungen auch auf den Uebefweisungaverkehr xnach
auswärts übertragen werden.
Die Faktarierang in Auslandswährung beim Emser Aasfahramt
ist von der Reparation bommission gutgeheißen worden.
Postpakete nach Aegypten und Britisch- Indien werden fortan
bis 5 kg schwer ohne Wertangabe über Hamburg mit Schiffen der
deutschen Hansa Linie befördert.
Bei der Versendung von Drucksachen nach Schweden ist darauf
zu achten, daß deren Inhalt keine zollpflichtigen Gegenstände darstellen,
da sie andernfalls an den Absender mit Portobelastung zurückgehen.
lieber Firmen in Schiedam, Bom, London, Las Palmas and
Smyrna liegen der Handelskammer zu Berlin vertrauliche Mitteilungen vor.
Ein- and Ausfuhr, Zollwesen.
Das Goldzollaufgeld wird mit Wirkung vom 1. 3 22 bis auf weiteres
auf 4400 °/o (bisher 3800) festgesetzt.
Nachzahlung von Aosfuhrabgaben. Da bekanntlich bei der Be-
messung der Ausfuhrabgabe der dem ausländischen Käufer berechnete
Preis zugrunde zu legen ist, so ist auch bei einer Preisänderung vor
Abferiigung der Ware zur Ausfuhr infolge nachträglicher Vereinbarung
die Abgabe von dem schließlich erhöhten Preise zu berechnen. Lautet die
Ausfahrbewilligung auf den ursprünglich niedrigeren Preis, so ist die
Differenz der Abgabe entsprechend dem vereinbart höheren Preis nach-
träglich zu entrichten. In diesem Falle ist der zuständigen Außenhandels-
nebenstelle unter Beifügung der Bewilligung Mitteilung zu machen, damit
die Abänderung des Wertes und der Abgabe vorgenommen werden kann,
Besetztes Gebiet. Die Erteilung von Ausfahrbewilligungen
beim Emser Ein- und AuBfuhramt wird neuerdings an die Bedingung ge-
knüpft, die eingehenden Detnen der. Reichsbank zur Verfügung zu stellen.
Keine Rückerstattung zuviel gezahlter Gebühren über die
ehemalige BheinzoUinie. Der Unterausschuß der Interalliierten Rhein-
landkommission hat entschieden, daß die Gebühren für die bis zum 30. 9. 21
erteilten Ein- und Ausfuhrbewilligungen für den Verkehr ait dem besetzten
Gebiet in keinem Falle zur Rückzahlung gelangen sollen. ■
Die deutsche Ausfahr nach Danzig. Nachdem die Zollgrenze
zwischen Dan2ig und Polen gefallen ist, wird in absehbarer Zeit eine
Neuregelung der deutschen Ausfuhr nach Danzig stattfinden. Vorläufig
gelten, was Deutschland betrifft, nach wie vor die alten Bestimmungen,
und die Außenbandelsstellen erteilen Aasfuhrbewilligungen ohne weiteres,
wenn die Danziger Verbleibsbescheinigung vorliegt. Was Danzig betrifft,
so sind durch die auf Grund eines Zusatzvertrages mit Polen
erreichten Zollerleichterungen Vorkehrungen getroffen, daß die Einfuhr
dieser Waren nach Danzig ermöglicht wird. Auf Grund des Zusate-
veitrages hat Danzig das Recht, für Einfuhren der im nachstehenden
Vergünstigungsverzeichnis bezeichneten Warengattungen Zollermäßigungen
vom autonomen Zolltarif im Rahmen der aus, dem VergünBiigungsverzeich-
nisse ersichtlichen Kontingente zu gewähren. Die Einfahren müssen bis
zum 30. 9, 22 bewirkt sein.
In d<m Vergünstigungsverzeichnis sind u. a. aufgeführt:
Warenbezeichnung
Kontingent
in Tonnen
Ermäßigter
Zoll auf
Faßbodenplatten ans einfarbiger Masse in
der Dicke über 13 mm ......
Einfarbige Tonplatten zur Wandverklei-
dung, zusammen beide Positionen . .
Ofenkacheln und Ziegeln aus Töpfermasse,
Glühlampen in Fassungen oder ohne Fassung
j 2 000
100
50
20
12
• 26 o/o
35 «/„
76 <7o
25 %
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 16.— 28. 2. 22
311 % (342).
Nicaragua. Die Zoll-Umrechnungskurse, die zur Berechnung
der Zollgebühren bei Erhebung von Wertzöllen zugrunde gelegt werden,
richten sich nach dem Stande des amerikanischen Dollars und werden von
Zeit zu Zeit festgesetzt. Nach der letzten Festsetzung war 1 deutsche
Mark =*= $ 0,011655.
Peru. Ein neuer Zolltarif, dessen Sätze voraussichtlich höher
sein werden als die bisherigen, befindet sich in Vorbereitung. Vor Juni
d. Ja. durfte er wohl kaum in Kraft gesetzt werden.
Schweiz. Die Ermäßigung der Tarazuschläge ist, vorbehaltlich
der Genehmigung des Eidgenössischen Zolldepartements, von der Ober-
zolldirektion für eine Reihe von Positionen vorgenommen worden. Hier-
nach stellt sich der Taraznschlag in Prozenten des Nettogewichts wie
folgt :
Tarif Nr.
676 Steinzeugwaren, feine von 30 °/0 auf 20 %
677 Töpferwaren, mit grauem oder rötlichem
Bruch „ 20 o/o „ 16%
678 Töpferwaren, mit weißem oder gelblichem
Bruch „ 30 o/o „ 20«/0
679/680 a Isolatoren und Abdampfschalen usw. aus
Porzellan . . . ... . . . . • „ 30 «/0 „20 %
680 b Porzellanwaren, andere „ 36% „ 20°/o
681 Töpferwaren, nicht anderweit genannt . . „ 30% „ 20»/°
683/688 Glasziegel, Bodenplatten, Dach-, Kathedral-
Fensterglas „ 25 »/0 „ 80%
689/690 Hohlglas- und Glaswaren, nicht geschliffen
usw » 40°/. , » 20%
691 a Flaschen aus schwarzem, braunem und
grünem Glas „ 30»/0 „ 20 o/e
691 b Flaschen, andere „ 40% „ 20%
694 c Hohlglaswaren aller Art , 50 % „ 20 o/0
Spanien. Fortfall des Valutazuschlages. Einer Madrider Meldung
zufolge ist mit Wirkung vom 21. 2. die Aufhebung des Valutazuschlages
für die Länder beschlossen worden, die die zweite Spalte des Zolltarifs
genießen. Zu diesen Ländern gehören Deutschland, Belgien, Frankreich,
Oesterreich- Ungarn u. a. m.
Die Lage in Industrie und Handel.
Eine neue Kohlenpreiserhöhung dürfte sich angesichts der am
1. 3. in Kraft tretenden neuen Erhöhung der Frachttarife um 20%, sowie
ferner in Anbetracht neuer Lohnforderungen der Bergarbeiter, zum Be-
ginn des neuen MonatB erforderlich machen. Eine wesentliche weitere
Erhöhung der Kohlen preise würde auch durch die Erhöhung der Kohlen-
steuer von 20 auf 40o/0 bedingt werden. Die nach der in Auseicht
stehenden Heraufsetzung der Koblenpreise dann noch verbleibende
Differenz zwischen Weltmarktpreis und Inlandpreis dürfte nicht mehr
sehr erheblich sein.
Rußland. Umstellung in der Wirtschaftepolitik. Am 15. 2.
sind nach einer Moskaner Meldung die Lenen Zolltarife für die aus West-
europa eintreffenden Waren in Kraft getreten. — Das Außenhandels-
Kommissariat soll in zwei Hauptabteilungen, eine gesetzgebende und eine
rein kommerzielle, umgestaltet werden — Unter dem Namen „Die erste
russische Aktiengesellschaft für die Ein- und Ausfuhr" ist vom Volks-
kommissariat für den Außenhandel eine Handelsgesellschaft ins Leben ge-
rufen worden. * -
Geschäftliche Mitteilungen.
Duxer Porzellanmanufaktur, A.-G., vorm. Ed. Eichler, Berlin.
In der a. o. G.-V. wurde Bankier H. Cassel neu in den Aufsichtsrat ge-
wählt. Von der Zuwahl eines nach den Statuten zulässigen siebenten
Aufsiohtsratsmitgliedes wurde nach einer Diskussion Abstand genommen,
da man den Posten offen lassen wolle, falls von der tschechoslowakischen
Regierung über kurz oder lang die Aufnahme^ eines tschechoslowakischen
Angehörigen verlangt werden sollte. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat
einen nicht ungünstigen Verlauf genommen.
Optische Werke, A.-G., vorm. Carl Schütz, Cassel. Die a. o.
G.-V. genehmigte die Umwandlung der J( 169 000 Stammaktien in Vor-
zugsaktien gegen Zuzahlung von je Jl 300 auf die Stammaktien und
beschloß einstimmig, die nicht zur Umwandlung eingereichten Stammaktien
im Verhältnis von 10 : 7 mit Sperrfrist umzuwandeln.
Deutsche Gold, und Silberscheideanstalt, vorm. Bbssler, Frank«
furt a. M. Die a. o. G.-V. genehmigte den Interessengemeinschaftsvertrag
mit der Metallgesellschaft sowie der Metallbank und Metallurgischen A.-G.
Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde Direktor G. Schwarz von der
Metallgesellschaft. Der Interessengemeinschaftsvertrag läuft bis 1951.
Für Verluste einer einzelnen Gesellschaft haftet die Gesamtgenosseu-
schaft nicht. '
Gener al -Versammlungen.
Porzellanfabrik Limbach, A.-G., Limbach : Die auf den 16. 3 22,
11 Uhr v., anberaumte o. G.-V. findet im Bahnhofshotel, Coburg, statt.
Tonwerk Kolbermoor Steinbeis & Gen., A.-G., Kolbermoor: o. G.-V.
16.3 22, 8% Uhr v., Verwaltungsgebäude, Kolbermoor.
Berliner Glas- und Spiegel Manufaktur, A-G., Barlin : o. G -V. 18 3 22,
3 Uhr n., Geschäftsräume der Deutschen Wasserwerke, Berlin. T. 0. :
u. a. Kapitalserhöhung um Ji 2 Mill auf M 3 Hill
Thermos-A.-G, Berlin: a o. G.-V. 17.3. 22, 11 '/» Uhr v„ Sitzungs-
saal der Firma Carsch, Simon & Co., Komm.-Ges., Berlin W. T.-O. :
Kapitalserhöhung um 950 000 Inhaberaktien.
Ostdeutsche Stanz- und Emaillierwerke, A.-G., Küstrin: a o. G.-V.
15. 3. 22, 11 Uhr v., Bureau des Notars Dr. W. Abrahamsohn, Berlin,
Potsdamerstr. 22 b. T.-O.: Kapitalserhöhung nm«i 6,5 Mill. auf M 14,5
Mill , Ueberlassung der neuen Aktien an die A.-G. Hago Stinnes.
Sächsische Emaillier- und Stanrwerke, vorm. Geor. Gnüchtel, A.-G.,
Lauter i. Sa. : o. G.-V. 10. 3. 22, 11 Uhr v , Allgemeine Deutsche Credit-
Anstalt, Leipzig. •
Messen und Ausstellungen.
Die 3. Ausstellung für chemisches Apparatewesen findet vom
7/*6. bis 18. 6. 22 gleichzeitig mit der Hauptversammlung des Vereins
deutscher Chemiker in Hamb arg in der Ernst- Merck Halle statt. Während
der Ausstellung tagt auch die Fachgruppe für chemisches Apparatewesen.
Die Anmeldung für die Ausstellung schließt am 15. 3. Näheres ist durch
den Vorsitzenden der Fachgruppe, Dr. Max Buchner, Hannover-Kleefeld,
SchellingBtr. 1, zu erfahren.
100 — Nr. 9
SPRECHSAAL -COBURG.
1922. (öö.^Jahrgang.)
Die geplante Torfausstellung (vgl. Sprechsaal, Nr. 51, Seite 613)
findet in Hannover vom 18. bis 22. 3. statt. Die Geschäftsstelle befindet
Bich in Hannover, Seilwinderstr. 6.
Für die Besucher der Leipziger Frühjahrsmesse werden bei
Benutzung der Meßzüge Fahrpreisermäßigungen bis zu 40 «/0 gewährt.
Der Fahrkartenverkauf erfolgt nur durch das Meßamt. Die Uebersendung
per Nachnahme wird bei Einkäufern von der gleichzeitigen Bestellung
des Meßabzeichens abhängig gemacht. Gesellschafts Sanderzüge verkehren
nach und von Leipzig anf den Strecken von Nürnberg über Probstzella ;
Stuttgart über Heilbronn, Würzburg; Karlsruhe über Mannheim, Frank-
furt ; Mainz über Rüsselsheim ; Frankfurt a. M. über Offenbach, Hanau ;
Düsseldorf bezw. Solingen über Elberfeld, Lennep, Hagen, Arnsberg;
Münster (Westf.) über Osnabrück, Bünde, Löhne; Altona über Harburg,
Lüneburg, Uelzen und Königsberg über Elbing.
Neue ehrenamtliche Vertretungen sind in Bosnien, Brasilien,
Bukowina und Nordmoldau, Island, Kleinasien, Luxemburg und Palästina
eingerichtet worden.
Die Ausstellungsräumlichkeiten der Wiener Werkstätten werden
in den Lesesaal der im Städtischen Kaufhaus untergebrachten Staats-
bibliothek verlegt.
Breslauer Messe. Für die ausländischen Besucher ist allgemein
die Vergünstigung des S immelsichtvermerkes zugelassen worden, bei
dessen Verwendung allerdings die gemeinsame Ein- und Ausreise der
Messebesucher zur Bedingung gemacht wird. Die deutschen Paßstellen
in Warschau, Posen, Lodz und Bromberg sind angewiesen worden, den
Messereisenden Sichtvermerke ohne weiteres zu erteilen und ihnen auf
Wunsch auch die Vergünstigung der Sammelsichtvermerke zuteil werden
zu lassen. Messebesucher aus dem besetzten Gebiet Oberschlesiens
müssen sich den erforderlichen Sichtvermerk von der deutschen Paßstelle
in Oppeln erteilen lassen.
Frankfurter Messe. Für Messebesucher aus Italien haben die
Schweizer Bundesbahnen die Fahrpreise wiederum um 30% ermäßigt.
Auch die italienischen Staatsbahnen haben die Gewährung einer beträcht-
lichen Fahrpreisermäßigung in Aussicht genommen.
Für die Eröffnung der Deutsehen Gewerbeschau München 1922
ist der 13. 5. (Samstag) bestimmt worden.
Für die 2. Wiener Internationale Messe, die in der Zeit vom
19. bis 25. 3. abgehalten wird, ist das Interesse überaus rege Auf Grund
des Messeausweises werden verschiedene Vergünstigungen: Ermäßigung
deB Paßvisums, eventuelle Fahrpreisermäßigung auf den österreichischen
Bahnen, eventuelle Sonderzugstellung sowie Quartierbestellung gewährt.
Verbände.
Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken, G. m. b. H.
Ein vorliegender Antrag auf Preiserhöhung wegen der gesteigerten Pro-
duktionskosten wurde trotz zutreffender Begründung abgelehnt, um die
bisherige Verbandspreispolitik, möglichst stabile Preise zu haben, solange
als möglich aufrecht zu erhalten.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken,
Berlin, hielt am 21. 2 in Eisenach seine diesjährige ordentliche Hauptver-
sammlung ab, und beschloß, mit Wirkung ab 1.3. 22 zum System der
Verbandemindestpreise zurückzukehren, das durch den Beschluß der außer-
ordentlichen Hauptversammlung vom 3. 8. 21 aufgehoben worden war.
Der bisherige Vorstand, Herr Direktor Jon. Dönitz, Hermsdorf, als 1. Vor-
sitzender, und Herr Fabrikbesitzer Viktor Stockhardt, Kronach, als 2. Vor-
sitzender, wurden für das laufende Jahr wiedergewählt.
Preiserhöhungen. Die Vereinigung Mitteldeutscher Hohlglas-
fabriken, e. V., Dresden, beschloß eine weitere Preiserhöhung. Die bis-
herigen Grundpreise und Aufschläge bleiben bestehen. Auf die so fest-
gestellte Eudsumme tritt ein weiterer Zuschlag von 30 «/<, hinzu. Die
neue Preiserhöhung ist mit sofortiger Wirkung ab 13. 2. 22 in Kraft
getreten.
Der Verein Deutscher Farbenglaswerke m. b. H., Berlin NW. 87,
WullenweberBtr. 6, hat sich veranlaßt gesehen, infolge weiterer Verteuerung
der Gestehungskosten des geblasenen Farbenglases sämtliche Preise der
Verkaufsliste vom 13.1. 22 mit Wirkung ab 15.2. 22 um 50°/0 zu er-
höhen. Diese neuen Notierungen sind jedoch nach wie vor unverbindlich.
Aufträge können nur zu den Preisen und Bedingungen vorgemerkt werden,
die am Tage der Lieferung gültig tind.
Die in dem bekannten Hartglaekonzern zusammengeschlossenen
Hütten teilen mit, daß ihre bisherigen Preisnotierungen eine weitere Er-
höhung von 40 % erfahren haben.
Der Verband der Glasbläser, Lauscha, beschloß angesichts der
AuftragBÜberhäufung der fünf im Bezirk vorhandenen Glashütten den
Bau einer Verbandsglaahütte.
Verband Mitteldeutscher Glasmalereien, e. V., Leipzig (Pegauer-
Rtraße 16). Die Frübjahrs-Generalversammlung findet am 6; 3. 22, 6V2
Uhr n., in den Bäumen des Deutschen Kellnerbundes, Leipzig, Johannis-
gasse 4, am Augustusplat«, statt.
Zentralstelle für Interessenten der Leipziger Mustermessen,
e. V., Leipzig. Die Hauptversammlung findet am 7. 3. 22, 5 l/s Uhr n.,
in den Kammermusiksälen des Leipziger Centraitheaters, Dittrichring 19,
statt.
Firmenregister.
Deutschland.
Xteinberger & Co., Kriegern in Böhmen, Porzellanfabrik, Geschäfts-
stelle Herlin. Die Zweigniederlassung ist aufgehoben.
l'Hedr. Schwab & Co., Meiningen. Die Prokura des Fritz Böhme
ist erloschen.
Porzellanfabrik Richard Fabig, Peterwitz, Kr. Frankenstein. Fabrik-
direktor Hana Piorkowaky hat Prokura.
Aelteste Volkatedter Porzellanfabrik, A.-G., Volkstedt. Die Kapitala-
erhöhung um M 1,5 Mill. ist durchgeführt.
Deutsche Steinzeugfabrik Ludwig und. Budolf Wiek, Grenzhausen.
Persönlich haftende Gesellschafter sind die Fabrikanten Ludwig und Budolf
Wiek. Jeder der beiden Gesellschafter ist selbständig vertretungsbefugt.
Annaburger Steingutfabrik, A.-G., Annaburg. Die Prokura des
Bobert Schulze ist erloschen.
Württembergische Majolikawerke Gaildorf, Mezger & Beck, Gaildorf.
Herstellung und Vertrieb feiner Ton- und Majolikawaren. Persönlich
haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Jobann Mezger und Heinrich
Beck. Sie sind nur gemeinsam vertretungsbefugt. Oberingenieur Friedrich
Kneller und Kaufmann Otto Mezger haben Gesamtprokura.
Tonwarenfabrik Germania, Kanter & Co., Lugknitz, O.-L. Persön-
lich haftende Gesellschafter sind Kaufmann Sally Teitelbaum und Fabrik-
besitzer August Kanter. Vertretungsbefugt ist nur Sally Teitelbaum.
Eicawil, Kunstgewerbliche Gesellschaft m. b. H., Perlach (Hans-
Huber-Straße, Fasangarten). Bureau für Innnenarchitektur, Fabrikation
von keramischen Erzeugnissen aller Art, Fabrikation von Lampen und
Lampenschirmen, sowie Handel mit architektonischen bildhauerischen,
graphischen und keramischen Erzeugnissen. Stammkapital: Jt 30000.
Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer Bind Keramiker Eilif Möller
und die Kaufleute Carl Scheuermann und Willy Berreth.
Keramische Werke Alfred Lohse, Bad Schmiedeberg. Direktor Otto
Becker hat Prokura.
Lichtenower Ofenfabrik in Lichtenow bei Herzfelde, F. & E. Toache,
Lichtenow. Die Firma ist erloschen.
Friedrich Bößler, Fabrik säurefester Produkte, Bensheim. Die Prokura
des Eugen Bentz ist erloschen. Oberingenieur Karl Kleinjung hat Prokura.
Fontaine & Co., Bockenheimer Nexos-Scbmirgel-Schleifräder und Ma-
schinenfabrik, G. m. b. H.( Frankfurt a. M. Das Stammkapital ist um
Jt 400000 auf Jt 1,2 Mill. erhöht worden.
Verkaufsgenossenschaft der vereinigten Steinzeugfabrikanten von
Adendorf und Umgegend, e. G. m. b. H, Adendorf. Die Zahl der Vorstands-
mitglieder ist von drei auf sechs, die Haftsumme von Jt 300 auf Jt 10 000
erhöht worden. Aus dem Vorstände ausgeschieden sind Peter Gütten I.
und Serv. Josef Menningen. Neu- bezw. wiedergewählt wurden Chr. Josef
Giertz, Johann Hubert Hirschleber, Max Gerhartz, Leopold Corzeliua II.,
Leo Wingender und Peter Schüller.
Altenburger Glasfabrik Besser & Co., G. m. b. H., i. Liqu., Altenburg.
An Stelle dea Hana K. S. Voigt wurde Bücherrevisor Fritz Winkler zum
Liquidator bestellt.
Franz Wittwer, Kristallglasindustrie, Altheide. Die Firma lautet
jetzt: „Franz Wittwer, Kristallglas- Hüttenwerke, Altheide. "
Max Kray & Co. - Glasindustrie Schreiber, A.-G., Berlin. Direktor
Gottlob Bitter von Kralik ist aus dem Vorstande ausgeschieden.
Heinr. Ehlers Glasmanufaktur, G. m. b. H., Altona. Die Gesellschaft
befindet sich in Liquidation. Der bisherige Geschäftsführer Franz Haller
ist Liquidator. .
„Stern", Glühlampenwerk Josef Plechati, Jlmenau. Die Firma ist
erloschen.
Glas- und Spiegelmanufaktnr Kinon & Kotz, Köln. Hermann Kotz
ist aus der Gesellschaft ausgeschieden.
Emaillierwerk Germania, G. m. b. H, Bosenthal b. Breslau. An Stelle
des ausgeschiedenen Ferdinand Kleemann wurde Direktor Heinrich Schweis-
farth zum Geschäftsführer bestellt.
Leo Deutsch, G. m. b. H , Düsseldorf (Kirchfeldstraße 149). Import
und Export von Chemikalien, Glas- und Metallwaren. Stammkapital:
M 100000. Geschäftsführer ist Kaufmann Bernhard Deutsch. Heinrich
von Ahm und Paul Deutsch haben Gesamtprokura.
Eisen- und Glas-Handelsgesellschaft m. b. H., Hamburg. Stamm-
kapital: M 30 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Bernhard E. Trey.
Glasgroßhandlung Trexler, G. m. b. H., Plauen. Die Vertretunga-
befugnis deB Geschäftsführers Johann A. B. Kuhnert ist beendet.
Gottlieb Hügel, Bayreuth (Maxstraße 41). Zinngießerei und Handel
mit Glas und Porzellanwaren. Inhaber ist Gottlieb Hagel.
Heckert & Co , A-G., Berlin. Der Sitz der Gesellschaft befindet
sich jetzt in Halle a. S. Das Grundkapital soll um bis JC 8 Mill. erhöht
werden.
Monnington & Lejeune, Export, Import und Kommission, G. m. b. H.,
Berlin. Export von Erzeugnissen der Glasindustrie, Optik und Feinmechanik.
Stammkapital: Jt 20000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer
sind Kaufmann Kurt Monnington und Frl. Hildegard Lejeune.
Piehl & Fehling, Zweigniederlassung Hamburg. Eiu Kommanditist
ist ausgeschieden.
J. Stölzel & Co., Bayreuth (Richard- Wagner-Str. 10). Großhandlung
mit Flachglas aller Art. Persönlich haftende Gesellschafter Bind Kaufmann
Joseph Stölzel und Bierwirt Karl Stiefler.
Technische Glaswaren, G. m. b. H., Berlin. Der Sitz ist nach Siemens-
Btadt bei Berlin verlegt.
Gerhard Hunger, Düsseldorf (Schützenatr 26, bisher Köln). Inhaber
ist Bergingenieur Gerhard Hunger.
Weaterwälder Elektro - Osmose Tongewerkschaft, Staudt. Als
weiteres Grubenvorstandemitglied wurde Dr. L. Silberberg bestellt. Er
ist gleichzeitig Stellvertreter des Vorsitzenden Direktor August Heberle.
Aus dem Grubenvoratand ausgeschieden sind Direktor J. Lengersdorff und
P. Schönwald.
Oesterreich.
Hana Fötinger, Original Gmundner Tonwaren-Induatrie, G. m. b. IL,
Gachwandt (Gmunden). Hana Fötinger hat Gesamtprokura.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 9 — 101
Keramische Werkstätten Both-Nensiedl, G. m. b. H., Wien. Erzeu-
gung von keramischen Erzengnissen aller Art in eigenen Werkstätten und
in der Fabrik der Werkstätten Karan Wien, Kommanditgesellschaft, Both-
Nensiedl, sowie Vertrieb dieser Waren. Stammkapital: Kr 902000. Ge-
schäftsführer sind die Architekten George Karan und Ludwig Steiner,
Fabrikant Benjamin Karpf und Prokarist Badolf Loew. Vertretungsbefugt
ist George Karan oder Ludwig Steiner mit einem der anderen Geschäftsführer.
F. J. Schönfeld, Wien. Fabriksmäßige Erzeugung von Schmirgel-
papier und Leinen ; Glaspapier, Schleifscheiben, Wetzsteinen sowie Putz-
nnd Poliermitteln. Inhaber ist Franz Josef Schönfeld.
A.-G. für Glas- und optische Industrie, Wien. Die beschlossene
Kapitalserhöhung um Kr 36 Mill. auf Kr 50 Hill, wurde vom Bundes-
ministerium genehmigt.
Fra gekästen des Sprechsaal.
Keramik.
31. Ich bitte um Angabe einer absolut durchsichtigen und einer
deckenden (Zinn-) Glasur zum Glasieren von Vasen usw. aus rotem Ton von
folgender Zusammensetzung:
SiOt = 50,24 °/0
4*5,08 = 9,45<>/o
Fe203= 8,68 %
MgO= 2,68%
CaO — 15,65 %
Muß vielleicht der CaO> Gehält des Tones erhöht werden, um ein besseres
Saften der Zinnglasur zu bewirken? Die Glasuren müßten bei SK 09a
bis 05 a garbrennen.
ErsteAntwort: Der Kalkgehalt Ihres Tones genügt, um die Zinn-
glasur rissefrei zu tragen. Die Brenntemperatur, die Sie für den Glasur-
brand ins Auge faßten, ist allerdings sehr niedrig, sodaß man nicht unbe-
dingt auf Bissefreiheit rechnen kann. Desgleichen ist nie gesagt, daß
eine hier, aus der Ferne angegebene Glasur ohne weiteres zu dem Scherben
paßt. Der Versatz kann also nur als Anhalt dienen zu eigenen Versuchen.
Wollen Sie eine fertige Saehe haben, so müßten Sie eine passende Glasur
scbon in einem Speziallaboratorium ausarbeiten lassen. Da Sie nicht an-
führen, ob Sie einen Aescher- und einen Fritteofen für die Glasnrfabrikation
besitzen, so seien Ihnen hier 2 Glasuren angegeben, eine nngefrittete mit
fertigem Aescher, wie er von chemischen Fabriken, z. B. E. de Haea in
Seelze bei Hannover, bezogen werden kann, nnd eine gefrittete mit eigener
Aescherherstellung.
I. Ungefrittete Zinnglasur.
Aescher (Kalzine mit 26% Zinnoxyd) . . 300 G.-T.
Bleiglätte , 220 „
Quarz ............ 180 „
Ii. Gefrittete Zinnglasur.
Bleioxyd . . . 133 Gew.-T.
Zinnoxyd ........... 30 „
oder 163 Aescher \ oder 163 Aescher ans
mit 20% Zinnöxyd / 1 Teil Zinn, 5 Teilen Blei
Pottasche, kalziniert 55 „
Quarz 120 „
Zweite Antwort: Ihr Ton entspricht der Formel :
0,2034 FeO )
0,1627 MgO \ 0,2244 A1S03 . 2,0261 8iOs
0,6339 CaO J
1,0000
Eine durchsichtige alkalireiche Glasur für SK 05 a- Ausbrand hat die Formel:
0,20 K20
0,25 NaaC
0,20 CaO
0,35 PbO
(0,08 A1,0, . 0,16 SiO, in den Mühlenversatz !)
Fritte:
Feldspat von Boerstrand 111,8 Gew.-T.
Borax, kristallisiert 95,5 „
Marmor oder Kalkspat 20,0 „
Mennige 78,8 „
Quarzsand von Hohenbocka .... 44,4 „
Sa. 350,0 Gew.-T.
Mühlenversatz :
Fritte 297,7 Gew.-T.
Zettlitzer Kaolin 20,7 „
Eine deckende Zinnglasur für SK 05 a-Ausbrand entspricht der Formel'
0,2Na,O1
0,3 CaO ^0,15 A120s{q'|
0 1
0 f °'28 0,5 B,08
n t
1,5 SiOj
,3 SnO,
0,5 PbO J
1,0
Fritte:
Soda, kalziniert 21,2 Gew.-T.
Marmor, Kreide oder Kalkspat . . . 30,0 „
Mennige 114,0 „
Quarzsand 150,0 „
Zinnoxyd 45,0 „
Mühlenversatz :
Fritte 293,10 Gew.-T.
Zettlitzer Kaolin ....... 38,70 „
Die Grenzwerte der Massen sind:
0,10-0,20 K20 \, o5A, o ok m «in
0,90—0,80 CaO, MgO, FeO / i— J' AJsUs ' a'°~ 10 8lÜ2,
Ihrem Ton müßten Sie also 0,1661 Mol Kalk, 0,7766 Mol A1,0,
und 1,4739 Mol Si02 zusetzen.
Dritte Antwort: Eine durchsichtige Glasur, die bei SK 09 a
bis 05a glatt ausschmilzt, wäre auf folgender Segerformel aufzubauen:
0,95 PbO \ 0,175 A1208 1 j 7f) o-n .
0,05 CaO / 0,050 B203 / i,7U SlUi'
Fritte :
- Mennige 211 Gew.-T.
SS?" : : : : : ,1 • '■ *«•
Zettlitzer Kaolin
I-
Mühlenversatz:
Fritte 318 Gew.-T.
Zettlitzer Kaolin ........ 13 „
Kalkspat 5 „
Mennige 5 „
Einer gut deckenden zinnoxydhaltigen Glasur wäre dahingegen für die
gewünschte Gartemperatur folgende Formel zu Grunde zu legen:
0,45 PbO ) ( 3Q s.
0,15 K20 \ 0,15 A1203 { f.
0,40 Na20 J l 0,5 81
Si02
SnOa
Die Glasur ist eine reine Frittenglasur, d. h. ihre sämtlichen Bestand-
teile sind zusammengefrittet, werden hierauf gepulvert und dann als
Glasur auf den Scherben aufgetragen. Ein wesentlicher Bestandteil ist
das Zinnoxyd; dadurch daß dasselbe sich nicht in der Glasur auflöst,
sondern in feinster Verteilung in derselben schwimmt, erscheint die Glasur
weiß und undurchsichtig. Die Ei fahrung hat gelehrt, daß es vorteilhaft
ist, das Zinnoxyd nicht als solches der Glasur einzuverleiben, sondern
Zinnöxyd nnd Bleioxyd, das einen großen Teil der Flußmittel ausmacht,
dadurch zu erhalten, daß man Zinn- und Bleimetall gemeinsam schmilzt
und durch Erhitzen bei höherer Temperatur mit Luftüberschuß oxydiert.
Es wird dann eine gelbliche Asche erhalten, die man in der Industrie
als „Aescher" bezeichnet. Das Zinnbleiverhältnis zur Aescherherstellung
ist bei vorstehender Glasur: 1 Gew. Zinn zu 1,58 Gew.-T. Blei. Der.
Versatz zur Glasur lautet:
Salpeter 20,20 Gew.-T.
Feldspat 27,80 „
Soda, kalziniert . 31,80 „
Kochsalz 11,70 „
Zettlitzer Kaolin 25,80 „
Sand von Hohenbocka 150,00 „
Aescher (1 : 1,68) ..... . . 175,35 „
Znsammen 442,65 Gew.-T.
Ob nun die genannten Glasuren auf Ihrem Scherben fehlerfrei sitzen,
kann nur praktisch erprobt werden. Sind Sie hierzu nicht in der Lage,
dann ist es für Sie am ratsamsten, sich mit einem Fachmann in Ver-
bindung zu setzen, denn im Fragekasten können nur allgemeine Richt-
linien erteilt werden.
Vierte Antwort: Eine nach jeder Seite hin Sie befriedigende
Antwort läßt sich nicht geben, da man den Ton, sowie dessen Verhalten
genau kennen müßte. Ohne Proben kommt man auch nicht aus. Sie
gehen dabei am besten so vor, daß Sie sich 2 Frittenglasuren herstellen,
eine bleifreie und eine stark bleihaltige, und diese sowohl für sich als
auch gemischt versuchen. Die nachstehenden zwei Glasuren mögen Ihnen
als Beispiele dienen.
I. bleifreie transparente Glasur für SK 07 :
0 6 Na?0 1 °'373 ^«O» \ 2 8 SiO
"y [ 0,510 B203 / 4° MÜ2
0,3 CaO
II. bleihaltige, transparente Glasur für SK 09 :
0,7 PbO 1 0,2 A1203 Y a , gi0
0,3 CaO / 0,4 B203 / J,A &1"2
Versätze :
I
II
159,83
. . . 97,41
Soda, kalziniert . , .
. . . 36,57
30,00
92,00
49,60
16,00
Bei Versatz I können Sie zur Mühle 5 % Kaolin und 5 % Sand zusetzen,
bei Versatz II auf 310 Gew.-T. Fritte 35 Gew-T. Zettlitzer Kaolin und
10 Gew.-T. Sand. Durch Zusatz von Zinnoxyd nnd Zinkoxyd zu vor-
stehenden Glasuren bekommen Sie eine Deck-(EmaiI-)Glasur. Versuchen
Sie zunächst eine Zugabe von 10 % Zinnöxyd und 2 % Zinkoxyd. Als
Deckglasur kommt auch die nachstehende Schmelzglasur in Betracht vom
Typus :
bo.o,o-o,3ai2o3{0;«Z0| gft
SiO» kann anch teilweise durch B203 ersetzt werden.
Fünfte Antwort: Ihre Annahme, daß der Kalkgehalt Ihres
Tones für eine Zinnglasur zu gering ist, trifft zu. Um Haarrissen bei
einer deckenden Glasur vorzubeugen, müssen Sie mindestens 15% Kalk
zugeben. Der Analyse nach zu schließen scheint Ihr Scherben frühzeitig
dicht zu brennen, doch vermute ich, daß die Verarbeitung dieses Tones,
ohne jegliche Zugabe eines andern plastischen nnd tonerdereichen Materials,
nicht leicht sein wird.
Eine deckende, weiße Glasur besteht aus:
Aescher (50 Blei, 25 Zinn) 39 G.-T.
Qoarz ' 29 „
Kochsalz 11V2 „
Feldspat 91/» *
Salpeter 3% „
Zettlitzer Kaolin 2% „
102 — Nr. 9
Die Glasnr kann durch Zugabe von 0,5—6% Farbkörper jeden beliebigen
Ton erhalten.
Eine durchsichtige Glasur erschmilzt man aas :
Mennige ............ 66 G.-T.
Qaarz 24 „
Zettlitzer Kaolin oder China clay ... 8 „
' 32. Ich bin gezwungen, wegen Mangels an geeigneten Bäumen die
Fabrikation von Porzellanknöpfen in einem kleinen Chi, wo es keine Gas-
anstalt gibt, einzurichten, und bitte um Angabe, welche Erfahrungen man
mit Azetylengas- und Oelfeueiwng bei Muffelöfen gemacht hat Es handele
sich um Muffelöfen mit 2 — 3 übereinander liegenden Muffeln für eint
Temperatür von SK 15 zum kontinuierlichen, rauchlosen Brennen. Wer
liefert entsprechende Muffeln?
Erste Antwort: Die Azelylengasfeuerung dürfte in Ihrem
Falle nicht in Anwendung kommen, dagegen ist gegen die QelfeueruBg
nichts einzuwenden, obgleich sie in der Porzellanindoatrie kaum An-
wendung gefunden hat. Wenn Sie schon die Gasfeuerung einrichten
wollen, eo bauen Sie sich am besten einen kleinen Generator und haben
die Gewißheit, daß alles in Ordnung vor sich geht.
Zweite Antwort: Mit Leuchtgas werden Sie nie Erfolg haben,
da es z. Zt. seht. Schlecht ist und in der Zusammensetzung schwankt.
SK 15 könnten Sie nie erreichen. Sie müssen zu der gewöhnlichen
Feuerung mit Holz, Kohle oder Koks zurückgreifen. Eine Azetylengas-
feuerung kommt nicht in Betracht, da die Unsicherheit und besonders die
Explosionsgefährlichkeit zu groß ist. Bauen Sie sich eine kleine Seharf-
feueimuffel, dann haben Sie gleich etwas Richtiges. Die Einführung der
Oelfenerung; für die in letzter Zeit große Propaganda gemacht wurde,
scheitert auch an der schlechten Oellieferung und am hohen Preise. Dann
können Sie einen mit Oel gefeuerten Ofen auch nur für dieses Material ver-
wenden und müssen, Wenn Ihnen das Oel ausgeht, den Betrieb einstellen.
Dritte Antwort: Da Sie den Ofen jedenfalls Tag und Nacht
betreiben werden, so dürfte es zweckmäßig sein, dafür einen Generator
aufzustellen. Von verschiedenen Firmen wird auch eine Oelgasfeuerung
gebaut, die für Ihren Zweck brauchbar sein dürfte. Wahrscheinlich ver-
meiden Sie dadurch ebenfalls die Anwendung eines Gebläses und kommen
lediglich mit dem Schornsteinzug aus.
Entsprechende Muffelöfen baut die Firma H. T. Padelt in Leipzig-
Schleussig. ° .
Vierte Antwort: Die Erfahrungen mit Azetylen- oder Oel-
feuerungen bei Muffelöfen Bind sehr gute, vorausgesetzt daß, Anlage und
Anwendung sachgemäß sind Gas und Oel sind am besten zum rauch-
losen Brennen geeignet. — Azetylengasanlagen und Muffeln liefert die
Firma Franz Rauls Ingenieur-Gesellschaft in Godesberg a. Rh.
33. Wir beabsichtigen, einen Bundofen für Feinsteinzeug zu bauen
und fragen, was vorteilhafter ist, die Feuerungen in gleicher Höhe mit
dtm Einsetzraum oder in einem tiefergelegenen Geschoß anzubringen. Das
Terrain eignet sich zu letzterem recht gut, nur fragt es sich, ob diese An-
ordnung mehr Brennmaterial erfordert un& den Bau kostspieliger macht.
Die Feuerungen in einem besonderen Geschoß anzubringen, wäre uns aus
verschiedenen Gründen angenehmer. Wie haben sich Oefen mit tiefer-
liegender Feuerung bewährt gegenüber solchen mit den Feuerungen im Ein-
setzraum ?
Erste Antwort: Vorausgesetzt, daß Sie langflammigeB Brenn-
material zur Verfügung haben, das reich an schweren Kohlenwasser-
stoffen ist — Steinkohlen, Brannkohlen — wäre die Unterbringung der
Feuerungen bei Rundöfen mit überschlagender Flamme in einem tiefer
gelegenen Geschoß stets anzustreben, und zwar aus folgendem Grund:
Die in den Brennranm einströmende Flamme wird durch den noch kalten
Eineatz schnell unter ihre Entzündungstemperatur abgekühlt, so daß ein
großer Teil ihrer Bestandteile — die schweren Kohlenwasserstoffe — von
der Verbrennung zunächst ausgeschlossen bleibt. Dieser aber wird teils
in flüssiger, teeriger Form von den noch kalten Tonwaren zugleich mit
dtm anf letzteren sieh niederschlagenden, aas dem Brennmaterial
stammenden KondenBwasser aufgesaugt, teilweise aber in fester Form als
Baß anf ihrer Oberfläche abgelagert. Da aber die in den Poren des
Brennguts eingebetteten Kohlenstoffverbindungen bei unvorsichtiger
Führung des Brandes Blasen und andere Brennfehler verursachen können,
so ist danach zu streben, diese gefährlichen Verbindungen rechtzeitig in
die harmloseren leichten Kohlenwasserstoffe Überzuführen, die einen ge-
ringeren Gehalt an Kohlenstoff aufweisen und als eigentliche Träger der
bei der Verbrennung des Brennmaterials sich entwickelnden Wärme durch
den Luftzug aus der Feuerung dem im Brennraume aufgestapelten
Brenngut zugeführt werden. Eine derartige Umsetzung der schweren
Kohlenwasserstoffe soll also nicht erst im Warenbrennraum vor sich gehen,
sondern sie muß zweckm8ßigerw«riee schon vor der Einströmung der Feuer-
gase in letzteren erfolgen und ist am sichersten zu erzielen bei An-
wendung von sekundärer Luftzufuhr in Halbgasfeuerungen, deren Rost
etwa 2 m tiefer liegt als die Soble des Brennraames. Näheres hierüber
fanden Sie in den Schriften : A Heinecke, Ueber das Brennen von Por-
zellan, und Max Schmidt, Ueber das Brennen von Steingut.
Zweite Antwort: Wenn Sie den Boden des Setzraumes mit
dem Boden des BrennhauBes gleichhalten und darunter in einer Tiefe von
fast 2 m die Feuerungen legen wollen, so verlieren Sie jede Kontrolle
über den Gang des Ofens, und wie stellen Sie sich dann das Abbrennen
vor ? Der Brenner kann doch unmöglich immer auf und ab laufen. Auch
stellt Bich ein solcher Ofen im Bau viel teuerer und der Kohlenvet brauch
ist ein höherer. Außerdem müssen Sie für eine gute, langflammige Kohle
Sorge tragen, am ein gleichmäßiges Erhitzen des Ofenraumes zu erzielen.
Oefen mit tiefliegender Feuerung sind wohl in Betrieb und haben sich
auch teilweise bewährt, doch ist die Ofensohle tiefer gelegt als das Niveau
des Ofenhaases. Daich Stufen gelangt man in den Setzraum. Praktisch
kann eine solche Einrichtung nicht genannt werden, und nur, wenn Sie
den Kanin um den Ofen za wichtigen Arbeiten benötigen, mag eine
Bolche Anlage gerechtfertigt erscheinen.
1928. (65. Jahrgang;)
Dritte Antwort: Fast allgemein liegen die Feuerungen bei
den Randöfen in gleicher Höhe mit der Ofensohle, da diese Bauweise
einfacher und weniger kostspielig ist und sonst auch besser in den übrigen
Fabrikationsbetrieb paßt. Man macht dabei das Brennhaus etwas
geräumiger, um den nötigen Raum für die Kohle und für die Bedienung
der Feuerungen sowie zum Füllen der Oefen zu erhalten. In manchen
Fabriken hat man die Feuerungen unter die Ofensohle gelegt nnd dafür
besonders ein Keller- Gefchoß bauen müssen, in welchem die Feuerungen
bedient werden und die nötige Koble dazu gelagert wird, und man hat damit
auch gute Resultate erzielt. Man ist dabei von dem Standpunkt aus-
gegangen, daß um die Oefen herum die Füllräume reinlicher gehalten
werden sonnen, da weder Kohle noch Asche aus den Feuerungen in diese
Räume gelangen und die Füller der Oefen sonst nicht beeinträchtigt
weiden. Beide Einrichtungen haben ihre Vor- nnd- Nachteile, abgesehen
von den größeren Bankosten. Bei tiefer liegenden Feuerungen muß der
Brenner aus der unteren Etage sich stets nach oben begeben, nm den
Ofen zu beobachten Weiter müssen die Räume schon wegen der geringen
Höhe in Eisen und Beton ausgeführt werden u. dgl. mehr. Eine Fabrik,
die ursprünglich einen Ofen mit tiefer Feuerung ausgerüstet hatte, hat
später die Oefen[]nicht wieder so ausgeführt und' auch den ersten Ofen
wieder umgebaut, während eine andere Fabrik ihre sämtlichen Oefen nach
und nach mit tiefer liegenden Feuerungen ausgestattet hat. Die Haupt-
sache bleibt in jedem Falle, daß der Arbeitsraum genügend groß gehalten
wird, damit die Einfüllet bei ihrer Arbeit nicht beschränkt sind. Der
Kohlenverbrauch wirl ungefähr gleich sein, wenn nicht sogar bei tiefen
Feuerungen etwas größer, da die Hitze in den dabei nötigen längeren
Feuerkacälen verloren geht.
Vierte Antwort: Legen Sie die Feuerungen bezw. den Rost
tiefer als die Ofensohle, so legt das Feuer einen größeren Weg zurück,
und Sie haben Wärmeverlaste. Es ist aus praktischen Gründen allgemein
üblich, daß Rost und Ofensohle in einer Ebene liegen. Oefen mit tief er-
liegendem Rost bewähren sich. nicht so gut, obgleich sie technieeh mög-
lich sind, weil Sie eben Wärmeverluste zur Folge haben.
Fünfte Antwort: Der gleiche Gedanke wurde schon oft von
Ofenbaumeistern und Fabrikanten erwogen, und in vereinzelten Fällen kam
das Projekt auch zur Ausführung. Zweifelsohne hat diese Konstruktion
gewisse Vorteile, aber die Nachteile Bind eben größer, und deshalb werden
solcle Oefen nur selten gebaut. Die Baukosten sind entschieden höher,
die Bedienung eines solchen Ofens ist schwierig und kann nur durch ganz
zuverlässige Brenner erfolgen. Der wesentlichste Nachteil ist aber der
erhöhte Brennstoffverbrauch. Rundöfen, deren Feuerkästen in gleicher
Höhe mit dem Einsetzraum liegen, haben sich bis jetzt am besten bewährt.
Sechste Antwort: Die Verlegung der Feuerungen bei Rundöfen
in das Bogenannte Kellergeschoß wird vielfach angewendet, namentlich
dann, wenn die Platzverhältnisse oder die Lager Verhältnisse für die Kohlen
eine derartige Ausführung wünschenswert erscheinen lassen. Ich habe
selbst einige Oefen für Feinsteinzeng und Porzellan in dieser Weise zur
Ausführung gebracht und muß sagen, daß die Sauberkeit im Einsetzraum
allein schon eine derartige Anordnung rechtfertigt. Der Brennmaterial-
verbrauch ist nicht höher, sondern etwas geringer, weil der Auftrieb bei
derartigen Oefen an sich ein größerer ist, als wenn die Feuerung mit der
Ofensohle gleich liegt. Der Bau wird natürlich etwas kostspieliger, weil
mehr Mauersteine und mehr Arbeitslohn notwendig sind.
Siebente Antwort: Die Anlage der Feuerungen an Rand-
öfen richtet sich ganz nach der Ofenbauart. Die Brennstoffaufgabe ist
bei tiefer gelegenen Feuerungen ungleich bequemer und billiger und die
automatische Aufgabe leicht anzubringen, dagegen ist der Bau in dieser
Ausführung teurer und mit Rücksicht auf dem Grundwasserstand auch
nicht immer ratsam. Schließlich kommt es auch nicht wenig darauf an,
welcher Brennstoff zur Verwendung gelangt. Feuerungen im Einsetzraum
nehmen vor allem Platz fort. Bsi richtiger Anpassung an die örtlichen
Verhältnisse haben beide Bauarten gute Ergebnisse gezeitigt.
34. Welches Köhltnquanium. legt man am zweckmäßigsten beim Vor-
feuer und Schar ff euer auf 1. bei einem Porzellanofen von 70 cbm Inhalt mit
5 Rosten von 1 : 0,75 m und 2. bei einem Porzellanofen von 25 cbm mit
8 Bosten von 1:0,50 m? Beim Vorfeuer wird mit Braunkohlenbriketts,
beim Scharffeuer mit Kladnoerkohle gefeuert.
Erste Antwort: Sie geben leider nicht an, welches Ofensystem
Sie haben und welche Porzellanwaren Sie erzeugen. Die Leitung eines
Brandes richtet sich doch im wesentlichen nach dem Charakter der zu
brennenden Ware nnd ist auch je nach der Konstruktion des Ofens ver-
schieden. Auch Ihnen aei das Studium von Literatur über das Brennen
empfohlen.
Zweite Antwort: Genaue, allgemein gültige Brenuregeln kann
man so ohne weiteres nicht geben, wenn man die Ofeneysteme nicht kennt.
Sie sagen nicht einmal, ob die Oefen mit überschlagender Flamme oder
mit direkter Feuerung arbeiten und wie hoch gebrannt wird Jedes Ofen-
system nnd jeder Ofen muß individuell behandelt werden, und ein tüchtiger
Brenner wird dies auch verstehen. Bei dem Vorfeuer mit Braunkohlen-
briketts ist die Feuerung reichlicher zu beschicken, bei Steinkohle wird
öfter, dafür aber weniger aufgegeben; es kommt sehr auf den Zug an,
den der Ofen hat, und diea zu beurteilen ist Sache des Brenners.
Dritte Antwort: Die Aufwurfmengen sind bei allen Ofen-
größen dieselben, wenn die Roste gleich groß sind. Allgemein haben die
Roste 1 mX°4 cm- Fur oie8e Rostgröße wirft man auf:
beim Vorfeuer 2 Kästen . . . . ä 42—45 Pfand
„ 1. Uebergang 3 Kästen . . . ä 42-46 „
„2. „ 2 «... a 42-45 „
„ Reduktionsfeuer 1 Kasten . . ii 42-46 „
Nach dieser Norm müssen Sie die Kohlenmengen Ihrer Rostgröße ent-
sprechend anpassen. Ein RoBt von' 1 X 0,76 m braucht also pro Kaaten
rund 68-63, ein solcher von 1X0.60 m 39—42 Pfund Kohle; 42 Pfand
genügen vollkommen.
Vierte Antwort: Die Aufgabe eines bestimmten Kohlen-
ijuantoms bei Brennöfen ist nach meiuer Ansicht nicht zweckmässig. Die
Feuerungen brennen keineswegs gleichmäßig ab and müssen nach der
SPRECHSAAL — COBURG,
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 9
103
Beobachtung des Brenners und nach dem Grade des Abbrennens bedient
werden.
35. Wir brennen unser elektrotechnische* Stanzporzellan i5t zwei Oefen
von etwa 20 und 30 cbm Große bei SK 13 in etwa 24 und 80 Stunden.
Infolge Kohlenmangels müssen wir die Brenndauer wnd Kohlenmenge
reduzieren und möchten daher wissen, ob elektrotechnisches Stanzporzellan
auch bei SK 9 gebrannt werden kann und dabei ebenso gut wird wie bei
SK 13. Wie lange dürfte bei dem normalen Verhältnis von 2/3 Braun-
hohle und '/s Steinkohle die Brenndauer und ivie hoch der Kohlen-
verbrauch sein? . \
Erste Antwort: Sie können eine Porzellanmasse für SK 9 für
elektrotechnische Stanzartikel herstellen, nnr ist es fragMch, ob die gleiche
Schwindung so ohne weiteres zu erreichen ist, da Sie doch Ihre Matrizen
usw. verwenden wollen. Ueber die Brenndauer mit Braun- und Steinkohle
kann man Ihnen aus der Ferne ohne Kenntnis der Kohlensorten, der
Ofenbeschaffenheit usw. keine genaueren Angaben machen. Die Brenn-
dauer dflrfte sich um ein geringes höher stellen, ebenso der Kohlenver-
brauch. Eine gute, langflemmige Braunkohle ist am geeignetsten, und
Sie werden bei einer solchen Kohle nicht viel länger brennen und auch
nicht viel mehr Kohle brauchen, als bei Steinkohle allein.
Zweite Antwort: Man kann elektrotechnisches Porzellan, wenn
keine Isolatoren in Frage kommen, gut bei SK 9 gar brennen, wenn der
Masseversatz danach eingestellt ist. Es fragt sich nur, ob die Schwindung
einer derartigen Masse mit derjenigen der jetzt verarbeiteten Masse über-
einstimmt, da doch die Matrizen vorbanden sind und weiter zu verwenden
wären. Isolatoren und g>ößere Artikel aus niedrig gebrannten Massen zu
fertigen, dürfte ausgeschlossen sein. Die eventuelle Kohlenersparnis
können Sie sich leicht selbst ausrechnen, wenn Sie den Kohlenverbrauch
in den jetzigen Oefen bis zu SK 9 feststellen.
Dritte Antwort: Es ist hier schon so oft klargelegt worden,
daß sich die Koblenmengen nach dem Heizwert der Kohle richten. Ich
brauchte für SK 9 bei. einem 45 cbm- Ofen 100 Ztr. Kohle. Sie dürften
also beim 20 cbm-Ofen mit 50 Ztr. auskommen, beim 30 cbm- Ofen mit
70 Ztr. Beim 45 cbm-Ofen war die B-enndauer 16 Stunden; Ihr 20 cbm-
Ofen dürfte 10 Stunden brauchen und der 30 cbm-Ofen 12 Stunden. Das
SK 9-Porzellan ist ebenso gutes Elektro Porzellan als das bei SK 13/14
gebrannte. Noch besser tun Sie, wenn Sie bei SK 7 brennen ; Sie sparen
gegenüber SK 13 je Ofen nnd Jahr M 33000 an Kohle.
Vierte Antwort: Dan Anforderungen, die an Niederspannungs-
Porzellane gestellt werden, gentigt ein Porzellan für SK 9 - Ausbrand voll-
kommen. Selbstverständlich müssen Sie Ihren Versatz ändern, und zwar
etwa folgendermaßen:
Tonanbstanz . . 32 Gew.-T.
Qaarz ; 38 „
Feldspat . 28 „
Kreide . 2 „
Eine dazu passende Glasur besteht aus:
Feldspat 28,88 „
Dolomit 14,33 „
Kalk 5,19 „
Zettlitzer Kaolin 17,30 „
Quarz . . . . 34,30 „
Der Garbrand dürfte ungefähr 4 Stunden früher beendigt sein.
36. Wir beabsichtigen die Erstellung eines Tunnelofens, der bei
SK 9 zum Glattbrand benutzt werden soll. Ist nun ein Tunnelofen mit
direkter Gasbefeuerung, wie er von Saarau, Lengersdorff und Meiser gebaut
wird, oder ein Tunnelofen mit indirekter Belieizung, wie der Dreßer- Ofen,
für diesen Fall vorzuziehen? Ist insbesondere der Kohlenverbrauch bei
dem System für indirekte Beheizung — Dreßler-Ofen — höher als bei
direkter Beheizvmg?
Erste Antwo r t : Ueber die Frage der Tunnelöfen ist in den
keramischen Fachschriften der letzten Zeit viel geschrieben worden ; wenn
Sie alles nachlesen, so sind Sie einigermaßen orientiert. Ihnen zu diesem
oder jenem System zu raten; ist nicht angängig. Den geringsten Kohlen-
verbrauch hat entschieden der Gastunnelofen, wie er von Lengersdorff,
Saarau und anderen gebaut wird. Dieser Ofen arbeitet mit gutem Erfolg,
und alle die Erfahrungen der letzten Jahre Bind vorteilhaft verwendet
worden. Matt- kann wohl die Gasfeuerung als die beste Wärmequelle be-
zeichnen. Der Kohlenvetbrauch für die direkte Gasfeuerung ist geringer
als für die indirekte. Bei der Anlage des Tunnelofens spielt aber auch die
örtliche Lage und der sonstige Betrieb eine Bolle; nicht überall ist es
möglich die Gasfeuerung mit Erfolg zu verwenden. Wehden Sie sich
doch an die verschiedenen Ofenbauer, und Sie werden sicher gut beraten
werden.
Zweite Antwort: Es ist nicht gesagt, ob der in Frage
kommende Tunnelofen zum Brennen von Weichporzellan oder Hartsteingnt
dienen soll. Der Dreßler- wie auch der ebenso gute Padelt-Ofen sind
Muffeltunnelöfen und für den St eingutglasorbrand besonders zu empfehlen,
da damit eine viel gleichmäßigere Ware erzeugt wird. Es wird wohl bei
diesen Muffeltunnelöfen etwas mehr an Heizmaterial verbraucht, dieser
Nachteil aber durch die bessere Ware gedeckt. Für den Porzellanbrand
über SK 9 Bind Muffeltnnnelöfen weniger zu empfehlen, da in diesen die
reduzierende Atmosphäre nicht erzeugt werden kann, die bei Porzellan
nötig ist. Für Weichporzellane könnte allenfalls der Tunnelmuffelofen bis
SK 9 verwendet werden. Im übrigen sind die Moffeltunnelöfen kleiner als
die Systeme von Saarau und Lengersdorff und daher auch billiger.
Dritte Antwort: Der Dreßler-Ofen ist zum Garbrand von
Porzellan — darum dreht es Bich doch wohl bei Ihnen — kaum zu
empfehlen, da dem Brenngute lediglich Hitze, nicht aber Feuergase zu-
geführt werden, die doch beim Brennen von Porzellan eine Hauptrolle
spielen. Einem- Tunnelofen mit direkter Gasbefeuerung wäre daher ent-
schieden der Vorzug zu geben. ♦
Vierte Antwort: Zum Brennen von sanitärem Steingut bei SK 9
ist der Gastunnelofen mit direkter Befeuerung am besten geeignet, da er
einen geringeren Gasverbrauch hat als derjenige mit indirekter Befeuerung.
Außerdem ist. im Muffeltunnelofen SK 9 nur mit ganz hochwertigem Gas
Wie z. B. Erdgas zu erreichen. Es besteht kein Unterschied zwischen
dem Gewicht der Kapseln im Ofen mit direktem Feuer und demjenigen
der Schamotteaufbauten und Unterlagen für die zu brennenden Waren im
O.'en mit indirekter Beheizung, und es müssen demnach in beiden Oefen
dieselben Schamottemengen auf die Ofentemperatur gebracht werden. Die
Gastunnelöfen, z B System Lengeradorff, sind nicht nur für große Mengen
verwendbar, sondern sie werden mit j<;dem Querschnitt und in jeder Länge,
den zu brennendes Waren und der verlangten Leistung angepaßt, gebaut,
und dementsprechend ändern sich auch die Baukosten. Der Lengersdorff-
Ofeta mit seiner Beingasheizung und Einzelregelung jeder Heizstelie eignet
sich ganz besonders zur Erzielung reiner Glasuren auch im offenen Gas-
teuer sowie ungeschützt durch Kapseln oder Muffeln
Fünfte Antwort: Zum Brennen von sanitären Steingutgegen-
ständen bei SK 9 verdient der Kanalofen mit direkter Gasbefeuerung und
Brennen der Ware in Kapseln den Vorzug. Diese Tannelöf en mit direkter
Gasbefeuerung werden von Saarau, Lengersdorff, Padelt und Heiser ge-
baut. Wichtig ist die Regulierung der Feuergase und die Länge des
Ofens, sowie die Fortbewegung der Wagen durch den Ofen; die letztere
muß unbedingt stoßfrei und zweckmäßig dauernd während des Brandes
erfolgen. Die Kanalöfen mit indirekter Beheizung, Padelt- und Dreßler-
Oefen sind für so hohe Temperaturen weniger geeignet, weil die Repara-
turen dabei zu groß werden. Die Temperatur in den Heizkanälen ist bei
diesen Oefen etwa 15 Kegel höber als die Brenntemperatur, und daraus
ergibt sich ohne weiteres die enorme Beanspruchung der/ Heizkanäle mit
indirekter Beheizung. Der Ofen mit direkter Gasheizung ist ihn Brenn-
material verbrauch auch noch etwa 25% billiger als der Ofen mit indirekter
Beheizung.
37. Wer liefert sog. Karlsbader Modelschmierseife in Frieden»,
qualität?
Antwort: Sog Karlsbader Modellschmierseife, gebrauchsfertig
und trocken, liefert die Fa. Aug. Schödl & Sohn in Kötzschenbroda i. Sä.
Glas.
23. Wir wollen Tafelglas ätzen, und zwar sollen die Scheiben ein-
seitig fein mattiert sein. Wie ist zu verfahren, und wer liefert die ent-
sprechende Einrichtung?
Erste Antwort: Sollte es sich nicht um allzugroße Posten von
Tafeln handeln, die geätzt werden sollen, so kann man folgende einfache
Methode anwenden. Die Tafeln werden auf einen wagrechten Tisch ge-
legt und am Band mit Bordwachs versehen, worauf die flüssige Mattätze
auf die Scheiben gegossen wird. Die Einwirkung dauert je nach dem
gewünschten Matt 5—10 Minnten. Die Aetze wird dann wieder zurück
in den Behälter gegossen. Zu beachten ist, daß die zu ätzende Seite
der Tafeln sehr sauber gereinigt wird; sie darf auch nicht mit bloßen
Fingern berührt werden, sonst greift die Aetze an den Bertthrangsstellen
nicht an, und diese bleiben blank. Man kann auch die Tafeln auf der
einen Seite mit einem Wachs- oder Paraffin Ueberzng versehen und dann
in ein Mattbad stellen. Kommen die Tafeln aus dem Bad, so bringt
man sie in heißes Wasser, worin sich Wachs und Paraffin wieder ablösen,
spült sie mit kaltem Wasser nach und putzt sie sauber. Für das Matt-
bad wird ein Holzkasten angefertigt, der mit Guttapercha ausgekleidet
ist, damit die Aetze das Holz weniger angreift. Die Größe richtet
sich nach derjenigen der zu ätzenden Tafeln,, ist aber lieber etwas reich-
lich zu wählen. Die Tafeln werden am besten senkrecht gestellt, müssen
aber ganz untertauchen.
Zweite Antwort: Das einfachste Verfahren zur einseitigen
Mattierung von Scheiben ist das Sandblasverfahren. Je feiner dabei der
Sand verwendet wird, desto feiner fällt die Mattierung aus. Wollen Sie
aber durchaus das Aetzverfahren anwenden, so kann das Mattieren durch
Behandlung mit Aetzpaste oder duich das Mattbad geschehen. Eine gute
Aetzpaste bereitet man auf folgende Weise : 20 g Fluorammonium reibt
man mit etwas Bleiglätte in Terpentinöl an, setzt einige Tropfen Gummi-
arabikum nebst Salmiakflüssigkeit zu und reibt sämtliche Substanzen so-
lange, bis das Ganze einer dicken Farbe gleicht. Diese Masse wird auf
die gut gereinigte Scheibenfläche gleichmäßig aufgetragen, 15 Minuten
einer mäßigen Hitze ausgesetzt und hierauf gut abgewaschen. Das
Mattieren im Aetzbad kann «auf zweierlei Art ausgeführt werden. So
können die Scheiben auf der Bückseite und an den Bändern mit Deck-
grund überzogen und in das in einem mit Guttapercha oder Blei stark
ausgelegten Kasten befindliche Mattbad gestellt werden, oder die Scheibe
wird horizontal auf einen Tisch gelegt, mit einem 2—3 cm hohen Band
von sog BordWachs — 6 Teile gelbes Wachs, 2 Teile Talg und 5 Teile
Kolophonium — versehen, worauf die Mattätze auf die Scueibe gegossen
und solange darauf gelassen wird, bis die gewünschte Mattieraug zu
Stande gekommen ist. Ein gutes Mattbad besteht ans:
Schwefelsaures Kali . 100 Gew.-T.
Salzs&nre . . . •. 10Ö „
Fludrkalium . 200 „
Destilliertes Wasser 400 „
Flußsäure 100 „
Das Fluorkalium wird in warmem Wasser aufgelöst und dann den
anderen Bestandteilen beigemengt. Das Bad ist vor dem Gebrauch auf
60—60° zu erwärmen.
Dritte Antwort: Wenn Sie Tafelglas einseitig fein mattieren
wollen; so wäre zunächst zu untersuchen, ob dies nicht einfacher mit
dem Sandgebläse geschehen könnte. Eine Hauptregel ist, alles zum Aetzen
bestimmte Glas gründlich zu reinigen, da alle fettigen Stellen der Säure
widerstehen. Nun legt man die Glastafel auf einer weißen Papierunter-
lage auf die bewegliche Platte des Aetztisehes. Die Glastafel bekommt
petzt einen Band von Bordwachs, der ca 3—4 cm hoch gemacht wird.
Vorn rundet man den Band ab, damit die Aetzflüssigkeit leicht ablaufen
kann. Das Bordwachs stellt man her, indem man
Ordinäres gelbes Wachs . . . . . . . . 500 g
Kindftalg . . 300 ,„
Gewöhnliches Harz 90,6 „
vorsichtig zusammenschmilzt. Ut die Glastafel auf der Platte des Aetz-
tisehes nivelliert, so gießt man reines Wasser darauf, am festzustellen,
104 — Nr. 9
SPRECHSAAL- COBURG-
1922. (65. Jahrgang.)
ob der Band aus Bordwachs dicht hält. Ist das Wasser abgegossen nnd
die Glastafel wieder in die richtige Stellang gebracht, so wird die Aetz-
flüssigkeit auf die Tafel gegossen. Am besten bewährt sich eine Flüssig-
keit aus 1 Teil Flußsäure und 4 Teilen destilliertem oder ßegen- Wasser.
Den 3-4 cm hohen Aufguß läßt man 17s bis 2 Stunden stehen, nach
welcher Zeit die Aetznng erfolgt ist. Die Aetzflüssigkeit wird nun dnrch
eine Oeffoung im Wachsrand und dnrch Schrägstellen der Tischplatte
abgegossen. Ist die Aetzung tief genng nnd gleichmäßig, so wird zu-
nächst die Tafel mit Wasser gnt gereinigt nnd dann mit einem dünnen
Messer das Bordwachs entfernt, in Wasser abgewaschen nnd für weiteren
Gebranch beiseite gelegt. Zn beachten ist noch, daß bei Tafelgläsern nnr
die Glanzseite geätzt werden darf, ferner, daß nur vollkommen ebene
Flächen geätzt werden dürfen, da sonst das Mattieren auf Schwierig-
keiten, stößt.
24. Wir betreihen unsere Glas-O'efen mit Lausitzer Rohbraunkohle
und haben bisher bei jedem Ofen 4 Schüttungen gehabt, mit denen wir
maximal 1000 leg Kohle stündlich durchgesetzt haben. Wir müssen für
einen Ofen die Schüttungen neu bauen und möchten bei dieser Gelegenheit
Unterwindgebläse einrichten; wir bitten daher um Auskunft, ob man durch
diese* Einrichtung eine Schüttung ersparen, die Gesamtzahl also auf drei
Schüttungen verringern könnte. Es handelt sich also darum, ob man bei
Benutzung eines Luftgebläses an den Schüttungen den Durchsatz von
stündlich 1000 kg auf drei Schüttungen erreichen, die Leistungen also um
5373 °/o erhöhen kann.
Erste Antwort: Wenn bei dem bevorstehenden Umbau der
Generatoren diese mit Unterwindgebläse eingerichtet werden, so genügen
3 Gaserzenger von der bisherigen Größe, nm dieselbe Eohlenmenge in der
gleichen Zeit zu vergasen. Zn berücksichtigen ist dabei folgendes: Das
Kohlenlager im Generator soll für Unterwindgebläse anf keinen Fall
niedriger, sondern etwas höher sein, damit keine Aschenteile dnrch das
Kohlenlager dringen nnd das Gas verunreinigen. Die Generatoren gehen
auch bedeutend schärfer und gleichmäßiger, während sie bei niedrigem
Kohlenlager leicht zu heiß gehen könnten. Die Ausnutzung des Brenn-
materials ist bei Unterwindgebläse viel intensiver, so daß sich nur ganz
kohlenfreie Asche ergibt, und es kann Kohlengruß erfolgreich mit vergast
werden. Die Luftzuführung soll leicht und bequem regulierbar sein ;
wird dann die Gaserzeugung zu groß, so wird die Luft etwas abgestellt ;
der Gasdruck mnß -dabei immer etwas kontrolliert werden, ebenso bei
der Schmelze. Die Ausführung des Umbaues ist einem erfahrenen Fach-
mann zu übertragen, wenn Sie sich vor Nachteilen sichern wollen.
Zweite Antwort: Wenn Sie Ihre Schuttungen mit Gebläse
versehen, genügen deren drei ; dieselben müssen aber gegenüber den bis-
herigen um etwa 50 cm höher gemacht werden, um auch eine höhere
Schütthöhe einhalten zu können.
Dritte Antwort: Sie hätten angeben sollen, welche Generator-
konstruktion Sie jetzt zur Vergasung der Lausitzer Rohbraunkohle haben,
denn in der Lausitz sind zu dem Zweck Gaserzeuger mit Plan-, Hänge-,
Treppenrosten usw. im Gebrauch. Ob sich eine Leistungssteigerung von
337s °/o bei der Verwendung von Druckgaserzeugern gegenüber Zuggenera-
toren garantieren läßt, ist sehr fraglich, denn es sprechen sehr viele Um-
stände mit, z. B. ob bisher die Generatoren mit natürlichem Zag lang-
sam gingen, oder ob der VergaBungsprozeß forciert werden mußte usw.
Der richtigste Weg ist, Sie geben einer Ofenbaüfirma den Heizwert usw.
der Bohbraunkohle, sowie das erforderliche Gas qaantum, bezw. die Ofengröße
an nnd lassen sich dann den Querschnitt der Druckgaserzeuger berechnen.
Um eine gleichmäßige Windverteilung zn erzielen, wie sie für eine regel-
rechte Vergasung und eine branchbare Gaszusammensetzung unerläßlich
ist, mnß die Bostanlage eine bestimmte Konstruktion haben. Die An-
nahme, daß sich jede Gaserzeugerkonstruktion durch Einbau von Unter-
windgebläsen in brauchbare Druckgaserzeuger umändern ließe, ist grund-
falsch. Die Steigerung der Gaserzeugung im Druckgaserzeuger gegen-
über dem Zuggenerator schwankt bei der Vergasung von Lausitzer Boh-
braunkohle zwischen 15 bis 35%-
25. Bitte um Angabe eines Satzes für orangegelbes und korallrotes
(kaiserrotes) Glas für Perlen und der gl. Artikel. Mein Ofen geht gut heiß.
ErsteAntwort: Nachstehender Gemengesatz ergibt orangegelbes
Glas; das Schmelzen hat aber etwas vorsichtig zu geschehen. Der
betreffende Hafen braucht nicht allzuheiß zu geben, und er darf nicht
früher blank werden als die übrigen Häfen Steht das Glas nämlich
längere Zeit in Schmelzhitze, so brennt die Farbe leicht aus.
Sand 100 kg
Pottasche 45 „
Kalkspat . , 8 „
Mennige 4 „
Knochenasche >'•.■_•', 26 „
Uranoxydnatron 1,4 „
Salpeter 2 „
Zur Herstellung von kaiserrotem Glas verwendet man Kupferoxydul mit
etwas Weinstein zar Verhinderung der Oxydation. Die Färbung wird
aber nicht dnrch den Zusatz einer beliebigen Menge Kupferoxydul be-
wirkt, sondern das damit versetzte Glas bleibt bis zn dem Augenblick
völlig farblos, in dem ein ganz bestimmter von der chemischen Zusammen-
setzung des Glases abhängiger Gehalt an Knpferoxydul erreicht ist; erst
ein weiterer ganz geringer Zusatz ruft momentan eine intensiv rote
Färbnng hervor. Das Schmelzen dieses Glases erfordert immer Erfahrung.
Bei plötzlicher Abkühlung erscheint das Glas farblos, and nur das wieder
erwärmte oder sehr langsam abgekühlte Glas weist die rote Färbung
auf. Das Glas wird meistens nach dem Blankschmelzen ausgeschöpft,
dann wieder eingelegt und zum Verarbeiten nochmals bei mäßiger Hitze
geschmolzen. Nachstehender Gemengesatz gibt kaiserrotes Glas.
Sand 50 kg
Pottasche 8 „
Soda 5 „
Kryolith 7 „
Salpeter 2 „
Mennige 8
Kupferoxydul 17s
Weinstein 1
kg
Zinnoxydul ,
Eisenoxydul ...*/« »
Zweite Antwort: Nachstehend die gewünschten Sätze:
Orangegelb :
Sand 100
Soda 20
Pottasche 18
Kalk
Salpeter
Weinstein
Braunstein ....
Eisenoxyd
kg
Dritte
hohen Gehalt
Antwort:
an Flußmittel
20 „
« •
2 „
3 „
1,5»
Die
Kaiserrot :
Sand 100
Mennige 25
Pottasche 25 '„
Borax 15 „
Kupferoxydul ..... 2,5 „ ,
Zinnsalz 5 „
Eisenoxyd 0,2 „
Braunstein 2,5 „
Salpeter 4 „
gelben Gläser haben einen ziemlich
nnd verlangen deshalb eine gleichmäßige,
nicht zu hohe Ofentemperatur. Das gelbe Glas ist sehr empfindlich und
wird bei schroffem Temperatarwechsel leicht gispig, weshalb man gern
einen Eckhafen zum Schmelzen benutzt.
I. Orangegelbes Glas: II. Korallenrotes Glas:
Sand 100 kg Sand ........ 100 kg
Pottasche 35
Kalkspat ...... 10
Borax
Salpeter ...
Uranoxydnatron
Mennige . . .
Knochenasche .
2
2
1
6
20
Pottasche 40
Salpeter 2
Borax 2
Knochenasche 25
Braunstein 5
26. Wer liefert fertige Einbrennfarben für Glas in Zinntuben?
Die Farbe will ich mittels des Grauischen Druckapparates auf kleine
lampengeblasene Gegenstände auftragen und dann im „Blitz'e-Gas-Muffel-
ofen einbrennen.
Erste Antwort: Nachdem Sie doch kein Dilletant, sondern
Fabrikant sind, ist es mir unverständlich, wie Sie auf die Idee kommen,
mit Tubenfarben zu arbeiten. Diese werden nur von einzelnen Firmen
für Liebhaberei angefertigt, sind dementsprechend teuer und fassen kaum
10 g Farbe. Wenn Sie schon unbedingt Farben in Zinntuben haben
wollen, so kaufen Sie Bich trockene Farben, reiben sie selber an und füllen
sie in leere Zinntuben.
Zweite Antwort: Die Vereinigten Bornkesselwerke m. b. H. in
Berlin N. 4 empfehlen Bich zur Lieferung der fraglichen Einbrennfarben.
27. Wer liefert Gummimäntel für Säurepolitur?
Antwort: Schmidt & Brösel in Halle a. Saale und Franz Rauls
lag -Ges. in Godesberg a. Bd. melden sich zur Lieferung von Gummi-
Mänteln für Säurepolitur.
Nene Fragen.
Keramik.
45. Gibt es ein Verfahren zum Gießen von elektrotechnischem Por~
zellan, so daß dieses gut trocknet, ohne rissig zu werden?
46. Ich bitte um Angabe eines Masseversatzes mit passender Glasur
für erstklassiges Geschirrporzellan (Tafel-, Kaffeeservice usw.), das mit
Solz allein, evtl, mit Nachhilfe von Braunkohle, bei der anzugebenden
Temperatur gargebrannt werden kann. Ein Rundofen mit überschlagender
Flamme von etwa 70 cbm ist vorhanden. Die Rohmaterialien sind mög-
lichst frachtgünstig zu wählen
47. Wir haben die Fabrikation von Salbenkruken aufgenommen,
aber leider ohne rechten Erfolg. Alle Dosen kommen nämlich schief aus
der Form oder sie werden beim Trocknen schief. Woran kann das liegen ?
Die Formen sind genau nach Wage und Winkel eingestellt und die Werk-
zeuge gut. Der Oberstempel arbeitet mit Ventil und einem federnden Ring,
und alle 4 Schieber werden mit einem Scherenhebel auf einmal bewegt.
48. Wer liefert Hufeisen-Magnete etwa 20 cm lang, sowie die zur
periodischen Verstärkung nötigen elektrischen Stärkungsapparate?
49. Wir haben für unseren Abfall von Gießmasse keine andere Ver-
wendung, als ihn wieder zu Gießmasse zu verarbeiten. Nun merken wir,
daß dadurch das Verhältnis von Soda ein anderes wird, und bitten um
Aufklärung, wie die schon eingeführte Soda in dem Abfall zur Verrech-
nung kommen soll oder ob sie durch die Gipsformen schon restlos aus der
Masse entfernt ist,
Glas.
30. Meine Häfen bekommen, wenn sie 3 — 4 Wochen im Ofen stehen,
nach der Feuerseite zu längliche Risse, die sich in der Mitte des Hafens
bilden und nach oben gehen, zuerst etwas ausschmelzen, aber mit der Zeit
durchgehen, wobei es gleich ist, ob ich sie vom Feuer abdrehe oder nicht.
Woran liegt das? Ich bin schon 18 Jahre im Fache tätig, und derartiges
ist mir noch nicht vorgekommen. Meiner Ansicht nach ist schuld daran, daß
zu zeitig eingelegt wird, wenn der Ofen noch kalt ist. Es wird bis 4 Uhr
gearbeitet; sofort, nachdem die Glasmacher weg sind, werden Brocken
eingelegt, die den ganzen Tag draußen liegen und der Witterung ausgesetzt
sind; bei der grimmigen Kälte waren es richtige Eisklumpen. Auch sonst
wird auf das Einlegen kein Gewicht gelegt; die Brocken z. B. werden in
den Hafen geschleudert, statt die Kelle in der Mitte des Hafens langsam
umzukippen. Mein Chef bestreitet die Unrichtigkeit dieser Einlegeweise
und gibt dem Hafenmacher die Schuld. Der Satz besteht aus:
Großalmeroder Ton, gebrannt 4 Teile
Hafenschalen » 2 „
Großalmeroder Ton, roh 3 „
Meißner Ton, roh 1 „
Die Häfen werden aus einem Stück herausgetrieben.
31. Zur Herstellung von Häfen zum Schmelzen von Bleiglas haben
mir bisher böhmischen Ton bezogen. Da dieser aber infolge der Valuta zu
4
im (55. Jahrgang.)
teuer zu stehen kommt, möchten wir gern Bakonitzer, Großalmeroder und
Meißner Ton verwenden und bitten um Angabe einer brauchbaren Mischung.
32. Wer liefert Dessinplatten für das Druckätzverfahren ?
SPRECH SAAL - CÖBURÖ.
Nr. 9 — 105
Briefkasten der Redaktion.
W, H. i. A. Sätze zu Thermosflaschen Bind in den Antworten zu
den Fragen 83 in Nr. 36 dea Sprechsaal 1920 und 65 in Nr. 35, 1919,
angegeben. Die Arbeitsweise selbst läßt sich nicht in wenigen Worten
beschreiben. — Der Erfinder der französischen Glasblasmaschine, den Sie
meinen, ist Boucher, früher Hüttenmeister in Cognae. Ob er noch lebt,
und wer seine Maschine anfertigt, entzieht sich unserer Kenntnis.
Keramik, Nürnberg. Für Sie kommen die nachstehend genannten
Bücher in Betracht: Grimm, Herstellung des Feldspatporzellans, Stein-
brecht, Steingutfabrikation, Mertens, Fabrikation nnd Baffinierung des
Glases. * .
Hierzu eine Beilage : Kartenprospekt des Nürnberger Bundes, Nürnberg, Aeußere Bayreutherstraße 28/30, über „Kunst-
und Kunstgewerbe, Blatter zur Förderung deutscher Wertarbeit". ' ' w"-""»*
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Nachricht zu geben von dem plötzlichen Hinscheiden unseres
hochverehrten stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates
Herrn Bankdirektor
Nicolaus Röhrig
in Coburg.
Er hat unserem Unternehmen 22 Jahre im Aufsichtsrat angehört. Sein fester Charakter und stark
ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, vereint mit großem Wissen, haben viel zur Entwicklung unseres Unter-
nehmens beigetragen. Wir verlieren in ihm einen lieben Freund und treuen Mitarbeiter, dessen Heimgang
wir aufs Schmerzlichste bedauern. Wir werden ihm für immer ein getreues Andenken bewahren.
Tettau, den 14. Februar 1922.
Direktion uud Aufsichtsrat
der Porzellanfabrik Tettau A.-G., Tettau=Oberfranken.
Am 19. Februar verschied nach kurzem Leiden unser Betriebsleiter
Herr Eduard Rösler.
Wir verlieren in ihm einen äußerst pflichtgetreuen, unermüdlichen Mitarbeiter,
dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden.
Glasfabrik Alexanderhütte
vorm. J. N. Heinz & Sohn, Aktiengesellschaft.
Alexanderhütte, den 21. Februar 1922. Dr" K Ueinz-
Oberfraoken *
Heute beschloß in Windischeschenbach nach ebenvollendetem 79. Lebensjahr der Senior-Chef unseres Hauses
Herr Glashüttenbesitzer
Eduard Stütze!
sein arbeitsreiches Leben.
un. mi, s^Lf SÄ^^^^ "°™ ga°M Arbeitokrdl -^nünternehmongen und St.nd
Wir werden sein Vorbild in unauslöschlicher Dankbarkeit treu bewahren.
Fürth i. B., den 21. Februar 1922.
Christian Winkler & Sohn.
■
XX a — Nr. 9
SPRECHSAAL-CÖBURÖ.
1922 (66. Jahrgang.)
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Gebraucht«
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Coburg, den 9. März 1922.
Nummer 10
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loois 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschluGNr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Coborg-Gothaische Bank A.-G., Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jt 14. — unter Streifband M 40. — .
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1. — (Stellengesuche 40 4).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Die photographisohen Aufnahme -Verfahren.
Von C Fleck.
(Fortsetzung.)
III.
Die vielen trüben Tage eines Jahres ließen die Besitzer
von Reproduktions- Anstalten zur richtigen Erkenntnis der Wich-
tigkeit eines Tageslicht-Ersatzes, des elektrischen Bogenlichtes
(ommeo. Das elektrische Bogenlicht ist bisher die vornehmste
praktisch verwendbarste künstliche Lichtquelle, die wir kennen.
Bogenlampen mit offenem Lichtbogen kommen der Wirkung des
verstreuten Tageslichtes am nächsten. Zum Betriebe von Bogen-
lampen ist Gleichstrom sparsamer im Verbrauch als Wechsel-
strom; sie leuchten damit bei gleicher elektrischer Energie
bedeutend stärker. Die Kohlen der Lampen sollen nicht genau
zentrisch übereinander stehen, sondern die untere dünnere
Kohle soll etwas vorgerückt sein, daß sich die äußeren Flächen
nach einer Seite hin in einer senkrechten Linie befinden. Es
brennt sich dadurch die obere Kohle einseitig ab (Kraterbildung),
and alle Lichtstrahlen werden nach der Richtung geworfen,
welche der Aushöhlung der Kohle entgegensteht. Der ent-
standene Krater wirkt somit als Reflektor, und es geht dem
beleuchteten Original kein Licht verloren, während bei zentri-
scher Kohlen-Anordnung für das Original ein bedeutender
Lichtverlust eintreten würde.
I Die Einschaltung sogenannter „Drosselspulen" wirkt be-
ruhigend auf Strom und Licht und verbilligt die Beleuchtungs-
kosten. Bei den neuen Lampen sind die Kohlenhalter mit den
Reflektoren vor den Regulierwerken angebracht, wodurch
längere Kohlenstifte verwendet werden können, die nach dem
Abbrand in der bisherigen Länge in den Haltern nachgeschoben
werden können. Dadurch wird der Kohlenverbrauch erheblich
verringert. Beim Nachschieben des Kohlenstiftes ist zu be-
achten, daß der Lichtpunkt sich stets in der Mitte des Reflektors
befindet. Die Innenflächen der Reflektoren sind mit einem
widerstandsfähigen mattweißen Email-Ueberzug versehen, um
die Entstehung von Reflexlichtern auf dem Original zu
vermeiden.
Eine neue und besonders praktische Befestigungsvorrich-
tung bei Bogenlampen besteht darin, daß die beiden Lampen-
gestelle untereinander verbunden und mit wagrecht schwing-
baren Armen versehen sind, an welchen die Lampen beliebig
verschiebbar aufgehängt i sind. Dadurch wird ein rasches und
leichteres Arbeiten erzielt, und die schwierigen Deckenkonstruk-
tionen und die im Wege stehenden Stative kommen in Wegfall.
'Was die Konstruktion der Lampen betrifft, so verwendet man
neuerdings nur Lampen mit Differential-Regel- Werken, welche
mit jeder Stromart betrieben werden können, und selten nur
die sogenannten Nebenschlußlampen. Bei Hintereinanderschal-
tung mehrerer Lampen sind die erster en den letzteren, obgleich
billigeren, vorzuziehen, weil sie nicht soviel Vorschaltungs-
widerstand brauchen, und besonders beim plötzlichen Einschalten
einer größeren Anzahl Lampen die Dynamomaschine vor Ueber-
lastung schützen. Bei Verwendung von vier Lampen müssen
die Pole der oberen und unteren Lampenpaare entgegengesetzt
angeordnet sein. Gegenwärtig kommen für die Zwecke der
Reproduktionsphotographie zwei verschiedene Lampen-Arten in
Frage, nämlich: Die Bogenlampe mit offenem Lichtbogen und
Bogenlampen mit eingeschlossenem Lichtbogen. Die letzteren
geben violettes Licht von starker chemischer Wirkung und
eignen sich deshalb auch zur einfarbigen Reproduktion. Ge-
bräuchlich ist eine Stromstärke von 25 Ampere bei einer Span-
nung von 45 Volt. Lampen mit parabolischem Innen-Reflektor
begrenzen den Lichtstrahlen-Austrittswinkel und erwirken somit
eine stärkere Beleuchtung kleinerer Flächen. Für die weniger
starke Beleuchtung großer Flächen ist ein Mulden-Reflektor
geeigneter. Die Verwendung von Bogenlampen mit einge-
schlossenem Lichtbogen ist für Kopierzwecke viel günstiger
als für photographische Aufnahmen. Für große farbige Ge-
mälde werden mit Vorteil Scheinwerfer benützt, die besonders
für photographische Reproduktionen konstruiert sind. Erwähnt
seien noch die Nitra- und Spiraldrahtlampen der A. E. G. und
das Keithlicht.
IV.
Wenn wir vom Atelier des Photographen sprechen, so ver-
stehen wir in der Regel ein Glashaus darunter, obwohl dieses
durch einen geräumigen dunklen Raum, sogar durch einen
solchen ohne Fenster ersetzt werden kann; wenn anstelle von
Tageslicht elektrisches Bogenlicht benutzt wird, dann mag das
Atelier im Keller liegen. 'Das Glashaus aber ist selbst dem
modernen Reproduktions-Techniker noch nicht ganz überflüssig
geworden, weil er die natürliche Lichtquelle der teueren künst-
lichen vorzuziehen gelernt hat. — Das einfachste wäre es, ohne
Glashaus entweder im Hofe oder auf einem flachen Dache die
Aufnahme zu machen; solange aber die Erde besteht, lassen
die Wolken Regen und Schnee herabfallen, was weder den
Originalen noch der Kamera mit dem Objektiv zuträglich wäre,
und schließlich wäre es uns selber auch unbehaglich dabei zu
Mute. Als bestes Glashausatelier ist ein solches mit Nordlicht
zu bezeichnen, und zwar nicht nur wegen des gleichmäßigen
Lichtes selber, sondern auch wegen der Verringerung der über-
aus lästigen drückenden sommerlichen Hitze. Sehr wichtig
iÖ8 — Nr. 10
SPRECHSAAL-COBURO.
1922. (65. Jahrgang.)
ist beim Bau eines Glashauses ein regensicheres Glasdach.
T-Schienen mit Schweißwasserleite bilden die Rippen des Glas-
hauses. Der ablaufende Fensterschweiß wird von Schweiß-
rinnen aufgefangen. Zum Bau eines Glashauses dürfen keine
dünnen Glasscheiben benutzt werden, weil sonst der Schnee
das Glasdach eindrücken könnte.
Eine besondere Art von Atelier ist das Tunnel-Atelier.
Im Gegensatz zum Nordfront-Atelier besteht es aus einem
dunklen, 7 — 10 m langen Baum, der von Süden nach Norden
liegt. Im Süden öffnet er sich zu einem Glashause, welches
von einem nach Norden geneigten Glasdach und — am besten —
Ton einer östlichen Glaswand gebildet Wird. Den Hintergrund
bildet die gemauerte Südwand. Die Kamera steht im Halb-
dunkel und ist bei diesem Atelier vor der Sonnenhitze ge-
schützt. Die Höhe des Tunnelganges betrage 3 — 4 m und die
Höbe des Glasdaches am First 4—5 m. Westlicht- Ateliers be-
dürfen eines Regen-Apparates. Manche Ateliers haben einen
künstlichen. Holzsteinbodenbelag, Terralith, Lithosil usw. ge-
nannt, der aus einem Magnesiapräparat besteht, welches mit
Sägespänen gemischt und mit Wasserglas gebunden ist. Zur
Beheizung großer Atelier wird die Niederdruckwarmwasser-
heizung empfohlen. Vielfach werden auch eiserne Dauer-
brandöfen in den Ateliers aufgestellt, die ich aber ihrer Kost-
spieligkeit oder Kohlengefräßigkeit wegen nicht empfehlen
möchte. Am besten sind immer noch die Kachelöfen, die man
mit wenigen Briketts befriedigen kann. — Die amerikanischen
Ateliers sind oft von solcher Größe, daß sie die Verwendung
von 20 Kameras erlauben. In nicht wenigen Fällen ver-
mitteln riesige Aufzüge den Verkehr mit dem Atelier, damit
für industrielle Arbeiten große Maschinen, Motorwagen usw.
vollständig in das Atelier gebracht werden können.
Der Kopierraum soll so eingerichtet sein, daß man darin
ebensowohl im freien Tageslicht am Sims einer Bailustrade
kopieren kann, als auch bei elektrischem Licht. Er soll wenn
möglich ein Atelier im kleinen darstellen, das ebenfalls geheizt
werden kann, besonders, wenn auf Stein kopiert werden soll.
An der Wandseite des Kopierraums soll sich ein Gestell mit
verschieden großen Fächern befinden, welches die kopierten
Negative aufnimmt, an der Glasseite soll ein Längstisch die
Kopierrahmen tragen. — In den Kopierraum dürfen während
der kälteren Jahreszeit nur völlig trockene Negative gebracht
werden.
Ein nicht minder wichtiger Arbeitsraum als das Atelier
ist die Dunkelkammer, deren praktischen Einrichtung in der
Regel recht wenig Beachtung geschenkt wird. Die Größe der
Dunkelkammer richtet sich nach dem Spezialgebiet des Photo-
graphen. Der Photokeramiker kann schon mit einer kleinen
Dunkelkammer auskommen, während ein Reproduktionsphoto-
graph, der Landkarten, Pläne, maschinentechnische Zeichnungen
wiederzugeben hat, mindestens eine 10 qm große (Luftraum
50 qm) Dunkelkammer haben muß. Zum Entwickeln und
Fixieren bedient man sich am besten reiner Schalen aus Por-
zellan, Email oder Glas mit weißer Papier- Unterlage, während
als Spültrog ein braunes Steinzeugbecken mit Abflußöffnung
dient. Als Beleuchtungsmittel wählt man elektrisches Licht.
Lichtquellen, welche durch übergroße Wärme und Verbrennungs-
gase lästig fallen, müssen wenigstens während der Sommerzeit
außerhalb des Dunkelkammerfensters plaziert werden. Eine
Grundregel für die Dunkelkammer ist: „So hell als möglich".
Für die Art der Dunkelkammerbeleuchtung ist das Aufnahme-
Material ausschlaggebend, und zwar einmal bezüglich seiner
Empfindlichkeit überhaupt, und dann bezüglich seiner Empfind-
lichkeit für besondere Farben. Eine nasse Kollodiumplatte
kann die hellste Dunkelkammer vertragen. Es genügt hier
ein Fenster mit gelbgefärbten oder orangegelben Scheiben, die
entweder in der Masse gefärbt oder mit gefärbter Gelatine
oder gefärbtem Kollodium begossen sein können. Brillant-
gelb 3°/0, Naphtolorange l°/0, Tartrazin 2°/0 usw. sind die
gebräuchlichsten Kolloidfarbauflc>sungen hierfür. Für rot-
empfindliche Trockenplatten badet man Gelatineplatten in
wässerigen Farblösungen von Brillantgelb 3,5°/0 und Methyl-
violett 1 °/0 und kittet die beiden Platten aneinander.
Gewöhnliche und grünempfindliche Trockenplatten schützt
Putzlers Massiv-Rubinglas. Forner sind zu empfehlen die
Dunkelkammerlampen von Kontny & Lange in Magdeburg, die
von Dr. Stenger durch Adolf Schuch in Worms mit Flüssig-
keitsfiltern versehenen. Die Wände der Dunkelkammer seien
je nach ihrem Zweck entweder mit roter, gelber oder grauer
Leimfarbe oder besser Oelfarbe gestrichen.
Wenn eine Dunkelkammer fensterlos ist, so ist dies kein
eo großer Fehler, als wenn sie ohne laufendes Wasser ist. Für
das nasse Kollodium- Verfah re n gehört in die Dunkelkammer
ein langer Tisch, worauf ein Plattenbock mit sauber geputzten
(ilahplatten (falls nicht ein eigens hierfür bestimmter Schrank
vorhanden ist), die Silberbadschale und die Kassette steht, und
zwischen den beiden ein genügend breiter Tischraum mit
mehreren Lagen Fließ- oder Filtrierpapier, damit die Platte
abtropfen kann ohne Unreinigkeiten aufzuziehen. Oberhalb des
Plattenbockes ist ein kleines Wandbrett angebracht, auf welchem
die Kollodium- oder die Kollodium-Emulsion-Flasche steht und
an dessen Seite ein Abstaubpinsel aus Kamelhaaren hängt.
Als Ersatz .hierfür werden auch mit Samt überzogene und mit
Watte gefütterte Holzlineale benutzt; auch mit Draht durch-
zogene Eichhornschwänze können - als Abstäuber dienen. Auf
einem anderen Wandbrett steht die Entwicklerflasche mit Ent-
wicklerglas und für Trockenplatten eine Entwicklerschale «der
ein Gestell mit Entwicklerschalen verschiedener Größe. Glas-
schalen sind am besten in einer weißlackierten Holzschale ein-
gelassen. Außerdem muß auf dem Tisch in der Nähe der
Wasserleitung Raum sein für eine Fixierbadschale. Schalen
aus Email, Zelluloid oder gar Papiermache benutzt kein wirk-
licher Fachmann, denn sie werden mit der Zeit von den Lösungen
verdorben, und sie verderben ihrerseits wieder die Lösungen,
für das Entwickeln von Platten für die Farbenphotographie,
das im Anfange bei verdeckter Entwicklungsschale stattfindet,
ist eine Dunkelkammer- oder Entwicklungsuhr empfehlenswert,
welche nach 21/2> 3 und 4 Minuten ein Glockenzeichen gibt.
Wichtig ist eine genügende Ventilation, vielleicht durch ein
lichtsicheres Knierohr. Das Abschwächen, Verstärken und
Wässern der Platten erfolgt nicht in der Dunkelkammer. Zu-
sammenlegbare Dunkelkammern kommen nur für Amateur-
Photographen in Betracht. Ein Handtuch ist in jeder Dunkel-
kammer unerlässlich.
V.
Obwohl in neuester Zeit die Raster-Kollodium-Emulsion
vielfach zur Herstellung von Negativen nach Strichzeichnungen
herangezogen wird, so beschränkt sich die Reproduktionsphoto-
graphie für sehr feine lineare Originale, besonders bei starken
Verkleinerungen dieser, doch noch immer auf den nassen
Kollodiumprozeß, weil mit dessen Hilfe wesentlich schärfere
Negative und infolgedessen auch bessere Endergebnisse zu er-
zielen sind.
Bevor wir zur praktischen Arbeit übergehen, müssen wir
uns Lösungen oder Bäder ansetzen, um lichtempfindliche Platten
herstellen und diese entwickeln, fixieren, verstärken oder ab-
schwächen zu können. Zunächst setzen wir uns das Roh-
kollodium an. Dieses,' zur Herstellung des Negativ-Kollodiums
sowohl für Halbtonsachen wie für Strichzeichnungen bestimmt,
muß alle die guten Eigenschaften haben, die man von einem
Rohkollodium verlangt. Es darf nicht mürbe sein, sondern
muß eine feste, nicht leicht verletzbare und auf dem Aufnahme-
glase gut anhaftende Schicht bilden, weil die Wiedergabe-
Negative wegen einer, besonders bei Autotypie, oftmaligen und
starken Verstärkung und durch öfteres Waschen (Wässern)
viel mehr auszuhalten haben als Negative für Lichtdruck,
Heliogravüre und Photolithographie. Man verschaffe sich des-
halb die hierfür nötige „Kollodiumwolle" zum Ansetzen des
Rohkollodiums nur von einer anerkannt guten chemischen
Fabrik, und zwar verlange man Zellulosetrinitrat. Die gerei-
nigte Baumwolle ist Zellulose in reiner Form, welche mit einem
Gemisch von 400 Teilen roher Salpetersäure und 1000 Teilen
roher Schwefelsäure behandelt wird. Das rohe Säuregemisch
wird auf 25—20° C. abgekühlt und dann erst werden 55 Teile
gereinigte Baumwolle in dasselbe getaucht oder eingedrückt
und 24 Stunden bei 15 — 20° C. sich selbst überlassen. Die
nunmehr nitrierte Wolle wird aus der Säure genommen und
auf einem Trichter 24 Stunden zum Abtropfen gebracht. Die
zurückbleibende Wolle wird solange mit Wasser ausgewaschen,,
bis die Säure vollständig entfernt ist, dann ausgedrückt und
bei 25° C. getrocknet. Die Kollodiumwolle ist wie die Schieß-
baumwolle explosiv und feuergefährlich. Die oben erwähnten
Säuren müssen ein gewisses spezifisches Gewicht haben, um
Trinitro- (= dreifachnitrierte) Zellulose zu erhalten, denn nur
diese ist für photographische Zwecke brauchbar. Das Ansetzen
des Rohkollodiums geschieht, indem man 20 Teile käufliche
Kollodiumwolle in 500 Teile absoluten Alkohol und 500 Teile
absoluten Aether gibt, das Ganze kräftig schüttelt, stehen und
sich absetzen läßt. Anstelle von absolutem Alkohol kann auch
96 °/0-iger Feinsprit benutzt werden. Das Negativ-Kollodium für
Strichzeichnungen soll möglichst unempfindlich sein, um bei
langer Exposition (3—8 Minuten) klare Striche und Punkte zu
erhalten. Es besteht aus:
Kadmiumjodid (Jodkadmium) ... 10 Teile
Lithiumchlorid 0,5 „
Alkohol 300 „
Glyzerin, chemisch rein .... 5 „
Von dieser Jodierung mischt man 1 Teil mit 2 Teilen Roh-
kollodium. Calcium chlorid (1,5* Teile) anstelle von Lithium-
chlorid zu verwenden, ist nur dann angängig, wenn ein solches
Negativkollodium rasch verbraucht wird. Es gibt im Anfange
eine sehr intensive Deckung, es zersetzt sich aber schnell und
\ '/ • l
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURO.
Nr. 10 — 109
gibt dann überhaupt keine Deckung mehr ; ein solches Negativ
sieht granuliert (gekörnt) aus.
Da Lithiumchlorid gegenwärtig sehr teuer ist, ersetze man
es durch Zinkchlorid. Der Glyzerinzusatz oder ein 250/0-iges
Zuckerwasser bewirkt, daß später beim Silbern das Silberbad
leichter von der Kollodiumschicht angenommen wird, auch
werden sogenannte Regenstreifen beim Gießen des Kollodiums
vermieden und außerdem lösen sich die Salze leichter (beim
Verreiben in der Reibschale) und kristallisieren nicht aus der
Schicht aus. Sobald die Jodierung dem Rohkollodium bei-
gesetzt wurde, wird die Mischung kräftig geschüttelt und filtriert
Wer wenig Negativ-Kollodium verbraucht, soll nie viel auf
einmal ansetzen, weil es mit der Zeit immer unempfindlicher
wird (Rotfärbung) Rotgewordenes Negativkollodium ist ein
sehr gutes Glasplattenputzmittel, aber wegen seiner Kost-
spieligkeit für gewöhnlich nicht zu empfehlen. Eine vorzüg-
liche Jodierung für Halbton- und Raster-Aufnahmen ist die
nachstehende :
Jodkadmium 9 Teile
Jodammonium ....... 3,5 „
Bromammonium . 1,5 „
Alkohol 200 „
Zuckerwasser 25 °/0 ..... 5 „
Bin Teil dieser Jodierung wird mit 3 Teilen 2 °/0-igem Roh-
kollodium gemischt. Wasserarmes und ätherreiches Kollodium
stößt das Silberbad zu sehr ab ; wasserreiches Kollodium gibt
mürbe Schichten, welche leicht einreißen und abschwimmen.
Roh- und Negativkollodium sind an einem kühlen Orte aufzu- '
bewahren. Kollodien, welche stärker als 2 °/0 sind, ergeben
marmorartige Flecken. Freies Jod oder Brom im Kollodium
machen dieses (besonders bei Gegenwart von Chlor-
salzen) dünn und wenig haltbar, fäTben es rasch dunkel,
arbeiten aber ohne Chloride klar, kontrastreich bis hart.
Salpetrigsaures Kali oder Natron gibt starke und empfindliche
Schichten. Das beste Verhältnis von Bromsalzen zu Jodsalzen
ist 1:5.
Damit die Negativkollodiumschicht auf dem Aufnahme-
glas besser hält einerseits, anderseits das fertige Negativ, wenn
es ohne Prisma aufgenommen wurde, sich besser vom Glase
abziehen läßt, überzieht man das Aufnahmeglas mit folgender ,
Vorpräparation :
Destilliertes Wasser 1000 Teile
Geklärtes Eiweiß ...... 100 „
Karbolsäurelösung (1 : 100) ... 10 „
Salpetersäure, chemisch rein . . 1 „
Diese Lösung wird filtriert, und die Gasplatten im Vorrat
damit Übergossen. Man stellt die präparierten Glasplatten so
auf den Bock im Schrank, daß alle Vorderseiten nach einer
Richtung gekehrt sind, oder man klebt auf die nicht albumi-
nierte Seite ein kleines Stückchen Papier als Merkmal. Unter
dem Bock wird Zeitungspapier in mehreren Lagen zum Auf-
fangen der abtropfenden Eiweißlösung hingelegt. — Das Silber-
bad besteht aus :
Destilliertes Wasser .... . 1000 Teile
Vierfach kristallisiertes Silber-
nitrat 109 „
Jodkaliumlösung (1 : 10) . . . . 10 „
Salpetersäure, chemisch rein 5 — 10 Tropfen
Das Jodkalium wird zugesetzt, damit das Silberbad die Negativ-
schicht, der ersten Platte, die darin präpariert wird, nicht an-
frißt, die Salpetersäure, damit die Platte klar (nicht schleierig)
arbeitet.
Entwickler.
Entwickler werden solche Lösungen genannt, die ein latentes
Lichtbild sichtbar machen und es zur gewünschten Kraft bringen.
Ein guter Entwickler besteht aus:
Destilliertes Wasser 1000 Teile
Eisessig (Essigsäure) ..... '30 „
Gummi arabicum ...... 35 „
Eisvitriol . 50 „
Kupfervitriol , 25 „
Alkohol 20 „
Die', Metallsalze werden erst zugesetzt, wenn sich das Gummi
arabicum ; gelöst* hat. Nach erfolgter Lösung der Metallsalze
wird der Alkohol zugesetzt, das Ganze geschüttelt und filtriert.
Bei sehr starken Verkleinerungen und für sehr zarte Halbton-
bilder wird der Gummizusatz aufs Doppelte erhöht. Die Ent-
wicklerlösung soll mit paraffiniertem Kork verschlossen werden,
weil sie durch Oxydation (Luftsauerstoff-Einwirkung) leidet.
Vorschriften für Halbton-Negative (Keramik):
,;, • I. -
Destilliertes Wasser 100 Teile
Pyrogallussäure 1 »
Zitronensäure ........ 2 „
II.
Destilliertes Wasser 100 Teile
Silbernitrat 2 „
Zum Gebrauch mische man gleiche Teile.
Fixierbad.
Destilliertes Wasser . . . ... 1000 Teile
Kaliumcyanid (Cyankalium) ... 100 „
Bleiverstärker für Strichnegative.
Destilliertes Wasser 1000 Teile
Gummi arabicum . 50 „
Eisessig 1 „
Bleinitrat . 2 „
Rotes Blutlaugensalz 3 „
Das fixierte und gewaschene Negativ wird hierin völlig ge-
bleicht, gewaschen, mit 10 °/0-iger Kaliumbichromatlösung orange-
gelb gefärbt und, wenn man will, nach kurzem Waschen mit
Natriumsulfidlösung 1 : 10 geschwärzt. — Für das Substitutions-
Verfahren für keramische Zwecke wären noch der Jodqueck-
silber- und Kupferverstärker zu beschreiben. Der Jodquecksilber-
Verstärker, der auch zur Verstärkung der Deckung zarter
Strichaufnahmen herangezogen werden kann, wird folgender-
maßen angesetzt:
Detilliertes Wasser 1000 Teile
Wasserfreies Natriumsulfit . . . 100 „
Quecksilberjodid 10 „
Das Jodquecksilber wird erst zugesetzt, wenn sich das Natrium-
sulfit (schwefligsaures Natrium, nicht Natriumsulfid, Schwefel-
natrium, wie oben erwähnt) gelöst hat. Bei zu langer Verstärkung,
die man daran erkennt, daß sich die zarten Partien belegt haben
(zu dunkel geworden sind), hat man nur nötig, das verstärkte
Negativ nach kurzem Abspülen einige Sekunden ins Fixierbad
zu legen, worauf natürlich wieder gewaschen wird. Das normal
verstärkte Negativ wird mit folgendem Chromatbade fixiert, d. h.
dauernd gedeckt:
Destilliertes Wasser 1000 Teile
Ammoniak (Salmiakgeist) . . . 100 „
Kaliumbichromat 10 „
Mit dem Jodquecksilber- Verstärker können auch Trockenplatten
behandelt werden; nur empfiehlt es sich hier, um die Ver-
stärkung haltbarer zu machen, die Trockenplatte in einen alkali-
schen Entwickler zu legen, nachdem sie vorher mit Wasser
abgespült worden ist, und sie darin 2-3 Minuten zu schwenken.
Die abgespülte Platte wird zum Trocknen auf den Bock gestellt.
Der Bromkupfer-Verstärker, der ebenfalls für Strich-
zeichnungen und auch für Rasteraufnahmen benutzt werden
kann, besteht aus:
Destill. Wasser 1000 Teile
Salmiakgeist ....... 50—100 „
Kupfersulfat (-Vitriol) . . . . 25— 50 „
Bromkalium 12 — 25 „
Hierin erfährt das Negativ eine Bleichung, die nach dem Ab-
spülen mit 3°/0iger Silbernitratlösung geschwärzt wird.
(Fortsetzung folgt.)
Wirtschaftspolitik
der industriellen Fachverbände.
(Nachdruck verboten.)
Die Annahme des Ultimatums hat Deutschlands Wirtschafts-
hoheit in Fesseln geschlagen. Deutschland hat sich seiner
handelspolitischen Souveränität entkleidet und diese unter die
Aufsicht der interalliierten Garantiekommission gestellt, es ist
handelspolitisch noch ohnmächtiger geworden, als es bereits
durch den Versailler Frieden zu sein verurteilt worden war.
Die Sanktionen haben unsere Ohnmacht besonders groß er-
scheinen lassen, das Loch im Westen bildet eine stets blutende
Wunde am deutschen Wirtschaftskörper und schwächt diesen
immer mehr, verhindert auf jeden Fall seine Gesundung. Die
Anti- Dumpingmaßnahmen — nicht nur unserer Feinde, sondern
auch der ehemals neutralen Staaten, — die Aufbringung der
Reparationsbeträge mit ihren für unsere Valuta verderblichen
Folgen des Devisenhandels schlimmster Art, die Hinausziehung
der Entscheidung über Oberschlesien — alles keine Maßnahmen
zur Förderung des Weltfriedens, sondern Fortsetzung des
Krieges mit anderen Mitteln — lassen Deutschlands Volk trotz
schönster Reden nicht den Atem schöpfen, der für jedes Volk
zum Leben schon notwendig, notwendiger noch ist für das
Volk, von dem nach den ungeheuren Blutopfern des Krieges
und der Hungerblockade eine Arbeitsleistung als Wiedergut-
machung verlangt wird, die in der Welt bisher von keinem
Volk auch nach der größten Niederlage verlangt worden ist.
Alle maßgeblichen politischen Kreise sind sich darüber
einig, daß wir der Welt unseren Willen zur Erfüllung beweisen
müssen. Schon erheben sich im Ausland Stimmen der Vernunft,
die auf den politischen Wahnsinn und seine Folgen hinweisen
110 — Nr. 10
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (66. Jahrgang.)
die eine etwaige Vernichtung der deutschen Wirtschaft oder
auch nur ihre vorübergehende Ausschaltung aus dem Getriebe
der Weltwirtschaft mit sich bringen müssen, zum Schaden
auch der Siegerstaaten — aber sie sind selten, sind Stimmen
in der Wüste. Noch regiert Mars die Stunde, herrscht der
Säbel in der Faust des Soldaten, der die Meinung des Krämers
stets gering geachtet hat. Und doch kann das deutsche Volk
die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht aufgeben, wenn es sich
selbst nicht aufgeben will. Sieht man ab von den innerwirtscbafts-
politischen Kämpfen — Mitwirkung der Arbeiterschaft im
Arbeitsprozeß, Streiks zur Erreichung höherer Löhne, Soziali-
sierung oder Vergesellschaftung der Betriebe, — so kann man
sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß wir bestrebt sein
müssen, alle Momente auszuschalten, die die Ertragsfähigkeit
unserer Volkswirtschaft schmälern, weil anders wir niemals
sie so fördern können, daß wir mit einem Mehrertrag unsere
Reparationsverpflichtungen auch nur teilweise erfüllen können.
Wir können uns daher auf sozialistische Experimente, unsere
Industrie zu sozialisieren oder in Gemeinwirtschaft zu über-
führen, nicht einlassen, da sie unfehlbar zu einer Bürokrati-
sierung unserer Wirtschaft führen müssen, die naturgemäß die
Gestehungskosten durch die unproduktiven Löhne und Gehälter
der Verwaltungsbeamten erheblich steigern und damit die
Industrie auf dem Weltmarkt konkurrenzunfähig machen muß.
Wir müssen uns auch von Schlagwörtern frei machen, dürfen
nicht freie Wirtschaft verlangen und das Recht der straflosen
Bewucherung des eigenen Volkes meinen, dürfen auch nicht
nach Planwirtschaft rufen, um durch sie den lästigen Kon-
kurrenten totschlagen zu wollen. Kein Staatszwang und keine
rücksichtslose Ausnutzung aller Kräfte kann unserem Wirt-
schaftsleben den Aufschwung bringen, sondern nur die Er-
kenntnis, daß jeder deutsche Industrielle und Kaufmann heute
mehr denn je verpflichtet ist, seine Geschäfte nicht nach rein
egoistischen Gesichtspunkten eigenen Vorteils zu betreiben,
sondern sich bei ihnen klar sein muß, daß das Interesse der
Allgemeinheit des Volkes höher steht als das eigene. Der
Staat hat als Kampfwart sich darauf zu beschränken, daß der
Existenzkampf seiner Mitglieder sich nach den Grundsätzen
des Anstands abspielt und sich nicht der Gerissenste über den
Anständigen mit unfairen Waffen den Sieg zum Schaden der
Allgemeinheit verschafft.
Die Mittel des Staates zur Erreichung dieses Zieles können
die verschiedensten sein. Auf die Möglichkeit sachlich gerechter
Besteuerung sei nur hingewiesen. 1
Das freie Spiel der Kräfte, das für die Wirtschaft des
einzelnen Staates nach wie vor das Ideal bleibt und, wie die
Entwicklung bei uns nach Aufhebung der Kriegsgesellschaften
beweist, auch nur die innere Gesundung bringen kann, bleibt
auch das Ideal der Weltwirtschaft. Alle Anti-Dumping-Maß-
nahmen, Einfuhrverbote und Zollerhöhungen können die Völker
über die heutige Weltwirtschaftskrise nicht hinfortbringen, sie
stürzen sie vielmehr nur noch tiefer in das Elend. Die Arbeits-
losigkeit kann man nicht besiegen, wenn man den Arbeitern
die Arbeitsmöglichkeit nicht schafft, sondern sie ihnen nimmt,
indem man einen Verbraucher zwingt, seinen Verbrauch ein-
zuschränken, und aus ihm unter Anstrengung schwerster Art
übermenschliche Leistungen herauspreßt, deren Erträgnisse nur
gewissen kapitalistischen Kreisen zugute kommen, nicht der
Allgemeinheit des Volkes.
Deutschland hat mit der Zwangswirtschaftspolitik während
des Krieges angefangen, hat sie in der Außenhandelspolitik
— den Aus- und Einfuhrverboten — beibehalten und ist so der
Schrittmacher für Ideen geworden, deren schädigende Auswirkung
auf die eigene Wirtschaft sich immer mehr wird bemerkbar
machen, je mehr Deutschland seine Ausfuhr wird steigern
müssen, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Durch die
Annahme des Ultimatums hat sich der Staat seines Rechts
begeben, durch aktive Handelspolitik, die Schäden, die unserer
Wirtschaft durch Festhalten an dieser Politik geschlagen werden,
zu beseitigen. Aus dieser Gebundenheit des Staates erwächst
für Handel und Industrie die Aufgabe, im Wege der Selbsthilfe
die Maßnahmen zu ergreifen, die für den Wiederaufbau unseres
Wirtschaftslebens notwendig sind.
Grundsatz für die Regierung muß es zunächst werden, mit
den maßgeblichen Industriefachverbänden und Handelsinteressen-
vertretungen zu einer wirklich vertrauensvollen Zusammenarbeit
zu kommen. Die bürokratischen Vorurteile müssen fallen ! Es
darf auf keinen Fall wieder vorkommen, daß Ressortstreitig-
keiten auf Kosten unserer Wirtschaftskreise ausgefochten werden,
die hohe Politik für den Abschluß von Wirtschaftsabkommen
und Handelsverträgen den Ausschlag gibt — eine Verkennung
aller Tatsachen — ein Zeichen des Mangels jeden Verständ-
nisses für unser Wirtschaftsleben.
Wir müssen dazu kommen, daß der Kaufmann den Aus-
schlag bei Wirtschaftsverhandlungen gibt, nicht der Bürokrat,
daß Kaufleute mit Kaufleuten verhandeln. Einigen sich die
Industrie- und Handelsvertreter zweier Länder über eine ein-
zuschlagende Wirtschaftspolitik, dann hat der Diplomat nur den
redaktionellen Abschluß zu machen, nicht aber Vorschriften zu
erlassen über Dinge, die er bei der Vielgestaltigkeit unseres
Wirtschaftslebens nicht genügend übersehen kann. Er hat sich
zu beschränken und lediglich darauf zu achten, daß sich die
Maßnahmen einer Industrie nicht in Widerspruch mit den
höherstehenden Interessen der Volksallgemeinheit stellen, nicht
die Volkswirtschaftspolitik stören, sondern sich ihr unterordnen.
Wir haben bereits internationale Industrieabmachungen
zwischen Syndikaten oder Kartellen; es bestehen bereits indu-
strielle Interessengemeinschaften, für die die Landesgrenzen
überholte Begriffe sind. Wir waren vor dem Kriege bereits
auf dem Gebiete der Weltschiffahrt auf dem besten Wege der
Schaffung internationaler Schiffahrtstruste und scheinen die
gleichen Wege einschlagen zu müssen, um unsere Schiffahrt
wieder aufzubauen. Die gleichen Wege werden verschiedene
Industrien gehen müssen, wenn sie sich in Zukunft auf dem
Weltmarkt behaupten wollen. Die europäischen Konkurrenz-
industrien werden sich verständigen, werden lernen müssen,
kontinental zu denken. Die eigenen Wirtschaftsgebiete werden
zu klein werden, um den Industrien den notwendigen Absatz
zu bringen. Die Entwicklung unserer Industrien wird immer
mehr zu Großbetrieben führen und damit die Gefahr der Wirt-
schaftskrisen vergrößern. Sie zu bannen wird Zukunftsaufgabe
der Industrien Europas sein.
Die Gegenwartsaufgabe unserer Industrien liegt auf dem
Gebiete der wirtschaftlichen Organisation, um sich im Kampfe
auf dem Weltmarkt behaupten zu können. Der einzelne ist
zu schwach, die Gesamtheit muß den Kampf führen. Gerade
in dem Augenblick, in dem der Wunsch mehr denn je laut
wird, von den bürokratischen Vorschriften der Außenhandels-
kontrolle befreit zu werden, wird es notwendiger denn je
werden, daß sich die Interessenvertretungen der Industrie
straffer organisieren, daß sie die Erzeugung in die geeigneten
Bahnen für die Ausfuhr lenken. Dem Ausland gegenüber muß
eine einheitliche Handelspolitik getrieben werden.
Der Schieber darf nicht dem anständigen Kaufmann das
Geschäft verderben. Der Grundsatz, daß Angebot und Nach-
frage die Marktverhältnisse regeln, darf nicht neben dem ver-
gessen werden, daß der deutsche Kaufmann dem Ausländer
gegenüber verpflichtet ist, den bestmöglichen Preis heraus-
zuholen, damit die deutsche Arbeit auch dem Goldwerte nach,
der in dem Fertigerzeugnis mit in erster Linie steckt, bezahlt
wird. Deutsche Ware darf nicht verschenkt werden, darf der
Industrie anderer Länder gegenüber keine Schmutzkonkurrenz
sein, die zu Anti Dumping-Maßnahmen geführt hat und immer
wieder führen wird, wenn der deutsche Kaufmann wider den
anständigen deutschen kaufmännischen Geist handelt.
Ausschaltung der Schieber und Bekämpfung der unsauberen
Elemente in den eigenen Reihen muß die erste Aufgabe aller
Industriefachverbände sein und bleiben. Dem Ausland gegen-
über darf es keinen Außenseiter geben; an den Pranger mit
solchen Verrätern deutscher Interessen!
Nicht - Schreien nach staatlichen Zwangssyndikaten, deren
Bestimmung derartige Elemente auch zu rmgehen sich nicht
scheuen dürften !
Pflicht eines jeden deutschen Industriellen ist heute, das
Ansehen deutscher Waren im Ausland hochzuhalten. Kein
Schund in das Ausland ! Herstellung von Schundware bedeutet
Verschwendung von Gut und Kraft. Die deutsche Industrie
muß Qualitätsware herstellen! Diesen Grundsatz müssen die
Industriefachverbände ihren Mitgliedern immer wieder ein-
prägen, damit er jedem Industriellen zur Richtschnur dem Aus-
land gegenüber wird. Auf die Säumigen muß eingewirkt werden,
damit die Ausnahme nicht zur Regel wird!
Auf den Absatzmärkten muß für deutsche Ware eine rege
InduBtrieprogaganda einsetzen, um für die Abnahme deutscher
Qualitätsware zu werben. Die Kosten der Propaganda, die sich
für einen allein nicht lohnen, werden sich leicht bezahlt
machen, wenn die Propaganda durch die Fachverbände mehr
als bisher organisiert wird. Handinhandarbeit mit den Expor-
teuren ist notwendig. Der Exporteur muß für den Vertrieb
deutscher Waren interessiert werden. Er muß aus seiner Zu-
rückhaltung heraus, sich mehr als Pionier der deutschen
Industrie fühlen und wissen, daß seine Bedeutung für den Ab-
satz auf dem Weltmarkt auch eine dauernde Würdigung er-
fährt, daß er Erfahrungen preisgeben kann, ohne befürchten
zu müssen, daß ihn morgen kurzsichtige Industrielle eigenen
Vorteils willen aus dem Geschäft hinauszudrängen versuchen.
Die Industriefachverbände müssen daher Sorge tragen, daß die
Verkaufs- und Lieferungsbedingungen der Industrie dem Expor-
teur den notwendigen Spielraum lassen, um Geschäfte auf
eigene Kappe zu tätigen, daß sie dem Exporteur nicht die Lust
am deutschen Geschäft nehmen und ihn veranlassen, Ware aus-
ländischer Konkurrenz zu vertreiben.
1929. (56. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 10 — 111
Eine Preispolitik, die der Industrie den Löwenanteil der
sogenannten Valntagewinne sichern will, ist falsch, wenn sie
dem Exporteur nicht lohnende Gewinnchancen läßt, die ihm
einen Ausgleich für sein erhebliches Risiko und seine Werbe-
arbeit bieten.
Ein wirkliches Handinhandarbeiten mit den Exporteuren
wird der Industrie nur Vorteile bringen.
Fortfallen muß weiterhin die Festlegung bestimmter
Mindestpreise, die keine Rücksicht auf Qualität und Firma
nimmt. Die Bindung der Industrie an bestimmte Preise, sei
es durch den Zwang der Außenhandelskontrolle, sei es auf dem
Wege freier Vereinbarungen in Form von Kartellverträgen,
hat für die Industrie erhebliche Nachteile im Gefolge. Die
Interessenten sind wegen des dauernden Wechsels in den
Produktionsbedingungen und Kalkulationsverhältnissen heute
nicht mehr an einheitliche Bedingungen zu binden, da die
Zeiten vorüber sind, in denen es auf Preiserhöhungen nicht an-
kam, da die Ware reißenden Absatz fand. Die heutigen wirt-
schaftlichen Verhältnisse verlangen für jeden Industriellen und
Kaufmann wieder schärfste Kalkulation und Bewegungsfreiheit
im kaufmännischen Handeln. Kartellmäßige BinduDg verträgt
sich nicht mehr mit der heutigen Wirtschaftslage. Ein Beweis
hierfür bieten die zahlreichen Zusammenbrüche alter Friedens-
kartelle und die noch zahlreicheren Verstöße gegen die be-
stehenden Kartellbindungen, die sogar dazu geführt haben, daß
sich Mitglieder derartiger Kartelle nicht gescheut haben, in der
Oeffentlichkeit die Behauptung aufzustellen, daß sie lediglich
aus Furcht vor den hohen Kartellstrafen sich scheuen, einen
Preisabbau vorzunehmen.
Die deutsche Industrie kann sich im In- und Ausland gegen
den Vorwurf des Wuchers nur schützen, wenn sie sich frei
macht Von der Form der alten Kartelle mit ihren festen Preis-
und Lieferungsbedingungen, wenn sie Grundlagen für eine ge-
meinschaftliche Kalkulation schafft, die dem freien Spiel der
Kräfte genügend Raum zur Betätigung läßt, und die anständige
Konkurrenz nicht ausschaltet, ferner die technische Vervoll-
kommnung der Industrie fördert. Dieser Grundsatz widerspricht
nicht den oben aufgestellten, daß der deutsche Kaufmann bei
seiner Kalkulation dem Ausland gegenüber darauf zu achten
hat, daß er bei ihr die deutsche Arbeitsleistung nach dem Gold-
wert bemißt und so für das Ausland einen höheren Preis als
für das Inland errechnet, daß er nicht Dumping mit deutschem
Gute treibt und Volksvermögen verschleudert. Ob es möglich
sein wird, die Kartelle so neu zu organisieren, sie zur Grund-
lage der uns notwendigen neuen Wirtschaftsform zu machen, —
ihnen die Aufgaben der Normalisierung, Typisierung, Speziali-
sierung zu übertragen — sie umzugestalten zu Kalkulations-
kartellen, in denen auf die Kalkulationsgrundlagen der einzelnen
Unternehmungen Rücksicht genommen und der technische
Fortschritt im Interesse einer rationelleren Wirtschaftsführung
gefördert wird, kann an dieser Stelle zunächst ebenso, uner-
örtert bleiben, wie die Frage, ob sich unsere künftige Wirt-
schaft auf der Konzentration — der vertikalen wie horizontalen —
den Interessengemeinschaften und Trusts allein wird aufbauen
können. Die Entwicklung der Industrie wird nicht schablonen-
haft vor sich gehen, sondern den Verhältnissen jedes Industrie-
zweigs entsprechend. Den Fachverbänden der Industrie er-
wächst hieraus als Aufgabe der Gegenwart, die notwendige
Pionierarbeit zu leisten und die Grundlagen zu schaffen, auf
denen sich die neue Wirtschaft aufbauen kann. In dieser wird
gerade den Fachverbänden ein großes Arbeitsgebiet vorbe-
halten bleiben. Die Fachverbände müssen die Stätte einer
wissenschaftlichen Förderung der Industrie durch Errichtung
von Forschungsinstituten in technischer wie auch wirtschaft-
licher Beziehung werden, sie müssen die wissenschaftlichen
Vorarbeiten für die Rationalisierung der Wirtschaft, der Nor-
malisierung, der Typisierung und Spezialisierung ihrer Er-
zeugung und aller für ihre Industrie wichtigen technischen
Vorgänge leisten, um so die eigene Industrie auf den Stand
höchster technischer und wirtschaftlicher Vervollkommnung zu
bringen. Neben diesen zukünftigen Hauptaufgaben bleiben die
JN ebenaufgaben einer Interessenvertretung den Regierungs-
stellen sowie der Oeffentlichkeit gegenüber bestehen, wie auch
die der inneren Industrieorganisation zur Vermeidung unnötiger
Zersplitterung und damit verbundener Kraftverschwendung.
Mehr denn je ist auch für die Industrieorganisationen heute die
systematische Konzentration aller Fachverbände einer Industrie
in einem Spitzenverband eine Notwendigkeit, wenn wirkliche
Arbeit für die Gesamtindustrie geleistet werden soll. Eigen-
brötelei und Sonderinteressen müssen in dem Augenblick zu-
rückgestellt werden, in dem es sich um das Wohl der Gesamt-
heit der Industrie und der Allgemeinheit handelt.
Alle Industriellen und Volkswirte aber, die heute in unserem
Wirtschaftsleben eine führende Rolle spielen, müssen sich der
Verantwortung ihrer Arbeit bewußt sein, müssen darauf be-
dacht bleiben, sich das ihnen entgegengebrachte Vertrauen zu
erhalten und zu befestigen, das allein die Sicherheit für eine
wahre Gemeinschaftsarbeit — > die die Hauptaufgabe jedes Fach-
verbandes sein und bleiben muß ■ — bietet.
Ein merkwürdiges Patent.
(Nachdruck verboten.)
Man schreibt uns :
Unter Nr. 334 749 ist Paul Deußing in Ruhla für folgendes
Verfahren ein Deutsches Reichspatent verliehen worden :
„1. Verfahren zur Herstellung von Kunstmeerschaum,
dadurch gekennzeichnet, daß Hallesche Erde und Meißner
Ton oder letzterer allein mit Schlämmkreide und Quarz-
mehl nach feinster Pulverisierung innig miteinander ver-
mischt, unter bzw. nach Beigabe von Wasser bis zur
völligen Beseitigung aller körnigen Bestandteile vermählen,
gegebenenfalls filtriert und zu einem dickflüssigen Brei
verarbeitet werden, der in gut ausgetrocknete Gipsformen
eingegossen, in diesen für einige Zeit belassen und dadurch
veranlaßt wird, eine gewisse Menge Masse an der Form-
innenwand abzusetzen, worauf die übrige Masse abgegossen
und der Formling nach einem gewissen Abtrocknen aus
der Form entfernt wird, um alsdann im Brennofen scharf
verglüht zu werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß 30 Gewichtsteile Hallesche Erde mit 10 Gewichtsteilen
Meißner Ton, 4 Gewichtsteilen Schlämmkreide und 8 Ge-
wichtsteilen Quarzmehl innig vermischt, danach mit 50
Gewichtsteilen Wasser versetzt und im übrigen gemäß
Anspruch 1 weiterverarbeitet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man 34 Gewichtsteile Meißner Ton in rohem, ge-
pulvertem Zustande mit 14 Gewichtsteilen gut geglühten
und gepulverten Meißner Ton vermengt, 6 Gewichtsteile
geschlämmtes Quarzmehl, 7,5 Gewichtsteile Schlämmkreide
und 0,8 Gewichtsteile Feldspat beigibt und dieses Gemenge
mit 50 Gewichtsteilen Wasser verarbeitet.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der Masse noch ein Zusatz von Magnesia
und Pottasche oder von einem dieser Stoffe beigegeben
wird, um die Geschmeidigkeit der Masse zu erhöhen."
Am Schlüsse der Patentbeschreibung heißt es :
„Das beschriebene Gießverfahren ist an sich nicht neu
und auch schon für Kunstmassen, die Meerschaumabfälle
enthalten und eine gewisse Aehnlichkeit mit Meerschaum
zeigen, bekannt. Schließlich werden Gußmassen, die Ton,
Kreide, Quarz und Feldspat enthalten, als an sich bekannt,
vorausgesetzt."
Der „Erfinder" gibt demnach selbst zu, daß das Gießen
sowohl wie die von ihm zu seinem „Kunstmeerschaum" ver-
wendete Masse bekannt sind. Er wird auch wohl nicht
behaupten wollen, daß das scharfe Verglühen gegossener Form-
linge im Brennofen neu sei. Damit ist aber doch das ganze
unter Patentschutz gestellte Verfahren bekannt, und man fragt
sich, was denn eigentlich an dieser „Erfindung" neu sei. Man
muß aber gerecht sein: Neu ist es, daß man eine gegossene
Steingutschrühware „Kunstmeerschaum" nennt. Daß aber diese
Neuheit für die Erteilung eines Deutschen Reichspatentes
genüge, würde wohl vor der Erteilung des D. R. P. Nr. 334749
niemand geglaubt haben.
Eine Definition des Begriffs „Kunstmeerschaum" läßt sich
jetzt folgendermaßen geben : Kunstmeerschaum ist ein durch
Gießen geformtes geschrühtes Steingut.
Der „Erfinder" will nach dem ihm patentierten Verfahren
Pfeifenköpfe herstellen. Will nun ein anderer Pfeifenkopf-
fabrikant seine Pfeifenköpfe ebenfalls durch Gießen und Brennen
herstellen, dann kann er dies nach dem in der Patentschrift
und auch in der keramischen Fachliteratur beschriebenen Ver-
fahren ruhig tun, ohne sich einer Patentverletzung schuldig zu
machen, wenn er die Hallesche Erde durch Zettlitzer, Hohburger,
Kemmlitzer oder irgend einen anderen Kaolin, den Meißner
Ton durch irgend einen anderen weißbrennenden Ton ersetzt,
wenn er es nicht vorzieht, der Einfachheit halber eine Porzellan-
masse fertig zu beziehen, die keine Hallesche Erde enthält.
Die Pfeifenköpfe würden deshalb wohl nicht schlechter aus-
fallen.
Wie wäre es aber, wenn jemand nach dem 8. Juni 1920,
dem Beginn der Schutzfrist, mit der Fabrikation von Steingut
begonnen hätte und seine Masse mit Meißener Ton und
Hallescher Erde herstellte? Der Mann muß befürchten, daß
eines schönen Tages der Eigentümer des D. R. P. 334749 zu
ihm kommt und ihm sagt: „Der gegossene Suppennapf oder
die Vorratstonne ist nach dem mir patentierten Verfahren
hergestellter „Kunstmeerschaum", den Du nur nachträglich
112 — Nr. 10
SPRECHSAAL- COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
glasiert und nochmals gebrannt hast. Dn hast daher mein
Patent verletzt und Dich strafbar gemacht." Dann maß der
arme Stein gutfabrikant schließlich noch froh sein, wenn er dem
glücklichen „Erfinder" für eine Lizenz nicht gar zu viel bezahlen
muß. Künftige Steingutfabrikanten tun daher gut, wenn sie
während der Dauer dieses Patentes Massen ohne Meißener Ton
und Hallesche Erde verwenden, während die älteren Steingut-
fabriken darüber nachzudenken haben, ob sie auch beweisen
Wirtschaft 1 i c h - g*
Korrespondenzen.
Das 50-jährige Arbeits jubiläom feierte am 2. 3. 22 Direktor
Nicol Dorst, früherer Leiter und jetziges Aafsichtsratsmitglied der
Maschinenfabrik vorm. Georg Dorst, A.-G., Oberlind, S.-M. Die von seinem
Vater, Georg Dorst, im vorigen Jahrhundert gegründete Sehmiedewerk-
stätte vermochte er bald durch Tatkraft nnd eisernen Fleiß einem raschen
Aufstieg entgegenzuführen. Aus der einfachen Arbeitsstätte wurde ein
Fabrikbetrieb, in dem zunächst landwirtschaftliche Maschinen, Oefen,
Pumpen und Feuerspritzen angefertigt wurden. Nach Umwandlung in
eine Aktiengesellschaft war Herr Dorst zuerst technischer Leiter und später
Direkt or des Unternehmens. Seit geraumer Zeit widmet sich die Firma fast aus-
schließlich der Herstellung von Maschinen und Einrichtungen für die keramische
Industrie, die dank ihrer Materialgüte und technischen Vollkommenheit rasch
Weltruf erlangten und durch ihre ständigen Verbesserungen nicht unwesent-
lich dazu beitrugen, die Keramindustrie anf ihre heutige Stufe zu fahren.
Düse beispiellose Entwicklung, die in stetig aufwärts steigender Sichtung
sich bewegt, ist in erster Linie der vorbildlichen Leitung und dem Weit-
blick des Jubilars zu danken. Mit stolzer Befriedigung darf er auf sein
Lebenswerk zurückblicken, an dessen Weitergedeihen er sich noch viele
Jahre erfreuen möge. Bei seiner Arbeiterschaft, deren Mitarbeit Herr
Dorst stets zu würdigen wußte, steht er ob seines sozialen Denkens und
Tuns noch heute in hohem Ansehen.
Eine Zeitschrift „Die Russische Kraft" wird von der Gruppe
Rnsskeja Sila und N. N. Iwanow als Demokratische Wochenschrift der
russischen Emigranten in Berlin W 62, WormserBtr. 6 a, herausgegeben
und bezweckt die Förderung der Beziehungen zwischen Bußland und
und Deutschland.
Gewerblicher Rechtsschutz.
England. Ein Gesetzentwurf zur Abänderung des Handels«
marken-Gesetzes, der vom Handelsamt demnächst dem Parlament vor-
gelegt werden wird, soll die Mängel des jetzt gültigen Gesetzes beseitigen.
Danach soll eine genaue Angabe über den Ursprung eines jeden Artikels
verlangt werden, wobei alle Beschreibungen genau nachgeprüft werden
können. Irreleitende Angaben sind unzulässig. Der Gebrauch englischer
Embleme wird verboten, desgleichen die Einfuhr von Waren mit falschen
Handelsmarken. Die Schaffung eines allgemeinen englischen Waren-
zeichens wird indessen nicht beabsichtigt. Nur die von gewissen Ver-
bänden oder Firmengruppen eingetragenen Marken sollen besonders
geschützt werden.
Gesetzgebung, Steuern.
Die Demobilmachungs-Verordnungen sollen, wie verlautet, über
den 31. 3. 22 hinaus verlängert werden.
Die erhöhte Umsatzsteuer soll nach einem Beschluß des Steuer-
aasschnsses des Reichstages, wie in erster Lesung vorgesehen ist, mit
Bückwirkung vom 1. 1. 22 ab in Kraft treten. Nach Hinweis der Begierung
würde durch ein späteres Inkrafttreten der Novelle sich nicht nur ein
Minderertrag von einer Milliarde Mark ergeben, sondern auch die Gefahr
von Steuerhinterziehungen bestehen. Wo sich tatsächliche Unbilligkeiten
herausstellen sollten, würde geholfen werden können.
Die Novelle zum Körperschaftssteuergesetz wurde letzthin im
Beichstagsausschuß für Steuerfragen verabschiedet. Die Bestimmungen
des Artikels 1 Ziffer 5, die die Steuerfreiheit der Fusionen betreffen,
wurden auf die Fälle eingeschränkt, in denen das Vermögen einer Erwerbs-
gesellschaft als Ganzes mit der Fortsetzung des bisherigen Gesellschafts-
zweckes auf eine inländische andere Erwerbsgesellschaft übergeht. In
diesem Fall soll auch eine Wertzuwachssteuer nicht erhoben werden. Der
§ 12, der die Dividendenbesteuerung regelt, erhielt die Fassung, daß, wenn
das gesamte steuerbare Einkommen M 300 000 nicht übersteigt, 15 %,
wenn es mehr als M 300 000, aber nicht mehr als M 2 Mill. beträgt,
I2V«°/o» wenn 68 mear als M 2 MiU- beträgt, 10°/0 des Betrages der
um die Kapitalertragsstener gekürzten Gewinnanteile auf die Einkommen-
steuer oder KörperschaftBsteuer angerechnet werden. Die Vorschriften
des § 12 finden zum ersten Male bei der Veranlagung für das Kalender-
jahr 1923 Anwendung. Unter gewissen Umständen kann jedoch auch
schon Anrechnung auf die Einkommensteuer des Jahres 1922 auf Antrag
des Steuerpflichtigen erfolgen.
Umsatzsteuerpflicht der Handelsvertreter. Nach den Bestimmun-
gen des geltenden U.St.G. sind auch die Provisionen der Handelsvertreter
umBatzsteuerpfiichtig. Die augenblicklich dem Reichstage vorliegende
Novelle zum U.St.G. hält hieran fest. Die Handelskammer zu Düsseldorf
hat jedoch beantragt, daß die Provisionen der handelsgerichtlich ein-
getragenen, demnach Köcher führenden Handelsvertreter von der Umsatz-
satzstener befreit werden. Hie begründen ihren Antrag mit dem Hinweis
darauf, daß die Umsatzsteuer als abwälzbare Steuer eingeführt ist, der
Handelsvertreter jedoch außerstande ist, die Umsatzsteuer abzuwälzen,
ferner, daß die Umsatzsteuer wie eine zweite Einkommensteuer beim
Handelsvertreter wirkt, weil die Provisionen gleichzeitig das Einkommen
des Handelsvertreters darstellen und schließlich die Umsatzsteuer von der
können, daß sie schon vor dem 8. Juni 1920 Meißener Ton and
Hallesche Erde in ihrer Kunstmeerschaummasse hatten.-
Hat der von der Deutschen Keramischen Gesellschaft ein-
gesetzte Patentausschuß nicht die Aufgabe, die Patentanmel-
dungen zu prüfen und gegebenenfalls Einspruch gegen die
Erteilung des Patentes zu erheben?
Ist nicht ein solcher Einspruch viel billiger und einfacher
als die Anfechtung eines bereits erteilten Patentes?
©werblicher Teil.
Bruttoprovision erhoben wird, demnach den Handelsvertreter besonders
hart trifft.
Vergütung der Umsatz» bezw. Luxussteuer an Ausfuhrhändler.
Nach § 4 des U.St.G. wird dem Ausfuhrhändler auf Antrag die Umsatz-
bezw. Luxussteuer vergütet, die ihm sein Lieferant in die Preise einge-
rechnet hat, also entweder % oder, wenn der Lieferant zugleich Her-
steller des luxussteuerpflichtigen Gegenstandes war, 15 %. Um diejenigen
Ausfahrhändler, die insbesondere luxussteuerpflichtige Waren nicht un-
mittelbar vom Hersteller erwerben, sondern von einem Großhändler, und
die deshalb nicht 15 %, sondern nur 1 l/a % vergütet erhalten, nicht zu
schädigen, ist durch Verordnung vom 30. 6. 21 vorgesehen worden, daß
für den Steuerabschnitt an Stelle des obenerwähnten Verfahrens auch das
eingeschlagen werden kann, daß ein Antrag auf Vergütung von 0,75 bezw.
7,5 °/0 Steuer seitens des Ausfahrhändlers gestellt wird. Diese Anträge
würden auf einem besonders hierfür bestimmten Formular bis zum
31. 12. 21 für den letzten Steuerabschnitt des Jahres 1921 zu stellen ge-
wesen sein. Da das Formnlar aber sich als nicht geeignet erwiesen hat
nnd deshalb Ende November seine Aenderung verfügt wurde, steht zu be-
fürchten, daß diejenigen Firmeo, die solche Anträge zu stellen beab-
sichtigten, nicht bis zum 31. 12. 21 ihre Vergütungsansprüche formge-
recht anbringen konnten. Die Frist ist daher bis zum 31. 3. 22 verlängert
worden.
Grunderwerbsteuer bei Uebertragung eines Tonausbeute-
rechtes. Nach § 6 des Grunderwerbs-St.G. tritt die Steuerpfiicht auch
ein, wenn an Grundstücken ohne Uebertragung des Eigentums ein Recht
eingeräumt wird, das dem Berechtigten ermöglicht, wie ein Eigentümer
über das Grundstück zu verfügen. Hierbei ist es nicht erforderlich, daß
er das Grundstück auch belasten und veräußern darf; es genügt, wenn
der Eigentümer seinerseits obligatorisch gebunden ist, nicht in der Weise
dinglich über das Grandstück zu verfügen. Das trifft bei Uebertragung
eines Tonausbeuterechtes für 30 Jahre mit gleichzeitigem auf 30 Jahre
befristetem Kaufangebot zn, bei dem der Kaufpreis durch das Entgelt j
für Ueberlassnng der Ausbeaterechte als beglichen gelten soll. (Urt. v.
7. 11. 21. II A 498/21.)
Kaufmannsgericht. Nach dem Gesetz vom 14. 1. 22 finden die
Vorschriften des Gesetzes betr Kaufmannsgerichte vom 6 7. 04, in der j
Fassung der Verordnungen vom 12. 5. and 29. 10. 20, auf Handlungsge-
hilfen, deren Jahresverdienst den Betrag von M 100 000 übersteigt, keine
Anwendung. Ohne Rücksicht auf den Wert des Streitgegenstandes sind
die Kaafmannsgerichte für Streitigkeiten über Antritt, Fortsetzung oder
Auflösung des Dienst- oder Lehrverhältnisses, Aushändigung, Form oder
Inhalt des Zeugnisses, sowie Erteilung, Form oder Inhalt einer Auskunft
des Arbeitgebers, über die Ansprüche auf Schadenersatz oder Zahlung
einer Vertragsstrafe wegen Nichterfüllung oder nicht gehöriger Erfüllung
der Verpflichtungen, welche die anter Nr. 1—3 des § 5 des Kaafmanns-
gerichtsgesetzes bezeichneten Gegenstände betreffen, wegen gesetzwidriger
oder anrichtiger Eintragungen in Zeugnisse, Krankenkassenbücher oder
Quittungen der Angestellten- oder Invalidenversicherung, Steuerkarten oder
ähnliche Urkunden, sowie wegen Einholung, Erteilung, Verweigerung,
Form oder Inhalt einer Auskunft des Arbeitgebers über den Handlungs-
gehilfen oder Lehrling zuständig. Das Rechtsmittel der Berufung ist
nur zulässig, wenn der Wert des Streitgegenstandes M 6000 übersteigt.
Handel und Verkehr.
Zur Frage der Fakturierung in ausländischer Währung bei
Exportgeschäften nahm vor einiger Zeit der Reichsverband des deutschen
Ein- und Aasfahrhandels wie folgt Stellang: „Die Uebermittelang der
Kurse aus Mittel- und Südamerika dauert derart lange, daß die vorhandenen
Kurssicherungsmöglichkeiten für die deutschen Exporteare versagen würden,
wenn sie ihre Faktaren in der Währung dieser Länder aasstellten. Die
Faktarierang aber in anderen Währungen, die in Deutschland regelmäßig
notiert werden, wie z. B. in Dollars, istjbei Geschäften nach diesen Ländern
nicht richtig. Denn sie würde so viele Geschäfte zerschlagen, daß im
Endeffekt für die deutsche Wirtschaft kein Nutzen, sondern vielmehr ein
Schaden entstehen würde." — Hierzu erfahren wir folgendes: Von den
Ländern Costa Rica, Panama, Nicaragua haben Panama und Nicaragua
praktisch die Dollarwährung. Bei Geschäftsabschlüssen mit Costa Rica,
dessen Währung (Colon) stärkeren Schwankungen unterworfen ist, wird
entweder in U.-S.-Dollar oder in den Währung der Exportländer (engl. Pfd.,
Doli., frz. Fr., Mark asw.) fakturiert. Die Importeare dieses Landes haben,
wie von zuverlässiger Seite berichtet wurde, nichts gegen die Fakturierung
in U.-S.-Dollar einzuwenden, sie ziehen dieselbe sogar häufig der Faktu-
rierung in Mark vor.
Die Zwangsfakturierung in Auslandswährung wird in einem
Schreiben des „Verbandes Deutsch-Brasilianischer Firmen" in Brasilien an
die Deutsche Gesandtschaft in Rio als ein wenig geeignetes Mittel zu der
so notwendigen Besserung der deutschen Handels- and Zahlungsbilanz be-
zeichnet. Zahlreiche Geschäfte mit Deutschland scheiterten daran, daß
die deutschen Exporteare jetzt Preise in Pfand Sterling nnd Dollars
forderten. Sie seien infolge amtlicher Vorschriften gezwangen, von ihren
brasilianischen Kunden sofortige Barrimesaen oder Akkreditive zn ver-
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 10 — 113
langen, worauf sich diese durchweg nicht einließen. Infolgedessen gingen
zahlreiche Aufträge an konkurrierende Firmen anderer Länder verloren,
die in der Lage wären, langfristige Kredite (wenigstens 120 Tage dato
Konnossement) einzuräumen.
Preisbildung bei Lieferungen nach der Schweiz. In einer
Sitzung des Wirtschaftlichen Beirats des deutschen Generalkonsulats in
Zürich wurde lebhaft Klage darüber geführt, daß deutsche Exportfirmen,
namentlich solche, die dort keine Vertretungen unterhalten, bei der Preis-
stellung in deutscher und ausländischer Währung zu wenig Rücksicht auf
die jeweiligen schweizerischen Preise nehmen. Es werden immer noch
Ueberforderungen bis zum doppelten Betrage der dortigen Preise und
Unterbietungen nm die Hälfte und mehr festgestellt. Als Informations-
quellen zur Festsetzung angemessener Preise sollten in erster Linie die
amtlichen deutschen Vertretungen in Anspruch genommen werden.
Gegen die neuerliehe Gütertarif-Erhöhung erhebt der Rsichs-
verband der Deutschen Industrie Protest und fordert erneut von der
Eisenbahnverwaltung, ihr Defizit durch wirtschaftlichere Gestaltung des
Betriebes zu beseitigen, statt durch fortgesetzte Tariferhöhungen den
Verkehr zu lähmen, die Geldentwertung zu verschlimmern und mit der
Steigerung aller Preise und Löhne ihr Defizit nur zu vergrößern.
Die bahnamtlichen Bollgebühren sollen aus Anlaß der fort-
schreitenden Steigerung der Selbstkosten im Fuhrgewerbe vom 22. 2. ab
entsprechend erhöht werden.
Der Gegenwert des Goldfranken im Auslandspostverkehr wird
vom 1. 3. ab auf M 44 festgesetzt.
Beim Güterversand nach Finnland sollen nach einer Mitteilung
der Handelskammer Abo die meisten deutsehen Lieferanten es versäumen,
über ihre Lieferung Gewichtsspezifikationen zu geben und eine Signierung
der Güter vorzunehmen. Da hierdurch den finnischen Empfängern oft viel
unnütze Beschwerlichkeiten entstehen, bleibt eine Wiedereinführung der
vor dem Kriege in besonderen Begleitzetteln und in Fakturen gelieferten
genauen Spezifikationen der Frachtstücke, mit genauer Angabe von Netto-
und Bruttogewicht, überaus wünschenswert.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Preise für die Ausfuhr für feuer-
feste Erzeugnisse haben eine Aenderung erfahren. — Die Ausfuhrmindest-
preise für künstliche Bimssteine nach TschechoBlowakien und den valuta-
schwachen Ländern erfahren ab 1. 3 22 eine Aendernng. — Die Mindest-
preise für die Ausfuhr von Quarzsand nach Tschechoslowakien und Deutsch-
Österreich sind mit Wirkung vom 1. 3. 22 geändert worden.
Milderung von Barten bei der Erhebung der erhöhten Aus-
fuhrabgabe. Das Beichswirtschaftsministerium und Beichsfinanzministerium
haben sich dahin verständigt, die Anwendung des alten Ausfuhrabgaben-
tarifs auch dann noch zuzugestehen, wenn außergewöhnliche Fälle recht-
zeitige Antragstellung oder rechtzeitigen Versand verhindert haben. Eine
entsprechende Verfügung des Reichskommissars soll binnen kurzem zu
erwarten sein.
Das neue Ausfuhrabgabengesetz. An der Vorlage sind seitens
der Ausschüsse des Reichsrates einige einschneidende Aenderungen vorge-
nommen worden. Für den § 1, nach dem ursprünglich alle Ausfuhrwaren
von einer Abgabe betroffen werden sollten, wurde auf Antrag Hamburgs
eine etwas lockere Fassung gewählt, die zwar die Möglichkeit einer Er-
hebung von allen Ausfuhrartikeln zuläßt, aber auch den Weg offen läßt,
für solche Artikel eine Ausnahme zu machen, die von der Abgabe zwecks
Anfrechterhaltnng der Ausfahrmöglichkeit befreit werden müssen. Die
Höhe der Tarife wurde den AuBführungsbestimmungen vorbehalten, ebenso
das System der Erhebung der Abgabe. Im § 4 wurde auf Betreiben der
Hansestädte noch die wichtige Bestimmung angenommen, daß kein Ex-
porteur eine höhere Abgabe zu zahlen hat, als sie zur Zeit des Geschäfts-
abschlusses galt. Das Plennm nahm die Beschlüsse der Ausschüsse an.
In einem am 20. 2. in der Hochschule für Politik über Aasfuhrab-
gabe, Valuta und Warenausfuhr gehaltenen Vortrage hat, wie in diesem
Zusammenhang mitgeteilt sei, Geh. Regiernngsrat Thurmann vom Reichs-
wirtschaftsministerium darauf hingewiesen, daß der neue endgültige Ab-
gabentaiif die Kalkulationsergebnisse berücksichtigen solle. Es werde an-
gestrebt, dem Exporteur die Möglichkeit zu geben, an einem bestimmten
Tage mit einem bestimmten Abgabenbetrage kalkulieren zu können. Das
würde erreicht werden, wenn für den Tarif der Tag des Verkaufsab-
schlusses und der jeweilige Valutastand zugrunde gelegt würden. Die
Regierung hoffe, einen Schlüssel zu finden, der einen gesunden Abgaben-
tarif verbürgt.
Ausfuhrverbote und Ausfuhrerleichterungen. Es besteht Ver-
anlassung darauf hinzuweisen, daß ungeachtet der Bekanntmachung vom
1. 12. 21, betr. das Verbot der Ausfuhr von Waren des 2. bis 19. Ab-
schnitts des Zolltarifs, die Ausfuhrerleichterungen (Bekanntmachungen
vom 5. 4. und 21. 10. 21 betr. die Ein- und Ausfuhr von Waren im Lager-
verkehr) nach wie vor Gültigkeit haben.
Fakturierung bei der Ausfuhr nach Estland. Ueber die
Stellungnahme der estnischen Handelskreise zu der Frage, welche Yv ährung
bei deutschen Lieferungen am zweckmäßigsten erscheine, wird uns mit-
geteilt: Kleinere Firmen, denen das Arbeiten in verschiedenen Währungen
unbequem ist, bevorzugen die Berechnung in Reichsmark und weisen
darauf hin, daß sich in Estland Reichsmarkbeträge befinden die zum Teil
noch aus der Zeit der Besetzung stammen, zum Teil aber auch heute noch
als Sparbeträge gesammelt werden. Großfirmen ziehen in den weitaus
meisten Fällen ein Angebot in Auslandswährung vor, besonders wenn
längere Lieferfristen oder KreditinanBpruchnahme in Frage kommen. Für
gleitende Preise je nach dem Stande der deutschen Valuta herrscht volles
Verständnis. Vor allen Dingen wird Wert auf Vertragstreue und längere
AngebotBfrist mit bindender Preisangabe gelegt, da der estnische Käufer
genügend Zeit haben will, um sich über das Angebot zu entscheiden und
kalkulieren zu können. Er will sich auf seinen Vertragsgegner verlassen
können. Die Forderang von Nachzahlungen auf den vereinbarten Kauf-
preis hat mehrfach Zurückziehung der Aufträge und ihre Ueber Weisung
an das feindliche Ausland, besonders Frankreich, zur Folge gehabt.
Zollbehandlung von Gestellglasröhren. Die Zolldirektion Groß-
Berlin hat letzthin eiae auch vom Reichsfiuanzministerium anerkannte
Zolltarifentscheidung getroffen, wonach Gestellglasröhren nach T.-Nr. 736
und dem Zollsatz von M 3 für 1 dz zur Verzollung zu ziehen sind.
Begründet wird diese Entscheidung in folgender Weise : Die Ware besteht
ans weißen Glasröhren mit einer lichten Weite von etwa 6 mm und einer
Wandstärke von weniger als 9 mm; sie ist aus Naturbleiglas hergestellt.
Die Röhren erscheinen zur Herstellung von Erzeugnissen der Kunstglas-
bläserei geeignet. Waren von Beschaffenheit der Proben sind nach T.-Nr. 736
— Zollsatz Jt 3 Gold für 1 dz — zollpflichtig als Glasröhren, wie sie
zur Kunstglasbläserei gebraucht werden. (Vergl. Amtliches Waren-
verzeichnis Stichwort „Glasröhren", Absatz 1, Anleitung für die Zoll-
abfertigung, Teil III, 153) Verwendungszweck: Verwendung in der
Kunstglasbläserei zur Herstellung von Glasweintrauben, Glasbehängen und
ähnlichen Erzeugnissen. Das Herstellungsland der Ware ist Deutsch-
Oesterreich. (Id.)
Die Durchführung der Zollunion zwischen Danzig und Polen
stößt auf immer größere Schwierigkeiten, die geeignet sind, das wirt-
schaftliche Leben Danzigs völlig lahmzulegen. Die polnischen Zollsätze
sind bei der Mehrzahl der nach Danzig eingeführten Artikel so kata-
strophal, daß eine große Anzahl von Deutschland eingeführten Waren bei
der Zolldeklarierung nicht angenommen werden und zurückgehen müssen.
Es stellt sich immer mehr heraus, daß bei Abschluß der Zollunion wenig
Rücksicht auf die Eigenart Danzigs genommen worden ist. Gegen die
Manipulationsgebtthren, die für die zollfrei eingeführten Waren gezahlt
werden müssen, erhebt sich immer größerer Widerspruch. Wie verlautet,
sollen diese Gebühren schon in allernächster Zeit durch die polnischen
Zollbehörden ermäßigt werden.
Spanien. Für die Wertfeststellung der Waren bei Verzollung
ad valorem war bisher maßgebend der in der Orginalfaktura enthaltene,
von der zuständigen „Lokalbehörde" beglaubigte und vom zuständigen
spanischen Konsul visierte Preis, der in der Währung des Exportlandes
gestellt sein mußte. Um den vielerlei damit verbundenen Mißständen ab-
zuhelfen und am die in dem inzwischen am 16. 2. 22 in Kraft getretenen
endgültigen Zolltarif weit häufiger als bisher zur Anwendung kommende
ad valorem Verzollung auf eine zweifelsfreie und stabile Grundlage zu
steller, ist die Wertfeststelluug durch ein Dekret vom 5. 2 in grandlegen-
der Weise nea geregelt worden. Danach soll die Wertberechuung aus-
schließlich auf Grund einer Wertliste geschehen, die für alle in
Frage kommenden Waren ausgearbeitet wird tjad alle 3 Monate vom
Generalzolldirektor und vom Finanzminister zu genehmigen ist. Die
Originalfakturen sind allerdings auch weiterhin, beglaubigt und visiert
wie bisher, den Zollbehörden zu informatorischen Zwecken vorzulegen.
Für die Aufstellung der Wertliste sind genaue Richtlinien gegeben Von
besonderer Wichtigkeit ist die Bestimmung des Artikels 7, wonach die
festgesetzten Werte von den Zollbehörden in Gold zum Tageskurse um-
zurechnen sind, bevor die Zollbeträge errechnet werden. Dies entspricht
der Billigkeit, da die Zölle in Gold zu entrichten sind. Nach den Aus-
ftthrungsvorschriften treten die gegenüber dem bisherigen Zustande nur
wenig abgeänderten neuen Vorschriften über die Dokumentation der ein-
zuführenden Waren (Originalfaktura beglaubigt von der „Lokalbehörde"
und visiert vom spanischen Konsul, nebst Kopie) sofort, d. h. am 5. 2. 22
in Kraft, während bis zur Fertigstellung der neuen Wertliste die Er-
rechnung der Zollbeträge noch nach dem alten System zu erfolgen hat.
Ungarn. Das Zollaufgeld ist durch eine Verordnung vom 2 1. 22
wie folgt geregelt worden : Es sind drei Listen, A, B und C, aufgestellt
worden, für deren Waren ein Zollaufgeld von 1100 °/0 bzw. 3900 % bzw.
7900% zu entrichten ist. Für alle übrigen Waren, die nicht in diesen drei
Listen genannt sind, beträgt das Zollaufgeld 11 900% bzw. das
120 fache. Die Erzeugnisse unserer Industrien verteilen sich auf die
3 Listen wie folgt:
A -Liste 1100 °/0 Zollaufschlag.
T.-Nrn. 146 b Gips, gebrannt, von 146 b Schwerspat (Baryt, schwefel-
sauerer, natürlicher), gemahlen, geschlämmt, 147 b Schmirgel, gekörnt, ge-
mahlen, geschlämmt, 148 b Farberden, gebrannt, gemahlen, geschlämmt,
gepreßt, 368 Glasmasse, Emaille und Glasurmasse, gemahlenes Glas (Glas-
staub), 375 Spiegel- und Tafelglas, nicht bes. ben, roh, ungeschliffen,
nicht toliert, nicht gemustert, nicht belegt, nicht gefärbt, von '377 Orna-
ment- and Kathedralglas, 379 Drahtglas (gegossene Tafeln oder Platten
mit Drahteinlagen ; vordem i. d. höchsten Kategorie eingereiht.), 381
Optisches Glas, roh, nicht zu Linsen geschliffen, in Stücken, Tafeln oder in
Linsenform, gegossen, gepreßt oder geschnitten, auch angeschliffen, weiß
oder farbig, 392 Feuerfeste Steine ans Qaarzit in Ziegelform, behauen
oder gesägt, 398 Wärme Schutzmassen aus Kieseigahr, 598 f Fiaßsäure,
599 d Soda, roh oder kristallisiert, von 599 f Soda, kalziniert.
B.-Liste 3900% Zollaufschlag.
T.-Nrn. 369 Glasstengelchen, Glasplättchen und Glasröhrchen ohne
Unterschied der Farben (wie solche zur Perlenbereitung, Kunstglaserei
nnd Knopffabrikation gebraucht werden), 370 Hohlglas, gemeines, ^d. i.
ungeschliffen, angemustert, unabgerieben, umgepreßt, 371 Hohlglas mit
nur eingeriebenen Stöpseln oder abgeschliffenen Böden oder Rändern,
373 Glaskolben, 374 Gepreßtes oder massives Glas, nicht bes. ben.,
403 Natürliche Schleif- und Wetzsteine, 404 Künstliche Schleif-
und Wetzsteine, auch in Verbindung mit Höh, Eisen oder anderen un-
edlen Metallen, 413 Ziegel, feuerfeste, 420 Retorten, Schmelztiegel, Muffeln,
Kapseln, Düsen, Rührscheide und dergl. technische Artikel, 421 Gewöhn-
liches Töpfergeschirr nnd nicht bes. ben Waren, 422 Gemeines Steinzeug,
schwarzes Grafitgeschirr, gewöhnliches Töpfergeschirr, aus gemeiner, sich
farbig brennender Tonerde, 423 Isolation und Montierungsbestandteile für
elektrotechnische Zwecke, nicht in Verbindung mit anderen Materialien,
442 b — 1 Porzellan, weiß, 425 a — 1 nnd b. 1, Tonwaren nicht bes. ben., Stein-
gutwaren für technische und hygienische Zwecke, soweit sie nicht zu
Nr. 423 gehören, einfarbig, von 542 Lampen, elektrische (Bogen-, Glüh-
nnd dergl. Lampen), montierte Fassangen m elektrischen Lampen, mon-
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1922. (55. Jahrgang,)
tierte Glaskörper für elektrische Lichterscbeinungen, 575 a Optische
Instrumente, Zwicker, Brillen, Lorgnetten nnd andere Augengläser in
Fassung, mit Ausnahme von solchen ans Edelmetallen nnd aus Perlmutter,
Schildplatt nnd Elfenbeinfassnng (echt oder imitiert), 599 b n. c Glauber-
salz (Natriumsulfat), Pottasche, Wasserglas, festes, von 599 f Soda,
kalziniert, Wasserglas, flüssiges, 599 i Doppelkohlensaures Kali und Natron,
Borax, raff.
C.-Liste 7900 °/0 Zollaufschlag.
Von T.-Nr. 382 Gläser für Brillen, geschliffen.
Einfuhrfreiliste.
T.-Nrn. 338 Glasmsterial, Emaillematerial und Gläsfarben, gemahlenes
GlaB (Glasstaub). 369 Glasstäbchen usw., 388 Von a u. b. Nicht bes. ben.
Glas- und Emaillewaren mit Kautschuk, Leder, Eisen oder von unedlen
Metallen hergestellt, in Verbindung mit vernickelten Bestandteilen usw. ,
mit Ausnahme von Christbaumschmuck und Spielwaren, 392 Feuerfeste
Steine oder Qaarzit, ziegelartige, geschnitzt oder gesägt, 407 Schmirgel-
leinwand, Schmirgelbänder und derartige Schmirgelartikel, von 481 Email-
liertes, gegossenes Eisengeschirr, 656 Bei Glasfabrikation vorhandene Ab-
fälle aus dem Auslaßtopfe, abgelaufenes unreines Glasmaterial, Glassplitter.
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Die neuen Kohlenpreiserhöhungen. In der gemeinschaftlichen
Sitzung des Reichekohlenverbandes und des Großen Ausschusses des Reichs-
kohlenrates wurden im Anschluß an die Lohnerhöhungen wesentliche Er-
höhungen der Brennstoffpreise beschlossen. Die hauptsächlichen Preis-
erhöhungen sind (je Tonne ohne Steuern) : Ruhrrevier M 106 (Fettförderkohle),
Sachsen Jt 158,80 (durchschnittlich), Niederschlesien Jt 140,60 (durch-
schnittlich), rheinische Brauskohle: Biiketts M 71,13, Rohkohle M 19,21;
mitteldeutsche und ostelbische Braunkohle: Briketts Jt 87, Rohkohle
Jt 22,50.
Ende September Dezember Februar
1913 1921 1921 1922
Fettförderkohle . . 12,— 253,90 405,10 468,10
Nußkohle I und II . 14,25 340,50 545,50 630,90
Anthrazit Nuß II . . 24,75 418,20 671,50 777,10
Brechkoks I und II . 31,25 440,60 705,30 815,70
Steinkohlen-Briketts I 13,— 367,60 587,40 685,10
Braunkohle, roh . . 8,35 — 248,70 421,40
Die vorstehende Aufstellung gibt die bisher geltenden Preise für die
genannten Kohlensorten an, allerdings einschließlich der bis dahin 20%
Kohlen st euer und der l1/? % Umsatzsteuer. Die Preise sind also mit den
genannten Preiserhöhungen (ohne Steuern) nicht ohne weiteres zn kom-
binieren.
Die Lage der Keram- nnd Glasindustrie im Monat Januar.
Die Beschäftigungslage der feinkeramischen Industrie war gekenn-
zeichnet durch allgemeine Verteuerung der Gestehungskosten. Mangel
an Rohmaterial wie Kohle und starke Verkehrsschwierigkeiten beein-
trächtigten eine regelrechte Betriebsführung aufs äußerste — mehrere
Fabriken mußten infolge Brennstoffmangels ihren Betrieb einstellen bezw.
verkürzt, arbeiten. Die Verteuerung der Einfuhr einiger wichtiger aus-
ländischer Rohstoffe (Kaolin nnd norwegischer Feldspat) infolge der Valuta-
Verhältnisse wirkt auf das ganze Gewerbe zurück, ebenso wie die er-
folgten Lohnerhöhungen (einige Fabriken zahlten ab 1.1.22 25% und
mehr Zuschlag auf die Dezemberlöhne). Bei dieser mehrfachen Belastung
muß auf die Dauer die deutsche Wettbewerbsfähigkeit auf dem Auslands-
markt leiden. Die Handelskammer Coburg weist darauf hin, daß heute
schon viele AuslandBfabriken die deutschen Erzeugnisse im Preise unter-
boten haben. Nach dem Bericht der Münchener Handelskammer ist ein
Rückgang der Nachfrage nnd Auftragseingänge zn verzeichnen. Immer-
hin ist im allgemeinen noch reichlicher Absatz im In- und Ausland vor-
handen nnd es besteht ein Ausdehnungsdrang der verschiedenen Industrie-
zweige. Der Beschäftigungsgrad in der Porzellangeschirr - Industrie
ist noch zufriedenstellend. Aufträge liegen noch in ausreichendem Maße
vor, ihre schnelle Erledigung stößt auf die oben geschilderten allgemeinen
Schwierigkeiten. In der Sanitäts- Steingut-Industrie kann der
Nachfrage, hauptsächlich seitens des Auslandes, noch immer nur schwer
genügt werden. Elektroporzellan ist nach wie vor sehr begehrt;
vielfach ist aber schon, wie die Handelskammer Bonn betont, ein
Abflauen der Konjunktur bemerkbar. Die Fabriken sind mit Auf-
trägen noch gut versehen; es wird Über gegenseitige Preisunterbietungen
geklagt, obwohl sich eine Steigerung der Preise kaum aufhalten
lassen wird. Nach dem Bericht der Handelskammer Coburg hat
sich die elektrotechnische Porzellanindustrie für Niederspannung im
dortigen Bezirk gegen Ende des Jahres wieder etwas erholt. In der
Luxusporzellan indubtrie entspricht der Beschäf tigun gsgrad dem
bisherigen Durchschnitt. Der Eingang der Aufträge war schleppend. In
den westlichen Gebieten ist, wie die Handelskammer Coburg bemerkt, eine
Belebung des Geschäfts zn erkennen, wohl wesentlich nur deshalb, weil
eine Verschleuderung der Ware nach dem Ausland erfolgt. In der
Porzellanspielwaren indnstrie scheint sich das Geschäft am Jahres-
schluß bedeutend gebessert zu haben ; es liegen Auftragsbestände für einige
Monate vor. Das Auslandsgeschäft war aber bisher nicht bedeutend. In
der Induetiie für Porzellanpuppenköpfe hat nach dem Beiicht der
Handelskammer Coburg am Eode des Jahres ein unnatürlich großes Geschäft
infolge von Spekulatiuuskäufen der Ausländer eingesetzt. Der Absatz an
Mosaikplatten hat im Jannar wie alljährlich etwas nachgelassen.
Das Auslandsgeschäft hielt sich im bisherigen Umfang. Die Lage der
Kachelof enindustrie wird als recht günstig hingestellt, die Betriebe
haben noch zahlreiche Aufträge.
Die BeBchäftigungBlage in der Glasindustrie hat im Januar 1922
etwas, jedoch im ganzen nur schwach, nachgelassen. Trotzdem der Bedarf
im allgemeinen ziemlich stark ist, bewerten die an das Reichs-Arbeitsblatt
berichtenden Firmen die Aussichten wohl hauptsächlich infolge der allge-
meinen Verteuerung der Betriebs- und Mateiialaosten, des häufigen Mangels
an Rohmaterial (Sand, Soda, Pottasche) und Brennstoffen, nicht als sehr
günstig. Es ist bereits zn Betriebseinstellungen wegen vollständigen
Ausbleibens notwendiger Brennstoffe gekommen. Weiter wird geklagt über
Mangel an Transportmitteln; häufige Gütersperren verursachten schwere
/Verluste und Absatzstockungen. Infolge starker Grippeerkrankungen fehlte)
es bei einigen Fabriken an Arbeitskräften, nicht selten mußten die nicht
erkrankten Arbeiter zu Ueberschichten herangezogen werden. Für
Fensterglas gingen nach dem Bericht der Handelskammer Bonn neue
Aufträge kaum mehr ein; selbst Annullierungen sind erfolgt Trotz des
ruhigeren Geschäftsgangs ist die Lage als günstig anzusprechen ; es liegen
noch Aufträge für die nächste Zeit vor. Der Mangel an Tafelglas ist in
den meisten Gegenden noch nicht behoben; die ständigen Produktions-
hemmnngen durch Kohlen- nnd Rohstoffmangel wie Lohnstreitigkeiteu
lassen nur unzureichende Ablieferungen zu. Die Ausfuhr ist zurück-
gegangen, wahrscheinlich wegen des starken Wettbewerbs Belgiens und
Tschechoslo wakiens. Der Absatz von Hohlglas nach dem In- und
Ausland war teilweise recht lebhaft. Die Ausfuhr von B eleu chtungs
glas hat etwas nachgelassen, Preßglas dagegen wurde in verstärktem
Maße ausgeführt und auch für Kelchglas blieb der Auslandsmarkt
aufnahmefähig.
Abessinien. Günstige Absatzmöglichkeiten bieten sich für
Porzellan-, Steingut- und Glaswaren.' Deutsche Erzeugnisse haben sich
von jeher großer Beliebtheit erfreut. Eine einheimische Indnstrie ist so
gut wie keine vorbanden. Mit der Abwicklung der Geschäfte ist zweck
mäßigerweise eine Vertreterfirma zu betrauen, der das nötige Werbe- und
Mustermaterial zur Verfügung zu stellen ist. Die Zahlungsbedingungen
sind so zu vereinbaren, daß eine Teilzahlung von 20—25 °/0 bei Auftrags
erteilung geleistet wird, während der Rest gegen Aushändigung der
Dokumente an die Bank of Abyssinian durch diese beglichen wird. Die
Ueberweisung erfolgt zumeist in französischer oder englischer Währung,
Belgien. Die vorübergehend günstige Lage der Glasindustrie
scheint nicht allenthalben von Dauer zu sein. Vor einigen Wochen wurde
die Arbeit in den Glasfabriken St. Laurent in Manage wieder aufgenommen
kürzlich mußte indessen den Arbeitern eröffnet werden, daß sie mit baldiger
Entlassung zu rechnen hätten, falls keine neuen Aufträge einkämen. In
der Flaschenindustrie gehen die Aufträge aber regelmäßig ein. Dasselbe
ist von der Trinkglasindnstrie zu sagen. In Merzem-lez-Anvers beab-
sichtigt man, demnächst einen neuen Ofen für die Flaschenindustrie in
Betrieb zu setzen. Im ganzen ist die Lage noch so, daß trotz zahlreiche!
Wiederbeschäftigung Arbeitsloser eine nicht unbeträchtliche Anzahl von
belgischen Glasarbeitern vorgezogen hat, nach Holland abzuwandern, wdj
sie in einer Ampullenfabrik Beschäftigung gefunden haben.
Geschäftliche Mitteilungen.
Wittener Glashütten, A.>G., i. Liqu., Witten. Nach der Schluß-
rechnung per 31.12. 21 beträgt der Ueberschuß M 1363008. Hieranil
sind durch die dritte Rückzahlungsrate bereits M 750000 bezahlt. Ea
verbleiben somit als Liquidationsschlußquote noch .A 613008 oder M 613
je Aktie.
Beinstrom & Pilz, A.-G., Schwarzenberg. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschluß vom 30.9.21: Reingewinn Jt 743 056 (299 889);
Dividende 11% (12 %); Abschreibungen Jt 50000 (40932). — Die a. o.
G.-V. beschloß des weiteren die Kapitalserhöhung um Ji 2,5 Mill. aul
M 10 Mill. Die neuen, ab 1. 10. 21 dividendenberechtigten Aktien werden
von der Commerz- und Privatbank, A.-G., Filiale Leipzig, zum Kurse von
200% mit der Verpflichtung übernommen, sie den bisherigen Aktionären
zum Kurse von 210 % im Verhältnis 3 : 1 anzubieten. Wie der Vorstand]
berichtet, sichern die vorliegenden Aufträge auch für die nächste Zeit
eine ausreichende Beschäftigung, wobei die in- und ausländischen Aufträge
im gleichen Verhältnis stehen. Durch den Zusammenschluß der Emaillier
werke sei ein günstiger Einfluß auf den Geschäftsgang eingetreten..
Euling & Mach, Gips- und Gipsdielen-Fabriken, A.-G., Ellrich a. H.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 9. 21: Reingewinn Jt 635 471
(691797); Dividende 15% (16); Abschreibungen Jt 79947 (78 169). ■§
Dem Aufsichtsrat gehören jetzt an: Fabrikant L. Deibel, Rentner 0. Krug,
Generaldirektor W. Kain, Generaldirektor C. Edling, Direktor M. Schiebet
Geschäftsübergang. Die zur Auflösung gelangte Firma Schneider
& Stürmer, Nürnberg, ist zum Teil von der neugegründeten „Intexim*
Internationale Ex- und Import- Gesellschaft m. b. H., Nürnberg, Kaulbach-
platz 7, übernommen worden. Die Gesellschaft, die von Anfang an über
eine Reihe ausländischer Niederlassungen verfugt, wird 'sich insbesondere
auch mit dem Export keramischer Erzeugnisse befassen. Das Stamm-
kapital beträgt vorerst Jt 1,5 Mill. Alleinvertretungsberechtigt für
Deutschland ist Direktor. Gerhard Schneider.
Das Konkursverfahren ist über das Vermögen der Firma Benz &
Delik i. Liqu., Berlin- Wilmersdorf, eröffnet worden. Konkursverwalter:
Hermann Hinrichsen, Charlottenburg, Pestalozzistraße 57 a. Anmelde-
frist: 22. 3. 22; Erste Gläubigerversammlung und Prüfungstermin:
31. 3. 22, 11 Uhr v., Amtsgericht Charlottenburg, II. Stock, Zimmer 254
Offener Arrest mit Anzeigepflioht : 22. 3. 22.
Konkursverfahren Porzellanfabrik Peterwitz, G. m. b. H., Peterwitz :
Prüfungstermin für nachträglich angemeldete Forderungen 21. 3. 22,
12 7s Uhr n., Amtsgericht Frankenstein.
Konkureverfahren Ofen- und Töpfermeister Paul Reichel, Franken,
stein: Prüfungstermin für nachträglich angemeldete Forderungen 21. 3. 22,
11 7< Uhr v., Amtsgericht Frankenstein.
General -Versammlungen.
Fttrstenberger Porzellanfabrik, Fttrstenberg a. W. : o. G.-V. 25. 3. 22,
2 7s Uhr n., Hildesheimer Bank, Hildesheim. T.-O.: u. a. Kapitalser-
höhung muH Mill. Inhaberaktien auf j& 2 Mill.
Meißner Ofen- und Porzellanfabrik, vorm. C. Teiohert, Meißen :
o. G.-V. 27. 3. 22, 3 7„ Uhr n.. Fabrikgebäude, Meißen. T.-O. : u. ».
Kapitalserhöhung um M 2,5 Mill. Stamm- und Jt 0,2 Mill. Vorzugsaktien.
1922. (5&. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 10 — 115
Porzellanfabrik Tirschenreuth, A.-G., Tirschenreuth : o. G.-V. 20. 4. 22,
3»/i Dhr n., Beyer. Notariat, Mönchen V.
Sächs. Steinzeug- und Schamotte- Werk, vorm. Hugo Wießner, A.-G ,
Beiersdorf: o. G-V. 26. 3. 22, 5 Uhr n., Ratskeller, Grimma.
Steinguifabrik Colditz, A.-G„ Colditz : o. G.-V. 28. 3. 22, 4 Vi Uhr n.,
Hotel Hauffe, Leipzig. „ ,
Arloff er Tonwerke, A.-G., Arloff: o. G.-V. 28. 3. 22, 1 Vi Uhr n., Hotel
Hillebrand, Münstereifel.
Greppiner Werke, Greppin: o. G.-V. 18.3. 22, 9 Uhr v., Geschäfts-
räume, Greppin.
Glas- und Spiegel-Manufaktur, Gelsenkirchen-Schalke: o.-G.-V. 25. 3. 22,
11 Vi Uhr v., A. Schaffhausen'scher Bankverein, Köln.
Erste Darmstädter Herdfabrik & aisengießerei Gebrüder Boeder,
A.-G., Darmstadt: o. G.-V. 18. 3. 22, 10 Uhr v., Deutsche Bank,
Filiale Darmstadt.
Stanz- und Emaillirwerke, vorm. Carl Thiel & Söhne, A.-G., Lübeck:
o. G.-V. 25. 3 22, 11 Uhr v., Lübecker Privatbank, Lübeck.
Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar : a. o. G.-V. 18. 3. 22, 9 Vi Uhr
v., Hauptveiwaltnngsgebäude, Wetzlar. T.-O: Statutenänderungen.
Messen und Ausstellungen»
Für das gesamte Ausstellungsgebiet der Deutschen Gewerbe«
schau München 1922 sind 20 Zalassungsstellen eingerichtet worden,
welche die Aufgabe haben, alle Ausstellungsgegenstände der in ihrem Ge-
biet grundsätzlich zugelassenen Firmen in technischer und geschmack-
licher Beziehung zu prüfen und auszuwählen. Um von der bisher durch-
geführten ZulaBSungstätigkeit der einzelnen Stellen ein Bild zu gewinnen
und znm Zwecke des gemeinsamen Meinungsaustausches der Zulassungs-
stellen ist eine Versammlung der Vorsitzenden der Zulassungsstellen auf
den 11. 3. nach München einberufen worden.
Die Zollstellen sind eimächtigt worden, die Ein- und Wiederausfuhr
von Waren zur Deutschen Gewerbeschau ohne Ein- bezw. Ausfuhrbewilli-
gung zuzulassen, sofern sie unter Zoll aufsieht auf ein Münchener Zollamt
abgefertigt werden während ihres Verbleibs in Deutschland im Vormerk-
verfahren unter Zoüaufsicht bleiben und binnen zwei Monaten nach
Schluß der Veranstaltung wieder ausgeführt werden. Die Wiederausfuhr
muß der betreffenden Zollstelle gegenüber sichergestellt werden.
Die 2. Niederrheinische Messe Wesel 1922 findet vom 20. bis
24. 4. mit Unterstützung der Niederrheinischen Handelskammer Duisburg,
Zweigstelle Wesel, statt. Die Leitung hat in diesem Jahre besondere
Vorkehrungen getroffen, die einzelnen Gruppen so übersichtlich wie mög-
lich zu ordnen, um dadurch den Einkäufern jede Erleichterung zu bieten.
Die vorjährige Herbstmesse war von rund 1000 Ausstellern beschickt
worden.
Die Mitteldeutsche Ausstellung 1922 Magdeburg, die alle dem
Wiederaufbau dienenden Gebiete vor Augen führen soll, findet vom Juni
bis September einschließlich statt,
Die erste Ueberseewoche Hamburg wird in der Zeit vom 17. bis
27. 8. 22 veranstaltet. ,
Beichenb erger Messe (12.— 20. 8. 22.) Wie uns die Messeleitung
mitteilt, lassen die vorliegenden Anmeldungen eine rege Beschickung aus
Industriekreisen erwarten. Zur Behebung von Zweifeln weist das Messe-
amt des weiteren darauf hin, daß die von den Ausstellern ausgefertigten
Voranmeldungen bezüglich einer Platzbestellung nicht verbindlich sind.
Diesbezügliche Wünsche müssen in dem offiziellen Anmeldeschein zum
Ausdruck gebracht werden. Die endgültige Einteilung wird erst auf
Grund des Gesamtergebnisses s der Anmeldungen, d. h. nach Ablauf des
Anmeldetermins, vorgenommen.
Schweden. Die 2. Bau-Ausstellung Stockholm 1932, die in den
Tagen vom 30.4. bis 13.5. stattfindet, ist in erster Linie für schwedische
Rohstoffe und Fabrikate bestimmt. Es ist jedoch die Beteiligung von
ausländischen Ausstellern, die in Schweden nicht oder jedenfalls nicht so
gut hergestellte Waren und Mateiialien darbieten würden, im Gegensatz
zum Vorjahr zugelassen nnd erwünscht. Interesse soll u. a. für Küchen-
einrichtungen (Auf waschschränke, Spültische) bestehen. Interessenten
wollen sich mit dem Ausstellungsreferenten des Kommerzkollegiums: Ing.
Petrus Wretblad, Teknisk Konsulent a Kungl. Kommer skollegij Industrie-
byra, Stockholm, unmittelbar in Verbindung setzen.
Soziale Bewegung.
Absetzung von Betriebsratsmitgliedern. Seitens einzelner
Betriebsräte ist der Versuch gemacht worden, Betriebsratsmitglieder, die
auf Antrag des Arbeitgebers durch den Sehlichtungsausschuß abgesetzt
waren, sofort zur Neuwahl wieder aufzustellen und hierdurch den Spruch
des SchlichtungsausBChusses illusorisch zu machen. Das Beichsministerium
hat zu diesem Tatbestand nunmehr Stellung genommen und die Ansicht
vertreten, daß derartige Betriebsratemitglieder mindestens für die Dauer
der Wahlperiode des Arbeiterrates (das heißt auf 1 Jahr) von der Wieder-
wahl auszuschließen seien.
Ueberstunden. Verschiedentlich sind Betriebe, die ohne Erlaubnis
Ueberstunden gemacht oder angeblich gemacht haben sollen, angezeigt
worden. Die örtliche Polizeibehörde hat daraufhin den Fall klarstellen
lassen. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß auf Grund der Aus-
führungsverordnung zur Gewerbeordnung Polizeiorgane, die äußerlich als
solche erkennbar sind, Revisionen von gewerblichen Anlagen nicht vor-
nehmen dürfen. v
Verbände.
Der Verband süddeutscher Scbamottewerke wurde letzthin mit
dem Sitze in Stuttgart gegründet. Es besteht die Absicht eines korpo-
rativen Anschlusses an die norddeutschen Konventionen. Der Zweck der
süddeutschen Vereinigung, die sich auf Baden, Württemberg und Bayern
rechts des Rheins erstreckt, ist vor allem Regelung der Preisfrage, Fest-
setzung einheitlicher Lieferungsbedingungen und Verständigung über die
Lohnfragen.
Der Verband Deutseber EmalUierwerbe hat den Aufschlag für
Emailgeschirre für Kistensendungen im Inlandsgeschäft auf 2080 %
festgesetzt.
Büchersohau.
Die Technik der elektrischen Meßgeräte. Von Dr Ing. Georg
Keinatb. Mit 372 Textabbildungen. München und Berlin 1921. Verlag
R. Oldenburg. Preis M 116—, geb. JC 126,—.
Wir leben im Zeitalter des Messens; das ist ganz erklärlich, denn
genau genommen heißt messen Wirtschaft treiben mit allem, was Energie
entwickelt, und bei allem, was solche erfordert, und wir müssen heute
wirsrhaftlich arbeiten ! Die letzten Dezennien und besonders die Kriegs-
und Nachkriegszeit vergrößerten diese Notwendigkeit, was wieder eine sehr
weitgehende Ausgestaltung der Meßmethoden und Vervollkommnung der
Meßgeräte zur Folge hatte. Von den letzteren haben sich namentlich die
elektrischen Meß-Apparate wegen ihrer großen Genauigkeit und Sicherheit
eingeführt, und so verfügen denn heute Wissenschaft und Technik über
eine stattliche Anzahl feinster elektrischer Meßgeräte.
Der Verfasser gibt nun in seinem Buche eine Zusammenstellung und
Beschreibung der vorwiegend in der Technik verwendeten elektrischen
Meßinstrumente, und zwar ist dabei der Erläuterung ihrer Bauart ein
breiterer Baum gewidmet als theoretischen Betrachtungen. Das Buch
enthält folgende Abschnitte: I. Allgemeine Eigenschaften elektrischer
Meßgeräte, II. Schreibende Meßgeräte, III Beschreibung der Meßwerke,
IV. Zubehör zu Meßinstrumenten, V. Meßmethoden. Als praktisch tätiger
Spezialist konnte der Verfasser aus dem Vollen schöpfen und dabei kritisch
eichten und sich auf Erprobtes beschränken; als Praktiker legt er bei
einem technischen Meßinstrument vor allem Wert auf Betriebssicherheit
und Zuverlässigkeit, ohne dabei die Genauigkeit zu vernachlässigen, deren
Grenzen in ihrer Abhängigkeit von den verschiedenen Faktoren bei den
verschiedenen Geräten erörtert werden. Von den beschriebenen Instrumenten
sind in der Keram- und Glasindustrie nur einige in Gebrauch, und davon
interessieren uns besonders die Geräte für die Temperaturmessung, denen
ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Die Darstellung ist im allgemeinen
klar und wird durch viele Abbildungen und Diagramme unterstützt. Wir
empfehlen das treffliche Buch allen Interessenten mit entsprechender Vor-
bildung aufs beste.
Die Kachel- nnd Töpferkunst. Monatshefte für keramische Kunst.
Hauptschriftleitung Gustav Gericke, Velten i. M. ; Verlag Albert Lüdtke,
Berlin SW. 29. Bezugspreis: Vierteljährlich 30 M, Jahresabonnement
80 — ; Einzelheft 10 jft.
Von dieser neuen Zeitschrift liegt das erste Heft vor, und man
muß sagen, in jeder Beziehung äußerlich und innerlich ohne Tadel. Der
sie ins Leben rief, steht schon lange in der vordersten Reihe der Kämpfer
um die „Qualität", und diesem Streben gilt nun auch die Zeitschrift,
die den Werkbundgedanken verbreiten will: „Kunst, Industrie und
Handwerk Bollen im engsten Zusammenwirken deutsche Wertware schaffen."
Daß eine derartige Zeitschrift ein Bedürfnis ist, kann nicht geleugnet
werden, denn es ist mehr wie merkwürdig, daß die hochentwickelt«
deutsche Keramik kein Organ hat, das der ästhetischen Seite, der Kuntt
in ihr gewidmet ist. „Die Kachel- und Töpferkunst" will und wird diese
Lücke ausfüllen; wir zweifeln nicht daran und wünschen es aufrichtig.
Möge sie dabei die Unterstützung derjenigen finden, für die es heute mehr
denn je Ehrenpflicht sein sollte, Bestrebungen, die auch auf die Hebung
der künstlerischen Qualität in der Keramik hinzielen, ihre Mitwirkung
nicht zu versagen.
Kommentar zum Gesetz, betr. die Gesellschaften mit beschränkter
Haftung. Nebst Anhang: Das österreichische Gesetz über die Gesell-
schaften m. b. H. Von Justizrat Dr. Liebmann, Frankfurt a. M. Sechste,
gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Berlin W. 57, 1921.
Verlag von Otto Liebmann.
Dieser in der Praxis der Gesellschaften mit beschränkter Haftung,
dem Wirtschaftsleben, bei Juristen und Gerichten längst eingebürgerte
Kommentar war lange Jahre vergriffen, Es ist daher sehr zu begrüßen,
daß er nunmehr in sechster, gänzlich neubearbeiteter und nahezu den
doppelten Umfang erreichender Auflage soeben neu erschienen ist. Der
Kommentar löst erschöpfend alle Zweifelsfragen des Gesetzes unter völliger
Beherrschung der wissenschaftlichen Lehre und restloser Erfassung der
Rechtsprechung. Da das österreichische Gesetz dem deutschen völlig
nachgebildet ist, dient das Buch zugleich als ein Kommentar für die
österreichische Praxis. Aus der Praxis für die Praxis geschöpft, wird es
jedem Interessenten als Führer willkommen sein, zumal eiae andere neue
gründliche Bearbeitung des Gesetzes zur Zeit überhaupt nicht vorliegt.
Klare Druckanordnung und ein sehr eingehendes Sachregister erleichtern
auch dem Laien den Gebrauch des Buches, das besonders bei Neugründungen
und Umwandlungen sehr schätzenswerte Dienste leisten dürfte.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G., Berlin. Die Prokuristen
Wilhelm Schmidt, Dr. Adalbert Zöllner und Dr. -Ing. Ernst Rosenthal sind
auch in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Werra Porzellanfabrik, A-G., Bremen. Dem Aufsichtsrat gehören
jetzt an: Dr. G. v. Euchen-Addenhausen, Vors., Bankier G. H. Bohlken,
stellv. Vors., Kaufmann K. Warnecke.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G, Fraureuth. Die Kapitalserhöhung
um oft 4,25 Mill. Stamm- nnd M 0,35 Mill. Vorzugsaktien auf M 11,35 Mill.
iBt erfolgt. Ausgabekurs 350 bezw. 100 °/0.
Oberfränkische Porzellanfabrik Vates & Co., Marktleuthen. Die
Kaufleute Franz Baithel und Max Fröhlich sind als persönlich haftende
Gesellschafter eingetreten. Ein weiterer Kommanditist ist beteiligt.
Allein. vertretungsbefugt sind Otto Henze, Franz Raithel und Max Fröhlich.
116 - Nr. 10 SPKECHSAAL- COBURG»,
Porzellanfabrik Wilhelm Lange, Neohaldensleben. Inhaber ist Kauf-
mann Wilhelm Lange.
Hermann Ohme, Nieder-Salzbrnnn. Fabrikdirektor Georg Seiler hat
Gesamtprokura.
Porzellanmalerei Schirmitz -Weiden J. Wittmann & Co., G. m. b. H.,
Schirmitz. Bemalung von Gebrauchsporzellan und Vertrieb desselben.
Stammkapital : Jt 20 000. Geschäftsführer ist Porzellanmaler Johann
Wittmann.
Kunstfayencefabrik Isedor Poppert, Berlin. Inhaber ist Kaufmann
Isedor Poppert.
Karlsruher Kunst-Keramische-Manufaktur, G. m. b. H., Karlsruhe.
Die Liquidation ist beendet, die Firma erloschen.
Kröninger Tonwaren-Industrie, G. m. b. H., Landshut. Herstellung
und Handel mit Gebrauchs- und Kunsttonwaren, ferner Handel mit Ton-
erde. Stammkapital: Jt 50 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Josef
Maier.
Tonwarenfabrik Germania,' G. m. b. H , Lugknitz. Die Gesellschaft
ist aufgelöst. Liquidator ist Kaufmann Sally Teitelbaum.
Habedank & Co., Colonie Tschöpeln. An Stelle des verstorbenen
Töpfereibesitzers Friedrich Habedank ist dessen Alleinerbin, Töpferfrau
Helene Lehmann, geb. Habedank, als persönlich haftende Gesellschafterin
eingetreten. Ferner ist Töpfer Max Lehmann als persönlich haftender
Gesellschafter eingetreten. Max Lehmann ist allein vertretungsbefugt.
Keramische Werke Ofistein & Worms, A.-G., Worms. Direktor
Jakob Malmendier hat Gesamtprokura.
Freienwalder Ofenfabrik, G. m. b. EL, Freienwalde a. 0. Stamm-
kapital : Jt 25 000. Geschäftsführer sind Töpfermeister Georg Schulz
und Kaufmann Fritz Matthees. Sie sind nur gemeinschaftlich vertretungs-
befugt.
Gösener Tonwerke, G. m. b. H , Eisenberg. Ing. Heinrich Becker
hat Geaamtprokura,
Hainsberger Tonwaren- und Schmelztiegel-Werke W. Lorenz, Hains-
berg. Ein Kommanditist ist ausgeschieden, dessen Einlage ist auf einen
anderen Kommanditisten Ubergegangen.
Sendlinger optische Glaswerke, G. m. b. H. Zehlendorf-Wannseebahn.
An Stelle des ausgeschiedenen Dr. phil. Georg Gehlhoff wurde Kaufmann
Paul Ponge zum Geschäftsführer bestellt. Dr Friedrich Eckert hat
Gesamtprokura.
Max Kray & Co.-GlasinduBtrie Schreiber, A.-G., Zweigniederlassung
Fürstenberg a. 0 Die Prokura des Dr.-Ing. Alfred Kray ist erloschen.
Kaufmann Felix Bauschke hat Prokura mit einem Yorstandsmitgliede.
Glasfabrik und Holzwerk, Ernst W. Müller, Grösdorf bei Kipfenberg
Betriebsleiter August Kalb und Buchhalter Bernhard Centini haben.
Gesamtprokura.
August Walther & Söhne, A.-G., Moritzdorf. Die Kapitalserhöhung
um Jt 2,5 Mill. Stammaktien auf M 5,5 Mill. ist durchgeführt. Aus-
gabekurs 182 */»%'
Gräflich Schaffgotsch'sche JoBephinenhütte, Schreiberhau. Die Prokura
des Hüttendirektors Budolf Hohlbaum ist erloschen.
Vereinigte Lausitzer Glaswerke, A.-G., Zweigniederlassung Berlin.
Die Zweigniederlassung ist erloschen.
„Splendid" Vakuumflaschen-Gesellschaft m. b. H , Berlin. Herstellung
und Vertrieb von Vakuumflaschen. Stammkapital: Jt 100000. Ge-
schäftsführer sind die Kaufleute Louis Oppenheimer, Albert Strauß und
Paul Mittelbacb. Sie sind nur gemeinsam zu je zweien oder einzeln in
Gemeinschaft mit dem Prokuristen Berci Both vertretungsbefugt.
Otto Schmidt & Co., Dresden (Alaunplatz, Exerzierallee). Glasgroß-
handlung, Glasmalerei und Schleiferei. Persönlich haftende Gesellschafter
sind die Kaufleute Otto Franz Schmidt, Max P. Kaden und Privatmann
Gustav A. Erler.
Ströhlein & Cie., G. m. b. H, Düsseldorf. In Hamburg wurde eine
Zweigniederlassung unter der Firma „Ströhlein & Cie., G. m b. H., Zweig-
niederlassung Hamburg" errichtet. Budolf J. Bollenbach hat Einzel-
Prokura für die Zweigniederlassung.
Hugo Heckert, G. m. b. EL, Halle a. S. Das Stammkapital ist von
Jt 500000 auf M 20 000 herabgesetzt worden.
Glastechnische Industrie, G. m. b. H , Lauscha, S.-M. Herstellung
und Vertrieb von gesponnenem Glas und daraus gefertigter Erzeugnisse.
Stammkapital: Jt 49 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Wilhelm Mann.
Nitsche & Günther, Optische Werke, A.-G., Bathenow. Neben dem
bisherigen Vorstandsmitglied Emil Klietzing wurde Kaufmann Karl
Schulze als weiteres Vorstandsmitglied bestellt. Sie sind nur gemeinsam
oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Die Kaufleute Arthur Arendt, Fritz Crueger, Wilhelm Hahn, Carl Muth,
Bichard Schaedla, Adolf Welle uud Dr. Edmund Weiß haben Geaamt-
prokura.
Arthur Schilling & Sohn, Stützerbach, Pr. Ant. Fabrikation von
GlaBinstrumenten und Thermometern und Handel mit diesen Fabrikaten.
Persönlich haftende Gesellschafter Bind Glasfabrikant Arthur Schilling und
Glasbläser Otto Schilling.
Frankfurter Emaillirwerke Otto Leroi, G. m. b. H, Zweignieder
lasBung Berlin. Die Zweigniederlassung ist aufgehoben.
Julius Dietrich, Geildorf. Handel mit Glas- und Porzellanwaren
sowie HauBhaltungBartikeln. Inhaber ist Kaufmann Julius Dietrich.
Glühlampen-Großvertrieb Backmund & Leuner, München. Die Firma
iBt geändert in: „Backmund & Leuner. "
GlaBperlen-GebrauchB- und Luxusartikel-VersandgeBchäft Georg
Dittmar & Co., Ludwigsfeld. Die Gesellschaft ist aufgelöst, die Firma
erloschen.
1922. (55. Jahrgang.)
Glasperlen-Gebrauchs- und Luxusartikel-Fabrikation Georg Dittmar
& Co., G. m. b EL, Ludwigsfeld. Stammkapital: Jt 20000. Geschäfts-
führer ist Gg. Dittmar.
Erich Hirsch & Co., G. m. b. H, Dresden (Autonstr. 37). Vertrieb
von Glaswaren aller Art, insbesondere von Flach-, Hohl- und Preßglas.
Stammkapital : Jt 30 000. Geschäftsführer bind Kaufmann Erich F. Hirsch
und Oberstleutnant a. D. Viktor M. Th. von Heimann. Sie sind nur ge-
meinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokuristen ver-
tretungsbefugt.
Jegglin & Kaltenbacher, G. m. b. H., Konstanz. Die Gesellschaft
ist aufgelöst und in Liquidation getreten. Liquidator ist der bisherige
Geschäftsführer. '
Metall & Keramik, G. m. b. H, Nürnberg (Kühnhof erstraße 1). Her-
stellung und Vertrieb von Metallwaren und keramischen Produkten aller Art
Stammkapital : Jt 100000. Geschäftsführer ist Bechtsanwalt Karl Daeuwel •
Nürnberger Haus- und Küchengeräte Handelsgesellschaft m. b. H.,
Nürnberg (LindengaBse 41). Stammkapital: Jt 20 000. Geschäftsführer
Bind die Kaufleute Fritz Gniffke und Max Reidl. Sie sind nur gemeinsam
oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Oberfränkischer Porzellanvertrieb Friedrich Potthoff, Wunsiedel,
Inhaber ist Kaufmann Friedrich Potthoff.
Westf. Glas- und Farben-Niederlage Gülich & Co., Becklinghausen.
Kaufmann Franz Schulte-Middelmann hat Prokura.
Dresdner Keramische Industrie, A.-G., Dresden-Leuben (Schulstr. 11).
Finanzierung von \verke» der Keramischen Industrie, des weiteren Be-
teiligung an solchen Unternehmungen sowie Handel mit Bohton und
keramischen Produkten und endlich Fabrikation von Keramiken jeder Art.
Grundkapital: Jt 3,5 Mill. Vorstand ist Kaufmann Felix Behlow. Die
Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind: Kaufmann
B. Munkelt, die Bankprokuristen Dr. jur. W. Brügmann und A. Bichter,
Kaufmann F. Hockemeyer und Privatmann F. Schumann. Dem Aufsichts-
rat gehören an : Bankier B. Wagner, Privatmann W. Hockemeyer, Bankier
H. Mattersdorff, Privatmann M. Bösler und Kaufmann E. Schwerin.
Quarzit- und Tongrubengesellschaft, G. m. b. H., Limburg a. d. Lahn.
Gewinnung und Verwertung von Quarzit und Ton sowie anderen Mineralien
in eigenem Betrieb sowie Beteiligung an solchen Unternehmungen. Ge-
schäftsführer ist Grubenbesitzer Hans Bach.
B. Weichsel & Co., Magdeburg. Die Prokura des Paul Hoyer ist
erloschen.
Oesterreich.
Vereinigte Carborundum und Elektrit-Werke, A.-G., Wien. Das
Aktienkapital beträgt jetzt Kr 7,5 Mill.
Hotelgeschirrgesellachaft m. b. H, Innsbruck. An Stelle des aus-
geschiedenen Ludwig Pastor wurde Kaufmann Paul Stadler zum Geschäfts-
führer bestellt.
Veitscher Magnesitwerke, A-G., Wien. Dr. H. Adler, Dr. A. Hofier
und Ing. G. Lavigne wurden als Verwaltungsratsmitglieder eingetragen.
Tschechoslowakien.
Altrohlauer Porzellanfabrik Moritz Zdekauer, Nachfolgerin Porzellan-
fabrik C. M. Hntschenrenther, G. m. b. H., Altrohlau. August Tischen-
dorf wurde als Geschäftsführer bestellt.
Westböhmische Glas- und Holzindustrie, A.-G, Fichtenbach. Alfred
E. Ehrenfreund hat Gesamtprokura.
Prager Glashütten, A.-G.. Prag. Aktienkapital: Kc 9 Mill. Ver-
waltungsratemitglieder sind W. Dotzauer, J. Jelinek, St. Kolaraky,
K. Krecmer, H. Marek, P. Münz, H. M. Taussig und Dr. M. Zävesky.
Glashüttenwerke, vorm. J Schreiber Söhne, Bapotin, Bez. Sumperk.
An Stelle des ausgeschiedenen M. Krassny-KraBsien und H. Biemerschmied
wurde JUDr. B. Dlabäc in den Verwaltungsrat berufen. Frantisek Mracek
und August Sedlatschek haben Prokura.
Lang & Co., Fabrikation von Wachsperlen, Bingelshain Nr. 20 bei
Deutsch-Gabel. Persönlich haftende Gesellschafter sind Mathias Lang
und Budolf Finger.
A. Bainhalts Sohn, Brüx. Handel mit Glas, Porzellan- und Haus-
haltungsgegenstäaden. Ludwig Reinhalt ist ausgeschieden. Nunmehriger
Inhaber ist Kamilla Beinhalt.
„Kerag", Keramische Export-A.-G., Karlsbad. Hans Weinmann hat
Gesamtprokura.
Jugoslawien.
Prva Jugoslovanska industrija z brusnimi kamni Plevcak in drug
(Erste Jugoslavische Glasschleifern Plevcak & Co.), Doboveo, Slov.
Dr. Bogdan Barbot iBt ausgeschieden.
Karl Pertinac, Cetje, Sloyen. Eisen-, Email- und Metallwarenfabrik
in Cetje, Schamottewarenfabrik in Stor.
Josip Lipovac, Bavnica, Kroatien. Handel mit Glasperlen.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G Geschäftsbetrieb; W. Waren-
verzeichnis; (A) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibung
beigefügt; A. Tag der Anmeldung; E. Tag der Eintragung.
278 634. Deutsche Fensterglashütten Heinrich Hilde-
brand, Triebel N.-L. G. : Glashüttenwerk. W. : Fenster- Pu&ßffl,)
glas. A.: 3.5. 21; E. : 25. 1. 22. ^Sfe^
♦
1922. (85. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURO.
Nr. 10 — 117
Fragekasten des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fragekastens.
1 »er Fragekasten dient dazu, technische nnd andere für unseren Leserkreis wissenswerte Prägen und Fabrikationsfehler
olTen zu erörtern, ferner Hilfsmittel, Materialien, Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sich Bezugs*
quellen Im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
*. Die direkte Vermittelung des An- oder Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
8. Die Kamen der Fragesteller werden nach keiner Welse hin genannt, anonyme Zuschriften jedoch nicht berücksichtigt,
' 4. Die Antworten werden nur in die zweite auf die Frage folgende Nummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
kOnnen nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Hie Redaktion behalt sich vor, ohne Angabe von «runden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; fttr brauchbare
Beantwortungen technischer Fragen gewährt sie ein angemessenes Zellenhonorar. Eine zivilrechtliche Haftpflicht Übernimmt die
Redaktion nicht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
38. Die Frage 11 in Nr. 4 des Sprechsaal und die eingegangenen
Antworten veranlaßten uns, eine Nachprüfung unserer Oefen mit über-
schlagender Flamme, in denen Kartsteingut gebrannt wird, vorzunehmen.
Wir leiden zwar nicht unter dem TJebel wie der betr Fragesteller, jedoch
darunter, daß die Waren in den Biskuitöfen an der Sohle des Ofens
wesentlich weicher sind, als die in der Mitte und Hohe des Ofens gebrannten
Waren. Die Folge davon ist, daß einzelne weich gebrannte Stücke im
Glasurbrand haarrissig werden. Wir haben Planrostfeuerungen; 10 cm
über dem Planrost sind vorn Eisenstäbe eingemauert, die mit Schamotte-
steinen lose zugesetzt sind, so daß eine 10 cm breite Fläche oberhalb des
Rostes frei bleibt, durch die Frischluft in die Feuerungen einströmen kann
und die Schlacken beim Putzen der Roste herausgezogen werden können.
Die Zuschüttung der Kohle erfolgt von oben. Wir bitten nun um Auf-
klärung, was unter „freier Rostfläehe" und „getvöhnlicher Rostfläche" zu
verstehen ist, und ob hierzu die offene 10 cm hohe Fläche an der Vorder-
seite der Rostfläche gehört oder nicht? Diese Fläche eingerechnet, haben
unsere Oefen:
a) eine freie Rostfläche von 17600 qcm
b) „ totale „ „ 43 650 ,,
c) eine Summe der Abzugslöcher in der Ofensohle von 5 680 „
Es ist also das "Verhältnis von a :c = 3,1 : 1,
b:c=7,7:l.
Nach Kerl soll das Verhältnis der freien Rostfläche zur Summe der Abzugs-
löcher in der Ofensohle 3:1 sein, also wäre unsere Dimensionierung der
Abzugslöcher richtig. Nach Antworten im Fragekasten soll das Verhältnis
der Rostfläehe zur Summe der Abzugslöcher eines Ofens etwa 10 : 12 sein,
bei uns wäre also das Verhältnis etwa 7,7:1, die Summe der Abzugslöcher
also zu groß. Was ist nun richtig?
Erste Antwort: Die unter dem Rost befindliche 10 cm breite
Oeffnnng zum Heransziehen der Schlacken kann nicht als ständige Luft-
einstiömung in "Rechnung gezogen werden, zumal Sie ja selbst schreiben,
daß diese Fläche fttr gewöhnlich mit Schamottesteinen lose zugesetzt sei.
In Ihrem Falle ist also lediglich der in der Totalrostfläche befindliche
freie Raum als „freie Rostfläche" anzusprechen. Während nun die Total-
rostfläche in jedem Falle nach der in einer Zeiteinheit zu verbrennenden
Brennstoffmcnge ermittelt wird, macht man die durch die RoBtspalten
gebildete freie Rost fläche = Vs — V* der totalen für Steinkohlenfener
(ersteres für Schrtth-, letzteres für Glattbiände) und == 1jb — Vs fttr Braun-
kohlenfeuer, entsprechend der Qualität der Kohlensorte. Die Größe des
Gesamt querschnitts der Auzugslöcher in der Brennraumsohle richtet sich
in erster Linie nicht nach der Größe der freien Rostfläehe, sondern nach
der Gesamtobeifläche aller aus den Feuerungen in den Brennraum führen-
den Einströmungsöffnungen, und er soll bei Steingutbrennöfen den dritten
Teil derselben auemachen. Bei Porzellanöfen muß dieses Verhältnis noch
kleiner sein, wegen der beim Brande von Porzellan notwendigen reduzie-
renden Atmosphäre. Von größter Bedeutung ist jedoch das richtige Ver-
hältnis zwischen der freien Rostfläche und dem Schornstein querschnitt ;
der Gesamt querschnitt der ersteren darf keinesfalls kleiner als letzterer
sein, damit nicht ein zu scharfer Zug entwickelt wird, der eine gleich-
mäßige Erhitzung des Brennraums illusorisch machen würde. Bei seit-
lich stehendem Schornstein pflegt man daher dessen Querschnitt etwa die
Größe Von 1j4, der gesamten freien Rostfläche zu geben.
Zweite Antwort: Man unterscheidet zwischen freier Rostfläehe
und totaler Rostfläehe Die letztere ist der vom Rost eingenommene
Raum, d. h. wenn der Rost 60 cm breit und 100 cm lang ist, so beträgt
die totale Rostfläche 1,0X0,6 = 0.6 P»- Unter freier Rostfläche ver-
steht man den Teil, durch welchen die Verbrennungsluft eindringen kann,
also die Summe der Rostspalten ; beträgt nun die freie Rostfläehe im
obigen Beispiel Vs der Gesamt- Rostfläche, so ist^sie »/» X 0,6 qua = 0,2 qm.
Im wesentlichen wird das Verhältnis zwischen der Uesamt- oder totalen
Rostfläehe und der freien Rostfläche durch die Art des Brennmaterials
bestimmt; es schwankt zwischen 0,25—0,5. Je dichter der Brennstoff
liegt, umso größer muß die freie Rostfläche sein. Die über Ihrem Rost
liegende, 10 cm breite Fläche gehört nicht zum Rost und wirkt schädlich,
wenn durch dieselbe Frischluft eindringen kann, d. h. also, sie muß der-
artig mit Schamottesteinen versetzt werden, daß hier keine Luft eindringen
kann. Alle znr Verbrennung notwendige Lnft soll durch die Rostspalten
eintreten, soweit nicht eine Zuführung von heißer Sekundärluft in Frage
kommt; diese muß dann aber an einer Stelle erfolgen, die so hoch über
den Rosten liegt, daß die Entwicklung der Flammengase bereits stattge-
funden hat Alle von vorn eintretende Lnft muß mit auf die Temperatur
der Flammengase erwärmt werden, beansprucht also einen Aufwand von
Brennmaterial, der gar nicht unbedeutend ist ; 1 cbm Luft = 1,293 kg
braucht bei einer spez. Wärme von 0,238 zu seiner Erwärmung auf
1300° C. 0,238 X 1300 = 309 Wäimeeinheiten, also 23 g einer Kohle von
7000 W.E. Sie werden also gut tun, diese Fläche vor dem Rost gut zu
verschmieren. Beim Abschlacken werden die Sieine herausgenommen, da-
nach wird' die Stelle frisch versetzt nnd wieder gut verschmiert. Beim
Rundofen gibt man der Eintrittsöffnung der Feuergase in den Brennraum
Vs bis V* der Gesamtrostfläche, d. h. man macht sie gleich der freien
Rostfläche, während die Summe der Abzugsfttchse = Vs der freien Rost-
fläche oder == Vio— Vi» der gesamten oder totalen Rostfläche betragen Boll.
Prüfen Sie nun einmal Ihren Ofen danach. Wenn die Ware im Biskuit-
öfen am Boden nicht hart genug verglüht wird, so ist dies leicht erklär-
lich ; es bestehen nämlich lange Zeit zwischen Ofenscheitel und Ofensohle
sehr beträchtliche Temperaturdifferenzen, die sich erst gegen Ende des
Brandes, etwa von 8K 8—9 ab, auszugleichen beginnen. Sie können sich
von dieser leicht erklärlichen Tatsache durch Messungen mit elektrischem
Pyrometer leicht überzeugen. Je höher der Ofen ist, desto größer ist die
Temperaturdifferenz nnd umso länger dauert es, bis sie sich ausgleicht.
Wenn also der Ofenraum an sich ungeschickt bemessen ist, läßt sich
wenig dagegen tun; ein Abhülfemittel iat die Verwendung einer guten,
langfiammigen Braunkohle, evtl. auch die Beigabe von Holz.
Dritte Antwort: Die besten Rundöfen sind die bayerischen
Oefen, deren Rost 1 m\M cm nutzbare Fläche hat. Ueber dem Rost
befindet sich vorn eine 10 und 15 cm hohe Wölbung, die mit Schmotte-
steinen zugesetzt ist und den Zweck hat, für das Rostabputzen Zugang
zu schaffen. Die Summe sämtlicher Podiumfüchse, die je 14 cm 0 haben,
soll J/io der Rostflächensumme ausmachen, während die Kanäle Vs — V»
derselben betragen sollen. Der Schlot soll Vis der Rostflächensumme
weit nnd 12,50 m, am besten 18 m hoch sein. Ein so konstruierter Ofen
hat unten kein weicheres GeBchirr als in der Mitte und oben. Für
oxydierendes Brennen ist über jeder Feuerung ein Schauloch; steigt die
Flamme trübe hoch, so öffnet man die Deckel, steigt sie klar hoch, so
schließt man sie. Haben Sie große Oefen von großem Durchmesser, so
müssen um den 24 cm-Mittelfuchs 8 kleine 14 cm Füchse gruppiert Bein,
um das Feuer nach der Mitte zu leiten. Wesentlich ist noch der Feuer-
eintritt, der 15 cm X Rostbreite (54 cm) haben muß ; weitere Eintritte
Bind nicht sachgemäß. Die angegebenen Ofenmaße sind übersichtlich und
klar, was man von den Ihrigen nicht behaupten kann.
Vierte Antwort: Ohne Ihre Oefen näher als durch Ihre Be-
schreibung zu kennen, ist es schwer, sich eine Meinung über die Ursache
der niedrigen Temperatur im unteren Teil des Ofens zu bilden. Bis zu
gewissen Grenzen muß man sich mit einem Temperaturunterschied zwischen
oben und unten im Ofen immer abfinden. Die 10 cm hohe Oeffnnng über
dem Rost ist jedenfalls nicht unmittelbare Ursache dazu, wohl spielen aber
die Zugverhältnisse im Ofen, welche natürlich auch von dieser Oeffnnng
beeinflußt werden, eine Rolle. Ihre Feuerungen dürften, Ihrer Beschreibung
nach zu urteilen, zumindest recht eigenartig gebaut sein. Handelt es sich
um eine einfache Planrostfeuerung, so ist die erwähnte Oeffnnng Unsinn,
denn die Verbrennungsluft soll dann bei möglichst dicht verschlossenen
Feuerungstüren nur von unten durch den Rost dem Brennstoff zugeführt
werden, und die Entschlackung erfolgt dann bei offenen Türen. Soll
die Oeffnnng irgend einen Zweck erfüllen, so stellt die Feuerung eine Art
Schräg- und Planrostfenerung dar, so daß die 10 cm-Oeffaung mit Kohle,
die bei ihrem natürlichen Gefälle von selbst nachrutscht, bedeckt ist. In
ersterem Falle wäre die genannte Oeffnnng nicht als freie Rostfläche,
sondern als eine Oeffnnng, durch welcte ungehindert ohne Widerstand und
demzufolge in viel größeren Mengen Kaltluft einströmt, die ihren Zweck
als Verbrennungsluft nur in geringem Maße erfüllt, zu betrachten, im
zweiten Falle stellt sie einen Teil der freien Rostfläche dar. Unter freier
Rostfläche versteht man die zwischen den Roststäben — gleichviel, ob
dieselben horizontal oder schräg liegen — bezw. zwischen diesen und dem
Mauerwerk durch den Zwischenraum gegebenen freien Durchgangsöff aungen,
durch welche 'die Luft unter gleichzeitiger Erhitzung zu dem Brennstoff
gelangt. Die „gewöhnliche", d. i. die totale Rostfläche ist die freie Rost-
fläche vermehrt um die tote Rostfläche (Oberfläche der Eisenatäbe). Die
verschiedenen Angaben über das Verhältnis der freien Rostfläehe zur
Flächensnmme der Abzugslöcher rühren wohl daher, daß verschiedene
Brennstoffe in Betracht gezogen worden sind.
Fünfte Antwort: Unter freier Rostfläche versteht man die
Summe der Oeffnungen zwischen den Rosten, während die totale Rost-
fläehe von den Rosten zusammen mit der freien Rostfläche gebildet wird.
Die von Ihnen erwähnte 10 cm breite frtie Oeffnnng oberhalb des Rostes,
durch welche Frischluft in die Feuerungen einströmen kann, gehört also
nicht zu der freien Rostfläche, so daß sich Ihre Berechnung wesentlich
ändert. Das Verhältnis der freien Rostfläche zur Summe der Abzugslöcher
in der Ofensohle von 3: 1 ist richtig; dagegen wäre die Dimensionierung der
Gesamt-Rostfläche nicht richtig, und Sie müßten sie größer machen. Die
obengenannte 10 cm breite freie Fläche oberhalb des Rostes ist nicht nur
nicht nötig, sie wirkt vielmehr schädlich, da die kalte Luft direkt in die
Feuerung eintreten kann, während sonst die Luft, die durch die freie Rost-
fläche, also durch die brennende Kohle in die Feuerung eintritt, genügend
vorgewärmt wird. Ich empfehle Ihnen, die freie Rostfläche vielleicht durch
Herausnahme von 1—2 Rosten entsprechend zu erweitern und die 10 cm
breite freie Fläche oberhalb des Rostes mit Schamottesteinen lose zuzusetzen,
die Sie beim Abschlacken der Roste für die Dauer dieser Arbeit herausnehmen
und dann gleich wieder einsetzen können.
39. Um eine besser drehbare Masse mit muscheligem und speckigem
Scherben zu erzielen, wird die Tonsubstanz teilweise als fetter Wildsteiner
118 — Nr. 10
SPRECH SAAL — COBURG
1922. (55. Jahrgang.)
Ton mit 96 °/0 Tonsubstanz und 4 % Feldspat eingeführt. Die rationelle
Zusammensetzung der Dreimasse ist: 50 °/0 Tonsubstanz, 250j0 Quarz,
25 °/0 Feldspat. 25 % Tonsubstanz werden aus Zettlitzer Kaolin und 250/0
eben aus diesem Ton entnommen Man erzielt eine sehr gute Drehmasse
mit gutem Stand, muscheligem und speckigem Scherben. Die Masse geht
aber sehr schwer durch die Filterpresse, woran der fette Ton schuld ist,
denn ohne diesen Tonzusatz preßt sich die Masse gut, hat aber nicht die
verlangten Eigenschaften. Wie ist diesem Uebelstande abzuhelfen? Der
Tonzusatz soll nicht reduziert und am Versatz soll nichts geändert werden.
Erste Antwort: Wenn Sie an Ihrem Versatz nichts geändert
haben wollen, aber trotzdem von ihm andere Eigenschaften verlangen,
dann läßt Bich hier mit einigen Worten nicht raten. Wenden Sie sich an
einen Fachmann, der an Ort und Stelle die Angelegenheit bearbeitet.
Zweite Antwort: Wenn Sie dem Uebelstand abhelfen wollen,
werden Sie wohl zum mindesten eine Materialänderung vornehmen müssen ;
versuchen Sie doch einmil anstatt des Wildsteiner Fett-Tons einen andern,
vielleicht Löthainer, bei dem ich die von Ihnen geschilderten Usbel-
stände nicht beobachten konnte.
Dritte Antwort: Wenn Tonmaseen schwer durch Filter-
pressen gehen, so glüht man einfach soviel Ton, daß noch genup plastische
Substanz zum Drehen in der Masse verbleibt. 25 Zettlitzer Kaolin nnd
5 Tonsnbstanz ans Wildsteiner Ton werden als plastische Substanz ge-
nügen, während der Rest Wildsteiner Ton geglüht wird. Dann geht die
Masse gut durch die Presse. Sie mttBsen aber die Gewichtsdifferenz
zwischen rohem und geglühtem Ton feststellen.
Vierte Antwort: Wenn an dem Versatz nichts geändert
werden soll, bleibt nur übrig, eine andere Art der Wasserentfernung ans
der Masse zu wählen. In letzter Zeit sind Abhandlungen über kontinu-
ierlich arbeitende Filterapparate erschienen, und auch in den „Mitteilungen"
der Deutschen Keramischen Gesellschaft sind im vorigen Jahre anläßlich
eines Preisansschreibens für die Konstruktion von Filterapparaten ohne
Filtertücher verschiedene Maschinen für denselben Zweck beschrieben
worden. In der Praxis scheinen aber keine derselben bisher Eingang
gefunden zu haben. Es bleibt dann noch das Entwässern auf Zentrifugen
und das Abdampfen in großen Behältern übrig, doch haftet beiden Ver-
fahren, besonders dem ersteren, der große Nachteil der leichten Ent-
mischung der Masse an. Es sind auch schon Trockenbänder nach Art
der Transportbänder und Trockentrommeln konstruiert worden, ohne daß
es bisher gelungen wäre, die Frage der Entwässerung von Tonschlamm
vollkommen zu lösen. Denn die hente gebräuchliche Filterpresse ist schon
zufolge Ihrer Diskontinuierlichkeit nnd geringen Leistung noch weit von
einer vollkommenen Schöpfung entfernt.
Fünfte Antwort: Die angeführte Masse müßte normaler
Weise durch die Filterpresse gehen, da derartige Versätze vielfach im
Gebrauch sind. Es ist viel eher anzunehmen, daß der Druck zum Füllen
Ihrer Filterpresse nicht vollständig ausreicht, weshalb Sie dahingehende
Ermittelungen anstellen wollen, wenn Sie Ihren Masseversatz nicht ändern
können.
Sechste Antwort: Ihre Masse ist infolge ihres hohen Gehaltes
an Wildsteiner Ton zu fett und kann ohne Abänderung des Versatzes
nicht verbessert werden. Zum mindesten müssen Sie versuchen, eine
ziemliche Menge feingemahlener Scherben hinzuzumischen ; Sie können
damit bis zu 33 '/8 % gehen. An der eigentlichen Zusammensetzung
wird dadurch nichts geändert, nnd die von Ihnen angestrebte starke
Sinterung wird einigermaßen gleich bleiben. Im übrigen können Sie diesen
muscheligen und glänzenden Bruch auch mit weniger fettem Ton erzielen,
wenn Sie den FeldBpatgehalt erhöhen. Ein anderes Mittel, um Ihre Masse
zum besseren Abpressen in der Füterpresse geeignet zn machen, wird
sich nicht finden lassen.
Siebente Antwort: Infolge des Zusatzes von 25 °/0 fettem
Wildsteinsr Ton zu Ihrer Masse wird diese sehr fett, nnd es ist allge-
mein bekannt, daß sich fette Massen sehr schlecht pressen, besonders
dann, wenn die Stärke der Massekuchen über ein bestimmtes Maß hinaus-
geht. Bei fetten Massen soll sie nicht mehr als 20 mm betragen, höchstens
25 mm, doch wird dies der Versuch lehren. Die Erscheinung ist auf die
dichter anein andergelagerten einzelnen Teilchen der Masse zurückzu-
führen. Sie können Ihre Masse wohl magern, indem Sie entweder Bis-
kuitscherben oder gebrannten Wildsteiner Ton oder Kaolin zusetzen, doch
ist dabei zu bedenken, daß Ihre Masse durch diesen Zusatz eine andere
Schwindung erhält. Auf jeden Fall tun Sie gut, darauf zu achten, daß
die Massekuchen nicht übermäßig stark nnd die Preßtücher öfters ge-
wechselt werden.
40. Ich bitte um Angabe von Versätzen zur Herstellung von porzellan-
artigen, also gesinterten Kochgeschirren, am liebsten unter Verwendung von
Bunzlauer Fett- und Magerton, die bei einer Temperatur von etwa 1350
bis 1400" gebrannt werden sollen. Die zu fabrizierenden Produkte dürfen,
wie dies eben bei Bunzlauer Ton der Fall ist, ein gelbliches Aussehen haben.
Erste Antwort: Was nützen Ihnen die schönsten im Frage-
kasten veröffentlichten Versätze zur Herstellung von porzellanartigen
Kochgeschirren aus Bunzlauer Tonen, wenn Sie nicht die Zusammen-
setzung der Ihnen zur Verfügung stehenden Marken angeben. Nach ihrer
rationellen Zusammensetzung enthalten derartige Massen:
Tonsnbstanz ......... 35—40 Gew.-T.
Quarzsand 15—35 „
Feldspat 15—10 „
Glattscherben 35 — 15 „
Wenn Ihnen die rationelle Zusammensetzung Ihrer Tone bekannt ist, dürfte
eB ein Leichtes für Sie sein, auf Grund vorstehender Angaben die ge-
wünschten Massen zu errechnen
Zweite Antwort: Gesintertes Kochgeschirr herzustellen ist nun
nicht so einfach, wie Sie ea annehmen, weshalb Ihnen zunächst geraten
wird, einen erfahrenen Fachmann zu Bäte zu ziehen, ohne den Sie nicht
auskommen. Selbst gute Bezepte nutzen Ihnen nicht viel, wenn die ganze
Arbeitsweise, das Formen, Gießen und Eindrehen ubw., nicht zweckent-
sprechend ist. Bunzlauer Fett- und Magertone gibt es verschiedene Sorten,
und man kann Ihnen ohne nähere Kenntnis der Tone keine brauchbaren
Vorschriften geben. Bei der Fabrikation des Kochgeschirrs iit vor allem
darauf zu achten, daß die Masse nicht zu fein gemahlen ist, da gröbere
Massen Temperaturunterschiede besser vertragen. Sand und Schamotte
aus eigenen Scherben Bind ein Hauptbestandteil der Masse. Als Fluß-
mittel kommt Feldspat, im Ausnahmefalle Kalkspat, in Betracht. Da der
magere Bunzlauer Ton genügend Sand enthält, so versuchen Sie zunächst
eine Masse aus 35 Gew.-T. fettem Bunzlauer Ton, 30 Gew.-T. magerem
Ton und 35 Gew.-T Feldspat, woraus Sie ein paar entsprechende Gegen-
stände formen. Nach dem Brande werden Sie selbst am besten ent-
scheiden können, nach welcher Richtung eine Abänderung nötig ist.
Dritte Antwort: Ich sehe nicht ein, warum Sie Kochgeschirr
bei 8K 14 brennen wollen. In Folge der Kohlennot geht doch das Be-
streben durch die moderne Keramik, möglichst hei SK 7 auszubrennen;
nnd daß dies geht, dafür sind Beweise erbracht. Ich gebe Ihnen Versätze
für verschiedene Ausbrenntemperaturen.
Masse für SK 9:
Formel : 0,1255 Kj,0 \ 9 A1 0 10 s n
0,8745 CaO / 2 A,,Ü3 ' 10 SlU*
1,0000
Versatz: Bunzlauer Kranzton 36,04 Gew.-T.
Sebmidt-Betsch-Spat 26,86 „
Qaarz 9 60
Kalkspat 28,60 ,
100,00 Gew.-T.
Masse für Sri 13—14:
1,0000
Versatz : Bunzlauer Kranzton von Eckardt, P enzig 69,26 Gew.-T.
Kalkspat 4,16 „
Quarz • 11,69 »
Schamotte aus dieser Masse . . . . 15j00 „
100,00 Gew.-T.
Glasur für SK 9: Glasur für SK 14:
Schmidt-Betsch-Spat 35,92 Gew.-T. Schmidt-Betsch-Spat 21,98 Gew.-T.
Dolomit .... 9,37 „ Dolomit .... 6,62 „
KalkBpat .... 11,40 „ Kalkspat .... 5,53 „
Zettlitzer Kaolin, Zettlitzer Kaolin . 19,82 „
geglüht. ... 1242 „ Quarz .... . 47,15 „
Quarz .... . 30,89 „ 100,00 Gew.-T.
100,00 Gew.-T.
Vierte Antwort: Die Bunzlauer weißbrennenden, auch
„fetten" Tone sind an und für »ich schon mager, weshalb Ihnen
empfohlen wird, nur mit fettem Bunzlauer; Ton zu arbeiten, falls Sie
nicht einen Teil desselben durch einen fetteren Ton, z. B. vom Wester-
wald ersetzen wollen. Nachstehend eine porzellanähnliche, weißbrennende
Steinzeugmasse für SK 12 — 13 :
Pegmatit (Quarzspat von Ströbel) ... 29 Gew.-T.
Bunzlauer fetter Ton .66 „
Kaolin, nngescblämmt 5 „
Wenn Sie 1—2 Teile des Pegmatites durch MagneBit ersetzen, erhalten
Sie eine weißere und zähere Masse.
Fünfte Antwort: Um Tonwaren zu porzellanähnlichem
Sintern zu bringen, müssen Sie Ihrem Versatz Flußmittel zufügen, also
Feldspat von Hirschau, WnnBiedel oder dgl., da norwegischer Feldspat
wohl zu teuer sein dürfte. Die Menge dieser Zumischung hält man am
besten vorsichtigerweise etwas niedrig, damit picht eine völlige Verglasung
eintritt, die der Verwendung als Kochgeschirr nicht günstig wäre. Da
die genannten deutschen Materialien nur etwa 60 «/„ Feldspat enthalten,
können Sie mit dem Versatz immerhin bis zu dem Verhältnis: 35 fetter
Ton, 35 magerer Ton und 30 Feldspatsand gehen. Wenn Sie mit weniger
Feldspat auskommen, ist es noch besser.
41. Wie präpariert man trockene Schmelzfarben am einfachsten für
die Pudertechnik und den keramischen Buntdruck?
Antwort: Zur Pudertechnik braucht man feinst gemahlene
Schmelzfarben nicht noch besonders zu präparieren, ebensowenig für den
keramischen Bantdruck.
42. Wir verwenden zum Brennen unserer Glasurmuffelöfen
böhmische Braunkohle (Ellyschacht, Eisenberg, zum Teil auch Brucker)
möchten diese jedoch durch deutsche Briketts ersetzen. Welches ist die
bestgeeignete Marke als Ersatz für die genannte böhmische Kohle?
Erste Antwort: Die Sache ist nicht so ängstlich ; es eignet
sich jede bessere Brikettmarke für Ihre Zwecke.
Zweite Antwort: Versuchen Sie, ein gutes Brikett aus
Sachsen oder aus der Halle sehen Gegend zn erhalten, das wird Ihnen die
böhmischen Braunkohlen ziemlich vollwertig ersetzen.
Dritte Antwort: Einen vollwertigen Ersatz in Briketts
für böhmische Braunkohle gibt es nicht, nnd da Sie die Lage Ihres
Werkes nicht angeben, so kann man Ihnen auch keine Brikett-Marke
empfehlen. Wo man Frachtkosten sparen kann, muß man dies unbedingt
heute tun. Es wäre von Interesse gewesen, zu wissen, wie hoch Sie in
Ihren Muffeln brennen. Bei niedrigen Temperaturen bis etwa SK 1 kann
man mit Briketts gut auskommen, bei höheren Temperaturen ist eB schon
schwieriger, und man mischt in diesem Falle Briketts mit Stein- oder
Brannkohle. Dabei brauchen Sie Ihre Feuerungen nicht umzubauen, wenn
Sie nicht gerade Schrägrostfeuerung haben, die sich für Briketts nicht
eignet und durch eine Planrostfeuerung ersetzt werden müßte. Auf keinen
Fall dürfen Sie etwa annehmen, daß das Brennen mit Briketts einfacher
ist, im Gegenteil, der Brenner muß viel mehr acht geben, nnd es gehört
einige Erfahrung dazu.
44. Wir wollen die Herstellung von Hochspannungsisolatoren für
eine Betriebsspannung von 100000 Volt aufnehmen und bitten um An-
gabe eines Masse- und Glasurversatzes bei möglichster Verwendung von
Karlsbader Kaolin für SK 13—14 Ausbrand. Welches Ofensystem und
welche Ofengröße kommen in Betracht?
1922 (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL
Für Ihre Zwecke eignet sieh die viel ver-
Ais
Erste Antwort:
wendete Masse:
Karlsbader Kaolin .48 Gew.-T.
Pegmatit von Tirschenreuth 41 »
bayerischer Feldspat ......... 8 B
Glüh- und Glattscherben .... . . 3 „
8a. 100
Auch die in Nr. 8 in Frage 30 angegebenen Massen sind verwendbar.
Glasurlfcient eine etwa folgendermaßen zusammengesetzte :
Formel: 0,2 K,0 \
0,2 MgO } 0,9 A1S03 . 8 Si02
0,6 CaO J
Versatz : Spat von Roerstrand . . '. . . . 16 66 Gew.-T.
Dolomit 5 52 „
Kalk 5,99 „
ZettJitzer Kaolin, glatt gebiannt . . 23,29 „
Quarz ■ • 45,54 „
8a. 100,00 Gew.-T.
Die besten Oefen sind die bayrischen von 40—60 cbm.
Zweite Antwort: W«"nn Sie die über Hochspannungeporzellan
geschriebenen Aufsätze in den Fachblättern und in den Jahresberichten der
deutschen Keramischen Gesellschaft durchstudieren, so werden Sie zum
8chluß zu der Ueberzeugung kommen, daß eine gute Masse fär Isolatoren
von einer Bolchen für Qaalitätsgeschirre nicht abweicht, da auch der
Brenngrad der gleiche ist. Sie haben demnach ein Porzellan mit etwa
60°/o TonsubBtanz, 25% Quarz und 25% Feldspat. Zum Brennen kommen
vor allem Rundeten mit etwa 50 cbm Glattbrennraum in Betracht; sie
brennen am ehesten gleichmäßig ab, und da in diesen Oefen auch die Höhe
der Stöße nicht zu groß ist, haben Sie keinen abnormen Kapselbruch zu
befürchten. Dauerbrandöfen kommen wobl zunächst nicht in Frage ; sollte
es der Fall sein, so haben Sie die Wahl zwischen Tunnel- und Kammer-
ofen ; der letztere kann unter Umständen vorzuziehen sein, da er sich der
Konjunktur besser anpaßt.
Dritte Antwort: Massen für Hochspannungsisolatoren sollen ein
durchaus gleichmäßiges, dichtes, blasenfreies und festes Gefüge aufweisen
und nach dem Brande völlig gesintert, aber nicht glasig sein. Man darf
daher diesen Massen nicht den hohen Feldspatgehalt der gebräuchlichsten
Porzellanmassen geben, da der Scherben sonst glasig und spröde wird
und sehr zum Verziehen im Brande neigt. Mit Vorliebe verwendet man
magnesithaltige Massen, die noch eine größere Schwindung aufweisen,
jedoch den Vorteil haben, daß selbst stark überteuerte Gegenstände ihre
Form vollkommen und genau beibehalten. Weiter ersetzt man gerne einen
Teil der Kaolin-Tonsubstanz durch solche aus plastischen Tonen, die zwar
nicht den rein weißen Porzellanscherben ergeben, dafür aber die Masse
zum Drehen geeigneter machen und schon bei der Gestaltung ein dichteres
Gefüge des Formlings erzielen lassen, ah es bei Massen, die nur Kaolin-
Tonsubstanz enthalten, zu erreichen wäre. Ich empfehle Ihnen folgende
Masse und Glasur:
Karlsbader Kaolin 45 Gew.-T.
Löthainer Steingutton I, dunkel ... 15 „
Hohenbockaer Qaarzsand 28 „
Norwegischer Feldspat 10 „
Roher Magnesit ......... 2 „
Glasur :
Norwegischer Feldspat 168 Gew.-T.
Kalkspat ........... 35
Roher Magnesit ......... 28 „
Karlsbader Kaolin 65 „
Glattscherben . . 55 „
Quarzsand 212 „
Als Ofensystem wäre ein solches mit überschlagender Flamme von etwa
60 cbm Fassungsraum zu wählen ; bei einer dauernden Erzeugung größerer
Mengen von Isolatoren bevorzugt man den Tunnelofen.
Vierte Antwort: Bei SK 13—14 werden Sie kein einwand-
freies HochspannungBporzellan herstellen können. Nachstehend eine
Masse und Glasuren für SK 16, die sich gut bewährt haben:
Hohenbockaer Sand . 9,5 Gew.-T.
Böhmischer Feldspat . 27,5 „
Glattscherben 8,5 „
Karlsbader Kaolin, geschlämmt . . . 24,3 „
Zettlitzer Kaolin, geschlämmt . . . 15,7 „
Fetter Wildsteiner Steingutton . . . 14,5 „
Glasur, 1. farblos:
Hohenbockaer Sand ....... 34,6 Gew.-T.
Natronfeldspat . 23,2
Glühscherben . . 3,8 „
Glattscherben 19,2 „
Kalkspat »,6 „
Karlsbader Kaolin, geschlämmt ... 9,6 „
2. grün:
Farblose Glasur ....... . 95,88 Gew.-T.
Chromoxyd 4,00 „
Kobaltoxyd R. K. 0. ...... 0,12 „
Welches Ofensyatem und welche Ofengröße in Betracht -kommt, hängt
zuerst natürlicn von der Leistung der übrigen Anlage und auch von den
ev. bereits bestehenden Betriebsverhältnissen ab, z. B. ob die Trocknung
der Waren mittels der Abhitze der Oefen erfolgen soll. Handelt es sich
um eine Neuanlage, so kann als wirtschaftlichster Brennapparat nur der
Gas-Tunnelofen empfohlen werden. Nachdem die zahlreichen Schwierig-
keiten bei dem Brennen von Porzellan im alten Faugeron-Tannelofen
durch dauernde Verbesserungen behoben worden Bind und eine Konstruktion
geschaffen worden ist, welche ein sicheres Arbeiten gewährleistet, kommt
tCOBURÖ. Nr. 10 — im
nunmehr für Massenproduktion nur der Gas-Tunnelofen in Frage. Dessen
Vorteile liegen nicht nur in der außerordentlichen Kohlenersparnis, welche
bis zu 70% gegenüber den noch in den meisten Betrieben üblichen Rund-
öfen beträgt, sondern derselbe hat noch andere bedeutende Vorteile gegen-
über anderen Oefen: Zunächst arbeitet der Ofen, einmal in seinem
richtigen Gang gebracht, automatisch gleichmäßig weiter und bedarf,
außer dem Ein- und Ausschieben der Wagen, das der Brenner besorgt,
fast keine Wartung; weitere Vorteile sind: keine Temperaturunterschiede ;
Recelung der Gas- und Luftzufuhr; die Luft wird vor dem Zusammen-
treffen mit dem Gas bis etwa 800» erhitzt; Fortfall des Ein- und Aus-
Betzens in heißen finsteren Oefen; leichte Be- und Entladungsmöglichkeit
an beliebigem Ort; bedeutend kürzere Brenndauer bei gleichmäßigerer Vor-
wärmung als im Rundofen ; geringer Kapselbruch bei Verwendung dünn-
wandiger Kapseln, da geringe Belastung. Der Ofen kann je nach der
gewünschten Leistung für eine solche von 30—80 cbm Ofenraum in 24
Stunden gebaut werden. Der Nachteil der ungleichmäßigen, stich-
flammfnartigren Feuerführung, der bisher in den Tunnelöfen auftrat, ist
durch die Konstruktion des Gas Tunnelofens mit überschlagender Flamme
von Anti Dahl in Kosten bei Töplitz behoben worden.
Fünfte Antwort: Es ist unmöglich, an dieser Stelle einen
Versatz anzugeben, der ohne weiteres das Aushalten von 100000 Volt
garantieren würde. Gutes DnrcMaolen der sorgfältigst gemischten Masse,
peinliche Vermeidung von miniunSen Hohlräumen beim Formen, langsamstes
Trocknen und Brennen sind fast noch wichtiger als die Zusammensetzung
des Versatzes. Zu letzterem nehmen Sie am besten etwas plastischen Ton
zu Hilfe Bowie auch eine Anzahl Scherben. Versuchen Sie es einmal mit
folgendem Versatz :
Karlsbader Kaolin ........ 35 Gew.-T.
Bester Meißener oder Wildsteiner Ton . 20 „
Quarzmehl . 22 „
Norwegischer Feldspat ....... 23 „
Dazu auf 100 Teile 20—30 Teile Glattscherben. Falls 8ie deutsche oder
böhmische Feldspatsande verwenden wollen, müssen Sie dieselben, ent-
sprechend ihrem Gehalt an Feldspat, Quarz und Tonsubstanz (Kaolin)
einrechnen.
Sechste Antwort: Mit der Angabe von Vorschriften zu Maasen
für Hochspannungsisolatoren ist Ihnen nicht allein gedient, und ohne einen
erfahrenen Fachmann fangen Sie lieber gar nicht an, denn keine Fabrikation
bedarf einer solch intensiven Ueberwachung als gerade die Isolatoren-
herstellung. Grundbedingung für brauchbare Isolatoren ist ein voll-
kommen dichter Scherben, doch ist feines Mahlen oder Schlämmen der
RchBtoöe zu vermeiden. Magnesiahaltige Massen haben den Vorzug, d8ß
sie bei gesintertem Scherben dem Verziehen der Gegenstände und dem
Verlaufen der scharfen Konturen entgegenwirken. Gehen Sie bei Ihren
Versuchen von folgender Massezusammensetzung aus :
Zettlitzer Kaolin 53 Gew.-T.
Quarz 26 „ ' . ,
Feldspat 17 „
Magnesit 4 „
Als Glasuren kommen in Bstracht:
I. II.
Zettlitzer Kaolin, Toh . . 75,0 ■*-'<■ Gew.-T,
„ „ , gebrannt . — - 110,0 „
Quarz ........ 277,0 2280 „
Feldspat 285,0 111,2 „
Dolomit 75,0 55 2 „
Magnesit . — 16,8 „
Je nach der Größe des Unternehmens und der Erzeugung richtet sich
das Oteneystem. In Betracht kommen der Rundofen mit überschlagender
Flamme und der Tunnelofen mit direkter Halbgas- oder Generatorgas-
feuerung. Ersteres System ist allgemein bekannt, da jede Porzellanfabrik
Rundöfen hat; die Größe der letzteren soll höchstens 60 cbm Brennraum
betragen. Der Tunnelofen kommt nur dort in Betracht, wo ein konti-
nuierlicher Betrieb möglich ist, was lediglich von dem erzeugten Tages-
quantum abhängt.
Siebente Antwort: Ich empfehle Ihnen, die Verwendung von
Karlsbader Kaolin möglichst zu vermeiden. Sie sind offenbar Anfänger,
nnd es ist daher besser, wenn Sie ausprobierte Massen verwenden. Auch
ist es nicht erforderlich, die Hochspannungsisolatoren auf SK 13—14 zu
brennen, da man auch bei etwas niedrigerer Temperatur sehr gute Resul-
tate erzielt. Versuchen Sie die nachstehenden Vorschriften :
Masse :
Zettlitzer Kaolin .48 Gew.-T.
Quarz von Hohenbocka ...... 24 „
Feldspat von Norwegen ...... 28 „
Glasur :
Spat von Norwegen . . . . . . . . 29 Gew.-T-
Dolomit 14 „
Kalk 5 „
Zettlitzer Kaolin 17 „
Quarz von Hohenbocka ...... 35 „
Brenntemperatur: SK 9. Als Brennöfen kommen die bekannten Systeme
Aschentrupp, Schulze, Padelt, Ullrich usw. in Frage in der Größe von
etwa 40 cbm mit 6 Feuerungen; noch größere Oefen Bind für diese
Artikel und besonders für den Anfang weniger zu empfehlen.
Glas.
28. Welche Erfahrungen sind bisher mit der Vergasung von Rohbraun-
kohle in Chußglashütten (Rohglas, Drahtglas) gemacht worden ? Eignet sich
eine junge Braunkohle, zur Hälfte aus erst halbverkohlten Holzteilen be-
stehend, mit 4068 Wärmeeinheiten, für einen rentablen Betrieb? Welche
Generatoren haben sich bisher für die Vergasung derartiger Kohle am
besten bewährt?
Er st e Antwort: Es ist an dieser Stelle wiederholt ausgeführt
worden, daß durch die Verhältnisse veranlaßt jeder Brennstoff, der eine
bestimmte Anzahl Wärmeeinheiten besitzt, mit Vorteil vergast nnd aar
120 — Nr. 10
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (55. Jahrgang.)
BeheizuDg von Glasschmelzöfen verwendet werden kann. Ob nnn mit
dem fraglichen Gas Eoh-, Draht-, Tafel-, Flaschen- oder Kristallglas
geschmolzen werden soll, bleibt sich gleich. Hauptsache ist, daß die
Gaserzenger der Beschaffenheit and dem Verhalten des Brennstoffes genau
angepaßt sind. Zunächst verwendet man den Druckgaserzeuger, den man
für Bohbrannkohle mit einem Planrost ausstattet. Da noch große Mengen
von halbverkohltem Material dazwischen sind, so muß der Gaserzenger so
konstruiert sein, daß er den Brennstoff zwingt, sich in der Destillations-
zone dicht zu lagern. Gibt der Brennstoff keine Schlacken, so wählt man
einen Gaserzeuger mit horizontal gelagertem Drehrost. Da Rohbraunkohlen
sehr zur Teerbildung neigen, so ist ein einfacher Gasreiniger einzu-
schalten, um den Teer zu gewinnen und die Gute des Gases zu erhöhen.
Auch Oelschiefer eignet sich sehr gut zur Beheizung von Glasschmelz-
öfen, wenn er im Generator vergast wird. Ein bindendes Urteil darüber,
inwieweit Bohbrannkohle für Ihre Zwecke in Betracht kommt, läßt sich
erst bei genauer Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse abgeben.
Zweite Antwort: Eine Bohbrannkohle mit 4068 Wärmeeinheiten
kann znm Vergasen und zum Schmelzen von Eoh- und Drahtglas ver-
wendet werden, wenn die Generatoren groß genug sind. Soll ausschließ-
lich Bohbraunkohle verwendet werden, so sind vorteilhaft drei Generatoren
vorzusehen, damit immer genügend Gas vorhanden ist. Bei zwei Genera-
toren könnte die Bohbraunkohle schließlich mit einer besseren Kohle ver-
mischt werden. Wenn nicht Drehrost- oder Gebläse-Generatoren in Frage
kommen, die eine Antriebskraft nötig machen, so wären am zweckmäßigsten
Treppenroste vorzusehen. Die Generatoren-Anlage richtet sich auch nach
der Größe der Häfen sowie nach deren Anzahl im Schmelzofen. Ein
kleinerer Ofen braucht weniger Gas, was zu berücksichtigen ist. Soll die
Anlage neu geschaffen werden, so ist ein erfahrener Fachmann zu Bäte
zu ziehen.
Dritte Antwort: Bohbraunkohle wird schon seit mehreren Jahren
mit bestem Erfolg auch in Gußglashütten vergast. Als Gaserzeuger sind
Schachtgeneratoren mit Planrosten, sowie Treppenrost- oder Hängerost-
generatoren mit gleich gutem Erfolg im Gebrauch, nur müssen alle so
beschaffen sein, daß eine gute Schütthöhe sich einhalten läßt. Je groß-
stückiger die Kohle zur Verwendung kommt, desto höher muß die Schütt-
höhe sein, um ein Durchbrennen zu verhüten.
Vierte Antwort: Generatoren für Bohbraunkohle sind in
einer Guß- und Drahtglashütte der Oberlausitz in ungestörtem Betrieb.
Sie wurden von der Fa. Oberlausitzer Glasformenfabrik Schulze & Kluge
in Weißwasser, O.-L., geliefert.
29. Bei unserem Siebert-Ofen entzündet sich während der Arbeit
zeitweise das Gas schon in der Gaswechseltrommel. Die Trommel ist und
schließt lüftdicht, das Mauerwerk ist in Ordnung, und dieser Uebelstand
zeigte sich auch früher bei Verwendung eines Wechsels. Die Entfernung
zwischen Trommel und beiden Gaskammern ist gleich und beträgt 6 m,
(Kammerlänge '3,50 m), im ganzen beträgt sie zwischen Ofenmitte und
Trommellänge 10,50 m. Gasmangel haben wir keinen, und wir verwenden
Kohle, Torf und Holz. Bei einem zweiten Ofen, wo die Entfernung
zwischen Kammer und Trommel um 1 m größer ist, zeigt sich dieser
Uebelstand nicht, und wir sind daher der Ansicht, daß eine Entfernung
' von 6 m zu gering ist. Ist dies der Fall, so möchten wir vorläufig die
Entfernung durch Einsetzen von JJeberführungsbbgen von der Trommel
weg vergrößern. Haben wir recht?
Erste Antwort: Dieser Fall läßt sich aus der Ferne schwer
beurteilen, da verschiedene Ursachen den Uebelstand hervorrufen können.
Zunächst ist die Ansicht, daß der 6 Meter lange Weg von der Trommel
bis zur Gaskammer zu kurz sei und dadurch die Entzündung des Gases
in der Wechseltrommel hervorgerufen werde, falsch. Sind alle Vorbe-
dingungen erfüllt, so darf sich das Gas nicht entzünden, ob der Weg
zwischen Wechseltrommel und Kammer 1 m oder 20 m beträgt. Nicht
der Weg, den das Gas zurückzulegen hat, verursacht die Entzündung,
sondern ein Luftzutritt an unrichtiger Stelle. Da nun die Entzündung
des Gases nur während der Arbeit vorkommt, so liegt die Vermutung nahe,
daß die Gaserzeuger schuld an der vorzeitigen Entzündung sind. Während
der Arbeit wird weniger Gas gebraucht, die Gaserzeuger gehen ruhig und der
Schürer läßt vielleicht den einen oder anderen Generator zu weit herunter-
gehen, so daß Luft zu dem Vergasungsraum treten kann, sich mit dem
Kohlenoxyd mischt nnd in der heißen Wechseltrommel zur Entzündung
gelangt. Da Sie auch Holz, Torf und Kohle gleichzeitig vergasen, so liegt
die Vermutung nahe, daß, wenn das Holz nicht klein genug geschnitten
ist, Bich Nester im Generator bilden mit wilden Gasen, welche die Ent-
zündung hervorrnfen. Ferner sind die Gaskammern daraufhin zu prüfen, ob
sie luftdicht abgeschlossen sind; vielleicht ist hier die Ursache zur Ent-
zündung des Gases zu finden. Weiter ist festzustellen, ob die Zwischen-
wand der Wechseltrommel vollkommen dicht schließt; ist dies nicht der
Fall, bo ist diese Störung zu beseitigen. Schließlich ist zu ermitteln, ob
alle Abdeckplatten, Beinigungsplatten, Ueberführungsbögen, die Reinigungs-
tur im Gassammelkanal absolut dicht schließen und Mauerwerk und Gewölbe
der Kanäle keine Defekte aufweisen usw.
Zweite Antwort: Entzündet sich das Gas schon in der
Wechseltrommel, so tritt jedenfalls von irgend einer Stelle Luft hinzu,
denn ohne Luft entzündet sich das Gas nie. Zu untersuchen ist, ob
Trommelkreuz und Trommelschachtwände dicht sind ; die Zwischenwand in
der Trommel muß eben aueh im Wasser abschließen, und das Trommel-
kreuz ist von Teer usw. zu reinigen. Beim Wechseln ist die Trommel
nicht bo hoch aufzuheben, daß der untere Band aus dem Wasser reicht
und dadurch Luft eintritt. Nach dem Umwechseln der Trommel muß die
Luftklappe schnell umgelegt werden, damit die Lnft nicht zurückschlägt.
Auch wenn die Generatoren zn weit heruntergebrannt sind, kann Luft zum
Gas strömen, so dal es sich entzündet. Es ist : zu untersuchen, ob bei
Holz- und Torffeuerung die Gase sehr heiß nach der Trommel gelangen.
Wenn die Generatoren recht verschlackt sind, kann schließlich auch Luft
einströmen oder beim Stoßen in den Putzlöchern. Die Entfernung zwischen
Trommel und Gaskammer von 6 m ist nicht zu kurz und auch nicht
schuld an der Erscheinung.
Dritte Antwort: Daß sich das Gas während der Arbeit zeit-
weise schon in der Gaswechseltrommel entzündet, kann, da Trommel und
Mauerwerk Ihren Angaben nach in Ordnung sind, zunächst daran liegen,
daß die Bedienung der Generatoren unsachgemäß erfolgt. Die Entfernung
der Trommel von den Gaskammern hat hier nichts zu sagen, im Gegen-
teil, es ist für einen guten Ofengang besser, wenn beides nahe bei-
einander liegt. Uebrigens würde sich in diesem Falle das Uebel weniger
bei der Arbeit, sondern bei der Schmelze, wo der Ofen schärfer geht,
zeigen. Es kann aber auch sein, daß die Generatoren zu weit abbrennen,
bevor neues Material nachgefüllt wird ; dadurch wird die Brennstoffschicht
zu schwach und brennt durch ; die teilweise Verbrennung des Gases
erstreckt sich dann bis zur Wechseltrommel und hier erst wird der Vor-
gang bemerkt. Ein Durchbrennen kann auch stattfinden, wenn das
Mischungsverhältnis der einzelnen Brennstoffe ungünstig ist oder wenn
diese in ungeeigneter Größe zur Anwendung kommen, wobei sich Hohl-
räume im Gaserzeuger bilden. Wahrscheinlich wird auch die Schütthöhe
während der Arbeit im allgemeinen zu niedrig gehalten.
Neue Fragen.
Keramik.
50. Wie lassen sich zur Trockenmahlung etwa 600 kg fetter Ton,
sowie 800 kg Kaolin für den tätlichen Masseversatz trocknen? Das Roh-
material kommt oft sehr naß an, und luftige Schuppen sind weder vor-
handen noch können sie wegen Baummangels gebaut werden. Das Trocknen
auf den Brennöfen ist . sehr umständlich und dauert zu lange. Braun-
kohlenbrikettabfall ist reichlich vorhanden. Wer liefert brauchbare Trocken-
anlagen, die möglichst geringen Baum in 'Anspruch nehmen ?
51. Unsere Gießmasse aus 1300 kg Masse (halb Preßmasse, halb
Späne), 1500 g Ammoniak-Soda und 200 l Wasser zeigt seit einiger Zeit
Gießlöcher im gebrannten Scherben. Früher, als wir 1800 g Soda und 180 l
Wasser verwendeten, war dieser Fehler nicht vorhanden, doch kam es öfter
vor, daß bei dem einen oder andern Artikel nach dem Glattbrand Soda-
austritt beobachtet wurde, weshalb wir eben an der Soda abbrachen. Wir
verwenden in unserer Masse nur Zettlitzer Kaolin und bereiten die Gieß-
masse im doppelrotierenden Quirl; die Verarbeitung erfolgt täglich frisch
vom Bühnr nach vorherigem Dwchsieben.
Glas.
33. Wie färbt man Glasblumen aus mattstumpfem Milchglas weiß,
rot oder gelb? Die Farbe muß hitzebeständig sein, ähnlich den Glühlampen-
tauchlacken, und darf nicht abblättern. Ein Tauchverfahren wäre besonders
erwünscht. Die Blumen sind aus einzelnen Blättern zusammengeschmolzen
und müssen den Naturblumen z. B. Rosen vollständig ähnlich aussehen.
Die Blätter dürfen nur bei Licht von innen einen matten Schein hindurch-
lassen.
34. Worauf ist das sogenannte Schmieren (weißes Anlaufen) der
Flaschen-Mundstücke, die im Motz gearbeitet werden, zurückzuführen, das
nur zeitweilig auftritt und teilweise bei Zugabe bis zum doppelten Quantum
Marmormehl verschvindet? Selbst das l^t-stündliche Wechseln der Pfeifen
nützt nicht vollständig.
35. Wir wollen eine Wanne für Medizin- und Konservengläser soivie
Flakons in Weißglas bauen und bitten um Auskunft, welche Feuerung,
Gas oder Oel, dafür am vorteilhaftesten ist. Wer baut Wannen mit einer
Oelfeuerung, die möglichst wenig Menschenkräfte zur Bedienung erfordert?
Briefkasten der Redaktion.
Z. P.-F. I. Z. Wenn Ihnen das Diamantgrün giftig erscheint, so ist
es doch das einfachste, Sie bitten die Badische Anilin- und Sodafabrik
um Lieferang einer ungiftigen Farbe.
Th. H. i. G. Der Aufsatz über das Meurer sehe Spritzverfahren
ist in Nr. 13 des Sprechsaal 1921 veröffentlicht.
Sprechsaal - Kalender
1922
Preis ' Gebunden bei freier Zu-
_1 sendung für Deutschland,
Deutsch - Oesterreich M 13. — ,
Tschechoslov/akien und Ungarn
M16.—, für das Ausland mit hoch-
stehender Währung: Frs 5.—,
Lire 6.—, Sh 4.—, Dollar 1.—,
Kroner 3.60, Flh 2,50.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Neuen Merkblatt iiir I^uxuB|>or/,ellan. Die Prüfungsstelle Luxusporzellan hat in diesen Tagen ein neues
Merkblatt für die Ausfuhr von Lnxasporzellan herausgegeben, das von allen Interessenten bezogen werden kann.
Et wird besonders darauf hingewiesen, daß nach untervalatarischen Ländern von jetzt ab zum Inlandspreis + i-*> /0
Aufschlag zu verkaufen ist.
(56. jahrgang.)
Coburg, den 16. März 1922.
Nummer 11
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— — —
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
PrAmiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Pr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
PernsprechanschlnONr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
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Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich <M 17.— anter Streifband M 43.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1. — (Stellengesuche 40 4)-
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband fflr geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Jahresschau Deutscher Arbeit Dresden 1922.
Die deutsche Industrie soll mit ihren Erzeugnissen vom
Weltmarkt mehr und mehr verdrängt werden. Dies ist der
Wille nnserer Gegner, und dies war einer der Hauptbeweg-
gründe für die Entfachung des Weltkrieges. Alle Zwangs-
maßnahmen und alle gegenteiligen Behauptungen, die in der
unerhörten Lüge von Deutschlands Alleinschuld an dem größten
Völkermorden aller Zeiten gipfeln, sind nicht imstande, das sieg-
reiche Durchbrechen der Wahrheit zu verhindern, daß der Krieg
nur ein Mittel für die Gegner war, die übermächtige Konkurrenz
Deutschlandsauf dem Weltmarkt zurückzudrängen. Lloyd Georges
hat kürzlich die Maske auf einen Augenblick gelüftet und mit
sichtlicher Genugtuung verkündet, der deutsche Export sei bis
auf 25 °/0 zurückgegangen. Die Freude des Sieges mag ihm
dabei aus dem Auge geblitzt haben, denn vermutlich glaubt er,
dem eigentlichen Kriegsziele Englands, welches in der völligen
Lahmlegung der deutschen Export-Industrie zu erblicken ist,
nicht mehr fern zu sein.
Dagegen gilt es, sich zu wehren! Die deutsche
Industrie muß dem Ausland vor Augen führen, daß sie hin-
sichtlich der Güte ihrer Erzeugnisse, die ausländische Kon-
kurrenz nicht nur erreicht, sondern übertrifft. Das
Ausland muß sehen und muß sich, wenn auch gegen seinen
Willen, davon überzeugen, daß es sich selbst im Lichte steht,
wenn es auf den Bezug deutscher Erzeugnisse verzichtet. Es
muß ihm die Wahrheit eingehämmert werden :
„Der Kauf deutscher Erzeugnisse ist nicht deswegen vorteil-
haft, weil sie in vielen Fällen billiger geliefert werden können,
als von der ausländischen Konkurrenz, sondern weil das
deutsche Fabrikat besser is t."
Um dies zu erreichen, muß sich die deutsche Industrie
rühren. Sie muß Gelegenheit suchen und finden, in macht-
vollen Kundgebungen, ihre hochwertigen Erzeugnissse vor-
zuführen.
Der Gedanke der Jahresschau Dresden ist aus solchen
Erwägungen heraus geboren. Glas und Keramik sollen den
Reigen eröffnen. Beide, hochbedeutende Industrien sollen in
würdiger Repräsentation die Vielseitigkeit ihrer Erzeugnisse
vor Augen führen.
Die Vorgeschichte der Ausstellung war bis heute recht
interessant und bewegt. Es hat sich nämlich gezeigt, daß von
Anfang an auf seiten der Keramik volles Verständnis für die
Wichtigkeit und Bedeutung des Unternehmens bestanden hat.
Dagegen hatte die Abteilung Glas mit starken Gegenströmungen
zu kämpfen. Auf der einen Seite wurden Stimmen laut, die
der Befürchtung Ausdruck gaben, wenn die deutsche Industrie
auf einer Ausstellung zeige, auf welch hohem Stande der
Leistungsfähigkeit sie sich befinde, so könne dieses Deutsch-
land Nachteile durch weitere Schikanen des Auslandes hervor-
rufen. Diese Stimmen übersehen völlig, daß das Ausland durch
seine nur zü gut wirkende Handels-Spionage, so genau über
den Stand unserer Leistungsfähigkeit unterrichtet ist, daß ihm
durch eine Ausstellung nichts Neues gesagt werden kann.
Auf der anderen Seite waren es die Engherzigen und die
Kleinlichen, die sich sagten:
„Wir leben jetzt in einer Zeit günstiger Konjunktur im
Inland und haben keine Reklame nötig. Wozu sollen wir Opfer
an Zeit und Geld für eine Ausstellung bringen, die uns doch
momentan keinen greifbaren Nutzen abwerfen kann?"
Leider fehlt es in der Glasindustrie an solchen Köpfen
nicht, die jede Fühlung mit den großen Fragen unserer Zeit
vermissen lassen, über den Kreis ihres nur allzuengen Hori-
zontes nicht hinausblicken können und überdies jeglichen Sinnes
für die Gemeinsamkeit der Interessen ihrer Industrie entraten.
Bemerkenswerter Weise haben gerade diese sich "nicht damit
begnügt, der Ausstellung ihre Teilnahme zu versagen, sondern
sie haben es für nötig befunden, die ganze Ausstellungsidee
zu bekämpfen. Glücklicher Weise ohne Erfolg! Die Abteilung
Glas hat trotz aller, Gegenströmungen schon soviele Voran-
meldungen erhalten, idaß sie heute gesichert ist. Was aber
noch mehr bedeutet, ist die Tatsache, daß die Anmeldungen
so vielseitig sind, daß nicht nur ein imposantes, sondern auch
ein erschöpfendes und umfassendes Bild aller Zweige unserer
Industrie dadurch geboten wird.
Die gestaltende Idee der Ausstellung ist, den Werdegang
des Glases zu zeigen. Beim Eingang in die Halle wird man
das halbfertige und gewöhnliche Glas sehen und beim Durch-
schreiten der Halle von Schritt zu Schritt bis zum feinsten und
edelsten Kristall geführt werden. Wenn es der noch vor-
handene Platz erlaubt, so soll sich daran eine historische Ab-
teilung anschließen, die die Entwickelung der Glas-Industrie
aus ihren Uranfängen bis zur heutigen Blüte vor Augen führen
soll. Je nachdem noch weitere Anmeldungen eingehen, kann
aber die historische Abteilung in ihrer Ausdehnung beschnitten
werden, sodaß auch heute noch den bisher Fernstehenden die
Möglichkeit geboten ist, sich an dem großen Werke zu be-
teiligen.
Daß es zum Segen für unsere Industrie und damit für
unsere Volkswirtschaft, für die sie eine der wichtigsten
Faktoren ist, und letzten Endes für unser gebeugtes, aber
kraftvoll wieder emporstrebendes Vaterland ausschlagen möge,
ist der Wunsch und die Hoffnung derjenigen, die den Aus-
stellungs-Gedanken ins Leben gerufen haben und ihn mit allen
Kräften fördern. ______
122 — Nr. 11
SPRECHSAAL- COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Die photographischen Aufnahme -Verfahren.
Von C. Fleck.
(Fortsetzung.)
- VI.
Seitdem Kameratisch und Aufnahmebrett miteinander fest
verbunden sind, fallen die umständlichen Messungen, welche
früher dem Einstellen vorausgegangen sind, weg. Höchstens,
daß man nachzusehen hat. ob das Objektiv richtig in seinem
Ring sitzt, und ob der Objektivvorbau genau in die Kamera
eingesetzt wurde. Wäre dies nicht der Fall, dann würde das
Original an einem seiner Ränder unscharf auf der Mattscheibe
erscheinen. Während der Landschaftephotograph zuerst den
günstigsten Standpunkt suchen wird, um den aufzunehmenden
Gegenstand auf der Platte vorteilhaft plazieren zu können
(Bildabschlaß), fällt diese Arbeit beim Reproduktionsphoto-
graphen fort. Er hat nur dafür zu sorgen, daß sein Aufnahme-
gegenstand, wenn er eine Druckfläche darstellt, gleichmäßig,
und wenn er ein plastischer Gegenstand ist, richtig beleuchtet
ist. Das Nächste, was der Reproduktions-Photograph tun muß,
ist die Einstellung auf Bildgröße. Zeigt sich bei der ersten
Einstellung, daß das Mattscheibenbild kleiner oder größer ist,
als der Besteller vorgeschrieben hat, dann hilft man sich ein-
fach dadurch, daß man die Kamera vor- oder zurückschraubt.
Nun erst erfolgt die Einstellung auf Schärfe und das Abblenden.
Um das Einstellen auf Schärfe genau durchführen zu
können, bediene man sich einer aplanatischen Einstellung. Für
manche Reprodnktionszwecke genügt aber auch diese nicht,
weil entweder die erzielte Vergrößerung zu gering oder für
den Gebrauch zu unbequem ist, so daß man mit dem Kopfe
sehr nahe an die Mattscheibe heranrücken muß. Um dies zu
vermeiden, benütze man zusammengesetzte oder mikroskopische
Lupen; diese werden bis zu dreifacher linearer Vergrösserung
hergestellt und gestatten dem Auge die Prüfung in einer an-
genehmen Entfernung. Die Lupe wird auf das Korn der Matt-
scheibe genau eingestellt, und diese Einstellung, welche dem
Auge des Beobachters angepaßt wird, bleibt für immer be-
stehen. Zorn Scharfeinstellen stellt man die justierte Ein-
stellupe auf die Mattscheibe und prüft das Bild.
Durch das Abblenden wird die Zeichnungsschärfe oder die
Tiefenschärfe im Bilde erhöht, die Lichtstärke des Objektivs
wird veningert, dagegen der brauchbare Bildwinkel vergrößert.
Die Praxis lehrt, daß man immer mit der größtmöglichen
Blende arbeiten soll, denn einerseits spart man Belichtungszeit
nnd anderseits gewinnen die Bilder an Qualität. Es ist nicht
gleichgültig, ob man bei geringer relativer Oeffnung lange
Zeit oder bei großer den mathesisch entsprechenden kleinen
Zeitbetrag belichtet. Im ersten Falle Wird in den dunklen
Stellen der Schwellenwert weniger überschritten, und es er-
gibt sich ein weniger durchgezeichnetes und somit härter aus-
sehendes Negativ. Dunkle Objekte, wie dunkle Oelgemälde,
Kirchen-Interieurs usw. verlangen viel Licht bei der Aufnahme.
Die Glasplatte oder das Aufnabmeglas, das als Träger der
Bildscbicht dient, muß aus absolut planem, blasen- und kratzer-
fi eiern Glase bestehen, damit hauptsächlich bei Aufnahmen von
kartographischen Arbeiten keine Bildverzeichnungen vor-
kommen, dann, damit durch ebenes Anliegen an die Metall-
platte scharfe Kopien erzeugt werden können, und endlich,
damit die Glasplatten nicht platzen können, weil der Druck im
Kopier rahmen ein sehr starker ist und sein muß. Bei Strich-
sacben lür Reklamearbeiten kann auch Salinglas verwendet
werden, besonders für Aufnahmen, die für Kopierzwecke ab-
gezogen oder gedreht werden. Der Reproduktions-Photograph
kennt die folgenden Glasplattengrößen und Glasstärken:
13X18 cm, 1 mm 28X33 1/* cm, 3 mm
18 X 24 „ , 1 V, „ 30 X 40 „ , 3 »/, „
21X*7 „ , 2 „ Ö9X461/* „ , 4 „
24 X 30 „ , 2 »/, „ 40 X 50 „ , 4 V, „
Frisch polierte Glasplatten, die aus der Fabrik gekommen
sind, müssen an den RäDdern mit Hilfe eines Schleifsteines
oder mit einer groben Schmirgelpapierfeile abgeschliffen werden,
damit man die Hände nicht verletzt. Neue Glasplatten stellt
man in einen Säaretrog (aus glasiertem Ton) mit Nuten
and Abflußhahn, worin Salpetersäure im Verhältnis 1 : 10 mit
Wasser verdünnt sich befindet. Man nennt diese Reinigung
der Glasplatten das „Absäuern". Gebrauchte Glasplatten werden
vorher in 5 °/0-ige Aetzkalilauge gelegt, mit Wasser überbürstet
und kommen hierauf in den Säuretrog. Die dem letzteren ent-
nommenen Glasplatten werden reichlich mit Wasser abgespült,
worauf man sie abtropfen läßt und die Aufnahmeseite mit der
Eiweiß-Voipiäparations-Flüssigkeit übergießt. Die abfließende
Eiweißlösung fängt man in einem Filtriertrichter auf, um sie
aufs neue gebrauchen zu können. Die im voraus vorpräparierten
Glasplatten weiden auf einem „Plattenbock" in einen staub-
freien Schrank gestellt.
Die wichtige Arbeit des Kollodionierens der Glasplatten
mit Negativkollodium ist für kleine und mittelgroße Platten
ziemlich leicht ausführbar ; für größere Glasplatten von 24X35
cm bedient man sich eines sogenannten „Pilzes", d. h. eines
viereckigen Brettchens, das mit einer Filzplatte überzogen ist
und einen Stiel als Handgriff hat, oder man legt die Platte
auf einen feststehenden Pilzkopf, wobei man sie nach jeder
Richtung hin bequem auf- oder abwärts dirigieren kann. Beim
Uebergießen der Platte mit Kollodium verfährt man so, daß
zuerst eine hinreichende Menge Kollodium auf die Mitte der
wagrecht gehaltenen Platte ausgegossen wird ; dann neigt man
die Platte leicht gegen die rechte obere Ecke, läßt von da aus
das Kollodium nach der linken oberen Ecke fließen, hierauf
gegen die linke untere Ecke und endlich an der rechten
unteren Ecke in die Filterflasche abfließen. Die Glasplatte wird
hierbei mit den Fingern an der rechten unteren Ecke gehalten.
Sobald die untere rechte Ecke zu erstarren anfängt, was man \
am Ablauftropfen erkennt, wird die Platte in das Silberbad
gelegt.
Die Arbeit des Lichtempfindlichmachens (Sensibilisieren,
Sensitieren) der kollodionierten Glasplatten wird am besten in
einer Porzellan schale mit Holzverschalung vorgenommen. Bei
Verwendung von Glasschalen sei die Innenwand der Holzver-
schalung mit weißer Oel- oder Emailfarbe ausgestrichen.
In die Schale muß soviel filtriertes Silberbad gegossen
werden, daß die Grundfläche der Schale 1 cm hoch damit be-
deckt ist. Behufs Lichtempfindlichmachung der Kollodium-
platte — in geschlossener Dunkelkammer — hebe man die
Schale auf einer Seite in die Höhe nnd stelle die Kollodium-
platte mit einem Rande darin auf, lasse sie mit der Rück-
seite sanft in die Schale fallen, senke gleichzeitig die gehobene
Schale auf den Tisch nieder, wodurch das Silberbad die ganze
Platte mit einem Zuge bedecken soll. Wo das Silberbad nur
einige Sekunden verweilt, bleibt ein Streifen (Silberstreifen)
auf der Platte zurück, der sich im fertigen Negativ als dunkler
Streifen bemerkbar macht. Ist zu wenig Silberbad in der
Schale vorhanden, so gibt dies zur Fleckenbildung Veran-
lassung, die nicht zu verbessern ist. Die Platte verbleibt je
nach der Temperatur des Silberbades 2—3 Minuten darin. Das
sicherste Zeichen, daß die Platte ausgesilbert ist, bildet die
vollkommen glatte Kollodiumfläche, auf der das Silberbad
nicht mehr öl- oder fettstreifenartig abläuft. Nunmehr schiebe
man einen Silberbadhaken, der aus Ebonit, Horn oder Silber-
blech bestehen kann, unter die Platte, hebe diese mit der
Kollodium-Ablaufseite heraus, packe sie in schräger Richtung
und lasse sie abtropfen. Hierauf stellt man die Platte mit
dem der Ablaufseite entgegengesetzten Rande auf das auf dem
Tisch ausgebreitete Fließpapier, reinigt mit Filtrier- oder
Joseph-Papier die Rückseite der Platte, bringt diese in die
Kassette und setzt letztere behufs Belichtung (Exposition) in i
die Kamera ein. Die Dauer der Exposition hängt von der
Stärke des Lichtes, von der Lichtstärke des Objektives, vom
der Größe des Formates, von der Farbe des Originals, vom
der Empfindlichkeit der Präparate und endlich von der Größe
der Blende ab, mit der die Aufnahme gemacht wird. In der
Regel genügen 3 Minuten. Soll jedoch die Aufnahme kleiner
als das Original sein, so ist die Aufnahme bei gleichen Ver-
hältnissen eine kürzere. Im entgegengesetzten Falle ist eine
längere Exposition erforderlich. Man vergesse niemals, vor
der Aufnahme das Objektiv mit dem Objektivdeckel zu schließen
und bei der Aufnahme diesen abzunehmen. Nach erfolgter
Aufnahme bedeckt man das Objektiv, schließt die Kassette und
bringt sie in die Dunkelkammer, wo sie geöffnet, die Platte
herausgenommen und durch Uebergießen mit Entwicklerlösung
aus einem Becherglas das Bild hervorgerufen wird. Beim!
Uebergießen neigt man die Platte mit dem Ablaufrande — sonst l
gibt es Flecke — und gießt ein wenig, aber genügend Ent-
wickler in einem Zuge über die ganze Platte. Die als Ent-
wickler dienende Eisenvitriollösung vermischt sich mit der auf
der Schicht adhärierenden Silbernitratlösung und scheidet aus
dieser festes metallisches Silber ab, welches sich im Entstehen
als sehr feines Korn auf die Stellen der Schiebt ablagert und
hier festhalten läßt, die belichtet waren, wobei die Ablagerungs-
Dichte abhängig ist von dem Grade der Belichtung. Während
der Entwicklung muß die Platte durch Heben oder Senken
stets in Bewegung bleiben, damit der Entwickler nirgends
stehen bleibt, sonst gibt es ebenfalls Flecken. Nach 4—5 Se-
kunden erscheint das Bild und gewinnt bei fortdauerndem Ent-
wickeln allmählich an Kraft. Die Entwicklung oder Hervor-
rufung des Bildes währt so lange, bis alle Einzelheiten des
Bildes in der Durchsicht sichtbar sind. Erscheint das Bild zu
langsam, so war die Belichtung zu kurz. Ist die Platte über-
belichtet, so kommt das Bild schon während des Uebergießens
zum Vorschein, und feine Striche oder Punkte werden getrübt
oder belegt. Die Entwicklung wird durch reichliches Abspülen |
mit Wasser beendigt, worauf man die Platte in das Fixierbad
«
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 11 — 123
legt, worin sie so lange verbleibt, bis alles unbelichtete Jod-
silber sich gelöst hat und die Zeichnung in der Durchsicht klar
erscheint. Hierauf wird die Platte wieder reichlich mit Wasser
gespült, auch die Bückseite gewaschen, und nach dem Ab-
tropfen verstärkt, weil die nasse Kollodiumplätte in der Regel
zu transparent ausfällt und durch die Verstärkung auf die nötige
Dichte gebracht wird.
Aufnahmen, die ohne Hilfe eines Umkehrspiegels oder
eines Umkehrprismas aufgenommen wurden, müssen abgezogen
werden. Das Abziehen kann auf zwei Arten stattfinden, entweder
mit Kautschuklösung oder mit Gelatine. Bei ersterem Verfahren
benötigt man folgende Kautschuklösung:
Chloroform, Pharm. Germ. III . . 25 Teile
Paragummi . . . 1 „
Petroleumbenzin 20C „
Der Kautschuk wird befeuchtet, mit einem Basiermesser in
kleine Stücke geschnitten und in Chloroform gelöst, worauf die
Lösung mit Benzin verdünnt wird. Mit dieser Gummilösung
(filtriert) wird das trockene Kollodiumnegativ Übergossen und,
sobald dieser Ueberzug trocken wurde, mit Lederkollodium
überzogen. Das letztere besteht aus:
Bohkollodium 100 Teile
Bizinusöl 2 „
Lärchenterpentin . . . . . ' . . 5 „
Die Mischung wird geschüttelt, filtriert und ist dann zum
Uebergiefien gebrauchsfertig. Die Kautschuklösung fangiert
als Zwischenschicht, damit das Laderkollodium die Negativ-
schicht nicht auflösen kann. Die mit beiden Abziehlösungen
überzogene Platte wird mit einem Messer leicht eingeschnitten,
damit das Glas nicht verletzt wird, und in eine 3 °/0-ige Schwefel-
säurelösung gelegt. Nach einigen Minuten legt man auf das
Negativ ein entsprechend geschnittenes Papier und zieht mit
diesem die Negativhaut ab, die auf einem anderen Glas oder
direkt am Kopierrahmenglas angebracht wird.
Beim Abziehen mit Gelatinelösung wird das trockene
Negativ wagrecht auf eine vorher nivellierte, dicke Spiegel-
glasscheibe gelegt, damit ein Ueberfließen der Gelatine, wenn
diese richtig aufgegossen wird, nicht stattfinden kann. Die
Gelatinelösung besteht aus:
Destilliertes Wasser 100 Teile
Eisessig 20 „
Glyzerin 10 „
Gelatine 25 „
Weingeist . 50 „
Die Gelatine läßt man vorher aufquellen, verflüssigt sie
fm Wasserbade, stellt sie vom Heizapparat weg und gibt ihr
dann erst den Spiritus unter Umrühren in kleinen Partien zu.
Die filtrierte Lösung gießt man auf die Mitte des Negatives auf,
verteilt sie von da aus mittels eines starken Fließpapierstreifens
nach den Bändern der Platte, worauf man sie erstarren und
eintrocknen läßt. Die Essigsäure bewirkt ein schnelles Auf-
quellen und leichteres Abziehen der Gelatine, das Glyzerin
macht die Gelatinehaut geschmeidig, und der Spiritus bewirkt
ein leichteres Fließen der Gelatine über die Glasplatte sowie
iin bedeutend rascheres Trocknen. Auf die getrocknete Gelatine-
schicht kann Betuschierlack aufgetragen werden.
VII.
Der Gedanke, die nasse Kollodium-Methode zu vereinfachen,
das Präparieren mit dem Silberbad zu umgehen und das Silber-
nitrat dem Kollodium einzuverleiben, rührt von Gaudin (1855)
fer. Die erste brauchbare Bromsilberkollodium • Emulsion
wurde aber erst 1864 von B. J. Sayce und W. B. Bolton in
Liverpool hergestellt. Aber in die Praxis wurde sie erst durch
Mr. Eugen Albert in den 80-er Jahren in München eingeführt,
und sie hat für die photographische Beproduktionstechnik eine
ungemeine Verbreitung gefunden. Sie ist nicht nur für Strich-
nnd Halbtonsachen geeignet, sondern auch zur Aufnahme
farbiger Gegenstände, weil sie sich fast ebenso leicht wie die
[Trockenplatte für jede Farbe sensibilisieren und wie letztere
mit oder ohne Filter verwenden läßt. Für autotypische
Aufnahmen steht sie ohnedies unerreicht da. Die Kollodium-
Emulsionsnegative lassen sich fast ebenso rasch auswaschen
und nachbehandeln (verstärken oder abschwächen), wie nasse
Kollodium-Platten.
Die Bromsilber-Kollodiam-Emulsion ist eine alkoholisch-
lätherische Lösung von bromsilberhaltiger Kollodiumwolle und
wird fabrikmäßig hergestellt. Ihre Herstellung gründet sich
idarauf, daß Silbersalze (Silbernitrat) in wässeriger oder alkoho-
lischer Lösung befähigt sind, mit Halogensalzen (Brom-, Chlor-,
Jodkalium) wasser- oder alkoholunlösliche Niederschläge zu bilden,
welche bei Gegenwart sogenannter Kolloidsubstanzen (Eiweiß,
Gelatine, Kollodium) in äußerst fein verteiltem Zustand in der
Kolloidflüssigkeit schweben und dadurch eine sogenannte
„Emulsion" (milchige Trübung) bilden. Das Kollodium ist der
Bildträger, und das Bromsilber der Bilderzeuger. Die Beschaffen-
heit des Kollodiums, der Lösung der nitrierten Baumwolle in
Alkohol-Aether, ist von großer Bedeutung für die Güte und Halt-
barkeit der Emulsion. Ein gutes, für photographische Zwecke
dienliches Kollodium muß in physikalischer wie in chemischer
Hinsicht gleich vollkommen sein. Es darf weder zu dick- noch
zu dünnflüssig sein, es muß beim Trocknen durchsichtig und
zäh sein, damit es imstande ist, die Halogensilbersalze fest
einzuschließen, das häufige Waschen mit Wasser vertragen
und chemischen Agentien genügenden Widerstand bieten. Seine
Auftrocknung oder die Haut muß selbstverständlich strukturlos
sein und in chemischer Beziehung bei großer Empfindlichkeit
die Fähigkeit haben, ein intensives Bild zu geben. Das
Kollodium soll weder sauer noch alkalisch reagieren, und die
Baumwolle, aus der es hergestellt wurde, durfte weder kurz
abreißen, noch stark stauben. Alkalien, Alkalikarbonate und
Ammoniak machen das Kollodium dünnflüssig und brüchig,
weshalb diese Körper bei der Emulsionsbereitung nicht länger
als nötig mit dem Kollodium in Verbindung zu lassen sind.
Weniger empfindlich ist das Kollodium gegen Wasser, stark
verdünnte Säuren und Alkaloide. In der fertigen Emulsion
dürfen höchstens Spuren von Wasser sein, weil sie sonst
keinen guten Guß liefert und leicht zerreißt. Sehr gut läßt
sich das Zelloidin von Schering in Berlin verwenden. Von
Wichtigkeit ist die Bestimmung der Viskosität (Zähflüssigkeit)
des Kollodiums, weil ein zähflüssiges, alkoholreiches Kollodium
eine feinkörnigere Negativschicht bildet. Der zu verwendende
Alkohol und Aether müssen absolut rein und besonders in
heutiger Zeit auf allgemeine Verunreinigungen, Aldehyd, freie
Säure, Furfurol, Fuselöl, Wasserstoffsuperoxyd und Schwefel-
verbindungen geprüft werden. Als Bromsilber kommt entweder
das flockige und das pulverige oder das körnige in Betracht,
niemals das geschmolzene kristallisierte.
Das durch Fällen in Kollodium entstandene Bromsilber
zeigt ein anderes spektrales Verhalten als das in Gelatine. Die
Kollodium-Emulsion ist mehr violettempfindlich, die Gelatine-
Emulsion mehr blauempfindlich. Das Bromsilber der letzteren
Emulsion ist weniger leicht zu Silber zu reduzieren als das
violettempfindliche. Auch im Verhalten chemischen und
optischen Sensibilisatoren gegenüber sind die beiden Emulsionen
- sehr verschieden. Die Kollodium -Emulsion ist chemischen
Sensitoren gegenüber (wie freies Silbernitrat, Tannin, Alkaloide
usw,) viel empfindlicher als die Gelatine-Emulsion. Die Er-
höhung der Farbenempfindlichkeit (optische Sensitierung) durch
Zusatz von Farbstoffen ist bei der Kollodium-Emulsion eine
wesentlich größere. Die Sensitierungszonen sind bei Kollodium-
Emulsionen geschlossener und kürzer als die Bromsilbergelatine-
Emulsionen, weshalb sich Dreifarben -Kollodium -Emulsionen
herstellen lassen, welche ein Farbenfilter entbehren können. —
(Schluß folgt.)
Die deutsch-spanischen Handelsbeziehungen.
(Nachdruck verboten.)
Das deutsch-spanische Handelsabkommen vom 12. Februar
1899 ist von spanischer Seite zum 20. Dezember 1922 gekündigt
worden. Hieraus und aus dem Umstände, daß in Spanien die
Einführung eines neuen Zolltarifes mit zum Teil erheblich er-
höhten Zollsätzen vor der Tür steht, ergibt sich die Not-
wendigkeit, Vorbereitungen zu einer Neuregelung der deutsch-
spanischen Handelsbeziehungen zu treffen.
Bisher stand deutschen! Erzeugnissen in Spanien das Becht
auf die Meistbegünstigung zu. Trotz dieses Anspruches war,
wie wir weiter unten sehen werden, Spanien dazu übergegangen,
zu den Zollsätzen Valutazuschläge zu erheben. Die deutsche
Begierung hat zwar gegen diese Valutazuschläge Einspruch
erhoben, da sich dieselben mit dem Vertrage nicht in Einklang
bringen ließen, einen Erfolg hat aber dieser Einspruch nicht
gezeitigt. Die Valutazuschläge auf deutsche Waren werden
nach wie vor erhoben. Es ist zu befürchten, daß bei längerem
Anhalten des bestehenden Zustandes die Kundschaft in Spanien
entfremdet wird und sich durch die Not gezwungen an die
Erzeugnisse anderer fremder Länder gewöhnt. Bezüglich der
Aufhebung der Valutazuschläge ist zu bemerken, daß in
spanischen Zeitschriften unklare Angaben enthalten sind, nach
welchen die Valutazuschläge zwar aufgehoben werden sollen,
daß anstatt deren aber andere Maßnahmen gegenüber valuta-
schwachen Ländern getroffen werden sollten. Leider werden
nähere Einzelheiten nicht erwähnt, aus denen Schlüsse auf die
Absichten der spanischen Begierung gezogen werden könnten.
Was die in Spanien zur Erhebung kommenden Zollabgaben
anbetrifft, so sind dieselben derartig hoch, daß es den deutschen
Fabrikanten und Exporteuren beinahe unmöglich gemacht wird,
weiter nach Spanien Waren abzusetzen. Bei den bevorstehenden
Verhandlungen muß mit allen Mitteln dahin gestrebt werden,
wenigstens bei den Erzeugnissen einen einigermaßen ange-
messenen Zollsatz festzusetzen, die in Spanien entweder über-
124 — Nr. 11
hanpt nicht oder nur in unbedeutendem Umfange hergestellt
werden.
Nach unseren Informationen sind Verhandlungen zwischen
der deutschen und spanischen Regierung zwecks Regelung der
gegenseitigen Handelsbeziehungen in kurzer Zeit zu erwarten.
Wir stellen daher anheim, Wünsche bezw. Anregungen der
Interessenten möglichst bald zur Kenntnis der in Frage
kommenden Amtsstellen zu bringen.
Spanien ist kein Industrieland, sondern es betreibt vor-
wiegend Landwirtschaft und Bergbau. Infolgedessen war seine
Industrie bis zum Ausbruche des Weltkrieges verhältnismäßig
nur gering entwickelt. Trotzdem hat es seit vielen Jahren
Schutzzollpolitik getrieben. Die Schutzzölle haben aber der
spanischen Industrie nicht zum Ansporn gedient, sich zu ver-
vollkommnen, sondern sind auf Kosten der Konsumenten zu
großen Gewinnen ausgenutzt worden. Hierzu kommt noch, daß
in Spanien während des Krieges und in der Zeit nach dem
Kriege infolge der außergewöhnlichen Verhältnisse zahlreiche
neue Industriezweige zum Teil mit nicht unerheblichen Mitteln
ins Leben gerufen worden sind. Da jedoch die zu einer
gedeihlichen Entwickelung erforderlichen Grundlagen fehlen
und sich aus diesem Grunde die ausländische Konkurrenz
naturgemäß leicht fühlbar macht, ist der Versuch der spanischen
Regierung, diese neu entstandenen Industriezweige künstlich
durch eine kurzsichtige Zollpolitik zu erhalten und zu stützen,
von vornherein als verfehlt zu bezeichnen. Ein solches Unter-
nehmen ist auf die Dauer aussichtslos. Ueber kurz oder lang
werden dieselben der Konkurrenz des Auslandes unterliegen
müssen. Zum Teil hat sich auch schon in Spanien selbst die
Erkenntnis Bahn gebrochen, daß eine solche Politik nur auf
Kosten der Verbraucher durchgesetzt werden kann, die auf
solche Weise schlechte Erzeugnisse spanischen Ursprungs weit
teurer bezahlen müssen, als wenn dieselben in guter Beschaffen-
heit von dem Auslande geliefert worden wären.
Was die Steingut- und Fayenceindustrie anbetrifft, so hat
Spanien einige bemerkenswerte Betriebe in Madrid, Sevilla,
Valencia und Valladolid aufzuweisen. Nicht unbedeutend ist
auch die Porzellanindustrie in Sevilla, Viodo und Segoria.
Glashütten liegen in Asturien, den baskischen Provinzen und
Sevilla.
In Spanien gelangen die Zölle auf der Grundlage des Zoll-
gesetzes vom 27. Dezember 1911 zur Erhebung, das am
1. Januar 1912 in Kraft getreten ist, dessen Sätze selbst aber
später wiederholten Aenderungen unterzogen worden sind.
Dieser Zolltarif sieht für jede Tarifnummer zwei Zollsätze vor,
einen Maximalzoll und einen Minimalzoll. Der niedrige Satz
wird auf diejenigen Waren angewendet, die aus Länder kommen,
in denen die spanischen Erzeugnisse mit den niedrigsten
Zöllen des Tarifes belegt werden, die also den spanischen
Waren ihren Vertragstarif gewähren. Der höhere Satz wird
auf Herkünfte aus allen übrigen Ländern angewendet.
Die hochschutzzöllnerischen Bestrebungen der spanischen
Regierung brachten es in der Nachkriegszeit infolge der sich
naturgemäß immer fühlbarer machenden Wirtschaftskrise mit
sich, daß am 1. Dezember 1920 eine Verordnung in Kraft trat,
die ohne Aenderung des Zolltarifschemas für eine ganze An-
zahl von Tarifpositionen nicht unwesentliche Zollerhöhungen
voihah. Bereits mit Wirkung vom 21. Mai 1921 wurden weiter
wiederum unter Beibehaltung des Zolltarifschemas sämtliche
Zollsätze erheblich erhöht, und zwar sowohl im Maximaltarif
als auch im Minimaltarif.
Bei diesen Zollerhöhungen ließ es aber die spanische
Regierung noch nicht bewenden. Dieselben wurden vielmehr
durch zwei Maßnahmen ganz bedeutend verschärft, und zwar
durch einen Goldzuschlag (mit Wirkung vom 11. August 1920)
und einen Valutazuschlag (mit Wirkung vom 15. Juni 1921).
Was den Goldzuschlag anbetrifft, so wird die Höhe des-
selben für jeden Monat neu festgesetzt. Im Monat Januar 1922
stellte sich derselbe auf 33,52 °/0. Da dieser Goldzuschlag für
alle Länder gleich hoch ist, werden die Konkurrenzverhältnisse
der einzelnen ausländischen Interessenten untereinander nicht
verschoben. Anders verhält es sich aber mit den unsinnigen
und durch nichts gerechtfertigten Valutazuschlägen. Schon
die spanischen Zollsätze an und für sich verbunden mit den
Goldzuschlägen stellen eine ganz ungeheuere Belastung des
Exportes nach Spanien dar. Der neben diesen beiden außer-
dem noch zur Erhebung gelangende Valutazuschlag kommt
aber für die deutsche Ausfuhr nach Spanien fast einer Einfuhr-
sperre gleich.
Zwecks Ausgleichs des Schadens, der durch die Entwertung
ausländischer Devisen der spanischen Produktion zugefügt
werden kann, wird ein Zuschlag auf die Zollsätze erhoben.
Dieser Zuschlag ist nach Koeffizienten gestaffelt, die für die
einzelnen Klassen und Gruppen des Zolltarife« festgesetzt sind.
I
1922. (55. Jahrgang.)!
Diese Koeffizienten berechnen sich nach dem Unterschiede
zwischen 100 und der offiziellen Durchschnittsnotiz der be- *
treffenden ausländischen Währung und geben den Prozentsatz '
an, um den der sonst anwendbare Zollsatz sich erhöht. Die 11
Konstruktion dieser Valutazuschläge ist eine sehr eigenartige. I
Zunächst ist der Zolltarif in zahlreiche Tarif klassen und weiter 4
in Tarifgruppen eingeteilt. Für jede Gruppe ist ein bestimmter
Prozentsatz eines zu errechnenden Koeffizienten auf den Zoll- «
satz aufzuschlagen. Diese Prozentsätze bewegen sich zwischen •
10 und 70°/0. Es wird bei der Berechnung der Valutazuschläge »
demgemäß zuerst die Differenz ermittelt zwischen 100 und dem l
Kurse der in Frage kommenden ausländischen Währung, der
von der spanischen Regierung in jedem Monat neu festgesetzt i
wird. Für den Monat Januar 1922 stellte sich dieser amtliche •
Markkurs für Deutschland auf 3,405. Wir erhalten also i
100—3,405=96,595. Von diesem Ergebnis wird sodann der .
Prozentsatz berechnet, den der in Frage kommende Koeffizient
angibt. Bei Kristall, Glas, Irdenwaren, Fayence und Porzellan
stellt sich der Koeffizient auf 32. Wir erhalten also 96,595 X
0,32 = 30,91. Die sich so ergebende Zahl stellt den Prozentsatz
dar, der dem um den Goldzuschlag vermehrten Zoll zuzu-
schlagen ist.
Die Belastung der deutschen Einfuhr mit einem so hohen
Sonderzoll kann selbstverständlich nur die Wirkung ausüben,
daß deutsche Erzeugnisse von dem spanischen Markt nach und
nach immer mehr ausgeschaltet werden. England und Amerika l
haben gemäß ihrem Valutastande keine Valutazuschläge zu
zahlen. Frankreich, Belgien und Italien haben einen niedrigeren
Valutazuschlag zu zahlen als Deutschland. Deutschland ist am
meisten getroffen.
Spanien ist für den deutschen Export stets in hohem Maße
aufnahmefähig gewesen. Durch die Berechnung des Valuta-
zuschlages ist auf den deutschen Export ein vernichtender
Schlag ausgeübt worden. Der zur Berechnung kommende
Aufschlag beseitigt unsere Konkurrenzfähigkeit gegenüber den
anderen Ländern.
Das System der Valutazuschläge in Spanien hat es mit
sich gebracht, daß bei der Einfuhr von Waren Ursprungszeugnisse
vorgelegt werden müssen, um zu verhindern, daß durch Ver-
mittelung von Firmen in Ländern mit überwertiger Valuta Erzeug-
nisse aus Ländern mit unterwertiger Valuta zwecks Umgehung der
Valutazuschläge zur Einfuhr gelangen können. Für deutsche
Erzeugnisse sind nach Lage der Sache Ursprungszeugnisse
nicht erforderlich.
Die Valutazuschläge auf deutsche Erzeugnisse machen jede
kaufmännische Kalkulation zur Unmöglichkeit, da mit schwanken-
den Unterlagen gerechnet werden muß. Der Export nach
irgend einem Lande kann nur dann in günstige Bahnen gelenkt
werden, wenn die zur Erhebung gelangenden Zölle stabil sind.
Andernfalls müssen große Schwierigkeiten eintreten, die den
Handel zu unterbinden in der Lage sind.
Die Frage der Valutazuschläge ist von so großer Bedeutung,
daß mit allen Mitteln danach gestrebt werden muß, diese durch
nichts gerechtfertigten Maßnahmen zu beseitigen. Andernfalls
geht dem deutschen Export ein bedeutendes und zukunftreiches
Absatzgebiet verloren. Die Bestrebungen, die darauf hinzielen,
die Erzeugnisse Deutschlands als Land mit unterwertiger
Valuta im Zoll schwerer zu belasten, nehmen keine Rücksicht
auf die inneren Verhältnisse in Deutschland. Unter Berück-
sichtigung des Umstandes, daß die deutsche Wirtschaft auf den
meisten Gebieten bereits mit Weltmarktpreisen rechnen muß
und im Hinblick darauf, daß keine Industrie der Welt durch
die Steuergesetzgebung so belastet ist wie die deutsche, sind
die Valutazuschläge auf deutsche Waren als eine große Un-
gerechtigkeit zu bezeichnen. Die spanische Regierung geht
von der falschen Voraussetzung aus, daß Deutschland wegen
seiner unterwertigen Valuta auch in der Lage ist, entsprechend
billiger zu fabrizieren als die anderen Länder mit hoher
Währung. In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse aber doch
so, daß der kleine Vorteil, den wir durch die etwas billigeren
Löhne haben, mehr als reichlich aufgewogen wird durch andere
Ausgaben und das Maß der Arbeitsleistung im Vergleich mit
den frühereu Zuständen.
Wenn man von der Annahme ausgeht, daß Spanien die
Valutazuschläge nur aus dem Grunde eingeführt hat, um den
spanischen Markt vor Produkten, die aus valutaschwachen
Ländern kommen, zu schützen, dann ist es unverständlich,
weshalb die Valutazuschläge von der ganzen Ware erhoben
werden und nicht berücksichtigt wird, daß in vielen Fällen in
dieser Ware Werte enthalten sind, die das valutaschwache!
Land erst aus dem Auslande bezogen hat, daß also hier der
Weltmarktpreis in Goldwährung bereits entrichtet worden ist.
Hierdurch werden die valutaschwachen Erzeugungsländer den
valutastarken Ländern gegenüber doppelt benachteiligt.
SPRECH SAAL --COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 11
125
Aber selbst wenn man von der Höhe der Zollsätze ganz
abseben will, macht die Art der Gewichtsfeststellung bei Glas
bei zahlreichen Erzengnissen (z. B. Hohlgläser) jedes Geschäft
nach Spanien fast zur Unmöglichkeit. Früher wurde das Netto-
gewicht in der Weise ermittelt, daß vom Bruttogewicht für
die Verpackung 30°/0 abgezogen wurden. Daß diese 30 °/0
Tara-Abzng bei den meisten Glaswaren vollständig unzulänglich
war, braucht wohl nicht besonders ausgeführt zu werden. In
neuester Zeit werden aber nicht 30 °/0, sondern nur 15 °/0 Tara
abgesetzt, was fast einer Bruttoverzollung der Waren gleich-
kommt.
Welche Zollsätze heute in Spanien für Glas und Porzellan
zur Erhebung gelangen, geht aus der nachstehenden Ueber-
sicht hervor. Die Verzollung erfolgt, wo nichts Besonderes
bemerkt ist, durchweg nach dem Reingewicht.
Der heute in Spanien in Kraft befindliche Zolltarif :
Zollsatz
Tarif I Tarif II
Pesetas
Bezeichnung der Waren
Mafistab
der Ver-
zollung
12 Schmirgelpapier 100 kg
13 Schmirgeltuch „
14 Asbest, unverarbeitet (Rohgewicht) „
15 Asbest in Blättern, auch in Ver-
bindung mit anderen Stoffen . . . „
Kristall und Glas.
29 Hohlgas, ungefärbt: Flaschen,
Flakons, Korbflaschen und ande-
re Umschließungen, geblasen oder
gegossen, weder geschnitten noch
geschliffen auf irgend eine Art.
(Glas, dessen Färbung auf der
natürlichen Farbe der Rohmasse
beruht, ohne daß irgend ein Farb-
stoff zugesetzt worden ist, wird
wie nicht gefärbtes Glas verzollt.) „
30 Hohlglaß, gefärbt, in denselben
Gegenständen, nicht geschnitten,
Flaschen und Flakons, geschliffen,
und Siphons für kohlensäure-
haltige Getränke „
31 Glas, Kristall und Halbkristall,
weder gefärbt noch poliert, ge-
schnitten oder verziert, in Gegen-
ständen aller Art, anderweit nicht
aufgeführt „
32 Glas, Kristall und Halbkristall,
gefärbt, geschnitten, poliert oder
verziert. (Als Schnitt ist die Be-
arbeitung, welche zur Entfernung
der Formnähte notwendig ist,
nicht anzusehen.) „
33 Glas für Fußböden und Lichtgaden,
Glasdächer und ähnliche Gegen-
stände, von mehr als 12 mm Dicke „
34 Tafelglas und Tafelkristall, gebogen
oder nicht, von 4 bis 12 mm ein-
schließlich dick, ungefärbt oder
farbig, glatt oder mit erhabener
Arbeit „
35 Glas, gerieft, mattiert/ mit erhabener
Arbeit, und armiertes Glas, bis
4 mm einschl. dick. (Armiertes Glas
sowie gerieftes, mattiertes oder
mit erhabener Arbeit versehenes
Glas von 4 bis 12 mm Dicke ist
nach Tarif-Nr. 34, dickeres nach
Tarif-Nr. 33 zu verzollen.) ... „
36 Glas und Kristall für Fenster, bis
4 mm einschl. dick, auch mit ab-
geschliffenen Rändern, gebogen
oder gefärbt, und farbige Fenster-
scheiben „
Das in den Tarifnummern 33 bis 36
aufgeführte Tafelglas unterliegt, wenn
es gefärbt ist, außer dem tarifmäßigen
Zolle einem Zuschlage in Höhe von
35% des Zolles.
37 Photographische Platten, licht-
empfindliche „
105.00 70,00
130,00 75,00
6,00 3,00
100,00 50,00
28,00 14,00
120,00 60,00
160,00 80,00
195,00 97,50
20,00 12,00
167,50 90,00
100,00 50,00
100,00 50,00
160,00 80,00
Tarif-
Nr.
Mafistab
der Ver-
zollung
38 Glas und Kristall, belegt, versilbert
oder vernickelt. (Die Rahmen
Bezeichnung der Waren
der Spiegel unterliegen dem Zolle
der Nummer, zu der sie ihrer Be-
schaffenheit nach gehören, wenn
der bezügliche Zollsatz höher ist
als der auf die Spiegel.) . . .
39 Glaskorallen, Glasperlen, Nachah-
mungen von echten Steinen und
andere ähnliche Gegenstände . . 1 kg
40 Glas und Kristall in Figuren, Vasen,
Blumenschalen und ähnlichen
Auschmückungsgegenständen, so-
wie Gläser für Bilder, Taschen-
uhren und optische Instrumente „
Irdenwaren, Fayence und Porzellan.
41 Fliesen, Backsteine und Dachziegel
aus gewöhnlichem gebrannten
Ton, unglasiert, zum Bau von
Häusern. (Bei der Anwendung
dieser Tarif -Nr. ist zu berück-
sichtigen, daß sie nur rohe Back-
steine, Fliesen und Dachsteine
aus gebranntem Ton umfaßt, die
zur Herstellung von Wänden,
Mauern, Backöfen usw. verwendet
werden.) 100 kg
42 Fliesen " und Mosaik aus feinem
gebrannten Ton, Steinzeug (gres)
oder Fayence, Kacheln für Plinthen,
Sockel und zur Boden- und Wand-
bekleidung sowie glasierte Ziegel „
43 Küchengeschirr, Töpfe, Ballons,
Röhren und ähnliche Gegenstände
aus gewöhnlichem Ton .... „
44 Backsteine, Teile für Backöfen,
Retorten und andere ähnliche
feuerfeste Gegenstände .... „
45 Kamine, Klosetteinrichtungen,
Filter, Badewannen und andere
ähnliche Gegenstände aus feinem
Ton, Steinzeug (gres), Fayence
oder Porzellan, die als Wärme-
oder Gesundheitsvorrichtungen
für Wohnungen oder als Verzie-
rungen für Bauten benutzt werden „
46 Röhren aus Steinzeug (gres),
Fayence oder Porzellan .... „
47 Tischgerät, Toilettegerät und ähn-
liche Gegenstände aus den vor-
stehend genannten Stoffen, glasiert
oder unglasiert, ungefärbt oder
gefärbt oder nur einfarbig bedruckt „
48 Tischgerät, Toilettegerät und ähn-
liche Gegenstände aus den vor-
stehend genannten Stoffen, mehr-
farbig bedruckt, bemalt, mit ver-
goldeten Streifen oder sonstigem
Zierat versehen . . . ... . „
49 Feiner Ton, Steinzeug (gres),
Fayence oder Porzellan in Figuren,
Blumen, Vasen, Reliefs, Blumen-
schalen und ähnlichen Aus-
schmückungsgegenständen . . 1 kg
549 Elektrische Glühlampen mit Aus-
rüstung „
550 Elektrische Glühlampen ohne Aus-
rüstung „
681 Knöpfe aus Porzellan und Glas . „
Zollsatz
Tarif I Tarif II
Pesetas
100 kg 300,00 150,00
6,00 3,00
8,00 4,00
8,00 4,00
15,00 10,00
18,00 9,00
16,20 8,10
60,00 36,00
40,00 20,00
105,00 51,00
150,00 76,00
8,00 4,00
24,00 12,00
30,00 15,00
10,00 5,00
Der Koeffizient stellt sich bei Waren der Tarifnummern
12—15 auf 10°/0, bei Waren der Tarifnummern 549 — 550 auf
70°/0, bei Waren der Tarifnummer 681 auf 40°/0, bei allen
anderen vorstehend aufgeführten Tarifnummern auf 32°/0.
Der Zollsatz ist also bei den Koeffizienten 10 32 40 u. 70
zu multiplizieren mit ..... .9,66 30,91 38,64 u. 67,62
(Schluß folgt.)
126 — Nr. 11
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (65. Jahrgang.)
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Totenschau. Im 77. Lebensjahr verschied am 7.3. 22 Herr Fabri-
kant Hermann Wessely, Hamburg, Inhaber der Firma A. H Wessely,
Kunsttöpferei und Ofenfabrik, und langjähriger verdienstvoller Vorsitzen-
der des Verbandes der Sektion II der Töpferei-Berufsgenossenschaft.
Der Bodenplatten-Wettbewerb der „Vereinigten Mosaik- und
Wandplattenwerke, A -G. (Friedlaud-Sinzig-Ehraug)" warde am 18. 2. 22
durch das siebeogliedrige Preisgericht unter dem Vorsitz des Oberbau-
direktors Prof Dr. F Schumacher, Köln a ßh., zu Ende geführt Ein-
gelaufen waren 213 Einsendungen. Von den von M 10 000 anf M 30 000
erhöhten Preisen kamen fünf Preise und zwar zwei erste Preise zu je
Jt 4000 an Architekt Fritz Faß, Köln a. Bh , und an Dipl.-Ing. Wilhelm
Ulrich, Helle a. S., ein zweiter Preis von M 3 500 an Architekt Anders,
Beslau-Bischofswalde, ein dritter Preis von Ji 2 500 an Julius Cunow,
Berlin W. 15, Pariserstr. 32, und ein vierter Preis von M 2 000 an
Htinrich Sattler, München, Landstraße 5/4, zur Verteilung. Weiter
wurden 14 Entwürfe zu je M 1000 angekauft von den Künstlern:
Richard W B*pp. Karlsruhe i. B , Dipl.-Ing. Wilh. Ulrich, Halle a S. (2),
Architekt Anders, Breslau-Bischof swalde, Anton Kling, Hamburg, Architekt
Komowski, Charlotten bnrg, Mizi Otten-Friedmaun, Wien, Fritz Faß, Köln
a. Ba. (2), Fähler & Beiner, Wtesdorf Küppersteg (2). Ad. C Hollah,
Essen, Wilhelm Engel, Darmstadt, Heinrich Sattler, München. Dieser
sehr erfolgreich durchgeführte Wettbewerb ist geeignet, der Mosaikplatten-
Indastrie ganz neue Wege zu weisen.
Gesetzgebung, Steuern.
Steuerkarte ausgeschiedener oder verstorbener Arbeitnehmer.
Oft sind Arbeitgeber, welche die Steuerkarte ihrer Arbeitnehmer ver-
wahren, im Besitze der Steuerkarten solcher Arbeitnehmer, welche ohne
Mitnahme der Steuerkarte die Arbeitsstelle verlassen haben oder ge-
storben sind. Der Eiichsfinanzmiuister hat bestimmt, daß diese Steuer-
karten ia jedem Jahre bis zam 20 4. von dem Arbeitgeber an das für
seinen Batriebssitz zuständige Finanzamt abzuliefern sind und daß der
Arbeitgeber dabei in doppelter Ausfertigung ein Verzeichnis einzureichen
hat, das die Namen der betreffenden Arbeitnehmer nnd den Wert der für
ihn entwerteten Steaermarken enthält.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Lateinamerika. Patentanmeldungen nnd Eintragungen von
Warenzeichen, üeber die Bedingungen, Gebühren nnd sonstigen Vor-
schriften* für die Patentanmeldung und Eintragung von Warenzeichen in
Argentinien, Brasilien, Caile, Paraguay und Uragnay ist von der Geschäfts-
stelle der deutschen Handelskammern in den lateinamerikanischen Ländern
(Hamburg 11, Börse, Zimmer 221) eine kurze Zusammenstellung ver-
öffentlicht worden. Die genannte Geschäftsstelle nennt auch gerne An-
schriften von zuverlässigen deutschen Patentanwälten in Lateinamerika.
Handel und Verkehr.
Verwertung nicht in Berlin notierter Valuten. Der Export
bringt in Vtrfoig der Faktnriernng in hochwertiger Auslandswährung hin
und w>ed-r atch solche Valuten hervor, für die die Beichsbank im allge-
meinen nicht Käufer ist. Eine Devisenablieferungsi flicht besteht in diesen
Fällen nicht. Um jedoch den Besitzern derartiger Valuten eine erweiterte
Verwertungunöglichkeit zu schaffen, bat die Beichsbank angeordnet, daß
Noten, Schecks und Wechsel — letztere mit einer Laufzeit bis zu drei
Monaten — auf alle dem Weltverkehr angeschlossenen Länder mit Aus-
nahme der in Deutsch-Oesterreich zahlbaren Wechsel und Schecks sowie
der auf rusüsche und polnische Währung lautenden Papiere als Auf-
tragspapiere angenommen werden. Die Annahme der hiernach
neu in Betracht kommenden Papiere erfolgt unter dem auf der Quittung
zu vermerkenden Vorbehalt der Einzugs- nnd Verwertungsmöglichkeit und
gegebenenfalls ohne Gewähr für rechtzeitige Präsentation und Protest-
«rheboDg Die Zusicherung des Kurses des Einlief erungstages kann bei
der jenigen Währungen, für die in Berlin keine regelmäßige amtliche No-
tierung besteht, naturgemäß nicht in Frage kommen. Da Bich in geeig-
neten Fällen fnr die Beichsbank eine Gelegenheit zur Verwertung der
betreffenden Papiere vor Verfall bieten kann, wird die EtichBbank prüfen,
unter welchen Bedingungen die Devisenabteilung der Beichsbank von den
Bankanstalten derartige Papiere kaufen kann. Bei börsenmäßigem oder
sonstigem Weiterverkauf wird die Beichsbank den Einreichern den von
ihr erzielten Kujs m Anrechnung bringen. Bei Einziehung wird der der
B-ictsbank von ihrem K. rrespondenten gutgebrachte Betrag in üblicher
Weise abgerechnet Au Gebühren kommen die allgemeinen Sätze der
Biiihsbank in Abzug zuzüglich etwa entstehender besonderer Gebühren
und Küsten. Eine Kurssicherung kann, wie aus vorstehendem hervorgeht,
mit derartigen Devisengeschäften nicht oder nur in sehr bedingter Weise
erreicut weiden.
Wiederaufnahme des Postfracht stück Verkehrs mit China, Jfong-
hocg und Japan. Künftig können wieder gewöhnliche Postfrachtslücke
l^is 20 kg und solche mit einer Wertangabe bi* Jl 10 000 zur Beförderung
über Hamburg oder Bremen durch Veimittiung von Speditionsfirmen an-
genommen werden.
Eine neue Rechnungseinheit für den Außenhandel. Unter
dieser Ueberschnft brachten wir in Nr 2, 8. 17, eine kurze Zusammen-
fa-surg der von Begiernngwrat Dr. Dalberg in seinen Vorträgen im Beicbs-
verband der deutschen Industrie dargelegten Vorschläge zur Eutwicklung
einer neuen stabilen Geldeinheit. Diese viel beachteten Ausführungen
sind nun im Ve; g von ilnmar Hobbing in eingehend begründeter Aus-
arbHtuDg iu Buc ' rm erMhieneu und können durch unsere Geschäftsstelle
z m Prem von 24 + 20% SurtimeniszubChlag nnd Poitoauslagen be-
zogen werden. _________
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Mindestpreise für die Ausfuhr von
Walkerde haben mit Wirkung vom 1. 3. 22 eine Aenderang erfahren.
Keine Sicherstellung von Geschäftspapieren usw. dnrch
Revisoren der Außenhandelsstellen. Der Beichskommissar für Aas-
end Einfuhrbewilligung hat die Außenhandelsstellen darauf hingewiesen,
daß die Revisoren der Außenhandelsstellen und Außenhandelsnebenstellen
zur Sicherstellung von Geschäftspapieren, Geschäftsbüchern usw. nicht
befugt sind. Zuständig hierfür sind die Beamten der Staatsanwaltschaft,
die za allen Revisionen, die voraussichtlich zu einer Beschlagnahme von
GeBchäftspapieren, Geschäftsbüchern usw. führen, hinzugezogen werden
können.,
Ursprungszeugnisse für den Wareuversand aus Deutschland
nach dem Saargebiet. Nach den französischen Bestimmungen nehmen
die aus ausländischen Rohstoffen oder Halbfabrikaten in einem dritten
Lande hergestellten Waren nur dann den Ursprang dieses Landes an,
wenn sie entweder eine vollkommene Umwandlung erfahren
(transformation complete) oder wenn vom Gesamtwerte des Fertiger-
zeugnisses mindestens 50 % auf die Veredlungsarbeit in dem dritten
Lande entfallen, sei es nun durch eine unvollkommene Umwandlung
(tranBformation incomplete) oder eine vervollkommen de Bearbeitung (com-
plemcnt de msin d'oeuvre). Als Gesamtwert gilt jeweils der Wert, den
die Ware an Ort und im Zeitpunkt der Einfuhr ia das Saargebiet auf-
weist, also einschließlich beispielsweise aller Anschläge, Spesen usw. bis
zur Grenze. Aus ausländischen Rohstoffen oder Halbfabrikaten in Deutsch-
land hergestellte Waren, die diesen Anforderungen der französischen Zoll-
gesetzgebung nicht entsprechen, sind zollpflichtig und werden entsprechend
dem Zustand, in dem sie in das Saargebiet eingeführt werden, mit den
Zollsätzen für Fertigerzeugnisse derjenigen Länder, aus denen die ver-
wendeten nichtdeutschen Grundstoffe stammen, belastet, gegebenen-
falls unter Erhebung der sartaxe d'origine oder d'entrepöt.
Um nun die für solche Waren fälligen Zölle besser erfassen zu
können, hat die französische Zolldirektion in Saarbrücken unter dem
7. 2. eine Verfügung erlassen, die nachstehendes besagt: Alle Ursprungs-
zeugnisse für solche aus Deutschland kommenden W*ren, die an sich aus
nichtdeutschen Erzeugnissen oder Stoffen bestehen, aber in Deutsch-
land verarbeitet Warden und dabei eine .nichtvollständige Um-
wandlung" (transformation incomplete) oder eine ergänzende Weiter-
verarbeitung (complement de main d'oeuvre) erfahren haben, müssen
künftig einen beweiskräftigen Vermerk darüber tragen, daß
die in Deutschland erfolgte Bearbeitung mindestens
50 °/0 des oben umschriebenen Gesamtwertes der
Waren darstellt, andernfalls der deutsche Ursprang dieser Waren
licht anerkannt wird. Dieser Vermerk kann von der gleichen Behörde,
die auch das Ursprungszeugnis ausgestellt hat, vorgenommen Werden.
Sorgfältige Prüfung, ob die geforderte Wertsteigerung von mindestens
50% des Gesamtwertes in der Tat gegeben ist, wird naturgemäß vor-
ausgesetzt.
Zweifellos dürfte diese Bestimmung neue Schwierigkeiten mit sich
bringen. Der Handelskammer zu Saarbrücken ist es gelangen, die fran-
zösische Zoll Verwaltung wenigstens zur Zabewilligang einer den dringend-
sten Bedürfnissen des Geschäftsverkehrs genügenden Uebergangsfrist von
einigen Wochen zu bewegen, während der von einer scharfen Durch-
führung der fraglichen Verordnung abgesehen werden soll.
Zweckmäßigerweise sei bei dieser Gelegenheit auch auf die Aus-
stellung von Ursprungszeugnissen für diejenigen Waren hingewiesen, die
gleichfalls aus an sich nichtdeutschen Stoffen oder Erzeugnissen
ia Deutschland hergestellt sind, bei denen aber im Gegensatz zam ersten
Fall entweder (A) eine vollständige Umwandlung (trans-
formation complete) oder (B) eine unvollstäadige Umwandlung bezw. ver-
vollkommnende Bearbeitung ohne die erwähnten 50 % Wertsteigerang
vorliegt.
A. Diese Erzeugnisse nehmen deutschen Ursprung au und haben
demgemäß Ansprach aaf zollfreie Einfahr. Aaf den Ursprungszeugnissen
maß die ausländische Herkunft des Rohstoffes vermerkt und die vollstän-
dige Umwandlung bescheinigt sein.
B. Bei der Ausstellung der Ursprungszeugnisse für die unter B
fallenden Waren ist die Vorschrift zu beachten, nach der die Beglaubigung
durch eine französische diplomatische oder konsularische Vertretung dann
erforderlich ist, wenn es Bich um Waren nichtdeatschen Ursprungs handelt,
für die bei ihrer Einfuhr iu das Saargebiet die Entrichtung von Zöllen
in Betracht kommt.
Der Schatzverein für Handel und Gewerbe im Saargebiet E. V. hat
Ursprungszeugnisse anfertigen lassen, die in formaler Hinsioht
genau den verschärften Anforderungen der französischen Zollämter ge-
nügen. Belieferer des Saargebiets können diese Urspruugszengaisse von
der Geschäftsstelle des SchutzvereinB, Saarbrücken, Sulzbachstr. 27, beziehen
Brasilien. Zolländerungen. Durch das brasilianische Haashalts-
gesetz für 1922 sind Aenderangen des Zolltarifs vom 19.3. 1900 für das
Jahr 1922 erfolgt, von denen für unsere Industrien die nachstehend auf-
geführten iu Betracht kommen : T.-Nr. 662 Isolatoren aus Glas für
Telegraphen- und Telephonstangen 200 Reis je kg ; Irdsne Isolatoren für
elektrische Installationen, in Teilen eingebend oder nicht, desgl. 200 Beis
je kg; T.-Nr 875 elektrische Lampen 3 500 Beis je kg; Füße für elek-
trische Lampen 20 Beis je kg. — Das Hmshaltgesetz enthält weiterhin
noch Bestimmungen Uber Gewährung von Zollfreiheit und Zollermäßigang.
Zollfreibeit genießt im allgemeinen das zur Schaffung einer Landesindustrie
eingeführte Materiii, Zollermäßigang das für Wasserunternehmungen er-
forderliche Material, sofern diesa Unternehmungen vom Staat, von einer
Gemeinde oder von Gesellschaften betrieben werden.
Italien. Das Zollaurgeld beträgt für die Zeit vom 1.— 16. 3. 22t
292% (311).
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL -CO BURG.
Nr. 11 — 127
Jugoslawien. Meistbegünstigung für deutsche Waren. Die
Deutschland auf Grand des neuen Handelsvertrags gewährte Meist-
begünstigung erfordert die Vorlegung von Ursprungszeugnissen, die von
den zuständigen Handelskammern der Versender auszustellen sind. Der
Ursprung kann auch auf den Originalrechnungen bescheinigt werden.
Auch direkte Frachtbriefe für Eisenbahnen oder Schiffe sind als Ursprangs-
beweis zugelassen, ebenso Bescheinigungen des 'Ausfuhrzollamtes auf den
Rechnungen oder Ausfuhrerklärungen. Die Visierung durch einen
serbischen Konsul ist nicht erforderlich,
Jugoslawien. Das Einfuhrverbot für Luxuswaren, das letzthin
erlassen worden ist, trifft u. a. auch Erzeugnisse aus Porzellan, Glas und
Majolika.
Spanien. Das Zollaufgeld ist für den Monat März 1922 anf
24,81 o/o (28,55) festgesetzt.
Tscheche slowakien. Ausfuhrerleichterung. Zur erleichterten
Ausfuhr der Waren, die ab 1. 10. 21 ohne Bewilligung und Gebühren zur
Ausfuhr zugelassen werden, sind mit Wirkung vom 15. 2. 22 die für die
freie Ausfuhr festgesetzten Preisanmeldungen aufgehoben worden.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellanfabrik C. M. Butschenreuther, A.-G., Hohenberg a. E.
Demnächst ist mit der Eintragung der Alt-Rohlauer Gesellschaft in das
Handelsregister zu rechnen, so dal die Ausübung des Bezugsrechtes anf
. die jungen Aktien noch im Laufe des Monats März wird erfolgen können.
Wie wir hören, soll die Radeberger Abteilung mit der Produktion künst-
licher Zähne jetzt an den Markt kommen.
Tschöpelner Werke, A.-G., Tscböpeln. Auszug aus dem geneh-
migten Abschluß vom 30. 9. 21 : Reingewinn M 411 703 (25 312) ; Divi-
dende 5% (0); Abschreibungen Jt 921317 (515 977).
Rheinische Spiegelglasfabrik, Eckamp b. Ratingen. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn Jt 5 780 985
(3 899422); Dividende 50% (25), Sondervergütung 50 % (25) ; Abschrei-
bungen M 453 033 (384 928); Erneuerungsfonds Jt 2 Mill. — Nach Mit-
I teilung der Verwaltung haben an dem Geschäftsergebnis die Verkäufe
nach dem Ausland besonderen Anteil.
Glas- und Spiegelmanufaktur, A.*G., Gelsenkirchen-Schalke.
Wie wir hören, ist die Mehrheit des Aktienkapitals von der Anglo-Dutch-
Bottle- Works-Company erworben worden, die wiedernm von der A.-G. der
Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm. Ferd. Heye, Düsseldorf, kontrolliert wird.
Neustädter Emaillierwerke H. Ulbricht & Co., A.-G., Neu-
stadt i. Sa. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 :
Reingewinn Jt 465928 (247 320); Verwendung nicht bekannt gegeben;
Abschreibungen Jt 98157 (42192).
Beinstrom & Pilz, A.-G., Schwarzenberg i. Sa. Die a. o. G.-V.
vom 11. 2. 22 genehmigte die Kapitalserhöhung um Jf 2 5 Mill. Inhaber-
aktien auf M 10 Mill. Die neuen, ab 1. 10. 21 dividenberechtigten Aktien
werden von der Commerz- und Privat-Bank, A.-G., Filiale Leipzig, als
Führerin eines Konsortiums mit der Verpflichtung übernommen, sie den
alten Alüonären im Verhältnis 3:1 zu 210% zum Bezug anzubieten.
I Das Bezugsrecht läuft bis 25. 3. 22 einschließlich.
General -Versammlungen.
Porzellanfabrik Günthersfeld, A.-G., Gehren : o. G.-V. 25. 3. 22,
ll'/i Uhr v., Bahnhofshotel, Arnstadt.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla : o. G.-V. 24. 3. 22, 10 Uhr v , Bank
für Thüringen, Meiningen. T -0 : u. a. Umwandlung von Jt 7 Mill. Vor-
zugsaktien in Stammaktien; Kapitalserhöhung um Jt 4 Mill. Stamm- und
Jt 3 Mill. Vorzugsaktien, auf M 23 Mill
Porzellanfabrik Rauenstein, vorm Fr. Chr. Greiner & Söhne, A.-G.,
Rauenstein: o. G.-V 23. 3. 22, 5 Uhr n, Bank für Thüringen, Meiuingen.
Porzellanfabrik Scköuwald, Schönwald; o. G.-V. 23. 3. 22, 10 Uhr v.,
Bank für Thüringen, Meiningen. T.-O : u. a. Kapitalserhöhung um Ji 2,4
Mill. Stammaktien auf M 5,4 Mill ; Gewährung des doppelten Stimmrechts
an die bisherigen M 1,4 Mill. Vorzugsaktien.
Porzellanfabrik Waldsassen Bareuther & Co., A.-G., Waldsassen:
o. G.-V. 3. 4.22, 9'/2 Uhr v., Geschäftsräume, Waldsassen.
Ludwig Wessel, A-G. für Porzellan- und Steingutfabrikation, Bonn:
o. G.-V. 23 3. 22, 11 Uhr v., Hotel Königshof, Bonn.
Dachaegelwerke Ergoldsbach, A.-G, Ergoldsbach: o. G.-V. 25.3. 22,
11 Uhr v., Bayerische Vereinsbank, Filiale Regensburg.
Gröhner Wandplattenfabrik, A.-G., Grohn: o. G.-V. 3. 4. 22, 12 Uhr m.,
J. F. Schröder, Bank-Komm.-Ges. a. A., Bremen.
. Ofen- und Tonindustiie, A.-G., Angerburg: o. G.-V. 6. 4. 22, 3 Uhr n.,
Hotel Deutsches Haus, Angerburg.
Somag, Sächsische Ofen- und Wandplatten- Werke, A.-G., Meißen:
o: G.-V. 29. 3. 22, 107, Uür v., Fabrikgebäude Meißen : T. 0. u. a. Kapitals-
erhöhung um Jt 2 Mill. Stamm- und JL 0,2 Mill. Vorzugsaktien auf
M 6,5 Mill.
Reußengrube, A.-G. zur Kretzschwitz, Gera-Reuß: o. G-V. 30.3.22,
II1/» Uhr v., Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt, Filiale Gera-Reuß. T.-O. :
u. a. Kapitalserhöhnng um Jt 0,6 Mill Inhaberaktien.
Annawerk, Schamotte- und Tonwarenfabrik, A.-G., vorm. J. R. Geith,
Oeslau: o. G.-V. 28.3.22, 3 Uhr n., Gesellschaftshaus, Coburg. T.-O.:
u. a. Kapitalserhöhung um M 3,5 Mill. Inhaberaktien auf Jt 6,5 Mill,
Vereinigte Zwieseler und Pirnaer Farbenglaswerke, A.-G., München-
a. o. G -V. 28. 3. 22, 10 Uhr v., Notariat München II. T.-O. : Kapitals-
erhöhung um JK 4,5 Mill. Stamm- und JK 0,25 Mill. Vorzugsaktien.
A.-G. Glashüttenwerke Adlerhütten, Penzig, O.-L. : o. G.-V. 28. 3. 22,
12 Uhr m., Bankhaus S. Bleichröder, Berlin. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung'
nm bis Jt 3 Mill. Stamm- und JK 1,2 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 8,2 Mill.
W. Hirsch, A.-G. für Tafelglasfabrikation, Radeberg; o G.-V.
30. 3. 22, 4 7a Uhr n., Sitzungszimmer, Radeberg. T.-O. : u. a. Kapitals-
erhöhung um Jt 1,8 Mill. Stamm- und Jt 0,4 Mill. Vorzugsaktien.
Sächsische Glasfabrik, Radeberg: o. G.-V. 28. 3. 22, 4 Uhr n.,
Sitzungszimmer, Radebere.
Chemische Werke Schuster & Wilhelmy, A.-G., Reichenbach, O.-L. :
o. G.-V. 27. 3. 22, 9 7^ Uhr v., Görlitz, Struvestraße 27. T.-O.: u. a.
Kapitalserhöhung um M 2,25 Mill.
Optische Anstalt C P. Goerz, Ä..-G, Berlin-Friedenau: o. G.-V.
30.3. 22, 11 Uhr v., Geschäftsräume, Berlin-Friedenau.
Deutsche Fensterglas-A.-G., Berlin: o. G.-V. 24. 3. 22, 11 72 Uhr v.,
Hotel Rassischer Hof, Berlin. .-. /•
Gottschalk & Co, A.-G., Cassel: o. G.-V. 1.4.22, 4 Uhr n., Ver-
waltungsgebäude, Cassel. T.-O. : u. a. Kapitalserböhung.
Th. Goldschmidt, A.-G., Essen : o. G.-V. 29. 3. 22, 11 Uhr v., Ge-
schäftsgebäude, Essen.
Odenwälder Tonindustrie, A-G„ Pfaffenbeerfurth: o. G.-V. 31, 3. 22,
10 72 Uhr v., Hotel Esplanade, Berlin.
Verbände.
Der Verein deutscher Spiegelglasfabriken, G. m. b. H., Köln,
hat die Preise in den einzelnen Kategorien mit sofortiger Wirkung nm
15 bis 23 % erhöht.
Der Verband deutscher Flaschenfabrikanten erhöhte den
Teuerungsaufsohlag auf sämtliche Flaschenfabrikate von 300 auf 400 °/0.
Der Verband deutscher Kachelofen-Fabrikanten setzte mit so-
fortiger Wirkung den Teuerungszuschlag für vorgeformte und Schmelz-
ware auf 40%, für alle übrigen Waren auf 50 % fest. Dar Verband
empfiehlt, sich bei Wiederverkäufen, Preiserhöhungen für alle Fälle
vorzubehalten und Preise nur freibleibend abzugeben.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co , A -G., Berlin. Max Rosenthal
ist infolge Ablebens aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Porzellanfabrik Kirchenlamitz, G. m. b. H., Berlin (bisher Kirchen-
lamitz i Bay ). Herstellung von elektrotechnischem Porzellan und dessen
Verkauf an die Firma Berent und Kurniker, Berlin. Stammkapital:
JK 110 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Kauf-
mann Hans Fickenscher und Milda Fickenscher.
Werra Porzellanfabrik, A.-G, Bremen. Ernst Brandenburger und
Fritz Böhme haben Gesamtprokura.
Porzellanfabriken Creidlitz, G. m. b. H., vorm. Rose, Schulz & Co.,
Creidlitz. Das Stammkapital ist auf Jt 570000 erhöht.
Porzellanfabrik Dr. Oehler & Co., Groß-Krotzenburg. Die Firma
ist in „Dr. Oehler & Co." geändert.
Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther, A.-G., Hohenberg a. E.
Die Kapitalserhöaung bezüglich der restlichen Ji 500 000 ist nunmehr
erfolgt. Ausgabekurs 105%.
Vereinigte Köppelsdorfer Porzellanfabriken, vorm. Armand Marseille
und Ernst Heubach, Köppelsdorf. Fabrikdirektor Dr. Robert Flohr und
die Kaufleute Georg Bauer und Oskar Baaersachs haben Gesamtprokura.
Die beiden letzten nur einzeln in Gemeinschaft mit einem der beiden
Gesellschafter Herrn. Marseille jun. und Ernst Heubach jan. oder mit
Direktor Dr. Robert Flohr.'
Döbrich & Heckel, Steatitwerk in Lauf' a. P., G. m. b. H , Lauf.
Kaufmann Paul Richter und Buchhalter Konrad Sörgel haben Gesamt-
prokura.
Wulff & Rohde, Kommandit-Gesellschaft, Lübeck. Die Liquidation
ist beendigt, die Firma erloschen.
Norddeutsches Porzellanwerk m. b. H. zu Lübeck, Lübeck. Der
Gegenstand des Unternehmens ist auf den Ein- und Ausfuhrhandel mit
Waren aller Art ausgedehnt.
Lübecker Porzellan- und Fayencefabrik, G. m. b. H, Lübeck. Die
Vertretungsbefugnis des Geschäftsführers Ferdinand 0. Keßler ist be-
endigt. Die Prokura des Franz H. F. Busse ist erloschen.
Porzellanfabrik Ludwigstadt: Sauer Comp. Komm. Ges., Ludwig-
stadt. Die Geschäftsführer Kaufmann Albin Büchner und Direktor August
Sauer sind selbständig vertretungsbefugt.
Porzellanfabrik Rottleberode, Gustav Bölte, Rottleberode. Inhaber
ist Fabrikbesitzer Gustav Bölte.
Otto Overdiek, Selb. Gebranchpporzellangeschirr-Herstellung und
-Handel. Inhaber ist Kaufmann Otto Overdiek.
Peter Spang, montierte Anrauchpfeifen- und Ton Warenfabrik, Baum-
bach. Die Firma ist in „Peter Spang Sohn, Inhaber: Peter Josef Spang"
geändert.
Steingutfabrik Union Hermann Wegfmann — Julius Bäsch, Berlin.
Die Gesellschaft ist aufgelöst, die Firma erloschen.
Wessels Wandplatten -Fabrik, A-G., Bonn. Betriebsdirektor Anton
Alef und Maria Verbeck haben Gesamtprokura.
Keramag, Keramische Werke, A.-G., Meiningen. Kaufmann Paul
Königs, Direktor Adolf Heubach und Dr. Heinrich Greifenhagen haben
Gesamtprokura.
Max Roesler, Feinsteingutfabrik, A.-G., Rodach. Direktor Karl
Laner ist aus dem Vorstand ausgeschieden.
Louis Raum, G. m. b. H, Nürnberg. Die Prokura des Heinrich
Fuchs ist erloschen. Sofie Fuchs hat Gesamtprokura. *
Anhalter Schamottewerke, A.-G„ Unterwiederstedt. Das Grundkapital
soll um M 350000 Stammaktien erhöht werden.
Laueitzer Schmirgel werk, G. m. b. H r Bremen. Der Sitz der
Gesellschaft ist von Vetschau nach Bremen verlegt. Stammkapital :
M 50 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Bernhard Noltenius.
128 - Nr. 11
SPRtCHSAAL-COBijRO.
1922. (öS. Jahrgang.)
Eud. Goebel, Hofheim, Zweigniederlassung Bad Blankenburg. Die
Prokura deß Kaufmanns Oskar Lochner ist erloschen.
Max Kray & Co.-Glasindustrie Schreiber, A.-G., Berlin. Die Prokura
des Dr.-Ing. Alfred Kray ist erloschen. Felix Rauschke hat Gesamt-
prokura mit einem Vorstandsmitglied. Dr.-Ing. Alfred Kray und Glas-
hüttendirektor Max K. Göpfert wurden zu Vorstandsmitgliedern bestellt.
Glaswerke Sachsenhutten, G. m. b. H , BiBchofswerda. Die Prokura
des Direktors Georg Hottenstein ist erloschen.
Glashütte Friedrichsthal, A.-G., Friedrichsthal bei Oostebrau. Grund-
kapital : Jt 2 Mill. Vorstand ist Kaufmann Paul Schwarzer. Die Kauf-
leute Bichard Mayer und Johannes Schwarz haben Prokura. Die Gründer,
die sämtliche Aktien übernommen haben, sind Bankier Dr. E. v. Bichborn,
die Kommanditgesellschaft Eichhorn & Co., die Kommanditgesellschaft
Carsch, Simon & Co., Direktor P. Schwarzer und Eentier F. Vollprecht.
Dem ersten Aufsichtsrat gehören an die Bankiers Dr. K. Bett, 0. Carsch,
Dr. E. Eichborn und E. v. Eichborn, Stadtrat G. Laß und Bentier
F. Vollprecht. . n, • '
Spiegelmanufaktur Waldhof, A.-G., Mannheim. An Stelle des aus-
geschiedenen Prof. Dr. Arthur Schroeter wurde Dr. Peter Brock als
Vorstandsmitglied bestellt.
Louis Ehrhardt, Glasinstrumenten-Fabrikation, Altenfeld. Inhaber
ist GlasblSsereibesitzer Louis Ehrhardt.
Hilmar Keilhauer, Cursdorf. Inhaber ist Thermometerfabrikant
Hilmar Keilhauer. , >, •, , _ . .
Wilhelm Ludwig, Cursdorf. Inhaber ist Glasbläser Wilhelm Ludwig.
Lippische Spiegelfabrik L. Becker & Co., Detmold. Persönlich
haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Luitpold Becker und Cornelius
M. Paadekooper. Jeder ist selbständig vertretungsbefugt.
Hermann Pröscholdt, Gotha, Inhaber ist Kaufmann Hermann
Pröscholdt. . «ali* t i» i.
Hermann Hofimann, Glaswarenfabrikation, Großbreitenbach. Inhaber
ist Glasbläser Hermann Hoffmann.
Hermann Vater & Söhne, Ilmenau. Herstellung und Vertrieb von
Isolierflaschen. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Glasbläser
Hermann und Otto Vater und Kaufmann Theodor Vater. Jeder ist selb-
ständig vertretungsbefugt.
Max Burghardt, Glastechnische Präzisionswerkstätten, Ilmenau. Die
Prokura des Kaufmanns Paul Abicht ist erloschen.
Phoenix Industrie Fritsch & Ulrich, Ilmenau. Fabrikation und
Vertrieb von Spiel- und Glaswaren. Persönlich haftende Gesellschafter
sind die Kaufleute Heinrich Fritsch und Arthur Ulrich. Jeder ist selb-
ständig vertretungsbefugt.
Glasplakatefabrik Offenburg, A.-G., Offenburg. Grundkapital: Jt 2 Mill.
Vorstandsmitglieder sind die Fabrikanten Wilhelm Schell und Paul Venator.
Sie sind nur gemeinsam vertretungsbefugt. Die Gründer, die sämtliche
Aktien übernommen haben, sind die Fabrikanten W. Schell, Dr. A. Silber
und Paul Venator, Kaufmann E. Schell und Prokurist A. Fedter. Den
ersten Aufsichtsrat bilden Dr. A. Silber, die Kanfleute E. Voltz und
E. Schell, Bankier Dr. F Kaufmann und die Bankdirektoren J. J. Castell
und W. Wolfi. ' . . _ .
Martin Fischer, Isolierflaschenfabrik, Eudolstadt. Inhaber ist Kauf-
mann Martin Fischer.
Wilhelmshavener-Büstringer Spiegelfabrik Hanni Kraeße, Büstringen.
Spiegelbelegerei und GlaBSchleiferei. Inhaberin ist Hanni Kraeße, geb.
Penning. Glasermeister Ludwig Kraeße hat Prokura.
Gebrüder Schilling, Thermometer-iund Glasinstrumentenfabrik, Sttttzer-
bach, Pr. Ant. Die Gesellschaft ist aufgelöst, die Firma erloschen.
Westfälische Glasmanufaktur Litscher & Gebelhoff. Tecklenburg i. W.
Persönlich haftende Gesellschafter sind die Ingenieure Victor Litscher und
Heinrich Gebelhoff. Jeder ist einzelvertretungsbefugt.
Emailleschmelze „Silex", Inh. Arnold Becklas, Ahlen. Inhaber ist
Fabrikant Arnold Becklas.
Adolph H Neufeldt, Metallwarenfabrik und Emaillierwerk, Elbing.
Das Grundkapital soll um M 2,5 Mill. erhöht werden.
Bott- Glas- Vertrieb-Berlin, G. m. b. H., Berlin. An Stelle des aus-
geschiedenen Walter G. von Eichel wurde Kaufmann Hugo Böttcher zum
weiteren Geschäftsführer bestellt.
Deutsche Fensterglas-A-G., Berlin. Die Kapitalserhöhung um JC 7,5
Mill. auf Jt 12 Mill. ist durchgeführt.
Liepold & Co., Wunsiedel. Porzellan- Vertrieb. Persönlich haftende
Gesellschafter sind die Kaufleute August Liepold nnd Kurt Pahhtzsch.
Schütze, Steffens & Co., Hamburg. Emil M. W. Picker hat Prokura.
Thür. Glas- und Porzellan-Iodustrie Carl Schurg jun., Coburg. In-
haber ist Kaufmann Carl Schurg jun.
J. Weck & Co., Oeflingen. Kaufmann Albert Hackelsberger ist als
persönlich haftender Gesellschafter eingetreten mit dem Becht der Einzel-
vertreUng. ^ kerftmigcne Industrie, A.-G., Dresden. An 8telle deB aus-
geschiedenen Dr. Alfred Meyer wurde Dr. Kurt von Scherf zum Vorstands-
mitglied bestellt.
Gottachalk & Co., A.-G., Cassel. Die Prokura des Albert Elbrecht
ist erloschen.
Gustav Müller, Coburg. Kaufmann Max Knorr hat Prokura.
Zahn & Co., Bau von Emaillierwerken, G. m. b. H , Berlin. Erwerb
und Fortführung demjenigen Teils des bisher unter der Firma „Ingenieur
Zahn Technisches Büro, G. m. b. H." betriebenen Unternehmens, welcher
Bich mit dem Bau von Emaillierwerken befaßt. Stammkapital: M 160000.
Gefchaftuführer sind Dr. phil. Oskar Zahn und Dr. Willy Scheel. Paul
HübBcbmann und Hermann Bley haben Prokura mit einem Geschäftsführer.
Dr. Oskar Zahn ist einzelvertretungsbefugt.
Oesterreich.
Karl 8chadle».> urBte Liuzer Tonöfenfabrik, Linz. Marie Irresberger
und Oskar Hinterlettner sind als persönlich haftende Gesellschafter einge-
treten. Vertretungsb^fQgd 8jnd je zwei Gesellschafter gemeinsam.
M. Irresberger & Co., Linz. Tonwaren- und Geschirrniederlage.
Persönlich haftende Ge*,eii8Cnafter sind Marie Irresberger und Emilie
Kriftner. Jede Gesellschaftern jS( Belbständig vertretungsbefugt.
E. Peter & Co., Wien. Glasschleifergewerbe. Persönlich haftende
Gesellschafter sind Eduard PetW| Marie Peter und Franz Malee. Ver-
tretungsbefugt Bind nur Eduard nnd Marie Peter, und zwar selbständig .
M. Lissauer & Cie., Zweignie^riassung Wien. Der bisherige Pro-
kurist Bruno Grießmann ist als persönlich haftender Gesellschafter einge-
treten. Siegmund Philipp hat Gesam+pro^ura
Mühldorfer Graphitbergbau, G. i^. D< h., Wien. Oberbuchhalter
Siegfried Hannover hat Prokura mit ei.nem der beiden Geschäftsführer
Wilhelm Platschek oder Franz Traub.
Tschechoslo wakie ttt
G. Bobrecht, Mildeneichen. Porzellanfab^kation. Inhaber ist Josef
Franz Scholz. Die Firma lautet jetzt: „J. F. Scholz." Oskar 8cholz hat
Prokura.
J. C. Proksch & Söhne, Warnsdorf. Erzeugung von Schmirgelwaren,
Schmirgel-, Schleif-, Putz- und Poliermitteln. Pei.8öniieh haftende Ge-
sellachafter sind Josef Const. Proksch, Josef Proksct ^nd otto Proksch.
F. Czermak & ©ie., Brünn. Erzeugung von Zieg*=4n und Tonwaren.
Wilhelm Knobloch, Neudorf (Gablonz a. N). GUskierlenerzeugung.
Jugoslawien.
Nisim M. Roman, Sarajevo. GlaswarenhandeL Die t?jrma j8t er-
loschen.
Crna-Kaolin, A.-G., Ljubljana, Slov. (Crna-Kaolin, delnis!ka drUZbB).
Aktienkapital: Kr. 1 Mill. Verwaltungsrat: Dr. Josip Toi^e, ivan
Kastelic, Valentin Gregore.
Patente.
Deutsches Reich.
Anmeldungen.
12 h, 2. M. 71683. Kassettenringofen mit von oben bedie,nbaren
Kassetten. Franz Meiser und Karl Meiser, Nürnberg, Sulzbacher 'gtei 9
4. 12. 20.
12 h, 2. T. 24 651. Verfahren zur Herstellung von FormBstttCB.en
aus reinem Graphit. Dr. Emil Trutzer, München, Steinsdorf stT iq
22.11.20.
13 a, 26. K. 73 843. Verfahren zur Herstellung einer feueri<6Bten
Verkleidung von Feuer buchsrohr wänden. Frit Kramer, Schötmar, L^ppe,
19 7 20.
21c, 13. P. 37 727. Hänge» oder Abspannisolator mit Metallk.appe
und kittloser Verbindung zwischen beiden. Porzellanfabrik Ph. Rose ntj1Bi
& Co., A.-G , Selb i. B. 30. 4. 19.
21 g, 12. G. 48 353. Elektrodeneinführung für QuecksilberdaL^.
gleiohrichter aus Glas. Gleichrichter- Ges. m. b. H , Berlin. 27. 6. l^
30 b, 14. R. 46 267. Auswechselbarer Porzellanzahn mit ei.0ge.
branntem Gewinderöhrchen und Schraubenbefestigung. Rudolf Rath,
München, Lindwurmstr. 203. 24. 7. 18.
30 d, 27. B. 98 817. Schutzgläser für Brillen und optische Ins ^.
mente. Johannes Bandelow, Torgau. 16. 3. 21.
32 a, 24. Sch, 57 768. Verfahren zur Herstellung von Düsenbö ^
für Spinndüsen. Dr. Kämpf, Premnitz b. Rathenow. 12. 3. 20. T
32 a, 31. M. 63 348. Verschmelzvorrichtung für Gläser. Maui^ce
Mathy, Fi emalle- Grande, Belgien. 10. 6. 18.
36 a, 13. K. 71 868. Als Zwischenlage dienender Doppelrahu^n
für Kachelöfen. Robert Könnecke, Braunschweig, Bttltenweg 59. 6 2 20.
48 a, 2. M. 75 689. Verfahren zum Ueberziehen von keramiscl^n
und ähnlichen Waren mit einem festhaftenden metallischen Ueberz-iQg
Quintin Marino, London. 9. 11. 21.
48 d, 2. H. 83 829. Verfahren zum Beizen und Entrosten von Ei 9en
und Stahl. Dr. Felix Heinemann, Berlin, Königgrätzer Str. 85 a. 11. 1. 21.
53 b, 1. H. 82 796. Verfahren zur Herstellung eines Dichtung,
ringes für Konservengläser u. dgl. Otto Hugo vom Hove, Freiburg (Badegn)(
Weierhofistr. 7. 18. 10. 20. i
63 b, 3. Sch. 59 786. Verschluß mit Oeffnungsvomohtung ..«ur
Konservengefäße; Zus. z. Pat. 344662. Adolf Schwieger, Hannov* er>
HermannBtr. 32. 8. 11 20. n,
0!
Beschreibungen. ?(
Verfahren zum Formen geflochtener, durchbrochener Gegeiot*.
stände, wie Schalen, Blumentöpfe und dergl., durch Zusammenflechten ven,v
Tonsträngen auf einem der Gestalt des Gegenstandes entsprechend gt,g .1
formten Gipsuntersatz. Die Geflechtstränge werden um Stifte gewunden,8
welche auf dem Untersatz entfernbar und entweder in einer dem Geflechfj
entsprechenden Zahl und Anordnung oder in dichten Reihen angeordnet
sind. 80 a, 45. Nr. 344 693. 10.5.19. HanB Griesbach, Cortendorf
bei Coburg. l9
Mit Rührwerk arbeitende Vorrichtung zum Zuführen des.
8 ohleif mittels iu Flüssigkeiten bei Glasschleifmaschinen, insonderheit!
Linsenschleif masohinen mit exzentrisch angeordneten Schleifschalen. DU,
an das Rührwerk durch Absperrhähne angeschlossenen Leitungen zu dere
einzelnen Sohleifsätzen mit auf die untere ortsfeste Schale gerichtete,,
ein- und feststellbarer Düse sind mit einem zweiten AbBperrhahn versehen,,
dessen Kükenstange von dem die oberen Schalen in eine hin und he
gehende Bewegung versetzenden Kurbelgetriebe 0. dgl. aus mittels ein
zweiten Schubstange in Schwingung versetzt wird, derart, daß der He**
1922. (58». Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 11 — 129
abgeschlossen wird, wenn die exzentrisch bewegte obere Schale die untere
an der Spritzstelle bedeckt, datresren geöffnet, wenn diese Stelle der unteren
Schale freiliegt. 67 a, 27. Nr. 345 442. 17.8.21. Ernst Engels, Rathenow.
Löschungen.
3 c. 264787. Flüssigkeitsstandglas.
67 c. 268214. Schleifpaßte ans schleifend wirkenden Mineral-
pulvern nsw.
67 c. 305764 Verfahren zur Regenerierung von Schleif korn ; — mit
Zusatzpatent 306163.
80 b. 261 446. Verfahren zur Herstellung hochfeuerfester nsw. Geräte.
80 c. 242208. Verfahren und Ofen zum Verglühen hochfeuerfester
Oxyde.
80 b. 289582. Verfahren zum Brennen von sinternden Massen usw.
Gebrauchsmuster.
Deutsches Reich.
Eintragungen.
803 128. 30 f. Siliziumspiegel mit Glaskörper. Siemens & Halske,
A.-G., Siemensstadt bei Berlin. 11. 6. 20.
803 359. 64 a. FJaschenverschluß. Georg D. Eckert, Nürnberg,
vordere Sterng. 15. 3. 10 21.
803 863. 30g. Kindersangflasche. Hermann Grünhage, Braun-
Bchweig. Andreepl. 3. 11. 11. 21.
803 543. 53 b. Deckel mit Vorrichtung zum schadlosen Oeffhen von
Konservengläsern und Töpfen. Jeseph Pickenhahn, Cöln, Drususgasse 3.
8.12 21.
808 693. 67 a. Anordnung an automatischen Glasschleifmaschinen
zum selbsttätigen Anpressen der zu schleifenden Gläser an den Schleifstein.
803 694. 67 a. Automatisthe Glasschleifmaschine.
803 737. 32 a. Glasschneidemaschine.
Böller & Fischer, Neuenbürg a. Enz, Wttrtt. 17. 12. 21.
803 780. 30 g. Milchflasche mit Widerstandspfropfen aus Glas und
Gummisauger für Säuglinge. Otto Schmidt, Dortmund, Dudenstraße 3.
10. 12 21.
803 878. 30 b. Mineralzahn für künstliche Gebisse. Deutsche
Zabnfabrikgesellschaft Wienand & Co., Sprendlingen-Frankfurt a. M.
12. 12 21.
803 884. 64 a. Flaschengruppe, insbesondere für Kopf- und Haar-
wässer. Ernst WeiS, Bielefeld, Viktoriastr. 10. 17. 12. 21.
803 897. 36 a. Schamottefassonhohlstein. - Max Fröhlich, Hamburg,
Marienthaler Str. 94. 21. 12. 21.
803 908. 21g. Flaschenförmiger Kondensator. Schott & Gen., Jena.
29. 1. 21.
803 955. 67 a. Facettenschleifvorrichtung für Augengläser. Beller
& Fischer, Neuenbürg, Wttrtt. 5. 2. 20.
804117. 42 i. Sixthermometer mit separatem Thermometer.
Eschrieb. & Co., G. m. b. H , Schmiedefeld, Er. Schleusingeu. 9. 11. 21.
804 298. 32 b. Wackeltisch. Fa. J. Bach, Fürth in Bayern.
22. 12. 21.
804 305. 77 f Zweiteiliges Puppenglied aus keramischer Pappe-
oder Papiermasse. Hermann Kleim, Gotha-Siebleben, und Albert Müller,
Gotha. 23 12. 21.
804417. 80 a. Faßhebelschlaarpresse zum Erzeugen von Finger-
hüten (Brennhilfsmitteln). Richard Reinicke, Werkzeug- und Maschinen-
fabrik, G. m. b. H., Großdubrau i. S. 17. 12. 21.
804 666. 21 c. Glocke für die Dacheinführung elektrischer Leitungs-
drähte.
804 667. 21c. Unterteil für elektrische Dacheinführung.
Rheinische Poraellanfabrik, G. m. b. H , Mannheim. 11. 6. 21.
804 679. 64 a. Hebelflaschenverschluß. Paul Kaiser, Großröhrsdorf
LS. 8 10 21.
804 768. 36 a. Kachelofen. Eugen Pigulla, Berlin-Tempelhof,
Kaiser-Wilhelm-Str. 76. 18.3.21.
804 769. 67 a. Maschine zum Schleifen und Polieren torischer und
zylindrischer Flächen. Nitsche & Günther, Optische Werke, Rathenow.
11 4 21.
804 817. 67 a. Schleifmaschine für asphärische Flächen, insbesondere
für torische Brillengläser.
804 818. 67 a. Stapelapparat zum zentrischen Einführen der Gläser
in Glasrandschleifmaschinen mit Einführungszange.
„Womra", Werkzeug- und Maschinenfabrik, Rathenow. 4.1. 22.
804 952. 4 f. Aus keramischem Stoff bestehender, glasierter, insbe-
sondere als Deckenrosette verwendbarer Isolierkörper.
804 953. 4 f. Aufhängevorrichtung mit an einem Tragbügel dreh-
barem Ringe für Glühkörper.
Steatit-Magnesia A.-G., Nürnberg. 30. 7. 21.
Verlängerung der Schutzfrist.
697 457. 21c. HochspaunungBisolator usw. Porzellanfabrik Kahla,
Filiale Hermsdorf-Klosterlausnitz, Hermsdorf, S.-A. 6. 1. 22.
Fra gekästen des Sprechsaal.
1. Der Fragekasten dient dam, technische und andere für unseren Leserkreis wissenswerte Fragen und Fabrikationsfehler
Olfen ku erörtern, ferner Hilfsmittel, Materialien , Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sieh Bezugs-
quellen Im Anzeigenteil linden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
2. Die direkte Termlttelung des An- oder Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
. 3. Die Namen der Fragesteller werden nach keiner Welse hin genannt, anonyme Zuschriften jedoch nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nur In die zweite auf die Frage folgende Hammer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
kOnnen nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Die Redaktion behalt sich vor, ohne Angabe von «ründen sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; für brauchbare
Beantwortungen technischer Fragen gewahrt sie ein angemessenes Zellenhonorar. Eine zivilrechtliehe Haftpflicht übernimmt die
Redaktion nicht.
6. Jeder Frage Ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
43. Gibt es ein Verfahren zum Gießen von elektrotechnischem Por«
,t so daß dieses gut trocknet, ohne rissig zu werdtn?
Erste Antwort: Ich nehme an, daß auch Sie, wie es allge-
mein üblich ist, Ihre Gielmusse mit Soda herstellen Enthalt die Gieß-
meste bei normalem Sodagehalt — die erforderliche Menge ist für jede
Hasse besondere auszuprobieren nach dem von Simonis angegebenen Ver-
fahren (s. Sprechsaal-Kalender „Gießverfahren") — zu viel Wasser, so
findet eine EntriiierhoDg der Massebestandteile derart statt, daß sich die
schweren Bestandteile Quarz, Feldspat usw. zu Boden setzen, während
der Kaolin nnd andere tonige Bestandteile suspendiert bleiben. Infolge-
dessen bilden sich beim Ansetzen der Masse an die Gipsform verschiedene
Schichten, die beim Trocknen des Scherbens in diesem ungleiche Span-
nurgen auslösen, die das Beißen der Masse verursachen. In erster Linie
ist also der Wassergehalt des Gießscblickers zu verringern und, falls
hierdurch letzterer nicht genügend gitßfähig ist, der Sodagebalt zu er-
höben. Eine weitere- wesentliche Bedingung für einen einwandfreien
Gießschiicker ist die, daß derselbe frei von Luftblasen ist Der Schlicker
mnß daher, nachdem er die Trommel verlassen hat, in einem bedeckten
Bottich mindestens noch 1 Tag stehen und dann vor dem Gießen einige
, Male ruhig umgerührt werden. Aelterer Schlicker läßt sich immer besser
verarbeiten, da er in Bich gleichmäßiger ist.
Zweite Antwort: Elektrotechnische Porzellan artikel werden
je nach Form und Größe gestanzt, gedreht oder gegossen. Letzteres
geschieht mittels des in der Porzellanindustrie allgemein üblichen und
bekannten Gießverfahrens. Das Verhalten gegossener Stücke beim Trocknen
ist dasselbe wie das gedrehter, vorausgesetzt, daß beide Arten aus ein
und derselben Masse hergestellt sind, was nicht immer der Fall zu sein
braucht. Ein großer Vorteil des Gießverfahrens besteht darin, daß man
mit einer bedeutend magereren Masse, mit der sich auf der Drehbank nicht
arbeiten läßt, arbeiten kann. Aus Zweckmäßigkeitsgründen wird man
a jedoch versuchen, mit einer sowohl iür das Drehen als auch für das
e Gießen geeigneten Masse auszukommen.
Dritte Antwort: Artikel aus Porzellan werden, soweit sie
Ii sich dafür eignen, von jeher gegossen, wenn dies die billigste und prak-
uititchste HerstellungBweise ist. Ej ist aber zu beachten, daß der gegossene
Scherben an Dichtigkeit hinter dem gedrehten und gepreßten etwas zu-
30. ucksteht, und demzufolge die Isolierfähigkeit gegossener Stücke eine
erbtwaa geringere ist Wenn die von Ihnen genannten Fehler auftreten,
so ist entweder an der Masse oder an den Formen etwas nicht in Ordnung,
oder die Trocknung ist eiae zu rasche. Wo die Fehlerquelle liegt und ob
nicht unter Umständen mehrere Faktoren zusammenwirken, läßt sich nicht
sagen, ohue den Betrieb und den Versatz zu kennen. Fachmännische
Beratung wird Ihnen am schnellsten und am billigsten über die Dabei-
stände hinweghelfen.
Vierte Antwort: Beim Gießen von elektrotechnischem Stanz-
Porzellan kommt es vor allem auf die herzustellenden Gegenstände an. Dünn-
wandige Sachen können Sie pressen, doch ist dies nur bei einigen Artikeln
der Fall. Meist handelt es sich um dickwandige Gegenstände, und . diese
zu gießen, ist nicht vorteilhaft. Vor allem ist zu berücksichtigen, daß
beim Gießverfahren eine große Anzahl Formen und viel Platz gebraucht
wird. Die Schwindung gegenüber den gepreßten Artikeln ist ebenfalls
größer und ungleichmäßiger, während man doch möglichst gleich große
Artikel erzielen will. Berechnen Sie sich nun einmal die tägliche Leistung
einer Presse und Arbeitskraft und im Gegensatz dazu, wieviel Formen
und Arbeiter nötig sind, um das gleiche Quantum fertigzustellen. Das
Ergebnis wird Sie davon überzeugen, daß die Waren beim Gießen sehr
verteuert werden. Bei jeder Fabrikation ist aber ausschlaggebend, mög-
lichst viel zu erzeugen und so wenig wie möglich Löhne dafür auszu-
geben. Sie werden mit dem Gießen gerade das Gegenteil erreichen.
Fünfte Antwort: Wenn gegossene elektrotechnische Artikel
beim Trocknen reißen, so liegt dies in der Hauptsache an der Zusammen-
setzung der Masse bezw. an der Verwendung von nicht geeigneten Roh-
stoffen, z. B von ungeeignetem Kaolin usw., oder es fehlt im Versätze
der übliche Fetton. Vielleicht könnte man auch die Gießmasse statt mit
dem üblichen Sodazusatz mit Wasserglas herstellen. Da sich einige
Kaolinsorten weniger gut zum Gießen eignen, so müssen Sie vielleicht
einen anderen Kaolin versuchen.
Sechste Antwort: Alle normalen Porzellane trocknen gut und
werden nicht rissig. Beißt Ihr Porzellan, so ist es eben falsch zusammen-
gesetzt. Das Beißen rührt wahrscheinlich von zu quarzreicher Masse her,
die zu schnell trocknet. Das zu langsame Trocknen kann nur an unge-
eigneten Kaolinen liegen.
46. Ich bitte um Angabe eines Masseversatzes mit passender Glasur
für erstklassiges Gesehirrporzeüan (Tafel-, Kaffeeservice usw.), das mit
Holz allein, evtl. mit Nachhilfe von Braunkohle, bei der anzugebenden
Temperatur gargebrannt werden kann. Ein Bundofen mit überschlagender
Flamme von etwa 70 cbm ist vorhanden. Die Bohmaterialien sind mög-
lichst frachtgünstig m wählen.
130 — Nr. 11
SPRECftSAAL- COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Erste Antwort: Znr Herstellung von erstklassigem Geschirr-
porzellan wünschen Sie einen Masseversatz nnter möglichster Verwendung
„frachtgünstigen" Rohmaterials Am besten ist es, Sie rufen einen Fach-
mann zu sieb, der an Ort und Stelle feststellt, welche Materialien für Sie
„frachtgünstig" sind, oder Sie geben znm mindesten an, wo Ihr Werk liegt.
Zweite Antwort: Der Masse- nnd Glasnrversatz hat nicht
viel mit dem zur Verwendung gelangenden Brennstoff zu tun. Versätze
aller Art finden Sie reichlich in der Literatur, jedenfalls auch mit fracht-
günstigen Rohmaterialien. Die Forderung, Ihnen solche ohne Kenntnis
der Lage Ihres Werkes anzugeben, ist wohl ohne Ueberlegung gestellt.
Dritte Antwort: Sie knüpfen an Ihre Frage eine Bedingung,
die ganz merkwürdig klingt: „Die Rohmaterialien sind möglichst fracht-
günstig zu wählen." Glauben Sie, daß man Ihrer Frage ansehen kann,
wo Sie Ihre Eunst auszuüben gedenken, oder verlangen Sie, daß man für
jeden möglichen Ort Europas Ihnen die frachtgünstigsten Rohmaterialien
zusammenstellt? Lesen Sie einmal die auf Frage 30 im Sprechsaal
Nr. 8 veröffentlichten Antworten; wenn Sie nur einigermaßen Fachmann
sind, so können Sie sich selbst Ihre Frage beantworten. Jeder dieser
Masse- und Glasurversätze kann im Rundofen von 70 cbm Brennraum
mit überschlagender Flamme mit Holz gebrannt werden. Die Beimischung
von Braunkohle ist dabei gar nicht notwendig, schadet aber auch nichts
und wird lediglich danach sich richten müssen, ob dadurch der Brenn-
betrieb verbilligt wird oder nicht. Hierfür sind die lokalen Verhältnisse
allein maßgebend, nnd diese sind aus Ihrer Frage nicht ersichtlich. Zur
Befeuerung eignet sich jeder Planrost, nur ist dieser, wenn sonst für Kohle
bestimmt, etwas zu groß und wird zweckmäßig um 10 bis 15°/0
verkleinert. — Auch die Rostspalten vertragen in der Regel eine Ver-
engung, sonst ergibt sich eine Brennmaterialverschwendung. Es wäre
überhaupt zu empfehlen, den Ofen, wenn er vorher mit Kohle gebrannt
wurde, durch einen Fachmann prüfen zu lassen ; ein Ratschlag, der einige
Hundert Mark kostet, kann sich mit vielen Tausend Mark Ersparnissen
bezahlt machen.
Vierte Antwort: Ihnen passende 'Masseversätze und Glasuren
anzugeben, nnter Berücksichtigung der frachtgünstigsten Rohstoffe, ist ein
Unding, da Sie nicht einmal angeben, wo Ihr Werk liegt. Da Sie mit
Holz und Braunkohle brennen wollen, so werden Sie keine allza hohe
Temperatur erreichen, und es ist auch zweifelhaft, ob Ihr Ofen von 70 cbm
bei dieser Brennweise gute Resultate zeitigt. Ihre Frage kann nur all-
gemein beantwortet werden, und Versuche müssen Sie selbst anstellen.
Für Porzellanmassen kommt nachstehende rationelle Zusammensetzung in
Frage: für SK 10—12 SK 13—16
Tonsubstanz ...... 48% 55,0%
Qaarz 24% 225 %
Feldspat 28% 22,5 o/0
Ein Zusatz von 2 % und mehr Kalkspat kann unter Umständen geboten sein.
Eine Glasur für SK 9—10 entspricht ungefähr der Formel
0 2 K20 )
0,2 MgO \ 0,5 Alg03 . 4 Si02
0,6 CaO J
während für SK 12 — 13 die folgende Formel in Betracht kommt: \
0,3 K,0 1
0,4 C*0 \ 0,8 A1203 . 6—7 SiOa
0,3 MgO J
Diese Angaben können nur als Unterlagen für Ihre Versuche in Betracht
kommen, und die Berechnung müssen Sie an Hand Ihrer Rohmaterialien
ausführen.
Fünfte Antwort: Man kann Geschirrporzellan bei SK 7 bis
SK 14 erzeugen. Ich gebe Ihnen nachstehend 2 schöne Massen mit Glasnr
für SK 13 AuBbrand.
I. Masse :
Formel : 0 8452 K20
0,0680 CaO
0 0968 FtO
Versatz: Zebisch- Kaolin . .' 22 5 Gew.-T.
Gottl Kaolin 13,0 „
China Clay (8 1) von Flemmiüg, Stettin 7,0 „
Flint, kalz 34,0 „
Rörstrand-Spat ■ 23,6 „
Sa. 100,0 Gew.-T.
Der China Clay kann anch durch Zettlitzer Kaolin ersetzt werden.
Glasur :
Formel: 0,2 K20 )
0,2 MkO } 0,8 A1208 . 7 Si02
0,6 CaO J
Versatz: Scherben 39,90 Gew.-T.
Rörstrand-Spat 8,21 „
Dolomit 6 18 „
Kalkspat .. . . 6,37 „
Zettlitzer Kaolin, gebrannt .... 11,62 „
Qaarz oder Flint, kalziniert .... 27,72
3 0236 A1208 . 23,4000 SiO
Mol.-Gew. 1797
Formel :
•
4,1852 A1208 . 24,1460 Si02
Mol.-Gew. 1952,5
Sa. 100,00 Gew.-T.
Auf 50 kg Glasur 5—10 Gew.-T. Kobaltnitrat.
II. Masse :
0,7069 K20 '
0 055*4 C«0
0,1067 FtO
0,1350 TnO
Versatz : Zebisch-Kaolin . '. 28,0 Gew.-T.
GottlKaolin 12,0 „
Fiint, kalz., oder sehr weiß brennender
Quarz 25,5 ,.
UfSrfttrand-Spat 24,0 ,.
Zinkoxyd . 0,5 „
(oder 0,62 Kalkspat) ga- jqO.O Gew.-T.
Mit Zinkoxyd wird die Masse viel weißer wie mit Kalkspat.
Glasnr :
Formel wie bei 1.
Versatz: Scherben 31,34 Gew.-T.
Rörstrand-Spat 1237 „
Dolomit 619 „
Kalkspat >.'.].'./'. 6,25 „
Zettlitzer Kaolin, gebrannt .... 9,97 „
Qaarz oder Flint, kalz. . . . . . 33.88 „
Sa. 100,00 Gew-T.
Sie ersehen ans den Versätzen, welcher Fehler gemacht würde, wenn Sie
Masse I nnd II als Scherben ohne genaue Berechnung zur Glasnr ver-
wenden würden.
Sechste Antwort: . Sie' suchen nach einem Porzellanversatz
mit „frachtgünstigen Rohmaterialien'1 nnd geben gar nicht an, in welcher
Gegend Ihre Fabrik liegt. Wie soll man da ein Urteil über die Fracht-
verhältnisse haben? Daß Sie Holz mit oder ohne Braunkohle als Brenn-
material benutzen wollen, hat anf den Versatz keinen Einfluß, denn Sie
können mit Holz jede Temperatur erzeugen nnd zu jeder Temperatur läßt
sich ein Versatz aufstellen. Um einen Anhaltspunkt zu haben, sei Ihnen
folgender Versatz empfohlen für SK 14:
Hohburger Kaolin . . 32 Gew.-T.
Kemmlitzer Kaolin 23 „
Ströbeler Feldspat-Quarz ...... 45 „•
Sollte die Masse zum Drehen und Formen etwas zu mager sein, so maß
sie gründlich durchfaulen; auch empfiehlt es sich, eine kleinste Menge
hocbplastischen weißbrennenden Ton beizufügen, z. B. auf 100 Teile Masse
5 Teile Meißener oder Wildsteiner Ton, der mit der Masse lagern und
faulen soll. Eine passende Glasnr ist die folgende:
Glattscherben 240 Gew.-T.
Ströbeler Quarz-Feldspat 94 „
Magnesit .17 „ '
Kalkspat 60 „
Hohburger Kaolin ........ 4P „
Hohenbockaer Qaarz 255 „
47. Wir haben die Fabrikation von Salbenkruken aufgenommen,
aber leider ohne rechten Erfolg. Alle Dosen kommen nämlich schief aus
der Form oder sie werden beim Trocknenschief. Woran kann das liegen?
Die Formen sind genau nach Wage und Winkel eingestellt und die Werk-
zeuge gut. Der Oberstempel arbeitet mit Ventil und einem federnden Bing,
und alle 4 Schieber werden mit einem Scherenhebel auf einmal bewegt.
Erste Antwort: Der von Ihnen geschilderte Fehler kann nur
in der Preesa oder in der Form seine Ursache haben. Entweder die
Dosen kommen schon schief aus der Form oder sie werden beim Trocknen
schief, d. h. sie folgen nachträglich einem während des Arbeitsvorganges
erhaltenen Druck. Es ist also innerhalb von Presse und Form etwas
vorhanden, das einen einseitigen, schiefen Druck bewirkt. Lassen Sie
doch die Maschine einmal von dem Lieferanten nntersuchen, der wird am
ersten in der Lage sein, die Fehlerquelle zu entdecken, die auf einer
Kleinigkeit beruhen kann. Man müßte selbst beim Arbeiten zugegen sein,
um einen sachgemäßen Rat geben zu können. Federnder Ring, Stempel,
Ventil, Form usw. einer dieser Faktoren oder das Zusammenwirken
mehrerer derselben bedingt die Deformierung.
Zweite Antwort: Ohne die Masse nnd die genaue Arbeits-
weise zu kennen, kann man Ihnen aus der Ferne nur allgemein raten.
Die Fehlerquelle müssen Sie selbst ergründen. Begünstigt wird die Er-
scheinung durch zu fette nicht homogene Masse und ungleichmäßigen
Druck beim Eindrehen, -wenn Sie mit Habel arbeiten durch ungleich-
mäßigen Druck beim Aufdrehen, durch schlechtes Einsetzen in die Form,
beim Quetschen durch schlechtes Einwerfen des Masseballens, durch un-
gleichmäßig getrocknete Formen, durch zu zeitiges Entleeren derselben
oder Herausziehen der Kruken, durch Aufstellen der letzteren auf krumme
Bretter nnd durch ungleichmäßiges, rasches Trocknen. Sollte Ihre Masse
zu fett sein, so magern Sie sie mit Biskuitscherben. Vor allem achten
Sie auf richtige Aufbereitung nnd Behandlung derselben in der Dreherei.
Dritte Antwort: Gestanzte Hohlgefäße, wie Salbenkruken,
haben bei den dünnen Wandungen beim Trocknen das Bestreben, unrund
zu werden, weshalb man die Wandungen etwas stärker machen müßte,
damit das Trocknen des ganzen Gefäßes gleichmäßiger vor sich gehen
kann. Der Fehler mag teilweise anch an der Zusammensetzung der Masse
liegen, die vielleicht zu fett oder zu mager ist. Es ist weiter darauf zu
sehen, daß die StanzmasBe nicht zu sehr angefeuchtet wird, da zu feuchte
Stanzmassen den gerügten Uebelstand in erhöhtem Maße zeigen. Eigen-
tümlicherweise stanzen sich gewisse Kaoline weniger gut, so daß auch
hierauf zu achten ist. Wenn außerdem die Stanzform nicht genügend
konisch nach oben ausläuft, so wird schon beim Ausstoßen des Gefäßes
die Rundung beeinträchtigt, da der dabei erzeugte Druck nngleich auf
die Wandung wirkt.
Vierte Antwort: Ihre Frage läßt sich aus der Ferne kaum be-
antworten, und es wäre Ihnen nur zu raten, einen tüchtigen Stanzfach-
mann zu befragen. Trotzdem will ich Ihnen einen kleinen Wink geben,
der vielleicht den Uebelstand beheben kann; lassen Sie an Ihrem Ober-
stempel eine Abdrückvorrichtung machen, denn der federnde Ring gibt
ohne eine solche sehr oft zn dem Fehler nnd zu noch anderen mißlichen
Erscheinungen Anlaß. Prüfen Sie weiter, ob an Ihren Matrizen alle
Schrauben richtig sitzen, die Schieber richtig schließen nnd ob das Ventil
nicht vielleicht einseitig Luft saugt, denn durch alle diese Mängel ent-
stehen Fehler. Sollte aber nach BeobacK dieser Punkte der Fehler
nicht verschwinden, dann fehlt die richte Entlüftung der Werkzeuge;
werden diese richtig entlüftet und sie saugen beim Oeffnen nicht, dann
kann der geschilderte Uebelstand nioht vorkommen.
49. Wir haben für unseren Abfall von Gießmasse keine andere Ver-
wendung, als ihn wieder zu Gießmasse zu verarbeiten. Nun merken wir,
daß dadurch das Verhältnis von Soda ein anderes wird, und bitten um
Aufklärung, wie die schon eingeführte Soda in dem Abfall zur Verrech-
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 11 — 131
nung kommen soll oder ob sie dwch die Gipsformen schon restlos aus der
Masse entfernt ist
Erste Antwort: In den Abfällen von Sodagießmassen ist stets
noch Soda vorhanden. Wenn Sie ans Mangel an geeigneten Apparaten
nnd Beagentien nicht in der Lage sind, den Gehalt an noch vorhandener
Soda in den jeweilig zur Yerwendnng kommenden Abfällen analytisch
festzustellen, so bleibt Ihnen nichts weiter übrig, als die Menge der zur
Bereitung des Gießscblickers noch fehlenden Soda anf empirischem Wege
zu ermitteln. Ausführliche Anleitung hierzu finden Sie unter „Gießver-
fahren" im Sprechsaal Kalender.
Zweite Antwort: Zweifellos wird mit dem eingesaugten Wasser
der größte Teil der Soda durch die Gipsform der Masse entzogen. Der
znrttckgegossene Schlicker hat ungefähr noch den richtigen Sodapehalt.
Die angezogenen Scherben aber enthalten nicht die ursprüngliche Menge,
sondern müssen, wenn man sie wieder mit Wasser verquirlt, eine neue
Zugabe von Soda erhalten. Wieviel Soda sie verloren haben, läßt sich
ohne weiteres nicht sagen, und Sie können nur durch eine kleine Versuchs-
reihe feststellen, wieviel Soda Sie wieder zugeben müssen, um die richtige
Beaktion zu erhalten.
Dritte Antwort: Die im Gießschiicker aufgelöste Soda wird
zum Teil von der Gipsform aufgesaugt, zum Teil bleibt sie naturgemäß
im Formling zurück, da sie ja unter die ganze GießmasBe verrührt ist.
Wenn Sie nun die Abfälle der Gießerei wieder zum Versatz der Gießmasse
verwenden wollen, so bleibt Ihnen kein anderer Weg, als versuchsmäßig
festzustellen, wieviel Soda Sie auf 1 kg Abfälle zuzusetzen haben, oder
auf analytischem Wege durch eine Reihe von Untersuchungen einen
mittleren Wert zu ermitteln, den Sie dann Ihrem Masseversatz zu Grunde
legen. Packen Sie die Sache einmal so an, daß Sie lediglich ans
Abfällen der Gießerei einen puten Schlicker herzustellen versuchen unter
genauer Beobachtung des Wasser- und Sodazusatzes; diesen Versuch
wiederholen Sie dann immer wieder mit neuen Proben und erhalten dann
in kurzer Zeit Zahlen, die Ihnen ein sicheres Arbeiten ermöglichen. Sie
brauchen dann nur noch zu bestimmen, welche Gewichtsmenge an Abfällen
Sie dem frischen Versatz jedesmal zogeben müssen, um alle Abfälle auf-
zuarbeiten, und geben dem Versatz die der Gewichtsmenge frischen Materials
entsprechenden Zusätze an Wasser und Soda zu, während die Zugabe
für die Abfälle nach den hierfür ermittelten Werten erfolgt.
Vierte Antwort: Beim Gießen in Gipsformen geht mit dem
aufgesaugten Wasser ein Teil der Soda verloren, was bei den Formen das
Ausblühen hervorruft. Die Wiederverwendung der Abfälle zum Gießen
ist allgemein üblich und bereitet auch keine Schwierigkeiten. Wie hoch
der neue Sodaznsatz nnn sein muß, läßt sich nicht angeben und muß
durch Versuche ermittelt werden. Setzen Sie den Abfällen zunächst die
Hälfte des ursprünglichen Sodazusatzes zu; wird die Masse zu dünn und
hält an der Form nicht fest, so rejizieren Sie den Zusatz, läßt sie sich
dagegen schlecht gießen, so erhöben Sie die Sodazugabe. Auf diese Weise
werden Sie rasch die richtige Menge gefunden haben.
Fünfte Antwort: Abfall von Gießmasse enthält immer noch
eine gewisse Menge Soda, mit der zu rechnen ist, ebenso der gegossene
Körper. Naturgemäß enthalten die Abfälle weniger Soda als der ursprüng-
liche Masseschiicker, da die Formen viel verschluckt haben, und deshalb
kann nur durch Versuche festgestellt werden, wie viel Soda zuzusetzen
ist, um eine regelrechte Gießmasse zu haben.
Sechste Antwort: Sie kommen stets gut aus, wenn Sie bei
einer Gußnaasse zu 1000 Gew.-T. Trocken material 2 Gew-T. kalzinierte
Soda verwenden. Die Gipsform saugt einen Teil der Soda auf, etwa die
Hälfte; Sie können also diesen Verlust in Rechnung ziehen. Zu
1000 Gew.-T. Abfallmasse mit Soda können Sie also noch 1 Gew.-Soda
zugeben.
Glas.
28. Welche Erfahrungen sind bisher mit der Vergasung von Rohbraun-
kohle in Gußglashüiten (Rohglas, Drahtglas) gemacht worden? Eignet sich
eine junge Braunkohle, zur Hälfte aus erst halbverkohlten Solzteilen be-
stehend, mit 4068 Wärmeeinheiten, für einen rentablen Betrieb? Welche 7
Generatoren haben sich bisher für die Vergasung derartiger Kohle am
besten bewährt?
Fünfte Antwort: Bei der verhältnismäßig geringen Anzahl von
Eon- und Drahtglaslütten gegenüber den zahlreichen Tafel- und Hohl-
glashütten scheint die Frage denn doch etwas zu spezialisiert. Es ist
zweifellos, daß der Tafelglas- nnd Hohlglasofen nicht weniger Wärme be-
ansprucht wie der Hafen- oder Wannenofen für Boh- und Drahtglas.
Bohbraunkohle von 4068 W.-E. eignet sieh sicher zum Betriebe von Glas-
öfen und findet nicht nur bei zahlreichen HohlglaBöfen, sondern auch in
Boh- und Drahtglashutten Verwendung. Der geringere Heizwert der
Bohbraunkohle wird nicht allein, durch das Minus an Kalorien bedingt,
welchem Umstände ja leicht durch einen gesteigerten Durchsatz Rechnung
getragen werden kann, sondern maßgebend für die Verwendung von Boh-
braunkohle ist der übermäßige Gehalt an Grnbenfeuchtigkeit, der häufig
bis 60 % beträgt. Durch diesen hohen Feuchtigkeitsgehalt ist ein Ueber-
schuß von unverkennbarer Kohlensäure bedingt, der bis 12% betragen
kann und dann natürlich die Qualität des Gases beeinträchtigt, besonders
während der Wintermonate. Während es möglich sein wird, in den
trockenen Monaten Bohbraunkohle durch mehrtägiges Lagern an der Luft
in nicht Übermäßiger Schüttung ohne weiteres für den Glasofenbetrieb
verwendbar zu naschen, wird es in der Schnee- und Begenzeit notwendig
sein, durch künstliche Trocknung — es Bei hier auf Trockentunnels mit
Hilfe der Ofenabgase verwiesen, die sich bei einer Hütte bestens bewährten
— den Wassergehalt herabzudrücken. Dem gleichen Zwecke dienen Gas-
kanäle bis 60 m Länge zwischen Generator und Ofen, in welchen das Gas
genügend abgekühlt wird, om den Wasserdampf niederzuschlagen. Der
Verlust an Eigenwärme des Gases ist nicht beträchtlich und wird vollauf
durch die verbesserte Gasqualitä|; aufgewogen. Schließlich kommen für
die Abscheidung der Wasser dämpfe aus dem Gas noch Wasser-Teer-
AbBcheider in Betracht. Ein Mittel, die Gasqoalität aus Bohbraunkohle
günstig zu beeinflussen, ist, den Bohbraunkohleschüttungen von Fall zu
Fall geringe Mengen Briketts oder guter Kohle beizumengen. Das letzte
Mittel ist natürlich dort anwendbar, wo neben der Bohbraunkohle Briketts
erhältlich sind. Eine feuchtigkeitsarme Steinkohle wird zu diesem Zwecke
in rationeller Form wohl immer schwierig zu beschaffen sein. In den
älteren Anlagen der Lausitz werden neben Drehrostgeneratoren haupt-
sächlich Siemensgeneratoren mit langen Gasleitungen verwendet; neue
Hüttenanlagen benutzen ausschließlich Drehrostgeneratoren. Bei letzteren
ist es notwendig, der übermäßigen Grabenfeuchtigkeit durch eines der
früher erwähnten Mittel zu steuern. Nicht unerwähnt soll eine Genera-
torenkonstruktion jüngsten Datums der Stettiner Schamottefabrik A-G.
vorm. Didier bleiben, welche besonders zur Vergasung von Bohbraunkohle
geeignet erscheint, deren Anlage aber für kleinere Hütten heute wohl
etwas zu kostspielig sein dürfte.
30. Meine Häfen bekommen, wenn sie 3—4 Wochen im Ofen stehen,
nach der Feuerseite zu längliche Risse, die sich in der Mitte des Hafens
bilden und nach oben gehen, zuerst etwas ausschmelzen, aber mit der Zeit
durchgehen, wobei es gleich ist, ob ich sie vom Feuer abdrehe oder nicht.
Woran liegt das? Ich bin schon 18 Jahre im Fache tätig, und derartiges
ist mir noch nicht vorgekommen: Meiner Ansicht nach ist schuld daran, daß
zu zeitig eingelegt wird, wenn der Ofen noch kalt ist. Es wird bis 4 Uhr
gearbeitet; sofort, nachdem die Glasmacher weg sind, werden Brocken
eingelegt^ die den ganzen lag draußen liegen und der Witterung ausgesetzt
sind; bei der grimmigen Kälte waren es richtige Eisklumpen. Auch sonst
wird auf das Einlegen kein Gewicht gelegt; die Brocken z. B. werden in
den. Hafen geschleudert, statt die Kelle in der Mitte « des Hafens langsam
umzukippen. Mein Chef bestreitet die Unrichtigkeit dieser Einlegeweise
und gibt dem Hafenmacher die Schuld. Der Satz besteht aus:
Großalmeroder Ton, gebrannt 4 Teile
Hafenschalen 2
Großalmeroder Ton, roh 3 "
Meißner Ton, roh i "
Die Häfen werden aus einem Stück herausgetrieben.
Erste Antwort: Ihre Annahme, daß das Aufreißen der Häfen
durch ein so un qualifizierbares Einlegen von gefrorenen Eis- und Glas-
klnmpen hervorgerufen wird, ist richtig. Durch das Einbringen von so
kalten Brocken in die Häfen tritt eine einseitige Abkühlung der Hafen-
wandungen dort ein, wo die Brocken mit der glühenden Hafenwand in
Berührung kommen, und diese Abkühlung löst stellenweise die in der
Hafenwand herrschenden Spannungen ans und gibt dadurch Veranlassung
zu den Rissen. Daß die ' Bisse auf der Feuerseite auftreten hat seinen
Grund in der Art und Weise, wie das Einlegen gehandhabt wird. Da die
Brocken in den Hafen geschleudert werden, so kommen sie mit der dem
Arbeitsloch gegenüberliegenden Seite des Hafens in Berührung und türmen
sich da auf. Auch das Anwerfen der Brocken an die Hafenwand ist ver-
pönt und führt zur frühzeitigen Zerstörung der Häfen. Verwunderlich
ist nur, daß Ihr Chef so wenig Verständnis für die Behandlung der Häfen
hat, da der gute Hafenstand nicht zum wenigsten die Grundlage für die
gute Bentabilität eines Werkes bildet. Zu untersuchen ist noch, ob die
Häfen nicht auch- unter einer Stichflamme zu leiden haben. Der Hafen-
satz ist erprobt, und wenn sonst die nötige Sorgfalt beim Hafenbau und
bei der weiteren Behandlung beobachtet wird, so müssen die Häfen gut
im Schmelzofen stehen. Hervorzuheben ist noch, daß die aus einem Stück
herausgetriebenen Häfen äußerst peinlich nachgeschlagen werden müssen.
Um die Leute an Ordnung beim Einlegen zu gewöhnen, würde ich
empfehlen, mit der Kette einzulegen, und dann auch die Häfen, wie über-
haupt den ganzen Schmelzofen vor der ersten Einlage gehörig aufzuwärmen
da sonst die erste Einlage zu langsam niederschmilzt und das Glas zu
fest auf dem Boden liegt.
Zweite Antwort: Bekommen die Häfen im Innern Bisse, so
ist in den meisten Fällen, und zwar wenn dieses Uebel erst nach einigen
Wochen auftritt, das unsachgemäße Einlegen von Brocken oder Gemenge
schuld. Sind die Häfen im Temperofen gut gebrannt und kommen von
da fehlerfrei in den Glasofen, wo sie dann einige Wochen stehen, ohne
einen Defekt aufzuweisen, so kann eine Schuld dem Hafenmacher nicht
mehr zugeschrieben werden. Wäre die Mischung nicht sorgfältig und
sachgemäß erfolgt, oder die Häfen wären mangelhaft gearbeitet, bo
würden sich Defekte schon beim Einbringen in den Ofen, mindestens aber
in den. ersten Tagen beim Schmelzen zeigen. Bührten die Risse vom zu
schnellen Trocknen oder mangelhaften Nachschlagen der Häfen her, so
machten sie sich auch gleich nach den ersten Schmelzen im Innern ' des
HafenB bemerkbar nnd nicht erst nach 3—4 Wochen. Durch zu frühes
Einlegen von Scherben oder Gemenge wird der meiste Schaden verursacht,
und zwar dadurch, daß der Schmelzofen nach dem Ausarbeiten wohl
etwas aufgewärmt und auf Weißglut gebracht wird, daß man aber nicht
wartet, bis auch die Häfen die Temperatur angenommen haben, bevor man
Gemenge oder Scherben einlegt. Es wird also nur die Oberfläche der
Hafenwände etwas erwärmt, nicht aber das Innere selbst. Kommen nun
die kalten Scherben oder das Gemenge an die flüchtig aufgewärmte
Wandpartie, so kühlt sich diese plötzlich ab, und da das Wandinnere der
Häfen auch kalt ist, so muß hier eine Spannung entstehen, die feine
BiBse zur Folge hat, die dann durch Eindringen von Gemenge und Glasfluß
allmählich vergrößert und ausgefressen werden. Der Hafen hat daher nur
eine kurze Lebensdauer, denn die Hafenwand ist bald durchgefressen.
Es mnß hier vor allen Dingen so lange mit dem Einlegen gewartet
werden, bis der Hafen durchweg heiß genug ist, was in einer Stunde
nach Arbeitsschluß erreicht wird. Mit dem Einlegen ist dann erst zu
beginnen. Die Schmelze wird dadurch keinesfalls verzögert, denn je
heißer Ofen und Häfen sind, desto schneller schmilzt das Gemenge, so daß es
in derselben Zeit blank wird. Sollten die Bisse nicht bei allen Häfen auf-
treten, so rührt dies daher, daß einzelne Häfen schneller heiß werden als
die andern, die anfangs weniger Feuer bekommen. Eine genaue Beobach-
tung der Häfen jeden Tag vor dem Einlegen wird Ihnen bald Gewißheit
über die Fehlerquelle verschaffen.
Dritte Antwort: Sie haben mit Ihrer Ansicht, daß das zeitige
Einlegen schuld an der Bissebildung bei Ihren Häfen ist, das Bichtige
getroffen; denn, wird in der erwähnten Weise eingelegt, so muß selbst
der beste Hafen Risse bekommen, da die Hafenwand sich so abkühlt, daß
1B2-Nr. 11 SPRECHSAAL-COBURO
ganz feine, sog. Schrenkrisse entstehen. Diese Bisse sind anfangs so fein,
daß sie nicht zn bemerken sind; erst nach längerer Zeit werden sie
sichtbar und schmelzen dann immer mehr aas, bis sie ganz durchgehen.
Das Uebel zeigt sich meistens in der von Ihnen geschilderten Weise, was
leicht erklärlich ist. Meistens, und vor allem bei der von Ihnen ange-
gebenen Einlegungsart wird das Material an die im Ofeninnern bezw. an
der Fenerseite befindliche Hafenwand angeworfen, so daß dieser Teil der
Hafen wand sofort beim Einwarf des kalten Gates mit diesem in Berührung
kommt, demzufolge sich auch mehr abkühlt, als die übrige Wand, gegen
welche das Einlegegut erst von der Einwurfstelle ans zurollt, wobei es
sich schon etwas erwärmt hat. Es entstehen auf dieser Seite mit der Zeit
wohl auch Schrenkrisse, nnr nicht so kräftige, die zudem nicht so stark
ausschmelzen, da ja diese Seite nicht so viel Hitze erhält. Die Bisse
bilden Bich gewöhnlich erst in der Mitte des Hafens, da der untere Hafen-
teil eich nie soweit abkühlt, daß Schrenkrisse entstehen können. Im Hafen
befindet Bich nämlich stets noch ein kleiner Glasrest, in den das eingebrachte
Material versinkt, wodurch das flüssige Glas an der Hafenwand empor-
gedrückt und diese geschützt wird. Ist das frühe Einlegen für die Häfen
schon an Bich schädlich, so ist dies nmsomehr der Fall, wenn nasse oder
gar gefrorene Brocken verwendet werden; ein paar Kellen derartiger
Brocken kann man höchstens zum Vollegen nehmen- Ihre Hafenmischung
ist übrigens etwas mager; setzen Sie doch lieber noch 7a Teil Meißener
Bohton zn.
Vierte Antwort: Der angegebeneJHafensatz ist ziemlich mager;
man nimmt gewöhnlich Großalmeroder Ton, gebrannt und roh, zu gleichen
Teilen, so daß also die Mischung aus je 4 Teilen rohem und gebranntem
Großalmeroder Ton, 2 Teilen Hafenschalen und 1 Teil Meißner Ton be-
stehen muß. Die Häfen aus einer solchen Mischung stehen sehr gut.
Wenn sie aber, wie beschrieben, mit kalten Brocken belegt werden, so
gehen sie noch eher entzwei. Ihre mageren Bäfen vertragen nun in
dieser Beziehung etwas mehr; wenn sie aber trotzdem Bisse bekommen,
so ist hieran auch nnr das Einlegen von kalten Brocken in die Häfen
schuld. Daß aber die Bisse nur an der änßeren Wand auftreten, ist ein-
mal daranf zurückzuführen, daß die Sinterung an der dem Feuer zuge-
kehrten Seite des Hafens größer, diese Stelle infolgedessen für eine plötz-
liche Abkühlung auch empfindlicher ist, und dann darauf, daß die kalten
Brocken ja, wenn die Kelle beim Einlegen nicht umgekippt wird, zu
allererst an die äußere Hafenwand geworfen werden. Wenn Ihre Häfen
sonst keine Arbeitsfehler haben, so können sie gut halten; es muß aber
daranf gesehen werden, daß sie nach der Ansarbeit gut warm geschürt
und erst mit trocknen Brocken vollgelegt werden. Erfolgen nun auch
noch die Einlagen, Scherben oder Gemenge, in die Mitte des Hafens, so-
daß sich der Hafen gleichmäßig abkühlt, so werden sich keine Bisse bilden
können ; nur, wenn ein Teil der Hafenwand plötzlich abgekühlt wird, ent-
steht im Hafen eine Spannung, die zur Rissebildung Veranlassung gibt.
Fünfte Antwort: Die Ursache des Eeißens Ihrer Häfen kann
sehr gut in dem Einfüllen von vereistem Material liegen. Daß dieses
Vorgehen die Haltbarkeit der Häfen stark herabsetzt, ist ohne Zweifel;
ob die Bäfen aber tatsächlich auch nur deswegen gerissen sind, davon
können Sie sich leicht überzeugen, indem Sie einen Hafen nur mit
trockenem Material beschicken. Hält derselbe, während die anderen reißen,
dann ist die Ursache klargestellt. Anderseits spielen bei der Hafen-
erzeugung soviel Umstände eine Bolle, daß hier nicht näher darauf einge-
gangen werden kann. Am besten kann Ihnen ein Fachmann, der Ihre
Erzeogungeverhältnisse kennt, an Ort und Stelle raten. Die Fehlerquelle
kann im Bohmaterial, in der Vermahlung und weiteren Aufbereitung, in
der Formgebung, im Trocknen, Brennen, Transport, schließlich auch im
Tempern nnd in der Behandlung beim Einsetzen im Ofen zu suchen sein.
Sechste Antwort: Ihre Ansicht, daß das Einlegen vereister
Glasbrocken in die Bäfen nachteilig für diese sei, ist ganz berechtigt.
Es ist doch selbstverständlich, daß die kalten Brocken eine plötzliche Ab-
kühlung des Hafens bewirken und daß dadurch Bisse entstehen. Es wäre
jedenfalls das einfachste, die Brocken vor ihrer Verwendung in der Nähe
des Ofens etwas anzuwärmen und beim Einlegen darauf zu achten, daß
das GlaB, ebenso auch das Gemenge in die Mitte des Hafens kommt;
man vermeidet es doch immer, die Hafenwand durch das kältere Schmelz-
gut unnötig abzukühlen, während nach Ihren Angaben dies bei Ihnen
anscheinend mit besonderer Vorliebe geschieht. Ich möchte Sie aber auch
darauf aufmerksam machen, daß Ihre Hafenmischung recht mager ist.
Im allgemeinen wird der Satz aus der Hälfte rohem und der Hälfte ge-
branntem Ton vorgezogen; wenn auch die Behandlung solcher Häfen
größere Sorgfalt beansprucht, so ist doch ihre Haltbarkeit größer, und vor
allem habe ich die Erfahrung gemacht, daß das Glas aus Bolchen Häfen
viel besser ist. Wenn Sie z. B.
Bohen Großalmeroder . 4 Teile
Meißner Bohton 1 Teil
Gebrannten Großalmeroder ....... 4 Teile
Ausgesuchte, gelbe Hafenschalen .... 2 „
nehmen würden, so wäre dies jedenfalls besser, als der angegebene Satz.
Die Bäfen erfordern in der Hafenstabe eine etwas größere Aufmerksam-
keit, beim Tempern sorgfältige Begulierung des Feuers, halten aber, ein-
mal im Ofen, viel länger, und die Qaalität des Glases ist besser. Daß
die Bisse in Ihrem Falle nur von der zu raschen Abkühlung der Hafen-
wand herrühren, dürfte auch daraus hervorgehen, daß die Bisse erBt auf-
treten, nachdem die Häfen schon einige Wochen Im Ofen stehen. Würden
Arbeitsfehler vorliegen, dann müßten sie schon beim Einsetzen oder doch
nach der ersten Schmelze bemerkbar sein. Versuchen Sie doch, das
Schmelzgut in die Mitte des Hafens nnd insbesondere die Brocken nicht
in so kaltem Zustand einzulegen, Sie werden dann Bicher den Fehler da-
durch beseitigen.
31. Zur Serstellung von Häfen zum Schmelzen von Bleiglas haben
wir bisher böhmischen Ton bezogen. Da dieser aber infolge der Valuta zu
teuer zu stehen kommt, möchten wir gern Rakonitzer, Großalmeroder und
Meißner Ton verwenden und bitten um Angabe einer brauchbaren Mischung.
Erste Antwort: Wenn Sie Inre Häfen bisher aas böhmischem
Ton gefertigt haben, der sich sehr leicht verarbeiten läßt, so muß der
Hafenmacher bei der Verarbeitung eines neuen Versatzes damit rechnen,
1922. (65. Jahrgang.)
daß dieser etwas strenger ist. Ein Hafen aus der nachstehenden Mischung
erfordert ein öftereres nnd ausreichendes Nachschlagen.
Ton von Meißen, roh 1 Teil
„ „ Großalmerode, roh . 4 „
„ * » f gebrannt 2 „
„ „ Bakomtz . . . , 2 „
Hafenscherben . . . 2 „
Zweite Antwort: Gate Häfen für Bleiglas kann man auch
aus deutschen Tonen allein herstellen ; zu beachten ist dabei nur, daß die
Masse etwas hart, jedoch nicht spröde ist. Bleiglas greift die Hafenwand
leicht an, wenn diese nicht hart und fest genug ist, und das Glas wird
durch Tonteilchen verunreinigt, was sich als Fäden oder Winden im Glas-
flaß bemerkbar macht. Daher ist größte Sorgfalt beim Anfertigen der
Häfen geboten. Bei Aenderung der Hafenmasse macht man am besten
gleich zwei Versuchsmischungen, und zwar die eine um ein geringes
härter als die andere. Aus jeder Sorte werden dann ungefähr 3 oder 4
Häfen angefertigt und gleichmäßig behandelt ; die Mischung, die sich dann
im Ofen am besten bewährt, wird weiter benutzt. Nachstehend drei
Hafensätze, die sich gut für Bleiglas bewährt haben:
I. IL
Großalmeroder Ton, roh . 2 Teile Großalmeroder Ton, roh . 4 Teile
Meißner Ton, roh ... 1 „ „ „gebrannt 3 „
Bakonitzer Ton, gebrannt 2 „ Rakonitzer Ton, roh . . 2 „
Hafenschalen ..... 1 „ Meißner Ton, roh ... 1 „
Hafenschalen 2 „
OL
Großalmeroder Ton, roh 4 Teile
„ „ gebrannt 2 „
Bakonitzer Ton, gebrannt .2 „
Meißner Ton, roh 1 R
Hafenschalen 2 „
Dritte Antwort: Häfen aus Großalmeroder und Meißne ""on
eignen sich sehr gut für die Bleiglasschmelze. Mit Bakonitzer Ton er. alt
man wohl auch gute Häfen für diesen Zweck, aber sie lassen leicht Steine
fahren, da der Bakonitzer Ton nicht in dem gleichen Maße wie die anderen
Tone vom Gemenge bei der Schmelze angegriffen wird. Da Bleiglas von
Natur aus die Häfen stark angreift, so verwendet man im allgemeinen
für die Bleiglasschmelze nicht gern Häfen aus Bakonitzer Ton. Gut be-
währte Mischungen sind die folgenden:
I. n.
Großalmeroder Ton, gebrannt 8 Teile Bakonitzer Ton, gebrannt . 2 Teile
„ „ ,roh . . 8 „ Hafenschalen 1 „
Meißner Ton, roh . . . .2 „ Großalmeroder Ton, roh . .3 „ ,
H ifenschalen 4 „ *
Die Hafenmasse muß sehr gut bearbeitet werden; sie ist mit kochendem
Wasser anzumachen, wenigstens 4 Wochen zu lagern nnd zweimal
wöchentlich durchzutreten. Solange die angefertigten Häfen sich noch in
der Form befinden, sind sie gut nachzuschlagen; der Trocknungs- und
Auftemperungsprozeß muß langsam und gleichmäßig durchgeführt werden,
nnd die Häfen sind hierbei besonders vor Zag zu schützen.
Vierte Antwort: Für Bleiglashäfen ist eine Tonmischung von
Großalmeroder nnd Meißner Ton in nicht zu grober Mahlung zn empfehlen.
Bakonitzer Ton mit zu verwenden, ist nicht zn empfehlen, denn dieser
ist schwerer schmelzbar als die beiden andern Tone, und die einzelnen
Körner schmelzen dann aus der Masse heraus, was dann viel steiniges
Glas zur F Ige hat. Bleiglas greift so wie so schon die Häfen stark an,
Bodaß 30 — 35 Schmelzen schon eine gute Leistung sind.
Hafenversätze I H
Großalmeroder Ton, gebrannt . . 4 12 Teile
. roh .... 4 12 „
Hafenscbalen 2 7 „
Meißner Ton, roh 1 4 „
Fünfte Antwort: Es ist eigentümlich und ein Zeichen des
konservativen Festklebens am Alten, daß bei vielen böhmischen Glashütten
der Großalmeroder Ton für ihre Glashafenerzeugung der „allein selig-
machende" ist nnd auch fast ausschließlich deutsche Tone, z. B. von
Grünstadt, Hettenleidelheim, sogar Tone aus der Banzlan-Kohlfurter
Gegend mitverwendet werden, während deutsche Glashütten mit böhmischen
Tonen arbeiten. Es Bind sowohl in Böhmen als auch in Deutschland gute,
sowohl rohe als gebrannte Tone (Schamotte) zu haben. Sie können sich
deshalb auch mit ruhigem Gewissen von dem Bakonitzer Ton lossagen
nnd diesen durch einen deutschen ersetzen. Falls Sie überhaupt Iure
Hafenmasse mit Schieferschamotte herstellen wollen, was in Ihrem Fall
für Bleiglas nicht angebracht ist, dann steht Ihnen der Neuroder Ton,
ein feuerfesteres und tonerdereicheres Material als der Bakonitzer Tod,
zur Verfügung. Sonst können Sie gebrannten Großalmeroder Ton ver-
wenden. Der böhmische Ton kann, je nachdem er ein Binde- oder
magerer Ton war, durch Großalmeroder oder Meißner Ton ersetzt werden.
Ihnen eine bestimmte Zusammensetzung anzugeben, ist eine gewagte
Sache, denn das Masserezept eines Werkes paßt, selbst wenn die gleichen
Rohmaterialien zur Verfügung stehen, aber eine andere Aufbereitungsar
Verwendung findet, nicht für ein anderes. So z. B. spielt auch die ver
schiedene Körnung der Schamotte bei der Massezusammensetzung eine
Bolle, da der Bindeton von einem mehlarmen Magerungsmittel mehr als
von einem mehlreichen, bei gleichbleibender Bindekraft der Masse in sieh
aufzunehmen vermag.
Nene Fragen.
Keramik.
52. Wir beabsichtigen, die abziehenden Feuergase nach dem Brande
eines Porzeüanofens mit durchschnittlich 60 cbm Glattbrennraum und
darüberliegendem Glühofen zur Dampferzeugung zu verwenden, und zwar
soll die abziehende Sitze unmittelbar nach dem Abbrennen durch einen
Bohrenkessel geleitet werden, woraus wir genügend Dampf für eine Nieder-
druckleitung zu gewinnen gedenken. Zu diesem Zwecke mochten wir w««0«»
wieviel Sitzegrade sich etwa 1 m Uber dem ßammaufsatz, von der Glüh'
1922 (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 11 —1133
ofenkuppel an gerechnet, im Kamin befinden, und in welch ungefährem
Verhältnis der Rückgang der Hitze innerhalb 24 Stunden vor sich geht.
Die Ofenmasse sind : a) Glattbrennraum : 5 m Durchmesser, 3,20 m Höhe
bis zum Widerlager; b) Glühraum: 5,20 m Durchmesser, 2,40 m Höhe
bis zum Widerlager bezw. 5 m bis zum Schornsteinansatz. Es wird bei
SK 14 abgebrannt, und die Brennzeit beträgt durchschnittlich 24 — 28
Stunden. Wir nehmen an, daß bei Oefen kleinerer Konstruktion bei der-
selben Brenntemperatur sich im Schornstein dieselbe Hitze entwickelt
53. Wir leiden an verrauchtem Porzellan, und zwar tritt der Fehler
nur in neuen, das erste Mal im Glattbrand befindlichen Kapseln auf. Das
Geschirr wird in der zweiten, die Kapseln in der dritten Etage vorgebrannt.
Wir führen den Bauch auf zu schwach vorgebrannte oder zu fett ver-
setzte Kapseln zurück, denn bei scharf vorgebrannten Kapseln oder bei
stark mageren — dafür weniger haltbaren — Kapseln tritt der Bauch
nicht auf. Wir benutzen dieselben Materialien, Kohlen und dergl. wie v«r
dem Kriege, an den Ofenquerschnitten ist nichts geändert, und die Oefen
sind in tadellosem Zustand; auch die Aenderung der Brennmethode war
vergebens. In einer anderen Fabrik tritt bei fettem Kapselversatz und
gleicher Brennmethode der Pehler nicht auf; die Oefen gehen allerdings dort
länger. Ein Verlegen des Glühgeschirrs in die dritte und der Kapseln in die
zweite Etage ist aus örtlichen Gründen ausgeschlossen, und wir möchten
auch nur ungern einen mageren Kapselversatz einführen (wegen des
Streuens). Die Oefen haben 6,10 m 0 und 3 m lichte Höhe am Wider-
lager. Gebrannt wird bei SK 14.
Glas.
36. Wir bitten um Angabe einiger guter Sätze für Haushaltglas
mit Soda in verschiedenen Färbungen (weiß, violett, grün usw.).
37. In der Generatorenanlage meiner Hütte, die aus vier Siemens-
Generatoren, teils mit Plan- teils mit Treppenrost versehen, besteht, wird
neben geringen Quantitäten Braunkohlenbriketts Rohbraunkohle mit 50 — 60°/o
Wassergehalt vergast. Der hohe Wassergehalt des Brennstoffes hat schon
wiederholt Anlaß zu mangelhaften Schmelzen gegeben. Wie läßt sich der
Wassergehalt ohne Aenderung des Generatorensystems auf ein erträgliches
Maß verringern?
Briefkasten der Redaktion.
J.-H. I. Seh. Laut Meldung liefern die Tonwerke Max Schmidt in
Bayreuth fertige Hafenmasse znr Herstellung von Häfen für die Bleiglas-
schmelze.
C. Z. i. D. Aufschloß über ein einfaches zuverlässiges Verfahren
zum Mattieren von Tafelglas gibt die Chemische Fabrik Co blenz- Wallers-
heim in Wallersheim bei Coblenz.
Sprechsaal - Kalender
1922
Preis ' Gebunden bei freier Zu-
■ 1 sendung für Deutschland,
Deutsch - Oesterreich M 13. — >
Tschechoslowakien und Ungarn
M16.—, für das Ausland mit hoch-
stehender Währung: Frs 5. — ,
Lire 5—, Sh 4.—, Dollar 1.—,
Kroner 3.60, Flh 2,50.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
Veröffentlichung en der Außenhandelsnefoenstelle Feinkeramik.
Preisblatt. (Gültig ab 1. März 1922.)
Nachstehend sind für die gängigsten Exportartikel
Grandpreise für 100 Stück in Mark zusammengestellt.
die
Isolatoren.
Hochspannungsisolatoren
(Dreimantelglocken)
weiß
Reichspostmodelle
entspr. Nr. 1380 . .
Jt
1.350
»
71
1381 . .
71
2.015
»
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1382 . .
7t
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1383 . .
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3.655
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n
1384 . .
71
4.627
71
n
1385 . .
71
5.696
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1386 . .
71
6.692
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1388 . .
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10.082
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1389 . .
71
12111
n
»
1390 . .
71
14.570
n
71
1391 . .
71
17.452
Rollen, Tüllen,
L ü s t
Faßrollen
B. 23
'M 14.40
B. 24
7)
23.10
B. 25
71
33.—
B. 26
71
58,80
B. 27
X
93.—
BM I
BM II
EM III
BM IV
BM V
456.
297.
210.
147.
Einstecktüllen bis zu 16 mm Länge
35X35 mm
45X45
50X50
60X60
66X65
75X76
80X80
Mantelrollen
(sog. Kellerisolatoren)
Jt
63.—
123.—
165—
264—
321—
492—
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7
9
11
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U
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Reformtüllen
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18.60
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32.10
35.40
18.60
20.40
21.90
25.20
30.90
42 —
48.30
63—
102.—
Lüsterklemmen
einpolig
zweipolig
dreipolig
Einführnngapjeifen
18.90
28.50
37.80
Viertelbogen-
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Zweifache
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Pfeifen :
11
71
7i 201—
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7i 264—
16
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„ 639.-
36
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7i 789.-
Dreifache
11 mm
M 357 —
Pfeifen :
13,5
71
7i 450—
16
7)
» 546-
23
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„ 750—
29
71
„ 975—
36
71
„ 1314—
Vierfache
11 mm
Ji 525.-
Pfeifen :
13,5
71
„ 639—
16
71
jt 750—
23
TS
„ 1050.—
29
71
„ 1500
36
7)
B 2064—
Terkaufsbedingnngen für die Aasfahr von
elektrotechnischem und technischem Porzellan
(gültig ab 9. März 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Die Ausfuhr-Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung.
2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannuugs-Freileitungs-Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/0 des Rechnungswertes
anzurechnen.
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik,
wichtigsten Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind
einem besonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern AI — A5, B und C wird in der
Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueberseeländer
und Ausnahmen siehe Fußnote)."') Gegenüber den Ländern
Dl — D3 und E ist in Reichsmark zu berechnen.
die
Die
auf
*) Es wird fakturiert:
nach in
Portugal Pfand Sterling **
Britische Dominions und Britische Kolonien Pfund Sterling**
Canada wahlweise Pfd. Sterl. oder Ü.S.A.-Dollar
Holländische Kolonien , holländischen Gulden
China U S.A.-Dollar
Japan Yen
Vereinigte Staaten von Nordamerika . . . Dollar
Mexiko mexikanischen Goldpesos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . U.S. A.-Dollar
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
sind auf Schillings bezogen.
134 — Nr. 11
SPRECHSAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
5. Die Errechnung des Ausfubrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II,, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ansfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Slück, ausschließlich Verpackung.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen :
A 1) Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten von
Nordamerika, Mexiko und sonstige rr ittelamerikanische
Staaten.
A 2) Großbritannien, seine Dominions und seine Kolonien,
sowie Canada.
A 3) Spanien und Portugal.
A 4) Norwegen und Dänemark.
A 5) Schweden.
B) Belgien, Frankreich und Luxemburg. .
Cl) Italien.
C 2) Tschecho- Slowakei.
Dl) Deutsch-Oesterreich und Ungarn.
D2) Jugoslavien, Balkanländer und Finnland.
D3) Ehemaliges Rußland, einschließlich Polen und Finnland.
E) Südamerikanische Staaten.
2. Artikelgruppen:
I. Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
II. Elektrotechnische Stanzartikel und sonstige technische
Artikel,
III a. Freileitungs-Stützen-Isolatoren bis zur Größe entspr.
Hermsdorf I. 1387.
III b. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Hermsdorf 1391.
IIIc. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierten
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren mit Armaturen.
Hierzu eine Beilage: Prospekt der Firma Siemens
Automatische Haus-Fernsprech- Anlagen.
3. Multiplikatorentabelle.
PPe II
Land
Artikel- Gruppen
a p
I
II
IIU
IHb
IIIc
IV
V
VI
1A
Holland
Schweiz
Japan
Mexiko
Vereinigte Staa-
ten von Nord-
Amerika, restl.
Mittelamerika,
Canada u Chint
0,029
0,062
0,024
0,024
0,012
0,029
0,062
0,024
0,024
0,012
0,022
0,047
0,018
0,018
0,007
0,023
0,049
0 018
0,018
0,007
0,024
0,051
0,019
0,019
0,007
0,025
0,054
0,020
0,020
A AA*7
0,007
0,023
0,047
0 018
0,018
A AA*7
U,UU7
0,023
0,049
0,018
0,018
A AAr,
0,007
A2
England nnd
Kolonien
Canada
0,049*
0,049*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038*
0,039*
A3
Spanien
Portugal
0,075
0,068*
0,075
0,058*
0,057
0,044*
0,060
0;047*
0,069
0,053*
0,074
q,057*
0,064
0,050*
0,067
0,052*
A4
Norwegen und
Dänemark
0,057
0,057
0,046
0,053
0,060
0,066
0,048
0,060
A.5
Schweden
0,044
0,044
0,033
0,034
0,034
0,037
0,034
0,034
B
Belgien
Frankreich
Luxemburg
0,125
0,125
0,073
0,083
0,083
0,091
0,083
0,083
f! 1
V_/' 1
Italien
0 so
0,19
0,166
0,172
0,194
0,22
0,156
0,20
C2
Tschecho-
slowakei
0,5
0,5
0,677
0,577
0,577
0,6
0,577
0,6
jdT
Deutscß-Oester-
reich n. Ungarn
1,3
1,3
1,18
1,12
1,12
1,12
1,12
1,12
D2
Jugoslavien nnd
Einnl and
Balkanländer
1,6
1,5
1,25
1,3
1,3
1,3
1,8
1,3
D3
Bußland nnd
Polen
1,5
1,5
1,25
1,3
1,4
1,4
1,4
E
Südamerika-
nische Staaten
1,6
1,6
1,25
1,3
1,4
1,4
1,4
1,4
* Obige Multiplikatoren sind auf Schillinga bezögen.
& Halske A.-G. Wernerwerk, Siemensstadt bei Berlin über
Töpferei - Beruf sgeiiossensoli&ft
Am 7. März verschied zu Hamburg im 77. Lebensjahre
Herr Hermann Wessely
Inhaber der Firma A. H. Wessely, Kunsttöpferei
und Ofenfabrik.
Von der Begründung der Töpferei-Berufegenossenschaft an war der Verstorbene mit der Verwaltung
der Berufsgenossenschaft bis zu seinem Lebensende auf das innigste verbunden als Mitglied der Genossen-
schafteversammlung sowie des Gesamtvorstandes und als langjähriger Vorsitzender des Vorstandes der Sektion II.
Mit scharfem Blick für die Forderungen der Zeit ausgerüstet, hatte der Verstorbene die hohe Be-
deutung und die Mannigfaltigkeit der berufsgenossenschaftlichen Aufgaben erkannt; ihnen zu dienen war ihm
selbstverständliche Pflicht, der er, eiserne Willenskraft mit seltener Herzensgüte vereinigendem seiner ge-
samten ehrenamtlichen Tätigkeit aufopfernd, selbstlos und getreu bis zum Tod nachgekommen ist.
In Rat und Tat allezeit bereit war er uns Mitarbeiter und Freund zugleich, dessen Scheiden uns mit
tiefer Trauer erfüllt. Seinem Wirken werden wir ein dankbares Gedenken bewahren.
Berlin, den 9. März 1922.
Der Vorstand der Töpferei-Berufsgenossenschaft
Dr. Ing. Dr. Heinecke, Geheimer Ober-Regierungsrat,
Vorsitzender.
(65. Jahrgang.)
Coburg, den 23. März 1932.
ftts Horner!" 12
Zeitschrift für die Keramischen, (Sias* und verwandten Industrien.
Prflmiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
PernsprechanschluBNr. 59./Telegr. -Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Coborg-Gothaische Bank A.-G., Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jt 17.— unter Streifband M 43.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 1— (Stellengesuche 40 4).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Orlginal-Beltrflge verboten.
Ein merkwürdiges Patent.
Unter obiger Ueberschrift wird in Nr. 9 dieser Zeitschrift
[ein allerdings mehr als merkwürdiges Patent besprochen. Im
Ab schloß hieran wird die Frage aufgeworfen, ob es nicht die
Aofgabe des Ausschusses für gewerblichen Rechtsschutz der
[Deutschen Keramischen Gesellschaft sei, die Erteilung derartiger
Patente zu verhindern.
Allerdings sieht es der genannte Ausschuß als seine Pflicht
8n, gegen die Erteilung solcher Patente, die der keramischen
(Industrie von Schaden sein könnten, Einspruch zu erheben;
;es kann jedoch unmöglich seine Aufgabe sein, alle eingehenden
Patentanmeldungen auf allen Gebieten der Keramik zu prüfen.
iDiejenigen , Einzelmitglieder bezw. Pachverbände, die in der
[Erteilung eines Patentes auf ein bestimmtes Verfahren eine
iScbädigung ihrer Interessen erblicken, können jederzeit unter
[näherer Begründung ihrer Bedenken bei derartigen Anmeldungen
[die Hülfe der D K. G. anrufen, wie dies bereits mehrfach ge-
schehen ist, und diese erhebt dann Einspruch gegen die Er-
teilung, wenn sie einen solchen für berechtigt und durch-
führbar hält.
In dem vorliegenden Falle ist die D. K. G. von keinem ihrer
(Mitglieder aufgefordert worden, Einspruch zu erheben, und es
|wiid wohl auch von anderer Seite kein Einspruch erhoben
prorden sein, da sonst die erfolgte Eiteilung wohl unmöglich
gewesen wäre.
Eine Schädigung der Steingutindustrie ist unseres Er-
achtens nicht zu befürchten, da das Patent völlig bedeutungslos
ist. Jeder Fabrikant kann nach wie vor Steingutmassen her-
stellen, die beliebige Tone und Kaoline enthalten, auch genau
die gleichen, die in Anspruch 1 erwähnt sind, denn das hierin
geschützte Verfahren bezieht sich auf eine ohne Soda oder
Wasserglas hergestellte Gießmasse, die in der Steingutindustrie
wohl nicht vorkommt; nur ein Zusatz von Pottasche ist in
Anspruch 4 geschützt. Auch „geglühten" Meißener Ton und
„geschlämmtes" Quarzmehl wird wohl kein Fabrikant verwenden,
ebensowenig wie Magnesia zur Erhöhung der „Geschmeidigkeit"
der Masse.
Wäre es nicht Zeit-, Arbeit- und Papierverschwendung,
gegen derartige Patente vorzugehen? — Was das Patentamt
an dem Verfahren als neu ansieht, vermögen wir ebensowenig
*u sagen, wie der Einsender der besprochenen Zuschrift.
Deutsche Keramische Gesellschaft.
I. A.: Dr. R.
Das Abstehen des Glases in Tafelglashütten
(Nachdruck verboten.)
In dem Bestreben, die Fabrikationsziffer zu erhöhen und
die Zeit möglichst rationell auszunutzen, wird vielfach in den
Tafelglashütten auf das Kaltstehen des Glases zu wenig Zeit
und Aufmerksamkeit verwendet. Gelingt es, in möglichst kurzer
Zeit, den Ofen und das Glas soweit abzukühlen, daß die Ver-
arbeitung des letzteren erfolgen kann, so wird oft genug nur
die auf diese Weise erreichte Zeitersparnis berechnet, während
die Schattenseiten einer so schroffen Abkühlung entweder über-
sehen oder die üblen Folgen auf andere Ursachen zurückgeführt
werden. Zuerst wird sich ein so übereiltes Abkühlen an der
Glasmasse selbst bemerkbar machen. -
Wird sofort nach dem sogenannten Abgehenlassen, sobald
der Gas- und Luftzutritt zum Schmelzofen abgestellt ist, der
Schornsteinschieber tüchtig hoebgezogen und setzt man die
Arbeitslöcher auf, so wird durch den so hervorgerufenen starken
Abzug der Ofenhitze nach dem Schornstein und den durch die
Arbeitslöcher erfolgten kalten Luftzutritt eine verhältnismäßig,;
schnelle Abkühlung des Ofens und des Glases veranlaßt. Bei
der Verarbeitung der so jäh gekühlten Glasmasse zeigen sich
allerdings schon manche Unannehmlichkeiten, die jedoch auch
leicht von einem nicht mit allen Einzelheiten der Fabrikation
gründlich vertrauten Fachmann als Arbeitsfehler aufgefaßt
werden können. Buchstäblich genommen, würde auch diese
Bezeichnung zutreffend sein, doch kommen die Fehler gerade
bei dem zu schnell und dadurch ungleichmäßig gekühlten Glase
weit öfter als sonst vor. Ungleichmäßig stark gearbeitete
Walzen, die in der Hütte als Rampen und Winden bezeichnete:
Fehler, sowie Verunreinigungen des Glases beim ersten Rund-
formen (wulgern) u. dgl. werden viel häufiger vorkommen, als
bei langsam abgekühlter und dadurch zur Verarbeitung besser
und leichter sich eignenden Glasmasse-
Für Hütten, welche die Erzeugung bester Tafeln erstreben,
ist es daher, entschieden vorteilhafter, das Abstehen des Glases
nicht zu übereilen, denn außer der durch die schwierige Ver-
arbeitung der Glasmasse bedingten Mängel werden Häfen und
Ofen weit schneller abgenutzt, die unter dem zähen Temperatur-
wechsel ganz erheblich leidem. Die in Wirklichkeit erzielte
Zeitersparnis isf obendrein, g v nicht so groß, alsw^es, deh
Anschein hat, denn durch den durch das starke Ziehen des
Schornsteins bewirkten Abzug kühlen auch die Kammern ganss \
bedeutend ab, wodurch das Wiederanwärmen des Ofens nach
Feierabend verzögert wird. Spiegelglashütten, die völlig blankes,
gispenfreies Glas haben müssen, lassen letzteres sehr langsam
abstehen. Es empfiehlt sieh aber auch für Fecsterglashütten,
136 — Nr. 12
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
nachdem der Luft- und Gaszntritt abgesperrt ist, die Arbeits-
löcher noch zugesetzt zu halten und durch Herablassen des
Schornsteigschiebers die Hitze noch einige Zeit im Schmelzofen
zu erhalten, denn dadurch kommen auch noch etwa im Glase
enthaltene Luftbläschen (Gispen) in die Höhe. Nach Bedarf
wird dann der Schornsteinschieber gezogen, und die Arbeits-
löcher werden aufgesetzt. Derart, behandeltes Glas ist weit
gefügiger, läßt sich leichter und sicherer verarbeiten und er-
gibt auch weit weniger Bruch in der Streckhütte und der
Schneidestube. O. Fr.
Die photographischen Aufnahme -Verfahren.
Von C. Fleck.
(Schluß.)
Um eine Kollodium-Emulsion herzustellen, bedarf man
folgender Lösungen.
Lösung I:
Destilliertes Wasser 35 ccm
Bromammonium 30 g
Alkohol 50 ccm
Lösung II:
Heißes destilliertes Wasser .... 30 ccm
Silbernitrat 50 g
Milchzucker .......... 1 „ in
Ammoniak 7—10 ccm gelöst.
Zu 700 g in einer geräumigen Flasche befindlichem 4 °/0-igem
Roh-Kollodium wird in sehr ' kleinen Partien und unter nach-
folgendem Schütteln der Flasche nach und nach die erkaltete
Lösung II eingetragen. Etwa ausfallende Flocken müssen durch
Schütteln beseitigt werden. Nunmehr trägt man ebenso vor-
sichtig die lauwarme Bromammoniumlösung unter Schütteln
der Flasche ein (Lösung I). Die Mischung wird noch 2—3
Minuten lang geschüttelt und hierauf die Emulsion mit Wasser
gefällt.
Das Fällen der Emulsion erfolgt, indem man sie durch
allmählichen Wasserzusatz (etwa 3 ccm jedesmal) bis auf ein
Viertel des Emulsionsvolumens aasfällt. Die gefällte Emulsion
gießt man in eine zehnfache Wassermenge, welche durch Um-
rühren in lebhafte Bewegung gesetzt wird. Die Emulsion
scheidet sich bei diesem Vorgang in Form feiner Flocken ab.
Man läßt absetzen, gießt erneut Wasser auf und wiederholt
das Waschen der Emulsion 4—5 Mal. Man sammelt das
EmuUionspulyer auf einem leinenen Filter, gießt destilliertes
Wasser darüber, entfernt dieses zunächst durch Abpressen und
die letzten Reste durch Befeuchten mit Alkohol und Abpressen.
Die noch alkoholfeuchte Emulsion übergießt man mit 250 ccm
absolutem Alkohol und läßt sie 24 Stunden stehen. Nach
dieser Zeit versetzt man die Emulsion mit folgender Aether-
lösung:
Aether abs 250 ccm
Alkohol „ 15 „
Eisessig 3 „
PhysoBtigminsalicylat ...... 1 „ -
Diese Lösung ist von roter Färbung mit grüner Fluores-
zenz und verleiht der Emulsion eine gewisse Empfindlichkeit.
Nach drei Tagen wird die konzentrierte Emulsion filtriert und
mit 500 ccm Aether-Alkohol verdünnt. Diese Bromsilber-
Kollodinm-Emulsion ist noch sehr unempfindlich, und ihre
Empfindlichkeit muß durch Farbstoff-Silberzüsatz gesteigert
werden. Zur Erzielung einer fast panchromatischer Emulsion
empfiehlt sich die Mischung von Flaoreszein-(üranin-)Silber für
Grün, Rhodamin Silber für Gelbrot und Cyanin-Silber für Gelb
und Orange oder statt letzterem Aetbylviolett-Silber. Ein
kräftiger Rotsensibilisator ist das Dicyanin der Höchster Farb-
werke. Fluorenzein-Silber wird hergestellt, indem man 1 g
Fluoreszein in 150 ccm Alkohol löst und filtriert; andererseits
löse man 0,5 g Silbernitrat in 100 ccm destilliertem Wasser,
2 ccm Ammoniak, 4 ccm Glyzerin und 50 ccm Alkohol. Die
beiden Lösungen mischt man und setzt von dieser Mischung
je 1 ccm auf je 100 ccm der Emulsion zu. Die anderen ge-
nannten Farbstoffe können auf gleiche Weise mit Silbernitrat
zu Farbstoff-Silber umgewandelt werden. Das letztere wirkt
bedeutend kräftiger als der Farbstoff allein. Der Zusatz größerer
Mengen von Farbstoff würden wie ein Farben-Filter oder
-Schirm wirken und die Sensibilisierung ganz anders gestalten,
also ungünstig beeinflussen. Ueber die richtige Menge gibt
dem Praktiker eine aus verschiedenen Farben zusammengestellte
Kai htafei am besten Aufschluß. Die Kollodium-Emulsion muß
stets gut verschlossen an einem sehr kühlen Orte aufbewahrt
werden, weil sie sonst zur Schleierbildung Veranlassung gibt,
.le nachdem eine Emulsion rot- oder grünempfindlich Ist, muß
in der Dunkelkammer stets das entgegengesetzte Licht (Be-
leuchtung) vorherrschen, also für rotempfindliche Emulsionen
grünes Licht und umgekehrt.
Ii
Das Begießen der sauber geputzten Glasplatten mit
Emulsion geschieht wie beim nassen Kollodium-Verfahren. Als
Unterguß diene entweder eine Eiweiß-Gelatine- oder Knutschuk-
löspng. Vor dem Aufgießen maß die Koliodi um -Emulsion
2—3 Minuten geschüttelt werden, um dünne (flaue) Negative
zu vermeiden. Der gut geschüttelten Emulsion wird das Färb
stoffsilber zugemischt und das Ganze wieder gut geschüttelt,
Enthält die Emulsion basische Farbstoffe wie die Chinaolinel
usw., so muß die präparierte Platte vor der Exposition ge-
waschen werden, weil dadurch die Farbenempfindlichkeit wesent-
lich erhöht wird, bei Verwendung saurer Farbstoffe dagegen
%, B. von Fluoreszeinen wie Eosin, Erythrosin, Rhodamin,
Uranin usw. erst nachher. Das Waschen geschieht unter An-
wendung eines einfachen Wasserstrahles, der durch ein am
Hahn befestigtes Schlauchstück läuft, bis die Platte keine Streifen
mehr zeigt, d. h. bis eben der Aether-Alkohol verdrängt ist.
Die Platte läßt man dann gut abtropfen. Als Entwickler dienen
Hydrochinon oder Rodinal von folgender Zusammensetzung:
Destilliertes Wasser 1000 ccm
Rodinal 50 „
Bromkalium (10:100) 20 „
Als Fixierbad dient eine 10°/0-ige Fixiernatronlösung undj
zum Verstärken der nachstehende Sublimat- Verstärker.
Wasser . > . 1000 ccm
Chlorammonium ....... 10 g
Quecksilberchlorid 5 „
Salzsäure . 5 ccm
Sobald die Platte eine gleichmäßige milchweiße Färbung
angenommen hat, wird sie gewaschen und mit 7 — 8°/0-igei
Natriumsulfitlösung (schwefligsaures Natron) Übergossen, wobei
das Negativ einen blauschwarzen Ton annimmt, worauf es
wieder gewaschen und zum Trocknen auf den Bock ge-
stellt wird.
VIII.
Trockenplatte wird eine mit Bromsilbergelatine-EmulsioE
überzogene, gebrauchsfertige Platte genannt. Wie eine solche
Platte hergestellt wird, haben die Leser des „Sprechsaal" im
Artikel „Farbenphotographie" erfahren. Trocken platten müssen
aus farblosem oder nur wenig grünem Glase gegossen sein
dessen Stärke dem Plattenformat angemessen ist. Bezüglich
des für Trockenplatten nötigen Glases ist die deutsche Glas
Industrie nicht so auf der Höhe wie beim optischen Glase
denn für die Trockenplattenherstellung muß das Tafelglas be
sondere Eigenschaften haben, und seine Erzeugung erforder
besondere Vorrichtungen und langjährige Erfahrungen. Nai
«wei deutsche Hütten liefern brauchbares Trockenplattenglas
das jedoch noch nicht 10°'0 des ganzen Bedarfes ausmacht
alles übrige Glas muß vom Ausland — hauptsächlich Belgien —
bezogen werden. Die deutsche Trockenplattenfabrikation i8
heute zum großen Teil in Händen großer Aktiengesellschaften
deren Produktion fortwährend steigt. Manche deutsche Photo
Trapben benutzen amerikanische (Cramer plates) nnd englisch«
grocken platten (Seed plates), weil diese Qualität eine vorzügi
liehe ist.
Die Rückseite der Trockenplatte darf keine Verunreinigunj
durch anhängende Emulsionsstreifen oder Tropfen zeigen. Dil
richtige Exposition einer Bromsilbergelatine-Trockenplatt«
erfordert jahrelange Uebung, will man unter allen Umständet
seines Erfolges sicher sein. Die Belichtungszeit (Exposition
einer photographischen Platte hängt von einer Reihe von Um
ständen ab, deren wichtigste die nachstehenden sind:
1. Die Lichtemplindlichkeit der Emulsion,
2. Die Stärke des Lichtes,
3. Die Lichtstärke des angewendeten Objektivs, und diu
Abbiendung desselben,
4. Die Natur des Aufnahme-Objekts und
5 Die Entfernung des Aufnahme-Objekts vom Objektiv
Die Trockenplatten selbst einer renommierten Firma sine
nicht immer gleich gut, und es empfiehlt sich daher, die Sortei
einer Emulsionsnummer vorher auszuprobieren, bevor mai
eine größere Sendung bestellt. Die Gradation (d. i. da.
Scbwärzungsverhältnis, in welchem die Lichtabstufungen wieder
gegeben werden) einer Platte steht im innigen Zusammenhang
mit ihrer Lichtempfindlichkeit. Wenig lichtempfindliche Plattet
arbeiten härter als hochempfindliche. Für die Reproduktioi
von Strichzeichnungen, Holzschnitten, Kupferstichen 8in,_
weniger lichtempfindliche Platten, sogenannte „photomechanischi
Platten" vorzuziehen.
Erreicht das auf eine Platte fallende Licht eine unten
Helligkeitsgrenze, so wird die lichtempfindliche Schicht nich
mehr beeinflußt, und den eben noch entwickelbaren Eindrucl
nennt man „Schwellenwert". Dieser gibt das Maß ab für di< '
Lichtempfindlichkeit einer Platte, und man drückt diesei
ziffernmäßig durch Grade verschiedener Sensitometersystem«
au«. In Deutschland gilt das Senwitometersystem von Scheinet
Was die Lichtstärke des Tageslichtes betrifft, so ist diesei
I
y
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -CO BÜRO.
Nr. 12
137
permanenten Schwankungen unterworfen, welche sowohl von
der Tages- und Jahreszeit, als auch von den Witterangsver-
hältnissen abhängen. Letztere, weil unübersichtlich, lassen
sich nur durch Erfahrung in Rechnung ziehen. Die Belichtungs-
zeit im Atelier ist naturgemäß weit geringeren Schwankungen
unterworfen, als diejenige im Freien. Leichter und bestimmter
ist die Lichtstärke des angewendeten Objektivs' in Rechnung
f zu setzen. Wenn wir anstelle der Blende f/4 die Blende f/1B
einschalten, so verhalten sich die Belichtungszeiten wie 42 zu
l ltr oder wie 1 :16. Aus dieser leicht übersichtlichen Beziehung
kann man, sobald die Belichtungszeit für eine Blende gefunden
ist, leicht die Belichtungszeit für jede beliebige Blende nach
Feststellung ihres Durchmessers ermitteln. — Die Lichtstärke
des angewendeten Objektivs nimmt hauptsächlich bei Ver-
größerungen außerordentlich schnell ab, Einen großen Ein-
fluß auf die Belichtungszeit haben die Farbe und die Hellig-
keit des Gegenstandes.
IX.
Der Charakter eines Negativs hängt von zwei ineinander-
greifenden Operationen ab: Von der Belichtung und von der
Entwicklung. Weil die Abschätzung der richtigen Belichtungs-
zeit eine sehr schwierige ist und nur selten gelingt, so muß
' der Entwickler der Expositionszeit derart angepaßt werden, daß
der Belichtungsfehler ausgeglichen werden kann. Es gibt eine
sehr große Anzahl Entwickler, und ein jeder verhält sich der
; exponierten Platte gegenüber anders. Wer die Wirkungsweise
seines Entwicklers genau kennt, wind die Exposition danach
einrichten. Man bleibe bei einer Entwicklersorte, sonst wird
man niemals einen guten Erfolg, außer einem Zufallserfolg,
haben. Der älteste und billigste Entwickler ist der Eisenoxalat-
Entwickler, mit welchem sehr gute Resultate sich erzielen
lassen. Er wird in getrennten Lösungen angesetzt, da er in
einer Lösung nicht haltbar ist.
Lösung I:
Destilliertes Wasser 1000 ccm
Neutrales oxalsaures Kali . . . 300 g
Lösung II :
Destilliertes Wasser 300 ccm
Schwefelsäure 5 Tropfen
Reines Eisenvitriol 100 g
Die Lösungen werden tüchtig geschüttelt, worauf man 3 Teile
der Lösung I mit 1 Teil der Lösung II mischt und die ent-
standene braunrote klare Flüssigkeit in die Entwicklungsschale
filtriert. Die Lösung II wird in die Lösung I gegossen, sonst
gibt es einen Niederschlag. Bringt man eine annähernd normal
belichtete Platte in diese Lösung, so zeigen sich nach Ver-
lauf von 3o — 4u Sekunden die ersten Spuren des Bildes. Tritt
die Entwicklung früher ein, so setzen wir dem Entwickler einen
„Verzögeret zu. Ein solcher ist das Bromkalium, und zwar
nimmt man 10 — 20 Tropfen einer Bromkalilösung 1:10 auf je
100 ccm Entwicklerlösung. Das Bromkali (Kaliumbromid) ver-
langsamt nicht nur die Entwicklung im allgemeinen und läßt
somit den Lichtern Zeit, an Kraft zu gewinnen, ehe sich die
Schatten-Einzelheiten zu kräftig entwickelt haben und die Platte
dadurch an Kontrast verliert, sondern es hält auch die Wirkung
des Entwicklers an Jen weniger stark belichteten Partien des
•negativen Bildes zurück, hält die Schatten klar, wirkt in den
Lichtern schneller, so daß diese früher die nötige Kraft er-
lhalten. Bei sehr großer Üeberexposition müssen oft 2 — 5 ccm
Bromkalium zugesetzt werden. Außer dem Bromkalium oder
lindern Bromsalzen gibt es noch weitere Mittel, um die Stärke
irgend eines Entwicklers abzuschwächen. Von diesen ist zu-
nächst die Verdünnung des Entwicklers mit Wasser zu nennen,
oder — ohne Wasserzusatz — die Verminderung des Reduk-
tionsmittels des Entwicklers — hier des Eisens. Durch die
Verdünnung mit Wasser wird die Hervorrufung des Bildes im
lallgemeinen und gleichmäßig verlangsamt. Ein solcher Ent-
wickler ist gut, wenn man die Belichtungszeit kennen lernen
i will, wenn wir beispielsweise keine Ahnung haben, wie stark
ipron uns belichtet wntde. Kommen bei der Entwicklung Lichter
and Schatten zu gleicher Zeit, so war die Platte unterbelichtet.
iKommen aber nur die Lichter im Zeitraum von 20 Sekunden
hervor, so war die Belichtung normal. Der verdünnte Ent-
wickler gibt natürlich weniger Deckkraft, und hart arbeitende
^Platten werden dadurch weicher und harmonischer gestaltet.
uDie fehlende Deckkraft kann später durch eine geeignete Ver-
stärkung ersetzt werden. Anders wirkt ein Eisenentwickler mit
vermindertem Eisengehalt; dieser aibeitet nicht nur langsamer,
»ondern auch härter, was bei stark überbelichteten Platten von
großem Vorteil ist. Folgende Zusammensetzung eignet sich
ür starke Üeberexposition:
Lösung I:
Reines Eisenvitriol ...... 100 g
Destilliertes Wasser 200 ccm
Eisessig 2 „
Lösung II:
Neutrales oxalsaures Kalium . . . 100 g
Destilliertes Wasser 300 ccm
Es werden gemischt 50 ccm der Lösung II mit 7 ccm der
Lösung I.
Ein weiterer Verzögerer ist ein gebrauchter Entwickler.
Frischen Entwickler mit gebrauchtem zu mischen ist Material-
verschwendung. Sobald man durch die Anwendung von ge-
brauchtem Entwickler zur richtigen Erkenntnis der Belichtungs-
zeit gekommen ist, schüttet man den zum zweitenmale ge-
brauchten Entwickler fort und ersetzt ihn durch frischen, den
man nach Maßgabe der Exposition zurecht gemischt hat. Die
Temperatur des Entwicklers spielt eine bedeutende Rolle; ein
kalter Entwickler — unter 15° C. — ergibt dünne, kraftlose
Platten ohne Details in den Schatten; er wirkt schwach und
je nach der Sorte hart. Uebermäßig erwärmter Entwickler
wirkt schnell und veranlaßt unter sonst normalen Verhältnissen
Schleierbildung. Mit kaltem Entwickler werden selbst auf reich-
lich belichteten Platten ungenügende Negative erzielt. Kurz
belichtete Platten vertragen eine Entwicklerwärme bis zu 20 0 C.
— Als Beschleuniger für kurz belichtete Platten dient der Zu-
satz von 1—2 Tropfen Fixiernatronlösung 1:500 auf 100 ccm
Entwicklerlösung. — Gelbschleier entfernt man durch Baden
der fixierten und gewässerten Platten in folgendem Bad:
Oxalsäure lg
Destilliertes Wasser . 10 ccm
Alkohol 100 „
Ist der Schleier hartnäckig, so tauche man ein Wattebäusch-
chen in diese Lösung und reibe sanft die Schicht damit ab.
Durch Verwendung kalkhaltigen Brunnenwassers entsteht der
sog Kalkschleier, der durch folgendes Bad sich entfernen läßt.
Destilliertes Wassel" 100 ccm
Alaun 10 g
Eisessig 10 ccm
Eisenvitriollösung 1:4 35 „
Andere Entwickler als der Eisenoxalat-Entwickler sind die alkali-
schen Entwickler, wie Pyrogallol, Hydrochinon und Rodinal
(Paraamidophenolnatrium).
Ein sehr empfehlenswerter Entwickler ist der Amidol-Ent-
wickler von Andresen :
Destilliertes Wasser 1000 ccm
Krist. Natriumsulfit (chemisch rein) 200 g
Amidol .s 5„
Dieser Entwickler ist ein Rapid-Entwickler. Der Bromkalium-
Zusatz muß ein dreimal größerer sein als beim Eisen-Entwickler.
In eine andere Gruppe von Entwicklern gehören das Eikonogen,
Glyzin, Metol und Orto.1 — Das entwickelte Negativ wird gut
gewässert und in folgendem Bade fixiert:
Destilliertes Wasser 1000 ccm
Fixiernatron 250 g
Sulfitlauge (käuflich) 50 ccm
Das Fixierbad muß eine Temperatur von mindestens +15° C.
haben. — Ist ein Negativ durch zu langes Entwickeln zu dicht
geworden, so kann dem durch Abschwächen der Dichte abge-
holfen werden. Der folgende „Abschwächer" ist gut.
Lösung I:
Destilliertes Wasser . . . . . . 100 ccm
Fixiernatron 5 g
Lösung II:
Destilliertes Wasser 100 ccm
Rotes Blutlaugensalz 2 g
Zum Gebrauche mische man 50 ccm von Lösung I mit 5 ccm
von Lösung II. Die Abschwächung soll nicht zu sehr ausge-
dehnt werden, weil sie im Bilde immer noch etwas nachwirkt.
Hierauf wird da* Negativ wieder gewässert und zum Trocknen
aufgestellt.
Soll ein Negativ jahrelang aufbewahrt werden, so ist eine
Lackierung desselben von Vorteil. Nachstehende Vorschrift
hat sich bewährt:
Alkohol 500 ccm
Lärchenterpentin 10 g
Ricinusöl 10 ccm
Dammarharz . 40 g
Sandarac 60 „
Kampfer 10 „
Das trockene Negativ soll vor dem Lackieren vorsichtig und
gleichmäßig leicht erwärmt werden. Der Lack muß vor Ge-
brauch geschüttelt und filtriert werden. Retuschen mit Kohinor-
Bleistift lassen sich auf dem Lack gut anbringen.
Die deutsch-spanischen Handelsbeziehungen.
(Schiaß.)
Wie schon erwähnt, hat die spanische Regierung einen
ganz neuen Zolltarif aufgestellt, dessen Inkrafttreten jeden
Augenblick zu erwarten ist. Dieser neue Zolltarifen!-
138 — Nr. 12
SPRECHSAAL^C€j#Rg.
1022. (55. jahrgangj
warf sieht für die für ans in Frage kommenden Erzeugnisse
die nachstehenden Zollsätze vor.
4
17
18
19
20
21
22
23
24
V5
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27
28
29
30
59
60
61
Zollsätze des neuen spanisehen
Zolltarif entwarf es.
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
Gewichts
einheit
«2
r;.. .
v*X>.'
M
M
CK
Einzelne Steine, aas einem glas-
artigen Konglomerat hergestellt, .
weiß, gefärbt oder vergoldet, aus-
schließlich für künstliches Mosaik
bestimmt . 100 kg
Künstliches Mosaik ...... kg
Kalk, fetter und gewöhnlicher, Roh-
gewicht 100 kg
Zement, hydraulischer Kalk und
Puzzolan, Rohgewicht .... „
Zement, zu irgend welchen Gegen-
ständen verarbeitet, auch mit
metallischem Kern „
Erden zum Gebrauch, in Kunst und
für gewerbliche Zwecke:
Kaolin, Robgewicht „
sonstige, einschließlich Gips, ge-
mahlen oder in Stücken, Roh-
gewicht „
Gips, verarbeitet zu Gegenständen
aller Art, Rohgewicht .... „
Glimm er, in Blättern oder verarbeitet,
auch in Verbindung, mit anderen
Stoffen . . ... . ..... ... „
Sandpapier .. .. .. . . . . „
Schmirgelpapier „
Schmirgeltach ........ „
Asbest: unverarbeitet, in Fasern
oder Palver, Rohgewicht ... „
— : in Blättern oder Tafeln, mit oder
ohne Beimischungen von anderen
Stoffen (ausgenommen Kautschuk
oder Metallfäden) einschließlich
der Ziegel und Röhren aus Asbest
und Zement, Rohgewicht ... „
— : (ohne Beimischung von Kaut-
schuk oder Metallen) zu Fäden,
Strängen, Flechten und Geweben
verarbeitet, mit oder ohne Bei-
mischung von Spinnfasern ... „
t — : verarbeitet mit Beimischung
von Kautschuk oder Metallen, zu
Dichtungen für Maschinen, in
Flechten, Tafeln, Bändern oder
anderen Gegenständen .... „
Hohlglas, ungefärbt, in Flaschen,
Flakons, Korbflaschen und anderen
Umschließungen, geblasen oder
gegossen, weder geschnitten noch .
geschliffen auf irgend eine Art
(Tara)
.Hohlglas, gefärbt, in denselben
Gegenständen, nicht geschnitten,
Flaschen oder Flakons, geschliffen,
'and Siphons für kohlensäure-
haltige Getränke (Tara) .... „
Sogenanntes Präzisionsglas oder
Kristall, nicht graduiert, in Form
von Flakons, Retorten, Gegen-
ständen und Apparaten für
Laboratorien, ausschließlich aus
diesem Material gefertigt, mit oder
ohne Fassang, sowie Fiolen für
Injektionslösungen (Tara) ... „
• Dieselben Gegenstände graduiert,
einschließlich der graduierten
Probierröhreu (Tara) kg
Glas, Kristall und Halbkristall, un-
gefärbt und nicht poliert, weder
geschnitten noch irgend wie ver-
ziert, in Gegenständen aller Art,
in and a Tarifnurnmern nicht
" genanntM'ftra) . 100 kg
Dieselben"(Jegenstände, gefärbt, ge-
schnitten, poliert oder verziert
(Tara). '
Glas für Fußböden und ( I rlicht-
, fenster, Glasdächer ur i .hnliohe
Zollsatz
Tarifl Tarifll
Pesetas
13,00 5,00
6,00 1,20
0,75 0,25
3,00 1,00
30,00 6,00
1,60 0,76
0,50 0,25
100,00 40,00
80,00 20,©0
76,00 25,00
100,00 60,00
250,00 100,00
8,00 3,00
125,00 50,00
260,00 100,00
300,00 150,00
35,00 14,00
150,00 60,00
240,06 80,00
4,00 2,00
210,00 70,00
330,00 110,00
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
72
73
74
Gegenstände, bei einer Stärke von
mehr als 12 mm (Tara) . . .
66 Tafelglas und Tafelkristall, gebogen
oder nicht, von 4 — 12 mm Dicke
einschließlich, ungefärbt oder
farbig, glatt oder mit erhabener
Arbeit (Tara)
67 Glas, gerieft, mattiert, mit erhabener
Arbeit, und armiertes Glas, bis
zu 4 mm einschließlich dick (Tara)
68 Glas und Kristall für Fenster, bis
4 mm einschließlich dick, auch
mit abgeschliffenen Rändern, ge-
bogen oder gefärbt, und farbige
Fensterscheiben (Tara) ....
69 Photographische Platten, licht-
empfindliche
70 Glas und Kristall, belegt mit Queck-
silber, Silber, Nickel oder Platin
(Tara)
71 Glaskorallen, Glasperlen und ähn-
liche Erzeugnisse und Gegen-
stände daraus
Nachahmungen von Perlen und
Edelsteinen
Optisches Glas aller Art, ohne
Fassungen
Glas und Kristall in Figuren, Vasen,
Blumen und ähnlichen Schmuck-
gegenständen, sowie Gläser für
Taschenahren
75 Fliesen, Backsteine, Dachziegel and
allgemein alle groben Artikel aas
gewöhnlichem gebrannten Ton,
ohne Glasur «der Schmelz für
den Bau and Schmuck von
Häusern . . . . .... . .
dieselben aus natürlichem feinen
Ton, nicht glasiert, keine Fliesen,
keine Platten und Mosaik . . .
dieselben mit durchsichtigem,
weißem oder farbigem Ueberzug
oder Schmelz
Kacheln, Sockel, Gesimse, Geländer-
säulen, Kapitäle und ähnlich«
Artikel für Bauten aus weißer
Masse, mit durchscheinendem und
durchsichtigem Schmelz, nur in
einer Farbe, glasiert oder bedeckt,
ohne Reliefs
79 dieselben wie in der Tarifnummer
78 in mehreren Farben, glasiert
oder bedruckt, mit Verzierungen .
in Gold oder mit Reliefs . . .
80 Küchengeschirr, Töpfe, Demijohns,
Röhren und ähnliche Gegenstände
aus gewöhnlichem Ton ....
81 Backsteine, Fliesen, Teile von
Backöfen und ähnliche Gegen-
stände aus feuerfestem Ton . .
82 Röhren, Retorten, Muffeln, Kapseln,
Schmelztiegel und sonstige nicht
besonders aufgeführte feuerfeste
Gegenstände
83 Heizeinrichtungen, Kamine, Wasch-
, tische, Spülklosetts, Siphons,
Filter und sonstige in Wohnun-
gen für Hoiz- und Gesundbeits-
zwecke gebrauchte Gegenstände
mit weißem oder einfarbigem
Schmelz, ohne Streifen ....
84 dieselben mit mehrfarbigem
Schmelz, mit Streifen, Druck,
vergoldet, bemalt oder mit Ver-
zierungen ........ .4
86 Isolatoren für Lufttelegraphen-
leitungen, Telephone nnd Leitun-
gen für elektrische Kraft . . .
86 Sonstige Isolierartikel für die Elek-
trizität, ohne Metallteile oder Teile
aus anderen Stoffen
76
77
78
^ • ■ x. Zollsatz
ö,™ '"Tarifl Tarif i;
einhelt Pesetas
10t kg 36,00 12,06
r
225,00
S0,0(
n
125,00
50,04
n
188,00
»5,0(
»
200,00
40.0C
n
500,00 200,0(
kg
5,00
1,0t
n
15,00
10,011
n
8,00
2,5t
10,00 4,0
100 kg 6,00 4,0
21,00 7,0«
3,00 11,0
30,00 16,0
45,00 10,01
27,00 6,0(
17,00 6,6t
18,00 12,0"
108,00 36,0
120,00 42,0
100,00 40,0i
90,00 45,0
1922. (66. Jahrgang,)
SPRE€öSAAL
-۩BUR@. Nr. 11 -IW
Bezeiohnoog der Waren TES» Tm*» t«"H
Nr. «inhsit p<MtM
639 Ferngläser nnd Operngläser, nicht
I besonders genannt. kg 41,00 11,69
640 Prismatische Binokulare .... „ 46,00 15,00
641 £ Mikroskopische nnd sonstige
optische Apparate für den Labo-
§ ratorinmsgebranch ...... „ 43,00 14,00
642 Stereoskope, photographische und
| kinematographische Apparate,
Teile davon nnd Zubehör ... „ 20,00 10,09
643 Objektive nnd Okulare aller Art
in Fassungen und sonstige optische
Instrumente, in anderen Tarif-
nummern nicht genannt .... „ 46,00 16,00
648 Instrumente und Apparate für
Laboratorien, die Wissenschaft
und Kunst, in anderen Tarif-
nummern nicht genannt, aus Olas
oder Kristall, auch mit Teilen
aus anderen Stoffen ..... „ 18,00 6,00
766 Mineraloxyde für Glas und Emaille,
Rohgewicht 100 kg 60,00 30,00
1359 Knöpfe aus Porzellan oder Glas . kg 15,00 7,60
1414 Spiele und Spielzeug aus Porzellan
oder Kristall ., 15,00 6,00
Ob bezw. in welcher Weise die Valutazuschläge bei dem
Inkrafttreten des vorstehenden Tarifes in Geltung bleiben
werden, steht noch nicht fest.
Wie verlautet, sollen verschiedene Zollsätze des spanischen
Zolltarifentwurfes durch das Plenum der Zolltarifkommission
eine Aenderung erfahren haben. Authentische Nachrichten
liegen noch nicht vor. Wir teilen nachstehend . diese Aende*
rungen mit, soweit sie für uns in Frage kommen, aber nur die
Sätze des Minimaltarif es, der für deutsche Erzengnisse In
Frage kommt.
Tarif-Nr. 18: statt 1 = 9 Pesetas. Tarif-Nr. 24: statt 25 = 49
Pesetas. Tarif -Nr. 25: statt 50=40 Pesetas. Tarif-Nr. 59: Hohl-
glas, schwarz oder grünlich, ungefärbt, in Flaschen, Flakons usw.,
geblasen oder modelliert, statt 14<=12 Pesetas. Tarif-Nr. 60 :
Hohlglas, weiß, farblos, statt 60 = 30 Pesetas. Neue Tarif-Nri:
Flaschen nnd Flakons, geschliffen, und Siphons für kohlen-
säurehaltige Getränke =60 Pesetas. Tarif-Nr. 73: statt 2,50=26
Pesetas. Tarif-Nr. 638: statt 12 = 30 Pesetas. Tarif-Nr. 63*;
statt 13,50 = 20 Pesetas. Tarif-Nr. 641: statt 14 = 10, Pesetas.
Tarif-Nr. 642: statt 10 = 15 Pesetas. (ng)
Tarif-
Nr.
87
88
90
91
92
638
Bezeichnung der Waren
Fayence, feiner Ton und Steinzeug
mit weißem oder einfarbigem
Schmelz, aber ohne Streifen oder
, irgendwelche Verzierungen, in
Form von Tisch- und Kaffee-
geschirr, Toilettegerät und der-
gleichen ; ~5 Artikel aus den ge-
nannten Stoffen, die in Parfüme-
rien und von Photographen
gebraucht werden, und allgemein
alle nicht in anderen Tarif-
nummern genannten
Fayence, feiner Ton und Steinzeug,
mit mehrfarbigem Schmelz oder
mit Streifen und Verzierungen, in
gleichen Gegenständen wie in der
Tarifnummer 87 . . . . . . .
Weißes Porzellan in Form von
Kaffee-, Tischgeschirr, Toilette-
gerät und dergleichen ; auch
Artikel aus diesem Stoff, die in
der Chemie, Pharmazie und Par-
fümerie gebraucht werden, und
allgemein alle nicht in anderen
Tarifnummern genannten Artikel
Farbiges Porzellan oder mit Streifen,
Verzierungen, Malerei oder Ver-
goldung in Artikeln der vorigen
Tarifnummer
Steinzeug in Röhren zum Dränieren,
Fliesen oder Pflaster platten,
Flaschen, Stöpseln, Hähnen und
anderen Gegenständen aus Stein-
zeug für gewerbliche Zwecke. .
Feiner Ton, Steinzeug, Fayence oder
Porzellan in Figuren, Blumen,
Vasen, Reliefs, Blumenschalen
und ähnlichen Ausschmückungs-
gegenständen
Brillen, Kneifer, Vergrößerungs-
gläser und dergleichen, zum
Gebrauch fertig, mit Ausnahme
solcher mit Fassungen aus Gold
und Silber . .
ß .„v.^ Zollsatz
100 kg 135,09 45,00
166,99 56,00
kg
150,90 60,00
210,90 70,00
90,00 30,00
8,00 2,50
36,00 12,00
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Jubiläum. Auf ein 175-jähriges BeBtehen konnte vor kurzem
die „Füj stei. berger Porzellanfabrik, Fürstenberg (Weser)", zurückblicken.
Anläßlich dieser Feier brachte die Manufaktur verschiedene als Jubiläumsgabe
anzusprechende Porzellane, u. a. ein Tafelgeschirr in Barockform, heraus.
Arbeitsjubiläen. Am 1.4.22 sind es 25 Jahre, seit der Seniorchef
' Herr Fabrikbesitzer Felix Geitner in die altangesehene Fabrik keramischer
Farben Geitner & Comp., Schneeberg i. Sa., eingetreten ist.
Das 25 jährige Dienstjubiläam feiert am 22. 3. 22 Herr Direktor
Bruno Hoff (Berlin-Treptow, Hoffmannstr. 17 a) bei der Firma von Poncet
Glashüttenwerke, A.-G., Berlin SO. 16.
Gesetzgebung, Steuern.
Das neue Arbeitsgerichtsgesetz. Die Keichsregierung beabsichtigt,
eine Neuregelung des Arbeitsgeiichtswesens in die Wege zu leiten. Das
anstelle des Gesetzes über die Kaufmanns- nnd Gewerbegerichte sowie der
«entsprechenden Bestimmungen der Demobilmachnngsverordnung einzu-
richtende Arbeitsgericht soll die Schlichtungsausschüsse, die Gewerbe-
tgerichte und die Kaufmannsgerichte erBetzen. Nach dem vom Eeichs-
larbeitsministerium ausgearbeiteten umfangreichen Beferentenentwurf, der
97 Paragraphen umfalit, sollen bei den Amtsgerichten zur Begelung aller
aus dem Arbeitsverhältnis sich ergebenden bürgerlichen Bechtsstreitig-
keiten zwischen Arbeite eb mein und ihren Arbeitgebern Arbeitsgerichte
gebildet werden. Diese sollen aus einem planmäßigen Bichter des Amts-
gerichts als Vorsitzenden und zwei Beisitzern bestehen, von denen der
eine ein Arbeitgeber, der andere ein Arbeitnehmer sein muß. In zweiter
Instanz sollen die bei den Landgerichten neu au bildenden Landesarbeits-
gerichte entscheiden. Die Arbeitsgerichte sollen ausschließlich zuständig
sein für Ansprüche, die auf Grund einer gemeinsamen Arbeit von Arbeit-
nehmern gegeneinander erhoben werden, ferner für Beehtsstreitigkeiten
aus Tarifverträgen sowie für die Fälle §§ 82—90 des Betriebrätegesetzes,
die das Mitbestimmungsrecht des Arbeiter- nnd Angestelltenrats in den
Fällen der Kündigung, das Verfahren vor den SchlichtungsausschüBsen
usw. regeln. Sie sollen außerdem ausschließlich zuständig sein in den
Fällen der §§ 89 und 90 des Beichsversorgungsgesetzes und der §§ 8, 18
and 19 der Verordnung betreffend eine vorläufige Landesarbeitsordnung,
auch sollen bei den Arbeitsgerichten Klagen gegen Arbeitnehmer, Arbeit-
geber sowie von nnd gegen Dritte erhoben werden, wenn der Ansprach
mit einem Arbeitsverhältnis in rechtlichem oder wirtschaftlichem 2a-
sammenhang steht. Der Gesetzentwarf unterliegt zur Zeit der Beratung
mit den beteiligten Spitzenverbänden der Arbeitgeber and Arbeitnehmer.
Die Dt mobilmach angs Verordnungen. Der Wirtschaftspolitiken«
and der Sozialpolitische Ausschuß des vorläufigen Baichswirtschaftsrats
beschäftigten sich am 15. 3. in gemeinsamer Sitzung mit dem Entwarf
eines Gesetzes über Verlängerung der Geltangsdauer von Demobil-
maehungsverordnungen. Die Aussprache erstreckte sich nur auf die beidea
Verordnungen über die „Einstellung nnd Entlassung von Arbeitern" and
betreffend „Maßnahmen gegenüber Betriebsabbrüchen* sowie den Ver-
längerungstermin. Die Abstimmung ergab gegen die Arbeitgeber Annahme
der Aufrechterhaltang der beiden umstrittenen Verordnungen. Ala Termin
fand der 31. 10. 22 Annahme. In der Gesamtabstimmung ward« der
Gesetzentwurf in der Fassung der Begierong mit großer Mehrheit an-
genommen.
Handel und Verkehr.
Leipziger Messe nnd Yalntafakturiernng. Der Beiehskommitsar
für Aus- und Einfuhrbewilligung hat auf mehrfache Anfragen, ob die
gelegentlich der Leipziger Messe za tätigenden Abschlüsse voll den
üblichen Vorschriften der Außenhandelskontrolle unterliegen, diese Frage
bejaht, jedoch darauf hingewiesen, daß, abgesehen von der allgemeinen
Befugnis der BeichsbevoUmäohtigten, in besonders gelagerten Fällen Aas-
nahmen zu bewilligen, es ausnahmsweise von den Außenhandelsstelles
zugelassen werden mag, unter Einhaltung der vorgeschriebenen Valuta-
fakturierung bei vorschriftsmäßig in Hochvalota vereinbarten Preises
zuzulassen, daß der Gegenwert in Mark zum Korse des Zahlungstage«
hereingenommen wird, falls der Ausländer bereits vorgangig angeschaffte
Markbeträge verwenden will.
Telegrammabkfirzungen „fob* , nnd „elf zugelassen. Im Tele-
grammverkehr werden vielfach Ausdrücke verwendet, die aas den abge-
kürzten Handelsausdrücken „tob" oder „eif" anter Anfügung eines Wortes
der offenen Sprache gebildet sind. Bisher wurden diese bei der Berechnung
der Telegrammgebühren als sprachwidrige Wortzusammensetzungen be-
handelt. Mit Bücksicht darauf, daß Wörter wie „fobpreiB", „eifkaofe*,
„eifspesen* usw. in Handelskreisen ständige Ausdrücke geworden
and auch außerhalb des Telegrammverkehrs gebräuchlich sind, sollen diese
HO — Nr. 12
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
auch hier nicht mehr als sprachwidrig betrachtet, sondern nur als Taxwort
gezählt werden, soweit die Vorschriften Uber die Länge des Wortes nicht
eine andere Zählang bedingen (bei Telegrammen der oSenen Sprache 15,
bei solchen der verabredeten Sprache 10 Buchstaben nach dem Morse-
alphabet}«
Bei Postfrachtstücken nach Kanada einschließlich Britiscb-
Kolnmbien mit Vancouver-Insel ist fortan Nachnahme nicht mehr zu-
gelassen.
Dringende Postfrachtstfieke nach der Schweiz werden vom 1. 4.
an auf der ganzen Strecke (vom Aufgabe- bis zum Bestimmungsort) zu-
gelassen.
Ein- and Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkerainik. Die Mindestpreise für die Ausfuhr von
Quarzsand und Quarzmehl nach Dänemark und Schweden haben mit
Wirkung vom 10. 3. 22 eine Aenderung erfahren.
Die Mindestpreise für die Ausfuhr von Floßspat nach den öster-
reichisch-ungarischen Nachfolgestaaten, mit Ausnahme Tschechoslowakiens,
erfahren mit Wirkung vom 15.3 eine Aenderung.
Die iusfuhrmindestpreise für Erdfarben nach Ländern mit ge-
ringwertiger Valuta sind erhöht worden und können bei der Außenhandela-
stelle Chemie — Nebenstelle „Mineralfarben" — erfragt werden.
Die deutsche Außenhandelsstatistik, deren Veröffentlichung
während des Krieges unterblieben war und im Juli 1920 in verkürzter
Form wieder aufgenommen worden ist, wird vom 1. 4. 22 ab in der
vor dem Kriege Üblichen Weise veröffentlicht werden.
Ausfuhr von handelsüblichen Mastern and Proben. Es ist
darauf hinzuweisen, daß die Bekanntmachung des Reichswirtschafts-
ministeriuma vom 5. 4. 21 (§ 1 Ziffer 19 a) nach wie vor gültig ist und
nicht etwa durch die am l. 12. 21 erlassene Bekanntmachung, betr. das
Verbot der Ausfuhr von Waren des 2. bis 19. Abschnitts des Zolltarifs,
berührt wird.
Die Einfuhr von Mustern und Proben aus dem Ausland nach Deutsch-
land wird unter Anwendung der entsprechenden Erleichterungen, die für
die Ausfuhr maßgebend sind, unter der Bedingung der Wiederausfuhr
zugelassen.
Milderang von Härten bei der Erhebung der erhöhten Aus-
fuhrabgabe. Der Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung hat
im Einvernehmen mit dem Heichswirtschaftsminister und dem Reichs-
finaozminister die Ermächtigung, die am 31. 1. 22 abgelaufene Frist zur
Geltendmachung des niedrigeren Ausfuhrabgabensatzes mit Bückeicht auf
die in letzter Zeit eingetretenen Verkehrsstörungen auf Antrag bis
längstens 30. 4. 22 zu verlängern, auf die Ausfuhrbewilligungsstellen über-
tragen, soweit die durch die Fristverlängerung eingetretene Ermäßigung der
Ausfuhrabgabe den Betrag von Jt 1000 für eine Ausfuhrbewilligung
nicht übersteigt. Ferner gibt der Reichskommissar bekannt, daß die am
1. 12. 21 abgelaufene Frist zur Absendung eines Antrags auf Auwendung
des bisherigen Tarifs nachträglich bis zum 31. 12. 21 verlängert wird.
Die Liefeirwerhsbescheinignng im Rahmen der Außenhandels'
Kontrolle. Der Reichsverband des deutscheu Ein- und Ausfuhrhandels
hat dem Außenhandels- Kontrollausschuß des Vorläufigen Beichswirtsehafts-
rats eine Denkschrift Überreicht, in der der Außenhandels Kontrollausschuß
ersucht wird, in eine Prüfung der Frage einzutreten, welche Aufgabe die
Lieferwerksbescheinigung im Kähmen der Außenhandels- Kontrolle zu er-
füllen hat. Der Beichsverband beantragt eine grundsätzliche Stellung-
nahme in folgendem Sinne: „Eine Lieferwerksbescheinigung darf ledig-
lich eine Bescheinigung des Erzeugerwerks sein, welche dahin lautet,
daß das Lieferwerk mit dem Export der Ware einverstanden ist". Ein
zweiter Antrag gebt dahin : „Die Prüfung, ob eine Lieferwerkebescheinigung,
welche einem Ausfuhrantrag beigefügt ist, genügt oder nicht, darf in
keinem Falle einer Preisprüfungsstelle, sondern muß in allen Fällen der
deu Preisprüfung8stellen Ubergeordneten Außenhandelstelle anheimfallen."
Ein letzter Antrag lautet: „Der Ausschuß wolle beschließen, die Reichs-
regierung zu ersuchen, auszusprechen, daß grundsätzlich jede Fabrik das
Becht hat, für von ihr hergestellte Waren LieferwerkBDeBcheinigungen
zu erteilen".
Ermäßigung der Gebühren beim Ausfuhramt Ems. Die Kölner
Handelskammer gibt bekannt: Nach einer bei dem Wirtschaftsausschuß
für die besetzten Gebiete eingelaufenen telephonischen Mitteilung des
Ausfuhramtes Ems sind die für Erteilung von Ausfuhrbewilligungen beim
Ausfuhramt Ems zu entrichtenden Gebühren mit Wirkung vom 16 3. 22
von 6 auf 3%o des Warenwertes ermäßigt worden.
Oesterreich. Der Zollaufschlag für die nicht unter Goldzoll-
pilicht fallenden Waren ist mit Wirkung ab 9. 3. 22 auf das 700-fache
des Tarifsatzes festgesetzt worden. Interessenten erfahren Näheres bei
der österreichischen Abteilung des Deutsch-Oesterr.-Ungar. Wirtschafts-
verbandes, Berlin W. 35, Am Karlsbad 16.
Portugal. Ursprungszeugnisse. Von portugiesischer amtlicher
Seite wird als vorteilnaft empfohlen, deutsche Einfuhrwaren von einem
Ursprungszeugnis begleiten zu lassen, um auf diese Weise die Waren als
deutsche zu kennzeichnen, wodurch eine vorteilhaftere Behandlung am
Zollamt ermöglicht wird. Beglaubigungen werden von den portugiesischen
Konsulaten vorgenommen ; die derzeitige Gebühr hierfür beträgt M 126.
Tschechoslowaklen. Fakturlerang deutscher Einfuhrwaren.
Aus Prag liegt von zuverlässiger Seite die Meldung vor, daß deutsche
Einfuhrwaren in tschechoslowakischen Kronen fakturiert werden können;
die Bezahlung derselben muß aber in Mark erfolgen.
Die Lage In Industrie und Handel.
Die Lage der feinkeramischen Industrie im Monat Februar
weist gegenüber dem vorangegangenen Monat keine wesentliche Aenderung
nuf Ks ist lediglich festzustellen, daß die Werke ganz besonders stark
u nter dem Kohlen- und Rohstoffmangel zu leiden hatten Diese Schwierig-
keiten wurden dnrch den Eisenbabnerstreik und seine Folgen noch er-
heblich gesteigert. Zuverlässige Unterlasen für die Beurteilung der
nächsten Zukunft werden sich erst auf Grund des Ergebnisses der Leipziger
Frühjahrsmesse finden lassen.
Geschäftliche Mittellungen.
A.-G. für Glasindustrie, vorm Frledr. Siemens, Dresden. Die
a. o. G.-V. genehmigte gegen den Widerspruch eines Aktionärs die Um-
wandlung der bestehenden M 10 Mill. Vorzugsaktien in Stammaktien.
Davon werden Ji 6 Mill. den alten Aktionären zum Nennwert« im Ver-
hältnis 4 : 1 angeboten werden, während weitere Jt 5 Hill zur Verfügung
der Gesellschaft gehalten werden sollen, ev. werden sie auch zur Bereit-
stellung größerer Betriebsmittel Verwendung finden. Ferner wurde die
Ausgabe von M 15 Mill. neuer Vorzugsaktien mit einfachem Stimmrecht
beschlossen, die dieselben Rechte haben, wie sie den bisherigen Vorzugs-
aktien zukamen. Diese neuen Vorzugsaktien werden an die B*nk für
Iudustriewerte, A.-G., Berlin, begeben werden.
Konkursverfahren. Dessauer Glasschleiferei und GlasBchilderfabrik
Robert Bohne, Inhaber Bohne' s Erben, Dessau: Prüfungstermiu für nach-
träglich angemeldete Forderungen 3. 4. 22, 9»/, Uhr v., Amtsgericht Dessau.
Besitzübergang. Die Fabriken Tuma & Vielgut, Klösterle, Gott-
fried & Vielgut, Klösterle, und Ernst Wahliss, Turn-Teplitz, sind in den
Besitz der „Porzellan-Union, Vereinigte Porzellanfabriken, A.-G., Karlsbad" ,
übergegangen.
Gener al -Versammlungen.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G , Fraureuth : o. G.-V. 3. 4. 22, 9 Uhr
v., Verwaltungsgebäude, Fraureuth
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A.-G , Lübeck : o. G -V. 31 3.
22, 11 Uhr v., Direktion der Disconto-Gesellschaft. Filiale Lübeck. T.-O. :
u. a. Ankauf eines Porzellanwerkes i. Thür. ; Erweiterung des Gegenstandes
des Unternehmens.
Porzellanfabrik Tettau, A.-G., Tettau : o. G.-V. 5 4 22, 3 »/, Uhr n.,
Böhms Weinschenke, Gotha.
Porzellanfabrik zu Kloster Veilsdorf : o. G.-V. 6. 4 22, 10 Uhr v ,
Bank für Thüringen, Meiningen T. 0. : u. a. Umwandlung von Jt 1,5
Mill. Vorzugsaktien in Stammaktien; Kepit aiser höhung um J 1,6 Mil).
Vorzugsaktien auf Ji 5 Mill.
A-G. Porzellanfabrik Weiden, Gebrüder Bauscher, Weiden : o G.-V.
31.3.22, 10 Uhr v., Geschäftsraum, Weiden. TO.: u. a. Kapitalser-
höhung am Ji 5 Mill. Stammaktien auf M 8 Mill.
Düsseldorfer Tonwarenfabrik, A-G., Düsseldorf- Reisholz : o. G.-V.
30 3 22, 12 Uhr m., Bankhaus C. G. Trinkaus, Düsseldorf.
Keramische Werke Offstein und Worms, A -G., Worms : o. G.-V. 30. 3.
22, 11 Uhr v., Handelskammer, Worms.
Rheinische Schamotte- und Dinas- Werke, Mehlem a Rh. : o. G.-V.
7. 4. 22, 3 Uhr n., Geschäftslokal, Mehlem.
TMersdorfer Werke, Nieder- Ullersdorf : o. G.-V. 3. 4. 22, 10 Uhr v„
Hotel Brose, Sorau. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung um Jt 1 Mill. Stamm-
aktien ; Satzungsänderungen.
A.-G. für Glasfabrikation, vorm. Gebr. Hoffmann, Bernsdorf, O.-L. :
e. G-V. 4. 4 22, 11 Va Uhr v., Dresdner Bank, Dresden T.-O.: u. a.
Kapitalserhöhung um Jt 1,76 Mill. Stamm- und 0,5 Mill. Vorzugsaktien ;
Gleichstellung der bisherigen Vorzugsaktien mit den nicht bevorzugten
Aktien und Benennung sämtlicher bisheriger Aktien als Stammaktien.
A-G. der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm. Ferd. Heye,
Düsseldorf: o. G.-V. 11. 4. 22, 10 Uhr v., Hotel Breidenbacher Hof,
Düsseldorf. T.-O. : u a. Abänderung des Stimmrechtes der Ji 1 Mill.
Vorzugsaktien von 1919; Satzungsänderungen.
Deutsche Spiegelglas A.-G., Freden : o. G.-V. 11. 4 22, 12 V» Uhr m ,
Kastens Hotel, Hannover. T.-O : u. a. Kapitalserhöhung um Ji 12 Mill.
Stamm- und M 1 Mill. Vorzugsaktien.
August Walther $ Söhne, A-G., Moritzdorf: o. G-V. 1. 4. 22,
12 Uhr m., Dresdner Bank, Dresden. .
Oidenburgische Glashütte, A.-G., Oldenburg: o G.-V. 7. 4. 22, 4 Uhr n.,
Bureau des Notars E. Edzard, Stintbrücke 1, Bremen.
Gebrüder Stoevesandt, Komm.-Ges. a. Akt , Rinteln : o. G.-V. 7. 4 22,
12 Uhr m. Bank für Handel und Industrie, Filiale Bremen. T O. : u. a.
Anagabe von 0,5 Mi IL Inhaber Genußscheinen.
A.-G. für pharmaceutische Bedarfsartikel, vorm. Georg Wenderoth,
Cassel: a. o. G.-V. 6. 4. 22, 4 Uhr n., Geschäftsräume, Cassel. T.-O. :
u. a. Kapitalserhöhung um Jt 3,05 Mill. Inhaberaktien und Jt 0,5 Mill.
Vorzugsaktien auf M 6,5 Mill.
Sächsische Emaillir- und Stanzwerke, vorm. Gebr. Gnüchtel, A-G.,
Lauter i. Sa.; a. o. G. V. 5.4. 22, 11 Uhr v., Allgem. Deutsche Credit-
Anstalt, Leipzig. T.-O. u. a. Kapitalserhöhnng um Jt 4 Mill. 8tamm-
und Jt 0,2 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 10,1 Mill.
Bauxitwerke, A.-G., Gießen : o. G.-V. 7. 4 22, 10 V* Uhr v., Ver-
waltungsgebäude, Gießen.
Messen und Ausstellungen.
Auf dem ersten deutschen Torflndustrietag, der von der Nord-
westdeutschen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Torfwesens auf
den 23. 3. nach Hannover (Stadthalle) einberufen ist, sprechen u. a. Ober-
ingenieur Niesa über „Torfbrand in industriellen Feuerungsanlagen" ; Ober-
ingenieur Leder über „Sonderfeuerung für Torf in Dampfkesselanlagen" ;
Prof. Dr. G. Keppeler über „Mitteilungen über Torf Verwertung in der
Glas-, keramischen und Ziegelindustrie", und Wenhold über „die Kohlen-
versorgung im Jahre 1922 und die Notwendigkeit der verstärkten Heran-
ziehung des Torfes für industrielle, gewerbliche und Hausbrandzweoke
in J\ordwestdeutschlandu. In Verbindung mit dieser Tagung wird in der
Zeit vom 18. bis 23.3.22 die Torf aus st eilung stattfinden, über
deren Bedeutung und Ziele bereits mehrfach an dieser «teile eingehend
berichtet wurde.
SPRECHE AAL - COBURG.
Nr. 12 — 141
1922. (55. Jahrgang.)
Die Breslauer Messen. Trotz ber gewaltigen Schwierigkeiten,
die sich infolge der ungeklärten politischen Lage dem Ausbau der Bres-
lauer Messen ständig entgegenstellten, kann heute gesagt werden, daß
sich der Messegedanke durchgerungen hat und daß mit der Breslauer Messe
als eine Dauereinrichtung zu reebnen ist. Die verworrenen staatlichen
und sozialen Zustände Osteuropas beginnen sich allmählich zu klären und
diese Klärung wird eine Krstaikong des gesamten osteuropäischen Wirt-
schaftslebens im Gefolge haben. Das trifft nicht nur auf Polen und die
Bandstaaten, sondern auch auf die russische Sowjetrepublik und auf die
Verhältnisse auf dem Balkan zu. Breslau wer zu allen Zeiten der ge-
gebene Mittelpunkt für den Verkehr von der Nord- und Ostsee mit den
Donsuländern und Balkanstaaten, sowie zwischen den Mittelmeerländern
uid dtn slawkehen Oslstaaten. Auch in seiner größten Blutezeit war
das Böckgrat des Breslauer Handels der Verkehr mit dem Osten Die
Breslauer Messe knöpft an diese alte Tradition wieder an und hat vor
allem die Aufgabe, die kaufkräftigen Abnehmer des Ostens heranzuziehen.
Daß das bisher bereits in hohem Maße gelungen ist, beweist einerseits
die Anwesenheit zahlreicher polnischer Einkäufer auf den Breslauer Messen
und andererseits die Tatsache, daß die russische Sowjetrepublik auf der
letzten Breslauer Herbslmesse ein eigenes amtliches Auskunftsbüro er-
r chtet hat, das von den verschiedensten Interessenten ungemein stark in
Anspruch genommen worden ist Nachdem nun die ober schleBische Frage
vorläufig entschieden ist, so ist damit immerbin für die nächste Zeit
wenigstens der gewichtigste Streitpunkt aus den Beziehungen der beiden
Länder beseitigt und es darf doch der Hcffnung Aufdruck gegeben werden,
daß die jetzt aufgenommenen Wirtschaftsverhandlungen zwischen den
beiden Staaten zu einem gedeihlichen Abschluß führen werden. Die Bres-
lauer Messe darf daher auch künftig der Beachtung aller derjenigen
Kreise besonders würdig sein, die ihre Geschäftsverbindung nach dem
Osten auszudehnen beabsichtigen. Andererseits aber kann es keinem
Zweifel unterliegen, daß auch westindische Einkäufer mit erheblichem
Nutzen die Breslauer Messe besuchen werden. In Schlesien besteht eine
ungemein reich entwickelte Industrie, die weit Uber die schlesischen
Grenzen hinaus geht. Schlesisches Glas und schlesisches Porzellan haben
sich den Wellmarkt erobert dank ihrer vorzüglichen Qualitäten, ihrer
technischen Vollkommenheit und ihrer künstlerisch geschmackvollen Form.
Die Keramik in Schlesien ist uralt. Wem ist nicht der Name der alten
Töpferstadt Bunzlau bekannt, in der seit jeher Gebrauchsgeschirr aller
Art' hergestellt wird? Die Bnnzlaoer Erzeugnisse werden nach der
Schweiz, nach Norwegen, nach England Schweden, ja selbst bis nach
Argentinien hin ausgeführt. Im schlesischen Gebirge blüht nach wie vor
das Kunstgewerbe der feinsten Schliffgläser und Ueberfanggläaer, und
namentlich im Waldenburger Gebirge hat die Porzellanindustrie ihren
Sitz, die hier etwa 6000 Personen beschäftigt. Diese Industrien sind auf
den Breslauer Messen, stattlich vertreten. Der ausländische Einkäufer
findet Bomit reichlich Gelegenheit, auf den Breslauer Messen neue Verbin-
dungen aufzunehmen und hochwertige Erzeugnisse zu erwerben, für die
gerade jetzt allenthalben die regste Nachfrage herrscht.
Fünfundzwanzig Messen in Specks-Hof zu Leipzig ist der Titel
einer stattlichen Jabiläumsschrift, die soeben der Besitzer des bekannten
Meßpalastes Specks- Hof, Herr Paul Schmutzler, an die Freunde und
regelmäßigen Gäste seines Hauses verschickt. Die vornehm ausgestattete,
mit reichem und wertvollem Bildschmuck versehene Schrift enthält zu-
nächst eine Geschichte des Grundstücks, die bis in das Mittelalter zurück-
geht, eine Baugeschichte des Hauses und eine fesselnde Schilderung seiner
ganzen Einrichtung, die in Fachkreisen als musterhaft bekannt ist.
Darüber hinaus enthält das Büchlein eine Entwicklungsgeschichte der
Leipziger Messe in ihren Hauptzügen und gibt schließlich über die
Organisation eines Meßkaufhauses, das unter allen Gesohäftsbanten eine
Sonderart darstellt, wissenswerte Aufschlüsse, die gerade jetzt lebhafte
Beachtung rinden dürften. Zwischen den Ausstellern, den Vei mietern und
dem Meßamt in Leipzig schweben so mancherlei Meinungsverschieden-
heiten, daß jeder Beitrag willkommen ist, der zur Klärung und friedlichen
Beilegung dieser Differenzen hilft. Und dazn scheint uns das Schrift-
ehen ganz besonders geeignet. Außerdem ist es, da es nicht nur trockene
Daten gibt, sondern in liebenswürdigem, bie und da humoristischem
Plandertone einen an sich spröden Stoff interessant zn gestalten weiß,
eine hübsche Erinnerung für jeden Leipziger Meßbesucher, der sich selbst
zu den Stammgästen von Specks-Hof zählen darf.
Verbände.
Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken. Der
Verband hat beschlossen, mit Wirkung ab 1 4 22 auf die März-Preise
für Niederspannnsgsporzellan einen Teuerungszuschlag von 30% zu
erheben, und für chemisch-technisches Porzellan den Teuerungszuschlag
von 100 auf 150% zu erhöhen.
Preiserhöhungen. Die Vereinigten Stein gutfabriken, G. m. b. H.,
Bonn, haben beschlossen, einen weiteren Preisaufschlag von 33Vs% ein-
treten zn lassen, und zwar ist der neue Aufschlag bereits auf die in
Leipzig getätigten Abschlüsse zur Geltung gelangt.
Die Westdeutsche und die Mittel- und Ostdeutsche Schamotte-Kon-
vention sowie die ostdeutsche Silikat-Konvention setzten für sämtliche
Lieferungen vom 1.3. 22 ab den Teuerungszuschlag von 76 auf 100%
herauf.
Der Verein sächsischer Tafel glashütten und der Verband Schlesisch-
Lausitzer Tafel glashütten haben mit Wirkung vom 2.3. 22 die Preise
von Ende Januar 1922 um 30% erhöht.
Der Verband deutscher Herdfabrikanten erhöhte den Preisaufschlag
auf die bisherigen Grundpreise auf 110%.
Der Ton- und Schamotte-Industrie- und Handelsverband, e. T.,
bisher Tonhandelsverband, e. V., Köln, der sich über ganz Deutschland
erstreckt, hat in seiner letzten Mitglieder versammlnng beschlossen, seinen
Sitz von Köln nach Bonn zn verlegen. Zum ersten Vorsitzenden wurde
Herr Carl Groyen gewählt. Verbandssyndikus ist Dr. W. Wirtz (Bonn,
Argelandeistr. 123), woselbst sich auch die Geschäftsstelle befindet.
Büohersohau.
Der Lohnabzug vom 1. Januar 1922 ab. Auf Grund der Ein-
kommensteuernovelle vom 20. Dezember 1921 und der Durchführungs-
bestimmungen vom 3 Dezember 1921. Texte mit eingehenden Erläute-
rungen, Beispielen und Einführung von Kecbtsanwalt Dr. Fritz Koppe,
Hauptschriftleiter der „Deutschen Steuer-Zeitung", Berlin. Berlin C. 2,
1922. Industrieverlag Spaeth & Linde. Preis M 17,60.
Am 1. Januar 1922 sind die Lohnabzngsbeslimmungen abermals
geändert worden, nachdem der Reichstag noch in letzter Stunde durch
die Einkommensteuernovelle vom 20. 12. 1921 eine Neuregelung vornahm.
Infolgedessen mußten auch die Daichführungsbestimmungen entsprechend
geändert werden, was für Arbeitgeber und Arbeitnehmer recht unangenehm
ist. Hier will die Schrift ein zuverlässiger Führer sein, indem sie den
neuesten Stand der Gesetzgebung wiedergibt und überdies das Gesetz
eingehend und übersichtlich erläutert. Tabellen und anschauliche Master-
beispiele sowie zahlreiche, aus der Praxis geschöpfte Ratschläge erhöhen
den Wert des Buches, das Arbeitgebern und Arbeitnenmern willkommen
sein wird.
Firmenregister.
Deutsehland.
Werra-Porzellanfabrik, A.-G., Bremen. An Stelle des ausgeschiedenen
Leo Freudenberg wurde Peter L. Bracklo zum Vorstand bestellt.
Metallwarenfabrik Elektro Kolb & Schmidt, Komm.-Ges., Nürnberg.
Die Gesellschaft ist aufgelöst und in Liquidation getreten. Liquidator
ist Kaufmann Hans Kolb. Das Geschäft ist unter Ausschluß aller im bis-
herigen Betriebe begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf die
nachgenannte Firma übergegangen.
Porzellanmetall, Porzellan- und Metallwarenfabriken, A.-G , Nürn-
berg (Humboldtstraße 5). Grundkapital : Ji 4 5 Mill. Vorstandsmitglieder
sind Ingenieur Fritz Stadlinger und Kaufmann Hans Kolb. Die Gründer,
die sämtliche Aktien übernommen haben, sind : Kommanditgesellschaft
Metallwarenfabrik Elektro Kolb & Schmidt, Postverwalter G. Stadlinger,
lug'. F. Stadlinger, Kaufmann H Kolb, Witwe M. Flessa, inzwischen ver-
storben, Kaufmann F. Flessa, Dr. K. Flessa, Kaufmann K. Flessa, Meta
Flessa, Hermine Durst, L. nnd Chr. Lommer und Justizrat Dr. A. Bayer.
Dem ersten Aufsichtsrat gehören an: Dr. A. Bayer, Fabrikbesitzer
E. Stadlinger, Kaufmann F. Flessa, Gutsbesitzer G. Bezold, Kommerzien-
rat Karl Hürner.
PoKellanfabrik Bavaria, A.-G., üllersricht. Der Aufsichtsrat setzt
sich jetzt zusammen ans : Kaufmann J. Frisch, Bankier B. Strauß, Rechts-
anwalt Dr. Sartorius, Geh. Justizrat Grimm, Bankdirektor Chr. Höllerer,
Bankdirektor L Hirsch, Kaufmann W. Bühler.
Düssel, Roth „ & Co., Porzellanmanufaktur, Rehau. Porzellan-
mannfaktur und -Schmelzerei, verbunden mit feiner -Malerei und Groß-
handlung. Persönlich haftende Gesellschafter Bind die Fabrikbesitzer
Hans Both und Hans Korbel, Kaufmann August Pörner und Porzellan-
malereiiuhaber Andreas Dössel. Vertretungsbefugt sind je zwei Gesell-
schafter gemeinsam.
Verkaufsgesellschaft deutscher Steinzeugwerke m. b. H., Berlin.
Gegenstand des Unternehmens ist die von den Gesellschaf tern 'hergestellten
Artikel, Ton- nnd Steinzeugröhren, Formstücke, Sinkkasten, Fettfänge,
Sandfänger, Sohlsteine, Sohlsteinschalen, Sohlschaden, Kanalbekleiduugs-
platten, Einlaßstücke sowie alle übrigen zu Kanalisationen dienenden
Gegenstände aus glasiertem Ton und Steinzeug, ferner Kammaufsätze,
Trichter, Klosettbecken, ausgenommen freistehende Klosetts, sowie die
dazn gehörigen HilfSBtücke, endlich Stallartikel, sämtlich aus glasiertem
Ton oder Steinzeug, für Rechnung der Gesellschafter nnter der Firma der
Gesellschaft zu verkaufen. Viereckige Entlüftungsschächte, ferner Klosetts
und Klosettbecken aus Steingut, Feuerton oder Fayence. fallen nicht unter
die in diesem Absatz erwähnten Artikel. Die Gesellschaft besorgt ferner
die Einziehung der von der Kundschaft zu zahlenden Kaufpreise für die
Gesellschafter. Stammkapital: M 190 000. Geschäftsführer sind die
Direktoren Otto Raisig, Adolf Anton nnd Claras Köhnhold. Sie sind ge-
meinsam zu je zweien oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokuristen
vertretun gsbef ugt.
Vereinigte Steinzeugfabriken Höhr-Grenzhausen und Ransbach,
G. m. b. H., Grenzhausen. Das Stammkapital ist von Jt 51 000 auf
M 55000 erhöht worden.
Dr. Reimar Baer, G. m. b. H , Bruchsal. Herstellung von Majolika-
und Töpferwaren und aller mit dieser Industrie verbundenen verwandten
Artikel. Stammkapital: M 20 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Fritz
Karlebach.
Banzlauer Keramische Industrie Gebrüder Braun, Bunzlau. Kaufmann
Riehard Januschowsky hat Prokura.
Fr. Feuerherd & Co , Coswig. Emma Bachmann, geb. Feuerherd, ist
durch Tod ausgeschieden. Kaufmann Georg Bachmann führt das Geschäft
allein fort.
Vereinigte Lausitzer Glaswerke, A.-G., Zweigniederlassung Berlin.
Die Eintragung vom 6. 2. 22 (Nr. 10, S. 116) wird dahin berichtigt, daß
nicht die Zweigniederlassung, sondern die Vertretungsbefagnis des Hütten-
inspektors Mader erloschen ist.
Spiegelfabrik Groß-Hamburg Franz Haller, Altona. Firmeninhaber
ist Kaufmann Franz Haller.
Aloys Schmidt s Glasbläserei, Breslau. Die Prokura des Kurt Keiner
ist erloschen.
Hugo Schmidt, Friedersdorf. Glasinstrumentenfabrik. Inhaber ist
Glasbläser Hugo Schmidt.
Otto Schneider, Jlmenau. Die Firma ist durch Uabergang auf die
neu gegründete Firma Bernh. Otto Schneider & Co., G. m. b H., Jlmenau,
erloschen.
142 — Nr. 12
SPRICHSAAL-COBUR«.
1922. (66. Jahrfanfc)
Am pullen- Fabrik Erich Kölln», Jena. Die Birma lautet jetzt;:
„Jenampu, Ampullenfabrik Erich Köllner, Jena."
Mathea Fabriken, A.-G., Zweigniederlassung Kttstrin. Die General-
vollmacht des Generaldirektors Otto Mathea ist mit Wirkung vom 20. S. 98
widerrufen. An seiner Stelle worden zu Gesamtgeneralbevollmäoht igten
im Umfange von § 54 HGB. Direktor Otto K anneble y und Abteilungsleiter
Otto Mathes bestellt.
Kristallspiegelfabrik Wittfeld & Jansen, A.-G., Kempen a. Rh.
Kaufmann Heinrich Jansen und Buchhalterin Wilhelmine van de Sand
haben Prokura mit einem Vorstandsmitglied.
Glashütte, Kunstglas- und Spiegelfabrik Wittfeld & Jansen, Kempen
a. Rh. Die Prokura der Ehefrau Karl Jansen, des Kaufmanns Heinrich
Jansen und der Buchhalterin Wilhelmine van de Sand ist erloschen.
Halberstädter Emaillierwerk Pa. Eyer & Co., Halberstadt. Die Ge-
sellschaft ist aufgelöst. Fabrikant Philipp Eyer ist alleiniger Inhaber-
Die Prokura des Kaufmanns Paul Gräber ist erloschen.
Flaebglas-Großvertriebs-Gesellschaft m. b. H., Leipzig. Das Stamm-
kapital ist auf M 160 000 erhöht worden.
Wilhelm Herrmann, Hänchen (Angustenstraüe 110). Handel mit
Glas-, Porzellan- und Staingutwareo, sowie mit Haus- und K Ichengeräten.
Inhaber ist Kaufmann Wilhelm Herrmann.
Laboratoriumsbedarf-Handelsgeaellachaft m. b. H., Berlin. Stamm-
kapital : M 20 000. Geschäftsführer ist Chemiker Alexander Klebansky .
Eugen Preh, Kaiserslautern (Marienplatz 19). Fabrikation und Groß-
handlung elektrokeramischer Artikel. Inhaber ist Kaufmann Eugen Preh.
Smidt & Dnensing, Bremen. Die Gesamtprokara von J. R R.
Hoerdemann und H. K. Mayer ist erloschen. Wilhelm Lutze und Hana
K. Mayer haben Prokura
Witthaner & Co , G. m. b. H., Senbelsdorf b. Lichtenfels. Die Ver-
tretungsbefugnis des Liquidators ist beendigt, die Firma erloschen.
Deutsche GlasmaBchinengeseüschaft m. b. EL, Hannover. Der Sitz
der Gesellschaft ist nach Celle verlegt. Das Stammkapital ist um
Jt 1,725 Mill. auf M 1,8 Mill. erhöht.
Haineberger Glasformenfabrik Fritzeche & Co., Hainsberg. Schlosser
Richard Lohse und Ziseleur Georg Thaut sind als persönlich haftende
Gesellschafter eingetreten. Sie sind nicht vertretungsbefugt.
Fragekasten des Sprechsaal.
KörftDallt» I ma88e *m doppelrotierenden Quirl; die Verarbeitung erfolgt täglich frisch
" vom Bühffr nach vorherigem Durchsieben.
Erste Antwort: Der Sodazusatz hat keinen Einfluß auf die
Gießlöcherbildung im gebrannten Scherben, sondern der Fehler liegt daran,
daß Sie Ihre Gießmasse täglich frisch bereiten und vom R (Ihrer weg nach
vorherigem Durchsieben verarbeiten. Die Gießmasse wird im doppel-
rotierenden Quirl ständig kräftig bewegt, durchgesiebt und dann in die
Formen gegossen ; sie hat also nicht einmal Zeit, sich irgendwie zu be-
ruhigen. Während dieser Aufbereitung befinden sich immer Luftbläschen
in der Masse, die niemals emporsteigen und an der Oberfläche entweichen
können; sie bleiben dann im und am Scherben und zeigen sich am ge-
brannten Stück in Gestalt von Gießlöchern. Der Fehler läßt sich nun
dadurch beseitigen, daß Sie die Masse nach dem Verlassen des Quirla in
Reserve-Bottiche bringen, dort einige Tage stehen lassen und täglich ein-
mal mit einem durchlöcherten ruderartigen Holz ganz langsam durch-
rühren, damit die Bläschen restlos an die Oberfläche gelangen können.
Sollten dann die letzteren nicht von selbst zergehen, so schöpft man sie
am nächsten Morgen von der wässerigen Oberfläche ab. Bei dieser
Gelegenheit sei noch erwähnt, daß sich eine Gießmasse viel besser ver-
arbeiten läßt, je länger sie steht, da sich dadurch die einzelnen Bestand-
teile viel enger miteinander verbinden und Bläschen so gut wie gar nicht
mehr vorhanden sind.
Zweite Antwort: Der Fehler liegt an dem viel zu hohen
Spänezusatz. Späne sind kürzer als der Kaolin, und die Masse hat dann
nicht die schlüpferige Beschaffenheit und gießt Bich blasig aus. Auch
begünstigen zu nasse Gießformen den Fehler; nach jedem zehnten Gaß
soll man die Formen trocknen. Wenn Sie -js Preßmasse und l/s Späne
nehmen, so ist das schon reichlich viel von den letzteren; je wenige/, um-
so besser.
Dritte Antwort: Da die Gießmasse frisch vom Ruhrer täg-
lich zur Verarbeitung kommt, könnte man annehmen, daß die Gießlöcher
von Luftblasen herrühren. Jeder Gießschiicker soll auf dem Quirl oder
nach Entnahme aus demselben einen Tag stehen bleiben, damit die beim
Einrühren eingedrungene Luft wieder entweichen kann, Achten Sie ein-
mal auf diese Fehlerquelle.
Vierte Antwort: Hier handelt es sich lediglich darum, daß
Ihr Schlickerquirl zu rasch geht und der Schlicker vom Quirl zu hoch
abgezogen wird. Durch das rasche Laufen des Quirls bilden sich im
Schlicker kleine Blasen, die Bich beim Gießen an die äußere Seite des
Stückes Betzen nnd im Feuer aufplatzen. Die Löcher sind sicher auch
Bchon im verglühten Zustande zu sehen, sobald Sie mit der Hand über
den Artikel fahren. Versuchen Sie, Ihren Schlickerquirl langsamer gehen
zu lassen und den Schlicker durch ein 200-Mascheusieb abzuziehen, und
der Uebeletand ist Bicher behoben.
Fünfte Antwort: Die Frage der Entstehung und Beseitigung
feiner Luftblasen im Gießsohlicker ist eine derartig wichtige und kompli-
zierte, daß sie zur Zeit von der D.K. G. wissenschaftlich bearbeitet wird.
Je nach den Umständen können ganz verschiedene Ursachen in Betracht
kommen. Eine der hauptsächlichsten scheint .die zu sein, daß aus den
Gipaformen, wenn sie oft benutzt werden, beim Trocknen feine Sodakristalle
an der Oberfläche der Form sich bilden, besonders an den Rändern. Die
Sodakriställchen beeinflussen dann den Gießschiicker derart, daß sich feine
Verdickungen in der Gießmasse bilden, die wie kleine Bläschen aussehen.
Ein Beweis für diese Annahme scheint darin zu liegen, daß die Bläschen
wegbleiben, wenn die Formen mit Schlicker ausgepinselt werden. Als
weitere Ursache der Entstehung der Gießlöcher kann die bei neuen oder
frisch getrockneten Formen vorhandene staubige Oberfläche derselben gelten;
der Staub verhindert das Ansaugen des Schlickers durch die Gipsform,
wodurch sich an der Oberfläche des gegossenen Gegenstandes die Löcher
bilden. Wenn Gießgeschirr kleine Löcher aufweist, so ist aber auch nicht
ausgeschlossen, daß der zur Masse verwandte fettige Ton organiache
Substanzen enthält, die beim Vermählen mit sodahaltigem Wasser infolge
einer teilweisen Verseifung Blasen entwickeln. Dieser Fehler wäre am
sichersten dadurch zu beseitigen, daß die Luft, welche mit der Oberfläche
des Breies in Berührung kommt, in besonderen Apparaten mit einer Luft-
pumpe verdünnt würde; die Bläschen würden dann an die Oberfläche
fresaugt und zersprengt; vielleicht aber genügt es, den Brei kurz vor der
Verwendung jedes Mal nochmals durch ein feines Sieb (loüO Maschen auf
1 fem) laufen zu lassen, wodurch die Bläschen zerstört und die Gießmaaae
von ihnen befreit wird. Lösher oder Bläachen entstehen aber auch dann,
wenn die verwendeten Rohmaterialien oder daa Anmachmaaaer schwer
zersetzbare Stoffe, wie z. B. schwefelsauren Kalk, enthalten. Dieser zersetzt
eich in höherer Temperatur (über 1000' C.) und bei reduzierender Atmosphäre
unter Bntwiekelung von schwefliger Säure, die beim Entweichen aus dem
50. Wie lasten sich zur Trockenmahlung etwa 600 kg fetter Ton,
»rot« 800 kg Kaolin für den täglichen Masseversatz trocknen? Das Roh-
material kommt oft sehr naß an, und luftige Schuppen sind weder vor-
handen noch können sie wegen Raummangels gebaut werden. Das Trocknen
auf den Brennöfen ist sehr umständlich und dauert zu lange. Braun-
kohlenbrikettdbfall ist reichlich vorhanden. Wer liefert brauchbare Trocken-
anlagen, die möglichst geringen Raum in Anspruch nehmen?
Erste Antwort: Nachdem Ihnen für die geplante Trocken-
anlage nur ein geringer Raum zur Verfügung steht, so müaaen Sie die
Höhe desselben möglichst auszunutzen versuchen. Um den Braunkohlen-
brikettabfall verwenden zu können, iat eine Halbgasfeuerung mit Treppen-
rost einzubauen; diese eignet Bich für alle Brennstoffabfälle, ist leicht zu
bedienen und regulierbar. Die Züge sind so zu leiten, daß sie ähnlich
wie bei einer Muffel unter der Bodensohle hinweg durch alle vier Wände
nnd über der Decke nach dem Kamin geführt werden; nötigenfalls läßt
sich auch ein Zug durch die Mitte des Raumes anbringen, der gesondert
aufzuführen wäre. Daa Schüren muß sorgfältig geachehen, da mit der eben
erwähnten Feuerung leicht eine zu große Hitze erzeugt wird. Die Trocken-
anlage wird mit praktischen Gerüsten versehen, die ea ermöglichen, daß
die Wärme das Material von allen Seiten umspülen kann. Der fette,
nasse Ton wird in etwa 2 cm starke Platten geschnitten, die man dann
aufrecht so in die Gerüste stellt, daß immer ein Luftdurchgang zwischen
zwei Platten entsteht Der Kaolin in Stücken wird ebenfalls lose in den
Gerüsten aufeinandergelegt, während die kleineren Stückchen und das
Mehl auf dem sauberen Boden des Raumes getrocknet werden können.
Nicht zu vergessen Bind einige regulierbare Luftlöcher in der Decke,
durch welche die Feuchtigkeit abziehen kann. Wenn Sie diese Trocken-
anlage ständig in Betrieb halten, dann können Sie die angegebenen
Mengen Ton nnd Kaolin innerhalb 24 Stunden bequem trocken.
Zweite Antwort: Die Trockenanlage können Sie eich selbst
bauen. Sie haben jedenfalls eine Zentralf eueruug; aus dieaer leiten Sie
Rohre an den Wänden hoch und führen alle 15—20 cm Abzweigrohre
durch die Wände, nnd zwar bo, daß sie am Fußboden in den Trockenraum
münden. An den Wänden stehen Eisenstellagen mit Brettern abgedeckt,
durch welche die Wärme nach oben strömt, und dabei den auf den Stellagen
aufgestapelten Kaolin nnd Ton trocknet. Wenn die warme Luft mit Feuch-
tigkeit gesättigt ist, wird sie durch Oeffnungen an oder in der Decke
entfernt, nnd zwar durch natürlichen oder künstlichen Zug.
Dritte Antwort: Das tägliche Trocknen von etwa 1400 kg
Fetton und Kaolin erfordert ziemlich Raum, um das Material in Horden
aufzustapeln, da es in einem Tag nicht ganz trocknet, weshalb auch größere
Mengen in den Trockemäumen unterzubringen wären, je nachdem der
Trockenprozeß langsam oder schneller vor sich geht. In die Trocken-
kammern bringt man Ton und Kaolin auf Horden nnd Regalen mit nur
engen Gängen unter nnd verwendet zum Trocknen die Abhitze aus den
Oefen, die auf der einen Seite mit einem Ventilator eingeblasen, während
auf der anderen Seite mit einem Exhanstor die verbrauchte feuchte Luft
abgesogen wird. Dies Verfahren kostet nnr die Betriebskraft für die
Ventilatoren und Exbanstoren, die sicherlich im Betriebe vorhanden und
deshalb billig ist. Wenn Sie sich aber entschließen sollten, eine Trocken-
trommel anzuschaffen, so brauchten Sie etwas weniger Ranm, doch müßte
dann die Trommel periodisch betrieben werden, da die größere Feuchtig-
keit nicht bei einmaligem Durchgang entfernt werden könnte. Eine Trocken-
trommel, die allerdings heute tener ist, könnte ebenfalls mit Abhitze be-
trieben werden. Die Horden fallen dabei weg, und nur ein Ventilator,
der die Abhitze von den Oefen nach der Trockentrommel zieht, wäre nötig. —
Trockenanlagen baut Ingenieur Unger in DreBden-Blaeewitz.
Vierte Antwort: In Ihrem Falle Bei eine Hängetrookenanlage
vorgeschlagen, die den geringsten Platz einnimmt. Das frisch ankommende
nasse Rohmaterial wird in eine Füllsilotasche eingekippt, durch Schlepp-
kette hochgezogen, unterwegs mit den reichlich vorhandenen Braunkoblen-
bribettabfällen getrocknet und vollständig mechanisch auf daa Trocken-
mahlwerk geleitet, alles ohne Menschenhand, automatisch und Bieher.
Derartige Anlagen baut die Fa. Franz Rauls, Ingenieur-Geaellachaft in
Godesberg a. Rh.
51. Unser» Gießmasse mu» 1300 kg Masse (halb Preßmasse, halb
Späne), 1500 g Ammoniak- Soda und 200 l Wasser seigt seit einiger Zeit
Gießlöcher im gebrannten Scherben. Früher, als wir 1800 g Soda und 180 l
Wasser verwendeten, war dieser Fehler nicht verhanden, doch kam es öfter
vor, daß bei dem einen oder andern Artikel nach dem Glattbrand Sod»
austritt beobachtet wurde, weshalb wir eben an der Soit abbrachen. Wir
verwenden in unserer Masst nur Ztttlitzor Kaelm und hersiten die fHefi-
MS». (85. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 12 — 148
Scherben Blasen wirft nnd hierdurch die kleinen Löcher hervorruft. Es
ist desbfilb darauf zu achten, daß die Masse frei von solchen zersetzbaren
Stoffen ist. Ist der Gießschiicker aber an nnd für sich schon blasenfrei,
so können die dnrch Lnftbläschen hervorgerufenen Löcher aber auch dann
entstehen, wenn der Schlicker zu schnell in die Forman gegossen wird.
Stellt man beim Eingießen die Formen etwas schräg, so werden etwaige
Lnftbläschen sich nach der höher liegenden Seite zn sammeln nnd natur-
gemäß frUher der Oberfläche zugeführt werden, als der Schlicker steigen
kann.
Glas.
33. Wie färbt man Glasblumen aus mattstumpfem Milchglas weiß,
rot oder gelb? Die Farbe muß hitzebeständig sein, ähnlich den Glühlampen-
tauehlacken, und darf nicht abblättern. Ein lauchverfahren wäre besonders
erwünscht. Die Blumen sind aus einzelnen Blättern zusammengeschmolzen
und müssen den Naturblumm z. B. Bosen vollständig ähnlich aussehen.
Die Blätter dürfen nur bei Licht von innen einen matten Schein hindurch-
lassen.
Erste Antwort: Zunächst sind die Glasblumen in angesäuertem
Wasser oder in starkem Sodawasser gnt zn reinigen nnd dann zu trocknen.
Ob sie sich aber dann nach dem Tauchverfahren präparieren lassen,
müßte versucht werden. Jedenfalls dürften Sie mit Glühlampentauch-
lacken zum Ziele kommen. Um die Glasblumen den Naturblumen möglichst
ähnlich zn machen, müssen die verschiedenen Farben in den entsprechenden
Tönen aufgetragen werden. Große Sorgfalt ist auch darauf zu verwenden,
daß der Trockenraum oder -ofen vollkommen staubfrei ist. Die nötigen
Lackfarben beziehen Sie am besten gleich fertig.
Zweite Antwort: Glasblumen ans Milchglas brauchen doch
nicht mehr gefärbt, sondern lediglich mattiert zu werden, um ihnen ein
naturgetreues weißes Aussehen zu geben. Ein entsprechendes gutes Mitt-
bad hierfür finden Sie in den Antworten zn Frage 23 in Nr 9. Kote
nnd gelbe Blumen lassen sich dnrch das Lasieren oder die Bog. Farben-
ätze erzielen ; es läßt sich aber nicht jedes Glas mit gleich gutem Erfolg
für diesen Zweck verwenden. Am besten eignet sich hierfür französisches
Bleiglas, anch böbmisches Kristall ; auch ein Kalikalkglas ist gut, während
Natron- und Kalinatrong1ä<<er für d«s Lasieren nicht geeignet sind. Die
Botätze wird in folgender Weise erzeugt : 1 Teil Kupferoxyd und 5 Teile
Pfeifenton werden fein miteinander verrieben nnd dann mit Terpentinöl
oder Leimwasser so dünn angemacht, daß an den Blumen ein dünner
Ueberzag haften bleibt, wenn sie gnt gereinigt in die Masse getaucht
werden. Ist dieser Ueberzug gut trocken, so werden die Gläser in einer
Muffel bei starkem Feuer eingebrannt und, erst nachdem sie in der
MufM langsam abgekühlt sind, herausgenommen. Die Glasoberfläche er-
scheint noch grünlich nnd mit einem grauen Hanch überzogen. Dieser
Hauch ist abzuwaschen, und die Blumen werden, nachdem sie wieder gut
trocken sind, in die Rednktionsmuffel gebracht. Es ist dies eine
gewöhnliche Muffel, in welche, sobald Rotplut erreicht ist, stark harzige
Holzstückchen eingeworfen werden, welche Dämpfe entwickeln, die das an
der Glasoberfläche eingebrannte Kupferoxyd zu Oxydul reduzieren, was
dem Glase eine rote Farbe verleiht Iu gleicher Weise wird die Gelbätze
erzeugt, nur verwendet man hierzu ein Gemisch von 1 Teil Schwefelsilber
und 5 Teilen geschlämmtem Ocker. Die Gelbätze ist schon nach ein-
maligem Erhitzen fertig, einer Beduktion bedarf es bei derselben nicht.
34. Worauf ist das sogenannte Schmieren (weißes Anlaufen) der
Flaschen-Mundstücke, die im Motz gearbeitet werden, zurückzuführen, das
nur zeitweilig auftritt und teilweise bei Zugabe bis zum doppelten Quantum
Marmormehl verschwindet? Selbst das l^-stündliche Wechseln der Pfeifen
nützt nicht vollständig.
Erste Antwort: Das weiße Anlaufen (sog. Schmieren) der
Flaschenmundstücke läßt sich auf versehiedeue Ursachen zurückführen.
Zunächst tritt es auf, wenn die Glasgalle an die Arbeitsplätze gelangt.
Dann muß der Motzstock und das Pfahleisen von Zeit zu Zeit gereinigt
werden, da sich hier Teilchen der Galle leicht festsetzen, mit dem
flüssigen Glas vereinigen und so das Anlaufen der Mündung hervorrufen.
Ebenso sind die Pfeifen öfters zu reinigen nnd zu wechseln, nnd es soll
nur eine geeignete Formenscbmiere zur Verwendung kommen. Ehe der
Glasposten zur Formung des Mundstückes umgelegt wird, muß der
Flaschenhals, sowie der Glasposten frei von jedem Aulauf Bein. Da der
Fehler nur zeitweise auftritt, so ist die Fiammenzasammensetzung zu
prüfen, denn es ist nicht abgeschlossen, daß der Fehler hier zu suchen
ist, namentlich, wenn in den Kammern nicht ganz gleichmäßige Druck-
verhäitnisse herrschen, so daß sich ein Teil des Gases nnd der Luft erst
in der Arbeitswanne mischt, bezw. hier zur Verbrennung gelangt. Mög-
licherweise wechseln anch Güte nnd Zusammensetzung des Brennstoffes.
Vielleicht sehen Sie die .Einschaltung eines einfachen Gasreinigers vor.
Zweite Antwort: Das Anlaufen der Mundstücke kann
mancherlei Ursachen haben, die sich hier aber nicht ausführlich erörtern
lassen Da der Fehler nur zuweilen auftritt, ist es wahrscheinlich, daß
der Ofen während der Arbeit zeitweise zu kalt geht. Glaa schmiert
nämlich, wenn es etwas hart eingeschmolzen ist und die Ofenwärme beim
Verarbeiten za niedrig gehalten wird. Ein größerer Mirmorzusatz steuert
diesem Uebel etwas, ebenso eine Zagabe von 2 — 3 kg Feldspat Es kann
aber anch sein, daß Ihr Ofen zuweilen mit Banchfener betrieben wird;
dadurch werden die Näbei der Pfeifen angeraucht, nnd dieses hat das
weiße Anlaufen der Mundstücke znr Folge.
35. Wir wollin eine Wanne für Medizin- und Konservengläser sowie
Flakons in Weißglas bauen und bitten um Auskunft, wüche Feuerung,
Gas oder Oel, dafür am vorteilhaftesten ist. Wer baut Wannen mit einer
Oelfeuerung, die möglichst wenig Menschenkräfte zur Bedienung erfordert?
Erste Antwort: Eine Weißbohlglaswanne läßt sich gleich
vorteilhaft mit Gas aus festen Brennstoffen und mit Oel beheizen. Den
Ausschlag bei der Wahl der Befenerungsart gibt lediglich der Preis des
Brennstoffes. Stelle sich Oel im Verhältnis nicht teurer wie feste Brenn-
stoffe, so nimmt man es, denn die ganze Wannen-Anlage gestaltet sich ein-
facher, und die Begenerativkammern mit den Wechselapparaten, sowie die
Gaserzeuger fallen weg. Bei der Oelfeuernng geschieht die Erhitzung
der Seknndärlnft in Rekuperatoren, während die Zerstäubung des Oales
mittels Druckluft erfolgt. Beide Wannen arbeiten mit umkehrender
Flamme. — Wannen mit Oelfenernng baut nach den neuesten Erfahrungen
Hütteningenieur M. von Beiboldt in Cobnrg.
Zweite Antwort: Eine Weißglaswanne kann ebensogut mit
Gas wie mit Oel betrieben werden; was ökonomischer ist, hängt davon
ab, welchen Brennstoff Sie am vorteilhaftesten ständig beziehen können.
Dritte Antwort: Ob für die von Ihnen projektierte Wannen-
anlage Gas- oder Oelfeuerung vorteilhafter ist, hängt ganz davon ab,
welchen Brennstoff Sie je Wärme-Einheit billiger erhalten können. Liegt
Ihr Werk im Kohlengebiet, so daß die z. B. sehr hohen Frachten in
Wegfall kommen, so ist der Gasfeuerung der Vorzug zu geben, anderen-
falls ist aber zur Oelfeuerung zu raten. Die Anschafiungs- nnd Bedienungs-
kosten sind für einen Ofen mit Oelfeuerung jedenfalls wesentlich niedriger
als für einen gasgefeuerten Ofen. — Die Gesellschaft für industriellen Gas-
und Oel Ofenbau in Dresden 19, Tittmannstr. 23 b, verwendet für ihre Oefen
eine Oelfeuernng, die bei normalem Schornsteinzug ohne Druckluft arbeitet
nnd sehr wenig Bedienung benötigt.
Vierte Antwort: Bei der Frage, welche Feuerung, ob Gas oder
Oel für eine Wannenanlage für Weißglas am vorteilhaftesten ist, spielt
lediglich der Kostenpunkt des zu verwendenden Brennstoffes eine Bolle.
Bei einer kleinen Wannenanlage sind die Baukosten für die Oelfeuerung
etwas geringer wie für die Gasfeuerung. Im übrigen kann man für 1 kg
Oel etwa 2 kg gute Steinkohle rechnen. Näheres hierüber finden Sie in
Nr. 1 des Sprechsaal 1922, „Die Oelfeuerangen in den Glashüttenbetrieben"
von' Ing. H. Muhlert.
Fünfte Antwort: Wenn die Kohlenbeschaff ung Schwierigkeiten
macht, empfehlen wir Ihnen einen Wannenofen mit Oelfeuerung. Die
Baukosten für einen derartigen Ofen sind wesentlich geringer als wie b«i
einem Kohlengasofen. Außerdem arbeitet eine Oelfeuerungsanlage selbst-
tätig, sodaß sozusagen keinerlei Bedienung nötig ist. — Aeußerst rationell
arbeitende Wannenöfen zur Weißglasfabnkation mit Oelfeuerung baut
Wolfs Maschinenbau- Gesellschaft m. b. H. in Köln a. Bh.
Sechste Antwort: Wannenöfen mit Oelfeuerung arbeiten
wesentlich einfacher als mit Generatorgas. Ist jedoch letzteres bereits
vorhanden, so läßt sich auch eiae Mischfeuerung benutzen. Da die
ölbefeuerten Oefen wesentlich einfacher in der Konstruktion sind als Oefen
mit Generatorbetrieb, so ergibt sich eine wesentliche Ersparnis an Be-
dienungspersonal und Arbeitskraft; außerdem ist der Gestehungspreis einer
solchen Anlage niedriger, was ebenf alls inBatracht zu ziehen ist. — Wannen
mit Beinöl- oder Oal-Mischgasfeuerung baut das Oelfeuerungswerk Mayer
& Co. „Oemco" in Frankfurt a. M„ Franken-Allee 72.
Nene Fragen.
Keramik.
54. Unsere Steingutmasse besteht aus:
21,79 ° o Q'iarzsand mit 7% Tonsubstanz,
20.06 % Sand mit 70,58 % Quarz, 16,24% Tonsubstanz, 13,18% Feldspat,
28,00 % Ton mit 69,40 % Tonsubstanz, 28,92 % Quarz, 1,6» •/„ Feldspat,
2,00% Ton,
28,15% Kaolin mit 71,52% Tonsubstanz, 21,78% Quarz, 6,70% Ftldspat,
während die Glaur der folgenden Formel entspricht:
OjNatO v
0,125 K,0\n p7~ A1 n i 2,379 SiO,
0,485 CaO ( U'4f5 \ 0,35 BiOs
0,29 PbO>
Schrühbrand SK 8—9; Glattbrand SK 04 a— 03 a. «
Wenn wir nun etwas unter SK 8 brennen, wird die Glasur rissig. D<r
Sand wurde zuerst in Irommeln von 170 cm 0 und 180 cm Länge, und
zwar in einer Beschickung von 1400 kg etwa 12 — 13 Stunden gemahlen
und war dann noch etwas zu grob. Da wir neue Trommeln von 180 cm 0
und 2 m Länge aufgestellt haben, um eine feinere Mahlung zu erhalten,
ließen wir den Sand in den erstgenannten Mühlen 20 Stunden, in den neuen
16 Stunden, mahlen. Es zeigt sich nun, daß die Glasur am Bande der
Teller abspringt, Brennen wir nun einen Kegel niedriger, so zeigt die Ware
auch noch langmaschige Saarrisse. Wir brennen daher wieder wie früher
und lassen den Sand in den größeren Mühlen 14, in den kleineren 16 Stunden
mahlen. Ist dies richtig? Kann der Unterschied von einigen Stunden in
der Mahldauer obige Erscheinung hervorrufen, und wurde schon anderweit
beobachtet, daß Absplittern der Glasur zugleich mit Raarrissen auftritt?
Was ist an letzterem schuld?
55. Bitte um Angabe eines bewährten Versatzes für eine Porzellan-
masse und Glasur bei SK 12 vollkommen 'ausbrennend aus böhmischen
Materialien.
Gias.
38. Wir beabsichtigen, eine topasgelbe Farbe aus einem Hafen für
dünnwandige Gläser abzuschmelzen. Mit Ueberf angzapfen hergestellte
Gläser sind zu hell und zu teuer. Die Farbe soll darum genügend dunkel
und der Bernsteinfarbe ähnlich sein. Wir bitten um einen geeigneten
Satz ev. mit einer kurzen Erläuterung der Schmelze.
39. Wer liefert einen Apparat zur Prüfung von Parfümflakons und
anderen Stöpselgläsern auf Luftdiohtigkeit ?
Verschiedenes.
2. Es sollen farblose und gefärbte, transparente und opake Kunst-
emaillen zum Verzieren von Metallgegenständen in hessischen Tiegeln
von 4 — 6 kg Inhalt geschmolzen und nach der Schmelze in Form von
Plätten gegossen werden. ( Diese Platten werden später von Emailleur zer-
stoßen und auf die gewünschte Korngröße gebracht.) Wie hat dieser Guß
zu geschehen, bezw. in welches Material muß die dünnflüssige Emailschmelze
ausgegossen werden, ohne daß zu befürchten ist, daß die Farblosigkeit bezw.
bestimmte Farbtönung der Emaille durch di« Gußform (Eisen?) infolge
Aufnahme von MetaHo®y& verändert wird? Ein Eintrojjfenhwn in
Wasser kommt nicht in Frage.
144 — Nr. 12
SPRECHSÄÄL-COBUlRf
1922. (65. Jahrgang.)
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Verkaursbedingungen für die Ausfuhr von
elektrotechnischem und technischem Porzellan
(gültig ab 9. März 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Die Ausfuhr- Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung.
2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Nifiderspannungs-Freileitungs-Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/D des Rechnungswertes
anzurechnen.
3. Den Ausgangspunkt für die Aasfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik (vergl.
Drucksache Nr. 236 vom 23. Februar 1922). Die wichtigsten
Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf einem be-
sonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern AI — A5, B und C wird in der
Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueberseeländer
nnd Ausnahmen siehe Fußnote).*) Gegenüber den Ländern
Dl — D3 und E ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung.
*j Es wird fakturiert:
nach in
Portugal Pfund Sterling **
Britische Dominions und Britische Kolonien Pf nnd Sterling**
Canada U.S A.-Dollar ***
Holländische Kolonien holländischen Gulden
China U S.A.-Dollar
Japan Yen
Vereinigte Staaten Ton Nordamerika . . . Dollar
Mexiko mexikanischen Goldpesos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . U S A. -Dollar •
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
sind anf Schillings bezogen.
*** Bei Artikelgruppen I und II wahlweise auch Pfund Sterling.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
A 1)
A2)
A 3)
A4)
A 5)
B)
Cl)
C2)
Dl)
D2)
D3)
E)
Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten von
Nordamerika, Canada, Mexiko und sonstige mittel-
amerikanische Staaten.
Großbritannien, seine Dominions und seine Kolonien,
sowie Canada, letzteres nur für Artikelgruppen 1 und II.
Spanien und Portugal.
Norwegen und Dänemark.
Schweden.
Belgien, Frankreich und Luxemburg.
Italien.
Tschecho- Slowakei.
Deutsch-Oesterreich und Ungarn. •
Jugoslavien, Balkanländer und Finnland.
Ehemaliges Rußland, einschließlich Polen.
Südamerikanische Staaten.
2. Artikelgruppen:
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
und sonstige technische
L
Reichspostmodelle.
II. Elektrotechnische Stanzartikel
Artikel.
III a. Freileitungs-Stützen-Iso'atoren
Hermsdorf L 1387.
III b. Freileitungs-Stützen-Isolatoren
1387 bis inkl. Hermsdorf J39L.
III c. Freileitungs-Stützen-lHolatoren
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann- Isolatoren mit Armaturen.
bis zur Größe entspr.
größer als Hermsdorf 1.
größer als Hermsdorf I.
Porzellan zu armierten
3. Multiplikatorentabelle.
id er- Ii
ippe
Land
Artikel Gruppen
1
1 T f
11
J III a
T IT U
| III n
T T T _
III c
IV
TT
v
VI
AI
Holland
Schweiz
Japan
Mexiko
Vereinigte Staa-
ten von Nord-
Amerika, restl.
Mittelamerika,
Canada u Chins
0,029
),062
\02i
0,024
0,029
0,062
0,024
0,024
0,022
0.047
0,01 &
0,018
u,tiu /
0023
0,049
0018
0,018
0,024
0,061
0,019
0,019
0,025
0,054
0^020
0,020
(i C\(Y1
u,uu/
0,023
0,047
0018
0,018
0,023
0 049
0,018
0,018
U,UU/
AS
England nnd
Kolonien
Canada
0.049*
0,049
0,049*
0,049
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038*
0,039*
A3
Spanien
Portugal
),075
0,068*
0,075
0,058*
0,057
0,044*
0,060
0 047*
0.069
0,053*
0,074
0,067*
0,064
0,050*
0,067
0,052*
A4
Norwegen und
Dänemark
0,057
0,067
0,046
9,053
0,060
0,066
0,048
0,060
A5
Schweden
3,044
0,044
0,033
0,034
0,034
0,037
0,034
0,034
B
R Mai an
Frankreich
Luxemburg
0,125
0,125
0,073
0,083
0,083
0,091
0,083
0,083
Cl
Italien
0,20
0,19
0,166
0,172
0,194
0,22
0,156
0,20
C2
Tschecho-
kj IW TT O&Cl
0,50
0,60
0 677
0,577
0,577
0,60
0,577
0,60
DJ
Hemsen-Oester-
reich n. Ungarn
1,3
1,3
1,12
1,12
1,12
1,12
1,12
1,12
D2
Jugoslavien und
Finnland
Balkanländer
1,5
1,5
1,25
1,3
1,3
1,3
1,3
1,8
D3
Baßland nnd
Polen
1,5
1,6
1,25
1,3
U
M
1,4
1,4
E
Südamerika-
nische Staaten
1,6
1,6
1,25
1,3
1,4
1,4
1,4
1,4
Obige Multiplikatoren sind anf Schillings bezogen.
Preisblatt. (Gültig ab 9. März 1922.)
Nachstehend sind für die gängigsten Exportartikel die
Grundpreise für 100 Stück in Mark zusammengestellt.
Isolatoren.
Hochspannunarsisolatoren
(D r eimantelglocken)
weiß
entspr. Nr. 1380
. Ji
1 350.—
»
»
1381
• n
2 016.—
„
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1382
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2 922.—
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3 655 —
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4 627.—
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5 696 —
»
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„
6 692 —
»
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M
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• „
12111.—
»
„
1390
• H
14 570.—
»
1391
17 452.—
Reichspostmodelle
EM I ...... Jl 825.—
EM II ...... . „ 466.—
EM III 297 —
EM IV „ 210 —
EM V „ 147.—
Einstecktttllen bis zu 16 mm L*nge
7 mm Jt J8.50
Rollen, Tüllen, Lüster-Klemmen, Pfeifen.
Pußrollen
R. 23 M 14.50
E. 24 „ 23.— 9 „ 20 -
R. 26 „ 33.-
R. 26 . . „ 69.-
R. 27 „ 93.-
9
11
13,5
16
21
23
35X35 mm
46X45
50X50
60X60
65X65
75X76
80X80
Mantelrollen
(sog. Kellerisolatoren)
63.—
121.—
163.—
263.—
321. —
490. —
610. —
.7
9
11
13,5
16
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28.-
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Reformttlllen
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„ 102.—
Ltlsterklemmen
einpolig Jt 19. —
zweipolig „ 29. —
dreipolig „ 38.—
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 12 — XVIM;
Eicfiihrungspfeifeh
Viertelbogen-
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Halbbogen-
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Doppelbogen-
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1500.—
36 „
2064.—
Infolge eines Schlaganfalles verschied während
der Messe in Leipzig unser seit fast 25 Jahren für
uns tätiger Vertreter
Herr Jakob Cifroen
Amsferdam.
Wir betrauern in dem mitten in regster Arbeit
so plötzlich Verstorbenen ein glänzendes Vorbild
an unermüdlichem Fleiß und hohem Pflichtgefühl.
Seine edle Gesinnung und sein vornehmer Charakter
sichern ihm bei uns ein dauerndes Andenken.
Bonn, den 14. März 1922,
Der Vorstand
der Ludwig Wessel A.-G
für Porzellan- und Sfeinguffabrikation.
Am 7. März verstarb infolge kurzer, schwerer Krankheit nach einem arbeitsreichen
Leben mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Grossvater
Hermann Wessely
in seinem 77. Lebensjahre.
Hamburg, März 1922.
In tiefster Trauer
Mathilde Wessely und Familie.
Töpferei ■ Berufsgenossenscliaft,
Wir erfüllen hiermit die schmerzliche Pflicht, den Mitgliedern von dem am 7. März d. J. erfolgten
Ableben unseres langjährigen Vorsitzenden, des '
Herrn
esse
Inhaber der von ihm begründeten Firma A. H. Wessely, Kunst-Töpferei und Ofenfabrik,
in Hamburg
Kenntnis zu geben.
Der Verewigte hat seit Bestehen der Berufsgenossenschaft dem Vorstande unserer Sektion angehört,
deren Vorsitz er 15 Jahre hindurch führte.
In Treue fest, zu Rat und Tat allzeit bereit, hat er vorbildlich an der Erfüllung unserer Aufgaben
gewirkt. Sein Andenken bleibt bei uns in Ehren.
Der Mand der Sektion II der Töpferei-Berufsg
Otto H ü t h , Vorsitzender.
Hamburg, den 10. März 1922.
enossenschafi.
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Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jt 17.— anter Streifband M 43.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe ond 40 mm Breite für das Inland M 1.— (Stellengesuche 40 4).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Ori|rlnal-Beltrage verboten. " __
Elektrische Entstaubung von Generatorgas.
' Hitgeteilt von der W. B. 0. Frankfurt a. M.
(Nachdruck verboten.)
Bei den mit Generator-Gasfeuerung arbeitenden Oefen der
Glas-Industrie werden schon seit altersher Einrichtungen ge-
troffen, am die im Generatorgas enthaltenen staubförmigen
Verunreinigungen an geeigneten Stellen niederzuschlagen, so
daß sie aus der Gasleitung entfernt werden können.
Diese Verunreinigungen bestehen zum größten Teil aus
mitgerissener Flugasche, ferner aus staubförmigen Brennstoff-
teilen, aus dem Staub des in den Generator gelangenden Windes,
sowie aus Roß, der sich bei der Zersetzung der Kohlenwasser-
stoffe im Generatorgas ausscheidet.
Die Menge dieser staubartigen Verunreinigungen schwankt
erheblich; sie hängt ab z. B. von der Art des verstochten
Brennstoffes, von seinem Feuchtigkeitsgehalt, von der Wind-
pressung und der Belastung des Generators. Durchgeführte
Gewichtsbestimmungen ergaben je nach den Verhältnissen einen
Staubgehalt zwischen 2 und 18 Gramm pro 1 cbm Gas, bezogen
auf 0 Grad und 760 mm Q -S. Werden beispielsweise Braun-
kohlenbriketts vergast, welche pro kg eine Gasausbeute von
etwa 3 cbm liefern, so ergibt sich bei einem Staubgehalt von
10 g pro cbm die Staubmenge aus einem Generator mit einem
Durchsatz von 20 t pro 24 Stunden zu dem erheblichen
Betrag von
20000.3.10 , ai > _
— jööö" — = 600 kg pro 24 stunden>
welche einen . Raum von etwa xj2 cbm einnehmen.
Es ist leicht begreiflich, daß durch solche Staubmengen
die freien Querschnitte in den Kanälen und insbesondere in
den Wärmespeichern bald erheblich verringert werden und
Störungen im Ofenbetrieb entstehen können, falls nicht für
Absonderung und Entfernung des Staubes gesorgt wird.
Außerdem ist wohl anzunehmen, daß Fehler in der Rein-
heit und Färbung des Glases zum großen Teil auf den schäd-
lichen Einfluß des mit den Gasen in den Ofen gelangenden
Staubes zurückzuführen sind.
Das Problem der Entstaubung des Gases verdient also
zweifellos große Beachtung.
Bisher erfolgte die Staubabsonderung aus den Generator-
gasen in den Glashütten einmal durch Verringerung der
Gasgeschwindigkeit, welche durch Erweiterung der Gasleitung
zu Staubsäcken oder Staubkammern bewirkt wird, zum andern
X durch Umlenkung der Strömungsrichtung des Gases. Dadurch
■ fallen die- schweren Staubteile bereuter und können von Zeit
zu Zeit entfernt werden. Die Austragung des Staubes aus den
Staubkammern und Staubsäcken ist unter Umständen eine sehr
beschwerliche und unangenehme Arbeit.
Bei den in immer steigendem Maße sich einführenden ge-
blasenen Generatoren wird durch die verhältnismäßig hohe
Windpressung so viel Staub aus dem Generator mitgerissen,
daß es oft nicht möglich ist, durch die erwähnten einfachen
Mittel konstruktiver Art eine Staubabsonderung in wirkungs-
vollem Maße zu erzielen, insbesondere nicht bei 'Verwendung
von Braunkohlen und Torf, bei welchen eine reichlichere Ab-
scheidung von Staub geringen spez. Gewichts erfolgt als bei
Steinkohlen. Es wird dann oft erforderlich, umfangreiche Staub-
kammern oder lange Staubkanäle mit großem Querschnitt an-
zuordnen und eine mehrfache Umlenkung des Gasstroms vor-
zunehmen, wobei trotzdem nicht immer die gewünschte Rein-
heit des Gases erzielt werden kann. Figur 1 zeigt schematisch
die Anordnung einer solchen Entstaubungsanlage.
t.&ett
? ' . . Eiff.-l. v .' ; . :
Es sind nun seit einigen Jahren und vornehmlich in der
letzten Zeit, in führenden technischen Zeitschriften Aufsätze
erschienen, die sich mit einem Verfahren der Gasentstaubung
auf elektrischem Wege befassen. Auch wurden auf größeren
Tagungen technischer Vereine, insbesondere im letzten Jahr,
Vorträge über diesen Gegenstand gehalten, und die dabei mit-
geteilten günstigen Erfolge dieses Verfahrens bei der Ent-
staubung von Gasen in verschiedenen Industriezweigen lassen
es wohl angebracht erscheinen, daß auch die Glas-Industrie ihr
Augenmerk darauf richtet.
Die Wirkungsweise der elektrischen Gasreinigung beruht
darauf, daß das zu reinigende Gas durch ein elektrisches Feld
von sehr hoher Spannung geleitet wird. Dieses Feld verläuft
entweder in Röhren mit achsial durchgeführtem Draht oder
zwischen Platten, zwischen welchen Drähte angeordnet sind.
Figur 2 zeigt schematisch die Anordnung einer elektrischen
Staubanlage mit Röhren. Von den Drähten strömt die Elek-
trizität in Form einer Sprühentladung aus und treibt alle im
146 — Nr. 13
SPRECH SAAL— COBURG.
1022. (66. Jahrgang.)
Gas befindlh hen festen oder nebeiförmigen (flüssigen) Teilchen
gegen die Rohrwände bzw. gegen die Platten. Dort setzen
* Ofen
Fig. 2.
•ich diese Teilchen zunächst kurz ab, um dann bei genügender
Stärke des Niederschlags von den Wandungen in den Sammel-
trichter abzufallen. Das Gas strömt gereinigt aus dem elek-
trischen Feld, während die ausgeschiedenen Verunreinigungen
aus dem Staubtrichter von Zeit zu Zeit leicht abgezogen
werden können, z. B. durch Transportschnecken, Kastenwagen
und dergl.
Das elektrische Hochspannungsfeld wird meist durch
pulsierenden, d. h. nicht dauernd, sondern absatzweise fließenden
Gleichstrom erregt, der durch Gleichrichtung von Wechselstrom
erzengt wird.
Die Gleichrichtung des Stromes und »eine Unterbrechung
erfolgen meistens durch eine rotierende, mit Metall-Segmenten
belegte Scheibe. Die Anzahl der Stromstöße ist doppelt so
hoch als die Periodenzabi des Wechselstroms, durch dessen
Gleichrichtung der Gleichstrom erzeugt wird; bei der in
Deutschland üblichen Periodenzahl von 50 treten also 100
Gleichstromstöße in jeder Sekunde auf, ein ebenso häufiges
Entstehen und Verschwinden des elektrischen Feldes bewirkend.
Dadurch wird das Gas gewissermaßen elektrischen Schlägen
ausgesetzt, welche die Ausscheidung der Staubteilchen fördern.
Obwohl das Verfahren, das sich auf Patente von dem
Amerikaner Cottrell und dem Deutschen Möller stützt und von
der Metallbank und Metallurgischen Gesellschaft, A-G., Frank-
furt a. M. vertrieben wird, verhältnismäßig neu ist (die ersten
größeren Anlagen wurden kurz vor dem Kriege gebaut), so hat
es doch schon sehr guten Eingang in der Industrie gefanden.
Zurzeit bestehen in Deutschland ungefähr 60 Anlagen, im Aus-
land über 200, von denen etwa 100 auf die Vereinigten Staaten
entfallen.
Bisher befinden sich Anlagen nach dem Cottrell-Möller'schen
Verfahren in Metallhütten, Zement-, Karbid- und Chemischen
Fabriken in Verwendung; außerdem werden in neuester Zeit
Hochöfen und Generatorgas von den staubförmigen Verun-
reinigungen befreit.
Der Wirkungsgrad dieser Anlagen beträgt bis über 99°/0,
d. h. es werden y9°/0 des im Gas enthaltenen Staubes elek-
trisch festgehalten, sodaß das Gas nach Austritt aus dem Apparat
nur noch Spuren von Verunreinigungen zeigt, die in vielen
Fällen so gering sind, daß sie selbst mit verfeinerten Meßver-
fahren kaum noch feststellbar bleiben.
Wenn auch hohe Spannungen angewendet werden, so ist
doch die Bedienung infolge guter Durchbildung der Maschinen
eine äußerst einfache. Auch besteht keine Gefahr für das Be-
dienungspersonal, da unter Spannung stehende Teile von außen
nicht zugänglich sind und die Stromstärke außerordentlich
gering ist. Sie beträgt nur einige Milli-Ampere, das Tausendstel
eines Amperes.
Trotz der großen Zahl der bereits im Betrieb befindlichen
Anlagen sind bisher noch keine ernstlichen Verletzungen durch
Kurzschluß usw. entstanden.
Der Kraftbedarf der Anlage beträgt nur wenige Kilowatt
und kann z. B. aus der Üeberschuß-Energie bestritten werden,
welche in Glashütten bei rationeller Ausnutzung der Abhitze
meist zur Verfügung steht,
Bs wäre wünschenswert, wenn von Seiten der Glas-Industrie
Gelegenheit geboten würde, praktische Versuche mit elektrisch
gereinigten Generatorgasen auch in Glashütten anzustellen.
Der Zolltarif in Chile.
(Nachdruck verboten.)
Der gegenwärtig in Chile in Kraft befindliche Zolltarif sieht
für die für uns in Frage kommenden Erzeugnisse die nach-
stehend aufgeführten Zollsätze vor. Die Zollsätze verstehen
•ich, sofern nicht etwas anderes vermerkt ist, in Peso Gold für
J Kilogramm Reingewicht. Abkürzungen R-G. = Rohgewicht;
Q.Q. = Gesetzliches Gewicht. Unter Reingewicht ist das
Gewieht der unverpackten oder solcher Waren zu verstehen,
die ohne Verpackung oder innere Umschließungen einfach
gebündelt clrgphen, Unter gesetzliahetn Gewicht ist das Gewicht
der Waren mit den gesamten unmittelbaren Umschließungen
(einschließlich der ■ Verschnürungen) zu verstehen, die sich
innerhalb der ihnen als gemeinschaftlicher Behälter dienenden
äußeren Umschließung befinden, mit Ausnahme von Stroh,
Holzwolle, Papier, Sägemehl und sonstigen Stoffen, die zur
Ausfüllung der Packstücke dienen. Das Gewicht einer Post-
sendung ist als gesetzliches Gewicht anzusehen, außer wenn
die in ihr enthaltenen Gegenstände sich in ihren eigenen ge-
wöhnlichen Verpackungen oder Umschließungen befinden. Unter
Rohgewicht ist das Gewicht der Waren einschließlich aller
ihrer äußeren und inneren Verpackungen and Umschließungen
zu verstehen.
Das Gewicht der Waren, die nach dem gesetzlichen Gewicht
zu verzollen sind, bestimmt sich wie folgt:
a) Für unverpackte oder gebündelte Ware in Packstücken
von völlig gleichem Inhalt gilt das gesetzliche Gewicht als
Rohgewicht;
b) für unverpackte oder nur gebündelte Waren, die mit
anderen vermischt im gleichen Packstück eingehen, ist das
Rohgewicht um 10°/0 zu erhöhen;
c) für Waren, die lose, als Sturzgut oder einfach gebündelt
zur Verzollung gelangen, erhöht sich das Reingewicht um 10 °/0;
d) für Waren, .die in nach ihnen besonders gformten Hüllen
oder Umschließungen eingehen, erhöht sich, falls letztere für
sich au verzollen sind, das Reingewicht um i0°/0.
Für Waren, die nach ihrem Rohgewicht— verzollt^ werden
und in demselben Packstück zusammen mit anderen Waren
eingehen, die anderen Zollsätzen unterliegen oder bei denen
diese sich nach anderen Einheiten berechnen, erhöht eich das
gesetzliche Gewicht um 20 °/0, wenn sie in Verpackungen oder
inneren Umschließungen eingehen, und um 30 °/0 das Reingewicht
solcher Waren, die ohne solche Verpackungsmittel eingehen.
Ausgenommen von dieser R gel sind Ki istall-, Fayence- und
Porzellanwaren. Alle diese Waren unterliegen einem Zuschlag
von 80 °/0 auf das Reingewicht.
Waren, die nach dem Rohgewicht verzollt werden und Ohne
die sonst für den Seeweg übliche Verpackung eingehen, unter-
liegen den vorstehenden Zuschlägen.
Die Zollsätze der Tarifnummern für Töpfer-, Fayence-,
Porzellan-, Glas- oder Kristallwaren mit Fassungen oder Be-
schlägen aus Metall oder in Verbindung mit Teilen aus anderem
Stoff wie Holz und dergleichen, finden nur dann Anwendung,
wenn die Metall- oder Holzteile usw. untrennbar mit den vor-
genannten Gegenständen verbunden sind. Sind dagegen diese
Teile abnehmbar, so werden sie nach eigenen Zollsätzen ge-
trennt verzollt.
Als Kristall ist dasjenige Glas zu behandeln, das mindestens
25 °/o Mennige (Bleioxyd) enthält.
Tarif-
Nr.
470
524
525
5fc6
527
528
531
532
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
Maßstab tnr 1 kg
der?Ver- R- in-
zollang gewicht in
Peso Gold
533
536
637
540
553
&£>t»
Zinn oder Blei, in Pulverform, für Spiegel G. G.
Ton, Erden und nicht besonders auf-
geführte mineralische Stoffe, roh, ge-
geglüht, gewaschen oder gemahlen,
ausgenommen solche für Maler R. G.
Asbest oder Amiant:
— roh, in Gespinsten oder Pulverform R; G.
— , in Form von Pappe oder in Platten R.G.
— , vermischt mit Zement oder anderen
Stoffen, zum Ueberzug von Kesseln R.G.
— , in beliebiger Form verarbeitet, nicht
besonders aufgeführt, zu Verpackungs-
zwecken, auch mit Teilen. -aus ge-
wöhnlichem Metall, Kautschuk oder
Spinnstoffen R G.
Zement : Portlan dzement und anderer, 100 kg R.G.
Zement, gepreßt, mit Amiant oder ande-
ren Stoffen verarbeitet oder nicht,
in nicht besonders aufgeführten Ar-
tikeln für Bau- und andere Zwecke,
sogenannter künstlicher Schiefer,
Eternit, Uralit und andere
Ziegel und Fliesen aus Zement:
, ohne Mosaik oder Bemalung B Ö,
— , mit Mosaik oder Bemalung " R. G.
Zement, zu " Ziergegenständen geformt,
wie Statuen, Krüge, Kranz und ändere
Gesimse - RG.
Schmirgel Und Tripel R.G.
Fliesen und Ziegel aus geschmolzener
Schlacke R CK
Ziegel und Fliesen aus Marmor R.G.
Glimmer in Blättern R.G.
i;80
0,08
0,03
QjOfl
0,526
TJ20
0;16
0,Ji25
0,226.
1 0,076
0,046
l$o5
192& (65. Jabrgaag.)
S:P:R£CHSAA L -^COBURG.
Nr.l» 147
Zollsatz
Maßstab
für 1 kg
der Ver-
Bein-
zollung
gewicht in
Peso Gold
R.Q.
1,125
R.G.
0,045
R, GL
0,075
R. G.
0,15
R. G.
0,03
R.G.
0,03
G. G.
0,225
R G.
0,60
R.G.
0,15
Njt" Besdcannng der Waren
557 Kunsterzeugnisse aas Glimmer
556 Glaspapier und Schmirgeltuch
559 Bimsstein, roh oder gemahlen;
560 Bimsstein, verarbeitet, in Ziegeln
anderer Form
563 Schiefertafeln für Schüler
Gips :
575 — , gewöhnlicher oder unreiner
576 — , gereinigt, für Fachärzte
577 — , verarbeitet zu Statuen^ Figuren, p
sehen Verzierungen
578 — , gegossen, in Form von Tafeln
Ziegeln zu Bauten
Ton und Fayence.
579 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, mit Rand oder Fassung aus
gewöhnlichem Metall, ausgenommen
Nickel, Argentan, Berliner Silber und
andere ähnliche Legierungen, nicht
versilbert oder vergoldet R. G. 0,45
580 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, mit Rand oder Fassung aus
Nickel, Argentan, Berliner Silber oder
anderen ähnlichen Legierungen, nicht
versilbert oder vergoldet R.G. 1,125
581 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, mit Rand oder Fassung aus
gewöhnlichem Metall, versilbert oder
vergoldet GG. 3,00
582 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, mit Rand oder Fassung au«
feinem Metall G. G. 7,50
583 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, aus Fayence oder aus feinem
Ton, abgedreht oder geformt R.G. 0,15
584 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, aus gewöhnlichem Ton, auch
mit Schmelzüberzug, zum Hausge-
brauch, wie Krüge, Flaschen, Ein-
machtöpfe usw. RG. 0,075
586 Likörflaschen, mit oder ohne Stroh-
umhüllung R. G. 0,045
586 Knöpfe für Kleidungsstücke, Schuhwerk
oder Schmuck- und Kragenknöpfe
ohne Metallteile G.G. 0,75
587 Pfeifen und Spitzen zum Rauchen G. G. 1,50
588 Röhren oder Leitungen aus Ton, sowie
Verbindungs- und gebogene Stücke
dazu, gefirnißt oder nicht R.G. 0,06
589 Klosettapparate, Pissoirs, Tellerspül-
apparate und andere ähnliche Stücke R. G. 0,18
590 Destillierapparate und Filter R. G. 0,u75
Statuen, Figuren, Blumen vasen, Jar-
dinieren und andere ähnliche Zier-
stücke, auch mit Teilen aus anderen
Stoffen:
591 — , aus feinem Ton (Terrakotta) oder
anderen knetbaren Stoffen, nicht be-
sonders aufgeführt R.G. 0,90
592 — , aus Fayence, mit Einschluß der so-
genannten Majolika R.G. 0,60
Zierstücke, die Rand oder Fassung aus
Nickel, Argentan, Berliner Silber,
gewöhnlichem versilberten oder ver-
goldeten Metall oder aus Edelmetall
haben, unterliegen dem Zollsatz für
nicht besonders aufgeführte Kunst-
erzeugnisse aus Fayence, die mit
den genannten Stoffen verbunden sind.
Fliesen, glasierte Fliesen und Ziegel für
Fußböden, Wandbekleidung und zu
Zierzwecken, glatt oder mit einge-
preßten Mustern, mit oder ohne Firnis:
593 — , ohne Mosaik oder Schmelz R G. 0. 15
594 — , mit Mosaik oder Schmelz R. G. 0,376
Fliesen aus gewöhnlichem Ton für Bauten,
Hochöfen usw.
:595 — , ohne Schmelz, 100 kg R. G. 1,05
598 — mit Schmelz, 100 kg^ R.G. 3,75
Tarif-
Nr.
597
Beseichnnng der Waren
Maßstab
dar Ver-
zollang
Ziegel für Herde und Küchen, zum
Scheuern der Messer und aus ge-
preßtem Sand zum Reinigen von
Fußböden
598 Dachziegel und andere Gegenstände,
nicht besonders genannt, aus gewöhn-
lichem Ton, für Bauten, mit oder ohne
Fassung von Holz oder Eisen
Porzellan,
599 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, mit Rand oder Fassung aus
gewöhnlichem Metall, ausgenommen
Nickel, Argentan, Berliner Silber oder
andere ähnliche Legierungen, nicht
versilbert oder vergoldet
600 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, mit Rand oder Fassung aus
Nickel, Argentan, Berliner Silber oder
anderen ähnlichen Legierungen, nicht
versilbert oder vergoldet
601 Kunsterzeugnisse, nicht besonders aufge-
führt, mit Rand oder Fassung aus
gewöhnlichem Metall, versilbert oder
vergoldet
602 Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt, mit Rand oder Fassung aus
Edelmetall
Kunsterzeugnisse, nicht besonders auf-
geführt :
603 — , bemalt, vergoldet, emailliert oder
verziert \
604 — , weiß
605 Knöpfe für Kleidungsstücke, Schuhwerk
oder Schmuck- und Kragenknöpfe
ohne Metallteile
606 Pfeifen oder Spitzen zum Rauchen, auch
mit Teilen aus anderen Stoffen
607 Statuen, Figuren, Blumenvasen, Jardi-
nieren und andere ähnliche Zier-
stücke, auch mit Teilen aus anderen
Stoffen, ausgenommen Metall
608 Weißes Porzellan in Tafeln oder Blättern,
zum Schreiben oder zu anderen
Zwecken, mit oder ohne Holzrahmen
Glaswaren.
609 Kristall oder Glas, in nicht besonders
aufgeführten Gegenständen, mit Rand
oder Fassung aus gewöhnlichem
Metall, ausgenommen Nickel, Argentan,
Berliner Silber und andere ähnliche
Legierungen, nicht versilbert oder
vergoldet
610 Kristall oder Glas, in nicht besonders
aufgeführten Gegenständen, mit Rand
oder Fassung aus Nickel, Argentan,
Berliner Silber oder anderen ähnlichen
Legierungen, nicht versilbert oder
vergoldet
611 Kristall oder Glas, in nicht besonders
aufgeführten Gegenständen, mit Rand
oder Fassung aus gewöhnlichen
Metall, versilbert oder vergoldet
612 Kristall oder Glas, in nicht besonders
aufgeführten Gegenständen, mit Rand
oder Fassung aus Edelmetall
Taschenfläschchen aus Kristall oder Glas :
613 — , mit Umhüllung aus Stroh oder Binsen
— , mit Umhüllung aus anderen Stoffen.
Solche Fläschchen unterliegen dem
Zoll des am höchsten zu verzollenden
Stoffes.
iKristall.
614 Kristall in nicht besonders aufgeführten
Gegenständen
Glas.
615 Korallen, Kügelchen, Perlen, falsche Steine
und andeie ähnliche Glasartikel, un-
gefaßt oder aufgereiht
R.G.
R.G.
R; G.
R.G.
G. G.
G. G.
R.G.
R.G.
G.G.
G.G.
G.G.
R. G.
R.G.
R. G.
G.G.
G. G.
G.G.
Zoll säte
fOr l kg
Rein-
gewicht ia
Peso Goli
0,046
R.G.
G.G.
0,075
0,90
3,30
9,00
0,60
0,24
0,75
3,60
0,76
©,«0
0,60
1,20
3,30
9,00
2,2*
1,125
2,25
148 — Nr. 18
SPRECH SAAL - GOß URO.
1122. (66. Jahrgang.)
Tarif-
Nr.
616
Bezeichnung der Waren
Mafistab
der Ver-
zollang
Gasogen- Apparate zur Bereitung von
gashaltigen Getränken and Siphons
dazu, auch überzogen oder verstärkt,
mit Einschluß der Zabehörstücke R.GL
617 Spitzen zum Rauchen, auch mit Teilen
aus gewöhnlichem Metall G. G.
Flaschen, Fläschchen, Demijohns und
andere nicht besonders aufgeführte
Gefäße aus gewöhnlichem Glas, aus-
genommen solche, die zum Tafelge-
schirr gehören:
618 — , nicht poliert, geschnitten, graviert
oder emailliert R. G.
619 — , mit poliertem Boden oder auch ein-
geschliffenem Stöpsel R. G.
620 Glasflaschen, gewöhnliche, für Mineral-
wasser, Wein, Bier und andere wein-
geisthaltige Getränke, mit oder ohne
Strohhülsen R.G.
621 Flaschen und Fläschchen mit mecha-
nischem Verschluß ; solche mit Metall-
oder Holzverschluß, auch mit Teilen
aus Kork, sowie solche mit Stöpsel
aus Glas und Gummiringen R. G.
622 Knöpfe für Kleidungsstücke, Schuhwerk,
Schmuck- und Kragenknöpfe ohne
Metallteile G. G.
Spiegel, mit abgeschliffenen Rändern oder
ohne solche, deren Fläche nach keiner
Richtung mehr als 80 cm mißt, mit
oder ohne Schrift, Bemalung oder
Handgriff:
623 mit Rahmen aus Holz, Karton,
Papiermache oder aus Sägemehl, Zink,
Eisen oder Weißblech R G.
624 — , mit Rahmen aus Kupfer, Bronze oder
Messiog R. G.
625 — , mit Rahmen aus Nickel, Argentan,
Berliner Silber und anderen ähnlichen
Legierungen; aus Zelluloid, Gutta-
percha, Leder oder Zeugstoff, der Seide
enthält, sowie solche aus gewönlichem
versilberten Metall
Spiegel mit abgeschliffenen Rändern oder
ohne solche, deren Fläche in ihrem
größten Durchmesser mehr als 80 cm
mißt R. G.
Glasglocken mit oder ohne Untersatz R G.
Figuren, Blumenvasen, Jardinieren und
andere ähnliche Zierstücke, auch mit
Teilen aus anderen Stoffen, ausge-
nommen Metall, auch mit Metallfarben
verziert R. G.
Lampen für Paraffin, fertig oder nicht,
. auch mit Brennern oder Teilen aus
gewöhnlichem Metall oder anderen
Stoffen:
629 — , mit oder ohne Fuß aus Glas R.G.
636 — , mit Fuß oder Stütze aus Blei, Zinn,
Kupfer oder Kupferlegierung R. G.
631 — , mit Fuß oder Stütze aus Nickel,
Berliner Silber oder anderen ähnlichen
Legierungen R. G.
632 — , mit Fuß oder Stütze aus nicht be-
sonders aufgeführten Stoffen R. G.
633 — , mit Fuß oder Stütze,' versilbert oder
vergoldet:
dißf-.e unterliegen dem Zoll der ent-
sprechenden Klasse mit einem Auf-
schlag von 100 °/0.
Glasscheiben, belegt oder versilbert, mit
abgeschliffenem Rand oder ohne
solchen :
634 — , in der größten Länge nicht über
80 cm messend R. G.
Ü35 — , in der größten Länge über 80 cm
messend R, G.
686 Reflektoren, Gartenkugeln und andere
ähnliche Gegenstände, nicht besonders
aufgeführt, aus bemaltem, vergoldetem
oder versilbertem Glas R.G.
Zollsatz
für 1 kg
Rein-
gewiobt in
Peso Gold
0,875
3,00
6f6
627
628
0,16
0,21
0,945
3,09
0,76
0,46
1,20
R. G. 1,875
1,05
0,45
0,45
0,15
0,375
0,90
0,225
0,61(6
1,05
0,46
Tarif-
Nr.
637
638
639
640
641
642
643
644
645
6 16
647
Bezeiahnung der Waren
Maßstab
der Ver-
zollung
648
649
1133
1236
1269
1273
1278
1279
12al
1300
1301
1320
1845
1580
1681
1582
1583
1684
1685
1586
1587
Rosenkränze aus Glas :
— , mit Kette aus gewöhnlichem Metall G. G.
— , mit Kette aus Silber G.G.
Gewöhnliche Glasscheiben mit glatter .
oder narbiger Oberfläche, ohne Farbe
oder Glanz:
— , in einer Dicke von nicht über 4 mm,
jeder Größe R.G.
— , in einer Dicke von über 4 mm:
— , bis zu 80 cm in der größten Läng«
messend R. G.
— , über 80 cm in der größten Länge
messend R G.
Gekrümmtes Glas und Glas mit abge-
schliffenen Rändern R. G.
Glasscheiben, verziert mit Farben, mit
oder ohne Figuren, mit oder ohne
Fassung aus Metall (Glasmosaik) und
Lithophanien (Glaslichtbilder) aller Art R. G.
Glasscheiben, nicht besonders aufgeführt R. G.
Uhr- und Brillengläser G.G.
Glas für Pflasterung; Luken und Ziegel
aus Glas, von mindestens 1 cm Dicke,
sowie armiertes Glas (auf Metallge- '
webe gegossen) ' R.G.
Glasabfall oder Glas, gemahlen oder in
der Masse, für gewerbliche Zwecke,
und Ausschuß R G.
Glas von natürlicher Farbe oder gefärbt,
verarbeitet zu nicht besonders auf-
geführten Gegenständen, auch mit
Teilen aus anderen Stoffen, außer
wenn es wegen seiner Verbindung
mit diesen Stoffen anderen Tarif -
nummern mit höheren Zollsätzen
unterliegt :
— , geschnitten, poliert, mit Säuren oder
durch anderes Verfahren geätzt;
mit aufgetragenen metallischen und
anderen Farben (zur Verzierung) so-
wie solches, das zwei- oder mehr-
farbig oder einfarbig mit verschiedenen
Tönen ist R.G.
— , anderer Art, mit Einschluß der
Gegenstände, die einfach einge-
schliffene Stöpsel oder bloß polierte
Böden oder Ränder haben R. G.
Abziehbilder jeder Form G.G.
Spritzröhren aus Glas für Injektionen G.G.
Etiketten oder Aufschriften aus Glas für
Fläschchen G.G.
Glasfläschchen, mit Schmirgel abge-
rieben, mit Aufschrift in Glas oder
graviert, bemalt oder emailliert, für
Apothekerschi äcke R. G.
Tropfenzähler:
— : aus Glas, mit Teilen aus Kautschuk G.G.
— : ans Glas, in Form von Fläschchen R.G.
Glasspritzen G. G.
Saugflaschen aus Glas R.G.
Saugflaschen aus Glas, mit Teilen aus
Kautschuk oer anderen Stoffen G.G.
Milchentzieher aus Glas, auch mit Teilen
aus Kautschuk G. G.-
Röhren, kleine Fläschchen aus Glas, mit
oder ohne Stöpsel, für homöopathische
Heilmittel, Serum oder andere G.G.
Augengläser:
— : mit Drahtn etz aus gewöhnlichem Metall G. G.
— : Kneifer oder Brillen:
— : mit Gestell aus Schildpatt, Elfen-
bein oder Perlmutter G. G.
— : andere, mit Fassung nicht aus
Edelmetall G. G.
Operogläser für Theater:
— : mit FaNsung aus Aluminium, Schild-
patt, Elfenbein oder Perlmutter G. G.
— : andere, mit Fassung nicht aus Edel-
metall G.G.
Marine- oder Feldstecher und Fernrohre G. G.
Prismatische Gläser Stück
Vergrößerungsgläser und Stereoskope G. G.
1,50
18,00
0,06
0,18
0,27
0,45
1,05
0.80
4,60
0,09
0,016
0,3t
9,00
1,50
2,25
0,60
0,76
0,15
0,60
1,80
3,00
3,76
87,50
. 18,00
' 45,00
- 22,60
7,50
22,50
' 3,00
1989. (öö. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBUßG.
Nr. 13 — 149
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
Maßstab für 1 kg
der Ver- Reiu-
sollung gewicht in
Peso Gold
1640 Bogenlampen and Glühbirnen
1649 Wetzsteine und Schmirgelsteine, montiert
oder nicht
1650 Feine Steine zam Schleifen von Rasier-
messern
1651 Lithographiesteine
1660 Glasröhren für Kessel oder Nivellier angen
R.G.
R.G.
R. G.
R.G.
R.G.
0,06
0,03
0,45
0,045
0,075
Tarif-
Nr.
1742
1747
1763
1766
1789
Bezeichnung der Waren
Zubereitungen und Zemente zum Kleben
von Fayence, Glas usw.
Künstliche Zähne und Augen
KinderspieJIzeug: Steinkugeln
Kinderspielzeug aus Glas, Porzellan, Ton
usw., nicht besonders aufgeführt
Schmirgeltuch für Schiefertafeln
Zollsatz
Maßstab für 1 kg
der Ver- Rein-
aollung gewicht in
Peso Gold
G.G.
0,90
G.G.
37,50
R.G.
0,25
G.G.
1,50
1,135
Wirtschaftlich-!
Korrespondenzen.
ftesehäftsjublläen. Am 1. 4. 22 blickt die Firma August E a i s s-
mann, Maschinenfabrik, A - G , Saalfeld-Saale, auf ein
'50 jähriges Bestehen zurück. Unermüdlicher Fleiß, Tatkraft und Ausdauer
des Grinders August Reissmann haben ein Werk geschaffen, das in den
5 Jahrzehnten einen glänzenden Entwicklungsgang genommen hat. Am
80. 11. 1850 in Erfurt geboren, begann August Reissmann seine Laufbahn
mit Erlernung des Schlosserhandwerks und Besuch einer technischen
Lehranstalt. Nachdem er weitere Erfahrungen in verschiedenen Werken
gesammelt hatte, kam er Anfang der siebziger Jahre nach Saalfeld und
betätigte sich hier zunächst in d°r Nähmaschinenindnstrie. Im Jahre 1872
gründete er unter bescheidenen Anfängen eine eigene Firma, die sich in
den ersten 10 Jahren überwiegend mit dem Ban landwirtschaftlicher
I Maschinen befaßte. Der fühlbare Mangel an geeigneten Maschinen in der
keramischen Industrie veranlagte August Reissmann, sich intensiver diesem
Arbeitsgebiet in der Maschinenindustrie zuzuwenden und den Ban land-
wirtschaftlicher Maschinen einer verwandten Firma zu überlassen. Ba-
sonderes Augenmerk wandte er in der Anfangszeit dem Pressebau zu.
Neben der ihm als ersten gelungenen Anfertigung einer branchbaren
Kapselpresse gebührt ihm auch die Anerkennung, die ersten maschinellen
Einrichtungen zur Fressung von Gegenständen ans pulverisierter Porzellan-
masse geschaffen zu haben. Der ständige Ausbau der Maschinen und die
zunehmende Vielseitigkeit ihrer Modelle erforderten im Laufe der Jahre
wiederholt umfangreiche STeubauten und Erweiterung der Arbeitsstätten.
Die Jahre während des Krieges benutzte die Firma dazu, ganze Maschinen-
gruppen neu durchzukonstruieren. Nach Rücktritt des Gründers von der
Geschäftsführung im Jahre 1918 wurde das Unternehmen in eine A-G.
umgewandelt, deren sämtliche Anteile Bich im Besitz der Familie Reiss-
mann befinden Die Leitung liegt seitdem in den Händen der beiden
Söhne, die von Kind auf die keramische Branche kennen, technisch wie
[kaufmänoisch gut durchgebildet Bind nnd sich die langjährigen Erfah-
rungen ihres Vaters zu eigen gemacht haben. In engster Zusammenarbeit
mit der Keramindustrie und in dem steten Bestreben, den vielseitigen
Wünschen nach Vervollkommnung und Verbesserung der Maschinen gerecht
zu werden, ist denn auch der Firma die Anerkennung der Annehmer nicht
versagt geblieben, den jeweiligen Zeitabschnitten und Bedürfnissen durch-
aus entsprechende Maschinen herausgebracht zu haben. Unbeirrt durch
die Steigerung der Preise für alle Werkstoffe, hält die Werkleitung an
dem altbewährten Grundsatz fest, dnrch entsprechende Ausgestaltung der
Konstruktion die Preiswürdigkeit einer Maschine aufrecht zu erhalten,
doch aber nie dort an Materialien zn sparen, wo die Haltbarkeit nnd Be-
triebs icherheit in Frage gestellt würden. Die günstige Aufnahme der
Erzeugnisse nnd die steigende Nachfrage denten die Richtung an, in der
pich die weitere Entwicklung des Werkes bewegen wird. Dem in weiten
Kreisen bekannten und angesehenen Begründer möge noch lange vergönnt
sein, sich des gedeihlichen Weiterbaues seines Lebenswerkes zu erfreuen
Am 1. 4. 22 begeht die in der gesamten Beleuchtnngsbrahche be-
kannte Firma C. & W. Bohnert, Frankfurt a. M., ihr 25 jahriges
iGeschäftsjubiläum. Im Jahre 1897 unter der Firma Bohnert & Wilberg
als Engroshaus in Beleuchtungsglas für Gas, Petroleum nnd Elektrizität
gegründet, nahm das Geschäft im Laufe der Jahre einen derartigen Um-
fang an, daß wiederholt größere bauliche Erweiterungen vorgenommen
werden mußten. Nach Ausscheiden des Herrn Wilberg im Jahre 1907
King das Unternehmen in den Besitz der beiden Brüder Carl und Willi
Bohnert über. Durch die vorbüdliche Leitung der beiden Inhaber darf
das Unternehmen heute als das größte in seiner Branche auf dem Kontinent
angesprochen werden. Entsprechend der Entwicklung in der B aleuchtungs-
branche werden gegenwärtig fast ausschließlich elektrische Beleuchtungs-
gegenstände geführt.
f Das 25 jährige Geschäftsjubiläum feiert au 1. 4. 22 die Firma
M, Baer & Co., Haus- und Küchengeräte, Frankfurt a. M., Stiftstr. 8/10.
Das 25-jährige Jubiläum als Vertreter der Porzellanfabrik
C. Tieisch & Co., A-G., Altwasser i. Schi., begeht am 1. 4. 22 Herr
Gustav Matthaei, Mitinhaber der Firma Matthaei & Toftmann,
Berlin 8 42, langjähriger Vorsitzender und Mitbegründer des Vereins
Berliner Musterläger, sowie Gründer des Verbandes Berliner Grossisten für
Glas nnd Keramik, E V., Berlin. Außerdem feiert Herr Gustav Matthaei
am 7.4. das Fest seiner silbernen Hochzeit.
Personalien. Herr Dipl. -log. W. Frommel, der fast 10 Jahre
lang dem glastechnischen Laboratorium der Vereinigten Lausitzer Glas-
werke, A.-G., Weißwasser, auch nach deren Uebergang an die Osram
m. b H. vorgestanden hat, übernimmt am 1. 4. 22 die Direktion der
'Reichsgräflich Schaff gotschen Josephinenhütte in Schreiberhau.
Gesetzgebung, Stenern.
Das Gesetz über den Verkehr mit ausländischen Zahlungs-
mitteln, kurz Devisengesetz genannt, ist am 1.3.22 in Kraft getreten.
Es sucht sein Ziel, die Einschränkung der wilden Devisenspekulation
ewerblicher Teil.
privater Kreise dadurch zu erreichen, daß es den Abschluß von Devisen-
geschäften nur mit oder durch Vermittlung von Banken nnd besonders
I berufenen Stellen zuläßt.
Zahlkarten für Steuerentrichtung und Kapltalertragateuer
werden demnächst eingeführt werden, um einen beqiemeu und billigen
Weg für die Abführung der Einkommen-, Umsatz-, Besitz-, Erbschafts- usw.
Steuer, des Bäichsaotopfers sowie der Kapitalertragätea« für Hypothekei-
zinsen an die Finanz- und Steuerkassen za schaffen. Fdr B ichungszweeke
sind die Rickseiteu der Abschnitte nnd der Posteinlieferangsscheine mit
einem Vordruck versehen.
Handel nnd Verkehr.
Neuerliche Erhöhung der Eisenbahntarife. Die seit dam 1.3.
geltenden Gütertarife sollen vom 1. 4 22 ab um rund 40 % erhöht
werden. Wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit soll hierzu
die Form des allgemeinen Zischlags gewählt werden. Die Erhöhung der
Frachten für Eilgut hat auch eine entsprechende Steigerung der Expreß-
gutfrachten zur Folge; jedoch wird von einer Erhöhung der Miudest-
frachten für Expreßgut abgesehen. Eine Erhöhung der Personentarife ist
nicht in Aussicht genommen.
Zu einer Erhöhung der Pos'j«9fihren wird auch in naher Zu-
kunft die Reichsposc- Verwaltung gegangen Bein. Eine Tariferhöhung
zum 1 4. 22 soll jedoch nieht stattfinden.
Daa „ Wirtschaf tsinstitat für Rußland und die Randstaaten«!
Königsberg Pr„, hat die Form eines eingetragenen Vereins angen mmen"
Mitgliedsbeitrag jährlich M 1000. Einzelpersonen können die Mitglied
schaft auf Lebenszeit, Körperschaften und Gasellschaf ten die Mitgliedschaft
auf 20 Jahre (einmaliger Mindestbeitrag M 10000) erwerb . Das genannte
Institut ist in eine engere Arbeitsgemeinschaft mit der in Moskau erschei-
nenden offiziellen Wirtschaftszeitung „Ekonomitscheskaja Shisn" getreten.
Ein- nnd Aasfahr, Zollwesen.
Die A. H. N. Glas, Berlin W. 57, Goebenstraße 10, gibt folgendes
bekannt: „Bai Ntchorüfang einzelner Firmen haben mt festgestellt, dal
für fiagierte Aufträge Ausfahrbewillieiagea nach dau dttnals gültigen
Markpreisen eingeholt worden sind. Wie uns weiterhin bekannt giwjrdau
ist, werden diese Bewilligungen jetzt zu Unterangeboten beultet. Wir
machen darauf aufmerksam, daß dieses Vorgehen ei ae strafbare Unjrehang
der Außenhandelskontrolle darstellt und behalten uns demgemäß vor, in
allen Fällen gegen dia betreffenden Firmen vorzugehen."
Die von der A. H. N. Feinkeramik mit Gültigkeit ab 15. 12. 21
herausgegebene Tabelle für Inhaber von Lideogaschäften beim Verkauf
von Porzellangeschirr hat mit sofortiger Wirkung fdr den Varkiuf von
Kristall- und Schleifglas aller Art Gelting Aas dar dem
Aasfuhrantrage beizufügenden Proforma-Rschnung muß der gemäß dieser
Tabelle erhobene Auslandsaufschlag einwandfrei ersichtlich Bein. S)wait
Interessenten diese Tabelle nicht besitzen, kann sie bei der A. H. N. Glas
angefordert werden.
Der Unterausschuß Ho hl glas hat in seiner Sitzung am
9. 3. 22 beschlossen, bis auf weiteres die Genehmigung dafür za
erteilen, daß Aafträge in Beleuchtuagsglas nach Frankreich freibleibend
zu den jeweiligen Tages-Inlandspreisen angenommen werden können, wo-
bei der Eadbetrag dar Rachnang in Franken zum Kurse des Tages der
Fakturierung umzurechnen nnd darch Bunkakkreditiv za bezahlen ist. Die
Bezahlung der Rechnung hat in Franken zn erfolgen. Der Unterausschuß
hat ferner neue Preislisten in ausländischer Währung herausgegeben, die
bei der Preisprüfnngsstelle Hohlglas, Dresden N. 6, Glacisstraße 12, an-
gefordert werden können.
Die Ausfuhrmindestpreise für „Kobaltpräparate« sind durch-
gängig herabgesetzt worden. Näheres durch die Außenhandelsstelle
Chemie — Nebenstelle „Mineralfarben".
Zur Vermeidung mißbräuchlicher Benutzung der Lieferwerl»*
beseheinlgung darch unreelle Exporteure ist es für die Lieferfirmen
unumgänglich notwendig, in allen Fällen, in denen eine Lieferwerks-
bescheinigung bereits erteilt war, der Auftrag später aber rückgängig
gemacht worden ist, diese Bescheinigung zurückzufordern. Es empfiehlt
sich ferner, in dem Wortlaut der Lieferwerksbescheinigung zum
Ausdruck zu bringen, daß die betreffenden Waren znr Ausfahr geliefert
worden Bind. Erneut wird darauf hingewiesen, daß die Uebertraguag der
Lieferwerksbescheinignng eines bestimmten Werkes auf ein ähnliches
Erzeugnis eines anderen Werkes dnrch den Exporteur nicht statthaft ist
und einen Verstoß gegen die Außenhandelsregelung bedeutet.
Ausfuhrsperre von Firmen. Der Reichswirtschaftsrat wird demnächst
einen Gesetzentwurf verabschieden, durch den die bisherigen Härten in
der Verhängung von Aasfahrsperren gemildert bezW. völlig beseitigt
werden.
160 — Nr. 15
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang./
Das Emier Ina- and Einfuhrunt läßt für gewisse Warengattungen
wisdtr Sammelbewilligungen au.
Brasilien, Die Einfuhr tob Warenmastern ist besonderen Be-
gtünninnveu unterworfen.
Dänemark. Das nene Zollgeseta wird am 1. 4. 23 noch nicht in Kraft
ptsrtac werden können. Infolgedessen wird es notwendig sein, das vor-
läufige LuxuszoDgesetz, daß nur bis zum 81.3. Gültigkeit hat, zu ver-
längern.
Finnland. Zollsätze fflr Porzellan- nnd Glaswaren. Nach
Aeußerungen eines Abteilungscbefs bei dem bekannten Warenbaas Stock-
mann in Belsingfors wird die Einfuhr von G!a?- und Porzellanwaren
2. Zt. gänzlich durch die hohen Zollsätze unterbanden. Der Zoll für
mehrfarbige Porzellanwaren beträgt jetzt Fmk. 40 für 1 kor. Ein Stein-
gutartikel unterliegt einem Zoll von Fmk. 4 je kg, obgleich Porzellan-
waren in mancher Hinsicht vorteilhafter anzuwenden sind als Steingut.
Das gleiche gilt für Glaswaren. Während der Zoll für Artikel aas
gewöhnlichem Glas Fmk. 2 je kg beträgt, macht er fflr andere Glaswaren
bis Faik 80 je kg aus. Für manche Glaswaren beträgt der Zoll das
Mehrfache des Preises der Ware selbst Die inländischen Porgellanfabriken
Arabia Porslinsfabrik in Helsingfors und Abo PorslinBfabrik sind vollauf
beschäftigt, um den Bedarf des inländischen Marktes zu decken. Hin-
sichtlich des Handels mit Porzellan- und Glaswaren macht sich die
ausländische Konkurrenz nicht so Bcharf geltend, wie man eine Zeitlang
befürchtete. Das einzige Land, dessen Wettbewerb ernstlich in Frage kam,
i»t Deutschland, von wo jedoch jetzt recht wenig Waren zu erb »lten sind.
Die deutschen Preise liud im übrigen in demselben Maße, wie die Beichs-
mark sinkt, erhöht.
Italien. Das Zollaufgeld betrug für die Zeit vom 16. bis 31. 3. 22
272 •/„ (292).
BumSnlen. Der künftige Zolltarif soll u. a. die Aenderung auf-
weisen, dato an Stelle des Gewiehts7oll*ystems das WertzolUystem ange-
wandt und das Tarifschema den veränderten wirtschaftlichen Verhält-
nissen ingepsßt wird. An eine E'mäßigang des Zoilnive^ps ißt im all-
gemeinen nicht gedacht, nur die Zölle auf Boh- nnd Biifastoffe, die von
heimi eben Industrien benötigt werden, sollen eine Ermäßigung erfahren.
Ieri.tr ist die Abteilung eines nenen Warenverzeichnisses beabsichtigt.
Span'en. Der neue Zolltarif (vergl. Nr. 12/1922, S. 138/39) ist
em 1b 2 22 in Kr.ft getreten. Die Verordnung vom 3.6 21, wonach
Waren aus valutaschwachen Ländern mit einem besonderen Aufschlag be-
legt werden, iBt durch eine Verordnung vom 21. 2. 22 aufgehoben. Diese
Verordnung findet nur Anwendung auf diejenigen Länder, deren Waren
nath dun zweiten Tarif (Vergünstigungstaru) verzollt werden Deutsch-
land genießt diese Vergünstigung noca bis zam 20. 12. 22, und es ist
zu bifien, daß bis dahin ein neuer deutsch-spanischer Handelsvertrag ab-
getchosten ist, der Deutschland auch ferner die Meistbegünstigung ein-
räumt Die spanische Rgierung bat jedoch erklärt, daß sie den Valuten-
Zuschlag demjenigen Lande gegenüber unverzüglich wieder in Anwendung
bringen werde, welches der Einfuhr spanischer Produkte Schwierigkeiten
in den Weg legt.
Spanien. Keine Zollrücfczahlung. In letzter Zeit mehren sich
die räue, in denen unternommen wird, einmal nach Spanien eingeführte
Waren, tür die bereits der Zoll gezahlt wurde, wieder nach Deutschland
anszalühren unter Bückforderung des entlichteten Zollbetrages. Es ist
darauf hinzuweisen, daß die spanische Zollgesetzgebung die Rückzahlung
einmal gezahlter Zölle in keinem Falle vorsieht.
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Belgien, Die Lage In der Glasindustrie hat durch das beträcht-
lich« Nachlassen der Auslandsaufträge eine neue liehe Verschärfung er-
fahren. Die Frage der He absetzung der Löhne iBt damit in ein akutes
Stadium getreten. In den Glasfabriken Bind bereits Plakate angeschlagen,
in denen die Arbeiter aufgefordert werden, die Lohnherabsetzung anzu-
nelmen, da sonst mit einer alJgemenen Ausperrnng gerechnet werden
müßte. Für die Glasarbeiter bedeutet diese wirtschaftlich leider
notwendige Maßnahme einen harten Schlag, da ihre Lage an sich nicht
mehr gbnatig ist, da sie nur das Dreifache des Tagelobnes von 1913 er-
hklien, während die meisten anderen Industrien die Löhne um das Vier-
fache eihönt haben. Man rechnet indes damit, daß die demnächst statt-
findend» d Besprechungen zwischen Arbeitgebern und den Arbeiterdelegierten
zu tiner Einigung führen werden. Besonders scb.wi.rig ist die L»ge
in den Werken Val-St Lambert. Dort ist ein einziger Ofen in Betrieb ; die
übrigen liegen still. Tiotzdem die dortigen Arbeiter die Lohnherab-
setzung bereits angenommen haben, ist eine allgemeine Wiederaufnahme
der Arbeit erst in einigen Monaten zu erwarten.
Giiechenland. Die Erzeugung von Naxos-Scbmirgel Im Jahr
15121 hat beinahe die Höhe der dnichbcunitilicbtn Jahreserzeugung vor
dem Kriege wieder erreicht Die Grsnntpiodukiion, die bicq auf 12 703 t
g-gen 11 075 t im Jahre 1220 und 9 826 t im Jahre 1919 belief, verteilt
eich wie folgt auf die einzelnen Q.altäten: Ausgesuchte Qualität kUioe
Siücke 120U t, große Stücke 360 t, I. Qualität grobe Stocke 2177 t,
kleine Stucke 3561 t, II. Qualität grolle Siücke 3165 t, kleine Siücke
2220 t. Der gröute Teil des gewonnenen Schmirgels gelangt zur Ausfuhr,
die in den eraien 10 Monaten lfe2' etwa 7500 t betrug. Eine industrielle
Verarbeitung im Iulund kann niefit vorgenommen werden, da einheimische
Schmirgelpapier fabriken niefit bestehen.
Geschäftliche Mitteilungen.
gtelugutfabilk W11t<burg, A.-G-, Farge. Auszng aus dem geneh-
migten Abscbluß vom 81.12 21: Beiagewiun Jt 5 191 (8 767); Ab-
schreibungen Jt 104 758 (261630).
Bifbard Blumeureld, Veltener Ofenfabrik, A.-G.. Charlotten»
bürg. Die o G-V. vom 28.2. befechloß du Umwandlung von Ji 0,6 Mill.
N«meas-Vorzugsakti«n in Inhaber-Vorzugsaktien. Nach Mitteilung der
Verwaltung ist der derzeitige Auftragseingang gut und das Werk in allen
Abteilungen stark beschäftigt.
Dorstener Glashütte, A.-G., Dorsten. Das Unternehmen schließt
das Geschäft- jähr 1919/20 mit einem Verlust von M 449 918 ab.
Sächsische Emallllr- nnd Stanzwerke, vorm. Gebr. Gnflcbtel,
A.-G., Lauter 1. Sa. Aufzog aus dem genehmigten Abschluß vom
81. 12. 21: Beingewinn Jt 785910 (765393); Dividende 20% (20) ; Ab-
schreibungen M 708 800 (495 387) — Die Verwaltung teilt im Geschäfts-
bericht mit, daß das Unternehmen mit einem befriedigenden Auftrags-
bestand in das neue Jahr eingetreten sei. Die bisherige Entwicklung
sichere der Gesellschaft auerueuende Beschäftigung für längere Zeit.
General -Versammlungen.
Porzellanfabrik Ph. Eosenthai & Ca., A.-G., Berlin: o. G.-V. 12.4. 22,
12^9 Uhr m, Bareau, Berlin.
AelteBte Volkstedter Porzellanfabrik, AG., Volkstedt : 0. G.-V. II. 4. 22,
12 Ubr m., Bankhaus Gebr. Arnbold, Dresden.
Triptis A-G., Triptis: 0. G.-V. 29.4. 22, 12 Uhr m, Bankhaus Gebr.
Arnhold, Dresden
Deutsche Steinzengwarenfabrik für Canalisntion und Chemische
Industrie, Friedri -hsfeld: 0. G -V. 21.4 22, 10»/« Uar v., Geschäftslokal,
Friedrichsfeld. T.-O. : u. a. Kapitalserhönung um M 4 MilL Inhaber-
Stammaktien.
Vereinigte Servais Werke, A -G., Trier: 0. G.-V. 6. 6. 22, 11 Uhr v.,
Hotel Porta Ni/ra, Trier.
Mindener Kerament-W«rke, A.-G., Minden i W.: 0. G-V. 12 4 22,
6 Ubr n., Handelskammer, Minden. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung um bis
zu 3,25 Mill. Inhaberaktien.
Max Bnesler, Feinsteingutfabrik, A.-G., Bodach: 0. G.-V. 11.4.22,
10 Ubr v , Bankhaus Gebr. Arnhold. Dresden.
Keramik A.-G., Velten: 0. G.-V. 8 4. 22, 11 Uhr v., Hotel Bussisoher
Hof, Berlin
F. Ad. Bichter & Cie., A-G. Baukastenfabrik, Rudolstadt: 0. G.-V.
8 4. 22, 8 Ubr a , Ge«häftsräome,iB»dd8tad6. T.-O.: u.a. Kapitalserhflhaug
um Jt 3,75 Mill. auf Jt 7,5 Mul.
Stralaaer Glashütte, A.-G.. Stralau: 0. G.-V. 22. 4. 29, 11 Uhr V.,
Bank fflr Handel und Iudnstrie, Berlin. T -0. : u. a. Kapitalierhöhung um
M 8 Mill. 6°/o Vorzugsaktien.
Voßwerke, A.-G., Hannover: 0. G.-V. 11.4.22, 4 Uhr n., Sitzungs-
saal, Hannover. ■
Messen nnd Ausstellungen.
Eine Kölner Messe wird erstmalig für des Frühjahr 1928 geplant.
Die Bririebfefoim der Messe soll eiie Privatwirtschaft!! he s»iu, an der
Stadt, Handelskammer nnd Handwerkskammer sowie die maßgebenden
Organisationen von Handel, Industrie und die Gewerkschaften beteiligt
sein sollen.
Die deutsche Oslmesse Königsberg 1. Pr. bat mit dem
glänzenden Verlauf ihrer 4 Veranstaltung einen wirtschaftlichen Sieg
nach dem Osten errangen, der für ganz Deutschland bedeutungsvoll ist.
Insgesamt waren 20000 Einkäufer, darunter 1400 Ausländer,
zu der in allen Geschäftszweigen reichlich beschickten Mdsee ein-
getroffen. Haushaltnngsartikel, Porzellan und Glas fanden guten Absatz.
Die ostpreußisebe Kundschaft war wieder geschlossen am Markt,
ebenso die Einkäufer aus Mrmel nnd Danzig. Letzteres war aber durch
seine Zollunion mit Polen stark am Kauf behindert. Polen selbst stand
ganz abseits. Litauen war außerordentlich stark vertreten nnd kann als
ostpreubi^chea Hinterland angesprochen werden. Gleichmäßig geblieben
ist der Besuch aus Lettland, das auch in dem gleichen Mȧe wie Litauen
einkaufen konnte. Bemerkt, Wurde der lebhaftere Verkehr mit Estland.
Auch nach der Ukraine hin konnten größere Aufträge gebucht werden.
Sehr wertvoll für die zukünftige Entwicklung der MeBse wie überhaupt
für die Entwicklung des Handelsverkehrs nach dem Osten war die An-
wesenheit von Begierungs- und Pressevertretern aus den Randstaaten nnd
Bißland. Es sind tier Beziehungen angeknüoft worden, die von größter
praktischer Bedeutung sein werden. Der Verlauf der bisherigen Ver-
anstaltungen läßt klar erkennen, daß die Deutsche Ostmesse mit ihren
Bestrebungen auf dem rechten Weg i«t und daß ihr künftig als Mittlerin
im östlichen Handel eine bedeutende Rille zufallen wird.
Sfldwestdeutsebe W ärmewirtoe.hafts- and Wfirmelndustrle-
AassteLung Ladwigshafen a. Bu. 1922. Von der im verflossenen Janre
in Mün"brn statt gefundenen Ausstellung für Wärmewirtschaft ist bekannt-
lich ein Teil als Wanderausstellung ausgewählt and bisher mit großem
Erfolg in Berlin, Breslau, Königsberg und Stettin gezeigt worden. Zur
Z-it beiladet sie Bich in Düsseldorf, von wo aus sie wieder von der
Bayerischen Landeskoblenstelle übernommen wird, um von die w in Ladwigs-
hafen a Bh. unter der Bezeichnung „Süd westdeutsche Wä-nn-wirtscnafts- und
Wärmeindustrie-AuiBtellung1' in der Zeit vom 1 — 30. 6 22 vorgeführt zu
werden. Wie in München soll auch hier wieder eine Firmenausetelluag mit
Beschränkung anf das Gebiet der Wärme Wirtschaft stattfiuden, wobei j .doch
nnr in j der Hinsicht einwandfreie Gegenstände Zulassung finden «nlien.
Die Bani-iche Anilin- und Sodafabrik hat in entgegenkommender Weise
das große Vereinshaus nebst umii geudeui Gelände zur Verfügung gestellt.
Den 1. Teil der Lebr-Ansstellang bildet die Allgemeine Abteilung mit
den vier Gruppen: Energie- und Brennstoff Statistik, Brennstoffaunde,
Feuerungskunde und Meßtechnik. Im 2. Teil erscheint dann die Wärme-
wirlBchuft des Htusbrandea, gegliedert nach den Gruppen: Wärmescnutz
der Gebäude, Haut-kamine, Kachelöfen und Rnrhelherde, eiserne Oefen und
eiserne Herde, Zentralheizung nnd Gas im Haushalt. Den Schluß bildet
die Abteilung: I iduetriefeuerungen mit den fliuf Gruppen: Kohlenlagerang,
SpeioeWdSBerreiuignng, Dampferzengaog and Dauipfverweitinir, Feuerungen
der keramiechen und verwandten Iuduetrien. Die gleiche Gliederung soll
auch die Fitmenausstellnng erfahren. Aufgabe der Lehraaesteilung ist es,
die Verbraucher der EienuBtoffs über die technischen Möglichkeiten zur
SPRECH SAAL — COBURG. Nr. IS ^ 1S1
1922. (56. Jahrgang.)
Verbesserung der Anlagen und aur sparsamen Verbrennung der Brennttoffa
aufzuklären. Darüber hinaus soll sie aber der breitesten Oeffentlichkeit
ein Bild davon geben, was das Wort „Wärmewirt schaft" besagt nnd
welche Bedeutung den Brennstoffen für die gesamte Volkswirtschaft
ankommt. Im Anschloß daran soll die Industrie-Ausstellung den Firmen
Gelegenheit geben, zu zeigen, wie bei ihren Erzeugnissen die in der Lehr-
ausstellusg hervorgehobenen Gesichtspunkte in möglichst vollkommener
Weise verwirklicht sind, und sie soll zugleich den Besuchern der Aus-
stellung die Möglichkeit bieten, die Bezugsquellen für gute Erzeugnisse
kennen za lernen.
Eine deutsche Kunstgewerbe • Ausstellung In Newyork unter
Förder ung des Deutschen W^rkbundes ist am 20.8.22 «Töffoet worden.
Internationale Ausstellung Bio de Janeiro 1922. Nachdem eine
geschlossene dent che Abteilung weder inoffizieller nocn.in privater Form
zustande gekommen ist, hat e? der Verband deutsch-brasilianischer Firmen
in Bio übernommen, Bich derjenigen deutschen Firmen, die an der Aus-
stellen? teilnehmen wollen, anzunehmen. Weitere Auskünfte erteilt die
Geschäftsstelle der deutschen Handelskammer in den lateinamerikanischen
Ländern, Hamburg 11, Börse. .-■ -'•
Verbände.
Preiserhöhung für Porzellan. In der am 21.3. 22 in Nürnberg
abgehaltenen Versammlung des Verbandes deutscher Porzellangeschirr-
fabriken wurde, wie wir hören, folgende Preiserböaung bescalos-en : Die
bisherigen Preise werden mit Wikung vom 21.8. um 50 0/0 erhöht. Die
Verpackungsspesen werden auf 3°/o herabgesetzt. Die Frist für Annul-
lierungen läuft am 1.4. 22 ab.
Preiserhöhung für elektrotechnisches Hocbspannnngsporzellan.
Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren-Werke erhöhten infolge Steigerung
der Gestehungskosten ihre Verkaufspreise für HocbBpannungs-I<olatoren
für Freileitungen und Apparate mit Wirkung ab 1. 4 5:2 um 30°/0 der-
gestalt, daß auf die bisherigen Iolandsgrundpreise ein siebtbarer
Teuerungszuscblag von 30°/0 erhoben wird. Auch die ab 1. 4. 22 in
Kraft tretenden neuen Inlandspreise verstehen sich wie bisher frachtfrei
deutschen Empfangsstationen und gelten für alle Lieferungen, welche bis
zum 80 4. 2a erfolgen
Preiserhöhung für Tafelglas. Nachdem von den sächsischen und
schlesi»ch-lau8itzer TafelglaBhütien eine Preiserhöhung um 80 o/o vor-
genommen worden ist, hat der Verband der rheinischen und westfälischen
Taielgiashtttten, Bonn a. Eh., jetzt eine gleiche Verfügung betroffen.
Bücherschau.
Werkstoffe. H°ndwörterbuch der technischen Waren und ihrer
Bestandteile, unter Mitwirkung zahlreicher faebwissenschaftlicher Mit-
arbeiter herausgegeben von Prof. Dr. Paul Krais Zweiter Band G— R,
Dritter Band S— Z. Leipzig 1921. Verlag von Johann Ambrosius Barth.
Preis 3 Bäude brosch M 450—, geb. Ji 540.—
Wir hatten die Gelegenheit, bereits in Nr 26 des Sprechsaal 1921
dem ersten Band des prächtigen Werkes eine ausführlichere Besprechung
zu widmen; heute sind wir in der Lage, den 2. und 3 Band des Werkes
anzi zeigen, womit die „Werkstoffe" abgeschlossen sind Sie wurden in
so kurzer Zeit herausgebracht daß dies entschieden als eine Leistung be-
zeichnet werden miß, die dem Herausgeber und dem Verlag nur zur Ehre
genichen kann. Aber auch für das Werk selbst ist dies ein Vorteil inso-
fern, als es in seiner äußeien und inneren Form wie ans einem Guß
erscheint. Inhaltlich stehen die beiden Bände dem ersten gegenüber auf
gleicher Höne, ihr Umfang hat jedoch je um 300 Seiten zugenommen,
obgleich statistische Angaben anf das Notwendigste beschränkt wurden.
Was die „Werkstoffe" wollen und wie ihr Inhalt gegliedert ist,
wurde in der er^en Besprechung ausführlich erörtert; es sei daher nur
wiederholt, daß jeder Werkstoff als technisches Individuum mit allem dem
dargestellt ist, was bezüglich Beiner Gewinnung, Beiner Eigenschaften,
seines Verhaltens u. dgL wissenswert ist. Diese gleichsam monographische
Behandlung ist ein wesentlicher Vorzug, der hei dem nunmehr vollständig
vorliegenden Werk recht in die Erscheinung tritt.
Von besonderem Interesse für uns sind die Abschnitte Glas, Por-
zellan und Tonwaren. Das Glas hat durch H. Thiene eine glänzende
DarBtellnng gefanden, .wie sie bi-her nirgends gegeben wurde; der
Literaturnachweis allein umfaßt etwa 300 Hinweise und dürfte so voll-
kommen anderweitig kaum zu finden sein. F. Singer schrieb über das
Poizelan; die sachliche Behandlung dieses Gegenstandes ist von anderen
Veröffentlichungen des Verfassers bekannt. L. Marckwald hat den Ab-
schnitt Über die Tonwaren geschickt verfaßt, während die Steine nnd
Erden von verschiedenen Fachleuten trefflich behandelt wurden. Aber
auch sonst ist die Bearbeitung der einzelnen Werkstoffe einwandfrei und
die Damellung überall trotz der vielen Mitarbeiter einheitlich und klar.
Ein derartiges Werk über d>e Werkstoffe war ein Bedürfnis; dieses
iu so einwandfreier Weise befriedigt zu haben, dafür gebührt dem Heraus-
geber volle Anerkennung. Weiteste Kreise werden die Neuerscheinung
dankbar begrüßen, und vor allem Nutzen und Anregung daraus schöpfen,
denn feie vermittelt Mateiialkenntnis und führt damit zur Qualitätsarbeit.
Firmenregister.
Deutsehland.
Porzellanfabrik Schönwald, Abteilung Arzberg, Arzberg. Stellver-
tretender Direktor August Schrumpf hat- Gesamtprokura.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G., Fraureuth. Der zum VörBtandsmit-,
glied bestellte Direktor Ernst M Bauer ist mit einem zweiten Vorstandsmit-
glied oder einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla. Hermann Waller ist durch Tod aus
dem Aufoichtsiat ausgeschieden.
Zahnfabnk Wienand Söhne & Co., G. m. b. H„ Zweigniederlassung
Berlin. Unter vorstehender Firma ist von dem Unternehmen (Hauptsitz
Sprendlingen) eine Zweigniederlassung iu Berlin errichtet worden.
Duxer Porzellanmannfaktur, A-G, *e'Ja. Ed, Eichler, Barlin-
Heinrich Cassel wurde als weiteres AufeichtsratBmitglied zugewählt.
Peter Spang Witwe, Baumbaeh. Alleinige Inhaberin ist Witwe
Margareta Spang, geb. Kuch.
Beinhold Merkelbach, Grenzhausen, und Steinzeugwerke Höhr-Grenz-
hausen, G m. b- H., Grenzhausen. Die alleinige Iahaberin bezw.
Geschäftsftthrerin Witwe Gertrude Merkelbach ist wieder verheiratet und
jetzt die Ehefrau des Professors Dr. Hans Fr. v. Liebig.
Norddeutsches Ton und Steinzeugwerk Wismar, G. m. b. H., Wismar.
Ragnar Nilsson jan. ist ausgeschieden, Kaufmann Hans Westendorf als
Gesellschafter und Geschäftsführer eingetreten. Seine Proknra ist erloschen'.
Suddeutsche Keramik- Werke, G. m. b. H„ Karlsruhe. Die Vertretungs-
befugnis des Gescbäftsiührers Peter Palm ist beendet.
Rheinisehe Kunstfigurenfabrik, Bender & Werners, Köln. Die
Prokura der Frau Frieda Bender ist erloschen.
Bad-Nauheimer Kunsttöpferei und Kachelofenwerke Drillberg uud
Olsen, Schwalheim Keramiker Jakob Olsen ist ausgeschieden, die offene
Handelsgesellschaft aufgelöst. Die Firma lautet jetzt: „Bad- Nauheimer
Kunsttöpferei und Kachelofen werke Gastav Düllberg, Schwalheim".
S. Loevenich. & Co., Frechen. Fabrikbesitzer Heinrich Hendrickx ist
als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Er ist selbständig
vertretungsbefugt.
Loevenich und Hendrickx, Frechen. Frau Rosa Hendrickx ist aus-
geschieden Fabrikbesitzer Jakob Cremer, Kaufmann Toni Breuer, Frau
Justizrat Marie Platten, Francios van Harn, Marie Cretner, Dr Mathias
Oremer, Frau Theresa Jakobshagen, Rechtsanwalt Josef Hendrickx und
Landwirt Mathias Cremer sind als persönlich haftende Gesellschaf i er ein-
getreten Vertretungsbefugt sind nur. Jakob Cxemer und Heinrich
Hendrickx, und zwar jeder selbständig.
Pfälzische Schamotte- und lonwerke (Schiffer und Kircher), A.-G.,
Grttnstadt. Die Prokuristen Wilhelm Hasselberger und Alois Kellermanu
sind aueb gemeinsam mit einem ordentlichen oder stellvertretenden Vorstands-
mitglied vertretungsbefugt.
Glashütte Neuwerk, A.-G., Bsrlin. Fritz Weiland und Gart Hertig
haben GeBamtprokura.
Glasfabrik, A.- G , Brockwitz. Die Kapitalserhöhung um M 4 05 Mill.
Stamm- und Jt 0,15 Mill. Vorzugsaktien auf 7,6 Mill. ist durchgeführt
Za Vorstundsmitgliedern wurden die bisherigen Prokuristen Adolf Gäbler.
und Max Tachackert bestellt. Vorstandsmitglied Julius Mandt ist selb-
ständig vertretungsbefugt. Betriebsingenieur Friedrich Schütz hat Gesamt-
prokura.
Peill & Sohn, G. m. b. H., Hamburg. Herstellung und Vertrieb aller
Sorten ven Glas- und Glaswaren, sowie Beteiligung an und Uebernahme
von gewerblichen Unternehmungen gleicher oder ähnlicher Art. Stamm-
kapital: Ä 300 000 Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer Bind
Geh. Kommeizienrat Leopold Peill und Leopold Ptill jan.
Glaswerke Gelsdorf, G. m. b.'H., Weißwasser, O.-L. Das Stamm-
kapital ist um M 200 000 auf Jk 2 Mill. erhöut.
Albert Nicolai, Aatralflaschenfabrik, Altenburg, S.-A. Fabrikation
von Isolierflaschen.
Fürth Aachener Spiegel-Manufaktur Karl Romberg, G. m. b. H.,
Berlin. An Stelle des abgeschiedenen Ernst Lange Warden die Kaufleute
Mario Luks und Wilhelm Heinrich zu Geschäftsführern bestellt.
Ki«tall-Glassch!eiferei und Glasversand Heinrich & Kollosohe,
Döbern, N.-L. Penöulich haftende Gesellschafter sind die Glasschleifer-
meister Max Heinrich nnd Richard Kollosehe.
Glaespritzenschleiferei Hermann Straßenmeyer, Frankenhain, 8,-G.
Inhaber ist Fabrikant Hermann Straßenmeyer.
Hugo Heckert, Halle. Die Prokura des Richard Ebhardt und Albart
Koch ist erloschen. \
Arnold Fliedner. JImenau. Thermometer- und Glasinstrumentenfabrik.
Alleiniger Inhaber ist Fabrikant Arnold Fliedner. Betriebsleiter Paul
Fliedner hat Einzelprokura.
Friedrich Schmidt, Thermometer und Glasinstrumente, Langewiesen.
Inhaber ist Glasbläsereibesitzer Friedrich Schmidt.
Reklame- Fabrik Hero, G m. b. H., Leipzig-Schlenßig (Oeserstr. 7).
Stammkapital: JC 20000 Herstellung und Vertrieb von Glaspiakaten.
Geschäftsführer ist technischer Leiter Erich Härtel.
Metallglas A.-G., Ludwigsburg. Herstellung ' und Vertrieb ton
Metallverglasungen und verwandter Artikel. Grundkapital: Jt 1 MilL
Vorstand ist Kaufmann Erwin Schell. Die Gründer, die sämtliche Aktien
übet Bommen haben, Bind die Kaufleute E. Schell und K. Petrich, Fabri-
kant P. Schell, Ingenieur H Formis, C. Scharr und K. Wacker. Mit-
glieder des ersten Aufrichtsrates Bind C. Schurr, H. Formis und K. Petrich.
Alfred Siegmund, vorm. A. E. Lidwig Witwe, Mellenbach. Inhaber
ist Glas- und KiBtenfabrikant Alfred Siegmund.
IsolierflaBchenfabrik H. Qaandel & E Göpfert, G. m b. H., Pirna.
Die Geschäftsführer siud nur noch gemeinsam vertretungsbefugt.
Fritz Keßler, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Thermometer- und
Glasinstrumentenfabrik und Exportgeschäft. Inhaber ist Kaufmann Fritz
Keßler.
Emaillierwerk Gottartowitz Max Kaspar, Gottartowitz. Das Handels-
geschäft ist auf die nachgenannte G. m. b. H. übergegangen.
Emaillierwerk Gottartowitz, vorm. Max Kaspar, G. m. b. H, Got-
tartowitz, Kr. Rybnik. Stammkapital: M 300 000. Geschäftsführer ist
Fabrikbesitzer Max Kaspar.
Vereinigte Eschebach'sche Werke, A.-G., Dresden und ' Radeberg.
Neu in den Anfsichtsrat wurden die Direktoren J. G. Kierdorf und Dr.
R. von Klemperer sowie Hofrat Dr. L. Antou gewählt.
Eisenwerk Wertheim, A.-G., vorm. Wilh. Kreß, Wertbeim. Her-
stellung von Herden und 0«f3n, Eisenwaren und Emaillewaren aller
162 — Nr. 13
SPRECHSAAL - COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
Art, insbesondere Fortbetrieb der unter der Firma Eisenwerk Wertheim
vorm Wilh. Kreß betriebenen Eisengießerei, Emaillierwerk und Herdfabrik.
Grundkapital: Jt 1,6 Mill Vorstandsmitglied ist Ingenieur Ludwig Gille.
Die Kaufleute Michael Zembsch und Wilhelm Perabo haben Gesamtprokura.
Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind: Fabrikant
0. Langguth, Hedwig Langguth, Kommerzienrat W. Langguth, Kaufmann
F. Langguth und Prof. A. Eisenlohr. Aufsichtsratsmitglieder sind: Fabrikant
0 Langguth, Vors., Kommerzienrat W. Langguth, stellv. Vors., und Prof.
A. Eisenlohr.
Eisenwerk Wertheim, vorm. Wilh. Kreß, Wertheim. Die Gesamt-
prokura des Direktors Josef Aicher und des Kaufmanns Michael Zembsch
ist erloschen. Die Firma ist erloschen.
Nestler & Breitfeld, G. m. b H, Zweigniederlassung Wittigsthal.
Das Grundkapital ist um M 2 Mill. auf Jt 4 Mill erhöht worden.
Bamberser, Leroi & Co., Köln, G. m. b. H., Köln (AachenerstraBe 63).
Handel und Fabrikation von sanitären Artikeln aller Art für Gas, Wasser
und Dampf, und zwar sowohl im In- wie Ausland. Stammkapital: M 21 000.
Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Kommerzienrat Simon
Bamberger und die Fabrikanten Otto L. Benzinger und Alfred Leroi.
Deutsche Porzellan - Verkaufsgesellschaft Depoveg, Ludwig Riehl,
Frankfurt a. M. Die Firma ist geändert in : „Rosenthal-Porzellan-Nieder-
lage Ludwig Kiehl". Geschäftsinhaber Ludwig Kiehl wohnt jetzt in
Biebrich a. Eh. Kaufmann Hugo Lehmann hat Einzelprokura.
Glas- und Porzellanhandlung Paul Schwarz, Berlin- Steglitz. Inhaber
ist Kaufmann Paul Sehwarz.
Heckert & Co., Halle. Die Prokaren des Bichard Bbhardt, Hugo
Greiner, Albert Koch, Franz Böheim, Martin Kahne, Hermann Kühn und
Otto Stenzel sind erloschen.
Heckert & Co., A.-G., Halle a. 8. Der Sitz ist von Berlin nach
Halle verlegt.
Georg Lenk, Walderahof. Kaufmann Georg Kropf hat Prokura.
Otto Bucker, Hof, Porzellangroßhandlung. Inhaber ist Kaufmann
Otto Backer.
Sack & Voit, Bahnhof Selb-Plö?berg. Das bisher bestandene Pacht-
verhältnis des Kaufmanna Willy Flessa ist beendigt. Persöalich haftende
Gesellschafter sind Witwe Lotte Sack und die Kanflente Rudolf und
Martin Sack.
Otto Sempf, Porzellan-Großhandlung und Export, Nenhaldenaleben.
Inhaber ist Kaufmann Otto Sempf.
Schwarzglas- Vertriebs-Gesellachaft m. b. H., Leipzig. Die Gesell-
schaft ist aufgelöst. Liquidator ist Kaufmann Ernst B. Thiele.
Technische Glaswaren, G. m. b. H, Siamensotadt, Zweignieder-
lassung Berlin-Wilmersdorf. Stammkapital: Jt 260 000. Geschäftsführer
sind Kaufmann Wilhelm Stiller, Fabrikdirektor Willi Krüsrer und Ü3er-
ingenieur Fritz Laschen. Sie sind nar gemeinsam za je zweien oder
einzeln ia Gemeinschaft mit einem Prokaristen vertretungsbefugt.
Elektro- Osmose, A.-G. (Graf-Sihwerin-Gesellschaft), Berlin. Professor
Dr. W. Büppel, bisher stellvertr. Vorstandsmitglied, ist zum ordentlichen
Vorstandsmitglied ernannt.
Fr a gekästen d
Keramik.
52. Wir beabsichtigen, die abmiehendtn Feuergase nach dem Brande
«in es Porzellanofens mit durchschnittlich 60 cbm Glattbrennraum und
darüberlieaendem Glühofen zur Dampferzeugung zu verwenden, und zwar
soll ■ die abziehende Eitze unmittelbar nach dem Abbrennen durch einen
Röhrenkessel geleitet werden, woraus wir genügend Dampf für eine Nieder-
druckleitung zu gewinnen gedenken. Zu diesem Zwecke möchten wir wissen,
wieviel Hitzegrade sich etwa 1 m über dem Kaminaufsatz, von der Glüh-
ofenkuppel an gerechnet, im Kamin befinden, und in welch ungefährem
Verhältnis der Bückgang der Sitze innerhalb 24 Stunden vor sich geht.
Die Ofenmasse sind: a) Glattbrennraum : 5 m Durchmesser, 3,20 m Höhe
bis zum Widerlager; b) Glühraum: 5,20 m Durchmesser, 2,40 m Höhe
bis zum Widerlager bezw. 5 m bis zum Schornsteinansatz. Es wird bei
SK 14 abgebrannt, und die Brennzeit beträgt durchschnittlich 24—28
Stunden. Wir nehmen an, daß bei Oefen kleinerer Konstruktion bei der-
selben Brenntemperatur sich im Schornstein dieselbe Hitze entwickelt.
Erste Antwort: Der Gedanke, die Abhitze in der von Ihnen
beabsichtigten Weise auszunützen, ist wohl schon bei manchem aufgetaucht.
Ausführbar ist derselbe, ob aber wirtschaftlich, ist eine andere Frage.
Ueber die Temperaturabnahme werden kaum Behr viele Messungen vor-
liegen; im allgemeinen liegt die Sache so, daß man bestrebt ist, die Ab-
kühlung der Oefen nach Möglichkeit zu beschleunigen, um den Ofen
möglichst rasch entleeren zu können. Diese Abkühlung könnte man nnn
natürlich gerade so gut auch im Interesse der Heizung dadurch verzögern,
daß man den Zutritt kalter Außenluft verbindert oder regelbar gestaltet.
Nan aber die Wirtschaftlichkeit! Die zur Dampferzeugung zur Verfügung
stehenden Wärmemengen sind, wenn nur diejenigen ausgenützt werden
sollen, die während der Abkühlperiode sich ergeben, i verhältnismäßig
gering, und man müßte demzufolge große Heizflächen schaffen, um einiger-
maßen genügende Dampfmengen zu erzeugen. Solche Kessel aber kosten
heutzutage eine Menge Geld. Bei Einzelrundöfen kommt nnn noch der
Umstand dazu, daß man über eine Anzahl von Oefen Kessel bauen müßte,
nm die Heizung dauernd in Betrieb zu halten, und hier entsteht, abgesehen
von den Kosten für die Kessel, eine neue Schwierigkeit, nämlich die
Aufstellung der Kessel an sich. Auf das Ofenmanerwerk wird man dieselben
kanm stützen können, denn dieses würde dadurch derart belastet, daß es
der durch den Temperatarwechsel bedingten Ausdehnung und Zasammen-
ziehang nicht mehr folgen köante und rascher Zerstörung ausgesetzt wäre;
die Kessel müßten also unabhängig vom Ofanmauerwerk gelagert werden.
Daß dieses unter Umstäoden nicht ganz einfach ist, ergibt sich ohne
weiteres, wenn man bedenkt, welches Gewicht abgefangen werden muß.
Ihre Ansicht, daß im Schornstein kleinerer Oafen bei der gleichen Gär-
temperatur auch gleiche Temperaturen herrschen, wie in größeren Oefen,
ist an sich wohl richtig, aber der kleinere Ofen stellt natürlich geringere
Wärmemengen zur Verfügung, denn diese sind vom Wärmespeicher abhängig,
den das Ofenmauerwerk und der Einsatz bilden und der demzufolge beim
kleinen Ofen auch kleiner ist, als beim großen. Selbstverständlich muß
diesem Umstände bei Bemessung der Kessel Rechnung getragen werden.
Wirtschaftlich wird die ganze Anlage nur dann, wenn nicht nur die Ab-
hitze des abgebrannten Ofens ausgenützt wird, sondern wenn man die
ganze Anlage darauf stützt, auch die in den Rauchgasen während des
Brandes abziehenden Wärmemengen der Heizung nutzbar zu machen.
Auf dieser Grundlage hat das Ingenieurbareau H. Herda in Nürnberg,
WelBers'raße 83, eine Konstruktion ausgearbeitet, welche eine weitgehende
Ausnutzung der sonBt nutzlos abziehenden Wärmemengen verwirklicht und
es ermöglicht, die gewonnenen Wärmemengen nicht nur für Heizungs-
und Trockenzwecke nutzbar zu machen, sondern diese für die Zeit, in der
eine Heizung nicht nötig ist, dem Kessel zuzuführen.
Zweite Antwort: Der Rückgang der Hitze eines keramisehen
Brennofens ist nicht nur abhängig von der Konstruktion des Ofens —
insbesondere von derjenigen der Oasableitungiwege und der Wandstärke
des dieHelben umgebenden Mauerwerks — sondern sehr wesentlich auch
von der Monge und dem WArmeleitungivermögen des im Ofen aufge-
stapelten B.'euagatei, also der gebrannten Ware und itt Kapseln. Ihre
Angaben sind also für die Bäarteiluag unzureichend, W;n'i die nar den
Hackgang der Hitze feststellen wollen, so wäre es do;h an eiafacasten,
es Sprechsaal.
sich eines elektrischen Pyrometers zu bedienen, das mit einem selbst-
tätigen R sgistrierapparat verbanden ist.
Dritte Antwort: Theorie und Praxis sind nun doch verachieien ;
dies gilt auch für Ihre Frage. Mit der Abhitze eines Porzellanofens kann
man einen Röhrenkessel nicht so beheizen, wie Sie es annehmen. Wie
wollen Sie die vorhandene Wärme nach dem Kessel fördern? Dies wäre
doch nur möglich durch einen Ventilator nnd eine Rohrleitung, wobei
aber ein großer Teil der Wärme verloren gehen würde. Ist es ferner für
die erzeugte Ware von Vorteil, einen Ofen rasch abzukühlen? Ihre
Waren werden darunter leiden, nnd viel Kapselbrnch neben Kühlrissen
beim Geschirr wird das Ergebnis sein. Außerdem ist die Wärme bald
verbraucht, - nnd womit soll dann der Kessel weiter geheizt werden ?
Wenn Sie die Ofenwärme znm Heizen der Räume verwenden wollen, nnd
dieB soll man heute auch tun, so ist es doch bedeutend einfacher nnd
vorteilhafter, Sie bauen eine Luftheizung ein nnd verwenden auf diese
Weise die Wärme des Ofens am besten, denn Sie können unmöglich den
Röhrenkessel direkt an die Oefen anbauen. Lassen Sie sich zu solchen
Experimenten eicht verleiten, Sie gäben nur Geld aus, und das Endresultat
wäre srleich Null.
Vierte Antwort: Jeder Ofen verhält sich bezüglich der Abküh-
lung nach dem Abbrennen verschieden, so daß es nötig ist, durch ein
elektr. Pyrometer die Abhitze zu messen. Ohne weiteres kann man die
Temperatur nicht zuverlässig abschätzen. Wohl läßt sich die Abhitze
der ausgebrannten Oefen in Ihrem Sinne benutzen, ös müßte aber laufend
ein abkühlender Ofen zur Verfügung stehen, sonst hat es wegen der sich
ergebenden Störungen keinen Zweck, nur zeitweilig die Abhitze zu be-
natzen. Die Zuleitung zum Rlhrenkessel müßte auch wegen der hohen
Temperaturen in gemanerten Kanälen erfolgen. Sie tun am besten, einen
Fachmann zu Rate za ziehen.
58. Wir leiden an verrauchtem Porzellan, und zwar tritt der Fehler
nur in neuen, das erste Mal im Glattbrand befindlichen Kapseln auf. Das
Geschirr wird in der zweiten, die Kappeln in der dritten Etaqe vorgebrannt.
Wir* führen den Rauch auf zu schwach vorgebrannte oder zu fett ver-
setzte Kapseln zurück, denn bei scharf vorgibrannten Kapseln odjr bei
stark mageren — dafür weniger hallbaren — Kapneln tritt der Rauch
nicht auf. Wir benutzen dieselben Materialien, Kohlen und dergl. wie vor
dem Kriege, an den Ofenquer schnitten ist nichts geändert, und die Oefen
sind in tadellosem Zustand; auch die Aenderung der Brennmethode war
vergebens. In einer anderen Fabrik tritt bei fettem Kapselvermtz und
gleicher Brennmethode der Behler nicht auf; die Oefen gehen allerdings dort
länger. Ein Verlegen des Glühgeschirrs in die dritte und der Kapseln in dit
zweite Etage ist aus örtlichen Gründen ausgeschlossen, und wir möchten
auch nur ungern einen mageren Kapselversatz einführen (wegen des
Streuens). Die Oefen haben 6,10 m 0 und 3 m lichte Höhe am Wider-
lager. Gebrannt wird bei SK 14.
| Erste Antwort: Sie werden den Fehler am einfachsten ver-
! 'meiden, wenn Sie das Vorbrennen der Kapseln in der dritten Etage ganz
aufgeben, das Ihnen an Bich keine Vorteile bietet. Die Temperatur in
dieser dritten Kuppel ist schon nicht hoch; nun bringen die vom Glatt-
und Glühbrand kommenden Rauchgase während der ersten Stunden des
.Brandes eine Menge Feuchtigkeit mit in die Kapselkuppel und erzeugen
hier eine starke Rußablagerung. Kommen nnn diese verrußten Kapseln
in den Glattbrand, so wird beim mageren Kapselveraatz, infolge der
größeren Porosität des Scherbens, der eingelagerte Kohlenstoff naturge-
mäß leichter vergast und verbrannt, als bei einer fetten Kapselmasse, bei
' der sich der Scherben eher verdichtet. Der anf der Innenseite der Kapsel
rabgelagerte Ruß wird erst bei fortgeschrittenem Brand verbrennen, nnd
der sich dabei entwickelnde Bauch lagert sich dann natürlich im Einsatz
,ab. Eine Abstellung des Fehlers wäre nur durih ganz vorsichtige Feuer-
i fuhrung unter Verlängerung der Brenndauer möglich. Geben Sie doch
Ihre Kapseln, allerdings sehr gut getrocknet, direkt in den Glühbrand,
[dann kommt das Verrauchen des Geschirres sicher nioht mehr vor, nnd
•>Sie ersparen eich noch eine Menge Arbeit.
Zweite Antwort: Verrauchte Ware läßt sich im allgemeinen
! dadurch vermeiden, daß man die im Vorfeuer anf den noch kalten Einsatz
sieh niederschlagenden teerigen Koblenstoffverbindungen vollständig ver-
brennt, bevor die Sinterung des Scherbens nnd der Glasur eintritt. Di
1922.* (66. Jahrgang.)
SPRECHSÄAL - GÖBÜftÖ.
Nr. 18
168
restlose Verb rennung unter hinreichender Luftzufuhr kann aber erat dann
erfolgen, wenn sämtliche Feuchtigkeit aus dem Säherben entwichen ist.
Es ist daher bia zum Niedergehen des SK 010 a bei einer stündlichen
Temperatursteigeran? von etwa 140 • C und von da ab bis zum Nieder-
scbmelzen des SK 05 a bei einer stündlichen ;Temperaturstelgerung von'
rund 20—25° C bei gleichmäßiger Bedeckung der Koste und Erhaltung
einer nnr niedrigen Brennstoff «ein cht vorsichtig zu brennen. Nunmehr ist
alle Feuchtigkeit ans dem Eineatz entwichen, und es beginnt jetzt die
Verbrennung der in dem Scherben von Natur ans enthaltenen Hamus-
stoffe uid der von ihm während des Vorfeoers ans dem Brennmaterial
aufgenommenen Kohlenstoff Verbindungen. Die Verbrennung derselben
erfolgt unter möglichster Verwendung von sekundärer (vorgewärmter) Luft
and reichlicher Lnftznf ahr während einer standlichen Temperatursteigerung
von etwa 80—120 0 und ist beim Umgehen des SK 02 a beendet. Nun-
mehr kann das Vollfeuer einsetzen. Wenn Sie verrauchtes Porzellan nur
in schwach vorgebrannten Espsein vorfinden, . so ist diese Erscheinung
wohl damit zu erklären, daß , die betreffenden Kapseln einen zu flotten,
Verglühbrand passiert hatten, in dem ein eigentliches „Verglühen", d. i.
eine rechtzeitige Austreibung . des gesamten hygroskopischen und Hydrat-
Wassers überhaupt nicht stattfand, wodurch der ans den Feuergasen
stammende Kohlenstoff den Kapselscherben graphitartig verdichten maßte
(erkennbar durch den grauen Farbton der Kapsel) und somit den regel-
rechten Zntiitt der Luft zu der eingeschlossenen Ware verhinderte.
Dritte Antwort: Sie haben in ihrer Frage eigentlich selbst
alles gesagt ! Von Vorteil ist es auf keinen Fall,, wenn Sie Ihre Kapseln
in der dritten. Etage des Ofens brennen; der Brand ist viel zu niedrig,
and bei der Temperatur, die dort herrscht, kann der eingeschlossene Baach
nicht verbrennen. Fette Kapselmassen zeigen diese Erscheinung, wenn sie
sieht hoch genug gebrannt werden. Sie können nnr dadurch einigermaßen
Abhilfe' schaffen, daß Sie Ihre Kapselmasse so stark als möglich mit grober
Schamotte magern. An Ihrer Antipathie gegen magere Kapselmassen ist
nicht das Bestreuen schuld, denn bei sauberer Arbeit ist dag letztere kaum
möglich. Das Brennen von Kapseln in der dritten Etage ist von vorn-
herein za verwerfen, denn die Erhitzung ist so gering, daß man von
„gebrannten" Kapseln kaum noch reden kann. Verfahren Sie doch so,
daß die in der dritten Etage gebrannten Kapseln' nicht sofort zum Glatt-
brand benutzt werden, sondern erst im Schrühbrand Verwendung finden.
Ohne Äenderang der Brennweise and des Kapselversatzes werden Sie den
Fehler kaum beseitigen.
Vierte Antwort: Der Fehler ist auf falsche Feuerführung
zurückzuführen and wird durch die wenig porösen Kapseln begünstigt.
Verrauchte Ware tritt auf bei dolomitfreier Kalkglasur, bei Aufwurf von
großen Koblemengen, bei ungenügendem, nicht flammenfreien Niederbrand,
ferner wenn nach dem Vorbrand kein Waschfeuer einsetzt oder wenn es
nicht lange genug unterhalten wird. Verfahren Sie folgendermaßen :
Führen. Sie in Ihre Glasur etwas Dolomit ein, und zwar kann das MgO
in der Glasurformel 0,3— 0,5 Mol. betragen. Werfen Sie je Vorschüre
nie mehr als 84 Pfund Kohle auf and brennen Sie diese stets flammen-
frei nieder. Bei SK 02 a beenden Sie das Vorfeuer, entleeren drei
Feuerungen von aller Glut, Öffnen die ßostspalteu and lassen die fertig
entleerten Feuerungen mit offenem Deckel so lange stehen, bis die dritte
fertig ist, damit sehr viel Luft in den »Ofen treten und den Baß, der beim
Aufwurf im Vorfeuer sich gebildet hat, verbrennen kann. Dieses Luft-
einlassen kann 8—10 Minuten dauern and ist der wichtigste Prozeß beim
Brennen. Man nennt den' Vorgang Waschfeuer. Die oben genannte
Kohlemenge ist für einen Bost von 100X54 cm bestimmt; ist Ihr Bost größer,
so müssen Sie" die Kohlemengen entsprechend vergrößern. Ist die dritte
FeneraDg dann wieder mit Kohle beworfen, so behandeln Sie die übrigen
Feuerungen ebenso. EiDe andere Ursache für das Auftreten von ver-
rauchter Ware ist die folgende : In einem gut geleiteten Betrieb öffnet
man alle halbe Jahre das Podium and erweitert die verengten Katiäte.
Viele Finnen brennen aber ohne diese Beparatur ihre Oefen so lange, bis
sie überhaupt nicht mehr gehen. Die Kanäle, die 18 cm weit sein sollen,
sind dann oft bis za 5 cm verengt und können natürlich keinen Baach
mehr .abfuhren, und dieser bleibt . dann eben im Ofen. Kontrollieren Sie
also die Kanäle und Abzüge.
Fünfte Antwort: Ihrer Beschreibung nach liegt das Ver-
rauchen des Geschirres an verrauchten Kapseln. Die Kapseln in der
dritten Etage werden wahrscheinlich nicht allzuhohe Temperatur be-
kommen, infolgedessen nur sehr schwach verglüht sein und in diesem Zu-
stand außen and innen schwarze Stellen zeigen. Wehn sie nun gut auf-
einander passen, so wird der Kohlenstoff, der in den Kapseln einge-
schlossen ist, zu, einer Zeit vergast, wo das Geschirr ihn in Gasform noch
ohne weiteres aufsaugt. Sobald nun .die Per jode des oxydierenden
Brennens bei ihrem großen Ofen nicht lange genüg aasgedehnt wird, so
kann der Kohlenstoff ans der Ware nicht herausbrennen, und es entsteht
verrauchtes Geschirr. Verlängern Sie die Oxydations-Periode au 1 — 2
Standen, dann wird der Fehler sicher verschwunden sein.
Sechste Antwort: Der von Ihnen angeführte Fehler tritt sehr
häufig auf and ist nichts Außergewöhnliches für einen Fachmann. Es ist
klar, daß schwach gebrannte Kapseln eine größere Menge Kohlenstoff aa-
lückhelten, ais die schon einmal gebrannten Kapseln, und wenn Sie dieselben
dann zum Glattbrand verwenden, so kommt der durch das Vorfeuer and
die Bednktion entstehende Bauch noch dazu, sodaß ein Ueberschuß von
Kohlenstoff sich bildet, der wahrscheinlich bei Ihrer Brennweite vor der
beginnenden Sinterung bei SK 3 a noch picht vollständig verbrannt ist,
Der Kohlenstoff dringt dann infolge der Hitze dorthin, wo er unbehindert
Aufnahme findet, and zwar vor allem zum Porzellan, gerade in dem
Augenblick, wenn Spat nnd Glasur za fließen beginnen. Versuchen- Sie
dann, den Kohlenstoff durch Zafahr von Sauerstoff erst nachher heraus-
zubrechen, so entstehen noch viel ärgere Fehler, wie Pocken, auf-
gekochtes und eierschaligeB Porzellan. Ich will Ihnen nun einen von mir
mit Erfolg gemachten Versuch angeben, wobei Sie vielleicht Ihren Kapsel-
voibrand and Kapeelversatz. nicht, jedoch nur Ihre Brennmethode' etwas
ändern müssen, wodurch möglicherweise eine 3— 3 Stunden längere Brenn-
dauer, jedoch keine größere Kohlenmenge nötig wird. Wenn Sie Ihren
Ofen anbrennen, schüren Sie das erste Feder mit offenen Feuerlöchern und
brennen danach mit ziemlich vielLVt bis zum ersten' Schlacken. Hierauf
brennen Sie langsam vorwärts nnd treiben auch nach der Beduktion Ihren
Ofen nnr langsam vorwärts, bis Sie das Vorfeuer beenden und abrosten.
Es werden nicht alle Feuerungen zugleich abgerostet, sondern nur die
Hälfte, nnd dann nicht za stark bedeckt, damit nicht wieder zuviel Baach
entsteht. Beim Hosten ! soll zwar genug, jedoch nicht zuviel Sauerstoff
in den Ofen dringen, am den noch vorhandenen Kohlenstoff vollständig za
verbrennen, denn gerade da scheint auch bei Ihnen der Fehler za liegea.
Das Vollfeuer bis zum Garbrand können Sie wie gewöhnlich leiten, denn
Ihre Masse scheint, wie viele andere, gerade beim Uebergang gegen Bauch
sehr empfindlich za sein. Ich glaube, daß Sie hiernach ohne Äenderang
Ihres Kapselvorbrandes and Versatzes zum, Ziele gelangen, denn ich habe
denselben Fehler wiederholt durch diese Brennmethode beseitigt.
Glas.
36. Wir bitten um Angabe einiger guter Sätze für Hamhaltglt*
mit Soda in- verschiedenen Färbungen (weiß, violett, grün usw.).
Erste Antwort: Für ' weißes" Haashaltungsglas eignet sich
der nachstehende Gemengejsatz, den man mit Soda allein schmelzen kann.
Um aber das Glas etwas milder za machen, damit es sich gut verarbeiten
läßt und auch haltbarer wird, gibt man mitunter einige kg Pottasche za
und nimmt dafür etwas weniger Soda.
Weißglas; Violett:
Sand 100 kg Sand . . . ■ 100 kg
Soda, 90—98 0/» .... 33 „ Soda 25 „
Kalkspat 18 „ Kalkspat 20
Salpeter 2 » Pottasche 8 „
Braunstein . . . . 200 g Braunstein ...... 7 „
Antimon . . . . . . 150 „
Kobaltoxyd 1 „
Grün: Hellblau:
Sand . 100 kg Sand . 100 kg
Soda ........ 35 „ Soda 35 „
Kalk . . . . . . . . 18 „ Kalkspat 18 „
Salpeter 2 „ Salpeter 2 „
Antimon ...... 200 g Kobaltoxyd 200 g
Chromsaares Kali ... 760 „
Kupferoxyd ..... 150 „
Aqaamarinblaa :
Sand 100 kg
Soda . 25 „
Pottasche 8 „
Kalkspat 20 „
Salpeter . . . • 1 2 „
Kupfervitriol 3 „
Kobaltoxyd 10 g
Das Chromkali wird für Grttn in ejfcwas warmem Wasser gelöst und auf
den Sand gegossen, sonst entstehen leicht schwarze Punkte im Glas.
Die Farben können nach Belieben heller oder etwas dunkler eingestellt
werden, man braucht das Farbmittel qaan tum nur etwas zu vermindern
oder zu erhöhen.
Zweite Antwort: Sie hätten angeben sollen, ob die Glassätz*
für geblasenes oder gepreßtes Hanshaltungsglas bestimmt Bind. Nachstehend
ein Satz für Haashaltnngsglas, der sich sowohl zum Pressen als auch zum
Blasen eignet:
Sand 300 kg
Soda, 98 0/, HO „
Kalkspat 80 „
Natronsalpeter . 6 ■ »
Arsenmehl . . . 1,25 „
Braunstein 500 g
Antimon 375 „
Scherben 50 kg (
Violett erhält man durch Zasatz von 20 kg Braunstein und 60 g Kobalt-
oxyd, Grttn durch 1 kg chronnaures Kali, 300 g Chromoxyd, 1 kg Kupfer-
oxyd. Za empfehlen ist, diesen Gemengen 2 kg Borax zuzufügen.
Dritte Antwort: Für Haushaltungsglas eignet sich der folgende
Satz als Grandsatz recht gut:
Sand 100 kg
Soda. . . . 32—35 „
Kalk . 15 „
Hierzu kommen nun die lutfärbangs- oder Färbemittel, und zwar für:
Weiß: 100 g Braunstein oder 6—8 g Nickeloxyd oder P/a— 2 g Selen/
Bleu, hell: 2 kg Kupfervitriol,
Blau, dunkel: 2 kg Kupfervitriol nnd 30 g Kobaltoxyd,
Grün, gewöhnlich: 41/« kg Eisenoxyd und 200 g chromsaures Kali,,
Grüngelb : 2 kg Eisenoxyd and 21/» kg Braunstein,
Blaugrün: 3 kg Kupfervitriol and 150 g chromsaures Kali,
Gelb: 2 kg Graphit,
Goldgelb: 1,6 kg Graphit und 1,2 kg Braunstein,
Schwarz: 20 kg Braunstein nnd 60 g Kobaltoxyd,
Violett: 8 '/» kg Braunstein.
Bs lassen eich natürlich durch Äenderang der Zugabemengen der einzelnen
Farbkörper noch hunderte ton Farbennttancen erzielen.
37. In der Generatorenanlage meiner Hütte, die aus vier Siemens-
Generatoren, teils mit Plan- teils mit Treppenrost versehen, besteht, wird
neben geringen Quantitäten Braunkohlenbriketts Rohbraunkohle mit 50 — 60 %
Wassergehalt vergast. Der hohe Wassergehalt des Brennstoffes hat schon
wiederholt Anlaß zu mangelhaften Schmelzen gegeben. Wie läßt sich der
Wassergehalt ,ohm Atnderung des Generatorensystems auf ein erträgliches
Maß verringern?
Erste Antwort: Der Wassergehalt Ihrer Bihbraunkohle könnte
wohl zunächst durch längeres Lagern an der Luft etwas verringert
werden; natürlich darf das Lager aber nicht dem K;gen ausgesetzt sein,
sondern es muß überdacht werden. Jetzt im Frühjahr aud Sommer
trocknet ja die Luft recht gut, und liegt die Kohle einige Tage, so wird
154 — Nr. 13
SPRECH SAAL - COBURG
■I'! I
1922. (56. Jahrgang,)
sie an Feuchtigkeit schon viel verlieren, ebe sie vergast wird. Vielleicht
wäre es möglirb, an den. Schöttlingen größere Mengen Kohle zu Usern,
wo es ja ohnehin etwa« warm ist. W'iter mußten die Kanäle ziemlich
l»Dg sein, ehe sie in die Kammern mttnden, damit sieh die überschüssigen
Wasserdämpfe kondensieren und absetzen können. Das wird sich aber
nickt ändern lassen, aoßer Sie könnten noch einen TJeberfnbrungsbogen auf
dem Gaskanal anbringen, wodurch das Gas mehr abgekühlt würde, um
die Wasserdfimpfe besser auszuscheiden Die Reserve-Kammer dürfte euch
nicht zu klein sein, damit sich dort schon viel Wasser absetzen kann.
Die Kanäle sollen Gefälle haben und mit Senkgruben versehen sein, ans
denen sich des Wasser leicht entfernen läßt. Läßt sich mit dem hier
Gesagten keine Besserung erreichen, so bliebe nnr übrig, etwas mehr
Briketts oder bessere Braunkohle mit zu vergasen und dafür etwas weniger
Bohbraunkoble, vielleicht % Rohbraunkoble und ä/a Briketts oder
bessere Koble. Immerhin wird letzteres noch vorteilhafter sein, als wenn
die nötige Eitze zum Einschmelzen rieht emicht wird und die Schmelze
infolgedessen mangelhaft ausfällt. Ein großer Verlust entsteht schon bei
den heutigen Verhältnissen, wenn die Schmelze nur um eine halbe
Stunde verlängert wird und die Glasmacher deshalb später zum Anfangen
kommen.
Zweite Antwort: Es ist leicht verständlich, daß der hohe
Wassergehalt der Bohbraunkoble die Schmelze nicht günstig beeinflußt.
Wenn Sie an den Gaserzengern keine Aendernng vornehmen wollen, so
müssen Sie der Bob brannkohle auf mechanischem Wege einen Teil des
Wassers entziehen, und zwar zunächst dadurch, das Sie dieselbe sehr
luftig lagern, damit ein Teil der Feuchtigkeit entweichen kann; dann muß sie
anf den Gaserzengern und dem Gassemmelkanal weiter getrocknet werden.
Am einfachsten erreicht man den Zweck, indem man eine längere schiefe
Ebene baut, diese mit Abhitze etc. erwärmt und die nasse Kohle selbsttätig
langem darüber rollen läßt, eodaß sie Gelegenheit hat einen großen Teil
des Wassers dnreh Verdunsten abzugeben. Ferner empfiehlt es sich, die
Generatorgase einen einfachen Gasreiniger passieren zu lassen, durch
welchen den Gasen der giößte Teil der wässerigen Beimengungen entzogen
und so die Intensität der Flamme erhöht wird.
Dritte Antwort: Der Wassergehalt Ihres Gases läßt sich anf
zwei Arten auf ein erträgliches Maß verringern, und zwar durch Trocknen
der Kohle vor dem Gebrauch oder durch Ausscheiden des Wasserdampfes
ans dem gewonnenen Gas. Der erstere Weg ist der bessere ; hierbei kann
aneh die Abhitze des Schmelzofens mit Verwendung finden, und nur da,
wo sb die Orts- nnd Baum Verhältnisse durchaus nicht zulassen, vergast
man das nasse Material. Das Wasser entzieht man dem Gas durch Ein-
bau einer Waseerabscheidungsanlage zwischen Sammelkanal und Gasstell-
trommel. Es ist dies eine Bohranlage, durch welche man das Gas passieren
läßt: ihre Aufgabe besteht darin, das Gas durch mehrmaliges Auf- und
Ableiten soweit abzukühlen, daß sich die darin befindlichen Wasserdämpfe
zu Wasser kondensieren. Das Wasser wird in Senkgruben gesammelt
und von da von Zeit zu Zeit herausgepnmpt.
Vierte Antwort: Der Wassergehalt Ikres Garns ans Boh-
brannkohle läßt sich durch Verwendung eines langen Leitungskanals zum
O'en oder dnreh Einbau eines WasBerabscbeiderB auf ein erträgliches Maß
vermindern.
Neue Fragen.
Keramik.
56. Wir haben ein Kaolinvorkomnen erschlossen, dessen Mächtig*
keit und Güte eine Vetedehmg des Material» gestattet Welchesssind nun-
die besten und zweckmäßigsten maschinellen Einrichtungen,' und wer liefert
Bit ? Sehr erwünscht ist die Spezifitierteng der einzelnm Masehinen-in der
Reihenfolge, in der das Rohmaterial sie zu passieren hat.
57. In letzter Zeit reißen in der Druckerei die Buntdrucke st&tkf
und zwar besonders bei Untertassen. Nach' Aussage der in Frage kom
menden Arbeiterin mußte we," nachdem der Buntdruck bereits lackiert ttfflry
auf einen Tag andere Arbeit machen^ und der Buntdruek sei infolgedessen
verstaubt und dann gerissen. Auch der Obermaler ist dieser Ansicht,
Ist sie richtig?
58. Wie teerden an TerraMtawaren{MgUrm, Yasmin.) jlämende-
Stellen mattiert? Die Glanzflecken stören oft den Gesamteindruok.
59. Ist heute bei der Freisbemessung von Maschinen da* Geweht
von ausschlaggebender Bedeutung, nachdem die1 Eisenpreise so l sehr hoch
stehen? Sind bei einem angenommenen Gewichte von ztmmnwv700&k§-
Unterschiede bis 10GO hg zulässig und händelsüblick?
, Glaa.
40. Uns steht in unserer Hütte hinreichend Leuchtgas mr Verfügung,
und wir könnte* damit fahrbare Trommeln späten. Wer liefert solche,
und wie ist deren Bedienung und Leistung?
41. Wer liefert PantographiermascMnen zum Be^orieren_jm
Glasern?
Briefkasten der Redaktion.
Danaig. Wannen mit 0*lfeuerung für Medizin-, Konservengläser
und Flakons baut auch H. G. Scherrer in Z tri] ndrecht (Holland).
Isola. Das Aetzen von Glas mit Kautschucketempel ist im Frage-
kasten so oft erörtert, daß wir von einer Wiederholung vorläofig absehen
müssen. Lesen Sie die Antworten zu Frage 98 in Nr. 42f 1920, ferner
den Abschnitt „Aetzen0 im Sprechsaal- Kalender.
K. & J. f. P. Die im Anzeigenteil und in der Bezogenen enliste
genannten Farben-Fabriken liefern das gewünschte leuchtende Eisenrot
für Glas.
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Für Auslandsverkäufe von elektrotechnischem und tech-
nischem Porzellan sind nette Verkaufsbedingungen (gültig ab
1. April 19^2) unter Drucksachen Nr. 138 erschienen, deren
Inhalt wir nachstehend vollständig geben.
Yerhaufsbedingungen für die Ausfahr von
elektrotechnischem und technischem Porzellan
(gültig ab 1. April 1922).
,wöje
I. Allgemeine Bedingungen
1. Die Ausfuhr-Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar;) ausschließ-
lich Verpackung. , S 1
2. Bei allen Arten von Hochf=p&nnung8pofrz!le|an sowie
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/0 des Rechnungswertes
anzurechnen. *r
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik (vergl.
Drucksache Nr. 235 vom 23. Februar 1922). Die wichtigsten
Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf einem be-
sonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern unter Ländergruppe la) wird
in der Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueber-
seeländer und Ausnahmen siehe Fußnote).1) Gegenüber den
*) Es wird fakturiert:
nach in
Portugal Pfund Sterling**
Britische Dominions und Britische Kolonien Pf und Sterling**
Canada Ü.8 A.-Dollar ***
Holländische Kolonien holländischen Gulden
ßnina US A.-Dollar
J»pan Yen
Verbilligte Staaten vun Nordamerika . . . Dollar
Mexiko wahlweise in U.8 A.-Dollars
od. m mt xikaniBchen Goldpeso»
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . U Ü A.-Dollar
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
-sind anf Schillings bezogen.
'*"■* Bei Artikelgruppen I und II wahlweise auch in Pfund' «terling.
Ländern unter Ländergruppe lb ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II, 3) für das in Frage kommende* Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausführmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung.
II. Prei s bestimmunge a.
1; Ländergruppen:
a) Fremdwährungsländer.
Solland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten
von Nordamerika, Canada, Mexiko, sonstige mittel-
amerikanische Staaten, Großbritannien, seine Dominions
und seine Kolonien, Spanien, Portugal, Norwegen,
Dänemark; Schweden, Belgien, Frankreich, Luxemburg«
Italien, Tschecho- Slowakei.
b) Markländer.
Deutsch-Oesterreich und Ungarn, Jugoslavien, Finn-
land, ehemaliges Rußland, Polen, Südamerikanische
Staaten:
2. Artikelgruppen:
I. Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
II Elektrotechnische Stanzartikel' und sonstige technische
Artikel.
lil a. Fr eileitangs-Stützen- Isolatoren bis zur Größe entspr.
Hermsdorf I. 1387.
111 b. Freileitungs-Stützen- Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Hermsdorf 1391.
III c. Freileitungs- Stützen- Isolatoren größer als Hermsdorf 1.
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierten
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stutzer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann- Isolatoren mit Armaturen.
1922- m. JahrgAng.)
..3.
Ü
Land
Artikel- Gruppen
I
II
lila
...
Illb
nie
IV
v
VI
|
Holland
Schweiz
Japan
Mexiko
bei Eaktnr, in
mex, Goid-Pesos
1,029
»,062
0^024
0.029
0,062
0,024
0,016
OiÖ22
0,047
0,018
0,014
0,023
0,04»
0,018
0,014
0,024
0,061
0,019
0 014
0,025
0,054
0,020
0,014
0,023
0,047
0,018
0,014
0,023
0,049
0,018
0,014
■ bei Faktur., in
U.S.A.-Dollara
Vereiuigte Staa-
ten von Nord-
Amerika, restl.
Mittelamerika,
Canada n Chint
0,008
0,008
0,1008
0,008
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
a
B
1
England und
Kolomen
Qnnada
)049*
0,049*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038?
0,039*
Spanien
Portugal
0,078
0,075
0,068*
0,067
0,044*
0,060
0,047*
0,069
0,053*
0,074
0,067*
0,064
0,060*
0f067
0,052*
- *
: 1-1
Norwegen und
Danemark
A Ai Li
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A A£A
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A A<IO
U,U4ö
U,vDv
Schweden
0,044
0,044
0,033
0,034
0,034
0,037
0,034
0,034
Belgien
Frankreich
Luxemburg
0,125
0,078
0,083
0,083
0,091
0,083
0,083
Italien
0,18
0,18
0,166
0,172
0,194
0,22
0,156
0,20
Tschecho-
slowakei
0,60
0,60
0,677
0,577
0,577
0,60
0,677
0,6©
i
•e
p
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Sa
i «
[ M
Deutsca-Oester-
Tfiifth n TTinrarri
1,7
1,7
1,5
1,5
1,6
t,6
1,5
1,6
Jugoslawien und
Finnland
Balkanländer
*,95
1,96
1,65
1,7
1,7
1,7
1,7
1,7
Rußland und
Polen
1,96
f,96'i
l;65
1,7
1,85
1,85
1,86
1,86
Südamerika-
nische Staaten
2,1
2,1
1,8
1,9
2,0
2,0
2,0
2,0
* Obige Multiplikatoren sind auf Schillings bezogen.
Zur Beachtung! Vorstehende Multiplikatoren beziehen
«ich auf diei Grundpreise der Drucksache Nr. 23ö vom
28. Februar 1922.
JAHRESSCHAU DEUTSCHER TöRMlT DRESDEN
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DEUTSCH E E R D EN
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für gewerbliche und industrielle Zwecke unter Verwendung:
fester, flüssiger, gast örpiiger Brennstoffe.
KesseleinmaueruMgen — Schornsteine. %
Da n erb ran d « f e n eigeupn »Systems
». R. P. S34977 and 338389.
maschinelle Einrichtungen. K
Hierzu eine Beilage: Prospekt des Verlages von Johann Ambrosius Barth in Leipzig über „Werkstoffe", Han d-
wörterbuch der technischen Waren und ihrer Bestandteile.
Verschiedenes
i beim Neu-, und Umbau von
I Glasfabriken, Schmelzöfen und
I Generatoren, Betriebsstörung
s usw. erteilt, Baupläne litten
f H. vi Reiboidt, Coburg.
*lBHro! besteht seit- 1889. ,
voif Glasfabriken ver-
mittelt streng diskret [5*2
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Für das Ausland werden die Be2ugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten. . ■
Töplerel-Berufsgenossenschalt Sektion VI.
Sektionsversammlung. -
Die diesjährige Sektionsvörsammlung, zu wfelcher die Mit-
dieder der Sektion VI gemäß § 24 Abs. 2 der Satzung vom
!7. Juni 1912 hierdurch eingeladen werden, findet statt am
Dienstag, den 9, Mai 1922, vormittags 11 Uhr,
im „Hotel zum Löwen" in Rudolstadt.
Tagesordnung:
L Geschäftsbericht.,
\. Abnahme der Jahresrechnung für 1921.
J. Wahl eines Ausschußes zur Prüfung der .Jahresrechnung
von 1922.
L< Festsetzung des Haushaltpläns für 1923.
^Sonstiges.
Anträge von Sektionsmitgliedern müssen spätestens eine
Woche vor dem Versammlungstag schriftlich eingereicht werden.
Rudolstadt, den 10. April 1922.
Per Vorstand der SeKtiott VI der Töpfwi-BNufsgenossenscltaft.
Alfred Beyer, Kommerzienrat, Vorsitzender, [585
Widerstand feuerfester Erzeugnisse bei
Belastung bei verschiedenen Temperaturen.
Eine Studie , über dieses Thema von V. Bodin in den
Transactions of The Ceramic Society, Vol. XXI, Session 1921—22,
Part I, S. 44, sei im folgenden auszugsweise wiedergegeben.
Von den charakteristischen Eigenschaften feuerfester Er-
zeugnisse ist die Bestimmung der Fähigkeit, Belastung bei den
verschiedenen Temperaturen zu ertragen, von besonderem
Wert, denn tatsächlich hat z. B. das Mauerwerk von Oefen, sei
es infolge des eigenen Gewichts, sei es infolge einer dauernden
©der vorübergehenden Belastung des Oberteils der Oefen,
nennenswertes Uebergewicht zu tragen, und in den Gewölben
können, werm die verwendeten Baustoffe ihr Volumen vergrößern,
ganz beträchtliche Belastungen entstehen.
Man hat sich lange Zeit mit Rücksicht auf; die Schwierig-
keiten bei Versuchen in der Hitze darauf beschränkt, die Bruch-
festigkeit feuerfester Erzeugnisse bei gewöhnlicher Temperatur
festzustellen, die jedochmit. derjenigen bei der Belastung bei ver-
schiedenen Temperaturen nicht zusammenhängt und infolge-
dessen nur beschränkten Wert hat.
Der Schmelzpunkt ^ibt in dieser Beziehung auch keinen
Aufschluß, denn der Unterschied zwischen dem Erweichungs-
und dem Schmelzpunkt ist bei verschiedenen Produkten ein
ganz bedeutender.
Man hat daher naturgemäß nach Methoden gesucht, um
direkt die Bruchfestigkeit bei Belastung bei verschiedenen
Temperaturen zu bestimmen. Gary hat als erster dahingehende
Versuche angestellt und zu dem Zweck einen besonderen
Apparat erdacht. Er bestimmte den Widerstand verschiedener
feuerfester Steine bei Belastung bei gewöhnlicher Temperatur
und bei 1000° und erhielt im Mittel die folgenden Werte:
Bruchfestigkeit in kg/qcm
bei gewÖhnl. Temp. bei 1000°
169 218
148 163
1. Rheinischer Ziegel
2. Ziegel P. W. 10
Gary glaubte daraus schließen zu können, daß die Gefahr des
Zerdrücktwerdens nicht bestand, nachdem der Widerstand bei
1000° größer war als bei gewöhnlicher Temperatur, was sich
aber in der,Folge als nicht zutreffend erwies. Bodin beschreibt
nun die von ihm benutzte Apparatur, eine entsprechend umge-
baute Maschine nach Fremont, bezüglich welcher auf das Original
mit der Abbildung verwiesen sei. Er benutzte zur Prüfung
Würfel von 2 cm Kantenlänge und zur Temperaturmessung ein
Piatin — Platin -Rhodium -Pyrometer, während die Erhitzung in
einem mit Gas und. Druckluft beheizten Ofen erfolgte.
Die Bruchfestigkeit bei gewöhnlicher Temperatur läßt keinen
Schluß zu bezüglich des, Verhaltens eines Stoffes bei höherer
Temperatur, , wie die nachstehende Zusammenstellung zeigt,
welche die Prüfungsergebnisse bei verschiedenen Stoffen bei
20, 800, 1000, 1300 und 1500° enthält.
1 Gegenstand und
Bruchfestigkeit in
kg/qcm bei
Bezeichnung
20»
800»
1000»
1300 »
1500»
Tonsubstanzhaltige
Stoffe
Ton A
195
125
105
• 740
40
* CL
920
■555
575
360
65
1110
485
1755
115
20
Tonerdehaltige
. Produkte
Bauxit
395
270
715
55 .
20
Korund
.790
530
. 615
3^0
\ 9Q
Agglomerat aus
Karborundum
415
'425
: 585
150
! '70
Silikasteine' A
277
'116
B
276
,27,
244
53
D
■> Ä^ S
171
1
180
90
80
60
40
158 — Nr. H
SPRECH-SAAL rr COBURG.
1923. (65. Jahrgang.)
Gegenstand und
Bruchfestigkeit in
kg/q^m bei
1600«
Bezeichnung
20"
800«.
1000«
1300 •
Geschmolzener Quarz
2650
1040
.780
1670
100
Unreiner Zirkon
895
275
345
90
10
Produkte aas Magnesia :
110
Euböa
260
265
230
5
Steiermark
450
205
190
155
30
Produkte aus
Chromeisenstein
4S0
450
425
215
75
Hieraus lassen sich die folgenden Schlüsse ziehen:
1. Die meisten feuerfesten Erzeugnisse, und' namentlich all«
Produkte aus Tonsubstanz, Tonerde und Kieselsäure er-
fahren beim Erhitzen eine Abnahme ihrer Widerstandsfähig-
keit mit einem Minimum-Darchschnitt bei etwa 800°.
2. Dieselben Erzeugnisse erfahren bei fortgesetzter Erhitzung
eine schroffe Vergrößerung ihrer Widerstandsfähigkeit mit
einem Maximum-Durchschnitt bei etwa 1000°. Der Wert für
dieses Maximum kann bei gewiesen Tönen denjenigen für
das Minimum um das 4-fache erreichen oder sogar über-
schreiten.
3. Bei fortgesetzter Steigerung der Temperatur fällt bei allen
feuerfesten Erzeugnissen die Widerstandsfähigkeit schritt-
weise und strebt dem Werte Null bei 1600° zu.
4. Allgemein werden die feuerfesten Erzeugnisse von etwa
1200° an plastisch oder halbplastisch ; sie haben dann keinen
scharfen Bruch mehr, sondern werden nur zerdrückt wie
etwa Prüflinge aus Blei oder Messing.
1. Durch die Versuche Wurde das Bestehen des Minimums
in den Vordergrund gestellt. In der Tat geht alles feuerfeste
Mauerwerk während der Anwärmung und der Abkühlung durch
die kritische, dem Minimum an Widerstand entsprechende Tem-
peratur, und es können Unfälle dabei eintreteü,77deren Ent-
stehungsursache bisher unbekannt war und die sich nur auf
Grund der Kenntnis der Widerstandsfähigkeit der Materialien
und ihrer Zugrundelegung bei der Konstruktionsberechnung
vermeiden lassen. wfj!
Während es bisher als unmöglich erkannt wurde, den
Schmelzpunkt eines feuerfesten Steins durch Aenderung seiner
mechanischen Zusammensetzung, der Stärke der,; Schamotte-
körner, der Dichtigkeit usw. ändern zu können, ist es wahr-
scheinlich, daß sich auf diese Weise der Wert für das Minimum
der Widerstandsfähigkeit beeinflussen, demnach die Qualität
verbessern lassen wird.
Le Chätelier hat gezeigt, daß eine Erhöhung der Brenn«
„Temperatur wohl auch die feuerfesten Eigenschaften eines Tones
zu heben vermag. Zur Feststellung dieses wurden mit ein und
demselben Bauxit zwei Reihen von Versuchen unternommen,
und zwar die eine mit bei 1300° und dielandere* mit bei 1500°
gebrannten Würfeln.
Der Bauxit hatte die folgende Zusammensetzung:
Si02 13,30
Ti02 . . . . 3,35
AlaOs . . . 61,05
FeaOs . . . 4,75
CaO . . . . . . 0,95
MgO 0,10
S08 . . . . . . Spuren
Glühverlust 1«**5
Nicht bestimmt und Verluste . . . . 0,05
100,00
Die Ergebnisse der Prüfung sind nachstehend zusammen-
gestellt:
Temperatur
Bruchfestigkeit in kg/qcm von Bauxit
in «C.
1800° gebrannt bei 1600°
20
696
660
«00
300
380
700 ;
286
360
800
270 Minimum
350 Minimum
900
350
570
1000
716 Maximum
685 Maximum
1100*
380
400
1200
120
260.
1800
55
95
1400
30
40
1600
16
15
- Ton dieser Temperatur an wird die Probe
wie ein plastisch
KOrper zerdrückt.
Nach dieser Zusammenstellung ist in den beiden Fällen,
wo der Bauxit plastisch wird, die Temperatur die gleiche, ferner
liegen Minimum und Maximum offensichtlich bei derselben
Temperatur, aber die Bruchfestigkeit der bei 1500° gebrannten
Würfel ist stets größer als diejenige der bei 1300° gebrannten,
was die Beobachtung von Le Chätelier zu bestätigen scheint
und beweist, daß das feuerfeste VeVbaMeti des Bauxitn ein
besseres wurde, nachdem seine Brenntemperatur erhöh
worden war.
2. Das Maximum 1 hat nicht dieselbe Bedeutung wie da
Minimum, doch verdient es ein gewisses Interesse. All
Produkte haben nämlich nicht ihr Maximum bei derselbe) Ü
Temperatur, und es bedürfte systematischer Untersuchungen
um die Bedingungen zu ermitteln, die dessen Wert und dl
Temperatur zu ändern vermögen. Es ist aber klar, daß, wem
man die feuerfesten Materialien so auswählen könnte, daß dl
Temperatur, bei der sie verwendet werden, auch diejenige ihre'
Maximums an Widerstandsfähigkeit wäre, dann Bedingungen
geschaffen würden, die ihrer Erhaltung außerordentlich günstig
wären. >
Man hat angenommen, daß dieser Wechsel in der Wider
Ständsfähigkeit auf Kristallisationen beruhe, die sich in dei
Stoffen unter der Wirkung der Hitze bildeten ; diese Erkläruni
ist aber . wenig befriedigend, wenn man bedenkt, mit welche
Schnelligkeit der Prozeß vor sich geht, der kaum eine Stund*
dauert. Wahrscheinlicher ist, wie Bigot es ausgesprochen hat
daß physikalische Veränderungen vor sich gehen, z. B
Aenderungen im Ausdehnungskoeffizienten. Es ist auch mög
lieh, daß die Zerbrechlichkeit eines Produkts von einer bei
stimmten Temperatur an stark abnimmt, und daß man soll
wenigstens in bestimmtem Maße, das Wachsen der Brach
festigkeit erklären kann.
3. und 4. Die Abnahme der Widerstandsfähigkeit jenseitjf
des Maximums bei zunehmender Temperatur und die Fes1
Stellung eines plastischen oder halbplastischen Zustandes üb«;
raschen weiter nicht, denn alle Stoffe, die bei entsprechende
Temperatur
Izen, durchlaufen naturgemäß zuvor eines
1400°
1100°
1400°
1400°
1000°
mehr oder weniger teigartigen Zustand, währenddessen si
weniger widerstandsfähig sind und die Konsistenz plastische
Substanzen haben.
Wie bereits gesagt, zeigt sich die Erscheinung bei et
1200°; doch kommen auch je nach den Materialien AI
weichungen vor, wie die nachstehenden Ergebnisse von Ve,
suchen zeigen :
' Ton A 1300°
„ CL . 1200°
„ P 1100°
Korund . . . .
«l Bauxit ....
Silikasteine . .
Geschmolz. Quarz
Magnesia . .
Bei genauer Betrachtung dieser Zahlen wird man si
fragen, wie es möglieh ist, daß diese Materialien b<
Temperaturen ffrwendet werden können, die höher sind a) I
diejenigen, bei \ denen sie plastisch werden, und dabei haltei i>
Die Erklärung ist ziemlich einfach : Würden die Produkt »
vollständig den hohen Ofentemperaturen ausgesetzt, so würde 1
sie wahrscheinlich schon bei geringer Belastung oder infolg
des eigenen Gewichts schmelzen oder die Form verlieren. I
Wirklichkeit ist aber nur eine Seite derselben der Ofe;
temperatur ausgesetzt, und da die Wärmeleitfähigkeit de
Stoffe schlecht ist, so nimmt die Temperatur schnell ab in dei
Maße, als man sich von dieser Seite entfernt. Mag diese dan
auch erweichen, der übrige Teil bleibt widerstandsfähig un
sichert die Standfestigkeit des Baus.
Verfasser macht dann einige Bemerkungen über die vofll
J. W. Mellor in Stoke-on-Trent angewandte Methode uo
empfiehlt zum Schluß das Weitere Stadium der Frage mit ein
zu erbauenden Spezialmaschine zur Erweiterung unserer Kenn
nisse über die Eigenschaften feuerfester Erzeugnisse
Abhitzekessel in Glashütten. )
(Nachdruck verboten.)
Sind in der Eisenhüttenindustrie Abhitzekessel in Ve
bindung mit dem Siemens-Martin-Ofen allgemein verbreitet, ij
haben dieselben in Glashütten bisher nur bescheidenen Eiogatj
gefunden. Um Anregungen zu einem fortschrittlichen Wand j
zu geben, hat die „Wärmetechnische Beratungsstelle di
Deutschen Glasindustrie" ihr Augenmerk auch auf die Ve
besserung der Wärmewirtschaft in Glashütten in dieser Hi
sieht gerichtet. In . einer bemerkenswerten Abhandlung brin,
sie ihren Mitgliedshütten die verschiedenen Gesichtspunkte zi
Kenntnis, welche bei der Errichtung von Abhitzkesseln in Glai
hüttenbetrieben zu beachten sind. Diese den besonderen B
dürfnissen angepaßten Leitsätze werden ergänzt durch die B
nprechung vorbildlicher Ausführungen. Auszugsweise sei d
Inhalt der ausführlich gehaltenen Druckschrift wiedergegebej
der sicherlich auch diejenigen Glashütten interessiert, welclS
den Begebungen der W.B.G, fernstehen.
i
:t) „Abhitzekessel in ülashtUteu" erscheint im Selbstverlag,
W.B.Ö., Frankfurt ». k. 1921/ J.7 Seiten „ud 10 Abbildung.
1922. (65- Jahrgang./
SPRECHSAAL
Bekanntlich stecken in" den Abgasen der Glasschmelzöfen
nach ' stattgehabten Untersuchungen nooh etwa 25% in Form
von fühlbarer /Wärme derjenigen Wärmeeinheiten, weiche zu
100 °/0' in* denl Generator mit dem Brennstoff eingeführt werden.
(Abb. 1) Durch 'die Aufstellung eines Abhitzekessels, d. i. ein
Dampfkessel, welcher an Stelle der direkten Feuerung durch
!ie Abgase beheizt wird, soll von dieser Wärme, die sonst
'lutzlos in den Schornstein steigt, der noch zu erfassende Teil
herausgezogen werden.
Die rechnerische und praktische Behandlung dieses Pro-
zents hat gezeigt, daß ein Rückgewinn von mindestens 8 °/0
iles gesamten Brennstoffverbrauches' der Generatoren auf diesem
Wege möglich ist. in vereinzelten Fällen stieg die Ausnutzung
Glasschmelzöfen selbst bis zu 10°/0, sogar 12,5 °/0 hinauf.
Nun sind aber Vorgänge von Wärmeumsetzung in ihrer
Wirkungsweise nicht allein bedingt durch die .tatsächlichen
Wärmemengen (quantitativ), sondern auch durch das Auftreten
lestimmter Temperaturen bezw. Temperaturgefälle (qualitativ),
beträgt die Abgastemperatur beim Eintritt in den Abhitzekessel
veniger als 450° C oder gar 400 0 C, so ist die Dampferzeugung
lurch [denselben nicht mehr wirtschaftlich, In diesen Fällen
rürd die Abgaswärme vorteilhaft zur Vorwärmung von Speise-
Tasser, Erzeugung von Warmwasser für . Heizzwecke oder aber
e|iur Vorwärmung des Windes für Gaserzeuger benutzt. Liegt
Üe Temperatur der Abgase höher als 450° C, so wird die
i| Umstellung eines Abhitzekessels stets gewinnbringend sein.
)E)iese Temperaturen werden «meistens sich in denjenigen Be-
irieben vorfinden, wo längere Kanäle zwischen Ofen und
Schornstein fehlen, eine erhebliche Abkühlung der Gase nach
/erlassen des Ofens somit nicht erfolgt. Um eine unnütze
I kbkühlung zu vermeiden wird der Kessel so nahe als möglich
n den Ofen zu setzen sein.
Die Temperatur, mit welcher die Abgase hinter dem Kessel
iita den Schornstein abziehen, soll möglichst niedrig sein. Sie
ist aber wärmetechnisch nach unten begrenzt durch die Siede-
temperatur, welche dem Druck im Kessel zugeordnet ist, und
eträgt beispielsweise bei einem Ueberdruck von 4 Atm. rd.
31 «C und bei 14 Atm. rd. 197 0 C. Die niedrigste Abgas-
mjemperatur muß über diesen Siedetemperaturen liegen, weil ja
ieVärme von Abgasen an den Kessel abgegeben werden soll,
iipozu ein Temperaturgefälle nötig ist. Wird die Vorwärmung
(es Speisewassers von der Dampferzeugung durch Anordnung
Ines Vorwärmers getrennt, so können die Abgase zu weiterer
Wärmeabgabe gezwungen werden. Im Gegensatz zum Betrieb
er direkt gefeuerten Dampfkessel liegen also bei den Abhitze-
essein zunächst die Hauptschwierigkeiten in den verhältnis-
enäßig niedrigen Temperaturen der Abgase.
Der Abkühlung der Abgase sind aber in Glashüttenbetrieben
nßerdem besondere Grenzen gesetzt und zwar:
* ■ ■■■ , A Abb. a. , -
hältnis zur gesamten Zogstärke des Schornsteins sehr^geringer
Betrag ist.
Bei Abgasen, die Schwefeldioxyd, SO.,, und Schwefeltriosyd,
SOg in merklichen Mengen enthalten, darf die Temperatur er-
fahrungsgemäß nicht unter etwa 180 — 160° C erniedrigt Werden.
Andernfalls bilden sich durch örtliche Kondensationen des in
den Abgasen stets enthaltenen Wasserdampfes an den kalten
Wänden schweflige Säure, H2S03, und Schwefelsäure, H2SO4,
welche Schmiedeeisen angreifen und zerstören. In Glashütten
sollte man daher grundsätzlich die Abgase vorher einer genauen
chemischen Untersuchung auf ihren Gehalt an säurebildenden
Bestandteilen unterziehen, sofern die Absicht besteht, einen
Abhitzekessel 1 aufzustellen.
In der Literatur finden sich bisher nur spärliche Angaben
über Abhitzekessel bei industriellen Oefen. Es muß daher der
einzelnen Hütte überlassen bleiben, die jeweiligen Betriebs-
Sicherheitsventil,
-Jjl — Jßk
xJ)ampfent/njhsie^faiEeii.
b)
bei natürlichem Zug durch die Abnahme der Zugstärke
mit der Temperatur;
bei Abgasen, welche Suhwefelverbindungen enthalten;
durch Bildung von schädlichen Säuren bei niedrigen
, Temperaturen.
Die Beachtung der Zugstärke tritt gerade -bei Glashütten -
Betrieben in den Vordergrund. Ist schon bei Anläge des Ofens
Biaf die Erzielung einer reichlichen Zagstärke Rücksicht ge-
kommen, so wird bei normalem Betrieb mit gedrosseltem
Schieber gearbeitet Werden. Es wird darin stets möglich sein,
cli ine schädliche Beeinflussung des Ofenbetriebes einen Abhitze -
assel anzuschließen, in welchem die Abwärme^bis'zu^Tömpe-
ituren von 300° C auch 250° C hinab, ausgenutzt wird Durch-
geführte Versuche haberi feezeigt, daß ,ip verschiedenen^ Fällen
9t Druck verlast infolge des KesselwiderstandeB ein im Ver-
Abb. 3
zustände durch sachgemäß ausgeführte Vor versuche und
Messungen zu ermitteln. Die Konstruktionsbedingangen, welche
von einer guten Kesselanlage erfüllt werden sollen, sind im
Einvernehmen mit führenden Kesselbaufirmen unter Anpassung
an die gewünschte Betriebsführung festzusetzen. Nach Auf-
zählung der verschiedenen Konstrüktionsbedingungen für Ab-
hitzekessel gelangen die Ausführungen zu dem Ergebnis, daß
den Betriebsforderungen Walzenkessel und Flammrohrkessel
nicht gerecht werden können. Als Abhitzekessel kommen nur
in Betracht:
r 8 1. Rauchrohrkessel, is
i Sä. Wasserrohrkessel. js©f iMa^cfc 3 :-
Bei den Rauchrohrkessein werden die Abgase in engen.
Röhren durch den Wasserraum geführt. Der Durchmesser der
160 — Nr. 14
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (55. jfahrgang.))
Röhren wird zur Erzeugung einer entsprechend hohen Strö-
mungsgeschwindigkeit geringer als bei direkt gefeuerten Rauch-
rohrkesseln sein müssen. Um diese Geschwindigkeit zu errei-
chen, ist bei Rauchrohrkesseln die Anwendung des künstlichen
Zuges meist unumgänglich. Der hierzu erforderliche Kraft-
bedarf ist verhältnismäßig gering. Dem Rauchrohrkessel kommt
aber vor anderen Systemen der -Vorzug Jdes Wegfalls jeder
Einmauerung zu.
Wasser-Einlrill
Explosionsfr/appe
Abb. 4.
Bei den Wasserrohrkesseln wird im 'Gegensatz zu den
Rauchrohrkesseln nicht das Abgas, sondern das Wasser durch
enge Röhren geführt, um welche die Abgase streichen. Diese
Röhren sind durch sog, Wasserkammern miteinander verbunden,
welche ihrerseits mit dem als Dampf Sammler dienenden walzen-
förmigen Oberkessel in Verbindung stehen. Wasserrohrkessel
arbeiten durchweg mit natürlichem Zuge.
Von vorbildlichen Ausführungen von Abhitzekesseln in
Glashütten werden eine Reihe in der Abhandlung besprochen.
Besonders in der Spiegelglasindustrie haben die Abhitzekessel
bevorzugt Verwendung gefunden. Abb. 2 veranschaulicht einen
Wasserrohrkessel für natürlichen Zug mit stehenden Röhren
in Verbindung mit Ueberhitzer. Der Kessel besitzt eine Heiz-
fläche' von 150 qm (ohne Ueberhitzer) und ist für 20 Atm.
Dampfüberdruck bestimmt. Wegen dieser verhältnismäßig
hohen Spannung ist auch die obere Wasserkammer zur Ver-
größerung der Festigkeit aus einzelnen nahtlosen Kasten zu-
sammengesetzt.
Ein Wasserrohrkessel für natürlichen Zug 'mit liegenden
Röhren ist in Abb. 3 wiedergegeben. Interessant ist an dieser
Ausführung die Abdeckung der Wasserkammern durch eil
Schamotteschicht. Auf diese Weise wird verhindert, daß d
säurehaltigen Abgase lebenswichtige Teile des Kessels b
streichen und beschädigen. Die Kesselröhren allein sind d<
Gasen ausgesetzt. Ein Ersatz derselben ist nach einiger Z<
zu bewerkstelligen und muß eben in Kauf genommen werde
Abb. 4 zeigt einen Rauchrohrkessel für natürlichen Zi
mit liegenden Röhren. Um die Strömungswiderstände zu vt
ringern und dadurch die Anordnung einer künstlichen Sau,
zuganlage zu ersparen, werden die Abgase nur in einer Richtur,
ohne Bewegungsumkehr durch die Röhren geleitet. Die Raucl
kammer auf der Eintrittseite der Abgase ist durch feuerfes
Ausmauerung gegen Wärmeverluste nach außen isoliett, so dl
ein guter Kesselwirkungsgrad zu erwarten ist.
Während die bisher beschriebenen Abhitzekessel in Ve
bindung mit Regenerativ- oder Rekuperativ-Oefen innerhal
der Fachgruppe der Spiegelglas- und Tafelglas- Industrie Au
Stellung gefunden haben, wurde das Anwendungsgebiet b
Tafelglashütten mit Erfolg auch auf Nebenöfen, wie Kühl- ui
Strecköfen, Anwärme- und Auf treib etrommeln, ausgedehi
Abb. 5 zeigt eine zweckmäßige Anordnung für die Ausnutzui
für die Abgase von' zwei Trommelöfen. Der Kessel ist üb
den beiden Trommeln so angeordnet, daß die Achse des Kessc
parallel zur Achse der Trommeln läuft. Reicht die Abhit
beider Oefen allein zur Erzeugung der notwendigen Damr
mengen nicht aus, so wird eine durch Generatorgas gespeis
Zusatzfeuerung eingeschaltet. Die Temperatur der Abgai
hinter dem Abhitzekessel betrug nach angestellten Messung«
etwa 200° C.
In einem Anhang zu den Ausführungen wird eine ang
näherte Berechnung der Dampferzeugung durch Abhitze t
Verwendung verschiedener Brennstoffsorten im Generator durc
geführt. Dieselbe soll eine Anleitung geben zur möglich
einfachen und überschlägigen Bestimmung, der Dampfmeng
welche durch Ausnutzung der in den Abgasen der Glasschmel
Öfen steckenden Wärme, erzeugt werden kann.
Zusammenfassend sprechen sich die Ausführungen dab
aus, daß die gesammelten Beispiele zur Genüge beweisen, n
welchen Erfolgen die vorwärtsstrebende Kesselbautechnik
verstanden hat, ihre Ereugnisse den Forderungen der Hütte
industrie anzupassen. Es sind eine Reihe ven Typen führend
Firmen durchgebildet, welche den besonderen Verhältnissi
der Glasindustrie Rechnung tragen. Aufgabe der Glasindustr
sollte es sein, sich künftighin durch Aufstellung von Abhita
kesseln die Ausnutzung der Abgaswärme in weit größere
Umfange als bisher zu Nutze zu machen und dadurch ein
erheblichen Schritt zur Verbesserung ihrer Wärmebilanz
zu tun. H. Mch.
Dampf -Entnahme
ylbi 'ase von Trorqmel 2.
Generatorgas_ms
Abb. 5.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 14 — 161
Wirtschaftlich-?
Korrespondenzen.
Das 50-jährIge Bestehen feiert in diesem Jahre die Sächsische
Porzellanfabriti zu Potschappel Carl Taieme, Inn. Carl Kantzsch, Pot-
schapnel-Freital.
Das 25jährige Dienstjabiläum bei der Rheinberger Stein gutfabrik
C. & B. Carstens, Rheinsberg (Mari), beging am 29. 3. 22 Herr Ober-
dreher Hei mm an.
Totenschau. Eine in Branchekreisen vielfach bekannte und ge-
achtete Persönlichkeit, Herr Hermann Saedtler, der fast 40 Jahre
lang als Beamter in Diensten der Porzellanfabrik Franreuth, A.-G., Frau-
jeuth, gestanden hatte, ist im Alter von nahezu 81 Jahren heimgegangen.
Vier Generationen der Familie gehörten dem Porzellangeschäftszweig an;
der Sohn des Verglichenen ist Direktor der Porzellanfabrik Hermann Ohme
in Niedsrsalzbrunn.
Im 72 Lebensjahr verschied am 29.3.22 nach langem,, unheilbarem
Leiden Fabrikbesitzer Alfred Voigt ans Sitzandorf. Es war ihm ver-
gönnt, sein 50-jähriges Geschäft3] ibiläum am 1. 3. 22 noch zu erleben,
aber leider nur fern von seinem Wirkungskreise auf schwerem Kranken-
lager. Klein nnd unbedeutend war die Fabrik, als er dieselbe von seinem
Onkel Herrn Wilhelm Oertei übernahm. Durch seine rastlose Schaffens-
kraft und seinen eisernen Willen, gepaart mit reichem Wissen und
hervorragenden Geistesgaben, hat er das Uatarnehmen zu seiner heutigen
hohen Blüte gebracht und dem Namen Alfred Voigt einen guten Klang
in der ganzen Welt verschafft.
Die Herstellung von Kirchenglocken ans Porzellan ist nach
langen Versuchen der Meißner Porzellanmanufaktur gelungen. Die Stadt-
kirche in Meißen wird in diesem Sommer ein Glockenspiel von 60 Glocken
erhalten. Die Formen für die Glocken, deren größte eine Höhe von 70
und einen Durchmesser von 50 cm haben wird, sind von dem bekannten
Meißner Keramiker Börner geschaffen worden — Auf der Dresdner Jahres-
schan wird die Meißner Manufaktur ihre neuesten Versuche in blauweißer
Malerei zeigen, die in ihrer dekorativen Wirkung an orientalische Ent-
würfe erinnern. Eine Neuerung in betriebstechnischer Hinsicht wird darin
bestehen, daß die Brennöfen künftighin ausschließlich mit Gas geheizt
werden sollen.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Akademisch wissenschaftlicher Fachverein für Silikattechnik,
e.V., Döthen -Anhalt. Vorstehenden Namen träaft künftighin der bis-
herige „Fachverein für Keramik, e. V Anlaß zu dieser Aeuderang gaben
mehrfache Verwechslungen mit beruflichen Vereinen auf dem Gebiete der
Keramik. Feiner umfaßt die neue Bezeichnung sämtliche Fachrichtungen
(Glas-, Zement-, Eisenemailliertechnik, Grob- und Feinkeramik).
Gesetzgebung* Steuern.
Entrichtung der Umsatzsteuer bis 31. 3. Bis zum 31. 3. muß
die Umsatzsteuer für das Jahr 192t von allen Steuerpflichtigen entrichtet
werden, ganz- gleichgültig, ob sie den Umsatzsteuerbescheid erhalten
haben oder nicht. Wird die Umsatzsteuer nicht entrichtet, so ist der
Fiskus berechtigt, 5% Zinsen vom 1.4 ab in jedem Falle zu verlangen.
Handel und Verkehr.
Der Gegenwert des Goldfranken im Auslandspostverkehr ist
auf <M 66 erhöht worden, womit eine entsprechende Erhöhung der Aus-
landsgebühren für Pakete, Postfrachtstücke und Telegramme eingetreten ist.
Verwertung von Exportdevisen. Um die über die Anwendung
des von der Reichebank herausgegebenen Merkblatts vom November 21
über den Ankauf von Wechseln, Schecks und Auszahlungen in ausländischer
Währung vielfach noch herrschenden Unklarheiten zu beheben, haben der
Reichsbevollmächtigte der Außenhandelsstelle der Lederwirtschaft, Dr.
Coper, und Herr Gipkens vom Verein deutscher Maschinenbauanstalten
Erläuterungen ausgearbeitet, die diejenigen typischen Fälle behandeln, bei
denen sich bisher in der Praxis der Verwertung von Exportdevisen
''Schwierigkeiten ergaben. Beigegeben sind noch die Verfügung des Raichs-
kommissars für Ans- nnd Einfuhrbewilligung vom 23.2. 22 über Devisen-
ablieferung nnd KursBichernng, das Randschreiben der Reichsbank vom
20. 1. 22 über die Verwertung nicht in Berlin notierter Valuten, der Wort-
laut des von der Reicbsbank herausgegebenen Merkblatts vom November 21,
ein Verzeichnis der Korrespondenten der Reiehsbank und die Wieder-
gabe eines Antragsformulars bei Uebernabme von Termindevisen. Die
Erläuterungen, die für aUe Exporteure von Wichtigkeit sind, können von
jeder Außenhanäelsstelle zum Preise von etwa Ji 2 zuzüglich Versand-
kosten bezogen werden.
Wieder feste Lieferfristen hei der Reichsbahn ab 1. 5. 22.
Das Reichsverkehrsministerium teilt mit: Obwohl die Betriebslage der
Reichsbahn noch nicht die frühere Höhe erreicht hat, werden zum 1. 5. 22
feste Lieferfristen eingeführt. Sie betragen : für beschleunigtes Eilgut
Abfertigungsfrist »/s Tatr, Beförderungsfrist für je auch nur angefangene
300 Tarifkilometer 1 Tag; für Eilgut Abfertigungsfrist 1 Tag, Be-
förderungsfrist für je auch nur angelangte 300 Tarifkilometer 2 Tage;
für Frachtgut Abfertigungfrist 2 Tage, Beförderung efrist bei einer Ent-
fernung bis zu 100 Tarif kilometer 2 Tage, bei giöfieren Entfernungen
für weitere je angefangene 100 Tarifkilometer 1 Tag. Die Fristen Bind
gegenüber denen der Vorkriegszeit etwas verlängert. Die Lieferfrist be-
ginnt jetzt allgemein mit der auf die Annahme folgenden Mitternacht.
Der Lauf der Fristen ruht für die Dauer einer ohne Verschulden der
Eisenbahn eingetretenen Betriebsstörung, während des Bestehens von
Sperren und während der Aufenthalte, die durch Maßnahmen der Be-
Batzungsbehörden verursacht werden. Die Lieferfristen sollen im übrigen,
um sie beweglicher zu gestalten, bis auf weiteres nicht mehr einen ße
ew erblich er Teil.
standteil der Verkehrsordnung bilden, sondern dirch den Tarif bestimm*
werden.
Handelsanfragen an die amtlichen deutschen Vertretungen in
Mittel- and Südamerika. Im allgemeinen empfiehlt es si-h, vor Ein-
holung von Auskünften von den amtlichen Vertretungen im Ausland zu-
nächst die in Deutschland selbst zur Verfügung stehenden Hilf jq teilen in
Anspruch zunehmen. Sofern die von dort erteilten Auskünfte unzureichend
sein sollten, begnüge man sich für jedes Land mit einer Anfrage an die
dort bestehenden deutschen Berufsbehörden (Gesandtschaft, Berufskonsulat).
In Mittel- und Südamerika kommen dafür die folgenden Vertretungen in
Betracht: die Deutseben Gesandtschaften in M°xiko, San Salvador, San
Jose" de Costa Ries, Bigotä (Kolumbien), Caracas (Venezuela), Rio de
Janeiro (Brasilien, mit Berufskonsulaten in S*o Paulo nnd Porto Alegre)*
Montevideo (Uruguay), Baenos Aires (Argentinien), La Paz (Bolivien),
Lima (Peru), Asuncion (Paraguay), Quito (Ecuador), und endlich für Chile
das Deutsche Generalkonsulat in Valparaiso (nicht die Deutsche Gesandt-
schaft in Santiago). — In manchen dieser mittel- und südamerikanischen
Länder liegt der deutsche Einfuhrland- 1 größtenteils in Händen einiger
großer Firmen, die als Zweigniederlassungen ihrer Stammhäuser in Deutsch-
land anzusehen sind. Die Benutzung dieser Firmen in Mittel- und Süd-
amerika und ihrer Stammhäuser in Deutschland wird oft vor Schaden be-
wahren. Mit anderen Firmen ist erst auf Grund zuverlässiger Erkun-
digungen in Verbindung zu treten. — Die Landessprache ist überall das
Spanische, mit Ausnahme von Brasilien, für das die portugiesische Sprache
anzuwenden ist.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
Die Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik. Unter vorstehendem
Titel erscheint eine von dem Referenten der A. H. N. Feinkeramik, Hartwig
Machts, bearbeitete Schrift, die in umfassender Weise den Aufbau und die
Richtlinien der A. H. N. Feinkeramik und ihrer Organe sowie alle mit
der Ein- und Ausfuhr zusammenhängenden Fragen nach dem Stande vom
1. 3. 22 behandelt. Preis Jt 10.
A. H. N. Grobkeramik. Die Mindestpreise für die Ausfahr von
Qaarzit nach Deutsch-0 asterreich haben ab 20. 3 eine Erhöhung erfahren.
— Die Mindestpreise für die Ausfuhr von Tontabakspfeifen sind mit
Wirkung ab 25. 3, nva.331ja0j0 erhöht worden. — Die Teuerungsauf Schläge
für Steinzeugröhren für Oesterreich, russische Rindstaaten, Sarbien,
Tschechoslowakien, Italien und Ramänien haben eine Aeuderang erfahren.
A. H. N. Glas. Der Unterausschuß für K r i s t a 1 1 g 1 a s hat be-
schlossen, daß bei Lieferung nach Ländern mit Unterwährang Berechnung
in Markwährung mit 50 % Aufschlag auf den Inlandspreis zu erfolgen hat.
Anßenhandelsstelle für den Exporthandel. Seit dem 15. 3. 22
ist eine Aenderung der Fakturier nngsvorschrif cen für Sammei- und
Ueberseegeschäfte in Kraft getreten.
Milderung von Härten bei der Erhebung der erhöhten Aus-
fuhrabgabe. In Verfolg der Verordnung vom 20 3. 22, betreffend Frist-
verlängerung für Geltendmachung der niedrigeren Ausfuhrabgabe mit
Rücksicht auf die in letzter Zeit eingetretenen Verkehrsstörungen
(vergl. Sprechsaal Nr 10, S. 113, nnd Nr. 12, S 140), herrschen vielfach
noch Unklarheiten darüber, ob auch solche Fälle unter die vorgesehenen
Erleichterungen fallen, in denen infolge der Verkehrsstörungen Fertig-
stellung und Ausfahr der Ware verzögert wurden, ferner, ob in solchen
Fällen auch Rückzahlung auf bereits entrichtete erhöhte Ausfahrabgaben-
beträge erfolgen kann. Diese Fragen dürften zu bejihen sein, sofern die
Verkaufsverträge vor dem 20. 10. 21 abgeschlossen worden Bind und die
Verzögerung einwandfrei durch bahnamtlich beglaubigte Bescheinigungen
nachgewiesen werden kann. Wie wir ferner erfahren, sollen Schritte
unternommen werden, daß die getroffenen Erleichterungen auch für das
besetzte Gebiet Gültigkeit erlangen.
Die freie Einfuhr aus Danzig ist über den 31. 3. 22 hinaus nicht
mehr verlängert worden.
Das Goldzollaufgeld wird mit Wirkung vom 1. 4. 22 bis auf
weiteres von 4400 auf 6900 % erhöht.
Belgien. Der Gesetzentwurf über Abänderungen des Zoll,
tarifs für Waren, die aas Deutschland eingeführt werden, ist von der
Kimmer in erster Lesung angenommen worden. Der Gesetzesvorschl&g
ermächtigt ferner die Regierung, die Erhöhung, der Einfuhrzölle eventuell
auch auf andere Länder mit entwerteter Valuta auszudehnen.
England. Zum Gesetz über die 26 °/0 ige Abgabe von der Ein-
fuhr deutscher Waren. Nach einer Verordnung des Handelsamces vom
16.2. 22 sollen von den Bestimmungen des Gesetzes ausgenommen sein
Waren, hinsichtlich deren der Zollbehörde genügend Beweise erbracht
werden, daß sie a) in das Vereinigte Königreich zum Zwecke der Ver-
edelung eingeführt und nach vollzogener Verarbeitung wieder nach
Deutschland ausgeführt werden; b) von Deutschland unmittelbar an den
Fabrikanten im Vereinigten Königreich konsigniert werden, durch den die
Verarbeitung vorgenommen werden soll; c) nicht in das Eigentum
irgendeiner Person im Vereinigten Königreich übergehen, daß keiae
Zahlung für sie an Deutschland erfolgt und hinsichtlich deren der Zoll-'
behörde seitens des Fabrikanten die genügende Sicherheit dafür gegeben
wird, daß die Waren innerhalb eines Zeitraumes von einem Monat nach
Beendigung des Veredelungsprozesses wieder nach Deutschland zurück-
gesandt werden.
Tschechoslowakien. Ein- und Ausfuhrerleichterungen. Nuchdem
bereits vor einiger Zeit die Einfuhrverbotsliste eine grundlegende Ver-
änderung erfahren hatte, werden nunmehr neuerlich für uns Ausfuhr-
erleichterungen getroffen, und zwar unterliegt mit Wirksamkeit ab 20 3.
eine Reihe von Waren (u. a. optische Instrumente) ledi^ica dem Anme de-
verfahren, d. h. ihre Einfahr wird auf Grund einer vom Haudelsmi isterium
bestätigten Anmeldung gestattet. Desgleichen ist da* V^rzeichnn der
Waren, die ohne Bewilligung und ohne Gebühren ausgeführt werden
162 — Nr. 14
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (M. Jahrgang.)
dürfen, nea ergänzt worden. Interessenten erfahren Näheres bei der
deutsch-tschechoslowakischen Abteilang des Deutsch Oesterreich-Ungarischen
Wirtschaftsverbandes, Berlin W. 35, Am Karlsbad 16.
Y ereinigte Staaten. Die Einfahr von dekorierten Irden-,
Porzellan- nnd Steinzeugwaren 1921 betrag dem Werte nach $ 7 019 236
(gegen $ 6262249 in 1920 and 3698 454 in 1919); davon entfielen auf
Deutschland $ 1 902 329 (gegen 799 766 and 671 766 in den beiden voran-
gegangenen Jahren). Gegen 1913/14 hat sich der Wert des deutschen
Anteils nahezu vervierfacht. Die Führung hatte in 1921 Japan mit
$ 3,1 Mill. gegen 3,9 nnd 18 in 1920 and 19.19. Frankreich and Groß-
britannien blieben weit hinter Deutachland zurück.
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Die Lage der Keram- nnd Glasindustrie im Monat Februar hat
im allgemeinen keine wesentliche Aenderong erfahren. Die Industrie im
ganzen hat sogar ihre Arbeiterzahl nm 2,2% gegenüber dem Vormonat
erhöht In der Porzellan- und St ein gut- Industrie hat der Kohlen-
oxid Bobstoffmangel, verursacht durch Wagenmangel and Eisenbahnerstreik,
verschiedentlich Betriebsstillegungen nnd -einschränkungen zur Folge ge-
habt. Hiervon aber abgesehen hat die keramische Industrie nach den
Berichten aas Begensbarg und Bonn weiterhin einen günstigen Geschäfts-
gang. Ebenso wird von der übetwiegenden Mehrheit der an das Reichs-
Arbeitsblatt berichtenden Firmen die Geschäftslage der gesamten Porzellan-
und Steingut Industrie, sowohl in Luxus- wie auch in Gebrauchsware,
als gut oder sehr gut bezeichnet. Porzellan- und Steingutgeschirr fand
im In- und Aasland regen Absatz. Der Eingang der Aufträge erfolgte
jedoch noch zögernd, doch sind solche noch genügend vorhanden. Einige
Arbeitsnachweise (Schlesien, Oberfranken, S.-Anhalt) fordern Spezialarbeiter
an.. — Die Sanitätssteingntindustrie konnte die Nachfrage kaum
befriedigen, znmal diese infolge des starken Frostes plötzlich anwuchs
(Handelskammer Bonn). — Feinsteinzeug-, Kachelofen- und
Wandplatten industrie können ebenfalls Uber ein befriedigendes Geschäft
berichten. Der Absaiz an gewöhnlichem Steinzeag hat sieht nicht
gebessert. Die schwierige Lage dieses Geschäftszweiges wurde besonders
durch die starken Erhöhungen der Bahnfrachten, die gewaltigen Preis-
steigerungen iür Boh- nnd Brennmaterialien nnd ebenso die gesteigerten
Löhne, die auch in den anderen Zweigen der keramischen Industrie zu
verzeichnen Bind, noch weiter verschlechtert. — Die eingangs erwähnte
Mehrbescbäftigung gilt besonders für die G 1 a s industrie, was zum Teil auf
die Beendigung von Streiks in einigen schlesischen Werken und in einer
Glashütte bei Hamburg, aber auch auf die Erweiterung (B -aunschweig)
oder Wiederaufnahme von lange 'stilliegenden Betrieben (Niederlausitz)
zurückzuführen ist. Die Arbeitsnachweise melden Bedarf an Glasmachern
in Thüringen nnd Glasschleifern in Hambarg; dagegen scheint in der
Niederlausitz starkes Angebot an männlichen und weiblichen Arbeitskräften
zu besteben. Wegen Ablehnung eines Schiedsspruches beschlossen nach
dem „Vorwärts" Ende Februar in Fürth die Arbeitgeber die Aussperrung
von etwa 2500 Glasarbeitern and -arbeiterianen. Verschiedentlich sind
Lohnerhöhungen erfolgt. Auch die übrigen Produktionskosten unterliegen
dauernden Steigerangen. Die Befürchtang der Händlerschaft, daß wegen
der dadurch notwendig gewordenen Preiserhöhung für Fertigwaren der
Absatz nachlassen würde, hat sich nach dem Bericht der Handelskammer
Bonn und eines Fachverbandes bisher nicht erfüllt. Annaiiierungen er-
teilter Aufträge sind nicht erfolgt. Schweren Schaden erlitt allerdings
die gesamte Glasindustrie durch den Eisen bahnerstreik. Eine graße Zahl
von Fabriken wurde infolge der zum Teil vollständig angenügenden Zufahr
von Rohmaterial und Kohlen, welch letztere schon yor dem Streik nirgends
in nennenswerter Menge vorhanden waren, zum vollständigen Stillstand
für längere oder kürzere Zeit verurteilt. Wegen der infolge des
böhmischen Bergarbeiferstreikes ausbleibenden Auslandskohle fanden auch
im Osten und Süden Störungen statt; die Lausitzer Werke konnten aber
ungestört arbeiten. Die Betriebe im Saargebiet kommen bei der ständigen
Entwertung der Mark und dem starken Steigen des Franken in eine
immer schwierigere Lage. Ueber Wagen-, Brennstoff-, Boh- und Hilfs-
stoSmangel (Soda, Pottasche) wird häutig geklagt. — Im einzelnen war
die Nachfrage nach Tafelglas nach wie vor stark, und zwar derart,
daß die Fabriken infolge der beschränkten Produktionsmöglichkeit auch
nicht entfernt den Bedarf decken konnten. Der Handel erteilt weiterhin
Aufträge. Auch die Ausfuhr ist ungefähr stetig geblieben. — Auftrags-
bestand und Auslandsgeschäft für Kristallglas haben Bich verschlechtert,
der BohBtoffbezug war wegen des Eisenbahnerstreiks unmöglich (Begens-
barg). — Für Medizinglas war das Inlands- nnd Auslandsgeschäft
gut. Auch hier sind Preissteigerungen erfolgt. Ebenso in der Hohl-
glas industrie, die sich ebenfalls eines äußerst regen Geschäfts im Inland
wie nach dem Ausland erfreut.
Chile. Marktlage für Glas- und Emailwaren. Der Bedarf an
gewöhnlichen Bier- und Weinflaschen, die ersten mit Korkkapselverschluß,
wird seiner ganzen Ausdehnung nach wohl im Lande gedeckt und die
ausländische Konkurrenz kommt wohl nicht mehr in Frage. Weißwein-
Haschen und bessere Gläser (Kristall, Halbkristall and Glas) müssen im allge-
meinen importiert werden, denn das einheimische Fabrikat ist minder-
wertig, zu teuer und für die wenigen Fabriken, die den Artikel her-
stellen, eigentlich nicht lohnend, weil der Konsam zu gering ist. Sobald
das Ausland, zumal Deutschland wieder mit günstigeren Angeboten auf dem
Markte erschiene, dürfte die einheimische Fabrikation aufgegeben werden.
— Zar Herstellung von Emailwaren Bind während des Krieges und in
der Folgezeit einige, zum Teil von Deutschen geleitete Fabriken errichtet
worden, die in der gangbaren, billigen Ware recht leistungsfähig ge-
worden sind. Doch bleibt bei dem großen Bedarf auch in diesen Artikeln
in den verschiedensten Preislagen dem Import «in weites Feld offen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Ludwig Weisel, A.-G. fdr Porzellan, und Steingutfabrikation,
Bonn. Antrag aus dem genehmigten Abschloß vom 8l. 12. 21: Rein-
gewinn M 2 862 661 (1665366); Dividende 26% (15)- Konus 10".'. (10);
Abschreibungen M 141628 (148133); Zuweisungen an Werkerhaltaogs-
fonds M 1 Mill. (0,5), an Arbeiterunterstützangsfonds Jl 60000. — Durch
den hohen Auftragsbestand im neuen Jahr dürfte ein weiterer günstiger
Geschäftsgang gesichert erscheinen.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G., Fraureutb. Die Gesellschaft
plant umfangreiche Erweiterungen ihrer Fabrik, die 600 Arbeiter neu be-
schäftigen soll. Zur Errichtung von Wohnungsbauten für diese Arbeiter
werden Jl 30 Mill. gebraucht. Die Gesellschaft hat bei dem Staate
Thüringen eine Anleihe von M 15 Mill. beantragt.
Greppiner Werke, Greppin. Auszug aus dem genehmigten Ab-
schluß vom 31. 12. 21: Beingewinn M 4589762 (1207874); Dividende
22% (22); Bonus 22% (22); Abschreibungen Ji 687 940 (267 636); Rlck-
stellang für Werkerhaltang M 1.25 Mill. (760000), für Uaterstützungs-
and Gratifikationszwecke Ji 800000 (525000). — In den Auf.ichtsrat
wurde Bankier H. Schoof wiedergewählt.
Vereinigte Zwieseler und Pirnaer Farbenglaswerke, A.-G.,
München. Die a. o. G -V. vom 28. 3. stimmte der Kapitalserhöhung um
M 4 5 Mill. Inhaber-Stammaktien und Ji 0 25 Mill. Namens- Vorzugsaktien
auf M 10 Mill. zu. Beide Aktiengattungen sind ab 14. 22 dividenden-
berechtigt. Die Durchführung ist der Deutschen Bank, Filiale München,
übertragen.
Erste Darmstädter Herdfabrik und Eisengießerei Gebrüder
Boeder, Darmstadt. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom
31. 12. 21: Reingewinn M. 2873478 (652611); Dividende 16°/, (15);.
Bonus 10 o/o. (9); Abschreibungen Ji 35872 (116 289); Bücklage für Er-
neuerungskonto Ji 1,75 Mill., Zuweisung an Pensionsfonds M 100 000, an
Altpensionäre M 20000. — Die im Laufe des Jahres angesammelten
Vorräte konnten ebenso wie die seit dem Herbst bis aufs äußerste ge-
steigerte Produktion bei zunehmenden Preisen abgesetzt werden, wobei
auch der Export gegenüber dem Vorjahr an Ausdehnung zunahm. Der
am Jahresschluß vorliegende Auftragsbestand läßt die Aussichten für das
laufende Jahr nicht angünstig beurteilen. — Die aasscheidenden Aufsichts-
ratsmitglieder Bankdirektor F. Bausback und Fabrikant E. Schenck wurden
wiedergewählt.
Deutsche Fensterglas-A.-G., Berlin. Aaszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 2010422 (1595477); Dividende
25% (25); Abschreibungen M 956 522 (300 000). — Das Unternehmen
vermochte im abgelaufenen 12. Geschäft jähr wiederum den Gesamtumsatz
zu erhönen, woran die stetigen Preissteigerangen für alle Arten von Flach-
glas sowie die weitere Entwicklung des Ausfuhrgeschäftes wesentlichen
Anteil hatten. Die Befürchtung, daß die Niederlassungen in Danzig,
Königsberg and Breslau durch die Neugestaltung der politischen Verhält-
nisse dauernd schweren Schaden nehmen würden, hat sich erfreulicherweise
nicht bestätigt. Dagegen maßten die Zweigniederlassangen in Posen and
Bromberg aufgegeben werden, wobei jedoch Verlaste vermieden werden
konnten.
Wiedemannsche Druckerei, A.-G., Saalfeld a, 8. Auszag ans
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Jt 365386 (.124 944) ;
Dividende 15% (15); Abschreibungen Ji 216 311 (75822). — Die Gesell-
schaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr in allen Zweigen des Betriebes
dauernd bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit beschäftigt. Stets
steigender Export and vollständige Modernisierung des Betriebes lassen
auch für das laufende Jahr ein günstiges Ergebnis erwarten. — Dem Auf-
eichtsrat wurde Bankier J. Perlis nea hinzagewählt.
Eine neue Aktiengesellschaft unter der Firma „Deutsche Kaolin-
A.-G., Spergau" wurde zur Ausbeutung der Kaolinfelder bei Spergau and
Kirchdorf -Merseburg gegründet. Kapital: Ji 5 Mill.
Französische Neugründung. Unter der Firma „L'Electro Porcelaine,
Lyon", wurde eine A.-G. mit einem Kapital von Fr. 700000 gegründet,
die sich mit der Herstellung von Isolatoren nnd anderen elektrischen
Porzellanen, insbesondere mit der Herstellung von Porzellanisolatoren nach
dem Verfahren Renaadin befaßt.
General - Versammlungen.
Porzellanfabrik Joseph Schachtel, A.-G., Charlottenbrann: o. G.-V.
6. 5. 22, 5 Uhr n., Bankfirma Carsch Simon & Co., Berlin.
Roschützer Porzellanfabrik -Unger & Schiide, A.-G, Roschütz: o. G.-V.
22.4.22, 11 Uhr v., Hotel Schwarzer Bär, Gera-Beuß.
Tonwerke Kandern, A.-G., Kandern: o. G.-V. 12.4.22, 2l/8 Uhr n.,
Notariat, Kandern.
Vereinigte Mosaik- und Wandplattenwerke, A.-G. (Friedland Sinzig-
Ehrang), Sinzig: o. G.-V. 25. 4. 22, 5 Uhr n„ Geschäftsräume, Ehrang.
T.-O.: u. a. Satzungsänderungen,
Steingutfabrik Amberg, A-G , Amberg: a. o. G-V. 19. 4. 22, 11 Uhr v.,
Hotel Boter Hahn, Nürnberg. T.-O. : Kapitalserhöhung nnd Abschloß eines
Pachtvertrages.
Tafel-, Salin- uud Spiegelglasfabriken, A.-G., Fürth: a. o. G.-V.
12.4.22, 11% bezw. II1/» Uhr v., Sitzungssaal, Fürth. T.-O.: Kapitals-
erhöhung um Ji 7,8 Mill. Inhaber-Stamm- und Ji 0,3 Mill. Namens-
Vorzugsaktien.
Hallesche Pfännerschaft, A.-G, Halle a. S.: 0. G.-V. 24. 4. 22,
12% Uhr m., Gasthaus „Stadt Hamborg", Halle. T.-O. : n. a. Kapitals-
erüöhung um M 19 Mill. Inhaber-Stammaktien.
Houbenwerke, A.-G., Aachen: 0. G.-V. 26. 4. 22, 11 Uhr v., Sitzungs-
saal der Rheinischen Handelsgesellschaft m. b. H , Düsseldorf.
Eisenhüttenwerk Tnale, A.-G., Thale: 0. G.-V. 19.4. 22, 11 Uhr v.,
Verwaltungsgebäude, Taale.
Kaerlicher Tonwerke, A.-G., Kaerlich: 0. G.-V. 21.4. 22, 4 ■/« 1 hr n.,
Bahnhofshotel, Koblenz.
Messen nnd Ausstellungen.
Die Frankfurter Internationalen Messen werden in Gemein-
schaft mit der Hamburg-Amerika-Linie demnächst eine Verkehrs- and
WirtnohmftH Zeitschrift anter dem Namen „Oer Bund" herausgeben.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRICH SAAL — COBURG.
Nr. U — 163
Die Breslaues Frühjahrsmesse hat mit einem vollen Erfolge ge-
endet, obwohl der Geschäftsgang in den letzten Tagen unter der großen
Kälte in den nicht heizbaren Riesenhallen gelitten hat. In allen Ab-
teilungen war das Geschäft gnt. Besonders großer Nachfrage erfreuten
sich die Waren, die für den täglichen Bedarf unentbehrlich sind. Es ist
natürlich, daß angesichts der fortschreitenden Verteuerung eine gewisse
Zurückhaltung im Kauf solcher Waren bestand, die Uber den täglichen
Bedarf hinausgehen. Das bezieht sich aber nicht auf ausgesprochene
Lnxuswaren, die guten Absatz fanden. Zorn ersten Male seit Beendigung
des Krieges zeigte sich ein starker internationaler Einschlag. Das Haupt-
geschäft war aber nach Deutschland gerichtet, und zwar nach Ober-
schlesirn, aus dem erhebliche Käuferscharen gekommen waren. Vom Aus-
land waren vertreten in erster Linie die Nachbarstaaten, Tschechoslo-
wakien, Polen, Ungarn, Deutschösterreich und Bamänien, ven dem sehr
viele Vertreter erschienen waren, Jugoslawien, Baßland, die Türkei, ja
selbst Syrien, Persien, Aegypten, Nordamerika, Brasilien, Italien, Däne-
mark, Schweden und Norwegen, Litauen, Finnland und Rußland. Der
Gesamtumsatz der Breslauer Frühjahrsmesse ist auf 'weit Uber eine
Milliarde Mark zu schätzen. Der Erfolg ist in jader Weise größer als
anf der letzten Herbstmesse und wird viel zur Befestigung der Messe
beitragen.
Die endgültigen Besucherzahlen der Leipziger Frühjahrsmesse*
Unter Zugrundelegung der Anschreibangen des Meßamts Uber ausgegebene
Meßabzeichen und Meßausweise ist nunmehr festgestellt worden, daß
mindestens 155 000 geschäftliche Besucher auf der Frühjahrsmesse ge-
weilt haben. Rechnet man noch die jenigen Ausweise hinzu, die als Ehren-
abzeichen, ferner an Studenten bezw. Schüler, als Dienstkarten für die
Angestellten von Reiche-, Staats- und Kommunalbehörden, als Arbeiter-
karten usw. abgegeben worden sind, sowie diejenigen Karten, die an den
Verlängerungstagen der 'Technischen Messe ausgegeben wurden, so kommt
man der Gesamtzahl von 200000 Meßbesuchern sehr nahe. Unter Mit-
berücksichtigung der polizeilichen Anmeldungen kann die in der Gesamt-
zifier enthaltene Zahl der ausländischen Meßbeeueher auf gegen 32000
augegeben werden.
Eine ständige deutsche Musterausstellung in Riga ist von der
Wi'tschaftsabteilung der Deutschen Gesandtschaft in ihren Bäumen ein-
gerichtet worden. Es ist beabsichtigt, eine Katalogsammlung deutscher
Firmen anzugliedern.
4. London Fair und Market 1922. Von der von der „International
Trade Exbibitions Ltd." in der Zeit vom 3. bis 14. 7. 22 geplanten Ver-
anstaltung, die in diesem Jahre zum ersten Male vollkommen internationalen
Charakter tragen wird und auf eine lebhafte Beteiligung der in Betracht
kommenden deutschen Kreise besonderen Wert gelegt hat, sind dem Aus-
stellungs- und Messe-Amt der Deutschen Industrie jetzt die Standpreise
bekannt geworden, die Interessenten von diesem gern übermittelt werden.
Deutsche Waren, die in den vergangenen Jahren infolge des Widerstandes
der Übrigen Aussteller überhaupt nicht zugelassen waren, müssen von in
England niedergelassenen (deutsehen oder englischen) Firmen ausgestellt
werden. Für Firmen, deren Waren durch einen deutschen Vertreter aus-
gestellt werden, dürften keine Schwierigkeiten vorhanden sein, seitens des
zuständigen englischen Konsulats das Visum zu erhalten, wenn es nnter
Vorlage entsprechender Nachweise rechtzeitig beantragt wird.
Eine Ausstellung wissenschaftlicher Apparate und Instrument«,
Padua 1922, soll vom 15. 5. bis 15. 6. in Verbindung mit der 4 Inter-
nationalen Paduaer Mustermesse (1. — 15. 6. 22) veranstaltet werden.
Beichenberger Messe. Ingenieurtagung, Der Hauptverein
deutscher Ingenieure in der C. S. B , Sitz Reicaenberg, hat den Beschluß
gefaßt, die diesjährige Iogenieurtagung zu Beginn der Messewoche 1922
in Beichenberg abzuhalten. Die Messeleitung wird Vorsorge treffen, daß
die Teilnehmer alle Begünstigungen der Messebesucher erhalten. Für die
Ingenieurtagung einschließlich des Wärmewirtschafts- und des anschließen-
den Bergmannstages wurden im Einvernehmen mit der Messeleitung die
Tage vom 13. bis einschl. 17. 8. 22 in Aussicht genommen. Es werden
lediglich fachwissenschaftiiche Vorträge von hervorragenden Fachautori-
täten für die verschiedenen Fachgruppen unter besonderer Berücksichtigung
der Kraft- und Wärmewirtschaft gehalten werden, welche für Technik und
Industrie allgemeines Interesse bringen. Zuschriften und Anfragen sind
an die Geschäftsstelle des H. D. J. Beichenberg, Schloßgasse 11 (Fern-
sprecher 42) zu richten.
Soziale Bewegung.
Zur gleitenden Lohnskala. Der große Ausschuß der Vereinigung der
deutschen Arbeitgeberverbände hat sich mit der im Reichearbeitsministerium,
im Reichstag und in der Presse in der letzten Zeit vielfach erörterten Frage
der „gleitenden Lohnskala" eingehend beschäftigt und ist hierbei in Ueber-
einstimmung mit der ständigen Auffassung des Tarifausschusses zu folgendem
Standpunkt gekommen : Die Lohnhöhe kann Bich nicht lediglich nach den
Lebenshaltungskosten richten, sondern ist in besonderem Maße von der
Leistung des einzelnen Arbeiters, der Art seiner Arbeit, den Verhältnissen
des Unternehmens und der wirtschaftlichen Gesamtlage abhängig. Ist es
schon danach grundsätzlich falsch, die Lohnhöhe lediglich auf einen
Lebenshaltungsindex abzustellen, so birgt das System automatischer' Lohn-
festsetzung außerdem die große Gefahr in sich, daß es das eigene Ver-
antwortungsgefühl des Arbeiters beim Streben nach höherer Entlohnung
verringert oder gar beseitigt und damit die Arbeitsmoral und die Arbeits-
leistung ungünstig beeinflußt. Es würde sich auch gar nicht vermeiden
lassen, daß automatisch eintretende Lohnerhöhungen eine ungünstige Ein-
wirkung auf die Preisgestaltung der gesamten Lebensbedürfnisse haben,
da sie zu einer ebenso automatischen Verteuerung der gesamten Lebens-
haltung führen nnd so wiederum Anlaß zu neuen Lohnsteigerungen geben.
Neben diese sozialen und wirtschaftlichen Gründe tritt das weitere
Bedenken, daß ein fester, von künftigen Entwicklungen unabhängig
bleibender Ausgangspunkt für die zeitliche Gestaltung der gleitenden Löhne
fehlt und dtfffceicfc kaum einwandfrei nnd praktisch brauchbare Indexzahlen,
au^welchtir Grundlage man sie auch errechnen mag, werden finden lassen.
Daher ist eine Durchführung der gleitenden Lohnskala unter ausreichender
Berücksichtigung aller wirtschaftlichen, fachlichen, örtlichen und persön-
lichen Verhältnisse nicht möglich. Sie würde, wenn durch zentrale, Mau
nahmen oder gar gesetzlichen Zwang erfolgt, eine ernstliche 8törungjdes
gesamten, in natürlicher Entwicklung aufgebauten Systems fachlicher und
örtlicher Tarifverträge nach sich zieheu und deshalb den Wirtschaftsfrieden
nicht fördern. Wenn die gleitende Lohnskala nach vorliegenden Erfahrungen
vereinzelt in eng begrenzten Fällen auch ohne Nachteil zur Auwendung
kam, vielleicht sogar gewisse Vorteile geboten haben mag, so kann sie
doch aus den dargelegten Gründen weder für die Priratindustrie, noch
für die von denselben Voraussetzungen wirtschaftlicher Lohngestaltung
abhängige Staatsverwaltung und 8taatswirtschaft als allgemeines Ent-
lohnungssystem übernommen werden und ist deshalb abzulehnen.
Verbände.
Die Vereinigung Mitteldeutscher Hoblglasfabriken, E, V.,
Dresden j sieht sich veranlaßt, die bisherigen Preise um abermals rund
40% zu erhöhen. Zwecks vereinfachter Berechnung werden alle Auf-
schläge zusammengezogen; es kommen mithin auf die Grundpreise zur
Anrechnung: 175 °/0 Aufschlag für Hell- und farbiges Glas, 200 °/0 Auf-
schlag für Opal-, Seladon- und Ueberfangglas,. und zwar mit sofortiger
Wirkang für alle Lieferungen. Des weiteren gelten fortan alle Offerten
unl Auftragsbestätigungen nur unter Vorausannahme der am Tage der Lie-
ferung geltenden Vereinigungspreise sowie unter Vorbehalt der Lieferungs-
möglichkeit.
Verband Deutseher Glasfabriken für Medizinglas, chemisch-
pharmazeutischer Gläser und Fiakons, e. V, Dresden. Nach dem
Geschäftsbericht über das Jahr 1921 ist der Etat der Geschäftsstelle sowie
der angeschlossenen Preisprüfungsstelle entsprechend der Geldentwertung
und der erhöhten Arbeitsleistung gestiegen. Durch Aufnahme schärferer
Kontroll- und Strafbestimmungen in die Satzungen wurde eine straffere
Verbandsorganisation erzielt. Es fanden statt: 4 ordentliche Mitglieder-
versammlungen, 7 Vorstandssitzungen, 5 Sitzungen der Inlandpreis- und
6 Sitzungen der Exportpreiskommission. Ende des Jahres zählte der Verband
46 Mitgliedsfirmen. Dem derzeitigen Vorstand gehören an : Fabrikbesitzer
Carl Heinz, Vors., die Direktoren Oscar Winkler. stellv. Vors., Franz
Weberbauer, Erich Tiemer, W. Holländer, Oscar Mudrack und Ernst W.
Müller. Die Inlandpreiskommission, der noch Direktor Helmes und Fabrik-
besitzer Friedrich zugewählt wurden, die Exportpreiskommission und der
Vertranensausschuß wurden in der G.-V. wiedergewählt. Die Geschäfts-
stelle, deren Leitung Dr. Hugo Kratz und Max Ulrichsohn oblag, versandte
37 Randschreiben und erledigte einen Schriftverkehr von 19 180 Schrift-
stücken. Die Preisprüfungsstelle bearbeitete rund 9000 Anträge. Die
Ausfahrabgabe, die für die Mehrzahl der Verbandserzeugnisse 5% betrug,
wurde auf 6°/0 festgesetzt und in dieser Höhe aufrechterhalten. Der
Preisprüfungsstelle wurde das Preisprüfangsrecht für Kognak-, Likör- und
Milchflaschen der Weißhohlsrlasindustrie zuerkannt Der Unterausschuß
tagte in 3 Sitzungen. Die Mitglieder der Tropf- und Pipettenglasvereini-
gung beschlossen die Gründung eines Syndikats für Tropfgläser, das am
1. 1. 22 als „Syndikat Deutscher Tropfglasfabriken, 0. m. b. H." seine
Arbeit unter der Leitung von Dr. Kratz, Dresden-A., Bergstr. 5, aufnahm.
Der Verband konnte am 8. Ii. 21 auf eine 20- jährige Tätigkeit zurück-
blicken, nachdem er eis lose Interessengemeinschaft schon vordem 15 Jahre
bestanden hatte.
Nach anfänglichen Stockungen im Frühjahr erfahr der Geschäftsgang
' der Verbandshütten im Laufe des Jahres 1921 durch die vermehrten Aus-
landslieferungen und die verstärkte Inlandsnachfrage eine wesentliche Be-
lebung, sodsß am Jahresende die Werke in zufriedenstellender Weise be-
schäftigt waren. Bei den Preisfestsetzungen wurde eine möglichst stabile
MarktgeBtaltung erstrebt. Die am 8. 4. 21 als notwendig erachtete Preis-
herabsetzung wurde bis zum 20. 9. 21 aufrecht erhalten. Die seitdem
vorgenommenen Erhöhungen waren indessen so mäßig bemessen, daß die
weiter anhaltende Teuerung eine neue Preisrevision erforderlich machen
wird. Nicht ohne Rückwirkung sind die Preise für Medizinglas ge-
blieben auf die Preisfestsetzungen für Fiakons, Kleingläser usw., für die
besondere Listen und Richtlinien aufgestellt worden. Znm Deutschen
Medizinglas-Verband, Cassel, konnten auch weiterhin gute Beziehungen
gepflegt werden. Für das Exportgeschäft wurden entsprechende Bichtlinien
ausgearbeitet. Die Ausfuhr der Verbandserzeugnisse stieg auf rund
M. 115 Mill. Die Gestehungskosten erfuhren durch die Lohnzugeständ-
nisse eine wesentliche Verteuerung. Gegenstand besonderer Sorgen waren
auch die mangelnden Zufuhren und die gewaltigen Preissteigerungen von
Soda (bis Jahresende um ca. 100 «/„), Sulfat, Sand und Kohle. Die von
den Kohlengruben abseits liegenden Hütten waren mehrfach zu zeit-
weiligen Stillegungen bezw. Einschränkungen gezwungen. Diese Schwierig-
keiten wurden noch vermehrt durch die sonstigen wirtschaftlichen
Störungen wie auch durch die Fülle von Gesetzesmaßnahmen und Verord-
nungen in betriebstechnischer und steuerlicher Beziehung.
Bücherschau.
Das neue Postbuch 1922. Vollständige Gebührentarife und Vor-
schriften des Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehrs für das In- und
Ausland (Postscheckverkehr, Luftpost) nach dem Stande vom 1. Januar
1922. Vollständiger Tarif für Pakete nach dem In- und Auslande. Haft-
pflicht und Ersatzleistung der Postverwaltung. Von Kurt Delling, Ober-
postinspektor. Berlin C. 2, 1922. Industrieverlag Spaeth & Linde. Preis
JC 19,20.
Am 1. Januar 1922 traten ganz außerordentlich erhöhte Posttarife
sowie neue Postbestimmungen in Kraft. Um sich vor Schaden zu
bewahren, ist es für jeden kaufmännischen und industriellen Betrieb von
größter Wichtigkeit, sich mit den neuen Bestimmungen und zahlreichen
Neuerungen bekannt zu machen. Das neue Postbuch 1922 enthält in
übersichtlicher Zusammenstellung sämtliche Post-, Telegraphen- und Fern-
sprechgebühren nach dem neuesten Stande, die neuen Bestimmungen der
Postordnung, der Madrider Weltpostvereinsverträge, der Firnsprech-
164 — Nr. 14
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
pehflhrenordnung, des Lufrpogtverkehrs nsw. sowie die Vorschriften «her
Haftpflicht nnd Ersatzleistung der Post. E* enthält weifer u. a. die
gesamten Gebühren fü- den Anslanrfopaketverkehr neTJsij Leitwegen nnd
besonderen Angaben (W^rtang^, Rückscheine usw.). ferner den voll-
ständigen Teleirrammgehübrentarif nebst den erforderlichen- Bemerkungen
über Leitung, Sprache, besondere Beschränkungen n a. mehr. D*dujcb
daß diese groBen Tarife n°eh Einheitssätzen (Goldfranken) abgestellt
sind, ist vermieden, daß das Bncb schnell veraltet Bei dem Umfang der
einschneidenden Aenderungen im Postverkehr, ist das Bach wegen seiner
Vollständigkeit ein n^.ht w entbehrender Eiteeber für jedermann, besonders
für die Industrie- und Hand eis weit
Die Iudnstrle feuerfester Steine nnd ihre Antraben für Gas-
werte nnd Kokereien. Von Dr. P G. Straßmann (C;-ef>ld) Bücher
der Dsntsch«n Keramischen Gesellschaft, Band 1. Bonn, 1921. Seibat-
verlag der Datschen Keramischen Gesellschaft. Preis HC 10 —
Der Gepflogenheit, größte Arbeiten, die in Zeitschriften einen
zu großen Rs.um einnehmen würden, als Sonderhefte heranszugfben. folgte
die D K G, und es ist zu begrnß»n, d*ß sie einen in der 42. Jahres-
versammlung des Märkischen Ve-eins von Gas-, E!ektriziläts- und Wasser-
fachmännern in Berlin am 18. 3. 21 gehaltenen Vortrag des bekannten
Fachmannes als Sonderschrift erscheinen ließ. Ia der Abhandlung be-
spricht der Vcfasser die Anforderungen, welche die Industrie der fener-
festen Erzeugnis an ihre Robstoffe, insbesondere an Tone. Tonschiefer
und Qnarzite stellt, nnd behandelt im Anschluß hieran die Eigenschaften
feuerfester Produkte und ihre Verwendncg zu Koksöfen nnd in Gasan-
stalten. Interessant ist vor allem der Vergleich der tonreichen Erzeug-
nisse mit den übe-wiegend aus Kieselsäure bestehenden Dinas- und Silika-
steinen, der die Ueberlegenheit de^ letzteren für viele Zwecke deutlich
veranschaulicht. Der Verfasser gibt ferner eine kurze Darstellung der
modernen Aufbereitung und Verarbeitung von Qiarziten zu feuerfesten
Produkten, wobei er besonders die verschiedenen Q aarzitvorkommen
bespricht .
Jeder, der mit feuerfesten Erzeugnissen zu tun hat, wird aus der
übersichtlichen Darstellung Belehrung nni Anregung schöpfen können.
Ueber die Zähigkeit keramischer Massen. (Mitteilung ans dem
Laboratorium der Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co , A.-G., in Selb).
Von Dr. Ing. Dr. phil. Felix Singer, Charlottenburg. Bücher der Deutschen
Keramischen Gesellschaft, Band 2 Charlottenburg 1921. Selbstverlag der
Deutschen Keramischen Gesellschaft. Preis JC 25. —
Materialkenntnis und Materialprüfung führen zur Qaalität, auch in
der Keramik. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist jede Arbeit zu
begrüßen, welche die Prüfangsmethoden in der Keramik erweitert und uns
in die Lage versetzt, Eigenschaften der keramischen Werkstoffe zu be-
stimmen and zu messen. Die vorliegende Abbandlang enthält nun die
Ergebnisse außerordentlich zahlreicher Messungen der Sehlaghiegefestigkeit
mit dem Pend°lhammer und gibt auf Grand umfangreicher Versuche die
geeignetsten Bedingungen au, unter denen diese neuerdings in den
Vordergrund getretene Prüfangsmethode ausgeführt werden muß, wenn sie
zuverlässige Vergleichs werte liefern soll.
Die anf dem Gebiete der keramischen Materialprüf ang grandlegende
Arbeit ist daher für jeden unentbehrlich, der Interesse an der Prüfang
tecimi^ch verwendeter keramischer Erzeugnisse hat nud , auf Grund der
in einfacher und zuverlässiger Weise festgestellten Werte die Güte und
Haltbarkeit seiner Fabrikate zu erhöhen bestrebt ist.
Ueberwachung des Feuemugsbetriebes in der Glas-, Email-
nnd Tonindustrie. Von Dr.Ing. Ludwig Springer, Zwiebel (Bay).
(Fachbücher der Keramischen Randschau, Band 12.) Berlin 1-921. Verlag
Keramische Randschau. Preis M 5 — .
In der Schri't gibt der Verfasser eine kurze lieber«' cht über die
Untersuchung der Brennstoffe, die Prüfang der Heiz- und R-uehgase, die
Zug- nnd Temperaturmessung, die für eine schnelle Orientierung über die
Methoden und die bekannteren Apparate sieb bestens eignet. Die Bro-
schüre sei daher allen empfohlen, die ihren Brennstoffverbrauch sparsam
und wirtschaftlich gestalten und dabei den Gang der Oefen kontrollieren
wollen.
Firmenregister.
Deutschland.
Werra-Porzellanfabrik, A.-G, Brfmsn. An Stelle des ausgeschiedenen
P. L. Bracklo wurde Kaufmann Leo Freudenberg zum Vorstand bestellt.
Dem Anfsichtsrat gehören jetzt an die Bankiers G. L'ehning, Vors.,
G. Bohlken, stellv. Vors , nnd Kaufmann K. Warnecke.
Porzellanfabrik Kalk, G. m. b. H, Eisenberg i. Thür. Witwe Minna
Geyer wurde zum Geschäftsführer bestellt.
Porzellanfabrik C. M. Hutscbenrenther, A.-G., Hohenberg a. E. Als
weiteres Vorstandsmitglied wurde Direktor Georg Faist bestellt.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla. Direktor Dr. H. Lange ist als Vor-
standsmitglied ausgeschieden.
Wiek-Werke, vereinigte Fabriken Merkelbach & Wiek, Merkelbach,
Stadelmann & Co., Grenzhausen. Grundkapital: M, 600 000. Vorstands-
mitglieder sind die Fabrikbesitzer Willi Wiek und Arthur Weidenhammer.
Sie sind nur gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokuristen
vertietungsbefngt. Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben,
sind Kommerzienrat K Gretschel, Bankhaus Gebr. Arnhold, Dresden, Frau
Emma Wiek, R. G. F. Wiek nnd W. Wiek. Dem ersten Anfsichtsrat
gehören au Kommerzienrat K. Gretschel und die Baukdirektoren Dr. J. Krüger
und 0. Kreidl.
Wessel« Wandplattenfabrik, Lonis Wessel, Bonn. Die Firma ist
erloschen. Die Prokuren von Willy Wessel und die Gesamtprokura von
Anton Alef und Maria Verueck smd erloschen.
Ludwig Wessel, A.-G. für Porzellan- und Steiogntfabrikation, Boon.
Die Kapitalserhöbiiug um JC 0,6 Mill Stamm und M 0,5 Mill. Vor-
zugsaktien auf JC 6,5 Mill. ist erfolgt. Kaufmann Max Robisch hat
Gesamtprokura. Bei dem eingetragenen Prokuristen Engelbert Rooaeu
ist die Bezeichnung Fabrikdirektor gelöscht worden
Hessische Kunsttöpferei, G. m. b. H„ Bad Nauheim. Fabrikation
von Kachelöfen, Töpferwaren und Erzeugnissen aller Art der mit dieser
Industrie verbundenen Artikel Stammkapital: J6 30 000. Geschäfts-
führer ist Keramiker Jakob Olsen,
Kattowitzer Ofenfabrik Franz Lissy, Kattowitz. Nunmehriger In-
haber sind die persönlich haftenden Gesellschafter Witwe Gertrad Lissy,
Student Theodor A. Lissy, Keramiker Johann A. Lissy und Monika A.
Jjissv
Colditzer Tonwerke, G. m. b. H , Colditz. Der Sitz der Gesellschaft
ist nach Bad Lausick verlegt.
Töpferwerk Oetisheim Friedrich & Cie„ Odisheim. Die Firma
lautet jetzt: „Schamottewerk Oetisheim, Friedrich & Cis "
Quarzplattenwerk Rastatt, G. m. b. H., Rastatt. Das Stammkapital
ist auf M 600 000 erhöht.
Rohstoffverein der Krugbäeker, e. G. m. unbeschr. Nachschußpflicht
Mogendorf. An Stelle der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Albiu
Ströder nnd Friedrich Heß wurden Reinhold J. Ströder und Reinhold
H. Ströder in den Vorstand gewählt.
Bayerische Spiegel- und Spiegelglasfabriken, A-G , (vorm. W. Bech-
mann, vorm Ei. Kupfer & Söhne), Fürth Die Firma lautet jetzt:
„Bayerische Spiegelglasfabrikeu Bachmann-Kupfer A.-G.« Als weiteres
Vorstandsmitglied wurde Kaufmann Bruno Offenbarer nnd als stellver-
tretendes Vorstandsmitglied Kaufmann Stefan Wassermann bestellt.
Kaufmann Emil Staedtler bat Prokura mit einem Vorstandsmitglied. Die
Kapitalserhöhung um JC 3,3 Mül. Inhaber-Stamm- und M 09 _ Mill.
Namens-Vorzugsaktien auf M 18,6 Mill. ist durchgeführt. Ausgabekura
105 bez. 100 o/o ■ L ' _ ..
Emil Gundelach, Gehlberg. Frau Klara Reichenbaeher und Emil
Gnndelach sind als persönlich haftende Gesellschafter eingetreten Ver-
tretungsbefugt sind nur die bisherigen Gesellschafter Engen und Max
Gnnd Päd' Müller & Co.,§Niederputzkau. Die; Gesellschaft ist aufgelöst,
die Firma erloschen. , „ t>„i;„ m<nn
Berliner Spiegelglas-Verkaufs-Kontor^ G. in b H. Berlin. Eine
Zweigniederlassung ist in Königsberg i. Pr. errichtet worden.
Postulka & Kratzert, Bremen (Glücksburgerstraße 15 Glas-
warenSation Import und Export. Persöalich haftende Gesellschafter
sind die Kaufleute Simon Postulka und Alfred Kratzsrt.
Crefelder Glas- und Spiegelmanufaktar Heil & Cie., G m. b. H ,
Crefeld Das Stammkapital ist um Ji 200000 auf M 300000 erhöht
worden. Bei Bestellung mehrerer Geschäftsführer ist jeder selbständig ver-
tretungsbefagt. .
C. Otto Henkel, Cursdorf. Inhaber ist Glaswarenfabrikant Carl
0tt° Sx^Wandner, Cursdorf. Inhaber ist Glaswarenfabrikant Max
WandLeonhard Wening, Fürth (Mahlstraße 29). Die Firma ist erloschen.
Max Offenbacher, Fürth (Kargartenstraße 44). Die Gesellschaft ist
aufgei?s?und in LTqaTdation getWn. Liquidatoren sind
Max and Luitpold Offenbacher. Die Prokura von Johanna Offenbacher und
von Emil Staedler ist erloschen. >
o tt»«^»* a m h TT Halle Frau Anna Heckert ist nicht mehr
Heckert und Albert Koch sind erloschen. _
Deutsch-russische Glühlampenfabrik, G. m . b. H : Be *" jf Z™%
niederlassunc Kattowitz. An Stelle der ausgeschiedenen Hans ürieaeöerg
und l^SweSlti^rde als Geschäftsführer Kaufmann Fritz Karosse*
bestellt.
Karl Naß. Lauscha, S -M. Die Firma ist erloschen.
Richard Horn & Söhne, Schmiedefeld Kr. Schleusingen Glas-
instraSeSabrik.11 Persönlich haftende ^ellschafter sind Gtajgjju-
mentenfabrikant Richard Horn, Kaufmann Otto Horn ^ und die F^nkanten
Rudolf, Wilhelm und Cart Horn. Jeder Gesellschafter ist selbständig ver
tretungsbefagt. _ ..... „ .
Karl Greiner-Tbeodors Sohn, Steinach, S.-M. Versandgeschaft von
Glaswten. Inhaber ist Glaswarenfabrikant Karl Greiner-Tbeodors Sohn
Ootisches Werk Fortuna«, G.m.b.H., Zwiesel. Stammkapital :
^ 2100?t:scSihrIrOrsind die ^^J^ÄSÄ
Welter Sie sind nur beide gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit
einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Honbenwerke, A.-G., Aachen. Die Kapitalserböhung um JC 4,4 Mill.
Inhaber StammaktSn auf JC 11 Mill. ist erfolgt. Ansgabekurs JC J,6 Mill.
zu 100 % M 1,9 Mill. zu 176 %. . °.. ' Cn
Emaillier- und Stanzwerk Aschaffenburg Harte, *hftCrJt'
Aschaffenburir Der nerBönlich haftende Gesellschafter Ludwig ljeonnarai
ht8Can?geSdenerDParGeschäft -rd als Kommanditgese sc aft von den
übrigen Gesellschaftern unter unveränderter Firma fortgeführt
Eisenhütte Silesia, A.-G, Berlin (Markgraf ens* ; 46) BrtrjJ *«
Blech- und Emaille-Werks „Eisenhütte 8Ue ia», P"J«howJj SnderS
sowie Verarbeitung und Verwertung se bstgewonneuer oder «J«weltJ8
erworbener Montanprodukte Grundkapital: M 25 M i . Vur
Generaldirektor Sigfrid Winkler. Die Gründer X ll^tlkTk^ ^
nommen haben, sind die Firma Oberpchles.sche ^^-^S^
Bernau und Huttenbetrieb, Gleiwitz, Kommerzienrat 0. Caro die D ""oren
Dr. R Freund und Otto Lnbowski und Dr jur. C W^hner. I)e ersten Anf-
sichtsrat bilden Geh. Kommer^ierat 0. Caro, Vors., Generaldirektor Dr.-Iag.
Zackerkandl, stellv Vors , und Direktor Otto Lubowski. \
Gebr. Schultheiß'sche Emaillierwerke, A.-G , St. Georgen. ,ln den
Anfaichtsrat berufen wurden R. Mayer als Vorsitzeuder, L. Weißer, A.
Schittenhelm und F. Lohr. Ausgeschieden Bind F. Schiele und E. Bruchsaler.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 14 — 165
Deutsche Glasbelieferang, G. m. b. H., Berlin. Belieferung von
Hotels, Cafes and Reataurationsgeschäften mit Glas- und Porzellanwaren
und anderen Bedarfsartikeln für daa Hotel- und G tat wirta bewerbe. Stamm-
kapital: Jd 45000. Geschäftsführer ist Kaufmann Gabriel Neascuul.
Josef Krämer hat Einz.elprokara.
Frankfurter Flachglas-Handelsgeaellschaft m.b.H., Frankfurt a. M.
Kaufmann Ernst Tyrofi hat Einzelprokura.
Friedrich Ktthndahl, G. m. b. H , Dortmund (Mühlenstraße 12). Groß-
handel in Porzellan- und Glaswaren sowie von Haus- und Küchengeräten
aller Art. Stammkapital: JL 1 Mill. Geschäftsführer ist Kaufmann
Friedrich Ktthndahl.
Batti & Vallenzasca, Michelau. Korb-, Spiel- und Porzellanwären.
Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Antonio Batti
und Giovanni Vallenzasca.
Deutsche Gold- und Silherscheideanstalt, vorm. Roeßler, Frank-
furt a. M. Direktor Hermann Winkler wurde zum Vorstandsmitglied be-
stellt. . , , ,
Fabian & Co., Dresden. Gesellschafterin Marie Louise Helene, ledige
Maysel, ist ausgeschieden.
Graphitwerk Kropfmüh], A.-G., München. Max Nonnenbruch ist durch
Tod aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Quarzsand-Industrie," A-G, Pleinfeld. Erwerb und Auabeute von
Quarzsandgruben sowie Betrieb aller d*mit verwandten Industrien und
Gewerbe. Grundkapital: M 1,2 Mill. Vorstand ist Kaufmann Wilhelm
Paptistella. Gründer sind: Fabrikant Wilhelm Bleyle, Kaufmann P. v.
Jacobs, die Oberbayerische Handelsgesellschaft m. b. H., München, Kunst-
maler H. Ebers nnd Fabrikbesitzer F. Neidhardt. Dem ersten Aufsichts-
rat gehören an: Rechtsanwalt A Frieß, Diploming. H. H. v. Lieben und
Hauptmann a. D. H. Ebers.
Oesterreich.
Deutsche Keramik-Gesellschaft m. b. H., Wien. Ingenieur Ferdinand
Mares hat Gesamtprokura.
Emmaillieranstalt Josef Hölz, Wien. Emaillieren von Gaßeisen nnd
Eisenblech. Paaline Dolezal hat Prokura.
Tschechoslowakien.
Bohemia Karlsbader keremische Werke, G.m.b.H., Karlsbad. Die
Firma ist erloschen.
Nesselsdorfer Tonwarenfabrik (vormals A. Raschka) Ig. Schustala,
Nesselsdorf. Ig. Schustala ist aasgeschieden. Die Prokura von Adolf
Schustala ist erloschen. Persönlich haftende Gesellschafter sind Gertrade
nnd Helene Schustala. Adolf Raschka hat Prokura.
Antonin Rückl & Söhne, A.-G., Prag. Uebernahme der Firma
Antonin Rückl & Söhne und Betrieb der Glashütte in Nizbor,, Ein-, Aus-
fuhr and Erzeugung von Glas. Aktienkapital; Kc. 3 Mill. Verwaltungs-
rat: A. Rückl, F. Rückl, J. Rückl und H Rückl.
Glashttttenwerke vormals J. Schreiber & Neffen, A.-G , Rapotin, Bez.
Snmperk. Im Anschluß an die in Nr. 10, S. 116, veröffentlichte Eintragung
geht uns von der Firma folgende Berichtigung zu: Die Verwaltungs-
räte Maxim. Krassny-Krassmien und Hermann Riemerschmied wurden aas
dem Verzeichnisse der Verwaltangsiäte gelöscht und die. neu gewählten
Herren Josef L. Tüsky, Direktor der Gesellschaft in Reitendorf, und JUDr.
Bedrich Dlabac in Prag H, Porfc Nr. 10, als Verwaltungsräte eingetragen.
Franz Miäcefc und August Sedlatschek in Groß-Ullersdorf haben Gesamt-
prokura.
Slärha Nowä hnt, spol. s. r. o. (Glasfabrik Neuhütte, G.m.b.H.),
Tarmitz. Die Gesellschaft ist in Liquidation getreten. Liquidator ist
Eduard Lakes.
Bärtel & Schinkel, Haida. Glasraffinerie and Export. Die Firma
ist erloschen.
Felix & Co., Nendorf a N. Glasperlenerzeugung. Persönlich haftende
Gesellschafter sind Julias Felix and Ernst Felix. Jeder Gesellschafter ist
selbständig vertretungsbefugt.
Haardt & Co., Emaillierwerke und Metallwarenfabriken, Neschwitz bei
Tetschen, Das Aktienkapital beträgt jetzt Kc 8 Mill.
Tovärna na Meidingerova kamna a domaci nacini H. Heim, spol.
!. r. o. (Fabrik für Meidinger Oefeu und Hausgeräte H. Heim, G. m.
b. H), Prag Stammkapital: Kc. 400000. Geschäftsführer ist Adolf
D. Morgenstern.
Franz Scheibler & Co., Karlsbad. Handel mit Porzellan und anderen
Waren. Die Firma ist erloschen.
Steiner & Richter, Aich b. Karlsbad. Handel mit Porzellan, Glas-
nnd Tonwaren. Otto Steiner ist ausgeschieden. Nunmehriger Inhaber ist
Josef Richter.
Karlsbader Kaolin-Elektro-Osmose, A.-G., Karlsbad. Verwaltungsrat
Dr. J. Koritschoner und P. J. Lengersdorff sind aasgetreten. Eingetreten
sind Dr. B. Böttcher, A. Sommer und E. Trinks.
Jakob- Gerner, Zweigniederlassung Karlsbad. Die Prokura von
Georg Wunderlich ist erloschen Adolf Schnster hat Prokura.
Jugoslawien.
Ziga Fuhrmann, Bjelovar, Kroat. Glas- und Porzellanwarenhandel.
Samuel Laos and Dimitrije Podkonjak haben Prokura.
Jakob Sommer, Novagradiska, Kroat. Glas- und Porzellanhandel.
Zrnic i Sommer. Novagradiska, Kroat. Glas- und Porzellanhandel.
Die Firma ist erloschen.
Pero Stanisic i.drug, Sarajevo, Bosnien. Glas- and Porzellanhandel.
Pero Stanisic ist aasgeschieden. Jetziger Alleininhaber ist Mihajlo Trebic.
„Impex" impnrt i export stakla, poraulaua, mstalne, tekatüne i
glanterijske robe (Neumann i drug) („Impex", Import und Export von
Glas-, Porzellan-, Metall-, Textil- und Galanteriewaren (Naumann & Co.),'
Siaak. Kroat. Filip Neumann ist ausgeschieden. Dar Zusatz zum Firmen-
wortlaut: (Neumann & Co.) ist gelöscht. Eingetragen: Eduard Strigl.
Patente.
Deutsches Reich.
Anmeldungen.
80 c, 5. L. 47 593. Verfahren zum Betriebe von Gaskanalöfen'
80 c, 5. L. 49 198. . Gaskanalöfen mit Frischluftzuführung zu den
Gasdüsen.
Peter Joseph Lengersdorff, Berlin, Kneaebeckstr. 45. 13, 1. 19.
80 c, 11. B. 100 466. Schachtofen für pulverförmiges Gut, ins-
besondere für Gips. Andie Paul Edouard Bourdet, Paris. 30 6. 21.
80 c, 14. St. 32 805. Vorrichtung zum Brennen von Zement,
Magnesit, Kalk u. dgl. Harry Stehmann, Berlin-Hohenschönhauseil.
14. 1. 20
80 d, 1. 0. 11 498 Verfahren zur Herstellung von Schneide- oder
Trennscheiben und Schneide- oder Trennscheibe zum Schneiden von Glas
oder ähnlichem harten Material. Optische Anstalt C. P. Goerz, A-Gi,
Berlin-Friedenau 3 3. 20.
80 b, 8. K 79 152. Verfahren zur . Herstellung von Gußstücken
aus geachmolzenem Basalt o. dgl. Johann Klein, Obercassel b. Bonn.
16. 9, 21.
81 a, 1. N. 19 123. Maschine zum Zabringen von Dosenkörpern,
Dosendeckel and ähnlichen hohlen Gegenständen von einem angeordneten
Haufen. The Nugget Polish Company Limited, London. 11. 8. 20. Eng-
land 11.8. 19.
Zurücknahme von Anmeldungen.
4 b. S, 42 767. Scheinwerfer mit elektrischer Bogenlampe nnd
Hohlspiegel aas einem Stück Glas mit abgetrennter Scheitelkalotte.
23.8.20.
Versagung.
48 c. K. 55 670. Verfahren zur Herstellung weißer Emails und
Glasuren mit Hilfe von Zirkonverbindungen. 22. 3. 15.
48 c. K. 56 478. Verfahren zur Herstellung von zur Emailtrübuug
geeigneten Zirkonflaorverbindungen. 8 6. 15.
Erteilungen.
350318. 21a, 15. Entladungsrohre, insbesondere Röntgenröhre mit
einer zum Schntz gegen Durchschlagen durch innere Ladungen ganz oder
nur in den gefährdeten Teilen doppelwandig ausgeführten Glaswandung.
Siemens & Halske, A.-G., Siemensatadt b. Berlin. 28.10 20.
350355. 48 c, 4. Verfahren und Ofen zum Emaillieren. Charles
Bickmeier, Daniel Aloysius Liston und Robert Herman Engelhardt, Bellaire,
Ohio, V. St. A. 12. 6 15.
350 389. 32 b, 6. Verfahren zum Mustern von Glas durch Unter-
tauchen in Aetzsäure. Anton Scblögel, Berlin, Prinzenstr. 72 6. 3. 19.
350 587. 21 g, 12. Einführungsisolator für die Elektroden von Qaeck-
silbergroßgleichrichtern. Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin.
12. 12. 20.
350 770. 48 c, 1. Emaille zur Bekleidung der schädlichen Flächen
von Kolbendampfmaschinen* Heinrich Willmer, Mülheim, Ruhr-Broich,
Haagerfeld 6. 27. 10. 20.
350771. 48 d, 2. Verfahren zum Beizen von Eisen und Stahl mit
Säuren unter Verwendung von Zusätzen zur Säure; Zus z. Pat. 309 264.
Dr. Otto Vogel, Düsseldorf-Oberkassel, Wildenbruchstr. 52. 31. 3. 20.
350854. 67 a, 15 Maschine zum Einschieifen gerader oder kurven-
förmiger Rillen oder Nuten in Glasplatten mittels umlaufenden Werk-
zeuges. Franz Liebl, Wien. 10.3. 21.
350855. 67 a, 17. Maschine zum Schleifen der Ränder von Por-
zellantassen u. dgl. Robert Bosch, A.-G , Stuttgart, Adolf Krauß, Cannstadt,
Bryestr. 8, u. Karl Krauß, Stuttgart, Rotebühlstr. 118. 26. 10. 20.
350918. 80 b, 12. Verfahren zur Gewinnung von Kaolin. Reinhold
Froelich, Meißen i. Sa. 22. 10. 20.
350942. 26 a, 14. Flüssigkeitsverschluß für den herabklappbaren
Boden von Retorten o. dgl. Adolfshütte Kaolin- uud Schamottewerke,
A.-G., Crosta-Adolfshütte. 9. 12, 20.
350 963 75 d, 4. Verfahren zur Herstellung künstlicher Perlen und
Edelsteine Fernand. Sauvage, Paris. 16.1. 21. Frankreich 8.1. 19.
350 966. 80 b, 21. Verfahren zur Erzeugnng von Steinen, Platten
u. dgl. aus Bimssand. Wilhelm Ludwig Paul Cleff, im Haag, Holland.
20. 11. 20.
351011. 26 a, 6. Liegende Gasretorte aus Formsteinen. Stettiner
Chamotte-Fabrik, A.-G,, vorm. Didier, Stettin. 20.7. 19.
351026. 421, 4. Gasbürette mit Kühlmantel. Dr. Fritz Täurke,
Dortmund, Saarbrttcker Str. 29. 9.4. 21.
351069. 80 b, 12. Verfahren zur Herstellung von keramischen
Massen Gesellschaft für Tuff- und Ton-Technik m. b. H. Neuwied. 21 7. 20.
351070. 80 c, 5. Kanalofen. Peter Joseph Lengersdorff, Berlin,
Knesebeckstr. 45. 14. 1. 19.
351078. 21g, 15. Röntgenröhre mit auswechselbarem und einstell-
barem Brennpunkt. E. R. P. Schmidt, Berlin, Moabit 131. 16.12. 19.
Beschreibungen.
Maschine zum Schleifen, Polieren oder sonstigen Bearbeiten
der Mantelflächen von Hohlkörpern ans Glas oder Metall, wie Gläser,
Becher, Schüsseln u. dgl., bei der die Werkstücke auf einem umlaufenden
Halter befestigt, der Wirkung mehrerer in Radialebenen schwingbarer oder
nnr achsial beweglicher, der Werkatückform sich anpassender nachgiebiger
Werkzeuge ausgesetzt werden. Zwecks Polierens, gleichzeitigen Trocknens
der Werkstücke an den inneren und den äußeren Mantelflächen mit einer
166 - Nr. 14 SFKECHS ÄAL- COBURG.
und derselben Haschine ist an einer oberen umlaufenden Welle das Arbeits-
glied für die innere Mantelfläche mit schwamm- nnd lederarmierten Polier-
körpern vorgesehen, und auf einem in der Höhe einstellbaren Gestell das
Arbeitsglied für die äußere Mantelfläche, bestehend aus mehreren winkel- I
förmigen, durch ein Gelenk noch unterteilten Rahmen für "die Polier-
armierung, die durch eine gemeinsame Mnffe in bekannter >i Weise radial
beweglich sind. Die relativen Schleifbewegungen werden dadurch hervor-
gebracht, daß die Werkstücke das eine Mal von dem äußeren Arbeitsglied
festgehalten werden, das andere Mal von dem inneren Arbeitglied durch
Hineinpressen mittels der zentralen Druckstange, so daß sie mitgenommen
werden nnd sich gegen die äußeren Werkstücke drehen. 67 a, 17. Nr.
345 618. 23. 3. 21. Henry Alfred Cole, Weston-Super-Mare, Engl. •
Yerfahren zur Herstellung von Alkalisilikaten. Man bebandelt
ein Barinmsilikat mit Wasser und einem Alkalikarbonat oder -sulfat in
der Wärme. 12 c, 37. Nr. 345 669. 2. 2. 21. Canaille Deguide, Enghien,
Frankreich.
Verfahren zur Herstellaug von Formkörpern aas Ansschläm-
mnngen von Ton, Graphit oder anderen mineralischen Stoffen. Die Auf-
schlämmungen werden in der Form der Einwirkung eines elektrischen
Stromes so unterworfen, daß der niederzuschlagende feste Stoff nach der
Formwandung hingezogen wird. 80 a, 45. Nr. 345 752. 18.9.17.
Bernard James Allen, Stoke-on- Trent, Stafford, Epgl.
Verfahren zum Imprägnieren von Steinplatten für elektrische
Zwecke. Dieselben werden mit Kohlenwasserstoffen der Methanreihe ge-
tränkt. 21 c, 2. Nr. 345 764. 13. 11. 20. Adolf Klein, Behringersdorf
bei Nürnberg.
1922. (66. Jahrgang.)
Tiegelsohmelzofen mit In einen Isolierten Außenmantel ein
gebautem, den Brennstoff mit dem Schmelztiegel aufnehmendem fener
sicheren Einsatz. Der Gassammeiraum ist durch eine auf den feuersicheren
Einsatz aufgesetzte feuersichere, kegelförmige Haube nach oben erweitert
und letztere mit einer inneren nnd äußeren Armierung versehen, die aas
an den Deckplatten angeschweißten, durch Niete oder Schrauben mit-
einander verbundenen Leisten besteht. 31a, 3. Nr. 345 822. 10.2.21.
Adolf Bauer, München.
Verfahren znr Erzeugung eines sehr hohen Vakuums mittels
Strömung elektrisch geladener Teilchen. Die elektrisch geladenen Teilchen
werden durch «inen Qaecksilberlichtbogen oder einen glühenden Beinmetall-
draht erzeugt 21g, 20. Nr. 345882. 25.3.20. Hannoversche Glas-
instrnmenten-Fabrik Dr. North & Looali, K. G., Hannover.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G. Geschäftsbetrieb; W. Waren-
verzeichnis; (A.) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibung
beigefügt ; A. Tag der Anmeldung ; B. Tsg der Eintragung
279 884. Porzellanfabrik Carl Hans Tuppaok, Tiefes-
furt i. Schi. G. : Porzellanfabrik. W. : Porzellanwaren.
A.: 23. 5, 21. E. : 6 2. 22.
»e f o s ee
Frage kästen des Sprechsaal.
Keramik.
54. Unsere Steingutmasse besteht aus;
21,79 % Quarzsand mit 7% Tonsubstanz,
20,06% Band mit 70,58 % Quarz, 16,24 % Tonsubstanz, 13,18% Feldspat,
28,00 % Ton mit 69,40 % Tonsubstanz, 28,92 % Quarz, 1,62 % Feldspat,
?,00% Ton,
28,15% Kaolin mit 71,52% Tonsubstanz, 21,78% Quarz± 6,70% Feldspat,
während die Olaur der folgenden Formel entspricht :
O.lNa.O .
0,125 K*0 { n s_ / 2,379 SiO,
0,485 CaO ( 0,4/0 AkUa \ 0,35 B*0«
0,29 PbO>
Schfühbrand SK 8—9; Qlattbrand SK 04 a— 03 a.
Wenn wir nun etwas unter SK 8 brennen, wird die Glasur rissig. Bet
Sand wurde zuerst in Trommeln von 170 cm 0 und 180 cm Länge, und
zwar in einer Beschickung von 1400 kg etwa 12—13 Stunden gemahlen
und war dann noch etwas zu grob. Da wir neue Trommeln von 180 cm 0
und 2 m Länge aufgestellt haben, um eine feinere Mahlung zu erhalten,
ließen wir den Sand in den erstgenannten Mühlen 20 Stunden, in den neuen
16 Stunden mahlen. Es zeigt sich nun, daß die Glasur am Bande der
Teller abspringt. Brennen wir nun einen Kegel niedriger, so zeigt die Ware
auch noch langmaschige Haarrisse. Wir brennen daher wieder wie früher
und lassen den Semd in den größeren Mühlen 14, in den kleineren 16 Stunden
mahlen. Ist dies richtig? Kann der Unterschied von einigen. Stunden in
der Mahldauer obige Erscheinung hervorrufen, und wurde schon; anderweit
beobachtet, daß Absplittern der Glasur zugleich mit Haarrissen auftritt?
Was ist an letzterem schuld?
' Ihre Glasur von der Segerformel:
Erste Antwort:
0,100 N820
0,125 K,0
0,485 CaO
0,290 PbO
0,275 AI203
0,350 B,03
2,379 SiO,
■ .L ttttt',%.
*fn>«
hat unter Zugrundelegung der Ausdehnungskonstanten von Winkelmarm
& Schott in rander Zahl den Ausdehnungskoeffizienten (A.-K.) 250X10'7-
Fttr Daren geschrühten Scherben berechnet sich der A..E. jedoch nur auf
rund 175X10"7' Da aber bei gegenseitiger Haltbarkeit von Scherben
und Glasur die A.-K. annähernd gleich sein sollen, so zeigen die genann-
ten Zahlen, daß die Zusammensetzung Ihres Fabrikates nicht einwandfrei
ist. Sie müssen daher bestrebt Bein, die A.-K. von Scherben und Glasur
einander zu nähern. Zu diesem Ziele führen zwei Wege: ,
1. Durch Abänderung des Seherbens. Ibr bisheriger Scherben enthält
nach Beiner rationellen Zusammensetzung rund:
Quarz &A '
Feldspat Z%
Plastische Tonsnbstanz 21 °/0
Kaolintonsubstanz 25 %
1ÖÖ~
Bei Steingutscherben pflegt man im allgemeinen die Tonsubstanz aber im
Verhältnis von wenigstens 3 : 2 anf plastische nnd Kaolin-Tonsnbstanz zu ver-
teilen, weil eretere — abgesehen davon, daß die Masse sich dann besser
verarbeiten läßt dem Auftreten von Haarrissen entgegenwirkt, Kaolio-
tonsubBtanz die letzteren aber begünstigt. Diese vorteilhafte Eigenschaft der
feiten Tone erklärt Bich dadurch, daß die in denselben von Natur aus
meist in größerer Menge vorhandenen Flußmittel ' beim Brennen eine ge-
wisse Sctmelze ergeben, die einen hohen A. K besitzt, während dieser
beim KeoJin sich um so mehr verringert, je höber der letztere gebrannt
wird. Haarrisse aber treten in der Glasur dann auf, wenn diese einen
zu hohen und der Scherben im Verhältnis zur Glatur einen zu
niedrigen A K hat. Die Erhöhung der plastischen TonsubBtanz in
der MaBBe auf Kosten der KaolintonsubBtanz ist also ein Mittel zur Be-
seitigung der UaarriBBe. Um aber die Anpassungsfähigkeit von Scherben
und Glasur noch weiter zu begünstigen, wäre zu empfehlen, der Masse
atrf Kosten des Quarzes einige Prozent Schlämmkreide (2t*-5<y0) einzu-
verleiben, weil auch hierdurch die Reaktionsfähigkeit des Scherbens mit
der Glasur gefördert wird. Bei Massen, die Kreide enthalten, kann auch
mit dem Schrühbrand um '2— 8 Segerkegel heruntergegangen werden, ohne
daß man befürchten muß, hierdurch Haarrisse hervorzurufen ; das Ab-
springen der Glasur an den Tellerrändern aber wird durch diese Maßnahme
gemildert. Die Mahlfeinheit des Sandes branchen Sie dann nicht zu
ändern, denn je feiner der Sand in der Masse verteilt ist, desto intensiver
wirkt er in Bezug auf Erhöhung des A -K. des Scherbens und dadurch
anf Vermeidung der Haarrisse in der Glasur; andererseits wächst aber
die Sprödigkeit einer Masse nnd ihre Neigung zum Springen mit der
feineren Mahlung des Sandes. Ein Unterschied von einigen Stunden in
der Mahldaner kann anf die Korngröße des Mahlgutes natürlich einen sehr
wesentlichen Einfluß ausüben, der nm so mehr ins Gewicht fällt, je größer
die Differenz zwischen Mahlgut and Mahlfläche ist. Unter Beibehaltung
der längeren Mahldaner des Sandes nnd Abbruch des Schrühbrandes nm
etwa 2 Segerkegel möchte ich empfehlen, die Masse folgendermaßen zu-
sammenzusetzen:
Qaarzsand . . ... . . . . . . . 20°/, ,
FeldSpatbahiger Sand . . 20°/0
Fetter Ton 40 % *
Kaolin 18 «/0
Schlämmkreide 2 %
löö
2. Durch Abänderung der, Glasur. Unter Beibehaltung der bisherigen
Sänernngsstnfe der Glasur, die mir übrigens etwas zu zähflüssig erscheint,
wäre dieselbe dahin abzuändern, daß ah den Flußmitteln mit hohem A-K.
(K»0, N»80, CaO) in af äquimolekularem Verhältnis zn Gansten des PbO,
und an der Al«Op zu Gunsten der Bt0g vorsichtig abgebrochen würde
Die Glasur, die Bich Ihrem bisherigen Scherben jedenfalls besser anpassen
dürfte, entspräche dann z. B. folgender Segerformel:
0,075 NbbO )
0,075 KsO I 0,250 Al,Os \ 9}m
0,400 CaO 0,375 Ba03 / a,37H MUs
0,460 PbO J
Abspringen von Tellerrändern nnd gleichzeitiges Auftreten von Haarrissen
kann sehr wohl dann auftreten, wenn die Tellerränder gegenüber den
übrigen Flächen des Tellers durch mechanischen Einfluß, wie anrichtige
Herstellung durch den Dreher — z. B. Strecken der Tellerfahnen beim
Ueberformen — oder dnroh Stichflammen eine stärkere Verdichtung erlitten
haben; hierdurch wird an den verdichteten Flächen ein genügendes Ein-
dringen der Glasur in den Scherben nnd damit gewissermaßen die Bildung
einer Bindeschicht zwischen Scherben nnd Glasur verhindert, und der an
dem Tellerrande verdichtete Scherben wird infolge seiner im Verhältnis
zur Glasur nunmehr größeren Ausdehnungsfähigkeit gegen diese einen
Drnck ausüben, wodurch letztere am Bande des Tellers abspringt. Die
übrigen Flächen des Tellers dahingegen behalten ihre normale Struktur
und zeigen infolge ihrer stärkeren Porosität nnd ihres hierdurch bedingten
kleineren A.-K. Neigung znr Bildung von Haarrissen, die, wenn einmal
vorhanden, über die ganze Fläche des Tellers hinweg sich verbreiten können.
Zweite Antwort: Das Abspringen der Glasur an den Bändern
ist anf zu hohen Quarzgehalt und zu feine Mahlung desselben zurück-
zuführen Mit den Haarrissen hat dies allgemein nichts zu tun; treten
solche anf, so liegt dies daran, daß« Masse nnd Glasur verschiedene
Schwindung haben. Die rationelle Analyse Ihrer Masse ist nach Ihren
Angaben ungefähr die folgende:
Quar« 48,5 Gew.-T.
Tonsubstanz 46 5 „
Feldspat 5 0 „
100,0 Uew-T.
Aus dieser Zusammensetzung sieht man schon, wo der. Fehler steckt ,
der Qaarzgehalt der Masse ist doch etwas zu hoch, weshalh Ihnen
empfohlen Bei, ihn herabzusetzen und dafür die Tonsubstanz zu erhöhen.
Wie weit Sie damit gehen können, kann man Innen nicht bestimmt sagen,
sondern nur durch Versuche feststellen. Versuchen Sie folgenden Versatz:
1922. (55. Jahrgang.)
s p r e c h s a a l * Wt&swm
Nr. 1.4
p7
Qnerzsand . . . ... . . , . 40.0Gew-T.
Tonsubstanz . . . . . . . . . . 66,0 „
Feldspat ........... 5,0 „
100,0 Gew.-T.
An der Glasur ist vorläufig nichts zu ändern; sollten die Haarrisse
nicht verschwinden, so können Sie den Si02- Gehalt derselben erhöhen.
Haarrisse sind oft eine Folge von zu schwach verglühter Rohware, nnd
man darf sich dadurch nicht verleiten lassen, die Glasur zu ändern. Auf
einen möglichst gleichmäßigen Rohbrand muß man immer achten. Die
Mebldaufr Ihrer Trommelmühlen ist wahrscheinlich etwas za lang, sodaß
der Sand eine zu feine Mahlung erhält. Es ist aber nicht schwer, die
richtige Laufzeit herauszufinden; Ihre Aendernng auf 14 bezw. 16 Stunden
ist jedenfalls richtig, vorausgesetzt, daß der Feinheitsgrad erreicht ist.
Achten Sie aber mit darauf, daß "genügend Flintsteine in der Trommel
vorhanden sind. Alle Monate muß man ungefähr 10% des Gewichtes der
Steine ernenern, denn sind zu wenig davon in der Trommel, so dauert
der Mahlprozeß viel länger. Das Abspringen der Glasur kommt öfters
vor und verschwindet meistens von selbst, wenn auf einmal die Masse
die passende Feinheit aufweist.
Dritte Antwort: Ihr Feldspatsteingut hat nach Ihren Angaben
etwa die Zusammensetzung:
Tonsubstanz ... 45 %
Quarz 60 o/o
Feldspat 5 o/0
Kantenabsprengnngen treten besonders dann auf, wenn die Masse zu viel
Quarz enthält. Je feiner 8ie den Qaarz vermählen, desto stärker tritt er
in dieser Art in Wirkung. Es wäre vor allem zu raten, den Versatz etwas
Dermaler zu gestalten, so daß er
Tonsubstanz .... 50 %
Qaarz 45 %
Feld'pat 5 %
enthält. Sie können dies am einfachsten dadurch erreichen, daß Sie den
Quarzsand nm etwa 8% vermindern und den Kaolin nm ebensoviel erhöhen.
Vermutlieh werden dann nach dem höheren Rohbrand bei SK 8 die Ab-
sprengungen der Glasur nicht mehr vorkommen, und die Risse sind dadurch
dann Jedenfalls auch vermieden. Daß beide, eigentlich entgegengesetzten
Fehler zugleich auftreten, fällt ja tatsächlich auf, aber es beweist nur,
daß Masse und Glasur bezüglich ihres Zussmmenpassens auf der Grenze
balancieren. Vermutlich wäre auch die Zumischung von etwa 6 % Kalk-
spat zur Masse sehr günstig. Sie würden dann voraussichtlich den Rohbrand
nur bis 8K 6—7 führen — bei höherer Temperatur würde der Scherben
wohl zu dicht — und ohne Haarrisse zum Ziel kommen.
Vierte Antwort: Ihr Feldspatsteingut aus :
Tonsubstanz 46,35%
Quarz . . . . . . . . . . . . . 48,66 %
Feldspat . .... . ...... . 4,99%
ist durchaus normal, darf aber niemals unter SK 8 gebrannt werden. Die
Haarrisse sind die Folge zu niedrigen Brennens. Springt die Glasur ab,
so ist der Bleigehalt der Glasur zu gering. Sie können bis 0,85 Mol!
PbO gehen unter Erniedrigung des Kalks, der bis zu 0,2 Mol. sinken
kann. Bei Erhöhung des Bleies kann die Kieselsäure vermindert werden.
Eine ftlasur :.
0,2 K20
0,25 Na,0 l08g 0 /2,1 Si02
0,2 OaO f0"*8 A,2°3 \ 0,6 B.0,
0,36 PbO J
ist normal. Aendem Sie Ihre Glasur dahin ab, nnd das Abspringen ist
beseitigt. _Mit der Mahlung des Sandes haben Ihre Fehler nichts zu tun.
Das Absplittern nnd die Haarrisse haben, wie Sie sehen, zwei ganz ver-
sehiedme Ursachen.
Fttnfte Antwort: Zur Veimeidung der Haairisse muß die
Mahlung des Sandes für Ihre Masse die feinste sein, und der Kaolin ist
teilweise durch plastischen Ton zjn ersetzen, während der Schrühbrand
stets bei SK 9 durchzuführen ist. Nachdem. langmaschige Haarrisse auf-
treten und die Glasur von den Rändern der Teller abspringt, so ist die
Ausdehnung von Scherben und Glasur ungleichmäßig; es schwindet in
Ihrem Falle der Scherben mehr als die Glasurdecke. Sie müssen sich
also daza entschließen, Aenderungen in, der Masse oder in der Glasur
vorzunehmen. Sollten Sie auf obengenanntem Wege nicht vollständig
zum Ziele kommen, so würde ich an Ihrer Stelle einmal wesentliche
Aenderungen bei der Zusammenstellung der Glasur vornehmen und dabei
einige Versuche anstellen, wobei besonders der Zusatz von Kalk auf
Kosten des Bleioxydes zu erhöhen wäre.
SS' *^%te um Anynb* bewährten Versatzes für eine Porzellan-
masse und Glasur bei SK 12 vollkommen ausbrennend am böhmischen
Materialien,
Erste Antwort: In Böhmen gibt es gar viele Rohstoffe, die
sich für die Porzellanfabrikation eignen, und es kommt nur darauf an, iu
welcher Gegend die Fabrik liegt. Um die teueren Transportspesen nach
Möglichkeit zu sparen, werden Sie die am nächsten liegenden Rohstoffe
verwenden müssen. Was nützen Ihnen aber da Versätze, die aus Stoffen
bestehen, die von weit her bezogen werden müssen. Es sei Ihnen daher
nachstehend die ungefähre Zusammensetzung von Porzellan genannt, und
Sie müssen selbst an Hand der Analysen der Ihnen zur Verfügung stehenden
Rohstoffe die Versätze berechnen.
Tonsubstanz . . 55,0—48 0%
Quarz . . . . . . . . . ... 225—24,0%
Feldspat . 82,5—28,0%
(Kalkspat. 0,5— 2,0%)
Die Porzellanglasuren haben etwa die Formel:
RO . 0,6— 1,2 Ala03 . 6-12 SiO„
wobei das RO aus OaO, MgO, K,0, NatO, ZuO besteht.
Eine bewährte Glasur hat die Zusammensetzung
0,2 K,0 '
0,5 MgO UsiO^O/: A1,0„
».3CaOj
und der Versatz besteht- aus:
: s lt .Feldspat ... . .. . .... . . . . 111,2
Dolomit 55^2
Magnesit \ 16*8
Gebrannter Kaolin . . . . . . . . . no,0
m %arz ............... 228*0
Zweite Antwort: Eine Porzellanmasse für SK 12 aus
böhmischen Materialien müßte ein Keramiker eigentlich ohne weiteres
zusammenstellen können. Lesen Sie denn nicht den Fragekasten und die
einschlägigen Lehrbücher? Versuchen Sie einmal folgenden Versatz
Masse:
• Zettlitzer Kaolin . . " 350 Gew.-T.
Wildsteiner Ton ........ 50
'i ©ölmischer Feldspat (Bohemia) ... 280 "„
<?uarzaand . . . . ... . . . 3go
Glasur:
Scherben (aus obigem Versatz) ... 61 Gew.-T,
Böhmischer Feldspat ....... 220
Dolomit ........... 19 "
Kalkspat ....... 50
Kaolin 11 "
Quarzsand 100 "
Dritte Antwort: Die Masse :
p!l7 CaQ, MgO, FeO 7 3'7 A,2°3 18 5 Si°2
Sa. 1,00
brennt bei SK 11—12 tadellos transparent aus und läßt sieh gießen und
drehen. Sie besteht aus :
Zebisch-Kaolin . . ; . . . , . . 14,5 Gew.-T. '
Gottl. Kaolin ......... 145
Wildsteiner Ton B, Kredorfer Tonwerke,
Bger 11,0 „
Quarz, Gebr. Drechsler, Pilsen . . . 16,0
Rab-Spat, Richter, Eisenach .... 44,0
w ,a « , Sa. 100,0 Gew..T.
Mahlung 18 Stunden. Sodaznsatz für Gießmasse 0,2%. Die Glasur ent-
spricht der Formel :
0 189 K,0
0,092 ZnO
0,330 MßO
0,389 CaOf
0,422 Al»03 8,822 8i08
Sa. 1,000
und der Versatz lautet:
Rab-Feldspat 37 @ew ,<f
Qaarz .......... \ \ 24
Porzellanscherben jo "
Zinkoxyd 2 "
Dolomit . . . ... ""' . . \ \ iß
Zebisch-Kaolinj glatt gebrannt . 7 . . 9 "n
f,A l°°/e ®laBur„10 « Kobaltnitrat und 26** g1 Pottasche.' Mahlung
140 Stunden mit großen, 60 Stunden mit kleinen Steinen.
Glas.
... $8?j£]%F J}*Mchtigen, eine iopasgelbe Farbe aus einem Mafen für
dünnwandige Gläser abzuschmelzen. Mit Ueberfangzapfen hergestellte
Glastr smd zu hell und zu teuer. Die Farbe soll dämm genügend dunkel
und der Bernsteinfarbe ähnlich sein.
Wir bitten um einen geeigneten
Satz et) mit evrier kurzen Erläuterung der ScKjnelze.
Erste Antwort: Satz für Bernsteingelb-
fand 100 kg
Soda 30 8
Pottasche in
Kaik . :::::: IS :
Salpeter . . .
UraWxydnatron
Antimon
^Bernsteingelb benötigt beim Einschmelzen gegenüber der gewöhnlichen
Gelbglasschmelze keine besondere Behandlung. Dem echten Bernstein
täuschend ähnlich wird das Glas, wenn es am Ofen, an der Trommel oder
an der Muffel nochmals kurz überwärmt wird-
♦ a * Zwdeite^n^wor^ : Da8 *elbe Glas i8t Benr empfindlich und ver
trägt, wefln es» blank geschmolzen ist, keinen schroffen Temperaturwechsel
Bei steigender und sinkender Ofenbitze wird es in der Regel gispig, und
es so 1 auch nie in direkte Berührung mit der Luft kommen. Ein weiterer
Uebelstand besteht darin, daß dieses Glas während der Schmelze sehr
stark schäumt, wehalb man die Häfen nicht ganz voll legen darf. Beim
^gehenlassen werden nicht die Arbeitslöcher geöffnet, sondern nur die
Verscblußsteine der Aufbrechlöcher gelockert. Da dieses gelbe Glas einen
ziem ich hohen Gehalt an Flußmitteln aufweist, so braucht es nur eine
ziemlich niedere Ofentemperatur, und man verwendet deshalb einen Eok-
oder Seitenhafen. Der Schmelzer muß große Erfahrungen haben. Nach-
stehender Satz gibt das gewünschte Glas:
Sand
Pottasche ......
Soda '
Kalk . ."
Arsenik ...........
Salpeter ... . . . ,
Schwefelblüte . . . . . „ . "
Birkenkohle ..........
Braunstein ........'* ;
Seherben
J* dritte Antwort: Nachstehend bewährte Glassatze fttr
Glas, Topasgelb für Weinkelche, Römer usw.:
100
kg
20 ,
B
20
n
20
n
2
n
n
1
n
2,2
5 n
1
n
Pi ■
168"— Nr. 14
SPRECHSAAL -COBURÖ.
1022. (56. Jahrgang.)
I.
II.
III.
120
120
120 kg
18
18
18 „
18
18
18 „
18
18
18 „
5
7
•6 »
7
7
■ > — . «ü
■ »
1,6
n
1,2*
0,5
»
25„
Sand ........
Soda
MelaBsepottasche ....
Kalk . . ,
Natronsalpeter ....
Braunstein ......
Eisenvitriol . . . .
Uranoxyd ......
Arsenik
Knpferoxyd
Birkenrinde
Die Gemenge werden gut gemischt und in den leeren, aber zuvor gut
geheizten Hafen eingetragen uDd langsam abgeschmolzen; man feuert
eine Stunde rein, aber nicht zu scharf, und arbeitet bei ziemlich warmen
Ofen aus.
39 Wer liefert einen Apparat zur Prüfung von Parfümflakons und
anderen Stöpselgläsern auf Luftdichtigkeit?
Erste Antwort: Wenn die Stöpsel in die Parfttmflakons und
andere StöpseJgläser richtig eingebohrt und eingeschliffen werden, so muß
der Verschluß luftdicht sein. Der Vorgang ist doch kurz folgender: Zu-
nächst wird der Hals des Flakons mit Sand aufgerieben und der Glas-
stöpsel gleichfalls aufgerauht und vorgeschliffen, worauf man ihn in den
Flakonhals einschleift. Vielleicht liefern die Spezialfabriken für Schleiferei-
einrichtungen den gewünschten Apparat.
Verschiedenes.
2 Ms. sollen farblose und gefärbte, transparente und opake Kmst-
emaillen zum Verzieren von Met allgegen ständen in hessischen Tiegeln
von 4 — 6 kg Inhalt geschmolzen und nach der Schmelze in Form von
Platten gegossen werden. (Diese Platten werden später von Emailleur zer-
stoßen und auf die gewünschte Korngröße gebracht ) Wie hat dieser Guß
zu geschehen, bezw. in welches Material muß die dünnflüssige EmaiLichmelze
ausgegossen- werden; ohne daß zu befürchten ist, daß die Farblosigkeit bezw.
bestimmte Farbtönung der Emaille durch die Gußform (Eisen?) infolge
Aufnahme von Metalloxyd verändert wird? Ein Eintr.opfenlassen in
Wasser kommt nicht in Frage.
Erste Antwort: Wenn Sie ein Eintropfenlassen in Waaser
nicht wünschen, so müssen Sie die flössige Emaille auf feste Unterlagen
ausgießen. Am besten eignen sich hierzu Platten aus starkem Hart- oder
Drahtglas, die mit einem leichten Fetthaucb. überzogen werden, um ein
Anhaften der Schmelze zu verhindern. Ia vielen Fällen benutzt man an
Stelle der Glasplatten polierte Stahlplatten, die oft noch gekühlt werden.
Um zu verhüten, daß eine Farbtönung der Emaille durch die Gußform
eintreten kann, schöpft man den Tiegelinhalt aus. Hierbei läßt man dia
Emaille in der Kelle schon so weit erstarren, daß der Abkühlungsprozeß
in der Form nur kurz ist, so daß eine Beeinflussung der Emaille nicht
eintreten kann.
Zweite Antwort: Am besten sind polierte Eisenformen, die
natürlich stets ganz rein und blank sein müssen. Vielleicht lassen sich
auch Schämotteformen verwenden aus einer gegen schroffen Temperatur-
wechsel unempfindlichen Masse, bei denen die mit 'der Schmelze in Be-
rührung kommende Fläche ganz glatt ist wie bei den Strecksteinen für
Tafelglas. - —
Keae Fragen.
Keramik.
60 Wir haben bisher unsere Stanzmasse für elektrotechnische Artikel
mit Oel und Wasser von Hand gemischt und wollen dazu übergehen, sie
mit Hilfe einer Misch- und Knetmasckine und einer Schleudermühle, wie
sie von Dorst, Oberlind, gebaut werden, maschinell zu mischen. Die Stanz-
masse benötigt nun einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 18 — 20%.
Das Material für die Schleudermühle darf aber laut Vorschrift der
Maschinenfabrik nicht mehr als 12°/o Feuchtigkeit enthalten und durch
ein nochmaliges Auf mischen und Sieben würde die Schleudermühle illusorisch.
Wie und mit welcher Maschiw ist das Mischen der Stanzmasse mit Od
und Wasser am praktischsten und billigsten zu gestalten? Wie gestaltet
man überhaupt die Behandlung und Ausgabe der Stanzmasse an die einzelnen
Stanzen am rationellsten?
61. Beim Gießen größerer Schwefelformen zeigt sich der Uebelstand,
daß die Formen nach dem Erkalten mehr oder weniger springen.: Durch
welche Maßnahmen kann dem abgeholfen, werden? ,
62. Wegen Platzmangels muß ich einen Viereckofen bauen und
möchte wissen, wie sich diese Oefen praktisch bewährt haben. Er soll mit
überschlagender Flamme gebaut werden, und ich will darin Luxusvasen
mit Kunstglasuren brennen. Größe: etwa 20—30 cbm Einsatzraum;
Brenntemperatur SK 8. Beines Feuer ist Bedingung.
63. Wer liefert sogen. Hartquarzit für Trommelfutter?
64. Wer liefert Kontur enstempel für Heiligenbilder, Madonnen usw. ?
1 85. Welchen Einfluß hat die Soda auf die Porzellanmasse beim
Garbrand? Es kommt nur Gießgeschirr in Frage.
Glas.
42. Wie muß Bleiglas zusammengesetzt bezw. verschmolzen werden,
damit es sich beim Schleifen weich arbeiten läßt?
43 Wie kittet man Metallschraubringe auf die angerauhten Hälse
kleiner Parfümfiäschchen ? Diese sind mit eingeschliffenem Stopfen vergehen,
über welchen noch eine Metallkapsel geschraubt wird. ,
Briefkasten der Redaktion.
S. P. I. P..F. Im Sprechsaal-Kalender 1922 finden Sie S. 188 ff.
Analysen und Bezugsquellen für alle möglichen Tone nnd Kaoline, darunter
auch für schlesisohe Kapseltone.
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Preisblatt für Flaschen -Verschlüsse.
(Gültig ab 24. 2. 22.)
1. Die nachstehenden Preise verstehen sich frei deutscher
Grenze bezw. fob. deutschem Ausfuhrhafen ausschließlich
Verpackung
2. Verpackung für leere und fertige Verschlüsse einschließlich
Verpackungsmaterial 3°/0.
q 3, Preise.
Länder
Modell 2
leer
(Bügel verschloß)
fertig
Modell 11
leer
(Hebelverschluß)
fertig
Holland . . .
Schweiz . . .
Vertia. Staaten
. 9 — tfl
16 — frs.
3 50 %
Mod
18— hfl
32.— fre
7.— $
eil 3 siehe
22 5)*
Faßnol
18 — bfl
28.— frs.
7.-$
.6 **)
36.— hfl.
55 — lr«
14.- |
(45.-)
England . . .
Spanien . . .
Portogal . . .
Norwegen . .
Dänemark . .
Schweden . .
Belgien, Frankr.
u. Lnxemburg
Italien . . .
Tschechoslowak.
Türkei, Rumän ,
Griechenland
Südamerika . .
Gebiet d. ehem.
Oester Ungar.
Monarchie,
ausschließlich
Tschechoslowak.
Altes Serbien
und Balgarien
15— sh.
25 — pes
15 — sh
19 — Kr.
17.5 Kr.
16 — Kr.
35 — frs.
58-
200.-
lire
Kr
60.— frs.
9.— bfl
600.— M
200— Kr,
30.—
sb.
(35-)
21.—
sh.
42 — sh.
(48 _)
50.—
pes.
45.—
pes.
90.— pes
30 —
sh.
21 —
8b.
42 — sh
30 —
Kr.
33 —
Kr.
55 — K
28 —
Kr.
31 —
Kr.
42. Kr
26 —
Kr
28.—
Kr.
36 — Kr.
65 —
frs.
50 —
frs
90.— frs.
HO —
lire
87 —
lire
165 — lire
350 —
Kr.
300 —
Kr
525.— Kr.
(tschechos
lowak.)
100 —
frs.
90.—
frs.
150.— fre.
(franz.)
18 —
bfl
18 —
hfl
36 — hfl
1200-
-M
900.—
%M
1 800 — M
400 —
Kr.
300.—
Kr
600 — Kr.
(tschechoslowak )
1200.-
M
«00.—
1800.— Jt
1
*; Bei Angabe von gleichzeitig zwei Preisen versteht sich der in
Klenmwn befindliche für Verbraucher, während der andere für Wieder-
veikä»fer (Klesi 1 enversrhloß- Fabriken und Händler) in Frage kommt.
**) Vtr. Staaten Modell 3 leer 3.80$, auch nach Südamerika, fertig 6.30 |
Zu den vorstehenden Preisen treten folgende Aufschläge :
1. Montage Messing vernickelt 100 °/0.
2. Druckaufschläge
a) für leeres Porzellan einfarbig 10°/0, zweifarbig 20°/0.
b) für fertige Verschlüsse einfarbig 5 °/0, zweifarbig 1 lli°Ut
Unterdruck oder Seitendruck 5%.
c) Relief schrift wird einfarbigem Druck gleichgestellt.
Für Gummiringe werden vorläufig folgende Mindest-Auf-
schläge festgesetzt:
bei Bügelverschlüssen 12°/0
bei Hebelverschlüssen 8°/n.
Für die Ausfuhr von Luxusporzellan nach
untervalutarischen Ländern sind die Preise um 50°/0 über den
bisherigen Stand erhöht worden. Sie betragen also den
doppelten Inlandsgrundpreis + 50+50 + 25 °/0 Aufschlag in Mark.
Sprechsaal - Kalender
1922
Preis: Gebunden bei freier Zu-
1 Sendung für Deutschland,
Deutsch - Oesterreich M 20. — ,
Ungarn M 23.—, Tschechoslowa-
kien M36.—, für das Ausland mit
hochstehender Währung: Frs 5.—,
Lire 6.—, Sh 4.—, Dollar 1.—,
Kroner 3.60, Flh 2,50.
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Coburg.
Coburg, den 13. April 1922.
Nummer 15
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschluBNr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Cobarg-Gothaische, Bank A.-Q., Cobnrg
Bezugspreis: Für Dentschland and Dentsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jt 17.- anter Streifband «4! 43. .
Ansteigen: Die Zeile von 1 mm Höhe and 40 mm Breite für das Inland Jt 2.- (Stellengesuche Jt 1.— ).
Für das Ausland werden die Bezugs- nnd Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands B. V. - Deutscher Schutzverband for gelsttges Eigentum.
. Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Bote Chrom-Zinn-Glasuren für Temperaturen
zwischen SK 2 und 8.
(Nachdruck verboten.)
Schon wiederholt ist in dieser Zeitschrift über pinkrote
Glasuren berichtet worden, wobei die betreffenden Unter-
suchungen teils von deutschen, teils von ausländischen Keramikern
stammten. Um unsere Leser über diese Frage auf dem laufen-
den zu erhalten, seien in folgendem die hauptsächlichsten Er-
' gebnisse einer neueren Arbeit von B. S. Badcliffe und C. L.
Walduck mitgeteilt, die in den Transactions of the Amer.
Ceram Society, Band XVII, S. 278 ff, veröffentlicht ist.
Die Erzeugung solcher Chrom-Zinn-Pinkrote ist in den
meisten Fällen auf Temperaturen zwischen SK 04 und 2 be-
schränkt worden, dagegen gelang es den Steinzeugfabrikanten in
den meisten praktischen Fällen nicht, ein tiefes, gleichmäßiges
Bot zu erzielen. Die Verfasser richteten ihr Augenmerk daher
vor allem auf solche Glasuren, die für die Garbrandtemperaturen
von Steinzeug, SK 6 bis 8, in Frage kommen, dehnten ihre
Untersuchung dann aber auch auf einige interessante Glasuren
mit niedrigerer Schmelztemperatur aus.
Als Farbkörper diente bei allen Glasuren ein solcher, den
schon Purdy bei seinen Untersuchungen über Pinkrot1) be-
nutzt hat. Er besaß die Zusammensetzung 1 Sn02, 1 SiO„
0 076 PbCr04, 2,25 CaO. Von diesem Botkörper wurde jeder
Glasur soviel zugefügt, daß mit ihm 0,18 Aeq. Sn02 in die-
selbe eingeführt wurde, was der Formel
0,2660 CaO\ onnft8 rp 0 / 0,118 Si02
0^088 PbO/ °'0088 Cr2°3 \ 0,118 Sn02
bezogen auf die molekulare Menge des eingeführten Farb-
körpers, entspricht. Der Chromgehalt wurde etwas höher ge-
wählt als Purdy vorschreibt, da bei den gewählten höheren
Versuchstemperaturen mit einer stärkeren Verflüchtigung des
Chromoxyds zu rechnen war. Durch die Versuche sollte
ermittelt werden:
1. das für SK 6— 8-Glasuren geeignetste A1208 - SiO^Ver-
- hältnis,
2. der Einfluß verschieden zusammengesetzter Glasuren
auf den Pinkkörper bei SK 2, 4 und 8, wobei A1208 und
Si02 konstant blieb und der Ba03-Gehalt wechselte,
ebenso der an PbO, CaC03 und BaC03 im BO.
Der Farbkörper hatte folgende empirische Zusammensetzung :
Zinnoxyd 311,2 g
Flint • • 123,8 „
Kreide ... * 465,0 v
Bleichromat ■ . 100 0 w
1000,0 g
Zur gleichförmigen Mischung wurden diese vier Bohstoffe
mehrmals trocken durchgesiebt, die Mischung in eine Schamotte-
kapsel gekracht und in 20 Stunden bis zu SK 8 erhitzt, dann
mit Wasser behandelt, zweimal ausgewaschen und getrocknet
Die angewandten Glasuren zerfielen in mehrere Gruppen
Gruppe A. Ermittelung des günstigsten Verhältnisses
Al203:SiOj für SK 6—8. Die BO-Bestandteile und der Farb-
körper blieben konstant, während A1203 und Si02 variierten (vgl.
Fig. 1). Die Zusammensetzung der vier Eckglasuren war folgende :
0,095 KaO )
0,4700 Al2Os
0,00b8 Cr203
/ 1,440 SiOa
\ 0,118 Sn02
0,620 CaO
0,188 BaO
0,097 PbO
. Afl 0,095 KaO
0,620 CaO I 0,4700 Al2Os / 3,680 Si02
0,188 BaO I 0.0088 Cr„0, \ 0,118 SnOa
0,097 PbO
Jj 0,096 K20
0,620 CaO
0,1 88 BaO
0,097 PbO
J9 0,095 K20
0,620 CaO
0,188 BaO
0,097 PbO
Aus diesen Segerformeln berechnen sich folgende Versätze:
0,0950 A\20,
0,0088 Cr2Oj
0,0950 A1203
0,0088 Cr203
(3,
\0,
\0,
/3,
\0,
440 Si02
118 SnO,
680 Si02
118 SnO,
>) Transaktion Amer. Oer. Soc. XI, S. 231 fi.
Ai
A9
Ji
J9
63
63
53
53
62
62
62
62
Bariumkarbonat ....
37
37
37
37
25
£5
25
25
97
97
7,2
142
52
187
17,8
17,8
17,8
17,8
5,7
5,7
6,7
5,7
| 304,7
439,5
252,5
387,5
1F0 — Nr. 1&
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
Die Tier Eckglasuren wurden nach zweistündigem Fein-
mahlen in Trommelmühlen zur Herstellung der übrigen Glasuren
verwendet and die Misch-
W 'l 9oÄ>sn L.^ t + — F=4 : ungen auf U S. Encaustic
iile2) aufgetragen nnd bei
einer 12-wtündigen Brenn-
dauer völlig oxydierend
bei SK 7 in einem kleinen
Oelf enerungsof en mit nie-
derschlagender Flamme
gebrannt. Die Beschaffen-
heit der einzelnen Gla-
suren nach dem Ein-
brennen ist aus Figur 1
ersichtlich.
Die u beste £ Glasur
ist E8.
In den roten Chrom-
Zinnglasuren hat das
AI2CySi02- Verhältnis also auf die Farbe einen aufgesprochenen
Einfluß. Das beste Rot erhielt man bei einem Al3CySiÖ2-
Verhältnis gleich 1 : 7.
Das AloCySiCvVerhältnis von Ea wurde 15
oogs
■ff, ffZ 2.60 2,2t 2s6 21+ 4" J.ve J<3
Kg. 1.
Grnppe B.
neuen Glasuren zu Grande gelegt, bei denen die Zusammen-
setzung des RO sowie auch der Borsäuregehalt wechselten.
Gruppe B stellt somit ein dreiachsiges System mit folgenden
drei Eckgliedern dar:
0,2840 A1208
0 4730 B208
0,0088 Cr203
A 0,189 KjO
0,716 CaO
0,095 BaO
Ei 0,189 KaO
0,473 PbO
0,8ö8 CaO
2,000 Si02
0,118 Sn02
0,2840 A1208
0,0088 Cr203
2,000 Si02
0,118 Sn09
0,2840 AIa03
0,0088 Cr203
2,000 Si02
0,118 Sn02
Eg 0,189
0,716
0,095
der Glasur A, sämtliche Borsäure enthaltend,
Die Formel der Fritte war folgende:
Die eine Hälfte
wurde gefrittet.
0 2 BaO 1 °'80 A,«°8 / 5
0,5 CaO I W B'°« { ' *
entsprechend der Zusammensetzung:
Kalifeldspat ......... .157,5
Bariumkarbonat 39,4
Calcinmkarbonat 50,0
. FJint 18,0
Borsäure . 124,0
388 9
Die Fritte wurde durch mehrmaliges Sieben trocken ge-
mischt, geschmolzen und in kaltem Wasser abgelöscht, dann
feingemahlen.
Die Behandlang der Glasaren war die gleiche wie unter
A geschildert. Das Brennen erfolgte in 3 Abteilungen bei
SK 8, 4 und 2.
Aus den oben angegebenen Glasurformeln berechnen sich
folgende Versätze:
1 A
B5
128,8
25,8
157,05
29,9
111,6
, 111,6
25,8
25,8
25,8
Flint
27,0
36,0
36,0
22,5
7,5
47,5
48,4
48.4
48,4
308,69
358,14
295,14
Brand bei SK 8: Mit zunehmendem Gehalt an Borsäure
und Bleioxyd geht die rote Farbe in ein grünliches Braun über.
Diese verfärbten Glaxuren zeigten infolge Bildung von Gasen
kleine Löcher und Spuren eines zweiten Aufkochens infolge zu
hohen Brennens. Die beste Glasur war I)4; sie besaß den
stärksten Glanz, himbeerrote Farbe, war undurchsichtig und
wurde weder haarrissig noch rollte sie sich zusammen.
Brand bei SK 4: Hier hatte die weniger hohe Brenn-
ten peratur die Entstehung einer größeren Zahl roter Glasuren
ermöglicht.
2) Man verateht hierunter Platten, die der Lange nach geteilt aind
and an der Stelle verwendet werden, wo daa Dach gegen eine senkrechte
Fische atOBt. Sie zeigen «ine mehrfarbige, ans einzelnen Zellen bestehende
Obei fliehe; bei der Füllung der einzelnen Zellen mit den verschiedenen
Farben werden toviel besonders eingerichtete Siebe benatzt, als Farben
im Fragt kommen.
Immerhin trat auch hier in verschiedeneu Fällen Grün-
färbung auf.
Brand bei SK 2: Sämtliche Glasuren waren frei von Grün.
Die borsäure- und bleireichen Glasuren sind etwas überbrannt
und etwas fleckig, mit Ausnahme der E-glieder, jedenfalls
infolge teilweisen Aufkochens. Ihre Garbrenntemperatur liegt
wahrscheinlich bei SK 01 — 1. Cs i»t die beste Glasur, undurch-
sichtig und völlig fehlerfrei.
Glasur E- wurde auf ein Stück Steinzeug aufgetragen und
bei SK 8 gebrannt. Sie zeigte guten Glanz, ebensolche rote
Farbe und haftete gut am Scherben.
Die besten Glasuren der Gruppe B sind also:
o:i?83B!b033{^OOSi°2
0,0088 Cra03 '
,118 SnO„
bei SK 4:1),
bei SK 2 : C, =
0,2840 A1203 / n
0,1183 B208 { i>
0,0088 Cr20« '
2,000 Si02
118 Sn02
0,2840 Al803
0,2366 B208
0,0088 Cr2Og
l 2,000 Si02
X 0,1.18 Sn02
bei SK 8:D4 = 0,1890 KaO
0 7160 CaO
0,0713 PbO
0,0238 BaO ,
0,1890 K20 :
0,62 1 5 CaO
0,1656 PbO
0,0238 BaO
),1890 KaO :
0,6215 CaO
0,1419 PbO
0,0476 BaO
Es lassen sich also in Gruppe B zwischen SK 2 und H
sehr wohl mit einem Chrom-Zinn-Farbkörper rote Glasuren her-
stellen, vorausgesetzt, daß man für jede Temperatur die richtige
Glasur auswählt. Bei gleichbleibendem Gehalt an Al203 und
SiOe nnd bei Zunahme des B2Og geht die Farbe von Him-
beer- in Kirschrot über. Bei den überbrannten Glasuren, die
Borsäure enthalten, tritt ein zweites Aufkochen oder eine Gas-
entwicklung ein, wobei der Chrom-Zinn-Farbkörper zerfällt, so
daß eine hellgrüne oder eine grüne und rot gefleckte Färbung
entsteht, je nach dem Grade des Ueberhitzens und der dabei
eintretenden Zersetzung. Bei Glasaren, in denen das Calcium
durch Blei ersetzt ist, geht die Farbe von Himbeerrot in Lila
über, wenn sie bei der richtigen Temperatur gebrannt sind.
Wurden sie überhitzt, so entstehen grüne oder grün and rot
gefleckte Glasaren.
Gruppe C. Za ihr gehörten fünf Glasuren, in denen das
CaO der Glasur
0,189 K20
0,716 CaO
0,071 PbO
0,024 BaO
der Reihe nach durch 0,2 CaF2, 0,2 MgO, 0,2 BaO und 0,2 Bi203
ersetzt worden war.
Die Einführung des CaF2 hatte keine sichtbare Wirkung,
doch entstand eine etwas weniger glänzende und anscheinend
schwerer schmelzbare Glasur. Die MgO-haltige Glasur war
weiß und rot gefleckt. Der Zusatz des BaO bewirkte einen
Uebergang der Farbe von Tiefkirschrot in Braunrot. Bi2Oa
machte die Glasur etwas leichter schmelzbar und grün- und rot-
fleckig. Hieraus folgt, daß die Zusammensetzung des RO einer
Glasur einen sehr wesentlichen Einfluß auf die Farbe von
Chrom-Zinn-Glasuren besitzt.
Gruppe D. Eine weitere
Versuchsreihe von 25 Farb-
körpern hatte die Zusammen-
setzung :
2,25 CaO, 0.2—1,0 Cr203,
1,0 Si02, 0,2—1,0 Sn02.
Sie wurden der Glasur D4,
Gruppe B, zugesetzt, wobei
die Glasur in jedem Fall
0.118 Aeq So02 enthielt. Das
Brennen erfolgte auf biskuit-
gebrannten Wandplatten bei
SK 8. Farbkörper Mr. 13
ergab eine gute durchsichtige
tiefrote Farbe. Mit keiner der
0,2840 Ala03
0,1180 B2~
0,0088 Cr2
3 I 0
*os l U'
000 SiOa
118 SnO,
SSW
j.
4»
7
9
ff
*f i
c
20
T
ZZ
■6*
Zf
2S
Fig. 2.
anderen Proben ließen sich abter so gute Ergebnisse erzielen
wie bei den weiter oben beschriebenen Versuchen. (S. Fig. 2.)
Der Reichskohlenrat
zur Frage der industriellen Wärme wir tschaft.
Dem Reichskohlenrat ist durch das Kohlenwirtschaftsgesetz
vom 23. März 1919 u a. die Aufgabe zugewiesen worden, einen
Technisch- Wirtschaf tlichen Sachverständigenaussohuß für Brenn-
stoff Verwendung zu bilden und durch diesen dafür Sorge zu
tragen, daß die bestmöglichen Wege zur Ausnutzung der Kohle
in den Kreisen der Kohlenwirtschaft allgemein bekannt und
beschritten würden, j
1922^ (65. Jahrgang.)
S P_ REG HSAÄL — COBUR Q.
Nr. 15
171
Dieser Sachverständigenausschuß hat seit seiner Bildung
zu Anfang des Jahres 1920 eine rege Tätigkeit entfaltet. In
den Ausführungsbestimmungen zum § 113 des Kohlenwirtschafts-
gesetzes (bezirkliche bezw. länderweise Zusammenfassung der
Brennstoffverbraucher-Interessen) hatte der Reichswirtschafts-
minister : durch i Verfügung vom 31. August 1919 ausdrücklich
die Notwendigkeit lebendigen Zusammenwirkens der auf dem
Gebiete der Brennstoff Verwendung arbeitenden Selbstverwaltungs-
körper und Organisationen mit dem Sachverständigenausschuß
für Brennstoff Verwendung beim Reichskohlenrate hervorgehoben.
Ohne im einzelnen in die Erfüllung ihrer Aufgaben einzugreifen,
ist der Ausschuß bemüht gewesen, neben seinen sonstigen Ob-
liegenheiten einen richtunggebenden Einfluß auf die Entwicklung
der wärmewirtschaftlichen Gemeinschaftsarbeit auszuüben, die
Aufbringung der dafür nötigen Geldmittel in die Wege zu leiten,
auf eine zweckmäßige Arbeitsteilung hinzuwirken und die An-
regung zu wärmewirtschaftlicher Betätigung in immer weitere
"Kreise zu tragen.
Gegenüber extremen Schlagwortforderungen wie „gesetz-
liche Zwangsüberwachung für die Kohlenvergeuder" oder
„rückhaltlos freie Wirtschaft im Brennstoffverbrauch" ist der
Sachverständigenausschuß stets bestrebt gewesen, den prak-
tischen Verhältnissen und Bedürfnissen in zweckentsprechender
Weise Rechnung zu tragen. Als im Herbste 1920 unter dem
Einflüsse des Spaa-Diktates eine behördliche Ueberwachung
des Brennstoffverbrauchs zum Zwecke der Ersparnis von der
über die Verhältnisse wenig unterrichteten öffentlichen Meinung
gefordert und von der Regierung ernstlich erwogen wurde, hat
der Sachverständigenausschuß des Reichskohlenrats durch Ver-
breitung eines Berichtes seiner Geschäftsführung über den
„Stand der Arbeiten auf dem Gebiete der Brennstoffersparnis"
die maßgebenden Kreise und auch das Ausland darüber unter-
richtet, wieviel auf diesem Gebiete bereits in Deutschland ge-
arbeitet wird, und hat dadurch die obwaltende Nervosität
beseitigt. Der Bericht sprach klar aus, daß eine ersprießliche
Amtstätigkeit einer Ueberwachungsbehörde für den Brennstoff-
verbrauch an der bestehenden Knappheit an geeigneten Wärme-
ingenieuren scheitern müsse ; er wies auf die bereits im Gange
befindliche, von dem Ausschusse ständig beobachtete und eifrig
geförderte Entwicklung der Selbsthilfe der Industrie hin und
erzielte den Erfolg, daß diese Entwicklung in gesundem Zeit-
maß aus sich selbst heraus- und ohne behördliche Treibhaus-
versuche weiter wachsen konnte. Diese klare Stellungnahme
des Reichskohlenrates war besonders zu begrüßen, da es bei
rein verwaltungstechnischer Betrachtung verhältnismäßig einfach
hätte erscheinen können, die bestehende Zwangsverteilungs-
organisation des Reichskohlenkommissars schematisch auch zur
Ueberwachung der Brennstoff Verwendung auszubauen ')•
Inzwischen haben sich die Anzeichen gemehrt, als ob die
- Tage des Reichskohlenkommissars gezählt seien. Damit wächst
die Bedeutung des Reichskohlenrates als der bleibenden Selbst-
verwaltungsspitae der Kohlenwirtschaft; gleichzeitig entsteht
aber auch die Forderung, daß sich die Herauslösung der wärme-
wirtschaftlichen Gemeinschaftsarbeit aus ihrem zurzeit bestehen-
den Zusammenhang mit der Organisation des Reichskohlen-
kommissars stoßlos und ohne schädliche Nebenwirkungen voll-
zieht.
Die Reichsregierung hat bei dieser Sachlage den Reichs-
kohlenrat ersucht, sich durch einen Sachverständigenausschuß
für Brennstoff Verwendung zu dieser Frage zu äußern, so daß
es von besonderem Interesse ist, in der Frage der Weiterent-
wicklung der praktischen Wärme Wirtschaft dessen Stellungnahme
kennen zu lernen. Dieselbe ist am Schluß eines Berichtes
seiner Geschäftsführung über „Die Förderung der praktischen
Wärmewirtschaft in der Industrie" abgedruckt, den der Sach-
verständigenausschuß kürzlich veröffentlicht hat 2). Die Stellung-
nahme lautet wie folgt:
„Der Sachverständigenausschuß für Brennstoffverwen-
dung beim Reichskohlenrat gibt nach reiflicher Prüfung
auf Grund der Stellungnahme seiner Sonderausschüsse für
industrielle Wärmewirtschaft und für Hausbrandfragen das
Folgende als seinen Standpunkt in der Frage der Weiter-
entwicklung der gemeinnützigen wärmewirtschaftlichen Tätig-
keit kund:
1. Ziel dieser Tätigkeit ist, j e d e m d e u t s c h e n Industrie-
betrieb und jedem Deutschen überhaupt eine geord-
nete und sparsame Wärmewirtschaft zur
') Die Stellungnahme der Hauptstelle für Wärmewirtschaft in dieser
Frage ist durch das Referat von Prof. Eberle „Die Selbstverwaltung in
der industriellen Wärmewirtschaft" gegeben. Vergleiche Sprechsaal 1921,
Nr. 44, S. 520.
-') Der Bericht hat dem Januarheft des Archives für die inländischen
Bezieher beigelegen Weitere Abdrucke des Berichtes Biad von der Ge-
schäftsführung des Reichskohlenrates, Berlin W. 62, Wichmannstraße 19,
gegen Erstattung der Selbstkosten von M 2 j« Abdruck und des Portos
zu beziehen.
Selbstverständlichkeit werden zu lassen und
die hochwertigste Beratung zur Verbesserung der Wärme-
wirtschaft billig und ausreichend zur Verfügung zu stellen.
2. Dieses Ziel wird am besten durch bestehende gemein-
nützige Organisationen und in freier Selbst-
verwaltung erreicht.
3. Nur solange die staatliche Bewirtschaftung der Brenn-
stoffe durch den Reichskommissar für die Kohlenver-
teilung besteht, ist die Anlehnung der gemeinnützigen
wärmewirtschaftlichen Organisationen an die wärmetech-
nischen Abteilungen der Landeskohlenstellen und die auf
diesem Wege mögliche Zuführung von Mitteln aus den
Industriebeiträgen das Gegebene.
4. Sobald jedoch die staatliche Bewirtschaftung
wegfällt, ist es wünschenswert, daß die für die
gemeinnützige wärmewirtschaftliche Tätig-
keit auf dem Gebiete der Industrie erforder-
lichen Geldmittel im allgemeinen von der
Industrie selbst aufgebracht und an ihre ge-
meinnützigen Organisationen unmittelbar,
d. h. ohne Mitwirkung von Behörden, abge-
führt werden. Bei Eintreten dieses Zeitpunktes wird
zu prüfen sein, ob die Gewähr für eine Finanzierung auf
diesem Wege gegeben ist, ehe die bisherige Mitwirkung
der1 Behörden eingestellt wird.
Für die Industrie wird es also, da ihr eine völlige
Befreiung von behördlicher Einwirkung erwünscht zu sein
scheint, in der nächsten Zeit besonderer Anstrengungen
bedürfen. Diese Erkenntnis zu verbreiten und die An-
strengungen in die richtige Bahn zu lenken, ist der Zweck
des Berichtes. Er weist zu Beginn auf die große Bedeutung
hin, die die wärmewirtschaftliche Bewegung für die Hebung
unserer industriellen Produktivität und damit unserer Wett-
bewerbefähigkeit besitzt, um so mehr, als heute in fast allen
Industriestaaten (Amerika, England, Frankreich, Tschecho-
slowakei, Deutsch-Oesterreich, Dänemark, Holland) ähnliche
Bestrebungen, zum Teil nach deutschem Vorbilde, kräftig ge-
fördert werden.
Der Bericht wendet sich auch gegen die Auffassung, eine
geordnete Wärmewirtschaft sei unsinnig, solange nicht die
gleichmäßige Zufuhr ausreichender und bestgeeigneter Brenn-
stoffe gewährleistet sei; gerade zur Anpassung an die nun
einmal gegebenen Beschaffungsschwierigkeiten, die auch nach
Aufhebung der Zwangswirtschaft, insbesondere für kleinere
Betriebe in hohem Grade weiter bestehen würden, sei es nötig,
besonders auch bei der Verwendung der Wärme, alle nur
möglichen Verbesserungen durchzuführen. Die Ziele der wärme-
wirtschaftlichen Bewegung faßt der Bericht wie folgt zusammen :
Dauernde Selbstüberwachung der Werke auf möglichst
wärmewirtschaftliche Betriebsführung; regelmäßig wiederholte
Wärmebilanzen; Verwendung bestgeeigneter Brennstoffe und,
wo dies nicht möglich ist, bestmögliche Anpassung an die
erhältlichen ; gesamtwirtschaftlich richtige Auswahl, Einordnung
und Ausnutzung der wärmetechnischen Betriebseinheiten.
Diese Ziele sind von bleibender Bedeutung, Unabhängig
von der augenblicklichen Brennstoffknappheit. Um sie9izu
erreichen, ist die Gemeinschaftsarbeit der gewiesene Weg: er
erfordert den geringsten Aufwand an Geldmitteln und verviel-
fältigt am schnellsten das Wissen und die Erfahrungen der
wenig zahlreichen Wärmeingenieure.
Als Träger dieser Gemeinschaftsarbeit kommen hauptsäch-
lich in Betracht:
1. Für eine Reihe von Industrien mit besonderen wärme-
technischen Verhältnissen (z. B. Eisen-, Metall- und G 1 a s -
hütten, Gießereien, Fein- und Grobkeramik usw.)
die von ihnen freiwillig geschaffenen „fachlichen
Wärmestellen".
2. Für alle übrigen Industrien, bei denen „Wärmewirt-
schaft" mit „Dampfwirtschaft" gleichbedeutend ist, ört-
liche Organisationen, die, abgesehen von einigen selb-
ständigen Wärmestellen (z. B. Oldenburg, Waldenburg),
den Dampfkesselüberwachungsvereinen als .wirtschaft-
liche Abteilungen" angegliedert sind, ferner der Verein
für Feuerungsbetriebe und Rauchbekämpfung (Hamburg)
u. a, m.
3. Die Zusammenfassung dieser Gemeinschaftsarbeit für das
ganze Reich und alle Industriezweige durch die als
zentrales Organ dieser Art allein anerkannte Hauptstelle
für Wärmewirtschaft".
Ueber das Verhältnis der Hauptstelle zum Sachverständigen-
ausschnß für Brennstoff Verwendung bemerkt der Bericht:
„Die Geschäftsführung dieses Ausschusses hat nach ein-
gehender Prüfung der Lage und Besprechung mit dem Leiter
der Hauptstelle für Wärmewirtschaft dieser, als einer von
der Industrie aus freiem Antrieb geschaffenen Organisation,
die praktische Durchführung der Funktionen einer Spitzen-
i
172 — Nr. 15
SPRECH SAAL — COBURG.
1993. (56. fahrgang.)
Organisation bald nach ihrer Gründung anvertraut und sich
der eigenen direkten Betätigung auf diesem Gebiet absicht-
lich enthalten, um nicht etwa zu einer hinderlichen Vielheit
der Organisation zu gelangen. Die Hauptstelle für Wärme-
Wirtschaft, deren Vorstandsmitglieder und deren Geschäfts-
führer Mitglieder des Sachverständigenausschusses für Brenn-
stoffverwendung sind und zum Teil in seinem geschäfts-
führenden Ausschusse sitzen, bildet daher die Verkörperung
eines wichtigen Teiles des Personen- wie des Aufgaben-
bestandes des Sachverständigenausschusses für Brennstoff-
verwendung."
Neben den von der Industrie selbst geschaffenen und teil-
weise mit beträchtlichen geldlichen Opfern gestützten Stellen
stehen z. Zt. die wärmetechnischen Abteilungen der Landes-
kohlen- und Kohlen wirtschaftssteilen. Auch ihre Tätigkeit wird
im Bericht eingehend gewürdigt, und es wird davor gewarnt,
sie kritiklos als „sämtlich überflüssig" zu betrachten. Sie
führen Betriebe, die wärmewirtschaftlich nicht auf der Höhe
zu sein scheinen, der Beratung durch die genannten Selbst-
verwaltungskörper zu, sie wirken für zweckmäßige Brennstoff-
sortenzuteilung und beraten vielfach die Industrie — besonders
kleinere Betriebe — im Brennstoff- und Energiebezug; vor
allem aber verwenden sie die ihnen aus den Beiträgen der
Industrie zufließenden Mittel zum weitaus größten Teil zur geld-
lichen Unterstützung der Arbeiten jener Selbstverwaltungskörper.
Der Bericht hebt hervor, daß nach der Rechtslage kein
zwingender Grund dafür vorliegt, daß die wärmetechnischen
Abteilungen der Landeskohlen- und Kohlenwirtschaftsstellen
bei Einschränkung oder Einstellung der staatlichen Kohlen-
verteilung ihrerseits ihre Tätigkeit einstellen müßten. Aller-
dings wäre es zu begrüßen, wenn die Industrie die genannten
Selbstverwaltungsorgane so ausbauen und unterstützen würde,
daß von behördlicher Mitwirkung ganz abgesehen werden könnte.
Angesichts der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung der
wärmewirtschaftlichen Bestrebungen wären jedoch die Reichs-
und Landesbehörden nicht in der Lage, bestehende Einrich-
tungen aufzugeben, wenn nicht die volle Gewähr gegeben ist,
daß das, was an ihre Stelle tritt, zumindest die gleichen Vor-
teile bietet:
„Es genügt demgemäß nicht, daß die beteiligten Kreise
in noch so geschlossener Stellungnahme die Ueberführung
der wärmewirtschaftlichen Gemeinschaftsarbeit in die freie
Selbstverwaltung fordern, wenn sie nicht gleichzeitig die
Mittel aufbringen, die Selbstverwaltungskörper finanziell zu
erhalten, und wenn sie dieselben nicht auch im übrigen derart
stützen, daß es sicher ist, daß Anregungen, die diese Selbst-
verwaltungskörper geben, nicht auf unfruchtbaren Boden
fallen, sondern sogar kräftiger wirken, als dios die behörd-
liche Anregung vermag."
Der Zeitpunkt, zu dem die Brennstoffzwangswirtschaft ganz
aufhört, ist hoffentlich nicht mehr allzufern. In der Zwischen-
zeit erwachsen der Industrie und insbesondere den Industrie-
verbäoden folgende Aufgaben:
1. Fachliche Wärmestellen, da, wo sie bestehen, reichlich
zu finanzieren und verständnisvoll zur Arbeit heranzu-
ziehen, damit sie die bisherigen behördlichen Beihilfen
in Zukunft entbehren können;
2. überall die Entwicklung wärmewirtschaftlicher Abteilungen
bei den Dampfkesselüberwachungsvereinen durch Be-
willigung ausreichender Mittel und Beiträge und allge-
meine Inanspruchnahme zu fördern; insbesondere emp-
fiehlt es sich, die außerordentlich großen Aufwendungen
für die Einrichtung und Einführung (Anschaffung der
Meßeinrichtungen, erstmalige kostenlose Beratung zögern-
der Betriebe usw) durch Erhebung einmaliger Umlagen
seitens der Dampfkessel vereine aufzubringen;
3. die Hauptstelle für Wärmewirtschaft hinreichend zu
finanzieren.
Neben die finanzielle muß die moralische Unterstützung
treten. Geordnete Wärmewirtschaft sollte ebenso selbstver-
ständlich für jedes Werk werden, wie geordnete Geldwirtschaft.
Wärmewirtschaftliche Rückständigkeit ist bei den Mitteln, die
sich schon gegenwärtig zu ihrer Behebung bieten, nicht nur
der Allgemeinheit gegenüber unverantwortlich, sondern auch
eine Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit mit wärme-
wirtschaftlich besser arbeitenden Werken.
Wie groß die geldlichen Vorteile geordneter Wärmewirt-
schaft sind, wird in einem wertvollen Anhang des Berichtes
vor Augen geführt. An einer großen Reihe von Beispielen
tatsächlich erzielter Erfolge wird gezeigt, wie mit oft geringem
Aufwand JahreHersparnisse erzielt werden, die in manchen
Fällen Millionenbeträge darstellen.
Die hier gegebene Uebersicht faßt nur einen Teil des Be-
richtes zu-ammen. Es ist zu wünschen, daß die klaren, sehr
übersichtlich und eindringlich zusammengestellten Ausführungen
in allen mit Brennstolf Wirtschaft befaßten Kreisen, bei Finanz-
leuten, Industriellen, Behörden, Technischen Hochschulen und
nicht nur unter den Ingenieuren selber recht aufmerksam ge-
lesen werden, und daß die an die Industrie gerichtete Mahnung,
behördliche Bevormundung durch entschiedene Selbsthilfe
überflüssig zu machen, das nötige Verständnis finde. Denn, J
wie das Geleitwort des Berichtes sagt:
„Die Kohlennot mag vergehen. Die Wärmewirtschaft !
bleibt dauernd wichtig. Mit Wärme haushalten, heißt Be-
triebskosten verringern, die Produktivität steigern. Das be-
deutet: wettbewerbskräftiger werden. Wer wettbewerbsfähig!
bleiben will, muß Wärmewirtschaft treiben. Dies gilt in
erster Linie für jeden einzelnen Betrieb. Es gilt nicht
minder für Industriezweige, für Industriegebiete, für die
Länder, für unser ganzes Reich."
Ein Kernproblem der Wiedergesundung Deutschlands ist
die Hebung unserer wirtschaftlichen Produktivität. Die Ver-
besserung der Wärmewirtschaft spielt dabei eine nicht un-
wesentliche Rolle.
' W.B.G. Frankfurt a. M.
Vorschriften für die Ausfertigung: der
Konsulatsfakturen für Sendungen nach den
Vereinigten Staaten von Amerika.
Folgende Bestimmungen über die Ausfertigung der Kon-
sulatsfakturen sind in den. Vereinigten Staaten von Amerika
gesetzlich vorgeschrieben, und Fakturen, die denselben nicht
entsprechen, werden zurückgewiesen.
Alle Ladungen, deren Wert 100 Dollar übersteigt, bedürfen 1
einer Konsulatsfaktura, welche nur eine Sendung an denselben
Empfänger enthalten darf, und müssen dreifach oder vierfach!
ausgefertigt werden (für Ladungen nach den Philippinen-Inseln j
werden vier Ausfertigungen verlangt).
Alle Konsulatsfakturen müssen in der Währung desjenigen
Landes auegestellt werden, von welchem aus die betreffenden
Waren exportiert werden oder, wenn die Waren käuflich i
erworben sind oder ein Kaufvertrag besteht, so müssen di«
Fakturen in derjenigen Währung ausgestellt sein, in welcher
die Güter tatsächlich bezahlt worden sind, resp. für deren Zah- j
lung eine Vereinbarung getroffen ist oder deren Bezahlung1
noch aussteht. Sollte der Betrag der Faktura in einer anderen i
Währung als in Dollar ausgestellt sein, so muß die Summe für
statistische Zwecke auch noch in die Währung der Vereinigten
Staaten umgerechnet werden, und zwar zu dem offiziell fest-
gesetzten Tageskurs desjenigen Datums, an welchem die Faktura
legalisiert wird. Konsulatsfakturen müssen eine richtige, voll-
ständige und detaillierte Aufstellung der Waren und der Kolli,
sowie der Verpackung, in der sich die Ware befindet, enthalten
und in der Kanzlei des zuständigen Konsulats der Ver-
einigten Staaten von Amerika zwecks Beglaubigung eingereicht!
werden, in deren Konsulatsdistrikt die Ware hergestellt oder I
käuflich erworben wurde oder laut Kontrakt geliefert wird.
Falls Kaufabschlüsse oder Vereinbarungen für den Ankauf von
Waren in verschiedenen Orten getroffen wurden, so muß die
Konsulatsfaktur für diese Waren in demjenigen Konsulats-
distrikt beglaubigt werden, von dem aus die Güter als Sammel-
ladung nach den Vereinigten Staaten von Amerika verladen
werden.
Als Ort, in welchem die Ware gekauft wurde, gilt der-
jenige Platz, wo der Kontrakt abgeschlossen worden ist, falls
dieser Abschluß an dem Orte zustande gekommen ist, wo sich
die Geschäftslokalität des betreffenden Exporteurs befindet.
Wenn eine Konsulatsfaktura oder eine Deklaration von
einem Vertreter des Verkäufers oder Käufers unterzeichnet I
werden soll, so muß vorher eine in aller Form ausgefertigte
Vollmacht ausgestellt werden, laut welcher der Betreffende
von der zuständigen Partei bevollmächtigt wird, für letztere zu
zeichnen. Diese Vollmacht muß dann bei demjenigen Konsulate
niedergelegt werden, in welchem die betreffende Konsulats-
faktura legalisiert werden soll. Ein Vertreter ist nur dann be-
rechtigt, eine Konsulatsfaktura oder eine Erklärung zu zeichnen,
wenn es für die Partei, welche die Vollmacht erteilt, unmöglich
ist, die Dokumente selbst zu unterfertigen. Der Bevollmächtigte
muß dieselbe genaue persönliche Kenntnis aller in der Kon-
sulatsfaktura oder Deklaration angeführten Tatsachen haben,
wie der Bevollmächtigende; dieselben werden beim ersten als
ebenso bekannt vorausgesetzt, als ob er selbst der Bevoll-
mächtigende wäre. Eine Deklaration, die für die Unterzeich-
nung durch einen Vertreter bestimmt ist, muß im Namen der-
jenigen Partei ausgestellt werden, welche die Vollmacht erteilt
hat, und zwar genau in derselben Form, als ob die Deklaration
von der letzteren selbst unterschrieben werden sollte. Die Er-
klärung muß auch im Namen des Bevollmächtigenden unter-
schrieben werden, so daß der Name des Bevollmächtigten wie
folgt dem Namen des Bevollmächtigenden angefügt wird :
John Doe & Co., by James John, Agent.
1922. (öö. Jahrgang.)
SPRECHSAAL-
COBURO.
Nr. 15 — 173
Der Name des Bevollmächtigten maß im Texte der Dekla-
ration anerwähnt bleiben, die Handlangen des Bevollmächtigten
sind bindend für die bevollmächtigende Partei.
Die Konsalatsbeamten haben strikte Instruktionen, von den
Verladern in jedem Falle za verlangen, daß in den Konsulats-
fakturen alles genau spezifiziert wird, auch über die Art der
Verpackung der Ware, den Inhalt und den Wert. Wenn Kon-
sulatsfakturen zwecks Legalisierung eingereicht werden, so
müssen dieselben eine genaue, ausführliche Aufstellung in den
Ausdrücken einer eigens dafür vorgesehenen Tabelle, dem so-
genannten „Schedule covering the Statistical Classification of
Imports, 1920", über die Arten und Qualitäten aller in die Ver-
einigten Staaten von Amerika eingeführten Waren, sowie über
den Wert der gesamten Quantitäten jeder einzelnen Sorte
enthalten.
Falls eine Faktura über mehrere Kolli ausgestellt ist, die
Waren gleicher Art enthalten, und wenn der Inhalt eines jeden
Kollo getrennt aufgeführt ist, oder wenn eine Konsulatsfaktura
aus mehreren getrennten Aufstellungen über Waren gleicher
Art besteht, so muß am Schluß eine zusammenfassende Ueber-
sicht oder eine Wiederholung der einzelnen Beträge gegeben
werden, aus welcher die Gesamtsumme der Quantitäten der
einzelnen Warengattungen, sowie die Endsumme des dafür zu
t berechnenden Preises ersichtlich ist.
Konsulatsfakturen müssen auch außer den Quantitäten der
verladenen Güter, den Gewichten und den Maßen desjenigen
Landes, von welchem aus die Ware exportiert wird, die Quan-
titäten jeder einzelnen Sorte in derjenigen Maßeinheit ent-
halten, welche dafür in der oben erwähnten Tabelle vorgesehen
ist, oder aber in einer Maßeinheit, welche leicht in die be-
treffende Einheit umzurechnen ist. Ferner muß die Faktura
Angaben über das Datum und den Ort des Kaufabschlusses
enthalten, sowie darüber, in welcher Währung die Konsulats-
faktura aufgemacht worden ist, ob in Gold, Silber oder
Papiergeld.
Konsulatsfakturen, die den vorstehenden Anforderungen
nicht entsprechen, werden zurückgegeben und sind zu vervoll-
ständigen bezw. zu berichtigen.
Im übrigen sind noch die nachstehenden Vorschriften zu
beachten.
Es darf kein minderwertiges Papier Verwendung finden.
Die Schrift muß leserlich und dauerhaft sein. Fakturen müssen
mit schwarzer Tinte oder mit der Schreibmaschine geschrieben
sein. Rote Tinte ist nicht erlaubt. Unter der Rubrik „Einfuhr-
häfen" muß auch der Name desjenigen Staates, in welchem die
betreffende Stadt liegt, hinzugefügt werden. Die einzelnen
Fortsetzungsseiten müssen genügend fest aneinander geheftet
sein. Stecknadeln z. B. sind unzulässig.
Konsulatsfakturen, die für Waren ausgestellt werden,
welche bereits verkauft worden sind oder für deren Verkauf
ein Kontrakt besteht, müssen folgende genaue Angaben ent-
halten: Datum, wann verkauft; Ort, wo verkauft; Name und
Adresse der Persönlichkeit, welche die Ware verkauft hat.
Konsulatsfakturen, die über verschiedene Partien von Waren
ausgestellt sind, müssen die obigen Angaben, jeden einzelnen
Verkäufer und jede einzelne Partie betreffend, enthalten.
Hektographierte and gedrackte Unterschriften sind an-
zulässig.
Alle Spesen, einschließlich der Versicherung, Maklerge-
bühren, Kommission, Inlandsfrachten, Exportzölle, Packkosten
und Spesen, Unkosten für Quai- Arbeiter, sowie Konsulatsge-
bühren für -Fakturen und [andere müssen genau angegeben
werden und, falls die Ware auf einer cif oder c- und f- Basis
verkauft worden sind, die Fracht nach den Vereinigten Staaten
Wirtschaft lich-g
Korrespondenzen.
Totenschau. Nach längerem Leiden verschied am 6. 4. 22 in
Charlotten barg Generaldirektor Carl Albert Schultz, Leiter der
Industrie-Gesellschaft Briesen m. b. EL, Briesen-Mark.
Ein wichtiges Urteil gegen den Kartellzwang ist am 1. 3. vom
Landgericht I Berlin gefällt worden: Der Verein Berliner Bachdruckerei-
besitzer hatte ein sogenanntes Eundenschatzabkommen getroffen, wonach
ein ihm angeschlossenes Vereinsmitglied einen neuen Kunden nur beliefern
durfte, wenn die Offerte des bisherigen Dracklieferanten eingeholt war
und die neue, daraufhin abgegebene Offerte mit einem Zuschlag zur
Grundlage eines neuen Angebotes gemacht wurde. Damit glaubte man
ein bequemes Mittel gefunden zu haben, um trotz aller Preiserhöhungen
ein Abspringen von Kunden zu vermeiden, da ja die Konkurrenz stets
etwas teurer sein maßte. — Die Entscheidung des Landgerichts I Berlin
stellt fest, daß diese Kundenschutzklausel nichtig ist. Die Bedeutung
der Entscheidung ist um so höher zu bewerten, als das Landgericht
keinerlei Beweis -darüber erhoben hat, ob im einzelnen Falle die Kunden-
schutzklausel katastrophale wirtschaftliche Koaaeqienzea hatte. Das
Gericht ist vielmehr Behoa auf Grand des feststehenden Inhalts der Kunden-
von Amerika muß genau spezifiziert werden, und ferner muß
aus der Faktura auch zu ersehen sein, welche von diesen Un-
kosten in dem angegebenen Preise enthalten sind und welche
nicht. Falls es jedoch nicht möglich ist, irgend welche dieser
Unkosten detailliert anzugeben, da dieselben zur Zeit der Ver-
ladung noch nicht bekannt waren, oder aus anderen Gründen,
dürfen solche Unkosten ausnahmsweise unerwähnt bleiben,
vorausgesetzt, daß die Gründe, aus welchen die Angaben unter-
bleiben mußten, angeführt werden.
Nach dem Gesetz muß die Konsulatsfaktura bei oder vor
der Verladung der Güter eingereicht werden. Sollten die
Waren bereits verladen worden sein, ohne daß eine Faktura
dafür beglaubigt worden ist, so können weitere Schritte von
seiten des Konsulats erst unternommen werden, nachdem dem
Konsulat eine schriftliche Darstellung des Tatbestandes unter-
breitet worden ist, aus der hervorgeht, aus welchem Grunde
den Vorschriften des Gesetzes nicht genügt ist. Ferner muß
die Aussage die Bestätigung enthalten, daß bisher noch keine
Konsulatsfaktura für die betreffende Verladung legalisiert
wurde.
Konsulatsfakturen- über Transaktionen, die nicht durch
Kaufkontrakte gedeckt sind, das heißt über Konsignationen,
müssen den Marktpreis in der betreffenden Landeswährung
enthalten.
Die Gebühren sind dem Konsulate zugleich mit der Kon-
sulatsfaktura zu übermitteln. Konsulatsbeamte sind nicht be-
fugt, die Gebühr zu stunden und haben strikte Anweisung, die
auf die Dokumente als Gegenwert für die zu entrichtenden
Gebühren geklebten Marken nicht eher zu entwerten, bevor
die betreffenden Gebühren bezahlt worden sind.
In der Deklaration darf als Einfuhrhafen nur ein Ort an-
gegeben werden, der als „Port of Entry" bezeichnet ist.
Waren können nur in besonders bezeichneten Plätzen in den
Vereinigten Staaten von Amerika eingeführt werden. Es
ist zu beachten, daß in diesem Falle die Deklaration so
gefaßt wird, daß entweder der Ort als „Port of Entry" ange-
geben wird, in welchem die Ware ankommt, oder derjenige, in
welchem die Verzollung stattfinden soll.
Der Name des Dampfers, auf welchem die Waren verladen
werden sollen, muß angegeben werden.
Selbst adressiertes Freikuvert zur Rücksendung der zweiten
und vierten Kopien muß beigelegt werden.
Fakturen können nicht beglaubigt oder zurückgesandt
werden, bevor die Konsulatsgebühren eingegangen sind. Gebühr
für Fakturen in drei- oder vierfacher Ausfertigung Dollar 2,50
amerikanischer Währung. Extra Exemplare = 1,00 Dollar.
Fakturen für zurückgesandte amerikanische Waren = 1,00 Dollar.
Der Gegenwert für die Konsulatsgebühr wird in deutscher
Währung zu dem jeweiligen Tageskurs zuzüglich M 50 um-
gerechnet, um eventuellen Kursschwankungen Rechnung zu
tragen. Das Konsulat behält sich vor, Kursdifferenzen nachzu-
fordern, respektive Kursüberschuß zusammen mit der Faktura
zu retournieren.
Jede Konsulatsfaktura muß eine genaue Angabe darüber
enthalten, ob die Waren, über welche die betreffende Faktura
ausgestellt ist: a) keinem Ausfuhrzolle unterliegen oder b) wie
hoch sich der Betrag des erhobenen Ausfuhrzolles beläuft, und
ob derselbe in dem Fakturabetrage enthalten ist oder nicht.
Ferner muß angegeben werden, ob Verkäufe derselben Art von
Waren, wie die, über welche die Konsulatsfaktura ausgestellt
ist, falls solche Waren zum Verbrauche im Inland bestimmt
sind: a) keinen Inlandssteuern unterliegen oder b) wie hoch
sich diese Steuern belaufen und ob dieselben zurückbezahlt
oder auf die ausgeführten Waren nicht aufgeschlagen werden.
e werblicher Teil.
Schutzklausel rein objektiv zu der Auffassung gekommen, daß ein der-
artiges Abkommen ohne Rücksicht auf seine praktischen Wirkungen als
unsittlich zu betrachten ist.
Fachschulen, Unterricht, Forschung«
Fachschule für Porzellan-Industrie,. Selb. Das Schuljahr beginnt
jetzt am 1. Mai und nicht wie in den vorhergehenden Jahren erst im
Oktober.
Gesetzgebung, Steuern.
Die Novelle zum Umsatzsteuergesetz ist vom Reichstag angenommen
und mit rückwirkender Kraft vom 1. 1. 1922 ausgestattet worden. Der
Satz beträgt 2%. Die Ausfuhr durch den Fabrikanten unterliegt fttr
umsatz- und luxussteuerpflichtige Gegenstände seit dem 1. 1. 22 demselben
Satze. Die ersten Umsätze nach der Einfuhr sind grundsätzlich steuer-
pflichtig, soweit es sich nicht um Gegenstände handelt, die sich auf der
Freiliste lb befiaden. Die Ausfuhrungsbeätimmungen werden etwa Eade
April im „Zentralblatt für das Deutsche Rsiob." und gleichzeitig in einer
amtlichen Ausgabe veröffentlicht werden.
i
m — Mr. 15
S PRZCWS A AL -COBURG.
1922. (55. |ahrgang.)
Die Novelle zum Umsatzstenergesetz hat das System der viertel-
jährlichen Vorauszahlungen eingeführt. Die im letzten Vierte) j shr verein-
nahmten Entgelte (getätigten Lieferungen) Bind für die Höhe der Voraus-
zahlung maßgebend nnd nicht die Veranlagung für das Vorjahr. Die
Steuerpflichtigen, die nicht vierteljährlich ihre Steuererklärungen abzu-
geben haben (Loxussteuerpüichtige), haben im Laufe des April in einer
kurzen Voranmeldung den Gesamtbetrag der in den Monaten Jannar,
Februar nnd März 1922 vereinnahmten (gegebenenfalls der für die be-
wirkten Leistungen vereinbarten) Entgelte, soweit sie nach dem Umsatz-
stenergesetz steuerpflichtig sind, anzugeben. Gleichzeitig mit der Abgabe
der Voranmeldung hat eine entsprechende Vorauszahlung (2°/0 dieses
Betrages) zu erfolgen.
Haben Steuerpflichtige in den abgelaufenen 3 Monaten einen Um-
satz von nicht mehr als M 6000 gehabt, so wird ihnen nachgelassen, die
entsprechende Vorauszahlung erst zusammen mit der nächsten Vorauszah-
lung zu leisten. Die im übrigen nicht rechtzeitig, d h. innerhalb des
Monats April, eingehenden Vorauszahlungen werden ohne weiteres
im Zwangswege beigetrieben, wobei, wenn auch keine Voranmeldung an-
gegeben ist, die Vorauszahlungen mindestens auf ein Viertel der für das
vorangegangene Kalenderjahr geschuldeten Steuer berechnet werden.
Die Vorauszahlungen werden auf die nach der Erklärung im Januar
1928 zu veranlagende Umsatzsteuer verrechnet Sollte sich bei der ent-
galtigen Veranlagung ergeben, daß der Gesamtbetrag der Voranszahlungen
um mehr als 20% hinter der Veranlagung zurückbleibt, so erhöht sich
die Steuer um 10% dieses überschießenden Betrages.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Patentgebührenerhotaung in Polen» Tschechoslowakien und
Türkei. Polen hat die amilichen Gebühren um das Fünfzigfache erhöht.
Die Anmeldegebühr beträgt poln. M. 3750, Einsprachsgebtthr poln. M 1600
und Beschwerdegebühr 2500. Die Jahresgebühren betragen poln M 2000
bis 30000 Tschechoslowakien will die Gebühren um das Fünffache er-
höhen. In der Türkei beträgt die Anmeldegebühr für ein Patent jetzt 12,
für ein Warenzeichen 30 türkische Pfand.
Handel und Verkehr.
Im Postverkehr mit Polen (auch Westpolen) empfiehlt es sich in
der Aufschrift neben der deutschen auch die polnische Ortsbezeichnnng
anzugeben.
AntrSge auf Frachtruckzahlungen sind vom 1. 4. 22 ab im Güter-
verVehr zwischen Deutschland einerseits, Belgien, Frankreich und Luxem-
burg andererseits künftig an die Verkehrskontrollen IIa) in Köln, b) in
Darmstadt zu richten, wenn an der Erstattung nur ausländische Bahnen,
und zwar bei e) die belgischen Bahnen und die französische Nordbahr,
bei b) die übrigen französischen, die elsaß-lothringischen und luxemburgischen
Bahnen beteiligt sind — Sind auch deutsche Bahnen oder nur deutsche
Bahnen an der Erstattung beteiligt, so sind die genannten beiden Kon-
trollen in allen den Fällen zuständig, wo es sich um Richtigstellung von
Fehlern in der Frachtberechnung, sei es durch falsche Anwendung der
Bestimmungen oder durch unrichtige Gewichtsangaben oder Irrtum des
Absenders oder um Anwendung von Bttckvergütungstarifen, handelt.
Eine Zweigstelle des Auswärtigen Amtes für Außenhandel ist
in Leipzig (Neue Börse, Tröndlinring 2) errichtet worden. Mit der
Leitung iBt Dr. W. Becker beauftragt.
Vertretung deutscher Arbeit in Moskau. Der Deutsch-Rassische
Verein zur Förderung der gegenseitigen Handelsbeziehungen hat jetzt
wieder eine Geschäftsstelle in Moskau eingerichtet (Mjasnizkaja Nr. 1).
Dorthin zu richtende Briefe müssen vorläufig noch über die Zentrale,
Berlin S. W. 11, Hallesche Straße 1, geleitet werden.
Der Meistbetrag für Postanweisungen nach Oesterreich ist auf
Kr. 30000 erhöht worden.
Im PoBtfrachtstüekverkehr mit Dänemark betragen die dänischen
Gewicüisgebühren ab 1 4. 22: über 6 bis 6 kg Fr. 1 nnd für jedes weitere kg
je 25 et», mehr. Die deutsch-schwedischen Seege btthren für
Postfrachtstücke nach Schweden werden vom gleichen Zeitpunkt an in
der Höhe der vorstehend angegebenen dänischen Gewichtsgebühren erhoben.
Ein- and Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Teuerungszuschläge für chemiech-
läurefeste Sieinzeugwaren haben eine Aenderung erfahren. — Bei der
Ausfuhr von Kreide sind die AuBfubrmindeBtpreise von Fall zu Fall zu
erfragen. — Die Mindestpreise für die Auafuhr von Kaolin erfahren mit
Wirbung vom 1 4. eine Aenderung. Die Mindestpreise für die Ausfuhr
von BimBzementdielen nnd Schwemmsteinen nach Holland Bind geändert
worden.
A. H. N. Glas. Der PreiB für die von der A. H. N. herausgegebenen
Aus- und Einfuhrvordrucke beträgt ab 1. 4. 22 für den Satz Jl 1. Dem
ersten Satz wird ein Merkblatt der A. H N. Glas kostenlos beigefügt. Die
Verwaltungsgebühren werden mit Wirkung vom 1.5 22 ab von 2% auf
3«/o erhöht. Vorschriftsmäßige LieferwerkBbescheinigangeD werden zu
M 0,15 je Stück zazugl. Versandkosten abgegeben.
Ausfuhr von Kelch- und Schleif glas: Die Preise und Verkauf s-
bediogungen sind geändert worden. Näheres ist durch die A. H. N. Glas
zn erfahren.
Die Ueberleitnng des lteichsbeauftragten für die Ueber-
wachuug der Ein- and Ausfuhr an die Zollverwaltang ist am
1.3.22 erfolgt. Aufragen sind daher künftighin an die Zolldienststellen
des Ortes zu leiten, wo die bisherige Kontrollstelle des Rba. ihren sitz
hatte. Iq der Handhabung der Außenhandelskontrolle hat sich damit
in Bachlicher Hinsicht nichts geändert, da die Zolldienststellen die Tätig-
keit der Kontrollstellen übernommen haben.
Neuregelung der Ausfuhr nach Uanzlg. Der Freien Stadt Danzig
wurden bisher deutsche W aren zu Inlandspreisen geliefert, sofern durch
eine Bedarfsbescheinigung der Dauziger Handelskammer die Verwendung
der Waren für den Danziger Eigenverbrauch erwiesen wurde. Diese
Regelung kommt vom 1. 4. 22 ab in Fortfall. Es treten neue Bestimmungen
in Kraft. Deutscherseits sind jedoch Danzig zur Deckung des Eigen-
bedarfes auch weiterhin bestimmte Warenkontineente eingerannt worden,
bei deren Festsetzung besonders auf die Bedürfnisse der Danziger Industrie,
des Kleingewerbes und der arbeitenden Bevölkerung Rücksicht genommen
worden ist. Die Außenhandelsstellen werden nach bestimmten Richtlinien
im Rahmen dieser Kontingente, die auch weiterhin zu Inlandspreisen oder
wenig darüber geliefert werden, Ausfuhrbewilligungen erteilen. Für nicht
kontingentierte Waren und für solche Mengen, die über die einzelnen
Kontingente hinausgehen, werden deutscherseits jedoch Ausfuhrbewilligungen
nur zn Ausfahrmindestpreisen erteilt. Ausfuhrabgaben werden in allen
Fällen erhoben. Diese Regelung ist autonom von Deutschland getroffen
worden.
Der deutsch-lettische Wirtschaftsvertrag, der am 27.3. 22 unter-
zeichnet worden ist, sichert beiden Vertragschließenden grundsätzlich das
MeietbegUnstigungsrecht zu. Nach verschiedener Richtung hin ist jedooh
hierin eine Einschränkung erfolgt. Zunächst mußte Deutschland daran
liegen, die Begünstigungen, die auf Grund des Friedensvertrages mittelbar
oder unmittelbar zugestanden sind, nicht auch Lettland gewähren zu
müssen. Auf der anderen Seite lag Lettland daran, in seiner Wirtschafts-
politik gegenüber den übrigen baltischen Staaten (Finnland, Estland,
Litauen) freie Hand zn bekommen. Es iBt infolgedessen vereinbart
worden, daß die in dieser Beziehung von dem einem Vertragsteile ge-
währten Vergünstigungen vom Vortragsgegner nur in Ansprach genommen
werden können, wenn der betreffende Staat sie auch dritten Staaten ge-
währt. Des weiteren erstreckt sich das Deutschland gewährte Meist-
begttnstigungsrecht nicht auf diejenigen Zollvergünstigungen, iie Lettland
an Rußland gewährt. Hinsichtlich der Ein- und Ausfahr verbleibt es bei
der bestehenden Regelung, die Deutschland die Kontrolle seiner Ein- und
Ausfuhr gewährleistet. — Das Abkommen vom 5 7. 20 hat eine Ergänzung
erfahren durch die Bestimmungen über die Gewährung eines Warenkredits
an Lettland. Es handelt Bich hier um die Ausführung des § 7 des vor-
läufigen Abkommens, nach dem die deutsche Regierung sien dafür ein-
setzen will, daß Lettland nach Maßgabe der von einer besonderen Kom-
mission festzusetzenden Bedingungen ein Warenkredit gewährt wird.
Dieser Warenkredit in Höhe von Ji 500 Mill. soll nach lettländischen
Aeußerungen nicht von der deutschen Regierung, sondern von privaten
Organisationen znr Verfügung gestellt werden, die mit lettländischen
Firmen nnd Organisationen in Verbindung treten sollen. Der Wirtschafts-
vertrag soll zunächst 3 Jahre gelten.
Balgarien. Der Entwurf zum neuen Einfahrzolltarifgesetz
ist in dritter und letzter Lesung vom Parlament am 2. 3. angenommen
worden. Ueber den Zeitpunkt des Inkrafttretens ist noch nichts bekannt
gegeben.
Chile. Ein Zollaufsehlag von 10 Centavos für je 100 kg wird
neuerdings auf alle ein- und ausgeführten Waren gelegt.
England. Kein Schutzzoll auf deutsche Spielwaren. Auf
Grund des Berichtes, den die vom Handelsamt eingesetzte Untersuohüngs-
kommission erstattet hat, beschloß das Handelsamt, daß ein Schatzzoll
auf deutsche Spielwaren nicht erhoben werden soll.
Griechenland. Das Zollaufgeld, das bisher 160% betrug, wird
seit dem 21. 3. nach dem jeweiligen Tageskurs berechnet, wobei als
Grundlage der Tageskurs des englischen £ dient. Die Neuregelung be-
deutet eine wesentliche Erhöhung des Einfuhrzolles, da jetzt für 1 Dr.
Gold etwa 4 Dr. Papier, gegen früher 2,50 Dr. Papier zu entrichten sind.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 1.— 16. 4. 22
282 o/0.
Jugoslawien. Das Einfuhrverbot für Luxuswaren, das am
1 3. 22 erlassen worden ist, trifft von unseren Erzengnissen die nachstehend
aufgeführten Tarif nummern des Allgemeinen Zolltarifs :
T.-Nr.
auB 504 Waren aus Majolika oder Fayence, sowie anderweit nicht genannte
Waren aus Steingut: 3. Gegenstände für Zimmerschmuck und Galanterie-
waren wie Figuren, Figürchen, Stataetten und ähnliche Luxas-
gegenstände.
aus 506 Waren aus Porzellan oder porzellanartige Waren: (Weichporzellan:
englisches oder Frittenporzellan, unglasiertes Porzellan; Biskuit,
Parian und Jaspis) mit oder ohne anderen Verzierungen: 2. Luxas-
oder Galanteriewaren zum Z>mmerschmack, wie Vasen, Statuetten,
Figürchen, Blumen, Pflanzen, Bukette, Kränze und dergleichen:
a) weiß und einfarbig, ohne Malerei und Vergoldung, aus Kupfer
oder Kupferlegierungen, b) mehrfarbig, mit Vergoldung, Maierei und
Verzierungen von Kupfer und Kapferlegierangen.
aus 506 Waren aus Ton und SteinmasBe, Porzellan, Fayence und ähn-
lichen Materialien, anderweit nicht vorgesehen und nicht in höhere
Sätze fallend: 3. in Verbindung mit feinsten Materialien; 4. in Ver-
bindung mit fidelmetallen: a) mit Gold, b) mit Silber.
519 Glasplättchen, Glasperlen, Glasschmelz, fimaille- und Glaskörner,
lediglich zur leichteren Verpackung, Aufbewahrung und Versendaug
aufgereiht: 1. weiße und farbige ; 2. bemalt, vergoldet, versilbert.
520 Edelsteidmitationen aus Glas, Glasschmucksteine, Glajperlen und
wlaskorallen: 1. nur zwecks leichterer Verpackung, Aufbewahrung
und Versendung aufgereiht; 2. als Schmuck aufgereiht
521 Waren aas Glasimitationen als Edelsteine, von Glaskorallen, Glas-
plättchen, anch in Verbindung mit anderen Materialien, falls sie
dadurch nicht unter höhere Zollsätze fallen
522 Glas anderweit nicht benannt oder inbegriffen: geprtßt, poliert usw.;
3. gemustert, vergoldet, versilbert.
aus 625 Erzeugnisse aus Glas oder Emaille und Glasimitationen von
Edelsteinen und Korallen in Verbindung mit anderen Materialien.
Marokko. Die deutsche Einfuhr hat nach vorübergehender Zu-
nahme im Laufe des vergangenen Jahres wieder einen Rückgang durch
die neuerlichen Einfuhrerschwerungen erfahren. An Stelle der früher
1922. (56. Jahrgang.)
SPRECHSAAL - COBURG.
Nr. II — 175
üblichen generellen Einfchrba willigung muß jetzt Ton Fall zu Fall «in*
behördliche Bewilligung erwirkt werden. Das Zollverfahren ist ausge-
sprochen gegen die deutsche Einfahr gerichtet. Nachdem zahlreiche
deutsche Artikel sich als unentbehrlich erwiesen haben, wurde durch
Dekret vom 9. 1. 20 eine Einfuhrbewilligung u. a. für Steingut, Glas und
Kristall zugestanden. Zur Erschwerung der Einfuhr wird von den Zoll-
bebörden nicht der Faktnrierungswert, sondern der übliche Großhand-ls-
verkaufspreis abzüglich 20— 45% zugrunde gelegt. Reichsdeutsche Ver-
treter kommen gegenwärtig für französisch Marokko nicht in Frage, da
die Niederlassung deutscher Staatsangehöriger noch untersagt ist. Gegen
Vertreter französischer Nationalität bestehen naturlich erhebliche Be-
denken Jedenfalls empfiehlt es sich, nur mit durchaus zuverlässigen
Vertretern zu arbeiten. Da die wirtschaftliche und finanzielle Krisle
noch immer andauert, sind die Absatzaussichten nicht günstig zu nennen.
Schweden. Antidompingbewegung. Der Iodustrieverband hat
die Erbebung einer Valutaausgleichsabgabe vorgeschlagen, die in Form
eines Zuschlages zu den gleitenden Zollsätzen an der Grenze erhoben
werden soll. Ueber die Stellungnahme des handelspolitischen Ausschußes
des schwedischen Reichstages zn diesen Vorschlägen ist bisher noch
nichts bekannt geworden. Vor einiger Zeit hatte er sich gegen den Er-
laß eines Antidumpinggesetzes ausgesprochen; es scheint aber nicht un-
möglich, daß einzelne Artikel, vornehmlich Loxuserzeugnijse, einer be-
sonders scharfen Behandlung bei der Einfuhr unterworfen werden.
, Schweden. Zollt arifentscheidnngen. Tabletten: öhren, Glas-
röhren mit flachem Boden (T. Nr. 697), versehen mit lose aufsitzendem
Deekel aus vernickeltem Eisenblech.
Teile au elektrischen Glühlampen. Glasballoni mit einmontierten
Metallfäden. T.-Nr. 1070 (1921)
Schweiz. Zolltarifen) Scheidungen zum Gebrauchstarif vom
8.6.21 Bekanntmachung des eidgen. Zolldepartements vom 6.2.22:
T.-Nr. ^^p,*2 Bezeichnung der Waren:
698 18 Siphonflaschen aus farbigem Glas, nicht in Verbindung
mit Metall, nicht geschliffen, nicht graviert.
Spanien. Das Zollaufgeld ist für den Monat April auf 23,19«/»
(24,81) festgesetzt.
Süd afrikanische Union. Die Zollbereehnung deutscher Ein-
fuhrwaren wird vom 4. 4. 22 ab zum Umrechnungskurs von Jt 700 je
Lstrl. vorgenommen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Fürstenberger Porzellanfabrik, Fflrstenberg a. Weser. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Beingewinn M 1 703 259
(8V6062); Dividende 25% (25); Abschreibungen Jt 90962 (77 918); Zu-
weisungen für Wohlfahrts- und gemeinnützige Zwecke M 130000, für
Kleinwohnungsbauten für Werkangehörige M 300000. — Das abgelaufene
Geschäftsjahr brachte dem Unternehmen von Anfang bis Eade volle Be-
schäftigung und gegen Eade desselben sogar außergewöhnliche Nachfrage,
sodaß die Anlagen im Bahmen der noch immer unzureichenden Kohlen-
zuteilung voll ausgenutzt werden konnten. Das Jubiläumsjahr (176.) hat
" für die Firma mit einem sehr guten Auftragsbestand begonnen. — Iu den
Aufsichtsrat worden 0. Bichter wieder- und G. Bellers an Stelle des
verstorbenen D. Ahrens neugewäblt.
Purzeli anfabrik Günthersfeld, A.-G., Gehren. Das Unternehmen
verzeichnet für das Geschäftsjahr 1921 einen Reingewion von Jt 1157293
(701814), über dessen Verwendung nichts veröffentlicht worden ist.
Porzellanfabrik Limbach, A.-G-, Limbach. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschloß vom 81 12. 21: Beingewinn Jt. 164 802 (135 284);
Dividende 15% (15); Bonus 13% (5); Abschreibungen M 8600 (24573) —
Wie im Geschäftsbericht ausgeführt wird, litt der Betrieb unter der Un-
gunst der allgemeinen Verhältnisse. Die Nippes- und Loxusabteilung
konnten moiatelang nur knrz arbeiten. Bei den übrigen Erzeugnissen
aber erholte sich das Geschäft und die eingeführte Geschirrerzeugung
konnte bereits fruchtbar wirken. Der allgemeine Porzellanarbeiterstreik
blieb in seiner Wirkung nicht ohne Einfloß auf das Betriebsergebnis. Für
das neue Geschäftsjahr ist der Auftragsbestand je nach Art der Erzeug-
nisse gänzlich ungenügend bis recht gut. Dem Unternehmen können
günstige Aussiebten zugesprochen werden.
Porzellanfabrik Kauenstein, vorm. Fr. Chr. Greiner & Sohne,
A.-G., Rauenstelu. Auszug aas dem genehmigten Abschluß vom 31. 12.21:
R-m gewinn M 838 998 (654593); Dividende 25% (20); Sondervergütung
15% (0); Abschreibungen M 300364 (142486); Büchs tellung für Werk'
erhaltungs-Konto Jt 400000; Zuweisung an Arbeiter wohlfahrts- Fonds
M 100000 (100000), für gemeinnützige Zwecke M 120000 (165 000) —
Das Geschäft' jähr 1921 brachte große Schwierigkeiten, besonders iu der
KohlenbeBchaüang, mit Bich. Das günstige Ergebnis ist dem regen Aus-
landsgeschäft zu danken. Im Inland war der Absatz gleichfalls rege,
jedoch weniger lohnend. Im neuen Jahr liegen für die nächsten Monate
reichlich Aufträge vor. — Dem Aufsichtsrat gehören gegenwärtig an:
Bankdirektor M. David, Vors., Bankdirektor 0. Beseler, stellv. Vors.,
Generaldirektor H. Filimann, H. Georgii, Fabrikdirektor M. Heubach, Bank-
direktor P. Kallensee, Bankdirektor Ca. W. Paimie.
Porzellanfabrik Waldsassen Barenther & Co., A -G-, Wald»
sassen. Auszug aus dem Benehmigten Abschluß vom 31.12. 21: Rein-
gewinn M 1276094 (709907); Dividende 20% (20), Sondervergütung
Jt 16% (10); Abschreibungen Ji 816U0 (82916). — Nach dem Geschäfts-
bericht hatte die noch immer zunehmende gewaltige Verteuerung aller
Betriebskosten eine weitere erhebliche Steigerung der Verkaufspreise zur
Foige. Bei der großen Entwertung unserer Valuta ist an einen Preisabbau
noch nicht zn denken, es besteht vielmehr die Gefahr, daß bei deren Fort-
schreiten auch die für den täglichen Bedarf benötigten Geschirre, wie solche die
Fabrik hauptsächlich erzeugt, zu hoch im Preise kommen werden nnd der
Verbrauch derselben dann verringert wird. Das Aasland hält in den
letzten Monaten mit dem Kaufe zurück. Die Beschäftigung ist noch
ausreichend.
Düsseldorfer Tonwarenfabrik, A.-G., Belsholz. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31 12 21: Verlost Jt 8894, der sich um den
Verlustvortrag auf Jt 220 960 erhöht; Abschreibungen Jl 45754. — Der
Betrieb der Tonwarenfabrik ruhte während des ganzen Jahres. Der Pro-
zeß gegen die für den Brandfall verantwortlich zu machende Behörde
konnte noch immer zu keinem Anschluß gebracht werden.
Somag* SSchslsche Ofen« and Wandplatten.Werke, A -6.,
Meißen. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Rein-
gewinn Jt 2179875 (1339000); Dividende 30% (25); Abschreibungen
Jt 742768 (624309). — Während des abgelaufenen Geschäftsjahres waren
die Werke durchweg bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit beschäftigt,
wobei auch der Export in angemessener Weise gepflegt werden konnte.
Der Umsatz erfuhr eine bedeutende Steigerang. Beschäftigung und Auf-
tragsbestand im laufenden Jahr versprechen auch weiterhin eine günstige
Entwicklung. — Die o. G.-V. genehmigte die vorgeschlagene Kapitals-
erhöhung om M 2 Mill. Stamm- und Jt 0 2 Mill. Vorzugsaktien. Die
neuen Stammaktien werden den bisherigen Aktionären im Verhältnis 4 : 1
zu 200% angeboten.
Dachziegelwerke Ergoldsbach, A.-G., Ergoldsbach. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31 12. 21: Reingewinn M 1 963 658;
Dividende 24 % ; Abschreibungen M 321 303 ; Zuweisung für Arbeiterwoh-
hungsfürsorge Jt 300000 — Nach allen Erzeugnissen der Gesellschaft
war die Nachfrage äußerst rege. Iu das neue Jahr konnte ein umfang-
reicher Auftragsbestand übernommen werden. Darch Fortsetzung des im
Vo' jähre begonnenen Ausbaues der 'Werke können nunmehr sämtliche An-
lagen voll ausgenutzt werden. — Ia den Aufsichtsrat wurde Kaufmann
A Strauß wieder- und an Stelle des verstorbenen J. Mußgnug Rechts-
anwalt Dr. A. Fürnrohr neagewäult.
Glas- nnd SpiegeLManufaktur, A.-G., Gelsenkirchen. Schalke.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn
M 9 337 658 (8 809 678) ; Dividende 30 % (20); Sondervergütung 60 % (50) ;
Abschreibungen M, 46 000 1 498 362); Zuweisung an Beamten- nnd Arbeiter-
nnterstützungs-Fonds M 600 000 (600000). — Dem Geschäftsbericht zufolge
hielt die zu Anfang vorigen Jahres eingetretene Abflauang im Geschäft
bis gegen Mitte des Jahres an und machte dann einer lebhaften, stellen-
weise stürmischen Nachfrage Platz, so' daß die angesammelten Lager-
bestände glatt abgesetzt werden konnten. Die Gestehungskosten gingen
besonders im letzten Qaartal sprunghaft in die Höhe, wogegen die Ver-
kaufspreise nicht im gleichen Maße erhöht werden konnten. Beim Aus-
fahrgeschäft sei mit dem ausländischen Wettbewerb bereits ernstlich zu
rechnen. — Das ausscheidende AufsichtBratsmitglied Dr. F. Eitzbacher
wurde wiedergewählt.
Krenznacher Glashütte, A.-G., Kreuznach. Das Unternehmen
schließt das Geschäftsjahr 1921 mit einem Beingewinn von Jt 35 256
(63 796) ab, aus dem 15 % (4<ä5) Dividende zur Verteilung gelangen. —
In den Aufsichtsrat worden G. Dammeyer nnd W. Heye neu hinzugewählt.
Sächsische Glasfabrik, Badeberg. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn Jt 2 217 097 (1033 272); Dividende
40 % (40); Sondervergütung 20% (0); "Abschreihungen Jt 884 508
(546 248) ; Rücklage anf neugebildetes Werkerhaltungskonto Jt 971 685,
dem gleichzeitig der auf dem bisherigen Erneuerungskonto verbliebene Rest-
betrag von M 28 415 zugeführt worden ist; soziale Zuwendungen
Jt 250 000 (175 000) — Im abgelaufenen Jahr hatte die Gesellschaft
wieder mit vielen Fabrikationsschwierigkeiten zn kämpfen, kann aber doch
ein sehr gutes Ergebnis vorlegen, da entsprechende Preise erzielt wurden,
wobei auch das Auslandsgeschäft günstig mit eingewirkt hat. Im Dezember
brannte ein Lagerschuppen ab, der Geschäftsbetrieb wurde dadurch nicht
beeinträchtigt. Ueber die Aussichten vermag die Verwaltung nichts zu
sagen. — Der jetzige AuMchtBrat besteht aus: Bankdirektor M. Reimer,
Vors., Kommerzienrat W. Hirsch, stellv. Vors., Rechtsanwalt A. Schlechte,
Kommerzienrat W. Döderlein, Bankdirektor B. Wagner, Rechtsanwalt
G. Eckenbrecht.
Stanz- nnd Emaillierwerke, vorm. Carl Thiel & Söhne, A.-G,,
Lübeck. Auxzng aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: R»in-
gewinu Jl 1262 354 (631945); Dividende 15% (10); Abschreibungen
Jt 357 081 (354899); Rückstellung für Wohlfahrtszwecke JL 60000 (40000).
— Im Berichtsjahr war die Nachfrage lebhafter und gleichmäßiger als im
Vorjähr. Durch Vervollkommnung nnd Ausbau der Produktionsmittel
gelang es, die Betriebsschwierigkeiten einigermaßen auszugleichen und ein
unter Berücksichtigung der schwierigen Verhältnisse nicht ungünstiges
Ergebnis zu erzielen.
Th. Goldsehmidt, A.-G., Essen. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 81.12.21: Reingewinn Jt 19 Mill. (7,5); Dividende 30%
(20); Abschreibungen M 839 246 (845 500); Buckstellung für Boziale und
gemeinnützige Zwecke Jt 3 Mill (u 8); für Kleinwohnungsbau Jt 2 Mill.
— Nach dem Vorstandsbericht Bind die Werke nicht gleichmäßig beschäftigt
gewesen. Bei verbesserter Rohstoff Versorgung konnte die Gütererzeugang
vergrößert werden. Dennoch beträgt diese erst die Hälfte der des Jahres
1913. Da die Aufwärtsbewegung der Erzeugungskosten offenbar noch
nicht abgeschlossen ist, muß ein hoher Stand dieser Kosten bei einer
etwaigen erheblichen Erholung der Mark die Wettbewerbsfähigkeit der
Industrie auf dem Weltmarkt ernstlich gefährden. — Die ausscheidenden
Aufsichtsratsmitglieder A. von Back, Dr. Frhr. von Hirsch und Dr. Vierling
worden wieder- und Bankdirektor M. Schnitze neu in den Aufsichtsrat
gewählt.
Ingenienrgesellschaft für Wärmewirtschaft, A.-G., Köln. Das
Geschäftsjahr 1921 brachte eine wtitere Eut Wicklung der Gesellschaft
und einen weiteren Auebau der Organisation. Das verfügbare Iagenienr-
personal war ständig voll für die Durchführung wärmewirtschaftlicher
Verbesserungen von Industriebetrieben in Ansprach genommen. lasbe-
sondere wurden, wie bereits im Vorjahre, weitere Abschlüsse für die Be-
arbeitung ganzer Industriegruppen getätigt. Die mit Beginn des Ge-
schäftsjahres angegliederte keramische Abteilung, die als Warmestelle der
Deutscnen Keramischen Geaellscnaft arbeitet, hat die Verbesserungsmög-
lichkeiten für die keramischen Brennöfen geklärt und die Durchführung
— Nr. 15
SPRECH SAAL --COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
der Verbesserungen zahlreicher Betriebe eingeleitet. Gleichzeitig worden
grundlegende Forschungsarbeiten über den keramischen Brennbetrieb im
Auftrag der Deutschen Keramischen Gesellschaft in Angriff genommen.
Der Auftragsbestand bei Eintritt ins neue Geschäftsjahr ist beträchtlich.
Außer der im Vorjahr errichteten Zweigniederlassung Stuttgart wurde im
Berichtejahr eine weitere Zweigniederlassung in Nürnberg eröffnet. Die
Eröffnung einer Zweigniederlassung in DreBden steht bevor. Die am
13 3 22 stattgefundene Generalversammlung genehmigte die Ausschüttung
einer Dividende von 20% (i. V. 20<>/0) auf die volleingezahlten und von
llo/0 auf die zu ein Viertel eingezahlten Aktien. Nach Ablauf des Be-
richtsjahres wurde das Aktienkapital von Jt 1 Mill. voll eingezahlt und
eine weitere Erhöhung um Jt 500 000 beschlossen. .
Zettlitzer Kaolinwerke, A.-6., Zettlitz bei Karlsbad. Die
o G-V vom 30 3. 22 beschloß, den Kupon für das Jahr 1921 mit
Kc 48 ' (im Vonahre Kc. 60) je Aktie an den Kassen der Böhmischen
Eakomptebank und Kreditanstalt in Prag, sowie deren sämtlichen Filialen
zur Auszahlung zu bringen. Auf Antrag des Verwaltungsrates Wurden
auch für dieses Jahr größere Beträge für Arbeiterwohnungen und Be-
amtenfftrsorge zurückgestellt. .
Nene Glasfabrik in Oesterreich. Das unter Führung Dr. Braun-
Stammfest (Wien, I., Mahlergasse 3) stehende Konsortium, das die
Oberösterr. Porzellanindustrie und die Oberösterr. Elektrotechnischen
Werke beide in Wels, gründete, schreitet nunmehr an die Errichtung einer
Glasfabrik gleichfalls in Wels. Das neue Unternehmen wird lediglich auf
die Herstellung von Massen-Bedarfsartikel eingestellt Bein. Vorerst ist
nur die Fabrikation von Wein- und Bierflaschen und von Tafelglas vor-
gesehen. Die Jahresleistungsfähigkeit der neuen Fabrik wird mit
6 Mill Flaschen und mit 630 000 m* Fensterglas angegeben. Mit dem
Bau der neuen Fabrik wurde vor kurzem begonnen. Die Betriebsauf-
nahme ist für Ende Juni zu gewärtigen. DaB Unternehmen soll als
Aktiengesellschaft unter der Firma „ Glasindustrie, A.-G., Fried-
richshütte, Wels", mit einem Aktienkapital von Kr. 800 Mill. ins
Leben treten.
General - Versammlungen.
Steatit Magnesia, A-G., Berlin: o. G.-V 29.4. 22, 4 Uhr n., Bank-
haus Gebr. Arnhold, Dresden. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung um
M 7,5 Mill. Inhaberaktien. ; .■ V, tt.-«. 1 0<i
Vereinigte Iaolatorenwerke, A.-G., Berlin-Pankow : o. G.-V. 24. 4. 22,
12 Uhr m., Berlin, Dorotheenstr. 36. T.O.: u. a. Kapitalserhöhung um
M 4 Mill. Inhaberaktien auf Jt 7 Mill. ttu w«. i
Jlse Bergbau, A-G., Grube Jlse: o. G.-V. 27. 4. 22, 3 Uhr ^ Mittel-
deutsche Creditbank, Berlin. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung um M 40 Mill.
Stammaktien; Umschreibung von Vorzugsaktien.
Tonofenfabrik Wallner, A-G., Tirschenreuth: o. G.-V. 19. 4. 22, 2 Uhr
n., Geschäftsräume der Fa Gebr. Zehendner, Mitterteich. , •
Glasfabrik, A.-G, Brockwitz: o. G.-V. 3.5. 22, 8*/« Uhr n., Hotel
Goldner Löwe, Meißen. T.-O. : u. a. Abschluß eines neuen Gesellschafts-
^"Bheinische Glashütten, A.-G., Cöln-Ehrenf eld : a. o. G.-V. 21. 4. 22,
12 Uhr m, Bankhaus J. H. Stein, Cöln. TO.: u. a. Kapitalserhöhung
um Jt 6 Mill. Stamm- und M 1 Mill. 6°/0 Vorzugsaktien.
Glashütte Friedrichsthal, A.-G., Friedrichsthal bei Costebrau: a. o. G.-V.
21 4 22 5 Uhr n,, Bankfirma Garsch Simon & Co, Berlin. T.-O : u. a.
Kapitalserhöhung um Jt 2 Mill. Stammaktien; Zusammenlegung des Ge-
schäftsjahres mit dem Kalenderjahr. /•> • ,
Glas- und Spiegel-Manufaktur, A.-G., Gelsenkirchen-Schalke : a. o. G.-V.
\. 6. 22, II1/» Uhr v., A. Schaaffhausen'scher Bankverein, A.-G., Cöln.
f.-Ö. : Satzungsänderungen. .
GlaBhüttenwerke Holzminden, A.-G., Holzminden a. Weser : o. G.-V.
27. 4. 22, 9 Uhr v., Edenhotel, Berlin.
Thüringische Glas-Iustrumenten-Fabrik Alt, Eberhardt & Jäger, A.-G.,
Jlmenau: o. G.-V. 20 4 22, 2 Uhr n„ Gasthof Zur Tanne, Jlmenau:
T.-O : u. a. Kapitalserhöhung um M 2,6 Mill. Stamm- und M 1 Mill.
6°/o Vorzugsaktien. „ _,„ . , BL . „
Annweiler Email- und Metallwerke, vorm. Franz Ullrich Söhne, A.-G.,
Annweiler (Pfalz): a. o. G.-V. 6. 5. 22, 10 Uhr v., Geschäftalokal, Annweiler.
T-O.: Aenderung des Gesellschaftsvertrages.
Erste Darmatädter Herdfabrik und Eisengießerei Gebrüder Boeder,
A.-G., Darmatadt: a. o. G.-V. 22. 4. 22, 10 V, Uhr v., Deutsche Bank,
Filiale Darmatadt. T. 0.: u. a. Kapitalserhöhung um Jt 1,75 Mill. Stamm-
und Ji 0,3 Mill. 7 «/0 Vorzugsaktien.
F. Kuppersbuach & Söane, A-G., Gelsenkirchen: o. G.-V. 28. 4. 22
5 Uhr n., Hotel Kaiserhof, Easen-Rahr.
Bartsch Quilitz & Co., A.-G., Berlin : o. G.-V. 21. 4. 22, 4 Uhr n.,
Bankfirma Carsch Simon & Co., Barlin. T.-O. : u, a. Abachluß einer
lnteressengemeiaschaft ; Kapitalserhöhung um M 2,5 Mill.
Eisenhüttenwerk Keula bei Maskau, A.-G., Keula : a, o. G.-V. 25. 4. . ,
11 Uhr v., Börsengebäade, Barlin. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung um
JL 5,9 Mill. Stamm- und Jt 0,3 Mill. Vorzugsaktien.
Messen and Ausstellungen.
Hat das Wort „auBstellungsmüde« im Deutschland der Segen-
wart Sinn und Berechtigung 1 Victor Ottmann verneint diese Frage
in dem von ihm verfaßten Geleitwort zu der vornehm ausgestatteten und
wegen ihres reichhaltigen und hochinteressanten Iohalts bemerkenswerten
Broschüre der „Jahresschau Deutscher Arbeit Dresden 1922«,
die ihre erste Ausstellung unter dem Namen „Deutsche Erden" vom
16 bis 15 9. abhalten wird. Ottmann kommt zu dem Schluß, daß es
heute unter den so einschneidend veränderten Verhältnissen geradezu eine
Notwendigkeit geworden ist, wieder gute Ausstellungen zu veranstalten
und zu beschicken, um dem Inland und dem Ausland zu zeigen, welche
Leiatungen unsere Industrie nach langen Jahren schwerster Nöte und in
einer Zeit Beelischer und wirtschaftlicher Bedrückung ohnegleichen auf-
wehen kann — wie sie bestrebt ist, verlorenes Gelände zurückzugewinnen
und sich auf dem Weltmarkte wieder gebührende Geltung zu verschaffen.
— Die andern Beiträge aus der Feder hervorragender Fachmänner geben
Aufschluß über die Ziele und Absichten, die die „Jahresschau Deutscher
Arbeit" in Dresden mit ihren alljährlich wiederkehrenden Ausstellungen
verbindet. Professor Karl Groß, der Direktor der Staatlichen Akademie
für Kunstgewerbe in Dresden, zergliedert in feinsinniger und anschau-
licher Weise die Bestrebungen der „Jahresschau", indem er das wohl-
durchdachte Ausstellungsprinzip, den Qualitätsgedanken (Höchstleistungen),
einer überzeugenden Betrachtung unterzieht. Dr. Paul Krais, Professor
am Deutschen Forschungsinstitut für Textilindustrie in Dresden, ergeht
Bich in belehrenden Ausführungen über die Qualitätsarbeit vom tech-
nischen Standpunkt. Die nächsten Abhandlungen befassen sich mit den
Gebieten Glas und Keramik, die die Jabreschau in diesem Jahre zur Aus-
stellung bringt. Dr. Gustav Keppeler, Professor der technischen Hoch-
schule in Hannover, klärt über die Glasindustrie und ihre Bedeutung für
die deutsche Volkswirtschaft auf, während der Syndikus des Verbandes
keramischer Gewerke in Deutschland, Dr. Heinrich Schermann, über
„Deutsche Keramik" plaudert. — Die Broschüre enthält ferner ein Ver-
zeichnis der verschiedenen Ausschüsse der Jahresschau sowie mehrere gute
Aufnahmen des Städtischen Ausstellungsgeländes (auch einen Grundriß der
Ausstellung) und der Stadt Dresden.
Torfausstellung und Torfindustrietag in Hannover. Die vom
18 —27. 3. 22 von der Nordwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung
des Torfwesens veranstaltete Torfausstelluug war vom besten Erfolge
begleitet. Gut ausgearbeitete Reliefs und Kartenmaterial sowie eine Fülle
von wissenschaftlichem, statistischem und Anschauungsmaterial gaben ein
übersichtliches Bild der Torfgewinnung von Hand und mit Maschinen.
Die Technische Hochschule in Hannover führte die Ergebnisse von wissen-
schaftlichen Versuchen in Präparaten, Bildern und Tabellen vor und ver-
anstaltete während der Ausstellung FeuerungsverBuche in den Heiz- und
Kraftanlagen der Hochschule, die auf Plan-, Wander- und Treppenrosten,
sowie in einer Lederschen Torfsonderfeuerung sämtlich überraschend gute
Ergebnisse mit gebrochenem Torf erzielten. Die Nord westdeutsche Arbeits-
gemeinschaft und die Torf erzeugerverbände Stade, Oldenburg, Hannover,
Meppen, Papenburg hatten in anschaulicher Weise die verschiedenen Arten
ihrer Erzeugnisse und die für ihr Gebiet besonders markanten Gewinnungs-
und Verwendungsarten von Brenn- und Streutorf, sowie figürliche Statistiken
ausgestellt, die u. a. interessante Vergleiche der Raumbeanspruchung bei
den wichtigsten Brennstoffen und deren Asche-, Schlacken- usw. Verluste
darstellen. Die Ausstellung hatte finanziell ein sehr günstiges Ergebnis.
Die Aussteller, besonders auch die Fabrikanten von Torffeuerungsanlagen,
waren von dem Resultat sehr befriedigt, da sie umfangreiche Aufträge
erhalten haben. Daß für die Torfindustrie die Ausstellung von größter
Bedeutung gewesen ist, wird die nächste Zukunft zeigen, da bereits jetzt
die Anfragen nach Torf bei den Verbänden sich häufen. Danach ist zu
hoffen, daß sich in den Verbraucherkreisen die Ueberzeugung weiter
durchsetzt, daß durch den Bezug von den Landesverbänden des Reichs-
verbandes der Brenntorferzeuger die beste Gewähr für gute und zuverlässige
Torflieferungen gegeben ist. In der Ausstellnngswoche tagten verschiedene
wirtschaftliche Verbände der Tortindustrie und der am Torfverbrauch be-
sonders interessierten Industrien in Hannover. Dem am 23. 3. in Hannover
veranstalteten Torfindustrietag wohnten 300 Personen bei, worunter neben
Vertretern der Behörden u. a. auch Vertreter der schwedischen und norwegi-
schen Industrie zu sehen waren. Es sprachen u. a. Prof. Dr. *ran*e>
Hannover, über die Resultate der von ihm geleiteten, oben bereits erwähnten
Feuerungsversuche in der Technischen Hochschule; Prof. Dr. Keppeier,
Leiter der Versuchsstation für techn. Moorverwertung an der Technischen
Hochachule in Hannover, über Torfverwertung in der Glas-, keramischen-
und Ziegeliudustrie. Von größtem Allgemeininteresse war der Vortrag
des Vorstandes der Kohlenwirtschaftsstelle Bremen, Herrn Wenhold, über
die Kohlenversorgung im Jahre 1922 und die Notwendigkeit der ver-
stärkten Heranziehung des Torfes für Industrie und Hausbrand.
Die Wiener Frühjahrsmesse, die vom 19. bis 25.3. stattgefunden
hat hat nicht jenen stürmischen Verlauf genommen, den die erste Wiener
Messe im März 1921 charakterisierte. Der damalige Tiefstand der Krone
hatte zu Massenabschlüssen geführt, die allerdings in der Folge in vielen
Fällen nicht ausgeführt werden konnten. Dieses veranlaßte viele Ein-
käufer diesmal zu einer gewissen Zaruckhaltung in der Erteilung von
Aufträgen auf Anfertigung. DaB Frühjahrsmesse Geschäft war ruhiger
und solider Da die österreichischen Erzeugnisse in vielen Produktions-
zweigen in den letzten Monaten die Weltparität zum Teil erreicht, zom
Teil sogar überschritten haben, spielte diesmal die Qaalität der Ware die
ausschlaggebende Rolle. Die Zahl der ausländischen Einkäufer war viel
größer als zur Herbstmesse. Nicht unwesentlich beeinträchtigt warde das
Meßgeachäft durch die Einfuhrachwierigkeiten, die in den verschiedenen
Staaten, vor allem aber in den Nationalstaaten bestehen.
Verbände.
Band deutscher Fabriken feuerfester Erzeugnisse. Die dies-
jährige ordentliche Tagung findet am 16. 5. 22 in Königswinter a. Rh. statt,
Der Arbeitgeberbund der feuerfesten Industrie Deutschlands
hält Beine ordentliche Bundesversammlung am 17. 5. 22 in Königs-
winter a. Rh. ab.
Die Verkaufsstelle der Drahtglasfabriken, 6. m. b. H., Berlin,
hat mit sofortiger Wirkung den Packungszusohlag von Jt 8 auf Jt 16
je am erhöht. — Die Verkaufsstelle hat vom 1. 4 ab den Verkauf der
Produktion in 6 bis 8 mm starkem Drahtglas der Firma „Guß- und Tafel-
glashtttten, A.-G., vorm. Paul Müller, Niederputzkau" für das deutscht
Zollinland übernommen.
Ein Ausschuß zum Kampf gegen die Außenhandelsstellen,
Wie aus Hamburg gemeldet wird, hat sich im Anschluß an dem in dei
Presse bereits Beit längerer Zeit gegen die Außenhandelaatellen geführten
Kampf nunmehr in Hamburg ein Ausschuß gebildet, der ohne mit den.
vom Reichskommissar ausgesprochenen Vorwurf in sachlicher Weise belastet
zu sein, sioh die Aufgabe gestellt hat, diesen Kampf fortzusetzen. Dem
Ausschuß gehört neben anderen hervorragenden Vertretern der Hamburg«
im. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 15 — 17T
Kaufmannschaft auch der Präsident des Norddeutschen Hansabandes,
Dr. W. Fehling, Mitglied der Bürgerschaft, an.
Leipziger Mastermessen- Verband (vorm. Verband der Aussteller
der Leipziger Großmesse, Sitz Altona). In der in Leipzig abgehaltenen
Mitgliederversammlung wurden in den Vorstand gewählt: M. Löffler,
1. Vors., Hollerer, i. F. Gebr. Koch, Neukölln, 2. Vors. Die Geschäfts-
stelle befindet sich Mb auf weiteres in Altona a. E,, Kronprinzenstr. 4.
Industrielle Neuheiten.
Die pneumatische Glasmacherpfeife (Patent Lippold-Lorentz).
Das Wesen der pneumatischen Glasmacherpfeife besteht darin, daß
die Herstellung von Glasgegenständen mittels der Pfeife erfolgen kann,
ohne daß der Glasmacher mit dem Munde bezw. mit der Lunge zu blasen
hat. Der Pfeifengriff ist mit komprimierter Luft gefüllt. Durch einen
kleinen, ebenfalls im Pfeifengriff untergebrachten Apparat wird durch
Ausströmen von komprimierter Luft so viel Außenluft angesaugt, als zum
Ausblasen der Glasgegenstände nötig ist. Die Pfeife ist sowohl für
Tafel- und geblasenes Spiegelglas, als anch für Flaschen-, Medizin- und
Hohlglas geeignet. Dieselbe gleicht äußerlich genau der jetzt in Betrieb
befindlichen Pfeife und das Gewicht ist dasselbe. Die Handgriffe der Glas?
macher bleiben dieselben wie bisher, aber das Blasen mit dem Munde
kommt in Fortfall. Die Patentpfeife ist als betriebsttichtig erprobt und
durch sie wird die ganze Glasbläserei auf eine neue Grundlage gestellt.
Der Glasbläserberuf war bisher wegen der Mund- und Lungenbläserei
ein gesundheitsschädlicher; dadurch, daß bei der Arbeit ein und dieselbe
Pfeife von verschiedenen Leuten in den Mund genommen werden mußte,
wurden die Pfeifen zum Träger ansteckender Krankheiten. Da die Hälfte
bis zwei Drittel der Arbeitsleistung des Glasmachers in der Bläserei be-
steht, wird ihm dieser wesentliche Teil der Arbeit durch die Patentpfeife
abgenommen. Er arbeitet wie .bisher, anstatt aber die Pfeife in den Mund
zu nehmen und mit der Lunge zu blasen, drückt er mit dem Kinn oder
mit dem Finger auf einen am oberen Pfeifenrand angebrachten Führungs-
Btift. Die Pfeife leistet in Bezug auf Druck und Menge ein Vielfaches
der menschlichen Lunge, wodurch die der Lungenkraft gezogenen Grenzen
fallen. Das Auf- und Ausblasen des Glases geht viel rascher vor sich und
die einzelnen Gegenstände können gfößer und rationeller hergestellt
werden. Das Füllen der pnecmatischen Pfeife mit komprimierter Luft
erfolgt in der einfachsten Weise und kann von jedermann besorgt werden
Firmenregister.
Deutschland.
Thüringer Porzellan-Industrie, G. m. b. H., Beutelsdorf. Das Stamm-
kapital ist von M 20000 auf M 35000 erhöht worden.
Oskar Schlegelmilch, Langewiesen. Frau Helene Schwartz, geb.
Heinrichs, und Fräulein Toni Schlegelmilch sind als persönlich haftende
Gesellschafter unter Ausschluß der Vertretangsbefugnis eingetreten.
Lübecker Porzellan- und Fayence-Fabrik, G. m. b. H, Lübeck (Dorne-
straße 48—68). Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Gläubiger wollen
sich bei derselben melden.
Forschungsgesellschaft vereinigter Porzellanfabriken m. b. H,
Meiningen. An Stelle des ausgeschiedenen Geschäftsführers Ortelli wurde
Dr. J. Dorfner zum Geschäftsführer bestellt.
Porzellan- und Tonwarenfabrik Steinau, Littmann & Kontny, Steinau
a. 0. Die Firma ist erloschen.
Porzellanfabrik Wiefel und von der Wehd, G, m. b. H, Steinbach
bei Sonneberg. Herstellung und Vertrieb von Porzellan. Stammkapital:
Ji 100 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind die Kauf-
leute Hugo Wiefel und Adolf von der Wehd.
Deutsche Steinzeugwarenfabrik für Kanalisation und chemische In-
dustrie, Friedrichsfeld. An Stelle des ausgeschiedenen Otto Raisig wurde
Dr. Friedrich Müller als stellv. Vorstandsmitglied bestellt. Seine Prokura
ist erloschen.
A.-G. Norddeutsche Steingutfabrik, Grohn bei Vegesack. Die
Prokuristen Carl J. D, Landwehr, Johannes B. P. Freise und Philipp
K. Kroemer wurden zu stellv. Vorstandsmitgliedern bestellt. Die Kaufleute
Johann Cappelmann und Heinrich E. F. Sievers haben Gesamtprokura.
Bremer Wandplattenfabrik m b. H, Aumund. Die Kaufleute Carl
J. D. Lindwehr, Johannes B. P. Freise nnd Philipp K. Kroemer haben
Gesamtprokura.
Steingutfabrik Grttnstadt, A.-G., Grünstadt. Die Kapitalserhöhung
um M 600000 auf M 900000 ist durchgeführt. Ausgabekurs 120%.
Deutsche Kachelofenwerke, A.-G, Braunschweig. Herstellung und
Vertrieb von Oefen jeder Art sowie Fabrikation und4 Handel jeder Art, die
hiermit im Zusau. menhange stehen. Grundkapital: M 1 Mili. Vorstands-
mitglied ist Kaufinan Otto Mewes. Die Gründer, die sämtliche Aktien
übernommen haben, sind Bankherr H. Huch, die Kaufleute R. Dentler,
P. Dentler, A. Wüstefeld und A. Homann. Den ersten Aufsichtsrat bilden
Generaldirektor M. Dentler, Rechtswalt B. Hennecke, Architekt 0. Kratzsch
und Bankherr P. Schlüter.
Schamotte-Ofenfabrik Tietze & Schneider, Liebenwerda. Persönlich
haftende Gesellschafter sind die Kaufieute Moritz Tietze nnd Otto Schneider.
Emil Kranse Nachf., Veltener Keramische Werke Dr. ing. Alfred
Sadlon & Co , Velten. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Alleiniger Inhaber
ist Dr.- Ing. Alfred Sadlon.
Tonwarenfabrik und Schamottewerk, Bauer u. Fröhler, Schwarzen-
feld. Herstellung von -Tonwaren und Schamotteerzeugnissen jeder Art.
Persönlich haftende Gesellschafter sind Grubenbesitzer Hans Bauer und
Baumeister Josef Fiöhler.
Sieg-Rbeinische Fabrik feuerfester Produkte, G. m. b. H, Siegburg.
Dr. Theodor Faßhöller ist als Geschäftsführer ausgeschieden.
Schamotte-Fabrik Witterschlick Friedrich Boehme, Witterschlick.
Die Prokura von Hans Tackenberg ist erloschen. Die Firma ist erloschen.
Benrather Schmirgelproduktengesellschaft m. b. H, Benrath. Die
Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist Albert Seuthe.
Erwin Frank & Co., Fabrikation von Schleifpapieren, Schmirgel-
waren aller Art, Offenburg. Persönlich haftende Gesellschafter sind die
Kaufleute Erwin Frank und Max Frank jun.
Glaswerke, A.-G , Berlin. Mark Paenson hat Prokura mit einem
Vorstandsmi fcglied.
Vereinigte Lausitzer Glaswerke, A.-G., Weißwasser, 0.-L. Dr. Walther
Rathenau ist aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden.
Glashütte am Deister m. b. H, Münder am Deister. An Stelle der
ausgeschiedenen Albert F. und Ernst R. Borstelmann wurden Fabrikant
Heinrich (genannt Hans) Becker und Kaufmann Georg Rittstieg zu selbst-
ständig vertretungsbefugten Geschäftsführern bestellt.
Hermann Pröscholdt, Gotha. Kaufmann Curt Lapp hat Prokura.
Thüringische Glaswollindustrie, vorm. S. Koch, G. m. b. H , 'Ham-
burg. Fabrikation und Vertrieb von Glaswolle zu technischen und anderen
Zwecken in größten Mengen mit den der Gesellschaft allein zur Verfügung
gestellten patentierten Maschinen des Gesellschafters S. Koch. Stamm-
kapital: M 30000. Geschäftsführer sind die Fabrikanten Septinius Koch
und Karl Greiner-Petter jun. und die Kaufleute Heinz Goldmann und Hans
Cordts. Sie sind gemeinsam zu je zweien vertretungsbefugt.
Andreas und Hans Birk, G. m. b. H, Ilmenau. Die Gesamtprokura
von Albert Mevs und Karl Schuch ist erloschen. Kaufmann Karl Schuch
hat Einzelprokura.
Johannes Kämpf, Langewiesen. Inhaber ist Thermometerfabrikant
Johannes Kämpf.
Eschrich & Co., G. m. b. H., Schmiedefeld, Kr. Schleusingen.
Kaufmann Hermann F. Eschrich ist nicht mehr Geschäftsführer.
Franz Schneider (Benjamin Sohn), Schmiedefeld, Kr. Schleusingen.
Glasinstrumentenfabrik und Exportgeschäft. Inhaber ist Glasfabrikant
Franz Schneider.
Arno Köhler & Co., G. m. b. H., Glasinstrumenten-, Thermometer-
und Spritzenfabriken, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Fabrikant Karl
Paßmann ist nicht mehr Geschäftsführer.
Christian Keßler & Sohn, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Fabrikation
nnd Export von Thermometern und Glasinstrumenten sowie von Bedarfs-
artikeln zur künstlichen Brut. Persönlich haftende Gesellschafter sind
die Glasinstrumentenfabrikanten Christian und Bruno Keßler.
Kristallglasschleiferei Therese Hilz, Spiegelau. Inhaberin ist
Therese Hilz. Kaufmann Anton Hilz hat Prokura.
Eisenhüttenwerk Marienhütte bei Kotzenau,- A.-G. (vorm. Schlittgen
& Haase), Kotzenau. Die Kapitalserhöiiung um Jt 10 Mill. Stammaktien
auf Ji 20 Mill. ist erfolgt.
Reinstrom & Pilz, A.-G., Schwarzenberg. Die Kapitalserhöhung um
M 2,5 Mill. Inhaberaktien auf Ji 10 Mill. ist durchgeführt.
Richard Heitmann, Bremerhaven. Die Firma lautet jetzt: „Rosenr
thal-Porzellan-Niederlage Richard Heitmann". Die Prokura von Käthe
Heitmann besteht fort.
F. Kalthoff, Beuel. Kaufmann Fritz Kalthoff ist ausgeschieden und
die Firma Glasmanufaktur Beuel, G. m. b. H, Beuel, als persönlich
haftender Gesellschafter eingetreten. Ein neuer Kommanditist ist ein-
getreten.
Sahm-Merkelbach, ®. m. b. H., Grenzhausen. Das Stammkapital ist
von M 20 000 auf Jt 100 000 erhöht worden.
Bayerische Silikatgesellschaft m b. H, München. Die Gesellschaft
ist aufgelöst. Liquidator ist Großkaufmann Bernhard Ullmann.
M. Fried & Cie., Klingenberg. Die Prokura des Kaufmanns Mayer
Fried ist erloschen.
Wiedemann'sche Druckerei, A.-G, Saalfeld. Die Kapitalserböhnng
um M 2 Mill. Stamm- und Jt 0,2 Mill. Vorzugsaktien auf M 4,3 Mill.
ist erfolgt.
Gebrauchsmuster.
Deutsches Beleb.
Eintragungen.
806 161. 80 b. Künstlicher Mühlstein. KU. Josef Lender, München.
12. 12. 21.
806163. 80 a. Transportvorrichtung mit Reibungskupplung. Süd-
böhmische Ton- und Keramik-Fabrik, Neuhaus, G. m. b. H , Neuhaus,
Böhmen 14. 12 21.
805 209. 80 d. Horizontal verstellbarer Tisch für BriUenglasbohr-
maschinen. „Wumra* Werkzeug- und Maschinenfabrik, Rathenow.
27. 12. 21.
805 219. 34 1. Kanne mit Isoliernasche. Ernst Oppenheim, Berlin,
Elisabeth-Ufer 53. 6. 1. 22. /
8t5 226. 80 a. Topfformmaschine. Alfelder Maschinen- und Modell-
fabrik Künkel, Wagner & Co., Alfeld. 9. 1. 22.
805 272. 4 a. Lampenzylinder mit in Höhe und Länge des Glüh-
strumpfes am Zylinderumfang gleichmäßig verteilten kleinen Oeffunngen.
Johannes Siebert, Häverstädt, Wernigeröderstraße 48, und Dr. Paul Siebert,
Sangerhausen. 7. 1. 22.
805 299. 341. Kaffeetrichter. Bunzlaner Keramische Werkstätten
Reinhold & Co,, Bunzlau. 3. 12. 21.
805 316. 36 a. Transportables Kachelöfchen. Curt Heinze, Dresden,
Nicolaistraße 22. 7.1.22.
J?8
Nr. Ii
SPRECKSÄAL • CÖBU R"Ö.
1922. (66. Jahrgang.)
806 634. 77 f. Poppen- bezw. Tierange. Bruno Schmidt, Walters-
hansen i. Tu. 5. 1. 22.
805 636. 42 i. Thermometer für Automobile in starker Metall-
fassung, Bicher gegen Stoß nnd Scblasr. Glastecbnische Piäzisionsfabrik
für Laboratoiiom- nnd Fabiikbedarf Widder & Co., Schmiedefeld, Kr.
Schleusungen. 9. 1. 22.
805 568. 36 a Ofen aus feuerfester Kunststeinmasse. Emil Voitel,
KJeiDPaübemitz, Post Guttat). 11. 11. 21.
805 628. 341. Detachierbrettauflage ans Email. Bobert Katzen-
stein, Berlin- Wilmersdorf. 27 12 21.
805 684. 34 1. Vorrichtung zum gegenseitigen Abstreifen von zu
verspiegelnden doppelwandigen Gefäßen, insbesondere von Isolierflascben.
Chemische Werke vormals Auergesellschaft m. b. H., Komm.-Ges., Berlin.
7.1.22.
805 725. 64 a. Flaschenverschluß. Gehe & Co., A-G, Dresden.
28. 12 21
805 782. 32 a. Vorrichtung znm Nachbearbeiten von Glasgegen-
ständen.
805 783. 32 g. Vorrichtung zum Nachbearbeiten von Glasgegen-
ständen.
805 784. 32 a. Vorrichtung zum Nachbearbeiten von Glasgegen-
ständen.
Richard Cmok, G m. b. H, Berlin. 29 10. 21.
805 856. 42 n. Porositätsapparat. Carl Woytacek, Glastechnische
Werkstätten, G. m. b. H , Hamburg. 13. 1. 22
805 866. 32 a Absprengvorrichtung für Hohlglilser aller Art.
Richard Cmok, Berlin, Walditraße 43. 4 3 21.
805 904. 21 f. Glühbirne. Rudolf Zapf, Würzen. 27. 5. 21.
806 069. 42 1. Vorschaltflasche zur Titriereinrichtung. Paul Elees,
Düsseldorf. 27. 10. 21.
806 177. 24 a. Feuerung für Kachelöfen u. dgl. Hans Barlach,
Berlio, Stromstraße 9. 18. 1 22
806195. 30 a. Glaszylinder mit Innengewinde. Gertrud Rusten-
baeh, CbaH Ottenburg, Schloß «fräße 19. 14 9. 21.
806 236 30 s. Kinderflaschenverschluß. Willy Schwedland, Marien-
bürg i. We*tpr. 17. 1. 22.
806 241. 21 c. Isolator. Porzellanfabrik Eahla, Filiale Hermsdorf-
Klosterlausnitz, Hermsdorf, S-A. 24. 11. 19.
806 290. 21 c. Elektrischer Stützisolator für Freiluftanlagen. All-
gemein« Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. 20 1. 22.
805 607. 53 b. Einkochglas mit Vorrichtung zum leichten Oeffuen.
Rudolf Arndt, Freiburg i. Br , Lorett wtraße 49 28 6. 21.
806 656. 30 b Künstlicher Zahn. Dr. Victor v. Donat, Remscheid,
Hindenhnrpstraße 72 1. 10. 21.
806 663. 36 a. Kachelofen mit liegender und stehender Wärmröhre
sowie mit Flugaschen- und LuftzufübrUngBkammer. Friedrich Fuetas, Ober-
hausen, Rhld , Hoffnungstraße 80 29. 12 21.
Verlängerung der Schutzfrist.
696 278. SO a. TonbescbickuDgsapparat. Fritz Grone, Magdeburg,
Lttbeckeretmße 41. 9. 1. 22.
716 194. 21 e. Isolator. A-G. Brown, Boveri & Cie., Baden,
Sehweix 28 1. 22.
737 872. 21 c, Doppelkopf isolator. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal &
Co., A-G., Selb, Bay. 28. 1. 22.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
86. Wir haben ein Kaolinvorkommm erschlossen, dessen Mächtig-
keit und Güte eine Veredelung des Materials gestattet. Welches sind nun
die besten und zweckmäßigsten maschinellen Einrichtungen, und wer liefert
sie? Sehr erwünscht ist die Spezifizierung der einzelnen Maschinen in der
Reihenfolge, in der das Rohmaterial sie zu passieren hat.
Erste Antiwort: Die übliche Aufarbeitung von Kaolin ist die
folgende: Der Robkaolin wird abgegraben und wenn nötig auf einem
Walzwerk zerkleinert. Hierauf gelangt er mittels Becherwerks nach den
Schlämmbottichen mit dem Qiirl. Das Schlämmen erfolgt kontinuierlich,
indem Wasser ia genügender Menge und Kaolin dem Bottich zugeführt
werden. Durch die rotierende Bewegung des Quirls wird der Kaolin
auf geschlämmt, gröbere Beimengungen, wie S*nd, Steine usw. fallen zu
Boden, während der im Wasser fein verteilte Kaolin an einer Stelle des
Bottichs überläuft. Entweder ist schon hier ein Absatzbassin vorgesehen,
ehe der Schlamm in die Scblämmrinne läuft, oder die Rinne ist später
durch verschiedene kleinere Bassins unterbrochen. In diesen wie auch in
der Rinne, die entsprechend der Menge des überlaufenden Kaolinwassers
gebaut ist, setzt sich der feine Sand ab. Die Länge der Rinne hängt
von der Größe der Anlage ab, soll aber nicht unter 60 m betragen. Die
Rinne selbst wird schlangenartig gewunden angelegt und erhält nur das
allernötigste Gefälle. Zu rasches Schlämmen ist zu vermeiden, da sonst
der feine Sand mit in die Semmelbassins gelangt nnd die Qualität des
Kaolins herabsetzt. Am Ende der Schlämmrinne sind Klopfsiebe ange-
bracht, die mitgeführte Verunreinigungen zurückhalten. In den Sammel-
bassins setzt eich der Kaolin zu Boden, und das darüberstehende Wasser
wird abgezogen nnd zuweilen wieder zum Aufschlämmen verwendet.
Der Kaolinsrhlamm wird mittels Membranpumpe in Filterpressen gepumpt,
wobei das Wasser znm größten Teil entfernt wird. Die festen Kaolin-
kuchen werden in 2 oder 4 Teile zerschnitten nnd gelangen dann in die
Trockenräome. Letztere können im Sommer frei liegen, für den Winter
und die nasse Jahreszeit sind jedoch Räume mit Heizung vorzusehen.
Wie diese erfolgt, hängt von der Anlage und der evtl. vorhandenen Wärme-
quelle ab.
Zweite Antwort: Zur Entfernung von Quarz- und Feldspat-
körnern und ähnlichen Beimengungen ans dem Robkaolin bedient man Bich
fast überall des Schlämmverfahrens. Der ans der Grube kommende, fenchte
Bohkaolin wird, wenn die erforderlichen Wärmemeogen dazu zur Ver-
fügung Bteben, bis zu einem Höchstgehalt von 6—7% Wasser getrocknet
und dann anf irgend einer Mahlmaschine, z. B einem Kollergang oder
einer Kugelmühle, welche kontinuierlich arbeitet, zerkleinert. Muß die
Zerkleinerung des Rohkaolins in feuchtem Znstande durchgeführt werden,
dann eignet sich das Nockenwalzwerk oder ein Desintegrator am besten.
Für das Aufschiämmen und für die Afcicheidung der sandigen Bestand-
teile gibt es verschiedene Verfahren, welche sich im Prinzip aber gleich
lind. Gewöhnlich kommt der Kaolin in ein Rührwerk, wo er nach seinem
Aufschluß mit Wasser in Form von Kaolinmilch abgelassen wird und durch
mehrere, zuerst kleine, dann größere Behälter fließt. Der gröbste Teil
der loBge'östen Feldspat- und Quarzkörner wird sich sofort zu Boden
setzen; mit zunehmender Größe der Behälter nnd abnehmender Ge-
schwindigkeit des Wassers setzen sich znletzt auch die feinsten Sand-
teilchen am Boden ab. Die reine Kaolinmilch fließt entweder in große
Bebälter, wo sich der Kaolin zu Boden setzt, während das klare Wasser
durch Hähne abgelassen oder mit einem Gnmmischlanch abgehebert wird,
oder sie wird in Filterpreseen zu Kuchen gepreßt, welche dann getrocknet
werden. Der Kaolinschlamm im Behälter muß entweder so lange lagern,
bis er sich ausstechen laßt, oder er muß in Behälter zum Trocknen ge-
füllt weiden. Handelt es sich nicht dämm, reinen, trocknen Kaolin her-
zustellen, sondern kann der Schlamm zur Herstellung von Porzellan- oder
anderen Massen direkt verwendet werden, so läßt sich derselbe am ein-
fachsten dadurch trocknen, daß man ihm entsprechende Mengen von Feld-
spat, Qaare oder andere trocken« M «ssebestandteile zusetzt, bis er knet-
bar und transportfähig ist. Dir Aufbereitung des Kaolins mit Wasser
haften große Nachteile, besonders die des großen Wasser- und Piatzbe-
darfes nnd der znr Verdampffing des Wassers erforderlichen Wärme- nnd
Zeitmengen an. Es kann daher vor jeder Nenanlage nur ein V* such mit der
Trockenaufbereitung von Rohkaolin — j«der Kaolin dürfte sich nicht
dafür eignen — empfohlen werden, bevor man umfangreiche S'hlämm-
anlagen baut. Im Sprechsaal 1921, Nr. 34, ist eine ausführliche
Abhandlung darüber veröffentlicht.
Dritte Antwort: Es lassen sich hier nur allgemeine Richt-
linien geben, wie der Veredelungsprozeß, d. h. das Ausschlämmen oder das
Sichten von Kaolin erfolgen kann. Manche Kaoline eignen sich zum
Schlämmen besser als zum Sichten, da im letzteren Falle der Rohkaolin
ziemlich frei von Eisenoxyd, Schwefelkies nnd anderen Verunreinigungen
sein muß, was jedoch nur Belten der Fall i*t. — Der Schlämmprozeß geht
folgendermaßen ver sich: Au' einer schiefen Ebene, mit einem Fahr-
stuhl oder Elevator wird das Rohmaterial gehoben und nach Durchlaufen
eines Walzwerkes auf den Schlämmqairl gegeben. Die hier entstehende
Kaoliamilch läuft dann durch ein System von Rinnen mit entsprechenden
Sieben und ergießt sich in die Absetzbaseins. Das nach einiger Zeit
abgeschiedene Wasser wird dann so oft abgezogen bis der Kaolinsahlamm
eingedickt ist nnd in den Filterprassen ausgepreßt werden kann. Von den
Filterpressen weg werden die Kaolinkuchen auf Horden an der Luft oder in
geeigneten Trockenräumen getrocknet nnd dann in Säcke gefüllt. Je
nachdem die Anlage größer oder kleiner geplant ist, sind die Maschinen
dementsprechend groß zu wählen, ebenso die Absatzrinnen nnd die Absatz-
bassins. Der Reihenfolge nach Bind folgende Maschinen nötig: Aufzug
oder Elevator, Walzwerk, Schlämmqairl, Absetzrinnen und Absetzbassins,
Pumpen nach dem Miscbqoirl, Filterpressen mit Memoranpampeu od*r
Montejus mit Lnftdruckpumpen, Trockenhallen oder Trockeukanäle. Die
nötigen Arbeitsräume richten sich nach der Größe der Schlämmerei, wie
auch die Betriebskraft — besser eigene Dampfmaschine wegen der Trocken -
und Heizgelegenheit — hiernach bemessen wird. — Immerhin ist eine
Schlämmerei nicht billig in der. Herstellung, wenn eine tägliche Leistung
von mindestens 10 t Feinkaolin vorgesehen ist. Bei einer kleineren Leistung
ist eine Schlämmerei sowieso weniger oder gar nicht rentabel. Dient die
Schlämmerei nur für den eigenen Bedarf, so branchte der Kaolin nicht
ausgepreßt zu werden, sondern der eingedickte Kaolinschlamm ließe sich
ohne weiteres verwenden, in welchem Falle auch die Sehlämm-Aalage k ein
gehalten werden und wegen Wegfalls der Entwässerung rentabel sein
könnte. Das Aussichten von (Kaolinen mit Windsichter kann da ange-
wendet werden, wo es Bich um trockenen pulverförmigeu Feinkaolin
handelt; die Anlage ist hierbei auch billiger, ebenso die Bedienung. Es
köonen aber dabei,, wie oben bemerkt, nur dafür geeignete Rohkaoline
verwendet werden. Bevor man an die Veredelung von Rohkaolinen heran-
geht, müssen dieie unbedingt erst auf ihre Zusammensetzung nnd auf ihre
sonstigen Eigenschaften untersucht werden, nm festzustellen, ob sich das
Material überhaupt zu keramischen oder anderen Zwecken eignet. — Pläne
für Schlämmereien nnd Siohtanlagen liefert Ingenieur ünger in Dresden-
Blasewitz.
Vierte Antwort: Um sich über die Kaolinsohlämmerei zn
orientieren ist es am besten, Sie sehen sich eine solche an Nach dem '
Auflösen des Kaolins mit Wasser im Schlämmquirl wird der abgeschlämmte
Kaolin in Bassins geleitet und hieraus der Scnlamm nach dem Absetzen
in Pressen gepnmpt, wo er zu Kuchen gepreßt wird. Suhlämmqairl,
Pressen nnd Pumpe sind die einzigen Maschinen, die Ihr Betrieb braucht.
Rohkaolin muß zuweilen zuerst zerkleinert werden, bevor er in den
Schlämmquirl gelangt, und dazu eignet sich am besten ein Walzwerk.
Fünfte Antwort: Die im Anzeigenteil genannten Spezialf abriken
für keramische Maschinen werden Ihnen gern Vorschläge unterbreiten
nnd Pläne sowie Maschinen liefern. In eigener Zuschrift melden sich die
Gerser Induetriewerke Philipp Frankenberger in Gera-Reuß zum Bau von
Kaolin- VeredelungB-Anlagen.
87. In letzter Zeit reißen in der Druckerei die Buntdruoke stark,
und zwar besonders bei Untertassen. Nach Aussage der in Frage kom-
menden Arbeiterin mußte sie, nachdem der Buntdruck bereits lackiert war,
auf einen Tag andere Arbeit maohm, und der Buntdruck sei infolgedessen
1982. (55. Jahrgang.)
S PR.E C HS A A L - cprB4 ',R-0.
Sir. \b ~ i?f
verstaubt und dann gerissen. Auch der Obermaler ist dieser Ansicht.
Ist sie richtig?
Erste Antwort: Die Ansicht Jas Ohermalers und der Druckerin
ist richtig. Doch können auch andere Ursachen dem Beißen der Drucke
zn gründe liegen, z. B anreine Ware, verstaubte Buntdrucke, schlechtes
Abwaschen, minderwertiger mitunter auch zu dünner oder zn dicker Lack,
feuchtes Einfüllen nnd zn starkes Aufbrennen. Jedenfalls ist es ganz ver-
werflich, Buntdrucke mit Lack überstrichen längere Zeit als notwendig
liegen zn lassen, da sich überall Staub anf ihnen ablagert, der nicht ent-
fernt werden kann nnd dann eine Isolierschicht zwischen Scherben, nnd
Drnck bildet, die das Beißen der Bilder znr Folge hat.
Zweite Antwort: Ob sich die Annahme der Arbeiterin nnd des
ObermBlerB bestätigt, können Sie doch selbst leicht feststellen, indem Sie
bei einem Teil der Untertassen den Buntdruck lackieren nnd einen Tag
stehen lassen, wobei sich dann derselbe Fehler zeigen muß. Nachdem Sie
jedoch schreiben, daß in letzter Zeit in der Druckerei die Buntdrucke
stark reißen und besonders bei Untertassen, so ist anzunehmen, daß der
Fehler an den Materialien liegt, die vielleicht nen bezogen wurden. Leider
ist Ibrer Frage nicht zn entnehmen, ob die Buntdrucke vor oder nach dem
Schmelzen reißen; sollte letzteres der Fall sein, so können Sie mit Be-
stimmtheit annehmen, daß feuchte Dämpfe in der Mnfftl die Ursache sind.
Dritte Antwort: (Wenn besonders die Untertassen reißen, die
leicht Stanb aufnehmen, so ist die Ansicht Ihrer Leute richtig, denn dem
Druckpapier ist der Fehler keinesfalls zuzuschreiben. In Frage kirne
noch die Beschaffenheit des Lackes, womit die Papiere überzogen werden
und die Stärke des Auftrags.
58. Wie werden an Terrakottawaren (Figuren, Vasen usw.) glänzende,
Stellen mattiert ? Die Glanzflecken stören oft den Oesamteindruck.
Erste Antwort: Zum Mattieren glänzender Stellen eignet sich
sowohl das Standstrahlgebläse als auch die Flußsäure, deren Stärke nnd
Daner dfr Einwirkung auszuprobieren ist. Auch das im Handel erhält-
liche Mattsalz. Flnorammonium, Sann benutzt werden; es wird mit
Glyzerin angerieben und mit einem Pinsel anf die betreffende Stelle auf-
getragen. Nach erfolgter Aetzung wird diese mit warmen Sodawasser ab-
gewaschen und die ganzen Stücke werden in Wasser abgespült und ge-
trocknet. Vor allem ist beim Arbeiten mit Flußsäure und deren Salzen
daranf zn achten, daß die Arbeiter Gummihandschuhe tragen, da sonst
gefährliche Aetzungen vorkommen können.
Zweite Antwort: Wenn es sich um Figuren, Vasen usw. ans
Bob-Terrakotta handelt, so können die angeführten Glanzflecken doch nur
dadurch hervorgerufen werden, daß Stoffe im Bohmaterial geschmolzen
nnd glasig geworden sind. Derartige Flecken lassen sich nur dann durch
Schleifen entfernen, wenn sie nur anf der Oberfläche erscheinen nnd also
nicht tief in den Scherben eingedrungen sind. Ist letzteres der Fall, so
ist ein Entfernen der Flecken kaum möglich. Vielleicht verträgt es Ihr
Terrakottaton, daß Sie denselben etwas niedriger garbrennen ; dadurch
können Sie vielleicht das Schmelzen der schädlich wirkenden Stoffe ein-
dämmen nnd den angeführten Fehler schon von Grund anf vermeiden.
Noch besser ist es, wenn Sie den Ton genau untersuchen lassen. Vielleicht
lassen Bich die fraglichen Stoffe leicht durch Schlämmen oder dergl. ans
dem Ton entfernen, nnd Sie bekommen dauernd saubere Terrakottawaren.
Da nun Terrakottaväsen nnd Figuren vielfach kalt bemalt werden (Patina
usw.) und hierbei glänzende Stellen sehr oft auftreten, so liegt die Ver-
mutung nahe, daß dies auch bei Ihren Artikeln zutrifft. In diesem Falle
können Sie den Glanz mit Terpentin wegnehmen.
Dritte Antwort: Sie können die glänzenden Stellen beseitigen,
indem Sie dieselben mit einer Mischung von Flußsäure nnd Wasser an-
pinseln nnd dann in Wasser abspülen. Einfacher wäre es, wenn Sie Ihre
Masse etwfis ändern würden, denn Ihr Ton sintert wahrscheinlich leicht.
59. Ist heute bei der Preisbemessung von Maschinen das Gewicht
von ausschlaggebender Bedeutung, nachdem die Eisenpreise so sehr hoch
stehen? Sind bei einem angenommenen Gewichte von zusammen 7000 kg
Unterschiede bis 1000 kg zulässig und handelsüblich?
Erste Antwort: Sie hätten bei Ibrer Frage mit angeben müssen,
um welche Maschine es sich eigentlich handelt. Kaufen Sie eine Maschine,
so ist der Preis entweder fest oder der Kauf erfolgt freibleibend. Bei
festem Preis ist es nnn nicht Ihre Sache, ein evtl. Mehrgewicht zu be-
zahlen, dagegen bei freibleibender Lieferung. Handelt es sich aber um
eine Spezialanfertigung nnd iat der Preis nach dem Gewicht festgesetzt,
so müssen Sie das Mehrgewicht, wie bei der Kalkulation vorgesehen,
ebenfalls tragen. Bei den heutigen Maschinenpreisen ist der Preis des
Isisens maßgebend, denn dieser steigt andauernd. Als Kaufmann sollten
Sie dies doch wissen, denn die Preise Ihrer Erzeugung gehen sicherlich
auch in die Höhe nnd nicht herunter.
Zweite Antwort: Nachdem die Eisenpreise wieder bedeutend
gestiegen sind, so ist heute mehr denn je bei der Preisbemessung von Ma-
schinen das Gewicht von ansschlaggtbender Bedeutung. Bei einzelnen
Neuanfertigungen von Maschinen nach Zeichnungen oder Angaben sind
bei einem angenommenen Gewicht von 7000 kg Unterschiede bis 1000 kg
wohl möglich nnd in Berechnung zu ziehen. Bei Maschinen, die laufend
gleichmäßig angefertigt werden, dürften derartig große Gewichtsunter-
schiede nicht in Frage kommen.
Dritte Antwort: Je höher die Bisenpreise, umso ausschlag-
gebender ist das Gewicht für den Preis der Maschine. Bei Gußstücken
von großem Gewicht mit geiioger Bearbeitung, d. h. wo das Material und
nicht die Arbeitslöhne bei der Festsetzung des Preises ins Gewicht fallen,
ist das Gewicht maßgebend; bei Maschinen oder Maschinenteilen, welche
viel bearbeitet werden müssen oder durch schwierige Montage viel Arbeits-
kraft erfordern, kommt natürlich nicht mehr das Gewicht als Maßstab
für die Bewertung der Maschine in Betracht. Wenn Ihnen von ver-
schiedenen Firmen ein und dieselbe Maschine mit verschiedenem Gewicht
angeboten wurde, müssen Sie die Konstruktion der einzelnen Maschinen
prüfen, denn wenn eine Maschine gleicher oder ähnlicher Art 6000 kg
wiegt, die andere dagegen 7000 kg, so wird erstere entweder zn schwach
oder letztere unnötig stark gebaut sein.
Vierte Antwort: Bei der Preisbemessung von Maschinen ist
heutzutage ebenso das Gtwieht wie die Bearbeitung ausschlaggebend. Ob
dabei das Gewicht oder die Bearbeitung mehr in die Wagschale fällt,
hängt allein von der Konstruktion der Maschinen ab. Nicht nur die
Eisenpreise sind sehr hoch, auch die Löhne sind es, so daß man Ihre Frage
ohne weiteres laicht beantworten kann, wenn man nicht weiß, um welche
Maschinen es sich handelt. Es fragt sich allerdings, ob das von Ihnen
bemängelte größere Eisengewicht unnützer Weise bei der Maschine ver-
braucht worden ist.
(Hai.
40. Uns steht in unserer Hütte hinreichend Leuchtgas zur Verfügung,
und wir könnten damit fahrbare Trommeln speisen. Wer liefert solche,
und wie ist deren Bedienung und Leistung?
Erste Antwort: Leuchtgas eignet sich vorzttzlich zur Be-
heizung von Trommelöfen, da man durch größere oder geringere Zufuhr
vonf Gas oder Luft die erforderliche Temperatur und auch die geeignete
Fiammenzusammensetzung leicht erreichen kann. Sahr augenehm macht
sich die Reinheit der Flamme bemerkbar. Die Bediennng der Oefen ist
an Hand der Betriebsvorschriften de? Lieferanten sehr einfach. Die
Leistnng des Ofens richtet sich nach der Größe desselben, die je nach den
zur Erwärmung kommenden Gläsern verschieden ist. Vor der Anschaff mg
von Trommelöfen mit Leuchtgasbeheiz ung empfehle ich Ihnen, die Sache
vom wirtschaftlichen Standpankt zu betrachten, da die Leuchtgisbe-
beizung im Vergleich zur Beheizung mit festem Brennstoff sehr teuer ist.
Leiden Sie allerdings derart unter Kohlenmangel, daß bei Beheizung Ihrer
Trommelöfen mit festen Brennstoffen der Betrieb Ihrer Hauptöfen in
Frage gestellt ist, so ist die Leuchtgasbeheizung natürlich augebracht. Ent-
sprechende Oefen baut die Fa. Berg & Co., Gesellschaft für ludustrie-
ofenbau und Feuerungsbedarf m. b H, B-rg-Gladbach b. Köln. Diese
baut auch transportable Auftrieb-Trommelöfen zur Verteuerung von Koks
und minderwertigen Brennstoffen. Die Oefen sind der Eigenart der znr
Verteuerung kommenden Brennstoffe angepaßt, so daß es mög ich ist, sie
mit gmbenfeuchten Bohbraunkuhlen gemischt mit Steinkohlen, Feinkohlen,
getrockneten Bohbraunkohlen oder Braunkohlenbriketts zu betreiben. Gut
bewährt haben sich ferner die von dieser Firma gelieferten Trommelöfea
mit Oelbeheizung.
Zweite Antwort: Die Beheizung von Anf treibtrommeln mit
Leuchtgas stellt sich teurer wie mit Generatorgas Fahrbare Trommeln
verwendet man nur dann, wenn die Benutzung der Trommel eine unregel-
mäßige nnd der Arbeitsplatz um den Ofen zu klein ist. In solchen Fällen
greift man zur fahrbaren Auftreibtrommel; benötigt man dieselbe nicht
mehr, so wird sie bei Seite geschoben. In der Begel sucht man sich die
Häfen heraus, woraus Sachen geblasen werden, die man dann an der Auf-
treibtrommel fertig macht. M*n legt die Gasleitung in die Httttensohle
und versieht sie an den betreff mden Stellen mit Auschlußstutzen, welche
eine leichte Verbindung mit Leitung und Auftreibtrommel ermöglichen.
Außerdem muß in die Gasleitung ein Druckregler eingeschaltet werden,
damit das Gas nnter konstantem Druck in die Trommel tritt. Die Be-
dienung ist genau so, wie die eines stationären Auftreibet ans. — Aaftreib-
trommeln liefert Hütteningenieur M. von Beiboldt in Coburg.
Dritte Antwort: Fahrbare Trommeln, mit Leuchtgas beheizt,
liefert laut Zuschrift Ingenieur P. K. El. Schnurpfeil in Berlin N. 113,
Stolpische Straße 17.
4L Wer liefert Pantographiermasßhinen zum Dekorieren vsn
Gläsern?
Antwort: Pantographier-Maschinen liefern Gotthold KSchert
& Söhne in Jlmenau i. Thür., Fr. Wilhelm Kutzscher in Deuben Dresden.
Neue Fragen.
Keramik.
66. In Anbetracht der prinzipiellen Vorzüge des Tunnelofen-Systems
wird dieser zur Zeit in stärkerem Umfange bei höheren Temperaturen ver-
wendet. Welche ^Erfahrungen liegen aber damit vor beim Brennen kera-
mischer Artikel bei 8K 012— 014? Welche Art der Befeuerung wurde
dabei angewendet, tunä hat die Generatorfeuerung Erfolge gezeitigt ? Welche
Länge müßte ein solcher Ofen, wie er praktischtn Bedürfnissen entspricht,
haben, wenn das zu brennende Material als Rehmaterial etwa 40% Feuch-
tigkeit hat? Die Leistung soll 5000—10000 Steine pro Tag sein.
67. Mein Versatz aus:
Sand (62,55 0lo Quarz, 29,06% Feld-
spat, 8,39% Tonsubstanz) . . . 9000 Gew.-T.
Hallesche Erde von Boitze- Salzmünde 6000 „
Schwedischer Feldspat 450 „
steht beim Gießen von großen Vasen sehr gut, dagegen verzieU sich die
Masse beim Drehen von Tassen und Schalen. Woran kann das liegen,
und was muß event. am Versatz geändert oder ihm zugesetzt werden?
Kann man auch eine andere, z. B. bayrische Erde zu dem Versatz ver-
wenden, und wie müßte der Versatz dann lauten?
68. Wer liefert argentinischen Glimmer, rein, ungespalten, für
Feuertüren ?
Glas.
4:4. Wir haben bei unserer Flaschenfabrikation bisher immer Hole-
späne verwendet, jedoch zeigen sich hier erhebliche Mißs'ände (Mangel an
jungen Burschen, Zeitverlust der Auftreiber durch das Späneeinlegen,
schmutzige Arbeitsstätte). Wäre es möglich, geschmierte Formen bei
größeren Flaschen bis zu 1 l Inhalt, auch bei dekorierten Flaschen zu ver-
wenden? Lassen sich dekorierte Flaschen einwandfrei in ausgeschmierten
Formen unter Benutzung von Wasserkästen blasen, und welche Schmiere
wird hierbei am besten verwendet?
45. Wir bitten um Angabe eines guten Satzes für kupferrotes Glas,
im Hafenofen zu schmelzen, das bei der Verarbeitung nicht lebrig wird.
Es sollen schwache Nachtlämpchen und auch stärkere Sohlifartikel, toie
Kafftebechw usw , direkt aus dem Hafen gearbeitet werden. Ist diese Art
gegmübtr der Uebsrfangarbeit dwah Zapfen rentablen'?
XX — Nr. 15
m -
SPRECHSAÄL - COBURG.
1922. (56. Jahrgang.)
46 Ich bitte um Angabe eines verläßlichen Gemengesatzes für
Granatrot, das zum Ueberfangen gut geeignet ist und während der Ver-
arbeitung nicht Übrig wird. Ist es möglich, Granatrot im offenen Hafen
zu schmelzen?
47. Es soll eine Maschine geben, die mit einem Arbeitsgang 50 bis
100 Glasstopfen herstellt. Wer liefert sie?
3.
Formel .
Verschiedenes.
In eine schwarze Deckemaille für Blech von der rationellen
0,63 Na,0
0,08 KtO
0,18 MnO
0,05 FeO
0,03 CoO
0,03 FbO
0,19 AkOs
i 1
\ o,
1,41 SiOs
63 BtOt
wird das CoO durch 0,68 kg Kobaltoxyd in die, 100 kg- Mischung ein-
geführt Wegen des hohen Preises des Kobaltoxydes möchte ich dieses
durch billigeres Material ersetzen. Was kann man mit einiger Aussicht
auf Erfolg probieren, und welche besonderen Gesichtspunkte sind bei einem
Ersatz zu beachten?
Briefkasten der Redaktion.
„B" i. N. Sie klagen über Haarrisse bei Ihrem Porzellan nnd
wollet Rat haben; dabei geben Sie weder Masse, noch Glasur, noch
Brenntemperatur u. dgl. an. Wie soll man' da helfen?
Glaswerk i. L. Vorschriften zu Formenschmiere ohne Rttböl finden
Sie in den Antworten zu Frage 18 in Nr. 6 des Sprechsaal 1921.
H. Sc», i. F. Holzdeckel für Kuchengarnituren liefern Wilhelm
Rausch in Langewiesen i. Th , Herrn. W. Rieß in Arzberg i. Bayern.
Am 6. April 1922 verschied nach längerem, schwerem Leiden in Charlottenburg unser hochverehrter Chef
Herr Generaldirektor
Carl Albert Schultz.
Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen ein Vorbild von Schaffensfreudigkeit und offenem, geraden
Charakter, dem das Wohl seiner Arbeiter und Beamten stets am Herzen gelegen hat. Wer ihn gekannt,
wird ermessen, was wir an ihm verloren. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten.
Briesen, Mark, den 7. April 1922.
Die Werksleitung, Beamten und Arbeiter
der Industrie -Gesellschafft Briesen m. b. H.
II
Kotlergang,
gut erhalten, zu verkaufen. Ange-
bote unter P 4242 an die Geschäfts-
Btelle des Sprechsaal.
JUrdjlas,
ungepatzt, etwa 100 t, haben abzu-
geben. T587
Eichhorn & Weis, G. m. b. H ,
Heidenau - Nord, Bez. Dresden.
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76 000 Stuck, in Lattenkisten ver-
packt, sofort ab Hamburger Freihafen
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billigst, direkt vom Hersteller. Be-
rechnetes Master zu Diensten. An-
fragen unter R 4291 an die Geschäfts
stelle deB Sprechiaal.
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zwei Speisewalzen und aufmontiertem Feinwalz-
werk, gekapselte Bäder, Abrolltisch usw., Ge- .
samtgewicht etwa 3500 kg, K>aftbedarf etwa
5_7 ps, Leistung in der Stunde etwa 3000 Kilo
Masse (bezw. Pressung von etwa 800 Stück
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[M7I
(56. /aftrgang.)
Coburg, den 20. April 1922.
Nummer 18
#9
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Lonis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
PernsprechanschlaONr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Cobnrg
Bezugspreis: Für Deutschland nrid Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich </K, 17.— unter Streifband JC 43.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe nnd 40 mm Breite für das Inland Jt 2.— (Stellengesuche Jt 1.—).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschtands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
; Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Ueber Selenrot.")
(Nachdruck verboten.)
I Wie es vom Maler verwendet wird, ist Kadminmrot ein
joter Farbstoff, der einen wichtigen Vorzug besitzt: er bleibt
hochrot, während Zinnober die Neigung hat, mit der Zeit dunkler
ssa werden. Wird der gleiche Farbstoff in einen geeigneten
Fluß eingeführt, so gibt er ein schönes, glänzendes Email, be-
sonders bei Verwendung zur Emaillierung von Stahl. Auch die
Glasmacher vermögen diese Farbe herzustellen, aber sie bringen
jenen Farbstoff nicht als solchen in ihren Glassatz, sondern
mischen alle Bestandteile des Gläsgemenges und der Farbe
einzeln zusammen und lassen die Farbe in der Schmelze ent-
stehen. Der rote Farbstoff ist in diesem Falle" als „Selenrot"
bekannt. -f
Die chemische Zusammensetzung sowohl des Kadmium-
ais auch des Selenrots ist unbekannt. Manche Chemiker nehmen
an, daß der Farbstoff ein Kadmiumsulfoselenid sei, aber diese
Vermutung ist nicht bestätigt worden.
Es gibt zahlreiche Vorschriften für die Herstellung des
Selenrots. Sie lauten im wesentlichen dahin, daß man Schwefel,
Selen und Kadmium miteinander erhitzen soll. Hinsichtlich
der Einführung des Schwefels hat man die Wahl zwischen
elementarem Schwefel, Natriamsulfid, Natriumthiosulfat oder
Natriumsulfit. Selen wird als Element, Natriumselenid, Selenit
oder Selenat und Kadmium als Oxyd, Karbonat oder Sulfid
eingeführt. Der Erfolg hängt weniger von den Mengenverhält-
nissen ab als hauptsächlich von der Erhitzungsart und der
Temperatur. Es ist nicht leicht, ein sicher zum Erfolge führendes
Verfahren anzugeben, jd#ch kann ein methodisch arbeitender
Chemiker nach einigen Versuchen sein Ziel erreichen.
Bei ungenügender Erhitzung entsteht die Rotfärbung nicht
und bei zu hoch getriebener eine braune oder schwarze Farbe.
Am besten verfährt man so, daß man die Mischung alfmählich
in ausgebreiteter Schicht erhitzt, dabei langsam umrührt und
von Zeit zu Zeit durch Herausnehmen einer Probe und Ab-
kühlenlassen die Farbe prüft, denn in der Hitze ist die Färbung
brauner als in der Kälte. Bei etwa 700 °C erleidet dieselbe
Veränderungen.
Die Untersuchung des Farbstoffs gibt kein Anzeichen für
eine Kristallisation, und die Tatsache, daß zur Entstehung des
Farbkörpers keine bestimmten Mengenverhältnisse der Kompo-
nenten erforderlich sind, berechtigt zu der Annahme, daß das
entstandene Produkt keine bestimmte Verbindung ist.
*) Nach A. A. Granger, Sitzungsberichte der ent
Qesellschaft, Band XXt (1921 22), Teil 1, 'S. 89
keramischen
Während des Erhitzens entweichen Dämpfe, und es ist ein
schwacher Schwefel- und Selengeruch wahrnehmbar. Rasche
Erhitzung bewirkt die Entzündung des Schwefels, und nach
dem Aufhören des Brennens ist überall da, wo der Schwefel
gebrannt hat, eine schöne rote Färbung zu beobachten. Sie
besteht aber nur an der Oberfläche. Ist das Gemisch infolge
zu hoher Erhitzung braun, so muß man unter Umrühren noch
etwas Schwefel zusetzen. Wenn die Temperatur genügend hoch
ist, beginnt die Verbrennung des Schwefels von neuem, und
es entsteht, wie vorher, überall da, wo der Schwefel gebrannt
hatte, oberflächlich eine hochrote Färbung.
Erhitzt man ein Schwefel-Selen-Gemisch, so wird man
beobachten, daß der Schwefel zuerst schmilzt und dann das Selen
auflöst. Die Masse ist sehr zähflüssig und besitzt eine außer-
ordentlich schöne Farbe. Ohne Frage liegt hier eine Vereinigung
des Selens mit dem Schwefel vor. Nach dem Abkühlen ist die
Mischung rubinrot gefärbt und zeigt harzartige Beschaffenheit.
Sie stellt aber nicht Selensulfid, sondern eine feste Lösung des
Selens in Schwefel dar.
Erhitzt man Schwefel mit Kadmiumsulfid, so ergibt das
keine neue Färbung, sondern den orangegelben Farbton des
Gemisches.
Ein Gemisch von Kadmiumsulfid und Selen wird rot, wenn
die Erhitzung genügend lange fortgesetzt wird. Das Selen
tritt hier mit dem in dem Schwefelkadmium vorhandenen
freien Schwefel in Reaktion. Wird das Schwefelkadmium zur
Entfernung des freien Schwefels schwach geröstet, so ist die
Reaktion mit dem Selen sehr langsam, und die entstehende
Rotfärbung ist das Ergebnis der Wirkung zwischen Selen und
dem mit dem Kadmium verbundenen Schwefel. Während des
Erhitzens verdampfen Schwefel und Selen und können kon-
densiert werden.
Die Versuche führen zu dem Schlüsse, daß die Rotfärbung
durch Auflösung des Selens im Schwefel hervorgerufen wird,
wobei Kadmiumsulfid als Lösungsmittel wirkt. War diese An-
nahme richtig, so mußten auch andere Sulfide so wirken und
mit Selen und Schwefel rote Farbstoffe geben. Diese Ver-
mutung traf aber für andere gelbe Sulfide, wie As2Sa und
SnS2, oder für rote Sulfide, wie AsS (Realgar), nicht zu. Mit
ZnS wurde eine schwache Färbung erzielt.
Es wurden nun weitere Untersuchungen darüber vorge-
nommen, in welcher Weise sich das? Kadmiumsulfid, das bei
der Entstehung der Färbung eine wichtige Rolle spielt, ver-
ändert. Hierüber soll später berichtet werden, wenn diese
Frage genügend geklärt ist
182 — Nr. 16
SPRECH SAAL -COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
Günstige Bezugsmöglichkeiten
in Deutschland.
Eine wohl nie wiederkehrende günstige Gelegenheit zum
Einkauf billiger, dabei erstklassiger Waren jeder Art bietet
sich gegenwärtig für Interessenten aller Länder in Deutschland.
Die berufsmäßigen Jmporteure sowohl als auch Fabrikunter-
nehmen und Gewerbebetriebe, welche darauf angewiesen sind,
ihre Anlagen oder Warenbestände und Betriebsmittel aufzu-
frischen oder zu vergrößern, können dort z. Z. ihren ein-
schlägigen Bedarf zu staunend billigen Preisen und durchweg
in verhältnismäßig kurzer Zeit eindecken. Und dabei in "aller-
bester Qualität.
Was sind die Gründe hierfür ?
Zunächst der niedrige Stand der deutschen Valuta, der
Mark, deren Entwertung in letzter Zeit noch weitere Fortschritte
gemacht hat. Welche Wirkung diese Erscheinung auf das
deutsche Ausfohrgeschäft notwendigerweise zeitigt, sei nach-
stehend kurz erläutert:
Ein amerikanischer Dollar z. B. galt vor Ausbruch des
Weltkrieges im internationalen Handelsverkehr rund Ji 4, am
7. März 1922 dagegen Ji 260. Die Entwertung der deutschen
Münzeinheit stellt sich also gegenwärtig auf das 64 fache.
Kommentar überflüssig. Aehnlich ist der Valütastand in anderen
kapitalkräftig gebliebenen Ländern in ihrem Verhältnis zur
deutschen Mark. Gewiß sind auch die Valuten in manchen
anderen Ländern infolge der langjährigen Kriegsverhältnisse
mehr oder weniger entwertet worden, aber doch bei weitem
nicht so wie in dem die allerschwersten Kriegskosten tragenden
Deutschland. Diese Entwertung der Mark ist indessen — und
gerade dies ist für jeden Ausländer, der billig einkaufen will, be-
sonders beachtenswert — gegenwärtig im eigenen Lande nicht in
gleicher Weise fortgeschritten wie im Ausland, das den Deutschen,
die die gewaltigen Kriegslasten der Ententeländer nach den
Bestimmungen des Versailler Friedens zu ersetzen haben,
den Kredit entzogen hat. Der General-Direktor der Laurahütte,
Geheimer Bergrat Hillger, wies bei der Gelegenheit der dies-
jährigen Leipziger Messe darauf hin, daß die deutschen Inland-
preise noch keineswegs den Stand der Weltmarktpreise erreicht
hätten , die Spannung zwischen beiden betrage z. Z. etwa Ji 400;
dies ist ein sehr wichtiges Moment für die besondere Leistungs-
fähigkeit der deutschen Industrie gegenüber dem Wettbewerb
aller anderen Länder auf dem Weltmarkt, zugleich aber auch
für jeden Jmporteur in den verschiedensten Ländern ein un-
trüglicher Fingerzeig, wo er gegenwärtig am besten und
billigsten kaufen kann.
Daß die Erzeugnisse der deutschen Industrie durchweg
erstklassig sind, bedarf keines Beweises. Warum werden sie
sonst in allen Ländern der Welt so sehr gekauft? Schon vor
Auebruch des Weltkrieges war der Aufdruck „Made in Germany"
zu einem Ehrentitel geworden, zu einer ungeteilten Anerkennung
für hochwertige Qualitätsware bei billiger Preisstellung.
Der deutsche Industriearbeiter ist bekanntlich fleißig und
tüchtig bei verhältnismäßig bescheidenen Ansprüchen. Und
gerade dieserhalb sind die Industriebetriebe Deutschlands, die
zudem über die allerbesten Maschinenanlagen und wissenschaft-
lich bestgeschulten Techniker und Ingenieure verfügen, so
ganz besonders leistungsfähig.
Und die deutsche Industrie muß arbeiten, und zwar auf
das intensivste und schwerste, wenn nicht das ganze Land
unter dem Drucke der Kriegsfolgen zugrunde gehen soll.
Deutschland, das hinsichtlich des Bezugs von Rohstoffen und
Lebensmitteln auf das Ausland angewiesen ist, kann wirtschaft-
lich nur dann gesunden, wenn es ihm gelingt, durch die Aus-
fuhr von Industrieerzeugnissen sich wieder Guthaben im Aus-
land zu verschaffen.
An und für sich sind für eine gesunde Weiterentwicklung
der deutschen Volkswirtschaft — trotz aller Kriegshemmungen
nBW, _ alle Voraussetzungen gegeben, Arbeitswille und Fleiß,
Leistungsfähigkeit und hohe Qualitätsarbeit. Und mit Hochachtung
vor den letztjährigen Leistungen kann als festgestellt gelten, daß
Deutschlands Wirtschaftsleben nach dem Kriege sich wieder
gut erholt und durch Anspannung aller Kräfte bereits beträcht-
liche Fortschritte aufweist: Die erste Quelle deutscher Kraft,
die Steinkohlenförderung, zeigt im letzten Jahre mit 186 Millionen
Tonnen einen kleinen Fortschritt gegenüber dem Jahre 1920
mit 181 Millionen. Die Eisen- und Stahlproduktion hat sich
1921 gegenüber dem Vorjahre ebenfalls gehoben. Die Leistungen
Deutschlands wären zweifellos noch größer — und dies ver-
dient gleichfalls die besondere Beachtung des Auslands — ,
wenn seine gesunden Kräfte sich frei entfalten könnten; sie
werden aber niedergehalten durch die schweren Lasten, die
dem geschwächten und verstümmelten deutschen Wirtschafts-
körper durch die Verpflichtungen des Versailler Friedensvertrages
auferlegt sind. Eine ganz verkehrte Maßnahme, den Krieg auf
dem Gebiete der Wirtschaft fortsetzen zu wollen, was nur Un-
heil bringen kann für ganz Europa! Diese Ansicht teilen <
freulicherweise z. Zt. schon weite und wachsende Kreise d
Auslands. Nur eine internationale Valutagesundung kann d
kranken Weltwirtschaft wieder Erfrischung und Genesung bringe
Das gegenseitige Vertrauen im Geschäftsleben muß unter all«
Umständen wieder hergestellt werden, sonst ist alles Abmüht
umsonst, nicht allein für Deutschland!
In Deutschland haben die zahlreichen und großen Waffe
und Munitionsfabriken auf Grund des Versailler Friedensve
trags ihre Tore schließen müssen. Aber aus diesen Kriegsbj
trieben sind jetzt überaus leistungsfähige Werke entstände!
die nur Friedenswerte schaffen und somit die an sich sehn
bedeutenden Leistungen Deutschlands auf diesem Gebiete no<
weiter erheblich vergrößern. Auch dieses Moment ist da:
angetan, die ausländischen Interessenten davon zu überzeuge
daß die deutsche Industrie die an 6ie herantretenden Aufträji
verhältnismäßig schnell auszuführen vermag.
Wer sich ein richtiges Bild von der Leistungsfähigkeit d
deutschen Industrie verschaffen will, besuche bei nächster G
legenheit die Leipziger Messe, die immer mehr international«!
Charakter annimmt insofern, als sich das Ausland immer stärki
an dieser Schaustellung als Aussteller beteiligt: Auf der die
jährigen Frühjahrsmesse, die sosben geschlossen wurde, war»
bereits mehr als 700 ausländische Kirmen und Aussteller ve
treten. Ein sehr beachtenswerter Hinweis für diejenigen Firmti
des Auslandes, die sich bisher von einem Besuch bezw. einil
Ausstellung ihrer Erzeugnisse in Leipzig ferngehalten habe
Denn Deutschland, dessen Industrie in erster Linie für d<»
gewaltigen Eigenverbrauch, in zweiter Linie für den Expoli
arbeitet, ist ein großes Absatzgebiet für alle möglichen E
Zeugnisse. Was schadet es, wenn der ausländische Fabrika
oder Kaufmann sich zuweilen von der Leistungsfähigkeit sein:
Konkurrenz auf dem Weltmarkt überzeugt? — Im Gegente
er kann nur Nutzen für sich daraus ziehen. Ganz abgesebc
davon, daß er in Leipzig Gelegenheit hat, gleich an Ort ui
Stelle, bevor er seine Aufträge erteilt, Vergleiche anzustelle
Die diesjährige Frühjahrsmesse war nach den vorliegend«
Berichten außergewöhnlich stark besucht; der Ausländsbesm
hat außergewöhnlich stark zugenommen. Die geschäftlicl
Entwickelung war überaus günstig und hat alle Erwartung*
übertroffen. Manche Aussteller haben soviel Aufträge herei
bekommen, daß sie bis zur nächsten Messe voll beschäfti
sind.
Was die an dieser Stelle besonders interessierenden E
Zeugnisse unserer Spezialbranche anbetrifft, so seien nac
stehend die einschlägigen Ergebnisse der amtlichen Auße
handelsstatistik Deutschlands seit dem Jahre 1912 bis zu
Jahre 1920 (unter Ausschluß der Kriegsjahre, die zu Vt
gleichszwecken sich nicht eignen) der Menge n*ch Wiedel
gegeben. Der ausländische Interessent erhält auf diese Wei
ein objektives, untrügliches Bild der Entwicklung des deutsch!
Ausfuhrh anders, soweit dieser für ihn besonders wisser
wert ist, bis in die neueste Zeit hinein unter Gegenüberstelle
mit den für ihn ebenfalls sehr wichtigen entsprechenden Ei
fuhrziffern; vorab sei bemerkt, daß zuverlässiges Zahle
material für das Jahr 1921 gegenwärtig noch nicht vorliegt.
Auf diese Weise kann sich u. E. jeder Importeur am best
und schnellsten von der großen Leistungs- und Aufnahmefähi
keit der für ihn vornehmlich in Betracht kommenden Industri
Deutschlands überzeugen.
m Ausfuhr = A. Menge in dz (100 kg)
Alt der Ware Einfuhr =E. 1913 1912 19S
Röhren aus Ton .. A. 140 049 168197 20 6
E. 101275 101019 36 C
Waren aus gemeinem Steinzeug: Röhren,
Sohlsteine, Senkkasten, Ausgüsse, Klosett-
becken und dergj. ; Krippen, Viehtröge ;
Steine und Platten zu technischen
Zwecken
A.
E.
112 821
5 509
67 145
9 180
614
96
— , Kruge ond andere Gefälie zu Wirt-
schaftszweoken ; Faß-, Abzugshäone,
Kühlschlangen, Pumpen usw. zu tech-
nischen Zwecken
Töpfergeschirr aus farbig sich brennendem
Tone, unglasiert und glasiert . . . .
Oefen (Kamine, Kochherdt), Ofenteile, weiß
oder mehrfarbig, auch mit Lttster- oder
Metallüberzug
Feuerfeste Erzeugnisse aus toniger Masse :
Schmelztiegel, Muffeln, Kapseln, Röhren,
Zylinder, Düsen und andere Hohlwaren,
außer Retorten ; Platten und andere Er-
zeugnisse außer Steinen ; Schmelztiegel
aus Magnesiazement oder Speckstein
A.
66 663
58 754
65 £
E
1 953
1 864
A.
32 624
33 921
17 C
E.
18 777
16b54
30
A.
27 118
32 151
10 f
E.
1 121
1082
A.
25 955
36 617
24 t
E.
22 185
26 063
1 t
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL -CO BURG.
Nr. 16
188
Art der Ware
— , Retorten
stände aus Graphitmasse
Bodenplatten aus Tod oder gefrittetem Ton-
zeag, bis 3 cm Dicke, Pflasterplatten
. aas Ton oder gemeinem Steinzeog . .
Waren ans Steingut, feinem Sfceinzeug,
feinem Tonzeug, anderweit nicht genannt
Porzellan und porzellanartige/ Waren . .
s) Glasmasse, Schmelzglasmaase, Schmelz-
farben, Glasarmasse ; gemahlenes
Glas
b) Hohe Stangen nnd Röhren ans natur-
f arbigem Glase ; Glasröhren nnd Glas-
stängelohen
c) Hohlglas aller Art
d) Spiegel- und Tafelglas aller Art . .
Trockenplatten für photographische
Zwecke . . . . :
Ie f) Drahtglas . . . . . • . . . .
g) Dachpfannen, Dachziegel ans Roh-,
Tafel- oder Drahtglas ......
4r) Rohes, sowie roh vorgepreßtes, optisches
Glas . ,
HS) Robglas in Kugeln oder Kugelkappen
zu Uhr- oder Brillengläsern . . .
Uhrgläser für Taschenahren, auch aas
tll gefärbtem Glase.* . .-
'f I) Brillen- nnd andere Augen-, Stereoskopen-
gläser, angeschliffen, angefaßt . . .
Aasfahr =
M An OTA
in dz (100 kg)
xbiiimur —
— Ei i
Xu lo
1 tll 9
XV La
XvaVJ
A.
70 178
47 630
18 269
" E.
936
292
1
andere Gegen-
A.
30 388
30 376
9 753
E.
1240
2 097
106
g) Brillen- and andere Augen .Stereoskopen-
gläser, geschliffen; Brenngläser;
jf Lupen ; alle diese ungefaßt ....
uo) Optisches Glas, geschliffen, ungefaßt
V
le)) Brillen und andere gefaßte Augen-,
Brenngläser, Lupen aller Art
,D i) Ferngläser, terrestrische ; Operngläser
Sonstiges optisches Glas, geschliffen
und gefaßt (Fernrohrobjektive); Ste-
reoskope, Mikroskope aller Art; an-
gefaßte Linsen für optische Zwecke
"I') Photographische Linsen, geschliffen and
ii | gefaßt ; photographische Obj aktive and
Apparate aller Art ; angefaßte Linsen
für photographische Zwecke . . .
ÜK
i) Glasbebänge zn Leuchtern ; Glasksöpfe
) Glaeplättchen ; Glas-, Porzellanperlen,
■ Glasschmelz, -schuppen, -tropfen,
-körner
») Glasflüsse, -steine, -korallen, ohne Fas-
sung; auch Waren daraus ....
H Glas-, Porzellanperlen, Glasflüsse,
-steine, -korallen n. dgl. als Schmuck ;
, Besatzartikel aas Glasperlen usw.
r) Glas, a. n. g , Glasgespinst, Glaswolle,
Luxferprismen, bemalte, vergoldete
oder versilberte Glaskcöpfe ....
) Glasmalereien, -mosaik, -lichtbilder
Photographien auf Glas; künstliche
Augen ohne Verbindung mit anderen
Stoffen
| Zähne ans Schmelz, Kitten oder ähn-
lichen Formerstoffen, mit Stiften oder
Röhrcuen ans Piatin; auch Gebisse
aus solchen Zähnen
A.
328 944
269 185
157 880
E.
347
559
68 287
A.
320 745
294 939
106 663
E.
19 542
25 633
18 600
A.
580 442
520 515
229 700
E.
9 815
11230
2 810
23 504
2 183
23 900
2 792
A. 4 909 4 846
E. 4 689 3 590
A. 1809 729 1601174
E 39 745 42 886
A. 284 058 194 714
E. 70 875 93 020
A.
14 435
3 798
11 676
3 490
A.
40 620
Ol OC7
34 817
E.
16
24
A.
4 033
2 299
E.
4
1
4 630
5 546
E.
672
716
A.
E.
371
—
478
<?i ~^\''
A.
2 456
2311
E.
95
im
A
680
i
E.
10
26
A
A.
1 398
1 9f)K
E.
503
612
A.
E.
163
180
A.
1 367
1064
E.
86
89
A.
1821
1 618
E.
494
577
A.
1 861
1 764
E.
97
105
A.
4181
3 053
E
241
235
A.
1008
855
E.
7 173
8 464
A.
9 880
10 376
E.
13 363
17 865
A.
281
233
E.
1054
963
A.
2 980
3136
E.
171
211
A.
5 702
3 740
E.
„4517
3 868
A.
491
610
E.
46
37
15 606
1595
2 206
693
713 618
44 380
253 173
69 380
12 602
305
840
1 382
1991
69
vorsteh,
inbegr.
unter i
3
847
469
5 014
1
unter 1
iafiegr.
85
unter 1
inbegr.
47
unter 1
inbegr.
11
unter 1
inbegr.
2
unter 1
inbegr.
64
unter 1
inbegr.
Ii
unter 1
inbegr.
14
2 520
3 672
3 875
5 972
61
577
2010
221
4 885
1 888
71,71
90,74
578
6
52.88 inbegr.
84,41 51,67
Art der Ware
Aasfahr =
Einfuhr
z) Glas- und Schmelzwaren, in Verb, mit
and. Stoffen: bemalt, vergoldet, ver-
silbert usw. ; Opaleszentglas, Glas-
malereien, -mosaik, Kanstverglasungen,
Lichtbilder; Photographien auf Glas
aa) _( Glaeflaschen und Siphons aus Glas
— , künstliche Augen und andere Glas-
und Schmelzwaren ... . . .
bb) Thermometer aus Glas, auch in Ver-
bindung mit Stoffen aller Art . . .
cc) Apparate und Instramente aas Glas
(einschl. Glasröhren), auch in Ver-
bindung mit Stoffen aller Art . . .
Glasbrocken, -brach, -galle, -schäum, Herd-
glas; Scherben von Glas und von
Glaswaren
: A. M«ng« in de (100 kg)
B. 1918 1912 1920
28 637
391
unttr z
inbegr.
163
A.
2108
2 539
E.
968
960
A.
23 570
20 492
E.
133
123
A.
44 323
35 145
E.
1 763
2 041
A.
3 576
3195
E.
A.
15 322
13 699
E.
A.
147 880
148 166
E.
12 209
16 323
unter z
inbegr.
465
19 485
•*Bnt. bb
inbogr.
8 01.9
6 755
Zu vorstehendem Zahlenbild sei zunächst bemerkt, daß be-
den Einfahrziffern in der Statistik für 1920 nur die Mengen,
nicht auch die Einfuhrwerte angegeben sind, da ihre Wert-
bemessung infolge der Valutaschwankungen unüberwindbare
Schwierigkeiten bot. Des weiteren ist bezüglich der Gliederung
der Statistik beachtenswert, daß die Wertziffern vor dem Kriege
(1912—1913) in Goldmark verzeichnet stehen, daß aber die
Ausfahrwerte für 1920 in Papiermark angegeben sind. Man
darf sich also bei Einsichtnahme in die Statistik für 1920 durch
die außergewöhnliche Höhe der Ausfahrwerte nicht beirren
lassen; der beste Gradmesser bleibt auf jeden Fall die Aas-
fahrmenge. Deshalb haben wir uns auch vorstehend auf deren
Darstellung beschränkt.
Jedenfalls zeigen die obigen Zahlen deutlich die große
Bedeutung, welche Deutschland als Absatzgebiet für die Er-
zeugnisse des Auslands trotz des hohen Standes seiner Eigen-
indastrie nach wie vor hat. Und ganz zweifellos würde sich
die einschlägige Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes noch
ganz wesentlich erhöhen, wenn erst wieder normale Verhält-
nisse eingekehrt sein werden. Garnicht zu sprechen von den
äußerst großen Absatzmöglichkeiten für ausländische Rohstoffe
und Halbfabrikate, deren die hochentwickelte Industrie Deutsch-
lands in großen Mengen jederzeit bedarf. Dies ist auch ein
wichtiger Punkt, den die ausländischen Interessentenkreise
stets besonders würdigen sollten: Die Möglichkeit einer erheb-
lichen Steigerung des gegenseitigen Warenaustausches, die
zweifellos im Interesse aller beteiligten Länder liegt. Diese
ist aber nur dann möglich, wenn dem deutschen Wirtschafts-
leben wieder seine freie Entfaltung zugesichert wird. Und
dies ist nach Lage der heutigen Verhältnisse naturgemäß in
erster Linie Sache und Aufgabe der Ententeländer, die die
Macht hierzu haben, deren gegenwärtig stark geschwächte
Industrien und Volkswirtschaft aber nur dann in absehbarer
Zeit wieder gesunden und von neuem wieder emporblühen
können, wenn die alle Länder aufs höchste interessierende
Valutafrage international für alle Beteiligten geregelt, wenn die
Mittelmächte Europas, in normalen Zeiten die besten Kunden
der Ententeländer, wieder kredit- und zahlungsfähig gemacht
werden, damit sie auch wirklich von neuem in den Stand ge-
setzt werden, ihre alten geschäftlichen Beziehungen mit allen
Ländern frei und ungebunden wieder zu pflegen und nach
Möglichkeit zu erweitern. Denn nur durch einen ungezwungenen,
auf Vertrauen gestützten, gegenseitigen Warenaustausch kann
das Wirtschaftsleben Europas, ja der ganzen Welt, wieder
hergestellt werden. Dies dürfte auch die Ansicht jedes ver-
nünftig und parteilos denkenden, modernen Geschäftsmannes
sein. Auf dem Gebiete des Handels müssen Erwägungen der
Außenpolitik ausgeschaltet werden, sonst gehen wir darüber
alle zu Grunde. Erfreulicherweise gewinnt diese Ansicht auch
in allen ernst denkenden Handels- und Industriekreisen des
Auslandes stetig an Boden.
Jeder unparteiische Geschäftsmann wolle sich nur einmal
nachstehende Frage vorlegen: Wie kommt es, daß in den'
Hochvaluta-Ländern die Industrien gegenwärtig darniederliegen
und Arbeitslosigkeit herrscht, während in den Ländern mit
niedriger Valuta die industriellen Betriebe vollauf beschäftigt
sind? Wie kommt es, daß die in der Hauptsache Rohstoffe
liefernden Länder völlig unzureichende, geradezu ruinöse
Preise für ihre Erzeugnisse erzielen können ? Das sind zweifel-
los die Folgen des Versailler Friedensvertrags, dessen wirt-
schaftliche Bestimmungen zum mindesten aufgehoben werden
müßten, wenn nicht das Wirtschaftsleben der ganzen Welt
darunter zu Grunde gehen soll!
184 — Nr. 16
SPRECH SAAL -COBURG.
1992.
->-■">
(55. Jahrgang.)
1 Die Rechtsgültigkeit der Kostbarkeits-
bestimmung* ist jetzt vom Rdchsge rieht
endgültig ausgesprochen.
Von Dr. jur. Boeder, Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Seit dem verflossenen Kriege und der damit eingesetzten
Demoralisierung des Volkes hatte sich die Eisenbahn infolge
der zunehmenden Diebstähle auf dem Transportwege veranlaßt
gesehen, durch Tarifbestimmung ihre Haftpflicht für Kostbar-
keiten zu beschränken, und zwar 150 Mark für das Kilogramm
Ware. Die Eisenbahn erklärte demzufolge jedes Frachtstück,
das hinsichtlich seines Wertes und seines Umf anges im Ver-
gleich mit anderen Sendungen in einem Mißverhältnis stand,
für eine „Kostbarkeit"' Mit der Zunahme der Diebstähle wuchs
auch die Zahl der Entschädigungsklagen, die gegen den Eisen-
bahnfiskus geführt wurden.
In diesen Prozessen wurde aber immer nur von den Ge-
schädigten behauptet, daß die gestohlene Ware keine Kostbar-
keit war. Das Reichsgericht hielt aber an dem aufgestellten
Satze fest, daß Sachen, die früher keine Kostbarkeit waren,
durch die im Werte gesunkene Reichsmark eine solche werden
können. Zuerst wurden leichte und teure Waren im Werte
von 320 Mark pro Kilogramm für eine Kostbarkeit erklärt,
nach einem neuen Urteile (vergl. Verkehrsrechti. Rundschau
1922, Heft 18) sind es aber schon Waren im Werte von
612 Mark pro kg.
Aber das merkwürdigste bei allen diesen Prozessen war,
daß das Reichsgericht noch nicht Gelegenheit hatte, sich über
die Rechtsgültigkeit der besagten Tarifbestimmung auszusprechen,
obwohl die Literatur (hier vor allem Senckpiehl) und mehrere
Untergerichte sich gegen die Rechtsgültigkeit derselben aus-
gesprochen hatten. Der Eisenbahndirektion Hannover blieb es
vorbehalten, die Rechtsfrage vor dem Reichsgericht zur end-
gültigen Entscheidung zu bringen, und unser oberster Gerichts-
hof hat nunmehr in seinem Urteil vom 25. Januar (vergl. Ver-
kehrsrechti. Randschau 1922, Heft 18) sich auf den Standpunkt
gestellt, daß die Eisenbahn nach § 89 der Eisenbahn-Verkehrs-
Ordnung berechtigt sei, Ausnahmebestimmungen für eine
Haftungsbeschränkung für Kostbarkeiten festzusetzen und daß
der Nachtrag V zum deutschen Eisenbahn-Gütertarif, der
"Näheres über diese Haftungsbeschränkung ausführt, seine volle
Rechtsgültigkeit habe.
Diese Entscheidung wird in der Geschäftswelt
großes Aufsehen erregen. Begründet wird sie vom Reichs-
gericht mit der Entstehungsgeschichte des § 462 des Handels-
gesetzbuches und § 89 der Eisenbahn- Verkehrsordnung, den
darüber bestehenden gleichen Anschauungen des österreichischen
Rechts sowie der auffälligen Ausdrucksweise unseres Handels-
gesetzbuches in § 462, wonach die von der Eisenbahn zu
leistende Entschädigung auf einen „Höchstbetrag" beschränkt
werden kann, daß schon unser früheres HGB. an eine solche
Haftungsbeschränkung gedacht hat und daß die Gesetzgeber
unseres jetzigen HGB. bei der Fixierung des § 462 die gleiche
Ansicht vertreten haben, Ausführungen, die schon Sperber in
der Verkehrsrechtlichen Rundschau 1922 (Spalte 286) ausführ-
lich dargelegt hatte. Es heißt dann weiter in den Entschei-
dungsgründen des Reichsgerichts:
Endlich erscheint auch die Erwägung der Revision nicht
zutreffend, daß die in der Ausführungsbestimmung getroffene
Höchstbetragsfestsetzung auf Ji 150 'für das kg Ware nichtig
sei, weil sie dem gegenwärtigen Stande der deutschen Valuta-
verhältnisse in keiner Weise gerecht werde und daher in un-
billiger und unzulässiger Weise gegen die Interessen der Ver-
sender wertvoller Güter verstoße. Dem ist, vom allgemeinen
wirtschaftlichen Standpunkt entgegenzuhalten, daß es nicht un-
bedingt erforderlich erscheint, den Höchstbetrag zu hoch zu
bemessen, daß der Versender beim Verlust von Kostbarkeiten
eine ausreichende Entschädigung erhält.
Es bleibt zu berücksichtigen, daß die Eisenbahn für die
Beförderung von Kostbarkeiten keine besonderen Tarife erhält
und daß andererseits die große Masse der mit der Eisenbahn
beförderten Güter auch unter den gegenwärtigen wirtschaft-
lichen Verhältnissen einen Kilogramm wert von Ji 150 nicht
erreicht. Deshalb kann es, wenn auch das Gesetz grundsätz-
lich die Haftung der Eisenbahn für den gemeinen Wert aus-
spricht, doch nicht als schlechthin unzulässig, insbesondere1
als nicht gegen die guten Sitten verstoßend angesehen werden,
wenn der Höchstbetrag, zu dem die Eisenbahn für Kostbar-
keiten haften soll, nur auf Ji 150 für ein kg bestimmt wird.
Das hierbei zu Tage tretende Ergebnis, daß die Eisenbahn
unter Umständen für gewöhnliches Frachtgut eine höhere Ent-
schädigung leisten muß als den für Kostbarkeiten geltenden
Höchstsatz, mag auf den ersten Blick befremden. Es findet
seine Erklärung aber in der Eigenart der Bestimmung eines?
Höchstsatzes.. Als gesetz- oder sittenwidrig kann es nicht be-
zeichnet werden, zumal kein Anhalt dafür besteht, daß der be-
zeichnete Uebelstand vermieden werden könnte, wenn die Fest-
setzung des Höchstbetrages der Haftung in der Eisenbahn-
Verkehrsordnung selbst erfolgen würde.
Wir tschaft lich-ge werblicher Teil.
Korrespondenzen.
Das 50-jährige öescMftejubilänm feiert am 20. 4. 22 die Firma
„Glasmanuf aktnr A.Lorenz, Baruth i. Mark8. Das Unternehmen
wurde von Herrn Albert Lorenz 1872 gegründet, nahm unter der Leitung
seines Sohnes Carl Lorenz einen gewaltigen Aufschwang and durfte heute
za den bedeutendsten Firmen der Glas-Iadastrie za zählen sein.
Tntensebau. Nach kurzer Krankheit verschied am 10. 4. 22 in
Gotha Fabrikbesitzer Fritz Pfeffer, langjähriger Teilhaber der Por-
«ellanfabrib Fr. Pfefier, Gotha.
Am 8.4 22 starb nach längerem schweren Leiden im Alter von
56 Jahren Herr Eduard v. Kralik, derzeitiger Direktor der Glas-
fabriken and Raffinerien Josef Inwald, A G., Werk „Rudolf shütte", Töplitz.
Einer hochangesehenen südbö ionischen Glashüttenbesitzersfamilie entstam-
mend, lernte er frühzeitig den Betrieb einer Glashütte kennen, hatte nach
erfolgreichen Stadien leitende Stellangen in ersten Unternehmen des Ia-
und Auslandes inne, u. a. stand er 18 Jahre als Direktor den Rheinischen
Glashütten, A.-G., Cdln-Eirenfeld, vor. Bssonders- große Erfolge hatte er
auf dem Gubiete der Preßglasherstellung zu verzeichnen. Der eingangs er-
wähnten Weltfirma gehörte er seit 3 Jahren an; trotz seines leidenden Zu-
standes vermochte er aach hier mit Erfolg an der weiteren Ausgestaltung der
„R idolf ahütte" mitzuarbeiten. Liren sein einnehmendes Wesen erfreute
er sich überall großjr Wartachätzuug.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Akademisch-wissenschaftlicher Fachverein für Silikattechnik,
e. V., Göthen, Anh. Die rege Tätigkeit des Vereins im vergangenen
Semester, die sich darin besonders äußerte, daß 9 Versammlungen abge-
halten wurden, zeitigte insofern Erfolge, als durch Entsendung von Werbe-
schreiben an verschiedene Verbände der keramischen Industrie einige
Firmen in richtiger Erkenntnis des infolge Hangels an Mitteln leidenden
Ausbaus wissenschaftlicher Institute, eine nennbare Summe dem Fachverein
zur Vervollkommnung der Einrichtungen in der Bilikattechn. Abteilung
zur Verfügung stellten. Ihnen sei auch an dieser Stelle der Dank des
Vereinst ausgesprochen ! — An drei Vereinsabenden wurden zur Weiter-
bildung und Anregung im Studium folgende Vorträge gehalten: Herr stad.
ing Machwirth : „Herstellung von Blechemaillegegenständen" ; Herr
stud. ing. A. König : „Meine Ferienpraxis in der Portlandzementindustrie^ ;
Herr cand. ing. Krause: BMeine FerienpraxiJ in der feuerfesten Industrie
and die Herstellung feuerfester Baustoffe nach keramisch-wissenschaft-
lichen Gesichtspunkten. a — Angenehme Abwechslang bot sich den Vereins j
mitgliedern durch die Gelegenheit, bei verschiedenen Exkursionen inte-
ressante moderne Werke za besichtigen, n. a. die neuzeitlich eingerichtete;
Versachsanstalt von ftrapp-Grason, Magdeburg-Buckau. — Der Verein be-
steht zurzeit aas: 144 ordentlichen Mitgliedern, 15 auswärtigen and 4 Ehren-!
mitgliedern. Der Vorstand für das Sommer-Semester 1922 setzt sich wie
folgt zusammen: Herr eand. ing. Hilger, Vorsitzender; B.Braune, Schrift-
führer ; Frl. stud. ing. Kolb, Kassierer. — Der Fachverein hofft auf die bei
reits erfolgten Neuanmeldungen von Studierenden der silikattechnischen
, Abteilung hin aach einen Zuwachs seiner Mitgliederzahl im Sommer«
Semester und auf eine mindestens ebenso erfolgreiche Tätigkeit wie ir
vergangenen Winter-Semester.
Gesetzgebung, Steuern.
Wann ist dem Betriebsrat eine Betriebsbilanz und eine Be
triebsgewinn- und Verlustrechnung vorzulegen ? Ueber diese Frage
bringt die Nr. 44 der Mitteilungen des Deutschen Industrieschutzverbandet
Sitz Dresden eingehende Ausführungen. Die Voraussetzungen für die Vorlegung
und Erläuterung der Betriebsbilanz and Gewinn- und Verlastrechnung sind
in § 72 des BRG. niedergelegt. Danach besteht die Vorlegungspflicht
grundsätzlich nur für solche Betriebe, die, .zur Führung von Handel»
büchern verpflichtet sind und in der Regel mindestens 300 Arbeitnehmer
oder 50 Angestellte beschäftigen. Keine Betriebsbilanz braucht dort vor
gelegt za werden, wo die Eigenart des Betriebes dies bedingt. Schlieft
lieh können auch noch Betriebe von der Vorlegungspflicht auf Antrag bei
der Reichsregierung befreit werden, wenn wichtige Staatsinteressen dief
erfordern. Bestimmte Vorschriften darüber, in welcher Weise die Erläu-
terungen der Bilanz vor sich gehen sollen, sind im Gesetz selbst niohl
enthalten. Eine Verpflichtung zur Vorlegung von Unterlagen für dii
Bilanz besteht für den Arbeitgeber nicht.
Novelle zum Uinsatzsteuergesetz und Befreiung der erstes
Umsätze nach der Einfuhr. Zur Umsatzstenernovelle sind vom Reichs
finanzminister Uebergangsbestimmangen erlassen worden, aus denen
folgendes hervorgehoben wird: Die Verhandlungen darüber, welche Roh
Stoffe und HalberzengnisBe auf die Freiliste 1 b (Befreiung der ersten Um
Bätze nach der Einfahr) gehören, sind erat durch die Sitzung des Zwölfer
ausschasses des vorläufigen Reichswirtschaftsrates Vom 22. 2. 22 za 'einen
gewissen Abschloß gelangt. Mit Rücksicht darauf, daß über die Gegen-
stände, die auf die Freiliste 1 b kommen, Unklarheiten bestehen könnten
beabsichtigt der Reichsminister der Finanzen, dem Raichsrat vorzuschlagen
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 16 - 185
die ersten Umsätze nach der Einfuhr von der Umsatzsteuer zu befreien,
sofern sie vor dem 1. 4. 22 getätigt sind und sofern es sich nm Kohstofle
und Halbfabrikate handelt, die nicht für die Hanswirtschaft unmittelbar
gebrauchsfähig sind.
Handel and Verkehr.
Abermalige Erhöhung der Gütertarife. Zum 1. 5. 22 werden die
Güter-, Tier- nnd Expreßguttarife erneut nm 20% der seit dem 1. 4. 22
geltenden Tarife erhöht. Von einer Steigerung der Personentarife wird
abgesehen. Die organische Einarbeitung der Tariferhöhungen in die
Tarife erfolgt, wie bekannt, zum 1. 7. 22, und zwar nach Anhörung der
Eisenbahnbeiräte.
Deutsch-spanische Handels Vertragsverhandlungen. Das Handell-
abkommen Deutschlands mit Spanien vom 12. 2. 1899, das zuletzt durch
einen Notenwechsel im Jahre 1907 bis auf weiteres verlängert worden ist
und ein gegenseitiges Meistbegünstigungsabkommen war, ist von der
spanischen Regierung mit einjähriger Frist auf den 20. 12. 22 gekündigt
worden. Die spanische Regierung hat dabei zum Ausdruck gebracht, daß
sie die Fortsetzung normaler Handelsbeziehungen mit Deutschland wünscht
und deutschen Vorschlägen wegen zukünftiger Regelung entgegensieht.
Die schon seit längerer Zeit geplanten Verhandlungen Uber ein neues
Handelsabkommen werden voraussichtlich in allernächster Z -it anfgicomxen
werden. Die deutsche Regierung hofft, erreichen zu können, daß alle
Waren deutscher Herkunft auch weiterhin nach den günsn'g ran Sitzen
der zweiten Kolonne des neuen spanischen Zolltarifs verzollt werden. Ob
es aber auch gelingen wird, darüber hinaus für riizelne Wtran Ver-
günstigungen und die allgemeine Meistbegünstigung zu erhalten, läßt sich
noch nicht übersehen. Die am Export nach Spanien interessierten
Industrie- und Handelskreise werden gebeten, ihre besonderen Wünsche
für die bevorstehenden deutsch-spanischen Handelsvertragsverhandlnngen
alsbald bei den Zweigstellen des Auswärtigen Amtes für Außenhandel
(Nürnberg, Leipzig n. a. m.) einzureichen. Es wird besonders Wert auf
solche Ausführungen gelegt, in welchen der Nachweis erbracht wird, daß
sich die Wünsche der deutschen 'Exportinteressenten mit denen der spani-
schen Wirtschaftskreise decken. .
Eine italienische Handelskammer in Frankfurt a. M. soll er-
richtet werden. Nähere Auskunft erteilt der Geschäftsführer des Grün-
dungsausschusses, Syndikus Dr. Theodor Metz, Frankfurt a. M.
Tariflerung von Porzellanwaren nach dem Deutsehen Eisen-
bahn-Gütertarif. Die entstandenen Zweifel in der Tariflerung von Por-
zellanwaren will die Zeitschrift „Deutscher Eisenbahn-Tarif- und Verkehrs-
Anzeiger", Berlin S. 59 beseitigen, indem sie in ihrer neuesten Ausgabe
mitteilt: Der tarifarische Begriff „Tonwaren 14 umfaßt im allgemeinen
neben den gemeinen Tonwaren (Porzellan-, Steingut- (Fayence-) einschließ-
lich Majolika-, ferner Steinzeug-, Schamotte- nnd Terrakottawaren. Dem-
nach sind Porzellanwaren ebenfalls Tonwaren, und zwar sind sie, da sie
zu den wertvollsten Tonwaren gehören, der Klasse A zugewiesen worden.
Ein- nnd Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die in der Ton-Mindestpreisliste vom 12. 1 .22
genannten Ausfuhrmindestpreise für weißbrennenden Rohkaolin und sonstige
magere Tone aus Mittel- und Ostdeutschland, sowie Kapselkaolin sind
nicht mehr zutreffend, sodaß Bewilligungen unter Zugrundelegung dieser
Preise nicht mehr erteilt werden können. Es wird deshalb erforderlich,
für diese Tone von Fall zu Fall die Preise einzufordern, bis diese eine
endgültige Festsetzung erfahren haben. — Die Mindestpreise für die Aus-
fuhr von Neuburger Kieselkreide erfahren mit Wirkung vom 10. 4. eine
Aenderung.
A. H. N. Glas. Der Unteransschnß Hohlglas hat für Dänemark
einen Umrechnungskurs von 6 dänischen Kronen = 100 Mark festgesetzt.
Für Belgien nnd Luxemburg hat der für den französischen Franken ge-
gebene Kurs Gültigkeit.
Ausgleichung der Ausfuhrmindestpreise. In einem Rundschreiben
macht der Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung auf folgende Ge-
sichtspunkte aufmerksam : Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Schiebungen
von Waren über valutaschwache Länder sich trotz aller Gegenwirkungen
nicht verhindern lassen. Das einzig wirksame Hilfsmittel hiergegen ist
eine Preisstellung derart, daß der Weiterverkauf nach höhervalutarischen
Ländern allenfalls den normalen Handelsgewinn, aber keinen eigentlichen
Valutagewinn mehr ergibt. Dies hat nicht nur für die untervalutarischen
Länder des Ostens nnd Südostens Bedeutung, sondern auch für Länder,
deren Valuta hochvalutarisch ist, aber sich doch noch in Entfernung von
Dollar und Pfund hält, wie z. B. Dänemark, Italien, Belgien usw. So
hat sich z. B. ein dänischer Zwischenhandel mit deutschen Waren nach
Schweden entwickelt, über den sich die schwedischen Importeure, die un-
mittelbar von Deutschland höhere Preise gestellt bekommen, mit Recht
beschweren. Auch die Tatsache gewinnt mehr und mehr Bedeutung, daß
KommissionBhäuser in den westlichen Ländern deutsche Waren kaufen,
um sie in die höchstvalutarischen Länder weiter abzusetzen. Dieser
Handel mag in mancher Hinsicht erfreulich sein, aber unerwünscht ist es,
daß auf diesem Wege die höchstvalutarischen Länder vielfach zu nied-
rigeren Preisen beliefert werden können als durch den deutschen Export-
handel unmittelbar, der sich an die für diese höchstvalutarischen Länder
festgesetzten Mindestpreise halten muß. Es erscheint daher notwendig,
die Ausfnhrpreispolitik mit dem Ziel nachzuprüfen, daß eine größere
Ausgleichung der Ausfuhrmindestpreise nach den einzelnen Ländern er-
folgt. Hierbei ist zn berücksichtigen, daß doch die konkurrierenden In-
dustrien anderer vorwiegend hochvalutarischer Länder, wie England,
Belgien usw., von ihren in hochvalutarischer Währung entstehenden Ein-
standspreisen ausgehen müssen und auch nach untervalutarischen Ländern
im allgemeinen nur entsprechend diesen Kosten verkaufen können.
Handbuch Aber die Ein- und Ausfuhrgesetzgebung. Unter dem
Titel „Gesetzgebung über Ein- und Ausfuhr mit besonderer Berücksich-
tigung der Rechtsprechung des Reichswirtschaftsgerichts nach dem Stande
vom 2. 1. 22" hat der Rechtsanwalt am Kammergericht und Notar Dr
Georg Baum, Dozent an der Handelshochschule in Berlin, soeben den
ersten Band eines umfassenden Kommentars über die Ein- und Ausfuhr-
kontrolle erscheinen lassen. Das Buch, das allen am Ausfuhrhandel be-
teiligten Kreisen angelegentlich empfohlen sei, ist durch unsere Geschäfts-
stelle zum Preise von M 100 zuzüglich Sortimentszuschlag und Versand-
kosten zu beziehen.
Einlösung von Beparationsgutseheinen. Die in England auf
Grund des German Reparation (Recovery) Act einbehaltenen Beträge sind
bisher den deutschen Exporteuren in deutscher Währung nur insoweit
erstattet worden, als ea sich um Reparationsgutscheine handelte, die nach
dem 1. 5. 21 (einschließlich) ausgestellt waren. Die Verhandlungen mit
der Reparationskommission und der englischen Regierung haben inzwischen
zu einer Einigung über die Anrechnung {auf Reparationskonto auch für
die Reparationsbeträge geführt, für die Gutscheine vor dem 1.5.21 aus-
gestellt worden sind. Die Friedensvertragsabrechnungsstelle, G. m. b. H.,
Berlin NW. 7, Am Weidendamm 1 a, ist daher zur Einlösung der fraglichen
Gutscheine angewiesen Worden.
Neuregelung der Ausfuhr nach Danzig. Im Anschluß an die
Notiz in Nr. 15, Seite 174, teilen wir zur Ergänzung noch folgendes mit:
In Danzig besteht eine Verteilungsstelle, welche die für den Danziger
Eigenbedarf bestimmten Kontingente (2 Listen: A und B) den einzelnen
Danziger Gewerbezweigen zuteilt. Die Verteilungsstelle erteilt den
Danziger Abnehmern Kontingentscheine, die längstens 3 Monate Gültig-
keit haben und auf eine bestimmt bezeichnete Ware und Mange ent-
sprechend den Bezeichnungen der Kontingentslisten lauten Die Scheine,
die für Waren der Liste A von roter, und für Waren der Liste B von
blauer Farbe sind, werden den deutschen Lieferanten ausgehändigt und
sind von diesen mit dem Ausfuhrantrag der zuständigen deutschen Aus-
fuhrbewilligungsstelle einzureichen.
Australien. Das Einfuhrverbot für Waren aus Deutschland,
Oesterreich Ungarn, der Türkei oder Bulgarien ist bekanntlich mit Wirkung
vom 1. 8. 22 ab aufgehoben worden. In wieweit jedoch diese Aufhebung
des Verbotes sich praktisch auswirken wird, ist mehr oder minder dem
Ermessen des Ministers für Handel und Zölle und dem Tarifamt in
Melbourne überlassen. Diesen beiden Behörden steht die Festsetzung der
Warengruppen zn, auf die die Zölle im Verein mit den neuen Dumping-
zollen zur Erhebung kommen sollen. Die Dumpingzölle bilden den Haupt-
inhalt des Ende vorigen Jahres in Australien erlassenen Industrieschutz-
gesetzes, das sich zwar auf den Grundlinien ähnlicher Gesetze in anderen
Ländern aufbaut, über diese jedoch noch hinausgeht. Der Begriff des
Dumping ist im australischen Gesetz insofern weiter gezogen, als das
Gesetz nicht nur die eigene, sondern auch die britische lad astrie schützen
soll, und insbesondere, daß es auch rückwirkende Kraft haben kann, da
die Zölle vom Importeur auf Anfordern zu jeder Zeit nachträglich zu ent-
richten sind, falls sie beim Eingang der Ware nicht bezahlt worden sind.
Das genannte Industriesohutzgesetz sieht nun 8 Fälle von Dumping vor
und zwar je 4 Fälle von eigentlichem und von sogenanntem Valuta-
Dumping. Als eigentliches Dumping wird erachtet, wenn in Australien
in der gleichen Art und Gattung hergestellte Einfuhrwaren an einen
Importeur zu einem Preis verkauft werden, der unter dem im Ausfuhrland
zur Zeit ihrer Verschiffung in Geltung gewesenen Marktpreis liegt. Die
weiteren drei Fälle des eigentlichen Dampiugs kennzeichnen sich durch
die Ueberschriften der betreffenden Absätze des Gesetzes, Diese lauten :
„Dumpingzoll auf unter Selbstkosten verkaufte Waren", „Bastimmungen
bezüglich Konsignationswaren" und „Fracht- Dumping-Zoll". — Als Valuta-
dumping wird erachtet, wenn Einfuhrwaren infolge entwerteter Währung
des Ursprungs- oder Ausfuhrlandes an einen Importeur zu Preisen verkauft
werden, die der australischen Industrie abträglich sein können. Außerdem
werden noch genannt: „Dumping mit Bezug auf bevorzugte Länder",
„Materialien-Dumping" nnd „Umgehung der Verzollung durch Konsignation1".
Die verschiedenen durch dieses Gesetz auferlegten Zölle sollen getrennt
von einander erhoben werden, ohne Rücksicht darauf, daß mehr als ein
Zoll auf eine bestimmte Ware zur Anwendung kommen könnte. Hierbei
soll jedoch der Betrag von 15% des Zollwertes der Ware nicht überstiegen
werden. — Wie schon eingangs erwähnt, wird es von der noch zu er-
wartenden näheren Auslegung des Gesetzes abhängen^ ob nach dem 1. 8. 22
wieder deutsche Waren in Australien eingeführt werden können, oder ob
sie nach wie vor, wenn auch nicht verboten, so doch mehr oder minder
ausgeschlossen bleiben.. — Interessenten können nähere Auskunft bei der
Zweigstelle des Auswärtigen Amtes für Außenhandel, Nürnberg, erhalten.
Belgien. Der Gesetzentwurf über die Errichtung eines
Differentlal-ZoUtarifs für deutsche Waren hat die Zustimmung des
Senats gefunden. Es handelt sich um eine außerordentliche Maßnahme
bis zum 30. 11. 22.
Holland. Einfuhrverbote mit einjähriger Geltungsdauer werden
in einem der zweiten Kammer vorgelegten Gesetzentwurf gefordert.
Polen. Zollbestimmungen. Für Warensendungen nach Polen
werden als Handelsdokumente, die unzweifelhaft den Wert der einge-
führten Güter angeben, bis anf weiteres nur die Originalfakturen oder
die von der Handelskammer des Versandlandes bestätigten Rechnungen
angesehen.
Schweiz. Rückerstattung von Gebühren für nichtbenutzte
Einfuhrbewilligungen. Nach einer Bekanntmachung der Sektion für
Ein- und Ausfuhr des eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements sind
entsprechende Gesuche der erwähnten Amtsstelle spätestens 10 Tage
nach Ablauf der Bewilligungsdauer einzureichen unter Beilage des Be-
willigungsformulars. Verspätet eingereichte Gesuche rinden keine Be-
rücksichtigung. Bei Gutheißung des Gesuches werden für Kanzleispesen
Vb der Gebühren, mindest aber Fr. 2 und höchstens Fr. 20 einbehalten.
Vereinigte Staaten. Zur Zolltarifrevision. Nach einer
Washingtoner Meldung hat der Finanzausschuß des Senats mit 7 gegen
3 Stimmen eine republikanische Entschließung angenommen, wonach dem
in Vorbereitung befindlichen endgültigen Zolltarif die Schätzung auf
Grund des Wertet im Ursprungslande zugrunde gelegt werden
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SPRECH SAAL -COBURG.
1923. (65. Jahrgang.)
Boll. Der Piäsident der Vereinigten Staaten soll jedoch den Zollsatz bil
zu KO<>/0 dei im Gesetzentwurf bestimmten Satzes erhöhen können, falle
die Waren nach der einfachen Verzollung auf dem amerikanischen Markte
billiger an stehen kommen als amerikanische Waren. Notwendigenfalls
kßnne der Präsident auch zunächst die Verzollung auf Grund des
amerikanischen Großhandelspreises anordnen und dann den Ausgleich durch
Herabsetzung oder Erhöhung des Zollsatzes bis zu 50% vornehmen.
Die Lage in Industrie und. Handel.
Sie Lage der feinkeramischen Industrie im Monat März 1922
muß unter denselben eigentümlichen Voraussetzungen betrachtet werden,
die fttr die Wirtschaft gegenwärtig im allgemeinen maßgebend Bind. Die
Auftragserteilung insbesondere auch während der Leipziger Messe war
geradezu sturmisch, gleichwohl aber nach dem Urteil erfahrener Männer
der Wirtschaft in Bich ungesund und auf die Dauer unhaltbar. Die
Produktion leidet teilweise in immer noch steigendem Maße unter dem
fortdauernden Kohlenmangel und den schlechten Qualitäten der gelieferten
Brennstoffe. Die häufig wiederkehrenden Verkehrssperren, die zu einer
regelmäßigen Erscheinung an allen Hafenplätzen und wichtigen Üebergangs-
Btationen geworden sind, üben einen äußerst schädlichen und hemmenden
Einfluß auf die Betriebsftthrung aus. Nach welcher Bichtung die Ent-
wickelung der Inlandspreise im allgemeinen die Arbeitsmöglichkeiten der
Industrie beeinflussen wird, steht vorläufig noch dahin. Jedenfalls aber
lieht man dieser Entwicklung verschiedentlich in zunehmendem Maße mit
ernsten Sorgen entgegen.
Die wirtschaftliche Lage in den Nachfolgestaaten.
Deutsch-Oesterreich: Der Besct äftigungsgrad der Industrie
Deutsch-Oesterreichs ist Ende 1921 und zu Beginn des laufenden Jahres
verhältnismäßig gut gewesen. Die Industrie war reichlich mit Aufträgen
aus dem In- und Ausland versehen. Erst der Rückgang der Valutenkurse
und die mehrmals erfolgten Steigerungen der Löbne haben eine Aenderung
geschaffen. Heute kann die österreichische Industrie nicht mehr in allen
ihren Zweigen den Wettbewerb mit dem Ausland aufnehmen. Selbst die
deutsche Industrie hat in den letzten Monaten mit Erfolg die Konkurrenz
aufgenommen. — Für die Wareneinfuhr ist zu beachten, daß die zuständigen
österreichischen Stellen mit Wirkung vom 9. 3. eine Erhöhung des Zoll-
agios auf das 700 fache vom Tarifsatz vorgenommen haben. Diesem er-
höhten Zoll unterliegen alle diejenigen Waren, welche nicht auf Grund
der Zoll goldliste den Vorschriften Uber die Zollzahlung in Gold unter-
worfen Bind, Unter letztere fallen vor allem Luxuswaren. — Hinsichtlich
der Kronenttberweisung ist seitens des österreichischen Finanzministeriums
in der Handhabung des Ueberweisungsverbotes eine Erleichterung vor-
gesehen worden. Es ist neuerdings die Erlegung und die Ueberweisung
von KronenbetrBgen zugunsten ausländischer Geschäftsleute zulässig, ohne
daß es wie bisher einer schriftlichen Genehmigung bedarf. Aller-
dings beschränkt sich diese Möglichkeit einer erleichterten Kronenttber-
weisniig ohne Genehmigung nur auf die Mitglieder der Devisenzentrale,
welche im Verkehr mit den im Auslände ansässigen Geschäftsfreunden
und Kunden nicht mehr behindert sind.
Ungarn: Der Warenbedarf Ungarns ist in den Nachkriegszeiten
zum großen Teil von Tschechoslowakien aua gedeckt worden. Die Aus-
eichten fttr den Absatz der Fabrikate der tschechischen Industrie sind
aber zurzeit infolge des hohen Kurses der tschechischen Krone verringert
worden, was fttr die deutsche Industrie als der gegebene Zeitpunkt fttr
eine Bearbeitung des ungarischen Absatzmarktes erscheinen mag. Hier-
bei ist es allerdings notwendig, daß sich die deutsche Industrie hinsicht-
lich der Zahlungsbedingungen den ungarischen Wünschen in demselben
Meß anzupassen vermag, wie dies die tschechische Industrie bis jetzt
getan hat. Der ungarische Geschäftsmann gilt im allgemeinen als deutsch-
freundlich und deckt Beinen Bedarf gern durch Bezüge aus Deutschland.
Absatzmöglichkeiten bieten sich trotz aller Einfuhrerschwerungen u. a.
fttr Glas- und Porzellanwaren, Haus- und Küchengeräte sowie sanitäre
Artikel.
Tschechoslowakien: Die InduBtriekrise dauert noch weiter
an. Viele Industrien beschäftigen ihre Arbeiter nur noch wenige Tage
in der Woche, Man hat in Kreisen der tschechischen Industrie von der
vorübergehend eingetretenen Abschwächung der tschechischen Krone eine
Erweiterung der Exportmöglichkeit erwartet, welche aber in dem nötigen
Umfang nicht eingetreten ist. Die Industriellen glauben die Absatz-
stockungen nur dadurch beheben zu können, daß sie durch Lohnabbau
die Gestehungskosten wesentlich herabdrücken. In der Durchführung
dieser Bestrebung begegnen die Industriellen dem Widerstand der Arbeiter-
schaft, was in manchen Industriezweigen schon zu Differenzen, Streiks
größeren Umfangs und Aussperrungen geführt hat. — Die Handelsbe-
ziehungen zwischen Deutschland nnd Tschechoslowakien Bind durch das
Wirtschaftsabkommen vom Juni 1920 geregelt; tschechischerseitB ist je-
doch noch nicht eine endgültige Ratifizierung erfolgt. Eingehende
WütBchaftsverhandlungen, insbesondere über wichtige Fragen der gegen-
seitigen Ausfuhr werden durch Begierungsvertreter beider Staaten in
einigen Wochen beginnen. Vorbesprechungen über gewisse Fragen wurden
dieser Tage in Berlin geführt. Bis zum Beginn der eigentlichen Ver-
handlongen wird die endgültige Batifizierung erwartet. — Bei der Offert-
stellung deutscher Firmen ist zu beachten, daß das tschechische Handels-
ministerium die Bezahlung deutscher Waren in tschechischer Währung,
soweit es Bich nicht um Rohstoffe und andere fttr den Eigenbedarf
dringend benötigte Halb- und auch Fertigfabrikate handelt, verbietet und
nur mit besonderer Genehmigung zuläßt. Praktisch ist es den deutschen
Exporteuren auch meist noch möglich, nach Tschechoslowakien iu Mark
anzubieten, da nur einige wenige Außenhandelestellen bei Ausfuhr dort-
hin die Bezahlung in tschechischen Kronen vorschreiben. — In Bratislava-
Preßburg findet in der Zeit vom 9. — 16. 7. 22 die zweite Internationale
Mustermesse statt. Zu beiden Veranstaltungen ist den reichsdeutschen
BeBuchern eine Gebuhrenermäßigung fttr die Bahnfahrten auf der tschecho-
slowakischen Staatsbahn zugesichert.
In Jugoslavien ist aus Gründen der Sanierung des Dinars eine
Devisenordaung erlaiien worden. Darnach ist die Ausfuhr von Devisen
und fremden Valuten neuerdings wieder verboten und darf nur noch mit
Genehmigung der Nationalbank in Belgrad erfolgen. Ebenfalls zum Zweck
der Verhinderung eines weiteren Kurssturzes des Dinars hat die Regierung
kürzlich ein weitgebendes Verbot der Einfuhr von Luxuswaren erlassen
(vergl.Nr.15,8.174). Beide Maßnahmen scheinen auch tatsächlich einigermaßen
von Erfolg begleitet zu sein, da der Dinar an den meisten Börsenplätzen eine stt i-
gende Tendenz aufweist. Diese liegt allerdings nicht zuleztt auch darin be-
gründet, daß die Weite rberatuDj? des Gesetzentwurfes über ein Moratorium
fttr Schulden in ausländischer Währung zurückgestellt worden ist. — Die
deutsch jugoslawischen Handelsbeziehungen werden durch einen vorläufigen
Handelsvertrag geregelt werden. Der Vertrag selbst ist von der jugo-
slawischen Regierung bereits ratifiziert und liegt auf deutscher Seite dem
Reichsrat in Form eines Gesetzentwurfes vor. Mit der Ratifizierung des
Vertrages auf deutscher Seite ist demnächst zu rechnen. — Für den
Handelsverkehr mit Jugoslawien ist von wesentlicher Bedeutung, daß die
jugoslawische Regierung kürzlich auf die Rechte, welche ihr aus dem § 18
des Anhangs 2 zum Teil VIII des Friedensvertrags zukommen, Verzicht
geleistet hat. Die Gefahr, daß Warenlieferungen, welche nach Jugoslawien
eingeführt werden, der Beschlagnabmegefahr ausgesetzt Bind, ist nicht
mehr vorhanden. — Das Interesse der jugoslawischen Geschäftsleute, mit
deutschen Fvmen in Handelsbeziehungen zu treten, ist allgemein sehr
groß. Absatzmöglichkeiten bestehen fast fttr alle Fertigfabrikate der
deutschen Industrie, u. a. insbesondere fttr Glas und Haushaltungsgegen-
stände. Der Geschäftsverkehr mit Jugoslawien hat während der letzten
Monate an Umfang außerordentlich zugenommen und dürfte neuerdings,
nachdem durch den Handelsvertrag allgemeine Erleichterungen gewährleistet
werden und vor allem auch die Beschlagnahmegefahr nicht mehr besteht,
weiter steigen. Es wird den deutschen Kaufleuten jetzt vor allem möglich
sein, nach Jugoslawien nicht mehr mit der Maßgabe der Vorauszahlung
zu verkaufen, was sie bisher oft Geschäfte verlustig gehen ließ. Es dürfte
sich empfehlen, zur Errichtung von Warenlagern im Lande selbst zu
schreiten und den Abnehmern Kredite einzuräumen. Derartige Handels-
gebräuche werden jedenfalls von englischen und vor allem von tschechischen
Firmen bereits seit langem geübt. — Iu Zagreb findet in der Zeit vom
3.— 15. 6. 22 die erste Mustermesse statt. Interessenten, welche auf
eine Beteiligung an dieser Messe Wert legen, können nähere Angaben,
insbesondere hinsichtlich der Preise fttr Platzmieten bei der Zweigstelle
des Auswärtigen Amtes fttr Außenhandel, Nürnberg, erfahren.
Geschäftliche Mitteilungen.
A.-6. Porzellanfabrik Weiden Gebrüder Baaseher, Weiden.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn
Ji 6108905 (2433483); Dividende 35% (25), Sondervergütung 16 % (0);
Abschreibungen Jt 1765663 (316278); Zuweisungen fttr soziale Zwecke
Ji 700000 (120000); fttr Wohnungsneubauten Ji 1 Mill. (0,5); fttr feuer-
techniBChe Versuche M 1 Mill. (0,6) ; Rückstellung fttr Aktien-Einzahlungs-
Konto M 760000. — Der Geschäftsgang 1921 war überaus lebhaft.
Durch Erweiterung der Inlandsverkaufsorganisationen und Pflege des Aus-
fuhrgeschäftes konnte der Umsatz wesentlich erhöht werden. Im laufen-
den Jahr soll die Fabrikanlage eine Vergrößerung erfahren. Die zwecks
Schaffung der erforderlichen Betriebsmittel vorgeschlagene Kapitalserhöhung
um Jt 6 Mill. auf M 8 Mill. fand die Genehmigung der o. G.-V. Den
seitherigen Aktionären wird auf eine alte Aktie eine junge zum Kurs von
100 °/0 angeboten, wobei die Gesellschaft aus eingangs erwähntem Aktien-
Einzahlungs-Konto 25% Einzahlung selbst trägt. Ueber den Geschäfts-
gang urteilte die Verwaltung günstig. /
Keramische Werke Offstein & Worms, A.-G., Worms. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12 21 : Reingewinn Jt 1 135 228 ;
Dividende 20%; Abschreibungen M 193504. — Im Geschäftsbericht fttr
das abgelaufene erste Geschäftsjahr werden als besondere Erschwernisse
die Sanktionen und die überaus schlechte Belieferung der Werke mit
Kohlen vermerkt. Die Zuhilfenahme von Holz hatte naturgemäß eine be-
deutende Verteuerung und Erschwerung der Fabrikation zur Folge. Für
die wenig lohnenden Inlandspreise brachte das Ausfuhrgeschäft einen ent-
sprechenden Ausgleich. Zwecks möglichst ausgiebiger Ausnutzung der
Brennstoffe wird die Ofenanlage einem Umbau unterzogen. Die Aussichten
fttr die Zukunft werden von der Verwaltung nicht ungünstig beurteilt. —
Gegenwärtige Aufsichtsratsmitglieder sind: H. J. von Oheimb, Vors., Bank-
direktor R. Merkelbach, stellv. Vors., Kommerzienrat S. Bamberger, Dr.
F. van Endert, Frau K. von Oheimb, Bankdirektor H. Ott, Fabrikdirektor
F. Schick.
Bonner Kachelofen-Fabrik, A.-G., Bonn. Auszug aus dem geneh-
migten Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn M 48528, der sich um den
Verlustvortrag aus 1920 auf M 31258 ermäßigt; Dividenle 6%; Ab-
schreibungen M 24727.
Annawerk, Schamotte- nnd Tonwarenfabrik, A.-G., vorm.
J. B. tieith, Oeslau. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom
31.12. 21: Reingewinn ji 2 872 756 (1994 633); Dividende 30% (30);
Sondervergütung M 200 (0); Abschreibungen M 347 666 (283 821); Zu-
weisungen an Arbeiter zur Vereinigung der Lebenshaltung JI 300 000,
an Beamten-Pensionsfonds Jt 100 000. — Der äußerst regen Nachfrage
im vergangenen Jahre konnte in vielen Fällen nicht genügt werden, da
durch unzureichende Zufuhr von Kohlen nnd Rohmaterialien eine volle
Ausnutzung der Produktionsmittel nicht möglich war. In der Abteilung
„feuerfeste Fabrikate" konnte bei gutem Absatz und lohnenden Verkaufs-
preisen ein befriedigendes Ergebnis erzielt werden. Dasselbe gilt für
die Röhrenfabrik, deren Erzeugnisse sich gleichfalls großer Nachfrage
erfreuten. Nach Dachziegeln hielt die stürmische Nachfrage an. Die
Hartsteingutfabrik mußte den wachsenden Anfordernngen wegen eine
BetriebBvergrößerung erfahren. An dem zufriedenstellenden Resultat hat
das Ausfuhrgeschäft nicht unwesentlichen Anteil. Fttr das laufende Jahr
sichert ein hoher Auftragsbestand reichliche Beschäftigung, dennoch ver-
mag die Verwaltung mit Rücksicht auf die derzeitigen Verhältnisse ein
Urteil Ober die weitere Entwicklung nicht abzugeben. — Die aus-
scheidenden AnfsichtBratsmitglieder Bankier W. Kogerup und Dr. J. Koerner
wurden wiedergewählt.
1922. (66. Jahrgang.)
S P RECH SAAL — COBURG.
Nr. 16 — 187
Siegeradorfer -Werke, vorm. Frledr. Hoffmann, A.-6., Siegers-
dorf* Die a. o. G.-V. beschloß die Kapitalserböhnng um i 3 Mill.
Stamm- und Jl 1 Mill. 7% Vorzugsaktien auf M 7 Mill. Von dea
Stammaktien werden M 1,6 Mill den bisherigen Aktionären im Verhält-
nis 2:1 zu 160 % angeboten, während der Best zugunsten der Gesell-
schaft Verwendung finden soll. Die Vorzngsaktien, die mit vierfachem
Stimmrecht ausgestattet und vom Jahre 1927 zu 108% rückzahlbar sind,
werden zu 108 °/0 an Verwaltungsmitglieder begeben. Beide Aktien-
gattungen sind für das Geschäftsjahr 1921/22 zur Hälfte dividendenbe-
rechtigt.
Tafel-, Salin- and Spiegelglasfabrihen, A.-G., Fürth i. B. Die
a. o. G.-V. Btimmte der Kapitalserhöhunar um M 7,8 Mill. Stamm- und
jH 0,3 Mill. Vorzugsaktien auf M 16,6 Mill. zu. Die neuen Stammaktien
werden von der Dresdner Bank, Filiale Nürnberg, zu 175% übernommen
and hiervon Jt 7,2 Mill. den alten Aktionären im Verhältnis 1:1 zu
200 % angeboten. Die neuen Vorzugsaktien werden gieichsfalls von
der Dresdner Bank zu 106% übernommen. Beide Aktiengattungen sind
für das laufende Geschäftsjahr zur Hälfte dividendenberechtigt. Die
restlichen Aktien werden freihändig begeben; an dem Gewinn ist die
Gesellschaft beteiligt.
A.-G. Glashüttenwerke Adlerhütten, Penzlg, 0,-L. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn Jt 1321806
(1 125 459); Dividende 25% (25); Abschreibungen .# 81 071 (116 895);
Zuweisungen an Werkerhaltungskonto Jt 750 000 (Rückstellung für Hütten-
hau Jt 100 000); für gemeinnützige Zwecke M 100 000 (100 000). —
Dem Aufsichtsrat gehören zurzeit an: M. Doertenbach, M. Baumann,
Dr. G. von Doertenbach, H. Hecht, Dr. H. Kratz, M. Fedter, F. Lange.
W. HirBch, Ai-Cr. für Tafelglasfabrikation, Badeberg. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn M 845 363
(1033176); Dividende 20% (30% -f 6% BonuB); Abschreibungen
M 401 482 (106 588). — Nach dem Vorstandsbericht setzte bereits im
| Januar 1921 in der Nachfrage ein Rückgang ein, demzufolge wiederholt
weitere Preisermäßigungen vorgenommen werden mußten. Durch die im
Sommer erfolgte Gründung des Vereins Sächsischer Tafelglashütten,
G.m.b.H., Dresden, dem sämtliche Tafelglashütten Sachsens beigetreten
Bind, gelang es zunächst, die Preise zu stabilisieren. Gleichzeitig trat
eine erfreuliche Belebung des Marktes ein, die Nachfrage wurde lebhaft
und die Preise konnten angemessen erhöht werden. Vom 1.1.22 ab über-
nahm der Verein die Verkauf stätigkeit für seine Mitglieder. Die Betriebs-
anlagen der Gesellschaft wurden 1921 weiter ausgebaut. Der derzeitige
Geschäftsgang wurde von der Verwaltung als gut bezeichnet. — Die o. G.-V.
stimmte ferner der Kapitalserhöhung um M 1,8 Mill. Stamm- und Jt 0,4
Mill. Vorzugsaktien zu. Die bisherigen Stammaktionäre erhalten ein Be-
zugsrecht im Verhältnis 2 : 1 zu 225 %.
Höhna & Sehaal, Glasmannfaktur, Weißwasser, O.-L. Die
Firma bittet ans darauf hinzuweisen, daß ihre neuen Abbildungen über
Beleuchtuugs- nnd elektrotechnisches Hohlglas fertiggestellt sind und allen
Interessenten auf Wunsch zur Verfügung stehen.
Konkurseröffnung: Schutt u. Reichel, G. m. b. H, Freiwaldau.
Eonkurb Verwalter : Rechtsanwalt Hamann, Haibau. Anmeldefrist : 15. 6. 22.
Erste Gläubigerversammlung: 26. 4. 22, 12 Uhr m. Prüfnngstermin:
31. 6. 22, 12 Uhr m. Offener Arrest mit Anzeigepflicht bis 1. 5 22.
General-Versammlungen.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G, Fraureuth: o. G.-V. 26.4. 22,
tl'/j Uhr v., Bank für Handel und Industrie, Berlin.
Buckauer Porzellan-Manufaktur, A-G., Magdeburg-Buckau: o. G.-V.
29. 4. 22, 11 Uhr v., Frankezimmer der Handelskammer, Magdeburg.
T.-O. : u. a. Satzungtändeningen.
Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Co., A.-G., Behau: o. G.-V. 6.5.22,
3 Uhr n., Fabrikgebäude, Behau.
Deutsche Ton- und Steinzeugwerke, A.-G., Charlottenburg: o. G.-V.
29. 4. 22, 9 Uhr v., Bankhaus Gebr. Arnhold, Dresden. T.-O : u. a. Kapi-
talserhöhung um Jt 16 Mill. Stamm- und Jt 3 Mill. Vorzugsaktien auf
M 40 Mill.
Keramische Werke Off stein & Worms, A.-G., Worms: a. o. G.-V.
26. 4. 22, 2 Unr n., Bureaugebäude, Offstein. T.-O : u. a. Kapitalserhöhung
am Jt 6,5 Mill. Inhaber-Stammaktien auf Jt 12,5 Mill.
Arloffer Tonwerke, A.-G., Arloff: a. o. G.-V. 29.4. 22, 1 Uhr n.,
Weinrestaurant „Zur Steipe", Trier. T.-O. : Satzungsänderungen.
Guß- und Tafelglashütten, A.-G., vorm. Paul Müller & Co., Nieder-
putzkau : o. -G.-V. 4. 5. 22, 3 Uhr n., Fremdenhof König Albert, Bischofs-
werda. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung um M 0,3 Mill. 8 % Inhaber- Vor-
zugsaktien. I
OptiBche WerkelErnst Löhrbach & Co., A.-G., Rathenow: o. G.-V.
25.4 22, 9l/8 Uhr v., Rathenower Bankverein, Rathenow. T.-O.: u. a.
Kapitalserhöhung um M 3 Mill. Stammaktien auf M 5 Mill.
Vereinigte Kschebach'sche Werke, A.-G., Dresden : o. G.-V. 5. 5. 22,
4 Uhr n., Sitzungszimmer, Dresdner Werk. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung
um Jt 12 Mill. Inhaber-Stammaktien.
Eisenwerk Kaiserslautern, Kaiserslautern : a. o. G.-V. 1. 5. 22, 3 Uhr
n.. Rheinische Creditbank, Filiale Kaiserslautern. T.-O : u. a. Kapitals-
erhöhung um Jt 6 Mill.fcStamm- und M 0,6 Mill. 7% Vorzugsaktien auf
M 12,6 Mill.
Älieianderwerk A. von i,der Nahmer, A.-G , Remscheid: a. o. G.-V.
28, 4. 22, 6 Uhr n., Gasthof zum Weinberg, Remscheid. T.-O.: u. a.
Kapitalserhöhung um M 10 Mill. Inhaber-Stammaktien.
Badem i*i*euwerke, A.-G., Wetzlar: o. G.-V. 3. 5. 22, 11 Uhr v>>
Verwaltungsgebäude, Wetzlar. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung um M, 67,25
Mill. Inhaber-Stammaktien.
Chemische Fabrik von J. R. Devrient, A.-G., Zwickau: o. G.-V.
28. 4. 22, 5 Uhr n., Leipzig, Ferdinand-Rhode-Str. 38. T.-O. : u. a. Satzungs-
änderungen.
Verbände.
Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken. Die
im Verbände Deutscher Steatit-Fabriken zusammen geschlossenen Firmen:
Doebrich & Heckel, Steatitwerke, G. m. b.'H., Liuf bei Nürnberg,
Elektro-Steatitwerke, G. m. b. H., Fürth in Bayern,
Speckstein-Steatit-Gesellschaft, Lanf bei Nürnberg,
Steatit-Magnesia-A.-G., Nürnberg- Oätbahnhof,
haben die Mitgliedschaft des Verbandes Deutscher Elektrotechnischer'
Porzellanfabriken erworben. Der Anschluß des Steatit- Verbandes an den
Elektroverband ist in der Absicht vollzogen worden, in allen Artikeln
elektrotechnischen Isolationsmaterials mit dem Elektroverband eine gemein-
same Preispolitik zu treiben.
Preiserhöhungen. Der Verband Deutscher Herd-Fabrikanten er-
höhte den Aufschlag för Herde und Ersatzteile auf 200% für alle Liefe-
rungen nach dem 6. 4. 22.
Die Vereinigten deutschen Glühlampen-Fabriken haben beschlossen,
den Teuerungszuschlag auf luftleere und gasgefüllte Metalldrahtlampen
von 400 auf 650%, für Glimm-, Taschen- und Telephonlampen von 500
auf 650 % zu erhöhen.
Firmenregister.
Deutschland.
Kronacher Porzellanfabrik Stockhardt & Schmidt Eckert, Kronach.
Kaufmann Otto Stockhardt hat Prokura.
Porzellanfabrik Niedersachsen, G. m. b. H., Lamspringe. Die Firma
ist geändert in „Harzer Knopffabrik G. m. b. H " Gegenstand des Unter-
nehmens ist fortan Errichtung und Batrieb einer Knopffabrik. Die
Prokura des Karl Raue ist erloschen. An Stelle des ausgeschiedenen
Heinz Julius Mackenthun und Kurt Zickert wurde Kaufmann Willi Denker
als alleiniger Geschäftsführer bestellt.
Keramik, A.-G., Berlin. An Stelle des ausgeschiedenen Ausrast Fricke
worden Kaufmann Edwin Schubert, Töpfermeister Wilhelm Kundi und
Keramiker Carl A. Hammer zu Vorstandsmitgliedern bestellt.
Stein gutfabrik, A.-G., Sörnewitz-Meißen. An Stelle des susgeschie-
denen Willy B. L. S. Heckmann wurde Generaldirektor Julius Mandt als
selbständig vertretungsbefugtes Vorstandsmitglied bestellt.
Union-Kachelfabrik Velten, G.m.b.H., Velten. Die Gesellschaft ist
aufgelöst. Liquidator ist Kaufmann Herbert Döhn.
Schamotte-, Ton- und Ziegelwerke, G. m. b. EL, Dingelsdorf. An
Stelle des ausgeschiedenen Otto Schulze wurde Dr. jar. Franz Hange als
Geschäftsführer bestellt.
Gebrüder Sachs, Münster a. Ts. Die Gesellschaft ist aufgelöst, die
Firma erloschen.
E. Hochgesand, Eppelheim. Ein Kommanditist ist ausgeschieden.
M Greiner-Blank, Lauscha. Kaufmann Max Greiner-Blank jun. ist
als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Deutsche Dewaiflaschen-Gesellschaft m. b. H , Langewiesen. Weiterer
Gegenstand ist noch : Herstellung und Vertrieb von Glasartikeln aller Art
sowie Beteiligung' an gleichartigen und ähnlichen Unternehmungen. Das
Stammkapital ist um Jt 200 000 auf Jt 300000 erhöht. Kaufmann
Georg Höfler wurde znm weiteren Geschäftsführer bestellt. Jeder Ge-
schäftsführer ist selbständig vertretungsbefugt.
Vereinigte Spiegelfabriken, A-G., Fürth. Als weitere Vorstands-
mitglieder wurden die Kaufleute Max Weinberger und Felix Bloch bestellt.
Die Kapitalserhöhung nm Jt 3 Mill. auf Jt 19 Mill. ist erfolgt.
Heckert & Co , A.-G., Halle. Hugo Greiner, Franz Bö heim, Martin
Kühne und Otto Stenzel haben Prokura gemeinschaftlich zu je zweien.
Königsberger Glas- und Spiegelmanufaktur B. Klose, G. m. b. H.,
Königsberg i. Pr. (Jerusalemerstraße 22). Weiterbetrieb der bisher von
B. Klose betriebenen Glasschleiferei sowie allgemein An- und Verkauf,
Bearbeitung von Glas, Verglasutig sowie Abschluß anderer ähnlicher Ge-
schäfte. Stammkapital : Jt 200 000. Geschäftsführer ist Glasschleiferei-
besitzer Berthold Klose.
Petzold & Dohmen, Mülheim-Ruhr. Die Firma ist erloschen.
Wiche & Co., Naumburg (Qaeis). Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Bichard Wiche, Glasmalerei und Glasgroßhandlung, Naumburg
(Qaeis). Alleiniger Inhaber ist Glasmalereibesitzer Richard Wiche.
Artur A. Holland, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Fabrikation und
Vertrieb von Thermometern und Glasinstrumenten aller Art. Inhaber ist
GlaBinstrumentenfabrikant Artur A. Holland.
Gebrüder Schilling & Co , ©. m. b. H„ Stützerbach, Pr. Ant. Her-
stellung und Vertrieb von Thermometern und Glasinstrumenten aller Art.
Stammkapital: M 100 000. Vertretungsbefugt ist nur Geschäftsführer
Fabrikant Otto Schilling bezw. dessen Vertreter Fabrikant Fritz Schilling.
0. & P. Leroi, G. m. b. H., Neu-Isenburg. Die Zweigniederlassung
Berlin ist aufgehoben.
Eisenhütte Silesia, A.-G, Berlin. Der Sitz der Gesellschaft befindet
sich in Paruschowitz b. Rybnik i. Oberschi.
Kommanditgesellschaft Eisenhütten- und Emaillirwerk Paulinenhütte
Edmund Glaeser, Neasalz a. 0. Ein Kommanditist ist ausgeschieden.
Vier Kommanditisten sind neu eingetreten.
Weimarische Emaille-Schilderfabrik, Stark & Riese, Tannroda. Die
beiden Gesellschafter Anton Stark und Hngo Nauber können während der
Dauer dea zwischen ihnen beim Landgericht Weimar anhängigen Rechts-
streits 2 0. 30/22 die Firma nur gemeinschaftlich vertreten und zeichnen.
Eisen- und Glas-Handelsgesellschaft m. b. H , Hamburg. Das Stamm-
kapital ist nm Jt 30000 auf Jt 60000 erhöht worden. Kaufmann
Heinrich C. Wells wurde zum weiteren Geschäftsführer bestellt.
Kemphausen & Liebig, G. m. b. H , Breslau. Der zum Geschäfts-
führer bestellte Kaufmann Wilhelm Wolf ist nur gemeinschaftlich mit
188 — Nr. 16
SPRECH SAAL — COBURG.
1982. (66. Jahrgang.)
einem anderen ordentlichen oder stellvertretenden Geschäftsführer oder
Prokuristen vertretungsbefugt. Heinrich Gundlach hat Gesamtprokura.
Joseph Eober, Breslau. Aron Eober ist durch Tod ausgeschieden.
Seine Erben: Lea Cahn, Max Eober, Toni Eober, Bahel Eober, Helene
Eober, Abraham Eober und Fanny Eober sind in ungeteilter Erben-
gemeinschaft als persönlich haftende Gesellschafter eingetreten und zwar
unter Ausschluß der Vertretungsbefugnis.
I Wilhelm Minner, Arnstadt. Eaufmann Hermann Heinemann hat
Prokura.
Oesterreich.
Johann Partsch, Theresienfeld. Tonpfeifenerzeugung. Earl und Paul
Seiler sind als persönlich haftende Gesellschafter eingetreten. Jeder ist
selbständig vertretungsbefugt. Johann Partsch ist ausgeschieden.
Dill & Beiß, Wien. Glasbläserei. Persönlich haftende Gesellschafter
sind Jakob Johannes Dill und Adolf Beiß. Jeder ist selbständig ver-
tretungsbefugt.
Spiegelfabrik und Glasschleiferei Tiefenthaler & Adamek, G. m. b. H.,
Wien. Rudolf Schmitt hat Einzelprokura.
Friedrich Gnggi Emailgeschirr, Haus- und Küchengeräte, Graz. Die
Firma lautet jetzt: „Fiiedrioh Guggi & Co., Emailgeschirr, Haus- und
Küchengeräte." Eaufmann Hans Guggi ist als persönlich haftender Ge-
sellschafter eingetreten. Jeder Gesellschafter ist selbständig vertretungs-
befugt.
Vereinigte Magnesitwerke, G. m. b. H., Eraubath bei Leoben. Dr.
Edmund Berndt ist nicht mehr Geschäftsführer, als solcher wurde Dr. Anton
Apold bestellt. Dr. Edmund Berndt hat Prokura.
Tschechoslowakien.
Malirna skia a porcelanu, Hubrt a Sedlak v kamenici nad Lipon,
Eamenitz a. L. Malerei von Glas und Porzellan.
Karlsbader Glasindustrie-Gesellschaft Ludwig Maser & Sähne, A.-G.,
Meierhöfen bei Karlsbad. Aktienkapital: Ec 6 Mill. Verwaltungsrats-
mitglieder sind: Camillo Castiglioni, Hugo Holzner, Emil Kux, Gustav
Gaston, Moser-Milot, L3o Moser, Bichard Moser, Viktor Muntendorf,
Arthur Sommer und Hugo Wertheimer. Sie sind gemeinsam zu je zweien
oder einzeln mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Penhaswerke, Glasfabriken, A.-G., vorm. Knfzek & Co., Trnovany bei
Teplitz. Verwaltungsratsmitglieder sind Jos. Penhas, Albert Penhas,
Johann Krätzer, Dr. Frantisek Plzäk und Budolf Stalmach. Sie Bind
gemeinsam zu je zweien oder einzeln mit einem Prokuristen vertretungs-
befugt.
Cristallerie de Turn, Trnovany bei Teplitz. Glasschleif Werkstatt und
Handel mit Glaswaren. Inhaber ist Bobert de Mouillac.
> i Crystallerie P. Chandelier-Germon, Turn. Fabriksmäßiger Betrieb
einer Glasschleiferei.
„Gupa" Deveg 6s Porcelläu Eereskedelmi B. T. („Gupa", Glas- und
Porzellan Handels A.-G), Bratislava. Aktienkapital nunmehr: Ec 4 Mill.
An Stelle des ausgeschiedenen Dr. Gero Wolf wurde Märton Bazus als
Direktionsmitglied eingetragen. Miksa Delikat hat Prokura. In Eosice
und Brunn wurden Zweigniederlassungen errichtet.
Anton Dvorä:ek, Kunst ät. Töpferwaren und Keramische Industrie.
Patente. 3»1*,f
Deutsches Reich.
Beschreibungen.
Verfahren zur Herstellung von Silikasteinen (Qaarztonziegeln).
Unreine, sogenannte Felsquarzite werden mit Kraterzement in allerfeinster
Mahlung und Aufschlemmung mit Wasser eingebunden. 80 b, 8. Nr.
345 949. 17. 4. 21.
1. Glasmacherpfeife. Sie ist gekennzeichnet durch eine auf dem
Pfeifenblasemundstück längsverschiebbare und nur in der vorgeschobenen
Stellung das Blasemundstück abdeckende und dann als Ueb erblas emundstück
dienende Hülse.
2. Ausführungsform der Glasmacherpfeife gemäß Anspruch 1. Das
außen mit Gewinde versehene Ueberblasemundstück schraubt in der Muffe
mit Innengewinde, welche an der Pfeife drehbar, aber nicht längeverschieb-
bar befestigt ist und bei Drehung das darin steckende Ueberblasemund-
stück in der Längsrichtung verschiebt. 32 a, 7. Nr. 345 978. 29. 10. 20.
Paul Klysch, Neuwelzow, N.-L
1. Einrichtung zur Luftzuf iihrung beim Ziehen von Tafelglas*
walzen. In der Luftzuleituog zur Walze ist eine seitliche Luftöffoung
und eine in einem weiteren Teil der Leitung einblasende Mündung ange-
ordnet, wobei sowohl die seitliche Oeffaung als der erweiterte Leitungs-
teil einen kleineren Querschnitt haben als die zu ziehende Walze. Die
seitliche Luftöffnung ist symmetrisch um die Achse der Luftzuleitung
angeordnet.
2. Ausführungsform der Einrichtung zur Luftzuführung gemäß An-
spruch 1. Die symmetrische Anordnung der seitlichen Luftöänung um
die Luftleitungsachse erfolgte in der Weise, daß die in die Leitung ein-
geschaltete Mündung von dem folgenden erweiterten Leitungsabschnitt
durch einen freien, geeignet bemessenen Abstand getrennt ist. 32 a, 24.
Nr. 845 979. 6. 3. 20. Empire Machine Company, Pittsburg, Penns.,
V. 8t. A.
Glasflaschchen zur Aufbewahrung medizinischer Flüssigkeiten,
dessen Hals einen rechten Winkel bildet. Der zu einem rechten Winkel
gebogene Hals besitzt im Scheitel des rechten Winkels eine Stelle ge-
ringsten Widerstandes. 30 k, 4. Nr. 346 015. 13. 5. 20. Lodovico
Beccari, Bologna, Italien.
Oesterreich.
Aufgebote.
12 b. Verfahren zur Gewinnung reiner Tonerde durch saures
Aufschließen von mit Kieselsäure und Eisenoxyd verunreinigten und tonerde-
haltigen Materialien. Die vom Ungelösten getrennte saure Tonerdesalz-
lösung wird weitgehend, gegebenenfalls bis zur Trockne eingeengt, mit
flüssigem oder gasförmigem Ammoniak im Ueberschuß behandelt, worauf
man aus dem Niederschlag in üblicher Weise die Tonerde mit Alkali
herauslöst und schließlich durch neuerliche Fällung rein zur Abscheidung
bringt. Dr. Max Buchner, Chemiker, Heidelberg. 11. 8. 15, A 3251—15.
Deutsches Beich 25. 11. 14. 1
21a. Vakuumröhre mit Glasgefäß für die Zwecke der draht-
losen Telegraphie. Unter Anordnung einer in an Bich bekannten Weise
durch einen leitenden Ueberzug des Böhreninneren erzeugten Anode ist
die Wandlung des Glasgefäßes auf Abmessungen beschränkt, die nach der
Anodenform der üblichen Böhren gewählt sind. Dr. Erich F. Huth,
G.m.b.H., u. Dr. Siegmund Loewe, Berlin. 1.12.17, A 5703—17.
Dentsches Beich 3. 4. 17.
36 a. Heizofen mit seitlich von einem Feuerkasten angeordneten
Heizsäulen. Die aus Formsteinen bestehenden Heizsäulen Bind an den
Feuerkasten angebaut, und ihre Fußenden stehen mit diesem in unmittel-
barer Verbindung. C. A. Schuppmann, Berlin. 3. 11. 17, A 4067—19.
Deutsches Beich 21. 11. 18.
53 b. Dichtungsring für Eonservengläser. In denselben ist ein
Ventil eingebaut, welches zum Aufheben des Vakuum für das Oeffnen der
Dose dient. Hugo Hoheisel und Alois Orawetz, beide Techniker, Finster-
walde. 5. 8. 20, A 4482—20.
64 a. Verschloß für Eonservengläser. Der die Mittelöffnung des
Deckels verschließende Stopfen ist aus elastischem Material mit einer
durchgehenden, achsialen Oeffnung von flachovalem Querschnitt versehen,
in welche ein Stift aus Hartgummi, Glas, Porzellan, Zelluloid, Galalith
oder einem ähnlichen, vom Inhalte des Glases nicht angreifbaren Stoff vor
dem Evakuieren des Gefäßes eingesetzt wird. Durch dessen Drehung um
90° wird der Schlitz so weit auf gespreizt, daß Außenluft einzutreten ver-
mag, wobei die nach unten konisch verjüngte, am Boden abgerundete und
mit einer Oeffnung versehene Eintiefung des Deckels und der elastische
Stopfen bo bemessen sind, daß der Stopfen nicht bis auf den Boden der
Eintiefung reicht. Heinrich Geering, Kaufmann, Basel. 17. 11. 20,
A 6307—20. Zus. z. Pat. Nr. 84561.
80 d. Verfahren zur Herstellung von feuerfesten Gefäßen und
Geräten aus Titanoxyd, Berylloxyd, Zirkonoxyd, Thoroxyd und anderen
seltenen Erden unter Verwendung von kolloidalen Lösungen als Bindemittel.
Ein oder mehrere Oxyde rührt man gleichzeitig mit verdünnten Säuren
und mit in den kolloidalen Zustand übergeführten Oxydhydraten an, gießt
die so hergestellte Paste in Formen oder preßt die Masse und brennt die
Gußstücke oder Preßlinge wie bekannt nach dem Trocknen. Dr.O. Enöfler
& Co., Berlin-Plötzensee. 8. 2. 15, A 532—15.
Erteilungen.
86 852. 80 c. Eanalofen mit im Ofenkanal längsgeführter ge-
schlossener Verbrennungskammer. Dressler'Tunnel Ovens Ltd. Argyle Works,
Stoke on Trent (Großbritannien). 15. 6. 20. (Abhängig von Pat. Nr. 59 390.)
87199. 12 b. Verfahren zur Herstellung von zusammenhängenden
Eörpern aus Nitriden. Dr. Emil Podszus, Neukölln. 15. 8. 21.
87 218. 21 c. Hängeisolator für elektrische Starkstromleitungen.
Societä Ceramica Bichard Ginori, Mailand. 15. 7. 21.
87 235. 80 d. Verfahren zur Herstellung von ungebrannten Scha-
mottewaren für bautechnische nnd ähnliche Zwecke. Theodor Gürtler,
Techniker, Eleinzschachwitz bei Dresden. 15. 8. 21.
87 464. 12 c. Verfahren zum Trennen fein verteilter Substanzen
von groben oder fremden Beimischungen. Elektro-Osmose, A.-G. (Graf
Schwerin Gesellschaft), Frankfurt a. M. 15. 9. 21.
Versagung. *
42 h. In optischen Apparaten zur Anwendung gelangende Platte
mit reflektierenden und Licht durchlassenden Teilen zum Zweck der Licht-
verteilung. 15. 12. 20, A. Z. 3037—17.
Aufrechterhaltongen.
32 c. 67 791. Verfahren zur Herstellüng von Malereien zwischen
zusammengeschmolzenen Gläsern. Bobert Gebert, Trau, und Hermann
Posselt, Eösten.
80 d. 66 342. Verfahren zur Herstellung eines elastischen teuer-,
und säurebeständigen Materials. Nino Mageissen, Christiania.
Höchstdaaerverlängerangen.
12 a. 60 650. Verfahren zur Herstellung von feuerfesten, elektrisch
leitenden Formkörpern. Gebr. Siemens & Co., Lichtenberg.
32 a. 14 477. Verfahren nnd Vorrichtung zur Herstellung von
Glashohlkörpern durch Ziehen und Blasen.
32 a. 18 167. Verfahren und Vorrichtung zum Ausziehen von Glas.
32 a. 22 019. Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von
Glasplatten durch Ausheben eines Fangstückes aus der Schmelze.
82 a. 32 363. Verfahren zur Herstellung von Glashohlkörpern durch
Ziehen.
Empire Machine Co., Pittsburg.
82 a. 33 051. Glasblasmasohine. Adolf Schiller, Berlin.
32 a. 33 335. Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von
Hohlglaskörpern durch Ziehen. Empire Machine Co., Pittsburg.
32 a. 34 503. Zum Fertigblasen vorgeformter Glashohlkörper
dienende Glasblasmaschine. Adolf Schiller, Berlin.
32 a. 85 034. Hebevorrichtung zum Ziehen von Glaskörpern ans
der geschmolzenen Glasmasse.
1922. (ÖB. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 16 — 189
32 a. 38 502. Verfahren und Einrichtung zum Schmelzen und. I
Ziehen von Glas.
Empire Machine Co., Pittsburg.
32 a. 39 635/ Flaschenblasmaschine. Adolf Schiller, Berlin.
32 a. 40 979. Einrichtung zur Herstellung von Hohlglaskörpern
durch Ausheben aus der geschmolzenen Masse unter gleichzeitigem Ein-
blasen von Luft.
32 a. 41 287. Ofen zur Beheizung von Glas-Ziehgefäßen.
32 a. 42 576. Aushebevorrichtung mit Schutzschirm für die Ver-
bindungsstelle des Fangstuckes mit dem Glaszylinder.
32 a. 46 364. Verfahren zur Herstellung ven Glaskörpern durch
Ausheben aus der geschmolzenen Masse.
Empire Machine Co., Pittsburg.
32 a. 49 333. Glasblasmaschine Benjamin Day Chamberlin,
Washington.
32 a. 49 576. Zum Fertigblasen vorgeformter Glashohlkörper
dienende Glasblasmaschine. (Zus. zu Pat. Nr. 34 503.) Adolf Schiller,
Schöneberg. . ,
32 a. 50 822. Haltevorrichtung für Glaszylinder während des
Sprengens. Empire Machine Co., Pittsburg.
32 a. 53 416. Glasblasmaschine.
32 a. 54 553. Glasblasmaschine.
Empire Machine Co., Portland.
32 a. 60 796. Einrichtung zur Herstellung von Hohlglaskörpern,
insbesondere Glaswalzen durch Ausheben aus der geschmolzenen Masse.
32 a. 61 924. Vorrichtung zum Ablegen von Glaszylindern u. dgl.
32 a. 62 941. Verfahren zur Herstellung von Glaskörpern durch
Ausheben aus der geschmolzenen Masse.
Empire Machine Co., Pittsburg.
32 a. 66 939. Glasblasmaschine. Empire Machine Co., Portland.
32 a. 76 203. Verfahren und Vorrichtung zur Umbildung eines
Glaspostens in ein zur Verarbeitung des Fertigfabrikates geeignetes
Külbel. Emuire Machine Co., Maine.
32 a. 81362. Bekuperativtiegelofen für Glasfabrikation. Empire
Machine Co., Pittsburg.
32 a. 85 931. Verfahren und Maschine zum Pressen und Blasen
von dttnnwandigen Glashohlkörpern, besonders Glühlampenkolben. Empire
Machine Co., Portland.
64 a. 66 964 Flaschenverschluß zur glasweisen Entnahme von gas-
haltigen Flüssigkeiten. Siegmund Fränkel, Biala.
80 b. 25 634. Tonmosaik für Fußboden- und Wandbelag.
80 b. 41556. Verfahren zur Erzeugung von trocken gepreßten
Kacheln mit Bümpfen oder Stegen.
80 b. 44 748. Verfahren zur Herstellung von Hohlsteinen.
Emil Sommerschuh, Bakonitz.
80 b. 65 447. Verfahren zur Herstellung von Kunststeinplatten
aus breiigem Gut. G. Both, A.-G., Wien.
80 d. 18 511. Verfahren zur Herstellung von Bau- und Isolier-
material aus Eorkklein.
80 d. 21 629. Verfahren zur Herstellung von Bau- und Isolier-
material aus Korkklein. (Zus. z. Pat. Nr. 13 511.)
80 d. 21680. Verfahren zur Herstellung von Bau- und Isolier-
material aus Korkklein. (Zus. zu Pat. Nr. 13 511.)
A.-G. für pat. Korkstein-Fabrikation und Korksteinbauten vormals
Kleiner & Bokmayer, Mödling.
80 d. 24 775. Verfahren zur Herstellung von Tonwaren aller Art.
C. F. Boehringer & Söhne, Mannheim-Waldhof.
80 d. 24 783. Verfahren zur Herstellung von Bau- und Isolier-
material aus Korkklein. (Zus. zu Pat. Nr. 13 511.) A.-G. für pat. Kork-
stein Fabrikation und Korksteinbauten vormals Kleiner & Bokmayer,
Mödling.
80 d. 34 794. Verfahren zur Herstellung geformter fester Körper,
aus Siliziumkarbid. Gebr. Siemens & Co., Charlottenburg.
80 d. 46 648. Verfahren zum Imprägnieren keramischer und anderer
poröser Gegenstände. A-G. für pat. Korkstein- Fabrikation und Korkstein-
bauten vormals Kleiner & Bokmayer, Wien.
80 d. 60118. Verfahren zur Herstellung feuerfester Gegenstände
oder feuerfester Ueberzüge auf Gegenständen.
80 d. 66 342. Verfahren zur Herstellung eines elastischen feuer-,
wasser- und säurebeständigen Materials.
80 d. 68 055. Baumaterial aus in Kapseln eingeschlossener Isolier-
substanz und Verfahren zu seiner Herstellung.
Nino Mageissen, Christiania.
80 d. 72 054. Verfahren zur Herstellung dichter und fester Preß-
korkplatten, insbesondere für Fußböden und Wandbeläge. A-G. für
patentierte Korkstein-Fabrikation und Korksteinbauten vormals Kleiner &
Bokmayer, Wien.
80 d. 73 371. Verfahren und Form zur Herstellung von Korkisolier-
steinen.
80 d. 73 372. Verfahren zur Herstellung von Korksteinelementen
für Barackenbauten oder dgl. (Zus. zu Fat Nr. 73371.)
A.-G. für pat. Korkstein-Fabrikation und Korksteinbauten vormals
Kleiner & Bokmayer, Mödling.
80 d. 74 643. Verfahren zur Herstellung kohlehaltiger oder poröser
Lsichtsteine. A-G. für patentierte Korkstein-Fabrikation und Korkstein-
bauten vorm. Kleiner & Bokmayer, Wien.
80 d. 74 548. Auskleidung für Drehrohröfen. Dynamidon-Ges. m.
b. H, Mannheim- Waldhof.
80 d. 84 070. Verfahren zur Herstellung von Kunststeingegen-
ständen. A.-G. für patentierte Korkstein-Fabrikation und Korksteinbauten
vormals Kleiner & Bokmayer, Wien.
80 e. 42 289. Verfahren zur Gewinnung eines zur Mörtelbereitung
geeigneten Sandes aus den BKckständen der Kaolinsohlämmerei. Terranova-
Industrie 8. A. Kapferer & Co., Freihung.
80 e. 44 530. Verfahren zur Herstellung keramischer Waren.
A.-G. für pat. Korkstein-Fabrikation und Korksteinbauten vormals Kleiner
& Bokmayer, Wien.
Fr a gekästen des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fragekastens.
1. Der Fragekasten dient dazu, technische und andere für unseren Leserkreis wissenswerte Fräsen und Fabrikationsfehler
offen eu erörtern, ferner Hilfsmittel, Materlallen, Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sich Bezugs-
quellen Im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
8. Die direkte Vermittelung des An- oder Verkauf» von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
3. Die Namen der Fragesteller werden nach keiner Welse hin genannt, anonyme Zuschriften jedoch nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nur in die zweite auf die Frage folgende Kummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
können nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Die Redaktion behält sich vor, ohne Angabe von Strunden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; fflr brauchbare
Beantwortungen technischer Fragen gewahrt sie ein angemessenes Zellenhonorar. Eine zivilrechtliche Haftpflicht Übernimmt die
Redaktion nicht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
#
60. Wir haben bisher unsere Stanzmasse für elektrotechnische Artikel
mit Oel und Wasser von Hand gemischt und wollen dazu übergehen, sie
mit Hilfe einer Misch- und Knetmasckine und einer Schleudermühle, wie
sie von Dorst, Oberlind, gebaut werden, maschinell zu mischen. Die Stanz-
masse benötigt nun einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 18—20°/0-
Das Material für die Schleudermühle darf aber laut Vorschrift der
Maschinenfabrik nicht mehr als 12°/0 Feuchtigkeit enthalten und durch
ein nochmaliges Aufmischen und Sieben würde die Schleudermühle illusorisch.
Wie und mit welcher Maschine ist das Mischen der Stanzmasse mit Oel
und Wasser am praktischsten und billigsten zu gestalten? Wie gestaltet
man überhaupt die Behandlung und Ausgabe der Stanzmasse an die einzelnen
Stanzen am rationellsten?
Erste Antwort: Um das Mischen der Stanzmasse mit Oel und
Wasser praktisch und zugleich am billigsten zu gestalten, ist eine maschi-
nelle Einrichtung nicht einmal nötig. Die fertige, trockene Masse wird
gemahlen und auf eine große Platte aus mehreren Brettern, die in der
Mitte des Mischraumes auf dem Boden liegt, aufgehäuft Mit Breitgabeln
wird dann die Masse in Bewegung gehalten, ähnlich, wie wenn Beton
aufbereitet wird. Die bestimmten Mengen Oel und Wasser gibt man
währenddessen in Nebelform mit einer Nebelspritze zu. Auf diese einfache
Weise werden Oel nnd Wasser mit der Masse innig und gleichmäßig ver-
mischt, und es bilden sich keine Brocken, die übermäßig mit Oel oder
Wasser gesättigt sind. In 1 — 2 Stunden läßt sich ein großes Quantum
Stanzmasse fertig zum Stanzen herrichten. Um die Ausgabe der Stanz-
masse an die einzelnen Stanzen rationell zu gestalten, ist es angebracht,
daß jede Stanze eng anschließend einen Massebehälter hat, der mindestens
für einen halben Tag Masse faßt. Aus dem Massebehälter muß der Stanzer
die Masse bequem herausstreichen, also auf das Blech an der Matrize bringen
können. Der Masseträger beginnt seine Tätigkeit eine Stande früher als
die Stanzer und füllt die Behälter; die Mittagspause liegt für ihn dann
anch eine Stunde früher, und er kann während der Mittagspause der
Stanzer die Behälter wiederum füllen. Auf diese Weise werden die
Stanzen rationell nnd ohne jede Störung bedient.
Zweite Antwort: Sie werden am besten tun, die Stanzmasse
mit 12 o/0 Wasser auf der Maschine zu mischen nnd die fehlenden 6 — 8 %
Wasser nachzugießen. Allerdings 'erfordert dieses ein Nachkneten. Ein
erneutes Sieben ist nicht nötig. Am besten geschieht das Mischen auf
einem Knettische mit Holzrahmen, von wo dann die Masse an die Ver-
braucher abgegeben wird.
Dritte Antwort: Ein Oel- und Wassergehalt der Stanzmasse von
18 — 20% ist ganz normal, und wenn Sie eine Schleudermühle zur Auf-
bereitung von Porzellanstanzmasse gekauft haben, so können Sie auch
verlangen, daß diese eine Masse mit bis zu 20°/0 Feuchtigkeit — davon
aber mindestens die Hälfte Oel nnd Petroleum — verarbeitet. Eine andere,
besser geeignete Maschine dürfte es für diesen Zweck nicht geben. Das
Zerkleinern und Mischen der Masse mit Oel und Wasser geschieht am
besten derart, daß man die Filterkuchen trocknet, auf einem Kollergang
vermahlt, das gemahlene Gut in einem periodisch arbeitenden Mischtrog
mit der abgemessenen Menge Wasser und Oel versetzt und einige Minuten
durchmischen läßt, woran! die Mischung noch die Schleudermühle zu
passieren hat. Von dieser wird es mittels Wagen oder einer anderen
Transportvorrichtung in ein Silo oder in eine Kiste bei den Stanzpressen
befördert. Das Silo oder die Kiste soll abgedeckt sein, damit das Material
nicht austrocknet. Je länger die fertige Masse liegen und die Feuchtig-
keit sich ausgleichen kann, um so besser ist es für die spätere Verarbei-
tung derselben.
Vierte Antwort: Ich kann1 gar nicht einsehen, warum eine
Stanzmasse durchaus 18—20 % Feuchtigkeit haben maß, nnd wenn dies
in bestimmten Fällen doch erforderlieh ist, so kann min sich wjuI leicht
helfen. Die Schleudermühle wird trotzdem noch lauge nicht entbehrlich,
190 — Nr. 16
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (56. Jahrgang.)
läßt sich doch mit Dorsts Schleudermtthle auch meiner Erfahrung nach
Masse bis za 15 °/0 Feuchtigkeitsgehalt aufbereiten, die sich wohl zum
Stanzen eines jeden Artikels eignet. Sollten Sie aber gezwungen sein,
Ihre Masse feuchter zu verarbeiten, so können Sie dieselbe folgendermaßen
zurichten. Sie nehmen die entsprechende Menge Wasser wie gewöhnlich
und ereben nur die Hälfte des bisher verwendeten Stanzöls zu, machen
die Masse fertig, lassen sie 2 — 3 Tage lagern und fügen dann vor dem
Gebrauch als Ersatz für die weggelassene Hälfte Stanzöl ebensoviel
Petroleum bei, das auch nicht teuerer sein dürfte. Die so hergestellte
Masse kann ein Mann ganz gut mit der Hand intensiv mischen, und sie
eignet sich sehr gut zum Stanzen.
61. Beim Gießen größerer Schwefelformen zeigt sich der UebeWand
daß die Formen nach dem Erkalten mehr oder weniger springen. Durch
ivelclie Maßnähmen kann dem abgeholfen werden?
Erste Antwort: Wenn beim Gießen größerer Schwefel-
formen diese nach dem Erkalten mehr oder weniger springen, so kann
dem durch folgende Maßnahmen abgeholfen werden Es ist besonders
darauf zu achten, daß frischer gelber Schwefel niemals allein Ver-
wendung findet, sondern daß ihm eine Beimischung bis zur Hälfte von
altem, also bereits verwendetem Schwefel zugegeben wird. Führt dies noch
nicht zum Ziele, so setzt man der flüssigen Mischung etwa '/8— 1 4 °/0
Eisenfeilspäne in fast grober Beschaffenheit zu. Naturgemäß setzen sich
diese in dem Schwefelschmelztopf zu Boden, was für das gute Gelingen
der Abgüsse sogar erwünscht ist. Man schütte also dem flüssigen Schwefel
(ohne die Eisenfeilspäne stark aufzurühren) in das Formbett und benetze
das Modell vollständig damit. Ist dieses geschehen, so wartet man einige
Augenblicke, rührt dann die Eisenfeilspäne kräftig auf und gießt die
Form fertig. Sollten sich wider Erwarten trotzdem noch kleine Bisse
bilden, so kann man in die frisch gegossenen Formen, solange der Schwefel
noch heiß und flüssig ist, immer noch von oben etwas Eisenfeilspäne
hineingeben. ES sei noch bemerkt, daß die letzteren den Schwefel
nicht verunreinigen oder für ' später unbrauchbar machen. Wenn die
Formen für andere Zwecke umgegossen werden müssen, so setzen sich
die Späne nach dem Schmelzen wieder auf dem Boden des Topfes ab.
Man gibt der Mischung dann wieder etwas frischen gelben Schwefel bei
und gießt die Form wie oben ausgeführt.
Zweite Antwort: Um das Zerspringen der Scbwefelformen
besonders auch in der Kälte ganz zu beseitigen, mischen Sie 2/3 Baumteile
alten vergossenen Schwefel mit 1j3 neuem und schmelzen beides. In die
Schmelze geben Sie so viel als möglich scharf gebrannten, gesiebten
Qaarzsand, wie er auf dem Podium der Brennöfen liegt Durch dieses
Verfahren reißen die Schwefelformen auch in der strengsten Winterkälte
nicht mehr. So wie anf der Oberfläche des Schmelzgefäßes Sterne von
kristallisiertem Schwefel erscheinen, gießen Sie mit einem viereckigen
Löffei mit verschieden breiten Seitenwänden. Der Goß muß in einem
Augenblick beendet sein, denn dadurch vermeiden Sie die Bildung von Blasen.
62. Wegen Platzmangels muß ich einen Viereckofen bauen und
möchte wissen, wie sich diese Oefen praktisch bewährt haben. Er soll mit
überschlagender Flamme gebaut werden, und ich will darin Luxusvasen
mit Kunstglasuren brennen. Größe: etwa 20—30 cbm Einsatzraum;
Brenntemperatur SK 8. Reines Feuer ist Bedingung
Erste Antwort: Vierecköfen haben Sien in der Praxis leidlich
gut bewährt, und es werden z. Zt. mehrere in verschiedenen Fabriken ge-
baut. Es kommt bei einem Viereckofen besonders auf die Feuerkasten-
Konstruktion an, und Sie dürften bei Ihrem Ofen von 20 — 30 cbm mit
4 Feuerungen mit je 6 Boststäben von 70 cm Länge auskommen; Wenn.
Ihnen Holz zur Verfügung steht, dann ist es nicht schwer, reines Feuer
zu erzielen.
Zweite Antwort: Eine Feuerung bedient 8 cbm Ofenraum. Jede
Seite müßte daher eine Feuerung erhalten, dann geht der Viereckofen
genau wie ein Bundofen. Hauptsache ist, daß der Ofen richtig kon-
struiert wird. In das Podium bauen Sie keine Kanäle, sondern lassen es
hohl und stellen das Gewölbe auf vier Stützen. Dadurch sparen Sie die
halbjährlich erforderlichen Podiomreparaturen, die sehr kostspielig sind.
Dritte Antwort: Ein periodischer Kammerofen mit überschlagen-
der Flamme eignet sich ohne weiteres zum Brennen von Lnxuswaren mit
Kunstglasuren, sowohl Porzellan als Steingut. Es ist aus Ihrer Frage
nicht ersichtlich, nm welches von diesen es sich handelt. Die Ware muß
natürlich in Kapseln gebrannt werden. Um keine zu großen Temperatur-
unterschiede zu bekommen, soll der Ofen nicht zu hoch sein. Auf beiden
Längsseiten sind je drei Feuerungen anzubringen; welcher Art diese sein
müssen, richtet sich nach der Art des Brennstoffes. Beines Feuer ist
nicht allein vom Ofen, sondern von den Zugverl ältnissen nnd vor allem
von dem verwendeten Brennstoff und der Konstruktion der Feuerung
abhängig.
Vierte Antwort: Sollte der Viereckofen für Porzellan bestimmt
sein, so werden Sie kein Glück damit haben. Wenn Sie die Porzellan-
öfen von normaler Bauart studieren, so finden Sie, daß dieselben ver-
schiedene Zonen, sog. Feuerwinkel haben, selbst wenn bei hoher Temperatur
gebrannt wird. Viel ärger wird das in dem von Jhnen geplanten Viereck-
ofen auftreten, denn die Ecken werden Anlaß zu verrauchter Ware geben,
weil tich in denselben sehr viel Bauch entwickelt, der von den Kanälen
nicht sofort abgesaugt wird. Sollten Sie aber keinen runden Ofen bauen
können, so empfehle ich Ihnen, da es sich vermutlich um die Breite
handelt, Ihren Ofen nicht viereckig, sondern oval zu bauen. Der von
Ihnen angeführte Ofen von 30 cbm Inhalt wird dann 6 Feuerungen er-
halten, und zwar je eine an den Spitzseiten und je zwei an den Längs-
seiten. Bei einem solchen Ofen haben Sie die Gewähr, ohne Schwierig-
keiten brennen zu können, genau wie bei einem Bundofen.
63. Wer liefert sogen. Hartquarzit für Trommelfutter?
Erste Antwort: Es kann Ihnen nicht geraten werden, zur Aus-
fütterung von Trommelmühlen Qaarzitfutter zu verwenden, nachdem heute
ein bedeutend besseres Material zur Verfügung steht, welches nach und
nach in allen Trommelmtthlenbetrieben daB Quarzitfutter verdrängt. Ea
fabrizieren einige Werke als Spezialität Porzellan- 'J'rommelfutterBteine
besonderer Qualität. Dieselben bestehen aus einer steinzengartigen, zähen
aber dichten, gegen Schlag- und Schleifwirkung höchst widerstandsfähigen
Masse, welche auf hydraulischen Pressen unter hohem Druck trocken zu
Steinen gepreßt wird, die bei hohen Temperaturen gebrannt werden. Die
Härte dieses Trommelsteines ist der des'iQaarzitsteines überlegen; zufolge
seiner Zähigkeit splittert er auch nicht so leicht ab wie jener. Durch
die Trockenpressung wird eine Exaktheit in der Form (scharfe Kanten)
erzielt, welche ein vollkommen fageoloses Verlegen gestattet. Zur Auf-
nahme des Mörtels sind an zwei Seiten des Steines versenkte Billen ein-
gepreßt, die mit denen des danebenliegenden Steines korrespondieren und
darin den Mörtel als Bindeglied aufnehmen. Diese Porzellantromtnel-
futtersteine werden für alle Trommelgrößen angefertigt, und ein Behauen
der Steine fällt weg.
Zweite Antwort: Die Firma Hermann Oeckel Ingenieur in
Selb in Bayern liefert die bekannten, als Futter für Trommelmühlen be-
währten Silex Steine.
64. Wer liefert Konlurenstempel für Heiligenbilder, Madonnen usw. ?
Antwort: Wenden Sie Bich an die im Anzeigenteil genannten
Stempelfabriken.
65. Welchen Einfluß hat die Soda auf die Porzellanmasse beim
Garbrand? Es kommt nur Gießgeschirr in Frage. '
Erste Antwort: Es kann sich bei Ihrer Frage nur um über-
schüssige Soda handeln, denn bei einem richtig zubereiteten Schlicker,
dessen Sodazusatz genau ausprobiert wurde, ist der letztere so klein, daß
er als Flußmittel praktisch nicht in Frage kommt. Bei einem wachsenden
Ueberschuß an Soda macht sich naturgemäß auch die Flußmittelwirkung
in entsprechendem Maße bemerkbar und außerdem treten nnangenehme
Erscheinungen auf, die hauptsächlich auf das Austreten der Soda an den
Bändern nnd sonstigen erhabenen und vorspringenden Stellen zurück-
zuführen sind. Deshalb empfiehlt es sich, die zur Verflüssigung eines
Scblickers nötige Sodamenge genau zu ermitteln, was nach der im Sprech-
saal-Kalender 1922, S. 60, angegebenen Methode nicht schwer ist.
Zweite Antwort: Ueberschttssige Soda wirkt bei Porzellan-
Gießgeschirr oft derart, daß infolge Austretens der Sa da im Garbrand
große Mengen von Geschirr vollständig unbrauchbar werden. Za einem
guten Schlicker nimmt man am besten zur Hälfte trockenen Abgang und
zur Hälfte fest gepreßte frische Masse. Auf 1 Ztr. Masse kommen 50 g
Soda und 7 1 Wasser ; die^erstere^. wird vorher in letzterem aufgelöst und
dann zugegossen.
Dritte Antwort: Wenn Sie auf 1000 Gew.-T. Trockenmaterial
2 Gew.-T. Soda nehmen, so wirkt diese nicht weiter schädlich; nehmen
Sie aber mehr, so können schwarze Kanten und Verdichtung derselben
entstehen, und möglicherweise wird auch die Schwindung etwas beeinfluit.
G-laft.
42. Wie muß Bleiglas zusammengesetzt bezw. verschmolzen werden,
damit es sich beim Schleifen weich arbeiten läßt?
Erste Antwort: Ein Bleiglas, das sich beim Schleifen weich
arbeiten läßt, darf nicht zu weich zusammengesetzt Bein, das heißt, es
darf vor allem nicht mehr Alkalien enthalten, als zur Erzeugung eines
guten reinen Bleiglases gerade notwendig sind Ein mit Alkali über-
sättigtes Gemenge schmilzt wohl etwas leichter und braucht daher
weniger Hitze, es läßt sich aber nicht so leicht schleifen, so ädern ist
etwas spröde ; dagegen benötigt ein alkaliärmerer Gemengesatz wohl mehr
Hitze, ergibt aber ein milderes Glas. Das Gemenge muß bei hoher
Temperatur und reiner Flamme geschmolzen werden ; bei rauchigem Feuer
wird die Mennige leicht reduziert, wodarch das Glas einen dunklen Farb-
ton erhält. Ein gutes Bleiglas soll in höchstens 9 Stunden abgeschmolzen
sein. Das Gemenge wird erst eingelegt, wenn der Schmelzofen schon
tüchtig heiß ist und kein Bauchfeuer mehr hat, damit die Hitze das Ge-
menge gleich scharf angreift. Ein gut heißgehender Hafen ist für die
Bleiglasschmelze Bedingung. Beim Verarbeiten darf der Schmelzofen
nicht zn kalt werden, sonst entstehen leicht Winden oder Schlieren.
Vor dem Ausarbeiten soll die Oberfläche des Hafens etwas abgefehmt
werden, nm etwaige Unreinigkeiten von der Oberfläche des Hafens nicht
mit in das Arbeitsstück zu bringen. Eine gute und langsame Abkühlung
ist für Bleiglas, das , geschliffen wird, unerläßlich. Folgender Gemenge-
satz ergibt ein gutes Schleifglas:
Sand . 100 kg
Soda 7 „
Pottasche 24 „
Mennige 30 „
Kalk . 10 „
Salpeter 2— 3 „
Nickeloxyd oder Selen . . . . . . . . 2—3 g
Zweite Antwort: Die Erzeugung eines guten Bleiglases setzt
reiche Erfahrung und guten Ofengang voraus. Zunächst dürfen nur die
allerreinsten Rohmaterialien zur Verschmelzung gelangen, vor allem der
Sand muß gewaschen, rein und frei von Eisen sein. Besondere Aufmerk-
samkeit ist auch dem Bleioxyd, der Mennige, zu widmen, die kein Kupfer,
Eisen und Antimon enthalten darf. Die finzelnen Gemengebestandteile
bind auf das innigste zu mischen. Die Schmelzung des Bleiglases ist mit
besonderen Schwierigkeiten verbunden, da das Bleioxyd höchst empfiadlich
auf alle reduzierenden Einflüsse reagiert. Eine geringe Beimengung
organischer Substanzen zu dem Gemenge ruft eine Beduktion des Blei-
oxydes zu metallischem Blei hervor und würde daB Glas rauchig erscheinen
lassen. Desgleichen ist bei der Schmelze und Läuterung gewissenhaft
darauf zu achten, daß die Flamme staub- und rußfrei ist, da sonst auch
dadurch eine Beduktion des Bleioxydes stattfindet. Nachstehender Satz
gibt bei heißem, gleichmäßigem Ofengang das gewünschte Glas :
Sand 100 kg
Mennige 42 „
Kalkspat 10 „
Pottasche . , 36 „
Salpeter 8 „
Scherben SO „
Braunstein 0,26 „
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL
- COBUR ü. Nr. 16 - 191 ^
Fünfte Antwort: Für das Znsammenkitten von Glas- nnd
Metallteilen soll sich folgende Klebemasse bewährt haben:
Schwefel .3 Teile
Harz (davon 1 Teil Mastix) 4 „
Schellack . '/» »
Fein gemahlenes Ziegel- oder Steinmehl , . 3 „
Dritte Antwort: Wie schon so oft hier erwähnt, erhält man
ein gutes, schönes Bleiglas nur dann, wenn die reinsten nnd besten
Materialien innigst vermischt verschmolzen werden, der Ofen zndem gnt
heiß nnd gleichmäßig geht nnd nnr mit ganz reiner oxydierender Flamme
betrieben wird, damit vor allem keine Reduktion des Bleioxydes zu Metall
eintritt. Werden außer Bleiglas noch härtere Glaskompositionen in dem-
selben Ofen geschmolzen, so ist das Bleiglasgemenge nm soviel später
einzulegen, als es schneller durchschmilzt. Bleiglas darf, sobald es
blank geschmolzen ist, nicht mehr länger der Schmelzhitze ausgesetzt
werden, da es sonst die Hafenwände sehr stark angreift, was Veranlassnng
zur Bildung von Schlieren, Steinen usw. gibt, lin schönes, zum Schleifen
sehr weiches Bleiglas erhält man aus nachstehendem Gemengesatz:
Sand 100 kg
Pottasche 37 „
Mennige . . . . . . . . . . . 45 „
Salpeter 4 „
Borax 4 „
Scherben ..... 25 „
Braunstein 250 g
Antimon - 300 „
Vierte Antwort: Bleiglas ist in jeder Zusammensetzung milder
als jedes andere Glas und läßt sich daher beim Schleifen gut verarbeiten.
Sehr mild nnd gut schleifbar aber ist es, wenn es möglichst hart, also
mit viel Sand eingeschmolzen werden kann, wozu natürlich ein recht heiß
gehender Ofen gehört. Nachstehend ein guter Bleiglassatz:
Sand . 100 kg
Pottasche 32 „
Soda , 6 „
Mennige 30 „
Baryt 10 „
Marmor 15 „
Abfärbung: Nickeloxyd l'/a g.
43. Wie kittet man Metallschraubringe auf die angerauhten Sähe
kleiner Parfilmfläschchen ? Diese sind mit eingeschliffenem Stopfen versehen,
Uber welchen noch eine Metallkapsel geschraubt wird
Erste Antwort: Zum Auf kitten der Metallschraubrhige auf
kleine Parfümfläschchen bereitet man sich einen Kitt aus Wasserglas nnd
Federweiß, der nicht zu dick ist nnd sich schön verstreichen läßt. Mit
diesem Kitt wird der Schraubring innen bestrichen nnd dann über den
Flaschenhals gedrückt, von dem zuvor der Stopfen abgenommen wurde.
Etwaiger Kittuberschuß am Flaschenhals wird gleich sauber abgeputzt,
damit das Glas rein bleibt. Der Stopfen wird sodann wieder aufgesteckt
und das FJäschchen einige Zeit stehen gelassen, bis der Kitt erhärtet ist.
Zu beobachten ist dabei, daß die Stopfen nicht verwechselt werden.
Zweite Antwort: Zum Aufkitten von Metallringen anf
Parfümfläschchen, bereitet man sich nachstehenden sehr haltbaren Kitt.
Man befeuchtet 100 g Schellack mit ca. 30 g Alkohol und bringt ihn dann
in eine 10%-ige Borsxlösung, Nach Ablauf einiger Zeit findet man, daß
eine Verbindung beider Stoffe eingetreten ist, nnd setzt nun im Verhältnis
2 : 10 mit Borax gelöstes technisches Kasein zu Dieser Kitt hat den
Vorteil, daß er sich sehr schwer löst, aber verhältnismäßig schnell trocknet.
Dritte Antwort: Nachstehend einige Kitte, mit denen Metall-
schraubringe auf die angerauhten Hälse kleiner Parfümflaschen sich be-
festigen lassen und die widerstandsfähig gegen den Einfluß von Wasser,
Alkohol und Säuren sind: 1. ein Gemisch von Schamottemehl mit Stein-
kohlenteer, sog. Teertonkitt; 2 ein Leinö!kitt aus Leinöl und Bleiweiß;
3 ein Glyzerinbleioxydkitt aus 100 Gew.-T. Bleioxyd und 12 Gew.-T.
Glyzerin; 4 Mischungen von Wasserglas mit Kalk, Kreide, Magnesia,
Zinkoxyd, Schamottemehl, Zement usw.
Vierte Antwort: Das Aufkitten der Schraubringe auf ge-
rauhte Gläser geschieht am besten durch Gips, wie an den Lampenglocken
nnd Petrolenmbehältern. Der Gips darf nicht zu steif angemacht sein
und mnß öfter erneuert werden.
Nene Fragen.
Keramik.
69.
Unter einer Glasur von der lormel:
0,06 K*0 v , ,
0,20 Na,0 I n „o n < 2,23 SiO,
0,35 CaO f U'4S m% Us \ 0,33 B2 03
0 39 PbO >
erhalten wir kein reinfarbiges und festsitzendes Mattblau. Die Glasur
blättert meist zusammen mit der Farbe ab oder rollt sich auf. Da die
Glasur mit Rücksicht auf die übrigen Farben nicht ohne zeitraubende
Versuche geändert werden kann, soll versucht werden, die Farbe zu ändern.
Wir bitten daher um Angabe von praktisch erprobten Versätzen zur Selbst-
herstellung von Unterglasur-Matlblau. Die Farbe liegt auf einem Kalk-
steingutscherben, der bei SK 3 a — 5 a glatt gebrannt ist,
70 Welche Temperaturdifferenzen zwischen Ofensohle und -Scheitel
sind bei Rundöfen von 55—75 cbm Inhalt mit sechs Feuerungen und
von 115 cbm Inhalt mit acht Feuerungen zum Brennen von Kalksteingut als
normal zu bezeichnen?
71. Wie und womit lassen sich an Isolatoren die bekannten roten
Streifen im Glatt f euer des Porzellanofens hervorbringen? Muffelbrand ist
ausgeschlossen.
Glas.
48 Wir möchten gern von der Dampf- zur elektrischen Kraft
überg"hen; das einzige. Hindernis dabei ist aber das Dampfgebläse unter
den Rosten der Gaserzeuger. Läßt sich dieses heutzutage nicht ander-
weitig ersetzen? Wir vergasen englische Gaskohlen.
49. Wir beabsichtigen, die Fabrikation von gebogenen Gläsern auf-
zunehmen, insbesondere wollen wir gewölbte runde Gläser, wie sie für
Fahrrad- und Automobillaternen, Uhren usw. gebraucht werden, herstellen.
Mit derselben Einrichtung möchten wir möglichst auch Gläser bis etwa zu
einer Größe von 120 — 150X75 cm einfach biegen können. Welche
neuzeitlichen, praktisch erprobten Einrichtungen kommen hierfür in Be-
tracht? Lassen sich beide Bedürfnisse zweckdienlich mit derselben Ein-
richtung befriedigen oder erfordert die rationelle Fabrikation runder ge-
wölbter Gläser eine Spezialeinrichtung ? Wer liefert eine solche?
50 Ich bitte um eine kurze Anleitung zur Herstellung von Thermos-
flaschen. Glassätze brauche ich nicht.
Briefkasten der Redaktion.
U. & Co. i. N. Nach der rationellen Analyse des Schlämmsandes
allein läßt sich nicht beurteilen, wozu das Material sich verwenden läßt;
man müßte auch die chemische Zusammensetzung und vor allem die
physikalischen Eigenschaften kennen, welch letztere Sie selbst am besten
durch praktische Versuche studieren können.
W. K. & Co. i. F. Achten Sie auf die Antworten zu den Fragen
45 und 46 in Nr. 17; nach den Sätzen , läßt sich auch kirschrotes Glas
zusammenstellen und schmelzen.
D. B. E. 1. Z. In einer verspäteten Zaschrift macht die Fa. Bavari«-
Maschinenfabrik J. Hilber in Neu -Ulm in Bayern auf ihre neuesten
Schlämmanlagen aufmerksam.
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Salbenkruken aus Porzellan, Steingut und Steinzeug. Die Prüfung der Anträge für Kraken ans Porzellan,
Steingut und Steinzeng findet von jetzt ab lediglich durch die Prüfungsstelle Luxusporzellan statt. Preislisten können von dieser
Stelle bezogen werden.
Für die untervalutarischen Länder haben sich die bisherigen Preise um 50 °/0 erhöht.
Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem Ableben unseres Disponenten
Herrn Arnold Witthöft
Kenntnis zu geben. Wir betrauern in dem Verschiedenen einen treuen Mitarbeiter, dessen ganzes Streben dem
Gedeihen des Geschäftes gewidmet war, und werden ihm stets ein ehrenvolles Angedenken bewahren.
Berlin C, den 10. April 1922.
E. Heckmann & Co.
XVÜi — Nr. 16
161 -
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (56. Jahrgang.)
1
Wir geben Nachricht von dem am 8 April 1922 erfolgten unerwarteten Hinscheiden des verdienten
Mitarbeiters unseres Werkes „Rudolfshütte" Töplitz
Herrn Direktor
Eduard Ritter von Kralik.
Ein in jeder Beziehung gediegener Fachmann hat er freudig seine reichen Erfahrungen und Kenntnisse
in den Dienst unserer Firma gestellt.
Wir werden dem Verblichenen jederzeit ein ehrendes Gedenken bewahren.
Glasfabriken und Raffinerien Josef Inwald A.-G.
Wien Teplitz Prag.
Töplitz, am 10. April 1922
^^^^^
Wir geben hiermit Nachricht von dem Ableben unseres hochverehrten Direktors
Herrn Eduard Ritter uon Kralik.
Er war uns ein Vorbild von unermüdlichem Eifer und wurde in seiner besten Schaffensfreudigkeit
aus unserer Mitte gerissen.
Der Verlust des Dahingesehiedenen, dem in seiner offenen und gerechten Art das Wohl seiner
Beamten stets am Herzen lag, trifft uns hart.
Beamtenschaft der Glasfabrik „Rudolfshütte"
Josef Inwald, A.-Q.
Teplitz, am 10. April 1922.
Heute morgen entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Vetter
und Geschäftsteilhaber
Herr Fabrikbesitzer
Fritz Pfeffer.
27 Jahre lang war er mir ein treuer Gefährte. Sein Leben war Arbeit und
Pflichterfüllung. Ehre seinem Andenken!
Gotha, den 10. April 1922. "WcbCF
i. Fa. Fr. Pfeffer, Porzellanfabrik.
(65. jahsgang.)
Coburg, den 27. April 1922.
Nummer
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Lonis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bngra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschlaDNr. 59./Telegr. -Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1 509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Coborg-Gothaische Bank A.-G., Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Dentsch-Oesterreich dorch die Post vierteljährlich Jt 25.— anter Streifband M 50.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe nnd 40 mm Breite für das Inland M 2.— (Stellengesache dt 1.—).
Für das Ausland werden die Bezugs- nnd Anzeigenpreise anf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Bekanntmachung.
Gezwungen durch die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse haben die unterzeichneten
Fachblätter in einer am 10. April d. J. in Berlin stattgefundenen gemeinsamen Besprechung eine Erhöhung
der Anzeigenpreise, geltend ab 1. April, beschließen müssen.
Die neuen Preise sind am Kopf unserer Zeitschriften zu finden.
Die Porzellan- und Glashandlung — Das Haus- und Küchen
Magazin, Berlin -Wilmersdorf, Rüdesheimer Platz 6.
Keramische Rundschau, Berlin NW 21, Dreysestraße 4.
Nord und Süd, Berlin SW 68, Rätterstraße 73/74.
Nürnberger Warte, Nürnberg, Aeußere Bayreuther Straße 28/30.
Sprechsaal, Coburg.
Tüpferei - Berufsgenossenschaft, Sektion Uli.
_E inladung
zn der am
Mittwoch, den 31. Mai 1923, vormittags 11 % Uhr,
im Hotel „Riesen-Fürstenhof" in Coblenz a. Rhein,
stattfindenden 38. ordentlichen Sektionsversamm-
lung laden wir die Mitglieder hierdurch ergebenst ein.
Tagesordnung:
1. Verwaltungsbericht.
2. Abnahme der Jahresrechnnng für 1921.
3. Wahl des Aasschusses zur Vorprüfung der Jahresrechnung
für 1922.
4. Antrag des Sektionsvorstandes auf Nachbewilligung der Ver-
waltungskosten für 1922.
5. Aufstellung des Voranschlags für 1923.
6. Beschlüsse über Anträge von Sektionsmitgliedern, wenn
solche nach § 24 Abs. 7 der Satzung eine Woche vor dem
Versammlungstage bei dem Sektionsvorsitzenden schriftlich
eingereicht werden.
7. Wahl des Ortes der nächstjährigen Versammlung.
8. Sonstiges.
Mettlach, den 21. April 1922. [619
Der Sektionsvörstand :
L. v. Boeh-Galhau, Vorsitzender.
fiias-Beruisgenossenschafl, Sektion l.
Gemäß § 24 unserer Satzung laden wir hiermit unsere
Mitglieder zu der am
Montag, den 15. Mai 1922, um 11 Uhr,
im Büro des Verbandes Bayerischer Spiegel glasfabriken
in Fürth i. B., Rosenstraße 3/1,
stattfindenden Sektionsversammlung ergebenst ein.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes, Prüfung und Abnahme der Jahres-
rechnnng für 1921 sowie Erteilung der Entlastung.
2. Wahl des Rechnungsprüfnngsausschusses für 1922.
3. Feststellung des Verwaltungskosten-Voranschlags für 1923.
4. Bericht über erfolgte und beabsichtigte Aenderungen in der
sozialen Gesetzgebung, insbesondere in der gewerblichen
Unfallversicherung.
5. Rentenfeststellungs-Kommissionen.
6. Mitteilung über die Geschäftsergebnisse der Haftpflicht- Ver-
sicherungsanstalt.
7. Etwaige sonstige Verwaltungsangelegenheiten und Anträge
der Herren Mitglieder.
Berlin, den 22. April 1922. [618
9er Vorstand der S*Ktioti I der Glas-Bcrufsgeuossetiscbaft.
Der Vorsitzende: Chr. Winkler, Glashüttenbesitzer.
194 — Nr. 17
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Feintonverarbeitung in Bayern.
Von Prof. Dr. Dr. Georg Kitter v. Ebert, Vorstand des Instituts
für bayerische Wirtschaftsforächnng.
(Nachdruck verboten.)
„Ich und Du sind aus Erd' gemacht", uralte Weisheit
zwischen uralten Wellen- und Sonnenradmotiven in rührend
einfachem Stil unter der bescheidenen Bleiglasur mancher
Banernmajolika, gleichzeitig ein systematischer Schlüssel für
die Vereinignng von Gewerbearten in Gruppe IV der amt-
lichen Statistik: Industrie der Steine und Erden, und die Ab-
teilungen IV d) bis IV f) tLebm- und Tongräberei, Kaolin gräberei
und Schlämmerei, Massemühlen, Quarz- und Glasurmühlen ;
Lehm- und Tonwaren; Glas) umfassen etwa das, was wir als
Keramik im engeren Sinne bezeichnen. Die Amerikanische
Keramische Gesellschaft erstreckt mit zielbewußter wirtschaft-
lich-organisatorischer Tendenz das Anwendungsgebiet „Keramik"
über die reine Topindustrie, d. i. über die Rohstoffgruppierung
hinaus auf Industrien, die durch Einwirkung von Hitze auf meist
erdige Rohstoffe zu ihren Erzeugnissen gelangen. Es liegt auf
der Hand, daß eine Systematik, welche den Schwerpunkt der
wirtschaftlichen Verwandtschaft statt im Rohstoff im Brenn-
prozeß erkennt, eine Anregung nicht nur zu neuen Organi-
sationsgedanken in sich birgt, sondern daß sie auch den Blick
des Emzelerzeugers hinsichtlich Modulaiionsfähägkeit bei Tätig-
keits- und Betriebsumstellnng weitet. Daß ihr ein tiefer prak-
tischer Geist innewohnt, davon zeugt die Einteilung der
Deutschen Töpferei - Berufsgenossenschaft im Gefahrentarif.
Wieder anders gliedert das Adreßbuch der Keramischen
Industrie seine Gewerbearten, anders seine Fabrikate, und
wieder anders ordnen die amtlichen Nachweise des Reichs-
statistischen Amtes. In der Kontrolle des Außenhandels
arbeiten unter der fiktiven Außenhandelsstelle „Steine und
Erden" 5 Außenhandelsnebenstellen (Grobkeramik, Glas, Natur-
steine, Zement usw., Feinkeramik) und die Außenhandelsneben-
stelle Feinkeramik unterscheidet als Warengruppen Porzellan-
erzeugnisse, Steinguterzeugnisse, Feinsteinzeug, Mosaikplatten,
Wandplatten und Kachelöfen. Weder ehrwürdigen Alter der
Töpferei, noch wissenschaftliche Statistik, noch deutsches Orga-
nisationstalent haben die gezeigte Inkommeneurabilität der
Systeme verhindert, die tatsächliche Entwicklung entfernt eich
von der alten Einteilung, die Grenzen fließen und die Begriffe
schwanken. Unter Wegfall des Gröbsten (Mauersteine, Dach-
ziegel, Schamotte) und Feinsten (Porzellan) seien im folgenden
behandelt, Töpfergeschirr und Kachelöfen, Braungeechirr, Stein-
gut, Feinsteingut und Siderolith.
Jeder der vorerwähnten Klassen entspricht ein ihr eigenes
wirtschaftliches Befinden, sichtbar in die Erscheinung tretend,
im Umfange der Produktionsmittel, aber nach seinen Ursachen
ruhend im Rohstoffe und in der Kenntnis von dessen Ver-
wertungsmöglichkeiten; denn der Rohstoff hat eine wirtschafta-
geograpbische Lage, die im Zusammenhang mit Transport-
kosten und Arbeitskräften zur Standortlehre führt, und er hat
eine Reihe von Eigenschaften, die den Umfang des au den
Produktionsprozeß heranschaffbaren Kapitals und damit die
Stellung des Produzenten, ob Handwerk, Industrie usw.' be-
stimmen. In diesem Sinne geht die Linie fortschreitender
Kapitalisierung etwa in der Richtung: Bauerntöpferei — Kunst-
töpferei — Siderolith — Braungeschirr — Kachelöfen — Stein-
gut — Wandplatten — Feinsteinzeug — (Porzellan).
Bauerntöpferei.
Aus uralten Zeiten stammend und zunächst ziemlich wahl-
los auf jedes irgend brauchbare Tonvorkommen aufgebaut, hat
sie den verkehrstechnisch unentwickelten Wsrtscbaftskörper mit
ihren kleinen handwerksmäßigen Betrieben dicht und einiger-
maßen gleichmäßig durchsetzt. Wo Zahlen vorhanden sind,
sind dieselben überraschend groß. Eisleben besaß 1790 12 Meister
mit 11 Gesellen, 1757—1808 wurden 29 Meister in die Innung
aufgenommen, auf dem Kröning sollen im 17. Jahrhundert 200
Meister sitzen, in Treuchtlingen war noch im vergangenen Jahr-
hundert jedes dritte und vierte Haus eine Hafnerei, vor einem
halben Jahrhundert gab es noch 60 — 70 Töpfereien, in einem
Schwarzwalddorf saßen 25, in einem Spes6artdoi f 15 Töpfermeister.
Die Produktionsmittel sind einfach: die uralte, schon in Aegypten
bekannte Töpferscheibe gelegentlich abgeändert, im Kröning
zur Kreuzscheibe, bei fortschrittlichen Töpfern mit Kurbel zum
kontinuierlichen Betrieb, die Glasurmühle aus zwei aufeinander-
liegenden Mühlsteinen nach Art römischer Getreidemühlen
ohne Rad und Kurbel und der alte deutsche liegende Töpfer-
ofen. Wo die Töpferscheibe zur Formgebung nicht gebraucht
wird, z. B. bei Ofenkacheln, erscheinen Matrizen aus gebranntem
Ton, wie solche heute noch, aus dem 17. Jahrhundert Htammend,
z. B. ein Sonnefelder Töpfer in beträchtlicher Zahl für gelegent-
liche Herstellung altdeutscher Oofen oder Reparaturen an
solchen besitzt. Die Gipsform ist erst neuen Datums. Zum
Malen dient die Gießbüchse. Mit diesem Rüstzeug wurde der
Bedarf des Bauern und Kleinstädters von der Werkstatt odei
Marktbude aus gedeckt. Der eiserne Kochtopf, der eiserne
Ofen und das Emailgeschirr, alles schon kapitalistisch erzeug!
im neuen Zeichen des keimenden Wohlstandes, ihre größere
Billigkeit, nicht absolut, aber unter Berücksichtigung ihrer
geringeren Zerbrechlichkeit, verdrängen seit der Mitte des
19. Jahrhunderts das Erzeugnis des Bauerntöpfers aus dem
kleinen Haushalt; dazu kam mit der Entwicklung der Verkehrs
mittel und Anfang der 80er Jahre durch Sperrung der ö-ter
reichischen und russischen Grenze für Banzlauer Geschirr die
volle Stoßkraft des konkurrierenden sächsischen Braungeschirres,
das nach obiger Stufenfolge kapitalistischer und damit billiger
Produktionsweise zugänglicher ist, und als mit dem steigenden
Wohlstande des neuen Deutschlands die Kaufkraft auch der
untersten Schichten stieg, verdrängten Teller, Suppenschüsseln,
Kaffeeservice usw. aus Steingut oder Porzellan mehr und mehr
solche aus Ton. Die Zentrifugenmolkereien haben weithin
Milchbecken und Milchweitlinse überflüssig gemacht, und was
noch blieb, wurde durch die Konkurrenz von Glas und Blech
vernichtet.
Die Lage der Bauerntöpferei wurde wirtschaftlich immer
schwerer, für 100 Stück „Groß wie Klein" zahlte der Händler
M 8— 10— 12, das unrentable Handwerk lockte keine juDgen
Leute mehr zum Erlernen, es erwuchs kein Lehrlings- und
kein Gesellenstand, und das Vorkriegsende sieht die Bauern-
töpferei auf dem Aussterbeetat. Und Was der Staat auf der
einen Seite als Gewerbepolitiker, in Mittelstandspolitik, durch
Fachschulen und sonst zu erhalten suchte, das zerstörte er um
so rücksichtsloser auf der anderen, indem er durch den Kamp!
gegen die Bleiglasur (Reichsgesetz vom 25. 6 1887 betr der
Verkehr mit blei- und zinkhaltigen Gegenständen) die ganze
Wucht staatlicher Autorität dem wegen seiner höheren Preise.
schwer konkurrierenden Emailgeschirr zur Verfügung stelltej
Die Bleiglasur ist eine der ältesten und schönsten Glasuren
Das hohe spezifische Gewicht des Bleies kommt optisch zum
Ausdruck im Hochglanz der Glasur auf Grund ihres hohenj
Lichtbrechungsvermögens. Die Möglichkeit, sie bei der ver-
hältnismäßig niedrigen Temperatur von 900° aufzubringen, ent-
spricht einer einfachen Technik mit einfachem Ofen, einfachem
Brennstoff, gewöhnlichem Ton. Je dicker glasiert, um so schöner
der Glanz, um so größer die Verkäufliehkeit ; je dicker glasiert;
je niedriger die Brenntemperatur, je schlechter der Platz im
Ofen, um so leichter die Löslichkeit der Glasur. WTird dann
das auf dem Markte feilgebotene Geschirr bei der behördlichen
Untersuchung als bleihaltig befanden, dann wird der Töpfer be-
straft, er muß die hohen Untfersuchungskosten bezahlen, es
wird ihm zugemutet, sein ganzes Geschirr zu zerschlagen, und
das Urteil wird öffentlich bekannt gemacht. Der Wirtschaft-
liehe Ruin eines solchen Meisters ist klar. Dabei sind natur-
gemäße Gefabrenzentren für den Meister fast nur die, wo er
gemeinsam mit Email in die Schranken des freien Marktes
tritt: Messen, Jahrmärkte, Siädte; denn nur so weit, zum
Massenabsatz, reicht die Verkaufsorganisation des Emails.
Hausiert der Meister in zeitraubender Tätigkeit sein Geschirr
auf das Land, so läuft er wenig Risiko für eine Begegnung
mit verkäuflichem Email und auch mit behördlichen Gesund-
heitsprüf ungen. — Nun steht* die Giftigkeit von Ble^er"
bindungen zweifellos fest; alle löslichen Bleisalze sind giltig.
Aber giftig sind auch, und zwar dauernd giftig, schlecht ver-
zinnte Kapfergeschirre, Nickelgeschirre, sogar Alummiumge-
schirre bei saurer Lösung, gegen die niemand zu Felde zieht.
Bleifrei werden die Geschirre nicht einmal in den keramischen
Fachschulen, Bleiglasuren werden durch Auskochen ent-
giftet, Ersatzglasuren (Borax, Alkali u. a.) sind kostspieliger
in der Anschaffung oder umständlicher im Gebrauch ^müssen
z. B. Beispiel vor Anwendung gefrittet werden) oder sie ver-
langen höhere Brenntemperaturen, worauf der ganze Betrieb
in allen Teilen nicht eingestellt ist, oder sie mangeln des
Glanzes, setzen jedenfalls summa summarum die Konkurrenz-
fähigkeit des Töpfers herab. Jede Hausfrau weiß Bescheid bei
Kupfer, Nickel, Aluminium, warum nicht auch bei Blei!
So kam der Krieg heran, der Umsturz am Ende. Schon
im Kriege stiegen die Me<allpreise. Der Liter Emailgefaß-
raum kostete im Frieden 30 Pfennige; 1917 stand der Grund-
preis auf 110 Pfennigen. Fiübjahr 1920 nach dem Verlust von
Kohle, Gold und Eisen war der Grundpreis 5l/s Mal hoher.
200 Zentner Blech von allen Stärken standen im Frieden bei
2500 Mark, Frühjahr 1920 bei 90000 Mark, um dann, freilich
vorübergehend, auf die Hälfte zu sinken. Deshalb auch galten
Email verbandspreise nur mehr gegen das Ausland, während im
Inland freier Markt herrscht, um erträgliche Konkurrenzpreise
zustande zu bringen. Die Emailgeschirrpreise als Ergebnis
der ganzen Arbeiterbewegung, Arbeitszeit- und Arbeits-
lohnverhältnisse usw. schafften naturgemäß dem kleinen Meister
— und um solche handelt es sich bei der Töpferei fast aus-
schließlich — Luftjdenn für ihn gab es zwar höhere Summen
; 1922. (55. Jahrgang.)
1 für Fracht, Brennstoff und Ton, aber keine 10- bis 20-fache
1 Wochenlohnsnmme bei bedeutend verminderter Arbeitszeit und
1 noch mehr herabgesetzter Leistung; denn er arbeitet von früh
bis'l spät, meist ohne Gesellen, ohne kostspielige Verkaufs-
1 Organisation, er ließ die Geschirrpreise nur langsam steigen,
I und so wurde die Nachfrage nach irdenem Geschirr stärker,
als die bis dahin immer kleiner gewordene Produktion zu
leisten vermochte. Freilich ist' der Bauer inzwischen reich
! geworden, er kauft sogar Aluminiumgeschirr, und die Mög-
i lichkeit eines Umschwunges in absehbarer Zeit ist nicht von
' der Hand zu weisen.
Die so für die Bauerntöpferei gewordene Situation läßt
[ eine Anzahl verschiedener Stufen der Entwicklung bzw. des
i Niederganges unterscheiden, natürlich mit fließenden Grenzen,
r aber mit allen Kriterien in die Erscheinung tretend.
Der kleine Bauerntöpfer als reiner Gewerbebetrieb des
■ platten Landes stellt heute wohl den am reinsten erhaltenen
Nachkommen längst verlassener Zustände dar. Die Vererbung
dauernden Mangels an wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit vom
r Großvater auf den Enkel mag ihn auf den heutigen Tag hernber-
r gefrettet haben, der einen immer aussichtsloseren Wirischafts-
J kämpf führt, der augenblicklich vielleicht noch einmal hoffnungs-
voller in die Zukunft schaut, während seine Nachkommen,
Untertan dem großen Wandergesetz, das für alles Leben hieuieden
r gilt, andere Existenzmöglichkeiten ergriffen haben. Er übt sein
" Gewerbe noch vereinzelt aus in Dörfern und kleinen Städtchen,
" im Besitze eines Häuschens, das die oben genannten primitiven
Produktionsmittel häufig in der Wohnstube birgt. Da Grund-
II besitz fehlt, bildet die Töpferei seinen einzigen Erwerb. Ohne
6 Gesellen oder Lehrling sitzt er, solange Absatzmöglichkeit besteht,
e von früh bis spät hinter der Töpferscheibe, oder er trägt seine
!' oft minderwertige Ware zum Händler, der ihm für Schüsseln
jj und Töpfe, Bratpfannen und Blumenscherben, Milchweitlinge
a; und die allerg) ößten Teigschüsseln, glasiert oder unglasiert,
I „Groß wie Klein" Jt 2 für das Stück bezahlt. Bei Verkauf
'j in der Werkstatt unmittelbar an seine spärlichen Kunden fordert
r er für große Stücke je nach Größe, Ausfall und Kaufkraft des
"I-Käufers <Al 6 — 12. Vor allem fehlt ihm das alte Milieu des
' Robstoff bezuges; die Landinnung besteht nicht mehr, auf viele
'» viele Stunden im Umkreis steht keine zweite Töpferscheibe, die
II alten Tonäcker der Innungen sind in der Gemeinheitsteilung
s aufgegangen, die alten Waldrechte sind abgelöst, die Glasur
1 wird nicht mehr gemeinsam beschafft. So wird der Ton weit
her bezogen; die Treuchtlinger Töpfer holten Ton von den
18 lji Stunde entfernten Dietfurt, dann ö Stunden weit von Monheim;
, ■ die Nürnberger Töpfer besaßen ein Tonrecht in Kalchreuth.
* Heute hört man in Franken als Herkunftsorte Schwandorf, sogar
" Sachsen. In 12- stündiger Arbeitszeit erzeugt der Töpfer mit
r allen Nebenarbeiten auf der Scheibe 30 — 40 große,' 60—70
8 kleinere Gefäße am Tage; einfachste Ware entsprechend mehr.
1 Der Ofen faßt lOüO— 1200 Stück, und der nur alle' 1—3 Monate
wiederkehrende Brand verbraucht 1 Zentner Erz für die Glasur
1 und 1 — 1^2 Klafter Holz. So geht er in schlechten Zeiten lieber
° als Tagelöhner zum Bauern, als daß er die Herstellung billiger
Massenware versucht, denn für Blumentöpfe ist Ton und Brenn-
stoff zu teuer, da die Ziegeleien mit Ton di> ekt aus de> Grube,
>' Gleisanschluß für Brennstoffzufuhr, rationeller Wärmewirtschaft,
Blumentopfpressen usw. um die Hälfte billiger sind.
Die Zahl der Töpfer dieser Gruppe in ganz Bayern mag
D einige Dutzend betragen. JSie sind nur noch vorhanden in
: Dörfern und kleinen Städten.
Dieser Gruppe nahe verwandt nach Ausbildung der Pro-
duktionsmittel, Einfachheit der Technik, Leistung, Preis und
Abssatz sind die Kröninger Töpfer. Verschieden sind sie dnrch
, ihre Ausstattung mit Grundbesitz, so daß sie mit ganz anderem
materiellen Befinden auch in der Ausstattung der Werkstatt
auftreten, was dann nicht auf dem Gewerbe und dessen Leistung,
''. sondern auf der Landwirtschaft beruht. „Der Kröning", ein
verkehrsleerer Höhenzug in dem Räume östlich Landshut, führt
seinen Namen von einem Einödshof namens Kröning, der in
1 Gemeinschaft mit anderen Höfen? alle vom ausgesprochenen
Typus der alten bayerischen Siedelung, für die „Gemeinde
■ Kröning" namengebend geworden ist. Wenn einige dieser
1 Höfe ortsbildend zusammentreten, entstehen Ortschaften wie
Gramelt-brurn, Magersdorf, Triendoif, Ohnersdorf, Kirchberg,
i Jesi*endoif, Großbettenrain, Pattendorf, Nierschlkofen u. a., jede
1 Ortschaft von der anderen nur wenige Minuten entfernt. Dabei
) macht der ganze Raum einen außerordentlich dünn besiedelten
1 und menschenleeren Eindruck. Das Tonvorkommen ist lokali-
s siert in Jessendorf und Kleinbettenrain ; es mag hier als Mulden-
s ausfüllang entstanden sein. Nirgends becteht der Eindruck
• einer Tongrube; denn die beiden Jessendorfer Töpfer holen
r ihren Ton im Garten, wo das ausgehobene Loch alsbald unter
■ der Grasnarbe verschwindet. Und für alle übrigen Kröninger
i Töpfer kommt der Ton von Kleinbettenrain in Betracht. Der
Grundbesitzer sticht alle paar Jahre 20-30 Fuhren Ton ab und
Nr. 17 ~- 195
bringt ihn zu den Töpfern gegen entsprechende Entschädigung.
Eine tönerne Zunfttafel der Kröninger Hafnerei aus dem Jahre
1651 befindet sich im Besitze des Wirtes von Kirchberg; am
Ausgang des 30-jährigen Krieges soll das Gewerbe mit 200
Meistern besetzt gewesen sein, Ende des 17. Jahrhunderts soll
die Zahl der Meister 125 betragen haben, ein Akt vom Jahre 1863
enthält 54 Namen, eine Ankaufsgenossenschaft vom Jahre 1904
umfaßt noch 23 Mitglieder. Heute befindet sich noch je ein
Töpfer in Nierschlkofen, Ohnersdorf, Magersdorf, Oberschnitten-
kofen, und je zwei in Jessendorf, Pattendorf und in Bettldorf.
Vor allen Dingen ist für die Kröninger Töpferei, wie erwähnt,
festzuhalten, daß sie mit ganz wenigen Ausnahmen einen Neben-
erwerb mehr oder weniger großer Landwirte darstellt. Erst
wenn der Grundbesitz klein und kleiner wird, nimmt die ge-
werbliche Tätigkeit zu, und die alten Töpfer fertigen auch noch
die alten Kröninger Nähkörbchen in Durchbrucharbeit, Weih-
wassergefäße, durchbrochene Krüge, Tintengefäße usw. Der
Absatz geht an die Händler oder Märkte nach Vilsbiburg und
München, „Groß wie Klein" um den üblichen Preis; denn das
Geschirr steht technisch selten höher als ordinäres Bauern-
geschirr. Gesellen im üblichen Sinne sind nirgends vorhanden;
Achtstundentag, und was dazu gehört, liegt den Bauern so in
den Gliedern, daß sie nur mit Widerwillen darüber reden.
Zusammenfassend darf man sagen, daß die Kröninger Töpferei
als Gewerbe zu der vorbesprochenen Gruppe gehört; wie ander-
wärts durchsetzte sie auch hier den Wirtschaftskörper dicht,
und nur ihre Verkehrsabgelegenheit hat ihr Schicksal hinaus-
geschoben. Ihre Eingliederung in den wohlhabenden bäuer-
lichen Haushalt und die Ausbildung der Produktionsmittel —
der ovale Ofen ohne Gewölbe in Stufenbau und die manchmal
reich geschnitzte, schwere Kröninger Kreuzscheibe — haben
wohl mehr wirtschaftsgeschichtliches als gewerbepolitisches
Interesse.
Diesen Formen niedergehenden Gewerbes reihen sich
andere an, welche zwar noch als Handwerk, aber auf moderner
Linie, einen Beharrungswiilen in die Tat umsetzen. Es sind
handwerksmäßige Töpfer mit einigen Gesellen, Motor zum An-
trieb von Tonwalze, Tonschneider, Glasurmühle und dem Ab-
satz im allgemeinen an Händler; der Absatz unmittelbar an den
Verbraucher ist von wechselnder Bedeutung. Die Zahl der-
artiger Betriebe ist sehr gering, beträgt in Bayern vielleicht
ein paar Dutzend, und als typische Beispiele mögen die
Thurnauer Töpfer angeführt werden. Sie sind als Handwerker
modern eingerichtet und verfügen über genügende Mittel, um
ihre Produktionsmittel auf dem laufenden zu erhalten. Die
Tonbeschaffung geht durch Stollenabbau der nahen Tonlager
auf Gemeindeboden vor sich. Die Oefen fassen 1000—3000
Stück und liefern jährlich je 30-40 Brände. Die Gesellen
arbeiten in Akkord, und die Erzeugnisse sind teils Blumentöpfe,
Tassen, Kannen, Bratpfannen, gewöhnliches Koch- und Ge-
brauchsgeschirr, alles in sehr guter Ausführung frei mit der
Hand auf der Scheibe gedreht, teils künstlerisch geformte und
mit der GieSbüchse dekorierte Teller, Vasen, Krüge usw., die
sehr gute Preise erzielen. Die starke Nachfrage nach tönernem
Kochgeschirr beschäftigt die Betriebe gut, und die Dreher er-
reichen verhältnismäßig hohe Wochenlöhne, weshalb neuer-
dings der Zustrom an Lehrlingen ein reger wird. Die meisten
Töpfer sind auf Hoizbrand eingestellt und leiden daher unter
dem für alle derartigen Betriebe außerordentlich mißlichen
HolzmangeJ, der ihre Lieferfähigkeit stark herabsetzt. Die
Bayerische Landesgewerbeanstalt hat sich daher mit Erfolg für
genügende Holzbelieferung der Töpfereibetriebe eingesetzt.
Damit ist das handwerksmäßige Töpferhandwerk, soweit die
Erzeugung von Gebrauchsgeschirr in Betracht kommt, erschöpft.
Das Mitgliederverzeichnis des Verbandes Bayerischer Häfner-
hq eist er aber enthält gegenüber den bisher betrachteten, nur
nach Dutzenden zählenden Töpfern weit über 1000 Mitglieder.
Welches ist deren Tätigkeit? Die große Masse der Töpfer
gehört nach ihrem wirtschaftlichen Zusammenhang in die Kate-
gorie der Kachelfabrikanten; die Bezeichnung „Töpfer" oder
„Häfner" hat für sie nur noch geschichtlichen Sinn; deshalb
seien sie an dieser Stelle erwähnt. (Fortsetzung folgt.)
Ueber die Herstellung von optischem Glas.1)
. (Nachdruck verboten.)
I. Einleitung.
Die Geschichte der Fabrikation des optischen Glases
zerfällt in vier Kapitel: 1. Eiste Versuche, 2. Zeit von 1790
bis 1886, 3. Zeit von 1886 bis 1914, 4 Zeit von 1914 ab. Die
letzte genannte Periode umfaßt große Fortschritte, besonders
in England. Von ihnen, wie sie die Erfordernisse des großen
Krieges mit sich brachten, soll in dieser Abhandlung vor allem
die Rede sein. Um aber einen zusammenhängenden Bericht
x) Nack C. J. Pedelle, Trans. Opt. Soc. Vol XXIII (1921—1922), !fi. 2
SPRECH SAAL — COBURG.
SPRECH SAAL -COBURG.
1922. (55. Jahrgang^
über alle Phasen der Entwickelung dieser Fabrikation zu geben,
sollen auch die drei anderen Perioden kura berührt werden.
1. Erste Versuche, üeber die vor dem Ende des 18^ Jahr-
hunderts benutzten Verfahren zur Herstellung optischen Glases
ist nur wenig bekannt. Auf alle Fälle konnten damals nur
sehr kleine Stücke solchen Glases erzeugt werden Die haupt-
sächlichste Verwendung von optischem Glase bestand im Bau
ron Fernrohren, und die Besprechungen von Dollond, ums
Jahr 1753, über die richtige Krümmung der Krön- und *lint-
glaslinsen für Fernrohre erweckten von neuem das Interesse rar
die Herstellung von Glasstücken, die sich für jenen Zweck
eigneten. Im Jahre 1768 wurden von der Society of Arts Preise
für Fabrikationsverbesserungen ausgesetzt, und ums Janr iöw
nahm ein Ausschuß der Royal Astronomical Society von London,
dem Herschel, Faraday, Dollond und Roget angehorten, eine
Untersuchung über Flintglas für optische Zwecke vor. Üs ist
bemerkenswert, daß dieser Ausschuß zu dem Ergebnis kam,
die erforderlichen Verbesserungen seien hauptsächlich mecna-
nischer, nicht chemischer Art, und Streifenfreiheit könne nur
durch Bewegung des geschmolzenen Glases erzielt werden.
Die Glasbereitung scheint um jene Zeit folgendermaßen
gehandhabt worden zu sein: Ein Hafen mit Glas wurde in
gewöhnlicher Weise geschmolzen, wobei man die reinsten
Materialien, die damals erhältlich waren, verwendete ™d Jlie
Oberfläche durch Abschäumen reinigte. Ein eiserner Schopüolfel,
geformt wie ein Kegelstumpf, von 7 engl. Zoll Tiefe und 5 Zoll
im Durchmesser am weiteren Ende, wurde vorsichtig in das
geschmolzene Glas getaucht und ebenso sorgsam herausgezogen.
Nach kurzer Abkühlung wurde das die Form eines Zuckerhutes
besitzende Glasstück mit dem weiten Ende an einem Blaseeisen
befestigt, dann über der Hafenöffnung wieder erhitzt und,
wenn genügend erweicht, zu einem Hohlzylinder aufgeblasen,
ein Verfahren, das heute als Vorbereitung beim Rohrenziehen
dient. Die Enden dieser Walze wurden dann abgebrochen,
indem man um sie ein Stück kaltes Eisen zog. Der übrig-
gebliebene Teil wurde innen der Länge nach geritzt und in
iinen Kühlofen gebracht, wo er sich streckte und zu einer
flachen Tafel von den ungefähren Abmessungen 14X1UA /2 ^ou
wurde. Diese Glasplatten verkaufte man an den Instrumenten-
macher, der aus ihnen durch Zerschneiden und Schleifen
Scheiben herstellte und diese dann zu Linsen ™arbe»ete-
Da nur selten eine nach diesem Verfahren hergestellte Glas-
tafel homogen war, konnten aus ihr auch nur kleine Linsen
gefertigt werden. Zwei berühmte Wissenschaftler jener Zeit,
Macquer Roux von St. Gobain und Auut von Langres, erhielten
niemals größere Linsen als solche von 3 bis Z% Zoll Durch-
messer. Auch Dartiques, ein bedeutender franzosischer Flint-
glasfabrikant, gelang es nicht, große Linsen herzustellen.
2. Die Zeit von 1790-1886. Ums Jahr 1790 erregte ein
schweizer Uhrmacher, namens Guinand, in der optischen Fach-
welt Aufsehen dadurch, daß er eine Flintglaslinse von 9 Zoll
Durchmesser fabrizierte. Er teilte sein Verfahren Utzschneider
und Frauenhofer mit und gründete mit ihnen zusammen ein
Unternehmen in München. Mehrere Jahre stellten sie optisches
Glas her, ohne daß das Geheimnis des Verfahrens verraten
wurde. Letzteres bestand darin, daß sie das geschmolzene Glas
mit einem Rührwerkzeug aus feuerfestem Ton durchrührten
und dann langsam abkühlen ließen. Danach wurde das Glas
zerbrochen und das gute vom schlechten getrennt. Nach
Guinands Tode im Jahre 1823 setzten seine beiden Sohne,
denen er das Geheimnis anvertraut hatte, die Fabrikation des
optischen Glases fort. Der eine arbeitete in Neufchatel, der
andere verband sich mit Bontemps in Choisy-le-Roi. Ueber das
Werk in Neufchatel ist wenig bekannt, und in Choisy arbeitete
man anfänglich erfolglos, so daß die Verbindung zwischen
Bontemps und Guinand gelöst wurde. Bontemps probierte nun
aber, ohne Guinand auszuschließen, ausdauernd weiter, bis es
ihm im Jahre 1828 gelang, Scheiben bis zu 14 Zoll Durch-
messer anzufertigen. In Folge politischer Schwierigkeiten ging
Bontemps im Jahre 1848 von Frankreich nach England, wo er
sich mit den Brüdern Chance verband, und dieses Unternehmen
wurde nun die führende Firma in der Herstellung großer
Fernrohrlinsen. In Frankreich setzte Feil, ein Enkel Guinands,
die Fabrikation fort, und es ist vielleicht von Interesse, zu
hören, daß die Ueberlieferungen aus dem Hause teil jetzt
durch die Firma Parra-Mantois in Paris weiter gePfle«*we7Geön;
Während dieser zweiten Entwickelungspenode von 1790— lböb
wurden nur zwei Glasarten hergestellt, nämlich Krön- und
Flintglas, und von diesen Arten waren nur sehr wenig borten
benutzbar. In der früheren Zeit dieser Periode wurde das Glas
gewöhnlich nach der Dichte eingeteilt, späterhin wurden aber
vom Fabrikanten Angabe der Brechungsexponenten verlangt.
Ums Jahr 1875 «tollten Chance Bros, etwa sechs Glassorten
her hartes Kronglas, weiches Kronglas, leichtes Hint-,
dichtes Flint-, extradichtes und doppeltextradichtes Mintglas.
Man sieht also, daß um jene Zeit der Berechner eines Linsen-
systems sehr wenig Auswahl unter den ihm zur Verfügung
stehenden Gläsern hatte, und da außer den Fernrohren auch
andere optische Apparate erfunden wurden, so mußte, wenn
nicht neue Gläser hergestellt wurden, jeder Fortschritt in dieser
Wissenschaft jedenfalls ernstlich verzögert werden. Besonders
war dies der Fall hinsichtlich der Anwendung des Mikröskopes
auf wissenschaftliche Probleme, Während der früheren Jahre
des 19. Jahrhunderts wurden Versuche gemacht, Gläser mit
größerer Veränderlichkeit in der Beziehung zwischen Dispersion
und mittlerem Brechungsindex zu erhalten, als sie die
damals zur Verfügung stehenden Flint- und Krongläser besaßen.
Als wichtig ist von diesen Versuchen besonders die Arbeit von
Harcourt zu nennen, der zwischen 1834 und 1859 viele syste-
matische kleine Schmelzversuche machte und geringe Mengen
neuer Glassorten herstellte. Später führte Stokes solche Ver-
suche aus, die zwar keine praktischen Ergebnisse zeitigten, aber
Aufklärung über den besonderen Einfluß gewisser Basen und
Säuren auf die Brechung des Lichtes brachten und die Grundlage
für die spätere erfolgreiche Arbeit in dieser Richtung bildeten.
3. Die Zeit von 1886—1914. Es war den Deutschen vor-
behalten, in der Herstellung des optischen Glases einen Um-
sturz hervorzurufen durch Schaffung einer großen Reihe neuer
Glastypen und zahlreicher Abarten von ihnen. Die klassische
Arbeit von Abbe und Schott in Jena ist heute zu gut bekannt,
daß man sie eingehend erwähnen müßte. Mit geduldiger Be-
harrlichkeit und ohne sich durch Fehlschläge beirren zu lassen
schufen sie für optische Zwecke viele neue Glassorten, wie
Bariumkronglas, Bariumflintglas, Zinkkronglas, Borosilikat-
kronglas, Phosphatkron- und Bqratflintglas. Später stellten
die Jenaer Werke auch Fluorkrongläser und Fernrohr-Flint-
gläser, ferner neue sehr durchsichtige Gläser für ultraviolettes
Licht und auch Gläser her, die nur für Licht gewisser Wellen-
länge durchlässig sind. Die Fabrikation dieser neuen Glas-
typen in Jena führte zu einer Wiederbelebung des Interesses
für die optische Glasindustrie sowohl in Frankreich als auch
in England, und im Jahre 1914 führten Chance Bros, und Parra-
Mantois in ihren Listen alle die neuen Glastypen, die zuerst
in Deutschland hergestellt worden waren.
Sowohl im Jahre 1914 als auch heute noch ist das Her-
stellungsverfahren im wesentlichen noch das gleiche wie zu
Guinands Zeiten. Jede Fäbrikationsverbesserung hinsichtlich
der Schmelzung und Vorbereitung des Glases war mehr eine
Vervollkommnung der bisherigen Methode als eine Veränderung
letzterer ihrer Art nach. So sind die Schmelzöfen ganz be-
deutend verbessert worden, und man hat den alten für Holz,
Holzkohle oder Kohle eingerichteten Ofen durch einen solchen
für Generator- oder städtisches Gas ersetzt. Das alte Rühren
mit der Hand ist durch maschinelle Rührvorrichtungen ver-
drängt worden, und auch für das Formen und Abkühlen des
Glases hat man neue Verfahren eingeführt.
4. Die Zeit von 1914 ab. Der Ausbruch des Krieges im
Jahre 1914 fand England hinsichtlich der Versorgung mit
optischem Glas schlecht vorbereitet. Vor 1914 waren etwa
60°/0 aus Deutschland und 30°/0 aus Frankreich eingeführt
worden, sodaß nach der Kriegserklärung praktisch die Zufuhr
von 90°/0 des Bedarfs Englands aufhörte, da Frankreich seine
ganze Erzeugung für sich und Rußland benötigte. Günstig für
England war, daß die Firma Chance Bros. 1914 voll tatig sein
konnte, und sie sorgte dann auch allein länger als zwei Jahre
hindurch für den englischen Bedarf. Im Jahre 1916 bewirkten
die großen Fortschritte in der Luftlichtbildnerei und die starke
Vergrößerung der englischen Streitkräfte, daß sich die Nach-
frage nach optischem Glase um ein Vielfaches erhöhte, sodaß
sich die Regierung nach anderen Bezugsquellen umzusehen be-
gann Demzufolge beschlossen auch Wood Bros. Glass Co.,
Ltd., in ihren Derby'er Werken die Fabrikation versuchsweise
aufzunehmen. Die Firma begann hiermit im Juni 1916 und
war noch vor Kriegsende im Stande, alle benötigten haupt-
sächlichen Glassorten in großem Maßstabe herzustellen, sodaß
einige siebzig verschiedene Abarten optischen Glases für die
Industrie optischer Instrumente verfügbar waren. Seitdem sind
noch mehrere neue Glassorten eingeführt worden, sodaß z. Zt.
mehr als hundert verschiedene Gläser in Derby hergestellt
werden.
II. Herstellungsverfahren.
Bei der Herstellung von optischem Glas sind viele Ge-
sichtspunkte in Rücksicht zu ziehen, unter anderem folgende
1 Jedes Glas muß für Licht verschiedener Wellenlang«
bestimmte Brechungsindizes haben, und verschiedene Schmelzei
des gleichen Glastyps dürfen in ihren entsprechenden Indizei
nur wenig voneinander abweichen. •
2. Das Glas muß möglichst blasenfrei sein.
3 Es darf keine Adern enthalten. Es genügt nicht, da)
solche Adern oder Streifen dem unbewaffneten Auge nich
sichtbar sind, sondern das Glas muß auch mit einem beson
deren Instrument auf feine Streifen untersucht werden.
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 17
4 Sogar in Stücken von 1 bis 2 Zoll Dicke darf das Glas
keine Farbe zeigen, nnd zwar muß dieses Freisein von jeder
Färbung ohne Zusatz von Entfärbungsmitteln, wie Braunstein,
Nickeloxyd oder Selen, erzielt werden, weil das «las höchste
Lichtdurchlässigkeit besitzen muß. _
5 Es ist wichtig, daß das Glas sehr dauerhaft ist, d. h.
seine ungetrübte polierte Oberfläche bewahrt, ohne jede Be-
schädigung, auch nach langem Gebrauche unter allen klima-
tischen Verhältnissen.
6. Das Glas muß frei von Spannungen sein und bedingt
deshalb eine vorzügliche Abkühlung, die bei dicken Glasstucken
eine besonders große Vorsicht erfordert.
7 Das Glas muß sich gut verarbeiten, also leicht in Linsen
und Prismen zerteilen lassen. Es darf weder zu hart noch zu
spröde sein, sodaß es geschliffen und poliert werden kann.
8. Die rohe Mischung muß ein leichtes Schmelzen unter
normalen Glasschmelzverhältnissen zulassen und ein Glas von
genügend niedriger Zähflüssigkeit im geschmolzenen Zustande
ergeben, um das Durchrühren zu erleichtern.
9 Nach dem Rühren läßt man den Glashafen am Stand-
orte abkühlen nnd zerbricht ihn, wenn dies vollendet ist. Dieser
Kühlungsprozeß muß ziemlich langsam erfolgen und dauert
tagelang, damit man recht große Glasstücke erhält. Diese
langsame Abkühlung birgt aber ebenfalls eine Gefahr in sich,
nämlich die Ausscheidung eines oder mehrerer Bestandteile
aus der Glasmasse, was Entglasung verursacht. Daher muß
man die Zusammensetzung des Glases und die Abkuhlungs-
dauer so wählen, daß keine solche Abscheidung eintreten kann.
Der Erzeugung erstklassigen optischen Glases stehen viele
Hindernisse entgegen, und oft sind weniger als 10°/0 der er-
schmolzenen Glasmenge verkäuflich. Vielleicht die größte
Fehlerquelle, die oben noch gar nicht erwähnt wurde, ist das
Gefäß, in dem die Glasschmelzung stattfindet. Es ist dies die
einzige Schwierigkeit, die die Herstellung eines Glases verhin-
dert, wie es bisher hinsichtlich Güte unerreichbar war. «e-
schmolzenes Glas übt auf den Ton, aus dem die Schmelzhafen
bestehen, eine stark fressende Wirkung aus, und infolgedessen
nimmt das Glas Eisen, Tonerde und Kieselsäure auf. Die
Eisenaufnahme ist die Ursache der Farbe im optischen Glase,
und die Einverleibung der Tonerde und Kieselsäure gibt in
hohem Maße Anlaß zur Streifenbildung, vergrößert auch gleich-
zeitig die Schwierigkeit, ein Glas mit den gewünschten optischen
Konstanten zu erzielen. Wenn man einen passenden feuer-
festen Stoff fände, auf den geschmolzenes Glas wenig oder gar
keine Wirkung hätte, so würden viele Schwierigkeiten beim
Glasschmelzen verschwinden. In der Fabrik in Derby ist man
unaufhörlich darauf bedacht, ein solches feuerbeständiges Hafen-
material zu finden, und hat für dieses Ziel schon viel Zeit und
Geld geopfert.
Nach kurzem Hinweis auf einige dieser bestehenden
Schwierigkeiten ist es notwendig, zu zeigen, wie man sie zu
überwinden versucht, denn es ist klar, daß in einer Fabrikation
kein Fortschritt gemacht werden kann, wenn man nicht jeden
der erwähnten Punkte einer eingehenden Untersuchung unter-
wirft. In der Fabrikation sind folgende Vorgänge notwendig:
1 Experimentelle Vorbereitungsarbeit, 2. Mischung des Satzes,
3. Schmelzen, 4. Rühren, 5. Kühlen, i. Aufbrechen und Prüfen,
7. Formen und rohes Kühlen, 8. Polieren und Prüfen, 9. Feines
Kühlen, 10. Untersuchung der optischen Eigenschaften.
Experimentelle Vorbereitungsarbeit. Bei der Be-
stellung eines Glases gibt der Optiker bestimmte Brechungsindizes
an, gewöhnlich für die C-, D-, F- und G-Linien des Spektrums. Für
die Einschränkung dieser optischen Konstanten in die zulassigen
Grenzen, die gewöhnlich + 0,001 bei der D-Linie und ± 0,1 für
den v-Wert sind, ist es nötig, bei der Zusammensetzung des Glas-
gemenges die Materialien in richtigen Verhältnissen anzu-
wenden. Seit 1916 hat der Verfasser Untersuchungen über die
Beziehung zwischen Zusammensetzung und optischen Eigen-
. schatten eines Glases vorgenommen, und er wird später auf
diese Untersuchungen eingehender zurückkommen. Auf Grund
der erhaltenen Werte ist es gewöhnlich möglich, eine Zu-
sammensetzung zu wählen, die der für das benötigte Glas sehr
nahekommt. Dann werden mit dieser Zusammensetzung im
Laboratorium kleine Schmelzen ausgeführt. Die Erfahrung
hat aber gelehrt, daß man bei diesen Schmelzungen im kleinen
Maßstabe nicht die gleichen optischen Konstanten erhält, als
wenn man den gleichen Satz im großen schmilzt. Sie sind
stets kleiner, was darauf beruht, daß im kleinen Schmelzgefäß
die lösende Wirkung pro Gewichtseinheit des geschmolzenen
Glases größer ist. Infolgedessen wird mehr Kieselsäure von
der geringen Menge des schmelzenden Glases aufgenommen,
was einen niedrigeren Brechungsindex ergibt. Die erhaltenen
Werte genügen aber, um die beim Laboratoriumsversuche ge-
wonnenen Kenntnisse auf die Schmelzung im großen Fabrik-
maßstabe zu übertragen. Erweisen sich die bei den Schmelzen
jm kleinen erhaltenen Brechungsexponenten als ungenügend,
so führt man neue Schmelzen mit abgeänderten Mischungs-
verhältnissen aus, bis man ein richtiges Gemenge erhält. Diese
Schmelzversuche im kleinen dienen also dazu, Auskunft über
die Widerstandsfähigkeit des Glases, seine beste Kühltemperatur,
Neigung zur Entglasung usw. zu erhalten, auch über sein Ver-
halten beim Schmelzen und seine Zähflüssigkeit.
Mischung des Satzes. Hat man eine Mischung fest-
gestellt, so ist es nötig, sie im großen vorzubereiten. In der Regel
schwankt die Menge, in der dies erfolgt, von rund 500—750 kg,
je nach dem zu schmelzenden Glastypus und dem Fassungs-
raum des Glashafens. Man bezeichnet eine so vorbereitete
Mischung als Glassatz. Den Satz für Flintglas erhält man
durch Mischen von Sand, Mennige, Natriumkarbonat, Kalium-
karbonat und Kaliumnitrat in den erforderlichen Verhältnissen,
und man gibt demnach die Analyse eines Flintglases in Gewichts-
teilen der Oxyde des Siliziums, Bleis, Natriums und Kaliums
an. Der Satz für ein Kronglas enthält Calciumkarbonat an
Stelle der Mennige. Bariumkronsätze bestehen hauptsächlich
aus Sand, Bariumkarbonat, Zinkoxyd, Tonerde und Borax oder
Borsäure. Bariumflintsätze enthalten außer den Bestandteilen
des Bariumkronglases noch Mennige. Alle zum Schmelzen von
optischem Glase erforderlichen Rohstoffe werden in so reinem
Zustande wie möglich verwendet, wobei man besonders darauf
achtet, daß sie möglichst frei von Eisenverbindungen sind. Die
genannten Stoffe werden getrocknet und gesiebt und dann in
einer rotierenden Trommel in den richtigen Mengenverhältnissen
sorgfältig gemischt.
Schmelzen. Der Glassatz wird, vor Feuchtigkeit geschützt,
gelagert und möglichst bald nach dem Mischen geschmolzen.
Dieses Schmelzen geschieht in besonderen Häfen von etwa
90 cm Höhe und 90 cm Durchmesser, die 7,6 bis 10 cm dicke
Wandungen besitzen. Die Stärke der geschmolzenen Glas-
schicht beträgt etwa 40 bis 50 cm. In der Regel werden die
Häfen für optisches Glas zugedeckt, und die Hafenoffnung steht
weit über den Hohlraum vor, um das Hineingelangen von
schädlichen Stoffen zu verhüten. Die Glashäfen werden aus
sehr feuerfestem Ton hergestellt. Ihre Fertigung ist eine
Industrie für sich und kann hier nicht näher besprochen werden.
Die Oefen, in denen die Häfen erhitzt werden, sind bezuglich
der konstruktiven Einzelheiten verschieden, auf die hier aus
Raummangel ebenfalls nicht eingegangen werden kann. )
Gewöhnlich baut man die Oefen so, daß man nur eine
Schmelze auf einmal unterbringen kann, weil jede Schmelze
hinsichtlich der Temperatur, Schmelzdauer usw. besondere Be-
handlung erfordert und ein solcher Ofen genaue Kontrolle
erlaubt. Die neuzeitlichen Oefen werden mit Gas beheizt, das
entweder in Generatoren erzeugt oder der städtischen Leitung
entnommen wird. Letzteres System ist bequemer aber auch
kostspieliger. . °
Vor dem Einsetzen in den Ofen müssen die Hafen auf die
in ersterem herrschende Temperatur erhitzt werden. Der Hafen
kommt in trocknem, aber ungebranntem Zustande auf dem
Werke an, ist daher sehr zerbrechlich und erfordert vorsichtige
Behandlung. Er wird zunächst in eine Wärmekammer gebracht,
in der die Temperatur gleichmäßig gesteigert wird, bw sie
nach mehreren Tagen etwa 1000° C beträgt. Der Hafen hat
dann helle Rotglut und ist nun zum Einsetzen m den Ofen
fertig, der ebenfalls eine Temperatur von 1000° C besitzt. Die
Entfernung des Hafens aus der Wärmekammer und der Umsatz
in den Ofen ist eine sehr beschwerliche Operation, die viel
Vorsicht erfordert, um ein Zerbrechen des Hafens zu vermeiden.
Nach dem Einsetzen in den Ofen wird die Temperatur ge-
steigert und der Glassatz eingefüllt. Das Fortschreiten der
Schmelzung wird sorgsam verfolgt und die Temperatur ent-
sprechend dem zu schmelzenden Glastyp geregelt. Manche
Gläser, wie Borosilikatkron- und harte Krongläser, können
Temperaturen bis zu 1500° C erfordern. Flintgläser schmelzen
wesentlich leichter, und zwar benötigen die dichteren Typen
Temperaturen, die von 1000° C wenig entfernt smd. Die Zeit
zum Schmelzen, d. h. zur Verwandlung des pulverigen Ge-
menges in das als Glas bekannte, geschmolzene Material,
schwankt und beträgt durchschnittlich 20 Stunden. Bei manchen
Glasschmelzen wird Glasbruch von früheren Schmelzungen
ähnlicher Art mit dem neuen Gemenge geschmolzen. Der Zu-
satz solcher „Glasbrocken" zum Glasgemenge befördert dessen
Schmelzung. Nach der Beendigung der letzteren bleibt kein
Gemenge mehr zurück, sondern die geschmolzene, mit Gas-
blasen erfüllte Glasmasse. Die Entfernung dieser Blasen ist
als Läuterung" bekannt, dauert für gewöhnlich mehrere Stunden
und" erfordert Temperaturwechsel. In gewissen Gläsern, be-
sonders in schweren Barium-Krongläsern, ist es fast unmöglich,
*) Wegen Einzelheiten ttber Herstellung von Glashafen wird auf
eine Abhandlung von Brownlee und Gorton, Journ. Amer. Ceram Soc. 4
H921} S 97, und solcher ttber Oefen auf Fenner, ebenda 2 (1919), s. 114,
erner auf Williams und Rand, ebenda 2(1919), S , 426, und French,
Optician, Vol. 59 nnd 60, S. 59, 3^5, 3^1 bezw. S. 3, 18 und 28 verwiesen.
V'-
198 Nr. 17
SPRECHSAAL — COBURG.
1922. (B6. Jahrgang.)
alle Gasblasen zu entfernen. Nach dem Läutern werden alle
anf der Oberfläche des Qlases schwimmenden Unreinigkeiten
durch Abstreifen entfernt. Nunmehr ist das Glas fertig für
den Rührprozeß.
Rühren. Ein Zylinder aas Feuerton oder Porzellan, den
man vorher auf Ofentemperatur erhitzt hat, wird in das ge-
schmolzene Glas eingeführt. Der Zylinder ist hohl, und in
dem Hohlraum ist ein wassergekühlter Rübrer befestigt.
Letzterer ist mit einer Rühi Vorrichtung (Kurbel mit Motor-
antrieb) verbunden, die, wenn sie in Bewegucg gesetzt wird,
den Tonzylinder in dem Hafen umherbewegt. Das Rühren
dauert fort, bis der Rührer sich nur noch schwierig bewegen
läßt. Dann wird die Maschine ausgeschaltet, der Rührer ent-
fernt und der Glashafen an Ort vnä Stelle oder auch in einer
geeigneten Kühlkammer abkühlen gelassen. Es gibt Rühr-
maschinen verschiedener Konstruktion.
(Fortsetzung folgt.)
Neuregelung der deutschen Ausfuhr nach
Danzig.
(Nachdruck verboten.)
Bis zum 1. April 1922 hatte Danzig das Recht, eine eigene
Ein- und Ausfuhrkontrolle auszuüben. Dieses Recht ist mit
dem genannten Zeitpunkt erloschen. Bisher bezog die freie
Stadt Danzig deutsche Waren zu Inlandspreisen, soweit sie für
den Danziger Eigengebrauch bestimmt waren. Die Belieferung
Danzigs mit deutschen Erzeugnissen mußte infolgedessen einer
Neuregelung unterworfen werden. Der freien Stadt Danzig
sind nunmehr zur Deckung ihres eigenen Bedarfes an deutschen
Waren bestimmte Warenkontingente eingeräumt worden. Die
deutschen Erzeuger und Händler haben sich bereit erklärt,
diese Kontingentswaren auch weiterhin zu Inlandspreisen oder
wenig darüber zu liefern. Die Außenhandelsstellen haben
Anweisung erhalten, im Rahmen dieser Kontingente Ausfuhr-
bewilligungen zu erteilen. Die Ausfuhrabgaben müssen in
allen Fällen bei der Ausfuhr nach Danzig nach den allgemeinen,
zur Zeit gültigen Bestimmungen entrichtet werden.
In Danzig ist jetzt eine Verteilungsstelle errichtet worden,
welche die Kontingente den einzelnen Danzige? Gewerbezweigen
zuteilen und hierbei deren wirtschaftliche Interessen berück-
sichtigen wird. Die Kontingentsverteilungsstelle wird dafür
sorgen, daß bei der Preisbemessung der Kontingentswaren die
Interessen der Verbraucher nach Möglichkeit gewahrt werden.
Die Verteilungsstelle wird den Danziger Abnehmern
Kontingentsscheine erteilen, die längstens 3 Monate Gültigkeit
haben und auf eine bestimmt bezeichnete Ware und Menge,
entsprechend den Bezeichnungen der Kontingentsliste, lauten.
Die Scheine werden für die Waren der Liste A von roter
Farbe, für die Waren der Liste B von blauer Farbe sein und
außer der Bezeichnug des Antragstellers folgende Angaben
enthalten :
1. Die laufende Nummer des Kontingentes der in Betracht
kommenden Liste.
2. Die laufende Nummer der für das betreffende Kontingent
ausgestellten Scheine.
3. Den noch nicht in Anspruch genommenen Restbetrag
des betreffenden Kontingentes.
Die Verteilungsstelle wird dafür sorgen, daß Kontingents-
scheine nicht über die Kontingentsmengen hinaus ausgestellt
werden, daß von den einzelnen Kontingenten solche Waren, die
in der Regel nur in kleineren Mengen gehandelt werden, nicht
in unverhältnismäßig großen Mengen gleichzeitig oder in kurzen
Zeitabständen abgerufen werden, daß auf Kontingente, die ver-
schiedenartige Warenarten umfassen, nicht unverhältnismäßig
große Mengen einzelner Warenarten bezogen werden.
Die KontingentsBcheine sind den deutschen Lieferanten
auszuhändigen und von diesen mit dem Ausfubrantrag der
zuständigen deutschen Ausfuhrbewilligungsstelle einzureichen.
Die Außenhandelsstellen und sonstigen Stellen sind ange-
wiesen worden, unter den vorstehenden Voraussetzungen Aus-
fuhrbewilligungen zu erteilen, und zwar für die Kontingentswaren
der Liste A zu Inlandspreisen und für diejenigen der Liste B
dann, wenn der verabredete Preis über dem Inlandspreis liegt.
Die Ausfuhrbewilligung soll aber im letzteren Falle nicht ver-
sagt werden, wenn der Ausfuhrmindestpreis nicht erreicht ist.
Sofern in den Listen A und B die Nummer des statistischen
Warenverzeichnisses ohne den Zusatz „aus" neben der Waren-
bezeichnung angegeben ist, können für alle unter diese Nummer
fallenden, auch nicht in der Liste genannten Waren Ausfuhr-
bewilligungen unter den gegebenen Vergünstigungen erteilt
werden. Steht das Wort „aus" vor der Nummer des statistischen
Warenverzeichnisses, uo genießt nur die ausdrücklich genannte
Ware die entsprechende, den Kontingentswaren zustehende
Vergünstigung.
Es sind Maßnahmen getroffen, daß die zugestandenen
Kontingente nicht überschritten werden. Sind auf Grund von
Kontingentsscheinen erteilte Bewilligungen garnicht oder nur
zum Teil ausgenutzt, so können solche durch die Kontingents-
verteilungsstelle der freien Stadt Danzig anderweit vergejen
werden.
Für Waren, die in den Kontingentslisten nicht verzeichnet
sind, und für Warenmengen, die über die einzelnen Kontingente
hinausgehen, werden deutscherseits Ausfuhrbewilligungen nach
Danzig nur im Rahmen der allgemeinen Vorschi iften über den
Warenverkehr nach dem Auslande zu Ausfuhrmindestpreisen
erteilt.
Nachstehend ist ersichtlich gemacht worden, ob bezw.
welche für uns in Frsge kommenden Erzeugnisse in der Liste
A bezw. B enthalten sind.
Liste A.
Lfd.
Nr.
Bezeichnung der Waren
Nummer des
Sta i tischen
Waren-
verzeichnisses
Hohe des
in Tonnen
1
et n a
230 a
15 C00
2
228
1000
3
227 d-h
12 000
4
224 c
200
5
Gebrannte Mauersteine
nie
715
10 000
6
699 b
7 500
7
717/18
6 000
8
Kunstgranitfliesen . . qm aus
o98 b
1000
9
682
5 000
10
681
5 000
11
681
1 COO
12
Schleifsteine, natürliche .
. aus
694/95
50
„ künstliche .
. aus
10
13
684
100
15
Drahtziegelgewebe . . .
aus
732
100
16
698 a
3 000
17
6»9a
2 000
51
Stück
891 i
100
Stück
891 d
50
53 b
Stück
891 d
30
54
Stück
757 c
10
55
Stück
757 b
100
78
Putz-, Polier- und Reinigungsmittel
262/263
40
150
5s2öb
35
151
Putz-, Schleif- und Poliermittel aus
2a5 c und
0,3
aus
263
153
Scbmirgelfabrikate . . .
. aus
694/695
15
154
724
40
176
Bedarf des städtischen Betriebs-
amtes für das Jahr 1922
Stück
3 000
Stück
2 000
Liste
B.
101
Metalldrahtlampen . . .
Stück
911a
150 000
149
Schamottemehl und Ton,
Schamottesteine . . .
. aus
223 c,
724 a/b
800
157
Glasierte Tonröhren . .
. aus
719
500
158
Geschirr aus Steingut und Stein-
zeug und Bedarf an Tonwaren
für industrielle Zwecke .
. aus
720c, 721 a/b 9no
73 i ^UU
159
722
1000
160
Fnßbodenplatten und einfarbige
728 a-c
200
und 729
Anmerkung zu den Nummern 157
bis 160 : Für besonders umfangreiche
Danziger Anfragen ist Erteilung von
Ausfuhrbewilligungen über das Kontingent
hinaus in Aussicht gestellt worden.
161 Isolatoren für Hochspannung Stück 733 a 4000
162 Isolatoren H M 1, 2, 3 . . Stück 73a a 10 000
163 Isolationsrollen .... Stück 733 a 7000
164 Isolationsstullen .... Stück 733 a 15000
165 Schaltereinsätze .... Stück 733 a 2000
166 Porzellangeschirr (nicht Luxus-
waren) aus 733 e 170
167 Gebrauchswaren aus Glas (nicht
Luxuswaren) aus 737 a-c, 738 , 9n
739 a-b, 740 IiäU
168 Bauglas (Fensterglas) . . . aus 741 a-e 200
169 Rohglas für Brillen .... aus 753 0,5
170 Preßhartglas für Schiffsbedarf aus 763 75
(ng)
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECHSAA
L — COBURG.
Nr. 17 — 199
Wirts chaftlich-g-
Arbeitsjnbiläen. Anf eine ununterbrochene 40 jährige Tätigkeit bei
der Firma W. Goebel, Porzellanfabrik, Oeslau WilbeJmsfeld, konnte am
17.4 Herr Werkmeister G. Wohn er, Mönchröden, zurückblicken.
Das 50-jährige Arbeiipjubilänm feiert am 1. 5. Herr Albin
Greiner, Prokurist und G>sci äft-leitcr der Porzellsnfabrik A. W. Fr.
Kister, G. m. h. H., Scheibe, Scbwarzburtr-Rudolstartt Im J«hre 1872 als
Lehrling eingetrett-D, vermochte er sich im Laufe der Jahre durch eiBernen
.Fleiß nnd große Zuverlässigkeit zn seiner jetzigen Stellung emporzu-
arbeiten. Bei den Angehörigen des Werkes wie auch bei der Kundschaft
erfreut er sich des besten Ansehens. Seit Gründung der G. m. b. H. im
Jahre 1904 ist er der eigentliche Leiter des Weltruf genießenden Unter-
nehmens.
Das 40-jährige Bestellen feierte vor kurzem die angesehene und
bestens bekamte Firma „Herrn. Scholle, vorm Scholle & Schöne,
Nürnberg", Großhandlung in Glas, Porzellan, Beleuchtungsartikeln usw.
Personalien. Herr Dr. Carl Vogel, Berlin, der seither als Ge-
scbäft»fübrendes Vorstandsmitglied sowohl des „Verbandes Keramischer
Gewerke in Deutschland" als auch des * Arbeitgeber verbandes der Deutschen
Feinkeramischen Industrie" sowie als Reichsbevollmächujrter der „A H. N.
Feinkeramik" an der Spitze der keramischen Gesamtorganisation tätig
war, legt am 1. 5. 22 seine Aemter nieder, um einem Rufe in die Finanz-
welt zu folgen. Für das letztgenannte Amt ist der Geheime Regiemngs-
rat Nebring, der bisherige Referent für Steine und Erden im Reichs-
w rtäcbaftsministerium, vcm Ausschuß der Außenhandelenebenstelle beim
Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung in Vorschlag gebracht
worden.
Gesetzgebung, Steuern.
Um das Arbeltszeitgesetz. Im Sozialpolitischen Ausschuß des vor-
läufigen Reicht wirtstbaftsrats kamen die Sachverständigenvernebmungen
zum Arbeitszeitgesetz durch Vernehmung Dr. Hilferdings zcm Abschluß
Dr. Hilferding erklärte, daß man zwücben Arbeitsprozessen unterscheiden
müsse, die eine starke Anspannung der Arbeitskraft erforderten und
zwischen solchen, bei denen der Arbeiter im wesentlichen nur Beobachter
sei. In Industrien erster Art, wie der Eisenindustrie und der Textil-
industrie, habe sich der Achtstundentag durchaus bewährt. Die Kompen-
saiionsmöglichkeit sei zwar nicht bei allen Arbeiterkategorien gegeben,
aber auch hier sollte man den Achtstundentag aus kulturellen Gründen
als obere Grenze gelten lassen. — In der anschließenden Aussprache er-
klärten die Arbeitgeber, daß sie absolut nicht gegen den Achtstundentag
und dessen gesetzliche Festlegung wären. Sie hielten aber die Darch-
führncg in diesem Zeitpunkt aus wi tschnftlichen Gründen nicht für an-
gebracht und müßten deshalb die vorläcfige Satpendierung des Gesetzes
auf fünf Jahre verlangen. — Die Arbeitnehmer bestritten, daß eine Ver-
längerung der Arbeitszeit ein /wirksames Mittel zur Vermehrung des Ga-
samtproduktes sei. Man solle den Organisationen freie Hand lassen, die
erforderlichen Ausnahmen von der achtstündigen Arbeitszeit tariflich, zu
regeln. Gegen eine Suspendierung des Gesetzes müsse die Arbeiterschaft
aber ganz entschieden Stellung nehmen. — Ein Mitglied der Abteilung III
erklärte, daß die erwartete Steigerung der Intensität der Arbeit in vielen
Gewerben nicht eingetreten sei Das bedinge einen Ausfall an Produkten,
der bei der gegenwä;tigen Lage Deutschlands nicht zu ertragen sei Die
Verengerung der Arbeitszeit in gewissem Umfange wäre zwar nieht das
einzige Mittel zur Vermehrung des Gesamtprodukts, müsse aber doch als
dasjenige Mittel bezeichnet werden, das am schnellsten zu einer Ver-
mehrung des Gesamtprodukts zu führen vermöge. Er empfehle daher
ebenfalls die vorläufige Suspendierung des Gesetzes, obwohl er prinzipiell
Anhänger des Achtstundentages sei.
Zur Einkommensteuer vom Arbeitslohn. Nach § 46 Abs. 6 des
Gesetzes über die Einkommensteuer vom Arbeitslohn vom 11.4. 21 konnte
wenn sich bei vorübergehender Arbeit im Akkord die
Arbeitszeit nicht feststellen ließ, an Stelle der Ermäßigung
nach § 46 Abs. 2 eine feste Ermäßigung v^n 4 % des Arbeitslohns treten.
Nach § 46 Abs. 6 des EStG. in der nunmehr geltenden Fassung hat
dagegen an die Stelle der Ermäßigung nach § 46 Abs. 2 eine feste Er-
mäßigung von 4% des Arbeitslohns zu treten, wenn der Arbeits-
lohn nicht für eine bestimmte Zeit gezahlt wird. — Einzelne
Landesfinanzämter haben die Frage aufgeworfen, ob mit der vorgenommenen
Fa8sungsänderung eine sachliche Aenderung gegenüber der seitherigen
Vorschrift des § 46 Abs. 6 beabsichtigt gewesen ist. Die Frage wird von
dem Reichsminister der Finanzen in einem Erlaß vom 21. 3. 21 verneint.
Der Minister ver,tritt die Auffassung, daß § 46 Abs 6 nur die Fälle treffen
will, bei denen die Anwendung des § 46 Abs. 2 überhaupt ausgeschlossen
ist. Für die Anwendung des § 46 Abs 2 ist aber jedenfalls dann Raum,
wenn die Auszahlung des Arbeitslohns regelmäßig nach Zeitabschnitten
erfoJgt, da die W irte „Zahlung für" im § 46 Abs. 2 nicht gleichbedeutend
sind mit den Wurten „Berechnung nai-h" und es daher für die An-
wendung der Ermäßigungabätze des § 46 Abs. 2 nicht darauf ankommt,
ob der Arbeitslohn nach der Zahl der Monate, Wochen, Tage oder Stunden,
in denen gearbeitet wurde, berecbnet wird. Für die Anwendung des
§ 46 Abs 6 bleiben daher nur die Fälle übrig, in denen der Zeitraum,
mr den der Arbeitslohn gezahlt wird, nicht festgestellt weiden kann. Der
ReiCLsminister der Finanzen hat nichts dagegen einzuwenden, die Anwendung
das § 46 Abs. 2 bei Heimarbeitern oder Heimarb eiterinnen auch
dann zuzulassen, wenn zwar ihr Arbeitslohn nicht nach einer bestimmten
Arbeitszeit berechnet wird, jedoch die Auszahlung des Arbeitslohns ebenso
wie bei anderen Arbeitern regelmäßig nach Zeitabschnitten erfolgt.
Eni Scheidungen des ßeichsfi uanzbofes. Lohnlisten undVor-
standsgehälter. Da Vorstandsmitglieder einer A.-G. in festem Dienst-
verhältnis zur Gesellschaft stehen, sind ihre Gehälter sowie sämtliche
weiteren Bezüge (Tantiemen, Dividenden usw.) in die Lohnlisten aufzu-
nehmen. Dasselbe gilt für die G. m. b. H. (III A. 228/31.)
e werblicher TeiL
Stempelpflicht derFirmenein bringung. Die Einbringung
einer Firma (0 H. G.) in eine G»sellschaft (G. m. b H ) gegen Pest-
setzung eines Preises für das Fortfflbrnngsrecht ist stemoelpflichtig
(Tar Nr. 1 A d R. Stemp. G.), da die Firma als übertragbares, sariben-
artig gegen Dritte wirkendes Recht zu den bewarben Geo-enständin im
Sinne des Stempelrechtes gehört (U. v. 21 2. 22. II A 2/22.)
Vergütung für Fortnildungsschul/eit d*r Lehrlinge. Der Lehr-
herr ist ve'pfiu-btei, den Le»rÜDgen d e für d*n Besuch der Fortbildungs-
schule erforderliche freie Z-it zu gewähren. Darüber, inwieweit für diese
Zeit im Rahmen des Achtstundentages Vergtttaug zu gewähren ist, be-
steht zur Zeit völlige Unklarheit, da eine einheitliche gerichtliche Prnxis
sich bislang nicht entwickelt hat Der Entwarf des Aibritszeitsresetzes
siebt zwar für Arbeit und Besnch der Fortbildungsschule 54 Wochen-
stunden vor, so daß also 6 Fortbildungeschulstunden wöchentlich nicht zu
vergüten wären. Er läßt aber den B?zirkswirtschaft*räten bezw. den
höheren Verwaltungsbehörden freie Hand, je nach der Art der Arbeit be-
sondere Anordnungen zn treffen Darüber, in welcher Form dieser Ent-
wurf Gesetz wird, läßt sich zur Zeit noch nichts sagen. Jedenfalls gilt
aber schon nach den bestehenden Bestimmungen der Besuch der Fort-
bildungsschule als notwendiges Erfordernis zur Ausbildung des Lehrlings.
Schon daraus muß die Vergütungspflicht des Lehrherrn für diese Zeit ge-
folgert werden.
Handel und Verkält?.
Der Gegenwert des Goldfranken im Auslandspost verkehr ist
mit Wirkung vom 18. 4. von Jt 66 auf M 56 ermäßigt worden, womit
eine entsprechende Verbillignng der Auslandgebühren für Pakete, Post-
frachtstücke, Telegramme und Ferngespräche eingetreten ist.
Im Postfrachtstückverkehr nach Holland hat in den Zollinhalts-
erklärungen fortaö die Angabe des Wertes der Waren in deutscher und
holländischer Währung za erfolgen. Maßgebend ist der Börsenkurs am
Tage des Kaufes (der Bestellung oder der Auftragsbestätigung). Dieser
Tag ist gleichfalls in den Zollinhaltserklärungen anzugeben.
Ein« und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Ausfahrmindestpreise für Quarzit nach
Deutschösterreich haben ab 1 4. eine weitere Erhöhung erfahren. — Die
Ausfahrmindestpreise für Qaarzsand und Qaarzmehl nach Deutscbösterreich,
Rumänien, Ungarn, Jugoslawien und Balkan erfahren ab 20. 4. eine
Aenderung. — Die Ausfuhrmiadestpreise für Flußspat nach den (Gebieten
der ehemaligen Österreich-ungarischen Monarchie mit Ausnahme Tschacho-
slowakien«, sowie nach den russischen Randstaaten (Kurland und Livland)
sind mit Wirkung ab 15. 4. geändert worden. — Die Aisfahrmindestpreiiie
für Bimszementdielen und Schwemmsteiue nach Holland haben ab 20. 4.
eine Aenderung erfahren.
Die Mindestpreise für die Aasfahr von Glasinatrumenten und
Glasröhren haben eine Aeudarung erfahren. Naüeres be*i der Preis-
prüfuiigsstelle für Glasinstrumente, Ilmenau (Thür), Schloßätraße, bezw.
bei der Preisprüfungsstelle für Röhren und Hublglas für wissenschaftliche
und technische Zwecke, Lmenau (Thür), Lindenstraße.
Fiume. Die Einfahr bedarf keiner besonderen Einfahrerlaubnis.
Frankreich. Zollvorschriften. Bei der Einfahr muß dem Fracht-
brief in j-dem Falle eine Zolldeklaration beigefügt werden, auf die in
ersterem Bezug zu nehmen ist. Die sonst noch erforderlichen Zjllbelege
(Rechnung, Ursprungszeugnis usw ) können dem Warenempfänger gesondert
zugestellt werden; doch ist dann im Frachtbrief ein entsprechender Ver-
merk anzubringen.
Italien. Das Zollanfgeld beträgt für die Zeit vom 16.— 30.4. 22
268 o/0 (282).
Oesterreich. Zur Zolltarifrevision. In den Kreisen des Handels
hat der Aufbau des neuen Zoiltarifes die größte Beunruhigung hervor-
gerufen. Bekanntlich sollen im Zolltarif zwei Zoll-ätae durch das Gesetz
festgelegt werden. Der Anwendangssatz, das ist janer Zill, der im Zeit-
punkte des Inkrafttretens des Gesetzes zur Einhebung gelangt und der
allgemeine Satz als Höchstsatz der Zollbelastung Die Regierang soll
ermächtigt werden, durch Verordnung den Anwendungssatz bis zum all-
gemeinen Satz zu erhöhen. Während jetzt bei der Beratung des Zoll-
gesetzes die wirtschaftlichen Kreise die Möglichkeit haben, sowohl zu dem
System des Zoiltarifes sowie zu den einzelnen Zollsätzen Stellang zu
nehmen, also das Importinteresse gegenüber dem Produktionsinteresse ab-
zuwägen, soll es in der Folge der Re ierung überlassen bleiben, die ein-
zelnen Zollpontionen zu erhöhen. Nach den Bekanntmachangen der
Regierungsvertreter ist z. B. geplant, bei einer Steigerung des Kronen-
wertes die Anwendungssätze zu steigern, damit das Zolierträgnis durch
die Steigerung der Krone nicht herabgedrückt werde. Die grökite Gefahr
liegt jedoch darin, daß auch außerwütschaftliche Momente für eine Er-
höüung der Zölle maßgebend sein werden. Politische Erwägungen, die
Begehrlichkeiten der Industrie werden vielfach veranlassen, eiuer Erböaung
der Zölle zuzustimmen. Wenn berückiientigt wird, daß der Zjlit»rif ein
handelspolitisches Iustrument sein soll, das in den einzelnen Zulltarif-
kiassen gegeneinander abgestimmt ist, würde eine jede Erhöhung einzelner
Züllpositionen eine vollständige Zerreißung des einheitlichen Zoll«yitems
bedeuten. Es maß unbedingt verlangt werden, daß jede Abänderang des
Anwendangssatzes nach sorgfältiger Vorbereitung und Diakassion in der
Oeffentlicbkeit durch das Gesetz selost durchgeführt wird. Es ist absolut
unmöglich, daß Wünsche Einzelner berücksichtigt werden können.
Peru. Konsulatsfaktaren. Bei Warensendungen nach Peru
konnten die Faktaren bisher nur von den für den Verschiffungshafen zu-
ständigen peruanischen Konsulaten beglaubigt werden. Neuerdings können
außer ihnen auch die peruanischen Konsalate die Beglaubigung vor-
nehmen, in deren Amtsbezirk der Ort der Erzeugung oder des Erwerbs
200 — Nr. 17
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (5B. Jahrgang.)
der betreffenden Ware liegt. Zur Zeit gibt ea peruanische Konaular-
behörden in Berlin, Bremen, Kassel, Dresden, Frankfort a. M., Hamburg,
Leipzig, Lübeck, Mannheim, München, Stettin und Stuttgart. Die Beglau-
bigungsgebühr ist Beit dem 28. 3. 22 von 2 auf 4 o/0 erhöht worden.
Tereinigte Staaten. Zar Zolltarifrevision. Nach Schätzung der
Sachverständigen des Finanzausschusses des Senats weist der dem Senat
am 11.4. zugegangene Zolltarif-Entwurf, der im Ausschuß Aenderungen
erfahren hat, durchschnittlich etwas höhere Sätze auf, als der Payne-
Aldrich Tarif. Im Vergleich mit dem Tarif entwurf des Repräsentanten-
hauses Bind die spezifizierten Zölle im allgemeinen höher, aber die Wert-
zölle im allgemeinen niedriger, da die Sätze des Entwurfs des Repräsen-
tantenhauses nach dem amerikanischen Geldwerte berechnet waren. Nach
der Senatsbill betiägt der Zoll u. a. für optische Gläser 55%, für Stein-
gutgeschirr 25— 28°/0 und für Porzellan 70%.
Vereinigte Staaten. Konsulatsfakturen. Eine Nichtbeachtung
der Bestimmungen bezüglich der Ausfertigung von Konsulatsfakturen beim
Warenversand nach den Vereinigten Staaten hat vielfach zu schwerer
pekuniärer Schädigung der betreffenden Firmen geführt, da die ameri-
kanischen Zollbehörden genaueste Beachtung dieser Vorschriften unbe-
dingt verlangen und Sendungen, bei denen gegen diese Bestimmungen
verstoßen ist, zurückhalten oder die Zollgebühren nach Gutdünken fest-
setzen. Es ist deshalb im eigensten Interesse jedes Exporteurs gelegen,
sich über diese Verordnung zu unterrichten. Die amtlichen Verfügungen
sowie Erläuterungen dazu liegen in den Geschäftsräumen der Zweigstellen
des Auswärtigen Amtes für Außenhandel auf und können dort jederzeit
eingesehen werden.
Dia Lage In Industrie und Handel.
Die deutsche Porzellan geschirrindustrie in 1921. Das Jahr 1921
brachte, wie der Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken, G. m. b. H.,
Berlin, berichtet, im ganzen eine Steigerung der Produktion der deutschen
Porzellangeschirrindustrie gegenüber dem Vorjahre. Die Gesamtproduktion
von 92 im Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken G. m. b. H. orga-
nisierten Werken betrug im Jahre 1920 48 151,3 To., während die Pro-
duktion von durchschnittlich 97 organisierten Fabriken im verflossenen
Jahr 62 935,58 To. betragen hat. Es ergibt sich also im Jahre 1920 eine
Werkdurchschnittsproduktion von 523,4 To., der 1921 durchschnittlich
650 To. gegenüberstehen. Diese letztere Zahl gibt ein um so zuver-
lässigeres Bild der gesamten Porzellangeschirrindustrie, als die Bedeutung
der nicht organisierten hinsichtlich ihrer Produktionskraft nicht mehr als
2% der organisierten Werke beträgt. Wenn durch die erfreulicherweise
gesteigerte Produktion auch noch nicht die volle Produktionskapazität der
Industrie ausgenutzt ist, so liegt das daran, daß die Erzeugungsmöglich-
keit eine Funktion der Kohlen Versorgung ist. Während im Jahre 1920
die Versorgung mit Steinkohle 41 %, die Versorgung mit Braunkohle 30 %,
die Versorgung mit Briketts 63,7% des Bedarfs betrug, waren die ent-
sprechenden Zahlen für das verflossene Jahr : 48,92 °/0, 42,6% md 80,4 %.
Die unzulänglich gelieferte Kohle mußte in beiden Jahren, wenn auch in
völlig unzureichendem Maße, durch Holz als Brennmaterial ersetzt werden.
— Es worden im Jahre 1920 im Monatsdurchschnitt 13238 männliche
und 12 242 weibliche Arbeitskräfte beschäftigt; dazu kamen 2039 männ-
liche und 244 weibliche Angestellte. Die entsprechenden Zahlen für das
letzte Jahr betrugen: 13929 und 13 329, sowie für die Angestellten 2090
und 279. Die Löhne zeigen, wie in allen anderen Industrien, fortwährend
steigende Tendenz ; dem entsprachen die steigenden Kosten des Produktes.
Die Produktionskosten für die Weißware wurden im Monatsdurchschnitt
Bämtlicher Fabriken in beiden Jahren ermittelt und basieren auf dem
Kostenpunkt für 1 kg Masse für Gießer- und Dreherlohn je kg Masse und
auf dem Brennen je Raummeter. Während am 5. 4. 20, an welchem Tage
die Inlandspreise die 15-fache Höhe der Grundpreise erreichten, ein kg
Masse M 0,61. der Gießer- und Dreherlohn je kg Masse Jt 0,61 und das
Brennen je Raummeter Jt 122,30 kosteten, waren die entsprechenden
Kosten im Dezember 1921 gestiegen auf: Jt 2,01, 1,71 und 320. Dem
entsprach ein Iulandskostenpreis des Produktes gleich dem 30-fachen
Grundpreis: d. h. also: es hatte Bich der Verkaufspreis weniger scharf
als die Produktionskosten entwickelt. (Die Ziffern für Januar 1922 stiegen
bereits auf M 2,54, 1,95 und 377, während im Januar immer noch zu
30 fachen Grundpreisen verkauft wurde ) — In normalen Zeiten sind rund
60°/0 der deutschen Porzellangeschirrproduktion ins Ausland verkauft
worden. Im Jahre 1920 gingen 28,4% ins Ausland, während 71,6% im
Inland abgesetzt wurden. Den Hauptabsatzmarkt für Porzellangeschirr
stellten traditionell vor dem Krieg die Vereinigten Staaten von Nord-
amerika dar, die z. B. im Jahre 1912 41,9% ihrer gesamten Porzellan-
einfnhr aus deutechen Fabrikaten deckten. Im Jahre 1919 war dieser
Anteil Deutschlands an der Versorgung des amerikanischen Marktes auf
4% gesunken und erreichte 1920 12,77%, 1921 27,1%. Der Anteil
Japans kommt in folgenden Zahlen zum Ausdruck: 1912 12,9%, 1919
63%, 1920 61,91%, 1921 44,48%. Frankreich war an der Einfuhr 1921
mit 12,29% beteiligt, während sein Anteil 1920 9,23% und 1912 16,5%
gewesen war. Der Anteil der tschechoslowakischen PorzellaninduBtrie
war 1912 6,8% und erreichte 1921 wieder rund die alte Höhe. — Aus diesen
letzteren Angaben ergeben sich die Aufgaben, die der deutschen Porzellan-
geBchirrindostrie auf dem Weltmarkt noch warten; ala ihr wichtigster
Konkurrent erscheint heute ganz unbezweifelbar Japan.
Frankreich. Die Lage In der Porzellan- und Glasindustrie.
Aua der Porzellanindustrie (Gegend von LimogeB) wird über befriedigende
Aufträge berichtet, eine Tatsache, die hauptsächlich dem hohen Zollechutz
zuzuschreiben Bein dürfte, denn die Kleinhandelspreise für Porzellan sind
aehr hoch. — In der Glaainduatrie ist eine anhaltende Besserung fest-
zuBtellen, mehrere Oefen haben wieder in Betrieb genommen werden
können und man hofft, daß ganz besondere in den kommenden Wochen
unter dem Einfloß der in den tschechischen Glasfabriken erfolgten Aus-
sperrung von etwa 60000 Arbeitern eine stärkere Tätigkeit der französischen
Fabriken eintreten wird.
Gesohäftliohe Mitteilungen.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla. Auszug aus dem genehmigen
Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Jt 12,395 Hill. (11,654); Dividende
36 o/o (35), Bonus Jt 150 (0); Abschreibungen M 2.985 Mill. (1,466);
Instandhaltungen Jt 4,063 Mill. (1,688); Erneuerungsfonds und Werker-
haltungskonto Jt 0,884 Mill. (3,112); Zuwei8ung an Konto für techn
Verbesserungen und Forschungsarbeiten M 1 Mill. (1,25); Zuwendungen
für Wohlfahrts-, Siedlungs- und wissenschaftliche Zwecke Jt 6,5 MilL
(4,75). — Im Rechenschaftsbericht wird darauf hingewiesen, daß die Ge-
winnsteigerung bei weitem nicht der Erhöhung der Umsatzziffer im Ver-
gleich zum Vorjahre entspricht. Diea ist darauf zurückzuführen, daß
es erat gegen Jahresschluß möglich war, die Inlandapreise den aehr er-
heblich gestiegenen Gestehungskosten anzupassen. Andererseits mußte
zur Aufrechterhalten ff des Auslandsgeschäftes für die wichtigsten Absätz-
en der zn Preisermäßigungen während des Geschäftsjahres geschritten
werden. Für die nächsten Monate sind sämtliche Abteilungen mit Auf-
trägen versehen. Das Ergebnis dea laufenden Jahrea wird von der Weit-
wirtschaftslage abhängen. — Die o. G.-V. genehmigte dea weiteren die
Kapitalaerhöhnng um Jt 4 Mill. Stamm- und Jt 3 Mill. Vorzugsaktien
mit 6 fächern Stimmrecht auf insgesamt M 23 Mill. Die neuen ab 1. 1. 22
dividendenberechtigten Stammaktien werden den bisherigen Aktionären zn
300 % im Verhältnis 1 : 1 zum Bezug angeboten. — Nen in den Auf-
sichtsrat wurde F. ürbig, Geachäftainhaber der Berliner Diskonto-Ge-
aellschaft, gewählt.
Porzellanfabrik Schönwald, Schönwald. AuBzng aus dem ge-
nehmigten Abachluß vom 31.12.21: Reingewinn Jt 1351115 (918051);
Dividende 20<>/0 (15); Abachreibungen M 860053 (642153); Rückstellungen
für Wohnhauaneubauten JH 500000, für Penaionabeiträge M 150000.—
— Trotz mannigfacher Schwierigkeiten konnte der Umsatz erhöht und
ein günstiges Ergebnis erzielt werden. In Schönwald wurde eine neue
MasBemühle errichtet. In das neue Jahr ist die Gesellschaft mit einem
reichlichen Auftragabeatand eingetreten. — Die o. G.-V. genehmigte
ferner die Kapitalaerhöhnng um Jt 2,4 Mill. Stammaktien auf Jt 6,4 Mill.
Die neuen Aktien werden den alten Aktionären im Verhältnis 1:1 zu
250 % zum Bezug angeboten. Das Bezugsrecht läuft bis einschl. 5. 5. 22.
Porzellanfabrik zu Kloster Veilsdorf, Kloster Veilsdorf. Aus-
zug aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12. 21: Beingewinn
Jt 1323966 (1354480); Dividende 18% (18); Abschreibungen«^ 191291
(252678); Zuwendungen für notwendige Bauten M 700 000, für aoziale
Zwecke Jt 160000. — Dem Geachäftbericht zufolge hatte die Nachfrage
im In- und Ausland vorübergehend eine rückläufige Bewegung erfahren.
Durch vermehrte Ausnutzung der FabrikationBeinriehtnngen und Wieder-
inbetriebnahme der Zweigfabrik in Eisfeld konnte ungeachtet verschiedent-
licher Betriebsschwierigkeiten ein befriedigendes Ergebnis erzielt werden.
Ueber die künftige Entwicklung vermag die Verwaltung eine Voraussage
nicht zu erteilen. — Die o. G.-V. beschloß die beantragte Umwandlung
von Ji 1,6 Mill. Vorzugsaktien in Stammaktien. Die neuen, ab 1. 1. 22
dividendenberechtigten Aktien werden den Aktionären im Verhältnis 2 : 1
zu 250% zum Bezug angeboten. — Den Aufsichtarat bilden zurzeit:
Bankdirektor M. David, Vora., Bankdirektor Ch. W. Palmie, atellv. VorB.,
Geh. Rat A. Ambronn, Geh. Komm.-Rat G. Gagel, H. Haas, Finanzrat
J. Schloß, Bankdirektor Dr. E. Schoen.
Grohner Wandplattenfabrik, A.-G., Grohn-Vegesack. Auszug
aus dem genehmigten Abachluß vom 31. 12. 21 : Beingewinn M 2 740 917
(2 481165), Dividende 50% (25); Abachreibungen Jt 260 698 (268 353);
Rückatellung für Ofenerneuerung Jt 1 Mill. (0,3). — Die Gesellachaft war
im verflossenen Jahr vollauf beschäftigt. Ein genügender Auftragsbestand
läßt unter Vorauaaetzung ruhiger Entwicklung auch für das laufende
Jahr ein befriedigen dea Resultat erwarten.
Ofen- und Tonindustrie, A.-G., Augerburg. Auszog aus dem
genehmigten Abachluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn M 77 690 (9 613) ;
Dividende 5% (0); Abschreibungen Ji 86 700 (39 394); Rückatellung auf
WerkerhaltungBkontö M 350 000.
Rheinische Schamotte- und Dinas-Werke, A.-G., Mehlein. Aus-
zug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn
jt 8164 947 (6 412 607); Dividende 40% (25 + 50); Abschreibungen
M 503 086 (500 410) ; Rückstellungen für Werkerhaltung Jt 2 Mill. (1,5) ;
für Wohnungsbau Jt 0,5 Mill. (0,5) ; für Wiederaufbau Ottweiler M 1 Mill. ;
für Untersttitzungsfonds Jt 0,5 Mill. (0,3). — Im Geschäftsjahr 1921
war die Gesellschaft auf umfangreiche Käufe ausländischer Kohlen ange-
wiesen. Trotz aller Schwierigkeiten, von denen in erster Linie die
Sanktionen angeführt werden, gelang ea, ein befriedigendea Ergebnia zn
erzielen, wobei die auf umfangreichen Materialbeaitz gegründete Unab-
I hängigkeit von fremden Rohstoffen sowie die durch die günstige Lage
der einzelnen Werke zu den verschiedenen Verbraucherzentren erreichte
FrachterBparnia uaw., der günstige Abschluß der Bauabteilung und umt
fangreiche Rohmaterialverkänfe aehr wesentlich beitrugen. Für das
aeqaeatrierte Werk Hagendingen konnte eine Entschädigung noch nich-
erhalten werden. Im laufenden GeaohäftBjahr liegen wohl genügende Auf-
träge vor, über die Auasichten laaae aich aber niohta Bestimmtes voraus-
i sagen. Die Kohlenfrage gebe zu ernsthaften Beaorgniaaen Anlaß. — An
Stelle dea verstorbenen AufsichtaratsmitgliedB Geheimrat F. Görz wurde
Generaldirektor Th. Müller und ferner Generaldirektor P. Böhm neu in
den Aufsichtsrat gewählt.
August Walther & Söhne* A.-G., Moritzdorf, Auazug ans dem
genehmigten Abachluß vom 31.12. 21: Reingewinn Jt 1335581 (746 607);
Dividende 26% (25); Sondervergütung 16 % (18); Abachreibungen
| Jt 227262 (206083); Zuwendung für Beamtenunterstützung M 30000. —
' Im verfloaaenen 7. Geachäftsjahr wurde der Betrieb in der Abteilung Glas-
I fabrik noch immer durch die Fortdauer der Zwangawirtschaft behindert.
Trotz Inbetriebsetzung eines zweiten Ofena konnte der wachaenden Naoh-
I frage nur teilweiae enteproohen werden. Zum Schutz vor Betriebsstörungen
Boll im neuen Geschäftsjahr daa während das Kriegea niedergelegte Glaa-
I hüttengebäude nebst Ofen durch eine neuzeitliche Anlage ersetzt werden.
I Der derzeitige Auftragseingang läßt auch für daa laufende Jahr wieder
1922. (56. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 17
201
einen zufriedenstellenden Abschluß erwarten. - Das ausscheidende Auf-
siehtsratmitglied Kommerzienrat M. Hirsch wurde wiedergewählt.
Chemische Werke Schuster & Wilhelmy, A.-G., Beichenbach,
0 -L. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 81. 12. 21: BMng«winn
M 870710 (565909); Dividende 30% (20); Abschreibungen M 73 502
(100 291) — Das Unternehmen fand für alle seine Erzeugnisse guten
Absatz. Auch das Exportgeschäft nahm an weiterer Ausdehnung zu. Für
das laufende Jahr hofft die Verwaltung bei normalen Verhaltnissen mit
einem angemessenen Ergebnis rechnen zu dürfen.
Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-G., Berlln-Friedenau. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 9. 21 : Reingewinn Jt 8 760 291
(2692599); Dividende 24»/0'(15); Abschreibungen Jt 1 992 1083 (1008 WM);
Überweisung an P. Goerz-Stiftung M 500000. - In den Aufsichtsrat
wurde Generaldirektor M. Kosegarten wieder- und Direktor W. üoerz
neugewählt.
A.-G. Hahn fttr Optik und Mechanik, Cassel. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 30 9. 21: Raingewinn M 446 628; Dividende
6 o/0; Abschreibungen M 198 730. — Neu in den Aufsichtsrat wurde
Direktor L. Leonhard gewählt.
Bauxitwerke, A.-G., Gießen. Auszug aus dem genehmigten Ab-
schluß vom 31.12. 21: Verlust M 128 971 (Gewinn M 461 101, Dividende
6»/0); Abschreibungen Jt 231059 (147 037).
Geschäftsübergang. Das bisher von der „Freistädter Tonwaren-
erzeugung s-Gesellschaft Gerber, Chiappani & Sauter, Freistadt (Ober-
Oesterreich)" betriebene Fabrikationsunternehmen ist von der Freistädter
Tonwarenfabrik und Torfindustrie Bauer & Hrusa, Freistadt (Ober-Qester-
reich)" übernommen worden.
General - Versammlungen.
Keramag, Keramische Werke, A.-G, Meiningen: o. G.-V. 6.5. 22,
10 Uhr v., Bank für Thüringen, Meiningen. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung um
M 5 Mill. Stammaktien auf M 15 Mill.
Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, A.-G. in Liga., Berlin :
o. G.-V. 6. 5. 22, 10 Vi Uhr v., Bureau des Rechtsanwalts Paul Hennig,
BerlinS/W. 42^ ^ Co.-Olasindustrie Schreiber, A.-G, Berlin: o. G.-V.
13. 5. 22, 12 Uhr m., Geschäftslokal, Berlin.
Glashütte Brunshausen, A.-G. in Liqu., Brunshausen: o. e-V. b. 5. 22,
4 Va Uhr n., Geschäftszimmer, Stade. T.-O.: u. a. Verteilung einer
Liquidationsrate. ___
Messen und Ausstellungen.
Die 5. Deutsche Ostmesse Königsberg i. Pr., die vom 13 —18. 8. 22
stattfindet, wird unter dem Zeichen des erwachenden deutsch-russischen
Handelsverkehrs stehen. Die hervorragende Bedeutung fttr die Anknüpfung
von Handelsbeziehungen ist von dem Berichterstatter der „Ekonomitsches-
kaja Shisn", der einzigen großen Wirtschaftszeitung Sowjetrußlands,
richtig erkannt worden." In ausführlichen Berichten über die vergangene
Frühjahrsmesse wei«t er die Vertreter der Regierungsstellen, die sich mit
dem Einkauf von Waren zu befassen" haben, die Vertreter der Konsum-
genossenschaften und auch die Privaten auf die wichtige Rolle hin, die
der Ostmesse für den russischen Einkäufer zukommt. Die spezielle Ein-
stellung auf den russischen Bedarf sei der große und einzigartige Vor-
zug der Königsberger Messe. Die bevorstehende Herbstmesse habe
zweifellos einen starken Besuch russischer Kaufleute zu erwarten. Das
Meßamt habe bereits mit der Propaganda in Rußland begonnen. Die
Ausstellungsräume werden eine beträchtliche Erweiterung erfahren. Die
Ausstellerbedingungen werden allen Interessenten kostenlos zugestellt;
Platzbestellungen liegen bereits in großer Zahl vor, und es empfiehlt sich
daher für alle Firmen, die an eine Beschickung der Herbstmesse denken,
so frühzeitig wie möglich mit dem Meßamt in Verbindung zu treten.
Auf der Jahresschau Deutscher Arbeit Dresden 1922 (1. 6. bis
15. 9. 22) wird eine eigens für die Ausstellung errichtete Porzellanfabrik
den Besuchern den Werdegang der keramischen Erzeugnisse anschaulich
vor Augen führen. Auf dem Ausstellungsgelände, rechts vom Eingang der
Lenneatraße ist bereits mit der Errichtung der Fabrik begonnen worden,
in der nicht nur der Herstellungsprozeß der Tonwaren, sondern auch die
Fortschritte der modernen Technik und die Erkenntnisse der heutigen
Chemie in unserer Porzellanindustrie gezeigt werden sollen. Die Besucher
werden in die Mysterien des Rohmaterials (Kaolin, Kieselerde und Feld-
spat) und des Modellierens eingeweiht werden. Mit staunenden Augen
wird der Laie die Verarbeitung der Teigmassen durch die Knetmaschinen,
das Formenf das Abdrücken, das Trocknen, die Ueberziehung der ver-
glühten Gegenstände mit Glasur, kurz und gut, die „Geburt" des Porzellans
vom Rohmaterial bis zur Vollendung im Brennofen in den verschiedenen
Räumlichkeiten verfolgen können. Die fertigen Erzeugnisse werden in
besonderen Vitrinen ausgestellt. Durch eine Gegenüberstellung der ver-
schiedenen Aetzungen und Tupfungen wird der Fortschritt der einzelnen
Techniken der Unterglasur- und Aufglasurmalerei vor und nach dem Brande
bewiesen werden. Eine andere Gegenüberstellung zeigt fehlerhafte Aus-
führungen infolge Schwindungen des Materials und durch Fehlbrände.
Die Errichtung der Porzellanfabrik, eines Gebäudes von 29 m Länge und
12 Vi m Breite, mit dem anschließenden 7ViX7V*m großen Ofenhaus mit
dem Miniaturbrenn ofen (letzterer ist eine Stiftung der Firma Paul Schulze,
Dresden), das auch von innen besichtigt werden kann, ist auf die Initiative
des Direktors Kreidet der Keramischen Bank zurückzuführen und wird
nach einem Vorprojekt des Architekten Mittmann (Dresden-Loschwitz) von
diesem als Bauleiter und von dem Architekten Rudolf Kolbe (Dresden-
. Loschwitz) ausgeführt. Das Unternehmen liegt in den Händen der
Jahresschau selbst und des Verbandes feinkeramischer Maschinenbau-
anstalten. Der Außenputz in Lithin ist eine Stiftung der Firma Hatschen-
reuther und der Dachputzanstrich Preeolith, eine solche der Firma A. Pree
in Dresden. Die Gesamtanlage wird nach dem Muster der Porzellanschule
in Selb angelegt; der Betrieb der Fabrik wird von Arbeitern der Meißner
Porzellanmanufaktur eingerichtet und während der Dauer der Ausstellung
durchgeführt werden.
Deutsche Gewerbeschau Mönchen 1922. Die Ausstellungsleitung
hat als Zeitpunkt für die Einlief eruug der Ausstellungsgüter den 15.
festgesetzt. Jedes Kolli muß an deutlich sichtbarer Stelle den Namen des
Absenders tragen. — Während der Dauer der Veranstaltung wird im
Hauptbahnhof München (Südlicher Hof) ein offizielles Nachweisbureau
für Unterkunft in Privatzimmern errichtet. Vorbestellungen von
Zimmern sind an dieses Bureau und außerdem noch an folgende btellen
zu richten: Amtliches Bayerisches Reisebureau, vorm. Schenker & Co.,
Promenadeplatz 16, Geschäftsstelle des Bayerischen Fremdenverkehrsvereins,
Hauptbahnhof. Nordbau, Hamburg-Amerika-Linie, Arcisstraße 9, Lloyd
Triestino, Maöeistraße 14, Norddeutscher Lloyd, Residenzstraße 3, Oester-
reichisches Verkehrsbureau im Kaufhaus Oberpollinger, Neuhauserstr. 44.
Die Reisebureaus nehmen auch Bestellungen auf Hotel- und Pensions-
zimmer entgegen. Das Nachweisbureau am Hauptbahnhof vermittelt nur
Privatzimmer.
Soziale Bewegung.
Leistung von Ueberstunden für gemeinnützige Zwecke. In
Altenburg ist Anfang Dezember eine Einigung zustande gekommen wo-
nach zugunsten der Lungenkranken die Arbeiter vierteljährlich eine Ueoer-
stunde leisten und die dafür verdienten Beträge in eine gemeinnützige
Kasse zahlen. Die Arbeitgeber haben sich verpflichtet, den gleichen Be-
trag ebenfalls abzuführen. Die Beteiligung an der Ueberstunde ist
durchaus freiwillig, und sie wird nicht nur in der Industrie, sondern auch
beim Handel und in Gewerbeinnungen geleistet. Die Kasse wird von
einer paritätischen Kommission verwaltet.
Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren-Werke „Hochspannungs-
Isolatoren-Syndikat« erhöhten infolge Steigerung der Gestehungskosten
ihre Verkaufspreise fttr Hochspannungs-Isolatoren fttr Freileitungen und
Apparate mit Wirkung ab 1. 5. 22 um rund 30o/0 dergestalt, daß der
bisherige 30 „/"ige Teuerungszuschlag auf die Märzgrundpreise auf 70»/0
heraufgesetzt wird. Auch die ab 1. 5. 22 in Kraft tretenden neuen In-
landspreise verstehen sich wie bisher frachtfrei deutschen Empfangs-
stationen und gelten für alle Lieferungen, welche bis zum 31. 5. AA er-
folgen.
Die Verkaufsgesellschait deutscher Steinzeugwerke hat be-
schlossen, alle Artikel der Deutschen Steinzeugwerke und Tonrohrfabriken
vom 1.4 22 ab franko Station des Empfängers zu liefern. Der Verkaufs-
preis ist nunmehr fttr alle Orte Deutschlands der gleiche, ohne Unterschied
der Entfernung. Das Syndikat verteilt jedoch die Aufträge auf die dem
Besteller zunächstliegende Fabrik.
Bund deutscher Fabriken feuerfester Erzeugnisse. Mit Rucksicht
auf die wirtschaftliche und politische Lage ist beschlossen worden, die
diesjährigen Tagungen in Dresden in der Zeit vom 16.— 18 5. abzuhalten.
Arbeitgeberbund der feuerfesten Industrie Deutschlands. Die
diesjährige Tagung wird nicht in Königswinter, sondern in Dresden am
17. und 18. 5. stattfinden.
Der Verein Deutscher Spiegelglasfabriken, Köln, erhöhte ab
5. 4. die Preise fttr Spiegelglas sämtlicher Kategorien um 60 %■
Preiserhöhung för Tafelglas. Der Verein der rheinischen und
westfälischen Tafelglashütten, Bonn, sowie der Verein sächsischer Tafel-
glashütten, Dresden, und die Vereinigung Schlesisch-Lausitzer Tafelglas-
hütten, Cottbus, haben den jüngsten Tenerungs Zuschlag mit Wirkung vom
1. 4. auf 80 o/o erhöht.
Der Verband deutscher Emaillierwerke hat den Aufschlag für
Kistensendungen im Inlandsgeschäft auf 2950 °/0 festgesetzt.
Versicherungen.
Die Grenze für die Zwangsversicherang der Betriebsbeamten.
Der Reichstag hat am 7. 4. 22 das Gesetz über Aenderung von Geld-
beträgen in der Unfallversicherung in dritter Lesung beschlossen. Da-
durch wird die «Grenze für die Zwangsversieherung der Betaej>B°e*"^
und die Selbstversicherung der Unternehmer von M 40 000 auf Jt 150 000
hinaufgesetzt Gleichzeitig wird die Grenze, bis zu welcher der Jahres-
arbeitsverdienst in der Unfallversicherung der Berechnung der Leistungen
und Beiträge unverkürzt zu Grande gelegt wird, von M \_ 800 auf
36 000 erhöht. Der Mindestbetrag für das Sterbegeld in der Unfallver-
sicherung wird auf M 1000 (bisher M 50) festgesetzt.
Bücherschau.
Messung großer Gasmengen. Anleitung zur praktischen Er-
mittelung großer Mangan von Gas- und Laftströmeu in technischen
Betrieben von L. Litinsky, Oberingenieur, Leipzig. Mit 138 Abbildungen,
37 Rechenbeispielen, sowie 13 Sehaubildern und Rachentafeln im Anhang.
Leipzig 1922. Verlag von Otto Spamer. Preis geh. M 175—, geb.
Jt 195,—. . „. --■ .;,
Die bekannte Sammlung „Chemische Technologie in Einzeldarstel-
lungen" hat durch das vorliegende Werk eine wesentliche Bereicherung
erfahren, denn zum ersten Mal wird darin das Gesamtgebiet der Gasmessung
behandelt und eine vergleichende Uebersicht der sämtlichen bis jetzt
bekannten Gasmessungsarten gegeben. Der Verfasser darf das Verdienst
für sich in Anspruch nehmen, eine fühlbare Lücke in der Fachliteratur
ausgefüllt zu haben und zugleich durch die besondere Berücksichtigung
der praktischen Anwendbarkeit der Gasmessung der Wirtschaf t im allgemeinen
und der Wärmewirtschaft im besonderen zu dienen. Ei ist ein reiches
Material, das in dem Werk zusammengetragen und auf Grund von prak-
tischen Erfahrungen kritisch gesichtet ist, wie die nachstehend angeführten
Hauptabschnitte dartun: Einige Eigenschaften der Gase; Das spezifische
202 — Nr. 17
Gewicht der Gase; Drurkmessung und Druckmeßinstrnmente; Volumetriscbe
Bestinmung von Gesmengen; Gasmengenermittelung durch Gescbwindig-
keitsmessung; Registrierende Gaurjellapparate; Gaemengenermittelung
minels DurclflußwiderBiänden; Chemisch kalorische Gasmengenermittelung;
Verschiedene Methoden der Gasmengenermittelang; Vergleichende Ueber-
sicht verschiedener Meßverfahren ; Beispiele praktischer Anwendung einiger
Meßmethoden. —
In der Kersm- und Glas Industrie bat sich das Messen irgendwelcher
Gase kaum eingebürgert; es war bisher noch nicht nnumcäuglich DÖ'itr,
aber b*i der zunehmenden Vertenernng der Brennstoffs nid der dadarcb!
bedingten Notwendigkeit größi möglicher Ausnutzung durch Vergasung
wird die Industrie geradezu gezwungen werden, auch bH der Gasfeuerung
die Gannengen zu messen zwecks der Feststellung der Wirtschaftlichkeit
beim Brennstr ffverbranch. Bei derartigen Aufgaben wird nun das Buch
von großem Nutzen sein, da es auf die Bedürfnisse der Praxis eingestellt
ist und die Wabl einer entsBreeh enden Gssnieiimethode erleichtert. Die
vielen Rechen beispiele, Tabellen, Schaubilder nnd Zahlentafeln dienen der
Ergänzung des Innalts ui.d sind für den Praktiker vcn besonderem Wert.
Jedenfalls bietet das Werk reici 1 cq Anregung, auch bei Gasen im großen
Messungen vorzunehmen, also praktische Wirtschaft da zu treiben, wo
bisher vermeintliche Schwierigkeiten dies zu verbieten schienen, und das
berechtigt zu einer weitgehenden Empfehlung des Baches in den ein-
schlägigen industriellen Kreisen.
Chemische Technologie der Emailrohmaterialien für den Fabri-
kanten, Emailchemiker, Emailtechniker usw. Von Dr.-Iug Julius
Grünwald, gew. Fabiikdirektor, berat. Ingenieur für die Eiseuemail-
indngtrie. Zweite, verbesserte und erweiterte Auflage. Mit 25 Text-
abbildungen. Berlin 1922. Verlag von Julius Springer. Preis geh M 76 — .
In zweiter Auflege erscheint das Buch des bekannten Email Fach-
mannes und beweist damit seine Brauchbarkeit und überhaupt Existenz-
berechtigung. Die Kenntnis der zu einem Werkstoff benötigten Roh-
materialien iBt von so außerordentlich großer Wichtigkeit, daß man Bich
oft wundern muß, wie schlecht es darum in vielen Kreisen der Erzeuger
bestellt ist. Und gerade in der Emailindustrie, dem Mittelding zw sehen
Eisen- und Keramin ustrie, spielen A't und Qualität der Rufest' fie eine j
weBentJicbe Rolle. Dem in den ietzten 20 Jahren und besonders neuer-
dings bei vorgetretenen Streben nach Vertiefung der Kenntnis der kerami-
schen Rohmaterialien kommt das Buch in weitestem Maße entgegen,
indem es die chemisch-technologische, mineralische und auch praktische
Seite der be-onders emtiltechnisch wichtigsten Stoffe /behandelt, wodurch
dem Leaer offenbar wird, in welchem Zusammenhang jedes Material mit
dem Endprodukt steht und in welchem M^ße es das letztere zu beein-
flussen vtrmag Die tre l iehe Darstellung in dem Bache rechtfertigt den
Wunsch einer möglichst weiten Verbreitung auch der zweiten Aullage in j
dtn Kreisen der Praktiker in der Emailinduatrie.
Deutschland.
Hertwig & Co., Katzbütte. Kaufmann Arno Gössinger und Betriebs-
leiter Edwin Langert haben Gesamtprokura.
Niedersachsenwerke, A.-G., Lamspringe. Die Kapitalserhöhang nm
M 3 Mill. auf Ji 6 Mill. ist durchgeführt.
Czuday Werke, G. m b, H., Roedzin-Schoppinitz. Das Grund-
kapital ist von M 150 000 auf Jt 175 000 erhöat worden Als weiterer
Geschäftsführer wurde Kaufmann Benjamin V. Hemming bestellt.
„Union" Veltener Tonindustrie, A-G,Bsrlin. Die Kapitalserhöhnng
nm M 2,8 Mill. auf M 4 Mill. ist erfolgt.
„Vtto" Veltener Touwarenfabrik Rudolf Grosser, G m b. H, Velten.
An Stelle des ausgeschiedenen Direktor Rudolf Grosser wurden Kaufmann
Edwin Schubert und Töpfermeister Wilhelm Kundi zu Geschäftsführern
besteilt.
Tonwerk Kolbermoor Steinbeis und Genossen, A.-G., Kolbermoor.
Als stellvertretendes Vorstandsmitglied wurde Waliher Koppisch bestellt.
Seine Prokura ist erloschen.
Scbmirgelwerke, A-G, Berlin. Das Grundkapital soll um M 3 Mill.
erhöht werden. Zu stellvertretenden Vorstandsmitgliedern wurden Kauf-
mann JoHef Montag und lug. Carl Schumann bestellt. Die Prokura von
Joseph Montag ist erloschen.
Mitteldeutsche Scbmirgelwerke, A.-G., Butzbach. Die Kapitalser-
höhnng um M 4 Mill. Stammaktien auf Ji 5 Mill ist durchgeführt. /
Nexos-Scbmirge werk Phönix, G. m. b H., Flörsheim a. M. Das
Stammkapital ist auf M 32000 erhöht worden
Oberhausener Glasfabrik Funke & Becker, Oberhausen. Handlungs-
gehilfe Christian Riehtsteig hat Eiuzelprokura.
Vereinigte ZwieBeler & Pimaer Farbenglaswerke, A.-G., München.
Die Kapitttlserhöbuog um Jl 4 5 Mill Stamm- und M 0,25 Mill. 7%
VorzugfBktien auf Jl 10 Mul. ist ertolgt.
„Zemth" IsolieiflaschengeseUftchaft m. b. H., Berlin. Direktor
Friedn h 0. Hofmann und GlttBb)äoerm*iHter Waller Schulz sind nicht
mehr Geschäftsführer, als solcher wurde Kaufmann Franz Schmidt bestellt.
Isolieiflischenfabrik „Urania" Fritdrich & Schiller, Jlmenau Per-
sönlich haftende Gesellschafter sind die Fabrikanten Louis Friedrich und
Gotthold Schiller. Jeder Gesellsehafter ist einzeln Vertretungsbefugt.
Alexander Ktlcbler & Söhne, Jlmenau. Kaufmann Rudolf Thiene hat
Eiuzelprokura. Die Prokura von Reiuhold Liebetrau ist erloschen.
A. Otto Müller, Neuhans a. R. Nelly Dehler, geb. Müller, und Else
RoBenbhi,m, geb. Möller, sind als persönlich haftende Gesellschafter unter
Aasschluß der Vertretungtbefagnis eingetreten.
Ptnziger Glasnnanufaktur Karl Wurzberger, l'enzig, O.-L. Inhaber
ist Kaufmann Karl Wurzberger.
1922. (55. Jahrgang.)
Albert Ziegler, Schleusingen. Fabrikation and Versand von Thermo-
metern, Glasinstrumenten nnd Hohlglasartikeln. Inhaber ist Fabrikant
Albert Ziegler.
Adolf Fink, Scbmiedefeld, Kr. 8chleusingen. Fabrikation nnd Ver-
trieb von Thermometern und Glasinstrumenten Inhaber ist Fabrikant
Adolf Fink.
Schindler & Co., Zweigniederlassung Stfinach, S-M. (Hauptnieder-
lassung in Gablonz a. N.) Adolf S hindler ist darch Tod ausgeschieden.
Die Kaufleute Felix Schindler und Dr. Emst Blumenfeld sind als persönlich
haftende, selbständig vertretungsbefugte Gesellschafter eingetreten.
Metallwerke B Rudolph & Co., G m. b. H . Allstedt. Die Gesell-
schaft ist zwecks Umwandlung in eine A.-G. aufgelöst worden. Selbständig
vertretungsbefugte Liquidatoren sind die Geschäftsführer Direktor Bernhard
Rudolph und Kaufmann Kerl Wölfl
Hecker & Sohn, A.-G., Bernsbach. An Stelle des ausgeschiedenen
Direktors Heinrich Leonhardt wurde Direktor Martin Frank zum Vorstands-
mitglied bestellt
F. C. Klötzer Nachf , Emaillier- und Stanzwerke, Martin & Bausch,
Lauter. Die Firma lautet künftig: „Bausch W<-rke". Kaufmann Georg
G. A. Fritze ist ausgeschieden. Buchhalter Johannes Richter und Ingenieur
Fritz Klötzer haben Einzelprokura.
„&.nker" Konservenglas-Gesellschaft m. b. H., Finsterwalde. Die
Vertretungsvollmacht des Liquidators Richter ist erloschen
Fritz Bonsack, Schleusingen, Medizinglasspezialgeschäft. Inhaber
ist Kaufmann Fritz Bonsack.
„Date" Laboratoriums- und Industriebedarf, m. b. H„ Hamburg.
An Stelle des ausgeschiedenen J W. Ditne wurde Kaafmaaa Nithan
Lunz zum Geschäftsführer bestellt. Paul Beutel hat Prokura.
Glas-Gesellschaft m. b. H , Berlin, Dai Stammkapital ist um M 30 000
auf M 50000 erhöht worden. Zum zweiten Geschäftsführer wurde Kauf-
mann Zttlman S. Urison bestellt
Glas- and Keramik-Vertriebsgesellschaft m. b. H., Berlin. Handel
mit Glaswaren nnd keramischen Artikeln sowie mit Waren anderer Art.
Stammkapital: M 200000 Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer
sind die Kaufleute Jacob Verliebter, Mirena Desser, Paul Kriske und Fritz
Kindermann.
Elizabeth Helbsing, Bad Salzuflen. Die Firma laatet jetzt: „Rosen-
thal-Niederlage Bad , Salzuflen Inh. Elisabeth Helbsiag. G. m. b. H."
Ostdeutsche Tafelglas-A-G. für Industrie and Baubedarf, Breslau.
Erwerb and Vertrieb von Tafelglas jader Art sowie AbschlaO aller mit diesem
Fache zusammenhängenden Gescbäfte. Grundkapital: JL 1 Mill. Vorstand ist
Kaufmann Conrad May. Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen
haben, sind die Kaufleute C. May, S Imbach, Bankdirektor A Kraase,
Kaufmann B Ueberschaer, Oberingenieur M. Grosdidier, Bürgermeister
H Wolff. Den ersten Aufsichtsrat bilden Birgerm Meter H. Wolff, Vors.,
Architekt A. Böttcher, stellv. Vors., Kaufmann 8. Imbach, Ooeiingeniear
M. Grosdidier, Kaufmann P. Cohn.
Otto Tränkner, Berggießhübel. Handel mit Drogen, Farben, Kolonial-
waren, Eisen-, Giss- und Kurzwaren. Inhaber ist Kaufmann Otto Tränkner.
Vereinigte Glasgroßhandlungen A. K'üger & Paul Fahrenwaldt,
G m. b. H , Stettin. Wiliy Lichterbeck nnd Marie Meifert haben Prokura
mit einem Geschäftsführer oder einem anderen Prokuristen.
Tntiringer Braunstein und Mineralmahlwerke, G. m. b. H., Arnstadt.
Kaufmann Adolph Büttner hat Gesamtprokura.
Vereinigte Talkam- und Speckstein- Werke Hermann Kopf, München.
Die Firma ist erloschen.
Vereinigte Hohenbockaer GlasBandgraben von H. Weichelt & Co.,
Dresden. Emil Meinike and Johannes Aßmann haben Gesamtprokura.
Werkzeugfabrik für die Glasindustrie, G m. b. H., Dresden, (Bürger-
wiese 18). Herstellung und Vertrieb von Werkzeugen zur Herstellung
von Glas und den zu innen gehörenden Nebenanlagen, insbesondere Aus-
beutung der von Ing. Valentin Lorentz beim Rcichepatentamt in Berlin
angemeldeten Erfindungen bzw. vom Patentamt dazu zu erteilenden
Schotzrechte. Stammkapital: M 20 000. Geschäftsführer Bind Fabrik-
besitzer Kurt W. Lippold und log Valentin Lorentz. Sie sind nur beide
gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokuristen ver-
tretungsbefugt.
Patente.
Den tue he« Reich«
Anmeldungen.
7 c, 26. B 100 954. Vorrichtung zum Justieren von Blechkapseln
für Glastuben. Radolt Bornkessel, Mellenbach. 2. 8 21.
10 a, 13. A 33 226 Formst ein zum Aufbau gitterwerkartiger Heiz-
wände von Kammeröfen. American Coke & Chemical Company, Chicago
1.4. 20.
12 a, 2 H 84 963. Trocknnngsaulage zur Gewinnung von Stoffen
oder festen Bestandteilen, die in Flüssigkeiten gelöst oder verteilt sind
6.4 21.
12 a, 2. H 86499. Vorrichtung zur Trocknung und Gewinnung
von Stoffen, die in F»tissigkeiten gelöst oder verteilt sind; Zus. z. Anm.
H. 84 963. 4 8. 21.
Traugott Hffnann, Brnushaupten, Mecklbg.
12 i, 37. B. 102 967. Ofen zum Kalziuie ei von Kieselgur. Dr.
Wilhelm Bünte, Hannover Linden, Doisterstr. 8, u. Karl Radeloff, Bremen,
Liebfr»uenkirchhof. 23. 12. 21.
21c, 10. S. 65170. DurchfUhrungsisolator nach dem Kondensator-
prinzip für Hochspaanungsapparate, Siemens & Htlske, A.-G., Siemens-
stadt b. Berlin. 31. 12 20.
21c, 13. P. 88 036. Hänge- oder Abspannisolator der Kappentype.
Porzellanfabrik Ph. Jtusenthal & Co., A.-G., Selb i. Bayern. 9. 7. 19.
SPRECHSAAL - COBURG.
1922. (ftö. Jahrgang.)
-COBURG.
Nr. 17 — 203
21 g, 11. P. 39945 Eotladungsgefäß ans Glas, bei dem eine oder
mehrere Eiettroden ans einem metallischen Be!8g der Innenwand beuteten
Patent-Trenhand-Gesellachaft für elektrische Glühlampen m. b. H., Berlia.
3.6. 20
21g, 15 S. 55 737. Hochvakuumröntgeniöhre. Siemens & Halske,
A.-G, Siemen ssts dtr b. Berlin. 2 3 21
26 a, 14. 0. 30 823 Verscblnßvorrichtunar für die unteren Oefi
nungen Btebender Retorten oder Kammern. Chamottefabrik Thonberg,
A.-G., Thonberg, Besr. Dresden. 23 6. 21.
30 b, 14 K 75 335 Antwechselbarer künstlicher Zahn mit Rücken-
platte Wilhelm v Kondratowiez, Berlin, Alte Schönhauser Str 60 26. 1 1. 20.
30 d, 26 B 102475. Künstliches Auge. Dr. Paul Bendix, Frank-
furt a. M, Rttckerstr. 50. 23.11. 21
30 g, 3. Sch. 69 223 Sieberbeitaversehloß für Flaschen. Carl
Schnuerle, Frankfurt a. M., Waldschmidtstr. 57. 30 8. 20
32a, 7. C. 28 866. Baiter für Glasmacheipfeifen. Coming Glass
Works. Coming, Newyork. 13.3. 20
32 a, 15. H 8'6«5 Giar-blapfmaschine mit drehbarem Gestell.
Robert Fred-riek Hall. Birmingham, Engl 7. 7. 20 Großbritannien 10 7. 17.
32 a, 27 B 91561 Verfahren zum Drehen zylindrische.- Körper,
besoiders ft a«kö per Paul Bornkessel, Frohnau, Mark. 12.11. 19
32 a, 27 Verfahren zum Zusemmenscbmelzen von Glasgegenständen
aus Teilen. E'nst Angn9t Krüger, Zeuthen. M»rk 13 3 20
82a, 27 P. 40 768 Verfahren zur Erzeugung eines verfieebtbaren,
verseilbaren oder veiwebbaren Glaegespinstes. Gedern v. Pazsiczky,
Wand-bek. 11.10. 20.
32 a 33 L 60 948 Verfahren zcro Ritzen oder Schneiden von Glas.
Dr. Erxh Liebreich, B rlin- Halensee, Joachim Friedrich- Str. 51. 10.7.20.
42', 1. K 78168 Thermometer. Wilhelm K amer, Tnermometer-
fabiih, Kimmanditgesellschaft, Zerbst, Anh. 27.6 21.
42i, 1. ü 7475. KapilJarrobr für Theimometer. 11.5. 21.
42 i, 1. V 7514, KapillfTrohr für Thermometer. 16 6 21.
Wilhelm Uebe, G m b. H , Z«rbst, Anh.
42i, 9. L 51882. Optisches Pyrometer. Michael Lockhoven, Köln-
EhreiMd, GeißeMr. 78 4 12. 20.
42 i, 9 H. 84 091. Optisches Pyrometer. Dr. Rudolf Hase,
Hannovt-r, Josefstr 26 25. 1. 21.
42 i, 9. S. 55 277. Strahlungspyrometer mit Thermoelement und vor
diesem liegender Blende. Siemens & Halske, A.-G , SiemenBStadt b. Berlin.
10. 1. 21.
44 b, 18 _P. 42 432. Etoi für Zigarren oder Zigaretten u. dgl.
Porzellsufabrik F. Tbomas, Marktredwitz, Bayern. 7 7. 21.
64 a, 35 L 45127 Druckschraubenverschluß für Flaschen u. dgl.
Julius Lovas, Budapest. 26 3. 17.
75 b, 13. W. 57 568 Verfahren zur Herstellung von Glaemosaiken.
Werketätten für dekorative Kunst Racz & Co., Berlin. 19. 2. 21.
80 a, 25 B. 94925. Strangpresse mit schwingbaren Preßflügeln.
Gebrüder Bnhler, Uzvii, Schweiz. 6.7. 20. Schweiz 1 11. 19
80 a, 44 A 83 736 Maschine zum Formen unronder keramischer
Gegenstände mit Drehscheibe und Formate». Aktiebolagct Gustafsb'erg
Fabriks Intressenter, Gostafsberg, Schwed. 8 7. 20. Schweden 15. 8 19
80 a, 67 T 23184 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung
von an der Obeifiache verzierten Gegenständen aus keramischer oder
ähnlicher Masse. Heinrich Tbein, Hofheim, TJuterfranken. 10. 10. 19.
80 a, 47. J. 20 423. Presse für Porzellangegenstände mit Innen-
gewinde. Franz Jawansky, CaTlowitz. 10. 6. 20.
80 b, 7. D «0473 Verfahren zur Herstellung von Kunstmeerschaum;
Zus. z. Pat. 340 533. Paul Deussing, Runla, Tuür. 23.9.21.
8üb, 12. V 16 021. Verfahren zur Herstellung feinkeramischer
Erzeugnisse. Dr Wili-elm Vershofen, Sohneberg. 18.11.20.
80 b, 19. M. 75 275. Verfahren zur Herstellung einer säure- und
wasserfesten Politur auf Kunststein durch Aufbringen von Kunstharzlösung
und Erhitzen. Märkische Marmorwerke, G. m b. H., Dortmund -Hafen,
Speicberstraße 98. 27 9 21.
80c, 5. W. 50 997. Ringförmiger Kanal-Mafielofen. C B.Winzer,
Hamburg, Winterhuderweg 14 19. 6. 18.
80 a, 14. T. 19 652. Verfahren zum Sintern und Rösten im Dreh-
rohrofen.
80 c, 14 T 21 087. Verfahren zum Sintern, Agglomerieren, Brennen,
©alcinieren, Bösten und dergl. im Drehrohrofen.
Bertha Culin, Hamburg, Borgfelder Str. ,85. 11.4.14.
82 a, 1. M. 70 993. Trockenverfahren für Tonerzengnisse. Carl
Münzel u. Alois PoetzJ, Röhrsdorf a. d. B , N -B. 12. 10. 20.
Zurücknahme von Anmeldungen.
80b. A. 27 923. Verfahren, Körper aus Ton, Steingut, Porzellan
oder dergl. keramisch dichter Masse unempfindlich gegen plötzliche starke
Temperaturunterschiede zu machen. 7.11.22.
Versagimg.
67 a. K. 70 680. Einrichtung zur bequemen Anordnung mehrerer
Einheiten gleichartiger Schleif- nnd Poliermaschinen für optische Gläser
und zur beliebigen Vermehrung der Einheiten. 29.3 20.
Erteilungen.
352 344. 12 d, 6. Vorrichtung zum Oeffnen von Filterpressen.
Elektro-0 mose, A.-G (Graf S :hwerin-Gesellschiif i), Berlin. 18.10. 19
352 367. 341, 1. Irdene feuerbeständige Gefäße oder Tiegel.
F. M. Eufcen Bleß, Kö n-Mllheim, KranenBtr. 6. 16.9. 17.
352 569. 80 a, 25. Schneckenpresse für Ton und andere plastische,
keramische Massen. Griesemann & Co , Magdeburg-Naustadt. 7. 9 19.
352 560. 80 a, 47 Verfah en und Vorrichtung zur Herstellung von
Isolatoren u. dgl. Hellwig Schröder, Koblenz a. Rh., Schenkendorfstr. 35.
13.1.20.
362 569. 4 a, 39. Verfahren zum Fassen von Glasscheiben, besonders
iür Deckgläser. Robert Bosch, A.-G., Stuttgart. 1. 8. 20.
352 675. 30 b, 14. Künstlicher Porzellanzahn mit Räckenplatte.
Paul Andre Jouvellier, Paris. 12. 6. 21. Frankreich 15 6 20.
352 732 32 a, 5, Verfahren zur Verkleinernng der in einem Glase
enthaltenen Blasen. Schott & Gen., Jena. 8.12 14, ' M:::ZZ
352 802. 30 b, 14. Künstlicher Zahn für Kieferprothesen. - Jean
Louis Philippe Roume^uere, Auch, Gers, Frankreich. ^4. 8 20. Frankreich
6 9. 19.
352 805 36 a, 13. Hintermauerung von Kachelöfen. Dr. Karl Brabbe
Charlottenhurg, Weimarer Str. 50. 16. 5.20.
352 829. 75 c, 22. Spritzapparat für Farben u. dgl. Leipziger
Tangier-Manier Alexander Grabe, Leipzig-Piagwitz. 27. 11. 20.
Beschreibunsren«
Medizinisch-chirurgische liest» nmente aus Glas. Auf rtai Glas
wird eine beliebig dicke GummielaBtimm-Schicht aufvnlkanisiert. 30k, 19.
Nr, 346 016. 15 2 21 Dr. Aibrecht M yenberg, Berlin.
Verfahren zorn Schmelzen von Quarz. Derselbe wird in einem
Raum elektriech geschmolzen, der solange aufgepumpt wird, bis der Quarz
flüssig ist, nnd der mit gepreßtem Gas gefüllt wird, sobald der Q narz ge-
schmolzen ist, und mit gepreßtem Gas gefüllt bleibt, bis der Q >arz er-
starrt ist Dies zn dem Zweck, ein blasenfreies Schmelzest zu erhalten.
£2», 35. Nr. 310134. 10.12.13. Hago H4berger, München.
Schlagstempelpresse zur Herstellung von Platten und anderen
massiven Gegenständen aus keramischen Massen mit einem durch das
Lichte des Formrabmens gebenden Scblagstempe), dessen Arm beim
Niederfallen bei wagerechter Luge der Schlagfläche abgefangen wird.
Zam Abfangen des Schlagarmes dient die für sich bestehende und auf
der Unterlage feste Rückwand des Formrahmens 80 a, 13. Nr. 346 426.
11 7. 19. Emil Ahrens, Halle a. S.
Verfahren zum Formen von nicht hiidsamer körniger Masse,
besonders von gemahlenem Ganiiter. Die Misse wird aus solcher Ent-
ff nung in die Form fallen gelassen oder geschleudert, daß ihre Teilchen
ich auf dem Wege zur Form voneinander trennen und nicht gleichzeitig
dichte Masse, sondern als aufgelockerter Schwärm zu verschiedenen
Zeten aufschlagen. 80 a, 45. Nr. 346 503 17. 2. 20 Refractories
Maihinery Manufacturng Company, Pittsburg, Pa., V. St. A.
Büttelmaschine zum Verdichten hörniger Ms pulvriger, sowie
auch plastischer Missen in Fosmen oder anderen Behältern, bei welcher
dem Forn träger Zitterbewegungen von hoher Schwingangszahl erteilt
werden Die Bewegungen werden durch umlaufende unausgeglichene
Schwungmassen hervorgebracht, welche in einem in einer Eoene oder
gleichzeitig in mehreren einander schneidenden Ebenen frei beweglichen
(iestell drehbar gelagert sind. 80 a, 46. Nr. 346 557. 6 11. 19. Frank
Gsorg Price, Limpet Works, Scotstoua, Glasgow, Schottland.
Isolator für elektrische Leitungen. Der Isolierkörper ist mit
einem ini eren durchgehenden Kanal, durch den tiia das E ement mit dem
Anßenteil des nächstfolgenden Elementes verbindenden Organe hindnrch-
sre/üart sind, versehen und weist an der Aaßenseite Nuten auf, die zum
Festhalten des Verbindnngsseiles oder -bandes dienen, wobei die Ver-
wendung von ZemeDt oder einem ähnlichen Material vermieden ist.
21c, 13 Nr. 346 589. 2 9. 20 Sucieta Ceramica, RiQaard-Ginori,
Mailand, Italien.
1 Verfahren zur Emaillierung eines aus einem Außenmantel,
einem Flammrohr und den diese verbindenden Böden bestehenden Bade-
ofenzylinders. Der B»deofen zylinder wird in einzelnen getrennten Teilen
emailliert, die nach dem Emaillieren unter Erhaltung des Emailleüber-
zuges miteinander verschweigt werden.
2. Verfahren nach Ansprach 1. Der mit beiden Böden verschweißte
Mantel einerseits nnd das Flammrohr andererseits werden je für sich
emailliert und danach verschweißt. 48 c, 5. Nr. 346 601, 31. 5. 19.
Carl Gollnm, Eisenach.
Befestigung von Konstruktionsteüen irgendwelcher Art an
Körpern von Porzellan oder ähnlichem, keramischem Material. Die Ver-
bindung erfolgt mitteis Holzschrauben oder Schrauben mit holzschrauben-
artigem Gewinde, um auch bei größeren Differenzen iu bezog auf die
Gewindetiefen noch ein sicheres Featnalten der zu befestigenden Teile am
Isolierkörper zu erreichen und auch nicht ganz einwandfreie Isjlations-
teile noch verwenden zu köanen. 21 c, 17. Nr. 346 632. 10. 11. 20.
Voigt & Haiffaer, A.-G., Frankfurt a. M.
Presse zur Herstellung von Pendeleiern und ähnlichen Gegen-
ständen aus Porzellan, Steingut oder Ton, mit Gewindelöchern, mit Hilfe
eines in der Matrize verschraubbaren, den Gewindeiöchern entsprechenden
Gewindeschntilbolzens. Der Gewindeschneider und der Preßkopf werden
in solcher mechani scher Verbindung miteinander angetrieben, daß, während
der Preßkopf die M*sse in die Matrize eingedrückt hält, der Gewinde-
BchEeider in die Masse hineingeschraubt und wieder herausgeschraubt
wird. 80 a, 47. Nr. 346 867. 23 5.20. Franz Jawansky, Breslau-Carlowitz.
Expiosionspipette für &ssana)yse. Sie besitzt außer der oder
den in ihrem baserzeugungsraum befindlichen Elektroden noch eine
EUktrode für die Erzeugung vonZisatzgas in einem Nebengefäß, das mit
der Pipette in leitender Verbindung steht. 42 b, 4. Nr. 346910. 2.2.21.
Allgemeine Vergasungsgesellschaft m. b. H., Berlin-Halensee.
Verfahren zur Herstellung von dichten «egenständen aus Bauxit.
Gebrannter Bauxit wird in feinst gemahlenem Zustande zum Gegenstand
verformt und dieser gebrannt. 80 b, 8. Nr. 346 944 24. 10. 15. Dyaamidon-
Werk Engelhorn & Co., G. m. b. H., Minnheim -Waidüof.
Isolator. Er besteht aus einer in der Mitte angebrachten Stange
ans Isoiieisii ff, von hoher mechanischer Festigk<it, die gegen atmosphärische
Einritts e durch ein Rohr aus ii-oliereudem und gegen Fcucntigkeit un-
eini bildlichem Material geschützt wird, das keiner mechaniscnen Be-
B^pruchung durch die Ldiung ausgesetzt ist. In seinem lauern befindet
sich ein trocknes, unter Druck befindliches Gas, dessen Druck jederzeit
durch eine besondere Leitung kontrolliert werden kann. 21 c, 13. Nr. 347024 .
20. 8. 20, M. Paul Bergeon, Grenobie, Frankreich.
204 — Nr. 17
SPRECHSAAL —
COBURG.!
1922. (55. Jahrgang.)
Yerbüider für Seilschlaufen von Hängeisolatoren nach Patent I
344 050. Auf der Innenfläche der beim Zusammensetzen des Verbinders
außen liegenden größeren Halbkugeln sind Erhöhungen angebracht, die
beim Zusammenfügen in die das Seil aufnehmenden Schlitze der innen
liegenden kleineren Halbkugeln eintreten und hier die Anlageflächen für
die Seilverdickungen vervollständigen. 21 c, 13. Nr. 347 078. 7. 12. 20.
(Zusatz zum Patent 344 050). Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf-
Klosterlausnitz, Hermsdorf, S. A.
Zweiteiliger Verbinder für die Zusammensetzung von Hänge,
isolatorenketten nach Patent 344 050. Die Schalen sind so gekrümmt,
daß sie sich in ihrer Bogenform dem durch den Isolator geführten Seil
anpassen Zusammengelegt bilden sie Schlitze, die zur Aufnahme der für
die Endaufhängungen von Isolatorketten üblichen Ringösen oder Klöppel
dienen. 21 c, 13. Nr. 347 079. 2.7.20. (Zusatz zum Patent 344 050).
Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf-Klosterlausnitz, Hermsdorf, S.A.
Gebrauchsmuster.
Deutsches Beleb.
Eintragungen.
806 869. 75 d. Handgemaltes Glasbild. Berthold Schilling, Langen-
kamp 2, und Otto Wenk, Raboisen 63, Hamburg. 19. 1. 22.
806 877. 421. Hochvakuum-Exsiccator. F. Jhlow, Berlin-Grune-
wald, TVplitzerstraße 5. 21. 1. 22
806 982. 53 b. Deckel für Einkocheläser. August Zur, Hannover,
Listerstraße 33 c, und A. Lampel & Co., Kommandit- Gesellschaft, Berlin.
17. 3. 19.
807289. 24 k. Feuerbrttckenformsteiu. Fritz Wagener, Linden a, Ruhr.
19. 1. 22
807 442. 64 a. üeberkapsel mit King für Schraubgläser.
807 443. 64 a. Schablonendeckel für Deckelstopfen. 1. 2. 22.
807 452. 64 a. Verschluß für Gefäße, insbes. Flaschen, Kruken
o. dergl. 8. 6, 21.
Paul Bornkessel; Frohnau.
807 540. 45 f. Blumentopf mit glasiertem Band und glasierten Ver-
zierungen, die auf dem rohgebrannten Scherben angebracht sind. Friedrich
Hudler, Dießen a. Ammersee, Oberbayern. 9. 2. 22.
807 548. 42 i. Fieberthermometer in runder oder ovaler Form mit
Bundskala. Bother-Thermometer, K -G., Zerbst. 28. 12. 21.
807 583. 80 c. Gasgeheizter Porzellanbrennofen. Franz Rohrwasser,
Halle a. S., Talstraße 29 a. 30 8 20.
807 627. 70 c. Immer fließendes Tintenglas bezw. Tintenfaß.
Schmidt & Köhler Nachf. und Otto Both, Frankfurt a. M. 3. 12. 21.
807 637. 33 c. Flasche * für Riechstoffe u. dergl. Gustav Lohse,
Teltow b. Berlin. 28. 1. 22.
807 755. 42 i. Thermometer für die Kabine von Personenauto-
mobilen. Glastechnische Präzisionsfabrik für Laboratorium- und Fabrik-
bedarf Widder & Co., Schmiedefeld, Kr. Schiensingen. 9. 1. 22.
807 867. 42 n. Karton mit den einzelnen Phasen der Thermo-
meterherstellung. Carl Woytacek, Glastechnische Werkstätten, G. m. b. H.,
Hamburg. 13. 1. 22.
807 953. 53 c. Vorrichtung zum Schließen von Konservengläsern.
31. 12. 20.
807 958. 53 b. Vorrichtung zum Schließen von Konservengläsern.
29. 4. 21.
Otto Witte, Leisnig i. S.
807 982. 36 a. Kachel für Oefen, Wandbekleidungen usw. Ernst
Schirrmacher, Berlin-Steglitz, Filandastraße 28. 8. 2 22.
Verlängerung der Schutzfrist.
678 774. 32 a. Formenschließwerk usw. Fr. Wilhelm Kutzscher,
Deuben-Dresden. 1.3.22.
681 729. 53 b. Verschlußvorrichtung für Konservengläser. Heinrich
Langhorst, Grohn- Vegesack. 1. 3. 22.
679 751 32 a. Preßling zur Herstellung von Glashähnen usw.
Wilhelm Joffa, Jlmenau i. Th. 14. 12. 21.
699 985. 21 c. Hänge- und Abspannisolator uaw.
700 483. 21 c. Hochspannungsisolator usw. 10.2.22.
703 370. 21c. Isolator usw. 23.2.22.
714 632. 21 c. Vorrichtung zur Befestigung der Kappe auf Iso-
latoren. 10.2 22.
Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf - Klosterlausnitz, Herms-
dorf, S.-A.
Fragekasten des Sprechsaal.
Zup Beachtung bei Benutzung des Fragekaatene.
1. Der Fragekasten dient dazu, technische und andere für unseren Leserkreis wissenswerte Fragen und Fabrlkatloi^fehleif
offen ku erörtern, ferner Hilf «mittel, Materialien, Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sich Bezugs-
quellen im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
». »ie direkte Vermittelung des An- ©der Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
8. »ie Kamen der Fragesteller werden nach keiner Weise hin genannt, anonyme Zuschriften jedoch nicht berücksichtigt.
4. »le Antworten werden nur In die zweite auf die Frage folgende Nummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
kOnnen nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
R in« Redaktion behält sich vor. ohne Angabe von «runden sowohl Fragen als aueh Antworten abzulehnen; für brauchbare
Beantwortungen tecScherFragen gew&hrt sie ein angemessenes Zellenhonorar. Eine zlvUreehtUehe Haftpflicht übernimmt die
Redaktion nicht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
66. In Anbetracht der prinzipiellen Vorzüge des Tunnelofen-Systems
wird dieser zur Zeit in stärkerem Umfange bei höheren Temperaturen ver-
wendet. Welche Erfahrungen liegen aber damit vor beim Brennen kera-
mischer Artikel bei SK 012— 011? Welche Art der Befeuerung wurde
dabei angewendet, und hat die Generatorfeuerung Erfolge gezeitigt? Welche
Länge müßte ein solcher Ofen, wie er praktischen Bedürfnissen entspricht,
haben, wenn das zu brennende Material als Rohmaterial etwa 40 % -Feuch-
tigkeit hat? Die Leistung soll 5000—10000 Steine pro Tag sein.
ErsteAntwort: Das Tunnelofensystem ist ebensogut bei niederen
als bei höheren Temperaturen wirtschaftlich. Die Gasgeneratorfeuerung
ist der direkten Feuerung vorzuziehen, da damit allerlei Vorteile und
auch eine höhere Kohlenersparnis erzielt werden. Man wählt bei Anlage
eines Tunnelofens entweder die direkte oder indirekte Beheizung, im
letzteren Falle den sogenannten Muffeltunnelofen. Derselbe ist insbesondere
ftir Glasurware zu empfehlen und dort, wo die Flamme mit der zu
brennenden Ware nicht in Berührung kommen soll. Wie lang der Ofen
sein muß, wird Ihnen jeder Tunnelofenbauer berechnen können, wenn Sie
ihm nähere Angaben machen. Welcher Art die Steine sind, die Sie brennen
wollen, und wie schwer sie sind, danach richtet sich hauptsächlich die
Konstruktion. Auf jeden Fall wird der Tunnelofen grolie Ersparnisse
zeitigen, wenn es Ihnen nicht auf die hohen Baukosten ankommt.
Zweite Antwort: Warum soll das Tunnel-Ofensystem sich
nicht für SK 012—014 eignen? Und warum soll Generatorfeuerung
ungeeignet sein? Die Länge des Ofens erfragen Sie am besten bei einem
Tunnelofen-Konstrukteur. Der Faugeron-Ofen wurde in seiner ersten Ge-
stalt bei Steingut angewandt. Die Koblefeuerung ist dabei ebenso an-
wendbar als der Gasbrand. Sie werden im Tunnelofen bedeutend mehr
als 10 000 Steine im Tag brennen können; es kommt allerdings auf die
Größe der Steine an.
Dritte Antwort: Es scheint sich bei Ihnen ledisrlich um ge-
wöhnliche Mauersteine zu handeln, die bei etwa 830—880° gebrannt
werden. Hierzu eignen fcich die Gasfeuerung und der Tunnelofen keines-
wegs, denn die Wirtschaftlichkeit setzt erfahrungsgemäli erst über 1100°
ein. Am besten bauen Sie einen Kanalofen, der mit einer automatischen
Trockenanlage versehen ist, die unmittelbar vor dem Ofen Aufstellung
findet, um die Wege kurz zu gehalten. Die beste automatische Anlage
ist die nach D. B. P. 288 248, weil hier ein Kanalofensystem mit Kanal-
trocknerei kombiniert int bei denkbar kleinster Grundfläche, daher anch
naturgemäß geringsten Transporten, was sehr wichtig ist. Der Ofen hat
bei der angegebenen Tagesleistung eine Breite von etwa 8 m und eine
Länge von etwa 16 m; doch spielt bei der Bemessung der Brennlänge un*
daher des Ofens selbst die Empfindlichkeit des Brennguts eine wesentliche
Rolle.
Vierte Antwort: Die Frage der Verwendbarkeit von Tannelöfen
ist in letzter Zeit im Fragekasten genügend behandelt worden, um daraus
zu entnehmen, daß der Tunnelofen sich zum Brennen keramischer Artikel
auf SK 012—014 genau so gut eignet, als für höhere Temperaturen. Zur
Beheizung kommt aus Sparsamkeitsgründen am besten die Generatorgas-
feuerung in Betracht, doch muß der Ofenbauer diese Frage entscheiden.
Der Ofen müßte wohl 60 m lang Bein, doch hängt dieses von der zu
brennenden Ware ab; der Ausdruck Steine ist sehr dehnbar und für die
einwandfreie Beantwortung Ihrer Frage nicht eindeutig genug. Im übrigen
sprechen beim Bau von Tunnelöfen so viele Umstände mit, daß man im
Rahmen des Fragekastens nicht auf alles eingehen kann, sondern dies
einem Fachmann an Ort und Stelle überlassen muß.
67. Mein Versatz aus:
Sand (62,55 °j0 Quarz, 29,06 *lo Feld-
spat, 8,39 °/o Tonsubstanz) . . . 9000 Qew.-T.
Hallesche Erde von Boitze- Salzmünde 6000 „
Schwedischer Feldspat 450 „
steht beim Gießen von großen Vasen sehr gut, dagegen verzieht sich die
Masse beim Drehen von Tassen und Schalen. Woran kann das liegen,
und was muß event. am Versatz geändert oder ihm zugesetzt werden?
Kann man auch eine andere, z. B. bayrische Erde zu dem Versatz ver-
wenden, und wie müßte der Versatz dann lauten?
ErsteAntwort: Ihr Versatz leidet an zu geringem Kaolinznsatz,
um daraus gut stehende Tassen und Schalen fertigen zu können. Anch
würde es sich empfehlen, noch einen anderen Kaolin, z. B. den Hohbnrger
beizugeben. Setzen Sie Ihrem Versätze noch 600 Gew.-T. Hohbnrger
Kaolin zu oder auch Kemmlitzer, der aber weniger plastisch ist als der
erstere, weshalb Sie vielleicht noch etwas höher mit diesem Zusatz gehen
müßten. Leider haben Sie nicht mitgeteilt, wie hoch Sie brennen.
Zweite Antwort: Vom Sand geben Sie die rationelle Zusammen-
setzung an, vom Boitze-Kaolin nicht ; infolgedessen läßt sich kein sicheres
Urteil über die Zusammensetzung Inrer Masse gewinnen. Wenn Vasen
gut stehen, muß dies auch beim Geschirr der Fall Bein. Der Fehler ist
wahrscheinlich in ungeeigneten Schablonen zu Buchen; Sie geben unge-
nügende Spannung in die Schablone oder geben sie an falscher Stelle.
Wenn sich die Masse beim Drehen schon verzieht, so ist falsche Arbeits-
weise schuld oder die Masse ist eben falsch zusammengesetzt.
Dritte Antwort: Wenn Bich Ihr Versatz beim Gießen von
großen Vasen bewährt und diese sich im Brande nicht verziehen, so
1922 (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL
dürfte ein Verziehen von gedrehten Tassen nnd Schalen ans derselbe«
Masse nicht vorkommen. Im allgemeinen magert man die Gießniasse
stärker als die Drehmasse des besseren Gießens wegen. In Ihrem Falle
ist es aber sehr leicht möglich, daß der Fehler durch ^richtige Behand-
lung der Drehmasse vor dem Bindrehen hervorgerufen wird, «ei einer
Drehmasse z. B., die ungleichmäßig ist, verziehen sich Tassen und leller
regelmäßig, und auch Masse, die von der Filterpresse weg, also ganz
frisch verarbeitet wird, begünstigt den Fehler. Ich empfe hie I^en den
Versatz vorerst nicht zu ändern. Lassen Sie die Masse nach dem Ver-
lassen der Filterpresse gleichmäßig schlagen und bringen Sie Heseine
dann einige Wochen in den Massekeller. Vor dem Verarbeiten muß die
Masse dann nochmals gut geschlagen werden, damit sie ganz homogen
wird, Sie werden dann bessere Ergebnisse erzielen . Allenfalls konnten
Sie in Ihrem Versatz 1000 Gew,T. Hallesche Erde herausnehmen
Bayerische Erde und Hallesche Erde je zur Hälfte würden «^ ebenfalls
für Ihren Versatz eignen ; erstere müßte natürlich von bester reiner
Qua '«* ■«»• Antwort. Um Ihre Frage beantworten zu können, müßten
die Analysen der übrigen Rohstoffe auch angegeben sein. Das Verziehen
der Schalen und Tassen braucht nicht an der Massezusammensetzung zu
liegen, sondern kann auch in der Aufbereitung derselben zu suchen sein
über die Sie nichts sagen. Ungleichmäßige Masse, fehlerhaftes Auf-
orehen ? einseitiges zu rasches Trocknen, zu feuehtes Einsetzen in den
Schrühbrand, krumme Kapselböden usw. können den Fehler hervorrufen.
^£kJL können an Stelle der Halleschen Erde ohne weiteres
verwendet werden, wenn sie so ziemlich die gleichen Eigenschaften haben
wie die verwendete Hallesche Erde. Das Verziehen kann aber auch am
Ton liegen, nnd es ist daher nie ratsam, nur einen Ton oder Kaolin zu
verwenden. Welche bayrischen Erden Sie am besten einführen, wird
lieh bei praktischen Versuchen ergeben ; ihre Zusammensetzung ist natür-
ich von vornherein in Betracht zu ziehen. Sind Sie *^t Fachmann,
so unterlassen Sie die Aenderungen nnd betrauen Sie damit ein Fach-
laboratorium oder einen Fachmann.
Glas.
U. Wir haben bei unserer Flaschenfabrikation bisher immer Holz-
späne verwendet, jedoch zeigen sich hier erhebliche Mißstände (Mangel an
%ngen Burschen, Zeitverlust der Auftreiber durch das Spameinlegen
schmutzige Arbeitsstätte). Wäre es möglich, geschmierte Formen bei
gTößereJmaschen bis zu 1 l Inhalt, auch bei dekorierten Flaschen zu . ver-
wenden? Lassm sich dekorierte Flaschen einwandfrei in <^<*™*£»
Formen unter Benutzung von Wasserkästen blasen, und welche Schmiere
wird hierbei am besten verwendet? - _ „aArahta
Erste Antwort: Möglich iBt es wohl, die Formen für gedrehte
Flaschen mit einer Masse zu präparieren, damit das Späneeinlegen weg-
fällt- doch auch dann muß das Einblasen namentlich anfangs vorsichtig
geschehen, bis sich die Masse zu einer festen glatten Ernste angebrannt
hat Die Formen werden folgendermaßen vorbereitet: Zunächst werden
sie von der anhaftenden Kruste gereinigt und mit Schmirgelleinwand aus-
gerieben, darauf werden die inneren Formwände mit dickem Firm i oder
Leinöl bestrichen nnd nun mit fein gepulverter Holzkohle gleichmaßig
eingestaubt. Hierzu verwendet man eine Büchse, die mit einem feinen
Sieb überzogen ist (ähnlich wie ein Teesieb) oder einen Beutel aus grober
Leinwand und sehr fein gemahlene Holzkohle. Sind die Formen ein-
gestaubt, so läßt man sie einige Zeit trocknen. Das Einstauben kann
Ipäter wiederholt werden, so daß sich eine ganze Kohlenkruste an der
Formwand bildet. Die ersten Flaschen müssen nun J»8™;
sehr vorsichtig eingeblasen werden, damit der Kohlestaub gleichmäßig
anbrennt, und nach jedem Einblasen ist die Form in Wasser zu tauchen.
Die innere Formwand wird dabei ganz glatt, und man erhält Flaschen,
die den in Holzformen eingeblasenen an Glanz nicht nachstehen und sich
vorzüglich zum Dekorieren eignen. Die Größe spielt dabei keine Rolle.
Es gehört wie gesagt anfangs etwas Vorsicht dazn und bald finden die
Glasbläser selbst die Vorteile heraus. . . ., . ,
Zweite Antwort: Mit der Steigerung der Arbeitslohne sind die
Holzspäne oder Strohhalme bei der Herstellung von gedrehten Flaschen
immer mehr nnd mehr verschwunden, und man verwendet dafür eine
bewährte Formenschmiere. Man bereitet aus Abfallschmieröl und Kleie
einen dicken Brei und verdünnt ihn mit Wasser derart, daß sich die
Formen bequem mit dem Pinsel ausstreichen lassen. Für dekorierte, fest-
eeblasene Flaschen verwendet man auch Formen mit Wasserkästen, genau
so wie für Formen zur Fabrikation gedrehter Flaschen. Zuweilen werden
auch die Formen mit einer Schmiere ans mit Wasser dünn angerührtem
Graphit ausgestrichen. . , , ...
Dritte Antwort: Aus geschmierten Flaschenformen, gleich-
gültig welcher Größe, erhält man anstandslos einwandfreie Flaschen, so-
bald die Behandlung der Formen Bachgemäß erfolgt. Die Verwendung
einer guten Formenschmiere ist zunächst Hanptbedingnng ; mit dieser
sind die Formen rechtzeitig und gut zu schmieren. Großer Wert ist
auch auf eine bestimmte Temperatur der Formen, zu legen, weswegen sie
zu kühlen sind. Wasserkästen lassen sich für die Kühlung im allge-
meinen nur dann verwenden, wenn bei den Formen nur der Oberteil ge-
öffnet ist; öffnet sich aber die Form in der ganzen Länge, so ist eine
Luftkühlung das beste. Die von einem Ventilator erzeugte Preßkühlluft
wird durch Rohre und Schläuche bis zum Standort der Formen geleitet;
den Luftstrom läßt man nun so stark auf die Form einwirken, daß dieBe
die geeignetste Temperatur beibehält. Läßt sich die Luftkühlung nicht
gut einrichten, so kann man die Form durch öfteres Kaltschütten mit
Wasser kühlen. Es läßt Bich aber auch in zwei Formen arbeiten, sodaß
jeder Einbläser in eine Form einbläst. Die Zwischenpausen zwischen dem
Einblasen Bind dann so groß, daß Bich die Form während dieser Zeit von
selbst genügend abkühlt. Zur Formenschmiere eignen sich die ver-
schiedensten Fette. Oele, Harze usw., und es werden u. a. folgende Ge-
mische angewendet: Graphit nnd Petroleum, Graphit mit Leinöl oder
Firnis, Leinöl nnd Schwarzmehl, Fett nnd Mehl, Abfallöl mit Kleie,
Kolophonium und feinem Holzkohlenmehl usw.
-COBURG. Nr- 17 - 205
45. Wir bitten um Angabe eines guten Satzes für kupferrotes Glas,
im Hafenofen zu schmelzen, das bei der Verarbeitung nicht lebrig wird.
Es sollen schwache Nachtlämpchen und auch stärkere Schliffartikel, wie
Kaffeebecher usw , direkt aus dem Hafen gearbeitet werden. Ist diese Art
qeqenüber der Ueberfangarbeit durch Zapfen rentabler? _
Erste Antwort: Das Schmelzen von kupferrotem Glas ist nicht
so einfach, und es gehört immerhin etwas Erfahrung dazu. Der Ofen
muß gleichmäßig heiß gehen und reines Feuer haben. Je schneller das
Gemenge schmilzt, desto sicherer ist ein gutes Glas zu erhoffen. Das Ge-
menge muß sehr gut gemischt sein, und das Glas ist beim Blankschüren
mehrmals zu blasen. Bei plötzlicher Abkühlung erscheint das Glas farb-
los und nur das nach dem Einblasen wieder erwärmte oder sehr langsam
abgekühlte Glas weist die rote Farbe auf. Deshalb wird das Glas nach
dem Blankschmelzen in ein Gefäß mit kaltem Wasser geschöpft, dann
wieder eingelegt und bei mäßiger Hitze geschmolzen. Im Kühlofen muß
eine ziemlich hohe und gleichmäßige Temperatur herrschen; bei sehwan-
kender oder zu niedriger Hitze werden die Gläser leicht lebrig. Die
kleinen Artikel sollen nicht in Ktihltöpfe u. drgl. gebracht, sondern auf
den Herd gelegt werden, damit sie die Hitze besser bestreichen kann und
sie gleichmäßig anlaufen können. Bei stärkeren Schliffartikeln müßten die
Gläser eventuell nach dem Einblasen nochmals eingewärmt werden, um
den gleichmäßigen Farbton zu erhalten. Das Verarbeiten des roten Glases
aus dem Hafen ist wohl rentabler als das Ueberfangen, denn einmal geht
die Arbeit schneller vor sich, und es werden in derselben Zeit mehr Stücke
fertig und dann können die Artikel von einem etwas geschickten Glas-
macher angefertigt werden, während für den Ueberfang ein besonders ein-
gearbeiteter Glasmacher nötig ist. Nachstehend ein Satz für kupfer-
rotes Glas:
Sand 100 feg
Pottasche 20 „
Mennige 20 „
Soda 9 „
Borax a"
Salpeter 3 „
Kupferoxydul * »
Zinnoxydul j» „
Weinstein 2 »
Eisenoxydul • * »
Dieses Gemenge ist für die erste Probeschmelze vielleicht nur zur Hälfte
einzulegen oder zuzurichten, damit man sieht, ob das Glas nach Wunsch
ausfällt. Das Blasen soll nur mit einem Holzklötzchen erfolgen, nicht mit
Kartoffeln oder Rüben u. dgl. , „ . V
Zweite Antwort: Das Schmelzen und die Verarbeitung von
Rubinglas setzen große Erfahrung und Geschicklichkeit voraus. Eine
Hauptaufgabe ist, die einzelnen Rohmaterialien auf ganz gleiche Korngröße
zu bringen und auf das innigste zu mischen. Um das Lebrigwerden
nach Tunlichkeit zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Glas auszuschöpfen.
Ein schönes Rubinglas, das direkt aus dem Hafen gearbeitet werden kann,
erhält man mit nachstehendem Satz:
Sand 1°° kg
Pottasche 30 »
Borax J° »
Salpeter • • 10 »
Mennige ■ 20 „
Weinstein 2 „
Kupferoxydul ; • 6 »
Zinnoxydul • 6 »
Eisenoxyd 1 »
Dritte Antwort: Kupferrubin zählt mit zu den Glassorten,
die besonders schwierig zu schmelzen sind. Die Behandlung während
der Schmelze ist hier ebenso wichtig, wie die Zugabe der Färbemittel im
richtigen Verhältnis. Es sind nur ganz reine Rohmaterialien, innigst ge-
mischt, zu verwenden; das Einschmelzen ist nur bei ganz heißem Ofen-
gang vorzunehmen, da der Schmelzprozeß schnell durchgeführt werden
muß; ebenso ist auch beim Ausarbeiten der Ofen gut heiß zu halten, um
ein Lebrigwerden des Glases zu verhüten. Kupferrubin direkt aus dem
Hafen gearbeitet ist natürlich der üeberfangarbeit gegenüber viel ren-
tabler ist doch schon die Arbeitsweise bedeutend einfacher. Ein guter
Gemengesatz für Kupferrubin, direkt aus dem Hafen zu arbeiten, ist der
folgende: Sand 100 kg
Pottasche 60/65 20 „
Soda 9 »
Mennige 30 „
Borax 8 »
Kupferoxydul 5 »
Zinnasche 5 „
Weinstein 1>& »
Eisenoxyd °>5 »
46. Ich bitte um Angabe eines verläßlichen Gemengesatzes für
Granatrot, das zum Ueberfangen gut geeignet ist und während der Ver-
arbeitung nicht lebrig wird. Ist es möglich, Granatrot im offenen Hafen
zu schmelzen?
Erste Antwort: In offenen Häfen kann Granatrot geschmolzen
werden, nur darf keine zu rauchige Flamme vorherrschen. Ein heiß
gehender Hafen ist Bedingung, damit das Glas schnell schmilzt. Man
macht das Gemenge nicht zu groß, legt es jeine Stunde später als das
übrige Gemenge auf einmal ein, wenn der TJfen nach dem allgemeinen
Einlegen wieder gut erwärmt ist, und läßt das Glas nach dem Durch-
schmelzen mehrmals blasen und nach dem Blankwerden in Wasser aus-
schöpfen. Das Glas wird dann nochmals eingelegt, möglichst mit ungefähr
1u seines Gewichtes Bleiglasscherben. Das Glasgemisoh schmilzt jetzt
leicht, und es entwickelt sich dabei die rote Farbe. Um das Lebrigwerden
zu verhindern, ist das Glas auf einer ziemlich hohen und gleichmäßigen
Temperatur zu halten. Ein heißer Ktthlofen ist unerläßlich ; natürlich darf
er nicht so heiß Bein, daß die Ware schmilzt. Mit folgendem Gemenge-
satz läßt sich bei etwas Erfahrung seitens des Schmelzers das gewünschte
Glas erzielen:
206 — Nr. 17
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (55. fahrgang.)
Sand 50 kg
Pottasche 15 „
Mennige 10 „
Borsx 5 „
Salpeter 4 „
Kupferoxydul 8 „
Zinnoxyd 3 „
Weinstein 1 „
Eiseuoxyd V« «
Zweite Antwort: Bei gleichmäßigem beißen O'engang nnd
reiner Flamme pcbmilzt man Granatrot im offenen Hafen. Mit Rücksicht
sof die Empfindlichkeit des Glanes em> fiehlt eB sich, den Hafen nicht
allzngroß i\n wählen Der Scbroelzprozeß setzt genau dieselbe Aufmerk-
samkeit voraus, wie das Rabinglas. Von großem Vorteil ist es, wenn das
Urberfangglas dreimal geschmolzen wird Der erste 8*tz wird geschmolzen,
ansgeochöpft, ebenso der zweite; beide Sätze werden dann fein zerkleinert
nnd gemeinsam verschmolzen.
I.
II
Sand 100 feg
Pottasche 28 „
Salpe'er 28 „
Mennige 28 „
Sand . 100 kg
Borax 60 „
Pottasche 20 „
Mennige 10 ^
Kupferoxydul 4 „
Zin> oxydol 4 B
Weinstein 2 „
Das Gemenge wird in einen heißgebenden Hafen eingelegt nnd während
der Schmelz* einigemale geb'asen. Nach einer Schmelzzeit von 5 — 6 Stunden
schöpft man die Glasmasse in kaltes Wasser ans, mischt sie mit dem
gleichen Gewicht weicher, reiner Bleiglasscherben und legt die zerkleinerten
Scherben nnd Brocken wieder in den Hafen ein. Vor dem Blankscbüren
muß der Hafeninhalt noch einigemale gehlasen werden. Vor dem Anfangen
ist das Kupferglas gut und so lange abzufebmen, bis sich keine rauhe
Haut mehr zeigt, nnd dieses mnß bei der Ausarbeitung nach Bedarf
wiederholt werden. Die Flamme soll ganz rein sein, weshalb man das
Gas einen einfachen Gasreiniger passieren läßt loa Kühlofen zeigt sich
dann die rubinrote Farbe. Nucbtlämpchen würden sich j* nach dem
Zapfenverfahren Überfangen lassen, jedoch kann dies nur durch erfahrene
und geübte Arbeiter geschehen. Wenn natürlich stärkere Scbliffartikel
wie KaSeebecher erzeugt werden sollen, so müssen diese massiv gearbeitet
werden, da der Ueberfang sich nicht so stark auftragen läßt, daß die
Becher nach dem Schleifen noch eine gleichmäßige rubinrote Farbe zeigen.
Dritte Antwort: Sie hätten vor allem den gewünschten Farb-
ton genau angaben solleD, denn unter Granatrot kann man vielerlei Arten
von Bot verstehen. Nachstehender Satz, im offenen Hafen geschmolzen,
ergibt ein rotes Glas, las nnter Granatrot in den Handel gebracht wird:
Sand 100 kg
Pottasche 60/65 \ . . 20 „
Soda 12 „
Borax 8 „
Salpeter 7 „
KAk 14 „
Selen r 140 g
Kupferoxylul 300 „
Zinnoxydul ' .. 150 „
Weinstein 450 „
Wird eine dunkeJrote Farbe gewünscht, so läßt sich auch der in der 3. Ant-
wort zu Frage 45 angegebene Kopferrnbinglassatz verwenden D e dort
angegebenen Bestimmungen über die Bohmaterialien und die Behandlung
der Schmelze gelten auch für vorstehenden Satz. Beide Sätze halten mit
nachstehendem Weißglas zusammen, lassen sich also mit diesem überfangen :
8»nd 100 kg
8
24
15
2
7
g
Pottasche 60/65
Soda . .
Kalk . .
Glaubersalz
Nickeloxyd
47. Es soll eine Maschine geben, die mit einem Arbeitsgang SO bis
100 Glasstopfen herstellt. Wer liefert sie?
Erste Antwort: Um Glasstopfen in einem Arbeitsgang ia
größerer Anzahl herzustellen, bedient man sich der Revolverpressen Die
im Inseratenteil genannten Firmen der Glaema^cbiuenbranche geben gerne
Auskunft, auch über die Leistungsfähigkeit der Maschinen.
Zweite Antwort: Glas- und Stopfenmascbinen liefert die
Fa. Franz Rauls Ingeniear-G. m. b. H. in Godesberg a. Rb.
Verschiedeues.
5
Formel
0,19 AkO» { $
63 BtO»
In eine schwarze Deckemaille für Blech von der rationellen
0,68 Na,0
0,08 K,0
0,18 M>, 0
0,05 FeO
0,03 CoO
0,03 PbO
wird das CoO durch 0,68%kg Kobaltoxyd in die 100 kg- Mischung ein-
geführt. Wegen des hohen Preiset des Kobaltoxydes möchte ich dieses
durch billigeres Material ersetzen Was kann man, mit einiger Aussicht
auf Erfolg probieren, und welche besonderen Gesichtspunkte sind bei einem
Ersatz zu beachten?
Ai'twort: Es ist gewagt, das Kobalt xyl durch einen andern
8toff zu t-rsetzen, nmsom-tir ah ein vollwertiger Ersatz d-für noch nicbt
gefunden wurde. Vernncheu Sie das Kunaltoxyd ganz oder wenigstens
teilweiie durch Nickebxyd zu ersetzen, wie dies häutig, namentlich bei
billigen Emails geschient.
Keue Fragen.
Keramik.
72. Unsere blauen Glasuren sind alle ultramarinblau Wie wird
eine schöne feurige, dunkelblaue Glasur erzeugt? Außerdem möchten wir
noch eine violettblaue und bordeauxrote Glasur herstellen. Wir erzeugen
Blumenvasen nach dem Gießverfahren. Die Masse brennt sich gelblich-
weiß und besteht aus ff. Ton, Sand und 10 °/0 Marmor. Verglüht wird bei
SK 010 a, glatt gebrannt im Muffelofen bei SK 05 a Die blaue Glasur
ist haarrißfrei und besteht aus:
Mennige 24,0 Gew.-T.
Quarz 11,5 „
Kaolin 4,3
Kobaltoxyd RKO 0,5 „
73. Der uns zur Verfügung stehende rote Ton hat folgende Zu-
sammensttzung >.
SiOt 53.48 o/0 '
AkOs 24 36%
FeyOt 5,74%
CaO 2,10° 0.
MqO 0.83 V,
Glü'tverlust 12 38%
Trotz aller angewandten Mittel, wie langsames Trocknen, Zusatz von
Magerungsmitteln, Sani, Biskuitmehl, auch beides zusammen bis zu 50 %,
haben wir bei dm Kacheln und großen Einmachetöpfen bis zu 60 "/„ Bruch.
Die Töpfe werden auf dem Exzenter geformt und haben Bodenrisse;
die Kacheln werden auf Kach-lpressen hergestellt. Wo ist der Fehler zu
suchen? Der Ton wird geschlämmt. Läßt sich derselbe auch zum Gießen
verwenden ? Auch bitten wir um Angabe einer gut deckenden weißen und
rissefreien Glasur für SK 013a— 011a. Ein Aescher- und Fritteofen
steht nicht zur Verfügung, könnte aber ev gebaut werden
74. Wer liefert Leuchtfarben für Porxellandtkore ?
Glas.
51. Wieviel Liter Gas muß 1 kg vorgetrocknete Kohle liefern, um
sie in Generatoren für die Beheizung eines Glasofens vergasen zu können ?
52. In letzter Zeit hatte ich ständig rauhes Schirmglas, obgleich es
gut 'durchgeschmolzen war, und zwar stellte sich der Fehler entweder vor-
mittags um 11 Uhr oder nachmittags um 2 Uhr ein. Bis Februar dieses
Jahres habe ich mit schwedischem Feldspat gearbeitet und bis dahin keine
Beschwerden gehabt. Der Satz ist noch derselbe, nur wird anstelle von
schwedischem Meißner Feldipat verwendet. Dir Schirmsatz lautet:
Sand 70—72,5 kg
Soda » 19 „
Pottasche 2 n
Flußspat 8,5 „
Meißner Feldspat 14 „
Kaolin . . 5 „
Künstlicher Kxyolith 4—5 „
Braunstein . 0,5 „
Salpeter 0.5 „
Ist die Zusammenstellung richtig? Wenn nicht, so bitte ich um Angabe
eines Satzes mit Meißner- oder Ströbel-Spat. Der Ofen gang läßt viel zu
wünschen übrig.
53. Ich bitte um Angabe der Versätze für rötliches, helles und
grünliches Polier- und ebensolches Reliefgold für Glas.
Briefkasten der Redaktion.
Gr. B. i. B. Bohrmaschinen für Porzellan. Steingut u. dorl. liefern
Richard Fritzsche in Bischofswerda, Dr. Lange-Str. 4, Emil Offanbacher
in Marktred wiiz i. Bay.
B. A. Gl. i. K, Sie geben die Zusammensetzung Ihrer böhm Roh-
materialien nicht an, weshalb sich nicht beurteilen läßt, woher die Glasar-
risse bei Ihrem Porzellan rühren.
Tabelle
für Inhaber von Ladengeschäften beim Verkauf von
Porzellangeschirr. — Gültig ab 21. März 1922.
Wir setzen die seit 15. Dezember 1921 gültige Tabelle mit dem
heutigen Tage außer Kraft.
kostet 1 $ = ? M.
145.-
160.-
173 -
182-
200 -
216-
230-
244 -
260.-
273 -
!*68-
30H-
316 -
bis 160 —
„ 173 —
„ 182 —
„ 2n0.-
n 816.—
„ 230-
» 244.-
„ 2h0—
» 2 3-
„ 2H8-
» 302 —
„ 316.-
„ 331 —
so beträgt der
Aufschlag auf den
Lidenpreiä
= ? %
kostet 1 $ = ? M.
so beträgt der
Aufschlag auf den
Ladenpreis
= ?%
10 o/o
20 •/„
30 %
40 %
50»/,
60 %
70 o/o
80 o/0
90o/0
100 o/o
110 «/„
120 o/o
130 o/o
331.—
bis
345
345 —
360.
.^60.—
»
374,
374 —
H
390
390 —
))
403
408 —
n
418
418 —
»
432
432 —
n
446
446 —
»
460.
460 —
476,
475.—
»
490
490 —
503.
140 o/o
150 o/o
160 o/0
170 %
180 o/0
190 »/,
200 o/0
210 o/0
220 o/o
230 o/0
2iOo/0
260 o/0
Verband Deutscher Porzellangesehirrfabriken
G m. b. M.
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 17 — 207
Veröffentlichnng-en der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik,
Terfeaufsbediogungen für die Ausfuhr von
«lebtrotecliniscliem und technischem Porzellan
(gältig ab 1. Mai 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Die Ausfuhr- Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfohrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung. 1
2. Bei allen Arten, von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannungs-Freileitunge-Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie hei losen^Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armataren ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/0 des Rechnungswertes
anzurechnen. *
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik (vergl.
Drucksache Nr. 235 vom 23. Februar 1922). Die wichtigsten
Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf einem be-
sonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern unter Ländergruppe la) wird
in der Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueber-
seeländer und Ausnahmen siehe Fußnote).*) Gegenüber den
Ländern unter Ländergruppe 1 b ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle^II, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
a) Fremdwährungsländer.
Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten
von Nordamerika, Canada, Mexiko, sonstige mittel-
amerikanische Staaten, Großbritannien, seine Dominions
und seine Kolonien, südamerikanische Staaten,
Spanien, Portugal, Norwegen, Dänemark, Schweden,
Belgien, Frankreich, Luxemburg, Italien, Tschecho-
slowakei.
b) Markländer.
Deutsch- Oesterreich und Ungarn, Jugoslawien, Balkan-
länder, Finnland, ehemaliges Rußland, Polen, wahl-
weise Südamerikanische Staaten.
2. Artikelgruppen:
I. Niederspannungs-Freileitungs-lsolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
I II. Elektrotechnische Stanzartikel und sonstige technische
Artikel.
III a. FreiMtungs-Stützen-Isolatoren bis zur Größe entspr.
Hermsdorf I. 1387.
Elb. Freileitungs-Stützen-lsolatoren- größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Herrrsdoif J391.
*) Sa wird fakturiert:
dbcIi in
Portugal Viani Sterling **
Britische Dominions und Britische Kolonien Pfand Sterline**
Canada U.8 A.-Dollai ***
Holländische Kolonien hollandischen Guide»
Ghina ,U 8 A.-Dpllar
Japan • ... • Yen
Vereinigte Staaten von Nordamerika . . . Dollar
Mexiko wahlweise in U.S A.-Dollars
od. in mexikanischen Goldpesos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . U.S.A.-Dollar
Argentinien . . ... . . . • . • wahlweise in Pfund Sterling**
argent. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Paraguay wahlweise inPfundSterling**,
argent. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Uruguay wahlweise in Pfund Sterling**,
urug. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Chile • • wahlweise in P/und Sterling**,
chilen. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Sonstige südamerikanische Staaten . . . . nur in Pfund Sterling**
oder in deutscher Mark
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
lind anf Schillings bezogen. ' x
*** Bei Artikelgruppen I und II wahlweise auch ia Pfund Sterling.
III c. Freileitung«- Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
139L
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierten
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren mit Armaturen.
3. Multiplikatorentabelle.
Land
Artikel-Gruppen
I
II
-
in a
1 r
III» |
■ r
Illc 1
r
IV 1
V |
VI
—
Holland
0,029
0,029
0,022
0,023
0,024
3,025
0,023
0,023
Ubli fTDIu
0,062
0,062
0,047
0,049
0,051
0,054
0,047
0 049
Japan
0,024
0,024
0,018
0 018
0,019
0,020
0,018
0,018
Vereinigte Staa-
ten von Nord
Amerika, restl.
l>,UUö
(\ AAQ
0,007
0,007
0,007
0,007
0 007
0 007
Mittftl fkmflrikft
Canada u Chin
England und
Kolonien
0 049*
0.049*
0,037*
0,038*
9,040*
0,043*
0,038*
0,039*
Canada
0,049*
—
— -
—
—
Mexiko
| bei Faktur, in
mex. Gold-Pesos
0,016
0,016
0,014
0,014
0,014
0,014
M*xiko
bei Faktur, in
TT.S.A.-Dollars
0,008
0,008
0,007
0,007
0,007
0,007
*
r0,007
0,007
Argentinien
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
0,04»*
A A A O -
U,U4» '
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038*
0,039*
Argentinien
«
bei Faktur, in
arg-. G-.-Pes.
0,013
A AI 3
0,010
0,011
0,011
0,012
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0 011
s
Paraguay
903
'S
&
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
0,049*
0,049*
0,037*
0,038*
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0,039*
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Paraguay
s-
I'j
fi
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ar°*. G.-Pes.
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0,011
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0,011
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0,011
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0,012
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0,011
bei Faktur, in
Pfd. Sterling-
0,049*
0,049*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0038*
0,039*
C"ile
bei Faktur, in
chil. G.-Pes.
0,032
0,032
0,025
0,026
0,027
0,029
0,026
0,026
Sonstige Süd
amerikanische
Staaten
bei Faktur, in
Jriu. öreriirig
0,049*
0 049*
U,Uö 4
A AI!?*
0,038*
0,039*
0,075
0,075
0,057
0,060
0,069
0,074
0,064
0,067
Portugal
0,058*
0,058*
0,044*
0,047*
0,053*
0,057*
0,050*
Dänemark
0,050
0,050
0,041
0,047
0,053
0,059
0,043
0 053
Norwegen
0,057
0,057
0,046
0,053
0,060
0,066
0,048
0,060
, Schweden
0,044
0,044
0,033
0,034
0,034
0,037
u.uo*
a aöj
Belgien
A AOO
U,Uöö
0,083
Frankreich
0,125
0,125
0,073
0,083
0,083
0,091
Luxemburg
Italien
0,18
0,18
0,156
0,172
0,194
0,22
0,156
0,20
Tschecho-
slowakei
0,50
0,50
0,577
0,577
0,677
0,60
0,577
0,69
Deutsch-Oester-
1
2,2
2,2
2,0
2,0
2,0
2,0
2,0
2,0
reich u.Ungan
fc.
*>
TS
Jugoslawien und
2,2
Q
Finnland
2,5
2,5
2,2
2,2
2,2
2,2
2,2
M
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Balkanländer
Rußland und
Polen
2,5
2,5
2,2
2,2
2,5
2,5
2,5
2,5
Südamerika-
nische Staaten
bei Faktur, in
Beichsmark
3,0
3,0
2,8
2,9
3,0
3,0
3,0
3,0
* Obige Multiplikatoren sind auf Schillings bezogen.
Zur Beachtung! Vorstehende Multiplikatoren beziehen
sieh auf die Grundpreise der Drucksache Nr. 23i vom
23. Februar 1922. , ^V^ffi; V^'^
XVllla — Nr. 17
193 —
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HILDEBRAND, DRESDEN A.
Beichsstraße 6. [Mö
(66. jafofgang.)
Coburg, den 4. Mai 1922.
Nummer 18
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Pr. Jacob Müller im Jahre 1 868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
PernsprechanschlaöNr. 59./ Telegr.- Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Coborg
Bezugspreis : Für Dentschland ond Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jt 25.— anter Streifband JL 50. — .
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe ond 40 mm Breite für das Inland M 2.— (Stellengesuche Jt 1.—).
PÜr das Ausland werden die Bezogs- ond Anzeigenpreise aof vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
£ Nachdruck der Original -Beitrag-© verboten.
TOpferei-Berufsgenossenschaft, Sektion II.
Zu der am
Donnerstag, den 18. Mai 1933. nachmittags 1 Uhr,
in Altona, im Restaurant Topp, Bahnhofstraße 62/64,
stattfindenden
ordentlichen Sektions Versammlung
werden die Mitglieder der Sektion II gemäß § 24, Abs. 2 der
Satzung hierdurch ergebenst eingeladen.
Tag es Ordnung :
1. Geschäftsbericht.
2. Abnahme der Jahresrechnung für 1921.
3 Wahl eines Ausschusses zur Vorprüfung der Jahresrechnung
von 1922
4. Feststellung des Haushaltplans für 1923.
5. Wahl des Ortes für die nächstjährige Sektions Versammlung,
6. Sonstiges.
Hamburg, den 22. April 1922.
Der Sektionsvorstand: Otto Huth, Vorsitzender.
Glas-Berufsgenossenschaft, Sektion II.
Gemäß § 24 unserer Satzung laden wir hiermit unsere
Mitglieder zu der am
Freitag, den 19. Mai 1922, nachmittags 1 Uhr,
in Dresden, Hot^l Continental,
stattfindenden $ekf ionsversammlang ergebenst ein.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes, Prüfung und Abnahme der Jahres-
rechnung für 1921 sowie Erteilung der Entlastung.
2. Wahl des Rechnung«prüfungsausschusses für 1922.
8. Feststellung des Verwaltungskosten -Voranschlags für 1923.
4. Bericht über erfolgte und beabsichtigte* Aenderungen in der
sozialen Gesetzgebung, insbesondere in der gewerblichen
Unfallversicherung.
5. Rentenfeststellungs-Kommissionen.
6. Mitteilung über die Geschäftsergebnisse der Haftpflicht-
Versicherungsanstalt.
7. Etwaige sonstige Verwaltungsangelegenheiten und Anträge
der Herren Mitglieder.
Berlin^Lankwitz, den 29. April 1922.
Der Vorstand der Sektion II der Glas-Berufsgenossenschaft.
. (Dar Vorsitzende: tt Lieb ig, Kommerzienrat.
Feintonverarbeitung in Bayern.
Ton Prof. Dr. Dr. Georg Bitter v. Ebert, Vorstand des lastitats
für bayerische Wirtschaftaforschong.
v ,
(Fortsetzung )
Der alte Töpfermeister stellte ohne Kenntnis der Unter-
schiede „Töpfergeschirr" und „Fayence oder Majolika" aus
seinem Töpfertone auch Kacheln her. Und die alte z. B. Nürn-
berger Kachel aus Ton war so dauerhaft, daß sie mehrfaches
Umgesetztwerden vertrug. Formelement für die Kachel ist
nicht die Töpferscheibe, sondern die Matrize, früher, wie er-
wähnt, aus Ton, erst später aus Gips. Die Zahl der Modelle
war beschränkt, und der ausgebildete Töpfer war, wie der
Zuckerbäcker, Drucker u. a., in der Lage, seine Modeln selbst
zu fertigen. Der sich seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts
entwickelnde Wohlstand und die verfeinerten Geschmacks-
ansprüche verlangten größere Abwechslung auch in den Kachel-
mustern, die Zahl der Gipsmodelle wuchs, in Gipsmodellen
wurden Vermögen angelegt, an die Tone und Glasuren wurden
größere Ansprüche gestellt, das Behaupten mit teuren Tonen
wurde eingeführt, und die Kachelfabrikatiön wuchs über den
Rahmen des Handwerksmäßigen hinaus, teilweise zum Riesen-
betrieb. Einige Töpfer, meist in Städten, versuchten mitzutun;
unter Vernachlässigung der Töpferscheibe wurden einige zu
kleinen Kachelfabrikanten; die große Masse der Töpfer aber
sank hinab zum Geschirr- und Kachelhändler, der als Ofen-
setzer und Ofenputzer in die Reihe der Bauhandwerker ein-
trat, die wie Schlosser, Spengler usw. in diesem neuen Rahmen
ein erträgliches Dasein führen. Dementsprechend gibt es einen
„Verband der Arbeitgeber des Töpfer- und Ofensetzgewerbes
in Deutschland" ; im Rahmen des Verbandes Bayerischer
Hafnermeister haben Kachelöfen und Heiztechnik fast allein
das Wort, und mit dem Mitgliederverzeichnis werden „Grund-
sätze für Kachelofen- und Herdbau, gültig für Meister und Ge-
hilfen des Hafnergewerbes in Bayern" versandt. Der Verband
Bayerischer Hafnermeister teilt auf Anfrage mit, daß nach
seiner Schätzung etwa ö°/0 seiner Mitglieder noch mit Dreh-
scheibe arbeiten, und die Größenordnung dieser Zahl deckt
sich etwa mit dem durch zahlreiche Besuche und Nachfragen
gewonnenen Ergebnis. Auch der Töpferverband der Arbeit-
nehmer, bestehend aus lauter gelernten „Töpfern" enthält fast
keine Dreher mehr, sondern in einer die ganze Situation be-
herrschenden Mehrzahl fast lauter Ofensetzer. Daher wurde
bei der zentralen Regelung der Lehrzeit im Töpferverband am
8. 12. 1920 bestimmt, daß jeder Lehrling nach Ablauf des
ersten Vierteljahres der Lehrzeit auf seine Eignung für den
Ofenformerberuf zu prüfen sei, und zu entlassen, wenn er sieh
208 — Nr. 18
SPRECHSAAL - COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
als oiigeeignet erweise. Fast die ganze „Töpferei" oder
„Hafnerei" ist demnach in Arbeitgebern und Arbeitnehmern
zur Verteilungsorganisation der Kachelfabrikanten geworden,
auf die an anderer Stelle zurückzukommen ist. Auch die
Statistik gibt Auskunft über diese „Umstellung" der kleinen
Betriebe im niedergehenden Handwerk:
1895 1907
Personen Betriebe Personen Betriebe
Ofensetzer 560 241 1863 868
Endlich noch die Versuche einer Fortentwicklung des
Produktionsprinzipes der Bauerntöpferei zum fabrikmäßig
organisierten Betrieb. Braungeschirr, Steingut und Porzellan
baben zum Ersatz des gelernten Drehers durch Ungelernte
(Angelernte), zum Ersatz der teueren Männerarbeit durch Jugend-
liche und Weibliche und zum Ersatz der Handarbeit durch den
viel leistungsfähigeren Maschinenbetrieb das Drehen in der
Gipsform eingeführt. Blumentöpfe werden gepreßt. Solches
liegt auch für Gebrauchsgeschirr nahe, und manche Tonwaren-
fabrik trat im Drang der Verhältnisse zur Eröffnung neuer
Produktions- und Absatzgebiete an die Industrialisierung der
Geschirrtöpferei heran. Der Erfolg entspricht nicht den Er-,
Wartungen ; maschinell gedrehtes oder gepreßtes Geschirr ist
schwer, patzig, seine Spannungen springen beim Erhitzen, und
der Erzeuger hat die größte Not, seine Ware dauernd an den
Mann zu bringen. Gebrauchsgescbirr zum Kochen muß frei
mit der Hand auf der Scheibe gedreht werden, wobei der
Scheibenantrieb statt durch Fuß mascbinell bewerkstelligt werden
kann. So wird der Großbetrieb für Kochgeschirr günstigsten-
falls zur Manufaktur, die gewisse Spezialisierungen zuläßt und
und ihre Produkte durch das Mittel ihrer für andere Fabrikate
bestehenden Vertriebsorganisation auf die Märkte leitet.
Eine wesentliche Verbilligung wird dabei kaum erzielt, im
Gegenteil arbeitet sie in dem für den kleinen Meister un-
bekannten Zwang der modernen Errungenschaften (8-Stunden-
tag, Tarifverhältnisse usw.), so daß für derartiges Töpfergeschirr
der Konkurrenzkampf gegen Email- und Bunzlauer Geschirr
sich ungünstiger gestaltet als für das Erzeugnis des kleinen
Bauerntöpfers. Deshalb geht auch außerhalb Bayerns die
Entwicklung ähnliche Wege, z. B. in Württemberg, wo noch
einige hundert kleine Töpfer auf Bauerngeschirr tätig sind.
Aus diesen Gründen handelt es sich beim irdenen Koch-
geschirr nicht mehr um einen Kampf von Betriebsformen gegen-
einander, sondern um die Fortexistenz eines Produktionsprinzipes
überhaupt, dessen Niedergang alle daran gebundenen Produ-
zenten mit sich reißt, wenn diesen nicht eine Umstellung auf
anderes gelingt.
Als Wirtschaftsgeschirr und Kunstgegenstand hat das
Bauerngeschirr den Charakter des Siedlungshauses und mag,
wenn die Tätigkeit der Erzeuger durch die Fachschulen und
die Geschmacksrichtung des Publikums in gleicher Bichtung
gelenkt werden, in dieser Form einen bescheidenen Markt be-
halten; denn Form, Dekoration und Glasur vermögen mit
einfachen Mitteln durch künstlerische Wirkung einen beträcht-
lichen Anreiz auf die Kauflust verständnisvoll erzogener Kreise
auszuüben.
Kunsttöpferei.
In der zuletzt angedeuteten Richtung der ausgesprochen
künstlerischen Behandlung von Form, Dekoration und Glasur
bewegt sich eine kleine Gruppe von Töpfereien, bei denen in
besonderem Maße das Geltung hat, was man häufig als Vorteil
des ganzen Handwerks als Betriebsform rühmen hört, nämlich
das persönliche Mitwirken des Meisters im Arbeitsprozeß, hier
der Kunsttöpferei. Rein wirtschaftlich betrachtet sind diese
Kunsttöpfereien häufig genug hauptsächlich gut geleitete hand-
werksmäßige Betriebe mit geringen Produktionsmitteln (die
Werkstatt mit Töpferscheibe, Tonwalze und Ofen sowie Vorrat
an Ton, Brennstoff und Glasur stellt gewöhnlich das ganze
sichtbare „Kapital" dar), die -von der Kunst in erster Linie
nicht leben ; denn die künstlerische Fähigkeit und gestaltende
Formkraft als imponderabiles Kapital werden in ihren Erzeug-
nissen entsprechend der aufgewandten Zeit und Energie auf
einem nur kleinen Markte gewertet. Einige Gesellen stellen
daher handwerksmäßige Töpferware her, die den Betrieb im
Flusse hält und vielleicht sein wirtschaftliches Rückgrat bildet.
In jener handwerksmäßigen „Massenware" liegt aber vielleicht
die volkswirtschaftliche Mission solcher Betriebe; denn auch
auf ihre Massenware, Gebrancbsgeschirr, Bratformen, Ofen-
kapheln usw. träufelt von der künstlerischen Atmosphäre der
Werkstatt, und so entstehen für die Durchschnittskaufkraft des
Volkes erschwingliche Produkte, welche auf die Geschmacks-
richtung von Publikum und Alltagsmeister erzieherisch einwirken
und dem mit einfachen Mitteln herzustellenden Gebrancbs-
geschirr dauernd eine, wenn auch kleine Nachfrage erhalten.
Daneben gehen aus solchen Werkstätten unter Mitwirkung von
Akademikern oder Schülern der keramischen Fachschulen
Kunnterzeagnisse hervor, schön modelliert und mit oft pracht-
voll leuchtenden, der einfachen Technik angepaßten Dekorationen,
die zu einem beträchtlichen Teil unmittelbar aus der Werkstatt
(Fremdenindustrie in Rothenburg, Oberammergau, Partenkirchen)
oder über den Händler ins Ausland wandern. Die Mehrzahl
derartiger bayrischer Betriebe liegt z. Zt. südlich der Donau.
Siderolith.
Dem modernen Töpferhandwerk recht nahe, in der Ent-
wicklung der Technik tiefer, in der Ausbildung und der Absatz-
organisation höher, weil Verkauf an den Verbraucher kaum
stattfindet, ihm etwa gleich im lebensfähigen Betriebsmindest-
umfang und, in der Größe des Betriebskapitals steht die Her-
stellung lackierter Tonware, Lackware, des Terraliths oder
Sideroliths. Die Erde wird verarbeitet wie sie aus dem Boden
kommt, ohne Sumpfen, ohne Treten, ohne Tonwalze und Ton-
schneider, so daß ein ganz ordinärer Scherben entsteht, mit
keinen weiteren Leistungen als den kompakten Zusammenhalts.
Produktionsmittel sind die Arbeitsräume, eine mehr oder minder
große Anzahl von Gipsmodellen, eine Töpferscheibe und der
Ofen. Von angelernten Arbeitern werden weitaus die meisten
Stücke in der Gipsform erzeugt, die wenigsten vom Freidreher
auf der Scheibe, weil letzterer, verhältnismäßig gut bezahlt, in
der Hauptsache als Modelleur neue Formen ersinnt. Glasiert
wird nicht, und auch an den Brand werden keine irgend höheren
Ansprüche gestellt; denn alle Gegenstände (Zeichenmodelle,
Tonleuchter, griechische Vasen, römische Gefäße, Köpfe, Büsten,
Heinzelmännchen, Wölfe, Rotkäppchen, Pilze u. a. Gartenfiguren,
Phantasiegefäße für Blumengeschäfte usw ) werden lackiert, in
Kisten verpackt und versandt. Daher spielt die Emballage eine
große Rolle. Sie kostete früher durchschnittlich 5°/0 des
Warenwertes, heute 20 — 25°/0, und es gibt Fälle, wo die Kiste
mehr kostet als der Inhalt. Die bayerische Erzeugung an
Siderolith findet z. Z. im Coburgischen statt.
Braungeschirr.
Braungeschirr, weil von brauner Farbe; denn die Glasur
ist eine bei hoher Temperatur aufgebrannte Lehmglasur, deren
Eisengehalt sich zum dunkelbraunen Ferrioxyd bezw. Ferrisilikat
oxydiert; da der Glasurlebm schmilzt, liegt die Brenntemperatur
beträchtlich über der des Bauerntöpfers; daher hat Braunge-
schirr keinen porösen, saugenden, sondern einen gesinterten
Scherben und springt heim Erhitzen, ist also zum Kochen un-
brauchbar und kommt nur für Aufbewahrungsgefäße, Milch-
töpfe, Schüsseln, Einmachhäfen usw. in Betracht. Deshalb ist
es andererseits zugänglich für das Gedrehtwerden in der Gips-
form, und es tritt ein in die Gruppe der Massenpropnktion mit
Hilfe ungelernter (angelernter) Arbeiter, des Massenabsatzes an
große Händler, in die Gruppe der keramischen Produktionen,
welche erhebliches Kapital an den Produktionsprozeß heranzu-
bringen gestattet: Der gelernte Freidreher fertigt bei einem
Stundenlohn von 5 Mark (August 1921) täglich 100 Stück auf
der Scheibe ; aber die ungelernte Arbeiterin mit einem Stunden-
lohn von nur 2 Mark fertigt in der Gipsform bOO Stück in
8 Stunden, so daß der gelernte Dreher mindestens siebenmal
so teuer ist. Vom niederbayerischen Litertopf macht ein Mäd-
chen mit 16 Jahren 400 Stück in 8 Stunden in der Gipsform,
der Dreher mit 5 Mark Stundenlohn fertigt höchstens 160 Stück
in der gleichen Zeit. Dazu kommt gegenüber dem gewöhn-
lichen Töpfergeschirr die billigere Lehmglasur und die ge-
ringere Empfindlichkeit beim Brande. Der Betriebsmindest-
umfang muß also beim Braungeschirr über die genannten Pro-
duktionsmittel,, die dazugehörige Kapazität der Arbeitsräume
und beträchtliche Geldmittel verfügen.
So gilt für die Braungeschirrtöpferei ein höheres wirt-
schaftliches Tempo, und mit der Größe der Betriebe wächst
nicht nur die Leistungsfähigkeit überproportional, es wächst
auch der Gewinn. Störend macht sich in Bayern die Kon-
kurrenz des sächsischen Braungeschirres bemerkbar, auf das
deshalb hier kurz einzugehen ist.
Die niederschlesischen Töpferorte sind Bunzlau, Naumburg
a. Queis, Freiwaldau, Rothenburg, Muskau, Gassen in Branden-
burg; ihre Ware führt die merkantile Bezeichnung „Bunzlauer
Geschirr" ; dazu kommen die sächsischen Töpferorte Pulsnitz
und Königsbrück im Kreise Kamenz, ferner Ziesar und Görzke.
Durch Regierungsmaßnahmen wurde das Gewerbe seit Ausgang
des, 18. Jahrhunderts entwickelt, die große Nähe von ausge-
zeichnetem Ton, Waldungen und Kohle schufen günstige
Produktionsbedingungen, und die Arbeitslöhne, die schon vor
dem Krieg ein reichliches Drittel der Produktionskosten aus-
machten, waren dauernd sehr niedrig. Der Jahresverdienst
eines Gesellen stellte sich vor dem Kriege auf JL 600 — 900!
In Bunzlau-Naumburg allein entstanden 60 — 70 Betriebe mit
etwa 700 Personen, ausgestattet mit allen wirtschaftlichen Fort-
schritten der letzten Jahrzehnte, wirtschaftlichste Produktions-
mittel, günstigste Standortverhältnisse, billige Arbeitslöhne. Die
ganze Erzeugung ging auf die aufnahmefähigen österreichisch*
russischen Märkte, denn die Industrie ist durchaus Export-
1992. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 18 — 209
Industrie. 1880 erfolgte die Sperrung der österreichischen
Grenze, welcher bald die der russischen folgte. Die hohen
Schutzzölle wirkten als Erziehungszölle im Sinne Fr. List's, in
Rußland, Oesterreich, besonders in Nordböhmen, , wo unter
günstigen Standortverhältnissen in wenigen Jahren eine blühende
keramische Industrie erwuchs; denn auch die folgenden Zoll-
reduktionen erschlossen für Bunzlauer Geschirr keine Absatz-
gebiete mehr. Der ganze Druck des Bunzlauer Absatzes stellte
sich auf die Innenmärkte um, teilweise auch auf das unter
ungünstigeren Standortverhältnissen und vorübergehend mit
höheren Löhnen arbeitende Bayern, so daß es hier lange Zeit
zu einer bedeutenderen Braungeschirrfabrikation überhaupt
nicht kam. Eingeführt wurde die Braungeschirrfabrikation in
Bayern erst in den 80- er Jahren des vorigen Jahrhunderts, und
sie blieb lange Zeit unter der Bunzlauer Konkurrenz unbedeutend.
Die Atempause der Preisrevolution von 1919 mit ihrer Um-
wandlung aller Verpflichtungen in die sich rasch entwertende
Papiermark, indes die Produktionsmittel und Produkte einiger-
maßen dem Niveau der alten Goldmark zustrebten, war ziel-
bewußtem Unternehmertum günstig und ließ größere bayerische
Braungeschirrbetriebe in der Oberpfalz entstehen, die durch
Fleiß und Tüchtigkeit den Kampf gegen die sächsische Kon-
kürrenz erfolgreich durchzuführen vermögen.
Elektrof ay ence.
Im Gegensatz zu Braungeschirr und den einfacheren Ton-
waren sind Elektroartikel außerordentlich exportfähig. Sie
sind anscheinend das Produkt geworden, mit dessen Hilfe sich
die gröbere Feinkeramik, die sonst in Bayern schwer an fremde
Valuten herankommt, zum Exporte drängt. Zur Erzielung
reiner Ware sind reine Tone und reine Glasuren, also kost-
spielige Verfahren und Rohstoffe erforderlich, die Fabrikation
ähnelt der von Steatit und Elektroporzellan, und die Artikel
. gehen nach Armierung in den großen deutschen Metallwerken
der A.E.G., S.S.W, usw. massenhaft ins Ausland.
Ofenfabrikation.
Der Ersatz offener Kaminfeuer durch Kachelöfen ist schon
früh erfolgt, das Kloster St. Gallen hatte Kachelöfen bereits
im Jahre 820. Kacheln machen einen beträchtlichen Teil der
uns überkommenen Reste mittelalterlicher Keramik aus, und
der älteste Typus der Kachel war vermutlich der Napf. Vom
14. Jahrhundert an wurde die Kachel im südlichen und mittleren
Deutschland vervollkommnet (Schweiz, Schwaben, Bayern,
Franken), die Renaissance bedeutet auch für die Ofenher-
stellung eine Periode der Weiterentwicklung, im 18. Jahr-
hundert blüht das Gewerbe ganz besonders in Nürnberg.
Die Kachel entsteht also ursprünglich auf der Töpfer-
scheibe wie das Gebrauchsgeschirr, sie entspringt somit aus
der Werkstatt des Scheibentöpfers, und selbst als die Formung
längst mit Hilfe der Matrize vorgenommen wurde, scheint eine
Produktionsverteilung auf verschiedene Werkstätten nicht vor-
genommen worden zu sein. Die verschiedensten Kategorien
der vorbesprochenen Bauerntöpferei stellen heute noch Ofen-
kacheln in geringem Umfange her, aber bei ihnen allen spielt
die Ofentöpferei eine nur untergeordnete Rolle. Ein bis einige
Oefen sind das ganze Jahreserzeugnis. Die Entwicklung der
Matrizen und die Notwendigkeit der Beschaffung größerer
Matrizenmusterlager hat anscheinend erst im 19. Jahrhundert
die Töpfer spezialisiert in Geschirrtöpfer und Ofentöpfer.
Ihre Zahl ist gering, und ihre Produktion ist unbe-
deutend. Eine Betriebsgröße von 4 — 6 Arbeitern ist ungefähr
der Punkt, wo sich der Meister über seine Zukunft klar zu
werden hat ; die meisten bleiben in dieser Größenordnung, ver-
zichten auf ihre paar Brände im Jahr, beziehen die Kacheln
von den Größeren und werden zu Ofenhändlern und Ofensetzern,
wie früher erwähnt. Andere entwickeln den Betrieb zur Manu-
faktur, die erheblichen Umfang annehmen kann, und wovon
Bayern etwa 10 Betriebe besitzt. Maschinell geht meist nur
die Massezubereitung vor «ich, die Kachelherstellung und
alle fernere Tätigkeit ist reine Handarbeit. Es gibt zwar
Kachelpressen, aber sie werden wenig angewendet selbst dort,
wo sie vorhanden sind; denn die Kachel qualität scheint ähnlich
wie bei Kochgeschirr durch maschinelle Herstellung zu leiden.
Infolge der geringen Bautätigkeit sind die Betriebe z. Zt.
meist nicht voll ausgenützt, und die Siedelungen, die an Geld
sparen müssen, bevorzugen den in der Anschaffung billigeren
Blechofen; daß er im Gebrauche schneller zerstört wird und
unrationeller heizt als der Kachelofen, bleibt meist unberück-
sichtigt. Dazu gibt es in Sachsen, Württemberg und Baden
große, zum Teil sehr große Ofenfabriken. Sie haben früher
nach dem Elsaß geliefert und drücken jetzt auf den engeren
deutschen Markt. Auch die Frachtverhältnisse werden für den
Rückgang des Kachelgeschäftes verantwortlich gemacht. Größe-
ren Export ins Ausland verhindern auch zum Teil dessen un-
geheure Zölle,
Zusammenfassend darf man für die Kachelindustrie sagen,
daß die lebensfähigste Betriebsform die der großen Manufaktur
darstellt, so daß die kleineren und kleinsten Betriebe unter
Aufgabe der Selbstherstellung von Kacheln sich mehr und mehr
in Handlanger der ersteren verwandeln. Dieser Prozeß wird
beschleunigt durch die Uebersetzung Deutschlands an großen
Kachelmanufakturen, deren Gesamtproduktion bei steigenden
Exportschwierigkeiten vom Inland nicht aufgenommen werden
kann. Die Folge ist Betriebsumsteliung und Betriebseinschrän-
kung auch bei den großen Erzeugern. (Fortsetzung folgt)
Ueber die Herstellung von optischem Glas.
(Fortsetzung.)
Kühlen. Die Abkühlung eines Hafens mit optischem Glas
ist eine Kunst für sich und erfordert sorgsame Üeberwachung.
Unmittelbar nach dem Rühren ist rasches Abkühlen von Vorteil,
da es eine nachträgliche Tätigkeit und Bewegung des Glases
verhindert, was beides Streifen verursacht. Unterhalb einer
gewissen Temperatur, die vom Glastyp abhängt, ist dann ein
viel langsameres Abkühlen notwendig, damit das Glas nach
dem Erkalten keine Spannungen aufweist. Es platzt sonst in
kleine, wertlose Stücke auseinander. Doch hat auch langsame
Abkühlung ihre Nachteile, und zwar kann bei übermäßiger
Verlängerung derselben zwischen gewissen Temperaturg enzen
Entglasung des Glases eintreten, d. h. Ausscheidung «uuiger
Bestandteile in opakem Zustande. Die Abkühlung eines Hafens
mit optischem Glas dauert mehrere Tage.
Zerbrechen und Prüfen. Ist der Hafen kalt geworden,
so wird die Haube entfernt und der Hafen aufgebrochen. An
vielen Stellen zeigt das Glas Risse. Ist die Abkühlung aber
befriedigend verlaufen, so erhält man ziemlich große Stücke
von regelmäßiger Form. Diese werden auf irgendwelche Fühler,
wie Streifen, Steine und Blasen, untersucht, wobei fehlerhafte
Teile losgelöst werden, während das übrige nun für den
Formprozeß fertig ist. Selbst in einer als befriedigend an-
gesehenen Schmelze müssen hierbei mindestens 50°/0 ver-
worfen werden.
Formen. Die, wie soeben geschildert, vorbereiteten Glas-
stücke werden in rechteckige Formen von passenden Ab-
messungen gelegt und dann in den Formofen gebracht. Dies
ist ein langer Tunnel, dessen eines Ende erhitzt wird. Das
Glas wird am kühlen Ende eingesetzt und dann allmählich im
Tunnel weiter bewegt, bis das heiße Ende erweicht ist. Dieses
Verfahren ermöglicht ein Heißwerden des Glases, ohne daß
Risse entstehen, bis es zuletzt erweicht und die Formen aus-
füllt. Die geformten rechteckigen Platten läßt man dann lang-
sam abkühlen, was man „rohes Kühlen" nennt. Sie sind nun
für die zweite Prüfung fertig.
Zweite Prüfung. Zunächst werden die entgegengesetzten
Enden mit Karborundum geschliffen und mit Eisenrot poliert
Man prüft sie dann mit bloßem Auge auf augenfällige Mängel,
wie Streifen, Formfehler, Steine und große Blasen. Fehlerhafte
Stücke werden verworfen. Die für gut befundenen werden
darauf mit dem Polariskop mehr oder weniger genau auf Streifen
untersucht. Mittels dieses Instruments kann man Streifen er-
kennen, die dem unbewaffneten Auge zwar nicht sichtbar sind,
aber das Glas für erstklassige optische Arbeiten doch unge-
eignet machen. Das Glas bester Beschaffenheit, das nach der
Prüfung übrig bleibt, ist nun fertig für die feine Kühlung.
Das Ergebnis gilt als zufriedenstellend, wenn die in Frage
kommende Menge 20°/0 des ursprünglich geschmolzenen Glases
boträgt. Oefters wird aber nicht einmal dieser Prozentsatz
erreicht.
Feine Kühlung. Das Glas macht nun den Prozeß der
feinen oder optischen Kühlung durch. Sie besteht in all-
mählicher Steigerung der Temperatur des Glases bis fast zum
Erweichungspunkt und darauffolgender langsamer Abkühlung
während mehrerer Tage. Die modernste Einrichtung für diesen
Zweck besteht in einem gut isolierten Behälter aus feuerfestem
Stoff mit elektrischer Heizung. Dann ist eine vollkommene
Regelung der Erhitzung«- und Abkühlungsgeschwindigkeit
möglich. Jede besondere Glassorte erfordert ihre eigene Be-
handlung, und es hat vieler Versuche bedurft, um die für jedes
Glas erforderlichen Unterlagen zu gewinnen.
Endgültige Prüfung. Nach der feinen Abkühlung wird
das Glas, wenn notwendig, wieder poliert und im Polariskop ge-
prüft. Die Kühlung wird als nicht genügend angesehen, wenn
das Glas bei gekreuzten Nikols nicht ein gleichmäßig dunkel-
graues Gesichtsfeld ergibt.
Optische Konstanten. Von einigen der feingekühlten
Platten werden kleine Würfel abgeschnitten und an zwei zu-
einander rechtwinklig liegenden Schauseiten poliert. Dann
werden an einem Pulfrich'schen Refraktometer die Brechungs-
indizes für die C-, D-, F- und G-Linie des Spektrums abgelesen.
Ist der Brechungsindiz für die D-Linie größer als 1,7, so müssen
210 — Nr. 18
SPREGHSAAL - COBURG.
192S. (65. Jahrgang.*
die Indizes des Glases mittels Spektrometers bestimmt werden.
Es kommt sehr selten vor, daß bei einer nenen Qlassorte
gleich die erste Schmelzung innerhalb der dritten Dezimale den
für die optische Fabrikation erforderlichen Brechnngsindex er-
gibt, und oft sind hierzu drei oder vier Versuche notwendig,
bis das richtige Glas erhalten wird. Ist einmal ein Glas von
besonderen optischen Konstanten erschmolzen, so können in
der Regel weitere Schmelzen ausgeführt werden, die dann
Brechungsindizes mit einer Abweichung bis zu + 0,001 zeigen.
Obgleich das optische Glas vom Hersteller gewöhnlich in
Platten geliefert wird, die an den entgegengesetzten Flächen
poliert sind, wird es gelegentlich auch in anderer Form, wie
runden Scheiben, Linsen und Prismen verwandt. Diese stellt
man in besonderen Formen her, und es bedarf großer Sorg-
falt, de mit durch die Formgebung in dem fertigen Glase keine
Fehler entstehen. In den Derby-Werken werden alle Scheiben,
Linsen und Prismen aUs Glasplatten gefertigt, die zuvor auf
Streifen geprüft worden waren, so daß für das fertige Stück
Gewahr übernommen werden kann. Dieses Verfahren ist zwar
teurer, als wenn man die Scheiben usw. aus einem rohen Stück
optischen Glases preßt, aber auch sicherer, da man einen solchen
rohen Glasbrocken nicht richtig auf feine Streifen untersuchen
kann. Der Preis der Scheiben und Linsen verbietet das
Polieren und die Prüfung auf Streifen nach dem Verlassen der
Fabrik, weshalb das Verfahren, bei dem die Untersuchung des
Glases vor der Formgebung erfolgt, vorzuziehen ist.
Die einzige zuverlässige Methode der Prüfung auf feine
Streifen im Glase ist die Untersuchung auf entgegengesetzten
Flächen polierter Glasstücke mit dem Polariskop, und dieses
Verfahren wird in Derby angewandt.
III. Die wissenschaftliche Seite der Fabrikation.
Als Abbe und Schott ihre berühmten Gläser ausarbeiteten,
gingen sie von willkürlichen Formeln aus, und die Brechungs-
indizes, die sie erhielten, waren für den Optiker feststehende,
Zahlen. Er traf danach seine Anordnungen und entwarf seine
Apparate in Anpassung an diese Gläser. In der ersten Zeit
der optischen Glasfabrikation in Derby war das Problem ge-
rade das umgekehrte und daher um so schwieriger. Es mußte
für Gläser mit ganz bestimmtem Brechnngsindex gesorgt
werden, um alle bisher aus dem Ausland bezogenen zu ersetzen,
sodaß der Optiker weder seine Apparate zu verändern noch
neue Berechnungen vorzunehmen brauchte. Hierbei verfuhr
man zuerst so, daß man Proben schon vorhandener Glastypen
untersuchte und auf Grnnd der ermittelten Zusammensetzung
Glasmischungen herstellte und schmolz, in der Erwartung, ein
Glas von der gleichen Beschaffenheit wie die analysierte
Probe zu erhalten. Aber die Versuche schlugen fehl, denn ob-
gleich optische Gläser entstanden, zeigten sie nicht die so
dringend benötigten optischen Konstanten. Man ging daher
von dieser rohen, lediglich kopierenden Methode ab, die weder
zu neuen Glastypen noch zu einer Verbesserung der . alten
führen konnte. An ihrer Stelle begann der Verfasser das
Studium des Einflusses der glasbildenden Oxyde auf die opti-
schen und anderen Eigenschaften des Glases. Dieses Verfahren
hat sich sehr gut bewährt, und alle Gläser, die man jetzt in
Derby herstellt, sind auf diese Weise ausgearbeitet worden.
So weit wie möglich wird dieses Studium durch die Analyse
ergänzt, aber viele Glastypen, die vor dem Kriege benutzt
wurden, sind zusammengesetzt worden, ohne daß etwas von
dem Originalglas zur Verfügung stand.
Bei der Untersuchung des Einflusses der Zusammensetzung
des Glases auf seine Beschaffenheit wnrden hauptsächlich
folgende Eigenschaften berücksichtigt: 1. Dichte, 2. Brechungs-
index, 3. Widerstandsfähigkeit, 4. Neigung zur Entglasung.
Gleichzeitig wurde das Verhalten beim Schmelzen untersucht,
sowie ermittelt, wie die Entstehung der verschiedenen im Glase
vorhandenen Kehler zu vermeiden ist. Hierbei wurden mehrere
neue und wichtige Tatsachen hinsichtlich der Eigenschaften des
Glases gefunden.3)
Zunächst wurde mit den einfachen Gläsern gearbeitet, und
dann wurden die komplexeren untersucht. Das Normalglas
kann angesehen werden als das Ergebnis der Einwirkung ver-
schiedener chemischer Verbindungen aufeinander unter Bildung
neuer Verbindungen, die bei der hohen Bildungstemperatur
ineinander löhlich sind und dies auch im erkalteten Zustande
bleiben. Das einfachste Normalglas besteht aus einem basi-
schen und einem sauren Bestandteile, und Gläser dieses Typs
kann man herstellen durch Zusammenschmelzen von Kiesel-
säure mit einer Natrium- oder Kaliumverbindnng. Schmilzt
man also Sand und Natriumkarbonat miteinander, so gibt dies
ein Glas, dessen Zusammensetzung man in Anteilen Si02 und
"j (Jeher die hierbei angewandten UnteraachnngBinethoden Tgl. die
Veröffentlichungen C J. PeddJee im Journal of the Society of Glans
TfCDnology I (1917), «7—61, IV (1920), 3—107, 226-238, 281—283,
299-366, V (1921), 8—16, 72-106, 195—267.
N»20 ausdrückt. Die ersten erschmolzenen Gläser bestanden
daher aus Kieselsäure und einem Alkalloxyd.
Obgleich diese aus Sand und Alkalioxyden hergestellten
Gläser vom Gesichtspunkte der Dauerhaftigkeit wertlos sind,
so entsteht aus ihnen bekanntlich bei Zusatz der Oxyde des
Calciums, Bariums, Strontiums, Zinks, Magnesiums oder Bleis
doch ein dauerhaftes Glas. Daher ist ein Studium von Gläsern,
die diese Oxyde zusammen mit Kieselsäure und den Alkali-
oxyden enthalten, von Wichtigkeit. Es wurde beschlossen, von
den Gläsern 100 SiO, . 20 Na20 und 100 Si02 . 20 K,0 auszu-
gehen und sie als Grundlage zum Aufbau andrer Gläser zu be-
nutzen. Um die Wirkung der Alkalioxyde im Glas zu unter-
suchen, wurden auch die Gläser 100 SiU2 . 40 Na20 und
100 SiO,, . 40 K20 als Grundgläser benutzt. Es können hier
nicht die bei den verschiedenen Glasserien erhaltenen Ergeb-
nisse erörtert werden. Wohl kann es aber von Interesse sein,
einige der Ergebnisse zu besprechen, welche die besonderen
Wirkungen der Oxyde des Calciums, Bariums usw. in Gläsern
mit 100 Mol. Kieselsäure und 20 Mol. Natriumoxyd veran-
schaulichen.
Das Schmelzschema für diese Gläser von der allgemeinen
Formel 100 SiOa . 20 NaaO . RO war folgendes :
Glas-Nr. Moleküle SiO, Moleküle Na,0 Moleküle RO
1 100 20 5
2 100 20 10
3 100 20 lö
4 100 20 20
5 100 20 25
6 100 20 30
Hierbei bedeutet RO das Monoxyd eines der Metalle Calcium,
Barium, Strontium, Zink, Magnesium, Blei. So wurde z. B. für
die Calciumoxydgläser eine Reihe von sechs Schmelzen durch-
geführt, ebenso in der nächsten eine solche für Barium oxyd-
gläser u. s. f. Die Schmelzungen erfolgten so weit als möglich
unter ähnlichen Bedingungen, und die Eigenschaften der ge-
schmolzenen Gläser wurden untersucht. Aus den Ergebnissen
ließen sich Schlüsse auf die Wirkung der Vergrößerung des
Gehaltes an jedem einzelnen Oxyd ziehen, ebenso konnte auch
ein Vergleich der Einflüsse der verschiedenen Oxyde unter-
einander stattfinden. Die Schmelzmethoden und die Unter-
suchungsverfahren für die verschiedenen Eigenschaften der
Gläser werden hier nicht behandelt werden, vielmehr sei
betreffs ihrer auf die übrigen Veröffentlichungen des Verfassers
verwiesen. f
A) Beziehung zwischen Zusammensetzung und Dichte.
Wirkung des molekularen Zusatzes.
Kar/1!.
riß-. *.
Fitr- 1. Beziehung zwischen molekularer Zusammensetzung und Dichte in der
Reihe 20 Mol. Na20 . x Mol. EO . 100 Mol. SiO,.
Eig. 2. Prozentuale Zusammensetzung: und Dichte (SiO;. gleichbleibend =a 70 •/«). ,
Fig. 1 zeigt die Wirkung steigender Zusätze verschiedener
Oxyde zu dem Glase 100 SiO„ . 20 Na,0. Die Dichte dieses
Glases ist 2,35. Das Glas loO S.02 . 20 NaaO . 5 CaO hat die
Dichte 2,41, d. h. der Zusatz von ö Mol. Calciumoxyd zu dem
„Kern" 100 SiOa . 20 Na20 vergrößert dessen Dichte um 0,06.
Das Glas 100 SiOa . 20 NaaO . 5 PbO hat die Dichte 2,63. Der
Zusatz von 5 Mol. Bleioxyd zu dem „Kern" erhöht also dessen
Dichte um 0,28. Besonders ist folgendes beachtenswert:
1. Der Zusatz irgend einer Menge der RO-Oxyde zu dem
„Kern" 100 SiOa . 20 NasO bewirkt eine Erhöhung der Dichte.
2. Letztere nimmt in dem Maße zu, als der Betrag an jedem
einzelnen Oxyd erhöht wird. Daher verläuft jede Kurve an-
steigend. Man sieht aber, daß gleiche Erhöhungen des RO-
gehaltes nicht eine gleiche Zunahme der Dichte bewirken. Der
Einfluß auf die Dichte wird vielmehr kleiner, je höher der
molekulare Gehalt an RO in dem Glase steigt. 3. Von den in.
Frage kommenden Oxyden wirkt Bleioxyd- am stärksten bei
molekularem Zusätze zum Glase, während Magnesium den
1922. (55. Jahrgang,)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 18 — tll
geringsten Einflafi hat. Die nachstehende Tabelle zeigt, daß
die Wirkung eines Oxydes auf die Dichte des Glases umso
größer ist, ein je höheres Molekulargewicht das Oxyd besitzt:
_ , Molekular- Dichte von
0x7d gewicht 100 SiO., . 20 Na20 . 10 RO
Bleimonöxyd (PbO) 223 2,91
Bariumoxyd (BaO) 153 2,71
Strontiumoxyd (SrO) 104 2,57
Zinkoxyd (ZnO) 81 2,52
Calciumoxyd (CaO) 56 2,46
Magnesiumoxyd (MgO) 40 2,39
Wirkung des prozentualen Zusatzes.
■ In den unter Berücksichtigung der prozentualen Zusammen-
setzung untersuchten Gläsern wurde in den ersten Versuchs-
reihen das Glas 70 % Si02, b0°/0 Na20 als Ausgangspunkt
genommen. Dabei blieb der Kieselsäuregehalt konstant, während
ein schrittweise gesteigerter Gehalt an Natriumoxyd durch RO
ersetzt wurde.
m Außer diesen Gläsern mit konstantem Kieselsäuregehalt
von 70 °/0 wurden auch andere geschmolzen und untersucht,
bei denen der konstante Kieselsäuregehalt der Reihe nach 65,
60, 50 und 40 °/0 betrug. Für alle Reihen galten, wie gefunden
wurde, die gleichen Dichtigkeitsgesetze. Fig. 2 zeigt die Be-
einflussung der Dichte in den Reihen mit 70 °/0 Kieselsäure
durch Einführung des RO in Form der verschiedenen Oxyde
in zunehmenden Mengen, wobei sich folgendes ergibt:
1. In den Gläsern vom Typus a Si02, b Na?0, c RO, wo
a-fb + c = 100 ist, tritt bei konstantem Kieselsäuregehalt und
Ersatz des Natriumoxyds durch steigende'Gewichtsmengen eines
Oxydes vom RO-Typus eine zunehmende Vergrößerung der
Dichte ein, außer in den Gläsern, die Magnesiumoxyd enthalten.
Bei Magnesiagläsern wird durch Ersatz des Na20 durch MgO
eine Abnahme der Dichte hervorgerufen, bis das Glas etwa
10°/0 Magnesia enthält.
2. In ähnlichen Gläsern ist die Dichte um so größer, je
größer das Molekulargewicht des als RO in das Glas einge-
führten Oxydes ist. So hat das Glas 70 Si02 . 20 Na20 . 10
PbO die Dichte 2,61 und 70 Si02 . 20 Na20 . 10 CaO die
Dichte 2,52.
3. Nach den erhaltenen Versuchsergebnissen läßt sich
sagen, daß die obigen beiden Dichtigkeitsgesetze auch gelten,
wenn Kaliumoxyd an Stelle von Natriumoxyd vorhanden ist.
4. Auch eine andere interessante Tatsache sei hier er-
wähnt. Wenn der prozentuale Gehalt an Si02 und RO in dem
Glase konstant gehalten, der an Na20 aber gänzlich oder teil-
weise durch K20 ersetzt wird, so tritt eine Verminderung der
Dichtigkeit ein, z. B.
Glas 70 Si02 . 20 Na20 . 10 PbO Dichte 2,610
„ 70 SiO, . 10 Na,0 . 10 KaO . 10 PbO „ 2,570
„ 70 SiO, . 20 K2Ö . 10 PbO „ 2,546
Vier Reihen von Gläsern wurden studiert, bei denen der
Prozentgehalt an Na20 gleichblieb und ein Teil der Kiesel-
säure durch RO ersetzt wurde. In der ersten geschmolzenen
Reihe betrug der Natrongehalt konstant 25°/0, in der zweiten
20°/0. Zwei weitere Reihen enthielten konstante Beträge von
15 und 10°/0 Na20. In allen Fällen galten, ungeachtet der
Höhe des konstanten Natrongehaltes, die gleichen Dichtigkeits-
gesetze, nämlich folgende :
1. In einer Reihe von Gläsern vom Typus a Si02 + b Na20
-f c RO, wobei a + b + c = 100 ist, wächst die Dichte, wenn
der prozentuale Natrongehalt gleichbleibt und gleiche Kiesel-
säuregehalte durch RO ersetzt werden.
2. In ähnlichen Gläsern ist die Dichte um so größer, je
größer das Molekulargewicht des Oxydes vom RO-Typus ist.
Die gleichen Gesetze gelten, wenn Natriumoxyd gänzlich
oder teilweise durch Kaliumoxyd ersetzt wird.
(Fortsetzung folgt.)
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Handels- Hochschule Berlin. Das Vorlesungsverzeichnis für das
SommersemeBter 1922 ist soeben erschienen (Verlag : Vereinigung wissen-
schaftlicher Verleger, Berlin W. 10) und beim Sekretariat der Handels-
Hochschule, Berlin C. 2, Spandauerstraße 1, zum Preise von M 3 er-
hältlich. ______
Gesetzgebung, Steuern.
Gesetz Aber Kündigungsbeschränkung zugunsten Schwerbe-
schädigter. Nach dem am 1. 4. 22 in Kraft getretenen Gesetz vom
34. 3. 22 wird die in § 18 Abs. 1 des Gesetzes Uber die Beschäftignng
Schwerbeschädigter vom 6. 4. 20 bestimmte Frist, innerhalb deren eine
Kündigung nach § 12 Abs. 1 d G. einem Schwerbeschädigten gegenüber
erst wirksam wird, wenn die Hauptfürsorgestelle zugestimmt hat, wird
bis zum 1 10. 22 verlängert. Bis zum gleichen Zeitpunkt bleibt die er-
lassene Verordnung des Reichsarbeitsministers über die Verlängerung der
Kündigungsbeschränkung zugunsten Schwerbeschädigter vom 28. 4. 21
in Geltung.
Zur Umsatzsteuernovelle. Ueber d'e Ausführungsbestimmungen
hat eine Aussprache der Spitzenverbände im Rrichsfinanzministetium statt-
gefunden. Hierbei ist von Seiten der Regierung die Zusage gegeben
worden, daß Steuerpflichtige für die Zeit vom 1. 1.— 31. 3. 22 nur mit
dem bisherigen Satze von 1 %% zor Umsatzsteuer herangezogen werden
Bollen, wenn sie nachweisen können, daß es ihnen nicht möglich gewesen
ist, die im übrigen mit rückwirkender Kraft vom 1.1. 22 ab erfolgende
Erhöhung der Umsatzsteuer auf 2°/0 einzukalkulieren. Die Spitzenver-
bände haben gebeten, eine dieser Zusage entsprechende Vorschrift in die
Ausführungsbestimmungen aufzunehmen.
Körperschaftssteuer. Der Steuersatz für Erwerbsgesellschaften
wird auf 20 % des steuerpflichtigen Reingewinnes erhöht. Unter Wegfall
der bisherigen Staffelung und ohne Berücksichtigung der Ergiebigkeit ist
ein Zuschlag von 16% der verteilten Dividende für die nach dem 31. 12. 21
abgeschlossenen Bilanzjahre vorgesehen. Bei der Veranlagung der Ein-
kommensteuer bezw. der Körperschaftssteuer der steuerpflichtigen Gesell-
schafter der Erwerbsgesellschaften werden bei einem Jl 300000 nicht
übersteigenden, steuerbaren Einkommen 15°/0, bei M 300 Ü00 bis Jl 2 Mill.
Einkommen 12»/*% nnd bei als M ^ MiU- 100/° dea auf volle Mark
nach unten abgerundeten Betrages der um die Kapitalertragsteuer ge-
kürzten Gewinnanteile angerechnet. Steuerfreie Erneuerungsrücklagen
sind für die in der Zeit vom 1. 1. 22 bis 31. 12. 27 abgeschlossenen Ge-
schäftsjahre im Umfange des § 69 a des E. St. G. zulässig. Die üeber-
teuerangBkosten bei Neubauten, die in den Jahren 1922 und 1923 baulich
beendet worden sind, können in Abzug gebracht werden, sofern die Ver-
wendung der Bauten zu Kleinwobnungszweeken 16 Jahre von der Fertig-
stellung ab gesichert ist; ebenso Beträge, welche solchen Vereinigungen
und Gesellschaften, die die Förderung des Kleinwohnungsbaues bezwecken,
in den Jahren 1922 und 1923 zufließen. Das Gesetz gilt für alle nach
dem 31. 12. 21 abgeschlossenen Geschäftsjahre. Die vorläufigen Zahlungen
auf die Körperschaftssteuer werden für die nach dem 31. 12. 21 abge-
schlossenen Geschäftsjahre auf 15% des in der Bilanz ausgewiesenen
Reingewinns erhöht. Der Mehrbetrag der vorläufigen Zahlung ist grund-
sätzlich einen Monat nach Inkrafttreten des Gesetzes zu entrichten,
Handel und Verkehr.
Nochmalige Erhöhung der Gütertarife. Kaum ist am 1. 5. die
20% Erhöhung der seit dem 1.4.22 geltenden Tarife in Kraft getreten,
werden bereits im Reicbsverkehrsministerium abermalige Tariferhöhungen
zum 1 6. fwogen, die sämtliche Eisenbahngtttertarife umfassen und
ungefähr 20% betragen sollen. Diese Neuerhöhung der Gütertarife
soll einen Ausgleich schaffet! für die bevorstehende Erhöhung der
Beam tengehält ar und Arbeiteriöhne, wodurch auch der Eisenbahnverwal-
tang erhebliche Mehrausgaben erwachsen. Die Personentarife sollen
auch diesmal von einer Erhöhung verschont bleiben.
Zur Neuregelung der Postgebühren. Bei den letzhin stattgefundeneu
Beratungen des Verkehrsbeirates im Reichspostministerium wurde eine Er-
höhung des Auslandsportos zum Ausgleich für die Ermäßigung des Post-
kartentarif es (im Fernverkehr) von Jl 2 auf M 1,50 vorgeschlagen. Die Fern-
sprech- und Telegraphentrebühren wurden im wesentlichen im Sinne des Vor-
schlages des Reichspostministeriums angenommen. Die Fernsprechgebühren
werden sich voraussichtlich um 80% erhöhen, die Telegrammgebühren
werden M 1,50 je Wort (mindestens M 15) im Fernverkehr und M 1
(mindestens^ 10) im. Ortsverkehr betragen. Dar Entwurf geht nunmehr
zunächst dem Reichsrat zu.
Zum Uebergang des Ileicbsbeauftragten für Ueberwachungen
der Ein- und Ausfuhr an die Zollverwalung. Nachdem die Außen-
stellen des Reichsbeauftragten bereits mit der Zollverwaltung verschmolzen
sind, wird nunmehr im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsmiuister
die Zentrale (Verwaltungsabteilung) des Reichsbeauftragten mit der Be-
zeichnung „Hauptfahnduugsstelle der Reichszoll Verwaltung", Berlin SW. 48,
Verlängerte Hedemannstraße 1, dem Landesfiuanzamt Brandenburg, Abt.
für Zölle und Verbrauchsabgaben, angegliedert.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Der Gesamtausschuß hat beschlossen,
daß die Geltungsdauer voa Ausfuhrbewilligungen, wenn keine aus-
reichenden Gründe vorliegen, nur einmal verlängert werden soll. Aus-
nahmeanträge sollen von Fall zu Fall entschieden werden. — Der
Ausfuhrmindestpreis von Qaarzit nach Tschechoslowakien hat ab 20. 4.
eine Aenderung erfahren. — Die Ausfuhrmindestpreise für Schleif-
scheiben für die Länder Frankreich, Italien, Deutschösterreich, Ungarn,
Rindstaaten, Balkan und Rußland sind geändert worden. — Die Aus-
fahrmindestpreise für feuerfeste Erzeugnisse für die Ukraine — Groß-
iußland — Litauen und Randstaaten, sowie für Polen und Freistaat Danzig
haben eiue Aenderung erfahren. — Die Ausfahrmindestpreise für Korund
and Schmirgel haben eine Aenderung erfahren. — Die Ausfuhrmindest-
preise für feaerfeste Erzeugnisse nach Schweden, Dänemark, Norwegen,
Finnland, Saargebiet und Deutschöaterreich Bind geändert worden.
A. H. N. Glas. Der Unterauaschuß Ho hl glas hat in seiner
Sitzaug am 4. 4. 22 Aenderungen zu dem Umrechnungsschlüssel vom
16.11.21 beschlossen. Die Aenderungen können bei der Preisprüfungs-
stelle für Hohlglas, Dresden-N. 6, Glacisstraße 12, angefordert werden.
Ausfuhrabgabengesetz. Dar Entwurf, der Ende Februar den
Reichsrat und den Wirtschaftspolitischen Ausschuß des Reichswirtschafts-
rates beschäftigt hatte, sieht bekanntlich die allgemeine Erhebung einer
Abgabe von der Ausfuhr aller Waren vor. Die Reichsregierung kann in
2J£ — Hi. 1$
SPRICH SAAL — COBURG.
um. (&&. Jahrgang,))
beeonderen Fallen die Ausfubrabgabe erlanen oder ermaßigen sowie mit
Zustimmung des Reichsrats allgemeine Ausnahmen zulassen. Der end-
gültige Abgabentarif soll erst nach Anhörung zahlreicher Sachverständiger
Torgelegt werden. Bis zn seiner Festlegung bleibt der znrzeit gültige
Tarif vom 27. 10 21 in Kraft. Die Ansfnhrabgabe soll bei den ausfuhr-
freien Waren von den Zollstellen, bei den ansfnhrverbotenen Waren so
wie bisher von den Außenhandelsstellen veranlagt werden. Die Erhebung
erfolgt in beiden Fällen bei den Zollstellen. Die Reichsregierung bestimmt
den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes und das Außerkrafttreten,
wenn eich durch die Entwicklung unserer Wirtschaftlage eine schnelle
Aufhebung der Ausfuhrabgaben als notwendig erweisen sollte.
Das deutsch-finnische Wirtschaftgabkommen« das am 22.4. im
Auswärtigen Amt unterzeichnet worden ist, bezieht Bich insbesondere auf
die Begelung des gegenseitigen Verkehrs der Handlnngsreisenden, gewissen
Fragen des beiderseitigen Schiffahrts- und Eisenbahnverkehrs nnd der
Befugnis der beiderseitigen Konsularbebörden. Das Abkommen enthält
ferner eine Erklärung, wonach beide Teile bereit sind, demnächst in Ver-
handlungen Uber ein Wirtschaftsabkommen auf breiter Grundlage einzutreten.
Das Abkommen tritt mit dem Tage des Austausches der Batifikatio ns-
nrkanden in Kraft.
Besetztet Gebiet. Zur Rückerstattung doppelt erhobener Ans*
fahrabgaben. Wie der Beichskommissar für Ein- und Ausfuhrbewilligung
(11. 4. 1922 — BV 4641—) mitteilt, ist es richtig, daß der leitende
Zollausschuß verfügt hat, daß seit dem 15 1. 22 Rückerstattungen für
Rechnung der Alliierten ans den Zollkassen nicht mehr erfolgen dürfen.
Eine Regelung der hierbei aufgetretenen weiteren Fragen wird im rAa-
sammenhang mit der Begelung der Bückerstattung doppelt erhobener
Aasfuhrabgaben im besetzten Gebiet überhaupt erfolgen. Die Ver-
handlungen, die vom BeiobsfinanzmiDisterium geführt werden, sind noch
nicht abgeschlossen. Eine Begelung wird aber in Kürze erwartet.
Saargebiet. Zoll- nnd Versandrorschriften. Die Verkehrs- nnd
Zollabteilung der Handelskammer zu Saarbrücken hat als Merkblatt Nr. 9
•ine Zusammenstellung sämtlicher Zoll- nnd Versandvorschriften für den
Warenverkehr des Saargebiets mit Berücksichtigung dar durch die Sanktionen
bewirkten Aenderungen nach dem Stand vom 1. 3. 22 herausgegeben, die
vom Verlag Gebr. Hofer, A.-G., Saarbrücken-Völklingen, bezogen werden
kann.
f hile. Znr Anbahnung von Geschäftsbeztehuhgen empfiehlt der
Vertrauensmann des Außenhandels- Verbandes in Valparaiso den am Export
interessierten Firmen, möglichst mit der Anfrage zugleich ein Muster
vorzulegen, nnd eine ungefähre Preisbasis anzugeben. Die Interessenten
seien zu einer etwaigen Bezahlung wertvollerer Muster nicht abgeneigt.
Ecuador. Geschaftswinke. Nach einer Zuschrift des Vertrauens-
mannes des Außenhandels- Verbandes in Cuenca wird noch immer über das
Geschäftsgebaren deutscher Firmen Klage geführt. Die neuerdings
geübte Berechnung in Dollar hat größtes Befremden erregt, da der Dollar
jetzt in Ecuador das Doppelte seines früheren Wertes habe. Ein weiterer
Uebelstand ist die durchweg atsbedungene lange Lieferfrist. Die Ver-
packungs- und Versandkosten werden als unangemessen hoch bezeichnet.
Die Verpackung ließe auch die frühere Sorgfalt vermissen. Zum Herein-
holen von Bestellungen ist das Vorlegen von Mustern unerläßlich, andern-
falls sollte dieser Mangel durch wirkungsvolle Kataloge wettgemacht
werden. Viele Zahlen nnd sachliche Erlänterungen erübrigen sich. Der
Südamerikaner schätzt die Ware nach der mehr oder weniger gefälligen
Aufmachung des Kataloges ein. Als Sprache kommt die spanische, sonst
die deutsche in Trage. Möglichst genaue Gewichtsangaben sollen einen
TJeberschlag über die Zollkosten ermöglichen.
Oesterreich. Der Zollaufschlag für die nicht nnter Goldzoll-
pfiiebt fallenden Waren ist mit Wirkung ab 2.6. vom 700 fachen auf das
1000 fache des Tarifsatzes festgesetzt worden. Interessenten erfahren
Näheres bei der österreichischen Abteilung des Deutsch- Oesterr.-Ungar.
Wirtschaftsverbandes, Berlin W. 35, Am Karlsbad 16.
Tschechoslowakien. Die Fakturierung deutscher Einfuhrwaren
kann in tschechoslowakischen Kronen vorgenommen werden ; die Bezahlung
mnß jedoct einer neuerlichen Verfügung zufolge in Mark erfolgen. Der
Beichekommissar für Ein- und Ausfuhrbewilligung hat keine Bedenken,
wenn bei Faktnrierung in tschechoslowakischen Kronen von den Außen-
handelBstellen allgemein Zahlung in Mark, nnd zwar möglichst zum Kurse
des ZablungBtages, zugelassen wird.
Eine solche ZahlungBweise dürfte eich auch bei der Ausfuhr nach
anderen Ländern empfehlen — selbst wenn von den dortigen Finanz-
ministerien keine Bezahlung in Mark vorgeschrieben ist — in allen den
Fällen, wo «Me beziehenden Firmen Wert darauf legen, die eingeführten
deutschen Waren mit ihren MarkbeBtänden zu bezahlen, nnd wo im Falle
einer Weigerung von deutscher Seite die ausländische Konkurrenz den
Vorteil ziehen würde.
Ungarn. Das Zollaufgeld ist für alle in den Listen A — C (vergl.
Nr. 10, 8. 113) nicht aufgeführten Waren ebenso wie das Waggeld auf
16 9ü0<>/0 nnt Wirkung vom 6. 4. ab erhöht worden.
Vereinigte Staaten. Zur ZolltarifrevMon. Ueber die vom
Finanzausschuß des Senats an dem Entwurf des Repräsentantenhauses
vorgenommenen Aenderungen werden aus New York noch folgende Einzel-
heiten berichtet: Die Bill, die in der ihr vom (Finanzausschuß gegebenen
Fassung seit dem 11 4 dem Senat unterliegt, steht dort nunmehr zur
Vtrhandlung Man nimmt an, daß diese etwa 2 Monate beanspruchen und
nicht ohne lebhafte Auseinandersetzungen seitens der interessierten Kreise
vor Bich gehen wird Neben den bereits an früherer Stelle dieses Blattes
erwähnten, dem Präsidenten zum Schutze dar amerikanischen Iuduitrie zu
erteilenden Vormächten (Erhöhung der tarifmäßigen Zollsätze um 50%,
nötigenfalls Anwendung des amerikanischen Großhandels- anstatt des in
der Bill allgemein vorgesehenen Exportwertes als Grundlage der Ab-
schätzung der Einfuhrw«rm) will der Ausschuß in Anlehnung an die in
der Kougreßbottehaft des Präsidenten vom Dezember v. J. gegebene An-
regung einei „dehnbaren* Zolltarifs das Bundesoberhanpt weiterhin auch
zur Vornahme von Aenderungen in der tarifmäßigen Klassifizierung von
Einfuhrwaren, beispielsweise zur Ueberleituug dieser ans der Frei- in die
Zollpflichtliste, ermächtigen. Ferner soll der Präsident die Befaguis be-
sitzen, Waren, deren Preis in den Vereinigten Staaten von ausländischen
Zweckverbänden kontrolliert wird, solange die die amerikanische Produktion
differenzierenden Verbandsmaluahmen nicht beseitigt sind, von der Ein-
fuhr gänzlich auszuschließen. Die in dem „American valuationplan" der
„Fordney Bill" enthaltenen Bestimmungen über die Einfuhr von Waren
ans valutaichwachen Ländern hat der Ausschul fallen lassen.
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Die bayerische PorzellantndustrU, die noch über einen ziemlieh
beträchtlichen alten Auftragsbestand verfügt nnd nene Aufträge hinzu-
erhalten hat, klagt über außerordentliche Kohlenknappheit, die nur durch
Zuhilfenahme von Holzfeuerung und böhmischer Kohle behoben werden
kann. Die gleichen Schwierigkeiten bestehen für die oberfränkisehe
elektrotechnische Porzellanindustrie. Die Beschäftigung in der Steingat-
indnstrie ist teilweite gut, teilweise zurückgegangen nnd gleicherweise
durch Kohlenmangel in Frage gestellt.
Die Lage in der bayerischen Spiegelglasindustrie. Die Htttteu-
betriebe des Böhmerwaldes, die Polierwerke des oberpfälzischen Stufen-
landes und die Veredlungsindustrie Mittelf rankens bilden in der Glasindustrie
hinsichtlich der Produktion ein aufs engste zusammenhängendes Ganze,
als dessen Brennpunkt Fürth anzusprechen ist. Die Stärke der bayerischen
Glasindustrie liegt heute in der Herstellung von Spiegelglas, dem auf dem
Weltmarkt nur eine geringe Konkurrenz seitens Böhmens gegenübersteht.
Ihre Bedeutung verdankt sie einzig und allein ihrem Charakter all Aus-
fuhrindustrie. Mit dem Exportrückgang setzten allerdings eine bis heute
noch immer nicht behobene Stagnation und ein schwerer Existenzkampf
ein. Der Einfluß der Separationen macht sich in unheilvoller Weise geltend.
Dies gilt vor allem anf dem Gebiete der Kohlenversorgung. Infolge des
Ausfalles der oberschlesischen Kohle werden seitens der Kohlenverteilungs-
stelle der bayerischen Spiegelglasindustrie einheimische Kohlen überhaupt
nicht mehr zugewiesen, und sie ist heute nur noch von der böhmischen i
Kohle abhängig, die im Bezüge außerordentlich teuer iet. Vor dem Kriege
kostete ein Waggon böhmischer Kohle ungefähr Jf 80, während er heute
mit etwa M 9000 und mehr berechnet wird. Noch im vorigen Jahre
wurde böhmische Kohle in Markwährung fakturiert, heute dagegen nur in
tschechischen Kronen. Das gleiche gilt auch bezüglich der Frachten, die
bis znr Grenze in tschechischer Währung berechnet werden nnd infolge-
dessen ungleich höher sind. Eine große Belastung stellen auch die vielen
Steuern dar, als deren drückendste die Kohlensteuer angeführt wird.
Während die, böhmischen Kohlen noch bis Anfang Dezember 1921 Steuer- ]
frei waren, werden auch sie neuerdings mit der nun 40°/»-igen Kohlen-
Steuer belegt. Di« 26 °/,-ige -Abgabe, der die deutschen Waren in England
unterworfen sind, hat insofern keinen Einfluß, als der Export nach England
kein nennenswerter ist. Die Entwertung der Mark allerdings begünstigt
den Export der Erzeugnisse nach den valutastarken Ländern. Die Vorschrift
der Außenhahdelsnebenstelle,. nach welcher ab 1. 2. 22 bei der Ausfuhr nach
Ländern mit höherer Valuta ausnahmslos in ausländischer Währung zn
fakturieren ist, wird in den Kreisen der Spiegelindustrie ablehnend beurteilt. I
Eine nicht unwesentliche Bolle in dem gesamten Produktionsprozeß spielen
die fortgesetzten Lohnstraitigkeiten nnd die damit verbundenen Streik- j
bewegungen. Die ständig steigenden Gestehungskosten lassen den Zeit-
punkt immer näher rücken, an dem die bayerische Spiegelglasindustrie dem
erfolgreichen Wettbewerb der rheinischen Kristallglasfabrikation mit ihrer
günstigen Lage im Kohlenrevier nnd am Wasserwege nicht mehr stand
zn halten vermag. Die Rohstoffversorgung bietet verhältnismäßig
noch die wenigsten Schwierigkeiten, wenn auch das Sodasyndikat die
inländische Soda in zu geringen Mengen zuteilt nnd die Fabriken damit
zum Bezug verhältnismäßig teurer Auslandsware zwingt. Die für die
Spiegelfabrikation erforderlichen Bohstoffe wie indischer Schellack nnd
französische Terpentine köonen in genügenden Mengen, allerdings gleich-
falls nur zu äußerst hohen Preisen bezogen werden Die Gestehungskosten
für das Fertigerzeugnis neigen sich mehr nnd mehr einem Preisstand zu,
der Spiegel und Spiegelglas nachgerade zu ausgesprochenen Luxusartikeln
werden läßt. (Sbt.)
Ausländische Konkurrenz gegen deutsche Glühlampen* Englische
nnd schwe tische Glühlampenfabriken rechnen mit einer Beseitigung der
deutschen Konkurrenz in verschiedenen Ländern, nachdem die deutschen
Verkaufspreise jetzt erhöht worden sind nnd eine Besserung des Mark-
kurses in Aussicht stehe. Einen etwaigen Export nach Bußland glauben
die Bchwedischen Fabriken unter den deutschen Verkaufspreisen durch-
führen zu können. In Bußland Bei jedoch die Kreditfrage nnr entscheidend.
Frankreich. Wettbewerb gegen deutsches Porz«IIan. Die
Limoger Werke machen erneut ernstliche Anstrengungen zur Verdrängung
der deutschen Erzeugnisse und haben bereits vor der Leipziger Messe
eine Preisherabsetzung von 20°/. vorgenommen. Der billige Einkauf
deutscher Reparationskohle trägt nicht unwesentlich zum Gelingen ihrer
Bestrebungen bei.
Geschäft lieh© Mitteilungen.
Porzellanfabrik Kahla — H. Schomburg Sc Söhne, A.-G. Die
Verwaltungen beider Gesellschaften schlagen ihren Generalversammlungen '
den Abschluß eines Interessen Gemeinschafts- Vertrages auf 99 Jahre vor.
Beide Gesellschaften sind anf dem Gebiet der Herstellung von elektro-
technischem Porzellan führend und wollen im Hinblick auf den Ausbau
ihrer Werke und die Herbeiführung weiterer technischer Fortschritte das
engste Zusammengehen vereinbaren. Durch den Austausch ihrer Erfahr-
ungen auf technisch- wissenschaftlichem und fabrikatorischem Gebiet,
ferner durch die Verbilligung der Produktion und des Vertriebes dürften
nicht nur den Aktionären, Bondern auch der elektretechnischen Industrie',
wesentliche Dienste geleistet werden. Auch auf dem Gebiet der Her*
Stellung von Gebrauchsporzellan wird die Annäherung der beiden Werke
günstige Aussichten bieten. Schomburg beabsichtigt in seinem Schwan-
1822. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL -COBURG.
Nr. 18 — 213
dorfer Werk auch eine umfangreiche Gescbirrabteilung einzurichten und
sich fttr den Vertrieb der Verkaufsorganisation von Kahla anzuschließen.
Die beiden Gesellschaften besitzen Werke in : Kahla, Hermsdorf, Freiberg,
Zwickau, Margarethenhöhe, Roßlau, Wiesau, Pirkensee, Schwarzenfeld
und 8chwandorf. Die Porsellanfabrik Schombnrg wird ihr Kapital von
Jt 8 Mill. auf Ji 25 Hill, erhöhen, während Kahla eine Erhöhung von
M. 20 Hill, auf M 35 Hill, vornimmt. Je Ji 10 Hill. Aktien werden von
beiden Gesellschaften ausgetauscht und zunächst nur mit 25 % eingezahlt.
Die Dividendenberechtigung dieser Austauschaktien ruht während der
Daner des Gemeinschaftsvertrages. Diese Kapital-Transaktion soll von
den führenden Bankhäusern der betreffenden Gesellschaften, der Bank für
Thüringen, vormals B. H. Strnpp, A.-G., Heiningen, und dem Bankhans
C. H. Kretzschmar, Berlin, durchgeführt werden. Die Vorstände beider
Gesellschaften vereinigen sich zu einem Gesamtvorstand, ferner werden
Aufsichtsräte beider Gesellschaften gegenseitig ausgetauscht. Die Ge-
winne sollen nach einem zu vereinbarenden Schlüssel verteilt nnd eine
gleiche Dividende für beide Aktien ausgeschüttet werden.
Pörzellanfabrik Ph. Kosenthai & Co., A.-G., Berlin. Auszug
ans dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn M 14.08 Hill.
(5,0); Dividende 50% (50); Abschreibungen M 7,25 Hill. (5,55); Zu-
weisungen an Wohlfahrtsfonds M 3 Hill. (0), an neugebildeten Dividenden-
Ergänzungsfonds M 6 Hill. — Laut Rechenschaftsbericht ging die Be-
schäftigung stets Ms an die Grenze der Leistungsfähigkeit. Das Ueber-
einkommen mit der A. E. GL hat ein engeres Zusammengehen der Abteilungen
für Elektrotechnik mit der A. E. G. gebracht. Die Gesellschaft hat sich
ferner an der Firma A. Weber & Co., Specksteinwerke, Nürnberg, beteiligt
und das Aktienkapital der A.-G. Krister, Waldenburg, erworben Der vor-
liegende Auftragsbestand sichert auf Monate hinans reichliche Beschäftigung.
Pläne zu weiterer Ausdehnung oder Angliederung anderer Porzellanfabriken
bestehen augenblicklich nicht. Es sei auch nicht beabsichtigt, eine
Kapitalserhöhnng vorzunehmen. — Neu in den Aufsichtsrat wurde
0. Schweitzer gewählt,
Pörzellanfabrik Fraureuth, A.-G«. Fraureuth. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31.12.-21: Reingewinn M 4,6 Hill. (1,2);
Dividende 35 % (35) ; Sondervergütung Jt 250 (0) ; Abschreibungen
Jt 0,6 Hill. (0,7); neu errichteter Baufonds für Arbeiterwohnungen
M 4 5 Hill. (Wiederaufbau- und Erneuerungsfonds Jt 2 Hill); Zuweisung
an Beamten- und Arbeiterpensionsfonds M 0,6 Hill. (0,3). — Das Unter-
nehmen vormochte 1921 die Gesamtumsätze auf das 2%-fache des Vor-
jahres zu steigern. Die Geschirrfabrik Fraureuth war ebenso gut beschäftigt
wie die in ihrer Produktionsleistung rasch entwickelte Fabrik Wallendorf
nnd die Malereien in Dresden nnd Lichte, die sich nur mit der Herstellung
von Kunst- nnd Luxusporzellanen befassen. Die im Ban befindliche neue
Geschirrfabrik in Fraureuth soll im Laufe des Jahres in Betrieb gebracht
werden. Die Gesamtsumme der Reserven stellt Bich auf rund Jt 9 Hill.,
womit also das dividendenberechtigte Aktienkapital nicht unbeträchtlich
überschritten wird. Das Aktienkapital ist im laufenden Jahr erhöht auf
Jt 0,85 Hill. Vorzugs- nnd auf Jt 10,5 Hill Stammaktien. Von diesen
Stammaktien und der Emission des Jahres 1921 sind Jt 2,55 Mill. vom
Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen worden, nm aus dem Erlös und
Agiogewinn die Mittel zum Bau der neuen Tunnelofenfabrik zu schaffen.
Nach Mitteilung der Verwaltung werden voraussichtlich mit den bereit-
stehenden Mitteln, dem Agiogewinn nnd dem Erlös aus den emittierten
nnd noch zu emittierenden Obligationen die gesamten Bauaufwendungen
bestritten werden können. Wie der Vorstand erklärt, verfügen sämtliche
Werkstätten Uber einen reichlichen Auftragsbestand, so daß die Aussichten
für das laufende Jahr als günstig bezeichnet werden können, sofern nicht
unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten. — Dem derzeitigen Aufsichts-
rat gehören an : Bankdirektor Dr. K. Beheim-Schwarzbach, Vors., Landrat
a. D. Dr. W. Drahota, Btellv. Vorl., Oberst a. D. D. v. Kommerstaedt,
Bankier W. Lswinsky, Oberstallmeister a. D. G. v. Römer.
Steingutfabrik Colditz, A.-G., Colditz. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Jt 2107 924 (895 566);
Dividende 40 % (26 % + 10 % Bonns) ; Abschreibungen nicht ersichtlich
(690000). — Das 15 Geschäftsjahr der Gesellschaft bot im allgemeinen
die gleiche Unsicherheit der Geschäftslage wie im Vorjahr, gekennzeichnet
durch mehr oder weniger heftige Valntaschwankungen. Der sich ständig
verschärfende Kohlenmangel zeitigte Betriebseinschränkungen aller Art.
Max Roesler, Feinsteingutfabrik, A.-G., Rodach. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn M 930 797
(604348); Dividende 20% (12) ; Abschreibungen M 14 995 (125 074); Zu-
weisung an Erneuernngs- und Dispositionsfonds M 125000 (70000), Ge-
winnanteil an Beamte und Arbeiter Ji 163185; für soziale Zwecke
JK 60 000 (50000). — Nach dem Vorstandsbericht hielt die große Nach-
frage bis zum Frühjahr an. Der späterhin einsetzende Käuferstreik ließ
das Inlandsgeschäft merklich abflauen. Der Absatz besserte sich jedoch
im Herbst und nahm zu Weihnachten großen Umfang an. Das Anfang
des Jahres schwache Auslandsgeschäft brachte im zweiten Halbjahr gute
Beschäftigung. Der derzeitige Geschäftsgang ist nach Hitteilung der Ver-
waltung recht zufriedenstellend. Auf der Leipziger Hesse seien ansehn-
liche Aufträge erteilt worden.
Rheinische Glashütten, A.-G., Cöln-Ehrenfeld. Die a. o. G.-V.
genehmigte die vorgeschlagene Kapitalserhöhnng nm M 6 Hill. Stamm-
und Jt 1 Hill. Vorzugsaktien auf Ji 10 Hill. Der Aufsichtsrat wurde
ermächtigt, die Einzelheiten der Begebung nnter Ausschluß des gesetz-
lichen Bezugsrechtes der Aktionäre festzusetzen.
A.-G. Glashüttenwerke Adlerhütten, Penzig, O L Die o. G.-V.
gab ihre Genehmigung zu der Kapitalserhöhnng um JI 3 Mill. Stamm-
nnd Jt 1,2 Mill. Vorzugsaktien. Die neuen ab 1. 1. 22 dividendenberech-
tigten Stammaktien werden an ein aus dem Bankhaus S. Bleichröder,
Berlin, nnd dem Bankhanse Doertenbach & Cie , G. m. b. H , Stuttgart;
bestehendes Konsortium mit der Verpflichtung begeben, Jt 2 Hill, den
alten Aktionären im Verhältnis 2:1 zu 170 % zum Bezug anzubieten.
Das Bezugsrecht läuft bis 10. 5. 22.
Gesch&ftsverlegung. Die Firma Flachglas-GroSvertriebs-Gesellsehaft
m. b H., Leipzig, hat ihre Geschäftsräume naeh ihrem eigenen Grund-
stück Leipzig- Gohlis, Breitenfelderstr. 30, verlegt. Die Fernruf-Nummer
lautet jetzt 50 371.
General »Versammlungen.
Porzellanfabrik Joseph Schachtel, A.-G., Sophienau : o. G.-V. 6. 5. 21,
5 Uhr n., Bankfirma Carsch Simon & Co., Komm.-Ges., Berlin. T.-O. :
n. a. Kapitalserhöhung um bis zu J6, 3,5 Mill.
Hiby & Schroer, A.-G., Bergisch-Gladbach : o. G.-V. 11. 5. 22,
5% Uhr n., Gesellschaft Erholung, Berg.-Gladbach.
C. P. Goerz, A.-G, Berlin-Friedenau: a o. G.-V. 15. 5. 22, 11 Uhr v.,
Geschäftsräume, Berlin-Friedenau. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung nm
JK 22 Mill.
A.-G. Hahn für Optik und Mechanik. Cassel: a. o. G.-V. 12.5. 22,
3 Uhr n., Berlin, Dorotheenstraße 35. T.-O-: n. a. Kapitalserhöhung
um Jt 6 Hill.
A.-G. der Holler'schen Carlshütte bei Randsburg, Hamburg : o. G.-V.
11. 5. 22, 2 V» Uhr n., Börsanhalle, Hamburg.
Senkingwerk, A.-G, Hildesheim: o. G.-V. 18. 5. 22, 4 Uhr n., Ver-
waltungsgebäude, Hildesheim.
Emaillier- und Stanzwerke, vorm. Gebr. Ullrich, Haikammer: a. o.
G.-V. 16. 5. 22, 3 Uhr n., Gasthof zum Rebstock, Haikammer. T.-O.: u. a.
Kapitalserhöhnng um M 3 Mill. Stamm- nnd M 0,3 Hill. 7% Vorzugs-
aktien.
Messen nnd Ausstellungen.
Jahressehau deutscher Arbeit Dresden. Die Beteiligung der
Keramindustrie wird eine dieses' Gebiet völlig umfassende sein. Die
Schaffung der einzelnen Abteilungen nnd Verkaufsstände wird durch die
ausstellende Industrie selbst in künstlerischer Weisedurchgeführt. Die drei
großen staatlichen Hanufakturen Berlin, Heißen und Nymphenburg finden
in einer gemeinsamen Halle Unterkunft. In besonderen Hallen werden
die Fabriken Rosenthal, Hntschenreuther, Fraureuth u. a. m. sowie die
Fachverbände der Porzellanindustrie, die Steingut-, Töpfer-, Ton- und
Glasindustrie vertreten sein. Neben der bereits in Nr. 17, S. 201, be-
sprochenen Sondererrichtung einer Porzellanfabrik, die Laien und Fach-
leuten ein lückenloses Bild von der Herstellung des Porzellans bieten wird,
sollen in einer historischen Abteilung die reichen Kunstschätzs Dresdens
zusammengestellt werden. Die Veranstaltung will nicht Wertarbeit im
vielfach mißverstandenen Sinne von Luxuserzeugnissen bieten, vielmehr
dem Gedanken der Wertware im einfachen Haushalt die Wege ebnen
und auf die breite Masse geschmacksveredelnd wirken. Sonderzüge wie
zur Leipziger Messe sind vom Reichsverkehrsminister bereits zugesagt.
Die Jahresschau wird so schließen, daß die Aussteller noch rechtzeitig zur
Leipziger Herbstmesse eintreffen können.
Die 2. Nordische Messe Kiel, die vom 13.— 17. 9. 1922 von der
„Nordischen Messe in Kiel, e. G. m. b. H.," unter Hitwirkung der Han-
delskammer in Kiel und des Handels- und Industrieamtes der Stadt Kiel
veranstaltet wird, ist in 36 Fachgruppen eingeteilt, deren eine Keramik,
Porzellan-, Steingut- und Glaswaren umfaßt. Ueber die Zulassung der
Anmeldungen und der angemeldeten Gegenstände entscheidet daß Heßamt.
Die Platzmiete im Gebäude beträgt je nach Lage Ji 160 bis 200 je qm
nackter Raum (bevorzugte Plätze entsprechend mehr), im freien Gelände
Jt 40 je qm. Ein Teuerungszuschlag von 25% bleibt vorbehalten. Der
Schlußtermin für die Anmeldung ist der 1. 6. 22 Für später eingehende
Heldungen kann ein Zuschlag von 33'/3% erhoben werden. Die Zuwei-
sung der Plätze erfolgt durch die technische Abteilung des Meßamtes.
Ein Wohnnngsnachweis sorgt für die Zuteilung von Meßwohnungen. Heß-
aufschläge irgend welcher Art sollen in Kiel nicht erhoben werden.
2. Internationale Mustermesse Neapel 1922 (16 —30. 9. 22). Den
am Export nach Süditalien, Sizilien, den Balkanländern und dem nahen
Orient interessierten deutschen Firmen kann eine Beteiligung empfohlen
werden. Die Beschickungskosten werden allerdings verhältnismäßig hoch
sein; doch ist, einem Bericht des Ausstellungs- und Hesseamts der
Deutschen Industrie zufolge, anzunehmen, daß vom Neapler Meßamt
deutschen Ausstellern in finanzieller Hinsicht Entgegenkommen gewährt
wird. Zur Ausstellung würden sich n. a. Hausrat, Geschirr, Porzellan
und Glas eignen.
Verbände.
Der Reichskohlenverband Berlin veröffentlicht im „Reichsanzeiger"
Nr. 93 vom 21. 4. die neuen Brennstoff Verkaufspreise, die ab 20. 4. Geltung
haben.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken
hat beschlossen, den Tauerungszuschlag für den Honat Hai für Nieder-
spannungs-Porzellan von 30% auf 70% heraufzusetzen. Nachdem sich
die im Verband Deutscher Steatitfabriken Nürnberg zusammengeschlossenen
Steatitfabriken dem Verband Deutscher elektrotechnischer Porzellanfabriken
angeschlossen haben, gilt diese Preiserhöhung auch für Elektro-Steatit-
Artikel.
Preiserhöhung für Schamotteerzeugnisse. Die Westdeutsche und
die Mittel- und Ostdeutsche Schamotte-Konvention, sowie die West-
deutsche und Ostdeutsche Silikq-Konvention haben beschlossen, für sämt-
liche Lieferungen vom 10. 4. ab die bisherigen Preise um 50 % zu er-
höhen, indem der Teuerungszuschlag von 100% auf 200% festgesetzt
wird,
Der Verband Deutscher Exporteure nahm auf seiner am 1. 4.
abgehaltenen Delegierten-Konferenz u. a. auch zu der Frage der Fakturierung
in ausländischer Währung im In- und Auslandsverkehr erneut Stellung
und faßte nach lebhafter Aussprache folgenden Beschluß:
„Der Verband Deutscher Exporteure stellt mit Genugtuung fest, daß
1
214 — Nr. 18
SPRECHSAAL- COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
der von d<m Beichswirtsehaftsministerium nnd der Beichsbank in den
letzten Monaten propagierte nnd festgesetzte Zwang der Valutafakturierung
schon jetzt zu den schwersten Bedenken bei eioem Teil der Industrie and
der BeichsbaDk geführt hat. wobei er auf das Burdschreiben des Beiehs-
verbandes der Deutseben Industrie vom 28. 3. und des Beiehsbankdirektoiiams
vom 3. 3. verweist. Nach wie vor tritt der Verband dafür ein, jedem
Exporteur die Wahl der Fakturierungsart freizustellen. Kr bekämpft es
folgerichtig, wenn jetzt wieder ein Zwang eingeführt werden soll, der die.
Art der Bezahlung der Fabrikantenrechnung durch den Exporteur im
innerdeutschen Verkehr betrifft Jeder Zwang durch Gesetze, Außen-
handelsstellen oder Indnstrieverbände ist falsch und volkswirtschaftlich
schädlich. Im Interesse des Schutzes der deutschen Währung ist jedoch
nötig, anzuordnen, daß der Exporteur den Fabrikanten unter allen Umständen
auch dann in deutscher Mark bezahlen darf, wenn ihm die Rechnung in
Valuta ausgestellt ist." ■
Firmenregister.
Deutschland.
Zahnfabrik Union Schulten & Co., Durlach. Kaufmann Georg Schulten
ist ausgeschieden, Ingenieur Dr. Fritz Winkelstroeter als persönlich
haftender Gesellschafter eingetreten Seine Prokura ist erloschen.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla. Die Kapitalserhöhung am 14 Mill.
Stamm- und Jt 3 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 23 Mill. ist erfolgt.
Isolatorenwerke Mutzschen, G. m b. H., Mutzschen. An Stelle des
ausgeschiedenen Hermann Jörke wurden Ineeniur Arthur Greve, Kaufmann
Heinrich Nedderm<yer und der bisherige Prokurist, Direktor Jalius Zack
zu Geschäftsführern bestellt. Die Prokura des technischen Direktors
Walther Grahner besteht als Einzelprokura weiter. Die Geschäftsführer
Arthur Greve und Heinrich Neddermeyer sind ausgeschieden. Zam Ge-
schäftsführer wurde Kaufmann Emil Bode bestellt.
Elektro-Porzellanfabrik S. Bergmann jr. & Co., Neuhaus a. B, Kauf-
mann Erich Geier hat Prokura.
Porzellanfabrik Schönwald, Schönwald. Die Kapitalserhöhung um
Jt 2,4 Mill. Stammaktien auf Jt 5,4 Mill. ist durchgeführt.
A.-G. Pprzellanfabrik Weiden Gebrüder Bauscher, Weiden. Die
Kapitalserhöhung nm M 5 Mill. Stammaktien auf M 8 Mill. ist erfolgt.
Verband Deutscher Lnxasporzellanfabiiken, G. m. b. H., Weimar.
Begiernngsrat a. D. Dr. Paul Fischer wurde als weiterer Geschäftsführer
bestellt. Jeder Geschäftsführer ist selbständig vertretungsbefugt. Die
Prokura des Kaufmanns Paul Benz ist erloschen.
Sächsische Schamotteofen-Fabrik, Otto Hummel, G. m b. H., Königs-
brück. Das Stammkapital ist auf Jt 850000 erhöht worden. An Stelle
des ausgeschiedenen Edwin A, W. Beuter und Max G. C. Beuter wurde
Fabrikbesitzer Max G. C. Eeuter als (ieschäftsführer beateilt Stellvertreter
der Geschäftsführer ist Fabrikbesitzer Ferdinand W. Beuter.
Edwin Werner, Tonwarenfabrik, B unzlau. Die Firma ist erloschen.
Steingntfabrik Staffel, G^ m. b. Hr- Staffel a. Lahn. Die Prokura
des Isidor Waldmann ist erloschen.
Keramische Werke Strehla, Otto Türcke, Strehla. Die Firma ist
erloschen.
Keramische Werke, Strehla, G. m. b. H., Strehla a. E Ausbau des
biBher unter, der Firma Keramische Werke Strehla, Otto Türcke, betriebenen
FabrikunternehmenB für die Steingut- und Majolikafabrikation sowie Er-
werb oder Beteiligung an in die Feinkeramik einschlagenden Unternehmungen
und Einrichtung solcher. Stammkapital: Jt 300000. Selbständig ver-
tretungsbefugte Geschäftsführer sind die Fabrikbesitzer Paul 0. Türcke
und Johannes Griesbach.
Ullersdorfer Werke, A-G., Nieder-Ullersdorf. Die Kapitalserhöhung
nm 1 1 Mill. Stammaktien auf Jt 2,1 Mill. ist durchgeführt.
Bheinis-cher Vulkan, Schamotte und Dinaswerke m. b. H., Ober-
dollendoif. Die Prokura des Kaufmanns Mathias Lentzen ist erloschen.
Altenburger Glashütte, A.-G., Altenburg. An Stelle der ausge"
schiedenen Oskar und Paul BeBser wurde Kaufmann Hugo Jungwirth in
den Vorstand berufen.
Hohlglas-A.-G., Dresden (Neustädter Elbquai) Erzeugung von Glas
und Glaswaren aller Art sowie Betrieb von Handelsgeschäften mit allen
Erzeugnissen nnd Materialien der Glasindustrie. Grundkapital: Jt 2 Mill.
Vorstand ist Geschäftsführer Fritz A. Kretzschmar. Die Gründer, die
sämtliche Aktien übernommen haben, sind Prokurist P. W. Herrmann,
Kaufmann H 0. Schubert, Geschäftsführer G. E. Schüller, Fabrikdirektor
H. W. W. Piefky, Kaufmann M. Spillner. Aufsichtsratsmitglieder sind
die Kaufleute K. Bätzel und F. W. A. Peperkorn und Fabrikdirektor
A. Andrae.
Fürstenberger Glashütt«nwerke, A.-G., Fürstenberg a. 0. Fabrikation,
Vertrieb und Handel mit Glaswaren, Beleuchtungskörpern und Metall-
waren aller Art. Grundkapital: Jt 6 Mill Vorstand ist Fabrikdirektor
Gottlob von Kralick. Die Gründer, die Bämtliche Aktien übernommen
haben, sind die Kaufleute Tb Pallme König, Dr. B. Großmann, die Bank-
direktoren K. Hassenetein, M Levi, die Kaufleute Dr. jur. K. Jacobs,
M. Beieh. Den Aufsiehtsrat bilden Bankdirektor Dr. H. Fieischmann und
die Kaufleute A. C. Becker und F. Isida.
Internationale Vacuum - Flaschen- Compagnie, G. m. b. EL, Berlin
(Tegeler - Str. 6). Herstellung und Vertüeb von Isoliergefäßen Stamm-
kapital: Jt 200000. Geschäftsführer sind die Kanfleute Emil Dippmann
und Dr. George Plehn.
Süddeutsche Hartglaswerkstätte Heinrich Weickel, Stuttgart- Cann-
statt. Fabrikationsgeschäft und Handel von technischen Gläsern. Inhaber
ist Kaufmann Heinrich Weickel.
Weiße & Co., Gräfenthal. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Kaufmann
Bernhard Weiße führt das Geschäft unter Uebernahme sämtlicher Aktiven
und Passiven unter bisheriger Firma weiter.
Adolf Ziechner, Meißen. Der Sitz ist nach Naundorf bei Dresden
verlegt worden.
Greiner & Co., Steinach 8.-M. Die Kaufleute Max Egli und Walther
Kühnert sind als persönlich haftende Gesellschafter eingetreten. Die
Prokura des Kaufmanns Max Egli ist erloschen.
Alexanderwerk A. von der^Nahmer, A.-G., Remscheid. Oberingenieur
Friedrich C. Mehrtens und Kaufmann Angnst H. F. Pirl haben Gesamt-
prokura. J3ie Prokura des Oberingenieurs Dr. Karl Hennig ist erloschen.
Eisenhütte Silesia, A.^G., Paruschowitz bei Bybnik, O.-S., früher
Berlin. Stammkapital: Jt 25 Mill. Vorstandsmitglieder Bind General-
direktor Hegfried Winkler mit Einzelvertretungsbefugnis und Direktor
Heinrich Schweißfurth.
Carl Edler von Querfurth, Schönheiderhammer. Diplomkaufmann
Hugo Edler von ' Qaerfurth ist als persönlich haftender Gesellschafter
eingetreten.
Karl Grohmann, Berlin S. 42. Karl Grohmann jun. ist als persönlich
haftender Gesellschafter eingetreten. Seine Prokura ist erloschen. Die
Prokura von Cart Kusche bleibt bestehen.
Chemische Fabrik Eeno, G. m. b. H., Düsseldorf. Die Firma ist ge-
ändert in : „Zapp Conservenglas-Gesellschaft m. b. H." Gegenstand des
Unternehmens ist nunmehr Fabrikation und Vertrieb von Konservengläsern
nnd Einkochgeräten aller Art.
Keramische Gesellschaft, A.-G.. Köln (Kamekestraße 39). Handel mit
keramischen nnd ähnlichen Waren, Beteiligung an ähnlichen Handels- nnd
Fabrikationsnnternehmungen derselben und ähnlicher Geschäftszweige.
Grundkapital: Jt 1 Mill. Vorstand ist Kaufmann Alexander A. Both.
Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen haben, sind die Kanfleute
Alexander A. Both, P. Strauch, W. Oatermann nnd A. Boebruck und Bank-
direktor B. Geilenkirchen. Den eisten Aufsichtsrat bilden: Bankdirektor
B. Geilenkirchen und die Kaufleute P. Strauch und W. Ostermann.
Franz Mendt, Stettin. Die Prokura des David Carhson ist erloschen.
Heinz Mandt hat Einzelprokura. Alfred Prohn und Werner Mandt haben
Gesamtprokura.
Hayessen, Lehmann & Maaß, Hannover. Wilhelm Hayessen ist aus-
geschieden. Das Geschäft wird unter unveränderter Firma von den bis-
herigen Teilhabern Ludolf Lehmann urd Bobert Maaß in offener Handels-
gesellschaft fortgeführt. Die Kaufleute Wilhelm Kiene und Heinrich Iburg
haben Gesamtprokura.
Fragekasten
Keramik.
Unter «hier Glasur von der Formel:
des
«9.
0,06 K^O .
0,20 Na20 \
0,85 CaO (
0,89 FbO >
erhalten wir keift rein farbiges und festsitzendes Mattblau. Die Glasur
blättert meist zusammen mit der Farbe ab oder rollt sich auf. Da die
Glasur mit Bücksicht auf die übrigen Farben nicht ohne zeitraubende
Versuche geändert werden kann, soll versucht werden, die Farbe zu ändern.
Wir bitten daher um Angabe, von praktisch erprobten Versätzen zur Selbst-
hersiellung von Unterglasur-Matlblau. Die Farbe liegt auf einem Kalk-
»teingutscherben, der bei ÜK .ia--L5a glatt gebrannt ist.
Erste Antwort: Da« Abblättern und Bollen der Glasur auf der
mattblanen Unterglac urfarbe liegt nicht an der Glasur, sondern lediglich
an der Farbe. Bevor Sie ein neues Mattblau verwenden, versuchen Sie
einmal folgendes: Si« verglühen den mattblauen Farbkörper bei ziemlich
hoher Temperatur (8K 5—«) versetzen ihn mit ttlasur bis zu 20% und
ev. mit 5°/„ geglühtem Kaolin oder Bisknitscberben und mahlen den
ganzen Versatz auf der Topfmüble nicht 7« fein. Die Farbe darf dann
auch nicht zu stark aufgetragen werden. Wenn Sie selbst das Mattblau
herstellen wollen, so seien Ihneu dafür nachstehende Vorschriften gegeben :
Sprechsaal.
Farbkörper bei SK 6 geblüht:
A.
I
II
III
IV
V
Kobaltkarbonat . . .
62
Kobaltoxyd BKO . .
50
15
10
15
Sand von Hohenbocka
33
38
Kalisalpeter ....
8
Pottasche
8
Tonerdebydrat . . .
300
50
300
76
Kaolin, roh ....
16
50
15
76
Die Farbkörper werden nach dem Glühen fein zerrieben, ev. auf der Topf-
mühle gemahlen und nach nachstehenden Versätzen gemischt:
B. Versätze :
Farbkörper 1
„ II
III ....
IV ... .
n V . ., . . ..
Kaolin, roh
Glasur ........ 40
Durch Mischen in verschiedenem Verhältnis werden Sie bald den richtigen
Farbton heransgefundeu haben.
I
II.
m
17,6
50
50
150,0
75,0
100
5
tTb
40
500
36
1922. (55. Jahrgang.)
S P R E G HSAAL-C O B W R G,
Ufr. 18 - 215
Zweite Antwort: -Wie oft ist nicht daB Abblättern »nd Ab-
rollen der Glasur von den Farben hier behandelt worden! Bs mögen da-
her nnr andeutungsweise die möglichen Fehle: quellen angeführt worden:
Zn feine Mahlung der Farbe, zu geringer Glasurgehalt< derselben, zu dicker
Auftrag von Farbe oder Glasur, Entwicklung von Wasserdampfen n. drglt
Eine Aenderung der Farbe ist nur in der Bichtung angebracht, dsß Sie
ihr mehr Glasurr zuBetzen, damit sie nicht so „mager" ist und den Glasur-
uberzug dann auch besser annimmt. — Der Name „Mattblau" ist eine
jener und< flnierbaren Farbnuancenv deren es in der Keramik so viele gibt,
und es gibt dafür keine bestimmte Zusammensetzung. Gehen Sie von
folgendem Farbkörper ans:
Kobaltoxyd ...... 33 V fein9tKemahien im A
rp1e.,de4. fBiskuitofen glühen
Feldspat ....... 27 ) °
Entspricht die Nuance nicht Ihren Wünschen, so können Sie dieselbe
durch teilweieen Ersatz der Kreide durch Tonerde, Zinkoxyd, Kieselsäure
n. a. m. ändern. Durch Herabsetzung des Gehalts, an Kobaltixyd wird
die Farbe beller. Ein Blau auf anderer Basis besteht aus:
Aluminiumoxyd .... 34
Zinkoxyd 45
Kobaltoxyd BKO .... 21
>aais l
1 fei
f Bis
feinstgemahlen im
Biskuitofen glühen
TO. Welche Temperaturdifferenzen zwischen Ofensohle und -Scheitel
sind bei Bundöfen von 55— 75 cbm Inhalt mit sechs Feuerungen und
von IIS cbm Inhalt mit acht Feuerungen zum Brennen von Kalksteingut als
normal m bezeichnen ? ',;
Erste Antwort: Ein Temperaturunterschied von 3 Kegeln ist
bei Oefen als normal anzusprechen, denn meistens beträgt er mehr, was
am Brennen und anch an der Banart der Oefen liegt. Daß Sie aber bei
Oefen von 55 — 75 cbm BrennrBum mit sechs Feuerungen und einem solchen
von 115 cbm mit acht Feuerungen eine viel größere Differenz haben, ist
bestimmt anzunehmen, da die Oefen zu wenig Feuerungen haben. Man
rechnet anf eine Feuerung 6—7, höchstens 8 cbm Brennraum, letzteren
nnr dann, wenn eine sehr gnte Kohle mit langer Flamme zur Verfügung
steht. Nebenher spielt das Brennen eine Hauptrolle und nicht minder die
Höhe des Brandes. Wird der Ofen lange vorgebrannt, so kann man die
Differenz zwischen Scheitel und Sohle wesentlich herabmindern, wenn auch
nicht ganz beseitigen. Zu langsames Brennen hat aber auch seine Nach-
teile. In der Praxis haben sich allzu große Oefen nie so recht bewährt,
und ans Ihrer Frage ist zu entnehmen, daß anch Sie an ungleichmäßigem
Brande leiden.
Zweite Antwort: Die Temperaturdifferenz zwischen Ofensohle
und Scheitel bei Bundöfen für Steingut ist je nach den Umständen oft
sehr verschieden nnd richtet sich in erster Linie nach dem Ofensystem
und dann nach dem Einbau der Kapselstöße. Bei einem normalen Stein-
gutbrenuofen, der richtig gesetzt ist, darf die Temperatur an der Ofen-
sohle höchstens 20° niedriger als am Scheitel sein. . Wenn Sie an 1 der
Ofensohle eine giößere Temperaturdifferenz, z. B. 40—60« haben, so gibt
es zwei Möglichkeiten, diese auf 20° und weniger herabzumindern.
Liegt der Fehler am Ofen, so müssen Sie die Abzcgslöcher, die von der
Ofensoble in die Abzugskanäle lühren, entsprechend verkleinern. Sie
können eich aber bei dem ersten Versuchsbrand anch dadurch helfen, daß Sie
jene Löcher mit Schamotteplatten etwas abdecken. Liegt jedoch der
Fehler am Setzen der Kapselstöße, so ist zu beachten,' daß der Aueschnitt bei
den Ansatzkapseln, die über den Abzugslöchern der' Ofensohle bei jedem Stoß
angesetzt werden, möglichst gering ist. Wenn keine derartigen Ansatz-'
kapseln^ sondern Schamottesteine unter jeden Stoß gesetzt werden, so' sind
diese ebenfalls möglichst eng zu stellen. Durch diese beiden Maßnahmen
Wird der Abzug des Feuers durch die Löeher der Ofensohle mehr gehemmt,
die Temperatur an'' dieser Stelle wesentlich erhöht nnd eine Gleichmäßig-
keit der Temperatur im ganzen Ofeninnern herbeigeführt.
Dritte Antwort: Zur Angabe der zulässigen Temperaturunter-
schiede in Bundöfen zwischen Öfensohle und Ofens cheitel müßte man
die Höhe der betreffenden Oefen kennen, denn ein 4J/s m hoher Ofen hat
andere. Abweichungen als ein solcher' von/ nur 3 m flöhe. An und für
dich brennen große Oefen, , weniger gleichmäßig als kleinere, namentlich
bei niedrigen Hitzegraden. Da nun auch nicht abgegeben ist, bei Welcher
Temperatur" das Steingut gebrannt wird, so ist es unmöglich, genaue An-
gaben zu machen. Im allgemeinen Werden Unterschiede bis höchstens
2—3 SK den wirtschaftlichen Betrieb der Brennöfen bedingen, bei größeren
Unterschieden werden Störungen eintreten, namentlich bei tilasurbränden,
die bei niedrigen Hitzegraden erfolgen. Der gleichmäßige Brennausfall
hängt aber auch von der Verwendung guten Heizmaterials und guten
Bedienung und nicht allein Von der Ofenkonstruktion ab. ' '.
Vierte Antwort: Die Temperaturdifferenz in einem Bundofen
steigt und fällt mit der Höbe desselben; Sie' geben nnr den Rauminhalt,
aber nicht die Höhe des Ofens an. Die Temperaturunterschiede , sind
außerdem von' den Zog Verhältnissen und der, Art , der Fenerf ührung nnd
besonders auch Von der Temperatur des Abbrandesf die Sie auch nicht'
angeben,' abhängig. Eine Differenz von nur 2 Segerkegeln muß als
ßtustig, eine solche von 6 bis 7 Kegeln, — obwohl in Oefen mit1 120 cbm
Breunraum und 5 m flöhe auch TemperaturabweiChnngen von 10 Kegeln
auftreten — als sehr ungünstig bezeichnet werden. Man gibt deshalb
den Bundöfen nicht gerne über 60 bis 80 cbm Bauminhalt. Bei einem
Ofeh von 115 cbm Inhalt ist es vorteilhafter, die Bostfläche auf 10 statt
auf 8 Feuerungen zu verteilen, da dadurch die Befeuerung des Ofens
gleichmäßiger, wenn - auch umständlicher erfolgt und die Temperatnr-
difierehz daher auch hiebt so groß wird. Um diese möglichst herabzu-
mindern, setzt man den Ofen ziemlich dicht und brennt mit möglichst
geringer Zugstärke ; gegen. Ende des Brandes kann man den Ofen, nach-
dem die Feuerungen autgebrannt sind nnd der Schieber herabgelassen ist,
zt machen und ihn einige Zeit sich selbst überlassen, worauf er wieder
beteuert wird. Diesen Vorgang kann man, wenn erforderlich^ mehrere
Male wiederholen. Natürlich muß hei all diesen Manipulationen berück-
sichtigt werden, wieweit sie sich ohne schädliche Einwirkung ■ auf den
Einsatz durchführen lasse«.
Fünfte Antwort: Steingutöfen von 55—75 cbm gibt man
nicht 8, sondern 8, und Oefen von 115 cbm Inhalt 10 Feuerungen. Die
Große? der Temperatur-Differenz ist abhängig von der Konstruktion des
Ofens, von der Einsetzweise, von der Bedienung und von dem Brenn-
material, das verwendet wird. Bei gut konstruierten und gut bedienten
Oefen soll bei geeignetem Brennmaterial die Temperatur-Differenz zwischen
Ofensohle und Ofendecke nicht mehr als zwei Kegel betragen. Es ist
auch durchaus möglich, die Temperatur zwischen Ofensohle und Ofendecke
gleichmäßig zu bekommen oder auf der Ofensohle noch etwas schärfer zu
brennen, als an der Ofendecke.
71. Wie und womit lassen sich an Isolatoren die bekannttn roten
Streifen im Glattfeuer des Porzellanofens hervorbringen? Muflelhrand ist
ausgeschlossen.
Erste Antwort: Bote Streifen an Isolatoren lassen sich im
Glattfeuer des Porzellanofens nicht anbringen, denn es gibt kein schönes
Unterglasurrot für so hohes Feuer. Sie werden wohl den Muffel brand
mit in Kauf nehmen müssen, zumal die Preise für Isolatoren diese Mahr-
arbeit zulassen.
Zweite Antwort: Die bekannten roten Streifen an Isolatoren
sind mit Schmelzfarben im Muffelbrand erzielt. Man ist wegen dieser
teueren Ausführung von den roten Streifen etwas abgekommen und ist
dafür auf Grün, Braun und Blau übergegangen, also auf Farben, die
sich unter der Glasur verwenden lassen. Bot läßt Bich bekanntlich nicht
mit Unterglasurfarben erzielen.
Glas.
48. Wir machten gern von der Dampf zw. elektrischen Kraft
übergehen '; das einzige Hindernis* dabei ist aber das Dampfgebläse unter
den Bosten der Gaserzeuger1. Läßt sich dieses heutzutage nicht ander-
weitig ersetzen? Wir vergasen englische Gaskohlen.
" , Erste. Antwort: Wenn Sie von der Dampf- zur elektrischen
Kraft übergehen, so gibt es zw;ei Möglichkeiten, die eng ischen Gaskohlen
weiter wie bisher zu vergasen. Sie steilen in unmittelbarer Nähe der
Gaserzeugeranlage einen stehenden kleinen Dampfkessel auf, der nur den
Dampf zum Betriebe des bisherigen Dampfgebläses liefert, und verwenden
zur Erzeugung des Dampfes, wenn angängig, die Abhitze des Glasschmelz-
ofens, oder .Sie beheizen den kleinen Kessel mit den bei der Schlacken-
aufbereitung gewonnenen brennbaren Buckständen. Die zweite Möglichkeit
ist die, das Dampfgebläse durch ein Luftgeblä*e zu ersetzen. Um den
Wasser dampf teilweise zu ersetzen, bringt man unter die Boste der
Gaserzeuger ansreichend Wasser, so daß durch die Verdunstung des im
Aschenfall immer vorhandenen Wassers der Generatoreninhalt genau so
gelockert wird, wie bei der Verwendung eines Dampf gebläses. Zudem
ist die Benutzung eines Luftdruckgebläses einfacher wie die eines Dampf-
gebläses.
Zweite Antwort: Für das wegfallende Dampf gebläse beim
Uebergang zur elektrischen Kraft käme ein Unterwind-Gebläse in Frage.
Sollte dieses allein nicht genügen, die Schlackenbildung etwas zu verhindern,
so müßte durch eine praktische Wasserzuführung unter die Boste etwas
Dampf erzeugt werden, der durch das Unterwind- Gebläse mit in die Glut
gedrückt würde. Die Wasserzuführung könnte von einer Druckleitung
aus erfolgen und wird dann so eingestellt, daß immer das gleiche benötigte
Quantum Wasser in feinen Strahlen nnter die Boste gespritzt wird.
Der Antrieb für das Unterwind- Gebläse kann durch einen Elektromotor
geschehen.
Dritte Antwort: Sie können anf zweierlei Weise zum Ziele
kommen, entweder durch Erstellung eines weiteren Generatora, um mit
natürlichem Zug arbeiten zn können, oder durch Aufstellung eines kleineren
Kessels. Ersterem ist nach meinen Erfahrungen der Vorzng zu geben,
denn bei natürlichem Zug gehen die Generatoren nicht zu scharf, nnd die
Kohle wird demzufolge rationeller ausgenutzt. Sollte dabei in Zeiten
erhöhten Gasverbrauchs (bei Beginn der Schmelze) die Gaserzeugung unzu-
reichend sein, so ließe sich diesem Uebel durch Einschalten eines Luft-,
gebläses — ebenfalls elektrisch betrieben — steuern, das also nur in Betrieb
zu setzen wäre, wenn die Generatoren in schärferen Gang zu bringen Bind.
Für ständig ist das Luftgebläse nicht zu empfehlen, da muß schon Dampf-
gebläse in Anwendung kommen, nm dem Schmelzen der Koststäbe durch
allzugroße Hitze vorzubeugen. Für das Dampfgebläse genügt ein einfacher
stehender Kessel mit Sparfeuerung.
Vierte Antwort: Einen Ersatz für Dampf bei englischen
Steinkohlen gibt es nicht ; bei Braunkohlen nnd Briketts kommt man bei
geeigneten Bosten schon mit einem Luftgebläse aus. Bei Steinkohlen
träte mit letzterem zn schnell Verscblacknng ein.
Fünfte Antwort: Wenn Sie von der Dampf- zur elektrischen
Kraft übergehen wollen, werden Sie zweckmäßig den großen Kessel, von
dem Sie bisher den Dampf entnommen haben, durch einen kleinen, ev.
mit Generatorgas beheizten Kessel erBetzen. Das Dampf gebläse als solches
läßt sich nicht ersetzen. Wohl gibt es mit Preßluft betriebene Generatoren,
nnd wenn es auch die Aufgabe des in den Generator geblasenen Dampfes
ist, demselben Luft zuzuführen, so leistet der Dampf doch auch andere
Arbeit. Er kühlt den Bost nnd schützt ihn vor frühzeitiger Zerstörung,
er hat aber außerdem bedeutenden Einfluß auf die Zusammensetzung und
Heizkraft des Gases, indem sich das Wasser nach der bekannten Formel
C-j-H20=CO-{-2 H einerseits in Wasserstoff und anderseits in Sauerstoff,
der sich mit dem Kohlenstoff zu Kohlenoxyd verbindet, zerlegt und zwei
brennbare Gase — davon der Wasserstoff besonders heizkräftig — ergibt.
Ganz abgesehen von dem größeren Verschleiß des ' Generators beim Ein-
blasen von trockener Luft, ersehen Sie aus obigem, daß man nicht so ohne
weiteres einen mit Dampfgeblä^e betriebenen Generator auf reines Luft-
geblase umstellen kann. Es bleibt also nichts anderes übrig, als eine
kleine Kesselanlage — am besten Köhrenkessel — für diesen Zweck auf-
zustellen. Da« i der Dampf möglichst trocken und hocherhitzt in den
Generator, gehlasen werden soll, nm diesen nicht die für den Vergasungs-
vorgang erforderlichen Wärmemengen zn entziehen, so kann auch nicht
die Einführung von kaltem, zerstäubtem .Wasser durch ein Drucklnftge-
/M8ee in Frage kommen, . . v ... .. afc u. .,
216 — Nr. 18
SPRECH SAAL - COBURG.
1921 (66. Jahrgang.)
Sechste Antwort: Falls Ihrer Absicht, den Betrieb zn elektri-
sieren, keine anderen Bedenken entgegenstehen, so können Sie sich leicht
helfen, indem Sie den bisher vom Dampfstrahlgebläse gelieferten Unter -
wind für die Generatoren durch einen Ventilator erzengen, der mit einem
Elektromotor betrieben wird. Da Sie den Durchsatz der Generatoren
nicht angeben, läßt sich die Größe des Ventilators ohne weiteres nicht
bestimmen. Als Anhaltspunkt möge Ihnen dienen, daß für einen stünd-
lichen Durchsatz von 100 kff Steinkohlen ein Ventilator erforderlich ist,
der etwa 10 cbm Lnft pro Minute mit einer Pressung von etwa 200 mm
WS erzengt. Den Wind föhren Sie an derselben Stelle zu wie bieher.
Um Druckverluete zu vermeiden, soll die Windleitung nicht zn lang sein
und keine scharfen Knicke haben. Der Durchmesser der Windleitung
richtet sich nach der AusblaBeöffnung des Ventilators. Zur Regulierung
der Windmenge wird ein Schieber in die Leitung eingebaut. Neigt die
zur Vergasung kommende Koble leicht zur Schlackenbildung, so ist die
Zufuhr von Dampf unter den Rost nicht zu entbehren. Sie können sich
dann helfen, indem Sie einen mit Generatorgas zn beheizenden Verdampfer
aufstellen, wie diese von Berc & Co.. Gesellschaft für Industrie-Ofenbau
nnd Feuerunesbedarf m b. H. in München-Gladbach geliefert werden.
Sie können aber auch in die Gas- oder Abgaskanäle einen Verdampfer
einbauen nnd auf diese Weise die Eigenwärme des Gases, bezw der Ab-
gase zur Dampfeizeugung nutzbar raachen. Anch diese Einrichtung hat
eich in der Praxis gut bewährt. Um Dampfverluste zu vermeiden, ist
die Dampfleitung gut zu isolieren.
49. Wir beabsichtigen, die Fabrikation von gebogenen Gläsern auf-
zunehmen, insbesondere wollen wir gewölbte runde Gläser, wie sie für
Fahrrad- und Automobillaternen, Uhren usw. gebraucht werden, herstellen.
Mit derselben Einrichtung möchten wir möglichst auch Gläser bis etwa zu
einer Größe von 120—150X75 cm einfach biegen können. Welche
neuzeitlichen, praktisch erprobten Einrichtungen kommen hierfür in Be-
tracht? Lassen sich beide Bedürfnisse zweckdienlich mit derselben Ein-
richtung befriedigen oder erfordert die rationelle Fabrikation, runder ge-
wölbter Gläser eine Speziäleinrichtung ? Wer liefert eine solche?
Erste Antwort: Die Herstellung von eckigen oder runden ge-
wölbten und gebogenen Gläsern erfolgt im kontinuierlichen Biegeofen. Der
Biegevorgang ist genau derselbe, ob runde oder eckige Gläser gebogen
werden. Die Hauptsache ist, daß die Biegeformen genau den Wölbungen
der gewünschten Gläser entsprechen. Das Erwärmen und Biegen der
Gläser erfolgt in besonders konstruierten kontinuierlichen Biegeöfen mit
anstoßenden Kanalkühlöfen. — Biegeöfen mit Einrichtung liefert Hütten-
ingenieur M. von Reiboldt in Coburg.
Zweite Antwort: Zur Herstellung von gebogenen Gläsern
brauchen Sie einen Biegeofen, worin die rundgeschnittenen Tafeln wieder
erweicht und der Fasson entsprechend gebogen werden. Kommen nur
kleinere Artikel in Frage, so braucht der Ofen nicht allzugroß zu sein,
auch nicht übermäßig hoch, nur so, daß sich die Flamme entwickeln kann.
Der Abzug ist in der Ofensohle nach unten anzulegen, denn dadurch er-
weichen die Tafeln besser, und das Biegen geht schneller vor sich. In
einem derartigen Ofen können dann runde, längliche und ovale Gläser ge-
bogen werden, je nach den Formen Für alle Arten von Gläsern, Laternen-
scheiben, Uhrgläser oder sonstige gebogene Tafeln, werden Schamotteformen
benutzt, die der Biegung entsprechend vertieft und ganz glatt poliert
sind. In diese Formen werden die Gläser gelegt nnd damit in den Biege-
ofen gebracht; sind sie hier genügend erweicht, so werden sie auf den
Arbeitstisch gezogen und erhalten mittels eines hölzernen Drückers, welcher
der inneren Gestalt entsprechend abgedreht ist, die gewünschte Fasson,
indem man mit dem Holzdrücker die weiche Tafel an die Sohamotteform
gleichmäßig andrückt. Die Tafeln müssen etwas größer sein als die Form,
weil durch das Einbiegen der äußere Durchmesser etwas kleiner wird.
Die Gläser, die ihren ursprünglichen Glanz behalten, werden am Rand
auf ein bestimmtes Maß nachgeschliffen Die verschiedenen Laternen-
scheiben werden meistens aus Abfällen von Spiegelglas geschnitten, das etwas
stärker und anch geschliffen sein kann. Für Uhrgläser werden runde
Kugeln von entsprechender Wandstärke nnd entsprechendem Durchmesser
geblasen, woraus dann die Uhrgläser ausgeschnitten und im Biegeofen
auf die vorbeschriebene Art nachgebogen werden. Feinere Gläser werden
dann noch geschliffen.
Dritte Antwort: Gewöhnlich gebogene Gläser für Laternen,
Uhren usw. lassen sich vielfach schon am Glasofen in der gewünschten
Wölbung herstellen; besondere Spezialgläser werden im Biegeofen in die
gewünschte Form gebracht. Das Biegen geschieht in gut polierten
Schamotteformen, die entsprechend hergestellt sind. Als Biegeofen eignet
Bich für den kontinuierlichen, also Groß-Betrieb ein dem Bieyez-Streckofen
ähnlicher Ofen ganz vorzüglich. Auf der einen Seite lassen Bich die
großen und auf der anderen Seite die kleinen Gläser herstellen. Die Größe
des Streck- bezw. Biegeofens richtet sich nach der Größe des größten zu
biegenden Glases. Die kleinen Gläser werden auf die Formen gelegt,
damit in einen angebauten Vorwärmeofen gebracht und nach genügender
Erwärmung auf den Streck- oder Biegewagen geschoben. Sind die Gläser
vollständig gebogen, so kommt der Wagen' in den Kühlraum, woselbst die
Formen in den mit endlosem Band ausgerüsteten Kühlkanal gestoßen
werden. Bei den großen Gläsern wird wie beim Strecken von Tafelglas
verfahren, an Stelle des glatten Strecksteines tritt der entsprechend ge-
formte Wölbstein.
Vierte Antwort: Größere gebogene Gläser können in Eisen-
formen geblasen und dann an der Maschine abgesprengt werden. Kleinere
gebogene Gläser für Unren werden aus Kugeln geschnitten.
Fünfte Antwort: Die Herstellung kleiner gebogener Gläser wird
im kontinuierlichen Betriebe am besten in kleinen Muffelöfen, welche aus
Vorwärmer, Biegemuffel und Kühler bestehen, als Massen-Artikel vorge-
nommen. Kör grißere Gläser, von denen gewöhnlich nur wenige Stücke
herzustellen sind, bedient man sich dann eines besonderen Ofens, der ganz
einfach, ohne Muffel sein kann nnd mit Holz gefeuert wird. — Biegeöfen
dieser Art baut die Firma H. T. Padelt in Leipzig-Schleußig.
Sechste Antwort: Zar Lieferung der Einrichtung für Glas-
biegereien melden sich K.ngel & Jeremias in Riieberg i. 8.
50 Ich bitte um eine kurze Anleitung zur Herstellung von Thermal -
Haschen. Glassätze brauche ich nicht.
Erste Antwort: Die ausführliche Beantwortung Ihrer Frage
geht weit über den Rahmen des Fragekastens hinaus. Die Herstellung von
Thermosflaschen zerfällt in zwei Hauparbeitsvorgänge, und zwar in die
Fabrikation der Robflaschen in der Glashütte am Ofen und in die Ver-
arbeitung derselben zur Thermosflasche am Gebläse usw. Iu der Glashütte
werden zunächst die zwei Flaschen geblasen, die dann am Gebläse nach
verschiedenen Manieren fest, aber mit Luftschicht in einander gearbeitet
werden. Hierauf wird der zwischen den zwei Flaschen befindliche Isolier-
raum gereinigt, versilbert und nach dem Austrocknen luftleer gepumpt.
Nach dem Verschmelzen des Ansatzes wird die Flasche fertig montiert.
Zweite Antwort: Zur Herstellung von Thermosflaschen
braucht man ein gut durchgeschmolzenes und ganz reines Glas. Die
Flaschen werden übers Kttlbel gearbeitet, und zwar müssen Boden, Wand
und Hals gleich stark sein, d. h. nicht allzu dick. Die Gläser können in
Holz- oder auch Eisenformen eingeblasen werden; in letzteren sind sie
nicht festzublasen, sondern beim Binblasen zu drehen. Große Aufmerk-
samkeit ist auf die Kühlung der Flaschen zn legen. Diese sollen im
Kühlofen gut anlaufen, jedoch nicht überhitzt werden. Nach Schluß der
Arbeit wird der Ktthlofen an allen Seiten gut verschlossen und erst am
nächsten Tag entleert, damit die Flaschen ganz allmählich abkühlen,
denn dann erst können sie Temperaturwechsel besser aushalten.
Dritte Antwort: Eine Anleitung zur Herstellung von Thermos-
flaschen ist für den Fragekasten denn doch zn weitgehend und würde
Ihnen auch nichts nützen. Wollen Sie diesen ziemlich komplizierten
Fabrikationszweig mit Erfolg aufnehmen, so müssen Sie schon etwas Fach-
mann auf diesem Gebiete sein; daß Sie dies aber nicht sind, das beweist
Ihre Frage. Hier lassen sich wohl Ratschläge für einzelne Handgriffe
geben, niemals aber läßt sich die gesamte Herstellung der Thermosflaschen
so erläutern, daß Sie ohne Vorkenntnisse danach die Fabrikation der
Flaschen rentabel betreiben könnten
Vierte Antwort: Die innere Flasche von Thermosflaschen bis
Vs 1 kann überm Nabel in Eisenformen geblasen werden, die äußere,
weitere und längere wird übers Külbel gearbeitet nnd gut gekühlt. Man
sprengt die Hälse ab, die äußere Flasche auch am Boden, und setzt die
innere Flasche am unteren Ende der äußeren in die letztere ein, wo sie
durch Asbest festgehalten und am Halse mit der äußeren zusammenge-
schmolzen wird. Dann wird das untere Ende der äußeren Flasche heiß
gemacht, zusammengedrückt und rund abgeschmolzen. Sind die beiden
Flaschen zusammengeschmolzen, so wird ein kurzes Röhrchen von ungefähr
8 mm Weite und 3 cm Länge heißgemacht und an die äußere Flasche,
nachdem über deren Boden an der Stichflamme ein Loch eingebrannt
wurde, angesetzt Durch dieses Röhrchen wird dann die äußere Flasche
zunächst inwendig versilbert und dann luftleer gemacht, worauf es am
Ende heiß gemacht und zugezogen wird. Die Thermosflasche ist dann
fertig zum Einsetzen in die Blechhülse. Das Zusammenschmelzen erfordert
geschickte Lampenbläser, da alles am Blasetisch gearbeitet wird nnd viel
Gas erfordert.
f Vene Fragen.
Keramik.
75. Ich besitze einen Langmuffelofen mit Oberofen zum Brennen von
Ofenkacheln, wobei die obere Kammer zum Verglühen der Kachelware
dient. Der Ofen geht immer ungleichmäßig, sodaß an der hinteren
Seite, also Eingangsseite, SK 07 a schmilzt, während an der vorderen,
also Feuerungsseite, erst SK 011a sich neigt. Das Brennergebnis ist
immer das gleiche: die hinteren Kacheln sind krumm, blasig und nicht
verkäuflich. Die Brenndauer beträgt 36—38 Stunden; gefeuert wird mit
böhmischer Braunkohle. Der Ofen hat auch sehr guten Zug und ungefähr
12 cbm Inhalt Die obere Kammer ist so eingerichtet, daß das Feuer erst
am Boden nach hinten und durch die zu schrühende Ware nach dem Kamin
abzieht. Die Rostfläche ist 50X100 cm lang und 65 cm hoch, erweitert
sich aber über dem Rost um 15 cm, sodaß sich eine Weite von 65 cm
ergibt. Eine Feuerung hat 11 Roststäbe von 4,5 cm Breite und 100 cm
Länge; die Luftschlitze sind 1,5 cm breit. Der Kamin ist 40~X40 cm
weit und 12 cm hoch, und das umliegende Gelände ist ganz frei und
flach. Der Ofen steht aber auf ganz feuchtem Sandboden, sodaß wohl
Grundwasser in Betracht kommen könnte. Wie kann ich einen gleich-
mäßigen Brand erzielen? _____
Glas.
54. Wir haben hier eine Glasblasemaschine „Schiller" B. I, die s<hr
gute Resultate bei weithalsigen Gläsern mit dem gleichen Glase ergibt,
das dte Glasmacher an der Wanne verarbeiten. Wenn wir aber enghalsige
Gläser mit dieser Maschine erzeugen wollen, so entsteht der Fehler, daß die
Mündungsöffnung statt 20 mm nur 16 — 17 mm groß ist. Das Mundstück
hat außen 30 mm 0, der Hals 26,5 mm 0, und die Oeffnung im Mund-
stück sollte 20 mm 0 haben. Ich empfahl, mit etwas heißerem Glase zu
arbeiten, aber davon will niemand etwas wissen. Habe ich damit recht?
Eine große Glasmasse hält sich doch viel länger heiß, wie eine kleine
für Gläser von 60 g Inhalt.
Briefkasten der Redaktion.
P.-F. K. i. K. Versätze zu Porzellan-Trommelfuttersteinen finden
Sie in den Antworten zu den , Fragen 63 in Nr. 17 des Sprechsaal 1921
nnd 62 in Nr. 18, 1919.
A. K. 1. R. Die Herstellung der Thermometer läßt sich unmöglioh
im Fragekasten beschreiben; dafür ist dieser auch nicht da. — Die
Literatur über den Gegenstand ist düiftig, und Sie können nicht viel
damit anfangen.
J. Seh. i. W. Galalith wird aus Kasein nnd Formalin hergestellt,
und zwar in Deutschland von der Internationalen Galalith- Gesellschaft
Hoff & Co. in Harburg a. E.
im. (66. Jahrgang.)
SPRECHSAÄL — COBURG.
181 — 217
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Ab 1. Mai 1922 treten folgende Gebühren in Kraft.
Inlandswährung bis Ji 5000. — Mindestsatz Ji 15. — ,
„ über Ji 6000 — für jede angefangene
Ji 1000— Ji 3—, also 3 °/00,
Auslandswährung bis Ji 5000. — Mindestsatz Ji 15. — ,
„ über Ji 5000.-— 3 °/00 vom wöchentlichen
Umrechnungskurs.
Verlängernngen Ji 15. — .
Ausfertigung von Duplikaten Ji 15. — .
Bei Anträgen, die durch Neueinreichung von Teilbewilligungen
annulliert werden, werden die Gebühren unter Anrechnung der
Hälfte der erstgezahlten Gebühren nach Höhe der eingereichten
Teilbewilligungen erhoben.
Für noch nicht bewilligte, auch noch nicht bearbeitete,
d. h. zur Prüfungsstelle gesandte Anträge, ist bei Annullierung
der Mindestsatz von Ji 15. — zu entrichten.
Für beanstandete Anträge, die bearbeitet sind, wird der
Mindestsatz von Ji 15. — erhoben.
Für Anträge, deren Bewilligung jedoch erfolgt, d. h. der
Antrag bearbeitet und dem Antragsteller zugestellt ist, werden
die Gebühren bei Annullierung zur Hälfte zurückerstattet, so-
fern die Gebühren Ji 30. — und mehr betragen. Ünter Ji 30. —
wird nur die Differenz zwischen der Mindestgebühr und der
zu zahlenden Gebühren zurückgezahlt, wenn dieselben den
Betrag von Ji 10. — übersteigen.
Bei sämtlichen Bewilligungen, bei denen die Gebühren
durch Nachnahme erhoben werden, wird das Porto mitein-
gezogen.
Verzichtsbescheinigungen über Wiedereinfuhr von Mustern
Ji 5.—.
Jede Aenderungsbescheinigung Ji 15. — .
Hierzu eine Beilage: Prospekt der Firma Allgemeine Vergasungs-Gesellschaft m. b. H. in Berlin-Halensee über
Teergewinnungsanlagen System A. V. GL und Gaskühlanlagen System A. V. G.
Am 26. 4. 1922 verschied unerwartet an Herzschlag mitten in regster Arbeit
Herr Kaufmann Franz Hannig
erlin.
Seit 22 Jahren stand der Verstorbene in engster Fühlung zu'uns. Wir verlieren in ihm einen treuen
Mitarbeiter, dessen Scheiden uns mit tiefer Trauer erfüllt. Sein Andenken werden wir in Ehren halten.
Weißwasser (O.-L.).
Aufsichtsrat und Vorstand
der Hirsch, Janke & Co. Aktiengesellschaft.
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schäftsstelle des Sprechsaal.
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S PRTE CftSA A L' - C Ö B Ü R Ö
1922 (65. Jahrgang
Im
Urteil.
Verkündet am 18. März 1 92 2.
In Sachen der Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., Aktiengesellschaft Ift
Berlin, gesetzlich vertreten durch ihren Vorstand Geheimrat Rosenthal in Berlin,,
Prozessbevollmächtige: Rechtsanwälte JRT. Dr. Drucker, Dr. Eckstein und Dr. Cerf
in Leipzig Antragstellerin
gegen
die Porzellanfabrik Fraureuth Aktiengesellschaft in Berlin, gesetzlich vertreten
durch ihren Vorstand Generaldirektor Felix Singer und Direktor Ernst Maria Bauer in
Fraureuth,
Prozessbevollmächtigte: Rechtsanwälte DY. Riedel und Dr. Hammer in Leipzig,
Antragsgegnerin
erkennt die dritte Zivilkammer des Landgerichts zu Leipzig unter Mitwirkung des Land-
gerichtsdirektors Reerink, des. Landgerichtsrats Pfeiffer undr des Hilfsrichters Gerichts-
assessors Dr beissler für Recht:
'Jak W: WVrolCa*T$* " ••••"Wtf»l»«i
Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Leipzig vom 6./8. März
1922 gegen die Porzellanfabrik Fraureuth A.-G. wird aufgehoben.
Die Antragstellerin (Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co.) hat die Kosten
des Verfährens zu tragen.
- Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.
Reerink.
Pfeiffer.
G e i s s 1 e r.
Durch vorstehendes Urteil ist der Antrag der Porzellanfabrik Ph. Rosenhai & Co.,
der Porzellanfabrik Fraureuth A.-G. die Ausführung des Fraureuther Drachens auf mattrotem
Grunde zu untersagen, abgelehnt worden, da die Porzellanfabrik Fraureuth A.-G. diese von
der Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co. neuerdings als Rosenthalrot bezeichnete mattrote
Farbe nachweislich seit 1887, also vor der Grünau g der Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co.
hergestellt und den Fraureuther Drachen nach alt-chinesischen Stickereien ausgeführt hat.
Porzellanfabrik Fraureuth A.-Q.
Fraureuth.
w w
(65. jafsrgang.)
Coburg, den 11. Mai 1922.
Nummer 19
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prflmiiert; Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loois 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bngra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschloflNr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erf ort Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Cobarg-Gothaische Bank A.-G.. Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland nnd Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jl 25. — unter Streifband Jt 50.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 2. — (Stellengesuche J 1. — ).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Orlfrlnal-Beiträire verboten.
löpierei-Beruisgeissensciiafi Sektion Ulli.
Sektionsversammlung.
Die diesjährige Sektionsversammlung, zu der die Mitglieder
der Sektion gemäß § 24 Abs. 2 der Satzung hierdurch eingeladen
werden, findet statt am
Samstag, den 27. Mai 1923, vormittags 11 I hr,
in Baden-Baden, im „Hotel zum Hirsch".
Tagesordnung :
1. Geschäftsbericht.
2. Abnahme der Jahresrechnung für 1921.
3. Wahl eines Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung
von 1922.
Festsetzung des Haushaltplans für 1923.
5. Beratung über etwaige Anträge von Sektionsmitgliedern,
"wenn solche (nach § 24 Abs. 7 der Satzung) eine Woche
vor dem Verhandlungstag beim Sektionsvorsitzenden schrift-
lich eingereicht sind.
Wahl des Ortes der nächstjährigen Sektionsversammlung.
1. Sonstiges.
Aussprache über die Zuziehung der Versichertenvertreter
zur Bentenfestsetznng.
Fr ei bürg im Breisgau, den 8; Mai 1922.
Der Vorstand
der Sektion VIII der Töpferei-Berufsgenossenschaft.
Georg Schmider,
[641
w
Töpferei - Beruf sgenossensctaaft, Sektion II, Regensburg.
Einladung.
Zu der am
Montag, den 29. Mai 1922, nachmittags 2 Uhr,
im Bahnhof-Hotel iu Marktredwitz
stattfindenden
orden tlichen Sektions Versammlung
•rird hiermit eingeladen.
Tagesordnung.
L. Geschäftsbericht.
i, Abnahme der Jahresrechnung für 1921.
5. Wahl ines Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnunz
für 1922.
Festsetzung des Haushaltplanes für 1923.
Beratung etwaiger Anträge von Sektionsmitgliedern, wenn
solche mindestens eine Woche vor der Versammlung ein-
gereicht werden sind. - ]Uo
Der Sektions vorstand:
H. Dorfner, Vorsitzender.
Glas-Berutsgenossenschafl, Sektion IV.
Gemäß § 24 unserer Satzung laden wir hiermit unsere
Mitglieder zu der am
Montag, den 29. Mai 1922, nachmittags 3 Uhr
im Büro des Fachverbandes der Tafeigla^industrie,
Berlin W 35, Am Karlsbad 23, UI
stattfindenden
Sekfions-Versammlung
ergebenst ein. Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes, Prüfung und Abnahme der Jahres-
rechnung für 1921 sowie Erteilung der Entlastung.
2. Wahl des Rechnungsprüfungsausschusses für 1922.
3. Feststellung des Verwahungskosten -Voranschlags für 1923.
4. Bericht über erfolgte und beabsichtigte Aenderungen in der
sozialen Gesetzgebung, insbesondere in der gewerblichen
Unfallversicherung.
5. Rentenfeststellungskommissionen.
6. Mitteilungen über die Geschäftsergebnisse der Haftpflicht-
Versicherungsanstalt.
7. Etwaige sonstige Verwaltungsangelegenheiten und Anträge
der Herren Mitglieder.
Berlin-Lankwitz, den 5. Mai 1922.
Der Vorstand der Sektion IV der Glas-Berufsgenossenschaft,
Der Vorsitzende: W. Kohrs, Direktor.
Gias-Berulsgenossenschaft, Sektion v.
Gemäß § 24 unserer Satzung laden wir hiermit unsere
Mitglieder zu der am
Freitag, den 26. Mai 1922, vormittags 12 Uhr,
in Hannover, Kastens Hotel
stattfindenden
Sektions Versammlung
ergebenst ein.
220 — Nr. 19
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (5B. Jahrgang.)
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes, Prüfung und Abnahme der Jahres-
rechnung für 1921 sowie Erteilung der Entlastung.
2. Wahl des Rechnungsprüfungsausschusses für 1922.
3. Feststellung des Verwaltungskosten- Voranschlags für 1923.
4 Bericht über erfolgte und beabsichtigte. Aenderungen in der
sozialen Gesetzgebung, insbesondere in der gewerblichen
Unfallversicherung.
5. Rentenfeststellungskommissionen.
6. Mitteilung über die Geschäftsergebnisse der Haftpflicht-
Versicherungsanstalt.
7. Etwaige sonstige Verwaltungsangelegenheiten und Anträge
der Herren Mitglieder.
Berlin-Lankwitz, den 5. Mai 1922.
Der Vorstand der Sektion V der Gias-Berufsgenossenschaf l.
Der Vorsitzende: G. Reuter, Direktor.
Reiclis-lJiifallvei'sicherung.
Gias-Berufspuossenschi, Sehtlon VI.
Düsseldorf.
In Gemäßheit des § 24 der G^eossenschaftssatzung beehren
wir uns, unsere Mitglieder, zu der am
Mittwoch, den 24. Mai 1922, mittags 12 Uhr,
im Palast-Hotel Breidenbacher Hof, II («Idenburg wall 34/36
hierselbst,
stattfindenden
37. ordentlichen Sektfons-Tersammlung
ergebenst einzuladen.
Tagesor dnun g:
1. Geschäftsbericht für das Jahr 1921.
2. Bericht des Ausschusses über die Prüfung und Abnahme
der Jahresrechnung für 192 i.
3. 'Festsetzung des Haushaltplans für 1923 soVie Wahl des
Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung für 1922.
4. Beschlußfassung über etwaige Anträge von Sektioasmit-
gliedern.
Düsseldorf, den 2. Mai 1922.
Dar Vorstand der Sektion VI der Gl as-Berufsgenossenschaft,
Frdr. Wetekamp, Vorsitzender. [6ii
Feintonverarbeitung In Bayern.
Von Prof. Dr. Dr. Georg Ei'tter v. Ebert, Vorstandes Instituts
für bayerische Wirtschaftsforachung.
^
(Fortsetzung )
Wandplattenfabrikation.
Die Wandplattenfabrikation erfordert als Rohstoffe gut vor-
bereitete Tone von spezieller Eignung und guten Brennstoff
für die Sinterung. Sie sind fast ausschließlich außerbayerischer
Herkunft: Tone und Kaoline aus Böhmen und Sachsen, die
Kohlen sind böhmische Braunkohle, die Massezubereitung er-
fordert große kostspielige Anlagen: außer Tonwalzen, Ton-
schneidern m t großem Kraftbedarf auch Schlämmeinrichtungen
und große Filterpressen. Die PlaUen werden entsprechend der
großen für jede Platte erforderlichen Tonmenge in maschinell
betriebenen großen Friktionspressen gestanzt, > mit der Hand
einseitig in fast jeder gewünschten Farbnuance glasiert und
schließlich in Kapseln bis zur Sinterung bei 130u° gebrannt/
Also kostspielige Produktionsmittel und große Goldmittel für
das umlaufende Kapital, aber' keine^ gelernten Arbeiter. Nur
so entstehen wirtschaftlich arbeitende Betriebe, diese dann aber
von großer Leistungsfähigkeit. Aus diesen Gründen kommen
in der Wandplattenfabrikation nur mehr große Betriebe in
Betracht. Plattenton. brennt weiß ; neuerdings werden Platten
aus bayerischem Ton hergestellt, dessen rötlichgelbe Farbe die
Glaeuifavben beeinflußt und dessen billigerer Bezugspreis den
Plaltenprcis erniedrigt.
Da trotz der hohen Zölle etwa die Hälfte der Erzeugung
ins Ausland geht (Schweden, Schweiz, Spanien, Italien), ist die
Beschäftigung eine gute. Für Frankreich und westliche Ab-
nehmer liegen allerdings die rheinischen und pfälzischen
Fabriken günstiger.
Steingut- und Feinsteingutindustrie.
Steingut und Feinsteingut bilden die Verbindungsglieder
zwiscluri den bisher betrachteten Gruppen und dem Porzellan.
Sorgfältigste Massezubc-i titung wie in der Wandplattenindustrie,
Formung nur mehr gelegentlich durch Freidreher wie beim
Bauern gesebirr, gewöhnlich durch Drehen in der Gipsform wie j
beim Braungeschirr, hin und wieder durch Formen auf der
Matrize wie bei der Kachel, in seltenen Fällen durch Stanzen
wie bei Elektrofayence, häufig durch. Gießen des Masseschlickera
in Gipsformen wie bei Porzellan. Sehr viel Steingut für ein-
fachere Zwecke (Teller, Tassen, Kannen, Schüsseln, Vasen usw.)'
wird nur glasiert. Für höhere Ansprüche wird es dekoriert.
Die Aufbringung des Dekors erfolgt dann wie bei Porzellan
gewöhnlich erst nach einem Verglühen bei hoher Temperatn^
in der verschiedenartigsten Weise durch Aufschablonieren,
durch Abziehbilder, durch Aufmalen mit der Hand. Nochmaliges:
Brennen befestigt die- Farben. Aus diesen Gründen erfordert
jede Phase' des Produktionsprozesses kostspielige Produktions-
mittel von großer Leistungsfähigkeit, die Formgebung und das
Dekor den Einsatz künstlerischer Intelligenz, die oft hoch!
wertigen Endprodukte die Verwendung hochwertigen Rohstoffes
und die große Menge der dann in solchen Betrieben erzeugtet!
Produkte eine leistungsfähige Vertriebsorganisation, kurz, alle«
in allem kapitalistische Betriebe mit großem Aufwand an
Personal, Betriebsmitteln und umlaufendem Kapital, wobei Fein-
steingut noch mehr auf Luxus eingestellt ist als das große
Mengen Gebrauchsgeschirr liefernde gewöhnliche Steingut. Dia
bayerische Steing^tfabrikatlon umfaßt nur wenige Betriebe und
ist in noch weniger Händen vereinigt. .Eine Sonderstellung
nimmt die Feinsteingutfabrik Rodach ein, insofern, als sie neben
gewöhnlichem Gebrauchsgeschirr unter der zielbewußten Leituni
ihres aus dem Handwerkerstände hervorgegangenen Schöpfers
Max Roesler künstlerisch hochwertige Produkte erzeugt, die in
Formgebung und Verzierung eine Wertware besonderer An
bedeuten ; denn außer den üblichen Dekors kommen an Schalen!
Körbchen und hohen Vasen Flecht-, und Durchbrucharb eitel
von feiner Wirkung ia Betracht, die z. Zt. begehrte Export
artikel darstellen. Zum geschmackvollen Küchen steingut (Mehl
und Salzfässer, Gewurzdosen und Gewürzschubladen, Essig*
und Oelflaschen; Besteckkästen, Kakesdosen, Kuchenplatten
usw.) werden in der Schreinerei der Fabrik dazu passend]
Küchenmöbel, teils mit stilvoll zusammengestimmten Steingut-
einlagen gefertigt.
Feinsteinzeug.
An dieser Stelle einige Bemerkungen über die nur noaj
geschichtliches Interesse beanspruchende Töpferkunsjt u
Kreussen! Schon im Jahre 1005 wird die von Kaiser Hein
rieh II. zerstörte Burg von Krenssen urkundlich wieder auf
gebaut; das Wappen von Kreussen enthält in gevierteilteffl
hohernzollernsyhen Schild einen Krug, in älteren Urkunde!
heißt die Stadt Ousen, Creusen usw., und „Krause", „Kruse'
bedeutet so viel als Deckelkrug. Demnach muß die Kreussen«
Töpferei eine sehr alte sein, aber urkundlich genannt werde!
Töpfer erst seit dem Anfang des 16. Jahrhunderts, dann aller
dings^ — worauf früher schon hingewiesen — zugleich alt
Schnitzer und Bossierer, als Selbsthersteller ihrer Modell
Außer Oefen mit reichem plastischen Schmuck wurden in de
Hauptsache hergestellt Deckelkrüge, Birnenkrüge, Deckel
Haschen, Flaschen für Essig, Qel, Gewürze, Vasen und HeDkeJ
krüge. Dazu wurden die Formen nach ''sorgfältigster Masse,
Zubereitung frei auf der Scheibe gedreht, manchmal vier- ode
sechseckig gedrückt, und dann wurden auf sie die in den Ton
modeln hergestellten Figuren, Wappen, Zierornamente, Sprue»
bänder Stück für Stück aufgeschlickert, um schließlich noÄj
mit dem Ziselierholz ausgearbeitet zu werden. Die Figure»
kombination auf den einzelnen Gefäßen ist eine außerordeii
lieh große, doch lassen sich Typen, wie Jagdkrüge, Apostf
krüge, Planetenkrüge, Zunftkrüge, Kurfiirstenkrüge u. a. untfjjj,
scheiden. Das Brennen geschah mit Holz im alten deutsch«
liegenden Ofen bei sehr hoher Temperatur und wurde mit dm
Salzen beendet: Farbe hell- bis dunkelbraun, sehr hart nn
schwer zerbrechlich, völlig durchgesintert, bäure widerstände
fähig, Oberfläche prachtvoll glänzepd. Dann erst folgt das Bf
malen mit Metalloxyden unter Zusatz von leicht schmelzbar*
Fluß, endlich das Aufbrennen der Farben in Kapseln b<
schwachem Feuer oft in eigenen „Farböfen". Die Farbpalette»
noch nicht reichhaltig; wir treffen nur an: Rot, Gelb, Gröl
Blau, Weiß und Gold. Die Deckel hat wohl der Zinngießf
" aufgebracht. Die Produkte waren weit bei ühmt und wurden in all
Laniie gefühlt. Unter den berühmten Meistern kommen haup
sächlich 4 Werkstätten in Betracht: die Familie Vest seit 1Ö7.
etwas später treten hinzu die Namen Speckner, Schmidt nD
Sayler; die Nachkommen der letzteren gründeten die Bai
reuther Ofenfabrik, in deren Besitz sich noch alte Tonmodel i
großer Anzahl befinden.
Ton.
Die anscheinend recht gleichmäßige Verbreitung von Tqi
vorkommen in Bayern wird fraglich schon durch die Ergol
nisse der Gewerbezähinngen: 1882 sind von 34 bayerisch«
U>22. (60. Jahrgang.)
SPRECH SAAL -COBURG.
Nr. 19 —'221
Lehm- und Tongräbereien mit 283 in diesen beschäftigten
Personen; -Betriebe mit beschäftigten Personen
in Rheinpfalz 29 260
in Niederbayern ..... 2 ' 18
~in Mittelfranken ..... 1 2
in Unterfranken . . . . ! 2 3
Dieses Verhältnis verschiebt sich in der Folge nur insofern,
als Unterfranken und dann vor allem die Oberpfalz mit einer
rasch wachsenden Zahl von beschäftigten Personen hinzutreten.
Bas Jahr 1917 arbeitet die Leistungsfähigkeit der einzelnen
Landesteile durch den Fortbestand der Höchstleistungsbetriebe
vielleicht auch in dieser Gewerbegruppe scharf heraus, denn
es sind Betriebe mit beschäftigten Personen
in Rheinpfalz 16 543
in Oberpfalz 9 45 L
in Oberbayern ...... 2 87
in Unterfranken . .... 3 83
in Niederbayern ..... 2 25
Diese Darstellungen bilden nur einen Anhalt für die Ver-
breitung der genützten Vorkommen, sind aber in Ermangelung
besserer Grundlagen immerhin beachtenswert. Berücksichtigt
man noch die großen Qualitätsverschiedenheiten der Tongesteine
oder Erden nach Farbe, Körnung, Plastizität, chemischer Zu-
sammensetzung, Sinterungsverhältnissen und Schmelzbarkeit,
so wird man im Hinblick auf den verschiedenartigen Ton-
qualitätsbedarf der vorbesprochenen auf Ton schlechthin auf-
gebauten keramischen Gewerbegruppen eine auch nur annähernd
gleichmäßige Verbreitung von Tonvorkommen und darauf be
gründeter Industrien nicht mehr erwarten. Benn Ton ist ein
Sammelbegriff von durch Wasser (selten Wind) verfrachteten
Gesteinsmehlabsätzen verschiedenster Herkunft (in der Haupt-
sache feldspathaltiger Gesteine) und — in Bayern hauptsäch-
lich—jurassischen bis diluvialen Alters. Ein Vergleich zwischen
der Verbreitung der Lehm- und Tongräberei einerseits und der
Feintongewerbe andererseits ergibt nun, daß auf den großen
Tonvorkommen der Rheinpfalz und Unterfrankens eine relativ
kleine Feintonindustrie aufgebaut ist, während die Feinton-
gewerbe von Oberbayern, Niederbayern, auch der Oberpfalz,
vor allem aber ( Mittelfrankens eine Entwicklung aufweisen,
welche über die Tongrundlage der näheren Umgebung hinaus-
geht, und bei der Untersuchung ergibt sich Punkt für Punkt,
daß die feinere Keramik sich relativ unabhängig vom Ton-
vorkommen zu entwickeln und zu behaupten vermag. Für die
Standortfrage ergeben sich, soweit - die Tonbeschaffung in Be-
tracht kommt, folgende volkswirtschaftlich wichtige Schlüsse :
Für die Bauerntöpferei spielt eine Rolle wesentlich, - ob Ton aus
eigener Grube mit eigenem Fuhrwerk beschafft wird, oder ob
dies nicht möglich ist; ist letzteres der Fall, dann wird der
Bauerntöpfer unter Aufgabe seines Gewerbes gewöhnlich zum
Landmann; ist letzteres nicht der Fall, dann kommt weit her
bezogener guter Ton wegen des geringeren Arbeitsaufwandes
für die Massezubereitung kaum teurer zu stehen als einheimischer.
Der ordinäre Scherben der Kachel ermöglicht daher auch ein
Entstehen von Kachelfabriken mit eigenem Fuhrwerk und
eigenen Gruben in der Nähe von Tonlagern ohne spezielle
Eignung. Ber natürliche Standort der Braungeschirrfabrikation
ist die B unzlauer Gegend mit ihren Tonen besonderer Eignung.
[Die übrige Feintonindustrie braucht so viele verschiedene Ton-,
'Kaolin- und Sandqualitäten, und ihre Rohstoffkosten spielen im
Fertigerzeugnis eine so geringe Rolle, daß ihr Standort Inner-
halb einer großen Zone um die Rohstofflager frei gewählt
werden kann.
Holz.
Wegen seiner allgemeinen Verbreifung scheint das Holz
als Standortfaktor eine untergeordnete Rolle zu spielen, und
das ganze Handwerk war und ist auf Holzfeuerung eingestellt.
Holz ist als Brennstoff in der Keramik leistungsfähig genug;
aus seiner Zusammensetzung läßt sich ein Heizwert von rund
4900 WE, daraus eine theoretische Flammentemperatur von
i960 Grad berechnen, die erfahrungsgemäß infolge Wärme-
frerluste nur 1450 Grad erreicht. Deshalb können die größten
keramischen Betriebe mit Holz betrieben werden,, und insofern
spielt Holz als Standortfaktor eine Rolle, weil große Betriebe
öhne genügende Holzvorräte in der Nähe nicht lebensfähig
sind. Hiervon scheint die Wirtschaftlichkeit viel mehr ab-
zuhängen als von der Frage Holz oder Kohle, und die Oefen
werden dem jeweiligen Brennstoff angepaßt.
Manche Betriebe mit holzreichen Forstämtern in der Nach-
barschaft haben schon in der Vorkriegszeit nur mit Holz ge-
heizt, und sie finden ihre Holzheizung , wirtschaftlicher als
Kohlenheizung, nicht nur wegen Einsparung der hohen Kosten
für den Ofenumbau, sondern auch wegen Einsparung der heute
sehr ins Gewicht fallenden Arbeitslöhne durch Verkürzung der
Brenndauer um 25 — 3©°/0. Im allgemeinen brennen aber große
Betriebe Kohle und haben sich nur unter dem Zwang der
letzten Jahre vorübergehend auf Holz umgestellt; ihre Oefen
sind für Kohle eingerichtet, so daß die Holzfeuerung für sie
im allgemeinen wesentlich teurer kommt. In den Bunzlauer
Oefen kostet die' Holzfeuerung 40 — 50°/0 mehrr als Braunkohlen-
feuerung. Kohlesteuer und Bergarbeiterlöhne können, aber das
Preis Verhältnis zwischen Holz' und Kohle derart verschieben,
daß die Spannung zwischen beiden Brennstoffen auch für
große, auf Kohle eingestellte Betriebe grundsätzlich geändert
wird. Dazu tritt für Holz die erwähnte kürzere Brenndauer
und die größere Reinheit der Glasuren, so daß unter Umständen
einem großzügigen Holzanschlag auch von Seite der keramischen
Industrie nichts mehr im Wege steht.
Kohle.
Die Kohlebelieferung, obschon nach Menge und vor
allem nach Qualität besser geworden, ist immer noch das große
Schmerzenskind vieler mit Kohle arbeitenden, größeren kerami-
schen Betriebe, die zur Erreichung einer höheren Qekonomie
in Wärmebilanz und Lohnaufwand sogar die gewaltigen Kosten
neuer Ofensysteme nicht zu scheuen unternommen haben.
Welches sind die Standortverhältnisse der Betriebe in Be-
zug auf die Kohlenbeschaffung ? Der Hauptkehlebedarf geht
nach der jetzigen Konstruktion der Oefen auf Stein- und Braun-
kohle aus Böhmen, Sachsen, Zwickau, Mitteldeutsche Briketts,
so daß auch hier die Oberpfalz am günstigsten , liegt. , So er-
klärt sich, unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Tonbezuges
ebenfalls hauptsächlich aus Böhmen und Sachsen, daß im Ver-
breitungsdiagramm der Feintonindustrie die Oberpfalz den
größten Raum einnimmt ; dann folgt das benachbarte Mittel-
franken, darum lagern sich Oberfranken, Oberbayern, Nieder-
bayern und Schwaben, am weitesten weg liegen Unterfranken
und die Pfalz. Das Zentrum des großen Raumes aber, um das
die bayerischen Kreise zonenförmig in der genannten^ Reihen-
folge sich gruppieren, ist hinsichtlich Ton- und Kohlebeschaffung
.Sachsen, Böhmen, Schlesien, so daß die Standortfrage der
bayerischen Betriebe durch die erwähnten Lagebeziehungen
genügend geklärt erscheint ; denn das Gewichts Verhältnis zwischen
Ton- und Brennstoffaufwand scheint so zu sein, daß schon bei
der Bauerntöpferei das Brennstoffgewicht höher ist als das
Tongewicht; je höher die Veredelung geht (höherer Kraftbedarf
für Massezubereitung, größerer Kohlenbedarf für den doppelten
Brand usw.), um so mehr Brennstoff wird erforderlich, so daß
schließlich auf ^ 100 Gewichtsteile Ton, Sand, Kaolin usw.
150—200 Gewichtsteile Brennstoff treffen. Daher kann ziel-
bewußte Frachttarifpolitik erheblichen Einfluß auf die Stand-.-
ortverhältnisse gewinnen. Jedenfalls erscheint der Standort
bislang mehr beeinflußt durch den des Brennstoffes.
_____ (Fortsetzung folgt.)
Ueber die Herstellung von optischem Glas.
(Fortsetzung.)
B) Beziehung zwischen Zusammensetzung und Brechurigs index
Einfluß des molekularen Zusatzes.
Aus jeder Schmelze wurden nach dem Kühlen kleine
Würfel geschnitten, diese an zwei aneinanderstoßenden Flächen
poliert und die Brechungsindizes für die C-, B- und F -Linie des
Spektrums in einem Pulfrich sehen Refraktometer bestimmt.
Es werden hier nur die im vorhergehenden Abschnitt A) schon
besprochenen Gläser behandelt, sodaß die Beziehungen zwischen
Bichte und Brechungsindex ersichtlich sind:
Fig. 3 Bigi; 4 Mg. 5
b'ig-. 3. Beziehung' zwischen molekularer Zusammensetzung- und Brecliungsindex
(H-b) iu der Reilie 20 Mol. i\a2U . x Mol. HO . 100 Mol. Si02.-
Fig. 4- Beziehung- zwischen molekularer Zusammensetzung- und totaler Dispersion
in der Iteihe '20 Mul. Na,<) . x Mol. HO . 100 Mol. Si02.
Fig. 5. Beziehung- zwischen molekularer Zusammensetzung- und y-Wi'tt in der
Iteihe 20 Mul. Ka,0 . x Mul. J«> . KIO Mul. Sil),.
Fig. 3 zeigt den Einfluß auf den Brechungsindex bei Zu-
satz von wachsenden Molekularbeträgen an RO zu dem Glas-
kern 100 SiOs . 20 Na20. Babei ist folgendes zu beachten :
1. Molekulare Zusätze irgend eines Oxydes vom RÖ-Typus
zu dem Glase 100 Si02 . 20 Na20 bewirken eine Zunahme von
ij.d, wobei letzteres um so größer ist, je größer der Zusatz an
RO ist. ([J,D-Brechungs-Index für die B-Linie).
2. In den Gläsern vom Typus 100 Si02 . 20 Na20 . RO ist —
abgesehen von Zinkoxyd — der ,Wert für [J D um so größer,
222 — Nr, 19
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (65.
je höher das Molekulargewicht des Oxydes vom RO-Typus ist.
Dagegen ergibt Zinkoxyd, obgleich sein Molekulargewicht (82)
zwischen denen des Strontiumoxyds (104) und Calciumoxyds (56)
liegt, niedrigere Werte für [*D als die entsprechenden Calcium»
exydgläser.
Fig. 4 zeigt die totale Dispersion (t*. F — H-c ) derselben
(Bläser, die in Fig. 3 veranschaulicht sind. Molekulare Zusätze
eines der Oxyde vom RO-Typus verursachen, wie man sieht,
•ine Zunahme der totalen Dispersion. Besonders treffend
bringt das Diagramm die große Wirkung des Bleioxyds zum
Aasdruck im Vergleiche zu dem der anderen RO-Oxyde. Die
Werte für Zinkoxyd fallen praktisch mit denen für Strontium-
•xyd zusammen, die nur wenig höher sind, obwohl das Mole-
kulargewicht des Zinkoxyds niedriger als das des Strontium-
•xyds ist.
Fig. 5 zeigt die v. Werte der Gläser, deren [tD-Werte in
Fig. 8 angegeben sind. Außer bei Bleioxyd liegen die v-Werte
bei allen Oxyden nahe aneinander und sind viel höher als bei
llalexyd.
Einfluß des prozentualen Zusatzes.
Fig. 6 veranschaulicht die Wirkung des Ersatzes von NajO
durch Oxyde vom RO Typus bei gleichbleibendem Gehalte des
•lases an Si02 (= 70°/0).
Fig. 6-
Fig. 8.
Eig H. Beziehung zwischen prozentualer Zusammensetzung und Brechungsindex
fSiO, gleichbleibend = 70 »/,).
Hg 7. Beziehung zwischen prozentualer Znsammensetzung und totaler Dispernon
(SiO, gMchbleib' nd = 70 •/,). _ . ,„.„
Kg. 8. Beziehung zwischen prozentualer Zusammensetzung und V-Wert (oiua
gleichbleibend =.- 70»/.).
Hierbei ergibt sich folgendes:
1. Die Werte für ^ steigen in dem Maße, wie Na20 durch
RO ersetzt wird. So beeinflußt 1 e/e jedes beliebigen RO-
Oxydes den Brechungsindex stärker als 1 % Na20, au dessen
Stelle es tritt.
2. In den entsprechenden Gläsern (d. h. Gläsern mit gleichen
Gewichtsprozenten Si04, NaaO und RO) richtet sich die Größe
des Brechungsindex nicht nach dem Molekulargewicht, wie dies
bei der Dichte der Fall ist. Das ist ein sehr auffälliges und
«»erwartetes Ergebnis. Weil die für optische Zwecke benutzten
Flintgläser viel höhere Brechungsindizes aufweisen als Kron-
gläser, sieht man gewöhnlich Bleioxyd als dasjenige Oxyd an,
das dem Glas einen hohen Brechungsindex verleiht, besonders
im Vergleiche zu anderen Oxyden, etwa Calciumoxyd. Fig. 6
zeigt an, daß sowohl Calcium- als auch Strontinmoxyd größeren
Einfloß auf den Brechungsexponenten ausüben als Bleioxyd,
wenn sie als Ersatz für Natriumoxyd in ein Glas eingeführt
werden. Oft wird beim Vergleiche der Brechungsexponenten
ron Flint- und Krongläsern die Tatsache übersehen, daß Flint-
glas 40°/e PbO oder mehr enthalten kann, während Kronglas
selten mehr als 15°/0 CaO enthält. So kommt ein falscher
Vergleich zu stände. Sind die Prozentgehalte an CaO und PbO
in einem Glase gleich, so wird das Kalkglas einen höheren
Breehungsindex haben als das Bleiglas. So besitzt z. B. das
Glas 70°/e SiO„ 15°/ö Na20, 16°/0 CaO einen p^-Wert = 1,5320,
während bei dem entsprechenden Glase 70°/0 Si02, 15°/0Na2O,
15 •/, PbO itr, = 1,6204 beträgt.
3. Da die Dichte der Bleioxydglaser vom geschilderten Typus
gröler ist als die der entsprechenden Calciumoxydgläser, so
felgt hieraus, daß eine Zunahme der Dichte von einer Abnahme
des Wertes für [j.,, begleitet ist. Eine ähnliche Erscheinung
ist bei einer Vergleichung der Magnesiumoxydgläser unter-
einander zn beobachten. Wird in einem Glase mit konstantem
Kieselsäuregehalt Na./) durch MgO ersetzt, so nimmt die Dichte
■tändig ab, bis das ülas 10°/0 MgO enthält, aber der Wert für
nimmt ständig zu.
4. Die [*o -Werte für die Oxyde des Calciums, Strontiums
und Bariums zeigen die umgekehrte Reihenfolge wie ihre
Molekulargewichte.
Fig. 7 gibt Aufschluß über die totale Dispersion der Gläser
mit eins* konstanten Kieselsäuregehalt, nämlich 70°/, SiCy
Wiederum entspricht die Reihenfolge der Werte für die totale
Dispersion nicht der der Molekulargewichte der RO-Oxyde,
obgleich Bleioxyd mit dem höchsten Molekulargewicht auch die
größte totale Dispersion und Magnesiumoxyd mit dem niedrigsten
Molekulargewicht die geringste totale Dispersion besitzt. Dagegen
ergeben wiederum die Oxyde des Calciums, Strontiums und
Bariums anormale Zahlen, und zwar ist die Reihenfolge der
totalen Dispersionen bei ihnen die umgekehrte wie die der
Molekulargewichte.
Vielleicht das auffälligste an diesen Ergebnissen der totalen
Dispersion ist die Tatsache, daß bei SrO, BaO und MgO der
Wert der tot. Disp. mit steigendem RO abnimmt. Die Wirkung
hiervon geht aus Fig. 8 hervor, in der der v-Wert dargestellt
ist. In allen Fällen, wo Na20 durch RO ersetzt wird, außer
bei PbO, steigt bei gleichbleibendem Kieselsäureghalt mit dem
Werte für f*D weh der für v, wobei die Wirkung besonders
deutlich bei MgO, BaO und SrO ist.
Die obigen, für Gläser mit konstantem Gehalt an SiOa
(= 70 °/0) ausgearbeiteten Regeln gelten auch für Gläser mit
konstantem Gehalt von 65 bezw. 60°/0 Si02. Fig. 9 zeigt den
Einfluß auf den Brechungsindex, wenn Na20 konstant 20°/0
bleibt und Si08 durch RO ersetzt wird. Wiederum sieht man,
daß der Brechungsindex in jedem Falle größer wird, wobei die
Zunahme rascher vor sich geht, als wenn Na20 durch RO
ersetzt wird (Fig. 6). Auch die Einführung von CaO hat größere
Wirkung als die von Blei, während die Wirkungen von CaO,
SrO und BaO in umgekehrter Reihenfolge ihrer Molekular-
gewichte stehen.
Fig. 10 veranschaulicht die totale Dispersion dieser Gläser.
In jedem Falle nimmt die totale Dispersion zu, so daß der
v-Wert (Fig. 11) in diesen Gläsern mit zunehmendem [*J( ab-
nimmt.
f Fig. 9 Kg. 10 Fig.'Jl
Fig. 9. Prozentuale Zusammensetzung und Brechungsindex (Na^O gleichbleibend ;
. =20»/,).
Fig. 10. Prozentuale Zusammensetzung und totale Bispersion (Na^O gleichbleibend ,
^=20«/,).
Fig. 11. Prozentuale Zusammensetzung und V-Wert (Na^O gleichbleibend - 20
Ein Vergleich der Fig. 6 — 11 lehrt also, daß in einem i
Glase von der allgemeinen Zusammensetzung a SiOs . b Na,0 .
cRO bei Ersatz von Si02 durch RO der v-Wert mit Ii
steigendem [xD fällt, während, wenn RO das Na20 ersetzt, den
v-Wert steigt und [*D kleiner wird, ausgenommen bei Bleioxyd.
Die oben von Natriumoxydgläsern abgeleiteten Gesetze
sind in gleicher Weise auf Gläser anwendbar, die Kaliumoxyd
enthalten. Ersetzt man in einem Glase Natriumoxyd durch
Kaliumoxyd, so bewirkt dies eine Verkleinerung des Brechungs-
index und der totalen Dispersion.
Nachdem die notwendigen Werte für Gläser vom Typus
Kieselsäure-Alkali-RO ermittelt worden sind, blieb noch übrig,'
die etwas komplizierter zusammengesetzten Gläser zu be-
handeln. Sehr wichtig war die Erforschung des Einflusses den
Borsäure in verschiedenen Gläsern. Dann wurde geprüft, welche
Rolle die Oxyde vom R208-Typus, wie A1203. Sb208 und As208, im
Glas spielen. Später, bei Bearbeitung der Bariumflintgläser, wurde
die Wirkung des einen Oxydes vom RO-Typus in Gegenwart |
eines anderen RO-Oxydes untersucht. Mangel an Raum ver-
bietet, die hierbei erhaltenen Ergebnisse zu erörtern; es wurden
aber hinsichtlich der Brechungsindizes genügend verwertbare
Daten gefunden, sodaß für eine große Zahl von Gläsern die
Zusammensetzung festgestellt werden konnte. In der Regel
konnten beim Suchen nach einem bestimmten Glase mit spezi-
fischem Brechungsexponenten mehrere Vorschriften ausge-
arbeitet werden, und es lag dann vor allem die Aufgabe vor,'
die am besten brauchbare Zusammensetzung auszuwählen.
Hat man die Frage der Brechungsindizes entschieden, soi
kommen für die Auswahl der Glaszusammensetzung haupt-
sächlich weitere drei Gesichtspunkte in Frage: 1. Verhalten
beim Schmelzen, 2. Dauerhaftigkeit, 3. Neigung zur Entglasung,
Im allgemeinen ließen sich für das Verhalten beim Schmelzen!
aus den Schmelzversuchen im kleinen gute Aufklärungen ent-
nehmen, aber betreffs der Dauerhaftigkeit und Entglasung war
noch weitere Forschung nötig. (Schluß folgt.)
1922. (56. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
Nr. 19 — 223 J
Vorläufiger Händelsvertrag* zwischen dem
deutschen Reiche und Jugoslawien.
(Kachdruck verboten.)
Um die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland
und Jugoslawien zu fördern und zu beleben und ihnen eine
feste Grundlage zu geben, ist zwischen beiden Staaten ein
vorläufiger Handelsvertrag abgeschlossen worden, der nach
Genehmigung durch den Reichsrat dem Reichstag vor-
gelegt worden ht. Das Abkommen stellt das Ergebnis der
Verhandlungen dar, die in Belgrad vom Dezember 1920 bis
Februar 1921 geführt worden sind. Bei den Verhandlungen
war es unseren Vertretern daran gelegen, den Wirtschaftsver-
kehr mit Jugoslawien möglichst auf den Grundsätzen aufzu-
bauen und zu regeln, die bereits in den Verträgen mit
Oesterreich, der Tschechoslowakei und Ungarn festgelegt
worden sind. Diese Bestrebungen sind von Erfolg begleitet
gewesen. Die mit Jugoslawien getroffenen Abmachungen ent-
sprechen ihrem Aufbau und ihrem wesentlichen Inhalt nach tat-
sächlich den mit jenen Staaten geschlossenen Verträgen. Die
Unterzeichnung des fertiggestellten und von dem deutschen
Bevollmächtigten am 5. 2. 21 unterschriebenen Abkommens
begegnete jedoch auf jugoslawischer Seite in letzter Stunde
Schwierigkeiten, die damals nicht behoben werden konnten.
Erst gegen Ende des vergangenen Jahres hat die jugoslawische
Regierung vorgeschlagen, das Abkommen ihrerseits nachträg-
lich zu unterzeichnen. Es erschien angezeigt, diesen Vorschlag
zuzustimmen, da bei der Aufnahme neuer Verhandlungen mit
dem Auftreten neuer, vielleicht wieder nicht zu beseitigender
Schwierigkeiten gerechnet werden mußte. Nach erfolgter
deutscher Zustimmung ist daher das Abkommen, das lediglich
als vorläufige Grundlage für die Wiederaufnahme eines ge-
regelten Handelsverkehrs gedacht ist, von jugoslawischer Seite
am ö. 12. 21 gezeichnet worden. Der Vertrag tritt mit dem
Tage der Ratifikation in Kraft und soll bis zum 1.7. 22 und
nach diesem Zeitpunkt so lange gelten, als er nicht von einem
der beiden Teile mit dreimonatiger Frist gekündigt wird.
Auch der vorliegende Vertrag enthält keinerlei Ab-
reden über den Zolltarif und die für einzelne Waren-
klassen zu zahlenden Zollbeträge. Es zeigte sich schon bei
Beginn der Verhandlungen, daß die jugoslawische Regierung
aus den gleichen Gründen wie wir (Umgestaltung aller Wirt-
schaftsverhältnisse durch den Krieg, völlige Unsicherheit über
deren künftige Entwickelung, Verschiebung der Rohstoff-,
Arbeiter- und Geldverhältnisse, Unübersehbarkeit der Trag-
weite etwaiger Tarifkonzessionen) durchaus abgeneigt war, eine
Bindung in dieser Richtung einzugehen oder auch nur irgend
eine Zusage zu machen.
Deutschen Erzeugnissen ist aber die Meistbegünstigung
und die freie Durchfuhr zugesichert worden, Rechte, die den
Jugoslawen bereits auf Grund des Friedensvertrages in Deutsch-
land zustehen. Bei der Zulassung zum Betriebe von Handel
und Gewerbe war das Recht auf die Meistbegünstigung nicht
zu erreichen. Ausdrücklich ausgenommen von der Meistbe-
günstigung sind die Begünstigungen im kleinen Grenzverkehr
und solche, die sich aus einer etwa abzuschließenden Zoll-
union mit dritten Staaten ergeben, ferner mit Rücksicht auf
neuerdings praktisch gewordene Fälle die Bewilligung von
Einzelausnahmen von allgemeinen Ein- und Ausfuhrverboten
sowie Zugeständnisse im Falle von besonderen Kontingents-
und Kompensationsverträgen.
Im übrigen ist bezüglich des Inhalts des Vertrags folgendes
zu bemerken.
Es sollen keine Ausfuhr- und Einfuhrverbote und -be-
schränkungen erlassen werden und keine Eingangs- und Aus-
gangsabgaben erhoben werden:
a) Für Gegenstände, die in das Gebiet des einen der ver-
tragschließenden Teile eingeführt werden, zum Zwecke, da-
selbst repariert und nach der beendigten Reparatur wieder aus-
geführt zu werden:
b) für Muster, welche als solche von Kaufleuten, Fabri-
kanten oder anderen Gewerbetreibenden oder ihren Reisenden
oder Agenten eingeführt werden, sofern genügende Sicherheit
dafür geleistet wird, daß die Muster nicht im Lande verbleiben,
■ sondern binnen bestimmter Frist wieder ausgeführt werden.
Die beiden vertragschließenden Teile werden in ihren
wechselseitigen Handelsbeziehungen den Grundsatz der Meist-
begünstigung in folgenden Fällen anwenden:
1. Für die Einfuhr-, Ausfuhr- und Durchfuhrverbote, die
Einfuhr-, Ausfuhr- und Durchfuhrbestimmungen und -be-
schränkungen sowie für die Anwendung derselben.
2. Für die Eingangs- und Ausgangszölle sowie für alle
Zollförmlichkeiten, die inneren Verbrauchsabgaben und ähn-
liche Steuern.
3. Für die Behandlung von Geschäftsleuten (Fabrikanten,
Kaufleuten und anderen Gewerbetreibenden), einschließlich der
Handels-, Erwerbs- und Finanzgesellschaften, wenn sie persön-
lich die Reise zu kaufmännischen Zwecken in das Gebiet eines
der vertragschließenden Teile unternehmen, oder wenn sie solche
Reisen durch ihre Kommis, Agenten, Reisenden oder sonstigen
Vertreter unternehmen lassen.
Als Gewerbserzeugnisse aus dem Gebiet eines der ver-
tragschließenden Teile werden auch die dort durch Bearbeitung
ausländischer Stoffe im Veredelungsverkehr erzeugten Gegen-
stände angesehen.
Unter dem beiderseitigen Vorbehalt der vollen Freiheit in
der Gestaltung ihres Zolltarifes wahren sich die vertrag-
schließenden Teile, solange die durch die wirtschaftlichen Folgen
des Krieges veranlagten außerordentlichen Verhältnisse be-
stehen, das Recht, die Ein- und Ausfuhr von Waren auch in
ihrem gegenseitigen Verkehr Verboten und Beschränkungen
zu unterwerfen, doch werden die vertragschließenden Teile
grundsätzlich bestrebt sein, entsprechend der wirtschaftlichen
Lage auf den Abbau derartiger Beschränkungen hinzuwirken.
Neue Ausfuhr- oder Einfuhrverbote, das heißt Ausfuhr«
oder Einfuhrverbote für Waren, die bisher7 frei zur Ausfuhr
oder Einfuhr zugelassen wurden, sollen keine Anwendung finden
auf Waren, die am Tage der Bekanntmachung des Verbots
bereits nachweislich zur Beförderung auf der Bahn, auf dem
Schiffe oder auf anderen Wegen aufgegeben waren. Diese
Waren müssen aber im Laufe von sechs Wochen, von der Be-
kanntmachung des Ein- nnd Ausfuhrverbotes an gerechnet, ein-
■ oder ausgeführt werden.
Sofern die allgemeine Erteilung von Einfuhr- und Ausfuhr-
bewilligungen notwendig sein sollte, sollen neue Ein- und Aus»
fuhrverbote keine Anwendung finden auf Waren, für die eine
Ein- und Ausfuhrbewilligung bereits erteilt ist, während des
Laufes der Gültigkeit der dafür ausgestellten Bewilligung.
Die Einführung von Ausfuhr abgaben oder die Erhöhung
bestehender Ausfuhr abgaben bleibt während eines Zeitraumes
von sechs Wochen nach ihrem Inkrafttreten ohne Einfluß auf
vorher erteilte und noch gültige Ausfuhrbewilligungen. Das
gleiche gilt für die bisher frei zur Ausfuhr zugelassenen Waren,
falls sie bei Einführung der Ausfuhrabgaben bezw. ihrer Er-
höhung sich bereits unterwegs befinden.
Soweit für die Frage der Erteilung von Ausfuhrbewilli-
gungen die Preishöhe der Ausfuhrware entscheidend ist, werden
die vor der Aufstellung von Preisbestimmungen oder von neuen
Preisbestimmungen abgeschlossenen Verträge hiervon in der
Regel nicht berührt, wenn beim Abschluß der Verträge , den
damals geltenden Preisbestimmungen Rechnung getragen worden
ist und entweder
a) der Käufer bereits Anzahlungen geleistet oder
b) der Lieferer bereits Leistungen aus dem Vertrage be-
wirkt oder
c) der Käufer bereits entsprechende Preiserhöhungen be-
willigt hat.
Diese grundsätzlichen Bestimmungen finden jedoch auf
Verträge, die bis zum 16. Juli 1919 abgeschlossen worden sind,
keine Anwendung.
Kaufleute, Fabrikanten und andere Gewerbetreibende, die
sich durch den Besitz einer von den zuständigen Behörden des
Heimatlandes ausgefertigten Gewerbelegitimationskarte darüber
ausweisen, daß sie in dem Staate, wo sie ihren Wohnsitz haben,
die gesetzlichen Steuern und Abgaben entrichten, sollen befugt
sein, persönlich oder durch in ihren Diensten stehende Reisende
in den Gebieten des anderen vertragschließenden Teiles bei
Kaufleuten oder in offenen Verkaufsstellen oder bei solchen
Personen, die die Waren erzeugen, Warenankäufe zu machen,
oder bei Kaufleuten in deren Geschäftsräumen oder bei solchen
Personen, in deren Gewerbebetriebe Waren der angebotenen
Art Verwendung finden, Bestellungen zu suchen, ohne aus diesem
Anlaß einer weiteren Steuer oder Abgabe unterworfen zu sein.
Die Inhaber der Gewerbelegitimationskarten dürfen nur Waren-
muster, aber keine Waren mit sich führen. Die mit einer Ge-
werbelegitimationskarte versehenen Gewerbetreibenden (Handels-
reisenden) dürfen für andere als die in der Karte genannten
Gewerbetreibenden Geschäfte weder abschließen noch vermitteln.
Sie dürfen ausschließlich im Umherreisen Bestellungen suchen
und Ankäufe machen.
Die Frage des Urheberrechtes sowie des gewerblichen
Rechtsschutzes (Patent-, Marken-, Musterschutz usw.) soll durch
ein besonderes Abkommen geregelt werden.
Wenn zwischen den beiden vertragschließenden Teilen
Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung oder Anwendung
des Vertrages entstehen, so können dieselben auf Verlangen
des einen oder des anderen Teiles durch Schiedsspruch erledigt
werden.
Für den Fall, daß in Jugoslawien die bisherige Freiheit der
Einfuhr Verboten oder Beschränkungen unterliegen wird, sollen
für die in einer Liste D genannten Waren Einfuhrverbote oder
-beschränkungen erst drei Monate nach ihrem Erlasse Geltung
224 — Nr. 19
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
haben and diejenigen Lieferangen nicht betreffen, die nach-
weisbar vor ihrem Erlaß abgeschlossen worden sind.
Für uns kommen in dieser Liste D die nachstehenden Er-
zeugnisse in Frage:
1. Technische Erzeugnisse'der Glas- and Porzellanindustrie.
2. Bauglas (Tafel- und Fensterglas), Spiegelglas, einfache
Glas- und Tonwaren, einfaches Gebrauchsporzellan.
3. Medizinische Apparate und Geräte, optische Feinmechanik,
photographische Artikel.
4. Emailwaren, einschließlich ider iOefen, Kachelöfen und
Herde.
Hierzu muß bemerkt werden, daß der Handelsvertrag von
der Skupschtina in Belgrad bereits angenommen worden ist,
und daß die jugoslawische Regierung nachträglich beschlossen
hat, auf die Anwendung des § 18 der Anlage 2 zu Teil VIII
des Vertrages von Versailles zu verzichten, und zwar in dem
gleichen Umfange wie Belgien. Damit ist ein großes Hindernis
für die freie Entwickelang der Handelsbeziehungen zwischen
Deutschland und Jugoslawien beseitigt.
Die in Rede stehende Bestimmung verleiht Jugoslawien
unter bestimmten Voraussetzungen z. B. das Recht, heute nach
dort gelangende deutsche Exportgüter oder heute dort ent-
stehende private deutsche Guthaben zu beschlagnahmen.
Die Deutschland auf Grund des neuen Handelsvertrages
gewährte Meistbegünstigung erfordert die Vorlegung von Ur-
sprungszeugnissen, die von den zuständigen Handelskammern
der Versender auszustellen sind. Der Ursprung kann auch auf
den Originalrechnungen bescheinigt werden. Auch direkte
Frachtbriefe für Eisenbahnen oder Schiffe sind als Ursprungs-
beweis zugelassen, ebenso Bescheinigungen des Ausfuhrzoll-
Samtes auf den Rechnungen oder Ausfuhrerklärungen. Die
Visierung durch einen serbischen Konsul ist nicht erforderlich.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Personalien. Mit dem 1. 5. 22~ hat der Geheime Regierungsrat
und Ministerialrat Nehring an Stelle des Herrn Dr. Vogel die Leitung
der A. H. N. Feinkeramik übernommen, nachdem er durch den Reichs-
kommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung zum stellvertretenden Reichs-
bevollmfichtigen ernannt worden ist. Als sein Stellvertreter ist Herr
Dr. Schermann bestellt worden, der aus seiner Tätigkeit als Syndikus des
Verbandes Keramischer Gewerke in Deutschland ausgeschieden ist. Ge-
heimer Regierungsrat Nehring ist gleichzeitig an Stelle des Herrn
Dr. Vogel als geschäftsführendes Mitglied in das Direktorium des vor-
genannten Verbandes eingetreten. j
Am 8. 5. 22 konnte der in der Porzellanbranche s. Zt. bestens be-
kannte, gegenwärtig in Fechenheim a. M. wohnende Herr Ouwens mit
seiner Gemahlin das Fest der Goldenen Hochzeit begehen.
Fachschulen, Unterricht,, Forschung.
Die keramische Fachschule in Znaim dürfte bei Beginn des
nächsten Schuljahrs nach Karlsbad verlegt werden, Ueber den Modus
der Umgestaltung der Schule in eine spezielle Fachschule der Porzellan-
indastrie sind die kompetenten Faktoren einig.
Gesetzgebung, Steuern.
Beschäftigung von Arbeiterinnen und jagendlichen Arbeitern
in Glashütten, Glasschleifereien und Glasbeizereien sowie Sand-
bläsereien. Nach *iner Verordnung des Reichsarbeitsministers vom 20. 4.
wird in Abänderung der Bekanntmachungen und Verordnungen vom
,9. 3. 13, 22. 8. 17, 5. 11. ,18, 23. 1. 20 und 28. 1. 21 die Gültigkeitsdauer
der Bestimmungen bis zum 1. 4. 23 verlängert.
Zur Umsatzsteuernovelle. Im Anschluß an die Veröffentlichung
in Nr. 15, S 173/174, wird darauf hingewiesen, daß die Novelle das
System der vierteijährlichen Vorauszahlungen eingeführt hat. Für die
Uebergangszeit iBt von Bedeutung: Wenn für Lieferungen aus Verträgen,
die vor dem Tage der Verkttndnng des Gesetzes, d. h. vor dem 20. .4. 22
mit festen Preisen abgeschlossen worden sind, Entgelte nach diesem Zeit-
punkt zu entrichten sind, so ist der Abnehmer mangels abweichender Ver-
einbarung verpflichtet, dem Lieferer einen Zuschlag zum Entgelte in
Höhe von 0,5°/0 des Kaufpreises zu leisten. Der Preiszuschlag gibt keinen
'Grund zur Vertragsaufhebung.
Uebergangsvorschriften. Nach Art. 4 der Novelle kommt
st eis der neue erhöhte Satz in Anwendung, wenn „sowohl Verein-
nahmung als auch Lieferung oder sonstige Laistnng" nach dem 31. 12. 2L
liegen. Diese Vorschrift ist für die Praxis von großer Bedeutung. An
Steuerarten, d. h. je nachdem, ob nach den Zahlungen (Istbeträge)
oder nach den Lieferungen (Sollbeträge) die Steuer entrichtet wird,
sind, wie Rechtsanwalt Dr. Koppe in der „I.- und. H.- Ztg.* des näheren
ausführt, die folgenden zu unterscheiden:
1, Die Versteuerung erfolgt nach den Zahlungen: a) Die
Zahlnrg iBt noch im Jahre 1921 erfolgt, dann kommt ohne weiteres der
alte niedrige 8atz zur Anwendung, weil nach den Zahlungen versteuert
wird und unter den Zahlungen des Jahres 1921 auch die hier in Frage
kommende Zahlung unterschiedslos mitaufznführen ist. Der Zeitpunkt der
Lieferung ist belanglos. Nur in den Grenzfällen, wo die Einzahlung
noch im Jahre 1921, die „Vereinnahmung", von der das Gesetz spricht,
erst im Jahre 1922 erfolgt ist, gilt b). b) Die Zahlung (Vereinnahmung)
ist im Jahre 1922 erfolgt, Hnd zwar vor dem 1. 12. 22, dann kommt der
,alte Satz nur dann zur Anwendung, wenn die Lieferung bereits im
vorigen Jahr erfolgt iBt, denn sonst gilt die eingangs genannte Gesetzes-
bestimmung, weil dann Zahlung (Vereinnahmung) und Leistung nach dem
31. 12. 21 liegen. Da für das Jahr 1922 an sich grundsätzlich der höhere
Satz gilt, müssen in der Steuererklärung für diesen Zeitraum die be-
treffenden Umsätze, für die noch die alten Sätze in Anspruch genommen
werden, gemäß § 142 der Ausf.-BeBt. getrennt aufgeführt werden. Da
fortan bei der allgemeinen Umsatzsteuer anstelle der JahreBdeklaration
•vierteljährliche „Voranmeldungen" treten, ist auf diese Vorschrift besonders
zu achteD. c) Erfolgt die Zahlung (Vereinnahmung) ab 1. 12. 22, so
kwximt stets der neue Satz zur Anwendung, einerlei wann die Lieferang
erfolgt iBt, denn Art 4 der Novelle bestimmt im Abs. 3, daß die Ver-
günstigung des Abs. 2 mit dem 1. 12 22 außer Kraft tritt.
2. Die Versteuerung erfolgt nach den Lieferungen: a) Die
Lieferung ist noch im Jahre 1921 erfolgt, dann kommt Btets der alte
niedrige Satz zur Anwendung, weil nach den Lieferungen versteuert wird.
lUsr Z.itpunkt der Zahlung ist belanglos, b) Die Lieferung ist im Jahre
J922, und zwar vor dem 1. 12. 22 erfolgt, dann kommt der alte Satz nur
dann zur Anwendung, wenn die Zahlung bereits im vorigen Jahre er-
folgt ist, denn sonst gilt die eingangs genannte Gesetzesbestimmung,
weil dann Zahlung und Leistung nach dem 31. 12. 21 liegen. Auch hier
ist die getrennte Aufführung in der Steuererklärung bezw. Voranmeldung
gemäß § 142 der Ausf.-Best. zu beachten, c) Sowie die Lieferung ab
1. 12. 22 erfolgt, kommt stets der neue Satz zur Anwendung, einerlei,
wann die Zahlung erfolgt ist.
3. In den vorerwähnten Fällen kam es auf den Zeitpunkt des Ver-
tragsabschlusses nicht an. a) Liegt der Vertragsabschluß vor dem 1 1. 22
und liegen sowohl Vereinnahmung als auch Lieferung nach diesem
Zeitpunkt, so kommt an sich, wie eingangs erwähnt, stets der hohe Satz
in Anwendung ; der Laistende kann aber nach Art. 4 Abs. 5 den Mehr-
betrag der neuen Steuer, d. h. V» %. dem Käufer in Rechnung stellen,
b) Auf Teilleistungen finden die vorstehenden Ausführungen in der Weise
entsprechende Anwendung,* daß die auf diese Teilleistungen entfallenden
Teilzahlungen entsprechend zerlegt werden und nur der entsprechende
Teil steuerlich begünstigt wird, auf den die betreffenden zeitlichen Vor-
aussetzungen zutreffen.
Keine Ermäßigung der Umsatzsteuer bis 31. 3. 22. Die „Barl.
Pol. Nachr " sind vom Reichsfinanzministerium zu der Feststellung er-
mächtigt, daß von einer Herabsetzung der Umsatzsteuer auf ll/«°/o für die
Zeit vom 1. 1. bis 31. 3. 22 nicht die Rade sein kann. Da die Steuer-
pflichtigen im Dezember vorigen Jahres darauf hingewiesen worden sind,
sich womöglich auf 3°/0, den ursprünglich vorgesehenen Satz, einzurichten,
kann nach Ansicht des Reichsfinanzministeriums in der ausnahmslosen
Erhebung von 2% in keinem Fall eine Härte erblickt werden. Die
Leistung der ersten Vierteljahrszahlung bis 30. 4. kann nur dringend an-
geraten werden, weil bei Nichteinhaltung dieses Termins der Steuer-
pflichtige zur Zahlung von Verzugszinsen herangezogen werden kann.
Handel und Verkehr.
Deutsch-mexikanischer Nachrichtendienst. Die Initiative in der
deutschen Auslandspropaganda in Mittelamerika ergriff, wie schon im
letzten Kriegsjahre, der „Deutsche Pressedienst für Mexiko, Mittel- und
Südamerika", der heute in ganz Lateinamerika unter der Bezeichnung
„Agencia Duems" bekannt iit und vermöge einer zuverlässigen Bericht-
erstattung die führende Presse der latein-amerikanischen Länder zum ersten
Mal wieder dem deutschen Nachrichtendienst erobert hat. Der „Deutsche
Pressedienst" (Zentrale in Berlin) sorgt durch ein weitverzweigtes Netz
von Agenturen in Mexiko und den übrigen lateinamerikanischen Ländern
für die tägliche Nachrichtenverbindung mit den einzelnen Ländern.
Andererseits unterhält die „Agencia Dnems" einen lateinamerikanischen
und im besonderen einen promexikanischen Aufklärungs- und Nachrichten-
dienst, dessen Umschlagstelle für1 die mitteleuropäischen Staaten gleicher-
weise die Berliner Zentrale ist. Ianerhalb Deutschlands haben die
besonderen Verhältnisse deB Südens die Errichtung einer Zweigstelle für
Bayern und das übrige Süddeutschland erforderlich gemacht. Dieselbe ist ,
der Geschäftsstelle der O/tsgruppe Nürnberg der bekannten Deutsch-
mexikanischen Gesellschaft (Sitz München) Nürnberg, Frommannstraße 19,
angegliedert. Ihr Tätigkeitsgebiet umfaßt ganz Bayern, einschließlich
Pfalz, Baden, Württemberg, Thüringen und Main-Bezirke, insbesondere
Frankfurt. Interessenten aus diesen Gebieten können bei der oben ge-
nannten Zweigstelle Näheres in Erfahrung bringen.
Die Anbahnung direkter Handelsbeziehungen mit Indien be-
zweckt eine neuerdings von dem indischen Nachrichten-Informationsbüro,
G. m. b. H., Berlin C. 2, Bureauhaus der Börse, herausgegebene Handels-
zeitschrift, die in großer Auflage allen • indischen Handelshäusern und
Körperschaften zugestellt wird. Der nationalen Verselbstäudigung der 1
indischen HandelsbeziehungenÄent ferner das von dem National-Indischen
Verlag in Bombay nach Art des Kelleyschen Jahrbuohes herauszugebende r
Welthandelsadreßbuch. Die Generalvertretung liegt für Ddutschlaud,
Oesterreich, Schweiz, Skandinavien und den Osten ebenfalls in den Händen
obengenannten Bureaus, an dessen Handelsabteilung sämtliche Aufragen
zu richten sind,
Rußland. Eine neue Wechselordnung ist eingeführt unM in der
Isweetija" vom 30 3. 22 veröffentlicht worden. Im Auftrage des Wirt-
.Bchaftsinstituts für Rußland und die Randetaaten (Königeberg i. Pr.) hat
Prof Dr jur. Litten die Wechselordnung herausgegeben und mit einer
Einleitung, sowie zahlreichen für den Juristen und Kaufmann wertvollen
Erläuterungen versehen. In ihrer wirtschaftlichen und juristischen Grund-
anBehauung ist sie von der alten kaiserlichen Wechselordnung von 1912
und von der geltenden deutschen Wechselordnung nicht sehr verschieden.
Die Schrift kann vom obengenannten Wirtaohaftsinstitut zum Preise von
Jt 10 bezogen werden.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 19 — 225
Güterverkehr zwischen Deutschland und Litauen durch "das ^
Kemel gebiet. Der Güterverkehr mit Litauen über Bajohren und
Laugszargen ist aufgenommen. Bis zur Einrichtung eines direkten Ver-
kehrs sind die Sendungen mit deutschen Frachtbriefen nur bis zu den
Grenzstationen Bajohren und Lasg:zargen abzufertigen, woselbst Weiter-
abfertigung (Neueufgabe) durch einen Spediteur stattfindet. Die Pracht-
briefe haben nicht unmittelbar auf die litauische Bestimmungsstation,
sondern an einen Gren Spediteur in Laugszargen oder Bajohren zu lauten.
Für den Uebergang Laugszargen ist auch die Adressierung an einen
Tilsiter Grenzspediteur in Laugnzargen zulässig. Mitzugeben ist ein
deutscher Frachtbrief, ein statistischer Anmeldeschein, eine Ausfuhrerklärung
und eine Ausfuhrbewilligung, soweit erforderlich.
Güterverkehr tob Deutschland and dem Saargebiet nach und
ton Oesterreich. Am 1. 4.22 iBt ein neuer EiseDbahngÜtertarif in Kraft
getreten, der wesentliche Neuerungen enthält. Folgende Erleichterungen
Bind eingetreten: 1. Aufhebung des Fakturazwanges für Sendungen nach
Oesterreich, ausgenommen im Verkehr mit Stationen der Südbahn, der
Eisenbahn Wien — Aspang, der Aktiengesellschaft der Wiener Lokalbahnen
und der niederösterreicfaiechen Landesbahnen mit Durchgang durch
Tschechoslowakieti. 2. Zulassung der Frankiernng für die Gesamtstrecke
bis zur österreichischen Bestimmungsstation. 3 Aufhebung des Nachnahme-
Verbots, ausgenommen im Verkehr mit den obenerwähnten Bahnen im
Durchgang durch Tschechoslowakien.
Postpaketverkebr nach Belgien. Postpakete nach Belgien müssen
von zwei Zollinhaltserklärungen begleitet sein.
Direkter Postverkehr zwischen Deutschland und England.' Von
Anfang Mai ab werden Postpakete mit und ohne Wertangabe bis zu 5 kg
von deutschen Häfen auch mit deutschen Schiffen auf den Lsitwegea über
Hamburg und Bremen nach London und Hull befördert.
Ein- find Aul,..
A. H. N. Grobfceramit. Die Ausfuhrmindestpreise für Flußspat nach
den Gebieten der ehemaligen österr.-ungar. Monarchie mit Ausnahme
Tschechoslowakiens, sowie den russischen Randstsaten (L'vland und Kur-
land) haben ab 1. 5. eine Aenderung erfahren, — Die Aasfahrmindestpreise
für Walkerde sind am 1,5. geändert worden.
A. Hi N. Glas. Die Ausland Mindestpreise für Isoli er f laschen
haben eine Aenderung erfahren. Interessenten erhalten die Listen über
die Heinerzeit festgesetzten Grundpreise sowie die neuen Beschlüsse gegen
Erstattung des Selbstkostenpreises und Beifügung des Eickportos bei der
A. H. N. Glas, Berlin W 57, Göbens'raße 10. — Für Bon bong läser sind
neue Ausfuhrmindestpreise festgesetzt, die bei der A H. N. Glas oder bei
der Preisprüf angsstelle für Hohlglns, D.esden N. 6, Glacisstraße 12, er-
fragt werden können. — An Stelle des auf seinen Wunsch von seiner
Tätigkeit am 1. 5. zurückgetretenen Herrn Dr. Paul Jason ist der bis-
herige Stellvertreter der Preisprtifungsstelle für B ihren und Hohlglas für
wissenschaftliehe und technische Zwecke, Harr Abichfc, mit dar Führung
der Preieprfifungegescbäfte beauftragt worden. Die Anschrift lautet:
^PreieprüfuDgSBtelle für Röhren und Hoblgläser für wissenschaftliehe und
technische Zwecke, Jimenan, Lind?nstraße?. — Die Ausfuhrpreise für
G.anzglasspritzen Bind im Auftrage des Unterausschusses für Glaa-
instrumente .usw. von dar Fachgruppe Ganzglasspritzen des Verbandes
Deutscher Glasinstrnmentenfabriken für die einzelnen Läader ausgearbeitet
worden und können von der Preisprüf üngsstelle Glasinstramente; Jlinenau,
Schloßstr. 11, bezogen werden.
Ermächtigung zu Zollerhöhungen. Mit d sm Entwurf eines dies-
bezüglichen Gesetzes beschäftigte sich letzthin, der wirtschaftspolitische
Ausschuß .des 'vorläufigen Riichswirtachaftsrats. Das Gesetz soll die
Regierung ermächtigen, nach Anhörung eine3 ans ja vier Mitgliedern des
Reichstages, Reichsrats und vorläufigen Rsichswirtächaftsrats gebildeten
AuBschoßea im Falle eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses be-
stehende Zölle zu erhöhen oder für bisher zollfreie Waren Zölle einzu-
führen. Bei der heutigen Unsicherheit der Wirtschaftslage, kann sehr
schnell das Bedürfnis zu derartigen Z ollmaßaahmeu eintreten, deren be-
schleunigte Durchführung nicht der schwerfälligen Gesetzgebungsmaschine
sondern dem einfachen Verwaltungsweg übertragen werden soll. Eine
gleiche Regelung ist bereits in anderen Ländern (z. B, Belgien, Frank-
reich, Italien, Schweiz) durchgeführt. Nach eiuer Erklärung des Vertreters
des Reicaswirtachaftsministeriums sei nicht beabsichtigt, auf»Waren, für
die heute keine Einfuhrverbote bestehen, Zölle zu legen, und Ausnahmen
nur für solche Fälle in Frage kämen, wo die betreffende Ware andernfalls
mit einem Einfuhrverbot zu belegen wäre. Der Ausschuß stimmte darauf-
bin dem Gesetzentwurf mit den Aenderungen zu, daß die Zahl der ein-
gangs erwähnten Ausschußmitglieder auf ja 6 erhöht und das Iukraft-
bleiben des Gesetzes bis zum 31. 12, 23 befristet wird.
Ersatz der im Sanktionswege erhobenen Zölle. Nach einer Er-
klärung des Röiohsfiaauzmmisters ist ein Gesetzentwurf in Vorbereitung,
nach dem für die im Sauktioaswege erhobenen Zölle, Gebühren und Ab-
jaben ein Ersatz vom Räche insoweit gewätirt werden soll, als eine Ab-
wälzung der dadurch entstandenen Liste'i auf die Allgemeinheit nach:
weislich nicht erfolgt ist. Hiernach kann es sich also lediglich nm den
Ersatz eines tatsächlich erlittenen Schadens handeln. ,
Zur Neuregelung der Ausfuhr nach Danzig. Die bisherigen Ver-
bleibsbescheimgungen der Handelskammer Danzig haben mit dem 1. 4 22
ihre Gültigkeit verloren und können von diesem Zeitpunkt ab nicht mehr
als Grundlage für Ausfuhrauträge dienen. Verlängerungen auf vor dem
1. 4. erteilte Ausfuhrbewilligungen köinen nicht mehr vorgenommen
werden. Die Anßeahandelsstellen bind angewiesen, derartige Anträge wie
neue Anträge zu behandeln. v:
England. Zum Industrie-Schutzgesetz. Es ist beantragt worden,
Reagenzflaschen, Hydrometerglä«er, Museumsgläser, Probiergläser, chirur-
gische Glaswaren, zylindrische (glockenförmige) und konische Meßgläser
vom Indnstrieschutzzoll auszunehmen.
Holland. Zollbestimmungen. Der Beruf ungsrat für die Einfuhr-
zölle hat beschlossen, daß die Verzollung der Warensendungen aus dem
Ausland, die in ausländischer Währung und nicht in Gulden fakturiert
sind, zum Knrse des Kauftages zu erfolgen hat. Von holländischer Seite
wird nunmehr dem ausländischen Absender empfohlen, den Kauftag und
Kurs dieses Tages bereits in den Zollinhaltserklarangen anzugeben. Jeden-
falls muß dringend davor gewarnt werden, Ware, die, aus Deutschland
nach Holland in Golden verkauft wird, anders als iu Gulden zu deklarieren,
während andererseits Ware, die in Mark verkauft ist, nur in Mark nach
dem Rechnungsbeträge deklariert werden darf. Die holländischen Zoll-
behörden weisen ständig darauf hin, daß die Zollinhaltserklärungen mit
den Fakturenbeträgen übereinstimmen müssen, wenn Schwierigkeiten ver-
mieden werden sollen.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 1.— -15, 5. 22
256% (268).
Palästina. Auszug aus dem jetzt geltenden Zolltarif. In der
Regel werden ll°/0 vom Werte aller aus dem Auslande eingeführten
Waren eingehoben. Baumaterialien zahlen 3% vom Wert. Hierzu
zählen u. a. Glas, gewöhnliches Fensterglas, feuerfeste und glasierte
Ziegel. Dieser Tarif ist bis 31. 8. 22 in Kraft. Voa allen Artikeln wird
ein Zuschlagszoll in Höhe von 1% erhoben.
Portugal. Preisstellung für deutsche Einfuhrwaren. Wie in
einer dem Reichsverband der deutschen Industrie von einem in Portugal
ansässigen deutschen Kaufmann zugegangenen Zuschrift zum Ausdruck
gebracht wird, herrscht Über die deutsche dem Ausland gegenüber ge-
übte Verkaufspolitik allseitige Mißstimmung. Der Wirrwarr von Währungen
und die Unsicherheit, mit nachträglichen Preiserhöhungen bedacht zu
werden, halten den Käufer von Bestellungen ab. Vielfach wird der eng-
lische Konkurrent ungeachtet , seiner höheren Preise als zuverlässigerer
Lieferant vorgezogen, zumal er auch in der Zahlungsregulierung wesent-
lich größeres Entgegenkommen zeigt. Als besonders fehlerhaft wird der
Verkauf in Pesetas bezeichnet, da die spanische Peseta in Portugal sehr
unbeliebt ist. Am besten sind die Angebote in Landeswährung, also
in Eskudos, oder in Mark abzugeben. Im letzten Falle körnte ganz gut
den Offerten eine Klausel beigefügt werden (ähnlich der vor dem Kriege
bei Kupfer angewandten) mit ungefähr folgendem Wortlaut: „Der Preis
der Offerte ist fest und versteht sich in deutscher Reichsmark, unter
Voraussetzung einer Börsennotierung von 1 Pfund Sterling = x Mark. Bei
Bestellung wird der dem Eingangstag vorhergehende Karsstand zugrunde,
gelegt nnd der Preis proportional berichtigt". Einer derartigen Regelang
würde der Käufer zweifellos Verständnis entgegenbringen.
Schweden. Zollerhöhungen sind mit Wirkung vom 27. 3 22 ein-
getreten u. a. für folgende Tarif nummern: 671 Fayence- und Porzellan-
waren in Verbindung mit Gold oder Silber, das Gewicht der Schachteln,
des Papiers und ähnlicher Verpackung eingerechnet: 1 kg Kr "10 (5) ;
702 Glas- nnd Emaillewaren in Verbindung mit Gold oder Silber, das
Gewicht der Etuis, Schachteln, Papier und ähnlicher Verpackungen ein-
gerechnet : 1 kg Kr 10 (5). ,
Tschechoslowakien. Auf die Eiofahrfreillste ist mit Wirkang
vom 20. 3, u a. T.-Nr. 575 a (Optische Instrumente, Zwicker, Brillen,
Lorgnetten und andere Augengläser mit anderen Fassungen als aus Edel-
metall)'gesetzt worden.
Tschechoslowakien. Einfahrgebühren sind mit Wirkung vom
25. 3. für die nachstehend genanntea Erzengnisse wie folgt festgesetzt
worden: T.-Nr. 404 Künstliche Schleif» und Wetzsteine 5-%, 413 feuer-
feste Ziegel 2%, 414 Klinker und Pflastersteine aus gewöhnlichem
Steingut, stärker als 30 Millimeter 2%, 415 Tonrohre 2%, 416 Rohre
aus gewöhnlichem Steingut oder aus feuerfestem Material 2%, 417 Ver-
kleidungsziegel nnd Pflastersteine bis 30 Millimeter Stärka (ausgenommen
aus Porzellan) 2%, 419 gewöhnliche Osfen "und ihre Bistandteile 5%,
425 Tonwaren, nicht besonders benannte (ausgenommen. Porzellanwaren)
a) 1/, 2/, b) 1/, 2/, 5%, 426 andere Tonwaren (ausgenommen Porzellan-
waren) 5%.
Tschechoslowakien. Die Ausfuhrgebühr für Porzellanwaren
ist voa 2 % auf 1 % des Fakturenwertes mit Rückwirkung vom: 1. 4.
herabgesetzt worden.
Spanien. Das Zollaufgeld ist für den Monat Mai auf 25,02% (23,19)
festgesetzt worden.
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Dar internationale Warenaustausch weist auch im neuen Jahre
im allgemeinen noch eine rückläufige Bewegung auf. In einzelnen
Staaten, wie namentlich England und Vereinigte Staaten, beginnt sich
die Wirtschaftslage zu bessern. Die Aasfuhr der Vereinigten Staaten ist
zwar dem Werte nach noch etwas weiter zurückgegangen, der Menge
nach dürfte aber eher eine Steigerung eingetreten sein. Englands Aus-
fuhr weist dem Werte nach im Januar eine Sseigerung, im. Februar wieder
eine Senkung auf den Stand des Dezember auf; hier trat bereits gegen
Eada des letzten Jahres eine leichte Besserung des Wirtschaftslehens ein.
Keine Besserung zeigt sich in den Niederlanden; auch für den Februar
wird die Wirtschaftslage noch durchaus ungünstig beurteilt und vor
allem mit der ständig sinkenden Kaufkraft Deutsehlands begründet.
Deutschlands Einfuhr ist auch tatsäcülich, wie die Zahlen der letzten
Monate gezeigt haben, stark im Rückgang begriff u ; aber auch seine
Aasfuhr weist im Januar 1922 dsr Manga nach auf wichtigen Gebieten
trotz der Verschlechterung der Valuta, bedenkliche Zeichen eines un-
günstigen Konjankturumschwanges auf. Die Abwehrmaßnahmen des
Auslandes gegen die Ueberschwemmung mit deutschen Waren werden
immer wirksamer ; außerdem wirkt aber auch die wachsende Wettbewerbs-
fähigkeit des Auslandes hemmend. Belgien leidet neuerdings stark unter
der Konkarrenz Englands, die Frage der Lohnverminderung wird immer
dringlicher. Aehnliches gilt auch für Frankreich. Die Schweiz leidet
ebenso wie die Niederlande anter den — durch ihre besonders hohe Valuta
noch stark verschärften — Schwierigkeiten des Absatzes nach Deutschlaad.
226 — Nr. 19
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
Die WirtschaftskrisU in Italien läßt noch kein Ende absehen, scheint sich
im Gegenteil noch zu verschlimmern. Die Lage der nordischen Industrie
wird als bedrohlich geschildert und macht Lobnvermindernngen anscheinend
unvermeidlich ; die für Schweden und Finnland vorliegenden Ausfuhrzahlen
für Januar zeigen einen geradezu sturzartigen Kückgang. In Dänemark
stehen schwere ArbeitBkBmpfe bevor, da sich auch hier die Industrie nur
durch Herabsetzung der Löhne auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig
erhalten kann.
Die Lage der Keram- nnd Glasindustrie Im Monat März hat
insofern eine Besserung erfahren als Betrieben mit gutem und sehr gutem
Geschäftsgang 87% (im Vormonat 80%) der Arbeiter angehören; der
Anteil der unbefriedigend beschäftigten Betriebe hat sich allerdings von
2 auf 7% erhöht. Nach Angabe der Arbeitsnachweise herrscht bis auf
einige Ausnahmen meist guter und flotter Geschäftsgang und Mangel an
Facharbeitern. Einige Porzellanfabriken in Thüringen wie sächsische
keramische Betriebe mußten wegen Kohlen- und Bohmaterialmangel ver-
kürzt arbeiten. Brennstoff-, Rohstoff- (Kaolin, Soda) und Wagenmangel
und infolgedessen Versandschwierigkeiten werden häufig gemeldet Die
Abwärtsbewegung der Löhne wie der Preise vollzieht sich weiter. —
Ir der P o r z e 1 1 a n industrie herrscht nach Mitteilung der Handelskammer
Coburg im allgemeinen Hochkonjunktur. Die Leipziger Frühjahrsmesse
hat lohnende Ed grosauf träge gebracht, die jedoch zum größten Teil nicht
erledigt werden können, weil die Kundschaft auf schnellste Lieferung der
Waren dringt, die Arbeiter Ueberstundenarbeit zum Teil verweigern und
vor allem die Betriebsanlagen wegen de* Kohlennot nicht ausgenutzt zu
werden vermögen. Das Detailgeschäft bewegt sich teilweise in mäßigen
Grenzen. Eine Fabrik für elektrotechnische Porzellane meldet
sehr schwachen Auftragseingang. — Die Feinst ein gutindustrie hat
nach dem Bericht der Handelskammer Coburg durch die Leipziger Messe
an Bestellungen aus In- wie auch Ausland für die nächsten Monate aus-
reichende Beschäftigung. Rohstoffe, Kohlen und Wagen sind in der
gesamten keramischen Industrie fast ständig weniger vorhanden, als der
Bedarf erfordert. — Die Schamotte industrie ist nach dem Bericht
der Handelskammer Bayreuth normal beschäftigt. — DieTafelglas-
industrie hat einen auffallenden Rückgang in der Ausfuhr zu verzeichnen
(Januar 10%, März 3% Anteil der Erzeugung). Hauptursachen sind die
weitere Annäherung der Inlands- an die Weltmarktpreise, die belgische
und tschechische Konkurrenz und eine gewisse Zurückhaltung der aus-
ländischen Käufer. Die Nachfrage im Inland ist stark. Aber noch immer
sind die Störungen der letzten Monate für Roh- und Hilfsstofibeschaftung
und den Warenversand nicht überwunden. Nach Fensterglas und
G u ß g 1 a s ist im Inland außerordentlich starker Bedarf vorhanden, in
geblasenem F a r b e n g 1 a s war das Geschäft etwas ruhiger. Bei einigen
Werken soll das Auslandsgeschäft nach Berichten aus Görlitz und auch
auB Bonn merklich nachgelassen haben. Das Ausland sei gesättigt nnd
• kaufe nur. wo günstiges Angebot vorliege. Die Preiserhöhungen für
Fenster-, Spiegel-, Roh- und Drahtglas haben auf die rege inländische
Nachfrage keinen Einfluß ausgeübt. Das Verkaufsgeschäft in Trocken-
platten war in den' letzten Monaten unbefriedigend. In der H o h 1 g 1 a s -
indnstrie ist mit Ausnahme der besseren Gläser (insbesondere Kelch-,
Schleif- und Kristallglas) ein Rückgang in der Ausfuhr noch nicht in
Erscheinung getreten. England und Ostindien nehmen viel Ware auf.
Immerhin mache sich der Wettbewerb der belgischen, lothringischen nnd
tschechischen Industrie geltend, die scheinbar unter den Gestehungskosten
verkaufen, um nur wieder ins Geschäft zu kommen (Handelskammer Bonn).
Ans der Beleuchtungaglasindustrie wird über Sodamangel ge-
klagt; in den M e di z i n g 1 a s - und Flaschenglashütten besteht
Brennstoff-, Rohstiff-, Hilfsstoff- wie Wagenmangel, was auch für die
Glasröhren- und -stäbchenindustrie gilt.
Geschäftliche Mitteilungen.
Fflrstenberger Porzellanfabrik, Fürstenberg a. Weser. Die
o. G.-V. gab ihre Zustimmung zu der Kapitalserhöhung um ,1 1 Mill. auf
Jt 2 Mill. Die neuen, für 1822 voll dividendenberechtigten Aktien werden
von der Hildesheimer Bank, Eildesheim, mit der Verpflichtung übernommen,
sie den bisherigen Aktionären im Verhältnis 1 : 1 zu 115 % zum Bezug
anzubieten. Die Geltendmachung des BezugsrechteB hat bis zum 15. 5.
zu erfolgen.
Meißener Ofen- nnd Porzellanfabrik (vorm. C. Teiehert), Meißen.
Auszog aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn
Jt 2 221899 (1 524 308); Dividende 30% (20% + 5% Sondervergütung);
Abschreibungen Jt 511 129 (626 750); Zuweisungen zum Erneuerun ga-Fonds
Jt 300 000 (300000), zum Unterstützungsfonds M 100000 (50000). —
DaB Geschäftsjahr 1921 brachte dem Unternehmen außerordentlich rege
Nachfrage in den einzelnen Artikeln sowohl vom Inland wie vom Ausland.
Vor allem konnten in Wandplatten größere Umsätze nach Uebersee erfolgen.
Im Laufe des Jahres wurde eine Betriebserweiterung vorgenommen. Im
Bitterfelder Werk wird zurzeit ein großes neuzeitliches Ofen -System
errichtet. Für die nächsten 2—3 Monate ist reichlich Beschäftigung vor-
handen. Die weitere Entwicklung laße sich nicht übersehen. — Die
o. G.-V. beschloß des weiteren die Kapitalserhöhung um M 2,5 Mill. Stamm-
ond JK 0,2 Mill. Vorzugsaktien, die an die Commerz- und Privatbank
begeben werden. Die bisherigen Stammaktionäre erhalten ein Bezugsrecht
im Verhältnis 2 : 1 zu 190%
Porzellanfabrik Tirschenreuth, A.H., Tirschenreuth. Auszug
auB dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 3 065 119
(2028 865); Dividende 30% (26), Sondervergütung 10 °/0 (10); Abschreibungen
Jt 60 000 (70 762), Zuweisungen an PensionBkasse 300 000 (300 000), an
allgemeine Fnrsorge Jt 160 000 (160 000). — Laut Geschäftsbericht ver-
ursachte der Mangel an hochwertigen Kohlen und die weiterschreitende
Teuerung, sowie der Einfloß der über dem Wirtschaftsleben stäudig
schwebenden Beunruhigungen große Schwierigkeiten. Durch gesteigerte
Inbetriebnahme der vorhandenen hinricntungen konnten indessen Produktion
und Absatzmöglichkeit gehoben werden. Das Auslandsgeschäft hat haupt-
sächlichsten Anteil an dem erzielten Ergebnis. Die Weiterentwicklung
des Geschäfts im neuen Jahr wird von der schwierigen Lösung der allge-
meinen wirtschaftspolitischen Vorgänge abhängen. Der Auftragsbestand
ist reichlich. — Das ausscheidende Aufsiohtsratsmitglied A. Heilbronner
wurde wiedergewählt.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, A.-G., Volkstedt. Die
Gesellschaft beabsichtigt den Erwerb der Elektro-Porzellanfabrik S. Berg-
mann jun. b Co , Neuhaus a. Rwg. Der Kaufpreis soll durch Hingabe
von Aktien gezahlt werden.
Sächs. Stelozeug- und Schamotte- Werk, vorm. Hugo Wleßner,
A.-G., Beiersdorf. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 81. 12. 21 :
Rungewinn M 232 596 (190 272); Dividende 20% (15); Abschreibungen
Jt 118 976 (41514). — Die bis Anfang August 1921 herrschende Geschäfts-
stille zwang di? Gesellschaft, ihre Erzeugung auf Lager zu nehmen. Die
für den laufenden Betrieb notwendigen Mittel konnten nur mit Mühe
beschafft werden. Erst die in den Jbetzten Monaten einsetzende starke
Nachfrage sowohl aus In- als auch Ausland vermochte das Ergebnis günstig
zu beeinflussen. Das laufende Geschäftsjahr konnte mit hohen Aufcrag -
beständen angetreten werden. Die Aussichten werden von der Verwalturar
nicht ungünstig beurteilt, zumal durch Aufstellen weiterer Maschinen eiie
erhöhte Leistungsfähigkeit gewährleistet wird. — In den Aufsichtsrat warde
S. Weinberg neu hinzugewählt.
Deutsche Steinzeugwarenfabrik ffir Canalisation und chemische
Industrie, Friedrichsfeld (tiaden). Auszug aus dem genehmigten Ab-
schluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Jt 1313102 (1131654); Dividende
20% (20, ; Abschreibungen Jt 492 795 (308 449). — Neben hochwemjen
Kohlen fehlte es dem Unternehmen 1921 auch monatelang an Aufträgen.
Im letzten Halbjahr, in dem ein besserer Geschäft gang z i verzeichnen
war, gingen die Herstellungskosten so sprunghaft in die flöhe, daß die
Verkaufspreise nicht folgen konnten. Das Ergebnis wurd* vornehmlich
durch den lohnenden Auslandsabsatz günstig beeinflußt. Der derzeitige
Auftragsbestand ist gut, dennoch müssen die Aussichten der leidigen
Kohlenfrage und der fortgesetzten Steigerung der Produktionskosten wegen
als unübersichtlich bezeichnet werden. Die Gesellschaft ist mit der
Kanalisationsabteilung der neugegründeten Verkaufsgesellsehaft deatacher
Steinzeugwerke m. b. H , Berlin, beigetreten. — Die o G.-V. beschloß des
weiteren die Kapitalserhöhung um M 4 Mill. auf Jt 10 M 11. Die neuen
Aktien werden von dem Bankhaus Gebrüder Bonte, Berlin, mit der Ver-
pflichtung übernommen, sie den Stammaktionären im Verhältnis 2:1 und
den Vorzugsaktionären im Verhältnis 1:1 zu 140% anzubieten.
Ilse Bergbau-A.-G., Grnbe Ilse. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 24,27 Mill. (12 44); Dividende
30% (22); Absehreibungen und Wertverminderung der Gruben M 43,70 Mill.
(14,88). — Die Wtrke konnten 1921 zufriedenstellende Leistungen erreichet ,
die auf das Erträgnis in günstiger Weise einwirkten Nach Mitteilung
der Verwaltung ist auch im neuen Jahr mit einem befriedigenden Ergebnis
zu rechnen. — Die o G.-V. stimmte der Kapitalserhöhung um Jt 40 Mill.
Stammaktien auf Jt 190 Mill. zu. Die neuen Aktien (mit halber Dividenden-
berechtigung ab 1. 1. 22 und voller ab 1. 1. 23) werden von einem Kon-
sortium unter Verzichtleistung auf jeden Gewinn übernommen. — Ia den
Aufsichtsrat wurden Bankdirektor C. Momaen, Komm.-Rat M. Coswig und
Komm -Rat K. v. Borsig gewählt.
Arloffer Tonwerke, A.-G , Arloff. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn Jt 1802782 (336652); Dividende
2ö% (26), Sondervergütung Jt 700 (0); Abschreibungen JL 57 359 (47195).
Annawerk, Schamotte- und Tonwarenfabrik, A.-G., vorm.
J. R. Gelth, Oeslau. Die o. G.-V. stimmte der Kapitalserhöhung um
.#3 5 Mill. Stammaktien auf M 6,5 Mill. zu. Die neuen, ab 1. 1. 22
dividendenberechtigten Aktien werden den alten Aktionären durch die
Commerz- und Privat-Bank, A.-G., Filiale Coburg, und das Bankhaus
Gebr. Arnhold, Berlin, im Verhältnis 3:2 zu 2t0% zum Bezug angeboten.
Das Bezugsrecht läuft bis 24. 5. 22.
4 Hallesehe Pfännerschaft, A.-G., Halle. Die o. G.-V. beschloß
die Kapitalserhöhung um M 19 Mill Inhaber- Stammaktien auf M 40 MilL
Die neuen, ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Aktien werden den bis-
herigen Aktionären im Verhältnis 3:2 zu 160% zum Bezug angeboten.
Das Bezugsrecht ist bis einschl. 15. 5. auszuüben.
Tnermos-A.-G., Berlin. Die a. o. G.-V. genehmigte die Kapitals-
erhöhung um Jt 960 000 auf Jt 2 Mill. Von den neuen, ab 1. 1. 22
dividendenberechtigten Aktien werden Jt 625 000 den alten Aktionären
im Verhältnis 2:1 zu 126% zum Bezug angeboten. Das Bezugsrecht
ist bis zum 16 5. geltend zu machen.
Eisenhüttenwerk Keula bei Muskau. A.-G., Keula, Die a. o.
G-V beschloß die Kapitalserhöhung um Jt 5,9 Mill. Stamm- nnd
M 0,3 Mill. Vorzugsaktien. Von den jungen Stammaktien werden
Jt 4,4 Mill. den Aktionären im Verhältnis 1: 1 zu 195% zum Bezug an-
geboten. Die restlichen M 1,5 Mill. werden zugunsten der Gesellschaft
verwertet. Die Vorzugsaktien werden zar Verfügung der Gesellschaft
gehalten. .
Verschmelzung. Unter der Firma „Vereinigte Greiner'sche Glas-
werke, Korn -Ges., Rauscha" wurden die Firmen „Glasfabrik A. Hentschel
Nachfl., Inhaber Wilhelm und Erich Greiner" und „Glasfabrik Robert
Greiner" vereinigt. Herr Robert Greiner ist als Kommanditist in die
neue Firma eingetreten. Geschäftsführer Max Weineok hat Einzelproknra.
Betriebserweiterung. Die Zettlitzer Kaolinwerke- A.-G , Zettlitz
bei Karlsbad, hat auf ihrem Grubenbenitz in Zettlitz eine neue Zement-
fabrik errichtet, so daß die genannte Gesellschaft nunmehr 23 Betriebe
umfaßt: 8 Kaolinschächte. 10 KaolinBchlämmereien, 2 Ziegeleien, 1 Por-
zellonfabrik (Spezialität: Hochspannungs Isolatoren), 1 Kohlenwerk und
1 Zementwarenfabrik.
Betrlebswiederaufnahme. Die „Wittener Glashütten m. b. H»
Witten" werden demnächst den Betrieb der aufgelösten Wittener Glas-
hütten, A.-G., wieder aufnehmen und sich mit der Herstellung von Fenster-
glas rhein. Stärke, von Matt- und Mousselin-Glas, Rippenglas und Glas-
t
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 10 — 22?
dacbpfannen befassen. Die Leitung ist dem langjährigen Direktor der
früheren Firma, D. Friemann, übertragen. Er wie Direktor W. Hack-
länder sind selbständig vertretungsbefugt.
Konkorsverfahren. E. Brüchner & Co., Glasbilder and Rabmen-
fabrikation, ö. m b. H, Badeberg: Konkursverwalter: Lokalrichter Müller;
Anmeldefrist bis SO. 5.; Wahl- nnd Prüf angstermin : 29. 5. 22, 10 Uhr
v ; Offener Arrest m. A. bis 20. 5. 22.
General - Versammlungen.
Porzellanfabiik C. Tieisch & Co, A.-G., Altwasser: o. G.-V.
16.5. 22, 10 Uhr v., Bankhaus Gebr. Arnhold, Dresden
Werra-Porzellanfabrik, A.-G., Bremen: a. o. G.-V. 17. 5. 22, 1 Uhr m ,
Hillmanns Hotel, Bremen. T 0 : Genehmigung eines Kaufvertrages ;
Kapitalserhöhung um js 1,5 Mill.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla: a. o. G.-V. 23. 5. 22, 10 Uhr v.,
Bank für Thüringen, Meiningen. T -0 : Iuteressehgemeinschaftsvertrag
mit H. Schemburg & Söhne, A-G., Margarethenbütte ; Umwandlung von
Jt 3 Mill. Vorzugs- in Stammaktien ; Kapitalserhöhung um Ji 12 Mill.
Stamm- und M 3 Mill. Vorzugsaktien auf insgesamt Ji 38 Mill.
Gebrüder Heubach, A.-G., Lichte: o. G-V. 22 5.22, 11 Uhr v,
Leipzig, Eeichsstr. 14 n. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung um M 1 Mill.
H. Scbomburg & Söhne. A.-G, Margarethenhütte : a. o. G-V. 23. 5. 22,
4 Uhr n., Bankhaus C. H. Kretzschmar, Berlin W. T.-O.: Kapitals-
erhöhung um M 7 Mill. Inhaber-Stammaktien und um weitere M 10 Mill.
Inhaberaktien, die an die Aktionäre der Porzellanfabrik Kahla begeben
werden ; Beseitigung des Rechts der Vorzugsaktionäre auf Umtausch ihrer
Aktien in Stammaktien, Interessengemeinschaftsvertrag mit Kahla und
entsprechende Abänderung des GesellBchaftsvertrages.
\\ flrttembergiache Porzellan-Manufaktur, A.- G , Schorndorf : a. o G-.V.
18.5.22, 5 Uhr n., Chr. Pfeiffer, A.-G., Stattgart. T.-O: Satzungs-
änderungen.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabiik, A.-G., Volkstedt, a o. G-V.
24. 5. 22, 10 Uhr v., Geschäftsräume, Volkstedt. T.-O. : Erwerb eines
verwandten Unternehmens; Kapitalserhöhang um bis zu j$ 1 Mill.
Stammaktien.
Annaburger Steingutfabrik, A.-G , Annabnrg. a. o. G.-V. 26 5. 22,
11 Uhr v , Sitzungszimmer der Fa. F. Wulff, Berlin. T.-O : n. a. Kapitals-
erhöhang am M 1,75 Mill. Stamm- und M 1,75 Mill. 41/, % Vorzugs-
aktien.
Pfälzische Cuamotte- and Thonwerke (Schiffer & Kircher), A.-G.,
Grünstadt: o. G.-V. 31 5. 22, 12 Uar m , J Schiffer-Bank, Grünstadt.
Württembergische Metallwarenfabrik, Üeislingen-Stg. : o. G.-V. 23. 5 22,
101/» Uhr v., Württembergische Vereinsbank, Stuttgart.
Optische Werke, A.-G., vorm. Carl Sahtttz & Co., Cassel : o. G.-V.
27.5. 22, 12 Uhr m., Hotel Schirmer, Cissel.
Orivit, A -G. für kunstgewerbliche Metallwarenfabrikation, Cöln-
Braunsfeld: o. G.-V. 23 5. 22, 11 Uhr v., WOrttembergische Vereinsbank,
Stattgart.
Keramische Oesellschaft, A-G., Cöln: a o. G.-V 25.5. 22, 3 Uhr n.,
Geschäftslokal, Cöln. T-O. : Kapitalserhöhung um Jt 100000 Vorzugs-
aktien.
Deutsche Evaporator A -G., Berlin : o. G.-V. 24. 5. 22, 11 Uhr v.
Verwaltungsgebäude, Lüneburg. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhang um
bis zu Jt 20 Mill. Vorzugsaktien.
Maschinenfabrik vorm. Georg Dorst, A.-G., Oberlind: o. G.-V.
30, 5 22, Erholung, Sonneberg. T. 0. : u. a. Kapitalserhöhung um
M 1 Mill. auf M 2 Hill.
Messen nnd Ausstellungen.
III. Rothenberger Internationale Messe (12. bis 20. 8. 22). Für
die Rückbeförderung der Ausstellungsgüter wird seitens der tschecho-
slowakischen Staatsbahnen and der beteiligten Privatbahnen auf den
tschechoslowakischen Strecken Frachtfreiheit gewährt. Ausländischen
Firmen wird die zweckmäßige Beteiligung als Aussteller durch messeamt-
licherseita eingeholte Einfuhr- Vorentscheidungen für ihre auf der Messe
zu verkaufenden Erzeugnisse sichergestellt. Als vollwertige Beiseausweise
zur Ueberschreitang der tschechischen Grenze anstatt der Reisepässe werden
die von der Messe aasgegebenen und zur Fahrpreisermäßigung aaf der
Bahn berechtigten Legitimationen anerkannt.
Eisenbahntarif-Ermäßigung für Rigaer Ausstellungsgut. Das
lettische Verkehrsministenum hat die Tarife für Ausstellungsgut um 25%
ermäßigt. Für Aussteller und Besucher der Messe ist zwar keine besondere
Eisenbahnermäßignng vorgesehen, jedoch kommen ihnen die herabgesetzten
Eisenbahn- Fahrpreise im Laufe des Sommers zugute.
iE
Verbände.
Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken.
In die Geschäftsführung des Verbandes ist mit dem 1. 5. 22 neben
errn Dr. Huth, Herr Dr. Folz als zweiter Geschäftsführer eingetreten.
Der Verein sächsischer Tafelglashütten, Dresden, teilt mit, daß
die Verkaufspreise der Liste vom 27. 1. sich mit Wirkung ab 22.4. 22
mit 120% Aufschlag verstehen. Dies kommt einer neuerlichen Preis-
erhöhung von etwa 22°/0 gleich.
Die Vereinigung Schleeisch-Lansitzer Tafelglashfitten hat den
Teuerungszuschlag ab 22. 4. von 80 auf 120% erhöht.
Die Preise für Matt- nnd [Mousselinglas sind seitens der Hütten
um etwa JI 35 je qm ab 24. 4. heraufgesetzt worden.
Der Verein Deutscher Farbenglaswerke, G. m. b. H , Berlin, hat
gleichfalls die Preise vom 1.4. 22 am 22% erhöht.
Die Osramgesellschaft m. b. H. Komm.. Ges. hat den Teuerungs-
Zuschlag für luftleere und gasgefüllte Metalldrahtlampen von 550 auf
700 o/0, für Glimm-, Taschen- und Telephonlampen von 650 auf 800%
für Heizlampen von 1000 auf 1600% erhöht. — Die Gesellschaft hat m
Gemeinschaft mit den maßgebenden Abnehmerverb äuden die neuen Ver-
kaufsbedingungen für Großhändler nnd Wiederverkäufer fertiggestellt and
bringt solche zum Versand.
Leipziger Mustermesse-Verband (früher Verband der Aussteller
der Leipziger Großmesse). Eine außerordentliche Versammlung findet
am 20 5 , 3 7a Uhr n , in der Handelskammer za Berlin, Dorotheenstr. 8, 1,
Zimmer 13, statt. Mitgliedskarte für 1922 dient als Ausweis. T.-O. :
Eröffnung und Bericht durch den Vorsitzenden Herrn Löffler; Meßmieten
und Mieteverträge; Werbebeilage zur Auslandspropaganda (Mietesteuer);
Angriffe in der Presse auf den Verband ; Antrag betr. korporativen Anschluß
au den Rsichsverband Deutscher Messen; Satzungsänderungen ; Er-
höhung des Mitgliedsheitrages; Verschiedenes.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik zu Kloster Veilsdorf, Klo3ter Veilsdorf. Ji 1,5 MilJ.
Vorzugsaktien sind in Stammaktien umgewandelt worden. Die Kapitals-
erhöhung um Ji 1,5 Mill. Vorzugsaktien auf jt 5 Mill. ist erfolgt.
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A-G., Lübeck. Der Gegen-
stand des Unternehmens ist wie folgt erweitert worden: Die Gesellschaft
kann außer der Fabrikation and dem Vertrieb von anderen Erzeugnissen
der Porzellanindustrie sich an anderen Unternehmungen, die mit der
Porzellanindustrie oder der Elektroindustrie im Zusammenhang stehen, in
jeder zulässigen Form beteiligen, auch dureh den Handel mit Aktien oder
Geschäftsanteilen an Unternehmungen aus dem Gebiet der Porzellanindustrie
und der Elektrotechnik.
Meißner Ofen- und Porzellanfabrik (vorm. C. Teichert), Meißen. Die
Kapitalserhöhang am ./,' 2,5 Mill. Stamm- and ji, 0,2 Mill. Vorzugsaktien
auf Ji 7,5 Mill. ist durchgeführt.
Biedel & Fleßa, Schönwald. Kaufmann Bichard Agier ist als weiterer
Gesellschafter eingetreten.
Oskar Schaller & Cie. in Liqn., Schwarzenbach a. S. Liquidation
and Vertretungsbefugais des Liquidators sind beendigt Die Firma ist
erloschen.
Bayerische Porzellankunst, G. m. b. H., München. Augast Beaavais
ist nicht mehr Geschäftsführer.
Nikolaus Kißling, Vegesack. Nikolaus Kißling ist verstorben und
die Gesellschaft hierdurch aufgelöst worden. Da«* Geschäft wird von dem
bisherigen Gesellschafter Josef Ehrenberg unter Uebernahme der Aktiven
und Passiven unter anveränderter Firma fortgeführt. Kaufmann
Karl H A. Brand ist unter Erlöschen seiher Prokura als persönlich haftender
Gesellschafter eingetreten. /
Deutsche Ton- & Steinzeugwerke, A.-G., Charlottenburg. Direktor
Dr. Dr. Fe.: ix Singer wurde in den Vorstand berufen. Er ist in Gemein-
schaft mit einem Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen vertretungs-
befugt. Ingenieur Wilhelm Letz und Kaufmann Georg Hesse haben
Gesamtprokura.
Simon Peter Gerz I, G. m. b. H., Höhr. An Stelle des ausgeschiedenen
Johann Uebeiacker wurde Konsul Hans Aschoff zum Geschäftsführer ernannt.
Rheinische Steinzeugwerke, G. m. b. H., Köln. Die Gesellschaft ist
aufgelöst. Liquidator ist Direktor Wilhelm Henemann. Die Prokaren
von Artur Vogt und Karl Heidenreich sind erloschen.
Severin & Cie., Bünde. Die Kaufleute Karl Kaufmann und Artur
Keim haben Prokura. Die Firma lautet jetzt: „A. Saverin & Co."
Franz Malmendier & Sohn, Kachelofen-Frischluftheizung, Duisburg.
Persönlich haftende Gesellschafter sind Kaufmann Franz Malmendier und
Ofensetzer Carl Malmendier.
Lugknitzer Tonwarenfabrik Kanter & Co., Lugknitz. Die Firma
ist erloschen.
Somsg Sächsische Ofen- und Wandplatten- Werke, A.-G., Meißen. Die
Kapitalserhöhung um M 2 Mill. Stamm- und Ji 0,2 Mill. Vorzugsaktien
auf Ji 6,5 Hill ist erfolgt.
Vereinigte Töpfermeister für Ostpreußen, G. m. b. H., Gambinnen.
Die Vertretungsbefugnis der Jvqaidatoren ist beendet.
„Reußengrube", A.-G., Kretzschwitz. Die Kapitalserhöhang am
Jt 0,6 Mill. auf Ji. 1,8 Mill. ist durchgeführt.
F. Ad. Richter & Cie., A-G., Baukastenfabrik, Rudolstadt, Oskar
von Eicken hat Gesamtprokura mit einem Vorstandsmitglied. Das Grund-
kapital ist um Ji 3,75 Mill. auf JL 7,5 Mill. erhöht.
Glaswerke Sachsenhütten, G. m. b. H , Bischof swerda. Büroohef
Emil Steiger nnd Buchhalter Georg Neumeister haben Gesamtprokura.
Tafelglashütte „Hansa" Inhaber Johannes Vieweg, Carlshöfen bei
Gnarrenburg. Ingenieur Wilhelm Dieckmann hat Prokura.
Niederrheinische Glasfabrik L'icking und Lsrenz, G. m. b. H.,
Kapellen- Wevelinghoven. Die Vertretungsbefugnis dos L'qaidators ist
beendet, die Firma erloschen.
H. Lamprecht, Glasfabrik, Immenhausen. Kaufmann Friedrich Haake
hat für den Betrieb der Zweigniederlassung ImmenhauBen Prokura.
Otto Oesterreicher, Liebau. Inhaber ist Fabrikbesitzer Otto Oester-
reicher. ,
„Guß- & Tafesglashütten, A.-G., vorm. Paul Müller & Co, Nieder-
putzkau. Die Kapitalserhöhung um Ji 1 Mill. auf M 3 Mill. ist erfolgt.
W. Hirsch, A-G für Tafelglasfabrikation, Radeberg. Die Kapitals-
erhöhung um M 1,8 Mill. Stamm- und Ji 0,4 Mill. Vorzugsaktien auf
jt 5,8 Mill. ist durchgeführt.
H. Heye Glasfabrik, Sjhauenstein. Die Einzelprokura des Direktors
Ernst Delion ist erloschen. Direktor Rido Mövius hat Einzelprokura.
Christian Eichhorn & Söhne, Steinach. Kaufmann Albert Eichhorn
ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Er ist zur Ver-
tretung ermächtigt. Seine Prokura iat erloschen.
— Hr. 10
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Wittener Glashütten, A.-G. in Liq., Witten. Die Liquidation ist
beendet, die Firma erloschen.
„Triumph",- Schockglas-Fabrikation, G.m.b.H., Berlin. Die Firma
lautet jetzt: „Nordekla Norddeutsche Klarglas-Gesellschaft m. b. H." An
Stelle des ausgeschiedenen Alfred Schneider wurde Kaufmann Erich Dieterich
zum Geschäftsführer bestellt.
•Berliner Glas- und Spiegel-Manufaktur, A.-G., Berlin. Kaufmann
Georg Schulyater ist nicht mehr Vorstand.
Thermos-A.G., Berlin. Die Kapitalserhöhung um Ji 0,95 Mill. auf
M -2 Mill. ist durchgeführt.
Sommer & Kern, G. m. b. H., Friedersdorf. Frau Sophie Kern, geb.
Barheuer, hat Prokura.
Weckotherm, A..-G., Schmiedefeld, Kr. Schleusiogen. Der Sitz ist
nach Frankfurt a. M. verlegt worden. Fabrikation und Handel von Ein-
kochthermometern. Grundkapital: M 100 000. Vorstand ist Fabrikant
Alois Karolag. Paul Ostermann und Walter Langhoff sind aus dem Vor-
stand ausgeschieden.
Ernst Kern, Glasinstrumente und Thermometer, Friedersdorf bei
Jlmenau i. Taür, -Hamburg. Die Gesellschafter Schonebobm und Kern
sind ausgeschieden; gleichzeitigv ist Kaufmann Erwin A. E. Straatmann
als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die Gesellschaft wird
unter der Firma: „Spezialhaus für chirurgisch-medizinische Instrumente
Otto & Straatmann" fortgesetzt.
Fiitz Glatt jung, Konstanz. Glas- und Spiegelgroßhandlung, Glas-
schleiferei, Spiegelbelegerei, Glasmalerei. Inhaber ist Kaufmann Fritz
Glatt jung.
Deutsche Glas-Dekcraticn und Kunstgewerbliche Anstalt Gebauer &
Comp, Leipzig. Die Fiima lautet künftig: „Gebauer & Comp, Kunst-
anstalt".
Optische Glasschleifern Julius Ernst Sill, Nürnberg. Fabrikant
Hanz fiorr :ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Seine
Prokura ist erloschen.
Edmund Graf, Oberweißbach. Inhaber ;ist Glaswarenfabrikant
Edmund Graf.
Franz R. Kirchner, Stützerbach, W.-A. Die Geschäftsführer Fritz
Kirchner und Rdnfcold Liebetrau haben, Einzelprokura. Die Prokura
von Bichard Marowski ist erloschen.
Verband der Glasindustriellen der Grafschaft Glatz, G. m. b. H,
Glatz. Föiderung der Glas- bezw. Kristallglasindustrie der Grafschaft
Glatz und der Interessen der einzelnen Gesellschafter in allen wirt-
schaftliehen Fragen, d. h. Wahrnehmung der Interessen gegenüber den
Behörden, Erzielung angemessener Verkaufspreise und allgemeiner Ver-
■> kaufs- und Zahlungsbedingungen für das In- und Ausland, Einführung
von Maßnahmen zur Verhinderung der Ueberproduktion, soweit sie durch
das gesamte Interesse der Glas- bezw. Kristallglasindustrie geboten ist,
Wahrung deB Urheberschutzrechts, Wahrnehmung der Arbeitgeberinteressen
innerhalb der Gesellschaft und gegenüber den Arbeitnehmern und deren
Organisationen. Stammkapital: M. 20 000. Geschäftsführer ist Rechts-
anwalt Dr. Arnold Stiller. Die Gesellschaft besteht bis zum 31. 3. 24.
Sie verlängert sich stillschweigend jeweils um 3 Jahre für diejenigen Ge-
sellschafter, welche nicht spätestens 6 Monate vor Ablauf der Gesellschaft
aufkündigen, wenn die Zahl,- der kündigenden Gesellschafter weniger als
V* aller Mitglieder beträgt. .
A-G. Adolph H. Neufeldt, Metallwarenfabrik und Emaillierwerk,
Elbing. Das Grundkapital ist um M Z$ Mill. auf M 3,047 Mill. erhöht.
' Emaillierwerk, A.-G., Fulda. Die Prokura des Willy Knabe ist
erloschen.
Gebrüder Wandesieben, jjtromberg. Zu weiteren Geschäftsführern
wurden Direktor Max Bachmann nnd Oberingenieur Paul Kno blich be-
stellt.
Brandes & Schwartz, Hamburg. Die Prokura der Ehefrau Schwartz,
| geb. Blaß, ist erloschen.
GlaB- Handels- Gesellschaft m. b. H, Forst (Lausitz). Die Ver-
tretungsbefugni8 des Kaufmanns Wolfgang Mader ist erloschen. Alleiniger
Geschäftsführer ist Kaufmann Walter Pfitzner.
Glühlampen-Versand „Union" Heinrich Groß, Leipzig (Sophien-
Btraße 12). Handel mit elektrischen Bedarfsartikeln. Inhaber ist "Kauf-
mann Friedrich H. Groß.
Glasindustrie „Hansa", Stoeimer, Letmathe & Co., Bremen. August
F. W. Letmathe ist ausgeschieden. Die Firma lautet jetzt : „Glasindustrie
„Hansa" Th. Stoermer & Co."
Wilhelm Letmathe, Bremen (Langenstraße 101). Hohlglashandlung.
Inhaber iot Kaufmann August F. W. Letmathe.
Bernhard Krause, Porzellan-, Glas- und Haushaltungsgeschäft, Lehe.
Die Niederlassung ist nach Geestemünde verlegt.
Karlsbader Porzellan- Niederlage Woclaw BadomBki, Berlin. Die
Firma ist erloschen.
Fritz Miytr, Glas & Porzellan Geschäft, Hannover. Kaufmann Karl
Meyer ist als pertönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Seine
Prokura ist erloschen. ■
Bichard . Kröger, Eisenwaren, Haus- und Küchengeräte, Berlin-
Lichtenberg. Inhaber ist Kaufmann Richard Krüger.
Palm & Baer, Berlin. Martin Jsraelowitz hat Prokura.
Piebl & Fehling, S biffuhrtkontor, G. m. b. H., Lübeck. Kaufmann
Friedrich W. Dirks hat Prokura.
Patent-Treuhand-GeseJluchaft für elektrische Glühlampen m. b. H ,
Berlin. Dr. Paul Herme hat Proknra mit einem Geschäftsführer.
Radeberger Glasgroßhandlung Eduard Hirsch & Co., G. m. b. H„
Radeberg. Bin- und Verkauf von Glas und verwandten Artikeln. Stamm-
kapital: jK *«00e. Selbständig vertretungsbefugte öesehäftstübrer sind
Glashändler Viktor A E. Hirsch und die Kaufleute Artur F. Gommlich
und Alfred B. Greiner.
Vüleroy & Boch, Mosaiklagpr, München. Gesellschafterin Helene Frei-
frau von Zedlitz ist ausgeschieden, gleichzeitig ist Georg Freiherr
von Zedlitss und Leipe unter Ausschluß der Vertretungsbefugnis als Gesell-
schafter eingetreten.
Deutsche Glasmaschinengesellschaft m. b. H., Celle (bisher Hannover-
Linden). Stammkapital Jl 1,8 Mill. Geschäftsführer sind Techniker
Johann Mainzer und Kaufmann Ludwig Ahrens. Sie Bind nur gemeinsam
oder einzeln in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Walther Feld, Keramisch Chemische Werke, Höuningen a. Rh. Die
Firma ist erloschen.
Graphitbergwerk Bayern, G. m. b. H., Untergriesbach. Die Gesellschaft
ist aufgelöst. Liquidator ist Rechtsanwalt Dr. Ludwig Freundlich.
Hermann T. Padelt, Leipzig. Der Inhaber Padelt führt die Vor-
namen Gustav Hermann Traugott. Erika Padelt hat Prokura.
Oesterreich.
A G. für Glas- und optische Industrie, Wien. Das Aktienkapital
beträgt nunmehr Kr. 50 Mill.
Kunstgewerbliche Anstalt für Schildermalerei, Glasätzerei und Glas-
schleifern „Oster", G. m b H, Wien. An Stelle des ausgeschiedenen
KarL Czeschka wurde Kränz Jäkel als Geschäftsführer bestellt. Stell-
vertretender Geschäftsführer ist Karl Czeschka.
Gesellschaft für Wärmewirtschaft m. b. H, Pohnsdorf. Stammkapital:.
Kr. 500 000 Selbständig, vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Marie
Kackstein und Georg Hillbricht.
Oberdorfer Magneüt-Werie, G.m.b.H., Wien. Ing. Eduard Snpan.
ist als Geschäftsführer ausgeschieden. Nunmehriger Geschäftsführer ist
Dr. Edmund Berndt-Bergrath.
Tschechoslowakien,
Kristallglas- und SipboufUschenfabrik, Feigl, Moiävek & Cie., G. m.
b E , Libochowitz. Die Gesellschaft befiüdet sich in Liquidation. Liqui-
datoren sind Dr. jur. Maximilian Zävesljy, Järoslav Simek und Ladislav
Moiä?ek.
Böhmische Glasfabriks-A. G., Prag. Verwaitungsrat Josef Fischer
und Dr. med. Ernst Fuchs sind ausgeschieden.
A. Heide & Söhne, B.-Kaninitz. Glasraffinerie. Arthur und Arnold
Heide sind als pertönlich haftende, selbständig vertretungsbefugte Gesell-
schafter eingetreten.
Stella, tovärna hodinkovych a öptickych ekel a bruu'rna skia v Praze,
spol. s. r. o. (Stella, Erzeugung von Uhr» und optischen Gläsern und Glas-
schleifern in Prag, G. m. b. H.J, Prag. Das Stammkapital beträgt jetzt
Kc 1,4 Mill.
„Elektra" akeiova tovarna na 2ärovky („Eektra", Gltthlampenfabrik,
A -G.), Prag-Karl iu. An Steile der aussiescniedenen Dr. Frantisek Malinsky,
Dr. Ladislav Sourek und Frantisek Udrzal wurden Josef KaBr/ärek, Dr.
Wilhelm Nessel und Dr. Vaclav Kubr in den Verwaltungsrat berufen.
„Osram". akc. spol. („Oram", A.-G), i*rag. An Stelle der aus-
geschiedenen Dr. Iuwald und Dr Nebesär wurden Ing. Karl Stehr und Dr.
Vaclav Boucek in den Verwaltungsrat berufen. 1
Gablonzer KompositioDsbrennerei und Glashandel Horn, Hollmann
& Wüdner,; G. m. b. H., Gablonz. Richard Horn und Anton Wildner
sind nicht mehr Geschäftsführer.
„Fenestra", prodejna spojenych to\ären tabulo\eho skia, spol s. r. o
(„Ferestra", Verkaufsgesejlschaft vereinigter Tafelglasfabriken, G. m. b. E),
Prag, Stammkapital: Kc 500 000. Geschäftsführer ist Dr. jur. Rudolf
Ekstein.
Magyar Zcmäuc- ea Femärogyär r. t. Ligetfalu (Ungarische Email-
und Metallwarenfabrik, A.- G ),, Petrzalka. Die Firma lautet jetzt : „Emaii-
und Metallwarenfabrik, A.-G. in Ligetfalu". Otto Zucker und Fäl Benea
sind aus der Direktion ausgeschieden. Die Prokura von AgoBton Lengsfeld
ist erloschen. L
Jugoslawien.
Novigradska tvomica glinene robe d. d. (Novigrader Tonwarenfabrik,
A.-G.), Zagreb. Präsident der Direktion ist Rajmun Fanton.
Prva srpsko-f;eBka fabrika ogledala i radnja za obradjivanje stakla
Josifa Spihala i OsKara Jarolimoka (Erste serbisch- rechis che Spiegelfabrik
und Gles-Bearbeitunas-Unternehmen d. Josif Spihai u. Oskar Jarolimok),
Beögrad.
„Svetla" d. d. za zarnice in elektrotehniko („Svetla", A.-G. für
Glühlampen und Elektrotechnik), Ljnbljana. Aktienkapital: K 1 Mill.
Verwaltungsrat: Dr. Juro Adlesic, Mian Bogady, Dr. Mirko Bosic, Ing.
DuBan Saruec, Dr. Jvan Slokar.
Rudolf Vlaiceric, Jakov Altaras i drug. (Rudolf Vlaicevic, Jakov
Altaras & Co.), Split. Spiegel- und Glasschleifern. Persönlich haftende
Gesellschafter sind Rudolf Vlaicevic Joripov, Jokov Altaras Rahaminov und
Abel Zavorovic pok. Ante.
Stojanovic, Milojevic i. Korn. (Stojanovic, Milojevic & Co ), Beograd.
Kolonial- und Glaswarenhandlung. Sfccjan Chaci Tomic ist . ausgeschieden.
Nunmehrige Gesellschafter sind Dusan Stojanovic, Milovan Z. Milojevic
und Mihojlo 8. Pavlovic.
Jiratja G. Zuuana (BiUder G. Zunan), Beograd. Glas- und Por-
zellanwartnhandlung. Derzeitige Gebellschatter sind Samuilo G. Zunana,
Mevorach G. Zunana und lsak G. Zunana.
Bratja St. Petrovic (Brüder St. Petrovic), Prokupl.je. Kolonial-
Glas- und Manufakturwarenhandel. Pertönlich haftende Gaiellichftfte,
Bind Jovan St. Petrovic und Svetozar St. Petrovic. ,
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURO.
Fragfekasten des Sprechsaal.
Keramik.
72. Unsere blauen Glasuren sind alle ultramarinblau. Wie wird
eine schöne feurige dunkelblaue Glasur > erzeugt? Außerdem möchten wir
noch eine violettblaue und bordeauxrote Glasur herstellen. Wir erzeugen
Blumenvasen nach dem Gießverfahren. Dis Masse brennt sich gelblich-
weiß und besteht aus ff. Ton, Sand und 10 % Marmor. Verglüht wird bei
SK ,010 a, glatt gebrannt im Muffelofen bei SK 05 a Die blaue Glasur
ist haarrißfrei und besteht aus : .
Mennige: 24,0 Gew.-T.
Quarz . : . . . 11,5 „ ,
Kaolin . . ...... ... . 4,3 „
Kobaltoxyd BKO ........ 0,5 „
Brate Antwort: Hocbglänzende Glasuren für SK 05a erhalten
Sie, wenn Sie den Glasurversatz nicht als Kohglasur, sondern gefrittet
verwenden und ihm außer Mennige als Flußmittel auch Borax oder
BorBäure zusetzen. Nachstehend ein bewährter Versatz für Dunkelblau:
Mennige . . ... . . . . „ . 53,5 Gew.-T.
Qaarz 10,5 „
Borax ............ 10 „
Feldspat . 16 „
Kaolin ........... 10 „
Marmor 13 „
Kobaltoxyd 3,7 „
Eisenoxyd ., . 0,5 „
Die Mischung wird gefrittet und dann folgender Mtihlenversatz
zusammengestellt:
Fritte . . 500 Gew.-T.
Mennige . . . . . . . 320 „
Kaolin 20 „
I ' Feldspat 96 „
. Quarz ... . . . . , , . . 64 „
Für violette und bordeauxrote Glasuren können Sie denselben Versatz
verwenden, nur müssen die färbenden Oxyde in einem anderen Verhältnis
zugesetzt werden, und zwar für Violett :
fr Kobaltoxyd . . 2 Gew.-T.
. Mangancxyd 1
Eisenoxyd 0,2 l
Bordeauxrot:
Kobaltoxyd ; .... 1,0 Gew.-T.
Manganoxyd . • 3(0 B
73. Der uns zur Verfügung stehende rote TonJhat folgende Zu-
sammensetzung :
l\. ' SiOt 53,48%
i Al203 ... . . . . . . 24,36%
FetOa ..-5,74% ,
\ CaO. ....... 2,10°/0
MgO . .... . . . . . . . .. . 0,83 Vo
i Glühverlust 12,38 %
'Trotz aller angewandten Mittel, wie langsames Trocknen, Zusatz von
Magerungsmitteln, Sand, Biskuitmehl, auch beides zusammen bis zw' 50%,-
haben wir bei den Kacheln und großen Einmachetöpfen bis zu 60 % Bruch.
Die Töpfe 'werden auf dem Exzenter geformt und haben Bodenrisse ;
die Kacheln werden auf Kachelpressen hergestellt. Wo ist der Fehler zu
suchen? Der Ion wird geschlämmt. Läßt sich derselbe auch zum Gießen
verwenden ? Auch bitten .wir um Angabe einer gut deckenden weißen und
rissefreien Glasur für SK 013a— 011a. Ein Aescher- und Fritteofen
steht nicht zur Verfügung, könnte aber ev. gebaut werden.
, Erste Antwort: Das Beißen des Tones können Sie dadurch
verhindern, daß Sie ihn weniger fein schlämmen, ihn also Bandhaltiger
lassen. Außerdem müssen Sie, wenn Sie haarrissefreie Schmelzglasuren
erzielen wollen, den Ton beim Schlämmen mit kohlensaurem Kalk in
Form von Kreide verBeizen. Eine Masse für Schmelzglasuren muß be-
kanntlich 25—30% kohlensauren Kalk enthalten; Massen mit weniger
Kalk sind für Schmelzglasuren nicht geeignet. — Durch den Zusatz von
Kalk verringern Sie auch die Plastizität des Tones und begegnen auch
damit dem Beißen desselben. — Nachstehend ein Versatz für eine gut
deckende weiße Schmelzglasur:
Aescher, 1 Zinn: 4,3 Blei 168 Gew.-T.
Salpeter 6
Feldspat 16 " \ ~
Kaolin . . 3 , .
Magnesit 1
Sand von Fürstenwalde 180 "
Kochsalz . . . . , 10
Der Versatz wird in sogenannten Sahmelzöfen gefutust, die Fritte,
der Schmelz, dann zerkleinert und ohne weitere Znsätze gemahlen. Das
Aeschern geschieht ebenfalls in besonderen Aeschermuffeln. Wenn derartige
Oefen und Muffeln nicht vorhanden sind, empfehle ich Ihnen, die Glasur
in einer GlaBurfabrik anfertigen zu lassen oder ähnlich zusammengesetzte
Glasur fertig zu bezifhen. , Der Bau der Oefen ist jetzt mit sehr großen
Unkosten verbunden und rentiert sich nur, wenn der Verbrauch an Sctimelz-
glasur ein großer ist.
2 weite Antwort: Das Beißen der Kacheln und Einmachetöpfe
dürfte weniger an der chemischen Zusammensetzung des Tones liegen,
wie aD seinen physikalischen Eigenschaften Bowie an seiner Verarbeitung
bezw Verformung und weiteren Behandlung. Mit Sicherheit läst sich die
Fehlerquelle nur an Ort und Stelle feststellen, ebenso kann man aus der
Ferne nicht ohne weiteres sagen, ob der Ton sich zum Gießen eignet und
welche ^ätze er dafür erhalten müßte. Es ist überhaupt leicht möglien,
daß er für die Kachel- und Topfpresserei zu mager ist nn* eine Zu-
mischung eines feUui Tones eifmdeit.
74. Wer liefert Leuchtfarben für Porzellandekore?'
Antwort: Wegen Leuchtfarben wenden Sie sich aa E, de Haen
ehem. Fabrik „List", G. m. b. H. in Seelze bei Hannover, Bachler & Co in
Braunschweig, Leppin & Masche in Berlin, SO. 16, E, Merck in Darmstadt'
•. 51 - Wieviel Liter Gas muß 1 kg vorgetrocknete Kohle liefern, um
sie in Generatoren für die Beheizung eines Glasofens vergasen zu können?
Erste Antwort: Es ist nicht gerade bestimmt, daß bei der Be-
heizung eines Glasofens mit Generatorgas 1 kg Kohle eo und soviel Liter
Gas liefern muß, um in Generatoren vergast werden zu können, denn man
kann auch minderwertige Kohle vergasen, nur mit dem Unterschied daß
größere Mengen davon verbraucht werden. Von einer guten Braunkohle
mit 5000 W.-I. wird bedeutend weniger gebraucht als von einer minder-
, wertigen mit nur 2500 W.-E. Dagegen wird von einer Steinkohle von
6500 W.-E; noch Weniger verbraucht, als von der Braunkohle von geringerem
Heizwert. Hat man nur eine Kohle von niedrigem Heizwert zur Ver-
fügung, so müssen statt zwei Generatoren deren drei angelegt werden
um die nötige Hitze im Schmelzofen zu erzeugen. Um eine gute Braun-
kohle zu vergasen, sind nur zwei Generatoren nötig; 100 kg böhmische
Braunkohle ergeben etwa 28 cbm Generatorgas.. Ein richtig konstruierter
Glasofen erzeugt bei sachgemäßer Bedienung mit 1,2 kg Kohle 1 kg Glas.
Die zum Vergasen bestimmte Kohle wäre zweckmäßig vorher auf ihren
Heizwert zu untersuchen und danach die Generatoren-Anlage einzurichten.
Um nicht unnötige Geldausgaben zu haben, wäre es am besten, sich mit
einem Fachmann in Verbindung zu setzen, der an Ort und Stelle die Ver-
hältnisse prüft.
Zweite Antwoxt: Ihre Frage ist nicht recht verständlich!
Um zu entscheiden, ob eine Kohle sich vorteilhaft zur Beheizung eines
Glasschmelzofens eignet, muß man zunächst ihren Heizwert kennen. Im
frinzip lassen sich alle Brennstoffe verwenden, von der besten Steinkohle
bis herab zur jüngsten Bohkohle, aber natürlich müsseh die Gaserzeuger
der Beschaffenheit und dem Verhalten "des Brennstoffes angepaßt sein
Eine andere Frage ist die, ob sich ein Brennstoff gegenüber einem anderen
noch rationell verwerten läßt. Enthält z. B. eine Kohle sehr viel '
Feuchtigkeit oder gibt sie beim Vergasungsprozeß viel unverkennbare
Bttckstände, so verträgt diese Kohle keine höhen Frachten und Anfuhr-
kosten. So kann sich ein Brennstoff, der d#pelt und dreifach so teuer
ist wie eine Kohle jüngerer Formation, in diesem Falle für den Betrieb
bedeutend günstiger stellen, wie eine scheinbar billige Kohle Z B
können 100 kg Steinkohle 370 cbm Gas liefern, während 100 kg Braun-
kohle nur 280 cbm ergeben. 1 Der Fabrikant muß demnach genau aus-
rechnen, bei welchem Brennstoff er am besten fährt.
Dritte Antwort: Wieviel Liter Gas 1 kg Kohle liefert, hängt
ganz von deren Zusammensetzung und den sonstigen äußeren Umständen
ab. Es läßt sich deswegen unmöglich eine allgemeine gültige Angabe -
machen. Im Durchschnitt liefert 1 kg Steinkohle 300 1 und 1 kg Braun-
kohle 250 1 Gas. DieBes Volumen gilt aber nur für 0» Temperatur
während es sich bei einer Temperaturerhöhung von je 273° ,um seinen
ursprünglichen Betrag vergrößert. Bei einer Temperatur von 819° be-
trüge somit die Gasmenge von 1 kg [Steinkohle 900 1 und von 1 ke
Braunkohle 750 1. ' .,
52. In letzter Zeit hatte ich ständig rauhes Schirmglas, obgleich es
gut durchgeschmolzen war, und zwar stellte sich der Fehler entweder vor-
mittags um 11 Uhr oder nachmittags um 2 Uhr ein. Bis Februar dieses
Jahres habe ich mit schwedischem Feldspat gearbeitet und bis dahin keine
Beschwerden gehabt. Der Satz ist noch derselbe, nur wird anstelle von.
schwedischem Meißner Feldspat verwendet. Der Schirmsatz lautet •
Sand. . \ . .... . . . . . 70—72,5 kg
Soda 2q
Pottasche . '. ... 2 "
Flußspat ........,.[ 8,5 "„
Meißner Feldspat ........ 24
Kaolin g "
Künstlicher Kryolith . . . . . , . 4—5 p
Braunstein , 0 5 "
Salpeter . . . . . 0,5 l '
Ist die Zusammenstellung richtig? Wenn nicht, so bitte ich um Anqabe
eines Satzes mit Meißner- oder Ströbel-Spat. Der Ofenganq läßt viel zu
wünschen übrig. >
ErBte Antwort: War das Schirmglas am Anfang der Arbeit gut
und rem und wurde erst gegen 11 Uhr rauh, wenn die Temperatur während
der Arbeit im Glasofen zurückging, so ist es für die niedrige Ofenhitze
zu hart eingestellt. So lange der Ofen heiß genug ist, bleibt das Glas
gut; geht aber die Temperatur zurück, dann entglast es, d. h. die geringe
Hitze hält nicht mehr alle Substanzen des Glases gebunden, und es scheiden
eich einzelne aus. Man Bagt, das Glas wird rauh. Trat dieses Uebel an
manchen Tagen erst nachmittags auf, so war vielleicht der Ofengang
am Vormittag etwas besser oder der Ofen wurde über die Mittags-Pause
etwas heißer geschürt. Es ist nun auch möglich, daß der schwedische
Feldspat, der früher verwendet wurde, etwas besser War als der jetzt ver-
wendete Meißner. Wenn das Glas sonst den Ansprüchen genügt so
braucht der Gemengesatz nur etwas milder eingestellt zu werden. Statt
19 kg Sodat nehmen Sie deren 20 kg und 5 kg Pottasche, evtl. noch
2— 4 kg Menhige. Dann muß darauf geachtet werden, daß der Ofen
während der Ausarbeit nicht zu kalt wird, weshalb er während der Pausen
etwas mehr aufzuschüren ist. Sie sagen : Der Ofengang läßt viel zu
wünschen übrig; wenn aber genügend Gas vorhanden ist, so muß auch
die richtige Hitze im Schmelzofen erreicht werden. Wird etwa das
Schirmglas später eingelegt, so daß es nicht genügend durchschmilzt?
Sonst könnte der Fehler nur noch an der Einstellung des Ofens liegen
bezw. an der Sdhornstein-Schieber- und Luft- Stellung, weil die richtisre
Hitze nicht erreicht wird.
Zweite Antwort: Zunächst wttre Ihnen zu empf ehlea den
Meißner Feldspat analysieren zu lassen und dessen Zasamruenaetzung mit
230_Nr<19 SP RECH SAAL — COBURG. 1922. (65. Jahrgang.)^
derjenigen deB schwedischen Feldspates zu vergleichen. Es werden ver- I Heue Fragen,
schiedeiie Arten von Feldspat in der Industrie verwandt und je nach I Keramik.
ihrer Zusammensetzung ist auch ihr Verhalten im Glasfluß ganz ver- | 7ß woUm . dem Bodm umere8 porzeuans Mrmemtempel
schieden. Da nun der Fehler sich ««k^'«1^^ J^^wA-k.SSS'TSSS I anbringen, und zwar mittels Gummistempel. Welche Färbt eignet sich
Zeiten einstellt, so achten Sie doch auf den Schttrer. Bearbeitet dieser l ft ^ ^ muß ^ präpariert werdm> scharfe und
die Gaserzenger kurz hintereinander und nimmt er den zweuen in An- i Abirucke zu erzielen? Unterglasurfarbe kommt nicht tn Frage.
griff, bevor sich der erste erholt hat, so muß die Temperatur im Schmelz- I "«nw ^owruc^ er» y
ofen plötzlich zurückgehen, und das Glas wird rauh Gerade Mchg aa
ist sehr empfindlich gegen schroffen Temperaturwechsel. Derselbe Fehler I G|as,
zeigt sich, wenn die Temperatur ff*M0rt j jwrd **du JSJJJ; 55. Wir beabsichtigen, die Fabrikation von gepreßten Glasisolatorm
Um ihn zu ergründen, müssen an Ort und f^^^^^^X^ ™ den gebräuchlichsten Dimensionen aufzunehmen. Was ist bei der
gemacht werden. Der Satz ist ja etwas «ic.h J^™1' ™ nnd nur die Fabrikation, Kühlung usw. zu beachten? Wer liefert bewährte, zweck-
sich bewahrt hat so liegt kein Grund ™J und ™ *J entsprechende Maschinen?
Zugabe von Meißner Feldspat muu evenweu an uer ™JW gg ^ mhmppamte
zum Rühren des Glases im Hafen?
korrigiert werden. _ I 57 jf%r weJcÄe Zwecke und in welchen Industrien wird Glasgalle
Dritte Antwort: Meitoer Fel^at bat emegm« andere Zu verwmdä und ^ lautet de}. chemigehe Äusdruck für Glasgalle?
sammeusetzung als schwedischer, uid ^e8en Sl* ™V"n 58. Wer Ke/erf Stärkesortiermaschinen für optisches Glas von
Schirmsatz dementsprechend ändern sollen, um gutes Glas zu e™aiten, I Ä _j_ '
zumal der Ofengang noch viel zu wünschen übrig läßt. Nachstehend ein 1 01s lo myn.
mit Meißner Feldspat zugerichteter guter Schirmsatz:
Sand 100 kg I Briefkasten der Redaktion.
Soda ^ » j; TT. H. i. A. Auch Franz Borgmeyer & Helle in Hamburg liefern
Pottasche « I komplette Einrichtungen zur Herstellung von Thermosflaschen.
Flußspat ic " I
Meißner Feldspat r " I
Sicher Kryoiiih : \ < \ Li Ii Verband Deutscher Elektrotechnischer
Salpeter gg » j Porzellanfabriken.
Bei der AuaTeitang ist 'der Ofen gut warm zu halten. ' " j Die Fachgruppe Cbemisch-technisches Porzellan hat be-
Vitrte Antwort: Der letzte Satz in Ihrer Frage gibt ja aehon I schlössen, den Teuerungszuschlag für chemisch-technisches
in der Hauptsache die richtige Antwort : „Der Ofengang läßt viel zu I Porzellan anf 300 °/0 mit Wirkung ab 10. Mai d. Js. zu erhohen,
wünschen übrig". Darin liegt die Hauptursache des rauhen Glases bei I gQ dftß y(m die9em Zeitpunkte ab die 40-fachen Friedenspreise
der Arbeit. Das Glas ist nicht richtig ^ durchgeschmolzen und so wie bei berechnet werden.
der 8cbmelze geht auch bei der Arbeit der Ofen nicht heiß genug; er I ^^^===========x===========^^
wird infolge dieses Fehlers zu leicht kalt und dann wird das Glas eben —
rauh Daß dies vormittags um 11 Uhr bereits geschieht, hegt daran, daß \^$%^$&mmäfflfl^
dann der Ofen die wenige Grundwärme, die er von der Schmelze aus noch
hat, verliert und durch Oberfeuer allein nicht oder doch nur sehr schwer I M
warm gehalten werden Man Zu Mittag wird dann der Ofen tüchtig g| unerwartet schneller Tod infolge Schlag-
warm ireBchürt; fangen nun die Glasmacher da an, so ist aas tuas zu 1 .„.. /. ,
weich so daß alle nach weniger Feuer schreien. Der Schürer sperrt nun I m anfalles hat meinen Geschaftsteilhaber
zu viel Feuer auf einmal ab, erneuert es aber nicht wieder zur rechten H .
Zeit, und so ist dann um 2 Uhr das bißchen Oberwärme wieder verflogen und ■ Tflf flllflflff If fllflflll
Ter Ofen wieder zu kalt. Weiter ist aber auch das Glas nicht richtig ■ U0|tHI1 I P21III1II1I HHIKI*!
zusemmeDgestellt und muß sich nicht verarbeiten lassen; es wird seh n M B II 1 flUUUll llUlOUl
kurz und spröde sein, dann auch zu weich, so daß es, sobald es etwas WM IIUI I II II UU«JUU IIUIVVI
warm im Ofen wird, einfach wegläuft. Aendern Sie den Satz einmal EH
wie folgt ab" | 1 im Alter von 55 Jahren aus seinem Wirkungskreise
Sand , ?| kg 1 Hl und LeKen abgerufen.
Pottasche 6 » f $m Er war mir ein treuer Freund, ein ermüdlicher,
Flußspat 8 » I Hj schaffensfreudiger und pflichtgetreuer Mitarbeiter,
Ktyoüth .' . • • 6— 7 " < H dessen frühzeitigen Heimgang ich aufs Schmerz-
Kaolin . . . . ~g » | lichste bedauere.
Ist duGUs noch zu 'hell, dann können noch 1-* kg EryoUth mehr I- B j 1 m e n a u
.TÄVCS /* rtffic»», «e. - I P«Se.Aprt.1922. lD FM SCtlM « ■*
grünliches Polier- und ebensolches Reliefgold für Glas. || POrZGllSllm DrlK. 9
Erste Antwort: Die Beantwortung Ihrer Frage geht weit I H H
über den Rahmen des Fragekastens hinaus. Die Herstellung der ver- g| ^
sehiedenen Goldsorten ist meistens Geheimnis der Firmen, üm Polier- ;;lpiliKi^niiSHP
aold herzustellen, wird metallisches Gold in Königswasser aufgelöst, die — MHi^i^—
Lösung vom Säureüberschuß befreit, verdünnt und solange mit bisen- !!■ ■! II !■■ III ■■IUI Uli Ulli ■IT—
vitriollösung tropfenweise versetzt, bis sich kein Niederschlag mehr j .%&J H BHLWHHH
bildet Nachdem Bich das Gold abgesetzt hat, wäscht man es zunächst =
mit BalzBäurehaltigem, dann mit reinem Wasser aus, bis es rein und vm
säurefrei ist. Das Pulver wird hierauf getrocknet und mit basisch im II ARURIIpl
salpetersaurem Wismut als Flußmittel versetzt. Man streckt zuweilen IM II A U il tl U T -
dieses Gold auch mit etwas ausgeglühtem Kienruß. Beim Gebrauch wird ||
das PoUergold mit Terpentinöl verrieben, mit Dicköl versetzt, aufge- I L3 Am 30. April starb ganz plötzlich an Herzschlag
tragen und eingebrannt. Nach dem Einbrennen werden die vergoldeten • /J nnger Betriebsleiter
Stellen mit Achatstein, Blutstein oder Zinnasche poliert Die Nüancierung B U~wmw
des Poliergoldes erfolgt durch verschiedene Zusätze, die geheimgehalten En liePP
werden. Das Reliefgold erhält eine besondere Unterlage. I ■ ___ H mai mm
Zweite Antwort: Wollen Sie nur für den eigenen Gebrauch |, gl llf «Bflj^Wfal Rflrilfl.
die gewünschten Gold-Präparate heretellen, bo fahren Sie entschieden besser M| ^| CSlIiZISI ImUM IUl
und auch biüiger, wenn Sie dieselben gebrauchsfertig beziehen Eine I D ™
einfache Angabe der Versätze würde Ihnen nichts nützen, es müßte da 1 HB Wir veriieren in dem Entschlafenen einen Beamten
auch die Behandlungs- bezw. ZubereitungBweise der tuntiai dazu ge- « 8eltener Treoe und Arbeitsfreudigkeit, der sein
hörigen Materialien angegeben werden 2^™ELffi_?ta Karate H ganzes umfangreiches Wissen und seine ganze Arbeits-
nicht so eingehend .erläutern, daß Sie.danach die Herstellung der Präparate fl ßetriebe widmete. Dafä? danken wir
selbBtjornehmen^önnen ^ ^ Versätzen allein wäre Ihnen nicht ■ ihm an disser Stelle; wir werden seiner immer ehrend
aedient, und die Angabe der ganzen Aufbereitung des GoldeB usw. würde j&l gedenken. [6*8
fSSen^eS Ä^usat 5SSÄ ^JS^AS i SäcfisBsctie PopzellaniaDriH zu Polscnappel
Kupfer es rötlich macht. Das Reliefgold ist für gewöhnlich Poliergold das ■ Qgpj J|]jßrr|ß
um es recht dick und erhaben erscheinen zu lassen, auf eine gelb gefärbte ■ ««« Iü,,,ü-
und aufgeschmolzene Unterlage fKmail) aufgetragen »nd dann wie sonst J
gebrannt und poliert wird. | . ^, • - ^ ^^y-'t^Jyü^A^'J^
(56. jaihr^ang.)
Coburg, den 18. Mai 1922.
Nummer 20
Zeitschrift für die Keramischen, Qlas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Qoldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschloDNr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Cobarg-Qothaische Bank A.-Q., Coburg
Bezugspreis; Für Dentschland nnd Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich Jl 25.— unter Streifband Jt 50.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 2.— (Stellengesuche M 1.—).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitclied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schuteverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Aufruf
zur Unterstützung der keramischen Unterrichtsanstalten.
Die glänzende Entwicklang der keramischen Industrie und
ihre technischen und wirtschaftlichen Erfolge sind zum größten
Teil der Tüchtigkeit und guten Schulung der Leiter der einzelnen
Werke und der ihnen zur Seite stehenden Mitarbeiter zu
verdanken.
Die heutige Zeit mit ihren erhöhten Ansprüchen an die
Qualität der Waren und die dringende Notwendigkeit weiteren
technischen Fortschritts erfordern in ganz besonderem Maße
eine gründliche und sachgemäße Ausbildung des technischen
und künstlerischen Nachwuchses für die keramische Industrie.
Hochschulen, Techniken, Fachschulen und andere aus
öffentlichen Mitteln erhaltene Unterrichtsstätten, aus denen der
Nachwuchs für unsere Industrie hervorgeht, sind trotz erhöhter
staatlicher oder städtischer Zuwendungen nicht mehr in der Lage,
den Bestand an Unterrichtsmitteln, Apparaten, Laboratoriums-
cinrichtungen, Chemikalien, Maschinen und sonstigem Rüstzeug
auf derjenigen Höhe zu erhalten, die die Grundlage eines
modernen Unterrichts bilden muß.
Es liegt im eigensten Interesse der Industrie, an ihrem
Teile dazu beizutragen, daß die keramischen Unterrichtsanstalten
ihre Aufgaben in dem unbedingt nötigen Umfange erfüllen
können.
Nur großzügige Hilfe kann hier dauernden Erfolg sichern.
Um der augenblicklichen Not der keramischen Unterrichts-
anstalten so schnell, wie möglich, zu steuern, hat der Verband
keramischer Gewerke in Deutschland den unterzeichneten Vor-
stand der Deutschen Keramischen Gesellschaft beauftragt,
einen Unterstützungsfonds zu gründen,
der ausschließlich dem angegebenen Zwecke dienen soll.
Wir richten daher an alle interessierten Kreise, an die
Industriellen und an alle Freunde der Keramik, die dringende
Bitte, diesem
Fonds zur Unterstützung keramischer Unterrichtsanstalten
Zuwendungen zu machen.
Ueber eine Viertelmillion Mark ist bereits gezeichnet worden,
doch sind bei dem heutigen Geldwerte weitere große Mittel zur
Erreichung des angestrebten Zieles erforderlich.
Stiftungen bitten wir auf das Konto Förderung des kera-
mischen Unteirichts, Deutsche Keramische Gesellschaft, Commerz-
und Privatbank, Berlin W. öO, Viktoria-Luise-Platz 1, überweisen
zu wollen.
A Der Vorstand der Deutschen Keramischen Gesellschaft
Prof. Dr. H. Reisenegger P. Bartel
1. Vorsitzender. Geschäftsführer.
Aus der Deutschen Keramischen Gesellschaft.
Die im Jahre 1919 gegründete Deutsche Keramische Gesell-
schaft, der nach dem letzten Mitgliederverzeichnis vom 1. Juli
1921 neben 10 Fachverbänden (mit über 500 Mitgliedern)
77 Firmen und 130 persönliche Mitglieder angehörten, hat sich
seit dieser Zeit in erfreulichem Maße weiter entwickelt; es
sind inzwischen neu beigetreten 1 Verband, 37 Firmen und
48 persönliche Mitglieder. Besonders die etwa alle zwei Monate
erscheinenden „Berichte der D. K. G.", die technisch-wissen-
schaftliche Arbeiten von dauerndem Werte aus allen Gebieten
der Keramik sowie wertvolle Literaturzusammenstellungen
u. dergl. m. bringen und den Mitgliedern kostenlos zugestellt
werden, erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit.
Die Deutsche Keramische Gesellschaft besitzt ferner eine
eigene W är m e wirts chaf ts st eil e, die den Mitgliedern
gegen Erstattung der dafür festgesetzten Gebühren erfahrene
Wärmeingenieure zur Prüfung und Verbesserung der vor-
handenen wärmetechnischen Anlagen und Brennöfen zur Ver-
fügung stellt. Im Auftrage der D. K. G. studiert sie ferner
die Brennvorgänge in einem eigens zu diesem Zwecke erbauten
Versuchsöfen und veröffentlicht die Ergebnisse dieser Arbeiten
in den „Berichten der D. K. G.".
Den Mitgliedern steht ferner unter ähnlichen Bedingungen,
wie die Wärmewirtschaftsstelle, auch eine maschinentech-
nische Beratungsstelle zur Verfügung.
Der Anklang, den die seinerzeit unter sehr ungünstigen
äußeren Bedingungen ins Leben gerufene Deutsche Keramische
Gesellschaft in weiten Kreisen der Industrie gefunden hat, ist
ein erfreulicher Beweis dafür, daß die Erkenntnis der Not-
wendigkeit eines solchen Zusammenschlusses zur Bearbeitung
technischer Fragen, zur Pflege keramisch-wissenschaftlicher
Forschung und zur Hebung des keramischen Unterrichtswesens
allgemein Fuß gefaßt hat.
Die vom 18. bis 21. Juni in Dresden stattfindende 3. Haupt-
versammlung der D. K. G. bringt ein reichhaltiges Programm
mit Vorträgen aus fast allen Gebieten der Keramik. Daneben
kommt auch die Geselligkeit zu ihrem Rechte. Da am 15. Juni
die Jahresschau deutscher Arbeit in Dresden eröffnet wird,
bietet sich für die Mitglieder der D. K. G. die günstige Gelegen-
heit, den Besuch dieser Ausstellung mit der Teilnahme an der
Hauptversammlung zu verbinden. Im Anschluß an den tech-
nisch-wissenschaftlichen Teil der Tagung finden ferner mehrere
Fabrikbesichtigungen statt.
232 — Nr, 20
SPRECHSAAL- COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
Der vorläufigen Tagesordnung entnehmen wir folgendes :
Sonntag, den 18. Juni:
Besichtigung der Ausstellung „Jahresschau Deutscher Arbeit"
(am Nachmittage unter sachverständiger Führung).
Montag, den 19. Juni, vormittags 9 Uhr:
Geschäftliches und Berichte der Ausschüsse, sowie der
Wärmewirtschaftsstelle und der Beratungsstelle für Maschinen-
und Förderanlagen.
Dienstag, den 20. Juni, vormittags 9 Uhr
und nachmittags:
Vorträge (z. Teil mit Lichtbildern und Vorführungen).
1. Dr. W. Braun: Aufgaben der Geologie im Dienste der
Keramik.
3. Prof. Dr. K. Endeil: Die keramische Industrie der Ver-
einigten Staaten von Nordamerika.
3. Dipl.-Ing. U. Sauer; Werkstattbau in der keramischen
Industrie.
4. Obering. Dipl.-Ing. Spindler: Die Wärmewirtschaft des
Tunnelofens.
5. Prof. Dr. G. Keppeler: Untersuchungen über den grünen
Zustand des Tones.
6. Dr. W. Steger: Untersuchungen von Schamotte- und andern
feuerfesten Erzeugnissen, insbesondere auf Beständigkeit
gegen plötzlichen Temperaturwechsel.
7. Dipl. -Ing. H. Kohl: Die Wärmeausdehnung und einige andere
physikalische Eigenschaften von Steingut in Abhängigkeit
von der Zusammensetzung und Brenntemperatur.
8. Gewerbeschulrat Dr. W. Pukall: Feinsteinzeug.
9. Dr. W. Funk: Versuche über Porzellan mit niedriger
Brenntemperatur.
10. Dr. H. Eisenlohr: Die Prüfung keramischer Massen für
künstliche Zähne.
11. Dozent Dr. B. Bieke: Der Einfluß der Zusammensetzung
t von Porzellan auf seine Eigenschaften.
Mittwoeh, den 21. Juni, vormittags:
Fabrikbesichtigungen in- Meißen: Staatliche Porzellanmanu-
faktor und Meißner Ofen- und Porzellanfabrik, vorm. 6. Teichert.
Am Sonntag, den 18. Juni, abends, findet im Konzert-
saal des Hauptrestaurants der Ausstellung ein Begrüßungs-
abend statt, am Dienstag, d en 20. Juni, abends, ein „Bunter
Abend" im „Weißen Hirsch".
Wer noch nicht Mitglied der Deutschen Keramischen
Gesellschaft ist, versäume nicht, seinen Beitritt sofort anzu-
melden, um bereits in diesem Jahre der Hauptversammlung
beiwohnen zu können und die „Berichte der D. K. G." laufend
kostenlos zu erhalten. Anmeldungen sind zu richten an die
Geschäftsstelle der Deutschen Keramischen Gesellschaft, Berlin
W. 30, Viktoria-Luise-Platz 11.
Feintonverarbeitung in Bayern.
Von Prof. Dr. Dr. Georg Eitter v. Bbert, Vorstand des Instituts
für bayerische Wirtschaftsforschung.
(Fortsetzung.)
Absatz.
Die Standortfrage im Bahmen des Absatzes wirkt aus-
schlaggebend mit bei normalen wirtschaftlichen Verhältnissen.
Bei erheblichem Ueberwiegen der Nachfrage über das Angebot
werden Preise erreicht, welche die Standortverhältnisse hin-
sichtlich der Lebensfähigkeit eines Betriebes ausschalten ; um-
gekehrt empfindet bei sehr starker Ueberproduktion jeder
Produzent seinen in den Frachtspesen zum Ausdruck kommen-
den Standort als ungünstig. Letztere beide Verhältnisse
herrschen zur Zeit in der feinkeramischen Industrie vor.
Die Bauerntöpferei ist nur mehr in so wenigen und so
wenig leistungsfähigen Betrieben vorhanden, und ihre Produkte
sind zur Zeit so begehrt, daß nicht der Meister den Absatz
aufsucht, sondern der Konsument wie der Klein- und Groß-
händler holen das Geschirr aus dem noch nicht kalt gewor-
denen Ofen. Ihre Kunden finden sich in hundert und mehr
Orten und Städten der näheren und ferneren Umgebung; das
ist das typische Bild eines stark zurückgegangenen Hand-
werks mit plötzlich wiedererwachter Nachfrage, ein Zustand,
wie ihn sonst nur Spezialbetriebe aufweisen, die auf weitem
Plan das Feld allein beherrschen; das schlechteste Geschirr
trägt auf die relativ größten Entfernungen. Daher überlassen die
Meister die Mühe des Jahrmarktbesuches den Kleinhändlern
und Hausierern, die froh sind, wenn sie Ware zum Feilbieten
bekommen.
Die Kunsttöpferei hat ihre Abnehmer in den kaufkräftigen
Konsumtionszentren, und die Anhäufung von kunstkeramischen
Werkstätten in Mönchen und Altbayern mag damit zusammen-
hängen. Die größten kunstkeramischen Werkstätten in ganz
Deutschösterreich liegen in Wien!
f
Aehnlich rege Nachfrage wie der irdene Kochtopf halL
«. Zt. das Braungeschirr ; die bayerischen Betriebe aber leiden
unter der Bunzlau-Naumburger Konkurrenz, und die Fracht-
erhökung wirkt hier raumvergrößernd.
Ganz anders die Kachelindustrie. Die lebhafte Bautätig-
keit der letzten Friedensjahrzehnte, der steigende Wohlstand
aller Bevölkerungsschichten, die billigen Frachten mjt Kacheln
in der niedrigsten Tarifklasse, die offenen Grenzen nach dem
Weltmarkt haben besonders in Deutschland — denn ganz Eng-
land, große Teile Frankreichs und Belgiens haben vielfach, teils
sogar überwiegend, offene Kaminfeuer — eine unverhältnis-
mäßig große Kachelindustrie groß gezogen. Mit einem Schlage
trat eine Umkehrung aller eben erwähnten Verhältnisse ein.
95°/0 der deutschen Ziegeleien wurden in manchen Ländern in
Steinbrüche verwandelt, die Bautätigkeit liegt so darnieder,
daß der Reichsverband der deutschen Mauerstein-, Ziegel- und
Tonindustrie e. V. Berlin auf seiner ordentlichen Mitglieder-
versammlung vom 9. 10. Dez. 1920 beschloß, „eine Gewähr zur
Wiederbelebung und Gesundung der Bauwirtschaft und der
damit im innigsten Zusammenhang stehenden deutsehen Volks-
wirtschaft wird darin erblickt, daß es gelingt, das Privatkapital
am Baumarkte zu interessieren und den Unternehmergeist an-
zuregen. Als geeignetes Mittel hiezu wird die Abkehr von der
bisherigen Höchstmietenverordnung erachtet, sowie überhaupt
die Aufhebung jeder noeh bestehenden Zwangsbewirtschaftung
des Baustoffmarktes." Die Wohlhabenheit selbst der früheren
wohlhabenden Klassen und des Mittelstandes ist dahin, die
deutsche Mark hat ihre Kaufkraft auf dem Weltmarkt einge-
büßt, die Frachten sind vervielfacht, und die Kacheln kamen in
eine höhere Tarifklasse. Der deutsche Wirtschaftskörper hat
im Friedensschluß lebenswichtige Gebietsteile verloren. Sank-
tionen, hohe Schutzzölle usw. erschweren die Ausfuhr, und int
diesem verkleinerten Wirtschaftsraum mit einem für sie gerade-
zu vernichteten Markt steht der ganze Komplex der deutschen
Kaehelindustrie fast in Vorkriegsleistungsfähigkeit da. So wird
jeder die Ware verteuernde Faktor als überaus lästig empfun-
den, so auch die Fracht. Von der Vorkriegszeit her haben
die größeren noch ihre Großhändler oder von ihnen selbst ge-
schaffene Verkaufskontore und Filialen im ganzen Reiche, so-
gar in Oberschlesien. Daneben haben sie in großer Zahl Oefen
an die Hafnermeister ihrer näheren und ferneren Umgebung
abgesetzt. Heute klammern sich an jeden Ofen ungeheure
Transportkosten. Die südlichen und westlichen Nachbarn haben
einen verschwindend kleinen Kachelofenbedarf. Der nordische
Kachelofenbedarf aber wird hauptsächlich von Schweden aus
gedeckt, wo 1918 19 Kachelfabriken mit ca. 600 Arbeitern
vorhanden waren, und eine der größten, die Upsala-Ekeby A B.
hat ein Verkaufskontor in Kristiania. Unter Berücksichtigung
der Volksdichte und Kaufkraft in den verschiedenen Teilen
Schwedens und Norwegens ergibt sich, daß in Norwegen außer
Kristiania höchstens noch ein paar kleinere Küstenstädte in
Betracht kommen; dazu ist auch in Skandinavien das offene
Kaminfeuer weit verbreitet
Die Hälfte der Wandplattenerzeugung geht ins Ausland;
denn die weißbrennenden feuerfesten Tone von Sachsen,
Klingenberg, Westerwald bilden trotz der glänzenden Aus-
stattung von Frankreich und England mit Tonen fast aller
Eigenschaften anscheinend doch einen wertvollen Sonderbesitz
von Deutschland.
Endlich noch die Standort- und Absatzverhältnisse von
Steingut und Feinsteingut. Die bayerischen Standortverhält
nisse wurden erwähnt. Angrenzend an diese Standorte liegen
die wichtigen keramischen Zentren der alten Donaumonarchie,
die ganze Gegend um Eger, für Steingut namentlich die Orte
Brüx, Dux, Teplitz, für Porzellan 40 Betriebe mit mehr als
10000 Arbeitern; von 25 Steingutbetrieben des ehemaligen
Oesterreich liegen in der Tschechoslowakei 13 mit gegen
2000 Arbeitern. So wird der Absatz vom tschechoslowakischen
Nachbarn auf den Weltmarkt gedrängt, und hier scheint die
Wirkung nicht ausgeblieben zu sein. Auf dem amerikanischen
Markt scheint das deutsche Steingut auf japanisches Steingut
zu treffen, das früher massenhaft ins Ausland ging; in England
sollen 60000 Arbeiter und Angestellte der Feintonindustrie
beschäftigungslos sein, und deren Verlust wird auf 2 lj,
Millionen Pfund geschätzt. Auch Italien mit 13 — 15 00Ö
Arbeitern merkt den Wettbewerb Böhmens und Deutschlands,
das unter dem Schutz seiner niedrigen Valuta eine ungeheuere
Offensivkraft auf dem Weltmarkt für manche Artikel besitzt.
Außer der Valuta mag dabei mitwirken der alte Ruf der
deutschen Ware, die Wiederanknüpfung alter Geschäftsver
bindungen, und Ausstellungen und Messen mögen das Ihre
dazu beitragen.
Rationalisierung.
Außer durch Standortverhältnisse wird die Wettbewerbs
fähigkeit der Betriebe untereinander und gegen das Ausland
beeinflußt durch den Aufwand an geistiger Schulung zum Auf-
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 20 — 233
au des Produktionsprozesses hinsichtlich Einführung tech-
ischer Neuerungen zur billigen Herstellung von Qualitäts-
rbeit und durch rationelle Organisation der Betriebe.
Ihre Bedeutung für die Leistungsfähigkeit der Betriebe
ann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Schon im Hand-
werk bedeutet die Anschaffung einer Tonwalze und die Mit-
wirkung eines Lehrbuben eine Verdoppelung der Erzeugung
egenüber dem allein und ohne alle maschinelle Unterstützung
rbeitenden Töpfer. Dabei hängt die Leistungserhöhung aus-
chlaggebend vom organisatorischen Geschick und Verständnis
es Meisters ab, und gleiches gilt für alle weitere Mechani-
ierung und Vergrößerung der Betriebe.
In der Mechanisierung der Arbeitsprozesse ist von der
[assezubereitung bis zum Tunnelofen außerordentlich viel ge-
:hehen, und die Wärmewirtschaftsstelle der Deutschen
eramischen Gesellschaft wendet der Wärmeökonomie ihre
Bsondere Aufmerksamkeit zu. Gewisse Prozesse freilich
ngen durch ihren großen Arbeitskräftebedarf, daß eine ge-
tngene Ueberleituhg in Maschinenarbeit noch in der Ferne
egt, so fast alles Glasieren, da« Formen der Kacheln, das
rehen von Gebrauchsgeschirr auf der Töpferscheibe, und be-
mders in letzter Hinsicht sind die vielen Versuche interessant,
m die formende Hand des Freidrehers durch Maschinenarbeit
»zulösen.
Aber in einem Punkte sind die großen Betriebe den kleinen
berlegen, weil diese aus Mangel an geistiger Schulung zu
jenig Verständnis dafür aufzubringen vermögen, das ist die
iiedeutung des organisatorischen Durchbaues eines Produktipns-
rozesses. Dabei braucht man nicht an alles das zu denken,
las man heute unter wissenschaftlicher Betriebsführung ver-
lieht; denn die wissenschaftliche Betriebsführung ist ein Stil,
in Kunstwerk, ein Schmuck des wirtschaftlichen Alls, nur einmal
is der Seele des schaffenden Künstlers schöpferisch gezeugt,
»er ein dynamischer Stil, dessen Geist alle wirtschaftenden
räfte und Hände schöpferisch erfüllen soll, um alles wirt-
ihaftliche Geschehen zu größter Handlungsfreiheit durch
ebundenheit hinaufzuführen. Nur nach großen Gesichtspunkten
ad ihre Stilelemente bereits durchgeführt. Es ist ein« Tren-
mg eingetreten zwischen Steingut, Ofenkachel, Braungeschirr,
Wandplatten usw., also der Gedanke der Spezialisierung ist aus
chnisch- wirtschaftlichen Gründen richtend und scheidend in
e Erscheinung getreten. Aber Normung und Typisierung gilt
' der Hauptsache für Wandplatten, Isolatoren, Schalterteile;
r Steingut und Ofenkacheln gibt es noch zahlreiche Arten
*d in jeder Art verschiedene Größen von Formen, und in der
azahl von Modellen liegen gewaltige Mittel für Modell und
, tger tot. Im übrigen Töpferhandwerk gelten fast die Regeln
j is Kunstgewerbes, daß derselbe Geselle Geschirre der ver-
. hiedensten Fasson erzeugt, daß er die Gefäße henkelt und
j hnauzt, daß er die von ihm geformten Gefäße abtransportiert
uid womöglich noch die letzte Zubereitung des Tones üfoer-
immt. Es handelt sich hier eben um einen Stil, ein Tempo,
, ne Tonart, die in der Seele der Wirts chaftssübjekte noch keinen
' Widerhall gefunden hat. Verständnis hierfür vorzubereiten
, t Aufgabe der Schule ; denn wie das Gesetz des wirtschaft-
hen Handelns nicht angeboren, sondern erst durch lange
idtur und Erziehung mühsam — manchem niemals — aner-
gen wird, so erst recht der Geist dessen, was man wissen-
haftliche Betriebsführung nennt. Fühlt sich die allgemeine
hule dazu nicht in der Lage, dann wäre das Versäumte
ätestens in der Fachschule, hier Keramische Fachschule,
chzuholen.
Ihre Notwendigkeit wird durch ihre' große Zahl in den
rrschiedensten Ländern dargetan. Es gibt eine Staatl. subvent.
iramische Schule in Gmunden in Oberösterreich, Gegr. 1917,
le Staats-Fachschule für Keramik und verwandte Kunst-
werbe in Teplitz-Schönau (Böhmen), gegr. 1874, eine Staats-
chschule für Tonindustrie in Bechin (Böhmen), eine Staats'
chschule für Tonindustrie in Znaim (Mähren), gegr. 1872,
te Landes-Fachschule für Tonindustrie in Kolomea (Galizien),
te Landes-Werkstatt für Tonindustrie in Touste (Galizien),
gr. 1884, eine Ungarische Staatliche Tonindustrie-Fachschule
Ungvar (Ungarn), gegr. 1890, eine Ungarische Staats-, Stein-
d Tonindustrie-Fachschule in Szekelyudvarhely, gegr. 1893.
England, das auf dem Gebiet des technischen Schul- und
ichschulwesens seit den Lehren der Weltausstellung von
ndon 1851 immer mit den größten Mitteln operiert hat, ist
; britisches Institut für industrielle Kunst durch das britische
ndelsministerium in Gemeinschaft mit dem Erziehungs-
nisterium gegründet worden, um die Stellung der Textil-
lustrie, der Töpferei, der Glas Warenfabrikation und der Möbel-
chlerei durch Erzeugung von Waren besonders guter
schaffenheit zu heben und ein enges Zusammenwirken von
inst und Industrie zu fördern. Auch in der Deutsch- Oester -
chischen Reichsversammlung wurde 1920 ein Antrag gestellt
reffend die Errichtung einer staatlichen kunstgewerblichen
Fachschule für Ton- und Glasindustrie. In Deutschland sind
zahlreiche (etwa 30) Schulen, teils Fachschulen/ teils Kunst-
gewerbe- und Handwerkerschulen, teils Lehrwerkstätten, Mal-
ernd Modellier schulen, teils Industrie-' und Gewerbeschulen,
welche mit oder ohne besondere Abteilungen das Fach
Keramik ' als Lehrgegenstand aufführen. Ausgesprochene
Keramische Fachschulen sind die in, B-unzlau, Höhr, Selb
(für Porzellan), Berlin, Sternberg in Mecklenburg; im Ent-
stehen begriffen sind solche in Hamburg 'und' Düsseldorf.
An der Universität Bonn würden in diesem Jahre Keramische
Volkshpchschülkurse abgehalten. In Bayern besteht die
| Keramische Fachschule in Landshut; gegründet auf Antrag
der K. Regierung von Niederbayern im Jahre ' 1873, wurde
die alte „Töpferschule1* in Landshufr am 1. Oktober 1903 zur
keramischen Fachschule (Fachschule für Kunsttöpferei und
Ofenbau) erweitert und als selbständige Fachschule in den
Räumen der K. Realschule untergebracht. Im Jahre 1912
wurden mit Zustimmung der Handwerkskammer die Prüfungs-
zeugnisse der ' Fachschule nach der Gewerbeordnung privi-
legiert. Die Schlußprüfung des 2. Fachkurses und des Ge-
sellenfertbildungskurses sind für diejenigen Prüflinge,' welche
die Gesellenprüfung bestanden haben, der Meisterprüfung
gleichgestellt. , i
So sehr die Schulen in ihren Programmen den Zusammen-
hang mit dem praktischen Leben betonen, sie sind noch alle
j in erster Linie technisch orientiert ; mehr oder weniger tritt
dazu ein künstlerisches Moment. Mit Ausnahme der Buch-
' haltung, die im Rahmen der Wirtschaft auch kaum mehr be-
deutet als das Lesen und Schreiben der Volksschulbildung,
; tritt das Wirtschaftlich-organisatorische zurück, so daß diese
Seite auch in Artikeln der Fachzeitschriften nur in. ganz
I wenigen Köpfen, die von der Kinderstube her oder durch eine
glückliche Veranlagung ein natürliches Verständnis hierfür be-
sitzen, einen in ein wirtschaftliches Geschehen umsetzbaren
I Widerhall findet. , (Schluß folgt,)
Ueber die Herstellung von optischem Glas.
(Schloß.)
C) Beziehung zwischen Zusammensetzung und Dauerhaftigkeit
(Wetterbeständigkeit).
Von einem guten optischen Glas wird gefordert, daß es
nach dem Polieren seine glänzende Oberfläche behält, ohne
daß nach einiger Zeit Mattwerden oder Zersetzung eintritt.
I Die polierten Glasflächen können in verschiedener Weise an-
gegriffen werden. Manche bedecken sich mit kreisförmigen
Flecken, andere werden trübe. Auf Gläsern, die viel Barium
oder Blei enthalten, bilden sich irisierende Stellen. Manche
Glasflächen werden schuppig und sogar 'gänzlich zersetzt. Die
Wirkung auf eine polierte Glasfläche, wenn man sie den zer-
setzenden Angriffen aussetzt, wird als . „Verwitterung"
bezeichnet. J ;" ' ~
Die Widerstandsfähigkeit eines Glases gegen Verwittern
kann in verschiedener Weise geprüft werden. Das beste und
einzig zuverlässige Verfahren besteht darin, daß man die Glas-
linse oder das Prisma längere Zeit hindurch wirklich in einem
! Instrument unter Arbeitsbedingungen verwendet. Bevor man
ein Glas iu die optische Praxis einführt, müssen rasch vor-
zunehmende Versuche ausgeführt werden, die zahlreich und
verschiedener Art sein können. Einwirkung von Dampf unter
Druck, von Säuren und Alkalien, von heißem Wasser, ver-
schiedenen künstlich hergestellten atmosphärischen Bedingungen,
alle sind für die Prüfung geeignet, und 'die Ergebnisse laufen
bei allen in gleicher Richtung wie die bei der längeren und
zuverlässigeren Methode des praktischen Gebrauches. In Ver-
bindung mit den von den Optikern unter praktischen ■ Ver-
hältnissen gewonnenen Prüfungsergebnissen sind die mit den
Gläsern im Laboratorium vorgenommenen Prüfungen von
großem Werte. Der Verfasser hat zahlreiche Untersuchungen
optischer Gläser vorgenommen mit der Absicht, zu ermitteln,
wieweit die Laboratoriumsversuche miteinander und mit dem
Verhalten beim alltäglichen Gebrauch übereinstimmen, und
Welches die einfachste und schnellste Laboratoriumsmethode
ist, die die wertvollsten Resultate' gibt. .
Für allgemeine Zweeke ist die beste die Ermittelung der
Löslichkeit gepulverten Glases in Wasser. Wie alle Labora-
toriumsproben ist das Verfahren nicht einwandfrei, gibt aber
in geschickten Händen wertvolle Resultate.. Man nimmt die
Probe kurz folgendermaßen vor: Das Glas wird gepulvert, ge-
trocknet und durch ein passendes Sieb gesiebt. Dann werden
5 g des Pulvers mit 100 cem destilliertem Wasser eine Stunde
lang in einer Platinschale bei 80° C. digeriert. Das ungelöste
Pulver wird abfiltriert und die Menge der zur Neutralisation
des Filtrates erforderlichen Säure durch Titration ermittelt.
Die Ergebnisse werden allgemein in Milligramm Alkali, gelöst
aus 100 g Glas, ausgedrückt. Es hat sich gezeigt, daß ein
834 — Nr. 20
SPRECH SAAL- COBURG.
1932. (55. Jahrgang
Glas, das zur Neutralisation des Filtrates aal 100 g Glaspulver
mehr als 1000 mg Schwefelsäure erfordert, als für optische
Zwecke nicht braachbar angesehen werden kann. Bei erst-
klassigem Glas müssen weniger als 200 mg Säure gebraucht
werden. Viele in Derby hergestellte Gläser entsprechen dieser
Bestimmung, wenige erfordern mehr als 400 mg, und diese
werden für besondere Zwecke benötigt.4)
Eh kann hier kein vollständiger Bericht über alle erhaltenen
Ergebnisse erstattet werden, doch soll zusammenfassend einiges
von -Interesse über mehrere der wie vorstehend angegeben
untersuchten Gläser mitgeteilt werden, und zwar hinsichtlich
des Einflusses der verschiedenen RO- Oxyde auf die Löslich-
keit von Glas in Wasser (oder richtiger darüber, in Welchem
Grade die löslicheren Bestandteile aus dem Glase herausgelöst
werden können).
Molekulare Zusammensetzung und Löslichkeit.
Figur 12 'gibt Aufschluß über die Löslichkeit der Gläser
der , molekularen Reihe 100 Si02 . 20 Na20 . RO, wobei die Er-
gebnisse in mg NaaO, aus 100 g Glas herausgelöst, ausgedrückt
sind. Hierbei ist folgendes zu bemerken :
1. Der Zusatz irgend eines Oxydes vom RO-Typus zum
Kernglase 100 Si02 . 20 NaaO bewirkt eine Abnahme der Lös-
liehkeit. Die Wirkung ist zuerst sehr ausgesprochen. So
lösen sich unter den Versuchsbedingungen -7b °/0 des Kern-
glases 100 SiÖg.20 Na20 in Wasser. Der Zusatz von 5 Mol.
CaO verringert diese Löslichkeit ganz bedeutend, da nur 2,5 °/0
des Glases 100 SiO2.20 Na20 . » CaO löslich sind.
2. Die Vergrößerung des molekularen Zusatzes von RO
bewirkt eine Herabsetzung der Löslichkeit, aber in abnehmen-
dem Maße. Das geht besonders deutlich aus Fig. 12 hervor.
Kg. 12 Vig. 13
Sie. 12. Molekulare Zusammensetzung: und Löslichkeit von Glasern. (20 Mol
NajO . x Mol. BO . 100 Mol. SiOj).
Pia-. 13. Prozentnale Zusammensetzung: und Löslichkeit. (Na-jO gleichbleibend
-=20o/,.)'
3. Der Grad der Wirkung der in molekularen Mengen zu-
gefügten RO-Oxyde auf die Löslichkeit des Glases entspricht
nicht der Reihenfolge ihrer Molekulargewichte. Bemerkens-
wert ist der starke Einfluß des Zinkoxydes.
Prozentuale Zusammensetzung und Löslichkeit.
Figur 13 " veranschaulicht die Wirkung des Ersatzes von
Si02 durch Oxyde vom RO-Typus auf die Löslichkeit, wobei
Na,,0 konstant gehalten wurde (20°/0). Bei zunehmendem Er-
satz des Si02 durch RO findet in jedem Falle eine Löslichkeits-
abnähme statt, und zwar in der Wirkung entsprechend den
Molekulargewichten der RO- Oxyde, ausgenommen ZnO. Je
größer also das M.-G. des zugefügten Oxydes ist, um so ge-
ringer wird der Einfluß auf die Verminderung der Löslichkeit
sein, ausgenommen im Falle des Zinkoxyds, das die größte
Wirkung von allen hat. Letzterer Punkt ist von großer Wich-
tigkeit. In einer anderen Reihe, wo Si02 konstant blieb und
Na,0 durch RO ersetzt wurde, wurde abermals gefunden, daß
die Löslichkeit abnahm. Das — hier nicht wiedergegebene —
Sehaubild ähnelt sehr dem in Fig. 13, doch sind die Kurven
steiler. Die Kurven für ZnO, MgO und CaO fallen übrigens
hier fast zusammen.
Um die Wirksamkeit der Löslichkeitsprobe als Maßstab
für die Verwitterung zu prüfen, wurden polierte Stücke aller
Gläser einer tatsächlichen Verwitterung ausgesetzt. Zunächst
blieben sie 100 Stunden lang in einem bei 18° C. mit Feuch-
tigkeit gesättigten Raum liegen, und dann wurden sie noch
sechs Monate lang gewöhnlichen atmosphärischen Bedingungen
unterworfen. In jedem Falle war der Grad der Verwitterung,
d. h. der Grad der Wetterbeständigkeit identisch mit dem Lös-
lichkeitsgrad.
Wird in diesen Gläsern vom Typus a SiOa . b RaO . c RO,
wobei a+b-f-c = 100°/0 ist, Natriumoxyd durch Kaliumoxyd er-
setzt, so wird ihre LÖBlichkeit und somit auch ihre Dauerhaftig-
keit verändert. Ist der Alkaligehalt größer als 15°/0, so hat
gewöhnlich Natronglas die größere Haltbarkeit. Unter 15°/0
*) VergL Joorn. 8oc. Glan Techn. Vol. 4, 8. 3».
Alkaligehalt ist gewöhnlich Kaliglas dauerhafter, obgleich e
bestimmte Regel hierfür nicht aufgestellt werden kann. Dies
auch weniger von Belang, als man zunächst annimmt, und zv
auf Grund folgender, vom Verfasser gemachten, bemerke!
werten Feststellung von allgemeiner Bedeutung: Ist in i
Kieselsäure- Alkali- RO- Gläsern der Gesamtalkaligehalt gerin)
als 20°/0, so sind diejenigen Gläser, die beide Alkalioxyde
gleichem Gewichtsverhältnis enthalten, weniger löslich t
dauerhafter als Glas, in dem alles Alkali als Kalium- oder
Natriumoxyd enthalten ist. Dieser Satz trifft zu, welches ai
immer der Prozentgehalt des Glases an Si02 oder RO sein m
So wird das Glas 70 SiOa . 5 Na20 . 5 KaO . 20 PbO weni,
löslich und beständiger sein als die Gläser 70 SiOa . 10 NaaO . 20 P
oder 70 SiOa . 10 KaO . 20 PbO. Es sind auch Versuche a
geführt worden, um das .passendste Verhältnis zwischen Ni
und KaO zu finden, das ein Glas von der größten Beständig!)
gibt.5) Aus den erhaltenen Ergebnissen lassen sich für !
Beständigkeit der Gläser vom Typus a Si02 . b R20 . c 1]
wobei a+b-fc^lOO0/,,, folgende Regeln ableiten:
1. Die Beständigkeit wird dadurch verbessert, daß u
den Kieselsäuregehalt konstant hält und einen Teil des AU
durch RO ersetzt.
2. Die Beständigkeit wird dadurch verbessert, daß a
etwas der Kieselsäure durch RO ersetzt und den Alkaligel
konstant hält.
3. Bei der Verbesserung der Dauerhaftigkeit dadurch, c
man entweder Si02 oder Alkali Gewichtsteil für Gewichts
durch RO ersetzt, bewährt sich als am brauchbarsten Zi
Die anderen RO- Oxyde erhöhen die Glasbeständigkeit in <
Reihenfolge ihrer Molekulargewichte, wobei MgO mit d
niedrigsten M.-G. den größten, PbO den geringsten Einfluß i
diese Verbesserung ausübt.
4. Die Dauerhaftigkeit des Glases wird verbessert dm
die Anwesenheit der beiden Alkalioxyde Na20 und KaO.
D) Beziehung zwischen Zusammensetzung und Entglasunj
Wie schon hervorgehoben, kann Glas als Ergebnis <
Einwirkung verschiedener chemischer Verbindungen aufeinam
unter Bildung neuer Verbindungen angesehen werden, die
der hohen Bildungstemperatur ineinander gelöst sind und d
auch nach Abkühlung bleiben. Unter gewissen Umstänc
können sich aber einige der bei hoher Temperatur ineinanc r
löslichen Verbindungen abscheiden, wenn die Schmelze abkül
wobei opake Massen von verschiedener Form, Größe und /
sammensetzung entstehen. Eine Abscheidung unter solch 1
Verhältnissen wird als „Entglasung" bezeichnet. Vor ihr m
man sieh bei der Herstellung optischen Glases hüten. I
Erscheinung, soll hier nicht eingehend besprochen werd
sondern es seien nur folgende Tatsachen von Interesse angefüb
In allen Gläsern, mit Ausnahme einiger dichter Bariu i
Krongläser und sehr dichter Flintgläser, ist, in prozentual
Hinsicht, der vorherrschende Bestandteil die Kieselsäu!
Demgemäß ist wohl die Abscheidung der Kieselsäure aus d<
geschmolzenen Glas die gewöhnlichste Art der Entglasui
Diese Kieselsäureabscheidung unterliegt mehreren Einflüssi
In erster Linie wird sie durch die Abkühlungsgeschwindigk
bedingt. So zeigte ein Glas von der Zusammensetzung 70
Si02.15 Na20.15 PbO bei rascher Abkühlung um 100° C
einer Stunde kein Zeichen beginnender Entglasung, aber 1
langsamerer Abkühlung, nämlich 50° C in einer Stunde, schi
sich Kieselsäure aus. Auch das vorhandene Alkali hat Einfl
auf die Kieselsäureabscheidung; z. B. scheidet das Glas 70
SiOa . 15 Na20 . 15 BaO Kieselsäure aus, wenn es um 60° C in ein
Stunde abgekühlt wird, während das Glas 70 °/0 SiOa . 15K20 . 15 Bi
bei gleicher Abkühlungsgeschwindigkeit dies nicht tut. £
Ursache hierfür ist wahrscheinlich auf die Zähflüssigkeit zurüc
zuführen. Natriumoxyd ist ein besseres Flußmittel als d i
gleiche Gewicht Kaliumoxyd, und bei einer gegebenen Temporal
ist ein Natriumglas flüssiger als das ihm entsprechende Kaliui
glas. Je weniger zähflüssig ein Glas ist, um so leichter könn
sich Kristallisation skerne bilden und weiter entwickeln. E
dritter Umstand, der die Ausscheidung der Kieselsäure beei
flußt, ist die Art des vorhandenen RO-Oxydes. So scheic
sich die Kieselsäure leichter aus einem bleihaltigen Glase
als aus einem solchen mit dem gleichen Prozentgehalt Calciui
oxyd. Es ist faßt unmöglich, Flintgläser, d. h. bleihalti,
Gläser, mit höherem Gehalt als 65 °/0 Si02 herzustellen, wogeg
Krongläser, d. h. calciumoxydhaltige Gläser, bei langsamer A
kühlung noch mit einem Kieselsäuregehalt von 76°/0 fabrizic
werden können, ohne daß Abscheidung von. Kieselsäure eintri
Scheidet sich aus einer Glasschmelze Kieselsäure aus,
tut sie dies in Form weißer, opaker Flecken oder Kristal
Gelegentlich sondert sich die Kieselsäure so ab, daß die gan
Schmelze opalisiert. Eine solche Schmelze, die 35 °/0 PbO ui
») Vergl. Joorn. Soc. Glan Teohn. VöL 5, 8. 196.
1932. (66. Jahrgang.)
SPRECHSAAL - COÖURO.
Nr. 20 — 236
54 °/0 Si02 enthielt, erschien nach etwas langsamerer Abkühlung
als gewöhnlich durch und durch milchig. Bin anderes Glas
kann bei der ersten Abkühlung im Ofen ganz klar sein, aber
trotzdem nach dem zweiten Erhitzen und Abkühlen während
des Formprozesses Kieselsäure abscheiden und opalisieren.
Ein solches Glas ist z. B. ein Barium-Kronglas mit 61°/0 SiOa
und 19°/0 BaO. Scheidet sich Kieselsäure in kristallinischem
Zustande aus einem Glase aus, so erfolgt dies in Form von
Tridymit. Nur bei einer einzigen Gelegenheit und mittels
eines besonderen Verfahrens gelarg es dem Verfasser, Kristo-
balitkristalle zu erhalten.
Abscheidung von Silikaten der „RO" -Metalle.
Oft beeinflußt der Gehalt eines Glases an Oxyd vom
RO-Typus dessen Neigung zur Entglasung. So scheidet z.B.
das Glas 65 °/0 SiO, . 15 Na20 . 20 CaO bei langsamer Abkühlung
Calciumsilikat aus". Ist der Gehalt eines Glases an CaO größer
als 16°/0, so hat es Neigung zur Abscheidung von Kalksilikat.
Dieses besitzt die Form von feinen nadelartigen Kristallen.
Oft sammeln sich diese strahlenförmig um einen gemeinsamen
Mittelpunkt und bilden im Glase eine vollkommene Kugel.
Solche Kugeln sind in manchen Fällen so groß wie Kricket-
bälle gewesen. Bei Bariumgläsern tritt eine deutliche Neigung
zur Ausscheidung von Bariumsilikat bei langsamer Abkühlung
erst von einem Gehalt von 25 °/9 BaO ab hervor. Dann
entstehen nadelartige Kristalle von Bariumsilikat. Dichte
Barium-Krongläser, die oft 40°/0 BaO enthalten, neigen be-
sonders zur Entglasung, wobei die Abscheidung in der Regel
längs vorhandener Streifen, stattfindet. Gelegentlich scheiden
sich nach einer zweiten Erhitzung und Abkühlung andere
Kristallformen als nach der ersten aas.
Bei bleihaltigen Gläsern können mehr als 50°/0 PbO ein-
geführt werden, ohne daß Entglasung eintritt. Es ist tatsächlich
fast unmöglich, diese Erscheinung in bleireichen Gläsern her-
vorzurufen, und es gelang dies dein Verfasser nur in einem
einzigen Falle, durch langsame Abkühlung eines Glases mit
80 °/0 Bleioxyd.
1 Schluß.
Im Verlaufe dieser Mitteilungen ist nichts über die Farbe
in optischen Gläsern, über die Entfernung von Blasen, über
ungeschmolzene Bestandteile usw. gesagt worden, die alle
fortgesetzte Aufmerksamkeit erfordern. Am einen Punkt
hinsichtlich der Farbe kann hier kurz hingewiesen werden.
Man hat gefunden, daß ohne Ausnahme die kaliumoxydhaltigen
Gläser stets weniger gefärbt und glänzender sind als die ent-
sprechenden Gläser mit gleichen Natriumoxydgehalten. Das
kann darauf beruhen, daß Kaliumgläser den Ton weniger stark
angreifen als Natriumgläser und daher weniger eijiebhaUige
Verbindungen auflösen, die eine Färbung im Glase verursachen.
Ein wahrscheinlicherer Grund dürfte aber sein, daß die eise i-
haltigen Kaliumverbindungen weniger gefärbt sind als die ent-
sprechenden Natriumverbindungen.
Ohne daß auf alle diese Verhältnisse näher eingegangen
werden konnte, ist in vorstehendem genügend d arge tan worden,
daß die ganze Fabrikation des optischen Glases praktisch vor
allem im großen Maßstabe ausgeführte Versuche darstellt, mit
allen hierdurch erwachsenden Unkosten, ihren Enttäuschungen
und ebenso ihren Erfolgen. Vielleicht in keinem anderen
Industriezweige ist man so häufig Fehlschlägen und Ent-
täuschungen ausgesetzt, ehe der Erfolg erreicht ist. Die
Herstellung des optischen Glases läßt sich daher, wie der
Verfasser zum Schlüsse betont, in England nur fortsetzen, wenn
ihr die Verbraucher ihren Beistand und ihre Unterstützung
angedeihen lassen.
Wirtschaft lieh-gewerblicher To i 1-
Korrespondenzen,
Das 25 jährige Gesehäftsjabiläum feiert am 20. 5. 22 die in weifen
Kreisen der (ilasbranche wohlbekannte Firma Wilhelm Lehrer, Beinichen-
dorf, Hauptstr. 52. Das Unternehmen, das auch nach dem Auslande rege
Beziehungen unterhält, befaßt sich vorwiegend mit dem Vertrieb von Ar-
tikeln der Glasbranche jeder Art, speziell für die Parfümeriebranche, wie
auch Flaschen für Likörfabriken (Taschennaschen mit Trinkbecher and
Transparentetiketts). Daneben werden Preßglas und Stielglas sowie Por-
zellan geführt.
Eine seltene Feier. Am 7. 5. 22 konnte eine stattliche Anzahl
von Beamten and Arbeitern bei der Firma Haas & Czjzek, Porzellan-
fabriken in Schlaggenwald und Chodau, das 50- bezw. 40-jährige Dienst-
jubiläum begehen. Die Mitinhaberin der Firma, Frau Baronin Olga Haas,
überreichte dem sein 40- jähriges Dienst jubiläum feiernden Direktor der Firma,
Herrn Johann Neidhart, die Medaille der Handels- und Gewerbekammer
nebst Diplom, sowie ein Geschenk und gedachte mit herzlichen Worten
der langjährigen Verdienste des Jubilars. Sein erfolgreiches Wirken für
den WirtBchaftsverband und die gesamte Industrie wurde in treffenden
Worten des Präsidenten Anton Zebisch gewürdigt. Den anderen Jubilaren
und zwar 5 Beamten und 4 Arbeitern mit 50 Dienst jähren und 4 Beamten
und 13 Arbeitern mit 40 Dienstjahren sprach Frau Baronin Haas in gleich
herzlicher Art den Dank der Firma aus nnd übergab ihnen namhafte
Geldgeschenke. Hieran anknüpfend begrüßte Direktor Zebisch namens
des Wirschaftsverbandes die Jubilare mit innigen Worten und brachte die
ihnen vom Wirtschaftsverband zugedachten Geldgeschenke zur Verteilung.
Beg.-Bat Dr. Chudaczek, I. Sekretär der Handels- und Gewerbekammer
figer, überreichte schließlich die Medaillen und Diplome. Nachdem namens
der Jubilare sowohl ein Beamter als auch ein Arbeiter ihren Dank aus-
gesprochen hatten, fand die stimmungsvolle Feier mit einem gastlichen
Mahl im Fabriksgasthaus ihren Abschluß.
Gesetzgebung, Steuern.
ümsatzsteuernovelle. Neue Uebergangsvorschriften. Das Reiche-
finanzministerium hat neuerdings einen Erlaß an die Landesfinanzämter
gerichtet, in dem es Bestimmungen zur Erleichterung der Einführung der
Umsatzsteuernovelle getroffen hat. Darin heißt es u.a., daß mit Bücksicht
auf die späte Verkündung des Gesetzes damit zu rechnen sei, daß ein
großer Teil der Steuerpflichtigen die Vorauszahlungen für das erste Viertel-
jahr 1922 im April nicht geleistet hat, da sie über den Umfang der neuen
Vorschriften noch im unklaren seien. Der Minister hat daher bestimmt,
daß im Hinblick hierauf von einer Beitreibung der Steuer und der 5 °/0
Verzinsung ab 1. 5. 22 abgesehen werden soll, and die Verzinsungspflicht
erst ab 1. 8. 22, also nach Ablauf des auf die beiden ersten Kalender-
vierteljahre folgenden Monats beginnt, wenn die fälligen Vorauszahlungen
nicht spätestens am 31. 7. 22 eingegangen sind. In Bezug auf die Fälle,
in denen die Steuerpflichtigen durch die Vorschrift der rückwirkenden
Kraft des Umsatzsteuergesetzes in besonders unbilliger Weise belastet
werden, heißt es in dem Erlaß, daß den Steuerpflichtigen in allen den
Fällen geholfen werden könne, in denen der Steuerpflichtige ohne sein
Verschulden nicht wissen konnte, daß der Steuersatz ab 1. 1. 22 erhöht
werden würde oder in denen er sich in einer besonderen Zwangslage befand,
die ihm nicht gestattete, die Steuer seinen Abnehmern gegenüber anzu
rechnen. Die entsprechenden Anträge würden erst bei der Veranlagung
im Jahre 1923 zu erledigen Bein, Die abgeänderten AuBführungsbestim-
mungen zum UmsatzsteuergeBetz werden in Nr. 19 des „Zentralblatts für
das Deutsche Beich" vom 12.5.22 veröffentlicht werden,
Umsatzsteuer der Handelsvertreter. Die Vollversammlung des
Vereins Berliner Handelsvertreter E. V. hat Einspruch dagegen erhoben,
daß in den Beichstagssitzungen vom 22. 3. and 1. 4. die Anträge auf
Beseitigung der Umsatzsteuer für die Handelsvertreter abgelehnt Warden.
Es sei nicht beachtet worden, daß der Handelsvertreter die Umsatzsteuer
im Gegensatz zu allen anderen Beraten niemals abwälzen könne, daß die
Umsatzsteuer für den Handelsvertreter doppelt angerecht sei, weU er sie
auch von den iür sein Haas aufgewendeten, von ihm ausgelegten Unkosten
bezahlen müsse, daß somit der Handelsvertreterberuf einer zweiten ver-
schärften Einkommensteuer und damit einer AasnahmebeBteaerang unter-
liege. Der Beichsfinanzminister habe erklärt, die Aufhebung der Aub-
nahmebesteaerang des Handelsvertreterberufes könnte dazu führen, daß „in
weitem Umfange das Kommissions- and Propregeschäft verlassen and daß
man versuchen werde, bestehende, diese Form benatzende ständige Ge-
schäftsverbindungen in die Form des Agentenverhältnisses umzuwandeln".
Der Kommissionär wie der Proprehändler, der den anmittelbaren Besitz
der Ware nicht übertrage, sei aber bereits auf Grand des § 7 des UStG.
von der Umsatzsteuer völlig befreit, brauche seine Tätigkeit also nicht
umzuwandeln.
Handel and Verkehr.
Ablieferung von Augfahrdevisen an die Keiehsbank durch Privat-
banken. Die Ausfuhrfirmen werden nochmals dringend darauf hinge-
wiesen, daß die Devisenablieferungspflicht an die Beichsbank bei Begebung
der Devisen an Privatbanken nar dann erfüllt ist, wenn der betreffenden
Privatbank die ungesäumte Weiterleitung an die Beichsbank ausdrücklich
vorgeschrieben wird. Wenn das nicht geschieht, kann eine Anrechnung
auf das Ablieferungssoll der betretenden Ausfuhrfirma seitens der Devisen-
ablieferangskontrolle der Beichsbank nicht erfolgen. Soweit die einge-
kommenen Devisen durch Lieferanten beansprucht worden sind, bleibt die
Aasfahrfirma als Empfänger der Bewilligung gleichfalls der Devisehab-
lieferungskontrolle der Beichsbank gegenüber nacbweisp tüchtig. Der
entsprechende Nachweis ist auf Anfordern der Devisenablieferungskontrolle
durch Vorlegung von Originalfaktaren, Frachtbriefen, Konnossementen
usw. zu fuhren. Voraussetzung dabei ist, daß die Devisen von den be-
treffenden Lieferanten zur Bezahlung ihrer Einfahren an Rohstoffen be-
natzt worden Bind, andernfalls kann eine Befreiung von der Ablief e rungs-
verpflichtung nicht ausgesprochen werden.
Niederländische Handelskammer für Deutschland. Die Geschäfte
der Niederlassungen in Düsseldorf Und Dortmund sind auf die seit mehreren
Jahren bestehende Niederländische Handelskammer in Frankfurt a. M.
übergegangen, deren Geschäftsbereich sich nunmehr über ganz Deutsch-
land erstreckt, mit Ausnahme der Hansastädte and ihre Umgebung und
des linksrheinischen besetzten Gebietes nördlich der Mosel. Die seither
bestehenden Bareans Bind für persönliche Auskünfte anch weiter geöffnet.
Gebührenerhebung im Postfrachtstückverkehr nach über*
seeischen Ländern durch Vermittlung von Speditionsfirmen. Vom
15. 6. 22 an erhöhen sich die Gewichtsgebühren für Postfrachtstücke ab
Hamburg oder Bremen. Die neuen Sätze Bind aus der gleichzeitig erfol-
genden Berichtigung des Paketposttarifes zu ersehen.
Der deutsch-russische Wirtschaftsvertrag. Die in dem Bapallo-
Abkommen vereinbarte deutsch-russische Meistbegünstigung nnd der
wechselseitige Verzicht aof die Entschädigung werden in den maßgeben-
23€ - Nr 20
SPRECHSÄAL- COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
den deutschen Industriekreisen hoch bewertet. Auf Grand der Meistbe-
günstigung tritt Deutschland in den Mttgenuß der Handelsabkommen, die
So'wjetrußUnd mit England, Schweden, Norwegen, Italien, Tschecho-
elowakien, Oesterreich, Türkei nnd Fersien abgeschlossen hat. Biese
Handelsverträge entsprechen im allgemeinen dem (noch geltenden) deutsch-
russischen Abkommen vom 6. 5. 21, dnrch das die rassische Regierang für
Verbindlichkeiten aas den nach Abschluß des Abkommens eingegangenen
Rechtsgeschäften mit deutschen Staatsangehörigen, Firmen nnd juristischen
Personen sich der deutschen Gerichtsbarkeit nnd Zwangsvollstreckung
unterworfen hat. Jedoch bleibt die rassische Regierang berechtigt, auch
die in Deutschland abgeschlossenen Rechtsgeschäfte mit der Schieds-
gerichtsklausel zu versehen. Einige Einschränkungen der deutsch-rassi-
schen Meistbegünstigung dnrch Sondervorteile, die Rußland an Polen und
politisch benachbarte Gebiete im Grenzverkehr gewähren kann, sind nicht
erheblich. Von außerordentlicher Tragweite ist der beiderseitige Verzicht
auf Entschädigungen, weil dadurch die Gefahr großer wirtschaftlicher
Verpflichtungen nnd Verloste Deutschlands abgewendet erscheint.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. ölas. Die Geschäfte der Preisprüfungsstelle für Röhren
nnd HohlgläBer für wissenschaftliche nnd technische Zwecke wird b is zur
Neuregelung vorläufig von der Preisprüfungsstelle für Glasinstramente,
Jlmenau i. Thür., Schloßstraße 11, weitergeführt. Alle diesbezüglichen
Anträge sind bis anf weiteres an vorgenannte Stelle zu richten.
Gültigkeitsdauer der Ausfuhrbewilligungen. Der Reichskom-
misssr für . Aus- nnd Einfahrbewilligang hat den Reichsfihanzminister
gebeten, die Zollstellen anzuweisen, daß Aasfahrsendangen anch nach
Ablauf der Gültigkeitsdauer der Ausfuhrbewilligung noch als bewilligt
anzusehen sind, wenn aus dem Erachtbrief hervorgeht, daß die Ware vor
Ablauf der Gültigkeit der Ausfuhrbewilligung zam Tr anapart aufgegeben
worden ist Darch eine solche Anweisung der Zollstellen wird den berech-
tigten Wttni chea der Ansf ahrintereisenten R echnnng getragen.
Abschreibungen von den Ausfuhrbewilligungen durch die Zoll»
stellen. Einzelne Zollstellen nehmen die Abschreibungen von Teilposten
anf den Ausfuhrbewilligungen möglichst genau nach Menge nnd Wert,
sogar unter Bezeichnung der Warengattung, vor, während andere, nament-
lich die Hamburger Stellen, in Bausch and Bogen abschreiben. Eine
genaue Abschreibung nach Menge und Wert und nach den verichiedenea
Warehgattungen ist aber unbedingt erforderlich. Für die Richtigkeit der
Abschreibang ist in erster Linie der Versender verantwortlich, der den
Zellbehörden die nötigen Angaben aus dem Frachtbrief, der Auifuhr-
erklärung und dem statistischen Anmeldeschein machen maß. Die Zoll-
behörde kann nur in Ausnahmefällen nnd bei Nachrevisionen die Richtig-
keit dieser Angaben prüfen. Da die Zollstellea bisher keine einheitliche
Anweisung über die Durchführung der Abschreibungen erhalten haben,
ist eine tinheitlishe Durchführung beim Reichsfinanzministerium beantragt
worden. • '
' Interalliiertes Aus- und Einfuhramt Saarbrücken. Da» für den
Warenverkehr zwischen dem besetzten Gebiet und dem Saargebiet zuständige
Amt hat die Gebühren für die Bearbeitung von Aus- und Einfuhranträgen
voiTö auf 3 % herabgesetzt.
Belgien. Einfuhrzölle auf deutsche Waren. Nach einer Ver-
ordnung vom 18. 4. unterliegen Waren deutschen Ursprungs und deutscher
Herkunft bis zum 3L 13. 22 weiterhin einer höheren Verzollung.
'■ib Danemark. Das Luxuszollgesetz ist bis zam 31. 5. 22 verlängert
Worden. Ob bis zu diesem Zeitpunkt der neue Zolltarif verabschiedet
worden ist, erscheint neuerdings zweifelhaft., - * '
Luxemburg. Eine Neuregelung des Zollwesens und der Ein-
und Ausfuhrbestimmungen ist anläßlich des am 1. 5. 22 erfolgten Inkraft-
tretens des belgisch-luxemburgischen Wirtschaftsabkommens vorgenommen
worden. Die bisher gültig gewesenen Gesetze nnd Reglements über das
Zollwesen und die Zollstatistik werden durch die einzuführenden belgischen
Bestimmungen ersetzt. Insbesondere wird der luxemburgische Zolltarif
vom 28. 7. 21 mit dem derzeitigen belgischen Zolltarif in Uebereinstimmung
gebracht. Des weiteren wird das durch belgische Verordnung vom 3. 11. 21
für gewisse Waren deutschen Ursprungs oder deutscher Herkunft einge-
führte besondere Zollregime auch in Luxemburg in Kraft gesetzt. Sämt-
liche Waren, herkommend aus der Schweiz, ans Spanien, Holland, Dänemark,
Schweden, Norwegen, Polen, Tschechoslowakien und Deutschösterreich
Bind bei der Einfuhr der Vorlage eines Ursprungszeugnisses unterworfen,
das zU besagen hat, daii die eingeführte Ware nicht deutschen Ursprungs
ist. Als nicht dentschen Ursprungs sind anzusehen Produkte, die aus
Rohstoffen oder Materialien deutscher Herkunft angefertigt Bind, unter der
Bedingung, daß der Anteil, welcher entweder anf deutsche Arbeit oder
deutsche Rohstofflieftrang entfällt, 25 % des Wertes der Fertigfabrikate
nicht übersteigt. Die Aasfahr einer Reihe von Waren belgischen Ursprungs
(u. a. verschiedene Ziegelarten) bedarf der Genehmigung des Generaldirektors
des Ackerbaus, der Industrie und der sozialen Fürsorge.
Mittelamerika. PreisBtellung für deutBcbe Einfuhrwaren.
Hierüber erfahren wir von zuständiger deutscher Seite folgende Mitteilung,
die mit Rücksicht auf manche in der Oifientlichkeit zum Ausdruck ge-
brachten abweichenden Aeußerungen von Inte/esse sein dürfte. Die Im-
portfirmen, in Nicaragua ziehen die Faktarieraug in Mark vor. Viel-
fach wird der Wunsch geäußert, die deutschen Preislisten möchten auch
Dollarpreise enthalten, wie das teilweise bei holländischen und englischen
Preislisten der Fall Bei. Iu Costa Rica ist der Importhandel in seiner
Mehrheit damit einverstanden, daß die dentschen Exporteure in Dollar
fakturieren. Der von deutschen Exportenren, insbesondere Händlerfirmen,
gegenüber der Reichsregierang verschiedentlich geltend gemachte Ein-
wand, daß die überseeische Kundschaft häufig die Faktarierung in Mark
verlange, erscheint, soweit Costa Rica in Betracht kommt, im allgemeinen
unzutreffend. Fast alle seriösen Firmen in Costa Rica ziehen heute anbe-
dingt die Faktarierung in Dollar vor, weil die Schwankungen der dentschen
Valuta ihnen j ede Kalkulation unmöglich machen. Nicht verkannt werden
soll, daß es nach wie vor in Ausnahmefällen auch angebracht sein kann«
Zahlungen in Mark, umgerechnet zum Tageskurse, statt in Dollar anzu-
nehmen, besonders dann, wenn ein Kunde, der aus spekulativen Gründen
früher Mark gekauft hatte, diese jetzt in deutschen Waren investieren
will. Im allgemeinen sollten aber Angebote in Dollar gemacht werden.
Nennenswerte Markguthaben scheinen in Nicaragua und Costa Rica nicht
vorhanden zu Bein, während in Panama eich manche Kaufleute erheb-
liche Markbeträge angeschafft haben.
Paraguay. Zolltarif. Art. 22—39 des Staatshaushaltsgesetzes
Paraguay's für 1922 enthalten die Bestimmungen des gegenwärtigen Zoll-
tarifs. Näheres ist im Reichswirtschaf tsministerium, Zollbttro, zu erfahren.
Rußland. Neuer Zolltarif. Für die Einfuhr von Waren ist der
frühere rassische Zolltarif mit einigen Aenderungen wieder provisorisch
in Kraft gesetzt worden. Zur Ausarbeitung eines endgültigen Tarifes ist
vom Volkskommissariat für den Außenhandel ein Ausschuß gebildet worden.
Dieser hat außerdem noch folgende Befugnisse : 1. Abänderung der Listen
der zur Ein- und Ausfuhr nicht zugelassenen Waren; 2. Anwendung des
Tarifs gegenüber einzelnen Warengrappen ; 3. Begutachtung aller Gesetz-
entwürfe über Handelsverträge und Wirtschaftsabkommen, die den Zoll-
tarif berühren. — Zollfreier Transitverkehr durch die Sowjetrepublik ist
nur zulässig auf besondere Verfügung des Volkskommissariats nnd auch
dann nur bei Einhaltung der diesbezüglichen internationalen Abmachungen. —
Für Waren aus Ländern, die mit der Sowjetrepublik keinen Handels-
vertrag abgeschlossen haben oder den Vertrag nicht einhalten, kann das
Volkskommissariat für Außenhandel im Einverständnis mit dem Volks-
kommissariat für AenßereB einen 100«/0igen Zuschlag zu den in Kraft
befindlichen Zollgebühren erheben und zollfreie Waren bis 50% ihres
Wertes der Zollpiicht unterwerfen. Die Zollgebühren werden in Gold
berechnet
Schweiz. Aufstellung eines neuen Zolltarifs. Der zurzeit in
Kraft befindliche provisorische Gebranchstarif, der vom Bundesrat aufge-
stellt und in Kraft gesetzt wurde, Boll so bald als möglich durch einen
endgültigen Tarif ersetzt werden. Ein neuer Text ist bereits von einer
Sachverständigenkommission ausgearbeitet worden, und es Boll nunmehr
zur Aufstellung der neuen Sätze geschritten ward an. Es dürfte sich
empfehlen, daß die am Handel mit der Schweiz beteiligten deutschen
Firmen sich rechtzeitig mit ihren Schweizer Abnehmern in Verbindung
Betzen, um sich mit ihnen über ihre evtl. gemeinsamen Wausehe zum
neuen Zolltarif zu verständigen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Vereinigte Isolatorenwerke, A.-ft., Berlin-Pankow. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21. Reingewinn Jt 430 534
(363495); Dividende 12% (12); Abschreibungen Ji 121 148 (68 736). — Der
Umsatz des abgelaufenen Jahres blieb nicht wesentlich hinter dem vor-
jährigen zurück. Es gelang, die Fabrikation durch Verbesserung der
internen Organisation nnd der Arbeitsmethoden zu verbilligen. Es konnte
auch eine steigende Arbeitsleistung festgestellt werden. Im neuen Jahre
ist das Unternehmen ausreichend beschäftigt und verfügt für die nächste
Zeit über befriedigende Aufträge. — Die o. G.-V. beschloß ferner die Kapi-
talserhöhung xwTJt 4 Mill. Die neuen ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten
Aktien übernimmt ein unter Führung der Gesellschaft für elektrische
Unternehmungen stehendes Konsortium zu 100% mit der Verpflichtung,
M 2 Mill. den alten Aktionären im Verhältnis 2:2 zu 112% zum Bezug
anzubieten. Der Rest wird von dem Konsortium freihändig verwertet.
Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde Direktor E. Loewe.
•entgehe Ton- und Steinzeugwerke, A.-G., Charlottenburg.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn
^4,67 Mill. (2,16); Dividende 20% (18); Abschreibungen jt 0,41 Mill.
(0,22). — Sämtliche Werke waren, mit Ausnahme einer kurzen Zeitspanne,
hinreichend beschäftigt; unzureichende Kohlenbelieferung engte allerdings
die Produktionsmöglichkeit einzelner Betriebe, ein. Von den Tochter-
gesellschaften und Beteiligungen ist folgendes zu erwähnen : Die Ton- und
Steinzeugwerke W. Richter & Cie. A.-G., Bitterfeld, verteilt eine Divi-
dende von 20%. die Deutsch-Englische Qaarzsehmelze, G. m. b. H.,
Berlin-Pankow, 10 %. Die Hälfte des Aktienkapitals der Hruschauer Ton-
warenfabrik, A.-G;, Hrnsehau, ist auf den Verein für chemische nnd
metallurgische Produktion, Karlsbad, übergegangen. Der Verein verlegt
seinen bisherigen Außiger Betrieb für chemisches Steinzeug nach Hrüschau,
in welchem Werk alsdann auch die Fabrikation von Kanalisationsröhren,
feuerfesten und säurebeständigen Erzeugnissen für gemeinschaftliche Rech-
nung weitergeführt wird. Die Vereinigte Magnesia Co. und Ernst Hilde-
brandt A.-G. ist an die Steatit-Magnesia A.-G. übergegangen, an welchem
Unternehmen nunmehr die Gesellschaft mit JC 10,6 Mill. beteiligt ist.
Außerdem ist die Gesellschaft noch mit größeren Beträgen an der Anna-
werk A.-G,, Oeslau, und an der Triptis A.-G., Triptis, beteiligt. Im Früh-
jahr 1921 wurde die Grube Graf Zinzendorf, G. m. b. H., Niesky, O.-L.,
erworben. Im laufenden Geschäftsjahr ist das Unternehmen auf allen
Werken stark beschäftigt. — Die o. G.-V. stimmte ferner der Kapitals-
erhöhung um Ji 15 Mill. Stamm- und Jt 3 Mill. Vorzugsaktien auf
ji 40 Mill. zu. Von den neuen Stammaktien werden M 5 Mill. von einer
Bankengruppe unter Führung der Bankfirma Gebrüder Arnhold zu 100%
mit der Maßgabe übernommen, diese Aktien zu 105% zur Verfügung der
Gesellschaft für besondere Zwecke zu halten. Die restlichen M 10 Mill.
werden den Aktionären im Verhältnis 2:1 zu 175 % angeboten. Die
neuen Mittel dienen in der Hauptsache zam Bezog von Aktien von
Tochtergesellschaften, die teilweise bereits Kapitalerhöhungen beschlossen
haben. In der Hauptsache handelt es sich dabei um die Steatit-Werke,
die Hamburger Triton- Werke nnd die Münchener Luck A.-G. — Neu in
den Aufsichtsrat gewählt wurden H. Müller und B. Thurnauer.
Buckauer Porzellan-Manufaktur, A.-G., Magdeburg-Buckau.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn
M 27952 (16386); Dividende 9«/0 (10); Abschreibungen JK 1748 (4516);
Rückstellung anf Werkerhaltungakonto Ji 57 000 (10000).
1922. (65. Jahrgang.)
Vereinigte Mosaik- nnd Wandplattenwerke, A.-G. (Friedland-
Sinzig-Ehrang), Sinzig a. Rh. Aaszug aas dem genehmigten Abschluß
vom 31,12. 21: Reingewinn M 1486 914 (590053); Dividende 30% (25) ;
Abschreibungen M 246980 (164239); Werkerhaltung M 400000. — Die
im Inlande wieder erwachte Bautätigkeit brachte reichliche B sschäftigung,
die eine leidliche Ausnutzung der Erzeugungsmöglichkeit gestattete. Der
Absatz nach dem Ausland nahm an Ausdehnung zu. loa neuen Jahr sind
sämtliche Betriebe auf mehrere Monate hinaus mit Aufträgen versehen. —
In den Aufsichtsrat wurden neu gewählt: Bankdirektor W. Kleinert, Vors.,
Konsul E. Brockelmann, stellv. Vors., Architekt P. Korff, P. Kracht,
Ratssyndikus a. D. E. Linck, Bankdirektor F. Neuerbourg, Gutsbesitzer
E. Servais, Ing. M. Collart.
Keramag, Keramische Werke, A.-G., Meiningen. Die o. G.-V.
gab ihre Zustimmung zu der Kapitalserhöhung um M 5 Mill. Stammaktien
auf M 15 Mill. Den alten Aktionären wird auf M 2,5 Mill. ein Bezugs-
recht von 4:1 zu 100% eingeräumt.
Stein- nnd Ton-Industrlegeselischaft „Brohlthal«, Bargbrohl.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn
Jt 183 684 (172737); Dividende 10% (10); Abschreibungen ^ 25000
(35000).
Stellawerfe, A.-©., vorm. Wilisch & Co., Homberg. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn M 3 279 055
Dividende 10 %: Abschreibungen Jt 45 133 ; Zuweisung zum Erneuerungs-
bestand M 1 Mill. — Bei reger Nachfrage waren vielfach die Produktions-
mb'glichkeiten sehr behindert Besonders mißlich lagen die Verhältnisse
in Oberschlesien während der Zeit der Unruhen. Hinsichtlich der
Aussichten für die Zukunft vermag die Verwaltung kein Urteil abzugeb en.
F. Ad. Richter & Cie., A.-G., Rudolstadt. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 (1. Geschäftsjahr): Reingewinn
M 794 240; Dividende 10%; Abschreibungen M 322 066. — An Stell«
zweier aasscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden die Bankdirektoren
R. Kraus und G. Nothmann gewählt.
Pommerscher Industrie -Verein anf Aktien, Stettin. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 1305 216
(2 720 097) ; Dividende 25 % (25) ; Abschreibungen Jt 2 686 036 (2 203 797).
Stralaner Glashütte, A.-G., Berlin-Stralau. Auszog aus dem
genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn M 3,35 Mill. (2,75) ;
Dividende 10 % (10), Sondervergütung 20 % (15) ; Abschreibungen Jt 0,24
Mill. (0,25); neu errichtet» Unterstützungskasse Jt 0,5 Mill. — Das
25. Geschäftsjahr brachte dem Unternehmen anhaltend gute Beschäftigung.
Das Inland zeigte wesentlich gesteigerten Bedarf. Vorübergehend trat
völliger Flaschenmangel ein. Der Absatz nach dem Ausland ging im Ver-
lauf des Jahres stark zurück. Die maschinelle Flaschenfabrikation (Owens-
Blasmaschinen) hat an dem Jahreserträgnis wiederum erheblichen Anteil. -
Im laufenden Geschäftsjahr ist die Geschäftslage befriedigend' — Die
0. G.-V. genehmigte ferner die Kapitalserhöhung um Jt 3 Mill. auf den
Namen der Bank für Handel nnd Industrie lautende 6% Vorzugsaktien,
die zu 100 o/0 ausgegeben werden. — Neu in den Aufsichtsrat wurden
die Direktoren R. Funke nnd G. Friedlaender gewählt.
A.-G. für Glasfabrikation, vorm. Gebr. Hoffmann, Berns-
dorf, 0.-L. Auszug ans dem genehmigten Abschluß vom 31.112.22:
Reingewinn Jt 539 800 (668 508); Dividende Stammaktien 22% (22)-
V-A. 25% (25); Abschreibungen Jt 176 771 (68 000); üeberweisung am
Erneuerungsfonds M 350 000 (500 000). — Trotz der allgemeinen Absatz-
stockung während der Sommermonate konnte der Betrieb im bisherigen
Umfang aufrecht erhalten werden. Die im Herbst eintretende starke
Nachfrage für Export veranlaßte sogar die Inbetriebsetzung eines bisher
still gelegenen Ofens. Im neuen Jahr liegen Aufträge noch für längere
Zeit zu angemessenen Preisen vor. — Die o. G.-V. beschloß des weiteren,
die bisherigen Vorzugsaktien den nicht bevorzugten Aktien gleichzu-
stellen unter Benennung sämtlicher Aktien als Stammaktien. Der vorge-
schlagenen Kapitalserhöhung um J/i 1,76 Mill' Stamm- und Jt 0,5 Mill.
6 7*% Vorzugsaktien auf Jt 4 Mill. wurde zugestimmt. Die neuen ab
1. 1. 22 dividendenberechtigten Stammaktien werden den bisherigen
Stamm- nnd Vorzugsaktionärea im Verhältnis 1 : 1 zu 117 %% angeboten.
Die Vorzugsaktien sollen zu 100 °/o unter Eingehung einer Sperrver-
pflichtung von Verwaltungsratsmitgliedern übernommen werden.
Glasfabrik, A.-G., Brockwitz. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn M 1365 225 (880 775); Dividende
15% (15), Sondervergütung 25% (10) ; Abschreibungen Jt 475 034 (390 725).
A.-G. der Gerresheimer Glashfittenwerke, vorm. Ferd. Heye,
Düsseldorf. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21:
Reingewinn Jt 10,14 Mill. (6,22); Dividende -Stammaktien 30% (25), j
Vorzugsaktien 22% (17), nachträglich dem Vortrag entnommene Sonder-
vergütung 10% (10); Abschreibungen Jl 804996 (637 919). — Der Be-
trieb im Jahre 1921 war auf allen Werken regelmäßig. Verschiedene
stillstehende Produktionsmittel konnten wieder nutzbar gemacht werden.
Der Export brachte gewinnbringende Ergebnisse. Für den Wiederaufbau
der Werke sind dem Wiederaufbaukonto Jt 6,5 Mill. gutgebracht worden,
die wohl in 1922 restlos für die Instandsetzung verwendet werden dürften,
zugleich mit M 8,5 Mill., die auf dem Kreditorenkonto als Rückstellung
des für den. Wiederaufbau bereits vom Aufaichtsrat bewilligten Betrages
verbucht sind. — In der zweiten o. G.-V. kam es wieder zu langen
Auseinandersetzungen zwischen der Verwaltung und der Oppositionsgruppe.
Auf verschiedene Anfragen lehnte die Verwaltung die Detaillierung ver-
schiedener Bilanzposten ab als nicht im Interesse der Gesellschaft
liegend. Für die Wiederinstandsetzung des Lippstädter Werkes müßten
allein rund Jt 25 Mill. aufgewandt werden. Die unsichere Zukunft mache
es notwendig, eine besonders vorsichtige Bilanzpolitik zu betreiben. Eine
Bindung bezüglich der Forderung der Opposition, daß die neuen Vorzugs-
aktien zu keiner Frist in Stammaktien umgewandelt werden, oder an
einer Nenausgabe von Stammaktien nicht teilnehmen sollen, lehnte die
Verwaltung ab. — Neu in den Aufsichtsrat berufen wurde Dr. Klingelhöfer.
Dentsche Spiegelglas-A.-G., Freden. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Jt 4929 707 (2225 376); Divi-
Nr. 20 — 2»?
dende 25% (25); Abschreibungen Jt 751671 (849 368). — Die o. G.-V.
genehmigte die vorgeschlagene Kapitalserhöhaug um Jt 12 Mill. Stamm-
und M 1 Mill. Vorzugsaktien. Von den für 1922 dividendenberechtigten
Stammaktien werden Ji 6 Mill. den alten Aktionären im Verhältnis 2 : 1
zu 250% angeboten. Die neuen Mittel dienen zu Augliederungszwecken.
Glashüttenwerke Holzminden, A.-G., Holzminden. Auszag aus
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Verlast Jt 1 11 5 830 ; Ab-
schreibungen Jt 131340.
Oldenburgische Glashütte, A.-6., Oldenburg i. 0. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : leingewinn M 9 082 439
(1090178); Dividende 30% (25); Abschreibungen Jt 439 395 (462 11?).
— Im Berichtsjahr 1921 wechselten Zeiten völliger Absatzstockung mit
Perioden ab, in denen der Nachfrage nach Flaschen kaum entsprochen
werden konnte." Das im ersten Halbjahr noch ziemlich rege Auslands-
geschäft flaute später ganz erheblich ab infolge der Weltmarktpreise und
der Einfuhrerschwerungen. Größere Betriebsstörungen konnten durch aus-
giebige Verwendung von Torf als Ersatz für die fehlende Kohle vermieden
werden. — Geh. Baurat L. Klingenberg ist aus dem AufsichtBrat aus-
geschieden.
Thüringische Glas-Instrumenten-Fabrik Alt, Eberhardt & jager,
A.-G,, Ilmenau. Auszag aas dem genehmigten Abschluß vom 31. 12, 21 :
Reingewinn Jt 1,63 Mill. (1,53); Dividende 25% (20); Sondervergütung
10o/0 (10) ; Abschreibungen M 0,02 Mill. (0,02) ; Rücklage für Wohlfahrts-
und Unterstützungsfonds Jt 45000, für Werkerhaltungsfonds ^0,1 Mill,
für Baufonds M. 0,6 Mill. — Die Nachfrage war auch im abgelaufenen Ge-
schäftsjahr derartig rege, daß die Betriebe bis zur Grenze ihrer Leistungs-
fähigkeit beschäftigt waren. Der lebhafte Auftragseingang im neuen Jahr
läßt auf eine weitere befriedigende Entwicklung hoffen. — Die o. G.-V.
gab ferner ihre Zustimmung zu der zwecks Bin einer eigenen Glashütte
in Vorschlag gebrachten Kapitalserhöhung von Jt 2,6 Mill. auf Jt 4,2 Mill.
Die neuen, ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Stammaktien werden von
der Bank für Thüringen, Meiningen, mit der Verpflichtung übernommen;
hiervon Jt 1,6 Mill. den bisherigen Stamm iktionäreu im Verhältnis 1:1
zu 160% zum Bezug anzubieten. Die restlichen J6 1 Mill. werden zu
Gunsten der Gesellschaft verwertet. — Ia den Aufsichtsrat wurde Direkt or
0. Benz neugewählt.
Alexanderwerk A. von der Nahmer, A.-G., Remscheid. Die e.
o. G.-V. stimmte der Kapitalserhöhung um Jt 10 Mill. ab 1. 7. 22 divi-
dendenberechtigten Stammaktien zu. Den bisherigen Aktionären werden
Jt 6,5 Mill. im Verhältnis 4:1 zu 200% angeboten. Die restlichen
M 3,5 Mill. bleiben zur Verfügung der Verwaltung und werden frei-
händig bestmöglich verwertet.
Bnderus'sche Eisenwerke, A.-G., Wetzlar. Die o. G.-V. be-
schloß die Kapitalserhöhung um M 57,25 Mill. auf Jt 106 Mill. Ein Kon-
sortium übernimmt davon M 21,375 Mill. zu 300 «/# and bietet sie den
Aktionären im Verhältnis 2 : 1 zum gleichen Kurse an. Jt 30 Mill. gehen
als Schutzaktien an befreundete Kreise, der Rest wird freihändig verwertet.
Bartsch Quilitz & Co., A.-G., Berlin. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn: Jt 248 076; Dividende
15 % p. r. t. ; Abschreibungen Jt 47 395. — Die o. G.-V. beschloß des
weiteren den Abschluß eines Interessengemeinschaftsvertrages mit ,der
Glashütte Friedrichsthal, A.-G., Friedrichsthal bei Costebrau, und im Zu-
sammenhang damit die vorgeschlagene Kapitalserhöhung um Jt 2,6 -Mill.
auf Jt 6 Mill. Die neuen, ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Aktien
werden von einem Konsortium unter Führung der Bankfirma Carsch
Simon & Co. mit der Verpflichtung übernommen, einen Teilbetrag den
bisherigen Aktionären im Verhältnis 4:1 zu 2l0»/a zum Bezug anzu-
bieten. Jt 2 Mill. dienen zum Umtausch, von Aktien der Glashütte
Friedrichsthal, deren neu zar Ausgabe gelangenden Aktien in Höhe von
M 2 Mill. zum Umtausch gegen Bartsch-Quilitz- Aktien dienen. Beidi
Gesellschaften verpflichten sich, eine gemeinsame Dividende auszuschütten.
Geo Borgfeldt & Co., A.-G.. Berlin. Auszug aus dem geneh-
migten Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn M 666 934; Verwendung
nicht veröffentlicht; Abschreibungen M 111040.
Keramische Elektro-Osmose A.-G., Berlin. Zu der beabsichtigten
Kapitalserhöhung von Jt 6 Mill. um bis zu Jt 100 Mill. erfahren wir
folgendes: Die Elektro-Osmose, A.-G., Berlin, die MuttergeseÜBchaft -der
oben genannten A.-G., ist bekanntlich die Trägerin der gesamten elektfo-
osmotischen Verfahren auf den verschiedensten Gebieten. Als Sonder-
gesellschaft für das Gebiet der Keramik ist im vergangenen Jahre die
Keramische Elektro-Osmose A.-G. gegründet worden, die zunächst Kuxe
der Westerwälder Elektro-Osmose Tongewerkschaft erworben hat. In
Durchführung des Arbeitsplans der Gesellschaft soll sich nun die Keramische
Elektro-Osmose A.^G an mehreren in Deutschland und Tschechoslowakien
gelegenen Kaolin-Werken maßgebend beteiligen. Eine Iuanspruchnahme
des öffentlichen Kapitalmarktes kommt kaum iu Batraaht, da es sich im
wesentlichen nm eine Austanschoperation innerhalb des. Konzerns der
Elektro-Osmose A.-G. handelt.
Neue Glasfabrik in Oesterreich. In den Wöllersdorfer Werken
fand kürzlich die Eröffnung einer neu eingerichteten Glashütte statt. Die
Glashütte, vorläufig ein zwölfhäfiger Ofen (ein zweiter Hafenofen ist im
Bau), wurde von der Werkdirektion ohne Mithilfe fremden Kapitals er-
richtet. Ein besonders günstiger Umstand hierbei war die Gewinnung
einer geschlossenen Gruppe von Glasarbeitern, die als Deutsch-Oesterreicher
zur Auswanderung ans Tschechoslowakien genötigt waren. Die Hütte
wird mit dem einen Ofen vorläufig etwa 3500 kg reines Glas täglich er-
zeugen, und zwar Siphon- und Mineralwasserflaschen, Drogengläser und
-flaBchen, Biergläser, Becher, sowie Wirtschaftsgläser mehrfacher Art,
wodurch einem dringenden Bedürfnis der österreichischen Verbraucher ab-
geholfen wird, die bisher gezwungen waren, ihren Bedarf in Tschecho-
slowakien zu decken. Der notwendige Quarz wird in erstklassiger Güte
aus österre? -bischen Qaarzgruben bezogen. Im nächsten Jahre soll die
Glashütte- «nnen Wannenofen zur Erzeugung von gewöhnlichem
Grünglas! » y '«o. !-u a .
SPRECH SAAL — <£0BUR6.
238 — Nr. 20
SPRECHSAAL -COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
General -Versammlungen.
Doxer Porzellan-Manufaktur, A.-G., vorm. Ed. Bichler, Berlin: o. Q.-V.
29. 6. 22, 6 Uhr n., Bankfirma Straßer & Co., Berlin.
Tonwerke Kandern, A.-G, kandern: a. o. G.-V. 30.6.22, 2l/s n,
Notaiiat IV, Freiburg. T -0. : Satzungsänderungen.
8teingntfabrik, A.-6, Sörnewitz: o. G.-V. 2.6. 22, 31/, Uhr n.,
Hotel Goldener Löwe, Meißen. T.-O. : n. a. Eapitalaerhöhnng um Jt 4,5 Mill.;
ÄbBcblaß eines neuen Gesellschaftsvertrages.
Vereinigte Schamotte- und Qaarzwerke, A.-G., Frankfurt a. M. :
o. G.-V. 29. 6. 22, 9 Uhr v., Frankfurter Hof, Frankfurt.
Vereinigte Großalmeroder Tonwerke, Großalmerode : o. G.-V. 2. 6. 22,
11 Uhr v., Bankhaus S. J. Werthauer jr. Nachfolger, Cassel.
Stettiner Schamotte-Fabrik, A-G., vorm. Didier, Stettin: o. G.-V.
7. 6. 22, 11 Uhr v., Großer Börsensaal, Stettin. T.-O. : u. a. Kapitals-
erhöhung.
Stoiberger A.-G. für feuerfeste Produkte, vorm. B. Keller, Stolberg:
a. o. G.-V. 31.5.22, 12% n., Dresdner Bank, Aachen. T.-O.: Kapitals-
erhöhung.
Hirsch, Janke & Co., A.-G, Weiß wasser: o. G.-V. 16.6.22, 3 Uhr n.,
Geschäftslokal, Weißwasser.
Wolframlampen, A.-G, Augsburg: o. G.-V. 29.5.22, 11 Uhr.v,
Handelskammer Augsburg. T.-O : u. a. Firmenänderung in „Wolfram
Lampen AhtiengeseUschaft".
Heckert & Co, A.-G., Halle: o. G.-V. 30.5.22, 11 Uhr v., Hotel
Kaiserhof, Leipzig.
NordiBche Ofenfabrik und Gießerei, A -G., Flensburg: o. G.-V. 31. 6. 22,
4 Uhr n , Geschäfts! oka), Flensburg.
Eisenwerk L. Meyer jun. & Co., A.-G, Harzgerode: o. G.-V. 2.6. 22,
12 Uhr m., Geschäftsräume, Harzgerode.
Eisenwerk Wertheim, A.-G., vorm. Wilh. Kreß, Wertheim a. M :
a. o. G.-V. 29. 5. 22, 2 Uhr n., Gesch&ftslokal, Wertheim a. M.
KeramiBche Elektro-Osmose, A-G, Berlin: a. o. G-V. 31.5.22,
11 Uhr v, Geschäftsgebäude, Berlin 8W 68. T.-O.: Kapitalserhöhung um
bis zu Jt 94 MiU. 7
Graphitwerk Kropfmühl, A-G., München: o, G.-V. 1. 6. 22, 5 Uhr n.,
Sitzungssaal der Gesellschaft, München.
Verbände.
Die Vereinigten Steingutfabriken, G. m. b. H., Bonn, haben be-
schlossen, den Teuerungsaufschlag für Steingut von 400% au* 660%
mit Wirkung ab 1.6.92 zu erhöhen. Begründet wird diese Erhöhung
mit der ungewöhnlich starken Steigerung aller Rohmaterialien, der Löhne,
Frachten nnd allgemeinen Unkosten.
Der Verband Deutscher Tonwarenfabrikanten nnd Kunst-
topfereien, E. V., Sitz Dresden, hat die Preise ab 1. 6., freibleibend, wie
folgt festgesetzt:
Aufschlag für Braungeschirr + 150 o/0, d. h. Liter, im allgemeinen M 3 —,
Tttiltöpfe Jt 4.—,
_ braunweiß 4-200%, d. h. Liter, mit rauhem Rand
Jt 7.20, glattem Rand M 9.—,
,j „ Buntgeschirr +260%, d. h. Liter Jt 14.—.
Die Vereinigung Mitteldeutscher Hohlglasfabriken, E. V.,
Dresden, sieht sich zu einer neuerlichen Preiserhöhung genötigt. Es
werden die bisherigen Zuschläge auf den Endbetrag der Rechnungen mit
sofortiger Wirkung für alle Lieferungen auf 250 °/o für Hell- und farbiges
Glas und 275% für Opal-, Seladon- und Ueberfangglas erhöht.
Deutscher Industrieschutz verband, Sitz Dresden Nach dem auf
der diesjährigen G.-V. von Direktor Grützner erstatteten Geschäftsbericht
wurden 1921 rund M 5 Mill. Streikentschädigungen gezahlt, Ueber 400
Betriebe sind neu beigetreten, wie auch bereits im laufenden Jahre wieder
zahlreiche Beitritte zu verzeichnen sind. Ein Vortrag von Direktor Bürger
beschäftigte sich mit den vielfachen, in den letzten Jahren immer zu-
nehmenden Mißbräuchen des Koalitionsrechtes, den darauf beruhenden
schweren Ausschreitungen und im höchsten Maße bedauerlichen Störungen
des Wirtschaftslebens. An verEchiedenen Einzelfällen wurde die Gesetz-
widrigkeit dargelegt, ebenso die Notwendigkeit und die Mittel der Be-
kämpfung des die Allgemeinheit ebenso wie die Arbeitgeber schädigenden
Unwesens.
Reichsverband der Deutschen Industrie. Vom 21. bis 25. 5. 22
rindet die vierte Mitgliederversammlung in Hamburg Btatt. Die Sitzungen
beginnen am 22. 5 , 9 Uhr v , mit dem geschäftlichen Teil.
Den tsch-ru sslscher Wirtschafts-Bund, E. V, Berlin NW. 52,
Flemingstr. 16. Eine Hauptversammlung findet am 27. 6. 22, 3 Uhr n.,
Hotel Russischer Hof, Berlin, statt.
Messen nnd Ausstellungen.
Eine WärmeausBtellung Essen 1922 findet in der Zeit vom
17, 6.— 16. 7. 22 statt. Ei ist geplant, keineswegs nur etwa diejenigen
Industriezweige, die vorwiegend an der Wärmewirtschaft interessiert sind,
wie Bergbau und Hüttenwesen, zu berücksichtigen, sondern auch die an-
deren stark beteiligten Industrien, so insbesondere die keramische
Industrie, aus deren Kreisen Bich schon ein erhebliches Iuteresse für
die Ausstellung zeigt. Beruht doch gerade die keramische Industrie zum
giößten Teil auf der Brennstoff- und Wärmewirtschaft. Es ist zu erwarten,
daß die vielen Zweige der keramischen Industrie mit ihren technischen
Einrichtungen, soweit sie auf die.Wärmewirtschaft Bezug nehmen, in der
Ausstellung vertreten sind. Die führenden Verbände nnd Firmen der
deutschen Wärmewirtschaft unterstützen die Ausstellung. Die Geschäfts-
stelle der Ausstellung „Die Wärme" befindet sich in Essen, Norbertstr. 2.
Deutsche Musterausstellung in BIga. Die Wirtschaf tsabteilung
der Deutschen Gesandtschaft in Riga hat neuerdings einen Katalog der
in den Räumen der Gesandtschaft bestehenden und jetzt duroh den Ein-
gang der letzten Mustersendungen vollständig gewordenen Musterausstel-
lung herausgegeben. Die Ausstellung wird von lettländischen und aus-
ländischen Kanileuten besucht und findet allseitiges Interesse. In der
Hauptsache erstreckt sie sich auf Kataloge, Fachzeitschriften, Tages-
zeitungen und Nachschlagewerke, während die Musterausstellung unter-
geordnetere Bedeutung hat. Der Katalog ist bei der Wirtschaftsabteilung
der Deutschen Gesandtschaft in Riga erhältlich.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther, A.-G., Abtlg. Dresden, Dresden.
Direktor Georg Faist wurde zum Vorstandsmitglied bestellt.
Fürstenberger Porzellanfabrik, A.-G., Fürstenberg a. W. Die Kapi-
talserhöhung am Jt 1 Mill. auf JL 2 Mill. ist durchgeführt.
Porzellanfabrik Großbreitenbach, A.-G., Großbreitenbach. Die Kapi-
talserhöhung zum Teilbetrage von jt 1 Mill. auf M. 2 MiU. ist erfolgt.
Oberfränkische Porzellanfabrik Ohnemüller & Ullrich, Küps. Die
Firma lautet jetzt: „Oberfränkische Porzellanfabrik J. E leistein & Co."
Cremer & Breuer, G. m. b. H., Frechen. Das Stammkapital ist um
ji 192000 auf Jt 720000 erhöht. Jeder Geschäftsführer ist selbständig
vertretungsbefugt. Fabrikbesitzer Heinrich Hendrickx ist zum weiteren
Geschäftsführer bestellt.
A -G. Wiek- Werke, vereinigte Fabriken Merkelbach & Wiek, Merkel-
bach, Stadelmann & Co., Grenzhausen. Fabrikbesitzer Arthur Weiden-
hammer ist aus dem Vorstande ausgeschieden.
Michels & Co , Selters. Maria Michels, geb. Görg, hat Prokura.
J. B. Pilz Nachf., Saliern. Inhaberin ist jetzt Witwe Johanna Beer.
Großhändler Adolf Weher hat Prokura.
Niederrheinische Tonwarenfabrik Joh. Jven St Söhne, G. m. b. H.i
Tönisberg. Herstellung und Vertrieb von Tonwaren aller Art. Stamm-
kapital: M 20000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind
die Kauflente Mathias und Karl Jven.
Wilhelm Gail'sche Tonwerke, A-G., Gießen. Als weiteres Aufsichts-
ratsmitglied wurde Bankdirektor G. Müller gewählt.
Verband Deutscher keramischer Malereien, e. G. m. b. H., Sonneberg.
Der Sitz ist nach Bamberg verlegt.
A.-G. für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens, Dresden. Die Kapi-
talserhöhung um M 16 Mill. Vorzugsaktien auf Ji 45 Mill. ist erfolgt
Otto Böhringer, Glasfabrik, Freudenstadt. Kaufmann Karl Stolz hat
Gesamtprokura. 1
Tafel-, Salin- und Spiegelglasfabriken, A.-G.. Fürth. Die Kapitals-
erhöhung um M 7,8 Mill. Stamm- und JI 0,3 Mill. Vorzugsaktien auf
15^6 Mill. ist durchgeführt.
H. Kleinpaul, Inhaberin Helene Kleiuert, Haibau. Betriebsdirektor
Alfred Schmidt und Betriebsleiter Arthur Ußler haben Gesamtprokura.
Liebauer Glashüttenwerke Otto Oesterreicher, Liebau. Die Firma
ist erloschen.
GlaskunBt- Werkstätten R Mohr & Co. m. b. H., Altona. Betrieb einer
Kunstverglasungswerkstätte sowie Verkauf von Gegenständen, die in der
Werkstätte hergestellt werden. Stammkapital: M 20000. Geschäftsführer
ist Kaufmann Heinrich W. R. Mohr.
Glasbläsergenossenschaft des Meininger Oberlandes, e. G. m. b. H.,
Ernsttbal. An Stelle des ausgeschiedenen Reinhold Greiner-Meester wurde
Paul Wagner als Kassierer gewählt. Der Geschäftsanteil jedes Mitglieds
ist auf JL 5000 festgesetzt worden. Die Haftsumme beträgt Ji 6000.
R Geber & Siegmund, Thermometer- und Glasinstrumenten-Fabrikation,
Langewiesen. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Thermometer-
fabrikanten Richard Geber und Willy Siegmund.
Homegla, Holz-, Metall- und Glas- Gesellschaft m. b. H, Mainz-
Herstellung aller mit Holz, Metall und Glas in Verbindung stehenden
Artikel, besonders aber Fabrikation und Vertrieb metallttberzogener Früh-
beetfenster sowie ähnlicher Artikel. Stammkapital: M 50000. Geschäfts-
führer ist Kaufmann Wendelin Christ.
Offenburger Glasmosaikwerke, G. m. b. H., Offenburg. Nach voll-
ständiger Verteilung des GesellschaftsvermögenB ist die Vertretungsbefugnis
des Liquidators erloschen.
Lansitzer Optische Werke Meißner & Comp., Penzig. Stud. ehem.
Josef Meißner hat Prokura.
Aetz-, Emaillier- und Stanzwerk Schilder -Fischer, G. m. b. H.,
Berlin. Jeder Geschäftsführer ist selbständig vertretungsbefugt. Kauf-
mann Otto Fischer ist nicht mehr Geschäftsführer.
Stanz- und Emaillierwerke, vormals Prang Söhne, Inhaber Dr. Paul
Langen, Xanten. Kaufmann Walter Langen hat Einzelprokura, Kaufmann
Willy Balzer Gesamtprokura.
Bein & Co., Bamberg. Die Firma ist erloschen.
Maohowicz & Kuhle, Breslau. Dr. phil. Stefan Lopianowski ist als
persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Ostmärkische Tafelglas-Zentrale Georg Schoenert & Comp., Sohneide-
mühl. Der bisherige Gesellschafter Georg Schoenert ist jetzt alleiniger
Firmeninhaber und übernimmt das Geschäft mit sämtlichen Aktiven und
Passiven.
Chemische Fabrik Hertigswalde Dr. Müller & Dr. Jochheim, Hertigs-
walde. DipL-Berging. Wilhelm Ulbricht ist ausgeschieden. Nach Auf-
lösung der Gesellschaft führt Chemiker Dr. phil. Friedrich R. H. E. Jooh-
heim daB Geschäft unter der bisherigen Firma als Einzelkaufmann fort.
Gewerkschaft EvelinenBglück, Rothenzechau. Der Sitz ist nach
Breslau verlegt.
Joseph Kober, Breslau. Ivan Möller hat GeBamtprokura.
Dr. Erich Teich, Bautzen (Löbauer Straße 18). Großhandel mit Roh-
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECHSAAL - COBURG.
Nr. 20 - 2o9
Stoffen, Mineralien, Chemikalien und Betriebshilfsmitteln für Keramik und
verwandte Industrien. Inhaber ist Kaufmann Dr. Erich J. M. Teich.
Deutsche Ingenieur- Gesellschaft für Gipsindustrie m. b. H.. Gotha.
Der Gegenstand des Unternehmens ist auf den Handel und Export in
sämtlichen die Glasindustrie betreffenden Maschinen, Eisenarmaturen, Bau-,
Kon- und Schmelzmaterialien sowie Herstellung, Handel und Export von
Glaserzeugnissen aller Art erweitert. Das Stammkapital ist um M 50 000
auf Ji 100000 erhöht. Die neuen Anteile verteilen sich wie folgt :
Jt 20000 lag. Max Schnurpfeil jun., Gotha, je M 10000 lag. Max Sieg-
bert 8chnurpfeil sen., Dresden, D;.-Ing Ludwig Springer, Glashütten-
Cdemiker, Zwiesel, und Dr.-Ing. H. Leronx, Dipl.-Htttten-Ingenieur,
Freiberg i. Sa. Iogenienr Max Siegbert Schnurpfeil wurde als weiterer
selbständig vertretungsbefugter Geschäftsführer bestellt.
Oesterreich. ,
Obeiösterreicbiscue Porzellan-Industrie A.-G.. Wien. Erzeugung und
Vertrieb von PomHen aller Art, insbesondere Herstellung von elektro-
technischen cnd chemischen Bsdarfsartikeln aus Porzellan Aktienkapital:
Kr 125 Mill VeiwaltriDgsratirmitgliede' sind J Hochepfel, Dr. J Scbum-
peter, H Zerdik, F. Haller, J. Prokseh, Dr. M Borovy, Dr. G. Neu-
kircben, Dr. K. M. Brann-Stammfest, Dr. V. Braun. Dr. F. Caennak,
H. DnmreicVer, J. Haller, F Jaentsch, F Materna, Dr. K. Noe-Nordberg,
Ol. Walzel, Dr. K. Wessely und Dr. F. Zfegeimoyar.
Julius Ferenczfy, Baden bei Wien. Ofen- und Tonwarenerzeognng
und Hafnergewerbe. Friedrich Blechner i-tt als persönlich haftender Ge-
sellschafter eingetreten. Vertretungsbefugt sind beide Gesellachafter
gemeinsam
Kisling'a Schmirgelscheiben Gesellschaft mbH, Wien. Das
Stammkapital beträgt nunmehr: Kr 600 000. An Stelle des ausgeschie-
denen Alexotdsr Ortony worden Otto Reuter und Ida Reuter als Geschäfts-
führer bestellt. Vertretungsbefugt sind zwei Gaschäftsfilhrer gemeinsam.
„C arum" Glaswaren-Erzeugungs- und Handelsgesellschaft m b. H ,
Wien. Herstellung und Vertrieb von gepreßten Glasrollen und Knöpfen
aller Art sowie sonstiger Glasindustrieartikal. Stammkapital: Kr 4 Mill.
Geschäftsführer sind Felix Steiner und Josef Grattoni. Sie sind; beide
gemdnBam vertretungsbefugt.
TscbechosloYfakfen.
Glasfabriken u. Raffinerien, A.-G, Joief Iuwald, Prag-Zlichov. Das
Aktienkapital ist auf Kc 20 Mill. erhöht. lag. Bohdan Backa, Dr. Otto
Feilchenfeld und Dr. Frantisek Krizik wurden in den Verwaltungsrat
berufen.
Ignac Köster a spol , Arnsdorf. Glashandel u. Raffinerie. Persön-
lich haftende Gesellschafter sind Ignac Köder u. Franz Jindra. Jeder ist
salbständig vertretungsbefugt. .
Matecha a spol, Friedstein, Bez Tarnau. Schleiferei von Glaswaren.
Bohumil L°beda ist ausgeschieden. Ninmeh'iger Iahaber ist Frantisek
Matecha.
Emil R Pracht, Haida Glasraffinerie und Export. Persönlich
haftende Gesellschafter sind Emil Pracht und Richard l'schernich:
Brüder Stepäaek, Glasmanafaktur und Esport, Haida. Persönlich
haftende Geeellpchafter sind Josef Sterauek sen. und Josef Stepäiek jan.
Jeder ist selbständig vertretungsbefugt.
Anton Posselt & Co., Josefsthal, Bez. Gablonz. Glasschleiferei.
PerröQli^h haftende Gesellschafter sind Gustav Anton Poaselt und Jjsef
Walter Posselt Jeder ist selbständig vertretungsbefugt.
Anton Grünewald & Co., Kleinschockau, Bez. Bensen. Glasschleiferei
und Spiegelglasfabrik. Friedrich Tröster hat Prokura.
Gla?- und Spiegelmanufaktur Franz Neuber, G. m b H., Kosten bei Tap-
litz. Die Firma befindet rieh in Liquidation. L'qüdator ist Franz Naabe.r.
Rössler & Strobach, Sonneberg. Glasraffiaerie und Export. Die
Firma ist erloschen. '
Sjcie e Bohemienne de Cristacx Holey & Oie., Wiesenthal a. N.
Erzeugung und Verkauf geschliffener Glaswaren Persönlich haftende
Gesellschafter sind Ridolf Rabik und Josef Holey. Jeder ist selbständig
vertretungsbefugt
W. Piroutek, Export, Porzellan en gros, Weisbach. Inhaber ist
P. Wenzel.
Westbönmiseha Kaolin- nnd Caamottewerke, Prag. An Stelle des
ausgeschiedenen Viktor Benes wurde Dr Arthur Kronbaaer in den Ver-
waltung?rat berufeD. Friedrich Stelzig hat Prokura.
Fragfekasten <
Keramik.
75. Ich besitze einen Langmuffelofen mit Oberofen zum Brennen von
Ofenkacheln, wobei die obere Kammer zum Verglühen der Kachelware
dient Der Ofen geht immer ungleichmäßig, sodaß an der hinteren
Seite, also Eingangsseite, SK 07 a schmilzt, während an der vorderen,
also Feuerungsseite, erst 8K 011 a sich neigt. Das Brennergebnis ist
immer das gleiche: die hinteren Kacheln sind krumm, blasig und nicht
verkäuflich. Die Brenndauer beträgt 36—38 Stunden ; gefeuert wird mit
böhmischer Braunkohle. Der Ofen hat auch sehr guten Zug und ungefähr
12 cbm Inhalt Die obere Kammer ist so eingerichtet, daß das Feuer erst
am Boden nach hinten und durch die zu schrühende Ware nach dem Kamin
abzieht. Die Rostfläche ist 50X100 cm lang und 65 cm hoch, erweitert
sich aber über dem Bost um 15 cm, sodaß sich eine Weite von 65 cm
ergibt. Eine Feuerung hat 11 Roststäbe von 4,5 cm Breite und 100 cm
Länge; die Luftschlitze sind 1,5 cm breit. Der Kamin ist 40^40 cm
weit und 12 cm hoch, und das umliegende Gelände ist ganz frei und
flach. Der Ofen steht aber auf ganz feuchtem Sandboden, sodaß wohl
Grundwasser in Betracht kommen könnte. Wie kann ich einen gleich-
mäßigen Brand erzielen?
Erste Antwort: Ohne Besichtigung Ihres Ofens läßt sich vom
grünen Tisch aus kaum ein sicherer Rat geben, wie der geschilderte
Uebelstand zu beheben ist. Aus dem Umstände, daß der Ofen an dem der
Feuerung gegenüberliegenden Kopfe heißer und die Feuerung 65 cm tief
ist, schließe ich, daß Sie den Ofen mit Halbgasfeuerung betreiben. Wenn
die zur Verfeuerung kommende böhmische Rohbraunkohle feinkörnig ist
und die Schütthöhe 65 cm beträgt, so bedingt das einen verhältnismäßig
kalten Gang der Feuerung. Ea bildet Bich ein ziemlich dickes, koblen-
oxydreiches Heizgas, dessen Wärmeentfaltung erst dort zur Wirkung
kommt, wo die Sekundärluft zugeführt wird. Um nun im hinteren Teil
der Muffel eine höhere Temperatur zu erzielen, ist es nötig, den Heizgasen
gleich hinter der Feuerung Sekundärluft zuzuführen, die mit jenen eine
heiße Flamme erzeugt. Die höhere Temperatur an der Eingangsseite der
Muffel kann zum Teil, vielleicht auch ganz, daher rühren, daß die Quer-
schnitte der Flammenübergangskanäle an dem betreffenden Kopfe zu klein
sind. Infolgedessen findet vor dem Uebergang eine Stauung der Flamme
statt, wodurch eine Temperaturerhöhung an dem Ofenkopfe erfolgen kann.
Sie sagen ferner in Ihrer Frage, daß der Ofen mit sehr gutem Zug
arbeitet. Vielleicht ist auch der Zug zu stark, so daß die Heizflamme
gleich mit Wucht fortgerissen wird und erst beim ersten Richtungswechsel,
in diesem Falle an der Eingangsseite der Muffel, eine Pressung erfährt
und dort eine im Verhältnis zur Temperatur des hinteren Muffelteiles zu
hohe Hitze erzeugt. Als ersten Versuch zur Erzielung eines gleichmäßigen
Brandes würde ich Ihnen empfehlen, den Rauchschieber mehr zu drosseln,
um festzustellen, wie der Ofen bei schwachem Zuge arbeitet. In Ihrer
Frage sagen Sie weiter, daß der Ofeninhalt 12 cbm beträgt. Wenn die
Muffel 12 cbm Inhalt hat, so ist die Feuerung mit 0,65 qm m. E. viel zu
klein dimensioniert, nm einen ordnungsmäßigen Ofengang zu erhalten.
Sie müssen, um die zur Erwärmung des Ofens erforderliche Brennstoff-
menge verfeuern zu können, mit schärferem Zug arbeiten, als es für einen
Muffelofen, der von vorn bis hinten gleichmäßig warm sein soll, am Platze
ist. Grundwasser dürfte den Betrieb Ihres Ofens wohl kaum beeinträch-
tigen ; Sie können sich ja leicht davon überzeugen, indem Sie feststellen,
ob die unter der Hüttensohle liegenden Kanäle naß oder trocken sind. Aus
Ihrer Frage geht schließlieh hervor, daß der Ofen in keiner Hinsieht so
Les Sprechsaal.
I gebaut ist, wie es für einen einwandfreien Batrieb erforderlich ist. Ich
kann Ihnen nur raten, in Zukunft derartige Ofenbauten Fachleuten zu
übertragen. Wieviel Geld, Zeit und Aerger hätten Sie sich ersparen
können, wenn der Ofen von Anfang an tadellos gearbeitet hätte. Maß
man denn immer durch teures Lehrgeld zu der Erkenntnis kommen, daß
Ofenbau ein Spezialgebiet ist, das noch lange nicht jeder Betriebsleiter
oder Maurermeister beherrscht.
Zweite Antwort: Feuchter Sandboden hat keinen Einfluß auf
Brand eines Langmuffelofens, nnd wenn wirklich Grundwasser vorhanden den
wäre, so' kann dieses doch unmöglich in den Feuerungen stehen; auf jeden
Fall müßten Sie es dann ohne weiteres merken. Ihre Brenndauer für
SK 07 a von 36—38 Stunden ist reichlich hoch, und dadurch w»rd der an-
geführte Fehler schon begünstigt. Es ist festgestellt, daß bei 'übermäßig
langer Brenndauer an den Stellen gesinterte, krnmme und rauchblasige
Kacheln entstehen, wo sich das Feuer in den Zügen staut. Beobachten
Sie einmal Ihren Kamin genau, ob der Rauch einen langen oder kurzen
Lauf nach jedem Aufgeben hat; normal ist es, wenn der Rauch in den
ersten Standen des Brennens nach jedem Aufgeben längere Zeit aus dem
Kamin steigt, während es in der zweiten Hälfte des Brandes gerade um-
gekehrt ist. Wenn Sie feststellen, daß auch in der zweiten Hälfte des
Brandes langanhaltender dichter Rauch nach jedem Aufgeben sichtbar ist,
so können Sie dem dadurch abhelfen, daß Sie die Feuerungen nicht gleich-
mäßig beschicken, sondern abwechselnd. Dadurch erreichen Sie, daß die
Züge nicht bei jedem Aufgeben überfüllt werden, da bekanntlich frisch
auf gegebene Kohle im Anfang viel Riuch entwickelt. Sollte nun dennoch
an der Eingangsseite SK 07 a viel früher fallen als an der Feuerungsseite,
so müssen Sie das Feuer an der letzteren etwas drosseln, was Sie durch
Einlegen von einigen Plattenstücken dort in den Zügen bewerkstelligen
können. Uebertreiben Sie dieses aber bei dem ersten Versuch nicht, da
Sie sonst durch ein Zuviel gerade das Gegenteil von dem erreichen, was
Sie bezwecken wollen. Wenn Sie außerdem noch nach dem Fallen des
SK 07 a an der Eingangsseite mit dem Schüren aufhören, gut abbrennen
lassen und dann den Schieber drücken, so wird der Brand gleichmäßig
ausfallen.
Glas.
Berichtigung. In der ersten und dritten Antwort zur Frage 51
(Glas) in Nr. 19 ist durch ein Versehen die Gasausbeute von 1 bezw.
100 kg Brennstoff (Braun- oder Steinkohle) 10 Mal zu niedrig angegeben.
Es muß also z. B. in der ersten Antwort heißen: 100 kg böhm. Braun-
kohle ergeben etwa 280 cbm Generatorgas, und in der dritten Autwort:
Im Durchschnitt liefert 1 kg Steinkohle 3000 1 und 1 kg Braunkohle
2500 1 Gas. Dementsprechend ändern Bich die übrigen Angaben sinngemäß.
54. Wir haben hier eine Glasblasemaschine „Schiller11 B. I, die s<hr
gute Resultate bei weithalsigen Gläsern mit dem gleichen Glase ergibt,
das die Glasmacher an der Wanne verarbeiten. Wenn wir aber enghalsige
Gläser mit dieser Maschine erzeugen wollen, so entsteht der Fehler, daß die
Mündungsöffnung statt 20 mm nur 16—17 mm groß ist. Das Mundstück
hat außen 30 mm 0, der Kais 26,5 mm (£), und die Oeffnung im Mund-
stück sollte 20 mm Q haben. Ich empfahl, mit etwas heißerem Glase zu
arbeiten, aber davon will niemand etwas wissen. Habe ich damit recht?
Eine große Glasmasse hält sich doch viel länger heiß, wie eine kleine
für Giäser von 60 g Inhalt.
SPRECHSAAL
UÖ ■— Nr. 2^
Erste Antwort: Sie werden mit Ihrer Ansicht, daß das Glas
heißer zu verarbeiten sei, wohl das Rechte getroffen haben. Je kleinere
Gläser hergestellt werden, desto heißer muß das Glas, insbesondere bei
enehalsieen Gläsern, verarbeitet werden, damit ein einwandfreies Produkt
zustande kommt. Es ist aber auch möglich, daß Ihr Glas im allgemeinen
zu spröde ist, sodaß es bei der Verarbeitung zu Bchnell erstarrt. Ver-
suchen Sie es also erst einmal mit heißerem Glase; kommen Sie damit
nicht zurecht, dann bleibt Ihnen nichts übrig, als das Glas müder einzu-
stellen und z. B. mit den nachfolgenden, für Maschinenarbeit gut geeig-
neten Sätzen eintn Versuch zu machen:
Soda . .
Glaubersalz
Kalk . .
Kohlenstaub
Scherben . . .
Zweite Antwort:
weiß:
halbweiß :
300 kg
300 kg
105 „
,.v82 -
6 „
36 „
50 „
50 ,
11 g
1,5 „
60 kg
75 „
Es ist eine längst beobachtete und fest-
•flHtfilite Tatsache, daß" Maschinenglas für enghalsige Artikel anders
SlamMüMVetzt Sita muß, wie das Glas für weithalsige Gläser. Zudem
3C HESUSi gegenüber dem Glase für die Handarbeit leichter
formbar sein da es zur Fertigmachung nicht wieder eingewarmt werden kann
und der ganze Arbeitsvorgang ohne Unterbrechung und schnell vor sich gehen
muß Am deutlichsten tritt der Unterschied zwischen einem Glase für die
Handarbeit und Maschinenglas vor Augen, wenn man den Glassatz für
«e Owensmaschine mit einem gewöhnlichen Flaschenglas vergleicht.
Wollen Sie aber das flas heißer verarbeiten lassen, so stellen sich andere
Nachteile ein, außerdem bleibt es sehr fraglich, ob der Zweck dadurch
erreicht wird. Je kleiner ein Glasgegenstand ist, umso leichter ver-
arbeitbar muß das Glas sein. Vielleicht liegen noch andere Gründe vor,
dtarerhindern, daß sich der Flaschenhals auf die verlangte Weite aus-
blasen läßt Ist vielleicht der Weg von der Wanne zur Maschine zu weit,
■o daß das 'Glas auf dem Transport etwas erstarrt, oder wird die Form zu
itark ^^J18^^,^. Mit dem gleichen Glas, das die Glasmacher
an der Wanne verarbeiten, kann man enghalsige Gläser jeder Art mit der
Schiller'schen Glasblasmaschine erzeugen. Es liegt ganz an der Fertig-
keit dtr Presser (Abschneider); sobald nämlich die Kopfform mit Glas
volleeBauet ist, muß der Presser sofort das Külbel aufblasen, dann be-
kommen Sie auch die gewünschte Oeflnung im Mundstück. Hat der Presser
die Fertigkeit nicht, mit dem Saug- und Blashebel so schnell zu hantieren,
dann bleibt Ihnen nichts übrig, als mit heißerem Glas zu arbeiten, was
wieder nachteilig für die Handarbeit ist.
m M ■ „
Hera« Fragen.
:i9c> Keramik»
77. In unserem Wannenfritteofen schmelzen wir die nachstehende
Fritte für eine weiße Steingutglasur: ^
Borax, krist • **'e o,
Mennige VW oi
Kalkspat • ■ • 10>- o
Quarz • • • • • ■ : • ■ ™>7~ '?
In dm Ofen bringen wir Fortimen von *m •B*£m
Nach
7-8-maliqen Aufgeben der Mischung sind die Steine dar OfensohU voll-
ständig alfgelöst und von der Fritte zerfressen. Das Fntten muß dann
unterbrochen und die Ofensohle mit neuen Steinen ausgelegt werden Unsere
Versuche mit 'stark basischen und stark sauren Sternen bluft» ohne jeden
-COBUftQ. 1&22. (5B. Jahrgang.)
Erfolg. Im Fragekasten war seinerzeit dem Gedanken Ausdruck gegeben,
eine gußeiserne Sohle einzubauen. Dies ist nicht angängig, da Guß- und
Schmiedeeisen ebenfalls aufgelöst wird und dadurch viel Eisen in die Fritte
gelangt. Wie ist dum Auflösen der Sohlensteine zu steuern?
78. Unsere Steingutgießmasse besteht aus:
Tonsubstanz aus Ton 32,87 %
Tonsubstanz aus Kaolin 21,80 %
Quarz 37.69%
Feldspat 5,67 •/•
Kalkmergel 1,96 %
Biskuitscherben.
Zum Versatz werden 2 kg kalz. Soda zugesetzt und soviel Wasser,
als zu einem richtigen Gießschiicker nötig ist. Verglüht wird die Ware
bei SK 6a. Wir haben nun stets über die sog. Gießflecken zu klagen,
trotzdem durch Eingießen mittels eines Trichters oder durch das vorherige
Ausschmieren der Formen diesem Fehler entgegengearbeitet wird. Beim
Glasieren ist der Fehler schon sichtbar, und die nichtsaugenden Stellen
werden mit einem feinen Sieb mit feiner Glasur besiebt. Auf dieser
Stolle schrumpft aber die Glasur im Feuer wieder zusammen. Auf welche
Weise könnte dem Fehler vorgebeugt werden?
79. Lassen sich Brandrisse bei Porzellan, das noch «inen Muffel-
brand durchmacht, beseitigen ? Ist es vorteilhafter, diesen Fehler auf kaltem
Wege zu beseitigen? Womit könnte es geschehen?
80. Wer liefert Statuenkopiermaschinen für Alabaster?
Glasi
5».
Wir schmelzen braunes Glas aus folgendem Gemengesatz:
Sand 165 Pfd.
Soda 70 „
Kalkspat n
Graphit ............ lxh n
Dieses Gemenge schäumt sehr oft beim Abschmelzen über die Häfen heraus
und wird erst zwei Stunden später gut wie das übrige Glas. Wie wäre
dem abzuhelfen?
60. Ich bitte um Angabe eines geeigneten Satzes für eine Weiß-
hohlglas- Wanne, aus der Eng- und Weithahflaschen von 5—1000gfSand-
und Maschine) und Preßglas (gewöhnliche Fruchtschalen, Teller usw.) her-
gestellt werden sollen. Sulfat soll nicht verwendet werden.
61. Worauf ist das Weißanlaufen von Glas zurückzuführen?
62. Wer liefert Formstein zur Herstellung von Stöpselformen usw.?
Briefkasten der Redaktion.
GL N. 1. Seh. Ueber daB Siloxyd wurde bereits in Nr. 3 des
Sprechsaal 1912 ausführlich berichtet. Hergestellt wird es von der
Zirkonglas-G. m. b. H. in Frankfurt a. M., Weißfrauenhof.
Verband
Deutscher Porzellangeschirrfabriken,
$. m. b. H., Berlin W. 30.
Als Mitglieder sind unserem Verbände beigetreten die
Firmen: Porzellanfabrik Oskar Sehaller & Co., Kirchenlamitz,
Porzellanfabrik Ahlendorf & Purucker, Schauenstein (Ober-
franken (früher Flessa & Ahlendorf), Porzellanfabrik Bremer
& Schmidt, Eisenberg, S.-A., Keramische Werke, G. m. b. H.,
Cainsdorf.
Veröffentlichungen der AnBenhandelsnebenstelle Feinkeramik
Yerkaufshedingungen für die Ausfuhr von
chemisch-technischem Porzellan
(gültig ab 10. Mai 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Es wird ausgegangen von Vorkriegspreisen der liefernden
Porzellanfabrik.
2 Nach der Ländergruppe I muß in der betreffenden Auslands-
währung verkauft werden. (Ausnahmen siehe Fußnote.)
Nach der Ländergruppe II ist in deutscher Mark »u berechnen.
3 ' Die Ausfuhrmindestpreise verstehen sich ab Werk, und zwar
"ausschließlich Verpackung, die zu einem der Marktlage ent-
sprechenden Preise zu berechnen ist. \
4 Die Berechnung der Ausfuhrmindestpreise erfolgt, indem der
Vörkriegspreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle für das in Frage kommende Land
vorgesehen ist. Der sich ergebende Wert ist der fertige
Ausfuhrmindestpreis in der für das betreffende Land vor-
geschriebenen Währung für das Stück ausschließlich Ver-
i JDen^Auefuhranträgen ist eine Rechnung beizufügen, aus der
" die Vorkriegspreise der Porzellanfabrik, die die Artikel
hergestellt hat, zu ersehen sind. Händler und Exporteure
müssen sich, soweit Lieferwerksbescheinigung erforderlich,
die Vorkriegspreise von der Fabrik in die Lieferwerks-
bescheinigung eintragen und bescheinigen lassen.
* Bs wird fakturiert nach:
" Portugal, mittel- und südamerikanischen Staaten und Japan in
Pfund Sterling. » «•> " *
Länder-
gruppe I
II. Multiplikatorentabelle.
Großbritannien 2 **
Norwegen .......... 2
Schweden 1,6
Holland . . 1,06
Schweiz ■ • 1,8
Spanien
Portugal,,
Dänemark 1)81
5,25
Japan
Mittel- und Südamerika . .
Vereinigte Staaten von Nord-
amerika 0,35
Frankreich 5,26
Belgien und Luxemburg
Tschecho-Slowakei 15
{Italien 50
Finnland 50
Rußland . . 50
Oesterreich-Ungarn .... 50
Balkan 50
Multiplikatoren
für alles
chemisch für Farb-
technische Por- miiblen und
zellan außer _ .
Farbmühlen Pyrometer-
und Pyrometer- röhre
röhren
1,48**
2
1,6
1,06
1,8
2,55
2**
1,81
2** .
2 **
2,55
2**
2 **
2**
Länder-
0,29
3,25
5,25
15
50
50
50
60
50
** Diese Multiplikatoren sind auf Schillinga bezogen.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSÄÄL-CÖBUßÖ.
m
STeue Gebührensätze.
Ab 1. Mai 1922 treten folgende Gebühren in Kraft;
Inlandswährnng bis Jt 5000.— Mindestsatz Jt 15.—
„ über Jt 5000. — für jede angefangene
Jt 1000.— Jt 3.—, also 3 °/00,
Auslandswährung bis Jl 5000.— Mindestsatz Jt 15.—,
* über Jt 5000.— 3 °/00 vom wöchentlichen
Umrechnungskurs.
Verlängerungen Jt 15. — . .
Ausfertigung von Duplikaten Jt 15. —
Bei Anträgen, die durch Neueinreichung von Teilbewilligungen
annulliert werden, werden die Gebühren unter Anrechnung der
Hälfte der erstgezahlten Gebühren nach Höhe der eingereichten
Teilbewilligungen erhoben.
Für noch nicht bewilligte, auch noch nicht hearbeitete,
d. h. zur Prüfungsstelle geiandte Anträge, ist bei Annullierung
der Mindestsatz von Jt 15. — zu entrichten.
Für beanstandete Anträge, die bearbeitet sind, wird der
Mindestsatz von Jt 15. — erhoben.
Für Anträge, deren Bewilligung jedoch erfolgt, d. h. der
Antrag bearbeitet und dem Antragsteller zugestellt ist, werden
die Gebühren bei Annullierung zur Hälfte zurückerstattet, so-
fern die Gebühren Jt 30. — und mehr betragen. Unter Jt 30.—
wird nur die Differenz zwischen der Mindestgebühr and der
kleini
Die Fabrikation
anz-Massenartikel
aus weißbrennendem Ton
glasiert oder unglasiert
kann sofort übernommen werden. Anfragen mit Muster oder Skizze unter
W 4601 an die Geschäftsstelle des Sprechsaal erbeten
Abzugeben:
lOOO Stück Kaffeeservice, IV. S.,
lOOO Mokkaservice o. Plat., IV. S.,
500 Stück Teeservice, IV. S.,
alleB mit dünnen Tassen sort. Dekore,
1500 Stück Kaffeetassen (Damentassen), IV S
1500 Mokkatassen, »/, stk., IV. S„
öS™- " 1/2 » reS»läre,
2000 Teetassen, Vi stk., IV. S.
I««« « . 1/2 " o/üntertassen, IV. S.,
dekoriert und Min. Tassen; dünn, ohne Untertassen,
2/3000 Stück kl. Vasen in sort. Dekoren,
ab tschechischer Station ausfuhrfrei. Gefl. Angebote unter W 4580 an die
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
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Anfragen sind unter W4598 an die Ge-
schäftsstelle des SprechBaal zu richten.
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Getreide-, Futtermittel-, Sämereien-,
Kartoffel- und Fou.-age-Geschäft. [660
Telephon Nr. 7.
Telegrammadresse Lehnigk, Schleife.
zu zahlenden Gebühren zurückgezahlt, wenn dieselben den
Betrag von Jt 10.-^- übersteigen.
Bei sämtlichen Bewilligungen, bei denen die Gebühren
durch Nachnahme erhoben werden, wird das Porto mitein-
gezogen.
Verzichtsbescheinigungen über Wiedereinfuhr von Mustern
Jt 5. — .
Jede Aehdernngsbescheinigung
15.—.
H9t«i
In den Anträgen der Prüfungsstelle Luxus-
Porzellane wird die Rubrik: Gegenstand und Verwendungs-
zweck häufig nur mit Bemerkungen wie: „bemaltes Porzellan"
„Porzellan" usw." ausgefüllt.
Diese Bemerkungen sind unzureichend, es ist eine Spezi-
fikation notwendig, z. B. „15 Gros Eierbecher, 25 Dtz. Weih-
kessel" und so fort.
Anträge, die auch in Zukunft den Gegenstand und Ver-
wendungszweck nicht klar erkennen lassen, müssen zurück-
gereicht werden.
Ab 1. Juni 1912 werden für die Ausfuhr naeh Hemel
an Stelle der bisherigen Bestimmungen neue treten, die noch
bekanntgegeben werden. — Vor allem sei darauf hingewiesen,
da« von diesem Zeitpunkt an in allen Fällen die Ausfuhrabgabe
erhoben wird.
Wir liefern noch:
Wtitglfctr, fitfrfiiscr,
Biirgllser,
sowie jtoblgla: aller Art
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d aaafr
kurzfristig in jeder gewünschten "Menge. Geil. Angebote unter V 4626
an die Geschäftsstelle des S&rechsaal. i . >■..
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kann zur ziemlich prompten Lieferung noch
gröOere Aufträge in Eierbechern
sowie in dehorierten Tassen:
'-'.'}. Tassen, Walzenform, Tassen, konisch,
und Tassen, Parisform
übernehmen. Gefällige Anfragen unter W 4634 an die
Geschäftsstelle des Sprechsaal erbeten.
halbweiß, nur für den Export, auch in großen
Mengen promt lieferbar, desgleichen
Anfragen unter V 4487 an die Geschäftsstelle des Sprechsaalj
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Gebr. Rapp, Berlin W 30, SSSSflEt1"
Drahtanschrift : Glasprodukte Berlin: Tel: Noilendorf 3618, Lützow9541.
XVtllb — Nr. 20
SPRECH SAAL - COBURG.
um (66. Jahrgang.)
Porzellanlabrik Ph. Rosenthal l Co.
Aktiengesellschaft in Berlin
gegen
Porzellanfabrik Fraureuth
Aktiengesellschaft in Berlin.
Wi
Die Porzellanfabrik Fraareuth Aktiengesellschaft in Berlin veröffentlicht den Tenor des
Urteils des Landgerichts Leipzig, durch das eine von diesem Gericht auf Antrag der Porzel an-
fabrik Ph. Rosenthal & Co. A.-G. gegen die Porzellanfabrik Fraureuth A,G erlassene '««-tweihge
Verfügnng aufgehoben worden ist. An den richtig wiedergegebenen Wortlant des Urteilstenors
fügt Franrenth nachstehende Bemerkung an:
„Durch vorstehendes Urteil ist der Antrag der Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co
der Porzellanfabrik Fraureuth A -G. die Ausführung des Fraureuther Drachens aul matt-
rotem Grunde zu untersagen, abgelehnt worden, da die Porzellanfabrik Fraurenth AAx.
diese von der Porzellanfabrik Ph. Romenthal & Co. neuerdings als Ro.enthalrot bezeichne e
mattrote Farbe nachweislich seit 1837, aLo vor der Gründnng der I o«ellanfabi,k
Ph. Rosenthal & Co. hergestellt und den Fraurenther Drachen nach alt- chinesischen
Stickereien ausgeführt hat."
Die hier von Fraureuth aufgestellte Behauptung über den Inhalt der Urteilegründe ist
unwahr.
Zum Nachweis dieser von Fraureuth verbreiteten Unwahrheit lassen wir als Prozeß-
bevollmächtigte der Firma Rosenthal & Co. A-G. hier den vollständigen Wortlaut der Urteils-
gründe folgen: ^ ^ Antragsteller^ (= Rosenthal) zugegeben, daß ihre Vase ein Hervor-
ragendes kunstgewerbliches Erzeugnis darstellt. Es wird von Je r
Antragsgegnerin <= Fraureuth) nicht erreicht. Dieses unterscheidet
sich zu Seinem Nachteile durch eine andere Gestaltung des Drachens und eine
weniger gleichmäßige Verteilung der hellen Flächen der Zeichnung und des bei der
Antragsteller^ (= Rosenthal) mehr zurücktretenden roten Hintergrundes von deren
Muster so wesentlich, daß eine Wiedergabe des Werkes der Antragstellenn (= Rosenthal)
nicht vorliegt. Die Nebeneinanderstellung der beiden Vasen ergibt bei näherer Be-
trachtung, daß die an sich auffällig ähnlichen Elemente einen volhg ver-
schiedenen Eindruck hervorrufen. Daß die Antragsgegnerin C= franrenth denselben
Vorwurf Rewählt hat, kann ihr nicht verwehrt werden. Ebensowenig besteht ein Recht,
ihr die Verwendung der eigenartigen stumpfroten Farbe zu untersagen. Denn C£gen-
stand des Schutzes* nach dem Gesetz vom 9. Januar 1907 ist lediglich die auf Grund
der individuellen Vorstellung geschaffene Formgestaltung Geschützt s.nd aber nicht
die technischen Mittel, Idie zur Darstellung des künstlerischen Gedankens dienten, oder
das, was der künstlerischen Vorstellung den Stoff gab.
Die einstweilige Verfügung war daher aufzuheben Wegen der Kosten vgl.
§ 91 ZPO, wegen der Anordnung der vorläufigen Vollstreckbarkeit § 708 Z. 5 Iii U.
Leipzig, den 6. Mai 1922.
Rechtsanwälte Justizrat Dr. Drucker,
Dr. Eckstein und Dr. Oerf
durch Dr. M. Drucker.
r haben gegen das Urteil des Landgerichts Leipzig Berufung eingelegt und gegen die
unlauteren Wettbewerbs erhoben.
Porzellanfabrik Fraureuth A.-O. Klage wepn
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G.
Coburg, den 25. Mai 1922.
Nimmer 21
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bagra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Pr. Jacob Müller im Jahre 1 868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
FernsprechanschlußNr. 59./Telegr.-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto : Coborg-Gothaische Bank A.-G., Cobnrg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich durch die Post vierteljährlich JC 25.— unter Streifband Jt
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 2.— (Stellengesuche^ dt L— ).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
50.—.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Orlginal-Beltrüge verboten.
Töpierei-BerulsgenossensGliait, Sektion I.
Zu der auf •
Mittwoch, den 14. Juni 1922, mittags 12 IJJir
im Restaurant „Tiergartenhof" zu Charlottenburg,
Berliner Str. 1, unweit Stadtbahnhof Tiergarten,
anberaumten
ordentlichen Jahresversammlung
werden die Mitglieder der Sektion I gemäß § 24, Abs. 2 der
Satzung hierdurch ergebenst eingeladen.
Tages Ordnung:
1. Wahlen.
2. Geschäftsbericht.
3. Abnahme der Jahresrechnung für 1921.
4. Wahl eines Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung
für 1922.
5. Festsetzung des Haushaltsplans für 1923.
6. Beratungen über etwaige Anträge von Sektionsmitgliedern,
wenn solche (nach § 24 Abs. 7 der Satzung) eine Woche vor
dem Versammlungstage beim Sektionsvorstand schriftlich
eingereicht sind.
7. Sonstiges.
Berlin-Halensee, Ringbahnstr. 10, den 15. Mai 1922.
Der Sektionsvor stand:
Dr. Albert March, Vorsitzender.
[663
Töplerei-BeruispossenschatL Sektion IV.
Sektionsversammlung.
Die diesjährige Sektionsversammlung, zu welcher die Mit-
glieder der Sektion gemäß § 24, Abs. 2, der Satzung vom
ü7. J«ni 1912 eingeladen werden, findet statt am
Sonnabend, den 24. Juni 1922,
nachmittags 3 Uhr,
ip Üresden-N., Hotel Hansa, am Neustädter Bahnhof.
Tagesordnung:
1. Geschäftsbericht.
2. Abnahme der Jahresrechnung für 1921.
3. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung
für 1922.
4. Festsetzung des Haushaltes für 1923.
5. Beschlüsse über Anträge von Sektionsmitgliedern, wenn
solche nach § 24, Abs. 7, der Satzung eine Woche vor dem
Versammlungstage bei dem Unterzeichneten schriftlich ein-
gereicht werden.
6. Wahl des Oites der nächstjährigen Sektionsversammlung.
7. Sonstiges.
Dresden, den 20. Mai 1922.
Per Vorstand der SeKHow IV der Tö'pferei-Berufsgenossenschaft.
Paul Fikentscher, Kommerzienrat, Vorsitzender.
Glas-Berufsgenossenschalt.
Büro: Berlin-Lankwitz, Kaulbachstr. 6/8.
Am Dienstag, den 20. Juni 1922,
mittags 12 Uhr
findet in Schreiberhau. Hotel „Josephinenhütte"
die diesjährige
38. Genossenschaftsversammlung
der Glas-Berufsgenossenschaft statt mit nachstehender
Tagesordnung:
1. Geschäftsbericht für das Jahr 1921.
2. Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung für das Jahr
1921 und Erteilung der Entlastung.
3. Wahl eines aus 3 Mitgliedern bestehenden Ausschußes zur
Prüfung der Jahresrechnung für das Jahr 1922.
4. Feststellung des Voranschlages der Verwaltungskosten für
das Jahr 1923.
5. Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz der Haft-
pflicht-Versicherungsanstalt der Glas-Berufsgenossenschaft
für das Jahr 1921.
6. Bericht über gesetzliche Aenderungen in der gewerblichen
Unfallversicherung. Etwaige Aenderuog der §§ 51, 52, 53
und 54 der Satzung hinsichtlich der Erhöhung des Jahres-
arbeitsverdienstes für die Zwangs Versicherung der Betriebs-
beamten und der freiwilligen Versicherung der Unter-
nehmer und der kaufmännischen Angestellten.
— Antrag des Herrn Kommerzienrats Liebig, die frei-
willige Versicherung der Betriebsbeamten durch die
Satzung unbegrenzt, d. h. ohne Rücksicht auf die Verdienst-
höhe, zuzulassen.
7. Aenderung der § 12, 28 und 50 der Satzung.
8. Die Gesundheitsverhältnisse der Arbeiter in der Glas-
industrie. Besondere Unfallgefahren. 1
242 — Nr. 81
9. Die Unfallversicherung der kleinen Gewerbebetrieb« in der
Glasindustrie.
10. Etwaige Anträge der Herren Vertreter.
11. Wahl des Ortes der nächsten Genossensehaftsversammlrnng.
12. Verwaltungsangelegenheiten.
Reisekosten der ehrenamtlichen Organe.
Zn dieser Versammlung beehren wir uns, die Herren Ver"
treter gemäß § 11 der Satzung ergebenst einzuladen.
Berlin-Lankwitz, den 20. Mai 192S.
Der Vorstandsvorsitzende :
M. Großbüning, Generaldirektor.
Glas-B&ruispossenschalt, Sektion III.
Gemäß § 24 unserer Satzung laden wir hiermit unsere
Mitglieder zu der am
Montag, den 19 Juni 1932. nachmittags 6 Uhr,
in Schreiberhau, Hetel „Josephinenhütte",
stattfindenden
SektieniTenammlan^
ergebenst ein,
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorstandes, Prüfung und Abnahme der Jahres»
rechnung für 1921 sowie Erteilung der Entlastung.
2. Wahl de« Rechnungsprüfungsausschusses für 1922.
8, Feststellung des Verwaltungskosten-Voranschlags für 1921.
4. Bericht über erfolgte und beabsichtigte Aenderungen im der
sozialen Gesetzgebung, insbesondere in der gewerblichen
Unfallversicherung.
5. Rentenf estst'ellungs- Kommissionen.
6. Mitteilung über die Geschäftsergebnisse der Haftpflicht«
Versicherungsanstalt.
?.: Etwaige sonstige Verwaltungsangelegenheiten sind Anträge
der Herren Mitglieder.
Berlin-Lankwitz, den 20. Mai 1929.
9er Vorstand der SeHtioo in der lilas-Berufcgeiossettsckaft.
Der Vorsitzende: H. Weihrauch, Glashüttenbesitzer.
Feintonverarbeitung in Bayern.
Von Prsf Dr Dr. Georg Euter T Ebert, Vorstand dsi Imtititl
für bayerisch« Wirtschaftifsrichnng.
(ScMiiB.)
Die Organisation der feinkeramisehen Industrie.
Schon die Vorkriegszeit hatte zahlreiche Verbände und
Organisationen der Arbeitgeber, Angestellten und Arbeitnehmer,
ferner Produientenkonzentrationen im wesentlichen in horizon-
taler Richtung entstehen sehen, und der Krieg bereitete durch
Zusammenfassung der beiden bis dabin entstandenen Spitzen-
organisationen (.Zentralverband Deutscher Industrieller und
Bund der Industriellen) zum „Kriegsausschuß der deutschen
Industrie", welch letzterer am 16. Februar i918 durch Hinzu-
ziehung des Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen
Industrie Deutschlands zum „Deutschen Industrierat" erweitert
worden war, größere Zusammenschloßmöglichkeiten vor. Der
Novemberzusammenbrnch 1918 wertete die Organiaationsziele
om, und auf dem Fundamente des Abkommens vom 15. November
19 8 entstand die „Arbeitsgemeinschaft der industri-
ellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeit-
nehmer Deutschlands" als ein dauernd gewollter und
durch Organe repräsentierter Zusammenschluß aller organi-
sieren Klangen des Wirtschaftslebens auf der Grundlage der
gegenseit gen Anerkennung und Gleichberechtigung zur gemein-
samen W abrnehmuog der allen gleichgerichteten Interessen
auf Wirtschaft»*- und sozialpolitischem Gebiete unter gleich-
zeitiger paritätischer Regelung und Ausgleichung der unter-
einander bestehenden Gegensätze.
Sie ist der große und allgemeine Rahmen, innerhalb dessen
die folgenden Betrachtungen vor sich gehen; ihr oberstes Or-
gaoi»atiun»prinzip ist ein fachliches, aber trotz der Gliederung
von Iudustrie und Gewerbe in nur 14 Reichsarbeitsgemein-
schafien besteht neben der Reichsarbeitsgemeinschaft „Industrie
der Meine un i Eiden" eine Reichuarbeitsgemeinschaft „Glas
und Kejarninche Industrie", so daß hier nicht im Rohstoff,
sondern im Urennprozeß das organisatorisch dominierende
Moment zum Aufdruck kommt. Ferner versteht die Praxis
unter „keramischer Iudustrie" nur die feinkeramische, d. h. es
scheiden aus Ton- und Ziegel-, Klinkerplatten-, Schamotte- und
sogenannte feuerfeste Iudustrie Dazo gehört die im Rahmen
dieser Darstellung nicht in begriffene Porzellanindustrie, welch
letalere wegen ihrer organisatorischen Beziehungen gelegentlieh
zu erwähnen ist.
1922. (66. Jahrgang,)
Spitzenverband im wirtschaftspolitischen Aufbau der fein-
keramischen Industrie ist der „Verband keramischer
Gewerke in Deutschland". Schon seit der Wende des
18. Jahrhunderts waren Organisationsgedanken auch in der
Porzellanindustrie lebendig, die von Anfang an die organisatorische
Führung übernimmt. Auf einen um 1814 geschlossenen losen
„Freundschaftsbund" der damaligen 7 oberfränkischen Porzellan-
fabriken folgt, durch innerpolitische Verhältnisse und Kriege
immer wieder verzögert, endlich am 8 November 1871 die
Gründung des „Verbandes keramischer Gewerke in Deutsch-
land", mit Sitz in Bonn am Rhein und vorwiegend wirtschaft-
lichen Zielen. 1913 wurde über den Umfang des in den
Satzungen vorgesehenen Programms hinaus eine technisch-
wissenschaftliche Abteilung ins Leben gerufen; während des
Krieges sorgte der Verband für Belieferung seiner Mitglieder
mit Kohle und Rohstoffen und für Beseitigung der Transport-
und Ausfuhrerschwernisse. Am 29. Juli 1919 erfolgte die Sitz-
verlegung nach Berlin, und die Einzelmitgliedschaft der Firmen
die jetzt nur mehr mittelbar durch ihren Fachverband ver-
treten werden — hörte auf. Zur Zeit sind daher im Verband
der Keramischen Gewerke nur f Fachverbände der fein-
keramischen Industriebranche zusammengeschlossen. Der Ver-
band ist der wirtschaftspolitischeOberverband der feinkeramischen
Industrie zur Wahrnehmung aller gemeinsamen Interessen der
feinkeramischen Industrie in den sie berührenden handels-
politischen, wirtschaftlichen und sozialen Angelegenheiten. Die
Namen seiner Mitglieder-Fachverbände geben eine Vorstellung
über das Verhältnis der Porzellangruppe zur übrigen Feinkeramik.
Verband deutscher elektr. Porzellanfabriken, Berlin.
Verband deutscher Luxusporzellanfabriken, Weimar.
Verband deutscher Porzellanfabriken zur Wahrung keram.
Interessen, Sonneberg.
Vereinigte Poreellanisolaterenwerke, G. m. b. H, Berlin.
Vereinigte Steingutfabriken, Bonn.
Vereinigung deutscher Spülwaren- und Sanitätsgeschirr-
fabriken, Bonn.
Verband deutscher Kachelofenfabrikanten, Meißen.
Verband deutscher Wandplattenfabriken, Windsheim, Mfrk.
Mosaikplattenverband, Bad Berka a. d. Ilm.
In diesen Fachverbänden ist fast die ganze feinkeramische
Industrie durch etwa 260 Fabriken vertreten. Die Deutsche
Keramische Gesellschaft, Gharlottenburg, sei beson-
ders erwähnt als wichtiger Bestandteil der Deutschen Kerami-
schen Gewerke. Sie wurde im September 1819 gegründet,
hervorgegangen aus der Technisch- Wissenschaftlichen Abteilung
des Verbandes keramischer Gewerke in Deutschland ; ihre Auf-
gabe ist die Förderung der Keramik in technischer, wissen-
schaftlicher und künstlerischer Beziehung. Neben der um-
fassenden Organisation der im Verband Keramischer Gewerke
zusammengeschlossenen Fachverbände bestehen noch räumlich
und fachlich begrenzte Sonderverbände von geringerer Be-
deutung, so der Bund für Deutsche Kachelwerkkunst e. V.,
Berlin, der Verband Deutscher Keramischer Malereien e.G. m.b.H.
und der Verband Bayerischer Hafnermeister e. V., München.
Der Vollständigkeit halber erwähnt seien die mit Feinkeramik
befaßten amtlichen Stellen, Reichswirtschaftsministerium, Reichs-
wirtschaftsrat, Reichskommissar für Kohlenverteilung, Kommis-
sionen zwecks Ausführung der wirtschaftlichen Bestimmungen
des Friedensvertrages, Reichsentschädigungskommission, Kom-
mission zur Beschaffung von Baustoffen für den Wiederaufbau
in Nordfrankreich ; die Vergebung der Wiedergutmachungs-
amfträge erfolgt über Industrievrganlsationen und Landesauf-
tragsstellen. Oberstes Organ für Außenhandel ist das Reichs-
wlrteehaftsaiinieterium mit Reichskommissar für Aus- und
Einfuhrbewilligung, während die Kontrolle über Aus- und Ein-
fuhr den Außenhandelsstellen mit Außenhandelsnebenstellen
samt Preisprüfungsstellen übertragen ist.
An dieser Stelle einiges über die Preisbildung. Vor allem
ist festzustellen, daß die Preise der Fertigprodukte anfänglich
viel langsamer stiegen als die der Rohstoffe; nur da, wo das
Kartell in irgend einer Form einsetzte, wurden höhere Preise
erzielt. Dazu findet häufig keine Kalkulation im Sinne der
Vorkriegszeit mehr statt; denn auf Grund einer nunmehr, nur
selten durch stets sich wieder ausgleichende Rückschläge unter-
brochenen, fast fünfjährigen Erfahrung stellt jeder Geschäfts-
mann die mehr oder weniger rasch, aber jedenfalls fortschreitende
Geldentwertung nach dem privatwirtschaftlichen Grundsatz von
der Kapitalerhaltung in seine Rechnung, so daß er bis auf
weiteres unter allen Umständen mit erheblichem Scheingewinn
arbeitet, weil der Faktor der Zeit eine scheinbar viel stärkere
wertvergrößernde Wirkung ausübt, als dies durch gewerbliche
Stoff veredelung geschieht Dies bedeutet den Ruin jeder soliden
Geschäftsgebahrung, was ja unlängst auch der Reichsjustiz-
minister, allerdings in ganz anderer, positiverer Form ausdrückte,
indem er sagte, daß gegen Schieber und Wucherer jede Strafe
angewendet worden sei mit Ausnahme von lebenslänglichem
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
i»22. (56. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 21 — 243
Zuchthaus und Todesstrafe. Und auch der Händler begründet
seinen Preis mit dem destehungspreis, d. h. nicht mit einer
Kalkulation auf die Vergangenheit, sondern mit einer solchen
auf die Zukunft, in die er die steigenden Gestehungskosten,
steigenden Löhne, steigenden Preise, steigenden Frachten,
steigenden Emballagen, steigenden Kosten seiner Lebsucht,
ferner das ganze unbekannte Risiko selbst der nächsten Zukunft
tatsächlich hitseinkalkulieren muß, wenn er nicht die Gefahr
der Verarmung laufen will. Und hier scheint fast die Trieb-
feder unserer heutigen Innen Wirtschaft überhaupt zu liegen,
in diesem psychopathischen Moment, in der Furcht vor Ver-
armung; denn auch der Konsument zahlt jeden geforderten
Preis, wenn er nur im Rahmen seiner Kaufkraft liegt, spricht
es mit zynischer Offenheit aus, daß Sparsamkeit bestraft wird
von der Steuer und von der fortschreitenden Geldentwertung.
Jeder Wirtsehaftsvorgang, Tun oder Lassen, jede Preisbildung
ist nach Motiv und Umfang mehr oder weniger psychopathisch
beeinflußt. Exportentwicklung und Preisbildung gegenüber dem
Ausland in ihrer privatwirtschaftlichen Bedeutung und in ihren
volkswirtschaftlichen Folgen seien an dieser Stelle nur ange-
deutet, aber nicht ausgeführt.
Gehen wir über zur zweiten Gruppe der in der Reichs-
arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Organisationen,
welche mehr oder weniger sozialpolitischen Einschlag haben.
Das ist auf Arbeitgeberseite die Vereinigung der deutschen
Arbeitgeberverbände, auf Arbeitnehmerseite rechnet man dazu
alle Organisationen der Arbeiter und Angestellten.
Zunächst die Arbeitgeberorganisationen! Ihre Gründung
erfolgte aus der Notwendigkeit der Schaffung einer Gegen-
organisation gegen die durch den Umsturz erstarkten Arbeiter-
organisationen, und zwar zunächst als „Arbeitgeberver-
band der deutschen feinkeramischen Industrien"
im Juli 1919 zu Berlin. Aber der Durchban der Gewerk-
schaften auf streng fachlicher Grundlage — alle Ungelernten
oder Angelernten sind im Fabrikarbeiterverband (also vor-
wiegend Arbeiter der Plattenfabriken); alle „Töpfer", d. s.
Former der Kachelfabriken, sind im Töpferverband; alle Maler
usw. der Steingutfabriken sind im Porzellanarbeiterverband —
erschwerte die Verhandlungen so sehr, daß der genannte
Arbeitgeberverband nur mehr die Porzellan- und eigentliche
Steiß gutindustrie, nicht aber die Platten- und Kachelofen-
industrie umfaßt; seine Geschäfte führt der Geschäftsführer
vom Verband Keramischer Gewerke. Diese für die ganzen
modernen Organisationsgebäude charakteristischen Personal-
unionen stellen nicht nur architektonische Bindungen zwischen
den Organisationsgruppen her, führen nicht nur gewissermaßen
als Knotenpunkte in dem anscheinend sich kraus und bunt ver-
wirrt stets kreuzenden Netz der wechselvollen organisatorischen
Bahnen die Uebereinstimmung in der Leitung her, sondern sie
dokumentieren, daß alle diese Organisationen — alle im wesent-
lichen immer wieder aus den gleichen Mitgliedern aufgebaut —
fast mehr gedankliche Organisationsgebilde darstellen, die bald
die eine, bald die andere Interessenseite vertreten.
Das Sammelbecken für alle übrigen örtlichen, fachlichen,
gemischt-gewerblichen Organisationen mit dem Ziel der Herbei-
führung einer geschlossenen Stellungnahme von Industrie und
Gewerbe in allen Fragen der Sozialpolitik ist die vorerwähnte
„Vereinigung der deutschen Ar b eitge b er ver-
bände". Reichsorgan für sozialpolitische Fragen ist das
Reichsarbeitsministerium ; das Reichsamt für Arbeitsvermittlung
hat den Auftrag der Auswertung der durch die statistischen
Landesämter gepflogenen Erhebungen ; sie werden in der fein-
keramischen Industrie bei typischen Betrieben durchgeführt.
Gehen wir über zu den Arbeitnehmerverbänden. Der
Porzellanarbeiterverband mit über 50000 Mitgliedern,
vorwiegend aus der Porzellanindustrie, enthält die Maler, auch
Gießer u. a. der Steingutindustrie. Durch Vereinbarungen mit
dem Fabrikarbeiterverband, der im wesentlichen Ungelernte und
Angelernte umfaßt, wurde «in« Gebietsabgrenzung dahingehend
festgelegt, daß ersterem das Gebiet der Porzellan-, Steingut-,
Fayence- und ähnlichen Industrien, letzterem das Gebiet der
Grobkeramik überlassen wurde. Eine Ausscheidung der
Arbeiter nach Steingut-, Fayence-Fabrikation usw. erfolgt in
allen diesen auf Massenbehandlung mit homogenen Ansprüchen
eingestellten Verbänden nirgends, auch ihre Ziele, Organi-
sationen, Gliederungen, Geschäftsbetrieb usw. sind die aller Ge-
werkschaften.
Die Arbeiter der Plattenindustrie und sonst Ungelernte
gehören dem über 700000 Mitglieder umfassenden Fabrik-
arbeiterverband in Hannover an, der si«h wie der Porzellan-
arbeiterverband in den „Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts-
bund" eingliedert. aejj gac
Wichtig ist dagegen die freie Gewerkschaft des Zentral -
Verbandes der Töpfer und Berufsgenossen
Deutschlands; denn er umfaßt nicht nur Freidreher, son-
dern vor allen Dingen Ofensetzer, außerdem die Former der
Kachelofenindustrie. Er gehört zu den ältesten und best durch -
gebauten gewerkschaftlichen Verbänden.
Gering ist die Bedeutung der christlichen Gewerkschaften,
die allerdings ' seit 1920 aus den freien Gewerkschaften sehr
beträchtliche Zugänge aufweisen. Der Berufsverband deutscher
Keramarbeiter umfaßt Grob- und Feinkeramik. Er mündet über
den Zentralverband christlicher Fabrik- und Transportarbeiter
Deutschlands und weitere zwei Zwischenorganisationen in die
Zentralarbeitsgemeinschaft ein. Der Hirsch-Dunker'sche Ge-
werkverein der Töpfer und Ziegler ging 1919 im Gewerkverein
der Fabrik- und Handarbeiter auf, wo alle Keramarbeiter zu-
sammengeschlossen sind. Bei den bislang nicht fachlich ge-
gliederten Angestellten-Organisationen ließ das plötzliche An-
schwellen der Mitgliederzahlen nach dem Umsturz eine Fach-
gruppe „Glas- und Keramische Industrie" entstehen.
Der Anschluß der Feinkeramik an die Zentralarbeits-
gemeinschaft erfolgt durch die „Reichsarbeitsgemeinschaft für
Glas- und Keramische Industrie".
Ziel der genannten sozialpolitisch orientierten Organisationen
ist die Regelung der Arbeitsbedingungen; dabei erstrebt die
Arbeitsgemeinschaft die Ausschaltung des Wirtschaftskampfes
zu Gunsten des Wirtschaftsfriedens auf der Grundlage von
Tarifverträgen; denn der Umsturz, oder mit Unterstaatssekretär
a. D. August Müller richtiger zu sprechen, der Zusammenbruch,
mündete aus in eine wirtschaftliche Lohnbewegung. Zur all-
gemeinen Bewegung der Löhne sei bemerkt, daß sie sich der
Geldentwertung insofern bisher angepaßt haben, als ihre Höhe
dem jeweils höchsten Stand der Papiermark im Laufe einer mehr-
monatlichen Periode zustrebt; immer dann, wenn der Dollar
sprungweise von dieser Linie weg steigt, entsteht eine Wert-
spannung zum Weltmarktpreis mit sehr billigen deutschen
Arbeitslöhnen für denselben und daher jedesmal verbunden
mit einem sogenannten Ausverkauf Deutschlands.
Ueber die Wirkung des Achtstundentages herrscht in der
ganzen keramischen Welt Einigkeit. Im Jahresbericht der
Handelskammer für Oberfranken wird zusammengestellt, daß
durch die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit ein wesent-
licher Rückgang der Arbeitsleistung eingetreten sei. Aus der
Porzellanindustrie wird ein Rückgang der Leistungen von un-
gefähr 20°/0 berichtet. Für die keramische Industrie gilt wie
für alle anderen, daß die Verkürzung der Arbeitszeit auf acht
Stunden mit einem Schlage sämtliche Generalunkosten, Fabrik-
anlagen, Fuhrpark usw. um mehr als 25°/0 verteuert, was sich
natürlich auch in den Preisen auswirkt. Der kleine Meister,
dessen ganze Betriebsweise zur Bestreitung seines Lebens-
unterhaltes auf die alte Stundenzahl eingestellt ist und dessen
Verkaufspreise durchaus nicht im Verhältnis der Teuerung
stiegen, rechnet vor, daß der Geselle in acht Stunden statt
500 Stück in der Woche nur mehr 300 — 350 leiste, die Kachel-
fabrik, die früher 4 — 5 Brände in der Woche hatte, hat nur
mehr deren drei, das sind im Jahre 60 Brände weniger^ Im
Zusammenhang mit solchen Leistungsverminderungen und Er-
höhungen aller Löhne und Generalunkosten verständlich wird die
Notwendigkeit der gewaltigen Preissteigerungen und die. Be-
schaffung von Produktionsmitteln zu Preisen, die nur im
Rahmen der ganzen Wirtschaftslage verständlich sind; denn
ein Produktionsmittel, das z. B. 10 Mann mit einem Stunden-
lohn von 10 Mark einspart, bedeutet bei 45 stündiger Arbeits-
woche eine jährliche Lohnersparnis von über 220 000 Mark,
oder mit 10°/0 kapitalisiert, ein Kapital von 2,2 Millionen Mark !
Eine glänzende Kapitalsanlage, Rationalisierung und Entlastung
des Betriebes von einer erheblichen Zahl von Arbeitern. Auf
die möglichen Konsequenzen dieses allenthalben zu beobach-
tenden Zustandes der Anhäufung von Produktionsmitteln in
Industrie und Gewerbe sei zum Schluße dieser Ausführungen
hingewiesen.
Die Wärmewirtschaft in der Glasindustrie.
(Nachdruck verboten.) '
Die augenblicklichen Schwierigkeiten in den Betriebsver-
hältnissen nötigen auch die Glasindustrie, der Wärmewirtschaft
©in erhöhtes Augenmerk zuzuwenden, da der Dampfverbrauch
nicht bloß auf die Kraftquelle (Dampfkessel), sondern auch auf
den Nutzdampf (Heizdampf) sich erstreckt. Die Wärmekontrolle
wird zurzeit- ausschließlich — wenn überhaupt — im Kessel-
hause ausgeübt, dagegen fehlen fast überall die Vorrichtungen
und Geräte, um auch an den übrigen Dampfverbrauchsstellen
Messungen vornehmen zu können. Wir hatten schon mehrere
Male Gelegenheit, auf die Notwendigkeit der Feststellung des
Dampfverbrauches in Betriebsanlagen und auf die hierzu
dienenden Vorrichtungen hinzuweisen.
Es ist in der Tat für jeden Betriebsleiter ein recht unbe-
hagliches Gefühl, wenn er so vollständig im Dunkeln tappt und
weder vorher noch nachher in der Lage ist, genau festzu-
stellen, wieviel Dampf überhaupt in den einzelnen Betriebs-
abteilungen gebraucht^ wurde, geschweige denn, welchen Aufwand
244 — Nr. 2L
SPRECH SAAL -CO BURG.
1922. (65. Jfahtguigj
an Dampf und Wärme bezw. Kohle jede einzelne Maschine
erfordert. Man kann sich denken, wie unsicher die ganze Be-
triebskalknlation und damit auch die Warenkalkulation sich
dadurch gestaltet.
Man hat ja allerdings die Möglichkeit, durch Messungen
des Kondenswassers eine Kontrolle auszuüben ; allein abgesehen
davon, daß dies ein umständliches und durchaus nicht zuver-
lässiges Mittel ist, steht es nicht überall zu Gebote, da der
Bau der Maschinen keineswegs immer darauf Bedacht nimmt.
So kommt es, daß nur die Messung des Betriebsdampfes theo-
retisch und praktisch durchgebildet wurde und vollkommene
Meßgeräte diesem Zwecke zur Verfügung stehen.
Im Kesselbetrieb stützt sich die Wärmewirtschaft in erster
Linie darauf, die in der Kohle enthaltenen Wärmemengen mög-
lichst ganz in die zur Verdampfung des Wassers erforderliche
Energie umzusetzen. Aus dem Heizwert der Kohle, der Ver-
dampfungswärme des Wassers und dem Wirkungsgrad der
Dampfkesselanlage kann man berechnen, welche Wassermengen
man mit 1 kg Kohle verdampfen kann. Man braucht sodann
täglich nur das verbrauchte Speisewasser zu messen, um mit
Hilfe der gewogenen Kohlenmengen die Verdampfungsziffer und
den Wirkungsgrad des Kessels zu kontrollieren. Die Messungen
sind einfacher, wenn der Wassermesser vor dem Vorwärmer
eingebaut wird, da hier Wassertemperaturen von nur 30 bis
*0° C. vorkommen.
Da es sich um größere Wassermengen handelt, die Speise-
wasserleitungen von 40 bis 175 mm lichter Weite und Liefe-
rungen von 1 bis 20 m3 je Stunde bedingen, ist die Fehler-
grenze sehr niedrig zu halten und soll 2°/0 nicht übersteigen.
Zu diesem Zwecke hat die Firma Bopp & Reuther, Mannheim-
Waldhof, mehrere Typen von Wassermessern konstruiert, die
diesen Bedingungen Genüge leisten.
Für Speisewassermessung vor dem Vorwärmer kommen
die Volumenmesser (Abb. 1) in Verwendung, deren Bestand-
Abb. 1. Volumenmesser.
leile, Meßkammer, Meßscheibe oder Meßkolben, bis 125 mm
tichte Rohrweite rationell ausgeführt werden können. Diese
Kolbenscheibenmesser mit einfacher zylindrischer Meßscheibe
und gerader Meßkammer haben sich für die Messungen von
heißem Speisewasser bis 150° C. im Kesselbetrieb vorzüglich
bewährt ; sie sind einfach und dauerhaft, auch sehr billig in der
Anschaffung und ergeben eine Genauigkeit von l°/0 unter
Garantie. Der Meßkolben besteht aus einer Spezialgraphit-
masse, die sich als äußerst zweckmäßig erwiesen hat, da Graphit
selbstschmierend ist und geräuschlosen Gang gewährleistet.
Soll das Kondensat fortlaufend gemessen werden, z. B. bei
Dampfturbinen, deren Kondensat 35 bis 50° C. beträgt und
Rohrleitungen von 80 bis 150 mm lichte Weite bedingt, so
ist der Einbau eines Woltmannmessers (Abb. 2) in Spezialaus-
Abl:. 2. Woltmannmosser.
führung zum Messen von warmem Wasser besonders empfeh-
lenswert; die Flügel sind aus einer geeigneten Graphitmasse
hergestellt, wodurch sie auch kleine Durchflußmengen mit der
üblichen Genauigkeit von 2°/0 anzeigen.
Bei Speiseleitungen über 125 mm lichte Weite und
Leistungen von mehr als 20 m! je Stunde eignet sich der
Venturimesser (Abb. 3), welcher zudem weit billiger als die übrigen
Wassermesser von gleicher Größe ist. Die Messung ist sehr
genau und beträgt 1°/,. Da er die augenblicklichen Durch-
flußmengen angibt, ist er mit einer Schreibvorrichtung ausge-
stattet, welche zugleich die Unregelmäßigkeiten anzeigt. In
der gleichen Weise dient der Venturi-Dampfmesser zur Messung
von größeren Gas- und Dampfmengen für Rohrleitungen von
50 mm 1. W. aufwärts; auch dieser ist mit einer selbsttätigen
Schreibvorrichtung versehen, welche ein Diagramm aufzeichnet,
Abb. 3. VentnriimesBer.
das die augenblicklichen Mengen, wie auch die Unregelmäßig-
keiten des Verbrauchs, und mittels Planimetrierens die gesamten
Lieferungen an Dampf anzeigt.
Eine besondere Ausführung des Venturi- Wassermessers ist
der sogenannte Venturi-Partialwassermesser, der es in einfacher
Weise ermöglicht, die durch die Rohrleitung geflossene Ge-
samtwassermenge festzustellen. Erreicht wird dies durch einen
kleinen Flügelradwassermesser, der in eine Umgangsleitung
eingebaut ist, die den Eingang und den engsten Querschnitt
des Rohres miteinander verbindet. Durch diese Umgangsleitung
fließt eine der gesamten Durchflußmengen proportionale kleinere
Menge, und der Flügelradmesser ist so konstruiert, daß er so-
fort die Ablesung der gesamten Durchflußmenge ermöglicht.
Stocher-Kurs.
Mehrfachen Anregungen der Praxis Folge leistend hat die
„Wärmetechnische Beratungsstelle der Deutschen Glasindustrie"
Frankfurt a. M. (W. B. G.) sich dazu entschlossen, in diesem
.Jahre einen Kurs für Betriebsbeamte von Gaserzeugungsanlagen
in Glashütten abzuhalten. Der Plan wurde der Verwirklichung
zugeführt, indem die Generaldirektion der „A.-G. für Glas-
industrie vorm. Friedrich Siemens, Dresden," sich bereit erklärt
hat, die Veranstaltung in ihrer Glashütte in Dresden abzuhalten.
Dieses freundliche Entgegenkommen verdient allseitige Aner-
kennung, ganz besonders im Hinblick darauf, daß die erwünschte
vertrauensvolle Zusammenarbeit der Glashütten auf wärme-
wirtschaftlichem Gebiete dadurch vorbildlich gefördert wird.
Die Veranstaltung, welche am 26. und 27. Juni ds. Js. statt-
findet, ist in der Weise gedacht, daß sich Techniker, Meister
und Vorarbeiter der verschiedenen Glashütten in zwangloser
Weise auf der Hütte zusammenfinden, um dort durch offene
Fragen Klärung und Antwort zu finden für die verschiedenen
Auffassungen, welche auf dem Gebiete der Gaserzeugung be-
stehen. Interessant wird die Zusammenkunft insofern werden,
als in dem vorgenannten Werke alte Siemens-Schüttungen und
neuzeitliche Drehrost-Generatoren vorhanden sind und einen
Vergleich der abweichenden Betriebsweise gleichzeitig gestatten.
Das auf praktische Belehrung aufgebaute Programm um-
faßt u. a. folgende Einzelheiten:
1. Bau- und Wirkungsweise alter und neuzeitlicher Gas-
erzeuger.
2. Meßgeräte zur Kontrolle des Gaserzeugerbetriebes.
3. Einfluß des wechselnden Durchsatzes, Wind- und Dampf-
zusatzes auf die Gasbeschaffenheit.
4. Rechnerische Auswertung von Meßergebnissen.
Die zum Versuch bestimmten Gaserzeuger werden mit Meß-
geräten versehen werden, um den Teilnehmern die Möglichkeit
zu bieten, sich selbst ein Bild zu machen von der Wirkungs-
weise zuverlässiger Apparate und den Vorteilen ihrer Anwendung
in einem modern geführten Betriebe.
Trotzdem die wärmewirtschaftlichen Bestrebungen in
anderen Industriegruppen breiten Fuß gefaßt haben, ist die
Ueberzeugung bei der Glasindustrie von der Notwendigkeit
einer sparsamen Wärme- und Betriebs-Wirtschaft noch nicht
durchgedrungen. Vielleicht trägt Schuld daran, daß die Uober-
mittelung von theoretischen und wissenschaftlichen Ergebnissen
an das Betriebspersonal eine schwierige Aufgabe ist, die durch
Kurse allein nicht gelöst werden kann. Die Absicht der
W. B. G., bei dem geplanten Stocherkurse zunächst den Hörsaal
als Belehrungsstätte zu verlassen und im Betriebe ihre Unter-
(
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURO.
Nr. 21 — 245
Weisungen durchzuführen, muß daher als durchaus Erfolg
bringend angesprochen werden.
Das Ziel des Kurses soll sein, dem einzelnen Anregungen
zu eigenen Versuchen und die Kenntnis der besten Betriebs-
, form mitzugeben. Die „Wärmestelle" wird nach dem Kurse die
gesammelten Grundlagen jedem Teilnehmer in kurzer Passung
übermitteln, damit er stets im Besitz derjenigen Richtlinien ist,
welche bei Durchführung der Vergasungsvorgänge in den
Hütten zu befolgen sind. In der geschilderten Weise werden
Erfahrungsaustausch, Belehrung durch praktischen Versuch und
[ theoretische Unterweisung zusammen die industrielle Schulung
bringen, an der es in der Glasindustrie noch fehlt.
Anmeldungen zu dem Kurse sind unter Aufgabe der Firma
und des genauen Namens des Teilnehmers zu richten an das
Landeskohlenamt fürSachsen und Sachs en- Alt en-
burg, Dresden-A. 24, Bismarckplatz 1.
Die Teilnehmergebühr pro Person ist auf Jl 200.— fest-
gesetzt und im voraus auf das Postscheckkonto Leipzig
Nr. 82033 des Landeskohlenamtes Dresden zu entrichten.
Die drohende schwierige Geschäftslage.
Vorstand ssitzung des K. d. $.
Angesichts der durch die politischen Verhältnisse bedingten
schwierigen Lage des Wirtschaftsmarktes sah sich der Vor-
stand des Reichsverbandes deutscher Spezialgeschäfte in Por-
zellan-, Glas-, Haus- und Küchengeräten e. V., Berlin- Wilmers-
dorf, veranlaßt, eine besondere Sitzung abzuhalten. Die Sitzung
fand am 10. Mai in Magdeburg statt und war vollzählig besucht.
Es kam die einmütige Auffassung zum Ausdruck, daß die
I «ich immer stärker bemerkbar machende wirtschaftliche Not
Lfcu einer schnellen Krise dränge. Die letzten gewaltigen Preis-
steigerungen der Industrie haben nach den vom R. d. S. im
Deutschen Reiche gepflogenen Erhebungen, einen Rückgang des
^Konsums gezeitigt, der in Norddeutschland 40°/0, in Mittel-
deutschland 30°/e, in Süddeutschland etwa 25°/9 beträgt.
Wirtschaftlich-^
Korrespondenzen.
Fieberthermometer-Prüfungsgebühren. Das Thür. Wirtschafts-
ministerium gibt bekannt, daß mit Zustimmung des Reichsrats ab
15. 5. für die Prüfung von gewöhnlichen Fieberthermometern Ji 2.—, von
Maximum-Fieberthermometern M 3,50, von Minuten- und Halbminuten-
Meximum-Fieberthermometern M 3,50 in Anrechnung gebracht werden.
Gesetzgebung, Steuern.
Znm Lohnabzug. Der Lohnzuschlag von 2 oder 4 % (§ 7 der An-
lage zum Tarifvertrag) für Beschaffung und Abnutzung der von den Ar-
beitern gestellten Arbeitsgeräte gehört zum Arbeitslohn, und die daraus
-von den Arbeitern zu bestreitenden Ausgaben können bei der Veranlagung
als Werbungskosten in Abzug gebracht werden (vergl Erlaß des Reichs-
finanzministers vom 27.4.21 — III 10041 — ). Aua praktischen Er-
wägungen, und da unterstellt werden konnte, daß der Betrag der Ver-
gütung einer nach Erfahrungssätzen angenommenen durchschnittlichen
Aufwendung entspricht, hat sich der Reichsfinanzminister seinerzeit damit
einverstanden erklärt, daß dieser Lohnzuschlag bei Ermittlung des steuer-
baren Einkommens zur Abgeltung der Werbungskosten von vornherein
außer Ansatz gelassen und demgemäß auch nicht dem Steuerabzug unter-
worfen wurde. DieBe Regelung kann indes im Hinblick auf die inzwischen
erlassenen gesetzlichen Vorschriften nicht mehr aufrecht erhalten werden.
Zur Abgeltung der nach § 13, Absatz 1, Nr. 1 bis 7 des EStG. zulässigen
Abzüge mindert sich nach den nunmehr geltenden Vorschriften der von
dem Arbeitslohn einzubehaltende Betrag von 10% um jährlich M 540,
was einem jährlichen Aufwand von M 5400 entspricht. Da hiermit
Bämtliche nach § 13 Absatz 1, Nr. 1 bis 7 a. a. 0. zulässigen Abzüge
abgegolten sind, ist es nicht mehr zulässig, neben dieser Ermäßigung um Jt 540
nochmals dadurch Werbnngskosten zu berücksichtigen, daß ein Teil des
Arbeitslohnes von dem Steuerabzug freigestellt wird. Der Lohnzuschlag
ist vielmehr dem übrigen Lohn hinzuzurechnen und von der Gesamtsumme
der Steuerabzug vorzunehmen. Die aus dem Lohnzuschlag von den Ar-
beitern zu bestreitenden Ausgaben für Beschaffung und Abnutzung der
von ihnen gestellten Arbeitsgeräte sind durch die Zulassung des Panschsatzes
von M. 540 jährlich abgegolten, sofern nicht auf Antrag wegen des Nach-
weises höherer Abzüge im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1 bis 7 eine Er-
höhung des Betrages von M 540 jährlicn vom Finanzamt zugelassen wird
(§ 46 Abs. 2 Nr. 3 EStG.). Dagegen bleibt der Erlaß des ReichBfinanz-
ministers vom 27.4.21 — III 10041 — hinsichtlich der nach § 5 der
•Anlage zum Tarifvertrag vom 17. 9. 20 bei Akkordarbeit gewährten Wege-
vergutung unberührt. Die Wegevergütung gehört zu dem steuerbaren
Einkommen und unterliegt der vereinfachten Besteuerung des Arbeits-
lohnes. Der aus dieser Sondervergütung etwa zu deckende Mehraufwand
(B'ahrkosten, jährliche Abnutzung des Fahrrades) ist durch den oben er-
wähnten Panschsatz von Jt 540 abgegolten, sofern nicht auf Antrag
wegen des Nachweises höherer Abzüge im Sinne des § 13 Abs. 1 Nr. 1
bis 7 eine Erhöhung dieses Betrages vom Finanzamt zugelassen wird.
Die Neuregelung der Umsatzsteuer bei der Ein- und Ausfahr.
Die Bestimmungen über die Besteuerung der Ein- und Ausfuhr sind durch
die Novelle vom 8. 4. 22 erheblich geändert worden. Bisher war nach
Dazu gesellen sich die steigenden Kosten der Frachter j[
Kistenverlust, Porto, Steuern, Gehälter, sodaß der Einzelhandel
die schwer in sein und das Leben des ganzen Volkes ein-
schneidende Frage prüfen muß, welche Einschränkungen statt-
zufinden haben, insbesondere, welche Esparungen der Geschäfts-
spesen geboten sind. Die drohende Wirtschaftskrise wirft ihre
Schatten bereits voraas. Die Banken schränken die Kredite
erheblich ein ; müssen sie sie ganz versagen, ist ein schneller
Zusammenbruch die Folge. Der Vorstand des R. d. S. sieht
daher der Zukunft mit ernster Sorge entgegen.
Es wird nunmehr gegenüber der sich mit rasender Schnellig-
keit zuspitzenden Lage Sache der Händlerschaft sein, ihre
Maßnahmen mit größter Gewissenhaftigkeit und Vorsicht zu
treffen. Vor allem wird sie die Pflicht haben, die Kalkulationen
peinlichst genau auszuführen. Jede in die Kalkulation einzu-
setzende, vergessene Summe aus Steuern, Versicherungen
oder aus sonstigpn Unkosten kann zum Verhängnis führen.
Der Ernst der Zeit macht weiterhin gebieterisch zur Pflicht, jede
neue Bestellung sorgsam zu erwägen und Abschlüsse nur zu
tätigen, wenn der Absatz durch den Gang des Geschäfts ge-
sichert erscheint.
Dringend notwendig ist die Nachprüfung der schon erteilten
Aufträge, vornehmlich der Rückstände, damit niemand durch
Lieferungen überrascht wird, an die er nicht mehr gedacht hat.
Uebermäßige Lieferungen bedingen Zahlungsschwierigkeiten-!
Angesichts der hohen Preise muß mit einem sogenannten
Käuferstreik gerechnet werden. Dann reichen die Einnahmen
nicht mehr zur Bezahlung der Rechnungen aus. Versagt dann
der Bankkredit, ist der Zusammenbruch nahe. Es wird daher
dringend empfohlen, Rückstandsverzeichnisse mit den geltenden
Preisen einzufordern. ,
Von Spekulationskäufen wegen etwa in Aussicht stehender
Preiserhöhung ist dringend abzuraten. Man halte lediglich
sein Lager auf dem Laufenden, ohne es zu überlasten.
o werblicher Teil.
§ 2 des Gesetzes mit Ausnahme einiger namentlich aufgeführter Artikel
die Ausfuhr umsatzsteuerfrei. Nunmehr unterliegt die Ausfuhr des
Fabrikanten der Umsatzsteuerpflicht. Der Fabrikant muß also die
Ausfuhr seiner Erzeugnisse, die er selbst hergestellt und selbst zur Aus-
fuhr bringt, mit 2 7* versteuern. Zwischen LuxusgegenBtänden und ste-
wöhnlichen Handelsartikeln wird kein Unterschied mehr gemacht. Die
Loxussteuer ist also bei der Ausfuhr weggefallen. Als Uebergangs-
bestimmung ist angeordnet, daß die Ausfuhr derjenigen Erzeugnisse, die
vor dem 1. 1. 22 zu festen Preisen verkauft worden sind, bis zum 30. 6. 22
vom Fabrikanten noch umsatzsteuerfrei ausgeführt werden können. — Im
Gegensatz zur Ausfuhr des Fabrikanten sind Ausfuhrlieferungen
des Ausfuhrhändlers nach dem neuen Gesetz umsatzsteuerfrei, wenn
die Ware bereits mit der Umsatzsteuerbelastung erworben worden ist.
Das Gesetz sagt: „Umsätze solcher Gegenstände in das Ausland, die der
ausführende Unternehmer erworben hat und ohne vorherige Bearbeitung
oder Verarbeitung ins Ausland liefert, sind von der Besteuerung aus-
genommen." Diese Bestimmung war im Interesse des Exporthandels nötig,
denn der Ausfuhrhändler muß ja bereits beim Erwerb der Ausfuhrgüter
vom Fabrikanten 2°/0 Umsatzsteuer zahlen. Die Ware würde also bei
der Ausfuhr durch den Ausfuhrhändler mit 4°/0 Umsatzsteuer belastet
sein, wenn diese Ausnahme nicht vorgesehen wäre. Exportiert der Aus-
fuhrhändler eine Luxusware, bo steht ihm ein Anspruch auf Rückvergütung
der Luxussteuer, voraussichtlich in Höhe von 7,5% zu. — Die Aus-
führungsbestimmungen zu dem neuen Gesetz werden Bestimmungen darüber
enthalten, nach welchem Kurse für Ausfuhrsendungen hereingenommene
Gegenwerte in ausländischer Währung in Reichsmark umgerechnet werden
müssen. Die Ausfuhrfirma kann zu Beginn des Steuerjahres den Antrag
stellen, daß für das laufende Steuer jähr bei der Umrecnnnng von in aus-
ländischer Währung ausgedrückten Werten ein vierteljährlich vom
Reichefinanzminister festzusetzender Durchschnittskurs abzüglich 5°/„
zugrunde gelegt wird. Mit der Bekanntgabe dieser Ausfuhrungsbestim-
mungen ist demnächst zu rechnen.
Hinsichtlich der Einfuhr sind die bisherigen, ebenfalls in § 2 des
ursprünglichen Gesetzes enthaltenen Bestimmungen erweitert worden.
Danach unterfällt die Einfuhr von LuxusgegenBtänden nach wie vor einer
Steuer von 15°/0. Das Verzeichnis der Luxusgegenstände wird neu zu-
sammengestellt, um in der Zwischenzeit aufgetauchte Härten in Zuknnft
zu vermeiden. Für die gewöhnlichen Handelsartikel ist Steuerfreiheit vor-
gesehen, soweit es sich um die Einfuhr als solche, d. h. um das Verbringen
aus dem Auslande über die Reichsgrenze, handelt. Unter Reichsgrenze
ist hierbei die staatsrechtliche Grenze zu verstehen, so daß unter den Be-
griff des Inlands auch Zollausschlußgebiete, wie die Freihäfen in Bremen
und Hamburg, fallen. Eine besondere Steuerfreiheit ist ferner für den
ersten Umsatz nach der Einfuhr für eine Reihe bestimmter Erzeugnisse
eingeführt, die der Reichsrat nach Anhörung des Rsichswirtschaftsrats
näher bezeichnen wird und zu denen neben Lebensmitteln Rohstoffe und
Halberzeugnisse gehören sollen. Im Gegensatz zu den bisherigen Be-
stimmungen ist davon Abstand genommen worden, diesen ersten Umsatz
dahin zu erweitern, daß jeder weitere Umsatz, der außerhalb des Klein-
handels, mithin also nur an Wiederveräußerer erfolgt, steuerfrei bleiben
sollte. Endlich besteht eine Steuerfreiheit für die sogenannte verlängerte
Einfuhr, und zwar wiederum nur für einen beschränkten Kreis von Er-
246 Nr. 21
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1022. (66. Jahrgang.)
neußrniasen, zu denen Lebensmittel. Rohstoffs und einige wenige Halb-
fabrikate gehören. Solange diese Erzengnisse sich innerhalb bestimmter
Gebietsteile befinden, bleiben sie nmsatzstenerfrei, auch wenn sie inner-
halb dieser Gebiete weiter gehandelt werden. Die Gebietsteile, nm die es
sich hierbei handelt, sind die Zollausschlußgebiete Helgoland nnd die
Freihäfen, die Freibezirke in Emden, Bremen nnd anderen Häfen nnd die
Orte, an denen aich die Ware im gebundenen Verkehr des Inlandes, d. h.
unter Zollverschluß, befindet. Schließlich kommen hierzu noch vom Reichs-
fiuanzminister auf Antrag besonders anerkannte Iniandsläger für zollfreie
Waren.
Entscheidungen des Reichsfinanzhof es. VerzinsungderUm-
b atz Steuer. Die Zinsvorschriften des § 37 Abs. II U.St.G. v. 1919
setzen § 104 Abs. I RA.O. nicht außer Kraft. Beträge Uber JC 1000
sind daner nach Ablauf von zwei Wochen seit der Bekanntmachung des
Steuerbescheids zu verzinsen, da mit diesem Tage die Fälligkeit einge-
treten ist. (Urt. v. 31. 1. 22. V. A. 106/21.)
Gewerblicher Rechtsschutz.
Oesterreich. Die Patentgebühren sind mit Wirkung vom 15. 2. 22
auf das Zehnfache erhöht worden. Entsprechende Steigerung haben die
Gebühren für Marken und Muster und für amtliche Ausfertigungen erfahren.
Auch der Gebührentaiif für Patentanwälte ist mit Wirksamkeit vom 15. 1. 22
erhöht worden.
Euba. Patent* und Warenzeichenschatz. Nach einer am 15. 1. 22
veröffentlichten, hier vorerst nur in, wie es scheint, nicht ganz einwand-
freier englischer Uebeisetzung vorliegenden Verfügung des kubanischen
Ministeriums vom 16. 12. 21 müssen Warenzeichen, die nach dem 1. 8. 14
in die Zeichenrolle eingetragen sind, innerhalb eines Jahres nach Bekannt-
gabe der Verfügung verwendet werden. Die durch ein Dekret vom 19. 4. 19
aufgehobenen Patentansführungsfristen treten erneut in Kraft. Die Aus-
fanrun gsfrist wird um zwei Jahre verlängert. Die durch die internationalen
Abkommen festgesetzten Prioritätsfristen werden bis zum 30. 6. 22 aus-
gedehnt. Für die Erfüllung der den Patent- nnd Warenzeichenschutz
betreffenden gesetzlichen Vorschriften wird eine einjährige Frist gewährt,
Handel und Verkehr.
Neuregelung der Bedingungen für Privatgleisanschlüsse. Die
Beratungen mit den Spitzenvertretungen der Interessenten über die dies-
bezüglichen neuen Grundsätze sind mit Erfolg zu Ende geführt. Hin-
sichtlich der Gebühren einigte man sich auf ein neues System, wonach
die für den einzelnen Wagen erhobene Gebühr fallend nach der Stärke
des Jahresdurchschnittsverkehrs des Anschlusses gestaffelt ist. In der
Frage, wieweit die Reichsbahn bei Aenderungen der Anschlüsse die Kosten
mittragen Bolle, die dureh die Verhältnisse der Eisenbahn selbst verursacht
sind, wurde vom Reichsverkehrsministerium eine Beteiligung zugestanden,
die sich von */s im ersten Jahre seit der ersten Herstellung bis auf 1/4
vom 15. Jahre ab ermäßigt. Auch ia den schwierigen Problemen der
Ladefristen und der Haftpflicht gelang es, Lösungen zu finden, die beiden
Teilen geiecht werden. — Vom 1. 7. 22 ab wird somit im ganzen Gebiet
der Deutschen Reichsbahn eine einheitliche Grundlage für die Rechtsbe-
ziehungen zwischen Bahn und Anschließer geschaffen sein, ein Erfolg, der
neben den von verschiedenen Praktikern aus allen Bezirken nnd Fach-
gruppen der Reichsbahnverwaitung geleisteten gründlichen Vorarbeiten
vor allem dem auf beiden Verhandlungsseiten bestehenden Willen zn er-
sprießlicher Znsammenarbeit zu verdanken ist.
Abermalige Erhöhung der Gütertarife. Amtlich wird gemeldet:
Die neuerliche Steigerung der Materialpreise und die persönlichen Ausgaben
der Reichsbahn nötigen dazu, bereits zum 1. 6. 22 die Güter-, Tier- und
Expreßguttarife um 25% zu erhöhen. Von der Erhähung der Tarife im
Personen- und Gepäckverkehr soll bis auf weiteres Abstand genommen
werden. Die neue Erhöhung soll gleichzeitig mit den bisherigen Erhöh-
ungen demnächst in die Tarife organisch eingearbeitet werden. Bei der
Einarbeitung Werden die Eisenbahnbeiräte mitwirken. Gleichzeitig soll
von ihnen die Frage behandelt werden, wie den Gefahren vorzubeugen ist,
die der Schiffahrt aus der derzeitigen starken Staffelung der Eisenbahn-
tarife erwachsen.
Pakete nach Rumänien werden wieder zur Beförderung angenommen.
Den Warenaustausch zwischen Deutschland und Rußland will
der Deutsch-Rassische Wirtschaftsbund E. V. auf neue Grundlagen stellen.
Die Geschäftsführung liegt in den Händen des bekannten Wirtschafts-
Btatistikers S. Zuckermann. Zu den mannigfach getroffenen Vorkehrungen
gehört u. a. die Bildung ei neb paritätisch zusammengesetzten Wirtschafts-
komitees, dessen Aufgabe es sein wird, die Forderungen der deutschen
wie der russischen Volkswirtschaft zu berücksichtigen. Die Geschäfts-
stelle befindet sich in Berlin N, W. 52, Flemingstraße 16.
Ein- nnd Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Ausfuhrmindestpreise für Neuburger
Kieselkreide nach Deutichösterreich, Ungarn, Rußland und Polen haben
ab 10. 5. eine Aenderung erfahren.
A. H. N. Glas. Der Unterausschuß für Glasinstrumente hat eine
neue Liste mit den maßgebenden Friedenspreisen für Aräometer für die
Errechnung der Ausfuhrmindestpreise vorgeschrieben. Die im Dezember
1921 herausgegebene Liste ist somit ungültig geworden. Die neue Preis-
liste vom April 1922 kann von der Preisprüfungsstelle für Glasinstrumente,
Jlmenau, Schloßstr. 11, bezogen werden.
Die Ausfuhrmindestpreise für Pottasche nach Norwegen, den
RandstauteD, Oesterreich nnd dem Balkan sind abgeändert worden. Näheres
dnrch die Ansaenhandelsstelle Chemie, Nebenstelle Anorganische (Jhemie,
Berlin.
Für die Ausfuhr deutscher Waren nach dem Memelgebiet
werden auf Grnnd des zwischen dem Deutschen Reich und dem Memel-
gebiet abgeschlossenen Wirtschaftsvertrages vom 1. 6. 22 ab neue Be-
stimmungen erlassen, die an die Stelle der bisherigen treten. Nähere
Anweisungen werden noch veröffentlicht werden. Es wird jedoch schon
jetzt darauf hingewiesen, daß für alle Sandungen nach dem Memelgebiet
vom 1. 6. 22 ab die Ausfuhrabgabe zn erheben sein wird.
Die Einfuhr ausländischer Kohle ist laut einem Ran dschreiben
des Reichskommissars für die Kohlenverteilung nunmehr gestattet. Dem
Großhandel wird auf Ersuchen die Einfuhrerlaubnis erteilt. Steuern und
Zölle werden auf diese Auslandskohle nicht erhoben. Für die einführende
Firma besteht nur die Verpflichtung, die Verbraucher oder Zwischenhändler
dem Reichskohlenkommiasar nachzuweisen.
Belgien. Zum Schutzzollgesetz. Durch das am 13. 4. 22 in Kraft
getretene Ermächtigungsgesetz zur Abänderung der Zollsätze wird der
Kgl. Erlaß vom 3. 11. 21 bestätigt, der außerordentlich höh« Schutzzölle
auf bestimmte Waren deutschen Ursprungs oder deutscher Herkunft ein-
geführt hat. Die Regierung wird jedoch ermächtigt, Listen der in dem
Erlaß aufgeführten Einfuhrzölle insoweit abzuändern oder zu ergänzen,
als es sich um die Bezeichnung der Waren oder nm den Maßstab und nm
den Zollbetrag handelt. Das Deutschland gegenüber geübte Verfahren
kann ganz oder teilweise angewandt werden auch gegen Erzengnisse
nichtdeutscher Herkunft aus Ländern mit im Vergleich zur belgischen
Währung schlechten 'Währungsverhältnissen. Das Gesetz soll längstens
bis 31. 12. 22 Geltung haben. Soweit Waren im Sinne des Gesetzes einer
Sonderbehandlung nnd einem Wertzoll unterliegen, soll der für die Zoll-
zahlung deklarierte Wert nicht niedriger sein als der normale Großhandels-
preis auf dem belgischen Markt für ähnliche Waren zur Zeit der Einfuhr
abzüglich eines Betrages, der dem Zoll entspricht, dem diese Waren im
Falle der Einfahr unterliegen würden. — Erhöhte Zollsätze sind bisher
nicht bekanntgeworden. Die belgischen Handelskreise haben gegen die
hohen Zölle der Verordnung vom 3. 11. 21 seinerzeit scharfen Widerspruch
erhoben und zum Ausdruck gebracht, daß sie das eigene Land und die
eigene Wirtschaft schädigen. Ob einzelne Zollsätze ermäßigt werden,
bleibt jedoch abzuwarten.
Bulgarien. Der neue Zolltarif ist am 11. 4. 22 in Kraft getreten.
Am selben Tage hat auch ein Gesetz über Abänderung nnd Ergänzung
des balgarischen Zollgesetzes Gültigkeit erlangt.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 16.— 31.5. 22
264% (256).
Neuseeland. Das Einfuhrverbot für deutsche Waren ist bis-
her noch nicht aufgehoben worden.
Philippinen. Einfuhrbestimmungen. Sonderbestimmungen, die
den deutschen Handelsverkehr in irgend einer Hinsicht beschränken,
bestehen zur Zeit nicht. Waren-Verschiffungen sind durch keine
Einfuhrverbote von Lizenzen, wie sie in vielen Ländern Europas be-
stehen, behindert. Alle Produkte, abgesehen von den aus den Ver-
einigten Staaten stammenden, unterliegen demselben Einfuhrtarif. Für
Verschiffungen nach den Philippinen, wie nach den Vereinigten Staaten
sind bekanntlich Konsalar-Fakturen erforderlich, die von dem nächsten
amerikanischen Konsul im Ursprungsland zu visieren sind. Während kein
Ursprangszeugnis zur Einfahr fremder Waren nach den Philippinen er-
fordert wird, werden Waren, die solche Zeichen oder Zettel tragen, die
geeignet --sind, das Publikum über das Fabrikationsland za täuschen, in
den Philippinen nicht zugelassen.
Schweiz. Die Einfuhrbeschränkungen sollen, wie die Experten-
kommission beim Bundesrat beantragt hat, über den 30. 9. hinaus ver-
längert werden.
Die Lag1© in Industrie nnd Handel»
Die Lage der feinkeramischen Industrie im Monat April 1922.
Im verflossenen Monat hatte die feinkeramische Industrie in zunehmendem
Maße mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. In der Mosaik-
und Wandplatteninduatrie ließ die Fabrikation infolge des Rückganges der
Bestellungen nach. Die Porzellan-, Steingut- und Kachelofenindustrie war
hingegen gut mit Aufträgen versehen. Der Fabrikationsgang litt jedoch
in vielen Fällen nnter Schwierigkeiten bei der Rohstoffbelieferung, und
vor allen Dingen bei der Kohlenversorgung. Die Gestehungskosten erhöhten
sich ziemlich stark infolge der sprunghaft steigenden Preise für die Roh-
stoffe und Kohlen, sowie durch die ununterbrochenen Lohnerhöhungen.
Dazu traten Steigerungen der Frachten, der Kosten für Verpackungs-
materialien und der Generalunkosten überhaupt. Infolgedessen mußten die
Verkaufspreise der Fabrikate erhöht werden and werden, da die Teuerungs-
welle immer noch im Steigen begriffen ist, voraussichtlich noch weiter in
die Höhe gehen.
Der Streik und die Aussperrung in der Spiegel- und Glas-
industrie Fürths ist nach 13-wöchiger Daaer am 18. 5. durch einen Be-
schluß der Arbeiterschaft beendet worden. Die Arbeit ist am 22. 5. in
allen Betrieben wieder aufgenommen worden.
Australien. Glasindustrie. Die einheimische Glasindustrie be-
schränkt sich auf die Erzeugung von Flaschen, Glaslampen, Tischgeschirr
und verschiedene Artikel. Die Entwicklung dieser Industrie ist, wie der
belgische Konsul aus Melbourne berichtet, bezeichnend in dem Zeiträume
der letzten Jahre, nicht durch die Errichtung neuer Hütten, aber durch,
die Vergrößerung der bestehenden Fabriken. Es ist auch nicht die Frage
nach der Einführung der Fabrikation von Tafelglas nnd Spiegelglas und
auch nicht von Kristallglas vorhanden. Die größte einheimische Gesell-
schaft ist die Australiau Glass Manufakturer Co. Ltd,, welche Fabriken
in Viktoria in Süd-Neu-Galles und in Nordaustralien besitzt. Sie fertigt
Flaschen nnd kugelige Glasgefäße in allen Gattungen an. Es verdienen
gleiche ErwfthUang: Crown Glass Works Ltd. (Fabrikation von Flaschen
und Kugeln, speziell Flaschen für Drogisten and Behälter für chemische
Produkte) ; Boss Bros. (Flaschen und Kugeln) ; The Australian Kristall
Glass Co. (Tafelglas, Fläschchen, Platten, Isolatoren, Lampenschirme für
elektrisches Licht usw.). H. B. Lolley et Co. (Alle Artikel für Labors
1&22. (56. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 21 — 247
torfen, Probiergläser zum Analysieren). Die überschüssige Einfahr von
Flaschen und anderen verschiedenen Artikeln hat noch nicht aufgehört.
Die Ein f uhrstatistik für das Rechnungsjahr 1919/1920 gibt folgende Ziffern :
Leere Flaschen von nicht mehr als 5 Drachmen Besang £ 19 008 (davon
£ 14 420 aus Japan). Andere Sorten £ 55 808 (davon £ 27 155 aus
Japan, £ 15 174 aus den Vereinigten Staaten und £ 9812 aus Eagland).
Glasware, ausschließlich Glaskappen für Frachtschalen: also Fantasie-
fläschchen oder geschnittenes Glas über 5 Drachmen fassend und Glas-
stöpsel: £ 178 815 (davon £ 82 553 aus Japan, £ 45143 aus England,
£ 40176 aus den Vereinigten Staaten und £ 6 332 aus Belgien). Der
belgische Ausfuhrhandel mit Tafelglas und Platten nach Australien ist von
keinerlei Bedeutung für die dortige Produktion. (Heh.)
Rußland. Absatzmöglichkeiten. Infolge der teil weisen Belebung
der russischen Industrie herrscht sowohl in Petersburg als auch in der
nahen und weiteren Provinz eine große Nachfrage n. a. nach Maschinen,
Apparaten, Zubehörteilen, Chemikalien, Eohstoffan und dergl. für die
Porzellan- und Glaafabrikation. Nähere Auskunft erteilt die Handels-
kammer für Nordwest-Bußland in Petersburg.
Schweden. Die Flaschenglasindustrie hat 1921 einen bedeutenden
Bückgang im Absatz zu verzeichnen. Die Herstellung ging von 36.32 Mill.
Stück (1920) auf 18,48 Mill. Stuck zurück; der Auslandswettbewerb
machte sich stärker geltend, besonders von Finnland her. — Die Fenster-
glaserzeugung wurde erst spät im Jahr« wieder aufgenommen. Durch
die starke Einfahr von belgischem und deutschem Glas fielen die Ver-
kaufspreise im Laufe des Jahres um etwa 50%, die Einfuhr stieg von
Kr. 1,55 Mill. (1913) auf Kr. 3,11. Die Kleinglasindustrie kam im August
in Betrieb, infolge stark verminderter Liger war ihr Absatz nicht schlecht,
erst zuletzt zeigte sich »ine Uebererzeugnng mit starkem Preisfall. Be-
merkeD»w«rterw«ise erfuhr die Inlandsnachfrage nach Kristallwaren eine
wesentliche Steigerung.
Geschäftlich Mitteilungen.
Steatit-Magnesia A.-G., Mrnberg-Berlin. Auszug aus dem
! genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21.: Reingewinn JL 4,56 Mill.; Divi-
dende 15% ; Abschreibungen Jt 0,59 Mill. ; Sonderrückstellungen
\M 1,6 Mill. — Die J. von Schwarz A.-G., Nürnberg, vereinigte sich am
* 13. 6. 81 mit den seit vielen Jahren bestehenden Firmen : Jean Stadel-
mann & Co., Nürnberg, Steatit-A.-G,, Lauf, Vereinigte Magnesia Co. und
Emst Hildebrandt A.-G., Berlin-Pankow, unter der neuen Firma: Steatit-
Magnesia A.-G., Nürnberg-Berlin. Im Laufe des ersten Geschäftsjahres
sind die einzelnen Betriebe vereinheitlicht worden, um eine vollkommene
Ausnützung der Anlagen und Erfahrungen zu gewährleisten. Der Absatz
im Berichtijahr war zufriedenstellend; auch im neuen Jahr sind die Be-
triebe voll beschäftigt. — - Die o. G.-V. beschloß ferner die Kapitals-
erhßhung um Jt 7,5 Mill. auf M 25 Mill. Von den neuen Aktien werden
Jt 1,225 Mdl. zu pari an eine Bankengrappe begeben, die zu 102% diese
Aktien zur Verfügung der Gesellsohafff zu halten hat. Die restlichen
Jt 8,275 Mill. junge Aktien werden den Aktionären im Verhältnis 4:1
zu 166% % angeboten In den Aufiichtsrat hinzugewählt wurden die
Herren Sigmund von Schwarz nnd Dr. Heinrichs.
Ruechützer Porz« Hanf *brik ünger & Schilde, Roschütz. Aus-
zug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn M 534 785 ;
Verwendung nicht veröffentlicht; Abschreibungen Ji 257 323. — Dem
Aufsichtsrat gehören jetzt an: H. Unger, Vors., P. Kallensee und
Ed. Bolbrinker.
Boizenburger Piattenfabrik, A.-CL, Boizenburg. Auszag ans
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Ji 538 767,
wovon nach Rückstellung von M 55 800 auf Reservefonds M 483 767 als Vor-
trag verwandt werden. — Den derzeitigen Aufsichtsrat bilden: H. Duen-
sing, Vors., M. Bicheroui, stellv. Vors., und C. Welter.
Tonofenfabrik WaÜner, A.-G., Tirschenreuth. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 35 216 (11871);
Dividende 10% (4>; Abschreibungen Jt 24 465 (51894). — In Anbetracht
der ungenügenden Kohlenzuweisung und des schlechten Geschäftsganges
ließ sich ein besseres Ergebnis nicht erzielen. Die unsicheren wirtschaft-
lichen Verhältnisse machen eine Voraussage für das laufende Geschäfts-
jahr unmöglich. — Dem derzeitigen Aufsichtirat gehören an: M. Zehendner,
Vors., H. Zehendner, stelle, Tors., W. Seitmann und A. Gräser.
Ullersdorfer W«rke, NIeder-Ullersdorf. Auszug aus dem geneh-
migten Abschluß vom 31 12. 21: Reingewinn 345296 (205 1S4); Divi-
dende 22% (15); Abschreibungen M 69 799 (69 573). — Das Geschäfts-
jahr 1921 brachte für sämtlich« Erzeugnisse eine lebhafte Nachfrage, die
in d«n letzten Monaten eine derartige Steigerung erfahr, daß ihr nicht
voll genügt werden konnte. In der Kohlenzufuhr war eine Besserung zu
verzeichnen. Bestand und Neueingang gewähren für mehrere Monate
reichliche Beschäftigung, sodaß auch diesmal wieder mit einem befriedi-
genden Ergebnis gerechnet werden dürfte. — Die o. G.-V. stimmte ferner
der Kapitalierhöhung um M 1 Mill. Stammaktien auf Jt 2,1 Mill. za.
Die neuen ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Aktien werden der Allgem.
Deutschen Credit-Anstalt mit der Maßgabe überlassen, einen Teilbetrag
den alten Aktienären im Verhältnis 3:2 zn 200 % anzubieten. Das Be-
zngerecht läuft bis 8. 5 22. — Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder
Baurat J. Zeilig und Architekt B. Lange wurden wiedergewählt.
Donau-Tiegolwerk, A.-G., Nürnberg. Auszug aus dem genehmig-
ten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Ji 81141, um den sich der
Verluatvortrag ans 1920 auf M 424671 ermäßigt; Abschreibungen
M 356259 (328 350).
Hohlglashuttenwerke Ernst Witter, A.-G., Unterneubrunn.
Auszug am dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. ßX- Reingewinn
M 1 043 810 ; Verwendung nicht veröffentlicht ; Abschreibungen M 21 561
An Stelle des verstorbenen Bankdirektors I Röhrig wurde Bankdirektor
C. Schindhelm in den Anfsichtsrat gewählt. •
Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-t.. Berlin-Friedenau. Die
a. o. G.-V. beschloß die Kapitalserhöhung um Ji 22 Mill. auf M 50 Mill.
Die neuen, für 1921/22 volldividendenbereohtigten Aktien werden an eine
Bankengemeinschaft zu 227% mit der Mißgabe begeben, Jt 21 Mill. den
alten Aktionären im Verhältnis 4:3 zu 250% 'anzubieten. Dar Rast-
betrag wird nach Bestimmung das Vorsitzenden de? Aufsichtarates ver-
wendet.
Optische Werke Ernst Bohrbach & Co., A.-G., Rathenow.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn
Ji 860 089, Verwendung nicht veröffentlicht; Abschreibungen Jt 605 277.
Die Kapitalserhöhung um M 3 Mill. Stammaktien auf Jt 5 Mill. wurde
genehmigt Den alten Aktionären wird ein Bezugsrecht im Verhältnis
1 : 1 zu 140% eingeräumt.
Vereinigte Eschebacu'sche Werke, A.-G., Dresden. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Raingewinn Jt: 3,27 Mill.
(1,81); Dividende 25% (20), Sondervergütung 0 {Jt 75); Abschreibungen
JL 0,20 Mill. (0,21). — Die vorgeschlagene Kapitalserhöhung um M 12
Mill. Stammaktien auf M 22 Mill. fand die Genehmigung der o. G.-V.
Den Besitzern von alten Stammaktien Werden auf 3 alte 4 junge Aktien
zu 190% zum Bezüge angeboten. — Die ausscheidenden Aafsichtarats-
mitglieder G. Heyde, G. Salamonski, H. Zepparnick, M. Wuthenow und
M. Reimer wurden wiedergewählt.
F. Ktippersbusch & Söhne, A.-G., Gelsenkirchen II. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn M. 5,39 Mill.
(2 26); Dividende 30% (15); Abschreibungen Ji 0,10 Mill. (0,07); Werk-
erhaltungsrücklage Ji 1 Mill. — Nach Mitteilung der Verwaltung ist die
Gesellschaft auf Monate hinaus mit Aufträgen versehen, so daß auch für
das laufende Jahr mit einem zufriedenstellenden Erträgnis zu rechnen sei.
Voßwerke, A.-G., Hannover. Auszug aus dem genehmigten Ab-
schluß vom 31.12.21: Reingewinn Jt 579 721; Dividende 15%; Ab-
schreibungen Jt 37 751. — Dem Aufsichtsrat gehören gegenwärtig an
Generaldirektor Dr. Würth, Kommerzienrat Iaenstein und A. Winter.
Eisenhüttenwerk Thale, A.-G., Thale a.t H. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31. 12 21: Reingewinn Jt 20,4 Mill. (34,1);
Dividende 60 % (50); Abschreibungen Jt 1,18 Mill. (0,7). — Das Unter-
nehmen, das in diesem Jahr anf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken
kann, hatte im Berichtsjahre 1921 einen nicht einheitlichen Geschäftsgang
zu verzeichnen. Für das laufende Jahr liegen große Aufträge vor, die,
von unvorhergesehenen Ereignissen abgesehen, wieder ein gutes Ergebnis
erwarten lassen.
Passauer Grafitwerke. A.-ft., Ofeererlau. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschluß vom 30 9. 21: Reingewinn M 15 129, um den sieh
der Verlustvortrag aus 1920 auf Ji 221 279 ermäßigt ; Abschreibungen
M 170474.
Alfred Gutmann, A -G. für Maschinenbau, Altona-Ottensen.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31.12 21: Raingewinn
Ji 948 027 (845 492) ; Dividende 86 % (36) ; Abschreibungen Ji 264 437
(126 105) ; Zuführung an Werkerhaltungskonto Jt 400 000 (600 000). —
Im abgelaufenen Geschäftsjahr erfreuten eich die Sondererzeugnisse der
Gesellschaft großer Nachfrage. Die Fabrikationseinrichtungen erfuhren
weitere Verbesserungen, Der Auftragsbestand läßt auch für das laufende
Jahr ein befriedigendes Ergebnis erhoffen.
Konkursnachrichten. Dar weitere Vollzag des Konkursverfahrens
über das Vermögen der Firma „Schutt & Reichel, G. m. b. H., Freiwaldau",
ist einstweilen ausgesetzt worden.
Cleaeral -Versammlungen«
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A.-G., Lübeck: a. o. G.-V.
31. 5. 22, 12 Uhr m., Bankgebände der Diskonto-Gesellschaft, Lübeck.
Unien, Veltener Tonindustrie, A.-G., Berlin: a. o. G.-V 8. 6. 22,
11 Uhr v., Weinhaua Rheingold, Berlin. T.-O.: Kapitalserhöhung auf
M % Mill.
Dommitzscher Tonwerke, Dommitzsch a. E.: o. G.-V. 7. 6. 22, 4 Uhr n.,
Behrenstraße 62, Berlin. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung um M 0,5 Mill.
Stamm- und Jt 0,4 Mill. 6 % Vorzugsektien auf Ji 1,9 Mill ; Satzungs-
änderungen.
Thermos-A-G, Berlin: o. G.-V. 17.6. 22, \&% Uhr v., Carach Simon
& Co., Berlin W. 8.
Allgemeine PhyBicochemische A.-G., Hannover: o. G.-V. 10. 6. 22,
1% Uhr n , Geachäftsloksl, Hannover.
Bing-Werke, venu. Gebr. Bing, A. G., Nürnberg: o. G.-V. 8 6. 22, .
11 Uhr v., Geschäftsräume, Nürnberg.
Messen und Ausstellungen.
Die Termine für die Breslauer Messen 1923 sind wie folgt fest-
gesetzt worden: Frühjahrsmesse 11 — 14.3., Technische Messe voraus-
sichtlich Anfang Mai, Herbstmesse 2. — 5. 9. Bei der näebetjährigeu Früh-
jahrsmesse soll die im Außenring der Jahrhunderthalle befindliche Zentral-
heizung in Betrieb genommen werden und im Ausstellungsgebäude und
den sonstigen Räumlichkeiten sollen Koksöfen aufgestellt werden.
Die Wärme-Ausstellung in Essen, die vom 17. 6.— 16. 7. 22 dauern
soll, wiid besonders darüber Aufschluß geben, welche Mittel angewandt
werden, um Kohlenersparnisse zu erzielen und wie sich die Zechen
bereits mit Erfolg bemüht haben, durch Verbesserung der Feuerungsanlagen
diese wirtschaftlicher zu gestalten. Während der Dauer der AusBtellung
sollen an Nachmittagen gemeinverständliche Vorträge gehalten werden,
welche sich mit der Wärmewirtschaft befassen. Durch Vorführung von
Lichtbildern moderner Kessel- nnd Fsuerungaanlagen werden diese für
jedermann verständlich sein. Der Bergbau will durch diese Veranstaltungen
für den Gedanken einer großen deutschen Wärmswirtschaft wirken.
Nordische Messe in Kiel (13 —17. 9. 22.) Eine Geschäftsstelle ist
in Berlin W 35, Gen tiner Ötr. 20, errichtet worden.
Zur Messe von Nischnij Nowgorod sollen Waren nicht nur aus
dem Osten, sondern auch aus jenen westeuropäischen Staaten zugelassen
werden, die mit Rußland bereits Wirtschaftsverträge abgeschlossen haben.
248 — Nr. 21
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (B6. Jahrgang.)
Soziale Bewegung.
Um die Arbeitszeit in der Schweiz. Die eidgenössische Fabrik-
komwission, die aus Vertretern der Fabrikinhaber, der Fabrikarbeiter und
der Wissenschaft zusammengesetzt ist, uahm Stellung zu dem Vorschlag,
betreffend Abänderung des Fabrikgesetzes. In der Zeit der allgemeinen
schweren Wirtschaftskrise soll nunmehr die Arbeitsdauer auf 64 Stunden
wöchentlich vermehrt werden. Die Vertreter der Fabrikanten erklärten,
daß die gegenwärtige Lage die Anwendung dieser neuen Fassung fordere,
während die Vertreter der Arbeiter diese Fassung ablehnten.
Verbände.
Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken. Die
Fachgruppe chemisch-technisches Porzellan hat beschlossen, den Teuerungs-
zuschlag für chemisch-technisches Porzellan auf 300% mit Wirkung ab
10. 5. zu erhöhen, sodaß von diesem Zeitpnnkt ab die 40 fachen Friedens-
preise berechnet werden. — Die Verkaufspreise für Niederspannungs-
material aus Porzellan und Steatit werden ab 1. 6 22 um ca. 40% der-
gestalt erhöht, daß auf die Grundpreise ein Teuerungszuschlag von 140%
in Anrechnung gebracht wird.
Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren- Werke „Hochspannungs-
Isolatoren-Syndikat" erhöhten infolge Steigerung der Gestehungskosten
ihre Verkaufspreise für Hochspanuungs-Isolatoreu für Freileitungen und
Apparate mit Wirkung ab 1. 6. 22 um rund 40 % dergestalt, daß der
bisherige 70 %-ige Teuerungszuschlag auf die Märzgrundpreise auf 140 %
heraufgesetzt wird. — Auch die ab 1. 6. 22 in Kraft tretenden neuen
Inlandspreise verstehen sich wie bisher frachtfrei deutschen Empfangs-
stationen und gelten für alle Lieferungen, welche bis zum 30. 6. 22
erfolgen.
Der Verband Deutscher Kachelofcnfabrikanten sieht sich ge-
zwungen, den Teuerungszuschlag für vorgeformte Schamotteware und
Schmelzware auf 150%, für Glätteware Dnd unbehautete Schamotteware
auf 165%, für Glätteware und unbehautete Schamotteware mit Nute auf
165% und für Glätteware und unbehautete Schamotteware gemustert,
mit oder ohne Nute auf 165% auf die erhöhten Grandpreise der Durch-
schnittepreisliste mit sofortiger Wirkung festzusetzen.
Der Verein deutscher Spiegelglasfabriken, Cöln, hat mit Wir-
kung vom 16.5. ab die Preise für Spiegelglas sämtlicher Kategorien bis
um 35% heraufgesetzt.
Wärmewirtschaft.
Wärmetechnische Beratungsstelle der deutschen Glasindustrie
(W.B. 6.) Infolge Ausscheidens der bisherigen Stellen- Jnhaber sind die
BezirksBtellen der W. B. G. in Dresden und Hannover neu besetzt
worden, durch folgende Herren : Dipl. Ing. G. Junge, Dresden, Nürnberger-
straße 52 part., Dipl. Ing. G. Maschlanka, Hannover, Kestnerstraße 17 II.
Bücherschau.
Schuld am Kriege i 60 Selbstzeugnisse der Entente. Berlin NW. 52,
1922. Verlag des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände.
Zweck der kleinen Schrift ist, die Ueberzeugung von der Schuld-
losigkeit Deutschlands am Kriege zum Allgemeingut des deutschen
Volkes zu machen, um dadurch die Grundlage für eine wirkungsvolle
und aussichtsreiche Aufklärungsarbeit im Auslande zu schaffen. Die
Schrift stützt Bich nur auf das Zeugnis von Politikern des Auslands, ist
also parteipolitisch völlig neutral und darum wert, von jeiermann gelesen
zu weiden. Vielen dürfte es nicht bekannt sein, wie so allmählich der
Krieg von unseren Gegnern vorbereitet wurde, und da sind die Selbst-
zeugnisse der letzteren einwandfreie Beweise dafür. Die interessante
Schrift verdient in allen Kreisen des deutschen Volkes weiteste Verbreitung.
Wie spare ich Porto % BeBte Ausnutzungsmögliehkeiten der billig-
sten VerBendungsarten. Auf Grund amtlicher Quellen nach den neuesten
Portosätzen bearbeitet von Postinspektor K. Nagel und Oberpostsekretär
H. 0. Küster, Hamburg. Verlag Hammerich & Lesser, Altona. Preis
Jt 6 .—.
Zwei Fachleute zeigen hier in übersichtlichster Weise, wie
man durch beseere Ausnutzung der billigen Poat-Versendungsarten wesent-
liche Beträge an Porto ersparen kann. Infolge der außerordentlich
erhöhten Posttarife ist diese Schrift ein unentbehrlicher Batgeber für jeden
Geschäftsmann. Durch geschickte Anordnung des Stoffes und mit Hilfe
eineB umfassenden Sachregisters ist jedermann in der Lage, sich sofort
über die Art der Versendung sowie das hierbei Zulässige und Unzulässige
zu orientieren.
Nachtrag zur Handausgabe des Einkommensteuergesetzes.
Von Dr. jur. Georg Strutz, Senat/Bpiäsidenten am Reicheflnanzhof, Kgl.
Preuß. Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat. Berlin 1922. Verlag
von Otto Liebmann. Preis M 14. — .
Die Schwierigkeiten der Ausfüllung der Einkommensteuererklärung
sind jetzt noch größer als früher, da das Formular ganz neue, schwer-
verständliche Fragen stellt, und kein Steuerpflichtiger es ohne gründliche
Erläuterungen einwandfrei ausfüllen kann. Darum ist es zu begrüßen,
daß die erste Steuerautorität durch einen eben erschienenen Nachtrag seine
eingehend erläuterte, für die weitesten Kreise bestimmte „Handausgabe
des Einkommensteuergesetzes" wieder vervollständigt hat. In dem Werke
sind jetzt alle Bestimmungen des Gesetzes einschließlich der Aenderungen
vom 24. März 1921, 11. Juli 1921 Bowie der neuesten vom 20 Dezember
1921 eingehend erläutert, insbesondere auch die wichtigen Vorschriften
über die Rücklagen nach § 59 a. Außerdem ist das gesamte Material
Uber die Einkommensteuer vom Arbeitslohn darin enthalten, besonders
auch die wichtigen neuen Durchführungsbestimmungen hierzu. Es empfiehlt
sich, die Strutzeche Handausgabe in jedem Falle zu Rate zn ziehen, da
sie auf jede Frage eine klare und erschöpfende Antwort gibt.
Tschenschner.Springer's GlasinduBtrie-Kalender 1922. 20. Jahr-
gang. .Begründet von Dr. E. Tscheuschner; bearbeitet von Dr-lng. Ludwig
Springer, Leiter des chemisch-technischen Laboratoriums an der Fachschule
für Glasindustrie in Zwiesel (Bayern). Altenburg, S.-A. Friedrich Otto
Müller Verlag. Preis: M 50.—.
Der bekannte Glasindustrie-Kalender ist zwar mit einiger Verspätung
erschienen, aber doch noch rechtzeitig genug, um seine Anhänger zu
erfreuen. Die Anlage ist dieselbe geblieben wie früher, doch erfuhr der
Inhalt eine wesentliche Bereicherung durch Aufnahme einiger wichtiger
Abhandlungen über Rohmaterialien, Gaserzeuger, Glasöfen mit elektrischer
Heizung u. dgl. Eine neu eingefügte Tabelle über die wichtigsten glaa-
technischeu Rohmaterialien mit ihrer technischen Bezeichnung, chemischen
Zusammensetzung, der Teilnahme an der Glaabildung und dem Einschmelz-
verlust sei besonders erwähnt.
So gibt denn der Kalender einen Ueberblick einerseits über die
gesamte Glasindustrie, anderseits über die Fortschritte der letzten Jahre
und dient daher sowohl der Einführung in die Glastechnik, als auch als
Jahrbuch. Eine fleißige Benutzung dieses wertvollen Hilfsmittels als
Lehr- und Nachschlagebuch sei daher allen Glastecbnikern dringend
empfohlen, damit die deutsche Glasindustrie bald wieder ihre frühere
Höhe erreicht.
(Im Interesse der Handlichkeit des Kalenders wird Bich eine Kürzung
des Textes im nächsten Jahrgang nicht mehr umgehen lassen.)
Firmenregister.
Deutschland.
Meißner Ofen- und Porzellanfabrik (vorm. C. Teichert), Meißen. Die
Kapitalserhöhung um weitere M 2,1 Mill. Stamm- und M 0,1 Mill. Vor-
zugsaktien auf Jt 9,6 Mill. ist erfolgt.
Porzellanfabrik Pausa, Seyfarth & Groh, Pausa. Betriebsleiter Johann
Albert ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Er ist
nur gemeinsam mit einem anderen Gesellschafter vertretungsbefugt.
Lange & Weger, Reichenbach, S.-A. Die Firma lautet jetzt:
„Gebrüder Weger".
Keramische Werke Ufer & Co., Königsbrück. Die Prokura der
Anna E isabeth Höfer ist erloschen.
Erste Wiener Terrakottafabrik und Atelier für künstlerische Fayencen,
Friedrich Goldscheider, Zweigniederlassung Leipzig. Regine Lewit ist
durch Tod als Inhaberin ausgeschieden. Persönlich haftende Gesellschafter
Bind die Kaufleüte Walter und Marceil Goldscheider. Die Prokura des
Alois Goldscheider ist erloschen. Die Firma lautet künftig: „Wiener
Manufaktur Friedrich Goldscheider".
Töpferwerkstatt Ketzerbach, Elisabeth Schaefer, Marburg -Lahn
(Elisabethstr. 4). Inhaber ist Fräulein Elisabeth Schaefer.
Bayerische Kunst-Keramik von SiverB & Co., München. Gertrad
Böhme ist ausgeschieden, Betriebsleiter Paul Hertwig ist als persönlich
haftender Gesellschafter eingetreten., Die Firma lautet jetzt: „Bayerische
Kunst-Keramik von Sivers & Hertwig".
Max Roesler, Feinsteingutfabrik, A.-G., Rodach bei Coburg. Direktor
Paul Benz wurde als Vorstandsmitglied bestellt.
Carl Böhme, Ofen- und Tonwarengeschäft, Halle. Persönlich haftende
Gesellschafter Bind Töpfermeister Heinrich Stoll und Kaufmann Franz
Göricke. Die Firma lautet jetzt: „Carl Böhme, Ofen- und Tonwaren-
geschäft, Inhaber H. Stoll und Fr. Göricke."
Schamotte- und Silika- Werke, A.-G., Höningen a. Rh. An Stelle des
ausgeschiedenen Direktor Paul R. Helmecke wurde Kaufmann Alwin Walther
zum Vorstandsmitglied bestellt.
Annawerk, Schamotte- und Tonwarenfabrik, A.-G., vorm. J. E Geith,
Oeslau. Die Kapitalserhöhung um Ji 3,5 Mill. auf Jt 6,5 Mill. ist erfolgt.
SiegerBdorfer Werke, vorm. Friedr. Hofimann, A.-G., Siegersdorf. Die
Kapitalserhöhung um jt 3 Mill. Stamm- und Jt 1 Mill. Vorzugsaktien auf
Ji 7 Mill. ist durchgeführt.
Glas- und Spiegel-Manufaktur, Gelsenkirchen-Schalke. Zum Auf-
sichtsrat wurden zugewählt : Kommerzienrat H. Heye, H. F. Heye,
N. von Bttlow und Bankdirektor W. Schäfer.
Deutsche Spiegelglas A.-G., Kl. Freden. Die Kapitalserhöhung um
Jt 12 Mill. Stamm- und Jt 1 Mill. Vorzugsaktien auf M 26 Mill. ist
erfolgt.
Rheinische Glashütten, A.-G, Köln-Ehrenfeld. Dem Aufsichtsrat
gehören jetzt an: Konsul Dr. h. c. H. von Stein, Vors., Justizrat Dr.
vC. Mayer, stellv. Vors., Justizrat Dr. F. Esser, Rittergutsbesitzer Dr.
C. von Joest, Bankier F. Koenig«, Generaldirektor Dr. jur. P. Silverberg.
Glaswerk Heureka Kretzschmar, Fehlhaber & Höland, Meuselbach.
Persönlich haftende Gesellschafter sind Ingenieur Arthur Kretzschmar
und die Fabrikanten Otto Fehlhaber und Arthur Hölaud.
A.-G GlaBhüttenwerke Adlerhütten, Penzig. Die Kapitalserhöhung
um Ji 3 Mill. Stamm- und M 1,2 Mill. Vorzugsaktien auf JI 8,2 Mill.
ist durchgeführt.
Gräflich Sch8ffgotsch'sche Josephinenhütte, Schreiberhau. Hütten-
direktor Dipl.-Iug. Wilhelm Frommel hat Prokura.
Hohlglashütten werke Ernst Witter, A.-G,, Unterneubrunn. Die
Kapitalserhöhung um ^ 1 Mill. auf M 3 Mill. ist erfolgt.
Deutsche Loxfer Prismen Gesellschaft m. b. H., Berlin. Bankier
Fritz Lange ist nicht mehr Geschäftsführer.
Leopold Heilbronn, Fürth, und Spiegelglasmanufaktur Heilbronnthal
Emil Marx, Fürth (Nürnberger-Str. 6). Kaufmann Fritz Heilbronn iat als
weiterer Gesellschafter eingetreten. Seine Prokura ist erloschen.
Granit- und Syenit- Werk Glasplatten-Fabrik & Schleiferei Friedrich
Hagelauer & Co., Fürth ^Karolinenstr. 8). Persönlich haftende Gesell-
schafter sind Fabrikant Friedrich Hagelauer, Techniker Georg Lauterbach
und Betriebsleiter Johann StrÖßner.
Gebr. Menzel, Gräfenthal. Der Sitz ist nach Steinbaoh a. WbW ver-
legt worden.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL —
COBURG.
Nr. 21 — 249
Gütersloher Glasmanufaktnr, G. m. b. H., Gütersloh. Betrieb einer
Glasschleifern, Spietrelfabrik und Glashandlung. Stammkspital Jt 50000.
Geschäftsführer ist Kaufmann Knrt Grosse.
Thüringische Glas-Instrumenten- Fabrik Alt, Eberhardt & Jaeger,
A G, Jlmenau. Die Kapitalserhöhung am Jt 2,6 Mill. Stamm- and
M 1 Mill. Yorzagsktien auf Jt 5,2 Mill, ist durchgeführt.
Max Lnthardt, Laarcha, S.-M. Fabrikations- nnd Exportgeschäft von
Glaswaren aller Art. Inhaber ist Kaufmann Msx Lnthardt.
H. M. Büttner & Co., Lichte. Glasbläser Moritz Büttner ist aus-
geschieden. Kaufmann Hermann Büttner führt das Glaswarengeschäft als
Einzelkaufmann weiter.
Heinrich Volke! , Lichte. Inhaber iet Glaswarenfabrikant Hein-
rich Völkel.
Mitteldeutsche Glas- Kunst- Industrie, G. m. b. H., Magdeburg. Die
Vertretungsbefugnis des Liquidators ist beendet, die Firma erloschen.
Lausitzer Glasraffinerie Hirt & Co., Moys. Die Prokura des Fritz
Semerak ist erloschen.
Rudolf Schneider, Oberweißbach. Inhaber ist Thermometer fabiikant
Rudolf Schneider.
Nordwestdeutsche Glas- und Spiegel-Industrie Ludwig Witte & Co.,
Osnabrück. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Lud-
wig Witte und Hermann Grönefeld.
Isolieiflaschenfabrik „Polar" Inh. Clara Greiner, Rudolstadt. Inhaberin
ist Frau Clara Greiner.
C. R. Müller & Heinz, Schmalenbuche, Glaswarenfabrikationsgeschäft.
Penönlich haftende Gesellschafter sind Gastwirt Reinhold Müller und
Glasbläser Otto Heinz (Hennes).
Arno Köhler & Co , G. m. b. H , Glasinstrumenten-, Thermometer-
und Spritzenfabriken, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Die Prokura von
Paul Ostermann und Gerhard Bourbeck ist erloschen.
Norddeutsche Kristallglas-Schleiferei Knoch & Locke, Stettin. Per-
sönlich haftende Gesellschafter sind Kaufmann Kart Knoch und Glas-
schleifer Friedrich Locke.
Eduard Karl Lorenz, Stützerbach, W.-A., Glasinstrumentenfabrikation<
Alleiniger Inhaber ist Fabrikant Eduard K. Lorenz.
Metallwerke Rudolph, A.-G., Allstedt. Herstellung und Vertrieb von
Maschinen und Metallwaren aller Art. Grundkapital: Jt 2,75 Mill. Vor-
standsmitglieder sind die Kanfleute Bernhard Rudolph sen. and Carl WoJff.
Die Gründer, die färxtlichef Aktien übernommen haben, Bind die Geschäfts-
führer der jetzt liquidierenden Firma Metallwerke B. Rudolph & Co.,
G. m. b. H, Allstedt, B. Rudolph sen. und C. Wolff, Rittergutsbesitzer
H. Büchner, Dr. Costabell, Kaufmann Fricke, Kommerzienrat B. Härtung.
Den ersten Aufsichtsrat bilden die vorstehend genannten Herren Büchner,
Dr. < 'c stabeil, Fricke und Härtung.
Sächsische Emaillier- and Stanzwerke, vormals Gebr. Gnüchtel, A.-G.,
Lauter. Die Kspitalserhöhung um Jt 4 Mill. Stamm- und Jt 0,3 Mill.
Vorzugsaktien auf Jt 10,2 Mill. ist erfolgt.
Deutsche Evaporator A.-G., Abteilang Lünebarg. Das Grandkapital
ist um M. 15 Mill. erhöht und beträgt jetzt Jt 25 Mill. Die bisherigen
stellv. Vorstandsmitglieder Heinrich Hansen, Heinrich G. Mueller nnd David
Litwin worden zu ordentlichen Vorstandsmitgliedern ernannt. Der bis-
herige Prokurist Fritz Benz wurde zum stellv. Vorst audsmitgliede bestellt.
Gesamtprokura haben Friedrich Albrecht, Frau Bella Charmaz, geb. Pfeffer,
Christian Christians, Alfred Stober und Emil Klaenhammer. Die Prokura
von Fritz Benz und Hermann Horras ist erloschen.
Joseph Vögele, A.-G., Mannheim. Die Kapitalserhöhung um Jt Mil).
Vorzugsaktien auf Jt 16 Mill. ist durchgeführt.
Münchner Kochherd- und Ofenfabrik F. Wamsler, München. Die
Gesellschaft ist aufgelöst.
Wamsler- Werke, A.-G., München (Landsberger Str. 372). Uebernahme
nnd Fortbetrieb der Firma Münchner Kochherd- and Ofenfabrik F. Wamsler,
sowie deren Ausdehnung auf andere Fabrikationszweige. Grandkapital :
Jt 7,5 Mill. Selbständig vertretungsbefugte Vorstandsmitglieder sind die
Dipl.-Ing. Dr. Fritz Warnsler und Karl J. Wamsler. Die Gründer, welche
alle Aktien übernommen haben, sind Witwe Bertha Wamsler, die offene
Handelsgesellschaft Münchner Kochherd- nnd Ofenfabrik F. Wamsler, Dr.
F. Wsmsler, K. J. WamBler, Justizrat Dr. Chr. Schramm und die Firma
H. Aufhäuser, Komm -Ges. Den ersten Aufsichtsrat bilden: Dr. W. von
Borscht, Bankier E. Kraemer, Fabrikbesitzer A. Rodenstock urd Justizrat
Dr. Chr. Schramm.
Weimarische Emaille-Schilderfabrik, Stark & Riese, Tannroda. Die
Gesellschaft ist aufgelöst. Alleiniger Inhaber ist Techniker Anton Stark.
Germania Glasgesellschaft m. b. H, Berlin. Gewerbebetrieb in
allen Arten Glas, insbesondere Hohl- nnd Flachglas1, Porzellan, Steingut
und verwandten Handelsartikeln. Stammkapital: M 100000. Geschäfts-
führer sind Ingenieur Gustav Zaruba jan. und Kaufmann Karl Uhrmeister.
Sie sind nur beide gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit einem
Prokuristen vertretungsbefugt.
Richard Gorgas, Ein- und Ausfuhf von Glas und Porzellan, Hudhof.
Inhaber ist Kaufmann Richard Gorgas. ■
Hartmann, Alt & Co , G. m. b. H , Breslau. Der zum Geschäfts-
führer bestellte Kaufmann Paul Trautsch ist nur gemeinsam mit einem
anderen Geschäftsführer oder Prokuristen vertretungsbefugt. Der bisherige
Geschäftsführer, Kommerzienrat Hanns Modler, bleibt auch beim Vor-
handensein mehrerer Geschäftsführer selbständig vertretungsbefugt.
Steinzeugröhren-Handelsgesellschaft m. b. H , Cöln (von Werthstr. 48).
Handel mit Steinzeugröhren und sonstigen keramischen Erzeugnissen, ins-
besondere Steinzeugerzeugnissen des Eschweiler Bergwerksverein Abt.
Hermülheim, sowie mit Baumaterialien. Stammkapital : jt 120 000. Ge-
schäftsführer sind Direktor Johannes Wat?ke and Kaufmann Hendrik
Doelen. Sie sind nur beide gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit
einem der beiden Prokuristen Heinrich Nau3 und Wilhelm Meyer ver-
tretungsbefugt.
Friedrich Kühndahl, G. m. b. H., Dortmund. Die Kaufleute Arthur
Weschke und Olaf Glänzel haben Einzelprjkura.
Keramische Industrie Siershahn (Westerwald) G- m. b. H., Siershahn»
An- and Verkauf aller Tonarten und von Tongelände, Steinzeugwaren und
Schleifmitteln für fremde nnd eigene Rechnung sowie sonstige Kommissions-
geschäfte. Stammkapital: Jt 30 000 Geschäftsführer ist Kaufmann Aloys
Löhr. Kaufmann Aloys Müller hat Einzelprokura.
Nürnberger Bund Großeinkaufs- Verband Deutscher Fachgeschäfte für
Glas-, Porzellan-, Steingut-, Luxus-, Leder- und Schmuckwaren, Haus- und
Küchengeräte, Eisenwaren, Oefen, Herde, Beleuchtungs- und Installations-
artikel sowie den gesamten Hausrat, e. G. m b. H, Nürnberg. Als weitere
Vorstandsmitglieder warden Direktor Hans Molt und Kaufmann Hermann
Meyer bestellt.
Ostdeutsche Tafelglas- A.-G. für Industrie und Baubsdarf, Breslau.
In Gleiwitz wurde eine Zweigniederlassung anter gleicher Firma errichtet.
Jakob Gerner, Leipzig. Die Kaafleute Oswald Malteur und Fritz
Kaiser haben Einzelprokura. Die Einzelprokura von August Neuser und
Adolph Schuster (Karlsbader Zweigniederlassung) bleiben unverändert
bestehen.
E. de HtöD, A.-G., Seelze bei Hannover. Stammkapital: M 30 Mill.
Vorstandsmitglieder sind Kommerzienrat Dr. Wilhelm de Hi en, Direktor
Wilhelm Siersleben, Direktorchef Cäemiker Dr. pbil. Max Buchner, die
Direktoren Ernst Scholz, Eduard Grosse und Dr. phil. Johannes Lambrecht.
Dr. Wilhelm de Haen ist selbständig vertretungsbefugt. Die übrigen
Vorstandsmitglieder sind nur gemeinsam zu je zweien oder einzeln in
Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertretungsbefugt. Den ersten Auf-
sichtsrat bilden Fabrikant L. Peill jun.; Vors., Generalleutnant a. D.
M. von Diringshofen, stellv. Vors., Prof. Dr. H. Schlange, General a. D.
A. Bopp, Bankdirektor H. Bartels und Dr. jur. C. Bohnen.
Patente.
Deutsches Reick,
Anmeldungen.
la, IL Sch. 59 760. Wasch Vorrichtung für Sand, Kies und dergl.;
Zus. z. Pat. 320 047. Dipl.-Ipg. Otto Schneider, Stuttgart, Gaisburgstr. 4a.
25 10. 20.
1 a, 25. E. 24 202. Verfahren zur Reinigung von Erzen, insbesondere
von Graphit. Elektro-03mose, A. G. (Graf Schwerin Gesellschaft), Berlin.
21.7. 19.
13 e, 6. St. 34 040. Abdichtung des Glases oder des das Glas-
gebäuse haltenden Rohrstatzens von Wasserstandszeigern in den Hahn-
köpfen. Julius Stürzenberger, Ueberlandzentrale Herrenwyk. 19. 1. 21.
13 d, 27. L 50 046. Vorrichtung zum Abscheiden von festen und
flüssigen Bestandteilen aus Dampf, Preßluft und Gasen. David Grove,
G. m. b. H., Charlottenburg. 5. 3. 20.
21c, ] 3. E. 26 610 An festen Stützen anzubringender Hänge-
isolator; Zus. z. Pat. 344 396. Elektrotechnische Industrie, G.m.b.H.,
Duisburg- Wanheimerort. 6. 10. 19.
21 c, 13. P. 39 115. Verbindungsstück für Isolatorketten und Aus-
sparungen, durch die die mit Verdickungen versehenen Enden der Auf-
hängeorgane gezogen sind. 23. 1 20.
21c, 13. P. 39 518. Anordnung zur Abspannung elektrischer Hoch-
spannungsleitungen mittels Druckisolatoren, 29. 3. 20.
Porzellanfabrik Kahla,FilialeHermsdorf:Klosterlausnitz,Hermsdorf,S.-A.
21c, 14. Sch. 59 020. Gesttirzte.Stützisolatoren. Dr.- Ing. A. Schwaiger,
Karlsruhe, Eisenlohrstraße 39. 9. 8. 20.
21 c, 15. S. 46 023. Kittloser Isolator. Societä Ceramica Richard-
Ginori, Mailand. 15. 11. 16.
21 e, 9. A. 35 120. Verfahren zur Schlagprüfung von Isolatoren.
Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. 19! 3. 21.
24 k, 3 H 83 091. Heizrohr mit Einbau aus feuerfester Masse.
Otto Hartmann, FriedenBtr. 69, Carl Hartmann, Oestliche Karl-Friedrich-
Str. 30 und Adolf Wachsmann, Gartenstr. 9, Pforzheim. 12. 11. 20.
30 b, 14. W. 59 850. Künstlicher Zahn. Otto Wiemer, Charlottenburg,
Grolmanstraße 17. 15. 11. 21.
30 b, 13. R 39 880. Künstlicher Zahn mit Wurzeln, die in die
Wurzelöffnungen des Kiefers nach erfolgtem Ausziehen eines Zahnes ein-
gesetzt werden. Michael Roukawischnikoff, Nisnij Nowgorod, Rußland.
9. 2. 14.
30 g, 1. Sch. 59 222. Essigsäure- oder Tropfflasche. 30.8.20.
30 g, 3. Sch. 57 289. Befestigung von Fiaschenhalseinsätzen. 19. 1. 20.
Carl Schnuerle, Frankfurt a. M., Waldschmidtstr. 57.
30 k, 4. M. 74177. Flasche. Dr. Gerhard Madaus, Bonn, Simrock-
straße 20. 18. 6. 21.
37 f, 3. T. 25 048. Säurebeständige Auskleidung für Türme, Behälter,
Kamine, Rohre usw. mit gebrochenen Fugen und Luftkanälen. Thonwerk
Biebrich, A.-G., und Dr. A. Bodewig, Biebrich a. Rh. 3.3. 21.
47 b, 1. M. 70 959. Glaswalze. Kenji Matsuo, Tokyo, Japan.
8. 10. 20.
57 b, 15. S. 67 010. Verfahren zur photographischen Herstellung
von Mustern, auf Glas, Porzellan nnd dergl. Johannes Sobawa, Bneg i. Schi.
15.7.21.
67 a, 16. M. 72 865. Schwingbarer Werkstückhalter für Maschinen
zum Schleifen von Facetten an die graden Kanten von Glasplatten. Karl
Müller, Schwabacher Str. 65, und Albert Rjder, Moststraße 25, Fürth.
5.3. 2L.
67a, 17. Sch. .54 637. Vorrichtung zum Anschleifen zweier im
Winkel zueinander liegender Facetten an ovale Brillengläser durchgebogener
Form (Menisken) 3 3. 19
67 a, 19. Sch. 64 844. Vorrichtung zum Anschleifen zweier im
Winkel zaeianderliegender Facetten an ovale Brillengläser durchgebogener
Form (Menisken); Zas. z. Anm. Sch. 54637. 28 3. 19.
Otto Schwarz, Charlottenborg, Stuttgarter Platz 10 A,
m-Nr.$l SPRECHSAAL -COBURG.
80 b, 4 E. 23 847. Verfahren zur Herstellung einer mit oder ohne
Zusatz von Füllstoffen als Wandbekleiduog. Kitt oder dergl. verwendbaren
Masse. Elektro -Osmose, A.-G. (Graf Schwerin Gesellschaft), Berlin.
17. 3. 19.
80 b, 7. D. 40474. Verfahren znr Herstellung v«n Kanstmeerschaum;
Zus. z. Pat. 340 533. Paul Deussing, Ruhla, Thür. 23.9.21.
80 b, 12. P. 39 201. Verfahren zur Herabsetzung des Ausdehnungs-
koeffizienten von Zement, insbesondere als Kitt für Porzellan, Glas usw.
und Metall. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G., Selb i. Bayern.
2.2.20
80 c, 5. K. 78 284 Ofenanlage zum Brennen feuerfester, besonders
kalkgebundener Steine (Silika, Dinas); Zas. z. Pat. 347 672. Dr.-Ing.
Heinrich Koppers, Essen, Buhr, Moltkestr. 29. 5. 7. 21.
80 c, 5. M. 69 495. Kanalofen zum Brennen von Porzellan. Franz
Karl Meiser, Nürnberg, Salzbacher Str. 9. 1. 6. 20.
Zurücknahme von Anmeldungen.
80 b. B. 46 399. Verfahren zur Herstellung feinkeramischer Massen
aller Art durch trockene Feinmahlung. 12. 1. 22.
Yersagnng.
48 c K. 73 726. Verfahren zur Herstellung eines Tf Übungsmittels
für Emaillen und Glasuren; Zus. z. Anm. K. 57 475. 22. 11. 20.
Erteilungen.
351195. 80 c, 12. Gasschachtofen. 8 2 21.
351196. 80 c, 12. Gasschachtofen. 22.2. 21.
351197. 80 c, 13. Austragevorrichtung für Schachtöfen. 8.2. 21.
Franz Meiser u. Karl Meiser, Nürnberg, Salzbacher Straße 9.
351216. 12 a, 2. Verfahren und Vorrichtung znr Trennung flüssiger
von festen Stoffen. Dr. Henri Terrisse u. Dr. Marcel Le?y, Genf. 27. 4, 20.
Schweiz 25.3. 20.
351245. 421, 4 Gasanalytiächer Apparat; Zas. z. Pat. 348 014.
Max Arndt, Aachen, Schloßatr. 34.-28.3 17
351272. 80 c. 5. Kanalofen. Dreßler Tannel Ovens, Stoke on-Trent,
Engl. 11.9. 17. England 11.8 16.
351314. 80c, 4, Brennofen mit mittelbarer Beheizung; Zus. z.
Pat. 343 363, Carl Roschmann, Hennigsdorf ,b, , Berlin. 10.5.21.
351363. 53 b, 3. Vorrichtung an Einmachgläsern, welche das Un-
dichtwerden des Deckels erkennen läßt. August Fehrmann, l*d Homburg-
Kirdorf, Stedterweg 34. 7. 12 20.
351388 20 c, 9. Emaillierter Kessel für den Großversand von
Flüssigkeiten. Eisenhüttenwerk Thale A.-G, Thale a. H. 5.5. 21.
351 655. 321), 10. Verfahren zur Herstellung ven Platin- oder
ähnlichen Metallspiegeln durch Einbrennen. Julius Freinberg, London.
20.10 20
351789. 80 b, 8. Verfahren zur Herstellung hoehfeuerfester Steine
auf kaltem Wege. P. Litwin & Co., Komm.-Ges., Berlin. 29. 8. 18.
351790 80 b, 18 Verfahren znr Herstellung poröser keramischer
Erzeugnisse. Socielä Anonyme Le Carbone, Levallois-Perret, Seine. 29.2. 20.
351820. 32 b, 8 Verfahren zur Herstellung von kugel ähnlichen
Ampullen oder Fiolen mit eingebrannter Aufschrift. Paul Bornkessel,
Frohnau, Mark. 12. 11. 19.
351830. 42 i, 7, Widerstandsthjermometer. The Cntler-Hammer
Mfg. Co., Milwaukee. 10. 11. 15. V. St. Amerika 30. 11. 14.
351870. 21c, 13. Hängeisolator. Porzellanfabrik Ph. Eosenthai
& Co , A. G., Selb, Bayern 21. 3. 19.
351915. 64 a, 28. Fiaschenverschluß, Budolf Helmholz, Berlin-
Schöneberg, Risenheimer Str. 16. 29. 10. 18,
351916. 64a, 33. Federnder Verschluß für Einkochgefäße. Eduard
Naujokat, Neustadt, 0. S. 16. 7; 20.
352043. 80 c, 3. Kammerringofen zum Brennen von keramischen
Waren, Kalk, Dolomit u. dgi; Zus. z. Pat 349 951. Dr.-Ing. Heinrich
Koppera, Essen, Buhr, Möltkestr. 29. 28 3. 20.
352 067. 35 b, 7. Vorrichtung zum Heben und Transportieren von
Spiegelscheiben und anderen ebenen Gegenständen. Socie'e Anonyme des
Manufactures des Glaces et Frodnits Chimfques de Saint-Gobain, Caauny
& Cirey, Paris. 28.11. 19.
362109. 80 b, 17. Verfahren zar Herstellung von Fußboden- Wand-
belag. Julius Frankfurter, Berlin-Treptow, Treptower Chaussee 50, und
ErnBt Albert Jansen, Berlin Wilmersdorf, Offenbacher Str. 9 16.5. 21.
352196. 42 i, 1. Kapillarrohr für Thermometer. Wilhelm Uebe
G. m. b. H , Zerbst, Anh. 14.4 21.
1922. (55. Jahrgang.)
352224. 80 c, 3. Verfahren zum Beheizen von periodisch betrie-
benen Oefen mit Generatorgag. Franz Meiser u. Karl Meiser, Nürnberg,
Salzbacher Straße 9. 17.4 21. .
352 240. 12 e, 3. Verfahren zur Abscheidung schädlicher oder
störender Bestandteile von Gasen. Dr. Oskar Wozasek, Charlottenburg,
Wilmersdorfer Str. 81. 19. 11 20.
352 241. 12 i, 14. Verfahren zum Brennen, Kalzinieren usw. von
Sauerstoff- oder kohlens&urehaltigen Materialien. Dr. Alois Helfenstein,
Wien. 24,4. 21.
•ebranoksmnfter»
Deutsches Kelch.
Eintragungen.
808 103. 36 a. Kachelofen. Heinrich Wilczek, Breslau, Fttrsten-
straße 10. 9. 2. 21.
808 115. 53 b. Einmacheglas. Josef Jentsch und Walter Andreas,
Borna b. Leipzig. 23 1. 22.
808 175'. 36 a. Ofeneinsatz zur Umwandlung rostloser Kachelöfen in
solche mit Bostfeuerung. Hans Barlach, Berlin, Strömstraße 9. 18 1. 22.
808 234. 53 b. Deckelverschluß zur Umbildung gewöhnlicher
Wirtsehaf fcjgläser. Nicolaus Daniel, Timisoara, Ungarn. 6. 2. 28.
808 331. 80 d. Brillenglasbohrmaschine mit eingebauter Oelvor-
richtung. „Wumra" Werkzeug- und Maschinenfabrik, Bsthenow. 10. 2. 22.
808 445. 54 g. Halter für künstliche Zähne oder dergl Porzellan-
fabrik C M. Hutschenreuther, A.-G., Eadeberg i. S. 14. 2. 22.
808 525. 21c. Isolierkörper mit armiertem Gewindezapfen. Stadtilmer
Porzellanfabrik, G. m b. H , Stadtilm i. Th. 31. 1. 22.
808 679. 75 d. Glasscheiben zu Fernstern oder dergl. mit Bildern
und Ornamenten. Eeinhold Leutheid, Planen i. V., Hindenburgring 8.
15. 2. 22.
808 918. 67 a. Schleifmaschine für terische Flächen an Brillengläsern
(Massenarbeit). „Wumra" Werkzeug und Maschinenfabrik, Rathenow.
10. 2. 22.
808 934. 67 a. Vorrichtung znm Bekitten optischer Gläser mit
Pechklötzen. Emil Busch, A.-G., Optische Industrie, Rathenow. IS 2. 22.
809 096. 32 a. Untersatz 1 zur Brillenglasschneidemaschine. Friedrich
Brachmann, Chemnitz, Charlottenstraße 6 18. 2. 22
809 125. 30 g. Schieberverschluß für Mt-ndwaiserflascaen und dergl.
Hermann Bleekmenn, Barmen, Bartholomäusse. 62. 7. 1. 22.
809 144. 42 i. Kontakt-Thermometer. Fritz Köhler, Leipzig-Conne-
witz, Windscheidstr. 33. 17. 2 22
809 146 42 i. Radiometer. Otto Ehrhardt & Comp, G.m.b.H.,
Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. 18 2 22.
809 262. 67 a. Drehbarer Wärmetisch zum Bekitten optischer Gläser
mit Pechklötzen. Emil Busch, A.-G., Optische Industrie, Rathenow.
20. 2 22
809 305. 30 b. Auswechselbarer mit Metallrückenplatte ttberkappter
Porzellanzahn, Gustav Humbert, Bad Kreuznach. 9 1. 22.
809 429. 75 c. Vorrichtung zur Erzeugang von Spritzmalereien.
Rudolf Stetefeldt, Plauen i. V, Neundorfer Str. 2. 21. 2. 22
809 467 ,341 Porzellan- (Steingut-) Gefäß mit Hahn aus gleich-
artigem Maferial, Eduard Rau & Co., München. 9. 2. 22
809 600. Thermometer aus Holz, Metall, Glas u. dgl. Bahmann
& Spindler, Stützerbacher Glasinstrumentenfabrik, G. m. b. H., Stützerbach
i. Th. 22. 2 22.
809 501. 67 a. Bündemaschine für unrunde Brillengläser mit einem
Zahnradantrieb zum Erzielen einer gleichmäßigen Umfangtgeschwidigkeit.
Emil Busch, A.-G., Optische Industrie, Rathenow. 22. 2. 22.
809 613. 34 1. Verschluß für dünnwandige Gefäße, insbesondere
IsoliergefäSe. Thermos-A -G., Berlin. 7. 5 21.
809 618. 4 a. Zylinder für Gaslampen mit Sammellinse. Amand
Spruch, Breslau, Lohestr. 36 17 11 21.
809 620. 53 b. Ventilschraube an Einkochgläser. Arthur Willberg,
Dützen bei Minden i. W. 23. 11. 21.
809 649. 24 a. Radialstein aus Schamotte für Oelfeuerungen, im
besonderen solche von Schiffskesseln. P. Fewson u. W. Kamradt, Hamburg,
Bei dem. alten Waisenhaus 1. 20, 2. 22.
809 794. 32 a. Glashalter für Brillenglasschneidmaschinen. „Wamra"
Werkzeug- und Maschinenfabrik, Rathenow 27. 1. 22.
809 831. 67 a. Automatische Glasschleifmaschine. Beller & Fischer,
Neuenbürg a. Enz, Württtemberg. 27. 2. 22,
Fra gekästen
Keramik.
76 Wir wollen auf dem Boden unseres Porzellans Firmenstempel
anbringen, itnd zwar mittels Gummistempel. Welche Farbe eignet sich
dazu am besten, und wie muß sie präpariert werden, um scharfe und
kräftige Abdrucke zu erzielen? Unterglasurfarbe kommt nicht in Frage.
Erste Antwort: Ihre Frage zeugt nicht von großem fachmänni-
schen Wissen; sind Sie Porzellanfabrikant, so müßten Sie nämlich das
Stempeln mit AufglaBnr-(Muffel-)Farben und deren Aufbereitung mit Dicköl
usw. kennen. Jede Farbe kann verwendet werden, doch empfiehlt es sich,
da Sie scharfe und kräftige Abdrücke erziehen wollen, keine Nüancen zu
wählen, die an sich nur in dicker Lage wirken. Am besten eignen sieb
Blau, Grün, Schwarz und ein kräftiges Eisenrot. Wesentlich für das gute,
Gelingen der Abdrücke ist die Qualität des Stempels, weshalb Ihnen
empfehlen sei, sich an eine bekannte Stempelfabrik zu wenden
Zweite Antwort: Mit einem Gummistempel Aufglasurfarbe zu
Btempeln, dürfte Ihnen nicht schwer fallen; das kann jeder Porzellanmaler.
Die.Scbmelzfarbe wird mit Dicköl zäh angeriehen oder noch besser mit
Droibfirnis. Der Gummistempel selbst muß eine weiche Gummischwamm-
unterlage haben und darf also nicht wie die gewöhnlichen Bureanstempel
es Sprechsaal.
gearbeitet sein, Als Farbe können Sie jede Schmelzfarbe benutzen; die
Schärfe des Abzuges hängt nicht von der Farbe ab, sondern von der
. Arbeitsweise. Die im Anzeigenteil genannten Stempelfabriken liefern ge-
eignete Stempel.
Gla*.
55. Wir beabsichtigen, die Fabrikation von gepreßten Qlasisolatoren
in den gebräuchlichsten Dimensionen aufzunehmen. Was ist bei der
Fabrikation, Kühlung usw. zu beachten? Wer liefert bewährte, zweck-
entsprechende Maschinen?
Erste Antwort: Bei der Erzeugung von Glasisolatoren ist zu-
nächst Wert auf die Zusammensetzung des Glases zu legen. Dieses muß
auf der einen Seite widerstandsfähig gegen die Einwirkung der Atmo-
sphärilien sein, auf< der anderen Seite aber auch sichleiuht pressen lassen.
Die Formen müssen so ausgearbeitet sein, daß die fertigen Glasisolatoren
keine scharfen Kanten aufweisen, da sonst leicht Verletzungen der Monteure
vorkommen. Bei den GowindeiBolatoren ist besondere Sorgfalt auf die
scharfe Auspressung der Gewindegänge zu legen. Die Behandlung der
(ftß. fahrRartg.)
SPRECH SÄÄL - CÖßÜRö.
Wr. ii — 261
Preßformen ist die gleiche, wie bei allen dickwandigen Gegenständen ; die
Formen müssen sachgemäß gekühlt und geschmiert werden. Die Kühlung
erfolgt am besten in Kühltöpfen oder Küblkästen. Zeigen vereinzelte
Sttlcke vor dem Versand scharfe Kmten, so werden diese abgefeilt Nach-
stehender Satz ergibt ein gntes Isolatoren glas :
Sand 100 kg
Snlfat . 35 „
Soda 8 „
Kalk 35 „
Witherit 5 „
Kohle 2 „
Brannstein 2 „
Arsenik 1 .,
Scherben 25 „
ie erforderlichen Maschinen nnd Formen liefern die im Anzeigenteil ge-
nannten Fabriken.
Zweite Antwort: Isolatoren müssen eine entsprechende Zu-
sammensetzung nnd sehr gute Kühlung — wenigstens 48 Stunden — er-
halten, damit sie möglichst unempfindlich gegen Stoß und Druck sind
und atmosphärischen Einwirkungen gnt Stand halten. Ein kieselsäure-
und tonerdereiches, dabei alkaliarmes Glas ist hierfür am geeignetsten.
Gute Besaitate erzielt man bei Zugabe von alkalireichen Gesteinen,
wie PhoBolitb, Basalt uew. Bezugsquellen für Pressen und Formen finden
sich im Anzeigenteil. B £.m Pressen ist der Stempel oder Kern, der so
beschaffen Bein muß, daß das innere Gewinde gleich mit hergestellt wird,
nach vollendeter Pressung heraus zu drehen, bevor der Preßschwengel
wieder nachgelassen wird.
Dritte Antwort: Die Fabrikation von Glasisolatoren erfordert
ganz besondere Kenntnisse und vor allen Dingen ein Glas von hoher
Widerstandsfähigkeit. Wenn Sie sich vor Schaden bewahren wollen,
werden Sie gut tun, sich mit einem Fachmann in Verbindung zu setzen.
Entsprechende Maschinen liefert Cart Herold, Hüttenmeister a. D. in
Lausa bei Dresden.
Vierte Antwort: Zur Lieferung von Maschinen zur Herstellung
von Glasieolatoren melden sich Kingel & Jeremias in Badeberg i. Sa,
56. Wer liefert Rührapparate zum Rühren des Glases im Hafen?
Antwort: Um besondere Giassorten im Hafen innig zu
mischen, gibt es verschiedene Bübrapparate ; einige sind durch Patent
Beschützt, z. B. Nr. 120 842 und Nr. 156 067. Jedoch Btellen sich die
meisten Hütten selbst einen entsprechenden Apparat her. Man formt
einen der Hafentiefe entsprechenden Hohlzylinder aus Hafenmasse, der
nnten geschlossen ist und oben einen trichterförmig ausgearbeiteten Band
hat. In den letzteren wird ein eiserner Haken mit Führungsarm und
Handgriff lose eingepaßt, und das Ganze mechanisch angetrieben. Vor
dem Gebranch wird der Rührzylinder gut aufgetempert Die Führungs-
stange muß ab und zu durch eine frische, kalte ersetzt werden.
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57. lür welche Zweckt und in welchen Industrien wird Glasgalle
verwendet, und wie lautet der chemische Ausdruck für Glasgalle?
Erste Antwort: Die Glasgalie findet hauptsächlich in der
Zündholzindustrie Verwendung. Die in den Handel kommenden Qiantitäten
werden aber immer geringer, da man gelernt hat, die sich bildende Galle
abzubrennen, wodurch das lästige Abschöpfen derselben hinfällig wird.
Für Glasgalle gibt es keinen chemischen Ausdruck, denn sie ist ein Gemisch
von unzersetzt gebliebenen Schwefelsäure- und Chlorverbindungen der
Alkalien und des Kalkes.
Zweite Antwort: Glasgalle ist ein Gemisch von Sulfaten
und Chloriden mit Silikaten, die nicht zersetzt wurden. Bei Vorhanden-
sein von Glasgalle treten selbst bei guter Entfernung derselben doch noch
vielfach Glasfehler auf, weswegen man stets darauf bedacht ist, durch
richtige Zusammenstellung des Glassatzes die Bildung von Galle zu ver-
meiden. Früher wurde Glasgalle in den Hutten wieder verwendet, heute
gibt es dafür einige Abnehmer in bestimmten Industrien.
Keramik.
81. Welche Maschinen sind notwendig zu einer modernen erst-
klassigen Einrichtung zum eisenfreien Zerkleinern und Mahlen von Quarz,
Feldspat und Flußspat?
Glas.
63. Wir haben bei unserem Hafenofen mit Kohlenfeuerung mit dem
Uebelstand zu kämpfen, daß aufgetriebene Gegenstände angeraucht sind,
trotzdem bei deren Herstellung zwecks der Erzeugung einer reduzierenden
Flamme Holzspäne beim Auftreiben verbrannt werden. Wie ist dieser
Uebelstand zu beseitigen?
64. Zu besonderen Glasdekoren benötigen wir ein dunkles, aber nach
dem Einbrennen schön leuchtendes Eisenrot. Wer liefert ein solches Rot?
65. Wie und womit werden die Glaszylinder in Rekordspritzen ein-
gekittet oder eingelötet? Die im Sprechsaal-Kalender und in den Antworten
zur Glas-Frage 43 angegebenen Kitte eignen sich nicht für den genannten
Zweck.
Briefkaste« der Redaktion.
H. (J. i. H. Das Abriageln der Häfen ist in den Antworten zur
Frage 117 in Nr. 50 und 51 des Spreehsaal 1919 so ausführlieh behandelt,
daß wir darauf verweisen müssen.
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Bankkonto: Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich dnrch die Post vierteljährlich M 25.— anter Streifband 4L 50.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe and 40 mm Breite für das Inland M 2.— (Stellengesache JL 1.—).
Ffir das Ausland werden die Bezugs- and Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands B. V. — Deutscher Schutzverband ffir geistiges Eigentum.
• Nachdruck der Origlnal-Reltr&ge verboten.
Töpferei-BeruispnossensGlialt, Sektion III.
Zu der am
■ittwoch, den 14. Juni 1922, vormittags 11 Uhr,
in Bunzlau, Hotel zum Kronprinzen von Preußen,
: Sattfindenden ordentlichen
Sektionsversammlung
erden die Mitglieder gemäß § 24, 28 des Statuts ergebenst
■geladen.
Tagesordnung:
Geschäftsbericht.
Abnahme des Rechenschaftsberichts für 1921.
Wahl der Rechnungs- Revisoren für 1922.
Feststellung des Etats für 19^3..
Beratung und evtl. Beschlußfassung über Anträge, welche
yon Sektions-Mitgliedern bis 7. 6. 2ü bei dem Unterzeichneten
eingereicht sind.
Neu- Altwasser (Post Altwasser), Schles., den 27. Mai 1922.
Vorstand der Serien m der Topferei-BernfsgenosHuscnaft.
G. Faist, Vorsitzender. [C84
Volumenbeständige Dinassteine.
(Nachdruc« verboten.)
In einer vorläufigen Mitteilung berichtet O. Rebuffat in
Bn Transactions of the Engl. Ceram. Soc. XXI (1921/22), I. Tl.,
. 66 — 68, über seine Versuche zur Herstellung volümen-
eständiger Dinassteine. Bekanntlich zeigen die jetzt in Gebrauch
afindlichen Dinassteine nach längerer Verwendung in hohen
fentemperaturen Neigung auseinanderzufallen, was auf ihrer
''usdehnung beruht. Wie zahlreiche wissenschaftliche Unter-
lchungen ergeben haben, ist diese Ausdehnung der Steine das
rgebnis der Umwandlung des Quarzes in ätiotrope Formen
on geringerer Dichte, nämlich in Tridymit, Cristobalit, ge-
ihmolzene Kieselsäure usw. Weiter hatte sich gezeigt, daß
diejenigen Steiae, bei denen keine Ausdehnung des Quarzit-
laterials, aus dem sie bestanden, mehr eintrat, auch nicht bei
nger Verwendung im Ofen, schon im ersten Brande fast
sllständig umgewandelt worden waren. Andrerseits hatte bei
- m Steinen aus denjenigen Quarziten, welche sich nachträglich
l Feuer ausdehnten, keine Umwandlung stattgefunden.
Es wurde daher zunächst vorgeschlagen, um volumen-
eständige Qaarzitsteine zu erhalten, den ersten Brand der-
slben solange fortzusetzen, bis die gesamte Masse des Quarzes
fast vollständig in Tridymit übergegangen sei. Das war aber
angesichts des überaas großen Brennstoff- und Material-
verbrauchs nicht durchführbar, da es ja notwendig wäre, die
Ziegel mehrere Wochen hindurch auf einer Temperatur von
1400° C. zu erhalten, und selbst daon wäre der Erfolg noch
nicht sicher gewesen. Hinwieder haben sich auch alle Ver-
suche, zu einer verläßlichen Methode zu gelangen, als vergeblich
erwiesen, durch die es möglich wäre, einen Qaarzit, der volumen-
beständige Ziegel gibt, von einem solchen zu unterscheiden, der
dies nicht tut. '
Das Problem, dessen Lösung der Verfasser versucht hat,
ist auf Veranlassung der Eisenwerke von Terni auch den
italienischen Chemikern von der Technisch-wissenschaftlichen
Gesellschaft zu Mailand zum Studium vorgeschlagen worden.
Es war bisher schon festgestellt worden, daß die Um-
wandlung des Quarzes in Tridymit infolge seiner Auflösung
in einem Glasflusse stattfindet, aus dem der Tridymit aus-
kristallisiert.
In allen Silikasteinen entsteht durch das Brennen eine
kleine Menge Calcinmsilikat, das als Bindemittel die Quarz-
körner zusammenhält. An sich selbst genügt es aber offenbar
nicht, die Umwandlung des Quarzes in Tridymit zu erleichtern.
Man muß daher annehmen, daß die Quarzite, die volumeo-
beständige Steine geben, noch andere Stoffe enthatten, die bei
der Verbindung mit dem kieselsauren Kalk das Flußmittel
bilden, das die Umwandlung mit hervorruft. Seit langem ist
bekannt, daß gewisse beständige und nicht flüchtige anorganische
Säuren, wie Bor-, Phosphor-, Wolfram- und Molybdänsäure, mit
der Kieselsäure Molekularkomplexe bilden, die Kieselsäure zu
lösen vermögen und sie befähigen, in verschiedenen ätiotropen
Formen zu kristallisieren. Es war also zunächst zu prüfen, ob
die Quarzite, welche volumenbeständige Steine geben, beträcht-
liche Mengen obengenannter Stoffe enthalten. Der Verfasser
fand, daß der Quarzit von Lagonegro, aus dem sich nach den
praktischen Erfahrungen mehrerer italienischen Eisenwerke
volumenbeständige Ziegel herstellen lassen, beim Aufschluß mit
Fluß- oder Schwefelsäure 5,5 °/0 Sulfatrückstand ergibt. Er hat
im natürlichen Zustande und bei 15° eine Dichte von 2,65. die
sich nach achtstündigem Glühen bei 130ü— 1350° C. in eine
solche von 2,25 umwandelt. Die Analyse ergab, daß dieser
Quarzit 0,31 °/0 Pho*phorsäureanhydrid enthält, ferner etwas
Eisenoxyd und geringe Mengen anderer Stoffe. Nach der Ent-
fernung der Phosphorsäure durch Behandeln des Qaarzits mit
konzentrierter Salpetersäure zeigt sich, daß das gereinigte
Gestein nicht mehr die Eigenschaft besaß, sein spezifisches
Gewicht beim Erhitzen auf 1300— lö50° rasch m ändern
254 — Nr. SS
Vielmehr betrag dieses auch nach achtstündiger Erhitzungs-
dauer noch 2,6.
Zur Gegenprobe wurde eine gewisse Menge sehr reinen
Quarzits, der einen Sulfatrückstand von nar 0,62 °/0 beim Auf-
schließen hinterließ und die Dichte 2,60 (die nach achtstündiger
Erhitzung auf 1300—1350° unverändert blieb) besaß, mit 3°/0
eines Alkaliglases von der Dichte 2,61 und einem Gehalt von
16 °/0 Phosphorpentoxyd (d. s. 0,45 °/0 des Qoarzits) versetzt.
Die Mischung wurde wie vorher acht Stunden lang auf 1300
bis 1350° erhitzt. Die Substanz besaß nach dem Erhitzen eine
Dichte von 2,27 — 2,30 und zeigte bei der mikroskopischen
Prüfung mit gekreuzten Nicols nur wenige doppeltbrechende
Körner. Sie ähnelte im Aussehen dem gebrannten Lagonegro-
Quarzit.
Diese Versuche legen die Wahrscheinlichkeit nahe, daß die
Umwandlung des Quarzes in ätiotrope Formen Von geringerer
Dichte durch die Gegenwart kleiner Phosphorsäuremengen
erleichtert wird.
Angesichts des häufigen Vorkommens der Phosphorsäure
in Gesteinen kann man wohl mit ziemlicher Sicherheit behaupten,
daß, wenn Quarzite die Eigenschaft der Volumenbeständigkeit
im Feuer zeigen, dies auf das Vorhandensein geringer Mengen
jener Substanz zurückzuführen ist.
Die vom Verfasser untersuchten Proben zeigten bei der
mikroskopischen Prüfung, daß die unter den genannten Ver-
hältnissen gebildeten ätiotropen Formen der Kieselsäure haupt-
sächlich aus Tridymit bestehen. Wird die Erhitzung auf mehr
als acht Stunden ausgedehnt, so wird die Tridymitstruktur
immer gleichmäßiger, während die wenigen zuerst vorhan-
denen doppeltbrechenden Körner gänzlich verschwinden.
Ob noch andere ätiotrope Formen von niedriger Dichte in
geringer Menge vorhanden sind, hat Rebuffat nicht ermittelt,
aber sogar nach einer vierundzwanzigstündigen Erhitzungsdauer
auf 1300 — 1350° erscheint die Struktur des Tridymits gleich-
mäßig und bleibt die Dichte 2,22 bis 2,27.
Das Pyrexglas der C. G. W. (U. S. A.).
Von Dr. Oskar Lecher
(Lausitzer IndnBtrielaboratorium), Cottbus.
In den letzten Jahren sind in Amerika und England sehr
große Mengen eines mit dem Stempel „Pyrex" versehenen
Glapes vertrieben worden, das ganz bemerkenswerte Eigen-
schaften hat. Aus dem Glase werden hauptsächlich Küchen-
geräte wie Krautschalen, Bratpfannen, Backformen, Kochtöpfe
usw. gefertigt, die infolge ihrer Sauberkeit und Ungefährlich-
keit den bisher gebrauchten eisernen und emaillierten Gefäßen
vorzuziehen sind und dementsprechend sehr gute Aufnahme
fanden. Die Geräte haben eine Wandstärke von 5 — 7 mm, sind
sehr widerstandsfähig gegen Zerbrechen und vertragen sogar
ein Werfen auf den Fußboden. Das Bemerkenswerteste und
Neueste ist jedoch, daß man diese starkwandigen Gefäße ohne
weiteres auf direktes Feuer setzen und in ihnen kochen, braten
und backen kann. Die Valutafrage ist es anscheinend allein,
die die Aufnahme in Deutschland bisher unmöglich machte,
denn auf dem Kontinent sind dieselben m. W. bereits in der
Schweiz und in Holland stark in Gebrauch.
Ich hatte im Sommer vorigen Jahres Gelegenheit, ein
solches Glas eingehend zu untersuchen und nach der Analyse
Schmelzversuche anzustellen.
Das mir zur Verfügung stehende Glas war eine Kraut-
schüssel in der Form der bei uns üblichen runden Milchsatten;
es faßte etwa 3/4 Liter. Der Boden war 7 mm, die Seiten-
wände 5 mm stark. Die Farbe ist halbweiß mit schönem
Glanz, in dicker Schicht gelblichgrün. Der Boden und der
untere Teil der Seitenwände zeigen dünne Rillen, die den
Schlieren bei sehr zähflüssigen, tonerdereichen Gläsern ähnlich
sehen. Das Glas selbst ist klar, durchsichtig und fast völlig
gispenfrei, es verkleinert bei senkrechter Aufsicht eine darunter
befindliche Schrift um ein geringes.
Die chemische Prüfung und Analyse ergab folgendes:
Im Bunsenbrenner geglüht zeigt das Glas die Natrium-
flamme, die Kalifärbung ist gering. Das gepulverte Glas sintert
schon beim Glühen im Gebläse zusammen; mit Flußsäure über-
gössen, löst es sich sofort unter starker Erwärmung bis auf
geringe Rückstände auf. Das stark geglühte Glas springt beim
Abschrecken mit kaltem Wasser, doch halten die gesprungenen
Stücke noch zäh zusammen, ein Auseinanderspringen wie beim
gewöhnlichen Glase tritt nicht ein.
Im Laufe der systematischen qualitativen Analyse wurden
gefunden: Kieselsäure reichlich, Borsäure reichlich, Blei fehlt,
Arsen fehlt, Zinn fehlt, Phosphorsäure fehlt, Tonerde reichlich,
Zink fehlt, Nickel Sparen, Kalk fehlt, Baryt fehlt, Magnesia
vorhanden, Fluor fehlt, Natrium reichlich, Kalium wenig.
1922. (56. Jahrgang.)
Die quantitative Analyse ergab:
Kieselsäure, SiOs 80,71 °/0
Borsäure, BsO, 10,47 °/0
Tonerde, AlaO 3,55 °/0
Kalk, CaO 0,70 °/0
Magnesia, MgO 0,67 °/0
Natrium, Na20 4,14 °/0
Der Erfinder oder besser Fabrikant des Glases ist all
noch erheblich über das deutsche Glas 59 III (Ullmann, Enz
klopädie VI.) hinausgegangen, das bisher infolge seiner Schwel
flüssigkeit fast die Grenze der technischen Schmelz- und B
arbeitbarkeit darstellte.
Es ist anzunehmen, daß sich das Glas durch Zusammen
schmelzen von 80 Teilen Sand, 13,3 Teilen Borax, gebranx
1,2 Teilen Borsäureanhydrid und 7 Teilen Kaolin, resp. er
sprechenden Mengen Borsäure, Soda oder kristallisierter Bon
erzielen ließe.
Die mit einem Versuchsgemenge von 80 Teilen Hohe
bockaer Sand, 16 Teilen gebr. Borax und 4 Teilen Kaolin a
gestellten Schmelzversuche stießen jedoch auf große Schwieri
keiten. Das Gemenge sinterte bald «zusammen und wur
steinhart, doch eine Glässchmelze war weder in gasgeheizfr
SpezialÖfen noch im Devilleofen, wo die Tiegel gewöhnlich n
zerschmolzen, zu erzielen. Erst als eine Probe in einen b
reits 8 Stunden in Betrieb gewesenen, weißglühenden Segc
Heinecke Ofen gesetzt und noch 6 Stunden lang der voll
Brennhitze bei gutem Gasdruck ausgesetzt war, zeigte sich i
erkalteten Tiegel nach dem Zerschlagen unter einer den halb'
Tiegelinhalt einnehmenden Steinschicht eine ebenso hohe, g
durchsichtige grünliche, noch etwas gispige Glasmasse, <J
trotz schneller Abkühlung keinen Sprung zeigte, sich im Bunse
brenner, ohne zu springen, erhitzen ließ, also anscheinend ein
sehr geringen Ausdehnungskoeffizienten besaß. Da jedoch ein
schwer schmelzbares Glas (normale Gläser schmolzen unter d
gleichen Bedingungen in 2l/a Stunden völlig aus) kaum i
üblichen deutschen Industrieglasofen geschmolzen werden kat
ist anzunehmen, daß sich die Amerikaner entwedar besonde
heißgehender Oefen, ev. mit flammenloser Oberf lachen verbre 1
nung oder dergl. bedienen oder durch besondere Zusätze eil 1
leichtere Läuterung des zusammengeschmolzenen Gemeng i
ermöglichen, auf deren evtl. Ausmittlung ich noch einige V< <
suche wenden will i
Es wäre nun wohl möglich, durch geringe Zusätze einig 1
anderer Metalloxyde die chemische Widerstandsfähigkeit d '•
Glases so zu steigern, daß es zur Fabrikation von chemisch! b
Apparaturen, Bechergläsern, Kolben, Erlenmeyer etc. Vi 1
wendung finden kann*). Welchen Vorteil ein solches die ]
wandiges, fast unzerbrechliches Glas, solange es überhaupt t
zahlbar ist, für chemische Laboratorien usw. hätte, braue
man wohl keinem Chemiker noch besonders klar zu mach«
wenn man ihn nur an die großen, monatlichen Bruchkosten au
bei Verwendung bester Jenaer Gläser erinnert.
Besondere Verwendungsmöglichkeiten eröffnen sich no
bei Verwendung des Glases zu Autoklaven, wo man jederz
den Reaktionsvorgang verfolgen könnte, was bei den bisherig
eisernen leider so oft als großer Mangel empfunden wii
Ferner weise ich auf gläserne Badewannen, Sterilisationsgefäi|
Kessel zum Einkochen von Früchten, zum Eindampfen v
Schwefelsäure, zum Kalzinieren von eisenfreiem Sulfat usw. h
Der fabrizierenden amerikanischen Firma ist jetzt um
folgendem Wortlaut ein Patent erteilt worden:
„Gegen Temperaturschwankungen widerstandsfähige Gläse
welche sich besonders zur Herstellung von Küchengeräten e:
nen, einen Ausdehnungskoeffizienten von weniger als 0.0000
eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 0.028 besitzen und unterhi
800° erweichen, werden erhalten aus mindestens 70 °/0 Si<
höchstens 3 °/0 AI, sowie BtOs und Na80, wobei die Men
BjO, mindestens doppelt so groß ist als die des JNa.
(F. P. 533166 vom 31. 3. 1921 ausgestellt 22. 2. 1922 ; A. Pri
24. 6. 1915.)
Danach müßte sich das Glas, sofern das Gemenge eins
geschmolzen ist, leicht bearbeiten lassen, da die Erweichuni
temperatur unter 800° liegt, was sich auch mit meinen V
Buchen am Originalglas deckt.
Ich hoffe jedoch, daß eine Patentierung in Deutschla
nicht erfolgen kann, denn der Gedanke ist nicht neu, da äl
liehe Gläser in Deutschland seit langem hergestellt wurd
wenn auch die Fabrikation infolge der technischen Schwier
keiten bisher nicht möglich war. Vielleicht interessiert s:
doch auch einmal eine deutsche Hütte für ein Glas ähnliol
Zusammensetzung und Eigenschaften und läßt den Amerikan«
diesen unbestreitbaren Vorsprung, der doch auch nur i
deutschen Versuchen aufgebaut ist, nicht.
■ r
*) Oeeohleht bereits. O. Red.
SPRECHSAAL - COBURG.
/
I
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Kr. 22 — 255
Ich führe nochmals zum Vergleich die Eigenschaften des
Glases 59 III, des Pyrexglases und reinen Quarzglases an r
SiOa Bs08 A120,
59 III 72 12 5
Pyrexglas 80.7 10.5 3.5
Quarzglas
Na20
11
4.1
100
A.-K.
0.0000177
0.000004
0.0000015
Der neue spanische Zolltarif.
(Nachdruck verboten.)
Am 16. Februar 1922 ist in Spanien der neue Zolltarif in
Kraft getreten. Die bisher erhobenen Valutazuschläge sind
durch Verordnung vom 21. Februar 1922 für die Länder, welche
Anspruch auf die Zollsätze des II. Tarifes haben, vom
21. Febiuar 1922 ab aufgehoben worden. Zu diesen Ländern
gehört vorläufig bis zum 20. Dezember 1922 auch Deutschland
gemäß dem deutsch-spanischen Handelsabkommen vom 12. Fe-
bruar 1899, das von seiten der spanischen Regierung zum
20. Dezember 1922 gekündigt worden ist.
Um die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und
Spanien neu zu regeln, hat sich am 22. April d. Js. eine deutsche
Kommission unter der Leitung des Ministerialdirektors von Stock-
hammern vom Auswärtigen Amt nachiMadrid begeben. Außer-
dem gehört der Kommission der Ministerialdirektor von Schoene-
beck vom .Reichswirtschaftsministerium an. Wir wollen uns
der Hoffnung hingeben, daß es gelingen möge, die gegenseitigen
Handelsbeziehungen zur beiderseitigen Zufriedenheit zu regeln,
damit kein vertragsloser Zustand eintritt. Im letzteren Falle
hätten deutsche Erzeugnisse bei der Einfuhr in Spanien die
Zollsätze des I Tarifes zu entrichten. Außerdem wären dann
auch die Valutazuschläge wieder zu zahlen.
Wir haben die spanischen Zollsätze des Zolltarif entwurf es
bereits in der Nummer 12 des Sprechsaal mitgeteilt. Wir
wiesen damals schon darauf hin, daß das Plenum der Zolltarif-
kommission verschiedene Aenderungen in den Zollsätzen vor-
genommen haben sollte. Diese Aenderungen sind aber tat-
sächlich viel umfangreicher gewesen, als es damals den Anschein
hatte. Abgesehen davon, daß sich die Tarifnummern selbst
bei fast allen Warengattungen verschoben haben, sind zahl-
reiche Abänderungen der Zollsätze vorgenommen worden. Nach-
stehend teilen wir infolgedessen diejenigen Tarifnummern des
neuen spanischen Zolltarifes mit, die gegen den Entwurf Aende-
rungen der Zollsätze aufzuweisen haben. Diejenigen Waren-
gattungen, bei denen sich nur die Tarifnummer verschoben hat,
bei denen also der Zollsatz unverändert belassen worden ist,
haben wir nachstehend unberücksichtigt gelassen
Tarif-
.Nr.
: 18
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
Maßstab Tarif I Tarif II
Peseten Peseten
6
20
21
22
25
1042
1043
Zement, hydraulischer Kalk und
Puzzolanerde ........ 100 kg
Erden zum Gebrauch in der Kunst
und für gewerbliche Zwecke:
Kaolin und natürlicher kohlensaurer
Kalk • 100 kg 1,50
Schmirgel in Pulverform . . . . 100 kg 20
sonstige, einschließlich Gips, in
Pulverform oder Stücken ... 100 kg 0,50
Schmirgeltuch 100 kg 190
Sandpapier . . . . . . • • • 100 kg 120
Schmirgelpapier
Kristall und Glas.
58 Hohlglas, aus schwarzem oder
grünem Glas, gewöhnliches, unge-
färbt, in Flaschen, Flakons, Korb-
flaschen und anderen Umschlie-
ßungen, geblasen oder gegossen,
weder geschnitten noch geschliffen
auf irgend eine Art . . . . .
Anmerkung: Glas, dessen Färbung
anf der naturlichen Farbe der Ronmasse
beruht, ohne daß irgend ein Farbstoff
zugesetzt worden ist, wird wie nicht
gefärbtes Glas verzollt.
59 Hohlglas, weiß, farblos oder farbig,
in den gleichen Gegenständen,
wederü geschnitten noch ge-i
schliffen . . •
0 Flaschen und Flakons, geschliffen,
und Siphons für^ kohlensäure-
haltige Getränke . . , .. • •
Sogenanntes Präzisionsglas oder
-kristall, in Röhren, roh, und
Wasserstandsgläsern, Glaszylin-
dern und Preßbehältern (envases
para comprimidos), nicht mit
100 kg 150
0,75
10
0,25
75
40
50
100 kg 30 12
100 kg 75
30
100 kg 150 60
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der' Waren
69
693
Gradeinteilung versehen, in Form
von Phiolen (matraces), Retorten,
Gegenständen und Apparaten für
Laboratorien, ausschließlich aus
solchem Material gefertigt, mit
oder ohne Fassung (montados),
sowie Ampullen fürEinspritzungen
von Lösungen . . . . . . •
G2 Dergleichen Gegenstände, mit Grad-
einteilung versehen, einschließlich
der mit Gradeinteilung versehenen
Probierröhren
Anmerkung zu der Tarif-
nummer 63. Glas, dessen Färbung auf
der natürlichen Farbe der Rohmasse be-
ruht, ohne daß irgend ein Farbstoff zu-
gesetzt worden ist, wird wie nicht ge-
färbtes Glas verzollt.
Als Schnitt ist die Bearbeitung,
welche zur Entfernung der Formnähte
notwendig ist, nicht anzusehen.
Anmerkung zu der Tarif-
nummer 64. Als Schnitt ist die Be-
arbeitung, welche zur Entfernung der
Formnähte notwendig ist, nicht anzueehen.
68 Drahtglas
Gl»s und Kristall für Fenster, bis
4 mm einschließlich dick, auch
mit abgeschliffenen Rändern, ge-
bogen oder gefärbt, und farbige
Fensterscheiben . . . . . .
Photographische Platten .....
70 Isolatoren aus Glas für Lufttele-
graphen- und Telephonleitungen
71 Glas und Kristall, belegt mit Queck-
silber und Nickel
72 Desgleichen, belegt mit Silber oder
Platin • •
75 Platten oder Gußstücke aus op-
tischem Glas, nicht geschnitten
76 Optisches Glas aller Art, ohne
Fassungen . •
Irdenware, Feyence und Porzellan
78 Fliesen, Backsteine, Dachziegel und
allgemein alle groben Artikel aus
gewöhnlichem gebrannten Ton,
ohne Glasur oder Schmelz, für
den Bau oder Schmuck von
Häusern
Anmerkung: Bei der Anwendung
dieser Tarifnummer ist zu berücksichtigen,
daß sie nur rohe Backsteine, Fiiesen und
Dachziegel, aus Erle und Ton, gebrannt,
umfaßt, die zur Herstellung von Wän-
den, Mauern, Backöfen usw. verwendet
werden.
80 dergleichen, mit durchsichtigem,
weißem öde* farbigem Ueberzug
oder Schmelz
90 Fayence, feiner Ton und Steinzeug
(gres), mit weißem oder einfar-
bigem Schmelz,, .aber ohne Strei-
fen oder irgend welche Ver-
zierungen, in Form von Tisch-
und Kaffeegeschirr, Toilettegerät
und dergleichen; Artikel aus den
genannten Stoffen, die in Par-
fümerien und von Photographen
gebraucht werden, und allge-
mein alle in anderen Tarifnum-
mern nicht besonders genannten
91 Fayence, feiner Ton und Steinzeug,
mit mehrfarbigem Schmelz oder
Streifen oder Verzierungen, in
den gleichen Gegenständen wie
in der vorhergehenden Nummer ,
92 Weißes Porzellan in Form von
Tisch- und Kaffeegeschirr, Toi-
lettegerät und dergleichen; auch
Artikel aus diesem Stoff, die in der
Chemie, Pharmazie oder Parfü-
merie gebraucht werden, und
allgemein alle in anderen Tarif-
nummern nicht besonders ge-
nannten Artikel. . . . . . .
Zollsatz'
Maßstab Tarif I Tarif II
Peseten Peseten
6 2,40
kg 12 5
100 kg
75
30
7i' l
100 kg
125
50
kg
2
o,
100 kg
75
-30
100 kg
375
150
100 kg
eil
250
kg
50
20
kg
30
tii v ' $
"ff* • 1
100 kg
4
s .ist
100 kg 25
10
®is mm
100 kg 150 50
10U kg ,210
lfO kg 150 60
2B6 — Nr. 22
SPRECHSAAL- COBURG.
1923. (56. Jahrgang.)
Tarif-
Nr.
93
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
Maßstab Tarif I Tarif II
Peseten Peseten
Porzellan farbig, oder mit Streifen,
Verzierungen, Malerei oder Ver-
goldung, in Artikeln der vorigen
Tarifnummer 100 kg 225 75
95 Feiner Ton, Steinzeug, Fayence
oder Porzellan in Figuren, Blumen,
Vasen, Reliefs, Blumenschalen
und ähnlichen Ausschmückungs-
gegenständen .
684 Brillen, Kneifer, Vergrößerungs-
gläser und dergleichen, gebrauchs-
fertig, mit Ausnahme solcher mit
Fassungen aus Silber und Gold
685 Schutzbrillen für Kraftwagenfahrer
686 Ferngläser und die nicht besonders
genannten Binokulare ....
688 Mikroskopische und sonstige op-
tische Apparate für den Labora-
toriumsgebrauch kg 30 10
689 Photographische Handapparate bis
zu einer Größe von 13X18 cm ein-
kg
12
4
kg
75
30
kg
15
5
kg
45
15
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
Maßstab Tarif I Tarif II
Peseten Peseten
kg
20
10
schließlich und Stereoskope von
jeder Abmesssung
690 Photographische Apparate für Be-
rufsphotographen und photogra-
phische Bandapparate in der
Größe von mehr als 13X18 cm,
beide ohne Objektiv ; Stereoskope,
Kinematographen mit ihren
Teilen und photographisches
Zubehör wie Vergrößerungs-
gläser (ampliadores), Projektions-
apparate
693 Photographische Platten ....
696 Medizinische und chirurgische Appa-
rate und Instrumente aus Glas .
Zu den tarifmäßigen Zollsätzen tritt im Falle der Zollzah-
lung in spanischem Silbergeld oder in Noten der Bank von
Spanien anstatt ' in Gold ein Goldaufschlag hinzu, der monat-
lich festgesetzt wird und für den Monat April 1922 = 23,19°'
betrug.
kg
2
1
kg
2
0,40
kg
15
5
Wirtschaft lich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Personalien. Baurat Adolf Schiller, Berlin-Schöneberg, Geschäfts-
führer und Inhaber der Fa. Glasmaschinen-Industrie, G. m. b. H., Berlin,
und der SchwestergeselJschaft, der Haidemühler Glashuttenwerke,
G. m, b. H., wurde zum Handelsrichter beim Landgericht II Berlin ab
1. 6. 22 ernannt.
Eine seltene Feier. Im Anschluß an die in Nr. 20, S. 235,. ver-
öffentlichte Notiz über das 40- bezw. 50-jährige Dienstjubiläum einer
größeren Anzahl von Beamten und Arbeitern bei der Firma Haas & Czjzek,
Porzellanfabriken in Schlaggenwald und Chodau, geben wir noch nachträg-
lich die Namen der einzelnen Jubilare bekannt.. Es feierten das 40-jährige
Dienst jubiläum: Direktor Johann Neidhart, die Beamten August Koch,
Albert Dorn und Johann Bräner, die Arbeiter Johann Marterer, Josef Seidl,
Franz Opl, Robert Gröschl, Josef Hochberger, Josef Stadler, Karl Eckl,
Friedrich Hahn, Albert Kunstmann, Josef Klarner, Georg Franz und
Johann Leipert, das 50-jährige Dienstjubiläum die Beamten Franz Waldert,
Anton Zinner, Josef Eeif, Fritz Neidhart, Georg Hammernick und Josef
Lang, die Arbeiter Anton Hoffmann, Josef Koch, Johann Lochner und
Josef Bächer.
Das 50 jährige Arbeitsjubiläum bei der Porzellanfabrik Tettau,
A.-G., Tettau, feierte am 23.6. Herr Schmelzer Christian W u n d e r 1 i c h.
Fachschulen, Unterricht, Forschung*.
Der Deutsche Gewerbeschulverband hält vom 7. — 11. 6. 22 in
Frankfurt a. M. seine 29. Wanderversammlung ab. Gleichzeitig veranstaltet
er im Haus Werkbund, im Haus der Bücher und in der Gewerbeschule
eine umfangreiche Ausstellung von Zeichnungen, Fachliteratur, Lehrmitteln
usw. Nähere Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle Frankfurt a, M., Moltke-
allee 23.
Gesetzgebung, Steuern.
Das Arbeitsnachweisgesetz. Im Unterausschuß des Reichstages
für soziale Angelegenheiten wurde letzthin bei der Weiterberatung über
das Arbeitsnachweisgesetz ein von den Sozialdemokraten eingebrachter
Antrag abgelehnt, den Arbeitgeber zu verpflichten, jede einem nicht ge-
werbsmäßigen Nachweis mitgeteüte Vakanz auch dem öffentlichen Arbeits-
nachweis zu melden. Die bürgerlichen Parteien stimmten geschlossen
gegen den Antrag. Da auch ein Vermittlungsantrag der Demokraten ab-
gelehnt worden war, ist eine Verständigung im Unterausschuß über den
entscheidenden Paragraphen des Gesetzentwurfes gescheitert.
Für welche Dauer gelten Zugeständnisse, die der Arbeitgeber
dem Betriebsrat gegenüber macht? Nr. 45 der „Mitteilungen" des
Deutschen Indastrieschutzverbandes, Sitz Dresden, bringt über diese Frage
nähere Ausführungen. Bei derartigen Zugeständnissen handelt es sich in
der Hauptsache um § 76 des B. R. G., der bestimmt, daß, wenn für einen
Betrieb eine Sprechstunde erforderlich ist und diese innerhalb der Arbeits-
zeit liegen soll, eine diesbezügliche Vereinbarung zwischen Betriebsrat
und Betriebsleitung za erfolgen hat. Streitigkeiten haben sich nun dar-
über ergeben, ob der Arbeitgeber an diese Vereinbarung während der
ganzen Amtsperiode des Betriebsrates gebunden ist oder ob er dann davon
zurücktreten kann, wenn die Verhältnisse des Betriebes, die seinerzeit zur
Erteilung der Zustimmung maßgebend waren, sich verändern, wenn z. B.
die Sprechstunde in dem bisher gewährten Ausmaß nicht mehr notwendig
erscheint. Die Frage des sofortigen Rücktritts bei Aenderung der Beiner-
zeitigen Voraussetzungen ist zu bejahen.
Handel und Verkehr.
Abnahmepflicht trotz „Freibleibend". Die Klausel „Preise frei-
bleibend" gab nach der bisherigen Rechtsprechung dem Verkäufer nur die
Möglichkeit, vom Vertrage zurückzutreten, wenn der Käufer die von ihm
verlangten höheren Preise nicht zahlte, erzwingen konnte er die
Zahlung nicht. Jetzt hat der 2. Zivilsenat des Reichsgerichts in dieser
j Hinsicht neues Recht geschaffen, indem er den Grundsatz vertritt, daß bei
Verträgen mit der Klausel „Preise freibleibend" der Käufer an den Ver-
trag gebunden bleibt und der Verkäufer die Zahlung angemessener Preise
beanspruchen kann. Die Entscheidungsgründe des Reichsgerichts führen
in dem folgenden Falle, in dem es sich um Lieferung von Eisenwaren
handelt, aus: Die Klausel ist als Freizeichnung eng auszulegen. Das
„freibleibend" beschränkt sich auf die vereinbarten Preise. Hält man sich
streng hieran, so ergibt sich, daß zwar die Preisabrede nicht unbedingt
bindend sein soll, im übrigen aber der Vertrag schlechthin bindend.
Qualität und Menge des Verkauften stehen unbedingt fest, vor allem aber
auch die Lieferung selbst, und dementsprechend auch die Bezahlung. Und
zwar für beide Teile. Nur die Preisberedung unterliegt der Abänderung.
Liegen die Voraussetzungen einer Preiserhöhung vor, so bleibt es doch
bei dem, daß — nunmehr allerdings zu diesem höheren Preise — der
Käufer verpflichtet ist, die Ware gegen Zahlung abzunehmen, aber ander-
seits auch berechtigt, die Lieferung zu verlangen. Die Unbestimmtheit
der Preisabrede tut der bindenden Kraft des Vertrags und dem unverän-
derten Festhalten der Parteien an seinem Inhalt im übrigen nicht den
geringsten Abbruch. Es ist Sache des Verkäufers, gegebenenfalls nach
§ 315 B.G.B , den nach den Umständen angemessenen Preis zu bestimmen.
Die Unsicherheit und Unberechenbarkeit aller Verhältnisse, wie sie zur
Zeit des Vertragsabschlusses herrschte und auch jetzt noch herrscht, macht
es bedenklich, bis zu einem gewissen Grade für jede solide Geschäfts-
führung unausführbar, sich in Lieferungsverträgen auf lange Frist hinaus
mit der Preisforderung endgültig festzulegen. Darin hat die Klausel ihren
Grund, und daher ist sie auch weithin entfernt, schlechthin verwerflich
zu sein. Die Interessen des Käufers werden darum nicht hintangesetzt.
Verkauft er nach der Lieferung die Ware, so kann er seine Preise ohne-
hin der nunmehrigen Konjunktur anpassen. Verkauft er auf Lieferung,
so kann er sich schützen, indem er das nicht anders tut, als wie er ein-
kauft. — Anders läge es nur, wenn sich ein entgegenstehender Handels-
gebrauch bereits gebildet hätte, was offenbar nicht der Fall ist. Anders
aber auch, wenn erkennbar die Parteien es übereinstimmend anders gemeint
haben. Da das hier behauptet wird, bedarf es noch weiterer sachlicher
Verhandlung. Deshalb mußte die Sache an die Vorinstanz zurückver-
wiesen werden. (Aktenzeichen II. 421—437/21.)
Lieferungsausschreibung von ForzeUanisolatoren. Die Eisen-
bahndirektion Cöln schreibt die Verdingung der Lieferung von 56 300
Porzellanisolatoren für die Eisenbahndirektion Cöln, Elberfeld, Essen,
Frankfurt a. M. und Mainz aus. Verdingungshefte sind gegen kostenfreie
Einsendung von Jt. 10 von der Hausverwaltung von Eisenbahndirektion
Cöln, Kaiser-Friedrich-Ufer 3, zu beziehen.
Eine Deutsche Wirtschaftskammer für Oesterreich wurde letzt-
hin mit dem Sitz in Wien (Stubenring 1) gegründet. Dem Vorstand ge-
gehören 20 meist reichsdeutsche Firmeninhaber und Vertreter der
deutschen Großindustrie an. Die Kammer hat den Zweck, die Industrie-
und Handelsinteressen Deutschlands im Gebiete der Republik Oesterreich
wahrzunehmen und zu schützen, sowie die wirtschaftlichen Beziehungen
zwischen beiden Staaten auszugestalten.
Eröffnung der deutsch-rassischen Konsularbeziehungen. In
Verfolg des deutsch-russischen Abkommens wird, wie die Dena mitteilt,
demnächst eine gegenseitige Besetzung wichtiger Konsulatsposten erfolgen.
Die russische Sowjetregierung wird in Hamburg ein Konsulat errichten,
während von deutscher Seite ein Generalkonsulat in Petersburg einge-
richtet wird.
Der Meistbetrag für Postanweisungen und Nachnahmen im
Verkehr mit Tschechoslowaklen ist vom 15. 5. ab auf M 1500 erhöht
worden.
Ein- und Ausfuhr, ZoÜwesen.
A. U. IN. Grobkeramik. Die Ausfuhrmindestpreise für Flußspat
nach den Gebieten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie
mit Ausnahme TschechoBlowakiens, sowie nach den russischen Randstaaten
(Livland und Kurland) haben ab 16. 5. eine Aenderung erfahren, — Die
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 22 — 267
Ausfuhrmindestpreise für Kieselgur und Kieselgurwärmeschutzmasse
nach Portugal, Rumänien und Tschechoslowakien sind ab 20. 5. geändert
worden. — Die Ausfuhrmindestpreise für Quarzaand und Quarzmehl
haben ab 18. 5. eine Aenderung erfahren.
A. H. N. Glas. Die Preisprüfungsstelle für Glasinstrumente gibt
in den nächsten Tagen eine Liste mit den Ausfuhrmindestpreisen für
Fieberthermometer heraus. Die Preise und auch die Rabattsätze sind
einer erneuten Revision unterzogen und teilweise erheblich geändert
worden.
Fakturierung von Spielwaren und Scherzartikeln aas Glas.
Auf Grund der Vorstellungen der Interessenten hat die Beschwerde-
kommission des Unterausschusses Glasinstrumente und im Anschluß daran
die A. H. N. Glas die Fakturierung in Mark für folgende Waren zugelassen :
Glasfederhalter mit Blechbüchse, kleine Glasvasen, Vexierweingläser, Liebes-
thermometer, kleine und mittlere Glastiere, Glas-Zigarettenspitzen, Speil-
and Schwerzgläschen.
Aegypten. Einfohrzollsätze für Lampengläser. Im „Journal
Officiel" vom 20. 4. 22 sind die bis zum 20. 10. 22 gültigen Einfuhrzoll-
sätze für Lampengläser veröffentlicht worden. Nähere Auskunft erteilt
das Zollburean des Reichswirtschaftsministeriums.
Haiti. Bei der Einfahr Ton Steingut deutscher Herkunft ist
die Vorlage von Ursprungszeugnissen vorgeschrieben, die von der zu-
ständigen Handelskammer und vom Konsul von Haiti, Berlin, Kurfürsten-
damm 205, beglaubigt werden müssen. Außerdem wird eine Bestätigung
der Zollbehörde des Verschiffungshafens verlangt, woraus hervorgeht, daß
die Waren weder aus dem Transit, noch ans einem Zwischenlager kommen.
Die letztgenannte Bescheinigung stellt das Hamburger Freihafenamt, Stadt-
hansbrücke 22, auf schriftlichen Antrag hin aus.
Tschechoslowakien. Auf der Aasfahrfreiliste (Stand vom April
1922) stehen u. a. folgende Zolltarif-Positionen: Mineralien: 145 Gips,
147 Schmirgel, 148 Farberden, aus 150 Feldspat, Graphit, Kalk, Magnesit aller
Art, Sand, Quarz. Glas, Glaswaren (ausgenommen Glasmasse 368, Glas-
stängelchen 369, und die sog. Gablonzer Waren, Pos. 383, 384, 385, 386,
387, 388). Tonwaren [ausgenommen 423, 424, 426 (außer Spielzeug)] 427.
Die Auefuhr dieser Waren kann ohne Bewilligung des Handelsministeriums
und ohne Entrichtung von Ausfuhrgebühren erfolgen.
Ungarn. Die Außenhandelsverordnungen sind zusammengestellt
und herausgegeben vom Außenhandelsverkehrsbureau des Kgl. Ung.
HandelBmuseums. Aus dem Inhalt sei erwähnt : Ausfuhrverbotsliste, Aus-
fuhrgebühren, Manipulationsgebühren, Zollaufgelder, Einfuhrfreiliste.
Näheres ist im Zollbureau des Reichswirtschaftsministeriums zu erfahren.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellanfabrik Kahla H. Schömberg & Sohne, A.-G.» Kahla.
Die beantragten Kapitalserhö'hungen der Porzellanfabrik Kahla um
M 15 Mill. auf M 35 Mill. und der Porzellanfabrik Schomburg & Söhne,
A.-G., um Jt 17 Mill. auf JC 25 Mill. wurden in den a. o. General-
versammlungen beider Unternehmen genehmigt. Bei Kahla wurden M 5 Mill.
neu geschaffener Aktien für Angliederungs- und Verwertungszwecke zur
Verfügung der Verwaltung gehalten. Bei Schomburg werden von den neu
geschaffenen Jt 7 Mill. Aktien, die einem Konsortium zu 270 % übergeben
werden, Ji 6 Mill. den bisherigen Aktionären im Verhältnis 3 : 4 zu 300 °/0
angeboten, sie sind ab 1. 1. 22 dividendenberechtigt. Die restliche M 1 Mill.
.Aktien dient ebenso wie bei Kahla zu Angliederungs- bezw. Verwertungs-
zwecken im Interesse der Gesellschaft. Die bei beiden Gesellschaften
weiter geschaffenen M 10 Mill. Aktien werden infolge Abschlusses des
Interessengemeinschaftsvertrages ausgetauscht. Der genehmigte Vertrag
sieht vor, daß die Gewinne beider Gesellschaften zusammengezogen und
nach einem Schlüssel von 5 bei Kahla und 3 bei Schomburg verteilt werden.
Der Zusammenschluß wird, wie die Verwaltungen mitteilen, dazu führen,
daß die Werke Hermsdorf und Freiberg der Porzellanfabrik Kahla mit den
Werken Margarethenhütte und Roßlau von Schomburg in kaufmännischer,
technischer und wissenschaftlicher Beziehung eine Gemeinschaft bilden
werden. Die Interessengemeinschaft wird daher in Zukunft einen maß-
gebenden Faktor in der Elektro-Porzellanindustrie darstellen. Ueber den
Geschäftsgang teilen die Verwaltungen beider Gesellschaften mit, daß ihre
Werke auf längere Zeit Aufträge vorliegen haben und daß die Aussichten,
wenn keine unerwarteten Ereignisse eintreten, als günstig angesprochen
werden können. In den Aufsichtsrat wurden gewählt durch die Schom-
burg-G.-V. Bankdirektor Fuld, Franz Urbig und Kommerzienrat Palmie,
durch die Kahla-G.-V. Bankier M. Schiff, Bankdirektor Fricke nnd Bankier
Dr. G. Hirschland.
Porzellanfabrik Joseph Schachtel, A.-G., Sophienau. Auszug
ans dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn Jt 705 370
(424393); Dividende 24% (15); Abschreibungen M 321500 (229 880). —
Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Bankdirektor L. Fuld und Fabrik-
besitzer Dr. C. Pappe.
Keramische Werke Offstein and Worms, A.-G., Worms. Die
b. o. G.-V. gab ihre Genehmigung zu der Kapitaiaerhöhung um Jt 6,5 Mill.
auf Jt 12,5 Mill. Die neuen, ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Aktien
werden von der Rheinischen Creditbank, Filiale Worms, mit der Ver-
pflichtung übernommen, davon M 6 Mill. den alten Aktionären im Ver-
hältnis 1 : 1 zu 150 °/0 zum Bezüge anzubieten. Das Bezugsrecht ist bis
7, 6. einschl. geltend , zu machen. ,
Steingatfabrik Amberg, A.-G., Amberg. Die a. o. G.-V. stimmte
der vorgeschlagenen Kapitalserhöhung um M 1 Mill. auf Jt 2,5 Milk zu.
Die neuen Aktien werden vom Bankhaus E. Dettling-Nürnberg zu 108 °/0
übernommen nnd den Aktionären zu 125 % im Verhältnis von 3:2 ange-
boten; sie nehmen im laufenden Geschäftsjahre zur Hälfte an der Divi-
dende teil.
Max Kray & Co.- Glasindustrie Schreiber, A.-G., Berlin. Aus-
zug ans dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn
M 2,52 Mill. (2,54) ; Dividende St.-A. 35% (20-}- 15 Bonus), V.-A. 26<y0
(11 -f- 15 Bonus); Abschreibungen M 0,38 Mill. (0,20); Ueberweisung an
Werkerhaltungs- und Erneuerungskonto Ji 2 Mill. (2). — Nach Mitteilung
der Verwaltung sind die Werke auch im laufenden Jahre für längere Zeit
gut beschäftigt.
A.-G. der Gerresheimer Glashüttenwerke vorm. Ferd. Heye,
Düsseldorf. In der bekannten Anfechtungsklage des Aktionärs Steinhaus
gegen den Beschluß der G.-V. vom 9. 12. 21 betreffend Ausgabe von
Jt 10 Mill. Vorzugsaktien zu 100% an die Verwaltungsgruppe wurde
letzthin von der Kammer für Handelssachen beim Landgericht Düsseldorf
die Entscheidung gefällt. Die Klage wird kostenpflichtig abgewiesen.
Houbenwerke, A.-G., Aachen. Auszuer aus dem genehmigten Ab-
schluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn Jt 0,82 Mill. (0,82) ; Dividende 10 %
(17); Abschreibungen M 0,29 Mill. (0,16).
A.-G. der Hoüer'schen Carlshütte bei Bendsburg, Hamburg.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn
Ji 442 639 (305774); Dividende 30% (22V2); Abschreibungen Ji 111180
(92255); Ersatzbeschaffung und Wertverminderung Ji 240000.
SchUlerwerk Godesberg, A.-G., Godesberg. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn Ji 908 490, Verwen-
dung nicht veröffentlicht; Abschreibungen Ji 107 324.
Odenwälder Tonindustrie, A.-G., Pfaffen-Beerfurth. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12 21: Reingewinn j(, 3 403 ;
Abschreibungen M 24058. — Den jetzigen Aufsichtsrat bilden : Dr. Mainzer,
Vors., S. Simonson, stellvertr. Vors., Dr. Kahn, J. Krako, W. Lessing,
A. Teske.
Englische Verwertung der Elektro-Osmose-Patente. Zwischen
der Elektro-Osmose A.-G. (Graf Schwerin-Gesellschaft), Berlin, einerseits
nnd der Minerals Separation Limited, London, andererseits ist eine Inter-
essengemeinschaft zustande gekommen, auf Grund deren eine gemeinschaft-
liche Verwertung der beiderseitigen Patente erfolgt. Die Form, unter
welcher diese Interessengemeinschaft nach außen hin erscheinen wird, soll
erst demnächst bekanntgegeben werden.
Geschäftsverlegung. Die Firma „Gustav Greiner (Inn. Curt Tänzer),
Berlin", hat ihre Geschäftsräume von Berlin S. 14, Alexandrinenstr. 89,
nach Berlin SW. 68, Oranienstr. 81/82 (Fernspr. Moritzplatz 603), verlegt.
Die Firma vertritt bekanntlich folgende Werke: C. M. Hutschenreuther,
A.-G., Hohenberg a. E., Niederlausitzer Hohl- und Kristallglaswerke Rud.
Brox & Co., Inh. Brox & Mader, Döbern, N.-L., Glashüttenwerke Union,
Janke, Mudra & Co., Weißwasser, O.-L., Ladiges, Greiner & Co., Glas-
hüttenwerke, G. m. b. H., Weißwasser, O.-L., Sieber & Markgraf, Haida
in Böhmen.
Das Konkursverfahren über das Vermögen des Glasmalereibesitzers
Andreas Schmitt, Inhaber der Firma Gebr. Schmitt, vormals Schmitt &
Posteck, Bamberg, ist nach Abhaltung des Schlußtermins als durch
Schlußverteilung beendigt aufgehoben worden.
General - Versammlungen.
Gebr. Pohl, A.-G., Schmiedeberg i. R,: o. G.-V. 20. 6. 22, 3 Uhr n.,
Geschäftsräume, Schmiedeberg.
A.-G. Möncheberger Gewerkschaft, Cassel : o. G.-V. 10. 6. 22,
3 Uhr n., Geschäftslokal, Cassel.
Vereinigte Schmirgel- und Maschinenfabriken, A.-G., vorm. S. Oppen-
heim & Co. und Schlesinger & Co., Hannover : o. G.-V. 20. 6. 22, 1 Uhr n.,
Kastens Hotel, Hannover.
Bayerische Spiegelglasfabriken Bechmann-Kupfer, A.-G., Fürth:
o. G.-V. 10 6. 22, 11 Uhr v., Geschäftslokal, Fürth.
Thüringische Glas-Instrumentenfabrik Alt, Eberhardt & Jäger, A.-G.,
Ilmenau, a. o. G.-V., 7. 6. 22, 1 Uhr n., Gasthof zur Tanne, Ilmenau.
T.-O: Neufassung des Gesellschaftsverirages.
A.-G. Lauchhammer, Riesa : a. o. G.-V. 12. 6. 22, 11 V» Uhr v.,
Verwaltungsgebäude, Lauchhammer. T.-O. : Fusionsvertrag mit der Linke-
Hoffmann-Werke A.-G., Breslau.
Soziale Bewegung.
Verbindlichkeitserklärung in Gesamtstreitigkeiten. Die für das
Wirtschaftsleben außerordentlich bedeutungsvolle, bisher strittige Frage,
ob der Demobilmachungskommissar berechtigt ist, Schiedssprüche in Ge-
samtstreitigkeiten für verbindlich zu erklären, ist vom Reichsgericht durch
Urteil vom 6. 1. 22 bejaht worden. Das Urteil ist in Nr. 8 des Rsichs-
Arbeitsblattes veröffentlicht.
Verbände.
Bund der Sand- und Kieswerke Deutschlands, E. V., Berlin.
Die 5. Hauptversammlung findet am 21. 6. 22, 2 Uhr n., in Goslar, Hotel
Der Achtermann, statt. T.-O.: Bericht über die Tätigkeit des Bundes
und der Bezirks- und Fachgruppen ; Lichtbildervortrag des Herrn Dr. ing.
A. Gessel (i Fa. Gerhard Hülskens & Cie., Wesel) über „Eine R'aeinkies-
Baggerei" ; Vortrag des Herrn Dr. Pulfrich vom Chem. Laboratorium für
Tonindnstrie Prof Dr. H. Seger & E. Cramer (Berlin) über „Quarz und
Sand als Rohstoffe für die Feinkeramik" ; Lichtbildervortrag des Herrn
DipL-Ing. Schneider (Stuttgart) über „Saudanfbereitung" ; Kassenbericht
und Entlastung des Geschäftsführenden Ausschusses ; Festsetzung des
Jahresbeitrages 1922 und 1923; Wahl von Mitgliedern in den Geschäfts-
führenden Anschuß; Verschiedenes.
Deutscher Verein für Feuerungs- und Schornsteinbau, E. V.
Die diesjährige Hauptversammlung findet am 12. 6. 22, 9 Uhr v. in
München, Hotel Union, Barrerstraße 7, statt. — Am 13. und 14. 6. finden
am gleichen Versammlungsort die Hanptversammlungen des Wirtschafts-
verbandes des Deutschen Vereins für Feuerungs- nnd Schornsteinbau, E. V.,
und des Deutschen Arbeitgeberverbandes für Feuerungs- und Schornstein-
bau, E. V, st*tt. _________ •
258 — Nr. 22
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang)
Versicherungen.
Ueber die Aendernng des Versicherungsgesetzes der Ange-
stellten beriet letzhin der Sozialpolitische Ausschuß des Vorläufigen
Reichswirtschaftsrates. Bezflglich der Frage der Doppelversicherung hat
Bich der Unterausschuß für ihre Beseitigung durch völlige Trennung der
Invalidenversicherung und der Angestelltenversicherung entschieden. Für
die VersicherungeleistuDgen waren neue Gehaltsklassen gebildet worden,
als deren obere Grenze M 80000 festgesetzt werden. 9er Ausschuß
stimmte mit Mehrheit den Beschlüssen des Unterausschusses zu.
Freislisten, Prospekte usw.
Zettlitzer Kaolinwerke, A.-G., Zettlitz bei Karlsbad. Eine sehr
sebßn ausgestattete Werbeschrift versenden die Zettlitzer Kaolinwerke
A.G. in Zettlitz bei Karlsbad; sie ist verfaßt vom Bayr. Wirkl. Bat
Professor Emmerich' in München und gibt eine kurze Uebersicht über den
Werdegang des 23 Betriebe umfassenden Unternehmens, das durch den Zu-
semmenschluß der hauptsächlichsten Kaolingruben, sowie durch Angliede-
rung einer Porzellanfabrik, zweier Ziegeleien, eines Kohlenwerks und
nenerdings einer Zementfabrik zur jetzigen Größe emporwuchs. Es ist
leicht erklärlich, daß der Zettlitzer Kaolin, aus 8 Kaolinschächten und
10 Schlämmereien gewonnen, bei seinen hervorragenden Eigenschaften
— der Verfasser vergriff sich hier im Ausdruck, wenn er sagt, daß der
Zettlitzer Kaolin fast gar keine „Spuren" von Eisen aufweist, denn einen
Gehalt an Eisen bis etwa 0,9 °/0 kann man nicht mehr als „Spuren" be-
zeichnen. Wollte Gott, Deutschland hätte ein Gestein, das derartige
Spuren von Gold führte ! — weit über die Grenzen Europas hinaus in die
Qualitätepoizellanfabriken Eingang gefunden hat und daß die Nachfrage
danach sehr groß ist. Der letzteren kann auch nur durch die um-
fangreichen Anlagen der Gesellschaft und eine wohlausgebildete Schlämm -
technik genfigt werden. Vorzügliche Abbildungen zeigen die einzelnen
Betriebe und geben Stichproben von aus Zettlitzer Kaolin hergestellten
Erzeugnissen bekannter Firmen. Die schöne Schrift ist jedenfalls ein
wirkungsvolles Propagandamittel.
Bücherschau.
Der Cicerone. Halbmonatsschrift für Künstler, Kunstfreunde und
Sammler. XIV. Jahrgang, Heft 7 (Keramikheft). April 1922. Leipzig.
Verlag Klinkhardt & Biermann. Preis Ji 40.
Ein schönes „Keramikheft" brachte der „Cicerone" heraus, eine
Publikation, die jeden Kunstfreund und vor allem jeden Keramiker wirk-
lich erfreuen muß. Sie enthält eine ßeihe trefflicher Anfsätze — Ver-
schollene Nymphenburger Porzellanfiguren, Das Tier in der Keramik,
Allwestpreußische Töpferkunst, Hubertusburger Vasen aus der Zeit von
Taennich, Knnstporzellan von Rcsenthal & Co., Eine Fayencefigur nach
Giovanni da Bologna, Hessische Bauerntöpfereien, Zwei bedeutende
chinesische Porzellanplatten, als Anhang „Der Keramiksammler" — und
etwa 40 Abbildungen nebst einer farbigen Tafel, die nicht nur jene
illustrieren, sondern in hohem Maße zu Vergleichen zwischen alter und
neuer Kunst anregen. Es ist von besonderem Interesse, an Hand der
vorzüglichen Bilder jene Erzeugnisse vergangener und neuester Zeit zu
studieren, die als Ausdruck des Kunst- und kunstgewerblichen Schaffens
ihrer Zeit wichtige Kulturdokumente bilden. Besonders der Kenner
keramischer Technik wird, wenngleich er nur Abbildungen vor sich hat,
veranlaßt zu vergleichen, in wieweit bei den älteren und neueren
Keiamiken die technischen Möglichkeiten als Ausdrucksmittel für die
künstlerische Idee herangezogen bezw. der letzteren unter-, bei- oder
übergeordnet wurden. Jedenfalls befriedigt es ungemein, Altes und Neues
in der Keramik nebeneinander zu stellen und gegeneinander abzuwägen.
Der Verlag verdient den Dank aller Kunstfreunde und besonders der
Keramiksammler für das Keramikheft,; und dieses selbst weiteste Ver-
breitung.
Firmenregister.
Deutschland.
' Porzellanfabrik Höchstädt-Selb, G. m. b. H., Höchstädt b. Selb. Die
Vertretungsbefugte des Geschäftsführers Johann Böstel ist beendet.
Kaufmann Jtichard Schmidt wurde als weiterer Geschäftsführer bestellt.
Ludwigsburger Porzellanmanufaktur, A.-G., Ludwigsburg. Die
Kapitalserhöhung um M 1,4 Mill. auf M 4,4 Mill. ist erfolgt.
Porzellanfabrik Stadtlengsfeld, A.-G., Stadtlengsfeld. Die Prokura
des Arthur Kaiser ist erloschen. Kaufmann Walter Schmidt hat Gesamt-
prokura.
Porzellanmalerei, Keramische Kunstwerkstätten Felix Neumann, Neu-
salz (Oder). Inhaberin ist Wwe. Ida Lehmann, geb. Habelt. Die bisherige
Firma wird unverändert weitergeführt.
Beinhold Richter, Volkstedt. Inhaber ist Porzellanmaler Reinhold
Richter.
Deutsche Steinzeupwarenfabrik för Canalisation und chemische In-
dustrie, Friedrichsfeld. Kaufmann Max Bensing hat Gesamtprokura. Die
Kapitalserhöhong nm j 4 Mill. auf Jt 10 Mill. ist durchgeführt.
Starke & Co., G. m. b. H., Naundorf. An Stelle des ausgeschiedenen
Otto Starke und Emil Lippmann wurde Fabrikdirektor Hugo Kühn als
alleiniger Geschäftsführer bestellt.
Großherzogliche keramische Manufaktur Darnstedt, G. m. b. H„
Darmstadt. Gegenstand des Unternehmens ist Erpachtung und Wfiter-
betrieb der früheren Großherzoglichen keramischen Manufakur DarmBtadt,
Handel mit ihren Erzeugnissen und mit gleichartigen Artikeln der Fabri-
kation. Stammkapital: ji 1 Mill. Geschäftsführer sind Kaufmann Heinz
Heberer und Keramiker Roderich Gretschel. Sie sind nur beide gemein-
sam oder einzeln mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Ilsenburger Kachelofenbau, Martini & Lambaoher. Ilsenburg. Gesell-
schafter sind Kaufmann Wilhelm Martini und Töpfer Wilhelm Lambacher.
Kralapp, Kachelfabrik, G. m. b. H., Vehlefanz. Als weiterer Ge-
schäftsführer wurde Keramiker Emil Kralapp bestellt. Die Vertretung
erfolgt durch mindestens zwei Geschäftsführer.
Naxos Schmirgelwerke Klingspor & Co., 8iegen. Die Prokuren von
Hans Klingspor und Carl Stemper sind erloschen. Handelsgeschäft nebst
Firma ist auf Naxos-Schmirgelwerke Klingspor & Co., G. m. b. H., Siegen,
übergegangen.
Naxos-Schmirgelwerke, Klingspor & Co., G. m. b H, Siegen. Stamm-
kapital: M 300000. Geschäftsführer ist Kaufmann Karl Klingspor. Die
Kaufleute Hans Klingspor und Karl Stemper haben Einzelprokura.
Rheinische Glashütten, A.-G., Cöln-Ehrenfeld. Die Kapitalserhöhung
um Jt 6 Mill. Stamm- und Jt 1 MilL Vorzugsaktien auf JH 10 Mill. ist
durchgeführt.
Glasfabrik Wilhelmshütte, Wilhelm Schmidt, G. m. b. H., Gräfenroda;
Die Kaufleute Wilhelm Voigt und Wilhelm Liebetrau haben Prokura mit
einem Geschäftsführer.
Glashüttenwerke Holzminden, A.-G., Holzminden. Direktor Walter Zehl
ist aus dem Vorstände ausgeschieden.
Carl Menzel & Söhne, Glasfabrik „Carlswerk", Lommatzsch und
Bunzlau. Fabrikbesitzer Hugo Menzel ist ausgeschieden.
Glasfabrik Walddorf, vorm. Benedikt Wolf, Inhaber Friedrich Sünder,
Walddorf. Die Firma wurde geändert in: „Glasfabrik Walddorf vorm.
Benedikt Wolf Inhaber L. Sapper". Inhaber ist Dipl.-Kaufmann Lorenz Sapper .i
Verbindlichkeiten des früheren Inhabers werden nicht übernommen.
Otto Junghanß, Berlin, Zweigniederlassung Warmbrunn. Die Zweig-
niederlassung und die für dieselbe erteilte Prokura des Fräuleins
Marie Fieguth und des Kaufmanns Erich Schulz ist erloschen.
Deutsche Luxfer Prismen Gesellschaft m. b. H, Dresden. Bankier
Fritz Lange ist nicht mehr Geschäftsführer.
Eisenacher Glasschleiferei Otto Stein, Eisenach. Die Firma ist er-
loschen.
Weckotherm, A.-G., Frankfurt a. M. Die Kapitalserhöhung um
Ji 1,9 Mill. auf Jt 2 Mill. ist durchgeführt.
Glas- und Metall-Industrie, G. m. b. H„ Frankfurt a. M. Karl Herzog
ist nicht mehr Geschäftsführer. Geschäftsführer Adler heißt richtig»
Otto Reinhard Adler.
Homegla Holz- Metall-Glas- und Spielwarenfabrikations- und Handels-
gesellschaft m. b. H., Frankfurt a. M. Hermann Magath ist als Geschäfts^
führ er ausgeschieden. i
S. S. Arnstein, Fürth (Gebhardstr. 3). Die Gesellschaft ist anfgelöstj
Alleiniger Inhaber ist Kaufmann Eugen Arnstein.
Glas-, Granit- und Syenitwerke (vorm. Wilhelm Born) Inhaber
Friedrich Hagelauer, Fürth. Der Sitz der Firma wurde nach Liegnitz
verlegt.
W. E. Trenn, Glasbläserei, Glasbach. Inhaber ist Glaswarenfabrikant.
Walter E. £. Trenn.
Sauerbrey & Co., G. m. b. H., Köln (Mariahilfstr. 1). Fabrikation!
und Handel mit Thermometern und Glaswaren aller Art. Stammkapital:
M 75 000. Geschäftsführer ist Direktor Mathias Schossig.
Metallglas- A.-G., Ludwigsburg. Der Sitz der Gesellschaft ist nach
Offenbarg verlegt worden.
Bayerische Brillenglas- und Präzisionsschleiferei, G. m. b. H.,j
München (Trivastr. 32). Fabrikation und Vertrieb optischer Erzeugnisse
jeder Art. Stammkapital: JL 30 000. Geschäftsführer ist Kaufmann
Fritz Welter.
Oskar Hanf, Remdaer GlaBwarenindustrie, Stadtremda. Alleiniger
Inhaber ist Fabrikant Oskar Hanf.
Hermann Zimmermann I, Stützerbach, W.-A. Betriebsleiter Otto
Zimmermann und Kaufmann Georg Kappler haben Einzelprokura.
Verein rhein. TafelglaBhütten Saar und Pfalz, G. m. b. H, Saarbrücken
Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Prokuristen Jean Wieseneoker und
Friedrich Beissel sind Liquidatoren mit Gesamtvertretungsbefugnis.
Eisenwerk Kaiserslautern, Kaiserslautern. Die Kapitalserhöhung um
Jt 6 Mill. Stamm- und M 0,6 Mill. Vorzugsaktien auf JK 12,6 Mill.
ist erfolgt.
Emaillierwerk Pfungstadt, A.-G., Pfungstadt. Herstellung und Ver-
trieb von emailliertem Haus- und Küchengerät und verwandten Artikeln.
Grundkapital: M 2 Mill. Vorstandsmitglieder sind die Fabrikanten
Hermann Gräger und Max Kaatz. Sie sind beide gemeinsam oder einzeln
mit einem Prokuristen vertretungsbefugt. Gründer der Gesellschaft sind
die Fabrikanten H. Gräger und M. Kaatz, die Bankiers K. Lehmann,
8 Jacobowitz und Bankfirma G. Beißwenger, Komm.-Ges., Stnttgart. Den
ersten Aufsichtsrat bilden die vorgenannten Jacobowitz und Lehmann
sowie Rechtsanwalt Dr. E. Rosenfeld.
Gebrüder Junghans, A.-G., Schramberg. Die Kapitalserhöhung nm
M 20 Mill. Stamm- und Jt 12 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 112 Mill. ist
durchgeführt.
Ahlener Eisen- nnd Emaillewarenvertrieb Schmitz & Neuhaus, Ahlen.
Die Firma ist erloschen.
Karl Bertsch, Rottweil a. N. Spezialgeschäft für Glas, Porzellan
und Steingut. Inhaber ist Kaufmann Karl Bertsch.
E ehtro-Porzellan-Industrie, G. m. b. H., Magdeburg. Die Vertretungs-
befugnis des Geschäftsführers Eichard Wolter ist beendet.
GlaB-Kontor, G. m. b. H., Berlin, Zweigniederlassung Hambarg. Die
Zweigniederlassung ist aufgehoben, die Firma erloschen.
AnguBt Göber, Spiegel Großhandlung, Bremen. Ka'ufmann Konrad
E. M. Hoffmann int unter Erlöschen seiner Prokura als Gesellschafter ein-
getreten. Johannes A. Göber ist nicht vertretungsbefugt.
19J2. (56. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 22 — 259
Werner Huth, Hans- und Küchengeräte, Charlottenburg. Inhaber^
ist Kaufmann Werner Hath. \
B. Nutto Ww., Freiburg (SchuBterstraße 35) Glas- nnd Porzellan-
Warengeschäft. Inhaberin ist Berta Schmid, geb. Nutto.
Erwin Bauer, Hüttensteinach. Porzellanversandgeschäft. Inhaber
ist Erwin Bauer.
Rheinischer Glas- und Farbenvertrieb, G. m. b. H., Cöln. Sind mehrere
Geschäftsführer vorhanden, so zeichnen zwei gemeinschaftlich. Kaufmann
Georg Qnndlach wurde zum weiteren Geschäftsführer bestellt. Das Stamm-
kapital ist um JI 700000 auf Jt 1 Mill. erhöht.
Haarmann & Lüdecke, Magdeburg, Zweigniederlassung Neuhaldens-
leben. Die Zweigniederlassung ist zur Hauptniederlassung ernoben. In-
haber ist Kaufmann Curt Lüdecke.
A. Lehmann & Co., Meiningen. Die Firma ist geändert in „Meininger
Glasgroßhandlung C. Trischler und 0. Bolle" Gesellschafter Lehmann
ist ausgeschieden, Kaufmann Otto Bolle als Gesellschafter eingetreten.
Christof Sack, Schwarzenbach a. 8. Großhandel und Export von
keramischen Erzeugnissen und Import von Schwämmen für die keramische
Industrie. Inhaber ist Betriebsleiter Christof Sack. Kaufmann Hermann Sack
hat Prokura.
Deutsche Kaolin-A.-G. in Spergau (Krs. Merseburg), Spergau, Ge-
winnung und Vertrieb von Kaolin, Glassand und sonstig,-!! uuu^uudstand-
teilen sowie Verarbeitung und Vertrieb von Ton- und Sanderzeugnissen
aller Art Grundkapital: Ji 5 Mill. Vorstand ist Prokurist Nikolaus
Meigel. Gründer sind: Kittergutsbesitzer W. Severin, Bankier P. Wind-
bauer, die Kanfleute K. von Trentini und F. Dettenhofen Prokurist N.
Meigel. Den ersten Aufsichtsrat bilden: Bankier P. Windbauer, Rechts-
anwalt B. Laturner, Direktor H. Bomanowski, Bittergutsbesitzer W. Severin,
Direktor W. Giese, Fabrikant Dr. M. Winkler.
Walther v. Glaß, Lorenzreuth. Die Proknra des Arthur v. Glaß ist
erloschen.
Eisenhüttenwerk Keula bei Muskau, A.-G., Keula. Die Kapitals-
erhöhung um Ji 5,9 Mill. Stamm- und Ji 0,3 Mill. Vorzugsaktien auf
M 10,8 Mill. ist erfolgt.
Schamotte-Kontor Konrad Maaßen m. b H., Aachen. Kaufmann
Johannes Schiller ist nicht mehr Geschäftsführer.
Wetzstein- und Schleifmaterialienindustrie, G. m. b. H., Achern. Die
Vertretungsbefugnis der Liquidatoren Sigmund Bühler und Gustav
Matthäus ist beendigt, die Firma erloschen.
Oesterreich.
Ziegel- und Tonwarenindustrie Stadt St. Pölten und Anton Schilling)
G. m. b. H, St. Pölten. Erzeugung und Verkauf aller Ziegelei- und
keramischen Produkte sowie Fabrikation und Vertrieb kompletter Herde
und Oefen eigener und fremder Systeme. Stammkapital: Kr. 1,2 Mill.
Gemeinsam vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Hafnermeister Anton
Schilling und Stadtbaudirektor Hermann Bichter. .
Erste Floridsdorfer Thonwaren-Fabrik Lederer & Nessenyi, A.-G,
Wien. An Stelle des ausgeschiedenen Dr. Budolf Herzfeld wurde General-
direktor Budolf Zyka unter Erlöschen seiner Prokura in den Verwaltungs-
rat berufen. Dr. Budolf Herzfeld hat Prokura mit einem Verwaltungs-
ratsmitglied.
Glasfabriken und Raffinerien Josef Iuwald, Wien. Direktor Paul
Mohrmann hat Prokura mit einem Verwaltungsratsmitglied.
„Phönix" Glühlampen-Industrie-A.-G., Wien. Erneuerung gebrauchter
und Herstellung neuer Glühlampen sowie aller damit zusammenhängenden
Metall- und Glasarbeiten. Aktienkapital: Kr. 20 Mill. Verwaltungsrat:
Ing. H. Zerdik, Leo Nowak, Jakob Nowak, Dr. E. Prinz von und zu
Liechtenstein, M. Seemann, Ing. E. Barda, Dr. H. Kohl von Asboth, Ing.
Th. Nowak, L. Fuchs, Dr. F. Winkler, Dr. B. Jahoda und B. Goldberg.
Sie sind gemeinsam zu je zweien oder einzeln mit einem Prokuristen
vertretungsbefugt.
Glas-, Porzellan- und Luxuswarenhandlung Jos. Peiohl, Wien. Die
Prokura des Karl Richter ist erloschen.
Oesterreichische Quarzsand Industrie, A.-G., Wien. Johann Probst
hat Prokura mit einem Verwaltungsratsmitglied.
Tschechoslowakieu.
Kalinovska chamottovä tovarnä uc. spol. (Kalinoer Chamottefabrik,
A.-G.), Kalinovo. Aktienkapital: Kc 550000. Verwaltungsrat: P. Gold-
stern, G. Neumann und Dr. A. Weith. Sie sind gemeinsam zu je zweien
oder einzeln mit einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Müller & Samisch, Gablonz a. N. Erzeugung von Glaskolliers und
Glasketten. Gesellschafter sind Adolf Müller und Alfred Samisch.
Zomanc Unio R. T. {Email Union, A -G.), Bratislava. Hans Westen,
Rezsö Haider, Dezsö Delej und Simon Wachtl wurden zu Direktions-
.mitgliedern bestellt.
„BangleB", Exportgesellschaft für Glasringe und Perlen, G. m. b. H,
Liebenau bei Gablonz. Frantisek Matecha, Karel Raudäk und Frantisek
Pfeifer sind nicht mehr Geschäftsführer. Frantisek Kriaa hat Gesamt-
• Prokura.
Arpäd Breuer, Zvolen. Handel mit Glas und Porzellan.
Spojene to\ärny kaolinove a keramicke akc. spol., Bratislava. Die
Firma lautet jetzt: „Severoceske tovärny kaolinove a keramicke akc. spol.
(Nordböhmische Kaolin- und Keramische Werke, A.-G.").
Jugoslawien.
Milhajlo Jeftic, Kos. Mitrovica. Eisen- und Glaswarenhandlung.
Radanovic i Butkovic, Osijek. Handel mit Glas und Porzellan. Ge-
sellchafter Bind Ivan Radanovic und Nikola Butkovic.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G Geschäftsbetrieb; W. Waren-
verzeichnis; (A.) Auszug; (B.) Der Anmeldung iBt eine Beschreibung
beigefügt; A. Tag der Anmeldung; E. Tag der Eintragung
281 169. Erich Haselhuhn, Aachen. G. : Kunstgewerb-
liche Werkstätte^fttr keramische Malerei. W. (A.) : Dekorierte
Porzellane. A.: 3. 10. 21. E. : 22. 2. 22.
281 519. Verein deutscher Spiegelglasfabriken,
G. m. b. H., Köln a. Rh. G. : Herstellung und Vertrieb
von Spiegelglas. W. : Spiegelglas. A. : 12. 12. 21.
E. : 3. 3. 22.
281859. Porzellanfabrik Mitterteich, A-G., Mitter
teieh (Bayern). G. : Porzellanfabrik. W. : Porzellan
A. : 22. 12. 21. E. : 9.3. 22.
MITTE-BJEKHAG
282 613. Carl Nolte Söhne, Frankenhain b.
Eschwege. G. : Sohmelztiegelfabrik. W.: Schmelz-
tiegel, Schamottewaren, Zement, Graphit. A. : 7.6. 21.
E.: 18. 3. 22.
283 354. 283 353. Keramische Werke Offätein & Worms, A.-G.,
Offstein. G. : Fabrik keramischer Erzeugnisse,
jy/ W. : Gebrauchsgeschirr und kunstgewerbliche
°*7£& Gegenstände. A. : 31. 10. 21 ; E. : 31. 3.
283 355. Wtirttembergische Majolika -Werke Gail-
dorf, Mezger & Beck, Gaildorf. G. : Majolika- Werke. 81
W. : Gebrauchsgeschirre und Lnxusgegenstände in Majo-
lika und Tonwaren, naturfarbig und glasiert. A. : 13. 2. 22 :
E. : 31.3. 22.
284 630. Fuldaer Stanz- und
Emaillir - Werke F. C. Bellinger,
Fulda. G. : Stanz- und Emaillier-
werke. W. (A): Emailwaren,
uni und dekoriert. A. : 15. 7. 21.
E.: 21.4. 22.
Fr a gekästen des Sprechsaal
Keramik.
77. In unserem Wannenfritteofen schmelzen wir die nachstehende
Friüe für eine weiße Steingutglasur:
Borax, krist 21,6 %
Mennige 50, — %
Kalkspat . . . . . . . . ". . . . 10,— %'
Quarz . :<. . . . „. .';;,•_,>. #0,— °/o
In den Ofen bringen" wir Fortionen von 300 kg zum Schmelzen. Nach
7—8-maligen Aufgeben der Mischung sind die Steine der Ofensohle voll-
ständig aufgelöst und von der Fritte zerfressen. Das Fritten muß dann
unterbrochen und die Ofensohle mit neuen Steinen ausgelegt werden. Unsere
Versuche mit stark basischen und stark sauren Steinen blieben ohne jeden
Erfolg. Im Fragekasten war seinerzeit dem Oedanken Ausdruck gegeben,
eine gußeiserne Sohle einzubauen. Dies ist nicht angängig, da Guß- und
Schmiedeeisen ebenfalls aufgelöst wird und dadurch viel Eisen in die Fritte
gelangt. Wie ist dem Auflösen der Sohlensteine zu steuern?
Erste Antwort: Sie brauchen sich nicht zu wundern, daß die
Sohle Ihres F/itteofens so schnell zerstört ist, denn Ihr Fritteversatz ist
sehr weich und muß infolgedessen jedes Material stark angreifen. Er
entspricht molekular ungefähr der Formel 1 RO.0,89 8iOa.0,30 B203, ist
also nur etwas mehr wie einfach sauer. Zieht man weiter in Betracht,
daß er viel Blei und dann auch noch Borsäure enthält, so ist die Erklärung
dafür gegeben, daß saure und auch basische Steine dem Schmelzfluß auf
die Dauer nicht widerstehen und stark angegriffen werden. Es dürfte sich
daher empfehlen, dem Fritteversatz mehr Kieselsäure oder wenn möglich
etwas Tonerde (Kaolin) zuzugeben, außerdem den Boden des Fritteofens
etwa 5 cm hoch mit einer Mischung von nicht zu feinem Sand und Kaolin
-Nr. 22 SPRECH SAAL — CO BÜRO.
zu bestreuen, so daß der Schmelzfluß sozusagen auf dieser Unterlage ruht.
Die letztere hat noch den Vorteil, daß sich die Fritte dann leichter ab-
heben nnd ev. herausbrechen läßt, wenn dies nötig ist. Auch die Er-
neuerung der Ofensohle ist weniger schwierig. Sie gaben allerdings nicht
an, welcher Art der Fritteofen ist, ob der Schmelzfluß abläuft und in
Wasser abgeschreckt oder sonst auf eine Art der Wanne entnommen wird.
Wesentlich ist auch zur Schonung der BodenBteine, daß die Fritte nicht
höher erhitzt wird, als es zu ihrem Schmelzen nötig ist, denn naturgemäß
begünstigt erhöhte Temperatur die Zerstörung des Ofens und die Auf-
nahme von Fremdsubstanzen (aus der Sand-Kaolin-Unterlage) durch den
Schmelzfluß.
Zweite Antwort: Ihr Fritteversatz enthält sehr wenig Quarz,
sodaß es kein Wunder ist, daß die Steine der Ofensohle beim Fritten an-
gegriffen werden. Darum wäre der Quarzzusatz wenn angängig zu er-
höhen, um dadurch den Versatz neutraler zu machen. Daß Eisenplatten
ebenfalls aufgelöst werden, ist nicht gut denkbar, da anderweit solche
im Betrieb sind und Schwierigkeiten nicht auftreten. Gußeisen ist
indifferent gegen Fritten, wenn es nicht allzu hoher Hitze ausgesetzt und
nicht direkt erhitzt wird, sondern nur als Grundlage für die Fritte dient.
Dritte Antwort: Die Fritte direkt anf den Schamotteziegeln
der Ofensohle zu schmelzen ist nicht angezeigt, wie auch eine Guß- oder
Schmiedeeisensohle nicht in Beträcht kommt. Um dem großen Verschleiß
der Ofensohle entgegenzuarbeiten, erscheint die Verwendung eines zweiten
Frittebettes angebracht, das folgendermaßen hergestellt wird. Auf die
Sohle Ihres Fritteofens sieben Sie zuerst eine 3 — 5 cm hohe Schicht
reinen, nicht zu feinen Sand und auf diesen eine 2—3 mm starke Kaolin-
schicht. Auf die letztere legen Sie beim ersten Fritten, damit das so
hergestellte zweite Frittebett nicht zerstört wird, Packpapier und sieben
auf dieses eine 3 — 5 cm starke Fritteschicht auf. Der Ofen wird sodann
wie gewöhnlich angeheizt, und sobald die aufgesiebte Fritteschicht zu
sintern beginnt, gibt man weiteres Frittengemenge nach usw. Die auf diese
Art hergestellte zweite Ofensohle hält recht gut und ist leicht ersetzbar.
Die Hauptsache ist, daß die Kaolinschicht eben ist und heim ersten
Fritten nicht zerstört wird.
78. Unsere Steingutgießmasse besteht aus :
Tonsubstanz aus Ton ........ 32,87 %
Tonsubstanz aus Kaolin . . . ' . . . . 21,80 %
Quarz 37,69 °/0
Feldspat . . 5,67 %
Kalkmergel 1,96 %
Biskuitscherben.
Zum Versatz werden 2 kg kalz. Soda zugesetzt und soviel Wasser,
als zu einem richtigen Gießschiicker nötig ist. Verglüht wird' die Ware
bei SK 6a. Wir haben nun stets über die sog. Gießflecken zu klagen,
trotzdem durch Eingießen mittels eines Trichters oder durch das vorherige
Ausschmieren der Formen diesem Fehler entgegengearbeitet wird- Beim
Glasieren ist der Fehler schon sichtbar, und die nichtsaugenden Stellen
werden mit einem feinen Sieb mit feiner Glasur besiebt. Auf dieser
Stelle schrumpft aber die Glasur im Feuer wieder zusammen. Auf welche
Weise könnte dem Fehler vorgebeugt werden?
Erste Antwort: Weder das Eingießen mittels eines Trichters,
noch das „Ausschmieren" der Form vor dem Gießen hilft Ihnen über den
Fehler hinweg. Von ersterem ist man, weil zwecklos, abgekommen, und
das leichte Ausstreichen der Formen mit Gießschiicker vor dem Gießen
wird meistens nur bei neuen Formen angewandt, damit diese bei dem
ersten Eingießen besser loslassen. Gießflecken entstehen gewöhnlich dann,
wenn der Gießschiicker klumpig, also nicht gleichmäßig aufbereitet ist,
oder wenn er schnell und ungeschickt in die Formen gegossen wird. Man
tut gut, ihn vor dem Gießen durch ein nicht zu feines Sieb laufen zu
lassen, damit er ganz gleichmäßig ist; öfteres Umrühren desselben ist
ebenfalls erforderlich. Gießtöpfe und Schlickerfässer sind äußerst sauber
zu halten ; erstere sind nach jedem Gießen, besonders aber abends zu
reinigen, weil über Nacht der Schlicker am Band der Gießtöpfe ein-
trocknet und die getrocknete Masse dann morgens beim leichtesten An-
stoß in den Topf fällt. Dasselbe gilt auch für die Schlickerfässer; hier
setzt sich an den Seitenwänden immer Masse ab, die ebenfalls eintrocknet
und in den Schlicker fällt, wenn dieses nicht durch rechtzeitige Reinigung
verhindert wird. In beiden Fällen hat man Klumpen im Schlicker, und
die Gießflecke treten auf. Beim Gießen selbst ist darauf zu achten, daß
der Schlicker anfänglich langsam, direkt auf den Boden der Gefäße ge-
gossen wird. Ohne abzusetzan, gießt man dann etwas schneller gleich-
mäßig weiter, bis die Form voll ist. Platscht man den Schlicker einfach
in die Form hinein, so spritzen die Fladen an die Innenwände der Form,
und sind bereits erstarrt, wenn sie der nachgegossene Schlicker erreicht.
An diesen Stellen kann nun ein gleichmäßiges Ansetzen des Schlickerr
nicht mehr stattfinden, weil die erstarrten Teile die Saugwirkung des
Formen hintanhalten. Die so entstandenen Stellen zeigen sich nach dem Ver-
glühen, zunächst beim Glasieren in der Weise, wie Sie es beschrieben
haben, später dann auch im Glasurbrand durch Zusammenschrumpfen der
Glasur. Ich möchte noch darauf hinweisen, daß manche Gegenstände so
gegossen werden müssen, daß der Schlicker an einer Stelle der Innenseite
der Form hinunterläuft, z. B. bei dünnen langen Vasen, dünnen Essig ,
nnd Oelfla! chen usw. In diesem Falle darf man die Eingußstelle währen"*
des EingießenB nicht verändern und muß gleichmäßig, ohne abzusetz"
weitergießen, damit die Masse nicht erstarren kann, bevor der Gaß
beendet ist Wird so verfahren, so treten Gießflecken eicher nicht auf.
Zweite Antwort: Nach Ihren Angaben fügen Sie zu 100 kg
Masseversatz 2 kg kalz. Soda; es ist dann kein Wunder, wenn Bich Gieß-
flecken zeigen, denn Sie nehmen viel zu viel Soda. Warum Sie dies tun,
sä gen Sie nicht, man muß aber annehmen, daß Sie bestimmte Gründe
dafür haben. Machen Sie einmal einen Versuch mit der Hälfte des Soda-
Zusatzes, dann mit noch weniger.
79. Lassen sich Brandrisse bei Porzellan, das noch einen Muffel-
brand durchmacht, beseitigen ? Ist es vorteilhafter, diesen Fehler auf kaltem
Wege zu beseitigen'! Womit könnte es geschehen?
Erste Antwort: Wenn ich ihre Frage richtig verstanden habe,
o haben Sie brandrissiges Porzellan noch einem Maltelbrand ansgesetz
1922. (65. Jahrgang.)
und möchten es nun auf kaltem Wege ausbessern. Dieses können Sie
dadurch, daß Sie eine Mischung von Wasserglas und Gips in die Risse
bringen und die schadhaften Stellen dann mit einen Emaillack überziehen,
wenn sie trocken sind. Von der Wasserglas-Gipsmischung (das Wasser-
glas ist etwas zu verdünnen) dürfen Sie nur wenig auf einmal bereiten,
da sie schnell beinhart wird und sich dann nicht mehr verarbeiten läßt.
Das Verschmieren der Risse muß schnell und gleich sauber geschehen.
Sollte jedoch Ihr Porzellan rissefrei ans dem Glattofen kommen und erst
in der Muffel reißen, so läßt sich dieses dadurch vermeiden, daß Sie beim
Aufwärmen und Abkühlen vorsichtiger verfahren nnd dabei nicht zu
schnell vorgehen. Sie sparen dann das Ausbessern nnd haben eine
reguläre Ware.
Zweite Antwort: Es kommt darauf an, welcher Art die Brand-
risse sind Henkelbrandrisse könnte man im Mnffelbrand mit einem ge-
eigneten Email verschließen, ebenso auch etwas weitere Risse. Die kalte
Verkittung hat den Nachteil, schmutzig und unansehnlich zu werden,
während die Emailschmelze Glasurglanz hat. Beide Verfahren sind und
bleiben ein Notbehelf.
Dritte Antwort: Sie können zweierlei Technik anwenden; handelt
es sich um Qualitätsware, die Sie durch das Ausbessern wieder verkaufs-
fähig machen wollen, so müssen Sie die Risse in der Maffel mit einem eigens
hergestellten Moffelemail behandeln. Wenn die Waren an und für sich
durch die Muffel gehen, so ist dieses Verfahren doch das beste. Die be-
sondere Anfertigung des Emails ist deshalb notwendig, weil jede Glasur
einen anderen Farbton hat und ein normales weißes Email die Ausbesserung
von weitem schon erkennen lassen würde, nachdem es grau- bis gelb-
stichiges Porzellan gibt. Eine andere Art der Ausbesserang ist diejenige
mit Lackfarben bei ordinärer Ware ; sie ist aber nicht zu empfehlen, weil
sie bei Benützung des Gegenstandes sofort weggeht, außerdem auf dem
Lager gelb wird.
Glas.
59. Wir schmelzen braunes Glas aus folgendem Gemengesatz:
Sand 165 Pfd.
Soda 70 „
Kalkspat 20 „
Graphit v Pjt „
Dieses Gemenge schäumt sehr oft beim Abschmelzen über die Häfen heraus
und wird erst zwei Stunden später gut wie das übrige Glas. Wie wäre
dem abzuhelfen?
Erste Antwort: Braunes Glas, das nur mit Graphit gefärbt
ist, wird sehr schwer blank, außer es wird bei großer Hitze geschmolzen.
Geht die Schmelze langsam, so kommt das Glas ins Brausen und fängt
an zu schäumen; dasselbe ist der Fall, wenn das Glas bei der Arbeit
etwas aufgewärmt wird. Aus diesem Grunde nimmt man lieber ein
anderes Färbemittel oder einen Zasatz zum Graphit. Verschiedene Hütten
erzeugen braunes Glas mit Weizenmehl; auf 165 Pfund Sand würden
2 — 3 Pfund gebraucht. Für Flaschenglas wird Braunstein und Eisen-
oxyd zum Braunfärben genommen, 1 x/a — 2 kg Braunstein und x/j — sk
Eisenoxyd auf 165 Pfand Sand. Für kleinere Artikel, kleine Flaschen,
Medizingläser öbw kann man auch Braunstein und Graphit nehmen, auf
Ihren Gemengesatz beispielsweise 1 kg Braunstein und V» kg Graphit.
Die Farbe läßt sich leicht korrigieren; bei der zweiten Schmelze wird
nämlich der Farbton immer etwas dunkler. Im allgemeinen darf braunes
Glas keinem schnellen Temperatarwechsel ausgesetzt werden. Scherben
müssen vor ihrer Zugabe gewaschen sein, damit kein Staub oder sonstige
Unreinigkeiten in den Glasflaß gelangen, da sonst das Glas in erhöhtem
Maße schäumt. Ihr Gemengesatz enthält auch zuviel Soda; würden da-
von 5 — 10 Pfund weniger genommen, dann würde das Gemenge noch immer
leicht schmelzen nnd dann auch besser läutern. Das Gemenge ist jetzt
fast zu weich.
Zweite Antwort: Es ist eine allgemein bekannte Tatsache,
daß alle mit Kohlenstoff gefärbten Gläser stark schäumen. Man hilft sich,
indem man einen etwas größeren Hafen einsetzt nnd diesen nicht ganz
voll legt, außerdem möglichst einen Seitenhafen aussucht, der nicht so
heiß geht, denn ein heißer Ofengang begünstigt naturgemäß das Schäumen.
Ferner soll man nach Möglichkeit verhüten, daß Luft direkt mit dem
Schmelzgut in Berührung kommt, da der Kohlenstoff Sauerstoff bindet
bezw. damit zu Kohlensäure verbrennt, wodurch noch die Gispenbildung
gefördert wird. Zadem ist der aufgegebene Satz zu reich an Alkali und
zu arm an Kalk. Lassen Sie sich vom Hafenmacher einen Schirm anfertigen,
der genau die Form des Hafens hat, nnd stellen Sie ihn so vor den Hafen
mit dem braunen Glase, daß dieser möglichst gegen die seitliche Ein-
wirkung der Flamme geschützt ist. Aendern Sie auch Ihren Glassatz wie
nachstehend ab, nnd Sie werden ein günstiges Ergebnis erzielen.
Sand 165 Pfd.
Soda 65 „
Kalkspat 22 „
Graphit r/tu
Weizenmehl 1 »
Scherben 25 „
Dritte Antwort: Daß Ihr Gemenge beim Abschmelzen gar so
sehr schäumt, liegt zum großen Teil an dem hohen Alkaligehalt desselben.
Braunes Glas schäumt schon von Natur aus ziemlich stark, und zwar umso
mehr, je mehr Alkali es enthält Sind Sie sonst mit der Qaalität Ihres
Glases zufrieden und möchten Sie den S»tz nicht ändern, so geben Sie
dem Gemenge entweder Kochsalz oder Flußspat zu, und zwar in der
Menge, bis das Schäumen nicht mehr stört. Ein gutes, nicht zn stark
schäumendes, braunes Glas erhält man zudem aus folgendem Gemengesatz :
Sand 100 kg
Sulfat . . . . • 30 „
Soda '. . , 18 „
Kalkspat 15 »
Kohle 2 „
Graphit 1.25 „
FlußBpat 2 „
Sprech saal — coburö. aT. 22 - 201
1922. (55. Jahrgang.)
Vierte Antwort: Gelbes, mit Graphit gefärbtes Glas macht
immer Schwierigkeiten beim Schmelzen; es läuft gern über, da es stark
schäumt, vor allem aber dann, wenn es, wie in Ihrem Falle, etwas weich
eingestellt ist. Sie haben auf 70 Pfd. Soda nur 165 Pfd. Sand, was zu
wenig ist ; im richtigen Verhältnis zur Soda müßten es 210 Pfd. sein, und
es ist daher kein Wunder, wenn Ihnen das Schmelzgut Uber den Hafen
hinaus läuft. Auch der Kalkgehalt ist zu niedrig und mußte 30 Pfd.
betragen. In der jetzigen Zusammenstellung ähnelt Ihr Satz mehr
Wasserglas als Glas. Das Gemenge muß folgendermaßen zusammengestellt
werden, dann wird auch das starke Schäumen mehr nachlassen ; ganz
vermeiden läßt es sich aber nicht.
Sand .... 190 Pfd. oder Sand .... 210 Pfd.
Soda .... 70 „ Soda . . . 60—65 „
Kalk .... 30 , Pottasche . 5—10 _
Graphit . . I1/,,— 2 „ Kalk .... 30 „
Graphit . . V/2— 2 „
Bei der Ausarbeit darf das Glas nicht zn warm werden, da es dann leicht
ins Scbänmen kommt.
60. Ich bitte um Angabe eines geeigneten Satzes für eine Weiß-
hohlglas- Wanne, aus der Eng- und Weithahflaschen von 5—1000 g (Hand-
und Maschine) und Preßglas (gewöhnliche Fruchtschalen, Teller usw.) her-
gestellt werden sollen. Sulfat soll nicht verwendet werden.
Erste Antwort: Sollen aus der Wanne kleine Flaschen von
5 g Inhalt hergestellt werden, dann auch Preßglas, so muß das Glas etwas
mild eingestellt und homogen geschmolzen werden. Ein Preßglas für
Fruchtschalen, Teller u. dgl. mnß sehr bildsam sein, damit es ansehnlich
und haarrissefrei ausfällt und auch Glanz hat. Es ist ein guter, rein-
weißer Sand zn verwenden und großer Wert auf die Entfärbung zu legen,
damit das Glas schön weiß wird. Nachstehender Gemengesatz würde sich
für die betreffenden Artikel eignen:
Sand 100 kg
Soda 30—33 „
Kalkspat 18 „
Salpeter 3 „
Nickeloxyd 2 — 3 g
Die Entfärbung ist auszuprobieren; geht die Wanne nicht sehr heiß, dann
käme folgendes Gemisch für die Entfärbung in Betracht:
Braunstein 150 g
Antimon 100 „
Kobaltoxyd . , . 1 „
Zweite Antwort: Um aus der Wanne ein gutes Weißhohl-
glas zu erhalten, muß die Wanne vor allem richtig dimensioniert sein
und gleichmäßig heiß gehen. Nachstehendes Gemenge, innig gemischt,
liefert das gewünschte Glas:
Sand 100 kg
Soda, hochprozentig 31 „
Kalk 15,5 „
Salpeter 4 K
Nickeloxyd 5 g
Scherben . 30 kg
Besonderer Wert ist bei der Erzeugung von Weißhohlglas in der Wanne
auf ganz reine Bohmaterialien und eine sehr gute Bodenkühlnng zu legen.
Dritte Antwort: Nachstehend ein geeigneter Satz :
Sand 100 kg
Pottasche 12 „
Soda 23 „
Marmor 14 „
Mennige 5 „
Salpeter . 5 „
Scherben 20 „
Braunstein 200 g
Antimon 250 g
Vierte Antwort: Ein Glaesatz für eine HohlglaBwanne ist
der folgende :
Sand . 100 kg
Soda 30 „
Pottasche . 6—8 „
Kalk 17 "
Abfärbung: Nickeloxyd 3 g
61. Worauf ist das Weißanlaufen von Glas zurückzuführen?
Erste Antwort: Bei Ihrer Frage ist nicht recht ersichtlich, ob das
Weißanlaufen des Glases beim Verarbeiten auftritt oder erst später, wenn
die Gläser längere Zeit stehen oder lagern. In beiden Fällen tritt das
Uebel deshalb anf, weil der Gemengesatz mit zu viel Alkalien zugerichtet
wird. Die Gläser sind dann auf die Daner nicht widerstandsfähig genug
gegen die fortgesetzte Einwirkung des Wassers und der Luft, besonders
der in der letzteren enthaltenen Kohlensäure, die das Glas langsam zersetzt.
Dieses Anlaufen tritt auch auf bei Gläsern, die mit Barytzusatz geschmolzen
sind und nicht heiß genug verarbeitet wurden. Tritt das Anlaufen der
Gläser schon während der Arbeit auf, so ist häufig zu kalter Ofengang
schuld, es tritt dann EntglaBung ein. Bei der niedrigen Temperatur
vermag das Glas die in ihm enthaltenen Substanzen nicht mehr vollständig
gelöst zu halten, so daß sich einige derselben als zarte Trübungen ab-
scheiden. Dieses beweist auch der Umstand, daß die Trübungen im Glase
bei häufigerem Anwärmen nnd langsamem Abkühlen noch mehr zunehmen.
Wird das Glas heiß verarbeitet ,nnd schneller znm vollständigen Erstarren
gebracht, so treten diese Trübungen weniger auf, weil da die gelösten
Stoffe nicht genügend Zeit haben, sich auszuscheiden. Der Glasofen darf
also beim Verarbeiten nicht zu kalt werden ; vielleicht wäre auch der
Gemengesatz etwas zn korrigieren.
Zweite Antwort: Das Weißanlanfen des gekühlten Glases hat
Beine Ursache in der Beschaffenheit des Brennstoffes. Vor allem ist es
der Schwefelgehalt der Kohle, der den Fehler begünstigt, dann auch der
in dem die Gase begleitenden Teer vorhandene Paraffingehalt usw. Wird
z. B. mit Holzgas gekühlt, so laufen die Gläser nicht an, sondern be-
kommen durch den Kühlprozeß noch eine Art Hochglanz. Will man beim
Kühlen mit Kohlengas das Anlaufen der Glasgegenstände verhüten, so
dürfen die letzteren nicht in direkte Berührung mit der Flamme kommen.
Dritte Antwort: Ihre Frage ist zu allgemein gehalten, gibt es
doch verschiedene Ursachen für das Anlaufen des Glases. So kann es
auftreten beim Anfangen des Glasposten?, beim Einwärmen am Ofen oder
an der Trommel, beim Kühlen, beim Verschmelzen, beim Einbrennen in
der Muffel und drgl. Gut gekühlte Gläser laufen meistens an. Beim
Verbrennen von Gas entstehen stets Dämpfe, die sich teilweise als fettiger
Hauch au den Gläsern ansetzen; läßt sich nun dieser Hauch nicht leicht
abwischen, so ist gewöhnlich der Gemengesatz zu weich eingestellt, nnd
es findet eine Veränderung der Glasoberfläche statt, die je nach der Art
der Dämpfe mehr oder weniger stark in Erscheinung tritt.
Vierte Antwort: Das Weißanlaufen von Glas ist auf unrich-
tiges Feuer im Ofen zurückzuführen. Dieses enthält einen zu großen
Ueberschuß an Luft. Die Frage ist übrigens schon sehr oft im Frage-
kasten besprochen worden.
62. Wer liefert Formstein zur Herstellung von Stöpselformen usw. ?
Antwort: Sog. Formsteine fertigen sich die Hütten all-
gemein selbst an. Versätze finden Sie in den Antworten zu Frage 117
in Nr. 36 des Sprechsaal 1921. Wenden Sie sich an Eugen Buerhaus in
Düsseldorf, Grafenberger Allee 159, oder an G. A. Loscheck in Falkenau-
Kittlitz in Böhmen.
Nene Fragen.
Keramik.
82. Die während des Brandes gezogenen Proben (gleichgültig, ob
einige Stunden vor dem Abbrennen odtr unmittelbar vor Beendigung des
Scharfbrandes) sind stets blendend weiß, mit einem Stich ins ■ Bläuliche,
während beim Ausnehmen der übrige Einsatz nicht so blendend weiß ist
und das Geschirr eher einen Stich ins Gelbliche zeigt. Wie ist diese Er-
scheinung zu erklären und wie wäre der ganze Ofeneinsatz in derselben
weißen Farbe wie die Proben zu erzielen? Bemerken wollen wir noch, daß
es sich um einen Sturzflammenofen vom 5 m 0 handelt und die eingangs
erwähnte Erscheinung auftritt, ob die Platte des Glühhauptfuchses unmittelbar
nach dem Abbrennen oder erst 6—7 Stunden nach Beendigung des Brandes
gezogen wird. Unsere Porzellangeschirre werden bei SK 13 gebrannt.
83. Wir möchten für unsere beiden Oefen mit überschlagender
Flamme von 20 cbm Inhalt englische Kohle verwenden. Angeboten ist uns
1. Northumberland screened, 2. Yorkshire Cobbles und 3. Schottische Splint.
Welche Sorte wäre wohl die vorteilhafteste?
84. Kann man sogen. Chinarot in einer Muffel von 9 cbm Inhalt
brennen? Wie hat man vorzugehen, um sicher zu arbeiten, und welches
ist die Mindestbrenntemperatur dafür? Als Scherben kommt Steinzeug
oder gemischtes Steingut in Betracht. Wir bitten um Angabe von Richt-
linien für den Versatz der Glasuren in Bezug auf Farbeffekte und Brenn-
weise.
85. Um unsere Ofenanlage auszunutzen, versuchen wir Porzellan
im Mendheim 'sehen Gasofen zu brennen. Es zeigt sich dabei folgendes:
Das Porzellan kommt zwar gut weiß heraus, aber die Glasur hat ein
mattes und eierschaliges Aussehen; an manchen ^teilen sieht sie aus wie
Seifenschaum. Der Scherben von stärkeren Stücken (Isolatoren) zeigt
stellenweise Auftreibungen und Blasen, aber fast nur bei gedrehten Stücken,
kaum bei Stanzartikeln. Die Feuerführung ist die folgende : Bis zum Um-
sinken von SK 1 wird mit schwachem Zug, etwa 3 mm, zwischen SK 010
und 1 mit Bauchüberschuß gebrannt, von SK 1 bis SK 10 brennen wir
mit starkem Zug bis 6 mm und möglichst rauchfrei. Von SK 10 bis zum
Umsinken von SK 12 wird der Brand wieder durch Zugverminderung,
tunlichst ohne Bauchen etwas verlangsamt und nach SK 12 bis zur Gar-
brandtemperatur, SK 13, wieder mit 5—6 mm Zug zu Ende geführt.
Wie ist das Feuer im Mendheim' sehen' Gasofen zu leiten, um obige Miß-
stände zu vermeiden? Könnten an den Fehlern schweflige Gase schuld sein,
die zusammen mit dem Brenngas in den Ofen gelangen? Die Gas-
herstellungfindet in Treppenrostgeneratoren mit böhmischer Braunkohle statt.
Glas.
66. Welche Flaschenblasmaschinen haben sich außer der Owens-
maschine in der Praxis am besten bewährt? Es handelt sich in der
Hauptsache um die Herstellung von 9U l-Wein- und Likörflaschen an
Wannenöfen.
67. Ich bitte um Angabe eines Gemengesatzes für Neurot.
_ 68. Welche Erfahrungen hat man in Glashütten für Flakons oder
Medizinalas beim Transport der Erzeugnisse von der Bohle zum Kühl-
ofen mittels Iransportbandes gemacht?
69. Wir haben mittels eines Kaltätzverfahrens Likörgläser mit einer
Firmenaufschrift versehen, die jedoch zu schwach aufgetragen bezw. breit-
gt laufen ist. Wie läßt sich die undeutliche Schrift von den Gläsern be-
seitigen? Ferner, wie muß man verfahren, um eine deutliche Schrift zu
erzielen ?
Briefkasten der Redaktion.
A. B. i. K. Wenn Ihre Kapseln bisher gnt hielten und nun schon
bei SK 13 erweichen, so wird sich wohl die Feuerfestigkeit eines Boh-
stoffes geändert haben. Dies festzustellen ist Sache eines Laboratoriums,
der Fragekasten kann da nicht helfen.
H. B. i. P. u. V. K. i. K. Versätze für Massen und Glasuren für
SK 12 und 13 finden Sie in den Antworten zu den Fragen 55 in Nr. 14
des Sprechsaal 1922, 99 in Nr. 29, 1921, 60 in Nr. 22, 1920.
Hierzu eine Beilage: Prospekt der Firma Andree & Wilkerling, Spedition, Hamburg.
262 — Nr. 22
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (66. jahrgtng.)
Veröffentlichungen der Außenhandolsnebenstelle Feinkeramik.
III b. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Hermsdorf 1391.
III c. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf 1^
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierten
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren mit Armaturen.
3. Multiplikatorentabelle.
Die Ausfuhr von Luxnspor/ellan nach Danzig
kann nur noch genehmigt werden, wenn auf den Inlandspreis
ein sichtbarer Aufschlag von 25 °/0 erhoben wird.
Verkaufsbedingungen für die Ausfuhr von
elektrotechnischem und technischem Porzellan
(gültig ab h Joni 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.*
1. Die Ausfuhr- Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung.
2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/0 des Rechnungswertes
anzurechnen. •
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik (vergl.
Drucksache Nr. 235 vom 23. Februar 1922). Die wichtigsten
Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf einem be-
sonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern unter Ländergruppe la) wird
in der Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueber-
seeländer und Ausnahmen siehe Fußnote).*) Gegenüber den
Ländern unter Ländergruppe 1 b) ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
a) Fremdwährungsländer.
Holland, Sshweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten
von Nordamerika, Canada, Mexiko, sonstige mittel-
amerikanische Staaten, Großbritannien, seine Dominions
und seine Kolonien, südamerikanische Staaten,
Spanien, Portugal, Norwegen, Dänemark, Schweden,
Belgien, Frankreich, Luxemburg, Italien, Tschecho-
slowakei.
b) Markländer. .
Deutsch Oesterreich und Ungarn, Jugoslawien, Balkan-
länder, Finnland, ehemaliges Rußland, Polen, wahl-
weise Südamerikanische Staaten.
2. Artikeigruppen :
1. Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle. .
II. Elektrotechnische Stanzartikel und sonstige technische
Artikel.
Illa. Freileitungs-Stützen-Isolatoren bis zur Größe entspr
' Hermsdorf I. 1387.
in
*] Bs wird fakturiert :
. nach
Portugal . • "• • • PfuBd sterhag**
Britische Dominions und BritiBche Kolonien Pfand Sterling**
Canada U.8 A.-Dollai ***
Holl&ndieche Kolonien Änd|?C!!en Guld<m
(Jüina USA-Dollar
Japan . l6n
Vereinigte Staaten von Nordamerika . . . Dollar ... . .
Mexiko wahlweise in U S A-D jllars
od.iu mexikanischen Goldpeeos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . US A. Dollar ,
Argentinien wahlweise in Pfund StWling**,
" argen t. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Paraguay wahlweise in Pfund Sterling**
" argent. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Urn-Mv • • • wahlweise in PfundSterliag**,
lJrn«u*> urug. Goldpesos oder in
deutscher Mark
(,hi, wahlweise in P/und Sterling*-*,
cbilen Goldpesos oder in
' l|h|H f deutscher Mark
Sonstige sudamerikanische Staaten .... nar in Pfund Sterling**
oder iu deutscher Mark
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Lander
lind auf Schillings bezogen. ' !'
**» Bei Artikeigruppen i und II wahlweise auch in Pfund Sterlmg
Artikel-Gruppen
Land
I |
II
III»
Illb
IIIc |
IV
V
VI
1
Holland '
),029 (
),029 <
),022 (
),023 1
3,024 (
),025 l
3,023 i
3,023
Schweiz <
),062 <
3,062 '
),047 <
3,049
3,051 (
),054 i
J,viv
Japan
),024 <
3,024 '
),018 <
3,018
3,019 1
),020
1 AI Q
J,OIB
T7or/ai n i f»fo on.
V crelUlgUC OuÄtt'
ten von Nord-
Amerika, restl.
),008
3,008
3,007
3,007
0,007
3,007
0,007
0,007
|f t% m AVI f7Q
MiLiei&iiieriiia,
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England and
Kolonien
3,049*
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0,037*
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Canada
0,049*
0,049*
' —
—
—
—
—
—
Mexiko
bei Faktur, in
mex. Gold-Pesos
0,016
0,016
0,014
0,014
0,014
0,014
0,014
0,014
Mexiko
bei Faktur, in
U.S.A. -Dollars
0,008
0,008
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
0,007
Argentinien
bei Faktur, in
Pfd. Sterling.
0,049*
0,049*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038»
0,039*
Argentinien
t-
d>
bei Faktur, in
lllg. VJT. -X CS .
0,013
0,013
0,010
0,011
0,011
A AI
0,012
0,011
0,011
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0
Paraguay
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bei Faktur, in
Pfd. Sterling
A A/1Q*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038*
0,039*
o
0
t*
Paraguay
SA
MS
a
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In
bei Faktur, in
arg. Gr.-Pes.
0,013
0,013
0,010
0,011
0,011
0,012
0,011
0,011
Uruguay
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
0,049*
0,049*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038*
0,039*
Uruguay
ofi
r- 1
bei Faktur, in
urug. Gr.-Pes.
Chile
0,014
0,014
O 011
0,011
0,012
0,011
0,011
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
0,049*
0,049*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038*
0,039*
Ahn«
bei Faktur, in
chil. G.-Pes.
0 039
0,032
0,025
0,026
0,027
0,029
0,026
0,026
Sonstige Sud-
amerikanische
Staaten
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
0,049*
0,049*
0,037*
0,038*
0,040*
0,043*
0,038*
0,039*
Spanien
0,075
0,075
0,057
0,060
0,069
0,074
0,064
0,067
Portugal
Dänemark
0,058*
0,058*
0,044*
0,047*
0,053*
0,057*
0,050*
0,052*
0,050
0,050
0,041
0,047
0,053
0,059
0,043
0,063
Norwegen
0,057
0,067
0,046
0 053
0 060
0,066
0,048
0,060
üCllWCUcU
0,044
0,044
0,033
0,034
0,034
0,037
0,034
0,034
Belgien
Frankreich
0,125
0,125
0,087
0,099
0,099
0,109
Luxemburg
Italien
[ Tschecho-
0,18
0,18
0,156
0,172
0,194
0,22
0,156
0,20
0,60
0,60
0,577
0,577
0,677
0,60
0,677
0,60
slowakei
Deutsch- Oester-
1
2,9
2,9
2.7
2,7
2,7
2,7
2,7
2,7
reich u. Ungarn
O)
Jugoslawien und
2,8
2,8
13
C
Finnland
2,9
2,9
2,8
2,8
2,8
2,8
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a
Balkanländer
fr.
09
Bußland und
2,9
2,9
2,8
2,8
2,8
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2,8
2,8
Polen
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Sudamerika-
nische Staaten
iol
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1 f.?;
bei Faktur, in
Keiclisinark
3,0
3,0
2,8
2,9
3,0
3,0
3,0
8,0
er
* Obige Multiplikatoren sind auf Schillings bezogen.
Zur Beachtung! Vorstehende Multiplikatoren beziehen
sich auf die Grundpreise der Drucksache Nr. 235 vom
2». Februar 1922.
(56. j'&UTgmg,) Cobnrg, den 8. Juni 1922. Mmmmer 23
1
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien.
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
PernsprechanschlnDNr. 59./Telegr. -Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Cobarg-Gothaische Bank A.-G., Coborg
Bezugspreis : Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr <M 35.—.
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 2.— (Stellengesuche Ji 1. — ).
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Glas- Berufsoenossenschafi.
Zu der in Nr. 21 des Sprechsaal veröffentlichten Tages-
ordnung unserer diesjährigen Genossenschaftsversammlung
treten folgende Punkte neu hinzu:
3. Genehmigung der Erhöhung des Betriebsstocks auf
3 000000 Mark.
4. Genehmigung des Vorstandsbeschlusses vom 30. 3. 1922
über Schaffung eines Separat-Kontos von 100000 Mark bei
der Lankwitzer Filiale der Dresdner Bank zur Verfügung
der Geschäftsführung für laufende Verwaltungsausgaben.
Die bisherigen Ziffern 3 bis 12 ändern sich entsprechend.
Berlin-Lankwitz, den 29. Mai 1922.
Der Vorstands Vorsitzende: 1688
M. Großbüning, Generaldirektor.
Programm
für die 3. Hauptversammlung
der Deutschen Keramischen Gesellschaft
vom 18.— 21. Juni 1922 in Dresden.
I. Geschäftlicher Teil.
Sonntag, den 18. Juni $922:
Vormittags 10 Uhr: Sitzung des Vorstandes im Jagdzimmer
(Hubertus-Zimmer des Hauptrestaurants
der Ausstellung).
Nachmittags 3 Uhr: Sitzung des Arbeitsausschusses, Ort
wie vorher.
Nachmittags 4 Uhr: Besichtigung der Jahresschau Deutscher
Arbeit unter sachverständiger Führung.
Teilnahme der Angehörigen willkommen.
Montag, den 19. Juni 1922:
Vormittags 9 Uhr : Mitgliederversammlung in der Aula der
Technischen Hochschule, am Bismarck-
platz (unmittelbar südlich des Haupt-
bahnhofes).
Tagesordnung:
A. Geschäftlicher Teil:
1. Geschäftsbericht.
2. Kassenabrechnung für 1921 und Entlastung des Vorstandes
sowie Geschäftsführers.
f. Haushaltplan für 1922.
4. Mitteilung über die Satzung und etwaige Aenderung.
5. Ersatzwahlen für den Vorstand und Arbeitsausschuß,
B. Berichte.
6. Berichte der Ausschüsse:
a) Ofenausschuß,
b) Bleiausschuß,
c) Ausschuß für gewerblichen Rechtsschutz.
7. Bericht der Wärme wirtschaftssteile.
8. Bericht der Beratungsstelle für Maschinen- und Förder-
anlagen.
IL Wissenschaftlicher Teil.
Nachmittags :
A. Vorträge (z. T. mit Lichtbildern und Vorführungen):
1. Dr. W. Braun: Aufgaben der Geologie im Dienste der
Keramik.
2. Prof. Dr. K. Endel: Ueber die Bedeutung der wissen-
schaftlichen Forschung für die Entwickung der keramischen
Industrie in Nordamerika.
3. Digl.-Ing. U. Sauer: Werkstattbau in der keramischen
Industrie.
4. Oberingenieur DipL-Ing. Spindler: Die Wärmewirtschaft
des Tunnelofens.
Dienstag, den 20. Juni 1922:
Vormittags 9 Uhr:
Fortsetzung der Vorträge.
5. ProL Dr. G. Keppeler: Untersuchungen über den „grünen"
Zustand des Tones.
6. Dr. W. Steger: Untersuchungen von Schamotte- und anderen
feuerfesten Erzeugnissen, insbesondere auf Beständigkeit
gegen plötzlichen Temperaturwechsel.
7. Dipl-Ing. H. Kohl: Die Wärmeausdehnung und einige
andere physikalische Eigenschaften von Steingut in Ab-
hängigkeit von der Zusammensetzung und Brenntemperatur.
Gewerbeschulrat Dr. W. Pukall: Feinsteinzeug.
Nachmittags :
Dr. W. Funk: Versuche über Porzellan mit niedriger Brenn-
temperatur.
Dr. H. Eisenlohr: Die Prüfung keramischer Massen für
künstliche Zähne.
11. Dozent Dr. B. Rieke: Der Eiafluß der Zusammensetzung
von Porzellan auf seine Eigenschaften.
Mittwoch, den 21. Juni 1922:
Vormittags ;
B. Fabrikbesichtigungen:
Staatliche Porzellanmanufaktur, Meißen.
Meißner Ofen- und Porzellanfabrik vorm. C. Teichert, Meißen.
8.
10.
264 — Nr. 23
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang»)
Die Entwässerung; getrockneter Tone.
(Nachdruck verboten.)
Man nimmt allgemein an, daß der Ton sein chemisch ge-
bundes Wasser bis zu etwa 800° zurückhält. Beim Erhitzen
im luftleeren Baume beginnt die Wasserabgabe aber, wie
J. W. Mellor und A. D. Holdcroft (1812) festgestellt haben, bei
Tiel geringerer Temperatur, sogar unter 300*. B. Löwenstein
(1909) zeigte, daß der Ton auch bei längerem Trocknen über
Schwefelsäure und einer Temperatur von 25° schon einen Teil
seines Verbindungswassers abgibt. J. W. Mellor, N. Sinclair
und P. S. Doverens haben diese Angaben nachgeprüft und be-
richten hierüber in den Abhandlungen der Englischen Kera-
mischen Gesellschaft, Bd. XXI, 1921/22, Tl. 1, S. 104—107,
folgendes :
Das Trocknen der fein gepulverten Tonproben fand in
Exsikkatoren über Schwefelsäure verschiedenen Prozentgehaltes
(vgl. Tafel I) statt, wobei die Exsikkatoren nebst Inhalt auf der
konstanten Temperatur von 25° erhalten wurden. Die Proben
wurden wöchentlich gewogen, bis die Ablesungen die gleichen
blieben. Die hierfür erforderliche Zeit betrug ungefähr drei
Monate. Hätte ein Zeitraum von mehreren Jahren zur Ver-
fügung gestanden, so wäre dem Tone vielleicht noch mehr
Wasser entzogen worden.
Tafel I.
Dampfdruck der verschiedenen wässerigen Schwefelsäure-
lösungen bei 25°.
Prozent H2S04 Dampfdruck
30 18,0
40 13,5
50 8,8
60 4,3
70 1,8
80 0,9
90 0,0
Die Untersuchungsergebnisse sind in den Tafeln II und III
enthalten. Das +- Zeichen bedeutet, daß bei verdünnterer
Schwefelsäure eine Gewichtszunahme stattgefunden hat, infolge
Aufnahme von Feuchtigkeit.
Tafel IL
Prozentualer Gewichtsverlust verschiedener Ton Sorten
in getrockneter Luft.
Proz. H3SO<
Haüoysit
Pyrophillit
Wetley-Mergel
30
1,72
+ 0 04
0,76
40
8,68
0,00
2,00
50
10,36
0 20
1,32
60
11,40
0,12
2,60
70
11,52
0,24
2,80
80
12,58
0,20
3,08
90
11,84
0,40
3,20
Tafel III.
Prozentualer Gewichtsverlust verschiedener Tonsorten
in getrockneter Luft.
Proz.
B.SO*
Ball
clay
China
Ciay
Ton von
ölenboig
Halloy-
sit
Kaolinit
China
Clay
Halloy-
sit
30
0,08
0,16
0,09
0,10
0,06
0,01
0,06
40
0,24
0,12
0,11
0 41
0,08
0,06
0,44
50
1,63
0,20
0,30
0,93
0,12
0,13
1,67
60
2,31
0,24
0,48
1,84
0,18
0,16
1,96
70
2,44
0,46
0,67
1,92
0,24
0,23
3,26
80
3,29
062
1,12
2,37
0,38
0,36
3,62
90
8,54
0,55
1,48
2.58
0,46
0,50
4,05
Die Zahlen für Kaolinit gelten für eine gut kristallisierte
Probe von Glamorganshire.
Durch obige Ergebnisse werden die Beobachtungen von
E. Löwenstein bestätigt. Die Tone verlieren bei gewöhnlicher
Temperatur allmählich einen Teil ihres sog. Verbindungswassers.
Der Vorgang ist umkehrbar, d. h. das Wasser wird in feuchter
Luft wieder aufgenommen. Das beweist, daß in dem Bau des
Tonmoleküla keine tiefgehende Aenderung eingetreten ist. Diese
Aenderung ist gänzlich abweichend von der, welche stattfindet,
wenn das Austreiben des Wassers bei höheren Temperaturen
erfolgt.
Der nach obigem Verfahren getrocknete Ton hat einige
wichtige Eigenschaften. Die Wiederaufnahme des Wassers ist
•ine so langsame, und es erfordert so lange Zeit, bis die ur-
sprüngliche Plastizität wieder erzielt wird, daß es möglich ist,
die für die Verarbeitung wichtigen Eigenschaften — Plastizität,
Schwindung usw. - gewisser schwierig verarbeitbarer Tone
durch die Trocknung zu ändern und zu regeln. Der getrock-
nete Ton hat eine ähnliche Beschaffenheit wie viele noch nicht
ausgewitterte feuerfeHte Tone, wenn man sie lange Zeit einer
feuchten Atmosphäre aussetzt, ehe der ursprünglich« PJaitizitäts-
zustand wieder erreicht wird. Die Gewohnheit, die Glashäfen
monatelang an einem warmen, trockenen Ort stehen zu lassen,
mag in der Tat keine so überflüssige Maßnahme sein, als es
auf den ersten Blick scheint. Hingegen ist von diesem Ge-
sichtspunkte aus das Lagern der Tone an einem warmen,
trockenen Platze ihrer späteren Verarbeitung im plastischsten
Zustande nicht förderlich.
Gaserzeuger in der Glasindustrie.
Von Sago Nowotny, Betriebs-Direktor, Eckamp bei Eutingen.
(Nachdruck verboten.)
Meine Beobachtungen der Generatoranlagen der verschie-
densten Zweige der Glasindustrie haben mich überzeugt, daß
wohl die meisten Fabriken früher oder später zu einem Umbau
dieser äußerst wichtigen Betriebseinrichtung schreiten werden,
und nachstehende Abhandlung soll den Zweck haben, die in
Frage kommenden Hütten auf einen Schachtgenerator hinzu-
weisen, der sich im Betrieb vorzüglich bewährt, allen An-
forderungen hinsichtlich Gasqualität entspricht und gewisser-
maßen wohl als brauchbarster Gaserzeuger für die Glasfabriken
bezeichnet werden kann.
In nachstehender Abbildung ist ein Wilsongaserzeuger von
2,5 m Durchmesser dargestellt, der, wie ersichtlich, einen
Riinifungstür
GebläsekastoM
Rtinijunestür
' Fig. 1.
freistehenden runden Schachtgenerator veranschaulicht, in
welchem in 24 Stunden 4500 bis 5000 kg Steinkohlen vergast
wurden. Wie aus obiger Zeichnung zu ersehen ist, diente bei
diesem Generatorsystem der auf der Schachtsohle angeordnete
Gebläsekasten zum Einführen und Verteilen des Luft- und
Dampfgemisches. Die im Betriebe gesammelten Erfahrungen
zeigten nun insofern Nachteile, als erstens zeitweise, je nach
Beanspruchung, die Gaserzeuger ^ntweder in der Mitte oder
am Rande durchbrannten und an diesen Stellen sehr verschlackten.
Ein anderer, zweiter Nachteildieser Anlage war, daß die Reinigung
bezw. das Abschlacken durch an den Seiten angeordnete Türen
während des Abstellens des Ofens bewerkstelligt werden mußte,
was äußerst schwierig und nicht ungefährlich war. Ein dritter
Nachteil war, daß an einem großen 16-häfigen Ofen drei Wilson-
generatoren ständig in Betrieb sein mußten, die nur jeden
dritten Tag abgeschlackt werden konnten, so daß nach dem
Abschlacken eine sehr geringe, am zweiten Tage die gerade
erforderliche und am dritten Tage eine zu hohe Schütthöhe im
Gaserzeuger herrschte, was die Güte des gewonnenen Gases
sehr ungünstig beeinflußte.
Um diesen Uebelständen abzuhelfen, war ich bestrebt, ein
Generatorsystem zu wählen, welches hinsichtlich der Wind-
verteilung Vorteile bietet, das Abschlacken wesentlich ver-
einfacht und mithin auch eine geregelte Brennstoffschütthöhe
garantiert.
Da mir der bisherige Morgan generator in Bezug auf die
Durchsatzleistung nicht ausreichend erschien, wurde mir von
der Aktien-Gesellschaft für Brennstoffvergasung, Berlin, eine
Verbesserung vorgeschlagen, die einen Kohlendurchsatz in
24 Stunden von etwa 90U0 kg garantierte und mir außerdem
noch den Vorteil bot, daß man nunmehr mit zwei Gaserzeugern
1922, (56. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Hr. 23 — 265
für einen Ofen auskommt und infolgedessen die Löhne für
drei Gasstocher pro Tag spart.
Die Abbildung 2 zeigt den verbesserten Morgangenerator
mit Zentral- und Randwindzuführung. Zu der Konstruktion sei
bemerkt, daß das Dampf- und Luftgemisch vom Gebläse in den
um den Generator über den seitlichen Stochlöchern angeordneten
Windleitungsring geführt und von diesem zu dem am Schacht-
fuße befindlichen, im Wasserbad eingetauchten Windverteilungs-
ring durch drei Stutzen geleitet, gleichzeitig jedoch auch, der
Windverteilungshaube, welche sich in der Mitte des Generators
befindet, zugeführt wird. Durch diese Anordnung wurde eine
außerordentliche Durchsatzleistung (9000-19000 kg) in 24 Stunden
erreicht, so daß man bei voller Beanspruchung nahezu die
Leistung von Drehrostgeneratoren erreichen dürfte.
GeWäa«
_> zum
Sammelkanal
1 Windltitunesrinj
(t) für die R»nd-
" verkrannunj
Windhaube (Zentralwindverteilung)
Kg. 2.
Vorstehende Abänderung hat alle eingangs erwähnten
Nachteile insofern beseitigt, als erstens, eine auf dem ganzen
Generatorquerschnitt gleichmäßige Vergasung möglich ist, da
sowohl die Mitte als auch die Randverbrennung des Gaser-
zeugers durch angeordnete Regulierschieber geregelt werden
kann, zweitens, durch den Wasserabschluß die Abschlackarbeit
ohne Hitzebelästigung erfolgt und unverbrannte Kohle nicht
mit herausgerissen wird und drittens, durch die Abschlackmög-
Hchkeit zu jedem beliebigen Zeitpunkt eine gleichmäßige Schütt-
höhe im Gaserzeuger gehalten werden kann, was für die Güte
des Gases von größtem Wert ist.
Betrachtet man, daß ein Wilsongaserzeuger mit verhältnis-
mäßig geringen Kosten in obiger Weise abgeändert werden
kann, da der Generatormantel bestehen bleibt, alle Armaturen
tund Steine verwendet werden können, so ist es logisch, daß
bei Ersparnis von 3 Gasstochern pro Tag sich diese Abänderung
in 6 — 8 Monaten bezahlt macht, ganz abgesehen von den
sonstigen Vorteilen bezüglich Arbeitserleichterung und Ver-
besserung des gewonnenen Gases, was der Fabrikation sehr
zu gute kommt; daher ist diese Umänderung geradezu als
ideal zu bezeichnen.
Da besonders in der Glasindustrie auf dem Gebiete der
Gaserzeugung die verschiedensten, oft ganz unmodernen
Generatoren in Gebrauch sind, wäre bei vorkommender Ab-
änderung dieses bewährte Generatorsystem, das sehr erhebliche
Vorteile bietet, sicher als Zentralgaserzeugungsanlage auch
<dort zu wählen, wo mehrere Oefen mit kleinen Generatoren
bedient werden.
Der finmländische Zolltarif für das Jahr 1922.
Die Zölle für nach Finnland eingeführte Waren werden
nach dem Gesetz vom 30. Dezember 1921 während des Jahres
1922 nach den im nachstehenden Zolltarif genannten Beträgen
erhoben. (Erste Spalte). Der Staatsrat hat während des
Jahres 1922 das Recht, bei den im Einfuhrtarif mit * bezeich-
neten Waren die Zölle auf das Vierfache zu erhöhen. Der
Staatsrat hat von dieser Ermächtigung Gebrauch gemacht und
verordnet, daß die Zölle bei den mit einem * bezeichneten
Waren, sofern sie während des Jahres 1922 nach Finnland
eingeführt werden, bis auf weiteres mit den in der zweiten
Spalte angebenen erhöhten Beträgen zu erheben sind.
Waren aus Ländern, die finnische Schiffe oder Waren
weniger günstig als die anderer Länder behandeln, können auf
Verordnung des Staatsrats mit einem Zollzuschlag zu dem
tarifmäßigen Zollsatz bis zum Höchstbetrage dieses letzteren
oder, wenn die Ware tarifmäßig zollfrei ist, mit einem Zolle
bis zum Höchstbetrage des Wertes der Ware belegt werden.
Ist bei der Ausfuhr irgend welcher auch in Finnland er-
zeugten oder hergestellten Waren aus dem Ausland nach Finn-
land der Preis für den Verkauf zur Ausfuhr nach Finnland
niedriger als der übliche Preis der Waren im Verkaufsland,
so kann für diese Waren auf Verordnung des Staatsrates bei
der Einfuhr nach Finnland neben dem geltenden Zolle noch
ein besonderer Zoll (Dumping-Zoll) festgesetzt werden, der
dem Unterschiede zwischen dem üblichen Marktpreis im Ver-
kaufsland beim einheimischen Verbrauch und dem Preise beim
Verkauf zur Ausfuhr entspricht. Dieser Sonderzoll kann auch
einer sonst nicht zollpflichtigen Ware auferlegt werden.
Unter dem Preise für den Verkauf zur Ausfuhr ist hier
der Preis des Ausführers für die Ware ohne diejenigen
Kosten, welche nach der Absendung vom Verkaufsland hinzu-
kommen, zu verstehen.
Hält der Staatsrat für erwiesen, daß die Erlegung eines
besonderen Zolles entsprechend den Vorschriften der vor-
stehenden Bestimmungen durch Versand der Waren in Kon-
signation ohne vorhergehenden Verkauf umgangen wird, so
kann der Staatsrat Bestimmungen treffen, die er für nötig hält,
um diese Ware mit dem Zolle zu belegen, der hätte ent-
richtet werden müssen, falls die Waren vor dem Versand nach
Finnland verkauft worden wäre.
Ist eine Ware nach dem Gewicht zu verzollen, so wird,
wenn anderes nicht bestimmt ist, das Reingewicht der Ware der
Zollberechnung zugrunde gelegt.
Das Reingewicht, worunter das Gewicht der Waren ohne
Aufbewahrungsmittel oder Umschließungen verstanden wird,
wird entweder durch unmittelbare Verwiegung oder in der
Weise festgestellt, daß das Rohgewicht, welches in dem Ge-
wichte der Waren mit der sowohl für die Beförderung als
auch für die Aufbewahrung erforderlichen Umschließung be-
steht, gemäß den nachstehenden Bestimmungen ermäßigt wird.
Bei Waren, die nach Reingewicht zu verzollen sind und
bei der Verzollung noch gewogen werden, berechnet sich der
Taraabzug nach den folgenden Prozentsätzen:
Umschließungen aus einfachem
Gewebe 2 Prozent
Umschließungen aus doppeltem
Gewebe oder Matte 3 „
Schachteln aus Blech .... 10 „
Kisten und Fässer 12 „
Dagegen sind für Waren, auf welche die genannten Prozent-
sätze nicht angewendet werden können oder welche in anderen
als den genannten Umschließungen eingeführt werden, die fol-
genden Taraabzüge für die für uns in Frage kommenden Waren
vorgesehen.
Taratarif.
Laufende
Nummer
des Zoll-
tarifes
773—776
778—776
777,778
780,781
79©— 793
799,800
799,800
799,800
799,800
Warenbenennung
Art der Umschließung
Ton-, Fayence- und Porzellan-
waren, nicht besonders
genannt :
Teller
andere Gegenstände . . /
Boden- und Wandplatten
und Kachelofen -
Fässer, Kisten, Körbe
Kacheln
zierate
Glas:
Häfen und Flaschen . . .
Glas- und Emaillewaren, nicht
besonders genannt, soweit
sie nicht zu den Bijouterie-
waren gehören:
Lampengläser
Lampenglocken
Kronleuchtergläser (Prismen-
gläser)
anderer Art
oder Kisten
Fässer
Körbe
Fässer
Kisten
Kisten
Fässer oder Kisten
Körbe
Fässer oder Kisten
Fässer oder Kisten
Kisten,
Fässer oder Kisten
Heu oder Stroh
Körbe
25
35
25
15
10.
20
25
20
60
70
20
40
10
30
266 — Nr. 23
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (65. iübTgWi&y
Weicht die Umschließung in ihrer Beschaffenheit merkbar
von den früher im Handel gebräuchlichen ab und scheint sie
entstanden zu sein, um dem Wareneigentümer unangemessene
Vorteile bei der Anwendung des Taratarifes zu verschaffen,' so
ist die Ware rein zu wiegen. Bei der Einfuhr von größeren Mengen
kann das Reingewicht nach dem Ermessen der Zollstellen
mittels Probeverwiegung oder in anderer zuverlässiger Weise
ermittelt werden. Der Wareneigentümer ist berechtigt, die
Ware stürzen zu lassen. Werden in der nämlichen Verpackung
Waren eingeführt, für die verschiedene Zollsätze oder verschie-
dene Tarasätze vorgesehen sind, so ist das Reingewicht jeder
Ware gesondert zu ermitteln.
Gehört die Umschließung ganz oder teilweise zum Ge-
wichte der Ware, so ist dies im Zolltarif nachstehend durch
den Buchstaben P angegeben.
Vorauskünfte darüber, wie der geltende Zoll- oder Tara-
tarif auf eine Ware anzuwenden ist, die jemand nach Finnland
einführen will und die im Zolltarif nicht besonders aufgeführt
oder für die Tara im Taratarif nicht vorgesehen ist, werden
von der Zolldirektion erteilt. Diese Auskünfte sind für die
Verwaltung während einer bestimmten Zeit verbindlich, ent-
sprechend den Vorschriften, die vom Staatsrat erlassen
worden sind.
Der finnische Zolltarif nach dem Stande vom 1. Januar 1922.
Tarif-
Nr.
322
366
417
432*
459*
674
675
718*
719*
720
721
735
Bezeichnung der Waren
lkg
1kg
lkg
lkg
lkg
Maßstab
der Ver-
zollung
Poliertücher wie Schmirgel-,
Karborund-, Bimsstein-, Glas-
und Flinttuch . . . P
Wetzer, sowie Schleif - und Polier-
scheiben, auch mit Schleif-
oder Poliermitteln ....
Glas-, Sand-, Schmirgel- und
anderes Polier- oder Schleif-
papier P
Abziehbilder P
Glas- oder Porzellanperlen, echte
oder unechte; Perlfransen für
Ampeln, Lampen und ähnliche
Beleuchtungsgegenstände P
Bogenlampen sowie Teile dazu,
nicht besonders genannt ;
ferner Scheinwerfer aller Art P
Glühlampen P
Anmerkung zu den Tarif-
nummern 674 nnd 675.
Für Schachteln, Papier nnd ähn-
liche Hüllen wird kein Gewichts-
abzug gewährt.
Photographische Apparate mit
oder ohne Objektive, sowie
Teile dazu:
bei einem Stückreingewichte von
höchstens 5 kg ..... 1 kg
bei einem Stückreingewichte von
mehr als 5 kg, für jedes
darüber hinausgehende Kilo-
gramm 1 kg
Anmerkung 1. Taschen, Futte-
rale und Stative werden nach Maß-
gabe ihrer Beschaffenheit verzollt.
Anmerkung 2. Photographische
Apparate werden in dem Zustand ver-
zollt, wie sie eingeführt werden.
Optische Instrumente, sowie
Teile dazu aus anderen Stoffen
als Gold oder Silber . . P
Barometer, Thermometer, Hygro-
meter, sowie Teile dazu . P
Anmerkung zu den Tarif-
nummern 720 und 721.
Für Schachteln, Etuis, Kasten,
Papier und ähnliche Hüllen wird
kein Gewichtsabzug gewährt.
Steine und Erden:
Asbest, Asbestmehl und Glimmer,
unbearbeitet; Talk, auch ge-
mahlen ; Meerschaum, unbe-
arbeitet, auch künstlicher;
Braunstein, Bauxit, Flußspat,
Kieselgur, Kryolith, Quarz
und Quarzsand, auch ge-
mahlen ; Kalkstein und Kalk-
spat; Magnesit und Witherit,
in Stücken oder gemahlen,
auch gebrannt; Gipsstein, so-
wie gebrannter und gemahlener
Zollsatz
finnische
Mark
0,20
1
0,15
10,50
Zollsatz
finnische
Mark
20,00
1 kg 10,00 40,00
4,00
6,00
' 25,00
10,00
100,00
40,00
lkg
lkg
, 16,00
8,00
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
736
737
740
741
742
743
744
745
746
747*
748*
749
750
752
753
7544
755
Maßstab
der Ver-
zollung
Gips, Feldspat, Schwerspat,
Spießglanz und Rohphosphat,
auch gepulvert ....... —
Anmerkung 1. Zum Gipastein
wird auch Marienglas gerechnet.
Anmerkung 2. Zum gebrannten
Gips wird auch sogenannter Marmor-
zement gerechnet.
Gagat (Jett), auch künstlicher,
unbearbeitet
Ton aller Art, auch geschlämmt,
Kaolin- oder Porzellanton ein-
begriffen —
Edelsteine, nicht gefaßt, aller
Art, nicht besonders genannt —
Steine, nicht besonders genannt,
unbearbeitet oder gepulvert,
sowie Mineralien aller Art,
nicht besonders genannt, in
Stücken oder gepulvert . . —
Kalk:
ungelöscht 100 kg
gelöscht ........ 100 kg
Zement, Portlandzement, ge-
wöhnlicher grauer, weißer
oder farbiger, ungemahlen oder
gemahlen ; Schlackenzement,
Traß und andere für Bauzwecke
verwendete Arten von Zement P 100 kg
Anmerkung 1. Wie Zement
wird auch jedes zum Bodenbelag ge-
eignete Gemenge behandelt, das einen
oder mehrere mineralische Bestand-
teile in Pulverform neben Säge-
spänen oder dergleichen enthält.
Anmerkung 2. Für Umschlie-
ßungen wird kein Gewichtsabzug ge-
währt.
Schamotte-, Dinas- und anderer
Mörtel
Isoliermasse (gegen Wärme und
Kälte), trocken oder naß, ent-
weder mineralische, pflanzliche
oder tierische Stoffe oder Ge-
menge von diesen enthaltend 100 kg
Platten und Scheiben aus Marmor :
ungeschliffen oder unpoliert
geschliffen oder poliert . .
Bimsstein, geschliffen oder ge-
mahlen, Schmirgel, Tripel und
ähnliche mineralische Putz-
und Schleifmittel, unbearbeitet,
gepulvert oder geschlämmt :
in Packungen von höchstens
2 kg Gewicht P
Anmerkung. Die Umschließung,
in der die Ware im Kleinhandel ver-
kauft werden soll, gehört zum Ge-
wicht der Ware.
in anderen Packungen und
unverpackt
Anmerkung. Zu den hier be-
handelten Schleif- und Putzmitteln ge-
hört auch Tripel in Formstücken,
sogenannte Tripeist eine.
Dachschiefer (Platten, in für das
Dachdecken geeignete Abmes-
sungen abgepaßt, mit Löchern
oder ohne solche) 1 kg
Waren aus Steinen oder Erden,
anderweit nicht genannt.:
Asbestwaren, auch mit Beimen-
gung von anderen Stoffen,
Kautschuk ausgenommen ;
Glimmerwaren, nicht beson-
ders genannt 1 kg
Waren aus Bernstein und Gagat,
nicht besonders genannt P 1 kg
Zementwaren :
Platten, auch Waren mit soge-
nannter Zementmosaik, nicht
zu den Gegenständen der
Kunst oder des Kunstgewerbes
gehörend ........ 1 kg
lkg
lkg
Zollsatz Zollsat;
finnische finnisch»
Mark Mark
frei —
— frei
— frei
— frei
frei —
0,45
0,30
3,00
— frei —
0,80 —
0,35 0,50
1,40 4,0i
1 kg 0,80 —
— frei
0,10 —
0,50 —
40,00 160,00
0,12
1
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cksache Td. Nr.105.
1922. (55. Jahrgang.)
Tarif- ' MaßStab
jt Bezeichnung der Waren der Ver-
t zollang
756 anderer Art, wie Baumaterial,
Röhren, sowie Betonerzeug-
nisse, auch mit Eisenkern . 1 kg
Anmerkung 1. Wie Zement-
waren werden auch Waren aus Mag-
nesiszement und nicht besonders ge-
nannte Waren aus anderen Kunst-
steinen verzollt, ebenso nicht beson-
ders genannte Waren aus Kalksand.
Anmerkung 2. Gegenstände
der Kunst oder des Kunstgewerbes
aus Zement werden wie die ent-
sprechenden Waren aus Gips verzollt.
Gipswaren :
757 Formen für industrielle Zwecke,
Gipsplatten und anderes gleich-
artiges Baumaterial, auch in
Verbindung mit anderen
Stoffen . 1 kg
758* Gegenstände der Kunst und des
Kunstgewerbes, nicht beson-
ders genannt, auch in Verbin-
dung mit Holz, unedlen Me-
tallen oder dergleichen P 1 kg
|69 Waren aus Isoliermasse, wie
Platten, Segmente und andere
Formstücke. Waren aus
Asphalt, nicht besonders ge-
nannt, auch mit Beimengung
von Abfällen aus Spinnstoffen,
Grus, Sand oder dergleichen 1 kg
»60* Waren, nicht besonders genannt,
aus Marmor, Alabaster, auch
künstlichem, sowie aus Porphyr
and anderen feinen Steinarten,
hauptsächlich zu Ziergegen-
ständen bestimmt, wie Schalen,
Urnen, Statuetten, Tierfiguren
usw., auch in Verbindung mit
Holz, unedlen Metallen oder
dergleichen P 1 kg
Steinwaren, nicht besonders
genannt :
761 für chemische, metallurgische
und technische Zwecke . . —
anderer Art:
762* unpoliert und ungeschliffen . . 1 kg
poliert oder geschliffen:
j763* bei einem Stückreingewichte von
höchstens 50 kg .... . 1 kg
764* bei einem Stückreingewichte von
von mehr als 50 kg, für jedes
darüber hinausgehende kg 1 kg
Wetz-, Polier- und Schleifsteine,
auch in Form von Platten
oder Scheiben, natürliche oder
künstliche, auch in Verbindung
mit Holz, unedlen Metallen oder
dergleichen; Defibreur-, Koller-
gang- und Mühlsteine:
765 natürliche .
künstliche :
766 aus Korund, Alund, Karborund
oder anderem ähnlichen harten
Schleifmaterial 1 kg
767 anderer Art 1 kg
768 Lithographische Steine, Schreib-
tafeln, nicht eingefaßt oder in
Holzrahmen eingefaßt; Griffel,
auch aus künstlicher Masse,
nicht eingefaßt oder eingefaßt 1 kg
Anmerkung zu den Tarif-
nummern 754, 758 und 760. Für
Schachteln, Papier und ähnliche
Hullen wird kein Gewichtsabzug
gewährt.
Tonwaren:
769* Badewannen und Spülkasten aus
Tonmasse oder Fayence . . 1 kg
770* Klosette und Waschbecken
(Lavoirs) aus Tonmasse oder
Fayence 1 kg
Bauverzierungen, auch aus Terra-
kotta :
771* unglasiert ........ 1 kg
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 23 — 267
Zollsatz
finnische
Mark
Zollsatz
finnische
Mark
0,05 —
0,20 —
7,00 28,00
0,12
30,00 120,00
frei
0,15
3,00
0,40
0,60
10,00
1,00
— frei —
1,50
0,15
0,05 —
0,60
0,80
1,50
2,00
2,00
3,00
Tarif-
Nr.
772*
773*
774*
775*
776*
777
778
779*
78©*
781*
782
Bezeichnung der Waren
Mafistab
der Ver-
zollung
glasiert 1 kg
Ton-, Fayence- und Porzellan-
waren, nicht besonders genannt:
Waren aus echtem Porzellan,
auch in Verbindung mit Hois
oder Eisen:
weiß sowie ein- oder zweifarbig,
unverziert
mehrfarbig, vergoldet, versilbert
oder in anderer ähnlicherWeise
verziert, auch ein- oder mehr-
farbige Porzellanwaren, nicht
besonders genannt, in Ver-
bindung mit anderen unedlen
Metallen als Eisen . . . .
Waren aus Fayence (unechtem
Porzellan) und andere gewöhn-
liche Tonwaren, auch in Verbin-
dung mit Holz oder Eisen:
weiß oder mehrfarbig ....
mehrfarbig, vergoldet, versilbert
oder in ähnlicher Weise ver-
ziert, auch ein- oder mehr-
farbige Ton- und Fayence-
waren, nicht besonders genannt,
in Verbindung mit anderen
unedlen Metallen als Eisen .
Anmerkung. Als einfarbig werden
hierher gehörende Gegenstände ange-
sehen, die auf ihrer ganzen Oberfläche
die nämliche Farbe aufweisen. Außer
Betracht bleiben dabei die Unterseite
des Bodens und ähnliche für das Aus-
sehen der Ware unwesentliche Teile
der Oberfläche, ebenso Ungleichmäßig-
keiten in der Farbe, entstanden durch
das Herstellungsverfahren, ferner Fa-
brikzeichen, Fabriknamen und Angabe
des Fassungsvermögens, alle soweit sie
keine Ausschmückung darstellen.
Boden- und Wandplatten:
einfarbig und unglasiert . . .
mehrfarbig oder glasiert . . .
Anmerkung. Enthält ein und
dasselbe Packstück Boden- und Wand-
platten verschiedener Art, die ver-
schiedenen Zollsätzen unterliegen, so
wird der höchste Zollsatz auf den
ganzen Inhalt angewendet.
Isolatoren, Einleitungsröhren,
Knöpfe, Deckenscheiben und
andere Gegenstände zur Iso-
lierung elektrischer Leitungen,
auch in Verbindung mit Eisen
oder anderen unedlen Metallen
Kacheln und Kachelofenzierrate :
weiß oder einfarbig 1 kg
zwei- oder mehrfarbig, vergoldet,
versilbert oder in ähnlicher
Weise verziert 1 kg
Anmerkung. Bei der Verzol-
lung wird nur das Aussehen der
Außenseiten berücksichtigt.
Zisternen,Tiegel, Dekan tierfässer
und Kannen ; Destillations-
apparate und Filtrierröhren;
Färb- und Schmelzkessel; Be-
hälter für Vernickelung und
Galvanisierung ;Hähne ;Kristal-
lisierapparate,Kühlfässer,Kühl-
röhren, Trichter, Dreifüße, Va-
kuumgefäße, Ventile u. andere
für chemische Zwecke be-
stimmte, nicht besonders ge-
nannte und nicht zu den
Fayence- oder Porzellanwaren
gehörende Gegenstände . .
Luxusgegenstände und andere
Gegenstände, die als haupt-
sächlich zu Zierzwecken und
nicht oder nur in geringerem
Umfang als zum wirklichen
Gebrauch bestimmt anzusehen
sind, wie Nippsachen, Blumen-
vasen, Blumenständer, Deko-
rationsteller u. anderer Wand-
Zollsatz Zollsatz
finnische finnische
Mark Mark
3,00 6,00
1 kg 5,00 15,00
1 kg 10,00 40,00
1 kg 1,50 4,00
1 kg 2,00 6,00
lkg
lkg
0,75
1,50
lkg
2,50 8,00
0,60 2,00
1,20 3,60
1 kg 0,60 —
i
268 - Nr. 23
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (65. Jaftrgang.y
; Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
788*
784*
785
786
787
788
Maßstab
der Ver-
zollang
schmuck; Tierfigaren u. andere
Figuren, nicht zu den Spiel-
sachen gehörend; Jardinieren;
künstliche Blumen aus Por-
zellan usw., auch in Verbindung
mit Holz, unedlen Metallen
oder dergleichen:
aus echtem Porzellan . . . P 1 kg
anderer Art . .' P 1 kg
Röhren, nicht besonders genannt,
Röhrenteile sowie Brunnen
und Krippen, unglasiert oder
glasiert
Ziegel:
Mauerziegel, gewöhnliche, ungla-
siert (auch porös) ; ferner Kalk-
sandziegel 100 kg
anderer Art, nicht besonders ge-
nannt, wie feuerfeste aller Art,
Klinker, säurefeste Formziegel
und für chemisch-technische
Zwecke bestimmte Platten,
Fassade- und Formziegel für
Bauzwecke, Verblendplatten
sowie Dachziegel aller Art:
unglasiert . 100 kg
glasiert ■ ... 100 kg
Anmerkung 1. Ist eine sonst
zu den glasierten Fassadeziegeln ge-
hörende Ware, deren beide einander
gegenüberliegende größte Außenflächen
glasiert sind, mittels Lochung oder in
anderer Weise so geformt, daß sie leicht
in Platten geteilt werden kann, so
gehört die Ware zu den Boden- und
Wandplatten.
Anmerkung 2. Enthält ein und
dasselbe Packstück mehrere Arten von
Ziegeln, die verschiedenen Zollsätzen '
unterliegen, so wird der höchste Zoll-
satz auf den ganzen Inhalt angewendet.
Anmerkung 3. Zerkleinerte
oder gepulverte feuerfeste Ziegel sind
als Ton zu behandeln.
Anmerkung zu den Tarif-
nummern 783 und 784.
Für Schachteln, Papier und ähnliche
Hullen wird kein Gewichtsabzug ge-
währt.
Glas und Glaswaren.
789 Glas- und Glaiurmasse, ungefärbt
oder gefärbt; Emailmasse, auch
gepulvert; Glaspulver, Glas-
scherben und Glaswolle ... —
Häfen und Flaschen:
ganz ungeschliffen und ohne Be-
malung, Vergoldung oder andere
sonstige Verzierung als solche,
die durch Gewinnung in der
Form entsteht:
von dunkelgrüner oder brauner
Masse . . . 1 kg
anderer Art . 1 kg
mit geschliffenen Böden oder
Kanten oder mit eingebohrten
Stopfen, ungeschliffenen oder
geschliffenen, aber im übrigen
ungeschliffen und ohne Be-
malung, Vergoldung oder
andere sonstige Verzierung als
Bolche, die durch Gewinnung
in der Form entsteht ... 1 kg
798* anderer Art ; auch Flaschen mit
Flechtwerk oder anderer Be-
kleidung, die keine Verpackung
darstellt 1 kg
Anmerkung: Bei der Verzol-
lung von Flaschen mit mindestens
8 Liter Ranmgehalt oder Demijohns
bleibt größere Korbneohtarbeit an den
Waren außer Betracht.
794 Photographische Trockenplatten
oder sogenannte Emulsions-
platten, auch mit Negativ-
bildern P
Zollsatz Zollsatz
finnische finnische
Mark Mark
40,08 160,00
10,00 40,00
lkg 0,10 —
0,30 —
2,60
8,00
frei
798
791
792*
0,80
1,50
1,50
5,00
4,00
8,00
1 kg 4,00
.. " Maßstab Zollsatz Zollsatz
■S1 Bezeichnung der Waren der Ver- finnische finnische
Wn zollang Mark Mark
Fensterglas, auch gefärbt, sowie
Spiegelglas :
nicht belegt:
795 ohne Schliff oder Aetzung,
in flachen Scheiben . . . P 1 kg 1,80 —
796 geschliffen, auch mattgeschliffen,
geätzt, poliert, gebogen oder
bauchig P 1 kg . 3,20 —
belegt:
797 ohne Facetten- oder Kanten-
schliff P lkg 3,00
798* anderer Art P 1 kg 4,00 16,00
Glas- und Email waren, nicht be-
sonders genannt, soweit sie
nicht zu den Bijouteriewaren ge-
hören, auch in Verbindung mit
anderen Stoffen als Gold oder
Silber:
799 * geätzt, vergoldet, versilbert, be-
malt, geschliffen oder mit
sonstiger anderer Verzierung
als solche, die durch Ge-
winnung in der Form entsteht 1 kg 20,00 80,00
800 anderer Art . . lkg 2,00 —
Anmerkung 1 Schliff der keine
Verzierung bezweckt, bleibt bei der
Verzollung außer Betracht.
Anmerkung 2. Glas- und Email-
waren in Verbindung mit Gold oder
Silber werden als Waren aus diesen
Metallen verzollt.
801* Glasmalereien, Spiegel und
andere, nicht besonders ge-
nannte Arbeiten aus Fenster-
oder Spiegelglas, auch in Ver-
bindung mit anderen Stoffen
als Gold oder Silber . . P 1 kg 20,00 80,00
Anmerkung 1. Eingerahmte
Spiegel werden nach dem Stoffe ver-
zollt, der dem höchsten Zollsatz
unterliegt.
^Anm erkung 2. Zu dieser Nam-
mer gehören auch Reklameschilder
aus GlaB, die sich als Bilder darstellen.
Türfüllungen und Fenster aus Glas
mit Einfassung aus Blei, Messing oder
anderen unedlen Metallen.
802* ungeschliffen P lkg 6,00 20,00
803* geschliffen P lkg 10,00 40,00
804 Isolatoren lkg 2,00 —
805 Optisches Glas, ungeschliffen
oder geschliffen, lose und
nicht gefaßt P 1 kg 2,50 —
806 Decks-, Trottoir- und Drahtglas
sowie anderes in Scheiben
gegossenes Rohglas, auch mit
Kantenschliff P lkg 0,80 —
807* Kathedral-, Opaleszent und
Ornamentglas P lkg 4,00 10,00
Anmerkung. Hierher gehören
auch Alabasterglas und Opalglas, un-
geschliffen oder geschliffen.
808 Dachpfannen, Ziegel, Krippen
und Tröge 1 kg 0,60 —
Anmerkung zu den Nummern
795 bis 798. Für Umschließungen
wird kein Gewichtsabzug gewährt.
Anmerkung zu den Nummern
794, 801 bis 803, 805 bis 807. Für
Schachteln, Papier und ähnliche
Hüllen wird kein Gewichtsabzug ge-
währt.
948 Knöpfe, nicht besonders ge-
nannt, sowie Teile dazu, aus
Glas oder Porzellan . . . P 1 kg 6,00 —
949* Dieselben Knöpfe, wie vor-
stehend, vergoldet oder ver-
silbert P lkg 35,00 120,0C
952* Spielzeug und Christbaum-
schmuck aller Art sowie Teile
dazu . . . P lkg 50,00 200,00
957 Tabakspfeifen sowie Köpfe
dazu • P 1 kg 20,00 -
(ng)
1922. (85. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 23 — 269
Wirtschaft lich-f
Korrespondenzen.
Personalien. Wie wir hören, tritt der bisherige Leiter des Ver-
bandes Deutscher Luxusporzellanfabriken, G. m. b. H., Weimar. Dr. jur. et.
phil. Richter am 1. 6. in die Direktion der Forzelianfabrik Kahla A.-G.
und H: Schombnrg Söhne A.-G. ein. An seiner Stelle Übernimmt Regierungs-
rat a. D. Dr. Fischer, der bislang im Thüringischen Wirtschaftsministeriam
in Weimar das Eeferat für Handel nnd Industrie fahrte, die Leitung des
Verbandes deutscher Luxusporzellanfabriken.
Totenschau. Am 2. 6. 22 starb im hohen Alter vou 82 Jahren
Kommerzienrat Dr. ing. h. c. Max R o e s 1 e r , Grunder und nachmaliges
Aufsichtsratsmitglied der Max Roesler Feinsteingutfabrik, A.-G., Rodach.
Mit ihm ist einer jener Berufenen Ton uns gegangen, die sich um die
Fortschritte in der modernen Keramik bleibende Verdienste erworben
haben. Schaffen und Wirken des Verstorbenen haben anläßlich seines
70. Geburtstages bereits eine eingehende Würdigung in Nr. 30 des
„Sprechsaal«, Jahrgang 1910, gefanden.
Gesetzgebung, Stenern.
Das YersicherungsBteuergesetz vom 8. 4. 22 (Reichs- Gesetzbl.
S. 400) tritt am 1. 7. 22 in Kraft. Während bisher nur die hauptsäch-
lichsten Versicherungszweige zu versteuern waren, sind in Zukunft grund-
sätzlich alle Versicherungen steuerpflichtig, soweit sie nicht ausdrücklich von
der Steuer befreit sind. Insbesondere sind nunmehr aucfe Hagel-, Vieh-
Unfall- und Haftpflichtversicherungen zu versteuern. Die Einheitsver-
Sricherung, die vielfach in der Form der sogenannten Korso-, Omnium-,
Veredlungspolice abgeschlossen wird, ist mit 10% zu besteuern. Die bis-
herige allgemeine Steuerbefreiung bis zu M 3000 Versicherungssumme ist
aufgehoben worden, desgleichen die Befreiung für Valorenversicherung.
Dagegen ist die Befreiungsgrenze für Lebensversicherungen auf Ji 10 000
erhöht worden. Die Steuer ist vom Versicherungsnehmer an die Ter-
jfeicherungsunternehmung zu zahlen und von dieser auf Grund periodisch
einzureichender Aufstellungen an das Finanzamt abzuführen. Bei im Aus-
land genommenen Versicherungen hat der Versicherungsnehmer selbst die
Steuer an das Finanzamt zu zahlen. Das Nähere ergeben die Ausfüh-
rungsbestimmungen, die demnächst im Zentralblatt des Deutschen Reichs
und in einer amtlichen Handausgabe (Vertrieb Carl Heymanns Verlag,
Berlin W. 8) veröffentlicht werden.
„Ausführungen znr Luxussteuer". Veranlaßt durch ein Rund-
schreiben des für die deutsche Weißhohiglasindustrie zum Vorort für alle
Fregen aus dem Umsatzsteuergesetz bestellten Landesfinanzamtes Groß-
BerJin, zu etwaigen Härten des Gesetzes Stellung zu nehmen, hat der
Verband der Deutschen Weißhohlglasindustrie, Berlin-Halensee, in der
unter vorgenanntem Titel erschienenen Broschüre durch Rechtsanwalt Dr.
Hans Schmitz eingehende Untersuchungen über die die Luxussteuer be-
tretenden gesetzlichen Bestimmungen unter Berücksichtigung der derzei-
tigen wirtschaftlichen Lage der deutschen Weißhohiglasindustrie anstellen
lassen. Als Ergebnis seiner Ausführungen gelangt Dr. H. Schmitz zu
folgenden Vorschlägen :
1. die bisherigen Bestimmungen des § 39 II Ausf.-Best. sind zu streichen
wie auch diejenigen § 66 IV a. a. 0., soweit sie sich auf Hohlglas-
gegenstände beziehen.
2. statt dessen ist folgendes zu setzen:
a) § 39 II Ausf.-BeBt.
„Die Luxussteuerpflicht kommt nnr für Fertigerzeugnisse (§ 18
U. St. G ) in Frage. Sie wird begründet, wenn der Verkaufspreis bear-
beiteter Hohlgläser mehr als das Vierfache des Verkaufspreises der-
artiger unbearbeiteter Gegenstände beträgt; dabei gilt als Ver-
kaufspreis der Preis, den der Hersteller (einschließlich seines
Unternehmergewinnes) dem Abnehmer in Rechnung stellt. *
b) § 66 IV Ausf-Best.
Für Beleuchtungsgläser gilt das Gleiche wie unter § 39 II
Ausf.-Best."
Handel nnd Verkehr.
Briefe nnd Mustersendungen nach den Vereinigten Staaten
Bind zweckmäßigerweise nur mit direkten Dampfern zwischen Deutschland
nnd Amerika zu befördern.
Ein- nnd Änsfohr, Zollwesen.
Lieferwerksbescheinigungen. Das Gutachten des wirtechafts-
politischen Ausschusses und des Außenkontroll-Ausschusses des Reichs-
wirtschaftsrats weist darauf hin, daß die Lieferwerksbescheinigungen auch
geeignet seien, eine Beteiligung des Herstellers der Ware am Valuta -
gewinn bei Ausfuhr durch den Handel zu ermöglichen. Zur Wahrnehmung
dieser Interessen kann eine Ausgestaltung der Lieferwerksbescheinignng
Uber die einfache Einverständniserklärung des Herstellers hinaus durch
Angabe des Absatzlandes und durch Preisbestimmungen erfolgen. Diese
Ausgestaltung darf von den Außenhandelsstellen nicht auf Grund „privater
Verbandsbedingungen" gefordert werden, sondern nur soweit wirklich ein
öffentliches Interesse als vorliegend erkannt wird. Preisbestimmungen
werden dann zuzulassen sein, wenn zwischen den zuständigen Verbänden
von Industrie und Handel eine grundsätzliche Verständigung hierüber
stattgefunden hat. — Als zuständig sind diejenigen Organisationen anzu-
sehen, die ein Vorschlagrecht für die Besetzung des Außenhandelsausschusses
haben oder sonst einwandfrei als Vertreter der betretenden Berufsgruppe
gelten. Insofern eine Verständigung nicht erzielt wird und der zuständige
Außenhandelsausschuß durch Beschluß erklärt hat, daß er dies Verfahren
für erwünscht hält, soll im Einzelfalle der Reichskommissar unter Berück-
sichtigung des allgemeinen Interesses an der Durchführung der effektiven
Kontrolle und gleichmäßiger Behandlung der Interessen von Handel und
Industrie entscheiden. Der Reichskommissar kann zur Entscheidung
schwieriger Fälle ein Gutachten des zuständigen Ausschusses des Reichs-
ewerblicher Teil.
wirtschaftsrats einholen. Ebenso wäre bei der Aufnahme der Absatzländer
zu verfahren. Soweit für die einzelnen Absatzläuder stärker diffarnnzierte
Ausfuhrpreise für bestimmte Waren vorgeschrieben sind, ist eine Nennung
möglichst weit zu umschreibender Absatzgebiete in der Lieferwerks-
bescheinigung statthaft. Für besondere Ausnahmefälle schlägt das
Gutachten weiter vor, daß bei bestimmter Sachlage Waren, die an sich
nur mit Lieferwerksbescheinigung zur Ausfuhr zuzulassen sind, wenn
entweder ein allgemeines Interesse oder ganz besondere persönliche Ver-
hältnisse darauf hinweisen, dem Beteiligten entgegenzukommen. Das
Entgegenkommen muß aber begrenzt sein durch die Notwendigkeit der
Aufrechterhaltung der Ausfuhrpolitik im allgemeinen. Wenn in Einzel-
fällen die Ausfuhr erwünscht, die Beibringung der Lieferwerksbescheinigung
aber besonders schwierig ist, soll von der durch den Reichswirtschafts-
minister gegebenen Ermächtigung Gebrauch gemacht werden an Stelle der
Lieferwerksbescheinigung dem Antragsteller eine Sonderabgabe auf-
zuerlegen, soweit sie aus dem Valutagewinn getragen werden kann. Die
eingehenden Beträge sollen für die wirtschaftlichen Zwecke und nur mit
Genehmigung des Reichskommissars für Aus- und Einfuhrbewilligung
verwandt werden. Die Berechtigung der Ausstellung einer Lieferwerks-
bescheinigung soll nicht von der Zugehörigkeit zu bestimmten Verbänden
oder von der Größe des Betriebs abhängig gemacht werden. Daf'lr, wer
als Hersteller einer Ware anzusehen ist, sollen die Außenhandelsstellen für
ihre Wirtschaftszweige die maßgebenden Merkmale aufstellen. Dem Raichs-
kommissar soll es überlassen bleiben, für eine gewisse Einheitlichkeit in
den Grundsätzen Sorge zu tragen. Einer Lieferwerksbescheinigung soll
es in der Regel nicht bedürfen für Waren, die vom Antragsteller nach-
weislich zu einer Zeit erworben worden sind, als die Ausfuhr ohne die
Beibringung einer Lieferwerksbescheinigung möglich war. Vorschriften
für die Lieferwerksbescheinigung sowie Entscheidungen, ob eine Liefer-
werksbescheinigung den Bedingungen entspricht, haben stets durch die
Außenhandelsstellen selbst, nicht durch die Preisprüfungsstellen zu erfolgen.
— In der Erörterung wurde eingehend die Frage behandelt, wer als
Hersteller nnd Berechtigter zur Ausstellung der Lieferwerksbescheinigung
bei zusammengestellten Waren .zu gelten habe. Ferner machte ein Ver-
trete; des Handels Bedenken gegen die Erschwerung des Einzel-
handels geltend, die darin besteht, daß ein für seinen persönlichen Bedarf
einkaufender Ausländer eine Lieferwerksbescheinigung beibringen muß,
wenn er mit den gekauften Waren über die Grenze will. Der Vertreter
der Regierung gab dazu bekannt, daß zurzeit eine Regelung in der Art
erwogen werde, daß große Geschäftshäuser mit Auslandkundschaft gegen
Zahlung einer besonderen Abgabe von der Beibringung einer Lieferwerks-
bescheinigung befreit werden. Von einem Vertreter der chemischen Industrie
wurde betont, daß der Nachweis, ob eine chemische Ware vor oder nach
Einführung der Lieferwerksbescheinigung erworben ist, sehr schwer zu
führen sei, die Befreiung von der Beibringung der Lieferwerksbescheinigung
für Waren, die zu einer Zeit erworben worden sind, als die Ausfuhr noch
ohne Lieferwerksbescheinigung möglich war, also auch Waren zugute
kommen werde, die eigentlich nicht unter die Befreiung fallen. Da eine
einheitliche Regelung nicht möglich ist, schlug der Vertreter der Regierung
vor, diese den Richtlinien des Reichskommissars zu überlassen. — Das
Gutachten wurde von den vereinigten Ausschüssen einstimmig angenommen.
Schnellere Erledigung von Ausfuhranträgen. Der Reichskommis-
sar hat die „Afex" auf Widerruf ermächtigt, bei Ausfuhranträgen, für
die innerhalb von 10 Tagen (bei außerhalb Berlins gelegenen Stellen inner-
halb von 12 Tagen) nach Abgang der Anfrage an die zuständige Fach-
stelle keine sachliche Stellungnahme eingegangen ist, die Ausfuhr zu
genehmigen und die Preisprüfung erst nachträglich zu Ende zu bringen.
Von dieser Ermächtigung soll nur bei als zuverlässig bekannten Firmen
Gebrauch gemacht werden und nicht bei Ausfuhren besonderen Umfanges
und besonderer Art, bei denen eine besonders schwierige Preisprüfung in Be-
tracht kommt. Firmen, bei denen bereits Unstimmigkeiten hinsichtlich
der Preise festgestellt ^worden sind oder in Zukunft festgestellt werden,
sind von dieser Vergünstigung auszunehmen.
Vorabfertigung der Ausfuhrgüter und Zahlung der Ausfuhr-
abgahe. Der Handelskammer zu Berlin ist ein neues Merkblatt der Zoll-
verwaltung zugegangen, in dem wichtige Anweisungen über die Einzahl-
ung der Ansfuhrabgabe und die Regelungen der Vorabfertigung der Aus-
fuhrgüter enthalten sind. Außerdem sind der Handelskammer zu Barlin die
Vordrucke überwiesen, die bei der Bezahlung mehrerer Ausfuhrbewillig-
ungen von den Firmen auszufüllen sind. Die Vordrucke und Merkblätter
können vom Verkehrsbureau der Handelskammer zu Berlin unentgeltlich
bezogen werden ; dort wird auch jede weitere Auskunft in der Angelegen-
heit erteilt.
Sie Ausfahrabgabefreiheit für Ausfahren nach Danzig, Mensel
und Eunen-Mahnedy ist nach einer Bekanntmachung im „Raichaanzeiger"
aufgehoben worden. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, bleiben die
sonstigen Bestimmungen, betreffend die Ausfuhr nach dem Memelgebiet mit
Ausnahme der Bestimmung über die Ausfuhrabgabe noch bis zum 15. 6. 22
in Kraft, Ursprünglich sollten die Bestimmungen schon mit Wirkung vom
1. 6. ab geändert werden. Der Reichskommissar macht darauf aufmerksam,
daß neben der Ausfuhrabgabe auch die Reichsgebühr von Va °/0O für alle Aus-
fuhrsendungen nach dem Memelgebiet zu erheben ist.
Finnland. Ein Gesetz über die Ursprungsbezeichnung auf
Waren ist in Vorbereitung.
Kanada. Antidumpingzoll. Ueber die neuen Bestimmungen betr.
Umrechnung der Währungen von Ländern mit entwerteter Valuta zu
Verzollungszwecken (Berücksichtigung der Geldentwertung nur bis zu
50%) scheint noch vielfach Unklarkeit zu herrschen. Um Mißverständ-
nissen vorzubeugen und die Exporteure vor Weiterungen und ev. Schaden
zu bewahren, weisen wir hiermit darauf hin, daß selbstverständlich nicht
die Kursschwankungen nicht unterliegende Goldmark zu 12 Cents um-
gerechnet wird, wie dies vereinzelt angenommen zu werden scheint,
sondern die Papiermark, Würde die Goldmark zu 12 Cents umgerechnet
werden, so würde die Einfuhr deutscher Waren ja begünstigt und damit
2T0 — Nr. 23
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
gerade das Gegenteil von dem erreicht werden, was die neuen Be-
stimmungen bezwecken, nämlich die Erzengniase aua Ländern mit ent-
werteter Valuta mit einem Zuschlagszoll zu belasten, durch den sie an-
geblich denjenigen aus Ländern, deren Währung nicht entwertet ist,
gleichgestellt werden.
Marokko. Einfuhrbestiminnngen für deutsche Waren. Das
Office du Maroc hat auf Befragen erklärt, daß die Einfuhr deutscher
Waren seit etwa einem halben Jahre nur mit einer besonderen Einfuhr-
bewilligung erfolgen könne; allgemeine Ausnahmen gäbe es nicht mebr.
Um eine Einfuhrgenehmigung zu erhalten, muß der Besteller sich an den
„Service du Commerce et de Tlndustrie" in Babat wenden, der den Antrag
prüft nnd gegebenenfalls die nötige Einfuhrbewilligung ausstellt.
Oesterreich. Das Zollaufgeld ist für die Zeit vom 15.— 21. 6. anf
Kr 1800 (1600) festgesetzt worden.
Portugal. Bei der Einfuhr deutscher Waren ist im allgemeinen
die Vorlage von Ursprungszeugnissen nicht erforderlich. Sie wird nur
verlangt, wenn die Ware nicht direkt von einem deutschen Hafen nach
Portugal verschifft wird. Die Ursprungszeugnisse müssen, wenn sie nicht
von den portugiesischen Konsuln ausgestellt sind, von ihnen beglaubigt
sein. Ein besonderes Formular ist nur für die konsularischen Ursprungs-
zeugnisse vorgeschrieben, für die von deutschen Behörden oder Handels-
kammern ausgestellten können die vor dem Kriege gültigen Formulare
verwendet werden.
Vereinigte Staaten. Zur Zolltarifrevision. Die vom Tarifausschuß
des Senats am Zolltarifentwurf vorgenommenen Aenderungen liegen nunmehr
vor. Allerdings dürfte mit Sicherheit zu erwarten sein, daß im Abgeordneten-
hause, dem der abgeänderte Entwurf zunächst zugeht, nochmals erhebliche
Aenderungen vorgenommen werden. Für die nachstehend aufgeführten
Erzeugnisse unserer Industrien stellt sich die Zollbelastung wie folgt:
Chinaporzellan usw., unverziert 60% des Wertes (Entwurf 35,
Underwood [jetziger Tarif] 50), dasselbe verziert 70 °/0 (E. 40, U. 55).
Glaslinsen, Bänder ungeschliffen 60 % (E. 40, U. 25), Bänder geschliffen,
das Dutzend 10 c und 55% des Wertes (E. 10 c und 35% des Wertes,
U. 25%), Glasbilder für Zauberlaternen 55 % (B. 35, U 25).
Optische Glaswaren 55 % des Wertes (B. 35, U. frei), Mikroskope, Linsen
für photographische Apparate 55% (B. 35, U. 25), Operngläser nnd Feld-
stecher 55 % (E. 35, U. 35), bunte Glasfenster 60 % (E. 30, U. 30), andere
Glaswaren 60 % (E. 30, U. 30). Glasperlen (ausgen. Nachahmungen von
echten Perlen) 35 % (E 25, U. 35), Nachahmungen von Perlen 60 % (E. 40,
U. 35). ,
Die Lage in Industrie nnd Handel.
Die Lage der Keram- und Glasindustrie im Monat April hat
dem Vormonat gegenüber eine weitere Verbesserung erfahren. Von den
an das Beichs-Arbeitsblatt unmittelbar berichtenden Firmen arbeiteten in
Betrieben mit gutem oder Behr gutem Beschäftigungsgrad 90% (81,5),
mit befriedigendem Geschäftsgang 6 % (8) der Arbeiter. Allerdings werden
die Auslichten weniger günstig beurteilt. — Die Porz eil anindustr ie
war bei starkem Auftragseingang nach wie vor voll beschäftigt, allerdings
war die Erzeugung — ebenso wie in der gesamten keramischen Industrie —
noch immer stark durch Brennstoffmangel behindert; einige Werke waren
sogar zcm Stilliegen gezwungen. Auch Wagenmangel verzögerte vielfach
Boh-, HUfa- und Brennstoffvereorgung und beeinträchtigte den Versand.
Einige thüringische Porzellanfabriken kündigten ihrer Belegschaft wegen
Lohnitreitigkeiten und legten den „Betrieb still. Die Nachfrage nach
Porzellangeschirr blieb nach wie vor sehr groß. — In feinem
Luxus porzellan erfolgten dagegen Annullierungen von Aufträgen; die
Nachfrage ließ nach, nur nach billigem Luxusporzellan war sie groß. — An
Puppenköpfen herrschte vorübergehend infolge von Spekulationskäufen
bo großer Bedarf, daß die Firmen der Nachfrage nicht genügen konnten.
Für Porz eil ans piel waren gestaltete Bich das Geschäft noch normal.
Dagegen war für elektrotechnische Stanzartikel geringer Auftrags-
bestand vorhanden; nur für Hochspannungsartikel machte Bich noch großer
Bedarf geltend. — Die Feinsteingutindustrie war bei befriedigen-
dem Auftragsbestand im allgemeinen noch gut beschäftigt. Mosaik-
platten-, Schamotte- und Kachelofenfabriken in Provinz wie
Freistaat Sachsen und andere sächsische und thüringische Firmen litten
unter Brennstoff- bezw. Roh- und Hilfsstoff- oder Arbeiter- und starkem
Wage crt an gel. Korddeutsche Firmen für glasierte Wandplatten geben
an, daß infolge außerordentlich geringer Kohlenzuteilung die Betriebe nur
zu einem Bruchteil der Leistungsfähigkeit ausgenutzt werden konnten.
Im Bezirk Bonn streiken die Arbeiter der feuerfesten Industrie seit
Anfang April. — Die Glasindustrie hat meist noch auf Monate hinaus
reichliche Aufträge; der Auftragseingang im April war ebenfalls gut.
Auch das Auslandsgeschäft hielt Bich, abgesehen von einigen Spezial-
zweigen, ungefähr auf der bisherigen Höhe trotz der immer stärkeren An-
näherung der Inlandspreise an die Weltmarktpreise, die für einige Erzeug-
niste schon überschritten Bind. Die Nachfrage nach Ho hl glas blieb im
allgemeinen stark, nur bei wertvolleren Artikeln ließ die in- wie ausländische
Nachfrage nach. — In der noch gut beschäftigten Kristallglas-
i n d u s t r i e war ein Nachlassen der Iniandenachfrage festzustellen, während
die durch hohe Unkosten und Löhne in die Höhe getriebenen Preise dem
Auslandigeschäft große Schwierigkeiten bereiteten, da hier die Weltmarkt-
preise fast überall erreicht wurden. — Für Medizinglas und Verpackungs-
flasohen stellte sich der Absatz so erheblich, daß Aufträge nur mit längeren
Lieferfristen angenommen werden konnten. In Fensterglas war der
Absatz n. a. auch infolge gehobener Bautätigkeit nach wie vor sehr flott.
Ein Fachverband meldete eine geringe Steigerung der Lieferungen von
Tafelglas nach dem Ausland. Die Erzeugung der westlichen Hütten
war durch Stillegung zweier großer Werke für einige Wochen infolge von
Unglücksfällen beeinträchtigt. — Infolge des Streiks in der Fürther Glas-
industrie (inzwischen beigelegt) waren die Spiegelglasfabriken ge-
zwungen, ihre Erzeugung fast vollständig auf Lager zu nehmen, da infolge
der Maßnahmen der Streikleitung in Fürth nicht belegt und facettiert
werden durfte. Die Rohstoffversorgung der gesamten Glasindustrie war
im allgemeinen zufriedenstellend, Kohle, Soda nnd Gips dagegen waren
vielfach äußerst knapp Die böhmische Braunkohle nahm bereits im April
für viele Fabriken nachgerade unerschwingliche Preise an.
Konstantinopel. Der Handel mit Glas, insbesondere mit
belgischem, liegt gegenwärtig völlig still. Bei den infolge des fort-
währenden Krieges in Anatolien täglich zunehmenden Seuchen dürfte auch
kaum Aussicht auf Besserung der Geschäftslage vorhanden sein. Die
ständigen Ligerbestände von Fensterglas am Platze sind zusammengesetzt
aus den Ausschiffungen des Durchgangshandels, die sichtbar werden bei
der Umschiffung nach dem Schwarzen Meer. Die politischen Zustände
haben zur Folge, daß sich von hier der Handel zurückzieht und die
Preise fortgesetzt gedrückt werden Eia Teil von 500 Kisten laufender
Ware von Frankreich mit der Bestimmung nach dem Kaukasus wurde
hier mit drei Franks für den Quadratmeter verkauft. Die Beste wurden
zu demselben Preis angeboten wie zerbrochenes G aschirr. Für einige
Anteile vcn .belgischem Glas, überdies im Durchgangshandel verzollt,
fanden sich nicht einmal Abnehmer zu 50 Franks für die Kiste von
100 P. F. einfach auf Konstantinopel Da? Geschäft mit Bechern geht
fortlaufend schlecht Einige tschechoslowakische Hütten zeigen die
Wiederaufnahme ihres Betriebes an und weisen auf die Billigkeit ihrer
Produkte und die niedrige Schiffsfracht über Triest hin. Ei bestätigt
Bich auch die Mitteilung, daß ein neues Gesetz den Tarif zu 11% fest-
setzt wie vor dem Kriege Ei ist dies eine bedeutende Vermehrung des
Spedsltarifes. Für den Durchgangshandel wird der ZAl nach den letzten
zwei oder drei Teilen der Fabrikation aufgestellt oder nach dem Be-
förderungswege. Das Gesetz ist am 13 9. 21 ia K'aft getreten. (Hih)
Clg0chäftliche Mitteilungen.
Annaburger Steingutfabrik, A.-G., Annaburg. Die a. o. G.-V.
beschloß die Kapitalserhö^ung um Ji 1,75 Mill. ab 1.7. 22 dividenden-
berechtigte Stammaktien und M 1,75 Mill. ab 1.7. 22 dividendenberech-
tigte 6% Vorzugsaktien mit einfachem Stimmrecht auf JC 5,26 Mill. Die
Stammaktien werden den Aktionären im Verhältnis 1:1 zu 400% zum
Bezüge angeboten, die jungen Vorzugsaktien zn pari. — An Stelle des
aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Karl Untucht, der in den Vorstand
eintritt, wurde Rechtsanwalt Dr. Heyers neu in den Aufsichtsrat gewählt.
Keramik, A.-6., Berlin. Auszug aus dem genehmigten Abschluß
vom 31.12 21: Beingewinn M 21946, der nach Zuführung von Jt 1100
an den Reservefonds als Vortrag verwandt wird; Abschreibungen
Jt 155 339. — Die Gesellschaft hatte 1921 mit verschiedentlichen Schwierig-
keiten zu kämpfen. Die Umstellung der Fabrik „ A" in eine Wandplattenfabrik
wurde durchgeführt, indessen mangelte es völlig an Absatzmöglichkeiten.
Die Aufnahme einer Vasenfabrikation scheiterte an dem Mangel geeig-
neter Arbeiter Die Veiteher Betriebe hatten für ihre Ofenwaren gleich-
falls keine Abnehmer. Die Ende Mai in beiden Fabriken aufgenommene
Herstellung von elektrischen Oefen mußte mangelnden Absatzes wegen
stillgelegt werden. Gegen Ende des III Vierteljahrs trat ein Umschwung
des Geschäftes ein, das sich nunmehr bis Jahresende normal entwickelte
und eine Bäumung der Lagerbestände brachte. Im laufenden Jahr sind
alle Fabriken auf lange Monate mit lohnenden Aufträgen versehen. —
Das ausscheidende Aufsichtsratsmitglied A. Fricke wurde wiedergewählt.
Senkingwerk, A.-G., Hildesheim. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn M 2,11 (0,65) Mill., Dividende
10 (8) % ; Abschreibungen M 0,42 (0,13) Mill.
Deutsche Evaporator-A.«9., Berlin, Die o. G-V. setzte die
Dividende auf 25 % fest und genehmigte die Kapitalserhöhung um bis zu
Ji 20 Mill. durch Auegabe 7 % Vorzugsaktien, die von einem Konsortium
unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes der Aktionäre über-
nommen werden sollen. Nach Mitteilung des Vorstandes ist das Unter-
nehmen nach wie vor flott beschäftigt, so daß die Aussichten als günstig
zu bezeichnen seien.
General -Versammlungen.
Keramik A.-G. Berlin, Velten (Mark) : a. o. G.-V.* 17. 6. 22, 11 Uhr v.,
Berlin. Unter den Linden 8. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung; Sitz Verlegung.
Schamöttefabrik Thonberg, A.-G., Thonberg: o. G.-V. 8. 6. 22, 4 Uhr n.,
Berlin, Hotel Continental.
Deutsch- Amerikanische Scbmirgelwerke, A.-G., Berlin: o. G.-V. 20. 6. 22,
11 Uhr v., Bankhaus Louis Michels, Berlin.
Glasfabrik Alexanderhütte, vorm. J. N Heinz & Sohn, A.-G., Alexander-
hütte: o. G.-V. 24.6.22, 2l/s Uhr n., Bahnhofshotel, Coburg.
Messen und Ausstellungen.
Fahrpreisermäßigung für Leipziger Meßbesucher auf Schweizer
Bahnen. Die Generaldirektion der schweizerischen Bandesbahnen hat
sich bereit erklärt, auch zur Leipziger Herbstmesse (27. 8. bis 2 9. 22)
den italienischen Meßbesuchern bei ihrer Durchreise durch die Schweiz
(Strecke Chiasso — Basel und zurück) eine 30% ige Ermäßigung einzu-
räumen.
Das „Wirtschaftinstitut für Bnßland und die Bandstaaten« nnd
das „Meßamt Königsberg i. Pr." haben Dr. Wolfgang Krans, Berlin,
mit der Wahrung ihrer Interessen und der Leitung einer Berliner Ge-
schäftsstelle (W. 66, Wilhelmstr. 89) betraut.
III. Internationale Beichenberger Messe (12.— 20. 8. 22). Messe-
besuchern, die sich mit der mesBeamtlichen Legimitation ausweisen, wird
das Einreisevisum mit allen zulässigen Vergünstigungen seitens der
tschechoslowakischen Vertretungsbehörden im Auslande ordnungsgemäß er-
teilt. — Für ausländische Ausstellungsgüter ist das Zollvormerkverfahren
mit einer Vormerkfrist von 4 Monaten bewilligt worden. Demzufolge
werden alle aus dem Auslande einlangenden Muster ohne das Erfordernis
einer Einfuhrbewilligung von den Grenzzollämtern dem Hauptzollamte in
Beichenberg zur Eingangsabfertigung und Vormerkung angewiesen.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 23 - 2fl
Verbände.
Die Verkaufsstelle der Drahtglasfabriten, Berlin, erhöhte die
Preise für dünnes Drahtglas nm etwa 17 °/„.
Reicbstagung deutscher Technik. In Verbindung mit seiner
7. Bundesversammlung veranstaltet der Reichsbund Deutscher Technik,
welcher 26 technische Verbände mit über 300 000 Mitgliedern umfaßt,
am Freitag, den 9. 6. 22 in München, Hotel Wagner, Sonneostraße, eine
öffentliche Kundgebung. Vormittags 10 ^2 Uhr spricht n. a. Hauptschrift-
leiter Siegfried Hartmann über „Technik und Presse" und abends 7l/s Uhr
Universitätsprofessor Dr. Dessauer, Frankfurt-Main, über „Technik und
jWeltgeist".
Kunstgewerbe.
Im Stuttgarter Landesgewerbemuseum, wo alle Monate zwei
nene Ausstellungen stattrinden, zeigt sich in diesem Monat ein eigen-
artiges farbenprächtiges Bild. „Tapete, Vase und Blume" bilden
Idas Thema, nnd ein üppiger frischer Blamenflor ist in die entsprechenden,
(besonders gewählten Vasen verteilt, die wieder vor die dazu abgestimmten
'.Tapeten und Dekorationsstoffe gestellt sind, sodaß reizvolle Farbenakkorde
[entstehen, die auf der einen Seite der Halle nach dem Gesichtspunkt der
[Analogie- Harmonie, auf der andern nach dem Grundsatz der Kontrast-
Harmonie angeordnet sind nnd in ein paar Tagen immer wieder wechseln,
je nach Art nnd Farbe der beständig erneuerten Blumen. Dies gibt nicht
[nur entzückende Bilder für das Auge nnd wertvolle Anregungen, derartige
Stimmungen möglichst auch im eigenen Heim mit den jeweils gegebenen
[Mitteln zu versuchen, sondern auch wertvolle Winke für die KünBtler
cnl für jene Eunstgewerbler, deren Arbeit vorwiegend auf Farbenstim-
mangen angewiesen ist. Durch solche praktische Vorführungen kann man
mebr erreichen als durch philiströse theoretische „Gesetzt", mit denen
man in unserer Zeit der gesamten Farbengebung enge Fesseln anzulegen
bemüht ist.
Büch erschau.
Adreßbuch der Adreßbücher der ganzen Welt. Verzeichnis
einer Aaswahl von Fach-, Handels- und Länderadreßbüchern der Welt.
p9. Jahrgang 1922. Verlagsbuchhandlung Schulze & Co , Leipzig. Preist 10.
Für jeden Kaufmann und Industriellen ist dieses Adreßbuch ein zu-
verlässiger Führer durch die Adreßbuchliteratnr der gesamten Welt, denn
res vermittelt Millionen von Anschriften der vielfältigsten Art, wie Erzeuger,
Verbraucher, Händler, Importenre. Exporteure im In- und Ausland und
'bietet somit dem regsamen Geschäftsmann ein weites Feld für seine
^Werbetätigkeit. Besonders für den Vertriebs- und Werbefachmann- ist es
unentbehrlich.
Das Fachbuch (Mahi's Handbücher der technischen Literatur).
I Bd. II. Die wärmewirtschaftliche und wärmetechnische Literatur. Eine
^Uebersicht, bearbeitet von Paul Wächter, Leiter der statistischen Ab-
teilung der bayerischen Landeskohlen stelle München. München 1922
^Johannes Albert Mahr, Universum, Buchhandlung für wissenschaftliche
Spezialgebiete, Technische Literaturzentrale. Preis Jt 30.
I . Die große Bedeutung einer Energiewirtschaft, insbesondere auf dem
Gebiete der Wärmewirtschaft, dürfte heute weitesten Kreisen bekannt
sein. Das beweist unter anderem auch die hierüber erschienene Literatur.
Mit [der Fülle der Erscheinungen ging leider der so notwendige Ueber-
blick verloren, und immer dringender machte sich das Bedürfnis nach
feiner brauchbaren Uebersicht der vorhandenen wärmewirtschaftlichen und
wärmetechnischen Literatur geltend. Während es an guten Uebersichten
der ZeitEchriftenliteratnr nicht mangelt, hat eine brauchbare Zusammen-
stellung der Bachliteratur noch gefehlt. Diesem Bedürfnis trägt Band II
der Sammlung „Das Fachbuch" in jeder Beziehung Rechnung. Der Ver-
fasser hat in übersichtlicher Form, bei hervorragend durchgeführter
Gliederung der einzelnen Fachgebiete einen vorzüglichen Führer durch
die vorhandene Literatur auf wärmewirtschaftlichem und wärmetech-
nischem Gebiet geschaffen nnd durch die geschickte Einteilung dem Fach-
mann Suchen nnd Finden erleichtert. Die Berücksichtigung der ein-
schlägigen Hilfswissenschaft und das Autorenregister machen die Schrift
zn einem Wegweiser und Berater für alle Interessenten.
Kunst und Kunstgewerbe. Blätter zur Förderung deutscher Wert-
arbeit. Heransgeber: Generaldirektor Theodor Wieseler und Mathias
Kammerbauer. Verlag: Nürnberger Bund, Nürnberg. Jahresbezugspreis:
M 120.—.
Das Märzheft ist von besonderer Beichhaltigkeit nnd präsentiert sich
zum erstenmal in schmuckem Blaueinband mit geschmackvoller Schrift
und einer sinnbildlichen Frauengestalt, der Schönheitsbringerin. Von be-
sonderem Interesse ist der Aufsatz von Prof. Dr. Jos. Ludwig Fischer
„Nürnberger Kabinettsglasmalerei der Renaissance", einmal weil er
ein schier verlorenes Stück altdeutschen bunten Stubenschmuckes wieder
i aufleben läßt, sodann wegen der schönen und seltenen Scheiben, die hier
zum erstenmal besprochen nnd in Abbildungen vorgeführt werden. Ueber
Wiener Fayencen, ihre schwierige technische Herstellung und ihre
künstlerische Formung nnd Bemalung spricht in anziehender Weise Bern-
hard Siepen. Im Hinblick auf die derzeitig besonders schwierige Lage
'der österreichischen Wertwarenerzeugung sind die warmen Worte, die der
Verfasser für diese hochstehenden Arbeiten aus den Wiener Werkstätten
von Friedrich GoldBcheider findet, ganz besonders gerechtfertigt.
Wiederum in die Vergangenheit führt der Aufsatz „Meißner Por-
zellan" von Regiernngsrat Doenges. Sieben prächtige Stücke von Meister
Kaendlers Hand werden in Abbildungen vorgeführt und erläutert.
Professor R Segmiller führt uns zu der Münchner Puppenkünstlerin
Marion Kaulitz, während Maria Reinhold über Kunstgläser und inr Ver-
hältnis zu Baum nnd Zeit schreibt. Als besonders schöne Proben eines
in Form nnd Farbe gediegenen Hausrates führt sie Teller, Schalen, Dosen
und Vasen des Münchner Kunstgewerbehauses „Oka" vor.
Im Aprilheft ist zunächst Franz Roh's Holländische Malerei in „Die
Kunst in Bildern" besprochen, worauf Dr. Egbert Delpy in seinem Aufsatz
„Franreuther Kunstporzellan" den verschiedenen Erzeugnissen der Por-
zellanfabrik Fraureuth begeisterte und begeisternde Worte widmet. Treff-
liche Abbildungen lassen den künstlerischen Geist erkennen, der in Frau-
reuth weht. Ueber Hessische Bauerntöpfereien plaudert Professor Dr. Haupt
und zeigt an einigen Bildern, welcher Reichtum an modernen Wirkungen
auch dem Töpfer zu Gebote stehen.
Bernhd. Siepen behandelt zwei neue volkstümliche Kunstbilder-
Folgen, Gottfried Beredt Leuehtgehäuge ; Form und Schmuck beim
Metallgerät erörtert Oskar Rösler, während Professor R. Segmiller neue
Schmuckarbeiten von P. P. Pfeiffer, Pforzheim, beschreibt
Der reiche Inhalt der beiden Hefte ist die beste Empfehlung für
die schöne Zeitschrift.
Die Glasindustrie im Saargebiet. (Ein Beitrag zur Wirtschafts-
geschichte des Saargebiets.) Inaugural-Dissertation zur Erlangung der
Doktorwürde der Hohen Staatswissenschaftlichen Fakultät der Eberhard-
Karls-Universität Tübingen vorgelegt von Walter Lauer aus Friedrichsthal
(Saar). 1922. Verlag Gebr. Hofer, A.-G , Saarbrücken I.
Ein Stück Glasindustrie wird uns in dieser Schrift vor Augen ge-
führt, und zwar die im Saargebiet bodenständige Erzeugung des Glases
von ihren Anfängen bis zur heutigen Zeit. Es kann nur mit Freude begrüßt
werden, daß neuerdings in erhöhtem Maße wirtschafts- und sozialpolitische
Themata neben technischen aus dem engeren Gebiet der Keram- und Glas-
industrie Bearbeitung finden, bilden sie doch wichtige Quellen für den
Kunsthistoriker uad den Volkswirtschaftler beim Studium des Einflusses
eines gewissen Industriezweigs auf die kulturelle und wirtschaftliche Ent-
wickelung eines bestimmten Gebiets.
Die vorliegende Arbeit, die den Rahmen einer Dissertation weit
überschreitet (248 Seiten), ist in dieser Beziehung besonders wertvoll, da
der Verfasser es sich angelegen sein ließ, die ganze Saarglasindustrie in
den Bereich seiner Betrachtung zu ziehen und damit eine lückenlose
Uebersicht über deren Entwicklung zu geben. Die Hauptkapitel der Arbeit
dad: I. Ueberblick über Entstehung und Entwicklung der Saarglasindustrie
bis zum Jahre 1815; II. Die Privilegien der alten Glashütten im 17. und
18. Jahrhundert; III Die technische Entwicklung der Saarglasindustrie
im 19. und 20. Jahrhundert ; IV. Ueberblick üoer^die geschichtliche Ent-
wicklung der Saarglasindustrie von 1815 bis zum Ausbruch des Weltkrieges;
V. Das Kohlenprivileg der Glashüttenbesitzer im 19. Jahrhundert; VI. Die
Unternehmungsformen und die Konzentrationsbestrebungen in der Saarglas-
industrie; VII. Produktion und Absatz der Saarglasindustrie vor dem Kriege;
VIII. Die Lage der Arbeiterschaft vor dem Weltkriege; IX. Der Welt-
krieg und seine Folgen für die Glasindustrie des Saargebiets. In einem
Anhang sind Bestands-Briefe, Urkunden, Verträge, Stammbäume und dergl.
wiedergegeben.
Mit vieler Liebe und Sorgfalt hat der Verfasser gearbeitet und,
unterstützt von den einheimischen Glasindustriellen, alles gesammelt und
zusammengetragen, was irgendwie mit der Saarglasindustrie zusammen-
hängt. So kam denn auch ein Werk zustande, daß weit über dem Niveau
derartiger Veröffentlichungen steht und dauernden Wert besitzt. Die
Durchsicht der Schrift, deren Drucklegung der Firma Vereinigte Vopelius-
sche nnd Wentzel8che Glashütten G. m. b. H. zu verdanken ist, ist daher
außer für den Volkswirtschaftler besonders für den Giasindustriellen von
besonderem, Reiz und empfehlenswert, zeigt sie doch, welch maßgebender
Faktor in kultureller und sozialer Bezienung die Glasindustrie vielfach
wurde.
Eigenartig berührt folgender Passus im Vorwort: „Mit Bedanern sei
nur festgestellt, daß gerade die großen Fachverbände, die durchweg von
Akademikern geleitet werden, denen man eigentlich das nötige Interesse
und Verständnis für derartige wissenschaftliche Arbeiten zutrauen sollte,
dem Zustandekommen der Arbeit die größten Schwierigkeiten bereitet haben".
Kommentar überflüssig! Der Verfasser mag sich mit vielen andern
trösten !
Firmenregister.
Deutschland.
Jean Stadelmann & Cj., Nürnberg. Die Gesellschafter Bernhard
und Martin Thumauer wohnen jetzt in Rückersdorf-Ludwigshöhe. Die
Prokura des Friedrich W. Hausmann und Arthur Geppert ist erloschen.
Stern-Porzellan-Gesellschaft m. b. H, Tiefenfurt Kr. Bunzlau. Die
Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist Kaufmann Ernst Leber.
Deutsche Steinzeugwarenfabrik für Canalisation und chemische In-
dustrie, Filiale Stuttgart, Verkaufsbureau für Württemberg und Hohen-
zollern, Stuttgart. Die Zweigniederlassung in Stuttgart ist aufgehoben.
Keramische Werke Offstein & Worms, A.-G., Worms. Die Kapitals-
erhöhung um Ji 6,5 Mill. auf Jt 12,5 Mill. ist durchgeführt.
Deutsche Carborundum-Werke, G. m. b. H, Düsseldorf-Reisholz.
Bernhard Kleinschmied und Allan Coulter haben Gesamtprokura.
Mindener Kerament- Werke, A.-G, Minden i. W. Die Kapitalser-
höhung um Ji 3,25 Mill. auf M 4,5 Mill. ist erfolgt.
A.-G. für Glasfabrikation vormals Gebr. Hoffmann, Bernsdorf, O.-L.
Die Kapitalserhöhung nm Jt 1,76 Mill, Stamm- und Jt 0,5 Mill. Vorzugs*
aktien auf M 4 Mill. ist durchgeführt.
Tafelglashütte „Hansa" Jnhaber Johannes Vieweg, Carlsböfen b.
Gnarrenburg. Die Prokura des Ing. Wilhelm Dieckmann ist erloschen.
Glashüttenwerk Deesbach, G. m. b. H., Deesbach. Herstellung und
Handel mit Glasfabrikaten jeder Art sowie sonstigen einschlägigen Produkten.
Die Kaufleute Otto Lachner und Hilmar Wilhelm sind als Geschäfts-
führer und Obermaler Otto Wilhelm als ihr Stellvertreter ausgeschieden.
Alleiniger Geschäftsführer ist Fabrikdirektor Ernst Winkelmann.
Glashuttenwerke Greiner & Co., G. m. b. H., Demitz-Thumitz.
Das Stammkapital ist um Jt 280000 anf M 400000 erhöht worden.
Jenaer Glaswerk Schott und Gen,, Jena. Kaufmann Hans Leonhardt
hat Gesamtprokura.
272 — Nr. 23
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
Langer k Baldermann, G. m. b. H., Krystallglasscbleiferei, Döbern, N.-L.
Das Stammkapital ist um M 40000 auf M 100000 erhöht worden. Die
neu eingetretenen Gesellschafter, Alfred Greiner und Kurt Löser, haben
Prokura mit einem Geschäftsführer.
Wernicke k Wagner, Jena. Fabrikation sämtlicher Hohlglaswaren.
Gesellschafter sind die Kaufleute Johannes Wernicke und Heinrich Wagner.
Rosenbaum & @o., Igelshieb. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der
bisherige Gesellschafter Kaufmann Ali Bosenbaum ist Alleininhaber der Firma
Hugo Gebhardt, Thermometer- und Glasinstrumente-Schriftmalerei,
Mellenbach. Jnhaber ist der Fabrikant Hugo Gebhardt.
Gebrüder Blau, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Fabrikation und
Vertrieb von Glasinstrumenten und Thermometern. Gesellschafter mit
selbständiger Vertretungebefugnis sind die Fabrikanten Wilhelm und
Fritz Blau.
Hugo Günther, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Fabrikation und
Export von Glasinstrumenten. Jnhaber ist Fabrikant Hugo Günther.
Friedrich Sachs, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Glasinstrumenten-,
vornehmlich Chloräthyltubenfabrik. Jnhaber ist Fabrikant Friedrich Sachs.
Gebrüder Triebel & Häusier, Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Glas-
instrnmentenfabrik. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Fabrikanten
Arno und Willi Triebel sowie Alfred Häusser.
August Lindenlaub & Sohn, Schmiedefeld, Kr. Sehleusingen. Glas-
instrumentenfabrik. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Fabrikanten
August und Bruno Lindenlaub.
Bamin und Balthasar, Rathenow. Die Kaufleute Kurt Balthasar und
Wilhelm Kretschmar haben Gesamtprokura.
A.-G. Adolph H. Neufeldt, Emaillierwerk, Elbing. Oberingenieur und
Direktor Wilhelm Greiner hat Gesamtprokura.
Märkische Emaillieranstalt, G. m. b. H, Berlin. Emil Günther und
Harry Fanty sind nicht mehr Geschäftsfahrer. Zum Geschäftsführer wurde
Kaufmann Franz B. Goldstücker bestellt.
Gebrüder Wandesieben, G. m. b. H, Stromberg. Kaufmann Matthias
Rörig hat Gesamtprokura.
Glas Kontor, G. m. b. H., Altona. An- und Verkauf Von Flachglas
jeder Art sowie Abschluß anderweitiger Geschäfte, die mit dem Gegen-
stand des Unternehmens mittelbar oder unmittelbar zusammenhängen.
Stammkapital: jK 100 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Franz Doutice.
J. H. von Jssendorf & Co,, Harburg. Kaufmann Klaus Mohrmann
ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Georg Stummbaum & Co., Bayreuth. Handelsbevollmächtigter Karl
Schott hat Einzelprokura.
Keramische Gesellschaft, A.-G., Cöln. Kaufmann Anton Meyer wurde
znm ordentlichen Vorstandsmitglied und Kaufmann Paul Strauch für das
behinderte Vorstandsmitglied Roth bis zum 31. 12. 22. zum stellv. Vorstands-
mitglied bestellt.
Firma Anna Bose, Bad Driburg i. Westf. Die Kaufleute Franz Keil
und Wilhelm Duhl haben Gesamtprokura.
Pateute.
Deutsches Seich.
Beschreibungen.
Glasbiegeofen. Derselbe wird von oben und seitlich durch elek-
trische Widerstände beheizt. 32 a, 27. Nr. 294 126. 26. 6. 14. Emil
Hasenbein, Berlin.
Hängeisolator, bestehend aus einem Isolierkörper mit innen er-
weitertem geschlossenen Kopf, einer Tragkappe und einem im Innern des
Isolierkörpers angeordneten Bolzen mit Kegel. Auf den Bolzen ist ein
geschlossener Metallring aufgeschoben der nach Einspannen des Bolzens
in einer besonderen Zugvorrichtung durch einen Zug, der beträchtlich
größer ist als die im Betrieb vorkommende Belastung, derart erweitert
wird, daß er aus dem erweiterten Innenraum des Isolierkörpers nicht mehr
heraustreten kann. 21 c, 13. Nr. 342 285. 11.9. 20. Elektrotechnische
Fabrik Thoßfell, G. m. b. H., Thoßfell.
Vorrichtung zum Fuhren der Werkstücke für Glaskngler. Die
Drehachse des in bekannter Weise nach einer Teilscheibe einstellbaren
Werkstückhalters ist in einer senkrecht dazu liegenden, um ihre Achse
drehbaren Traverse befestigt, die in einem Rahmen gelagert ist, der um
eine zur Traversenachse parallele Achse schwingbar an einem nach Bedarf
gegenüber dem Werkzeuge einstellbaren Träger befestigt ist. 67 a, 18.
Nr. 347 321. 9. 6. 21. Heinrich Blumtritt, Haida, Tschechoslowakei.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G Geschäftsbetrieb; W. Waren-
verzeichnis; (A) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibung
beigefügt; A. Tag der Anmeldung;. E. Tag der Eintragung
280480. Eduard Grohe, Wiesbaden, Göthestr. 14.
G. : Fabrikation und Vertrieb von Ton-, Porzellan- und Stein-
gutwaren. W : Standgefäße, Dosen, Büchsen aus Ton,
Porzellan, Steingut u. dgl. Material. A. : 24 8. 21. E. : 15. 2. 22.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
81. Welche Maschinen sind notwendig zu einer modernen erst-
klassigen Einrichtung tum eisenfreien Zerkleinern und Mahlen von Quam,
Feldspat und Flußspat?
Erste' Antwort: Zur eisenfreien Zerkleinerung und Mahlung
von Quarz, Spat u. dergl. sind Maschinen zu verwenden, deren Mahl-
flächen aus eisenfreien Quarzit-, Granit- oder Silexsteinen bestehen. Za
diesen Maschinen gehören in erster Linie starke Kollergänge, die das
grobe Mahlgut vorzerkleinern und selbsttätig absieben, worauf das feine
Gut auf der Rohrmtthle oder auf Trommelmühlen auf trocknem oder auch
im letzteren Fall auf nassem Wege auf die gewünschte Feinheit ge-
bracht wird Zwecks der einfacheren Bedienung sind die Koller mit
rotierender Mahlbahn und selbsttätiger Absiebung, die mit wenig Kraft
viel leisten, zu verwenden. Beim Trockenmahlen auf Trommelmühlen
kann man die Einrichtung der • Absaugung des fein gemahlenen Gutes
nach einem Sammelfilter wählen, die ebenfalls automatisch arbeitet Bei
Trockenmahlung muß das Mahlgut staubtrocken sein, um die höchste
Nutzwirkung zu erzielen. Schließlich läuft das auf diesen Maschinen
geschaffene Mahlgut noch über einige hintereinander aufgestellte starke
Magnete.
Zweite Antwort: Zum eisenfreien Zerkleinern von Quarz, h eld-
spat usw. gibt eB nur den Kollergaug, ober- oder unterläufig, mit Granit-
läufern und Granitbodenplatte. Diese Maschine ist die einwandfreieste,
und Sie haben die Gewähr, daß nicht die geringste Verunreinigung in das
Material gelangt.
Dritte Antwort: Zum Mahlen und Zerkleinern von Feldspat,
Quarz und Flußspat kommt, da Sie die Berührung mit Eisenteilen ver-
meiden wollen, nur der Kollergang mit Granitläufern und ebensolcher
Laufbahn in Betracht. Zur Feinmahlung können Sie die Kugelfallmtthle
benützen. Naßmahlung stellt sich entschieden zu teuer. Es ist ratsam,
die Materialien schwach zu glühen, damit die ' Zerkleinerung leichter
erfolgen kann. Die Geraer Industriewerke in Gera-Reuß bauen eine
Trockentrommelanlage, die an den Kollergang angeschlossen wird. Die
Füllung der Mühle erfolgt durch Elevator. Das feingemahlene Produkt
wird mittels Exhaustors abgezogen und gelangt in den Filterkasten. Eine
Bolche Anlage wäre am wirtschaftlichsten ; sonst aber genügt auch Trocken-
mahlung mit Windaichter.
Glas.
63. Wir haben bei unserem Hafenofen mit Kohlenfeuerung mit dem
Uebelstand zu kämpfen, daß aufgetriebene Gegenstände angeraucht sind,
trotzdem bei deren Herstellung zwecks der Erzeugung einer reduzierenden
Flamme Holzspäne beim Auftreiben verbrannt werden. Wie ist dieser
Uebelstand zu beseitigen?
Erste Antwort: Die UrBache des Anlaufens oder Angeraucht-
werdens der aufgetriebenen Glasgegenstflnde ist meistens auf den Schwefel.
gehalt der Kohle zurückzuführen. Bei kleineren Gläsern mit enger Oeff-
nung tritt das Uebel weniger auf, dagegen viel stärker bei Gläsern mit
weiter Oeffnung, weil da die Schwefelgase leichter ins Innere des Gegen-
standes gelangen und sich dort an der Glaswand anlegen können. Dieser
Uebelstand läßt sich nie ganz beseitigen. Bei gewöhnlichen Haushal-
tungsgegenständen kann das Anrauchen etwas vermindert werden, wenn
mit einer möglichst reduzierenden, also rauchigen Flamme gearbeitet wird.
Dieses läßt sich nun nicht immer befolgen, weil ja andere Glasmacher
wieier eine reine Flamme haben wollen, wenn nicht alle aufgetriebene
Artikel anfertigen. Man kann dem Uebelstand jedoch dadurch etwas vor-
beugen, daß im Wärmekuchen unter dem Einwärmeloch eine Oeffnung ausge-
schnitten wird, durch welche man einen Holzknttppel schiebt, sodaß vor
der Einwärmeöffnung eine Holzflamme brennt, die das Eindringen der
Schwefelgase verhindert. Ein geringer Zusatz von Feldspat zum Gemenge
soll das Anrauchen auch etwas verhindern, ist aber nur anwendbar bei
gewöhnlichen Artikeln. Für bessere Artikel aus Kristallglas ist zum Auf-
treiben eine Auftreibmuffel, die mit einer schwefelarmen Kohle beheizt
wird, am geeignetsten. Man hat auch versucht, den angesetzten Hauch
mit salz- oder schwefelsäurehaltigem (ca. 3°/0) Wasser zu beseitigen, ea
gelingt aber nicht immer, den blauen Rand zu entfernen.
Zweite Antwort: Sie hätten angeben sollen, welchen Brenn-
stoff Sie vergasen. Allem Anschein nach ist die Zusammensetzung der
Flamme nicht richtig. Das Auftreiben der Glasgegenstände geschieht doch
am Schmelzofen. Ist nun die Luftkammer zu kalt geworden, so ist die
Verbrennung nicht intensiv genug, und die unverbrannten Gase schlagen
sich als Rauch an den Glasgegenständen nieder. Dasselbe tritt ein, wenn
bei langsamer Befeuerung des Schmelzofens, wie sie bei der Ausarbeit des
Glases stattfindet, dem Ofen Gase zugeführt werden, die viel wässerige
Bestandteile mit sich führen. Die Beimengungen an Teer können durch
den Holzspan nicht verbrannt werden und schlagen Sien daher an den
Glaskörpern nieder. Es empfiehlt sich, einen einfachen Gasreiniger einzu-
schalten, auf die richtige Zusammensetzung der Flamme zu achten und
die Gas- und Luftkammern nicht zu weit abkühlen zu lassen. Ist dei
Schornsteinzug zu gering, so zeigt sich derselbe Fehler, da die Flamme
wie tot im Ofen liegt.
Dritte Antwort: Beim Einwärmen der Gläser im mit Kohlen-
gas beheizten Glasofen tritt meistens der Uebelstand auf, daß die Gläser
anlaufen. Es rührt dies von den von der Kohle sich bildenden Schwefel-
gasen her; je schwefelhaltiger also die Kohle ist, umso stärker tritt
der Fehler auf. Da hilft vielfach selbst die Anwendung von Holzspänen
zwecks der Erzielung einer reduzierenden Flamme nichta, und dann gibl
es zur Bekämpfung des Uebels nur zwei Wege, eine Gaswascheinrichtung
oder, was praktischer und ökonomischer ist, eine besondere Auftreib-
trommel. Letztere kann direkt oder auch mit dem gleichen Generator-
gas wie der Glaaofen beheizt werden. Hier kann man Gaa gebrauchen,
da man in der Lage ist, mit sehr starkem Rauohfeuer zu arbeiten, wo*
bei ein Anlaufen der Gläser durch die Schwefelgaae nicht mehr statt
im. (6b. Jahrgang.)
SPRECttSÄAL- CO ÖUftÖ.
Nr. $8 — m
findet. Läßt sich der Schmelzofen — ohne andere Fehler hervorzurufen —
ebenfalls mit starkem Bauchfeuer betreiben, dann iat natürlich die Gas-
waacheinrichtuug oder die Auftreibtrommel entbehrlich.
64. Zu besonderen Qlasdekoren benötigen wir ein dunkles, aber nach
dem Einbrennen schön leuchtendes Eisenrot. Wer liefert ein solches Bot?
Antwort: Wenden Sie Sich an die im Anzeigenteil genannten
Farbenfabriken. In eigener Zuschrift melden sich Gerlach & Wenzel in
Pößneck i. Thür, und Geitner & Comp, in Schneeberg i. S. zu Lieferung
des Eisenrot.
65. Wie und womit werden die Glaszylinder in" Rekordspritzen ein-
gekittet oder eingelötet? Die im Sprechsaal-Kalender und in den Antworten
zur Glas-Frage 43 angegebenen Kitte eignen sich nicht für den genannten
Zweck.
Erste Antwort: Um Glas mit Metall zu verbinden, eignen sich
die folgenden Kitte: 1. Zinkoxyd mit konzentrierter Zinkchloridlösung.
2. Bleiglätte mit Glyzerin zu einer teigartigen Masse verrieben. 3 Ein
Gemiach von 100 T. Silberglätte, fein gepulvert, und 50 T. Bleiweiß werden
mit 3 T. gekochtem L«inöl und 1 T. Kopallack zu einem S' reichbaren
Kitt verrieben. 4, 200 g Leim werden in Wasser aufgequollen und dann
mit 100 g Harz gekocht, worauf dieser Lösung so viel gebrannter Ocker
zugesetzt wird, daß man einen dicken Brei erhält.
Zweite Antwort: Um eine innige, feste Verbindung zwischen
Glaszylinder und Metallkörper herzustellen, muß nicht nur der einzukittende
Teil des Glaszylinders, sondern auch die innere Fläche des Metallaufsatzes
aufgerauht sein. Der letztere ist zudem vor dem Aufkitten gut anzu-
wärmen, damit er sich nach dem Erkalten zusammenzieht. Weiter ist
darauf zu achten, daß die Metallflächen, die aufgekittet werden, rein und
frei von Grünspan usw. sind. Unter genauer Beobachtung des oben
Gesagten verwenden Sie einen Kitt aus 8 Teilen Kolophonium, 3 Teilen
weißem Wachs, 4 Teilen Eoglischrot, 1 Teil venezianischem Terpentin und
1 Teil Braunstein.
Dritte Antwort: Wollen Sie noch einen besseren Kitt als die
von Ihnen angezogenen haben, so müssen Sie sich schon selbst der Muhe
unterziehen, einen für Sie geeigneteren Kitt zusammenzustellen bezw. aus-
zuprobieren. Dann, wenn Sie mit den vielen Vorschriften nicht zurecht
kommen, so liegt das nicht an den letzteren, sondern an der unsach-
gemäßen Arbeitiweise. Es würde Ihnen daher auch nichts nützen, wollte
man den vielen Vorschriften noch eine neue beifügen.
Keramik.
86. Unsere Fürbringermuffel mit 35 Pfannen von 600X600X10
braucht mindestens 8 Stunden bis sie so in Glut kommt, daß wir arbeiten
können. Dies ist nach unserer Ansicht zu lange. Welches ist die
normale Zeit?
70 _ Welche Ansprüche können an ungeputzte Hafenschalen gestellt
werden, die wieder verwendet werden sollen?
Tl. Wer liefert Holzformen für Hohlglas?
Hierzu eine Beilage: Prospekt der Firma Dresdner Maschinenfabrik und Schiffswerft Uebigau Aktiengesellschaft
Dresden-N. 81.
Wir erfüllen hiermit die7traurige Pflicht, anzuzeigen, daß am'2. Juni der Begründer unserer Firma
Herr Kommerzienrat Dr. ing. h. e.
ax Roesler
durch einen sanften Tod von seinem langen Leiden erlöst worden ist.
Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen, welcher viele Jahre Vorstand unserer Gesellschaft und
später ein hervorragendes Mitglied unseres Aufsichtsrates war, ein Voröild an Arbeitskraft und Schaffens,
freudigkeit, dessen Gedenken bei unserer Gesellschaft nie erlöschen wird.
R o d a c h , den 3. Juni 1922.
Aufsichtsraf und Vorst&nd
«Sei* lax Roesler Feinsteingutfabrik A.-O.
Am 2. ds. Mts. früh entschlief sanft im Alter von 82 Jahren
Herr Kommerzienrat Dr. ing. h. e. MciX RoeSlör
der Gründer der Firma.
Bis zum Zeitpunkt seiner vor einigen Jahren erfolgten Zurückziehung ins Privatleben war der
Dahingeschiedene unser hochgeschätzter wohlwollender Chef, und wir betrauern in dem Entschlafenen den
Verlust eines Vorbildes von Pflichterfüllung, Schaffensfreude und geradem Charakter, dem das Wohl seines
Personals stets nahegelegen hat.
Bei allen, die unter der Leitung des nach arbeitsreichem Leben Dahingeschiedenen tätig zu sein
Gelegenheit hatten, ist dem Verblichenen ein ehrendes Andenken für immer gesichert.
Rodach, den 3. Juni 1922.
Das Beamten- und Arbeiterpersonal
der Max Roesler Feinsteingutfabrik A.-G.
I
'l
tX — Nr. 23
SPRECHSAAL-COBU
1922. (55. Jahrgang.)
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„ 25 cm/58 und 80 mm, opal und
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(65. Jahrgang.)
Coburg, den 15. Juni 1922.
Nummer 24
Zeitschrift für bie Keramischen, Blas- unb verwanbten Inbustrien
[Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
^•Prämiiert: St Louis 1904 ■ Qoldene Medaille
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Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jt 35.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 3.—, Stellengesuche M 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Porosität, Festigkeit und Absorptions-
vermögen gewisser Gipsmörtel.
(Nachdruck' verboten.)
A. B. Taylor und E. Irvine berichten in den Transactions
9l the Engl. Ceram. Soc. XX (1921/22), Tl. II,. S. 83-92, über
Ihre Erfahrungen bei der Herstellung von Gipsformen, die einem
Druck von 5—20 Ibs. auf 1 D-Zoll (d.s. 0,35—1,4 kg/1 cm2)
Standhalten sollten, dabei aber möglichst lange brauchbar und
genügend porös und saugfähig sein mußten. Die Verfasser
Besprachen zunächst ausführlich die Forschungsergebnisse von
Besch, Rohland, Marignac, van t Hoff, Glasenapp, Ostwald und
Wolski und von anderen über das Abbinden des Gipses. Alles
dies soll hier übergangen werden, da es in den ursprünglichen
Abhandlungen nachgelesen werden kann.
In dem nun folgenden experimentellen Teile nahmen die
Verfasser Bestimmungen der Porosität, der Festigkeit und der
Brinell schen Härte vor, um so den Einfluß des Anmachewassers
find gewisser Salze auf den Gips beim Abbinden zu studieren.
Dabei fanden sie, daß Gemische aus 2,6—3 Tl. auf 1 Tl.
Wasser + l°/0 Borax von fast plastisch zu nennender Be-
schaffenheit sind und mit der Hand geformt werden können.
Die Festigkeit eines Probekörpers, der aus einem Gemisch von
i Tl Gips auf 1 Tl. Wasser hergestellt war, erwies sich 4 bis
5 Mal so groß wie die eines Probekörpers aus einem gewöhn-
ichen Gemisch, das nur 1,5 Tl. Gips auf 1 Tl. Wasser enthielt.
Beim Gießen unter Druck wird die Kapillarwirkung der
aoren durch den Einfluß des Druckunterschiedes zwischen
innen- und Außenseite der Form gesteigert. Dieser Einfluß
ist über die ganze Form gleichmäßig, unabhängig von ihrer
Dicke, da die Reibung der entweichenden Luft belanglos ist
m Vergleich zu der des Wassers, doch gilt dies nur, bis der
tünnste Teil der ' Wandung gesättigt ist. Tritt dies ein, so
werden diese Teile der Gipsform dem austretenden Wasser
weniger Widerstand entgegensetzen, und es wird sich hier mehr
Ton ablagern. Es wurde gefunden, daß es besser ist, mit
formen zu arbeiten, bei denen nirgends Sättigung eintritt.
Eine zum Gießen bestimmte Form sollte eine gewisse
Frenze der Saugfähigkeit nicht unterschreiten. Die Verfasser
stellten nun Versuche an, um die Abhängigkeit der Saugkraft
ler Formen von der Porosität zu ermitteln, und zwar a) unter
lern Einfluß der Kapillarwirkung allein und b) bei einem be-
itimmten Druck, wobei sie Gemische von 1 bis 1,8 Tl. Gips
iuf 1 Tl. Wasser und von 1,8 bis 3 Tl. Gips auf 1 Tl. der ge-
kannten Boraxlösung verwendeten. Der bei der Sättigung der
formen mit Wasser angewandte Druck betrug 300 mm Queck-
silbersäule (d, s. 6 lbs. auf 1 G-Zoll oder 0,42 kg / 1 cm2). Die
Ergebnisse sprachen zu Gunsten der Anwendung der 1 °/0-igen
Boraxlösung. Z. B. war in beiden Fällen das Absorptions-
vermögen bei Gipsformen, die mit 1,8 Tl. Gips auf 1 Tl. Borax-
lösung hergestellt waren, größer als bei Verwendung von
1,8 Tl. Gips und 1 Tl. reinem Wasser.
Taucht man einen porösen Stab mit der Grundfläche in
Wasser ein, so ist die Entfernung, um die das Wasser in einer
bestimmten Zeit in den Körper eindringt, direkt proportional
der Quadratwurzel aus der Versuchsdauer. Bei den Versuchen
wurde hier ein hohler, mit Wasser gefüllter Zylinder benutzt.
Es betrug z. B. die Benetzung einer Gipsform aus einem Gemisch
mit 2 Tl. Gips + 1 Tl. Boraxlösung unter Druck fast das dreifache
einer solchen, die aus 2,8 Tl. Gips + 1 Tl. Boraxlösung ohne
Anwendung von Druck hergestellt war. Weiter wurde gefunden,
daß die so hergestellte Form bei Anwendung des obengenannten
Druckes (42 kg / 1 cm2) eine Saugkraft besaß, die der von
Gipsmörtel aus 1,4 Tl. Gips + 1 Teil Wasser gleichkommt,
nämlich 21 g Wasser nach 1 Min. Dabei zeigte eine Form
aus der 2,0-Mischung die doppelte Biegungsfestigkeit wie eine
solche aus einer 1,4-Mischung.
Der für die Versuche benutzte Gips hatte folgende Zu-
sammensetzung: 3,59 Feuchtigkeit (Verlust bei 105° C)
5,34 chemisch gebundenes Wasser
0,14 Si02
Spuren Fe203 und A1202
52,69 SOs
37,94 CaO
Spur MgO
99,70
Zum Schlüsse erwähnen die Verfasser, daß die Anwendung
einer Lösung mit höherem Boraxgehalt möglicherweise die
Härte des Gipses noch mehr verändern und für die gleiche
Porosität einen festeren Körper geben könnte. Sie glaubten
aber, schon genügend dargetan zu haben, daß ein Boraxzusatz
einen sehr festen Gips ergibt, was besonders für das Gießen
unter Druck praktische Bedeutung haben dürfte.
Der Niedergang der keramischen Klein-
werkstättenbetriebe.
Von Eduard Motschmann, München.
(Nachdruck verboten.)
Jene Werkstätten, die jahrzehntelang die Arbeiten von
Künstlern und nach den Entwürfen von Architekten Gegen-
stände für Innenausstattung von Kirchen, Gebäuden usw. in
Keramik hergestellt haben, müssen, gezwungen durch die Un-
möglichkeit der Beschaffung überteuerter Rohmaterialien,
276 — Nr. 24
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
ihren Betrieb stillegen. Die im verflossenen Jahre unter-
nommenen Versuche eines Zusammenschlusses zum gemeinsamen
Bezug ron Rohmaterialien scheiterten erstens daran, daß fast
ein jeder Betrieb andere Tone und Glasuren verarbeitet, wo-
durch sogar in großen Städten, wo sich doch meistens mehrere
Werkstätten befinden, Waggonbezüge nicht durchführen ließen.
Zweitens war es nicht möglich, eine Einigung über einheitliche
Verkaufspreis« herbeizuführen oder wenigstens einen Grund-
preis für die hauptsächlichsten Artikel festzusetzen, unter welchem
keiner verkaufen durfte.
Wenn man sich vergegenwärtigt, mit welchen primitiven
Mitteln diese kleinen Werkstätten arbeiten müssen, so liegt es
klar auf der Hand, daß ein Weiterarbeiten unmöglich ist.
Maschinen zur Aufbereitung von Masse und Glasur gibt es in
den meisten Werkstätten nicht, alles wird mit den Händen
geknetet und gerieben. Eine Stunde ist schnell verflossen, und
der hohe Arbeitslohn dafür wirkt schwer belastend auf die
Gestehungskosten. Das Gießen der Gegenstände, das einen
Artikel billiger macht, ist auch wenig eingeführt. Man formt
fast alles, was sehr zeitraubend ist, ganz abgesehen davon, daß
bei einem geformten Gegenstand viel mehr zu retuschieren ist,
als bei einem gegossenen. Große Mängel zeigen sich beim
Glasieren. Zumeist werden die Glasuren nicht selbst hergestellt,
sondern man bezieht dieselben von den bekannten Glasur-
fabriken. Die verschiedenen Massen stimmen nicht immer mit
den Glasuren überein, es wird dann probiert und herumgedoktert,
bis das Gewünschte gefunden ist. Welche Zeit hierfür ver-
wendet wird, ist jedem klar, der Einblick in die Verhältnisse
hat. Diese Zeit muß natürlich auch teuer bezahlt werden, und
schon wieder steigen die Gestehungskosten gegenüber denjenigen
einer geregelten Fabrikation.
Beim Brennen stoßen wir abermals auf Schwierigkeiten.
Gewöhnlich sind es kleine Muffeln, die in den Werkstätten
allgemein zum Brennen verwandt werden. Das Merkwürdige
dabei ist, daß die meisten dieser kleinen Muffeln von '/2 — 2 cbm
Setzraum eine übermäßig lange Brenndauer haben — 36 — 48
Stunden sind wirklich nicht übertrieben und durchaus keine
Seltenheit — , dabei wird meistens schon bei SK 010 — 05 gar-
gebrannt. Vielfach werden nun noch die verschiedensten Tone
und Glasuren in den Ofen gefüllt, wodurch der Ausfall von
guter Ware sehr in Frage gestellt ist, denn nicht jeder Ton
und jede Glasur verträgt ein und denselben Hitzegrad. Der
Eohlenverbrauch einer kleinen Muffel ist gegenüber demjenigen
einer großen Muffel prozentual wesentlich höher. Bei einer
Brenndauer von 36 Stunden sind 15 Ztr. Kohlenverbrauch bei
einer 1 cbm-Muffel gewiß gering angesetzt, das sind bei dem
heutigen Kohlenpreis etwa Ji 1200 für einen Brand. Zwei
Brände, Schrüh- und Glattbrand, kosten zusammen etwa Ji 2000 ;
wieviel Brennkosten kommen dann auf jedes Stück des ver-
hältnismäßig geringen Inhalts? Dabei ist aber noch nicht ein-
mal eingerechnet, was Einsetzen, Ausnehmen, Brennhilfsmittel,
Ofenabnützung usw. kosten. Leider wird nun auch in den
kleinen Werkstätten viel zu wenig gerechnet und z. B. fest-
gestellt, wie hoch sich die Brennkosten für jedes Stück stellen;
dies ist aber unbedingt erforderlich, wenn man verdienen will.
Das wenige hier Angeführte läßt sehen erkennen, wodurch
der Niedergang der keramischen Kleinwerkstätten herbeigeführt
wird-, doch noch ein anderer wichtiger Punkt darf nicht vergessen
werden. Wie schon eingangs bemerkt, arbeiten die meisten
dieser kleinen Werkstätten für Künstler, Bildhauer, Architekten
usw. Unter diesen Leuten gibt es nun welche, mit denen es
sich sehr gut arbeiten läßt und die auch die Arbeit anerkennen
und den geforderten Preis zahlen. Es gibt aber auch viele, die
jeden Preis zu hoch finden, mag er noch so berechtigt sein.
Diese Herren wandern nun von einer Werkstätte zur anderen,
bis sie ihr Opfer gefunden haben, das ihnen die Arbeit billig
ausführt. Gerade aus diesem Grunde wäre es von Vorteil gewesen,
wenn eine Einigung in der Preisfrage zustande gekommen wäre,
weil dadurch möglicherweise dem Niedergang entgegengearbeitet
werden konnte. Es sei noch bemerkt, daß gerade die zuletzt
genannten Leute neben der Preisdrückerei noch die Angewohn-
heit haben, die Ware bei den geringsten Glasur- oder sonstigen
Fehlern nicht anzunehmen ; welcher Schaden dadurch den kleinen
Werkstätten zugefügt wird, kann sich jeder Fachmann leicht
berechnen.
Im Interesse der strebsamen und fleißigen Kleinwerkstätten-
Besitzer würde es mich freuen, wenn einsichtsvolle Künstler
usw. diese wenigen Zeilen beherzigen wollten und durch reiche
Aufträge bei entsprechenden Preisen zur Wiederbelebung und
Unterstützung der keramischen Kleinwerkstätten beitragen
würden. Es ist bekannt genug, daß derartige keramische Er-
zeugnisse in den Kunstausstellungen, Kunstgewerbevereinen,
Kunst- und Luxuswarenhandlungen usw. viel und gern gekauft
werden und nicht zuletzt au sehr hohen Preisen. Bis heute
aber hat der Hersteller dieser künstlerischen Wertgegenstände
in Keramik immer das wenigste verdient.
Ueber das Strecken des Tafelglases
und die Streckfehler.
Von Otto Schrenk.
(Nachdruck verboten.)
j
> Eine gute, sachgemäß durchgeführte Streckung der Walze ,
ist zur Erzielung schönen Tafelglases Hauptbedingung. Durc i e
schlecht geschultes Personal, sowie durch verschiedene andej ,
Umstände, die im folgenden näher besprochen werden möge \
können Walzen, die sowohl im Glase, als auch in der Arbe
fehlerlos sind, auf vielerlei Weise mit Fehlern behaftet werde j
und eine minderwertige Ware ergeben, die nur als Ausseht t
in den Handel gebracht werden kann. Die Arbeit des Streckei
ist für das Ergebnis der Produktion hauptsächlich maßgeben
denn das beste Glas kann durch schlechte Streckung verdorbe
werden, während anderseits die Qualität eines nicht ganz eii
wandfreien Produktes durch eine gute Streckung bedeuter [
gehoben werden kann.
Der Walzen sollen möglichst symmetrisch und gleichmäßi "
stark geblasen sein. Bei gut gearbeiteten Walzen entstehe 1
beim Ausbreiten im Streckofen wenig Falten ; es braucht dahi ,
nicht lange gebügelt zu werden, und die Tafeln kommen ü
folgedessen bald aus dem Bereiche des Feuers. Bei schied ]
gearbeiteten Walzen hingegen braucht man längere Zeit, bis d
Falten verbügelt sind, ja, manche Falten lassen sich üb er hau] .
nicht ausbügeln ; unter solchen Umständen ist es natürlich dei f
besten Strecker nicht möglich, schöne Blätter zu bekommen, i
Es sollen hier nun einige beim Strecken vorkommend r.
Fehler, ihre Entstehung und ihre Vermeidung besprochen werdei <
Schön gestreckte Tafeln erhält man natürlich nur auf gl j
polierten Steinen. Das Polieren und Anwärmen des Strecl %
steines habe ich bereits in einem früheren Aufsatze im Sprechsai ]
behandelt.
Bevor der Streckstein aus dem Kühlraum in den Vorde
ofen gezogen wird, muß er jedesmal gut abgeputzt werde: \
weil beim Ueberlegen der Tafel auf die Kühlsteine Glassplitte]
chen sowie auch andere Fremdkörper auf den Stein komme] 8
die an der weichen Tafel ankleben, wodurch deren Oberfläcl ;
unschön verändert wird. Diese Fehler nennt man „Matten! '
Zur Vermeidung von Matten muß auch das Gewölbe des Strecl 1
ofens vor dem Polieren der Steine von der angesetzten Flu;
asche durch Abkehren befreit werden; auch ist es von Vortei
wenn man es manchmal mit Wasserglas bestreicht, weil d, 1
durch das Herabfallen des Mörtels aus den Fugen auf de !
Streckstein verhindert wird.
Das WasseV im Einnetzfasse muß öfters erneuert und dt f
Faß gründlich gereinigt werden, weil das Wasser durch de
beim Kehren der Hütte und auf andere Weise entstehende •
Staub und durch die vom Bügelholz sich ablösende Kohle i
kurzer Zeit verunreinigt wird. Der Schmutz bleibt dann a 1
dem abzulöschenden Bügelholz haften und zerkratzt beim Aut '
bügeln die Tafel. Die so entstehenden Kratzer, „Bügelkratzer '
genannt, sind haarfeine Ritzer, die beim Sortieren leicht üben
sehen werden können, sich beim nachherigen Durchsehe 1
jedoch sehr unliebsam bemerkbar machen. Sehr , stark zei 1
kratzt werden Tafeln, wenn durch schlechtes Abschneiden de 1
angesetzten Patzels Gröseln in den Walzen anhaften, die dan
während des Bügeins losgerissen und in das Bügelholz ge
drückt werden. Da solche Blätter gewöhnlich auf ihrer ganze)
Oberfläche zerkratzt sind, können sie nur als Ausschußwar
Verwendung finden.
Die Bügelhölzer werden aus weichen Holzarten, Erl«
Pappel oder Weide hergestellt; bei ihrem Zuschneiden acht
man darauf, daß zumindest die Seiten, die zum Bügeln benutz!
werden seilen, astfrei sind. Bevor sie in Gebrauch genomme]
werden, sollen sie längere Zeit im Wasser lagern.
„Ueberlegkratzer" entstehen, wenn der Streckstein gegen!
über den Kühlsteinen zu hoch liegt. Beim Ueberlegen de
Tafel vom Streckstein auf die Kühlsteine wird, wenn die Tafe
nicht sehr hoch gehoben wird, die untere Partie der Tafel voi
der Kante des zu hoch stehenden Strecksteines zerkratzt. De
Streckstein darf daher nur wenig höher sein als die Kühlsteine
Sogenannte „Plattenwisc^er" treten beinahe jedesmal nacl
dem Polieren der Steine auf und auch dann, wenn ein neue
Streckstein in Gebrauch genommen wurde. Beim Anwärme)
dehnt sich der Stein aus, wodurch die Politur Bisse bekommt
deren Kanten nach oben ragen. Wird nun während dei
Streckens die im erweichten Zustande befindliche Tafel au
dem Steine geschoben, so wird sie von den aufstehenden Kantei
zerkratzt. Zur Beseitigung dieses Uebels muß man den Streck
stein mit Gipspulver bestreuen und hierauf mit einem glattei
Schamottestein, der an einer entsprechend langen Eisenstange
befestigt ist, leicht abreiben; dadurch werden die hervorragen
den Kanten abgeschliffen und die Risse in der Politur ver-
rieben. Diese Arbeit dauert nur einige Minuten, und dei
Fehler wird dadurch behoben sein.
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Mr. 24 — 277
Auch mit dem Krappen (Uebernehmeisen) werden Tafeln
vielfach zerkratzt. Der Strecker soll vor Beginn seiner Schicht
den Krappen, soweit dieser mit der Walze in Berührung
kommt, mit Gips abreiben. Bei dieser Gelegenheit sieht er
auch, ob dem im Feuer .befindlichen Teil des Krappens nicht
etwa Hammerschlag anhaftet; ist solcher vorhanden, so wird
er abgeklopft, dann die so gereinigte Stelle glatt gefeilt und
mit Gips bestrichen. Da das Walzenböckel auch viel dem
Feuer ausgesetzt ist, soll es wie der Krappen untersucht und
mit Gips eingerieben werden, weil sonst beim unvorsichtigen
Auflegen der Walze auf das Walzenböckel oder bei deren
Uebernehmen auf den Streckstein das Entstehen von Kratzern
unvermeidlich wäre. Es sind dies rötliche Eisenkratzer, ähn-
lich jenen, die vom Krappen herrühren.
Bei schlecht gearbeiteten Walzen ist der Strecker ge-
zwungen, beim Ausbreiten der Walze auf den Streckstein mit
dem Krappen tüchtig nachzuhelfen. In einem solchen Falle
sind Krapp enkr atzer unvermeidlich. Sind die Walzen bereits
zu viel vorgewärmt, so hinterläßt der Krappen beim Ueber-
nehmen auf den Streckstein in dem erweichten Glase Ein-
drücke. In je weicherem Zustande die Walze beim Ueber-
nehmen sich befindet, desto ausgeprägter werden die Ein-
drücke sein.
Die Walzen sollen, bevor sie in den Streckofen kommen,
innen und außen mit Putzwolle, Hadern usw. gereinigt werden.
Dieses Reinigen ist hauptsächlich innen notwendig, weil be-
kanntlich beim Aufsprengen in die Walzen Sägespäne oder
Kohlenstaub gestreut werden, damit sich das Aufsprengeisen
in der Walze leichter bewegt. Würde man nun die Sägespäne,
die beim Aufsprengen teilweise verkohlen und an der Walze
ankleben, nicht entfernen, so würden diese Kohleteilchen beim
Bügeln an dem Bügelholz ankleben und die Tafel zerkratzen.
Oft wird auch der Fehler begangen, daß der Streckstein
nicht rechtzeitig herausgenommen wird, um ihn zu polieren.
Es ist natürlich ganz ausgeschlossen, auf einem solchen Stein
schön gestreckte Tafeln zu erhalten. Die Annahme, die Streck-
steine so lange als nur irgend möglich im Ofen zu belassen,
ist ganz falsch. Mit dem Herausnehmen der Steine soll man
nicht warten, bis die schlechten Tafeln dazu zwingen, sondern
man soll dies rechtzeitig tun.
Bei allzu schnellem Strecken kann es leicht vorkommen,
daß die Tafeln verbrannt werden; denn um schnell strecken
zu können, muß der Strecker den Ofen sehr heiß halten.
Wenn nun die zu streckenden Walzen nicht gut gearbeitet sind,
sodaß der Strecker mit diesen im Vorderofen länger aufge-
halten wird, so werden die Strecksteine dabei derart erwärmt,
daß die Tafeln an dem Stein förmlich ankleben, wobei dann
Teilchen der Politur an den Tafeln haften bleiben. Auf einer
derartigen Tafel werden alle auf dem Steine vorhandenen Risse
und Poren zu sehen sein, und sie wird überhaupt ein getreues
Abbild des Steines zeigen.
Bei einem solchen Vorgange wird die Politur derart ver-
dorben, daß ein auf diese Weise mißhandelter Stein heraus-
genommen und das Polieren von neuem vorgenommen werden
muß. Zur Schonung und Erhaltung der Politur ist es zweck-
mäßig, nach Beendigung einer jeden Schicht eine Pause von
zehn bis fünfzehn Minuten eintreten zu lassen, damit die
Strecksteine abkühlen können. Dadurch wird auch dem Ver-
brennen der Tafeln in gewissem Maße vorgebeugt.
Während des Anwärmens des Streckofens und der Steine
setzt sich an das Gewölbe viel Ruß an. Dieser kann dadurch
leicht entfernt werden, daß man den Ofen eine Stunde vor
Beginn des Streckens jedesmal eine Viertelstunde ganz absperrt.
Wenn dann nach dieser Zeit das Feuer wieder in den Streck-
ofen kommt, löst sich der Ruß stückweise ab. Wird dieser
Vorgang zwei bis dreimal wiederholt, so ist das Gewölbe rein.
Wenn jedoch dieses Abrußen unterlassen wird, so fallen während
des Streckens Rußflocken auf die Steine. Gelingt es dem
Strecker nicht mehr, diese zu entfernen, sodaß die im erweich-
ten Zustand befindliche Tafel auf solche Rußstücke zu liegen
kommt, so kleben letztere an und hinterlassen an dieser Stelle
sichtbare Flecken. Da der angeklebte Ruß an der Tafel ver-
glüht, werden diese Stellen überaus spröde. Wird dann beim
Schneiden eine solche Stelle mit dem Diamanten berührt, so
bekommt das Blatt hier Sprünge, die sternartig auslaufen.
Auch wenn ein mit derartigen Fehlern behaftetes Blatt unbe-
schnitten im Stoße stehen bleibt, wird es in den meisten
Fällen nach einiger Zeit an der Stelle des Raßfleckens diese
sternartigen Sprünge bekommen.
Verziehungen der Glastafeln werden durch unrichtige Ver-
teilung der Kühlwärme im Kühlraum und Küblkanal hervor-
gerufen.
Kanalbruch ist auf eine zu schroffe Wärmeabstufung im
Kühlkanal zurückzuführen.
Die Schieberöhre beim Streckofen, die noch in manchen
Tafelglashütten in Gebrauch ist, ist als durchaus unpraktisch
zu verwerfen. Abgesehen davon, daß sie in der Streckhütte
einen nicht unbedeutenden Raum in Anspruch nimmt, der in
vielen Hütten nicht gerade im Uebermaß vorhanden ist und
anderweitig gut verwendet werden könnte, wird, was wohl die
Hauptsache ist, mehr Bruch entstehen als in jenen Fällen, wo
dieses veraltete Streckofenanhängsel nicht vorhanden ist. Wenn
ohne die Schieberöhre gestreckt wird, muß der Spalt der
Walzen sowohl beim Saum als auch bei der Kappe durch Holz-
klammern geklemmt werden. Bei diesem Verfahren kann man
die in jeder Stärke erzeugten Walzen direkt in den Streckofen
schieben, ohne befürchten zu müssen, daß sie springen, voraus-
gesetzt, daß die Walzen keine Fehler, wie Steine usw. besitzen,
die an und für sich ein Springen der Walzen zur Folge haben
würden. Hierher ist auch das schlechte Aufsprengen, mit za
heißem Aufsprengeisen, zu zählen.
Steine, Eisen, Scheller, überhaupt alle Fremdkörper und
schadhaften Stellen, die das Springen der Walzen herbeiführen,
sollen vom Glasmacher herausgeschnitten werden.
Beim Strecken mit der Schieberöhre werden die beiden
Spaltschnitte der Walzen übereinander gelegt. Beim Vorwärmen
in der Schieberöhre wird nun infolge der Wärme die Spannung
der Walze bedeutend erhöht, und die Möglichkeit des Zer-
brechen« der Walze in diesem Zustande ist sehr groß. Bei
nicht sehr vorsichtigem Weiterschieben in den Streckofen
kommt die Walze in schwankende Bewegung, die dann im vielen
Fällen das Zerbrechen der Walze zur Folge hat. Auch werden
die Walzen in der Schieberöhre ungleich vorgewärmt, sodaß
sie dann beim Ausbreiten auf dem Strecksteine mehr Falten
werfen, als dies bei einer gleichmäßig erwärmten Walze der
Fall ist.
Beim „Klammern" der Walzen muß man beide Spaltschnitte
aneinanderlegen und an beiden Enden je eine Holzklammer
anstecken. Dieses „Klammern" hat den Zweck, das Ueber-
einanderfallen der Spaltschnitte beim Einschieben in den
Streckofen zu verhindern. Bevor noch die Holzklammern ver-
brennen, ist die Walze bereits soweit erwärmt, daß sie nur
noch bei ganz besonderer Unachtsamkeit des Streckpersonals
brechen könnte. Auch das flotte Strecken wird bei diesem
Vorgange in keiner Weise beeinträchtigt, denn sobald der
Strecker die Walze mit dem Krappen auf den Streckstein ge-
legt hat, kann schon wieder eine Walze in den Streckofen ge-
schoben werden, die bis zur Fertigstellung der ersteren bereits
wieder soweit angewärmt ist, daß das Strecken ohne Zeitverlust
vor sich gehen kann. Von der Richtigkeit des Gesagten kann
sich jeder, ohne sofortige Beseitigung der Schieberöhre, da-
durch leicht überzeugen, daß er geklammerte Walzen ohne
Aufenthalt in der Schieberöhre direkt in den Streckofen
schieben läßt.
Die Holzklammern können aus kleineren Bretterabfällen,
die ja jede Hütte bei der Anfertigung der Kisten in genügender
Menge zur Verfügung hat, hergestellt werden. Sie müssen je-
doch sehr gut getrocknet sein, weil bei Benützung von nicht
gut getrockneten Klammern die Walzen an den geklammerten
Enden leicht Sprünge bekommen.
Stocherkurs.
Nachdem bereits im „Sprechsaal" Nr. 21, S. 244, über
den von der „Wärmetechnischen Beratungsstelle der Deutschen
Glasindustrie (W.B.G.) Frankfurt a. M." am 26. und 27. Juni
d. J. in Dresden veranstalteten Stocherkurs ausführlieh berichtet
wurde, geben wir nachstehend das inzwischen veröffentlichte
Programm bekannt:
1. Tag, Montag, den 26. Juni 1922.
9^2 — 10 vorm. Einführung,
10 — 11 „ Wirkungsweise alter und neuzeitlicher Gas-
erzeuger,
11— 12 „ Meßtechnische Verfahren zur Kontrolle des
Gaserzeugerbetriebes,
a) Gasuntersuchungen,
b) Feuchtigkeitsbestimmungen,
c) Temperatur-Druckmessungen,
2 — 3 nachm. Unterweisung in der Handhabung von Meß«
instrumenten,
3— 5 „ i Praktische Uebungen an Gaserzeugern unter
normalen Betriebsverhältnissen.
2. Tag, Dienstag, den 27. Juni 1922,
8^2 — 91/* vorm. Auswertung der Meßergebnisse,
9^2 — 12 V2 » Praktische Uebungen an Gaserzeugern
unter geänderten Betriebs Verhältnissen
(Dampf- und Windzusatz, Bedienung),
2'/2 — 3^2 nachm. Einfluß geänderter Betriebsverhältnisse auf
die Gasbeschaffenheit,
4 — 5 „ Einrichtungen zur laufenden Kontrolle de«
Gaserzeugerbetriebe«,
278 — Nr. 24
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. («Jahrgang.))
Das aufgestellte Arbeitsprogramm verspricht in seinen einzelnen
Teilen sehr interessant zu werden und wird den Teilnehmern
vielseitige Anregungen für die Betriebe geben. Zahlreiche Meß-
instrumente und Apparate, die in letzter Zeit auf den Markt
gelangt sind, kommen zur Vorführung und werden an Ort und
Stelle auf ihre praktische Nutzanwendung hin geprüft werden.
Entwurf eines Gesetzes
über die Ermächtigung* zu Zollerhöhungen.
Dem Deutschen Reichstage ist soeben der Entwurf eines
Gesetzes über die Ermächtigung zu Zollerhöhungen vorgelegt
worden. Der Reichsrat hat seine Zustimmung zu diesem Ge-
setzentwürfe bereits erteilt.
Durch dieses Gesetz wird die Reichsregierung ermächtigt,
nach Anhörung eines Ausschusses, in den der Reichstag, der
Reichsrat und der vorläufige Reichswirtschaftsrat je 4 Mit-
glieder entsenden, im Falle eines dringenden wirtschaftlichen
Bedürfnisses die Eingangszölle für zollpflichtige Waren zu er-
höhen und nach dem Zolltarif zollfreie Waren mit Eingangs-
zöllen zu belegen.
Das Gesetz soll mit dem auf die Verkündung folgenden
Tage in Kraft treten.
In der Begründung zu -diesem Gesetzentwurf wird folgendes
ausgeführt: Das vom Reichstage vor kurzer Zeit verabschiedete
Gesetz über die Erhöhung von Zöllen sieht neben der Er-
höhung einiger Finanzzölle (§ 1) die Verdoppelung des allge-
meinen Zollsatzes für solche Waren vor, die für den allgemeinen
Verbrauch nicht wesentlich sind, oder die dem Luxusbedürfnis
dienen (§ 2). Ob die in § 2 vorgesehene Erhöhung für längere
Zeit ausreichen wird, ist bei der Unsicherheit der Wirtschafts-
lage schwer zu beurteilen. Unter Umständen kann sehr schnell
das dringende Bedürfnis eintreten, für bestimmte Arten von
Waren den allgemeinen Zollsatz um einen weiteren Prozentsatz
zu erhöhen oder unter Aufhebung der jetzt nach dem Zolltarif
bestehenden Zollfreiheit Einfuhrzölle einzuführen. Dann würde
aber die Einbringung und Verabschiedung eines dahingehenden
Gesetzes zu lange Zeit in Anspruch nehmen. Mit der gebotenen
Beschleunigung kann nur im Verwaltungswege Abhilfe ge-
schaffen werden. Entsprechend dem auch in anderen Ländern
(z. B. Belgien, Frankreich, Italien, Schweiz) eingeführten Ver-
fahren erscheint es deshalb notwendig, durch ein Gesetz der
Reichsregierung die allgemeine Ermächtigung zu erteilen, daß
sie im Falle eines dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses
Zollverschärfungen selbständig beschließen kann. Um indessen
die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches bei derartigen
Maßnahmen nicht mehr, als durch die Eilbedürftigkeit geboten
ist, auszuschalten, und um auch dem vorläufigen Reichswirt-
schaftsrat Gelegenheit zur Abgabe eines Gutachtens zu geben,
erscheint es zweckmäßig, den Eintritt von Zollerhöhungen da-
von abhängig zu machen, daß die Reichsregierung über das
wirtschaftliche Bedürfnis einer Zolltarifänderung und über die
Höhe des einzuführenden Zollsatzes einen Ausschuß hört, in
den der Reichstag, der Reichsrat und der vorläufige Reichs-
wirtschaftsrat je 4 Mitglieder entsenden, und auf dessen Gut-
achten sich die Reichsregierung bei ihren Entschließungen
stützen kann. Diesen Zwecken soll der vorliegende Gesetz-
entwurf dienen.
Die Ermächtigung zur Vornahme von Zollverschärfungen'
auf bestimmte Arten von Waren zu beschränken, erscheint nicht
angängig, da nicht feststeht, bei welchen von ihnen in Zukunft
das wirtschaftliche Bedürfnis nach einer Zolltarifänderung her-
vortreten kann. Indessen beabsichtigt die Reichsregierung von
der Ermächtigung keinen Gebrauch zu machen bei den im
Artikel 269 Absatz 2 des Friedensvertrages vom 28. Juni 1919
bezeichneten Erzeugnissen und bei den in Abschnitt I, Unter-
abschnitt C, D und E des Zolltarifes vom 25. Dezember 1902
aufgeführten Waren, soweit es sich nicht um reine Lnxuslebens-
mittel handelt. Eine dahingehende Einschränkung der Er-
mächtigung in den Gesetzentwurf aufzunehmen, erscheint ent-
behrlich.
Wirtschaft lich-gr
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Eine Aenderung haben erfahren s mit Wirkung
ab 1. 6. die Ausfuhrmindestpreifle für kunstliche Wetzsteine und für
Kreide; desgleichen die Ausfuhrmindestpreise für Schamottesteine nach
Polen, Ukraine, Großrullland, Freistaat Danzig, Bowie für die Bandstaaten,
ebenso die Preise lttr Silikasteine für Schweden, Dänemark, Norwegen,
Polen, Ukraine, Großruliland, Finnland, Randstaaten, Albanien, Bulgarien,
Griechenland und Türkei ; mit Wirkung ab 1. 6. die AnsfuhrmindestpreiBe
für Quarzit nach DeutBchosterreich ; mit Wirkung ab 6. 6. die Ausfuhr-
mindestpreise für Fluiispat nach den Gebieten der ehemaligen österreich-
Im Artikel 269 Absatz 2 des Friedensvertrages sind bezeichnet :
a) Die im Abschnitt I, Unterabschnitt A des deutschen Zoll-
tarifes vom 25. Dezember 1902 enthaltenen Erzeugnisse. Zu
diesen gehören die Tarifnummern 1—73. (A Erzeugnisse des
Acker-, Garten- und Wiesenbaues : Getreide, Reis, Hülsenfrüchte,
Oelfrüchte und Sämereien, Knollen- und Wurzelgewächse, Grün-
und Raufutter, Handels- und Gewerbspflanzen, anderweit nicht
genannt, lebende Pflanzen, Obst, Südfrüchte, Frucht- und
Pflanzensäfte, Kolonialwaren, sonstige pflanzliche Erzeugnisse
zum Gewerbe- oder Heilgebrauch).
b) Alle Arten von Weinen und Pflanzenölen, Kunstseide,
gewaschene und entfettete Wolle.
Unter den Abschnitt I, Unterabschnitt C, D und E des
deutschen Zolltarifes vom 25. Dezember 1902 fallen: (C) Tiere
und tierische Erzeugnisse, (D) Erzeugnisse landwirtschaftlicher
Nebengewerbe, (B) Erzeugnisse der Nahrungs- und Genußmittel-
Gewerbe, in den Unterabschnitten A bis D nicht inbegriffen.
Was die Glas- und keramische Industrie anbetrifft, so
fallen also keine Erzeugnisse unter diejenigen Tarifnummern,
bezüglich deren die Reichsregierung die Erklärung abgegeben
hat, von der Ermächtigung keinen Gebrauch machen zu wollen.
Hervorgehoben werden soll, daß die Entscheidung über
die Erhöhung der Einfuhrzölle bezw. über die Festsetzung von
Zöllen für bisher zollfreie Waren nach dem Gesetzentwurf
einzig und allein der Reichsregierung zusteht. Die Mitglieder
des Ausschusses sollen nur gehört werden, sie haben also kein
direktes Mitbestimmungsrecht. Erwähnt mag noch werden,
daß z. B. die schweizerischen diesbezüglichen Vorschriften da-
hin lauten, daß der Bundesversammlung bei ihrer nächsten
Zusammenkunft von derartigen Maßnahmen Kenntnis zu geben ist.
Der wirtschaf tspblitische Ausschuß des vorläufigen Reichs-
wirtschaftsrates hat sich in einer Sitzung vom 28. April mit
dem Gesetzentwurf über die Ermächtigung zu Zollerhöhungen
bereits beschäftigt. In der eingehenden Erörterung stimmten
die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer dem Gesetz-
entwurf unter der Bedingung zu, daß er nicht zu einer Aenderung
der bisherigen Einfuhrpolitik in der Richtung benutzt werde,
daß lebenswichtige Waren, z. B. Rohstoffe und Lebensmittel,
mit hohen Zöllen belegt würden. Der Vertreter des Reichs-
finanzministeriums gab darauf die Erklärung ab, daß es nicht
beabsichtigt sei, auf Waren, für die heute keine Einfuhrverbote
bestehen, Zölle zu legen, und Ausnahmen nur für solche Fälle
in Frage kämen, wo die betreffende Ware andernfalls mit einem
Einfuhrverbot zu belegen wäre.
Der vorläufige Reichswirtschaftsrat hat seine Zustimmung
zu dem Gesetzentwurf mit der Einschränkung erteilt, daß das
Gesetz nur bis zum 31. Dezember 1923 in Kraft bleiben soll.
Dies ist wohl in der Annahme geschehen, daß der neue Zoll-
tarif bis zu diesem Zeitpunkte in Kraft getreten sein wird.
In der Konferenz von Genua ist deutscherseits ein Abbau
der in Deutschland in Geltung befindlichen Einfuhrverbote in
Aussicht gestellt worden. Diesbezügliche Beschlüsse liegen
noch nicht vor. Diese Einfuhrverbote können aber nicht früher
aufgehoben werden, als andere Maßnahmen an ihre Stelle getreten
sind, die geeignet erscheinen, die deutsche Einfuhr aus dem
Auslande zu regulieren. Dies kann aber nur durch eine ent-
sprechende Gestaltung der Eingangszölle erreicht werden. Der
Gesetzentwurf über die Ermächtigung zu Zollerhöhungen ist
demgemäß gleichsam als Uebergangsmaßnahme anzusehen,
bis der neue deutsche Zolltarif, der zur Zeit einer vollständigen
Revision unterzogen wird (Schema und Zollsätze), in Kraft
gesetzt sein wird.
Was das vorstehend im Eingang der Begründung erwähnte
Gesetz über die Erhöhung von Zöllen anbetrifft, so haben wir
über dasselbe bereits in Nr. 46 vom 17. November v. Js.
berichtet. Der Reichsminister der Finanzen bestimmt den Zeit-
punkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes. Er ist ermächtigt
worden, die einzelnen Zollerhöhungen zu verschiedenen Zeit-
punkten in Kraft zu setzen.
Das Goldzollaufgeld wird neben den in Rede stehenden
Zollerhöhungen erhoben. Es beträgt vom 1. April 1922 ab
bis auf weiteres 5900 °/„.
ewerblicher Teil.
ungarischen Monarchie mit Ausnahme Tschechoslowakiens, sowie den
russischen Randstaaten (Livland, Kurland).
Verzinsung von Aasfahrabgaben. Bisher haben die Zollämter
bei Stundung der Ausfuhrabgaben auf kürzere Fristen keinerlei Zinsen
für diese Stundung erhoben. In den nächsten Tagen wird eine Verfügung;
des ReichbfiuanzminiBtera erlassen werden, derzufolge nunmehr eine Ver-
zinsung für gestundete Ausfuhrabgaben entsprechend deu Vorschriften der
RAO. verlangt werden wird.
Revisionen bei Ausfuhrfirmen durch Geschäftsführer wirtschaft-
licher Vorbände. Der ReiohskommisBar für Aus- und Einfuhrbewilligung
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 24 — 279
hat verfügt, daß die Außenhandelsstellen in Zukunft mit der Vornahme
von Revisionen bei Ausfuhrfirmen keine Preisprttfer oder sonstigen An-
gestellten der Außenhandelsstelle betrauen, die gleichzeitig Geschäfts-
führer von wirtschaftlichen Verbänden sind.
Eine Freiliste für die Ausfuhr nach dem Saargebiet (nach dem
Stand vom 16. 6.) iBt in Nr. 20 der von der Handelskammer Saarbrücken
herausgegebenen „Saar-Wirtschaftszeitung" vom 23. 5. veröffentlicht worden.
Bulgarien. Neuer Zolltarif. Der am 11. 4. 22 in Kraft getretene
nene Zolltarif liegt in deutscher Uebersetzung im Zollbureau des Reichs-
wirtBchaftsministeriums vor und kann dort eingesehen werden.
Bulgarien. Das Zollaufgeld beträgt 1100%, so daß mithin die
im neuen Zolltarif angegebenen Sätze im zwölffachen Ausmaß zur Ein-
hebung gelangen. Außer dem Zolle ist noch die Oktroygebühr (20%
des Zolles) zu entrichten.
Finnland. Zollermasslgungen sind für Porzellanisolatoren und
AugenBchutzgläeer für Arbeiter vom Staatsrat zugelassen worden.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 1.— 15. 6. 22
872% (264).
Kanada. Beabsichtigte Einfuhrerleichterungen. Wie aus zu-
verlässiger Quelle berichtet wird, sieht der von der kanadischen Regierung
dem Parlament vorgelegte Staatshaushaltsplan die Aufhebung der a) Valuta-
klausel, b) vorjährigen Verschärfung der Dnmping-Klausel, c) Vorschriften
über die Kennzeichnung der Einfuhrwaren, d) Fakturen-Beglaubigung vor.
Die Aufhebung der vorgenannten Bestimmungen ist, was ausdrücklich
zu betonen ist, noch nicht erfolgt; es handelt sich zunächst nur um eine
von der Regierung eingebrachte Vorlage, die noch der Annahme durch
das Parlament bedarf. Der Grundsatz, daß im Interesse des Wiederauf-
baues des deutschen Außenhandels nur Qualitätsware und zu angemessenem
Preise ins Ausland ausgeführt werden sollte, gilt zwar allgemeinen,
wird jedoch bei Verschiffung nach Kanada in Zukunft ganz besonders
peinlich zu befolgen sein, da andernfalls neue drastische Maßregeln der
kanadischen Regierung gegenüber dem deutschen Ausfuhrhandel zu be-
fürchten sind.
Oesterreich. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 5.— 10. 6. 22
Kr. 9400.
Schweden. Ablehnung des Antidumpinggesetzentwurfes. Der
Gesetzentwurf zur Bekämpfung des Valutadumpings ist von der Ersten
Kammer des schwedischen Reichstages abgelehnt worden. Damit ist das
Schicksal der Vorlage entschieden.
Spanien. Wiederkehr des Valutazuschlages. Nach einem in der
„Gaceta de Madrid" vom 30. 5. veröffentlichten Dekret wird der Valuta-
zuschlag für Einfuhrsendungen aus Ländern mit unterwertiger Valuta
Id. h. mehr als 70% unter dem Wert der span. Peseta) mit Wirkung vom
1. 6. wieder eingeführt Die Maßnahme trifft natürlich in erster Linie
das stark an der Einfuhr interessierte Deutschland, dessen Markwährung
besonder notleidend ist. Französischen Pressemeldungen zufolge soll dieser
rigorose Schritt von dem Verlangen der spanischen Industrie diktiert
worden sein. Der deutsche Botschafter in Madrid hat bereits entsprechende
Vorstellungen bei der spanischen Regierung unternommen. — Nach einer
Verordnung vom 4. 6. unterbleibt der Valutazuschlag: 1. für Waren, die
am 1. 6. in zollamtlicher Behandlung waren, 2. für Waren, die laut direktem
Konossement, direktem Frachtbrief oder vom spanischen Konsul visiertem
Schifismanifest den Ursprungsort vor dem 1. 6. verlassen haben, 3. für
Waren, die in spanischen Transitlagern sich befinden und innerhalb fünf
Tagen nach Veröffentlichung der Verordnung zur Verzollung angemeldet
werden. — Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, beabsichtigt die
spanische Regierung, die Valutazuschläge auf diejenigen deutschen Waren
noch nicht anzuwenden, die nachweislich vor dem 29. 6. verkauft oder fest
in Auftrag gegeben worden sind. Diesbezügliche Gesuche deutscher Firmen
müssen mit den entsprechenden Beweisangaben an die in Deutschland
bestehenden spanischen Berufskonsulate des betreffenden Bezirks, in dem
die deutsche Firma ihren Wohnsitz hat, eingereicht werden.
Spanien. Zur Beglaubigung von Original-Fakturen ad valorem
verzollter Waren sind einer neuerlichen Verordnung zufolge auch auslän-
dische zuständige Handelskammern ermächtigt.
Die Lage In Industrie und Handel.
Die Lage der feinkeramischen Industrie Im Monat Mai 1922.
Im allgemeinen hat sich die Gesamtlage im Monat Mai gegenüber der
im April nicht erheblich verändert. In einigen Zweigen machte sich ein
Stocken der Auftragseingänge sowohl aus dem Inlande, als auch aus dem
Auslande bemerkbar, eine Erscheinung, die sich mit dem gegenwärtigen
Bilde der allgemeinen Geschäftsunsicherheit deckt. Der Inlandsabnehmer
■legt sich bei der Ungewißheit der politischen und wirtschaftlichen Ver-
hältnisse eine weitgehende Zurückhaltung in der Erteilung von neuen
Aufträgen auf. Der Auslandsmarkt beginnt deshalb ungünstiger zu werden,
weil unBere Verkaufspreise wegen der enorm gestiegenen Gestehungskosten
vielfach über die der mit uns konkurrierenden Auslandsindustrien hinaus-
gehen. Als Beispiel für das geradezu katastrophale Anwachsen der Her-
stellungskosten Bei erwähnt, daß der Preis für inländischen geschlämmten
Kaolin (Porzellanerde) seit dem November v. J. um mehrere 100% ge-
stiegen ist. Der Beschäftigungsgrad ist immerhin durch das Nachlassen
det Aufträge im wesentlichen noch nicht ungünstig beeinflußt worden, da
nocbTso viel Aufträge vorlagen, daß die Fabriken mit deren Erledigung
voll beschäftigt waren. Die schlechte Lage der Kohlenbelieferung dauerte
an Infolge der gänzlich unzureichenden Belieferung mit einheimischen
Brennstolen mußte mehr und mehr zu dem Bezug von teuren aus-
ländischen Kehlen geschritten werden. Eines lebhaften Absatzes erfreut
sich die Sanitätssteingutindustrie. Hier iBt besonders das Inland reger
Käufer, was wohl mit dem Wiedererwachen der Bautätigkeit zusammen-
hängt.
Der deutsche Außenhandel im April 1922 weist eine ganz er-
hebliche Verschleehterung auf, die sieh besenders stark in dem ge-
waltigen, bisher unerreichten Einfuhrüberschuß von über M 5,3 Milliarden
äußert, der im Vergleich zum Vormonat M 1,6 Milliarden und zum
Monatsdurchschnitt 1921 (Mai-Dezember) JL 1,5 Milliarden wesentlich
anstieg und den bisherigen Rekordsaldo von M 4,2 Milliarden Mehrein-
fuhr im Oktober 21 noch um über M 1 Milliarde überholte. Die Er-
zeugnisse unserer Industrien waren am Warenaustausch des Berichts -
monats wie folgt beteiligt:
Maß-
stab
Mengen
April Jan.-April
Werte in
April
M 1000.
Jan.-April
Einfuhr:
Glas und Glaswaren .
Ausfuhr:
Glas und Glaswaren .
Dz.
H
M
n
103 704 306 682
12 668 57 799
448 925 1 793 095
109 514 463 380
24 474
33 804
458 025
478 987
80 592
111 676
1 342 756
1591086
Dänemark. Preisherabsetzung für Glühlampen. Das Kopen-
hagener Preiskontrollkomitee hat nach längeren Verhandlungen mit den
Kopenhagener Vertretern ausländischer Firmen, die sich mit der Herstellung
elektrischer Glühlampen befassen, nunmehr erreicht, daß der Verkaufspreis
für Glühlampen wesentlich, und zwar um etwa 25 °/0 herabgesetzt werden
soll. So wird beispielsweise in Zukunft eine gewöhnliche 220 Volt-Lampe,
Lichtstärke 10—50 Kerzen, in Birnenform, die bisher Kr. 2,50 kostete,
auf Kr. 1,75 herabgesetzt. Es ist anzunehmen, daß die Vertreter infolge-
dessen mit neuen Preislisten herauskommen werden. Gelegentlich war es
bisher im Lande möglich, Glühlampen weit unter dem offiziellen Preise
zu kaufen. Diese sollen jedoch sämtlich auf unerlaubte Weise ins Land
gakommen sein.
Rußland. Zur Krise in der Indastrie. Wie aus Moskau be-
richtet wird, soll wegen Mangel an Geld und Heizmaterial die Zahl der
in Rußland bestehenden Industrieunternehmungen stark reduziert werden.
Iu der Porzellan- und Glasindustrie sollen 80% der Betriebe stillgelegt
werden.
Südseeinseln. Deutscher Wettbewerb gegen japanisches Por-
zellan. Der Ausfuhrbericht des japanischen Hafens Nsgoya, der haupt-
sächlich der Ausfuhr nach den Südseeinseln und Niederländisch- Indien
dient, stellt, laut „Japan Chronicle", fest, daß die Ausfuhr japanischen
Porzellans im Februar dem Werte nach auf 230 000 Yen gegen 165 000 Yen
im Januar gestiegen war. Ein im März eingegangener Bericht aus Java
besagte jedoch, daß dort plötzlich deutsche Waren eingetroffen seien, die
billiger als die japanischen wären. Infolgedessen können letztere den
Wettbewerb nicht durchhalten und die Zukunft des japanischen Handels
sähe in dieser Richtung sehr trübe aus. Mau furchte, daß Japan dort
seine im Kriege eroberte Stellung wieder einbüßen werde.
Geschäftliche Mitteilungen.
Duxer Porzeiian-Manufaktur, A.-G., vorm. Ed. Eichler, Berlin.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn
Ji 1,37 (1,11) Mill.; Dividende 40 (35)%; Abschreibungen Ji 0,34 (0,15)
Mill. ; Zuweisung an verschiedene Speziaireservefonds ji 0,76 Mill. — Die
Verwaltung berichtete, daß in Böhmen eine rückgängige Konjunktur vor-
herrsche, unter der die ganze Industrie angesichts des hohen Standes der
Krone zu leiden hätte. Die Gesellschaft sei zwar ebenfalls davon betroffen
worden, könne indessen immerhin coch leidlich arbeiten. Die Zukunfts-
aussichten erscheinen undurchsichtig, und es sei eine Verschlechterung des
Jahresergebnisses angesichts der geschilderten Zustände möglich.
Werra Porzellanfabrik, A.-G., Bremen. Die a. o. G.-V. genehmigte
die vorgeschlagene Kapitalserhöhung um J6 3 Mill. Von den jungen, ab
1. 7. 22 dividendenberechtigten Aktien dienen M 1,5 Mill. zum Erwerb
einer Fabrik in Zeven, die restlichen jK 1,5 Mill. werden von einem
Konsortium mit der Verpflichtung übernommen, sie den alten Aktionären
im Verhältnis 2:1 zu 160% zum Bezug anzubieten.
Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther, A.-G., Hohenberg a. E.
Nach Fertigstellung eines Verwaltungsgebäudes in Dresden wird, wie wir
hören, die Geschäftsleitung nach Dresden verlegt werden.
Porzellanfabrik Zeh, Scherzer & Co., A.-G., Behau. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn Ji 6,6 (1,5)
Mill. ; Dividende 25% (20); Bonus 15 (0)%; Abschreibungen Ji 0,1 (0,1)
Mill., Zuweisungen an Pensionskasse Ji 0,4 (0,15) Mill., an Werkerhaltungs-
Konto Ji 1 (0,2) Mill. — Laut Verwaltungsbericht war die Gesellschaft
im Berichtsjahr 1921 gut beschäftigt. Der erzielte Gewinn ist in der
Hauptsache auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen. Im laufenden Jahr
liegt ein guter Auftragsbestand vor, doch lassen sich bei der ungeklärten
wirtschaftlichen und politischen Lage keine Voraussagungen machen. —
Die ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt.
Triptis- A.-G., Triptis. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom
31. 12. 21 : Reingewinn Ji 3,16 (1,36) Mill. ; Dividende 22 (16) % ; Ab-
schreibungen M 0,14 (0,03) Mill.; Rückstellung für Erneuerungen und
Verbesserungen Ji 1 (0,15) Mill. — An dem günstigen Ergebnis ist in
erster Linie das gewinnbringende Auslandsgeschäft beteiligt. Kohlenmangel
verhinderte auch im verflossenen Jahr eine volle Ausnutzung der Betriebe.
Die Erneuerung des ältesten Teiles der Fabrik ist in Angriff genommen
worden: im laufenden Jahre sollen weitere Verbesserungen durchgeführt
werden. Nach Mitteilung der Verwaltung sind sämtliche Werke mit
lohnenden Aufträgen reichlich versehen.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, A.-G., Volkstedt. In der
a. o. G.-V. wurde die Angliederung der Elektro-Porzellanfabrik S. Berg-
mann jun. & Co., Neuhaus, beschlossen. Ferner wurde beschlossen, das
Aktienkapital um M 1 Mill. zu erhöhen, die an das Bankhaus Gebrüder
Arnhold, Dresden, begeben werden und von diesem für Angliederungszwecke
zur Verfügung zu halten sind.
280 — Nr. 24
SPRECH SAÄL — COBURG.
1922. (16. Jahrgang.))
Alt-Rohlauer Porzellanfabriken, A.-G., Karlsbad. Unter Mit-
wirkung des Bankhauses Gebrüder Arnhold, Dresden, und der Böhmischen
Eäkompte-Bank und Creditanstalt, Prag, wurden die Alt-Rohlauer Porzellan-
fabriken, A.-G., mit einem Aktienkapital von Ec 15 Mill. gegründet. Von
den neuen Aktien erhält die Porzellanfabrik C. M. Hutsebenreuther, A.-G.,
Hohenberg a. E., bekanntlich Kc 10 MilL, während die restlichen Ec 5 Mill.
von dem Bankenkonsortium mit 200 % bar eingezahlt werden. In den Ver-
waltnngsrat wurden gewählt Dr. E. Arnhold, Generaldirektor H. Anvera,
Dr. A. Zdekauer, Dr. K. Arnhold, Dr. Feilchenfeld, Direktor Lederer,
Fabrikbesitzer Marisch, Justizrat Dr. Schmitt und Dr. R Singer.
Hallesche Pfännerschsft, A.-G., Halle a. S. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Beingewinn M 2 84 (1,02) Mill. ;
Dividende 10% (5); Abschreibungen Jt 1,99 (1,95) Mill. — Im Geschäfts-
bericht wird als wesentliches Betriebshindernis die überaus mangelhafte
und unregelmäßige Wsgenstellung genannt. Der Absatz von Flaschen
nnd Gefäßen aus den Glashütten stieg von 10,82 auf 11 Mill. Stück. Im
Sommer des Berichtsjahres ist die Pfännerschaft mit ihren Glashütten aus
dem Verbände der Flaschenfabriken dnrch fristlose EündiguDg ausgetreten,
nachdem die Maßnahmen des Verbandes zu unüberbrückbaren Meinungs-
verschiedenheiten geführt hatten. — Das ausscheidende Aufsichtsratsmit-
glied Geh. Komm-Rat Dr. Dr. H. Lehmann wurde wiedergewählt. Neu-
gewählt wurden Dr. Frisch und Bechtsanwalt H. Victor.
Wolfram Lampen, A.-G., Augsburg. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31. 3 22 : Verlust Jt 58 163, der sich um die Verlustvor-
träge aus früheren Jahren auf Ji 737 454 erhöht; Abschreibungen aus
Effekten Jt 2860. — Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist der schon früher
beabsichtigte Wiederaufbau der Fabrik an anderer Stelle der Stadt in
Angriff genommen worden. Im Laufe dieses Jahres soll mit der maschi-
nellen Einrichtung begonnen und gegen Ende des Kalenderjahres die
Fabrikation wieder aufgenommen werden. Die ausscheidenden Aufsichts-
ratsmitglieder Warden wiedergewählt.
Oriyit, A.-G. für kunstgewerbliche Metallwarenfabrikation,
Cöln-Braunsfeld. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 :
Beingewinn M 261 428 (231 786) ; Dividende 25 (20) °/0 ; Abschreibungen
Jt 64 026 (275 325); Delkredererückstellung Jt 171 809.
Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31. 12. 21 : Beingewinn M 7,6 (4,4) Mill. ; Dividende 15
(12) %; Abschreibungen M 6 (6) Mill.
Wilhelm Gail'sche Tonwerke, A.-G., Gießen, Auszug aus dem
genenmigten Abschluß vom 30. 9. 21: Reingewinn Jt 234 972; Ver-
wendung nicht bekannt gegeben; Abschreibungen M 30 325.
Keramische Elektro Osmose- A.-G., Berlin. Die a. o. G.-V. be-
schloß die Kapitalserhöhung um Jt 94 Mill. auf Jt 100 Mill. und er-
mächtigte den Aufsichtsrat, die Einzelheiten der Begebung der Aktien zu
bestimmen, abgesehen von einem Teilbetrag von Jt 3 Mill., der den
Aktionären im Verhältnis von 2:1 zu 135% angeboten wird. Die jungen
Aktien sind ab 1. 7. 22 gewinnberechtigt Die Kapitalserhöhung dient
nach Angabe der Verwaltung in erster Linie dazu, die Mehrheit der Ge-
schäftsanteile der Sächsischen Elektro-Osmose Kaolinwerke, G. m. b. H.,
Kemmlitz i. Sa , und die Mehrheit der Aktien der Karlsbader Kaolin-
Elektro-Osmose-A-G., Chodau bei Karlsbad, von der Elektro- Osmose-A-G.
zu erwerben. Weiter hat die Keramische Elektro-Osmose-A.-G. vertrags-
mäßige Bechte auf eine Beteiligung bei der Allgemeinen Keramischen
Elektro- Osmose- A.-G., Karlsbad, soweit die Einnahmen ans der Ver-
wertung der Osmose-Verfahren auf dem Gebiete der deutschen Kaoline
und Tone stammen, erhalten. Der Betrieb der Sächsischen Elektro-Osmose-
Kaolin-Werke kann in kürzester Frist aufgenommen werden. Die Ent-
wicklung des Unternehmens wurde als günstig bezeichnet.
Deutsehe Evaporator-A.-G., Berlin. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn Jt 3,3 (2,9) Mill., Divi-
dende 25 (18)%; Abschreibungen M 2,9 (2,8) Mill.
Gescbäftsverlegung. Heinrich Rosier, Reisevertreter der Fa. F.
Losky, Oranienhütte, verlegte seinen Wohnsitz von Berlin-Südende nach
Cöln, Agrippina-Ufer 6. /
General -Versammlungen.
Porzellnnfabrik Ph. Bosenthal & Co., A.-G., Berlin: a. o. G.-V.
21. 6. 22, 12 Uhr m., Dresdner Bank, Dresden. T.-O : Satzungsänderungen.
Anhalter Schamottewerke, A -G., ünterwiederstedt : o. G.-V. 26. 6. 22,
6 Uhr n, Ascherslebener Bank Basmussen & Co.. Komm.-Ges., Aschers-
leben. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung um Jt 0,7 Mill. Stammaktien.
Schamotte- und Klinker-Fabrik Waldsassen, A.-G., Waldsassen:
•. G.-V. 20. 6 22, 9l/2 Uhr v., Geschäftslokal, Waldsassen. T.-O. : u. a.
Satzungsänderungen.
Vereinigte Spiegelfabriken, A.-G., Fürth i. B.: o. G.-V. 24.6. 22,
11 Uhr v., Handelsgremium, Fürth. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung um
JL 7 Mill. Stamm- und Jt 0,5 Mill. 6% Vorzugsaktien.
Spiegelglaswerke Germania, A.-G., Porz-Urbach: o. G.-V. 22.6. 22,
1 Uhr n , Verwaltungsgebäude, Porz-Urbach bei Cöln.
Glashütte vormals Gebrüder Siegwart & Co., Stolberg bei Aachen:
o. G.-V. 29.6. 22, 11 Uhr v., Dresdner Bank, Cöln. T.-O.: u. a. Kapitals-
erhöhung um Jt 2 Mill.
Eisenhüttenwerk Marienhtltte bei Kotzenau, A.-G. (vormals Schlittgen
& Haase), Kotzenau : o. G.-V. 27. 6. 22, 1 Uhr n., Sitzungszimmer des
Mallmitzer Werkes.
Gebr. .Schultheiß'sche Emaillierwerke, A.-G., St. Georgen: a. o. G.-V.
i '). 6. 22, 4 Uhr n., Gasthof zum „Hirsch", St. Georgen. T.-O. :
K tpitalserhöhung.
Messen nnd Ausstellungen.
Torfsonderausstellung auf der „Miama". Nach dem erfolgreichen
Abschluß der in Hannover stattgefundenen Torfausstellung beabsichtigt
der ReichBverband der Brenntorferzeuger im Interesse der Torferzeuger
und der Maschinenfabriken im Oktober d Js. auf der mitteldeutschen Aus-
stellung in Magdeburg eine Torfsonderausstellung in einer eigenen Halle
von 2000 qm Größe zu veranstalten. Die Vorarbeiten sind in dankens-
werter Weise bereits von der norddeutschen Arbeitsgemeinschaft eingeleitet
worden. Evtl. Interessenten wollen der Geschäftsstelle des Reichsverbandes
der Brenntorferzeuger (Berlin W. 10, Hildebrandstr. 6) bis spätestens 20. 6.
mitteilen, welche Plätze sie belegen und welche Gegenstände sie ausstellen
wollen.
Export und Importausstellung Baltimore (10—15. 7. 22). Die
von der Regierung des Staates Maryland unterstützte Veranstaltung steht
auch deutschen Interessenten offen, allerdings wird es nicht mehr mög-
lich nein, deutsche Waren rechtzeitig zur Ausstellung herüber zu senden.
Die New-Yorker Vertretung des Deutsch- Amerikanischen Wirtsc hafts Ver-
bandes hat sich jedoch bereit erklärt, auf einem Stand eine Ausstellung
deutscher Kataloge und Preislisten zu arrangieren. Die anteiligen Kosten
für die Miete dieses Standes betragen pro Firma % 10,— unter
der Voraussetzung, daß sich mindestens 20 Firmen hieran beteiligen.
Interessierten Firmen wird empfohlen, sich unverzüglich mit der Geschäfts-
stelle des genannten Verbandes (Berlin NW. 7, Neue Wilhelmstr. 12/14)
in Verbindung zu setzen.
Die Messe in Nishnij Nowgorod wird nach Mitteilung des Volks-
kommissariats für Außenhandel in Moskau am 1. 8. mit der Daner bis
15. 9. 22. eröffnet werden. Die nötige Erlaubnis zur Teilnahme ist bei
den russischen Handelsvertretungen im Auslande einzuholen.
Verbände.
Die mittel», west- und ostdeutschen Schamottekonventionen
erhöhten mit Berechnung ab 22. 5. den Aufschlag von 200 auf 320 %.
Firmenregister.
Deutschland.
Vereinigte Isolatorenwerke, A.-G,, Berlin-Pankow. Dr.-Ing. Altmann
ist aus dem Vorstand ausgeschieden.
Porzellanfabrik Bödl & Lindemann, G. m. b. H., Neuhaidensleben.
Die Firma ist erloschen.
Steatit-Magnesia-A.-G., Nürnberg. Sigmund von Schwarz ist aus
dem Vorstand ausgeschieden. /
Pressolith-Kunstmassen-Werke m. b. H, Nürnberg. Sigmund von
Schwarz ist als Geschäftsführer ausgeschieden.
Porzellan-Manufaktur Sitzendorf, A.-G., Sitzendorf. Grundkapital :
Jt 500 000 Vorstandsmitglieder sind die Kaufleate Max Krause und
Beinhold Bebhahn. Sie sind nur gemeinsam oder einzeln mit einem
Prokuristen vertretungsbefugt. Die Gründer, die sämtliche Aktien über-
nommen haben, sind Fabrikbesitzer Th. Kirsch, Kaufmann E. Mayer-
Kruse, Dr. A. Mößmer, Oberst a. D. K. Keßler, Kaufmann R. Meyer.
Den ersten Aufsichtsrat bilden die vorgenannten Dr. Mößmer, Th. Kirsch,
E. Mayer-Kruse, sowie Frau Fabrikbesitzer Marie Kirsch und Kaufmann
Vincenzo Mazzarella.
Beinhold Schlegelmilch, Sohl, Zweigniederlassung Tillowitz. Kauf-
mann Herbert Schlegelmilch hat Prokura.
Porzellanfabrik Weidenberg, G. m. b. H., Weidenberg. Als weiterer
Geschäftsführer wurde G. Heinz bestellt.
Deutsche Ton- und Steinzeug-Werke, A.-G., Charlottenburg. Die
Prokura des Adolf Anton ist erloschen.
Paulus & Thewalt, Höhr. Als persönlich haftende Gesellschafter
sind eingetreten: Frau Maria Ziel, Frau Magdalena Paulus, die Kaufleute
Kart, Gregor und Alfred Paulus, Elisabeth Paulus, Kaufmann Hugo Paulus,
Hedwig Paulus, Franziska Paulus. Vertretungsbefugt ist außer August
und Jakob Paulus nur Alfred Paulus. Die Prokura von Karl und Alfred
Paulus ist erloschen.
Mitteldeutsche Steingutfabrik, G. m. b. H., Althaidensleben. Das
Stammkapital ist um M 550 000 auf 750 000 erhöht worden.
Coswiger Tonwarenfabrik „Union", G. m. b. H., Berlin. Die Firma
ist gelöscht.
Keramag, Keramische Werke, A.-G., Meiningen. Die Kapitalser-
höhung um Jt 5 Mill. auf Jt 15 Mill. ist erfolgt.
Mttnchener Majolika Werkstätte vorm. von Debschitz, G. m. b. H.,
Herrsching. An Stelle des ausgeschiedenen Karl B. Schmitz wurde Marie
Janssen als Geschäftsführerin bestellt.
Karl Werner & Co., Tillendorf. Gesellschafter sind Töpfereibesitzer
Karl Werner, Frau Martha Werner nnd Witwe Emma Herrmann. Ver-
tretungsbefugt ist nur Karl Werner.
Traugott Boog, Colonie Tschöpeln. Das Töpfereigeschäft ist auf
Grundstücksbesitzer August Boog übergegangen. Die Firma lautet jetzt:
„Traugott Boog, Inhaber August Boog "
Banzlauer Werke Lengersdorff & Comp., Zweigniederlassung Katto-
witz. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Ingenieure Nicola
und Willy Lengersdorff und Kaufmann Max Lengersdorff. Ein Kom-
manditist ist beteiligt.
Pfälzische Chamotte- n. Thonwerke (Schiffer & Kircher), A.-G., Grttn-
stadt. An Stelle des ausgeschiedenen Fabrikdirektors Friedrich Kircher
wurde Fabrikdirektor Kurt Kircher unter Erlöschen * seiner Prokura zum
Vorstandsmitglied bestellt. Die stellvertretenden Vorstandsmitglieder
Richard Floehr und Dr. Paul Schiffer wurden zu ordentlichen Vorstands-
mitgliedern ernannt.
Rheinische Schamotte- und DinaBwerke, Mehlem. Die Prokura des
Betriebsdirektors Friedrich Cramer ist erloschen.
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 24 — 281
Schmirgelwerke, A.-G., Berlin. Die Kapitalserhöhung um M 3 Müh
auf Jt 4 Mill. ist durchgeführt.
Berliner Spiegel - Industrie, G. m. b. H., Berlin. Veredlung von
Flachglas jeder Art nnd Herstellung einschlägiger Artikel sowie Handel
mit diesen Waren. Stammkapital: M. 1O0O0O. Geschäftsführer ist Kauf-
mann Siegfried Warschauer.
Thüringer Schleifscheiben- Industrie Koppel u. Co., G. m. b. H,,
Mühlhausen, Th. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die bisherigen geschäfts-
fahrenden Gesellschafter Albert Koppel und Emil Bergener sind
Liquidatoren.
Peter Fuchs, Fabrik bei Kansbach. Die Prokura von Karl Unbe-
funde ist erloschen. Dr. Ludwig Bühler und Wilhelm Blaß haben
Einzelprokura.
Glasperlmachergenossenichaft Unterlind, e. G. m. b. H., Unterlind.
Die Vertretnnghefugnis der Liquidatoren Johann Prechtl und August
Pscherer ist nach Durchführung des Liquidationsverfahrens beendet.
Hohlglas-A.-G, Dresden. 9er Sitz der Gesellschaft ist nach Brand-
Erbisdorf verlegt worden.
Neue Glasindustrie-Gesellschaft, G. m. b. H., Weißwasser, O.-L.
Kaufmann Bernhard Engels hat Einzelprokura.
A.-G. für pharmazeutische Bedarfsartikel, vorm. Georg Wenderoth,
Cassel. Die Kapitalserhöhung um J& 3,05 Mill. Stamm- und M 0,5 Mill.
Vorzugsaktien auf M 5,5 Mill. ist erfolgt.
Grösche & Koch, Jlmenau. Kaufmann Arno Schüller hat Einzelprokura.
Alexanderwerk A. von der Nahmer, A.-G., Remscheid. Die Kapitals-
erhöhung um M. 10 Mill. auf M 37 Mill. ist durchgeführt.
Emaillier- Werk Bremen, G. m. b. H., Bremen. Gegenstand des
Unternehmens ist jetzt ferner Betrieb aller nach dem Ermessen der Gesell-
schafter damit in Verbindung stehenden Geschäfte. Das Stammkapital
ist um Jt 60 000 auf Jt 120000 erhöht worden.
J. H. Prangs Nachf., G. m. b. H, in Liq., Xanten. Die Vertretungs-
befugnis des Chemikers Dr. Bichard von der Linde ist beendet, die Firma
erloschen.
Niederschlesische Glas-, Porzellan- und Steingut-Industrie Budolf
Bönisch, Haus- und Küchengeräte, Neusalz (Oder). Inhaber ist Kauf-
mann Budolf Bönisch.
Westdeutsche Porzellan-Union, G. m. b. H, Elberfeld. An- und
Verkauf von Haus- und Küchengeräten aus Keramik, Glas und Metall.
Stammkapital: M 90 000. Gemeinsam vertretungsbefugte Geschäftsführer
sind die Kaufleute Juüub Meyer und Isidor Bosenbaum.
Weckotherm, A.-G., Frankfurt a. M. Hermann Bttffer wurde zum
weiteren selbständig vertretungsbefugten Vorstandsmitglied bestellt.
Walter v. Giaß, Lorenzreuth. Kaufmann Artur v. Glaß ist als
persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Kaolinwerk Heinersdorf, G. m. b. H., Heinersdorf. Neben dem Ge-
schäftsführer Mehldau wurden Dr. Konrad Niethammer und Fabrikbesitzer
Max Bückert zu selbständig vertretungsbefugten Geschäftsführern bestellt.
Franz Bolke, Maschinen und Glasformen für die Glasindustrie,
Weißwasser, 0 -L. Die Firma lautet jetzt : „Franz Bolke, Maschinenfabrik,
Weiß wasser, O.-L."
Sand- und Thonwerke Kriegsheim (Bheinhessen), G. m. b H, Grün-
stadt. An Stelle des ausgeschiedenen Friedrich Kircher wurden die
Fabrikdirektoren Bichard Floehr, Dr. Paul Schiffer und Kurt Kircher zu
Vorstandsmitgliedern bestellt.
Oesterreich.
Alois Dorner, Lembach. Töpfergewerbe. Inhaber ist Hafnermeister
Alois Dorner.
Oberösterreichische Glasballon- und Flaschenfabrik, A.-G., Edt bei
Lambach. Aktienkapital : Kr 40 Mill. Verwaltungsratsmitglieder :
Direktor A. Andics, Fabrikant J. Fraenkel, Direktor Dr. S. B. Fritz,
V. Grünwald, Direktor Dr. A. Harrer, Ing. B. Lippmann, Ing. S. Schlesinger,
Direktor Dr. H. E. Schwarz, Dr. J. Stampfl, Dr. P. Weigert, Dr. P.
Widmann und Ing. G. Zaruba. Dr. Gustav A. Kaniath hat Gesamtprokura.
Emaillieranstalt Josef Hölzl, Wien XX , Stromstraße 49/51.
Emaillieren von Gußeisen und Eisenblech. Inhaber Ing. Hanns Dolezal
nnd Prokuristin Pauliue Dolezal führen nunmehr den Zunamen Adler. •
Gustav Sluka, Wien VII., Barggasse 29. ' Kommission und Agentur
für Glas- und Porzellan en gros. Inhaber ist Gustav Sluka.
Tschechoslowakien.
Franz Scbeibler, Gablonz a. N. Glaswarenerzeugung. Naudor
Neugebauer hat Prokura.
Dr. Preuß & Welten, Gablonz a. N. Erzeugung und Verkauf von
Glaswaren und Gablonzer Waren aller Art. Gesellschafter Bind Dr.
Arthur Preuß und Franz Welten.
Vins a Lebeda, Zdarek. Glaswarenerzeugung und Glasschleiferei.
Gesellschafter sind Bohumil Lebeda und Augustin Vins. Frantisek Vins
hat Einzelprokura.
Jugoslawien.
Franjo Wilhelm, kom. dr. (Franjo Wilhelm, Kom.-G.), Krizevci,
roatien. Handel mit Glas- und Porzellanwaren. Nunmehriger Ge-
8chäftsführer ist Jelisava Wilhelm, verehel. Häusler.
Aleksander Duma, export i import, Zagreb. Nunmehr auch Handel
mit Porzellan- und Glaswaren en gros.
Patente.
Deutsches Beich.
Besehreibungen.
Scheideüasche zum Trennen von Flüssigkeiten mit nahe bei-
einanderliegenden spezifischen Gewichten. Sie besteht aus einem Absetz-
gefäß, an das seitlich etwa in der Mitte ein horizontaler Behälter für den
Eintritt der zu trennenden Flüssigkeiten derart angebracht ist, daß er mit
seinem gesamten Querschnitt mit dem Gefäß in Verbindung steht. 12 d,
1. Nr. 347 362. 9. 3. 12. Hermann Bollmann, Hamburg.
Verfahren zur Herstellung von Verbindungen des Bariums mit
Tonerde, oder mit Kieselsäure, oder mit Tonerde und Kieselsäure. Man
erhitzt eine Aufschlämmung von Tonerde oder tonerdehaltigen Stoffen
(Bauxit), bzw. von Kieselsäure oder kieselsäurehaltigen Stoffen (Ton) in
einer Bariumsulfidlösung im Autoklaven bei höherer Temperatur. 12 m,
2. Nr. 347 374. 30. 4. 20. Chr. Aug. Beringer, Charlottenburg.
Verfahren zum Emaillieren und Verglasen von metallischen
Gegenständen, welche behufs unbehinderten Aufbringens von leicht redu-
zierbare Metalloxyde enthaltenden Emailsätzen mit einer metallischen Haut
ans Kupfer, Nickel, Kobalt oder anderen gut emaillierbaren Metallen aus-
gestattet sind. Man stellt die metallische Zwischenschicht nach dem
Metallspritzverfahren her. 48 c, 1. Nr. 347 496. 3. 4. 21. Nicolaus Meurer,
Berlin-Tempelhof.
Verfahren zur elektroosmotischen Entwässerung mittels filter-
pressenartiger Apparate. Zwischen die Filterkammern und die Zuführungs-
leitung der Masse wird während der Einwirkung des elektrischen Stromes
ein von Masse entleerter Kaum eingeschaltet. 12 d, 1. Nr. 347 598.
6. 2. 20. Elektro-Osmose-Akt. Ges. (Graf Schwerin Gesellschaft), Berlin.
Ofenanlage zum Brennen feuerfester, besonders kalkgebundener
Steine (Dinas, Silika). Es ist eine Mehrzahl von besonderen, absatzweise
betriebenen Brennräumen angeordnet, denen das in den kanalofenartig
betriebenen Vorwärmekanälen vorgewärmte Gut nacheinander zugeführt
und aus denen es nach beendetem Fertigbrand in die KUhlkanäle über-
führt wird. 80 c, 5. Nr. 347672. 9.3.18. Heinrich Kopp ers, Essen, Bahr.
Verfahren zum Brennen feuerfester, besonders kalkgebundener
Steine (Silika, Dinas) in Brennräumen nach Patent 347 672, mit allmäh-
licher Anwärmung des Brenngutes unter Hinzuziehung der Wärmespeicher.
Zunächst werden kalte Luft und kaltes Gas von beiden Seiten unmittelbar
in die Brennkammern eingeführt, die Abgase aber unter Zugumkehr
zur Vorwärmung durch je einen der Lufterhitzer abgeführt, so daß
darauf durch Durchleiten der Luft durch die Lufterhitzer eine Temperatur-
Steigerung als Uebergang zur Stufe des Garbrandes erzielt wird, die
schließlich mit Inbetriebnahme auch noch der Gaserhitzer unter Vor-
wärmung von Gas und Luft erfolgt. 80 c, 5. Nr. 347 673. 20. 6. 18.
(Zusatz zum Patent 347 672.) Heinrich Koppers, Essen, Buhr.
Ofenanlage zum Brennen feuerfester, besonders kalkgebundener
Steine (Silika, Dinas) nach Anspruch 3 des Patentes 347 672. Die parallel
zu den beiden Brennräumen laufenden Wärmespeicher werden neben diesen
angeordnet und' am oberen Ende der Brennräume mit diesen in Verbin-
dung gesetzt, so daß die Wärmespeicher von den vorzuwärmenden Ver-
brennungsstoffen in der Bichtung von unten nach oben, das zu brennende
Gut von der Flamme von oben nach unten, die auf Abhitze stehenden
Wärmespeicher ebenfalls von oben nach unten durchstrichen werden,
während jeweilig in dem zweiten Brennraum, wo praktisch in dieser Be-
triebsstufe kein positiver oder negativer Wärmeübergang stattfindet, die
Umlenkung der Flamme erfolgt. 80 c, 5. Nr. 347 674. 20.6.18. (Zu-
Batz zum Patent 347 672.) Heinrich Koppers, Essen, Buhr.
Doppelkanalofen zum Brennen keramischer Waren und dgl.
unter Anwendung des Verfahrens nach Patent 347 673. In der Kühlzone
sind neben dem Ofenkanal nach Art von Wärmespeichern ausgebildete und
angeordnete Bäume vorgesehen, die dauernd in der Weise im Zugwechsel
betrieben werden, daß in der einen Betriebsstufe die der Atmosphäre ent-
nommene Kühlluft durch die Wärmespeicher der einen Seite streicht, um
so vorgewärmt mit dem hocherhitzten Brenngut zusammenzutreffen und
die hier aufgenommene Wärme in den Wärmespeichern der anderen Seite
abzugeben, während in der zweiten Betriebsstufe sich die Aufgabe der
Wärmespeicher umkehrt, so daß eine allmähliche regelbare Abkühlung
des gebrannten Gutes erzielt wird. 80 c, 5. Nr. 347 675. 7.1.19. (Zu-
satz zum Patent 347 673.) Heinrich Koppers, Essen, Buhr.
Verfahren zum Brennen von keramischem Gut mit Thermit
als Wärmequelle. Zwischen und um das Brenngut werden mit Thermit
gefüllte Tiegel oder Wannen aufgestellt, die nach Ablauf der Beaktion
gegen frisch mit Thermit beschickte ausgetauscht werden, bis der Gar-
brand beendet ist. 80 c, 16. 347676. 6. 3.20. Dr. Karl Ludwig Luck-
hard, Bingen a. Bh.
Hafenofen, bei welchem der Hafen über dem eine gekörnte Masse
enthaltenden Brenner steht. Der Hafen steht auf einer losen Platte,
welche zugleich die Decke des die gekörnte Masse enthaltenden Baumes
bildet. 32 a, 2. Nr. 347 832. 4. 9. 19. Societe Anonyme Fours & Pro-
cedes Mathy, Lüttich.
Verfahren zur billigen Herstellung von Ueberzügen, welche
metallisches Aussehen mit der Haltbarkeit einer Emaillierung verbinden,
auf Metallgegenständen. Auf eine beliebig gefärbte, bereits eingebrannte
Grundemaille wird ein Ueberzug aufgeschmolzen, welcher dadurch herge-
stellt ist, daß ein fein verteiltes Metall einem entsprechend gefärbten,
gleichfalls fein verteilten, getrockneten Emaillesatz zugesetzt und das
Ganze unter oder nach inniger Vermischung mit entsprechenden Oelen in
feinste Suspensionen gebracht wird. 75 c, 5, Nr. 347956. 28. 7. 14.
Gebrüder Jacob, Zwickau, Sa.
1. Verfahren zur Herstellung hochfeuerfester, magnesiahaltlger
Gegenstände aus Zirkonerde. Bohlinge aus Zirkonoxyd und Magnesium-
hydroxyd werden in einer Menge von nnter 10% MgO hergestellt und
in oxydierender Atmosphäre stark gebrannt.
282 — Nr. 24
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
2 Ausführung deB Verfahrens nach Anspruch 1. Das Magnesium-
hydroxyd wird ans einem Magnesiumsalze anf die Zirkonerde gefällt.
80 b, 8. Nr. 347 957. 89. 10. 19. Otto Fröhlich, Bochum.
T. Form zum Fressen von Zündkerzen mit Glasisolierung für
VerbrennungBkraftmaschinen, bei welcher der Metallmantel der Zündkerze
beim Pressen mittels eines in die Form lose eingesetzten Trägers und
eines oberen, mit dem Glaseingußbebälter durch einen Kanal verbundenen
und den Metallmantel oben abschließenden Formteiles gehalten wird. Die
Form ist samt dem Glaseinpreßbehälter senkrecht geteilt, und der den
Metallmantel oben abschließende und die Verbindung zwischen Einguß-
behälter und Metallmantel enthaltende Formteil stellt ebenfalls einen
besonderen haubenförmigen Einsatz dar, welcher ebenso wie der den
Metallmantel tragende Einsatz mit Handgriffen versehen ist, so daß nach
dem Aufklappen der Formteile die Zündkerze zwischen dem tragenden und
dem abdeckenden Einsatz gehalten und entfernt werden kann.
2. Ausführungsform der Preßform gemäß Anspruch 1. Ein im Form-
hoden schraubender und durch den eingesetzten Träger für den Metall-
mantel durchgehender Bolzen hebt mit einer Schulter beim Emporschrauben
den Metallmantel samt der darauf liegenden Haube an, drückt ihn gegen
den oberen Formteil an und stellt dadurch die Abdichtung zwischen Haube
und Metallmantel her. 32 a, 17. Nr. 347 998. 3. 12. 19. Charles Emile
Gerbaud, Paris.
Verfahren zur Herstellung von Glasbildern und -mosaiken
nach Patent 319 271. Man bringt unter den Mosaiksteinchen eine zu-
sammenhängende Silhouettenschablone für die Konturen und Zeichnungsbe-
stimmung an, und zwar auch bei einem einseitigen Mosaikbelag der Scheibe.
75 b. 13. Nr. 348128. 15.1.21. (Zus. z. Pat. 319 271). Hermann Schudt,
Berlin-Steglitz.
Verfahren zum Brennen von keramischen Massen (Porzellan usw.)
im Kanalofen. Die Beheizung der Hochfeuerzone und gegebenenfalls der
unmittelbar vorgelagerten Zone des Ofens wird nach erfolgtem Sintern
des Brenngutes unterbrochen, und die Transportwagen werden erst nach
erfolgter Erhärtung der Waren weiterbewegt. 80 c, 5. Nr. 348 141.
27. 3. 20. Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin.
Isolator. Kopf und Hals sind vier- oder mehrkantig geformt.
21 c, 14. Nr. 348 217. 25. 11. 19. Porzellanfabrik Kahla, Filiale Herms-
dorf-Klosterlausnitz, Hermsdorf, S.-A.
Einrichtung zum Abspülen säurepolierter Glasgegenstände.
Sie ist gekennzeichnet durch einen in einem Gehäuse im Bereich der Spül-
vorrichtungen sich drehenden Gläserträger, eine den Bädern zugekehrte
Einbringnngsöffnung und eine den Abstelltischen zugekehrte Entnahme-
öffnung im Gehäuse. 32 b, 6. Nr. 348 228. 21.9.20. Heinrich Peter,
Bückers, Schles.
1. Hoehspannungslsolator. Die Verbindung zwischen Beschlägen
und Isolatorkörper und gegebenenfalls mehreren Isolatorkörpern unter-
einander erfolgt durch Verbindungskörper, welche in Richtung der Achse
des Isolators nachgeben können.
2. HochBpannungsisolator nach Anspruch 1. Die in achsialer Richtung
nachgiebigen Verbindungskörper lassen sich beim Zusammenbau des Isolators
auch in an sich bekannter Weise in radialer Richtung zusammenpressen.
21c, 13. Nr. 348 292. 15.4.20. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co.,
A.-G., Selb in Bayern.
Zwei« oder mehrteiliger Stützisolator, dessen Teile durch
Verschmelzen der Glasur miteinander verbunden werden. Einer der beiden
zu verbindenden Isolatorkörper oder beide erhalten besonders für die
Glasurverbindung ausgebildete Verbindungsstellen, welche nur an jenen
Stellen vorgesehen sind, an denen Zug- oder Druckkräfte von einem Körper
auf den andern zu übertragen sind. 21c, 14. Nr. 348 293. 13.4.20.
Porzellanfabrik Ph. Roaenthal & Co., A.-G , Selb in Bayern.
Fr a gekäst en d
Keramik.
82. Die während des Brandes gezogenen Proben (gleichgültig, ob
einige Stunden vor dem Abbrennen oder unmittelbar vor Beendigung des
Scharfbrandes) sind stets blendend weiß, mit einem Stich ins Bläuliche,
während beim Ausnehmen der übrige Einsatz nicht so blendend weiß ist
und das Geschirr eher einen Stich ins Gelbliche zeigt. Wie ist diese Er-
scheinung zu erklären und wie wäre der ganze Ofeneinsatz in derselben
weißen Farbe wie die Proben zu erzielen? Bemerken wollen wir noch, daß
es sich um einen Sturzflammenofen vom 5 m 0 handelt und die eingangs
erwähnte Erscheinung auftritt, ob die Platte des Glühhauptfuchses unmittelbar
nach dem Abbrennen oder erst 6—7 Stunden nach Beendigung des Brandes
gezogen wird. Unsere Porzellangeschirre werden bei SK 13 gebrannt.
Erste Antwort: Die Verfärbung findet bei allen Porzellanen
und bei jeder Garbrandtemperatur statt und ist auf das Eintreten einer
ganz scharfen Oxydation beim Abbrennen zurückzuführen, nachdem die
Feuer soweit niedergebrannt sind, daß sich die reduzierende Flamme in
eine oxydierende verwandelt. Dieser Zeitpunkt ist entschieden die Höchst-
temperatur des Garbrandes und muß die Ursache Bein, daß das Eisenoxydul
der Glasur und des Scherbens doch noch in Eisenoxyd umgewandelt wird,
zumal das Porzellan in diesem Stadium noch nicht starr, sondern in der
höchsten Sinterung durchweg weich ist. Nach angestellten Beobachtungen
ist die Verfärbung umso geringer, je mehr der Scherben starke Flußmittel
enthält, z. B. Dolomit, ' wobei auch die Glasuren Dolomit an Stelle von
Kalkspat fuhren. Es ist nicht gesagt, daß geringe Mengen dieser Fluß-
mittel, z. B. von 1 °/00 aufwärts, sogleich den ganzen Scherben ins Wanken
bringen, denn man kann je nach Art der Massen sogar bis zu 1 % gehen.
Je üußmittelärmer die Masse ist, deBto größer ist die Verfärbung ins
Gelbe; das zeigt schon ein Vergleich zwischen Dreh- und Gießmasse von
ein und derselben Zusammensetzung. Bei letzterer ist die Verfärbung
durch den Sodazusatz wesentlich geringer, weil die Soda zu den starken
Flußmitteln zählt. Wenn Sie die unliebsam bemerkte Verfärbung so weit
wie möglich abstellen wollen, so können Sie durch Versuche mit Dolomit
die Grenze dessen Zusatzes und den geringsten Farbwechael feststellen.
Zweite Antwort: Tatsache ist es, daß während des Brandes
gezogene Proben einen Stich ins Bläuliche haben, da bei ihnen der Nach-
brand fehlt, der wobl einen Einfluß auf die Nuance haben dürfte. Außer-
dem wird gewöhnlich noch nach der Probeentnahme längere oder kürzere
Zeit weiter gefeuert, so daß auch dieses in Betracht zu ziehen ist. Man
müßte Ihr Geschirr mit dem gelblichen Stich gesehen haben, um die Er-
scheinung genauer beurteilen zu können. Es gibt aber Porzellane mit
gelblichem, bläulichem und milchigem Stich, bei denen die Farbe abge-
sehen vom Brande im Masse- und Glasurversatz begründet ist. So werden
Massen mit reichlichem Kaolinzusatz und mit Spatglasuren immer einen
milchigen oder einen gelblichen Stich zeigen, während Massen mit hohem
Quarz und Kalkgehalt mehr den bläulichen Stich aufweisen. Auch die
Ofenhonstrnktion hat einen gewissen Einfluß auf die Nuance, ebenso das
langsamere oder echnellere Abbrennen. Auf jeden Fall ist es unrichtig,
nach dem Abbrennen den Hauptfuchs nach dem Glühofen sofort zu ziehen,
da dadurch der Nachbrand keinen Einfluß mehr auf das Porzellan hat.
Dritte Antwort: Ich rinde es sonderbar, daß die Proben weiß
und der übrige Einsatz gelblich erscheint; Bicher liegt hier eine Täuschung
vor. Der Fehler wird am Brennen liegen. Porzellan wird gelblich, wenn
bei SK 4—9 Luft in den Ofen gelangt. Es ist also darauf zu sehen,
daß sich keine Löcher in der Brennstofischicht befinden. Die Feuerungen
dürfen anderseits auch nicht überfüllt werden, es ist für helle Roste Sorge
zu tragen. In den letzten Stunden des Garbrandes ist nur gute Steinkohle
zu verwenden. Wenn der Ofen richtig abgebrannt ist, macht es nichts
mehr aus, ob Sie die Platte des Gltthhauptfuchses früher oder später
ziehen. Der Krand ist dann durchgeführt, und durch den Gltthhauptfuchs
zieht ja nur die Abhitze weg. Anscheinend ist Ihre Masse und Glasur
in Ordnung. Verwunderlich ist es aber, daß Sie an dem kleinen Brenn- >
es Sprechsaal.
fehler längere Zeit ohne Erfolg herumlaborieren Es ist doch viel billiger,
wenn Sie einen tüchtigen Brennfachmann zu Rate ziehen und von ihm
1—2 Btände durchführen lassen, wobei Sie aber selbst mit tätig sind,
damit Sie bei den weiteren Bränden ausschlaggebend eingreifen können.
83. Wir möchten für unsere beiden Oefen mit überschlagender
Flamme von 20 cbm Inhalt englische Kohle verwenden. Angeboten ist uns
1. Northumberland screened, 2. Yorkshire Cobbles und 3. Schottische Splint.
Welche Sorte wäre wohl die vorteilhafteste?
Erste Antwort: Es wäre Ihnen diejenige Marke englischer
Kohle zu empfehlen, die Sie voraussichtlich dauernd beziehen können, da-
mit Ihr Brenner möglichst mit ein und demselben Material arbeiten kann,
dessen Vorteile und Tücken er mit der Zeit beherrschen lernt. Bevor Sie
zu englischer Kohle übergehen, die beim Brennen z. B. von Porzellan
wohl wesentliche Schwierigkeiten bereiten wird, wäre doch zu empfehlen,
die KoBten dieser Kohle mit den Gesamtkosten für böhmische Braunkohle
aus Oasegg zu vergleichen. Wenn es die Lage Ihres Werkes und der Preis
gegenüber der>englischen Kohle annähernd zulassen und wenn Sie Ossegger
Kohle bekommen können, so wäre diese als ein geradezu ideales Brenn-
material zu empfehlen. Sie ist vollständig schlackenfrei, hat geringen
Aschengehalt, ergibt eine milde Flamme, und man erreicht mit ihr ebenfalls
die höchste Gsrbrandtemperatur. Für Ihre kleinen Oefen von 20 cbm In-
halt ist die Ossegger Kohle entschieden das vorteilhafteste Brennmaterial,
abgesehen von dem geringen Verschleiß der Brennöfen und Kapseln.
Zweite Antwort: Bei der Wahl der Kohlen kommt es nicht
allein auf die Sorte an, sondern auch auf die Möglichkeit des dauernden
Bezugs derselben. Was nützt es Ihnen, wenn Sie einmal eine Ladung
bester Kohle bekommen und dann wird sie Ihnen nicht mehr geliefert?
Sie müssen sich also beim Bezug englischer Kohle nicht allein von der
Qualität leiten lassen, sondern dabei auch die dauernde Bezugsmöglichkeit
in Betracht ziehen. Vergessen Sie dabei nicht, daß die Brennweise ge-
wissermaßen auch umgestellt werden muß; wechselt nun der Brennstoff
häufig, so wird auch der Brandausfall ein wechselnder sein.
84. Kann man sogen. Chinarot in einer Muffel von 9 cbm Inhalt
brennen? Wie hat man vorzugehen, um sicher zu arbeiten, und welches
ist die Mindestbrenntemperatur dafür? Als Scherben kommt Steinzeug
oder gemischtes Steingut in Betracht. Wir bitten um Angabe von Richt-
linien für den Versatz der Glasuren in Bezug auf Farbeffekte und Brenn-
Erste Antwort: Chinarote Glasuren können bei Temperaturen
von SK Ol bis 9 gebrannt und folglich sowohl auf Steingut, wie auch
auf Steinzeug und Weichporzellan aufgeschmolzen werden. Die Her-
stellung derartiger GlaBuren ist in einer Muffel von 9 cbm Iahalt kaum
möglich, denn Sie werden nicht in der Lage sein, in einem so großen
Ofen die zur Rotfärbung erforderliche gleichmäßig reduzierende Be-
schaffenheit der Flammengase zu erzielen, und namentlich wird es
Ihnen nicht gelingen, dazwischen während kurzer Zeit mit stark oxy-
dierender Atmosphäre zu brennen. In einem höchstens 3 cbm großen
Rundofen mit überschlagender Flamme und Holzfeuerung läßt sich die
für das Chinarot gebotene Brennweise am leichtesten durchführen. Die
anderen von Ihnen gewünschten Auskünfte finden Sie in Seger's ge-
sammelten 8chriften und Berdels Chemischem Praktikum, Teil VI, wo die
einzelnen Punkte der Herstellung von Chinaglasuren sehr eingehend be-
handelt sind. Ich empfehle Ihnen, diese Literatur über die heikle
Fabrikation zu studieren.
Zweite Antwort: Ich bezweifle es, daß Sie in einer so großen
Mnffel sicher Chinarot herstellen können, denn die Erzeugung einer gleich-
mäßigen Reduktion, wie sie unbedingt für Kupferrot erforderlich ist,
dürfte in einer großen Muffel schwer fallen. Chinarot gelingt am besten
in einem nicht allzngroßen Rundofen. Bezüpoh der anzuwendenden
Glasuren und der Brennteohnik sei auf die einschlägige Literatur
verwiesen.
1922. (65. Jahrgang.) SPRECH SAAL — COBURG. Nr. 24 _
S5 Um unsere Ofenanlaae auszunutzen, versuchen wir Porzellan I bestimmte Zwecke am beeten bewährt, maß man über die einschlägigen
im M^h^s^Qc^^ ^ bremen. Es zeigt sieh dabei folgendes: Verhältnisse genan unterrichtet sein, da Znsammensetzung des Gemenges,
Das S ^LS^^V^raU aber die Glasur hat ein Gang der Wae ne, Größe der Produktion, Form der Flaschen, Art der vor-
mattes und IrschaUges Aussehen; an manchen Stellen sieht sie aus wie han denen Kraft usw. bei der Auswahl dieser Spezialmaschinen den Aus-
Seifenschaum Der Scherben von stärkeren Stücken (Isolatoren) zeigt I schlag geben. v
^^^ÄufU^mmd Blasen, aber fast nur bei gedrehten Stücken, Dritte Antwo rt: Die von den Spezialf abnken gelieferten F asehen-
ÄT^ÄaiÄ ^Ä|&nwfl ist die folgende: Bis zum Um- blasmascbinen haben sich alle in der Praxis gut bewährt. Die einzelnen
ÄÄÄ5 mr«liS2 Zug, etwa 3 mm, zwischen SKOIO Systeme sind nur in der Bedienungsweise voneinander abweichend weshalb
und 1 mit RaucMbersclmß Sannt, von SK 1 bis SK 10 brennen wir man vermeiden sollte, Flaschenblasmeschinen verschiedener Systeme in
WeÄ Äer im Mendteim* sehen Oasofen zu leiten, um obige Miß- System eingeübt, und es währt mitunter sehr lange, bis sie sich an die
tSS^TlÄ Hw9tellnBe V0D Wein" -d Likörflaschen besonders die Flaschenblas-
nerstellung findet in lreppenrosrgeneraiurt rwhe maschine Patent Schiller in Frage, deren Arbeitsweise bekannt ist und
ErsteAntwort: Die auftretenden Brennfehler haben ihre junMM wiederholt erörtert wurde. Das Produkt der Schiller-Maschine ist dem-
in einer falschen Flammenführnng, verursacht dnreh sprunghafte AenaeruDg iftni der Owens-Mascbine gleichzustellen, und die Rentabilität bei der
der Zugverlältnisse, und außerdem auch, zu unrichtigen Zeitpunkten. OJas FaD*ikatioil von Fia9chen mit Schiller-Maschinen ist unseres Erachtens
aus böhmischer Braunkohle hergestellte Brenngas ist bei »«S«"™« »«" gegenüber der Owens'achen Erzeugungsweise relativ günstiger.
Schickung des Generators jedenfalls in weitauereichendem Maße vorhanden, es Jttnlte Antwort. Zur Lieferung bewährter Glasblasmaschinen
Um eich in die Brenn- und Zug Verhältnisse einzuarbeiten, muß man FlttSchen meidet sich Fr. Wilhelm Kutzscher in Deuben-Dresden.
kurvenmäßige Aufzeichnungen vom Ofen haben, nach denen sich fest-
stellen läßt ob der Zug auch dauernd gleichmäßig zunimmt. Diesea | 07. jc/j bitte um Angabe eines Gemengesatzes für Neurot.
Gleichmäßige Zunehmen bewhkt daiia auch ganz allein den Anstieg der Erste Antwort: Die Schmelzung von Neurot mit Selen als
Temperatur der eoenfalls eine ganz gleichmäßig ansteigende Kurve er- Färbemittel erfordert sehr heißen und gleichmäßigen Ofengang, sowie
sehen muß' Bis SK 08 muß die Flamme oxydierend sein, aber nur in dem I große Erfahrung und üebung im Schmelzen und Läutern des Glases. Es
Maße daß die Ofentemperatur ununterbrochen ansteigt. Die bei 600 0 C. Qurfen nur die reinsten Rohmaterialien, ganz gleichmäßig fem zerkleinert
besinnende Rotglut muß sich auf den ganzen Ofeninhalt gleichmäßig nnd auf das innigste gemischt, zur Verschmelzung gelangen. Naca-
erstreoken, das Ofeninnere darf nicht stundenlang zurückbleiben. Der I stehender Satz gibt bei lichtiger Behandlung und Wartung die ge-
Zug wird bis SK 08 auf 2 mm ansteigen, wenn nicht, so kann langsam I wunachte Farbe. "
nachgeholfen werden. Die Abzugskanäle müssen bis dahin rotglühend Sand 100 kg
sein Von SK 08 ab wird die Gaszufuhr derart gesteigert, daß die Flamme Pottasche \\ -n
in weißroter Färbung durch die Züge streicht. Dieses läßt sich auch Soda 15 »
nicht plötzlich erreichen, muß aber bis zum Sinken des SK 4 der Fall Kalkspat 1« *
Bein. Die Zugsteigerung beträgt dann bis 3 mm und kann bis SK 10 Mennige • » »
3 5 mm erreichen als Maximum. Ein Schwanken oder plötzliches Erhöhen I Salpeter • J$ »
des Zuges ist unzulässig. Flamme muß dauernd in den Ä.bzugBkanälen I Scherben f> »
sein; ist das nicht der Fall, so ist der Zug zu stark bezw. die Gaszufuhr jj Selen. ]f 5
zu gering Der Gasverbrauch steigert Bich mit dem Zug ganz auto- Zweite Antwort: Sie verstehen wohl unter Neurot rotes Opal-
matitcb und der Zug wächst automatisch mit der Temperatursteigerung; I giaS) wie man es aus folgendem Gemengesatz erhält:
ein sprunghaftes Umstellen darf nicht stattfinden, sondern nur ein Regu- I Sand 10 g
lieren zur Erzielung gleichmäßig ansteigender Temperatur- und Zugkurven. I Soda . }j »
Dazu ist der Obel-Zugmesser unerläßlich, das elektrische Pyrometer sehr I Pottasche 14 „
zu empfehlen. . . .. I Kryolith 1£ „
Zweite Antwort: Die gerügten Mängel, wie matte, eierschalige I Mennige ™ «
Glasur, Beulen und Blasen, sind die typischen Fehler bei der Gasfeuerung Salpeter * n
und in der Hauptsache auf fehlerhafte Zusammensetzung des erzeugten I Borax • • ■ • ■ • » »
Gases und auf unrichtige Feuerführung zurückzuführen. Es ist aber Gold (Metall) . . . ■ „• lb* - „ .
unmöglich Ihnen hier für das Brennen geeignete Winke zu geben, wenn I Daa Goid wjrd ja Königswasser aufgelöst und die Losung über den band
man die ganze Ofenanlage nicht genau kennt. Wenn Ihnen der Ofenbauer gesprengt. Heißer Ofengang, öfteres Blasen mit einer Kartoffel und sofor-
nicht selbst Ratschläge erteilen kannn, so vermag es der Fernstehende tiges Abstehenlassen der blankgeschmolzenen Glasmasse ist Hauptbedingung,
noch weniger I DritteAntwort: Wenn Sie eine bestimmte Nuance von Rot im
Dritte Antwort- Das eierschalige Aussehen der Glasur, die I Auge aaDen, so lassen Sie am besten eine Analyse des betreffenden roten
Auftreibungen und Blasen sind die Folgen unrichtiger Feuerftthrung. Bei öla8e8 anfertigen, da zweifellos das letztere eine bestimmte Zusammen-
Gasöfen ist die letztere beim Vorfeuer besonders schwierig. Das Vor- getzung hat. Die Rotfärbung eines Glases, sei sie nun durch Gold, Kupfer
fener muß mit Luftüberschuß geführt werfen, sodaß höchstens 12 °/0 CO* oder Selen" erzeugt, wird durch die Anwesenheit gewisser Stoffe in ihrer
in den Rauchgasen hinter der Scharf brandkammer vorhanden sind. Die Nuance beeinflußt; infolge dessen muß man auch die letzteren kennen,
Temperatur soll langsam ansteigen, Bodaß'zum Erreichen von 1100" C I weJm man einen bestimmten Farbton erzielen will.
mindestens 12—15 Stunden vergehen. Besonders bei Gasöfen ißt eine 6g Welche Erfahrungen hat man in Glashütten für Flakons oder
Kontrolle des Feuers hinsichtlich des gleichmäßigen Ansteigens der I j^^^ oeim Transport der Erzeugnisse von der Bohle zum Kühl-
Temperatur und hinsichtlich der Ofenatmosphäre unbedingt erforderlich. 1 . m{Mefe Transportbandes gemacht?
Ist jedoch auf Grund dieser wissenschaftlichen Brennweise ein guter I ErsteAntwort: Der Transport der Flakons und Flaschen von
Verlauf eines Brandes erzielt und dieser Verlauf auf einem Kurvenblatt 1 den Werk8tätten znm Kühlufen mittels Eintragevorrichtung kommt-immer
in allen Teilen festgelegt, so können die folgenden Brände mit Sicherheit mj}ür in Anfnanme- Grundbedingung ist, daß die Kühlöfen so angeordnet
stets leicht und gleichmäßig geführt werden. Die Kontrolle lediglich Bind daß der Tfan8portweg möglichst kurz ist. Weiter ist ein geübter
nach dem Schornsteinzug ist wertlos. Dar normale Mendheim-Gaskammer- I pfleger zum Einpflügen der Flakons in die Ktthlkästen nötig. Werden die
ofen der für grobkeramische Waren sehr gut und wirtschaftlich ist, ist I Flakon8 au8 der Wanne gearbeitet, so legt man, wenn möglich, die beiden
lttr das Brennen von Porzellan nicht als besonders geeignet zu bezeichnen. | Kanalkuniöien so aD) daß die Längsachsen derselben mit der Längsachse
der Wanne parallel laufen, während beim Hafenofenbetrieb an jeder Ofea-
seite eia Kaaalkühlofen vorzusehen ist. Der Hüttenmeister muß die
Q\a,a I Werkstätten so besetzen, da£ die vom Ktthlofen am entferntesten gelegenen
* ... ■ , „„„ '' Amt n,,,™, Arbeitsplätze die schwersten Artikel arbeiten, damit durch die zu große
66. Welche Flaschenblasmaschmen haben sich außer der uwens- Abkühlung der Gegenstände kein unnötiger Bruch entsteht.
maschine in der Praxis am besten bewährt? Es handelt sich m der Zweite Antwort: Die mechanischen Eintragevorriehtungen
Hauptsache um die Herstellung von 3/4 l-Wetn- und Likorflascnen an ^ endlosem Band far Fiakons oder Medizinglas bewähren sich, sach-
Wannenöfen. . I gemäß angelegt und bedient, sehr gut.
ErsteAntwort: Außer der Owens-Maschine haben sich ver- m wir haben mittels eines Kaltätzverfahrens Likörgläser mit einer
schiedene Systeme voa Flaschenblasmaschmen zur Herstellung von 1- Firmenaufschrift versehen, die jedoch zu schwach aufgetragen bezw, \reit-
Weinflaschen mehr oder minder in der Praxis bewährt. Am bekanntesten laufm 'iet Wie m sich die undeutliche Schrift von den Gläsern her
sind die Systeme von Wolf und Schiller. Man kann Ihnen ?D^doc*™" seiUaen? Ferner, wie muß man verfahren, um eine deutliche Schrift zu
die Vor- uad Nachteile eines jeden einzelnen Systems im FrageKasten erzi%lent
auseinandersetzen oder einseitige Reklame machen. Sie tan ^ am besten • Antwort- Das Beseitigen der undeutlichen Abschrift
den Maechinenfabrikea ist; sonst bekommen Sie stets nur ein emseitiges ^StTlSt^Sil Ob der Fehler auf ungeeignete Aetzpomade
Urtdl »er die Fl^U^otaw«. X BeMechte Schablonen oder Kautschukstempel zurückzuführen ist,
w WeitC-t „Ir L o^TJS&e ZtM^ii^^^^n müßte an Ort aad Stelle festgestellt werden. Sie kommen am schnellsten zum
Wege haben sich außer der Owens-Mascaiae vor aiiem aie «iww » fehlerhafte Likörgläser aa die Firma einschicken,
2§4 — Nr. 24
SPRECH SAAL - CÖßURÖ.
1922. (65. Jahrgang.)
ftthrung derselben iat meist gleich. Jedenfalls verwenden Sie das Aetz-
salz nicht fein nnd trocken genug, und die Schrift wird daher zu schwach,
nnd dann lassen Sie den fertigen Stempelaufdruck zu lange liegen, sodaß
er breit läuft. Die undeutliche Schrift kann nur durch Aetzen (Blank-
ätze) oder Schleifen entfernt werden. Sie tnn wahrscheinlich besser, die
Flaschen in die Brocken zn werfen nnd nene anzufertigen, denn es ist
doch kaum anzunehmen, daß Sie einen größeren Posten derartiger Flaschen
haben, da man doch bei Vornahme einer nnbekannten Arbeit erst Versuche
mit einigen Stucken anstellt nnd nicht gleich einen großen Posten anfer-
tigt nnd dann erst untersucht, ob die Sache gut gelingt.
Neue Fragen.
Keramik.
87. Worauf ist der schivarze Ausschlag des Porzellans zurück-
zuführen, der beim Einschmelzen der Dekore, besonders keramischer Drucke,
zutage tritt, und wie ist dieser Uebelstand zu beseitigen? Handelt es sich
bei dieser Erscheinung um als C02 oder CO beim Scharf brand eingelagerten
Kohlenstoff, der in der Schmelze reduziert wird, und sind gewisse Roh-
materialien besonders empfänglich ? Ich habe beobachtet, daß der organische
Abziehlack das Ausschlagen stark begünstigt; bei Geschirren mit nur Rand,
Band oder Staffage tritt der Fehler höchst selten auf.
Gla«.
72. Wir haben eine größere Menge Pech vorrätig, das zum Aufkitten
von Brillengläsern dienen soll; es ist aber qualitativ derartig, daß die
Gläser beim Schleifen darauf nicht halten, und zwar weil das Pech weich
wird und die Gläser infolgedessen keinen festen Sitz mehr haben. Welche
Beimischungen müssen dem Pech zugesetzt werden und in welcher Menge,
damit es verwendet werden kann?
73. Wer liefert Maschinen zur Trennung von Koks und Generatoren-
asche?
74. Gibt es eine wirkliche Blau- und Grünätze auf Glas ent-
sprechend der Gelb- und Rotätze, d. h. daß durch nachträgliches Ein-
brennen von Metallverbindungen in der Muffel ev. in reduzierendem Feuer
ein vor allem gleichmäßiges, ferner auch in der Durchsicht leuchtendes
Blau bezw. Grün entsteht, also nicht nach Art der gewöhnlichen Reduktions-,
Irisier- und Düster färben? — Die Ausführungen von Dr. Springer in
der Keram. Rundschau 1916, Nr. 33, sind uns bekannt; es soll aber
neuerdings eine wirkliche Blau- und Grünätze geben. Wer liefert sie?
75. Wer liefert das Abfärbemittel „Matador"?
76. Wer liefert Asbeststeine für die Füllung von Kühlofeniüren?
Briefkasten der Redaktion.
Sch. A. in C. Ueber das Säurepolieren des Glases finden Sie
einen ausführlichen Aufsatz in Nr. 36 des Sprechsaal 1918.
Nach kurzer, schwerer Erkrankung verschied das Vorstandsmitglied unserer Gesellschaft
Herr Direktor
Heinrich Kupfer.
Aufs Tiefste erschüttert beklagen wir den Heimgang eines Mannes, der, ausgestattet mit hervor-
ragenden Geistesgaben, durch seine Schaffensfreudigkeit und sein ausgeprägtes Pflichtbewußtsein, an der
Entwicklung unserer Gesellschaft bedeutenden Anteil hatte. ,
Seine vornehme, gerechte Denkart, die Liebenswürdigkeit in seinem Wesen gewann ihm aller Herzen,
und so verlieren wir in ihm nicht nur einen treuen und erprobten Förderer unseres Werkes, sondern auch
einen lieben Freund, dessen Namen und Wirken bei uns stets einen besonderen Klang haben und in der
Geschichte unserer Gesellschaft fortleben wird.
Fürth, den 10. Juni 1922.
Aufsichtsrat und Vorstand der
Tafel-, Salin- und Spiegfeiglasfabriken A.Q.
achruf.
Nach kurzem, schwerem Leiden wurde uns am 10, ds. Mts. das Vorstandsmitglied unserer Gesellschaft
Herr Direktor Heinrich Kupfer
mitten aus seinem arbeitsreichen und erfolggekrönten Leben durch den Tod entrissen.
Tieferschüttert betrauern wir in dem leider allzufrüh von uns Gegangeneu einen hochverehrten Vorgesetzten,
ein Vorbild von Schaffensfreudigkeit, Tatkraft und unermüdlicher Pflichterfüllung.
Seine wohlwollende Fürsorge und sein offener Charakter sichern ihm ein dauerndes dankbares und
treues Gedenken.
Die Beamten und Arbeiter der
Tafel-, Salin- und Spiegelglasfabriken A.-G.
Werke: Fürth, Mitterteich, Weiden.
(65. Jahrgang.)
Coburg, den 22. Juni 1922.
Nummer 25
Zeitschrift für bie Keramischen, Glas- unb uerwanbten Inbustrien
iPrämiiert : Brüssel 1888 Goldene Medaille
|Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
[■Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm- Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
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Bezugspreis; Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jt 35. —
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 3.—, Stellengesuche Ji 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Ueber die Beschaffenheit der Schmelztiegel
in der Silikatanalyse.
(Nachdruck verboten.)
In dem Journal of the Washington Academy of Sciences,
Wol. 11, Nr. 1 (1921), teilt Henry S. Washington vom Geophy-
sikalischen Laboratorium, Carnegie Inst, of Washington, seine
Erfahrungen über die Verwendung von Palladium-Gold- und
Iridium-Platih-Tiegeln bei der Schmelzung von Gesteinspulvern
mit Natriumkarbonat mit. Die erstere Legierung, kurz „Palau"
genannt, ist ein vor wenigen Jahren eingeführter Platinersatz
nnd besteht aus 80 Teilen Gold und 20 Teilen Palladium. Ein
Meiner Iridiumzusatz macht das Platin steifer.
Beim Silikataufschluß mit Soda hängt der Schmelzkuchen
an der Wandung des Platin- oder Platin- Iridium- Tiegels zuweilen
hartnäckig fest, sodafi man zur Lösung der Schmelze längere
Zeit digerieren muß, wodurch stets ein Verlust an Zeit und
bisweilen auch an Substanz entsteht. Dieses ungünstige Ver-
halten wird in vielen Fällen durch Einbeulungen oder andere
Unregelmäßigkeiten in dem Boden oder der Wandung des Tiegels
»Verursacht, wie sie durch fahrlässige Behandlung, wie z. B.
(Drücken des Tiegels zur Entfernung der Schmelze entstehen.
.Auch durch andere Umstände wird dieses Verhalten befördert,
so z. B. die Rauhheit der Innenfläche der Platintiegel, den
vorzeitigen Versuch, die Schmelze vor völliger Abkühlung zu
•entfernen u. a.
Tiegel aus reinem Platin sind sehr weich und können an-
scheinend innenseitig nicht genügend poliert werden, sodaß ein
leichtes Ablösen der Schmelze nur selten möglich ist. Für ge-
wöhnliche Glühzwecke erfüllen sie natürlich ihren Zweck wunder-
bar, da sie einen ganz geringen Gewichtsverlust zeigen, der
vernachlässigt werden kann. Tiegel aus Platin mit einem ge-
ringen Iridiumzusatz haben sich als viel geeigneter für den
Aufschluß mit Soda erwiesen. Sie sind steifer als reines Platin,
verbeulen sich daher weniger leicht und lassen sich besser
polieren Der Schmelzkuchen löst sich besser los als bei
reinem Platin, wenn er auch gelegentlich noch haften bleibt.
Am leichtesten, raschesten und vollständigsten lassen sich die
Sodaschmelzen aus Gold-Palladium- Tiegeln entfernen. In jedem
Falle trat die Loslösung des Schmelzkuehens von der Wandung
des Palau- Tiegels rasch und völlig ein, wenn man beides mit
etwas Wasser (sodaß die Schmelze bedeckt war) schwach er-
hitzte. Das günstige Verhalten des Palau-Tiegels ist umso be-
merkenswerter, als er an der Berührungsstelle mit dem unter-
stützenden Dreieck leicht eingebeult war. Offenbar erweicht
der Palau- Tiegel bei starkem Glühen mehr als ein Platin- oder
Platin-Iridium-Tiegel. Daher darf man als Auflage für einen
Palau- Tiegel auch kein Platindraht-Dreieck benutzen, weil sonst
Legierung eintreten kann, sondern man muß ein Dreieck mit
Röhren aus geschmolzener Kieselsänre oder aus Pfeifenton ver-
wenden.
Die Palau-Legierung ist härter und steifer und vor allem
auch besser polierbar, doch dürfte dies zwar der hauptsächlichste,
aber nicht der einzige Grund für das oben geschilderte günstige
Verhalten sein, denn die Iridium-Platinlegierung ist in jener Be-
ziehung der Palau-Legierung fast gleichwertig. Es mögen aber
auch noch andere Faktoren in Frage kommen für die mit der
Gold-Palladium-Legierung erzielten günstigen Ergebnisse. Jeden-
falls beweisen letztere, daß Palau sowohl dem Platin-Iridium
als auch, und zwar in noch höherem Maße, dem reinen Platin
für den Zweck der Schmelzung mit Soda in der Gesteinsanalyse
überlegen ist.
Es dürfte weiter von Interesse sein, welche Gewichtsverluste
der Palau-Tiegel und der Platin-Iridium-Tiegel bei der Vornahme
einer ziemlich großen Zahl von Silikataufchlüssen mit Soda
(je 1 g Silikatpulver + 5 g Na2C03) in ihnen erlitten:
Der Palau-Tiegel hatte ein Anfangsgewicht von 32,0712 g,
das während 47 Schmelzen ziemlich stetig und regelmäßig
auf 32,0613 g herabging. Der Gewichtsunterschied betrug ins-
gesamt also 0,0099 g, d. s. durchschnittlich rund 0,2 mg bei
jeder Schmelzung.
Das Anfangsgewicht des Iridium-Platin-Tiegels (Gehalt an
Ir war unbekannt) betrug 30,0755 g, sein Endgewicht nach 21
Schmelzungen bei stetiger Abnahme 30,0656 g. Der gesamte
Gewichtsverlust ist also 0,0099 g und der durchschnittliche
0,00047 g. Letzterer ist also mehr als doppelt so hoch wie der
beim Palau-Tiegel. Vermutlich beruht dies auf der Verflüch-
tigung von Iridium beim Glühen.
Wir nehmen an, daß die mitgeteilten modernen, kerami-
mischen Erfahrungen auch den deutschen Silikatchemiker
interessieren, weshalb wir glaubten, ihnen Raum geben zu
sollen.
Das Pyrexglas der C. GL W. (IL S. A).
(Nachdruck verboten.)
In dem sehr interessanten Artikel mit dem obigen Titel
von Herrn Dr. Oskar Lecher sind einige Punkte, die nicht voll-
ständig klar sind und vielleicht noch einer Erläuterung oder
Ergänzung bedürfen. Aus diesem Grunde seien dieselben hier
angeführt.
Zunächst ein kleiner Widerspruch, der wahrscheinlich durch
einen Druckfehler bedingt ist. Es heißt einmal: „Im Laufe der
266 — Nr. 95
SPRECHSAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
systematischen qualitativen Analyse wurden gefanden: Kalk ....
fehlt, Magnesia .... vorhanden usw."; einige Zeilen später heißt
es dann: „Die quantitative Analyse ergab CaO . . . 0,70 °/0, MgO
. . . 0,57 °/0 . . .". Danach wäre also etwas mehr Kalk als
Magnesia vorhanden. In einem der beiden Sätze maß daher
ein Fehler vorliegen.
Zum Schiasse des Artikels ist eine Gegenüberstellung von
Jenaer Glas 59 III, Pyrexglas und Qaarzglas angegeben, welche
wahrscheinlich einen Fehler insofern enthält, als die darin
angeführten Ausdehnungskoeffizienten für Quarzglas und Jenaer-
glas 59 III kubische sind, während der Koeffizient für Pyrex-
glas wohl linear sein dürfte. Das ist aus folgendem zu
schließen:
Errechnet man den Ausdehnungskoeffizienten nach dem
Additivitätsgesetz von Schott, das zwar nicht ganz so richtig
ist wie häufig angenommen wird, aber doch angenähert
richtige Werte liefert, so erhält man für das Jenaer Glas 59 III
einen kubischen Ausdehnungskoeffizienten von 3oc=193XlO~7,
während der tatsächliche, an solchem Glas gemessene Aus-
dehnungskoeffizient 1Y7X10-7 beträgt, also etwas kleiner als
der errechnete ist.
Berechnet man nun auch den kabischen Ausdehnungs-
koeffizienten für Pyrexglas, so findet man 3a = 128Xl0 . Der
lineare Koeffizient wäre dann ijs, also a=0.0000043. Man sieht,
daß dies fast derselbe Wert ist, den die Tabelle aufweist
(0.0000040). Scheinbar ist demnach in der letzteren der kubische
Ausdehnungskoeffizient von Qaarzglas und Jenaer Glas mit
dem linearen von Pyrexglas verglichen, wodurch natürlich das
letztere bedeutend besser wegkommt.
Es sollten daher die Vergleichszahlen richtig folgender-
maßen lauten:
59 III . . . . Soc = 0.0000177
Pyrexglas . . 3 a = 0.0000120 statt 0.0000040
Qaarzglas . . 3 «==0.0000015
Der Unterschied zwischen Jenaer Glas 59 III und Pyrexglas
ist dadurch ganz bedeutend verringert worden, und zwar von
40 gegenüber 177 auf 120 gegenüber 177, und die Ansicht des
Herrn Dr. Lecher, daß eine Patentierung in Deutschland nicht
erfolgen kann, wird dadurch nur umso begründeter.
Im übrigen wäre noch hinzuzufügen, daß für die Beurteilung
der Wärmewiderstandsfähigkeit nicht allein der thermische
Ausdehnungskoeffizient maßgebend ist. Denn obwohl er die
Hauptrolle spielt, haben noch neben ihm die mechanische
Festigkeit und der Elastizitätsmodul einen mitbestimmenden
Einfluß, ja in geringem Maße spielen auch spezifische Wärme
und Wärmeleitfähigkeit eine Rolle. Berücksichtigt man noch
diese Einflüsse, so zeigt sich auch hierin ein Vorsprung des
Pyrexglases gegenüber dem Jenaer Glas 59 III. Za erwähnen
wäre aber, daß Jena noch über andere Glassorten verfügt,
welche erheblich wärmewiderstandsfähiger sind, als das
Glas 59 III. Dr. W. K.
Neuregelung der Zollzusohläge
in der Tschechoslowakei.
In der Tschechoslowakei ist mit Wirkung vom 1. 1. 22
eine Neuregelung der Zollzuschläge erfolgt. Der Zolltarif
selbst ist ohne Aenderung geblieben, jedoch sind die für die
einzelnen Tarifpositionen auch bis dahin bereits vorgesehenen
Koeffizienten für fast alle Industriezweige erhöht worden. Der
höchste nunmehr zur Anwendung gelangende Koeffizient stellt
sich auf 80. Der zu entrichtende Zollbetrag wird in der Weise
berechnet, daß der Grundtarif mit dem zugehörigen Koeffizienten
multipliziert wird.
Die neue Zollregelung in der Tschechoslowakei war seit
Oktober v. J. Gegenstand der eingehendsten Beratungen, zu
denen Industrie und Handel mit hinzugezogen worden sind.
Die Voraussetzungen, unter denen in den letzten Monaten des
abgelaufenen Jahres die tschechoslowakischen Zollsätze neu
festgesetzt wurden, waren bereits am Tage des Inkrafttretens
des neuen Tarifes nicht mehr zutreffend, da sich die wirt-
schaftliche Lage innerhalb dieser Zeit geändert hatte. Als die
Festsetzung der neuen Zollzuschläge erfolgte, war die tschecho-
slowakische Krone leicht im Sinken begriffen. Beim Inkraft-
treten der Neuregelung hatte dieselbe aber einen Aufstieg be-
gonnen. Mit dem Steigen der tschechoslowakischen Krone
hob sich automatisch die Höhe der Zollbelastung. Die aus-
ländische Konkurrenz hatte schwer mit der Industrie der
Tschechoslowakei zu kämpfen, für die tschechoslowakische In-
dustrie wurde der Zollschutz immer wirksamer. Es ist ohne
weiteres klar, daß ein mit festen Koeffizienten ausgestatteter
Zolltarif keinen Ideal«ustand darstellen kann, da er in keiner
Weise den gerade in den gegenwärtigen Zeitverhiltnissen
starken Valutaschwankungen Rechnung zu tragen imstande ist.
Diesen Anforderungen Genüge zu leisten vermag nur ein Tarif,
bei dem sich durch ein einfaches Verfahren die Höhe der Z u-
schlagsprozente den jeweiligen Valutaverhältnissen anpassen
läßt.
Die tschechoslowakische Regierang trag sich zuerst mit
der Absicht, die Anträge der in Frage kommenden Verbände
und Körperschaften in den bereits seit längerer Zeit in Be-
arbeitung befindlichen neuen autonomen Zolltarif hineinzu-
arbeiten, und auf diese Weise gleich eine vollständige Revision
des Tarifes herbeizuführen. Von diesem Vorhaben ist man
dann aber wieder abgekommen, da sich die scharf gegenüber-
stehenden Interessen der Produzenten und Konsumenten nicht
in so kurzer Zeit ausgleichen ließen, wie man dies für eine
Neuregelung der Zölle für erforderlich erachtete. Man hat sich
infolgedessen vorerst damit begnügt, die meisten Industriezölle
durch Abänderung der Zollzuschläge zu erhöhen, um den
Aenderungen der Weltmarktpreise und insbesondere den ge-
änderten Valutaverhältnissen und dem Markkurse Rechnung
zu tragen. Durch die vorliegenden Erhöhungen ist den An-
trägen der tschechoslowakischen Industrie im weitesten Um-
fange Rechnung getragen worden. Diese wies darauf hin, daß
andere Länder, wie z. B. Amerika, England und Frankreich,
ebenfalls erhebliche Zollerhöhungen vorgenommen hätten, und
machten weiter geltend, daß weitgehendste Zollerhöhungen
unter allen Umständen gegen die Konkurrenz der valuta-
schwachen Länder erforderlich wären. So sind dann die
tschechoslowakischen Zölle durchschnittlich um 70 bis 200 °/0
erhöht worden. Einige Zölle sind auch verdreifacht worden.
Man hat sich bei der Festlegung der neuen Zollzuschläge
nicht nur von dem Gedanken leiten lassen, durch diese Maß-
nahme einen wirksamen Schutz der heimischen Industrie her-
beizuführen, sondern man ist auch von dem Gesichtspunkte
ausgegangen, daß man sich ein Instrument schaffen wollte, das
geeignet wäre, ausländischen Staaten Veranlassung zu geben,
mit der Tschechoslowakei Verhandlungen über Vertragszölle
anzubahnen. Diesen Gedanken gab unter anderen der tschecho-
slowakische Handelsminister in einer Rede Ausdruck. Er
führte in derselben aus, daß die Neuregelung der Zölle vor
allem die Grundlage für die zukünftige Handelspolitik dem
Auslande gegenüber darstellen sollte. Das Ausland habe sich
durch Erhöhung der Zölle und durch anderweitige Maßnahmen
gegen die Konkurrenz namentlich der valutaschwachen Länder
in weitgehendster Weise geschützt. Es sei unvermeidlich, daß
die Tschechoslowakei demgegenüber gleichen Schritt halten
müsse. Gleichzeitig müsse man aber im Auge behalten, auf
welche Weise die Waffe des Zolltarifes als Instrument fried-
lichen wirtschaftlichen Verhandeins umgestaltet und ausgenutzt
werden könnte. Eine tatkräftige erfolgversprechende Handels-
politik sei „ohne einen entsprechenden Zolltarif mit Zöllen, die
allen Bedürfnissen, auch denen der Verhandlungspolitik selbst,
angepaßt seien, ein Ding der Unmöglichkeit.
Um ersichtlich zu machen, wie hoch die nunmehr in Kraft
getretenen Zölle im Vergleich zu dem früheren Zustande sind,
haben wir nachstehend, abgesehen von den Grundzöllen selbst,
die alten Koeffizienten neben den neuen mit aufgeführt.
Die tschechoslowakischen Zollbeträge.
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
Grand-
tarif Koeffizient
in Kronen Eeu ait
für 100 kg
155 Gips :
a) roh; auch gemahlen ..... zollfrei — —
b) gebrannt • zollfrei — —
147 Schmirgel :
a) roh zollfrei — —
b) gekörnt, gemahlen, geschlämmt
Glas und Glaswaren.
368 Glasmasse ; Email- und Glasurmasse ;
gemahlenes Glas (Glasstaub) . .
369 Glasstängelchen, Glasplättchen und
Glasröhrchen ohne Unterschied der
Farbe (wie solche zur Perlenbe-
reitung, Kunstbläserei und Knopf-
fabrikation gebraucht werden) . .
Hohlglas :
370 Hohlglas, gemeines, das ist unge-
schliffen, ungemastert, unabge-
rieben, ungepreßt:
a) in seiner natürlichen Farbe, je-
doch nicht weiß
b) weiß, auch halbweiß (durch-
sichtig) ...... brutto
c) farbig (in der Masse gefärbt oder
überfangen) .
371 Hohlglas mit nur eingeriebenen
Stöpseln oder abgeriebenen Böden
oder Rändern;
2,00 10
3,60 ' 10
3,60 10
5,00
13
13
10,00
13
13
30,00
13
13
189S. (8&. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Wj. 25 — 287
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
372
7
'8
379
380
381
382
383
384
385
Grand-
tarif
in Kronen
für 100 kg
a) in seiner natürlichen Farbe oder
weiß (durchsichtig) . . brutto
b) farbig (in der Masse gefärbt
oder überfangen)
Hohlglas, raffiniert :
a) geätzt, geschliffen, gemustert,
abgerieben oder geschnitten:
1. in seiner natürlichen Farbe
oder weiß (durchsichtig) . .
2. farbig (in der Masse gefärbt
oder überfangen)
b) bemalt, vergoldet, versilbert
c) mit Glas übersponnen oder mit
Auflagen von Glas versehen
Glaskolben (Glasbirnen) für elektrische
Glühlampen
Gepreßtes und massives Glas, nicht
besonders benanntes:
a) roh, auch verwärmt, auch mit
abgeschliffenen Rändern oder
Böden, naturfarbig oder weiß
(durchsichtig) .
b) anderes (farbig, bemalt usw.)
Tafelglas:
Spiegel- und Tafelglas, nicht beson-
ders benanntes, roh, ungeschliffen,
nicht poliert, nicht gemustert,
nicht belegt, nicht gefärbt:
a) Spiegelglas, gegossen oder ge-
blasen; rohes Gußglas in der
Stäike von mehr als 5 mm . .
b) Tafelglas und rohes Gußglas in
in der Stärke von 5 mm und
darunter mit einem Umfange der
einzelnen Tafel von:
1. 240 cm oder darunter brutto
2. über 240 bis 40© cm brutto
3. über 400 cm . . . brutto
Spiegel- und Tafelglas, nicht beson-
ders benanntes, gefärbt, unge-
schliffen, nicht poliert, nicht ge-
mustert, nicht belegt . . brutto
Spiegel- und Tafelglas, nicht beson-
ders benanntes, geschliffen, poliert,
gemustert, gebogen, auch gefärbt
oder überfangen:
a) nicht facettiert, nicht belegt brutto
b) facettiert, jedoch nicht belegt;
Kathedralglas, auch weiß brutto
c) belegt brutto
Anmerkung. Spiegel- und Tafel-
glas, bemalt, vergoldet oder versilbert, anch
durch Auftragen oder Einbrennen von Farben
gemustert, ist nach der Tarifnummer 377 c
zu behandeln.
Eingerahmte Spiegel •
Drahtglas (gegossene Tafeln oder
Platten mit Drahteinlagen) brutto
Trockenplatten für photographische
Zwecke, lichtempfindliche brutto
Optisches Glas, roh, nicht zu Linsen
geschliffen, in Stücken, Tafeln oder
in Linsenform, gegossen, gepreßt
oder geschnitten, auch unge-
schliffen, weiß oder farbig . . .
Gläser für Taschenuhren, Brillengläser
und andere optische Gläser, ge-
schliffen
Glasperlen :
a) aus weißem oder farbigem Glase,
jedoch nicht bemalt, vergoldet oder
versilbert
b) bemalt, vergoldet oder versilbert
c) Imitationen echter Perlen . .
Glasbehänge, massive, zu Kronleuch-
tern usw., auch farbig, geschliffen,
mit oder ohne Oesen ; Glasgespinst,
auch gefärbt
Glasknöpfe, mit oder ohne Oesen, Glas-
kügelchen, Glastropfen, auch aus
farbigem Glase:
Koeffizient
neu alt
10,00
13
13
30,00
13
13
20,00
13
13
30,00
13
13
30,00
13
13
30,00
13
13
30,00
13
13
20,00
13
13
30,00
13
13
4,00
16
13
1U,UU
Cid
2U
1 9
16
11,00
16
13
13,00
16
13
24,00
16
13
28,00
16
13
30,00
16
13
33,00
16
13
4000
16
13
24,00
16
13
30,00
30
7
3,60
■ 7
7
180,00 13 13
5,00
30,00
240,00
20 13
13 13
j3 13
5,00 13 13
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
Grund-
tarif
in Kronen
für 100 kg
Koeffizient
neu alt
386
387
a) weder bemalt, noch vergoldet
oder versilbert
b) bemalt, vergoldet oder versilbert
Unechte Steine, ungefaßt
Arm- und Halsbänder aus Glas;
Arbeiten aus Glasperlen (mit Aus-
nahme der Imitationen echter
Perlen), aus unechten Steinen,
Glasplättchen, Glasgespinst und
dergleichen, auch in Verbindung
mit gewöhnlichen oder feinen
5,00
30,00
30,00
388
Glas- und Emailwaren, nicht besonders
benannte :
a) auch in Verbindung mit anderen
als den unter b bis d genannten
Materialien
b) in Verbindung mit Kautschuk,
Leder oder mit nicht vernickelten
Bestandteilen aus Eisen oder
c) in Verbindung mit anderen
feinen Materialien
d) in Verbindung mit feinsten
389
390
392
398
399
400
Künstliche Zähne ohne Montierung aus
Waren dieser Klasse mit Montierungen
aus Edelmetallen:
4,00
1,80
401
b)
c)
402
403
404
405
406
407
b) aus Silber
Feuerfeste Steine aus Quarzit, in
Ziegelform, behauen oder gefugt:
a) im Einzelgewichte bis zu 5 kg
b) im Einzelgewichte über 5 kg .
Wärmeschutzmassen aus Kieselgur,
gemengt mit Asbest, Haaren, Säge-
spänen u. dergl
Zement
Waren aus Zement oder Gips, nicht
besonders benannte, auch in Ver-
bindung mit Holz oder grob gear-
beiteten Bestandteilen aus Eisen
oder anderen unedlen Metallen:
a) weder geschliffen, noch ange-
strichen oder lackiert ....
b) geschliffen, angestrichen oder
lackiert
Asbestwaren :
a) Asbestpapier und Asbestpappen,
beides ungeformt . . .
desgl., geformt, auch durchlocht
ungeformt oder geformt mit
Drahteinlagen
Asbestgespinste, auch in Ver
bindung mit anderen Spinn
materialien oder Drähten . .
d) Asbestgewebe, auch in Verbin
dung mit anderen Spinnmate
rialien oder Drähten . . .
e) andere Asbestwaren, auch in
Verbindung mit anderen Ma
terialien
Mühlsteine, auch mit eisernen Reifen
oder Metallhülsen . . . . .
Natürliche Schleif- und Wetzsteine
a) ohne Verbindung . . . . . 1,20
b) in Verbindung mit Holz, Eisen
oder anderen unedlen Metallen
Künstliche Schleif- und Wetzsteine,
auch in Verbindung mit Holz, Eisen
oder anderen unedlen Metallen:
a) aus Schmirgel, Karborundum
oder ähnlichen harten Schleif-
mitteln 22,00
b) andere
Mineralische Putz-, Schleif- und Polier
mittel^ für den Detailverkauf ad
justiert . 12,00
Schleif papier 12,00
Schleiftuch, Schleifbänder und der-
gleichen Schleifmittel
3,60
7,00
12,00
30,00
30,00
48,00
13
13
13
10
15
13
13
10
120,00
13
13
36,00
■
13
13
72,00
13
13
120,00
13
13
240,00
13
13
240,00
20
10
850,00
16
16
600,00
16
16
2,00
3
3,00
3
3
10
7
10 10
10 10
15 7
20 10
20 10
20 10
72,00
15
10
1,20
7
7
1,20
7
7
8,00
7
7
22,00
J0
10
12,00
10
10
12,00
7
7
12,00
20
10
16,00
20
10
288 — Nr. 25
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (65. Ifahrgang.)
Tarif
Nr.
411
412
413
414
415
416
417
418
419
420
421
422
423
424
Grund-
Bezeichnung der Waren in Kronen
für 100 kg
Tonwaren.
Ziegel, nicht feuerfeste, unglasiert:
a) gewöhnliche Mauer-, Dach- und
Pflastersteine aus Ton (Lehm),
ungebrannt oder gebrannt . . 0,20
b) Fassonziegel (Keil-, Radial-, ge-
lochte Ziegel usw.), Verblender,
Schwimmziegel, Dachfalzziegel,
aus Ton (Lehm), ungebrannt
oder gebrannt, nicht weiter be-
arbeitet 3,20
c) angestrichen, imprägniert, ge-
dämpft 1,50
Ziegel, nicht feuerfeste, glasiert . . 2,40
Ziegel, feuerfeste:
a) Dinas-, Magnesit-, Bauxit- und
Graphitziegel:
1. im Einzelgewichte bis 5 kg 2,00
2. im Einzelgewichte über 5 kg 3,00
b) andere:
1. im Einzelgewichte bis 10 kg 1,20
2. im Einzelgewichte über 10 kg 2,40
Klinker und Pflasterungsmaterial aus
gemeinem Steinzeug über 30
Millimeter stark 2,40
Tonröhren :
a) unglasiert, porös, aus nicht feuer-
festem Material (Drainröhren) zollfrei
b) glasiert . 2,50
Röhren aus gemeinem Steinzeug oder
feuerfestem Material 3,00
Wand- und Bodenbelagplatten bis zu
30 Millimeter stark (mit Ausnahme
jener aus Porzellan):
a) unglasiert:
1. einfarbig über 15 bis 30
Millimeter stark 3,60
2. einfarbig bislöMillimeter stark 10,00
3. mehrfarbig über 15 bis 30
Millimeter stark ..... 7,20
4. mehrfarbig bis 15 Millimeter
stark . 15,00
b) glasiert:
1. einfarbig . 12,00
2. mehrfarbig, bemalt, bedruckt,
vergoldet oder versilbert . . 20,00
Anmerkung. Wand- und Boden-
belagplatten aus Porzellan werden nach der
Tarifnummer 424 b behandelt.
Bauornamente (auch aus Terrakotta),
glasiert oder unglasiert .... 10,00
Ordinäre Oefen und dergleichen Ofen-
bestandteile 7,20
Retorten, Schmelztiegel, Muffeln,
Kapseln, Düsen, Rührscheite und
dergleichen technische Artikel:
a) aus Graphit 6,00
b) aus feuerfesten Materialien oder
gemeinem Steinzeug; dann
künstliche Schleif- und Wetz-
steine aus gebrannten Erden . 3,00
Gewöhnliches Töpfergeschirr und nicht
besonders benannte Waren aus
gemeinem Steinzeug ; schwarzes
Graphitgeschirr 3,00
Gewöhnliches Töpfergeschirr aus ge-
meiner, sich farbig brennender
Tonerde 1,80
Anmerkung. Die in den Tarif -
nummern 411 bia 417 al, 420b und 421, dann
422 genannten Waren in Verbindung
mit Holz oder grob gearbeiteten Bestand-
teilen aus Eisen oder anderen unedlen Metallen 6,00
Isolation«- und Montierungsbestandteile
für elektrotechnische Zwecke, nicht
in Verbindung mit anderen Materi-
alien :
a) weiß 20,00
b) farbig, gerändert, bemalt, be-
druckt, verHilbert, vergoldet . 36,00
Porzellan :
a) Pfeifenköpfe und Pfeifenbestand-
teile; Spielzeug (mit Ausnahme
Koeffizient
neu alt
7
10
10
10
10
10
10
10
10
10
10
10
10
13 10
13 10
10 7
10 7
10 7
10 10
10 7
10 7
16 7
30 10
30 10
Grnnd- .
Tarif tarif Koeffizient
Nr. Bezeichnung der Waren fa ^ ^
für 100 kg
der Puppenköpfe) und Galanterie-
waren (Nippes und Toilette-
gegenstände) :
1. weiß . 20,00 15 13
2. farbig, gerändert, bemalt, be-
druckt, versilbert, vergoldet,
auch in Verbindung mit ge-
wöhnlichen Materialien . . 40,00 15 13
b) anderes:
1. weiß 17,00 15 13
2. farbig, gerändert, bemalt, be-
druckt, versilbert, vergoldet,
auch in Verbindung mit ge-
wöhnlichen Materialien . . 36,00 15 13
Anmerkung. Puppenköpfe ... zollfrei — —
425 Tonwaren, nicht besonders benannte:
a) Steingutwaren für technische
und hygienische Zwecke, soweit
sie nicht zu der Tarifnummer
423 gehören:
1. einfarbig 15,00 16 10
2. zwei- oder mehrfarbig, ge-
rändert, bemalt, bedruckt,
versilbert, vergoldet . . . 25,00 15 10
b) andere:
1. einfarbig 12,00 15 10
2. zwei- oder mehrfarbig, ge-
rändert, bemalt, bedruckt,
versilbert, vergoldet . . . 20,00 15 10
426 Tonwaren, andere (nicht anderweitig
tarifierte) in Verbindung:
a) mit gewöhnlichen Materialien . 36,00 15 10
b) mit feinen Materialien .... 120,00 15 10
c) mit feinsten Materialien . . . 240,00 15 13
427 Waren dieser Klasse mit Montierungen
aus Edelmetallen:
a) aus Gold 850,00 16 16
b) aus Silber . . ( 600,00 16 16
542 Montierte Glaskörper für elektrische
Lichterscheinungen 200,00 20 7
573 a Instrumente, chirurgische und andere
medizinische Instrumente, aus Glas
für 1 kg 1,20 7 7
575 Instrumente, optische:
a) Zwicker, Brillen, Lorgnetten und
andere Augengläser:
1. in Fassungen mit Ausnahme
solcher aus Edelmetallen
für 1 kg 5,50 10 7
2. in Fassungen aus Silber für lkg 7,50 10 7
3. in Fassungen aus Gold oder
Platin für 1 kg 11,00 10 7
b) Operngucker, Ferngläser und
andere optische Instrumente :
1. in Fassungen mit Ausnahme
jener aus Edelmetallen für lkg 4,80 10 10
2. in Fassungen aus Silber oder
Aluminium . . . für 1 kg 6,00 10 10
3. in Fassungen aus Gold oder
Platin für 1 kg 10,00 10 10
656 Abfälle von der Glasfabrikation, auch
Herdglas, Glas- und Tonscherben zollfrei — —
Für die zolltarifmäßige Beurteilung der Waren in Verbindung
mit anderen Materialien werden, soweit diese Verbindungen im
Sinne der Durchführungs Vorschriften zum Zolltarif nicht außer
Betracht zu bleiben haben oder im Tarife selbst über die Ver-
bindung nicht besondere Bestimmungen getroffen sind, die zur
Verbindung verwendeten Stoffe in drei Gruppen zusammen-
gefaßt und im Tarife als feinste, feine und gewöhnliche Stoffe
bezeichnet.
Dieser Einteilung gemäß sind anzusehen:
a) als feinste Materialien: Elfenbein, Schildpatt, Perlmutter,
Bernstein, Gagat (echt oder imitiert); Seidenwaren, Spitzen,
Stickereien auf Textilwaren, künstliche Blumen und Blattwerk;
zugerichtete Schmuckfedern; Halbedelsteine, echt vergoldete
oder versilberte Metalle (auch derlei von Eisen oder Stahl),
echt vergoldete oder versilberte leonische Drähte oder Gespinste
und Arbeiten aus denselben, sowie Arbeiten aus unechten
leonischen Drähten und Gespinsten.
b) als feine Materialien: Kautschuk, Leder, nicht besonders
benanntes Wachstuch, Wachsmusselin, Wachstaffet, Buchbinder-
leinwand; Bein oder Horn, künstliche Schnitzstoffe (mit Aus-
1922. (66: Jahrgang.)
nähme von Imitationen der zu a gehörigen Stoffe) ; ornamentiertes
vernickeltes Eisen oder Stahl, fein gearbeitete (ornamentierte,
vernickelte) unedle Metalle, Nickel, Aluminium; Meerschaum
und dessen Imitationen, Lava, unechte leonische Drähte und
Gespinste, andere Textilwaren (mit Ausnahme der unter a
genannten); Verbindungen mit Arbeiten aus bossiertem Wachs ;
Stickereien (nicht mit Seide) auf anderen Stoffen als Textil-
waren.
c) als gewöhnliche Materialien alle jene, welche nicht
unter a und b besonders genannt sind. Die mit Edelmetallen
montierten Gegenstände sind nach den besonderen Bestimmungen
im Tarife abzufertigen, sofern sie nicht den Charakter von
Waren aus Edelmetallen besitzen.
Es ist ohne weiteres klar, daß durch die Einführung der
neuen Koeffizienten in der Tschechoslowakei weitere Geschäfte
mit diesem Lande fast zur Unmöglichkeit gemacht werden.
Hierdurch geht der deutschen Industrie ein aussichtsreiches
Absatzgebiet verloren.
Bei der Gelegenheit soll darauf hingewiesen werden, daß
das im Juni 1920 zwischen Deutschland und der Tschechoslo-
wakei abgeschlossene Wirtschaftsabkommen immer noch nicht
ratifiziert worden ist. Die Hinderungsgründe liegen auf selten
der Tschechoslowakei. Hier ist die Genehmigung des Ab-
kommens durch die gesetzgebenden Körperschaften noch nicht
erfolgt. Allerdings ist das Abkommen durch Verordnung der
Wirtschaft lich-g-
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Die Staatsfachsehul© für Glasindustrie in Haida bildet ihre
Schiller zu KuDst gewerbetreibenden und kunstgewerblichen Zeichnern im
allgemeinen nnd im besonderen für die Glasindustrie und ahnliche In-
dustrien, zu Glasschneidern, Malern und Kuglern aus. Die wichtigsten
Unterrichtsgegenstände sind: Künstlerischer Unterricht im Zeichnen und
Malen nach der Natur (aller Art Gegenstände, Blumen, Pflanzen, lebende
Tiere, die menschliche Gestalt), neuzeitliches Schmuckzeichnen und Ent-
werfen, dann die schulwissenschaftlichen Fächer — Kunstformenlehre, Fach-
kunde und die kaufmännischen Gegenstände — sowie der Unterricht in den
Werkstätten für Malen und Aetzen oder Glasschneiden und Kugeln. Zu
weiteren Auskünften ist die Direktion gerne bereit. Auch sei erwähnt,
daß alljährlich mehr Stellen zu besetzen sind, als die Zahl der Abgangs-
schi) ler ist. Die Direktion vergibt alljährlich ungefähr 8000 Kronen
Stift ungsgelder und Unterstützungen an arme und minderbemittelte Schüler;
diese Unterstützungen werden in der Höhe von 8—50 Kronen für den
Monat, je nach der Bedürftigkeit der Schüler, verteilt. Aufnahmebe-
dingung ist zumindest die zurückgelegte Bürger- oder Volksschule. Die
Schülereinschreibungen finden vom 1. 7. bis 3. 9. an allen Vormittagen (auch
Sonn- und Feiertags) von 9—12 Uhr statt. Der Unterricht beginnt am
1. 9. 22.
Gesetzgebung, Steuern.
Zum Lohnabzug. Der Arbeitgeber hat für den einbehaltenen Steuerbe-
trag Steuermarken bei jeder Auszahlung des Arbeitslohnes in die losen Einlage-
bogen des Steuerbuches einzukleben und zu eatwerten, jedoch kann das
Finanzamt auf Antrag einzelnen Arbeitgebern gestatten, daß sie die Steuer-
marken nach Ablauf des Monats bis zum 10. des folgenden Monats, jedoch
spätestens beim Ausscheiden des Arbeitnehmers entwerten und einkleben.
Verschiedene Arbeitnehmer haben beim Eeichsfinanzminister den Antrag
gestellt, entsprechend den fiüheren Bestimmungen und dem Ueberweisungs-
verfahren das Einkleben und Entwerten der Steuermarken erst nach dem
Ende eines jeden Kalenderviertel jahreB zu gestatten. Demgegenüber weist
der Eeichsfinanzminister darauf bin, daß entgegen dem § 13 Abs. 4 der
Bestimmungen vom 21. 6. 20 nach § 50 Abs. 2 der Durchführungsbe-
stimmungen im Falle der Einzahlung oder Ueberweisung der einbehaltenen
Beträge erst innerhalb der ersten 10 Tage nach Ablauf eines Kalender-
vierteljahres die Arbeitgeber verpflichtet sind, monatliche Abschlagszahlungen
in Höhe von einem Drittel des überschlägig zu berechnenden Vierteljahres-
betrages zu leisten. Es kann deshalb auch eine Genehmigung zum Ein-
kleben und Entwerten der Steuermarken erst nach Ablauf des Kalender-
vierteljahres nur dann in Frage kommen, wenn es sich ermöglichen läßt,
daß das Beich entweder rechtzeitig in den Besitz der einbehaltenen Be-
träge gelangt oder erheblicher Zinsverlust für das Beich vermieden wird.
Von einigen Arbeitgebern mit einer größeren Zahl von Arbeit-
nehmern ist vorgeschlagen worden, monatliche Abschlagszahlungen an die
FinanzkaBse der Betriebsstätte auch bei dem Markensystem derart zuzu-
lassen, daß die Abholung der Steuermarken für die eingezahlten oder
überwiesenen Steuerbeträge bis Mitte des auf das Kalendervierteljahr folgenden
Monats gegen Vorzeigung der Quittung oder Ueberweisungsbescheinigung
erfolgt. Dieser Weg ist ungangbar schon aus dem Gesichtspunkt heraus,
daß Steuermarken von den Finanzkassen nicht verkauft werden und daß
dadurch eine unerträgliche Belastung mit Buchungen entstehen würde.
Auch dem Vorschlag, den Nachweis des monatlichen Markenankaufs durch
Quittungen der Postanstalten zu führen, vermag der Eeichsfinanzminister
wegen der mit der Ausstellung der Quittungen für die Postanstalten ver-
bundenen Mehrarbeit nicht näher zu treten.
Dagegen sind die Finanzämter ermächtigt worden, in Abweichung
von § 41 der Durchführungsbestimmungen vom 3./22. 12. 21 zum Gesetz
über die Einkommensteuer vom Arbeitslohn vom 11. 7. 21 größeren, genü-
gende Sicherheit bietenden Arbeitgebern mit übersichtlicher Lohnver-
rechnung auf Antrag ausnahmsweise nnd widerruflich zn gestatten, statt
Nr. 25 — 289
Regierung vom 9. 9. 1921 provisorisch in Wirksamkeit gesetzt
worden. Es könnte aber fast der Anschein erweckt werden,
als ob die tschechoslowakische Regierung die Ratifikation des
Wirtschaftsabkommens absichtlich hinausschiebt. Es soll
nämlich im Senatsausschnß für auswärtige Politik von Seiten
eines Regierungsvertreters anläßlich einer Anfrage erklärt
worden sein, der Handelsvertrag mit Deutschland habe nicht
ratifiziert werden können, da in guter Absicht abgeschlossene
Verträge unter den gegenwärtigen Umständen durch die Ein-
wirkung der wirtschaftlichen Verhältnisse noch immer über-
holt werden. Es läge manchmal im Interesse der beiden
Vertragsteile, einen Vertrag nicht zu ratifizieren, wenn beide
Vertragsteile es wünschten. Einen ähnlichen Standpunkt ver-
tritt eine tschechoslowakische Tageszeitung, die sich dahin
äußert, daß wenig Aussicht vorhanden sei, daß das Wirtschafts-
abkommen ratifiziert werde, solange die gegenwärtige Spannung
zwischen der tschechoslowakischen Krone und der deutschen
Mark vorhanden sei.
Hierbei soll darauf hingewiesen werden, daß Deutschland
der Tschechoslowakei gegenüber nach dem Abschluß des
Wirtschaftsabkommens wiederholt Entgegenkommen gezeigt hat,
und zwar über das Maß der aus dem Wirtschaftsabkommen
hervorgehenden Verpflichtungen hinaus.
ew erblich er Teil.
bis zum 10. des auf die Lohnzahlung folgenden Monats erst Mb zum 20.
des ersten auf jedes Kalendervierteljahr folgenden Monats, jedoch spätestens
beim Ausscheiden das Arbeitnehmers aus dem Dienst- oder Arbeitsver-
hältnis die für die einbehaltenen Steuerbezttge zu verwendenden Steuer-
marken in die Einlägebogen der Steuerbücher einzukleben und zu ent-
werten sowie die nach §§ 39 Abs. 3, 41 Abs. 2 a. a. 0. vorgeschriebenen
Eintragungen in den Einlagebogen vorzunehmen. Die Genehmigung ist
urkundlich mit Stempelabdruck auszustellen und vom Arbeitgeber als Aus-
weis bei etwaigen Geschäftsprttfungen aufzubewahren. Sie stellt rechtlich
eine Stundung der an sich spätestens am 10. des auf die Lohnzahlung
folgenden Monats fälligen Beträge ohne Sicherheit dar. Die verspätet
zum Markenankauf verwendeten Beträge sind mithin gemäß § 105 Abs. 2
A. 0. zu verzinsen. Der als Zins zu entrichtende Betrag wird auf 5 °/0o
der auf volle Tausend Mark nach unten abgerundeten Gesamtsumme der
vom Arbeitgeber im abgelaufenen Kalendervierteljahr einbehaltenen Steuer-
beträge festgesetzt. Die beteiligten Arbeitgeber haben bis zum 20. des
auf das Kalendervierteljahr folgenden Monats der für die Betriebsstätte
zuständigen FinanzkasBe unter gleichzeitiger Einzahlung der Zinsen-Ab-
rechnung nach Muster in doppelter Ausfertigung einzureichen. Die Finanz-
kasse gibt die zweite Ausfertigung der Abrechnung mit Empfangsbe-
scheinigung versehen dem Arbeitgeber zurück. Die Abrechnungen sind
von Zeit zu Zeit stichprobenweise auf ihre Uebereinstimmung mit den Lohn-
büchern, Lohnlisten usw. der Arbeitgeber zu prüfen. Arbeitgebern, die
mit der Entrichtung der Zinsen und der Einreichung der Abrechnung im
Ettckstand bleiben, ist die Genehmigung zum vierteljährlichen Einkleben
und Entwerten von Steuermarken zu entziehen.
Um zu verhüten, daß die hiernach zugelassene vierteljährliche
Markenverwendung dadurch auf Schwierigkeiten stößt, daß die in Frage
kommenden Postanstalten in der ersten Hälfte der ersten Viertel jahrsmonate
die voraussichtlich große Nachfrage nach Steuermarken hoher Werte nicht
sofort befriedigen können, Bind die Arbeitgeber bei der Erteilung der
Genehmigung zu ersuchen, den Postanstalten, von denen sie ihren Marken-
bedarf beziehen wollen, rechtzeitig ihren voraussichtlichen Markenbedarf
anzumelden.
Verpackungen von luxussteuerpflichtigen Gegenständen sind,
unabhängig davon, ob sie selbst als Luxusgegenstände zu gelten haben,
luxussteuerpflichtig als Teil einer luxussteuerpflichtigen Lieferung, soweit
das Entgelt nicht bei Eücknahme durch den Lieferer um den entsprechen-
den Teil gekürzt wird. (Urteil des Eeichsfinanzhofes v. 31. 3. 22. V. A. 236/21).
Gewerblicher Rechtsschutz.
Verlängerung der Patentschutzfristen. Dem wirtschaftlichen
Ausschuß des Eeichswirtschaftsrats lag letzthin der Entwurf eines Gesetzes
zur Erhöhung der patentamtlichen Gebühren zur Begutachtung vor. Der
Entwurf sieht im allgemeinen eine Verdoppelung der bisher geltenden
Sätze, ferner aber die Einführung einiger neuer und den Wegfall kleiner,
als lästig empfundener Gebühren vor. Außerdem sieht der Entwurf auch
eine Verlängerung der Schutzfristen vor, und zwar bei Patenten auf 18
Jahre (bisher 15), bei Gebrauchsmustern auf 8 Jahre (bisher 6). Nachdem
ein Vertreter der Industrie sein Einverständnis mit der Vorlage erklart
hatte, wurde sie einstimmig gutgeheißen mit der Maßgabe, daß die Er-
mächtigung der Eeichsregierung, im Falle einer wesentlichen Aenderung
der wirtschaftlichen Verhältnisse eine Anpassung der Gebühren vorzu-
nehmen, auch an die Anhörung des Eeichswirtschaftsrats geknüpft werde.
Handel and Verkehr.
Pakete mit Luxusgegenständen nach Dänemark müssen neuerdings
von einem Eechnungsduplikat begleitet sein, das zu enthalten hat : Einzel-
auötthrung der Waren, Angabe des Ankaufszeitpunktes, Unterschrift des
Verkäufers und Tagesangabe, Zahlungs- und Verkaufsbedingungen. Diese
Eechnungsdoppel sind in die Pakete selbst hineinzulegen. Auf der Zoll-
SPRECHSÄÄL-COBURO.
290 — Nr. 25
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (15. Jahrgang»)
inhaltserklärung ist der Vermerk „Rechnungsdoppel im Paket" anza bringen.
Als Luxusgegenstände im Sinne obiger Vorschrift gelten n. a. geschliffene
Glaswaren (ausgenommen Laboratoriumsartikel, Glühlampen nnd optische
Gläser).
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Ausfuhrmindestpreise für Gipsdielen,
künstliche Wetzsteine und Feldspatsand haben mit Wirkung ab 15. 6.
eine Aenderung erfahren.
A. H. N. Glas. Die Ausfuhrmindestpreise für Glasinstrumente nach
Ländern mit schwacher Valuta sind geändert worden. Für Fieberthermo-
meter ist eine neue Preisliste erschienen, ebenso für künstliche Angen.
Näheres durch die A. H. N. Glas, Berlin W. 57, Göbenstraße 10.
Nachzahlung von Ansfuhrabgaben. Nach einer Anordnung des
Beichskommissars ist in Zukunft bei Nachberechnung der Ausfuhrabgaben
zu unterscheiden, ob diese anf Grund eines Verstoßes der Firma gegen die
Außenhandelskontrolle erfolgen muß (Wertftberschreitung infolge Mehrausfuhr
oder Erzielung eines höheren Preises, ohne daß die Außenhandelsstelle hier-
von unterrichtet ist) oder ob der Grund für die Nachberechnung in einem
BerechnungBfehler (falscher Umrechnungskurs, irrtümliche Einstufung der
Ware usw.) zu suchen ist, der der Bewilligungsstelle unterlaufen ist.
1. Bei einem Verstoß ist der nachzuerhebende Betrag immer vom Wert
der ausgeführten Mehrmenge bezw. vom erzielten Mehrpreis zu berechnen.
In jedem Fall hat neben der Abgabeberechnung auch eine solche der
Beichs- und Anßenhandelsstellengebühren zu erfolgen. Liegt eine vorsätz-
liche Ausfuhrabgabenhinterziehung vor, so machen sich die Firmen außer-
dem strafbar. 2. In allen Fällen, in denen die Nachveranlagung auf Grund
eines Berechnungsfehlers vorgekommen werden muß, der der bewilligenden
Stelle bei Festsetzung der ursprünglichen Abgabe unterlaufen ist, muß die
Nachveranlagnng bezw. Anweisung zur Nacherhebung der Ausfuhrabgabe
über den Differenzbetrag zwischen der bereits erhobenen und der eigent-
lich zu erhebenden Abgabe lauten.
Zar Aufhebung der ausfuhrabgabefreien Aasfuhr nach Danzig,
dem Memelgebiet and Eupen-Malmedy. Als Übergangsbestimmungen
hat der Beichkommissar angeordnet, daß vor dem 26. 5. 22 gestellte Aus-
fahranträge nach Danzig noch Ansfuhrabgabefreiheit genießen und nach
den bisherigen Vorschriften behandelt werden können. — Wegen der
eigenartigen Haltung des französischen Oberkommissars des Memelgebietes
hat sich die deutsche Begierung gezwungen gesehen, unter Aufhebung der
bisherigen Bestimmungen über den bevorzugten Warenverkehr vom 15. 6. 22
ab das Memelgebiet hinsichtlich der Ausfuhr als Ausland zu behandeln.
Für die Ausfuhr sind daher Ausfuhrabgaben zn entrichten. Die bisher zu
Inlandspreisen erfolgte Belieferung kommt in Wegfall; es sind Auslands-
preise zu berechnen. Als Uebergangsbestimmung ist angeordnet worden,
daß bis asm 31. 5. 22 ausgestellte Ausfuhrbewilligungen für die Dauer ihrer
Laufzeit, also bis spätestens 31. 8. 22, ausfuhrabgabefrei sind. Ausfuhr-
bewilligungen nach Eupen-Malmedy, die vor dem 26. 5. 22 erteilt worden
sind, sind gleichfalls ansfuhrabgabefrei. Die Begelung ist demnach die
gleiche wie für Danzig.
9er Delegierte des Beichskommissars für Aus- und Einfahr*
bewilligang in München ist von DienerBtraße 11 nach WinzererBtraße
68 verzogen. Die Briefanschrift lautet künftig: München 31, Postfach;
Fernsprecher 32 421.
Einlösungsfrist für im Jahre 1921 ausgestellte Sanktionsgut-
scheine (Großbritannien). Die Friedensvertrag - Abrechnungsstelle,
G. m. b. H., Charlottenburg, Berlinerstraße 16/17, die vom Beichsfinanz-
minister mit der Einlösung der in Großbritannien ausgestellten Gutscheine,
über von England einbehaltene Sanktionsabgabe beauftragt worden ist
gibt bekannt, daß zahlreiche Bons aus dem Jahre 1921 noch nicht zur
Einlösung vorgezeigt worden sind, und fordert die Inhaber dieser Scheine
zur Einreichung bis spätestens 31. 7. 22 auf. Sollten die Bons bis zu
diesem Termin nicht eingesandt sein, eo wird angenommen, daß auf eine
Bückerstattung des Sanktionsabgabebetrages verzichtet wird.
Britisch - Indien. Neue Zollsätze. Die von der indischen
Begierung am 1. 4. 22 bekanntgegebenen neuen Zölle stellen sich für
unsere Erzeugnisse wie folgt: Glas und Glaswaren, glasierte Waren,
Töpferwaren, Porzellan aller Art, aasgenommen Spangen und Armbänder
ans Glas, Glasperlen und unechte Perlen, sowie Mineraiwasserflaschen
(Patent Codd) 15% des wirklichen Wertes (früher 7 l/s°/o), Glasspangen
und Armbänder, Glasperlen, unechte Perlen 30% d. W. W.
Chile. Die Bestimmungen über Beifügung und Beglaubigung
von Konsulatsfakturen naw. für Einfahrwaren sind in dem Konsular-
gebührentarif vom 21. 9. 1909 enthalten. Die Gebühren für die Beglaubigung
der vier Ausfertigungen der Fakturen sind verschiedentlich erhöht worden,
zuletzt, soweit bekannt, durch Gesetz vem 1. 9. 20. Für Interessenten
empfiehlt es Bich, sich an das Eonsalat der Bepablik Chile in Bremen,
BabnhofBtraße 6, mit dem Ersuchen um Uebersendung von Vordruck-
Formularen für Konsularfakturen und um Anleitung zur Ausfertigung zu
wenden. Die Beglaubigung hat nach den bestehenden Vorschriften durch
das Konsulat in Bremen zu erfolgen.
Frankreich. Die Zollsätze auf medizinische Thermometer
(Fieberthermometer Pob. 634) Bind durch eine Verordnung vom 27. 5. mit
sofortiger Wirkung im Generaltarif auf Fr. 1 und im Vorzugstarif anf
Fr. 0,50 für das Stück heraufgesetzt worden.
Honduras. Einfuhrzölle für elektrische Glühlampen. Nach
einer Verordnung vom 11.2.22 sind elektrische Glühlampen nach Nr. 36 b
des Einfahrzolltarifs mit 5% des Wertes (britischer Vorzugstarif und
10% des Wertes f Generaltarif) zollpflichtig.
Jugoslawien. Das Luxuswareneinfuhrverbot befindet sich einer
Mitteilung des Wiener HandelBmuseums zufolge noch immer in Kraft.
Die Gerüchte, denen zufolge dieses Einfuhrverbot durch besondere erhöhte
Einfahrzölle ersetzt sein soll, Biad demnach unrichtig. Die Verordnung
Uber die Aufhebung des Verbotes Boll angeblich iu Aasarb situog sein.
Kanada. Valutazollzuschläge auf deutsche Waren. Im Unter»
haus wurden vom Finanzminister erhebliche Aendernngen in den Tarif-
vorschlägen der Begierung angekündigt. Er schlägt vor, daß der für die
Berechnung des Zolles in Betracht zu ziehende Wert der Einfuhrwaren
nicht geringer sein soll als der Wert ähnlicher im Vereinigten Königreich
erzeugter Waren. Wenn ähnliche Waren im Vereinigten Königreich nicht
erzeugt werden, so soll der für die Berechnung des Zolles in Betracht zu
ziehende Wert nicht geringer sein als der Wert ähnlicher Waren, die aas
irgendeinem europäischen Land eingeführt werden, dessen Valuta sich
nicht wesentlich verschlechtert hat.
Oesterreich. Die Einfuhr von Glaschristbaumschmuck unter-
liegt dem Goldzoll für Luxuswaren. Eine weitere Erhöhung des Zolles
soll bei den zurzeit stattfindenden Bevisionen der Tarifsätze jedoch nicht
beabsichtigt sein.
Peru. Konsulatsfakturen. Wie wir in Nr. 17, S. 199/200, mit-
teilten, wurde die peruanische Konsulatsgebühr für die Beglaubigung von
Fakturen von 2 auf 4% des deklarierten Wertes erhöht. Nach einer
neuerlichen Bestimmung sollen Warensendungen, deren Einfuhr nach Peru
bis zum 30. 6. 22 erfolgt, die vorherige Gebühr von 2 % genießen, wenn
der Geschäftsabschluß nachweislich bis zum 25. 3. 22 erfolgt ist. Dieser
Nachweis ist dem betreffenden peruanischen Konsulat vor der Verschiffung
der Ware vorzulegen.
Schweden. Zolltarifänderungen. Nach einer Kundmachung vom
24. 3. ist der Wortlaut einiger Stellen des Zolltarifes vom 9. 6. 1911 mit
Wirkung vom 27. 3. 22 u. a. wie folgt geändert worden :
Nr. Maßstab
671 Fayence- und Porzellanwaren in Verbindung mit
Gold oder Silber, das Gewicht der Schachteln,
des Papiers und ähnlicher Hüllen eingerechnet 1 kg 10
702 Glas- oder Emailwaren in Verbindung mit Gold
oder Silber, das Gewicht der Etuis, Schachteln,
des Papiers und ähnlicher Hüllen eingerechnet 1 kg 10
Wand und Stutzuhren in Gehäusen sowie lose
Uhrgehäuse :
1291 aus AlaDaBter oder anderen Steinen, Porzellan,
Terrokotta, Majolika oder anderen Tonwaren 1 kg 5
Anmerkung. Bei der Verzollung von Waren
dieser Nummer aus dem Freihafen oder Freilager
erhöht sich der Zoll um Kr 1 für jedes kg, falls die
Waren unverpackt oder nur mit Papierumschlägen
versehen sind. Werden jedoch Waren dieser Nummer
sonst gewöhnlich unverpackt oder nur in Papier-
umschlägen eingeführt, so findet die erwähnte
Erhöhung nicht statt.
Die Lage In Industrie nnd Handel.
Süd- und Mittelamerika. Marktlage für deutsche keramische
Erzeugnisse. Die Ausfuhr deutscher keramischer Erzeugnisse nach den
lateinamerikanischen Ländern war vor dem Kriege eine ganz bedeutende
und stand unter den übrigen Absatzgebieten an vierter Stelle. Auch
noch während des Krieges waren es Süd- und mittelamerikanische Länder,
die trotz größter Schwierigkeiten auf Umwegen Aufträge an Deutschland
gegeben haben. Es ist daher nur natürlich, daß heute diese Staaten
wieder mit an der Spitze unter den überseeischen Abnehmern stehen.
Nichts zeichnet trefflicher die Absatzmöglichkeit für die deutschen Por-
zellanerz eugnise in Mittel- und Südamerika als die Stelle eines Briefes,
den ein bedeutendes deutsches Exporthaus der keramischen Industrie vor
einiger Zeit von einem Abnehmer in Bio de Janeiro erhalten hat. Der-
selbe schreibt unter anderem : „Der Hunger nach deutschen Produkten ist
ganz außerordentlich groß. Amerikanische, englische und französische
Kaufleute taten darum alles Erdenkliche sich festzanisten, ehe die ge-
fürchtete und nach ihrer Meinung bevorstehende „Invasion" rühriger
deutscher Handels- und Industrievertreter einzusetzen beginnt. Nicht nur
die Ware fürchten sie, auch die Person. Der deutsche Kaufmann kommt
in der Begel mit guten Kenntnissen im Französischen und Englischen
und mit hinreichenden Vorkenntnissen im Spanischen herüber und besitzt
die Fähigkeit, durch emsigen Fleiß die anfängliche Fremdheit mit den
neuen Verhältnissen rasch auszugleichen. Das große Vertrauen der süd-
amerikanischen Handehwelt in die Ehrlichkeit des deutschen Kaufmannes,
seine Anpassungsfähigkeit an die Wünsche des Käufers dort, wo ameri-
kanische und englische Firmen an ihren sich auf nichts einlassenden
Lieferungsbedingungen starr festhalten, seine Einfühlbarkeit in die Psyche
des Einheimischen erleichtern ihm die Wiedereroberung des eingebüßten
Absatzgebietes. Kanm gibt es einen Laden in entlegenen Städten, in
dem nicht deutsches Porzellan sich wieder breit zu machen beginnt Das
„billig und schlecht", das früher leider zu oft als Kennzeichen deutscher
Ware galt, hat einem gerechten „bueno, benito y barato" — „gut, schön
nnd billig" weichen müssen. Scheelen Auges blicken die Beisevertreter
anderer Exportvölker auf die deutschen Konkarrenz artikel, und an der
Echtheit ihres Unmutes über den verwünschten Krieg ist znm mindesten
vom Valuta-Standpunkt aus nicht zn zweifeln." Diese Zeilen sprechen
ohne Zweifel nur vorteilhaft. Außerdem sind für uns von maßgebender
Bedeutung die Ergebnisse der Leipziger Messe, die von dem süd- und
mittelamerikanischen Einkäufer von jeher stark genutzt wurde. Haben
die Auftragsbestände auch noch nicht den Umfang der Vorkriegszeit er-
reicht, so bedeuteten sie doch auf der letzten FrUbjahrsmusterschau
besonders für die Geschirr- und Luxusporzellanbranche einen gewaltigen
Fortschritt. Im allgemeinen wurde die Qualitätsware bevorzugt Es
kann auf Grund der Erfahrungen der wenigen Monate d. J. mit Sicher-
heit festgestellt werden, daß sich gerade Süd- und Mittelamerika wieder
als ein günstiges Absatzgebiet für die Erzeugnisse deutscher Keramik
erweisen und daß hier für den Export noch eine ganz gewaltige Zukunft
liegt. Wenn auch die wirtschaftlichen Verhältnisse besonders Süd-
amerikas in der Nachkriegszeit keineswegs mehr so günstig waren, als
1W2. (5ß. Jahrgang.)
SPRECHSAÄL-COBUßÖ.
Är. 25 — sfr.
wir vielleicht zu glauben versuchten, so machen sich doch jetzt allerorts
Zeichen für eine bevorstehende Besserung bemerkbar. Dies bestätigt auch
die Nachfrage, die gerade in den letzten Wochen wieder ans sttd- nnd
mittelamerikanischen Ländern vornehmlich nach Gebrauchsporzellan in
verstärktem Maße eingesetzt hat. (Sbt.)
Geschäftliche Mitteilungen.
Union, Veltener Tonindustrie, A.-G., Berlin. In der a. o. G.-V.
winde die in Vorschlag gebrachte Kapitalserhöhnng auf M 8 Mill. dnrch
Beschloß des Anfsichtsrates zurückgezogen mit der Begründung der Ver-
meidung einer Ueberkapitalisierung. Das Unternehmen habe einen
größeren langfristigen Kredit erhalten. Ueber die Geschäftslage wurde
mitgeteilt, daß die Gesellschaft in allen fünf Werken voll beschäftigt sei
und zahlreiche Aufträge vorliegen habe.
Steingutfabrik, A.-G.« Sörnewitz. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31. 12. 21 : Beingewinn M 380 991 (455 936) ; Dividende
20 (25) % ; Abschreibungen Ji 79 897 (214456). — Vom Betriebsrat wurden
in den Aufsichtsrat gewählt: Steingntdreher H. Loewe and Buchhalter
M. Lehnigk.
Pfälzische Chamotte- and Thonwerke (Schiffer and Kircher),
A.-G.* Grünstadt (Pfalz). Auszug ans dem genehmigten Abschluß vom
31. 12. 21 : Keingewinn Jt 5,17 (0,94) Mill. ; Dividende 30 (20) % ; Ab-
schreibungen Ji 0,29 (0,25%) Mill.; Zuweisungen an Werkerhaltungskonto
Ji 1,5 (0,9) Mill., an Wohnungsbaufonds Ji 0,5 Mi!., an Arbeiterunter-
sttttzungsfonds M 0,15 (0,10) Mill., an Beamtenpensionsfonds M 0,3
(0,2) Mill., für gemeinnützige Zwecke Jt 0,04 (0,03) Mill. — Die Gesell-
schaft war im Berichtsjahr nicht einheitlich beschäftigt gewesen. In der
ersten Jahreshälfte, waren nur spärliche Neueingänge zu verzeichnen ; erst
die gegen das Spätjahr eingetretene Geschäftsbelebung brachte wieder
reichlichere Arbeit. Zu einem normalen Betrieb fehlen vorläufig noch
alle Voraussetzungen. Die Erzeugung in den Schamottewerken erfuhr
gegen 1920 nur eine geringe Steigerung. Zwecks Sicherung der Roh-
»/ stoffe wurden im Berichtejahr in Gemeinschaft mit bayerischen Industriellen
die Pfalz-Bayerischen Tonwerke Teublitz, G. m. b. H., Teublitz, gegründet.
Anch in Eisenberg konnte der Grubenbesitz erweitert werden. Die Woh-
nungen für Werksangehörige wurden vermehrt. Im kommenden Sommer
hofft die Gesellschaft den neuen Gasringofen III in Betrieb setzen zu können.
Die Beteiligungen brachten gleichfalls zufriedenstellende Ergebnisse. Bei
der unübersichtlichen wirtschaftlichen Entwicklung hält die Verwaltung
Voraussagen für das laufende Geschäftsjahr für unangebracht.
A.-G. für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens, Dresden.
Auszug ans dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Beingewinn
Ji 14,02 (3,36) Mill.; Dividende 30 (20)%; Abschreibungen Ji 2,95 (2,51)
Mill.; Zuweisung an private Wohlfahrtskassen Jt 5 (2,4) Mill. Vor Er-
rechnung des Bruttogewinnes wurden eine Reihe von Bückstellungen
vorgenommen, und zwar wurden erhöht die Steuerrncklage auf M 14,75
(6,45) Mill., das Selbstveracherungskonto auf j$ 6,5 (2) Mill., das Werk-
erhaltungskonto auf Jt 8 (3) Mill. und ferner neu geschaffen eine freie
Rücklage mit Jt 6 Mill. — Die Geschäftslage war bis Mitte des Jahres
für Flaschen und feuerfestes' Material schleppend gewesen; zum Teil mußte
auf Lager gearbeitet werden. In der zweiten Hälfte des Jahres belebte
sich das Geschäft nnd steigerte sich bis Ende des Jahres weiter. Die
I übrigen Fabrikationszweige waren das ganze Jahr hindurch gut beschäftigt.
Die Flaschenproduktion ist in Tschechoslowakien und Deutsch-Oesterreich
in geringem Umfange, dagegen in den deutschen und polnischen Hütten
bedeutend gestiegen, erreichte jedoch nur etwa die Hälfte der Friedens-
■ Produktion. Eine Steigerung darüber hinaus war wegen Kohlenmangels
nicht möglich. Im neuen Jahr haben nach Mitteilung der Verwaltung
die dentschen und polnischen Hütten sich weiter günstig entwickelt,
während die böhmischen Hütten sowohl im Versand als auch in der Pro-
duktion etwas zurückgeblieben sind infolge des böhmischen Bergarbeiter-
Streiks und später wegen des Glasarbeiterstreiks. — Neu in den Aufsichts-
rat wurde Dr. A. Haniel gewählt.
Porzellanfabrik C. Tieisch & Co., A.-G., Altwasser. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Beingewinn M 2,63 (1,21)
Mill.; Dividende 22 (20)%; Abschreibungen Jt 0,07 (0,15) Mill.; Zu-
weisung an Erneuerungsfonds M 1 (0,2) Mill. — Auch im 5. Geschäftsjahr
wurde die ruhige Entwicklung der Gesellschaft wiederholt durch Streiks
im eigenen Betriebe oder bei den Lieferfirmen der Boh- und Betriebs-
materialien gestört. Wie im Vorjahr trug auch diesmal das lohnende
Auslandsgeschäft dazu bei, das Ergebnis günstig zu gestalten. Durch die
Kapitalserhöhung auf M 5 Mill. konnten die Mittel für die dringend
notwendigen Umbauten geschaffen werden. Trotz bedeutenden Auftrags-
bestandes vom Inland vermag die Verwaltung für das laufende Geschäfts-
jahr keine Voraussagen zu machen, da die Auslandsaufträge stark zurück-
gegangen sind.
Württembergische Metallwarenfabrik, Geißlingen a. Stg. Auszug
ans dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Beingewinn M 15,45
(9,34) Mill; Dividende 25 (25)%, Bonus 12Vt (0)%; Abschreibungen
Ji 3,04 Mill.
Chemische Werke Schaster & Wilhelmy, A*-G., Beichen-
bach, O.-L. Die o. G.-V. genehmigte die Kapitalserhöhung um Jt 2,25
Mill. Stammaktien. Die nenen, ab 1. 1. 22 dividendenberechtigten Aktien
werden von einem Konsortium übernommen und den alten Aktionären
im Verhältnis 1:1 zn 100 % zum Bezug angeboten. Das Bazugsrecht
läuft bis 1. 7. 22.
Gebrüder Stoevesandt, Kommanditgesellschaft anf Aktien,
Rinteln. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Bein-
gewinn Ji 1,55 Mill.; Dividende 30%; Abschreibungen Ji 1,94 Mill.;
Zuweisung an Sonderrücklage M 1 Mill.
Erste Darmsi ädter Herdfabrik nnd Eisengießerei Gebrüder
Boeder^ A.-G., Darmstadt. Die a. o. G.-V. stimmte der Kapitalser-
höhung nm Ji 1,75 Mill. Stamm- nnd Jt 0,3 Mill. 7 "/„ige Vorzugsaktien
anf Ji 6,56 Mill. zn. Die nenen, ab 1. 1. 22 dividendenbeiechtigten
V
Stammaktien sind an die Deutsche Bank Filiale Frankfurt mit der Maß-
gabe begeben worden, sie den alten Aktionären im Verhältnis 2:1 zn
300% zum Bezug anzubieten. Das Bezugsrecht ist bis 30. 6. geltend
zu machen.
Eisenwerk L, Meyer jan. & Co., Harzgerode. Auszug aus dem
genehmigten Abschlufi vom 31. 12. 21 : Beingewinn Jt 2,65 (5,44) Mill. ;
Dividende 25%; Abschreibungen Jt 0,06 (0,01) Mill.; Zuweisung
an Unterstützungsfonds für Arbeiter nnd Beamte Jt 0,5 Mill.; Bauzu-
schuß für Arbeiterhäuser JL 0,06 Mill. — Die Verwaltung hofft, auch im
laufenden Jahre ein angemessenes Ergebnis erzielen zu können. Die aus-
scheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt.
Heckert St Co., A.-G., Halle a. S. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß für die Zeit vom 10. 11.— 31. 12. 21: Beingewinn Ji 1,10 Mill.;
Dividende 4 % ; Abschreibungen Ji 0,05 Mill. — Dem Aufsichtsrat ge-
hören jetzt an: Rechtsanwalt H. Trammler, Vors., Bankdirektor A. Reich,
stell v. Vors., Fabrikdirektor 0. Eichler.
Maschinenfabrik vorm. Georg Dorst, A.-G., Oberlind. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 3. 22 : Reingewinn Jt 1,78 (0,77)
Mill. ; Verwendung nicht veröffentlicht ; Abschreibungen Jt 0,37 (0,09) Mill.
Interessengemeinschaftsverhandlungen schweben laut „Frkf. Ztg."
zwischen der Deutschen Steinzeugwarenfabrik für Kanalisation nnd
chemische Industrie, Friedrichsfeld (Baden), nnd den Deutschen Ton- und
Steinzeugwerken, A.-G , Charlottenburg.
General «Versammlungen.
Deutsche Glas- und Spiegelfabriken, A.-G., Fürth: a. o. G.-V.
30. 6. 22, 10 Uhr v., Sitzungssaal, Flössaustr. 16, Fürth. T.-O. : Kapitals-
erhöhung um M 3,8 Mill. Stamm- und 0,6 Mill. Vorzugsaktien.
Tafel-, Salin- und Spiegelglasfabriken, A.-G., Fürth: o. G. V.
5. 7. 22, 11 % Uhr v., Sitzungssaal, Nürnbergerstraße 21, Furth.
Messen nnd Ausstellungen.
Die Bndapester XIII. Warenmustermesse, die in der Zeit vom
17. — 26. 6. 22 abgehalten wird, verdient erhöhte Beachtung, weil sie seit
dem Zusammenbruch der Österreich-ungarischen Monarchie die erste große,
alle Industriezweige umfassende Veranstaltung der ungarischen Handels-
welt sein wird. Ihr Hauptziel besteht darin, die Wege eines ungehemmten
Warenaustausches zwischen Ost und West zu ebnen nnd die Waren der
heimischen wie der ausländischen Industrien in einer reichhaltigen Aus-
stellung zu vereinigen. U. a. wird auch die Porzellan-, Majolika-, Ton-
nnd Glasindustrie mit ihren Erzeugnissen vertreten sein. Den Messe-
besuchern werden besondere Einreiseerleichterungen zugestanden.
Soziale Bewegung.
Unbefugtes Fernbleiben der Betriebsratsmitglieder von der
Arbeit — auch in Betriebsratsangelegenheiten — Grund zur fristlosen
Entlassung. Dia Nr. 47 der „Mitteilungen" des Deutschen Iudustrie-
schutzverbandes enthält eine eingehende Abhandlung über diese Frage,
belegt mit gerichtlichen Entscheidungen. Die vielfach anzutreffende Ansicht,
daß Betriebsratsmitglieder ohne weiteres die Arbeit verlassen dürfen mit
der Begründung, Betriebsratsgeschäfte besorgen zu müssen, ist nicht richtig.
Solches Verhalten stellt sich vielmehr als unbefugtes Verlassen der Arbeit
dar, das zn fristloser Entlassung berechtigt. Die Betriebsratsfunktion
entbindet keinesfalls von den Verpflichtungen aus dem Arbeitsvertrag.
Die „Mitteilungen" können, soweit der Vorrat reicht, von der Geschäfts-
stelle, Dresden, Bürgerwiese 24 II, bezogen werden.
Verbände.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken,
Berlin W. 30, hat zum 22. 6. 22 dne außerordentliche Hauptversammlung
nach Dresden, Bellevue-Hotel, einberufen.
Mittel- und Ostdeutsche Schamottekonvention. Die Geschäfts-
stelle ist von Batibor nach Breslau 1, Altbüßer-Ohle 39, verlegt worden.
Der Verein der rheinischen und westfälischen Tafelglashütten,
Bonn, erhöhte mit Wirkung vom 3. 6. 22 den Teuerungszuschlag auf 120 %■
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G., Filiale Kronach, Kronach.
Gustav Haidinger hat Prokura. Max Reichel, Max Schneider und Julius
Guldbrandsen haben Gesamtprokura. Die Prokura von Emil Lentner ist
erloschen.
Roschützer Porzellanfabrik Unger & Schilde, A.-G., Roschütz. Die
Kaufleute Karl Unger und Ernst Schilde wurden unter Er-
löschen ihrer Prokura zu weiteren Vorstandsmitgliedern bestellt. Kauf-
mann Willy Boßbach hat Prokura. Das bisherige Vorstandsmitglied,
Kommerzienrat Bernhard Schilde, ist selbständig vertretungsbefugt.
Porzellanfabrik Joseph Schachtel, A.-G., Sophienau bei Charlotten-
brunn. Die Kapitalserhöhung um M 3,5 Mill. auf M 6 Mill. ist durch-
geführt.
Triptis-A.-G., Triptis. Chemiker Viggo M. Bauer hat Gesamtprokura.
Jlse Bergbau A.-G., Grube Jlse. Die Kapitalserhöhung um Ji 40
Mill. Stammaktien auf ^190 Miil. ist erfolgt.
Märkische Tonwaren Industrie, A.-G., Oranienburg. Herstellung und
Vertrieb von Tonwaren aller Art, insbesondere von Ofenkacheln, sonstigen
zu Kachelöfen gehörigen Teilen und von anderen keramischen Erzeugnissen.
Grundkapital : Jt 800 000. Vorstand ist Fabrikant Hans Sachs. Die Gründer,
die sämtliche Aktien übernommen haben, sind die Direktoren S. Herrmann,
H. Loening nnd P. Loening, Kaufmann F. Loening und die A.-G., vormals
H. Gladenbeck & Sohn, Bildgießerei, Berlin. Den ersten Aufsichtsrat
— Nr. 25
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (65. Jahrgang.)
bilden Rechtsanwalt Dr. L. Dickens, Direktor A. Fricke, Kommerzienrat
M. Falk.
Großbothener Schamotte- and Dachiteinfabrik Jon. August Kreisel,
Großbothen. Inhaberin ist Witwe Selma H. Kreisel, geb. Hänsel. Kera-
miker Johann G. Kreisel hat Prokura.
Stellawerk, A.-G., vormals Wilisch & Comp., Zweigniederlassung
Ratibor. Oberingenieur Erich Hielscher hat für die Zweigniederlassung
Ratibor Gesamtprokura.
Max Stadelmann & Co., Nürnberg (Krelingstr. 53). Herstellung und
Vertrieb industrieller Erzeugnisse, insbesondere Schleif- und Polierscheiben.
Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Wilhelm Almos-
db'rfer und Max Stadelmann.
Glashütte Friedrichsthal, A.-G., Friedrichsthal bei Costebrau. Die
Kapitalserhöhung um Ji 2 Mill. auf M 4 Mill. ist durchgeführt. Direktor
Emil Bartsch ist selbstfindig vertretungsbefugt.
August Walther & Söhne, A.-G., Moritzdorf. Herbert M. K. Förster
hat Gesamtprokura.
Oberhansener Glasfabrik Funcke & Becker, Oberhausen. Die Prokura
des Direktors Rudolf Esser ist erloschen.
Wilhelm Hirsch & Bediich, Radeberg. Die Kaufleute Oskar Schmidt
und Emil Lohse haben Gesamtprokura.
Sächsische Glasfabrik, Radeberg. Baumeister Walter W. Hirsch
wurde zum Vorstandsmitglied bestellt.
Berliner Glas- und Spiegelmanufaktar, A.-G., Berlin. Die Kapitals-
erhöhung um den Teilbetrag von M 1 Mill. auf Ji 2 Mill. iBt erfolgt.
Anton Walenta, Kristall glasschleif erei, Cunnersdorf i. R. Inhaber
ist Glasschleifereibesitzer Anton Walenta.
G. Kühnert & Co., Ernsthai a. R. mit Zweigniederlassungen Lauscha
und Steinach. Eduard Kühnert ist verstorben. Die Gesellschaft wird durch die
übrigen Gesellschafter Walter und Fritz Kühnert unter unveränderter
Firma fortgesetzt.
Gebr. Eckardt & Co., Gräfenroda. Geschäft mit Firma ist an die
nachgenannte G. m. b. H. übergegangen.
Gebr. Eckardt & Co., G. m.b. H., Gräfenroda. Stammkapital : Ji 100000.
Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind die Kaufleute Erich
Reichenheim und Boris Krinsky. Glasbläser Ernst Eckardt und Glas-
schreiber Ernst Pfeuffer haben Einzelprokura.
Glastechnische Vereinigung, G. m. b. H., Gräfenroda. Das Stamm-
kapital iBt um Ji 68000 auf M 100000 erhöht worden.
Edmund Müller, Igelshieb, S.-M. Anfertigungs- und Versandgeschäft
in Glaswaren aller Art. Inhaber ist Kunstglasbläser Edmund Müller.
Abicht & Busse, Thüringer Glasindustrie, G. m. b. H., Jlmenau. Her-
stellung und Verkauf von Thermometern, Glasinstrumenten und Glaswaren
aller Art für technische und wissenschaftliche Zwecke. Stammkapital:
M 20 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Kaufmann
Paul Abicht und Ing. Oskar Busse.
Nanny Greiner-Mauschel, Lauscha, S.-M. Fabrikationsgeschäft von
Fisch- und Wachsperlen. Inhaber ist Witwe Fanny Greiner-Mauschel,
geb. Greiner- Vetter. Eduard Greiner-Mauschel hat Prokura.
Ernst Müller-Ph. Sohn, Lauscha, S.-M. Die Firma ist erloschen.
A. Müller-Zschach, Lauscha, S.-M. Herstellung künstlicher Augen
aller Art und sämtlicher Glaswarenerzeugnisse der Thüringer Industrie.
Inhaber ist Fabrikant Ernst Anton Müllei-Zschach. Anna Müller-Zschach
hat Prokura.
Müller & Co., vorm. Alex Hartwig, Glaswaren, Lauscha, S.-M. Per-
sönlich haftende Gesellschafter Bind die Kaufleute Alex Hartwig und Ernst
Müller.
L. Beck, Neuhaua a. R. Inhaber ist Fabrikant Albert Beck.
Ernst Schwabe, Oberweißbach. Inhaber ist Glaawarenfabrikant Ernst
Schwabe.
Isolierflaschen-Fabrik H. Qaandel u. E. Göpfert, G. m. b. H., Pirna-
Die Geschäftsführer Quandel und Göpfert sind ausgeschieden. Die Gesell-
schaft ist aufgelöst. Liquidator ist Kaufmann Carl Galmert.
Knöspel k Co., Kommanditgesellschaft, Radeberg. Glasraffinerie und
Glasmalerei. Prokurist Emil Josef Knöspel ist persönlich haftender Ge-
sellschafter. Zwei Kommanditisten sind beteiligt.
Edwin Störmer, Stützerbach, W.-A. Alleiniger Inhaber ist Glas-
instrumentenfabrikant Edwin Störmer.
Berliner 8piegelglaB-Verkaufs-Kontor, G. m. b. H., Berlin. Mario
Luka hat Gesamtprokura.
Germersheimer Emaillierwerk Klee & Leineweber, Germersheim. Die
Firma ist erloschen.
GemerBheimer Emaillierwerk Klee & Leineweber, G. m. b. H, Ger-
merBheim. Fortführung des unter der Firma Klee & Leineweber betrie-
benen Unternehmens, Fabrikation von Emailgeschirren, Schildern jeder
Art, Lohnemaillierung. Stammkapital: Ji 1 Mill. Geschäftsführer ist
Fabrikant Johann Valentin Klee.
Senkingwerk, A.-G., Hildesheim. Direktor Karl Kunder ist aus dem
Vorstand ausgeschieden. Die Prokura von Paul Schulte ist erloschen.
Wamsler- Werke, A.-G., München. Peter Lang und Hans Lederer
haben GeBamtprokura.
Deutsche Glasbau Gesellschaft m. b. H, Berlin. Verwertung von
Glas, Glaserzeugnissen und Glaskonstruktionen jeder Art, besonders für
Bauzwecke. Stammkapital: M 20000. Geschäftsführer ist Bankier Fritz
Lange.
Der Keramische Großhandel, Fritz Zell, Berlin- Oberschöneweide.
Kaufmann Fritz Schwarzlose ist als persönlich haftender Gesellschafter
eingetreten. Die Firma ist geändert in: „der Keramische Großhandel
Zell & Schwarzlose."
Technische Glaswaren Gesellschaft m. b. H, Berlin. Die Zweig-
niederlassung Berlin-Wilmersdorf ist aufgehoben.
Keramische Gesellschaft m. b. H, Cöln. Die Gesellschaft ist auf-
gelöst. Liquidator ist Kaufmann Paul Strauch.
Flaschenverwertungsgesellschaft m. b. H., Darmstadt. An- und Ver-
kauf von Flaschen und Abschluß aller damit zusammenhängenden Geschäfte, so-
wie Fabrikation derselben. Stammkapital: M 20000. Geschäftsführer ist
Lina Seybold.
Porzellanvertrieb Fritz Hums, G. m. b. H, Dresden. Kaufmann i
Isidor Simon ist nicht mehr Geschäftsführer.
Internationale Glashandelsgesellschaft m. b. H. zu Massen bei Finster-
walde, Massen. Die Firma ist erloschen.
Emil Stulz, Glasschneideanstalt, Freiburg, Breisgau (Brombergstr. 19).
Handel mit runden und ovalen Gläsern. Inhaber iBt Kaufmann Emil
Stulz.
Hanseatische Flaschenzentrale, G. m. b. H, Hamburg. Ankauf und
Verkauf von Flaschen aller Art. Stammkapital: M 20000. Geschäfts-
führer ist Albert Domvo.
Hayessen. Lehmann & Maaß, Hannover. Die Firma ist geändert in:
„Lehmann & Maaß".
Willy Hopp, Kandel bei Landau. Der Geschäftszweig erstreckt sich
nunmehr auch auf Glas-, Porzellan- und Emailwaren.
AuBlandsvertrieb Deutscher Glasfabriken, G. m. b. H, Stettin. Aus-
fuhr von Spiegel-, FenBter-, Guß- und Hohlglas in das Ausland. Stamm-
kapital : JL 50 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Paul Siebner.
Halle'sche Feinton-Werke, G. m. b. H., Halle a. S. An Stelle des
ausgeschiedenen Julius P. Winkler wurde Betriebsleiter Ernst Matthies
zum Geschäftsführer bestellt.
Kaolin-, Ton- und Sandwerke, G. m. b. H, Halle a. 8. Erwerb,
Verwertung, Ausbeutung und Veräußerung von Feldern, welche Kaolin,
Ton, Sand und andere Bodenbestandteile enthalten, sowie Vertrieb dieser
Bodenerzeugnisse. Stammkapital: M 30000. Selbständig vertretungs-
befugte Geschäftsführer sind Gerhard Braune, Gerhard Dumas und
Richard Baartz. ' . . .
Berg & Co., Gesellschaft für Iudustrie-Ofenbau und Feuerungsbedarf
m. b. H-, Zweigniederlassung Gießen. Konstruktion und Vertrieb _ von
industriellen Feuerungsanlagen und feuerfesten Materialien. Stammkapital :
JI 96000. Geschäftsführer sind die Ingenieure Erich Vogt und Ludwig
Kirchhof. Sie sind nur gemeinsam oder einzeln in Gemeinschaft mit
einem Prokuristen vertretungsbefugt.
Bornkessel & Co. m. b. H, Minden. Projektierung und Bauaus-
führung moderner Fabrikanlagen für die Ton-, Kalk- und Zementindustrie
sowie von Bauten jeglicher Art. Stammkapital: M 50000. Geschäfts-
führer sind die Ingenieure Paul Bornkessel, Hermann Kolkmeier und Georg
Diener. Die Gesellschaft wird durch zwei Geschäftsführer oder einen Ge-
schäftsführer und einen Prokuristen vertreten.
Patentea
Deutsches Beiern.
s Anmeldungen.
12 f, 4, K. 79 767. Säureabmeßvorrichtung mit zwei Meßgefäßen.
Franz Keßler, Stützerbach i. Thür. 8 11. 21.
12 i, 37. M. 74548. Verfahren zur Herstellung von Aluminatsilikaten
oder Permutiten. Dr. Cornelias Massatsch, Berlin, Hedemannstr. 13/14.
22.7.21. ' „ ■
17 a, 3. L. 46 884. Vakuumgefäß und Verfahren zu seiner Her-
stellung. Leopold Liße, Charlottenburg, Lietzenseeufer 6. 17. 7. 18.
21c, 13. J. 20851. Hochspannungsisolator. Robert Marsh Johnston,
Huntington, V. St. A. 9. 10. 20.
21a, 13. P. 39 400. Doppelkopfisolator mit kittloser Verbindung
zwischen Beschlägen und Isolatorkörper. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal
& Co., A.-G., Selb. 25.2. 20.
21 c, 14. R 51 728. Sttttzisolator. Oskar Rösing, Düsseldorf, Acker-
straße 80. 6. 12. 20.
21c, 14. 8. 53 859. Glocken- und Doppelglockenisolatoren, die mit
wagerecht angeordneter Bohrung verwendet werden. Siemens -Schuckert-
Werke, G. m. b. H., Siemenstadt bei Berlin. 30. 7. 20.
21 f, 49. E. 26 955. Isolierfassung für elektrische Glühlampen.
Gustav Eiternick, Jlmenau i. Thür. 2 8. 21.
24 f, 10. D. 38 324. Vorrichtung zur Ausnutzung der bei Feuerungen
in den Brennstoff rückständen enthaltenen Wärme; Zus. z. Pat. 345 278.
Deutsche Evaporator, A.-G., Berlin- Wilmersdorf. 21. 9. 20.
30 b, 14. R. 60 705. Auswechselbarer Zahn mit Rttckenplatte und
Befestigungsschiene. Hessische Zahnfabrik, G. m. b. H, Friedberg i. H.
16. 7. 20.
32 a, 13. H. 83 544. Glasblasemaschine zur Herstellung von Flaschen
beliebiger Größe, mit Saugeform. Hans Hillmann, Schwerin i. M.
18 12 20.
32 ar 27. K. 65 913. Verfahren, um Röhren aus Glas oder anderen
in erhitztem Zustande plastischen Massen eine genau vorgeschriebene «
Außengestalt zu geben. Karl Küppers, Aachen, Hubertusstraße 58.
30.3.18. .'" t ' „,
32 b, 1. D. 33 080. Verfahren zur Herstellung optischen Glases
Josef Desenberg, Köln, Melohiorstr. 18. 29. 11. 16.
32 b, 5. K. 60 031. Verfahren zur Herstellung von Glasrohren mil
Skalen an der Innenseite. Karl Küppers, Aachen, Hubertusstraße 58,
6. 12, 14.
36 a, 13. Sch. 60075. Kochkasten für Kachelöfen. Felix Schienzog,
Breslau, Nachodstr. 2 c. 1. 12. 20.
39 b, 8. P. 41556. Verfahren zur Herstellung von Perlenessenz,
Jean Paisseau, Paris. 26. 2. 21. Frankreich 9. 10. 20.
44 b, 31. Sch. 68 200. Benzinfeuerzeug mit Brennstoff behälter aui
Glas. Ernst M. Scheid, Hagen i. W., Bilper Str. 99. 6. 6. 20.
1922. (6ß. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 25 - 293
64a,23. H. 80 575. Flaschen- oder dergl. Verschluß. The Hygienic
Bottie Cap Company, Baltimore, V. St. A. 8. 4. 20.
64 a, 29. S. 57 953. Bügel Verschluß. Richard Speech, Insterbnrg.
26 10. 21. '
67 a, 16. M. 72 863. Pneumatisch wirhende Werkstückhaltevprnch-
tung an Maschinen zum Schleifen kegelförmiger Facetten an Glasplatten.
Karl Müller, Fürth, Schwabacher Str. 65, u. Albert Köder, Fürth, Moststr. 25.
6 3. 21.
67 a, 27. N. 19 055. Zar Aufnahme und Entnahme der ablaufenden
Flüssigkeit nnd des Abfallmaterials dienende Einrichtung bei Schleif-
maschinen o. dgl. Norton Company, Worcester, Massachusetts, V. St. A.
10. 7. 20. V. St. Amerika 1. 9. 16
80 a, 1. P. 39 680. Tonstechmaschine mit verschiebbarem Stech-
hasten. August Präger sen., Trabuhn, Kr. Lüchow, Hannover. 22. 4. 20.
80 a, 45. K. 65 214. Verfahren zur Herstellung von Vakuumgefäßen
aus Porzellan; Zns. z. Pat. 306 330. Staatliche Porzellan-Manufaktur,
Berlin. 23 10. 17. .
80b, 9. T 24439. Verfahren zur Herstellung einer gegen chemische
und elektrische Einflüsse widerstandsfähigen, feuerfesten Kunstmasse.
Plauson's Forschungsinstitut, G. m. b. H„ Hamburg. 20. 9. 20.
80 c, 1. M. 74 918. Gaskammerringofen. Fa. Franz MeiBer und
Karl Meiser, Sulzbacher Str. 9, Nürnberg. 26. 8. 21.
81 e, 25. K. 74 522. Verpackung für luftleer gemachte, teilweise
mit Quecksilber gefüllte Glasröhren, wie Qoecksilberbogenlampen und
Stromunterbrecher. Fritz Köhler, Leipzig-Connewitz, Windscheidtstr. 33.
24. 9. 20.
85 b, 1. P. 35304. Verfahren zur Herstellung eines basenaus-
tauschenden Materials aus Ton für die Enthärtung von Wasser. 17. 11. 16.
55 b, 1. P. 38 539. Verfahren zur Herstellung eines basenaus-
t auschen den Materials aus Ton für die Enthärtung von Wasser. Zus. z.
Anm. P. 35 304. 11. 10. 19.
Permutit, A.-G., Berlin.
Erteilungen.
300 095 „K". 32 a, 5. Verfahren zur Herstellung möglichst
Bchlierenfreien optischen Glases. Verlängert nach Maßgabe des § 1 des
Gesetzes, betr. eine verlängerte Schutzdauer bei Patenten und Gebrauchs-
mustern usw., vom 27. 4. 20. 2. 9. 15. '
302 571 „K". 32 a, 5. Verfahren zur Herstellung möglichst
schlierenfreien optischen GlaBes; Zus. z. Pat. 300 095. 15. 9. 15.
303 263 „K". 32 8, 5. Verfahren zur Herstellung möglichst
Bchlierenfreien optischen Glases; Zus. z. Pat. 300 095. 15. 9. 15.
303 264 „Ka. 52 s, 5. Verfahren zur Herstellung möglichst
Bchlierenfreien optischen Glases ; Zoe, z. Pat. 300 095. 22. 12. 15.
303 993 „K". 32 a, 5. Verfahren zur Herstellung möglichst
schlierenfreien optischen Glases ; Zus. z. Pat. 300 095. 27. 7. 16.
306 308 „KK. 32 a, 5. Verfahren zur Herstellung möglichst
Bchlierenfreien optischen Glases; Zus. z. Pat. 300 095. Josef Desenberg,
Berlin- Friedenau, Kaiserallee 93. Jetziger Wohnsitz; Köln, Melchior-
atraße 18. 17. 2. 17. ,„ „ ^
353 143. 21 c, 10. Einführungskopf mit Isolationseinsatz für Kohr-
Ständer; Zus. z. Pat. 332 962. Fritz Pankow, Saarbrücken, Mainzerstr. 1.
5 3 353 277. 80 b, 9. Isolierende FormBtttcke. Dr. Wilhelm Bünte,
Hannover-Linden, Deisterstr. 8. 4. 6. 21.
853 289. 21 c, 13. Vorrichtung zur Anzeige einer ungenügenden
oder verminderten Isolierung eines Isolators. Jgnazio Prinetti, Genua,
Ital. 3. 12 20.
353 290. 21 e, 13. Verfahren zur Befestigung von Körpern in den
Hohlräumen von PorzellangegenBtänden, insbesondere zur Herstellung
zwei- oder mehrteiliger Isolatoren durch Aufschrumpfen; Zus. z. Pat
296 467. H. Schomburg & Söhne, A.-G-, Margarethenhtttte, Post Groß
dubrau. 20.3. 21. •• ' v ,„„ .
353 336. 67 a, 19. Vorrichtung zum Schleifen von Kugelfläcnen
insonderheit an optische Linsen. Schmidt & Wagner, Berlin. 15. 5. 20.
353 427. 80 c, 16. Vorrichtung zum Beschicken keramischer
Brennöfen mit flüssigem Brennstoff. Leser Cohen, Berlin-Schöneberg,
Gleditschstraße 20. 21. 7. 20. ^ „
353 428. 4 b, 9. Beleuchtungsvorrichtung mit nach oben ottener
und nach oben spiegelnder Beflektorschale. Georg Muller, Würzen.
8. 12. 20.
353 437. 21c, 10. Durchführung für hohe Spannungen; Zus. z.
Pat. 333 909. Dr. Paul Meyer, A.-G., Berlin. 4. 4. 20.
353 476. 80 c, 5. Kanalofen zum Brennen keramischer Waren,
Silikasteine, MagneBit u. dgl. Heinrich Koppers, Essen, Ruhr, Moltke-
Btraße 29. 4. 9. 19. . , a .
353 484. 32 a, 33. Brillengläser-SchneidemaBchine. A. Schumann,
Düsseldorf. 5.9.19. , m . " ..
353 539. 32 a, 33. Maschine zum Aufschneiden der Glasbirne
elektrischer Glühlampen. The Allies Electric Lamp Company Ltd., London.
17. 8. 16. ....
353 541. 80 a, L Anfeuchtapparat für trockenes pulverf örmiges
Material, insbesondere Ton. Georges Hidoux und Julian Bernheim, Paris.
21.2.14. Frankreich 28. 7. 13. . . '
353 663. 12 e, 1. Mit gleichzeitiger Kühlung arbeitender Ab-
Borptionsturm. Deutsche Ton- und Steinzeugwerke, A.-G., und Friedrich
Plinke, Kantstr. 37, Charlottenburg. 8. 5. 20.
363 664. 30 b, 14. Künstlicher Zahn. Carl Ulrich Fehr, Berlin-
Friedenau, Fregestraße 5. 4. 5. 21. . ,Ä
363 711. 80 e, 4. Glüh- und Muffelofen ; Zua. z Pat. 344 479.
Carl Eoschmann, Hennigsdorf b. Berlin, Osthavelland. 29. 7. 21.
353 712. 80 c, 5. Verfahren zur Erzielung einer vollkommenen
Gasverbrennung in Gaskanalöfen. Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft,
Berlin. 31. 3. 21.
Oesterreich.
Aufgebote.
1. Abscheider fär Kohlen, Ton, Erze u. dgl., der durch
Wirkung eines aufsteigenden FlüsBigkeitsstroms innerhalb eines Behälters
von konischer Form das leichtere Gut durch einen ringförmigen Ueber-
lauf austragen läßt: Ein Begelungsmittel im Wege des ringförmigen
Ueberlaufs ist am Oberende des Innenbehälters angeordnet, um den
Querschnitt dieses Ueberlaufs oberhalb des im AuBenb ehälter gelegenen
Innenbehälterendes nach Bedarf regeln zu können. John Marriott Oraper,
Mineningenieur, New-Foundry (Großbritannien). 3. 11. 19, A 4044—19.
Großbritannien 23. 12. 18.
5 b. Spfilversatzeinrichtunggzur Schlämmung und Beförderung
von Ton und sonstigem geeigneten Material: In den Materialstoß wird
ein oder mehrere Spülrohre oder ein System von Spülrohren eingebaut,
welche unmittelbar an eine gemeinsame Schlammrohrleitung angeschlossen
werden können. Gewerkschaft Hausbach II, Wiesbaden. 15. 1. 21,
A 284—21. Deutsches Reich 10. 10 18.
32 a. Ziehherd an Glasöfen mit einem die Glasentnahmestelle
umgebenden Läuterkranz, unter dem im Glasbade ein Schirm angeordnet
ist: Zur Erzielung eines Temperaturausgleiches des in den Läuterkranz
mit ungleicher Temperatur von verschiedenen Seiten eintretenden Glases
ist der Schirm in beliebiger Lage schräg einstellbar. Empire Machine
Co., Pittsburg. 1. 9. 16, A 4139—16.
32 a. Verfahren zur Herstellung von Flaschen mit vertieftem
Boden: Ein Werkstück wird mit einem ringförmigen Vorsprung an einem
Ende aus plastischem Glas geformt, worauf dieser Vorsprung beim Blasen
des Werkstückes zu einem hohlen, sich in die Flasche erstreckenden
Boden ausgedehnt wird. The Owens Bottie Co., Toledo (V. St. A.)
29. 11. 19, A 4453—19. V. St. A. 12. 6. 19.
32 a Glasblasemaschine mit einer um ihre Längsachse dreh*
baren Pfeife: Sie besitzt eine Vorrichtung, durch die die Pfeife während
verschiedener Entwicklungszeiten des Kulbels mit verschiedenen Ge-
schwindigkeiten gedreht wird. The Westlake-European Machiue Co.,
Chicago. 3. 2. 20, A 550—20.
33 d. Zerlegbare Flasche, bestehend aus zwei durch Scharniere
miteinander verbundenen Hälften : Der Halsteil der Flasche ist auf deren
Unterteil besonders aufgesetzt. Anton Lauer, Schlosser, Wien. 25. 6. 21,
A 3189-21.
35 b. Vorrichtung zum Heben und Transportieren von Glas-
platten n. dgl. mittels an einem Trägergestell angebrachter Saugköpfe:
Das Trägergestell ist mit seinen Hängestangen an einer Linie verbunden,
die der einen Seite der Vorrichtung näher liegt als der anderen.
Pilkington Brothers Ltd., St. Helens (Großbritannien), 11. 8. 20,
A 4612—20. Großbritannien 17. 10. 19.
80 c. Verfahren zum Brennen von keramischen Massen
(Porzellan usw.) im Kanalofen: Die Beheizung der Hochfeuerzone und
gegebenenfalls der unmittelbar vorgelagerten Zone des Ofens wird nach
erfolgtem Sintern des Brenngutes unterbrochen, und die Transportwagen
werden erst nach erfolgter E rhärtung der Waren weiterbewegt. A. E. G.-Union,
Elektrizitäts-Ges., Wien. 18. 3. 21, A 1523—21. Deutsches Reich 26. 3. 20.
Erteilungen.
87 377. 32 a. Einrichtung zur Herstellung von Glasgefäßen. Adolf
Schiller, Regier ungsbaumeister, Schöneberg bei Berlin. 15. 7. 21.
87 418. 80 c. Muffelofen mit ringförmigem Kanal und einem auf
Kugeln gelagerten Herdring. Charles B. Winzer, Techniker, Hamburg.
15. 7. 21.
87 446. 80 f. Verfahren zum Reinigen von Ton durch Schwemmen.
William Feldenheimer, Kaufmann, London. 15. 9. 21.
87 460. 21 i. Hochvakuumröhre. Professor Dr. JuliuB Edgar
Lilienfeld, Leipzig. 15. 6. 21.
87 466. 48 c. Verfahren zur Emaillier ung eiserner Gegenstände.
Rudolf Koepp & Co., Oestrich (Deutsches Raich). 15. 9. 21.
87 478. 21 i. Flaschenförmiger Hochspannunga - Kondensator.
Schott & Gen., Jena. 15. 8. 21.
87 568. 32 a. Selbsttätige Glasblasemaschine Europäischer Ver-
band der Flaschenfabriken, G. m b. H , Düsseldorf. 15. 9. 21.
87 659. 32 a. Verfahren nnd Maschine zur Fertigstellung von
Glasbirnen. Corning Qlass Works, Corning (V. St. A.) 15. 9. 21.
87 562. 32 a. Verfahren zur Herstellung von Spinndüsen für Kunst-
seide, Stapelfaser, Roßhaar u. dgl. Dr. Adelf Kämpf, Fabriksdirektor,
Premnitz. 15. 9. 21.
87 575. 21 a. Vakuumröhre für große Leistungen zur Verstärkung
von Wechselströmen.
87 576. 21 a. Vakuumröhren für große Leistungen. (Zns. zu Pat.
Nr. 87 576).
Western Electric Co., Ltd., London. 15. 9. 21.
87 658. 45 c. Blumentopf. Jan Skeiik, Uhrmacher, Leitomischl.
15. 8. 21.
87 662. 21g. Verfahren zur Herstellung des Glasüberzugea auf
Einschmelzdrähten aus unedlem Metall für Glühlampen und andere
Apparate mit sauerstoffleerer Glashülle. Schweiz. Gltthlampenfabrik,
A.-G., Zug (Schweiz) 15. 9. 21.
87 673. 21 g. Einrichtung zur Einführung von beliebig dicken
elektrischen Stromleitern in Glashohlkörper. lug. Ernst Wolf, Kaufmann,
Wien. 15. 9. 21.
87 744. 21 i. Röntgenröhre mit einem in ihrem Gasraum ange-
brachten Glühkörper. Reiniger, Gebbert & Schall, A.-G., Berlin. 15.8.21.
Aufrechterhaltungen.
32 a. 78 976. Verfahren zum Zusammenschmelzen von Glasgegen-
ständen. Ing. Ernst August Krüger, Zeuthen und Dr. Siegbert Bloch,
Berlin. _ .„ ,
80 d. 60118. Verfahren zur Herstellung feuerfester Gegenstande
oder feuerfester Ueberzttge auf Gegenständen. Nino Mageissen, Kristiania.
— Nr. 25
SPRECH SAAL - CO BÜRO.
1922. (65. Jahrgang.)
21 g.
Glasgefäße.
21 i.
72 642.
Hochstdanerverlängernngen.
Luftdichte Drahteinführung für Gefäße insbesondere
83 064. Röntgenröhre.
24 b. 76 849. Verdampf erbrenner zum Verschmelz en von Glasgegen-
ständen mit schwerflüchtigen Kohlenwasserstoffen z. B. Petroleum.
32 a. IS 195. Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von
Hohlglasgegenständen.
32 a. 16 179. Behälter für flüssige Glasmasse.
Maschine zur Herstellung von Glaswaren. (Zus. z.
32 a. 19 158.
Pat. Nr. 15 195).
32 a. 27 365.
32 a 33 339.
Verschmelzofen.
32 a. 52 944.
kippbaren Glashäfen
32 a. 55 948.
geschmolzenen Masse.
32 a. 69 822. Selbsttätige Glasblasf maichine.
Maschine zur Herstellung von Hohlglaswaren.
Vorrichtung zum Zuführen von Flaschen in einen
Ofen zum Ausschmelzen des Glasrückstandes aus
Vorrichtung zum Ziehen von Glaszylindern aus der
32 a. 75 139. Vorrichtung zum mechanischen Einbringen von su
der Blasemaschine kommenden Glasgegenständen in einen mit endlosen
wandernden Trägerrost ausgestatteten Kühlofen.
32 a. 79 770. Maschine zum Zerlegen von Glasröhren in zwe
mit Böden versehene Teile.
80 b. 43 477. Schlagstempelpresse.
80 e. 68 058. Verfahren zur Herstellung von Sintermagneeit uni
Sinterdolomit.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G. Geschäftsbetrieb; W. Waren
Verzeichnis; (A.) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibung
beigefügt; A. Tag der Anmeldung; E. Tag der Eintragung.
286 103. F. Losky, Oranienhütte b Seitenberg (Grätsch.
Glatz). G.: Glasfabrik. W. (A.): Kristall- und gepreßte
und geschliffene Glaswaren. A. : 26. 5. 21. E. : 13. 5. 22.
Fragfekasten des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fragekastena.
1. Der Fragekasten dient dazu, technische und andere für unseren Iieserfcrels wissenswerte Fragen und FabrOtatlonsfehlei
Offen zu erörtern, ferner Hilfsmittel, Materialien, Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sieh Bezugs-
quellen int Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
2. Die direkte Vermittelung des An- oder Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angebote!
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
8. Die Namen der Fragesteller werden nach keiner Weise hin genannt, anonyme Zuschriften Jedoeh nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nur in die zweite auf die Frage folgende Nummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
kOnnen nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Die Redaktion behalt sich vor, ohne Angabe von »runden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; für brauchbare
Beantwortungen technischer Fragen gewahrt sie ein angemessenes Zeilenhonorar. Eine zivllrechtllehe Haftpflicht übernimmt die
Redaktion nicht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
86. Unsere Fürbringermuffel mit 35 Pfannen von 600\600\10
braucht mindestens 8 Stunden bis sie so in Glut kommt, daß wir arbeiten
können. Dies ist nach unserer Ansicht zu lange. Welches ist die
normale Zeit?
Antwort: Ueber das Anheizen Ihrer Ftirbringer-Zugmuffel mit
35 Pfannen von 600.600.10 kann man verschiedener Meinung sein. All-
gemein soll man Schamottemuffeln und alle Schamottewaren nur langsam
anheizen und auch langsam abkühlen, damit sie nicht springen. Wenn
dieses beachtet wird, so kann die Zeit von 8 Stunden bis zur Hochglut
wohl nötig sein, wenn der Brennkanal eine Normalhöhe von 40 — 50 cm
hat (die Hö'he ist nicht korrekt angegeben). Wenn die Feuerung der
Zugmuffel gut konstruiert ist, so kann man bei vorsichtigem Anheizen
einige Stunden für die Anheizung sparen. Außerdem wird zu Anfang des
Brandes solche Malerei durchgezogen, die weniger Feuer erhalten soll,
und wenn die Muffel in Hocbglut ist, kommen erst die schwerer schmelz-
baren Farben an die Beihe. Am besten ist es, wenn man eine Zugmnffel Tag
und Nacht im Betrieb haben kann, weshalb kleinere Fabriken nur einige
Tage und Nächte in der Woche schmelzen.
Glas.
70. Welche Ansprüche können an ungeputzte Hafenschalen gestellt
werden, die wieder verwendet werden sollen?
Erste Antwort: Die Frage ist in dieser Form schwer zu
verstehen. Es ist wohl anzunehmen, daß Sie ungeputzte Hafenschalen zu
verkaufen haben oder solche kaufen wollen. Wie bekannt, dienen die
peinlich sauber geputzten Hafenschalen als Magerungsmittel bei der Her-
stellung von Schmelzhäfen, Kränzen, Schiffchen oder Bankplatten. Die
gekauften oder zum Verkauf kommenden ungeputzten Hafenschalen müssen
in Größe und Stärke der Stücke so beschaffen sein, daß ein Abputzen des
anhaftenden Glases noch vorgenommen werden kann. Jeder Fachmann
wird wissen, daß, wenn die Hafenschalen nicht auf das peinlichste geputzt
sind, die Haltbarkeit der daraus hergestellten Gegenstände in Frage gestellt
ist. Hieraus geht hervor, daß man z. B. die Schalen des oberen Hafens,
der meistens durch die Einwirkung der Alkalien sehr ansgefressen ist,
nicht als HafenBchalen mehr ansprechen kann.
Zweite Antwort: Ungeputzte Hafenschalen sollen überhaupt
nicht verwendet werden, auch nicht für Hintermauerungssteine, oder doch
nur mit Vorsicht. Hafenschalen, die für Häfen oder Ofensteine
verwendet werden sollen, müssen unbedingt ganz sauber von jeder Glasur
und jedem in die Poren gedrungenen Glase befreit werden und gelten
dann als sogenannte I. Sorte; Schalen II. Sorte, an denen noch eine leichte
Glasur haften kann, sollen nur für Vorrichter, Schmelzkuchen und dergl.
genommen werden, aber auch hier niemals ganz ungeputzt. Hafenschalen
sind nnser bestes Steinmaterial, da sie im Feuer nicht mehr Bch winden;
infolgedessen gibt es bei Ofensteinen daraus wenig oder gar keine Fugen,
die bekanntlich in und unter den Bänken sehr lästig sind.
71. Wer liefert Holzformen für Hohlglas?
Erste Antwort: Die Holzformen für Hohlglas werden zum
allergrößten Teil auf den Hoblglashtitten selbst hergestellt. Diese kaufen
sich das nötige Holz, mit Vorliebe Birnbaum, lassen es gehörig aus-
trocknen, nachdem die Stücke auf entsprechende Längen geschnitten sind,
worauf ein beliebiger Holzdrechsler die Formen ausdreht.
Zweite Antwort: Holzformen für eile Gläser werden doch
wohl stets auf den Hütten selbst angefertigt; es ist nicht anzunehmen,
daß sich irgend eine Fabrik oder ein Handwerker mit der Anfertigung
solcher Formen befaßt. Ein Formenmacher muß jedoch auf jeder Hütte
vorhanden Bein, da Holzformen sehr viel Wartung benötigen, wenn die
Gläser gut ausfallen sollen.
Heue Fragen.
Keramik.
88. Ist es möglich, die Horben auf Biskuitpuppenköpfen im Glüh\
ofen aufzuschmelzen oder ist unbedingt eine Muffel nötig?
89. Wir haben keine rechte Verwendung für unsere Ofenasche, um
es lohnt sich nicht, die noch darin brennbaren Stückchen daraus abzu-
scheiden. Wohl aber könnten Ziegel aus diesem Ofenrückstand hergestell
werden, wenn wir ihn mit Zement versetzen. Wer liefert nun brauchbare
Handpressen für diesen Zweck?
90. Ich bitte um Angabe einer erprobten schwarzen Scharf feuerglasui
für Elektroporzellan, die in reduzierendem Brande bei SE 13 tiefschwan
und glänzend wird.
Glas.
77. ~* Wir haben eine Partie Flakons, bei welchen die Stöpsel so fes\
sitzen, daß man sie nicht herausnehmen kann und bei Anwendung vo%
Gewalt im Halse der Flakons abbricht. Gibt es ein Mittel, die Stöpset
loszulösen? Eintauchen in warmes Wasser half nicht
78. Wer liefert Maschinen, welche die Grade bei Hohlmaßen aus Glas
Thermometern usw. einschneiden? 1
Briefkasten der Redaktion.
P.-M. B. i. B. Eine der Ihrigen ähnliche Frage ist in Nr.
veröffentlicht, weshalb die Wiederholung sich erübrigt.
24
Anfrage an unsere Leser.
Wer führt die Fabrikmarke „Deutsches Porzellan" ? Diese Worte
stehen auf dem Bande, den zwei konzentrische Kreise bilden, während
im kleinen Kreis das Wort „Viktoria" sich befindet und eine Krone über
dem Ganzen angebracht, ist.
Neuauflage des
Glas -Adreßbuches 1922
■ ••■••••■■■MMM
Die Fragebogen für die im Herbst d.J. erscheinende
Neuauflage des Adreßbuches der Glasindustrie sind
uor kurzem uersandt worden. U)ir bitten dringend,
die Fragebogen genau ausgefüllt gefl. umgehend zu-
rückzusenden, foujeit dies nicht bereits gefchehen ist.
Glas- und Glasiuarenfabrikanten, die den Frage-
bogen nicht erhalten haben sollten, wollen ihn um-
gehend uon uns verlangen.
Coburg
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Abteilung Adreßbücher.
(55. Jahrgang.)
Coburg, den 29. Juni 1922.
Nummer 26
Zeitschrift für biß Keramischen/ Blas- unb uerwanbten Inbustrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Qoldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr dt 35. — , unter Streifband JC 74.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 3.—, Stellengesuche M 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Bekanntmachung.
Die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse haben uns zu einer weiteren Erhöhung der An-
zeigenpreise, geltend ab 15. Juni, gezwungen.
Keramische Rundschau, Berlin. Sprechsaal, Coburg.
Töplerei-Beruisgenosseflschaft Sektion V.
Zu der am
Montag, den 24. Juli, mittags 1 Uhr,
zu Magdeburg, Alte-Ulrichstraße Nr. 4/5,
im Hotel „Magdeburger Hof",
stattfindenden diesjährigen
ordentlichen Sektion* Versammlung
werden die Mitglieder der Sektion V ergebenst eingeladen.
Tagesordnung:
1. Geschäftsbericht.
2. Abnahme der Jahresrechnung für 1921.
3. Wahl der Rechnungsprüfer für 1923.
4. Festsetzung des Haushaltsplanes für 1923.
5. Wahl des Ortes der nächstjährigen Versammlung.
6. Sonstiges.
Etwaige Anträge von Mitgliedern auf Annahme von Be-
fatungsgegenständen in die Tagesordnung können nur dann
berücksichtigt werden, wenn sie nach § 24 Absatz 7 der Satzung
(spätestens eine Woche vor dem obigen Versammlungstag
schriftlich bei dem unterzeichneten Vorstand zu Händen des
Vorsitzenden (Magdeburg, Kaiserstraße 30) eingereicht sind.
Mageburg, den 16. Juni 1922.
Per Vorstand der JeKHon v der Töpferet-Qeriifsgenossctiscftaft.
Carl Miller, Vorsitzender.
Die Geschäftslage der Schweiz 1921.
(Nachdruck verboten.)
Einem soeben zur Veröffentlichung kommenden Bericht des
Holländischen Konsuls in Zürich entnehmen wir die folgenden
Ausführungen:
Allgemeine Betrachtungen: Ein Bückblick auf das
abgelaufene Jahr zeigt, daß auch die Schweiz auf wirtschaft-
lichem Gebiete eine äußerst schwierige Zeit durchgemacht hat
und daß auch an ihr die allgemeine Weltflaüe nicht spurlos
vorübergegangen ist. Zu verwundern ist dies nicht, wenn man
bedenkt, daß die Schweiz in sehr starkem Maße am Weltmarkt
interessiert ist und den Bückschlag also in erheblichem Maße
fühlen mußte.
Der hohe Preisstand des Schweizer Franken scheint für das
Land verderblich zu sein: er machte den Export fast zu einer
Unmöglichkeit und bedeutete auch ein ziemlich allgemeines
Lahmlegen des Versands nach den neutralen und östlichen
Ländern, die früher zu den besten Abnehmern schweizerischer
Landeserzeugnisse gehörten.
Wohl niemals wurde in allen Zweigen der Industrie ohne
Ausnahme über einen schlechten Geschäftsgang so geklagt,
wie im abgelaufenen Jahre.
Der schweizerische Bundesrat suchte inzwischen Maßnahmen
zu treffen, um die Industrie zu stützen. Dies geschah einer-
seits durch den Erlaß von Einfuhrverboten, andererseits durch
Einführung eines neuen Zolltarifs, der gegenüber dem früheren
eine Erhöhung der Belastung um ungefähr 400 °/0 bedeutete.
Des weiteren wurde die Einfuhr einer Anzahl von Waren
kontingentiert und zu verschiedenen Zeitperioden die Grenzen
für gewisse Waren,, insbesondere für Lebensmittel, gesperrt.
Ueber die Wirkung dieser Maßnahmen laufen die Meinungen
stark auseinander. Zu einer Ermäßigung der Kosten der Lebens-
haltung haben sie, soviel ist bereits festgestellt, keinesfalls
geführt.
Die Arbeitslosigkeit nahm stetig zu und erreichte Ende
1921 eine noch nie gekannte Höhe. Sie stieg von 17500 Per-
sonen zu Beginn des Jahres auf rund 80000 am Jahresschluß,
was etwa den fünften Teil der Arbeiterbevölkerung ausmacht.
Durch die Gewährung von Unterstützungen aus staatlichen
296 — Nr.
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (56. Jahrgang.)
Mitteln, durch den Bau von Wohnungen usw., suchte man dem
Anwachsen der Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit zu steuern.
Ein deutliches Bild von den traurigen Verhältnissen auf
dem schweizer Arbeitsmarkt ergaben u. a. die stets zunehmenden
Anfragen von Schweizern, namentlich von Mechanikern, jungen
Kontoristen, beim holländischen Konsulat in Zürich über die
Beschäftigungsmöglichkeiten in den niederländisch -indischen
Kolonien. Bei allem trat der Wunsch hervor, sich in den
überseeischen Besitzungen ein geeignetes Unterkommen zu
sichern. Ferner ergab sich, daß auch für den Eintritt in das
holländische Kolonialheer ein früher nie gekanntes Interesse
in die Erscheinung trat, Bewerbungen, die zurückgestellt werden
mußten.
Der Außenhandel der Schweiz für 1921 dürfte unter Zu-
grundelegung des Zahlenmaterials, das zur Zeit der Bericht-
erstattung verfügbar war, kaum die Hälfte des Umfanges im
vorhergehenden Jahre erreicht haben. Die Zahl der Zahlungs-
einstellungen, Sanierungen u. dgl. erreichte im letzten Jahre
eine bisher nie gekannte Höhe. Der Bundesrat sowohl als
auch die Kantonalregierungen suchten nach Mitteln zur Besserung
der Finanzen, da große Rückstände aus der Kriegszeit dazu
nötigten, neue Mittel zu beschaffen. Doch die Neubelastungen
treffen finanziell geschwächte Firmen und Personen.
Fragt man in der Schweiz nach den Ursachen der Krisis,
dann bemerkt man gar bald, daß ein jeder in dem, was ihm
am nächsten liegt, die Wurzel des Uebels sieht. Der Industrielle
sieht in dem „Dumping" der Länder mit niedriger Valuta, der
Exporteur in den Einfuhrverboten der Länder, wohin er liefern
will, der Arbeiter in den hohen Zöllen und in der Monopol-
politik der Regierung, der Fabrikant dagegen in den hohen
Arbeitslöhnen die Ursache des Elends.
Das abgelaufene Jahr kann füglich auch als ein Unglücks-
jahr für die schweizer Effektenbörse bezeichnet werden. Die
unsicheren politischen Verhältnisse, der Fall der ausländischen
Valuten, namentlich der Mark, und die damit gepaart gehende
Wirtschaftskrisis im Lande selbst, hatten zur Folge, daß
besonders die von ausländischen Valuten abhängigen Werte
sich stets mehr in fallender Richtung bewegten. Verschiedene
dieser Unternehmen gerieten denn auch derart in Verlegenheit,
daß sie sich genötigt sahen, die Bezahlung der Obligations-
zinsen einzustellen und zu einer eingreifenden Reorganisation
überzugehen. Demgegenüber konnten für Obligationen des
Bundes und verschiedener Kantone infolge gesteigerter Nach-
frage steigende Kurse gebucht werden. Daß die Anteilscheine
der industriellen Unternehmungen sich in entgegengesetzter
Richtung bewegten, dürfte erklärlich sein.
Eine kurze Besprechung des deutsch-schweizerischen Ein-
und Ausfuhrgeschäfts der einschlägigen Fachindustrien vor und
nach dem Weltkriege, die nachstehend folgt, diene zur Er-
läuterung :
Mengen in dz
Deutsche Ausfuhr Schweizer Ausfuhr
nach der Schweiz
Art der Ware
1913
1920
nach Deutschland
1913 1920
5 580 —
Mauersteine aus farbig sich
brennendem Ziegelton, un-
glasiert: Hohl- und Loch-
steine usw 1867
— , Hintermauerungs-, Ver-
blendsteine, Scheuerziegel
Mauersteine aus farbig sich
brennendem Ziegelton, gla-
siert
Klinker und mehr als 3 cm
dicke Pflasterplatten aus
Ton usw., einfarbig ... 1252 7311
Dachziegel aus Ton, ungla-
siert : Dachziegel, Hohlglas-
ziegel
— , Dachpfannen, Falzdach-
ziegel 13 002
Glasierte Dachziegel . .
Röhren aus Ton ....
Waren aus gemeinem Stein-
zeug : Röhren, Ausgüsse,
Klosettbecken u, dgl., Krip-
pen usw 1668
— , Krüge und andere Gefäße
zu Wirtschaftszwecken ;
Faß-, Abzugshähne, Kühl-
schlangen, Pampen usw. . 3 313 5149
Töpfergeschirr aas farbig sich
brennendem Ton .... 3327
Oefen (Kamine, Kochherde),
Ofenteile 436 1043
Tabakpfeifen aas Ton, ein-
farbig oder weiß, unglasiert 86
— 73 981 —
14432 — 19223 —
1406
33«
1065
393
— 5 676 2218
-/
4914
2175
— ]29
— 6 672
113
101
Art der Ware
Feuerfeste Steine : rechteckige
unter 5 kg das Stück . .
— , rechteckige von 5 kg an
Feuerfeste Erzeugnisse aus
Ton oder toniger Masse:
Schmelztiegel, Muffeln,
Kapseln, Röhren, Zylinder,
Düsen und andere Erzeug-
nisse außer Retorten ;
Platten und andere Er-
zeugnisse außer Steinen ;
Schmelztiegel aus Magnesia-
Zement oder Speckstein .
— , Retorten
Schmelztiegel und andere
Gegenstände aus draphit-
masse
Bodenplatten aus Ton usw.:
einfarbig
— , mehrfarbig ; Klinker, mehr-
farbig
Glatte, unglasierte Boden-
platten aus Ton usw., durch
Zusammenpressen verschie-
denfarbiger Tonmasse mit
Mustern versehen . . .
Wandbekleidungsplatten aus
Ton, gefrittetem Tonzeug
oder Steingut
Waren aus Steingut, feinem
Steinzeug, feinem Tonzeug
einfarbig
mehrfarbig: Ziergefäße, Fi
guren usw
— , andere Waren aus Stein
gut
— , andere Waren aus feinem
Steinzeug, feinem Tonzeug
Tonwaren mit anderen Stoffen
Isolatoren, Isolationsplatten
aus Steingut oder Porzellan
Andere Waren aus Porzellan
und porzellanartige Waren,
weiß
Tafelgeschirr aus Porzellan .
Ziergefäße, Figuren und ähn-
liche Luxusgegenstände aus
Porzellan
Porzellanknöpfe, Tabakpfeifen-
köpfe usw., farbig, weiß und
farbig mit anderen Stoffen
Glasmasse, Schmelzglasmasse
usw. ...
Rohe Stangen und Röhren
aus naturfarbigem Glase ;
Glasröhren und -stängel-
chen
Hohlglas, weder gepreßt noch
geschliffen, poliert, ge-
mustert usw. : naturfarbig
— , weiß, durchsichtig . . .
— , gefärbt oder weiß, un-
durchsichtig
Hohlglas : bloß mit gepreßten
Böden oder durch Schleifen,
Pressen usw. gestalteten
oder verzierten Stöpseln
— , Lampengläser aller Art
— , anderes, gepreßt, ge
schliffen usw
— , bemalt, vergoldet, ver
silbert
Spiegel- und Tafelglas, a. n. g
weder geschliffen, noch
poliert usw. ; nicht gefärbt,
nicht undurchsichtig: Roh-
glas, gegossen, mehr als
5 mm stark
— , Spiegelrohglas, gegossen
(Kristallglas)
■ — , Rohglas, gegossen, 5 mm
oder weniger stark . . .
— , Tafelglas ......
Mengen in dz
Deutsche Ausfahr Schweizer Ausfahr
nach der Schweiz nach Deutschland
1913 1920 1913 1920
86 580 35742 165 —
52560 35 956 119 —
1561 —
6 893 —
1009
55839
3 728
5917,
18917 16 997
1*29 j
10 143
48
9
132
} 15006
12010
399
9619
li2
951
9800 30059
1343
8 754
595
677
340
132
19 628
12 550
1 166
258
51632
2»7 ) \
5 7«8 7 533 j
4 266
362
> 2 634
4662
314
627
11502
132 —
168
21 —
16 —
19 —
21 124
49
60
11 —
633 y 17
556 598 21
32 —
280 —
181 —
21
68
3
25
25
1999. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Kr. 26 - 297
Art der Ware
Mengen in dz
Deutsche Aasfahr Schweizer Ausfuhr
nach der Schweiz nach Deutschland
1913
1920
1913
1920
480
3 5*80
153
1168
b56
308
553
48
Tafel- und Spiegelglas, weder
geschliffen, noch poliert
usw., gefärbt oder undurch-
sichtig; Butzenscheiben
Spiegelglas,geschliffen, poliert
usw., nicht belegt: gegossen
and gegossene Platten . .
— , geblasen ... . . .
Tafelglas, geschliffen, poliert
usw., nicht gefeldert, nicht
belegt
Spiegel- und Tafelglas, ge-
feldert, nicht belegt ; Kathe-
dralantikglas ..... 1367
Spiegelglas, belegt .... 687
Tafelglas, belegt 137
Spiegel- und Tafelglas, bemalt,
vergoldet, versilbert usw. 157
Trockenplatten . . . . . 1379
Drahtglas . 4666
Dachpfannen, -Ziegel aus
Rott-, Tafel- oder Drahtglas
Robglas in Kugeln oder
Kugelkappen zu Uhr- oder
Brillengläsern
Uhrgläser für Taschenuhren
Brillen und andere gefaßte
Augen-, Brenngläser, Lupen
Ferngläser, terrestrische ;
"Operngläser ......
Sonstiges optisches Glas, ge-
schliffen und gefaßt (Fern-
rohrobjektive); Stereoskope:
Mikroskope ; ungefaßte Lin-
sen für optische Zwecke .
Photographische Linsen, ge-
schliffen und gefaßt, ge-
färbt; photographische Ob-
jektive und Apparate aller
Art; ungefaßte Linsen für
[photographische Zwecke .
Qlasplättchen ; Glas-, Porzel-
lanperlen, Glasschmelz,
•schuppen usw
Qlasperlen, Porzellanperlen,
Glasflüsse usw. als Schmuck ;
[Besatzartikel aus Glasperlen
usw : . .
Glas, a. n. g., Glasgespinst,
Glaswolle, Luxf erprismen ;
bemalt, vergoldet usw.,
Glasknöpfe
Glasmalereien, -mosaik, -licht-
bilder; künstliche Augen .
Zähne, Gebisse aus Schmelz,
Kitten usw
Sias-, Schmelzwaren mit' an-
deren Soffen: bemalt, ver-
goldet usw. ; Opalescentglas
Glasmalereien, -mosaik usw.
— , Glasflaschen und Siphons
aus Glas
— , künstliche Augen und
andere Glas- und Schmelz-
18519
1195
733
4 —
4
19
89
209
48
103
128
69
9
10 —
532
11
165
439
50
4,02 —
211
508
waren
Thermometer aus Glas . .
Apparate und Instrumente
US Glas
1427
198"
636
3 —
1,02 iy,b8
31
3 448
30
1828
Wie vorstehende Zusammenstellung ersehen läßt, hat sich
die schweizerische Ausfuhr von Ton- und Glaswaren nach
Deutschland in dem letzten Friedensjahre 1913 in bescheidenen
Grenzen gehalten. Nach Friedensschluß ist dieselbe noch
wesentlich geringer geworden; ausweislich der Statistik ist
Dämlich in den meisten Warengruppen überhaupt kein Versand
nach Deutschland zu verzeichnen gewesen, eine Erscheinung,
die u. a. zweifellos auf die durch den Krieg geschwächte Kauf-
kraft dieses Landes und auf seine hiermit im Zusammenhang
stehenden Einfuhrverbote für Auslandswaren zurückzuführen
ist. Bemerkt sei, daß die Angaben für 1920 der vorläufigen
Statistik entnommen sind, welche erfahrungsgemäß durch die
endgültigen (später erscheinenden) Nachweise noch Ergän-
zungen erfahren. Um nennenswerte Mengen kann es sich
hierbei jedoch keinesfalls handeln, da. solche sonst bereits in
der vorläufigen Statistik berücksichtigt worden wären.
Was den Absatz deutscher Erzeugnisse der einschlägigen
Fachindustrien nach der Schweiz anbetrifft, der schon im Jahre
1913 einen recht erheblichen Umfang hatte, so hat derselbe
1920 zum Teil in recht beträchtlichem Maße gesteigert werden
können, von einigen Ausnahmen abgesehen, hat er die Friedens-
höhe vor dem Kriege bereits wieder erreicht, in manchen
Artikeln sogar schon überflügelt. Diese Erscheinung steht
zweifellos im Zusammenhang mit der Entwertung unseres
Geldes, welche naturgemäß für das Ausland einen besonderen
Anreiz zum Bezng deutscher Fabrikate bietet. Gegen eine da-
durch bedingte Ueberschwemmung des Landes mit Auslands-
erzeugnissen sucht sich übrigens die Schweiz neuerdings, auch
im Interesse ihrer Industrie, durch Einfuhrverbote bezw. durch
Beschränkung der Einfuhr kräftig zu wehren. Auch hat sie im
Sommer des letztvergangenen Jahres einen neuen Zolltarif ein-
geführt, wodurch die Zollsätze für Fertigwaren jeder Art eine
ganz erhebliche Erhöhung erfahren haben; vielfach ist die
neue Zollbelastung derartig hoch, daß sie eine Einfuhr völlig
unmöglich machen wird.
Welchen Wert hat die Eisenbahn bei Fest-
stellung* einer in Verlust geratenen Eisenbahn-
gütersendung* zu ersetzen?
Von Dr. jur. Roeder, Berlin.
(Nachdruck verboten.)
In neuerer Zeit pflegen die Eisenbahn-Direktionen in den
Fällen, wo der Verlust einer Warensendung feststeht, einen
Sachverständigen nach dem Werte der Ware zu befragen und
dann in der Regel den Betrag, der sich auf diese Weise ergibt,
dem Geschädigten zu vergüten. In solchen Fällen schneidet
der Geschädigte fast ausnahmslos schlecht ab. Muß sich der-
selbe dem Gutachten dieses Sachverständigen unterwerfen
bezw. ist die Wertermittlung der Eisenbahn richtig?
Mit nichten. Die Vorschriften des § 88 der EVO, ebenso
des § 430 des HGB, die hier in Frage kommen, bestimmen,
daß bei Verlust (oder Minderung) des Frachtguts der „gemeine
Handelswert" und in Ermangelung desselben der „gemeine Wert"
zu ersetzen ist.
Was versteht man nun unter „gemeinen Handelswert" ? —
Eine nähere Definition ergibt sich aus den Vorschriften nicht.
Wir müssen daher die Rechtsprechung und Rechtslehre be-
fragen. Aus dieeer ergibt sich zunächst, daß der Ersatz-
fordernde den Beweis über den gemeinen Handelswert zu
führen hat. Das trifft natürlich auch für den gemeinen
Wert zu.
In der Regel dürfte, soweit dies den „gemeinen Handels-
wert" angeht, wenn eine Ware vom Verkäufer an dessen Abnehmer
(Kaufmann) zur Versendung gelangt, der Hinweis auf den für
die Waren zu zahlenden Kaufpreis genügen, da hier die Zu-
billigung außergewöhnlicher Preise nicht vermutet wird. Es
ist also der Marktpreis entscheidend, den die Ware am Abliefe-
rungsorte hatte (Reichsoberh. G. 8, 327). Dabei ändert die Tat-
sache zu Gunsten der Eisenbahn nichts, daß die Ware ander-
wärts billiger zu haben sein würde, denn maßgebend ist für
die Bestimmung des Verkaufswertes lediglich der Ablieferungs-
ort und der Zeitpunkt, zu dem das Gut nach ordnungsmäßigem
Geschäftsgang hätte verkauft werden können (Oberl. G. Ham-
burg i. d. Rechtspr. d. OLG. 6, 471). Und beim Verluste des
Gutes sind Ort und Zeit auch dann maßgebend, wenn das Gut
den Bestimmungsort gar nicht erreicht hat. Es ist dann die
Zeit zugrunde zulegen zu der das Gut rechtzeitig angelangt
sein würde. Daß Zeit und Ort der Ablieferung entscheiden,
kommt daher, daß der Absender mit diesen Werten rechnete,
als er die Ware dem Transport übergab (so auch Staub, Kom-
mentar HGB. 8. Aufl., S. 1209, Anm. 7 b). In gleicher Hinsicht
sprechen sich auch Düringer-Hachenburg (§ 430 III), ferner
das Oberlandesgericht Dresden (Verkehrsrechtliche Rundschau
1921, 36) aus. Auf alle Fälle hat demnach die Eisenbahn einem
Fabrikanten den Fakturenwert der in Verlust geratenen Ware
zu ersetzen. Will das die Eisenbahn nicht, so hat sie zu be-
weisen, daß der Wert des Gutes zurzeit des Verlustes (bezw.
des Verkaufsfalles) hinter dem Fakturenwert zurückstand
(Fuchsberger, Entsch. des Reichsoberh. G. i. Bd. S. 1158). Ein
solcher Fall dürfte besonders dann Platz greifen, wenn die
in Verlust geratene Ware den sogenannten Höchstpreisen
unterliegt, ferner auf solche Waren, bei denen es sich um
wucherische Gewinne handelt. Hier würde es sich also um
solche Ware handeln müssen, die der Verordnung vom
8. Mai 1918 gegen die Preistreiberei unterliegt (Reichsgericht
1. Zivilsenat vom 6. Oktober 1920, Makower § 430).
Fehlt für die untergegangene Ware der gemeine Handels-
wert, so ist für sie der „gemeine Wert" zu ersetzen. Was ist
nun der „gemeine Wert"? — Die Bezeichnung dieses Wortes
298 — Nr. 26
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (65. jfährg&ng.)
ist aus dem Pr. Allgem. Landrecht, Teil I. Tit. 2, übernommen.
Doch wird der gemeine Wert als „Nutzen" bezeichnet (§ 112),
den die Sache einem jeden Besitzer gewährt, zuzüglich der An-
nehmlichkeiten, die einem jeden Besitzer schätzbar sind (§ 113),
im Gegensatz zu dem Nutzen, den die Sache unter gewissen
Bedingungen und Verhältnissen leisten kann (§ 114). — Das
würde auf alle Fälle der „Gebrauchswert" der Sache sein.
Entscheidend dabei ist aber, welche Geldsumme für sie beim
Verkaufswerte erzielt werden konnte. Es ist also der Preis zu
erforschen; ihm sind aber nicht nur die reinen Gestehungs-
kosten, sondern auch die Arbeitskosten einschließlich des Unter-
nehmergewinnes zugrunde zu legen (so auch Lutz in L. Z. 1920
Sp. 30).
Während im Landfrachtvertrag von der Vergütung des
Schadenersatzes die Fracht abgezogen werden kann (vergl.
Staub a, a. O. Anm. 7 zu § 430, ebenso Hachenberg-Düringer
§ 430 Hlb bb) muß im Frachtvertrag mit der Eisenbahn diese
dem Berechtigten auf Grund des § 83 EVO die gezahlte Fracht
und was an Zöllen sowie sonstigen Kosten verbraucht worden
ist, ersetzen. Was versteht man unter „sonstigen Kosten" ?
Zu diesen gehören: Die Speditionskosten, die der Versand-
spediteur bereits erhoben hat und noch erheben wird, die Ver-
kehrssteuern (Frachtbriefstempel, statistische Gebühren), alle
Kosten, die an die Fuhrleute (auch durch andere) gezahlt
wurden, die aufgewendeten Verpackuags- und Anfuhrkosten,
die Wägegebühren, Zählkosten, etwaige Leichterkosten im
Schiffsverkehr, Sackmiete, Stempelkosten und die Kosten für
Interesse-Deklaration. Versicherungskosten dürfen aber nicht
dazu gehören (vergl. Verkehrsrechtliche Kundschau 1921, 5).
Wirtschaft lich-g
Gesetzgebung, Stenern.
Keine weitere Erhöhung der Umsatzsteuer, lu Anbetracht der
vollkommenen wirtschaftlichen ÜLmöglichkeit, eine weitere Erhöhung der
Umsatzsteuer zu ertragen,- hat sich der Zentralverband des deutschen
Großhandels auf die in der Presse erschienene Meldung, daß eine Er-
höhung geplant sei, unverzüglich an das Beichsfinanzministerium gewandt.
Die zuständigen Dezernenten haben daraufhin die bündige Erklärung ab-
gegeben, daß irgendwelche Absichten auf eine weitere Erhöhung der Um-
satzsteuer im Finanzministerium nicht bestünden.
Umsatzsteuer* Ausfuhrkurse für April. Nach § 81 der Ansa-
ßest, zum UStG. können ausländische Werte an Stelle der Umrechnung
im einzelnen nach dem Kurse umgerechnet werden, den der Beichsfioanz-
minister nach Anhörung der Reichsbank festsetzt, wenn der Steuer-
pflichtige dieses Verfahren in der ersten Voranmeldung des Kalenderjahres
beantragt. — Die im Beichsanzeiger Nr. 98 für die Monate Januar,
Februar und März 1922 vorläufig bekanntgegebenen Umsatzsteuerausfuhr-
kurse sind endgültig. Für den Monat April sind nachstehende Durch-
schnittskurse festgesetzt worden:
Amsterdam
100 h. PI.
10512
Beval . ...
100 est. M.
80
Kopenhagen .
100 Kr.
6476
Luxemburg
100 Er.
,2453
Stockholm . ,
100 „
7215
Belgrad . . .
100 Din.
362
Christiania .
100 „
5143
Agram . . .
100 Kr.
90
Helsinglors ,
100 f. M.
532
Warschau . .
100 p. M.
7,1
Schweiz . . .
100 Br.
5393
Bußland . .
1000 Sowjet-Ko.
0,37
Wien ....
100 Kr.
3,6 :
Litauen . . .
100 Ostmark
95
Prag ....
100 „
539
Athen . . .
100 Drachmen
1221
Budapest . .
100 "
34
Konstantinopel
1 Lstrl. tq.
190
Sofia ....
100 Lewa
194
Alexandria . .
lätrypt. Lstrl. 1248
Yokohama . ,
1 Ten .
132
Teheran . .
1 silb. Kran
24
Spanien . . .
100 Pes.
4290
Lissabon . .
1 Eskudo
21
Brüssel . . .
100 Er.
2358
Bombay . .
1 Bupie
76
Italien . . .
100 Lire
1480
Singapore . .
1 Straits-Doll. 140
London . . .
1 Lstrl.
1221
Hongkong . .
1 Doli.
151
Paris . . . .
100 Fr.
2555
Schanghai . .
1 Tael
202
New Tork . .
1 Doli.
277
Montreal . .
1 kan. Doli.
270
Buenos-Aires .
a) 1 Papierpeso
98
Montevideo
1 Peso
217
b) 1 Goldpeso
222
Mexiko . . .
1 „
134
Bio de Janeiro
1 Milreis
38
Lima ....
1 peru. Lstrl,
995
Rumän. Noten
100 Lei
198
Valparaiso . .
1 Peso
28
Biga ....
100 lett. Bo.
108
Handel nnd Verkehr.
Wiederum Erhöhung der Gütertarife. Wie verlautet, sollen
die Güter-, Tier- und Expreßguttarife znm 1. 7. 22 um abermals 25 %
erhöht werden. Die Personentarife sollen mit Bücksicht auf den der-
zeitigen starken Erholungsreiseverkehr von einer Erhöhung verschont
bleiben.
Keine fremdsprachigen Preislisten nach der deutschsprechen-
den Schweiz. Der Deutschen Handelskammer in der Schweiz sind aus
Schweizer Kreisen Belege darüber zugegangen, daß neuerdings mehrfach
reichBdeutsche Firmen nach der deutschsprachigen Schweiz Preislisten
usw. in französischer Sprache geschickt haben; dies ist den in Frage
kommenden schweizerischen Abnehmern unangenehm aufgefallen. Der
deutschsprechende Schweizer, der einen fremdsprachigen Prospekt einer
reichBdeutschen Firma erhält, empfängt vielfach den Eindruck der Würde-
losigkeit, was unbedingt vermieden werden sollte.
Steigende Geldsätze. Die Bankvereinigungen in Berlin haben sich
kürzlich unter starkem Drängen besonders von Provinz- und großen Börsen-
orten darauf geeinigt, daß sie ab 1. 7. im Debetzinsfuß, vor allem aber in
den Kreditprovisionen heraufgehen. Die Provision steigt laut „Frkf. Ztg "
um ein volles Prozent auf 3% für das Jahr. Der Zins bleibt weiter auf
2°/0 über dem Banksatz, doch wird das Minimum, das im Vorjahre 6°/0
betrug und seit Dezember an mehreren Orten mit 7% zugrunde gelegt
war, nunmehr auf 71/2°/0 erhöht. Der billigste Bankkredit wird demnach
vom 1. Jali ab lO'/a % für das Jahr betragen.
Ein- nnd Ausfahr, Zollweeen.
A. II. N. Glas. Preieänderungen und Mehrlieferungen: Die zur
Ausfuhr genehmigten Waren dürfen nur zu dem Preis in das Ausland
geliefert werden, der in dem betreffenden Antrag und in der Proforma-
rechnung angegeben und von der A. H. N. Glas als richtig anerkannt
worden ist. Von jeder nach Erteilung der Bewilligung eintretenden
Preisänderung ist der A. H. N. Glas sofort Mitteilung zu machen. Preis-
ermäßigungen dürfen nur nach Genehmigung vorgenommen werden.
Preiserhöhungen und Mehrlieferungen müssen ebenfalls zwecks Nacher-
hebung der Ausfuhrabgabe und Gebühren mitgeteilt werden. Der Ein-
fachheit halber können Werterhöhungen vierzehntägig oder monatlich ge-
e werblicher Teil.
meldet werden. Die Angabe der Listen- und AntragBnammer sowie der
Veränderungen ist dabei unbedingt erforderlich. Hierzu sind zweckmäßiger-
weise die von der A H. N. Glas erhältlichen Vordrucke zu benutzen.
Wissentlich falsche Angaben oder vorsätzliches Verschweigen etwa ein-
getretener Preisänderungen sind gemäß § 7 der Verordnung über die
Außenhandelskontrolle vom 20. 12. 19 verboten und werden strafrechtlich
verfolgt.
Zur Rückerstattung der englischen Sanhtionsabgabe. Die
Friedensvertrag- Abrechnungsstelle, G. m. b. H , Charlottenburg 2, Berliner
Straße 16/17, hat folgendes nenes Merkblatt herausgegeben, das eine
genaue Darstellung des Verfahrens für seit dem 1. 6. 22 geleistete
Sanktionsabgabe enthält, und für alle Exporteure, die nach England
exportieren, von Wichtigkeit ist:
1. Der „German Separation (Becovery) Act, 1921" schreibt vor, daß
der englische Importeur 26 % vom Werte der deutschen Einfahrware an das
englische Zollamt des Einfuhrhafens bezahlt, bevor die Ware die Zollstelle
verläßt. Der Warenwert wird in der Begel auf Grund einer in doppelter
Ausfertigung vom englischen Importeur oder Spediteur vorzulegenden
bona flde-Bechnung festgestellt. Fracht und Versicherungsspesen unter-
liegen keinem Abzüge. — 2. Ueber die geleistete Sanktionsabgabe wird
vom Zollamt dem englischen Importeur eine abgestempelte Quittung, der
am Kopfe das englische Begierungswappen nnd die Worte „German
Beparation (Becovery) Act, 1921" aufgedruckt sind, der sogenannte
Sanktionsgutschein, ausgestellt, den der englische Abnehmer dem deutschen
Exporteur im Original einzusenden hat, falls er 26% des Warenwertes
bei Begleichung der Faktura, kürzt. — Ein Doppel des Gutscheins wird
vom Zollamt an die mit der Einlösung der Gutscheine beauftragte Frie-
densvertrag-Abrechnungsstelle (Fast) gesandt. — 3. Die „Fast" sendet am
Tage des Eingangs des Doppels an die auf dem Gutschein als deutscher
Exporteur 'verzeichnete Firma, die allein einlösungsberechtigt ist (Begebung
nicht zulässig!), eine Aufforderung zur Einreichung des Originalgut-
scheines. Damit diese Anfforderung, ohne deren Beifügung die Einlösung
eines Originalgutscheines nicht erfolgt, stets an die richtige Adresse ge-
langt, ist größter Wert darauf zu legen, daß das englische Zollamt im
Gutschein den vollen Namen und die genaue Adresse des Exporteurs auf-
nimmt. Die Firmen weiden gebeten, die englischen Abnehmer ent-
sprechend anzuweisen. — 4. Umrechnungskurs. Die Umrechnung der in
englischer Währung einbehaltenen Sanktionsabgabe erfolgt bei Verkäufen
in deutscher Währung zu dem vom englischen Zollamt bei Umrechnung
der Markfaktura in englische Währung zwecks Fesstellung des Sanktions-
abzuges angewandten und auf dem Gutscheine bescheinigten Umrechnungs-
kurs. Bei Verkäufen in fremder Währung wird der Kurs des auf die
Ausstellung der Aufforderung (siehe Ziffer 3) folgenden fünften Börsen-
notiztages zugrunde gelegt. Dieses Datum wird in der Aufforderung dem
Exporteur mitgeteilt, so daß die Möglichkeit gegeben ist, an diesem Tage
die evtl. im Termindevisenhandel bereits verkauften 26% des Pfand-
fakturenwertes wieder anzuschaffen. Die Auszahlung des entsprechenden
Markbetrages erfolgt nach Vorlage des Originalgutscheines bei der „Fast".
— 5. Die bisher ausgegebenen Antragsformulare kommen in Zukunft in
Fortfall, da die Bückseite jedes Aufforderungsschreibens (siehe Ziffer 3)
als Antragsformular vorgedruckt und mit dem Gutschein ausgefüllt zurück-
zusenden ist. Ohne Bücksendung des Aufforderungsschreibens kann eine
Einlösung des Originalgutscheines aus technischen Gründen nicht erfolgen.
— 6. Für die Sanktionsgutscheine, die vor dem 1.6. 22 geleistete Ab-
gaben betreffen, verbleibt es bei dem bisherigen Verfahren. — 7. Unter-
läßt der englische Abnehmer die Zusendung des Originalsanktionsgut-
scheines über den der Kürznng entsprechenden Betrag, so ist die recht-
liche Lage dieselbe, als wenn die Faktura nicht voll beglichen sei, und
es steht dem deutschen Exortenr frei, gerichtlich gegen seinen Abnehmer
vorzugehen. — 8. Die „Fast" ist in den Fällen, die zu Zweifeln Anlaß
geben, berechtigt, die Firmen um die Einreichung weiterer Unterlagen zu
ersuchen, die ihre Berechtigung nachweisen können. — 9. Alle Zahlungs-
überweisungen erfolgen unter dem Vorbehalt der Bückforderung für den
.Fall, daß Bich herausstellt, daß die Forderung an das Beich zu Unrecht
gestellt worden ist nnd der Betrag Deutschland nicht auf seine Bepa-
rationszahlung gutgebracht wird. — 10. Von sämtlichen nach dem 1. 6.
datierten Gutscheinen wird bei Einlösung 1%0 Inkassoprovision (Mindest-
satz JK 2) von der „Fast" einbehalten. — 11. Falls trotz dieser Erläu-
terungen noch weitere Auskünfte erforderlich erscheinen, wird gebeten,
jeder Anfrage einen Frei Umschlag beizufügen.
Das Goldzollaufgeld wird mit Wirkung vom 25. 6. 22 ; bis auf
weiteres von 5900 auf 6400% erhöht.
DI« Ausfuhr nach Danzlg unterliegt nicht, wie in dem in Nr. 25, S. 290,
veröffentlichten Artikel irrtümlich angeführt wurde, erst seit 26.5. 22 der
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 26 — 299
Aasfuhrabgabe, sondern bereits seit dem 1. 4. 22. Infolgedessen trifft es
auch nicht zn, daß für Dan zig Uebergangsbsstimmungen für eine Anfahr-
abgabefreiheit bestehen, so wie solche vom Reichskommissar für die Aus-
fuhr nach Eupen-Malmedy nnd dtm Memelgebiet festgesetzt worden sind.
Australien. Ueber die Wiederaufnahme des Handels mit
Deutschland gehen die Ansichten weit auseinander. In einer Sitzung
der BundesBtaatlichen Handelskammern wurde die Frage einer Zurückstellung
der Wiederaufnahme des Handels mit Deutschland bis znm 1. 1. 23 erör-
tert. Dieser Plan wurde jedoch verworfen. In dieser Versammlung gab
der Ministerpräsident einen Ueberblick Uber die Lage und stellte feit,
daß Australien das einzige Land wäre, das an solchem Vorschlag fest-
hielte, trotzdem Deutschland Australiens bestes Absatzgebiet für Rohwolle
sei, nnd es für den Erdteil von ungeheurer Wichtigkeit sei, seine Roh-
produkte unterzubringen. Im Großhandel sollen die Kaufleute, die ihre
'Preise der allgemeinen Tendenz entsprechend herabsetzten, jetzt besser in
der Lage sein, der erwarteten Wareneinfuhr ans Deutschland zu begegnen.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 16—30. 6. 22
273% (272).
Lettland. Die Revision des Einfuhrzolltarifs, die von den
Handels- und Industriekreisen seit langem dringlich gefordert wird, ist
von der Plenarsitzung der Konstituante aufgenommen worden. Da ge-
legentlich der Kommissionsberatungen die von den wirtschaftlichen
Organisationen und der Presse in großer Zahl verlautbarten Wünsche
in weitgehendem Maße berücksichtigt worden sind, so ist anzunehmen,
daß der Revisionsentwurf rasch verabschiedet und voraussichtlich bald in
Kraft treten wird.
Spanien. Das Zollaufgeld ist für den Monat Juni auf 23,73%
(25,02) festgesetzt worden.
Vereinigte Staaten. Außenhandel mit Glas und Glaswaren.
Die vermehrte Einfahr im Laufe des letzten Jahres aus Europa läßt Rück-
schlüsse auf die Verbesserung der Lage der europäischen Glasindustrie zu.
[Der Wert der amerikanischen Einfuhr von Glas und Glaswaren betrag im
Jahre 1921 $ 10691605 gegen $ 8 500126 1920 und $ 2061580 im
«Jahre 1919. Demgegenüber hatte die Ausfuhr von Glas im Jahre 1920
noch $ 30086211 betragen; für das Jahr 1921 hat sie jedoch nur einen
Wert von $ 14437162 erreicht. An der (Ilaseinfuhr war im Jahre 1921
Belgien mit rund $ 4 Mill. an erster Stelle beteiligt. Die amerikanische
Glas- nnd Glaswartnausfahr beliefert in erster Linie Kanada ia Konkurrenz
mit der belgischen.
Die Lage In Industrie nnd Handel.
Die Lage der Keram- und Glasindustrie Im Monat Mal.
In der fein keramischen Industrie machte sich die starke Steigerung
der Produktionskosten, in deren Gefolge die Freiserhöhung für Fertigwaren
[ sowie langsame Belieferung mit Roh- nnd Brennstoffen (hochwertiger Kohle)
'noch recht störend bemerkbar; die Nachfrage nach allen Erzeugnissen ist
aber im allgemeinen noch groß und ebenso der Auftragseingang. Für
die wichtigeren Zweige war die Ausfuhr noch immer zufriedenstellend. —
Die Luxusporzellanindustrie ist durchaus gut beschäftigt. Das
deutsche Geschäft ist gegenwärtig noch gut, die Kunden verlangen
Lieferung vor dem bevorstehenden Preisaufschlag. Die Auslandsaufträge
Bassen nach dem Coburger Bericht etwas nach. — Die Nachfrage nach
Porzellangeschirr ist noch sehr stark, wenngleich nach einigen
Meldungen der Auftragseingang hauptsächlich aus dem Ausland etwas,
nach dem Bericht der Handelskammer Bayreuth aber merklich nachgelassen
hat. Die derzeitigen Inlandspreise werden nach dem Coburger Bericht
meist als unrentabel bezeichnet. Die wirtschaftlichen Krisen in Dänemark,
Italien and in der Schweiz haben schon zu Konkursen und Verlusten der
thüringischen Industrien geführt. — Für elektrotechnische Stanz-
artikel finden sich Klagen über gedrückte Preise, das Inland zeigt wenig
Kaufneigung, doch herrscht nach dem Bericht der Handelskammer Bayreuth
Auslandsnachfrage. — Die Lage in der Porzellanspielwaren Industrie
ist noch günstig und hat in letzter Zeit eine Verbesserung durch neue
Aufträge erfahren. Auch der Bedarf an Puppenköpfen ist sehr groß, die
Nachfrage recht lebhaft. — Die Feinsteingutindustrie, insbesondere
die Sanitätssteingutindustrie, erfreut sich bei gutem Beschäftigungsgrad
eines lebhaften Absatzes, besonders im Inland, was nach einem Verbands-
bericht wohl mit dem Wiedererwachen der Bautätigkeit zusammenhängt.
Auch der Schamotte-, Kachelofen- und Mosaikplattenabsatz
I gestaltete Bich gut, doch hindern vielfach Brenn- und Rohstoff-, Wagen-
r nnd Arbeitermangel. — Die gesamte Glasindustrie war nach wie vor gut
i beschäftigt. So meldet die Hohlglas-, Preßglas- und Kristall-
glas Industrie einen zufriedenstellenden Geschäftsgang, doch hat die
mangelhafte Belieferung mit Soda stellenweise zur Binlegung von Feier-
schichten geführt. Wegen der hohen Preise gingen nach dem Bericht
der Handelskammer Görlitz die Aufträge vom In- und Ausland zurück.
Die Glasf 1 a s o h e n f abrikation konnte nach dem Bericht der Handels-
kammer Bayreuth gesteigert werden, — In der Tafel-, Salin- und
S piegelglas iudustrie liegen nach den meisten Berichten reichlich Auf-
träge vor. Die Fenster g 1 a s induBtrie im Westen war nach einem
Verbandsbericht durch den im Mai noch andauernden Streik auf den beiden
t größten westlichen Hütten beeinflußt; dabei ist die Nachfrage nach Fenster-
• nnd Tafelglas bei der erhöhten Bautätigkeit sehr rege. Der Absatz nach
■ dem Ausland ist der gleiche wie im Vormonat, wird aber durch die Preis-
unterbietungen hauptsächlich der belgischen Industrie immer schwieriger.
Nach Beendigung des Streiks in der Förther Spiegelglasindustrie sind sehr
viele rückständige Aufträge aufzuarbeiten. Durch Streik war auch die
Lausitzer Industrie einige Tage lahmgelegt. Der Auftragsbestand ist im
allgemeinen noch reichlich. Roh- nnd Hilfsstoff- wie auch Brennstoff-
versorgung sind mancherorts noch nicht genügend, im allgemeinen aber
besser geworden. Nach Berichten aus Sachsen, Oldenburg, dem mittleren
Wesergebiet und Pommern (Stettin) war dert besonders die Brennstoff-
Versorgung schlecht, in Sachsen, im Wesergebiet nnd in der Lausitz die
Roh- nnd Hilfsstoffversorgnng (Soda und Sulfat) und in Sachsen (Dresden),
im mittleren Wesergebiet, in der Lausitz und in Schlesien die Wagen-
gestellung. Verschiedentlich sind Streiks ohne Zustimmung der Gewerk-
schaft ausgebrochen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Krister Porzellanind ustrie, A.-G., Waldenburg. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 1,69 (1,58)
Mill.; Dividende 20 (25)%; Abschreibungen M 0,61 (0,46) Mill. — Den
derzeitigen Aufsichtsrat bilden: Generaldirektor Dr. Ph. Rosenthal, Vors.,
0. Schweitzer, stellv. Vors., Generaldirektor J. Btthler, Dr. L. von Cassel-
mann, Dr. W. Schmidt, Dr. H. Scham, die Direkteren F. Simon und Dr.
A. Zöllner.
A.-G. Norddeutsehe Steingutfabrik, | Grohn. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31. 3. 21 : Reingewinn Ji 7,24 (3,1) Mill. ; Di-
vidende 50 (25) %, Sondervergütung M 250 auf 4000 Genußscheine (25 %
Bonus); Abschreibungen Jt 1,17 (0,69) Mill. — Die Anlagen konnten,
wie im Rechenschaftsbericht ausgeführt wird, im verflossenen Geschäfts-
jahr nicht genügend ausgenützt werden, da das Werk dauernd unter
Kohlen- nud Materialmangel zu leiden hatte. Das befriedigende Resultat
ist wieder auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen.
Dommitzscher Tonwerke, A.-G., Dommitzsch a. E. In der o. G.-V.
wurde die beantragte Kapitalserhöhung durch Ausgabe von Ji 0,5 Mill.
Gratisaktien durch eine Hamburger Gruppe, die eine Stimmenzahl von
1063 gegen 581 der Verwaltung auf sich vereinigte, abgelehnt. In An-
lehnung hieran wurde der Antrag der weiteren Kapitalserhöhung um
M 0,4 Mill. Vorzugsaktien von der Verwaltung zurückgezogen. Ferner
wurde von der Gruppe eine Aenderung der Verteilung des Reingewinnes
festgesetzt, indem 60 % statt 40 % Dividende zur Verteilung gelangen
nnd das Werkerhaltungskonto um einen Betrag von JI 380 000 auf
Jt 660000 vergrößert wird. Nach Ausschüttung der Tantieme soll der
verbleibende Reingewinn auf neue Rechnung vorgetragen werden. An
Stelle der ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden M. Baumann,
Ing. Sietz, Dr. Büttler und Dr. Kranshold gewählt. Hinzugewählt wurden
Direktor Mader und Dr. A. Wuschkil. Hierauf wnrde von der Gruppe
beantragt, eine o. S.-V. mit der Tagesordnung „Kapitalserhöhung um
Ji 4 Mill. auf M 5 Mill." einzuberufen. Die Transaktion wurde mit
der Ausbaufähigkeit des Werkes und mit valutarischen und steuerlichen
Rücksichten begründet.
Bayerische Spiegelglasfabriken Bechmann-Kupfer, A.-G., Fürth.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn
M 8,02 (4,02) Mill.; Dividende 30 (30) %; Bonus 20 (10)%; Ab-
schreibungen M 0,40 (0,17) Mill. — Das nnter günstigen Bedingungen
begonnene 17. Geschäftsjahr brachte nach vorübergehender Stockung
während der Sommermonate umfangreiche Nachfrage des In- und Aus-
Bandes, sodaß ein bedeutender Auftragsbestand auch in das laufende Jahr über-
nommen werden konnte. Während des Berichtsjahres wurde die seit
1887 bestehende Glas-, Spiegel-, Holz- und Metallwarenfabrik Max Offen-
bacher erworben. Die Ausdehnung des Auslandsgeschäftes ermöglichte
die Erhöhung der Sondervergütung auf 20'/»- — Das ausscheidende Auf-
sichtsratsmitglied Kcmm.-Rat E. Haas wurde wiedergewählt.
Spiegelmanufaktur Waldhof, A.-G., Mannhelm. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn Ji 2,71 (0,89)
Mill. ; Verwendung nicht veröffentlicht ; Abschreibungen M 0,29 (0,26) Mill.
Westfälische Stanz- und Emaillierwerke, A.-G., vorm. J. & H.
Kerkmann, Ahlen i. W. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom
31. 12. 21 : Reingewinn Ji 670 108 (448 281) ; Verwendung nicht ver-
öffentlicht; Abschreibungen M 84 298 (88 832).
Bing- Werke, vorm. Gebr. Bing, A.-G., Nürnberg. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 20,09 (11,63)
Mill.; Dividende 22 (8)%; Abschreibungen Ji 0,28 (1,07) Mill.; Zuweisungen
an Werkerhaltungskonto Jt 2,5 (1,5) Mill., an Unterstützungskonto M 0,3
(0,2) Mill., PensionBkasse M 0,4 (0,3) Mill., Rückstellung für Wohnungsbau-
ZuBchüsae M. 0,3 Mill. — Laut Verwaltungsbericht machten sich im ab-
gelaufenen Geschäfsjahr die Schwierigkeiten der allgemeinen Wirtschafts-
lage in einem vielfachen, aus Fabrikationsstätten und Verkaufsorganisationen
subtil zusammengesetzten Apparat, wie der Bing-Konzern ist, bemerkbar.
Indes gelang es der Geschäftsführung, den Wechselfällen und Ueber-
rafichungen der Konjunktur zu begegnen. An dem zufriedenstellenden Er-
gebnis sind Stammfirma nnd Tochtergesellschaften beteiligt. Neben anderen
Angliederungen worden 1921 gemeinsam mit der Bing Glas Keramik K.-G.,
Nürnberg, die Anteile der den Bing- Werken nahestehenden Steingutfabrik
Staffel, G. m. b. H., Staffel a. Lahn, erworben; auch das Emaillierwerk
Hecker & Sohn, A.-G., Bernsbach i. Sa., ging durch AktientauBch an die
Bing- Werke über. In der o. G.-V. wurde die seitens eines Aktionärs auf-
geworfene Frage, ob das Aktienkapital als verwässert zu bezeichnen Bei,
von der Verwaltung dahin beantwortet, daß gerade das Gegenteil der Fall
sei, da die außerordentlich niedrigen Bachwerte, insbesondere die der
Anlagen und des Besitzes an über 30 Tochtergesellschaften beweisen, daß
das Kapital der Bing-Werke immer noch außerordentlich niedrig ist.
Ebenso sprechen dafür die Milliardenumsätze, die im Vergleich zum Aktien-
kapital gewaltig größer sind als bei zahlreichen anderen Gesellschaften.
Sämtliche Unternehmungen des Konzerns sind bis zur Grenze der Leistungs-
fähigkeit beschäftigt. — Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden
wiedergewählt; neu hinzugewählt wurde Bankier L. Hei dingsf eider.
Graphitwerk Kropf mühl, A.-G., München. Auszug aus dem ge-
nehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 691289 (643 675);
Dividende 7 (7)%; Abschreibungen M 817120 (787 367); Zuweisung an
Arbeiteruntersttttzungskasse JI 15 000. — Dem Vorstandsbericht zufolge
wurde der Geschäftsgang durch vorübergehende Absatzschwierigkeiten,
Kohlenmängel, Wasserklemme, schwankende Kraftversorgung und Streik
ungünBtig beeinflußt, so daß die Erzeugung gegen das Vorjahr etwas zurück-
ging. Das Werk befindet sich in fortschreitendem Ausbau. Für das laufende
Jahr dürften sich die geringen Ausgaben für Kraftversorgung, sowie die
gesteigerte Produktionsfähigkeit günstig bemerkbar machen. Der Auf-
tragsbestand sichert Beschäftigung für die größere Hälfte des Jahres, —
300 — Nr. 26
SPRECH SAAL — COBURO.
1922. (H. Jahrgang.)
Die aasscheidenden Aufsicbtsratsmitglieder worden wiedergewählt. An Stelle
des verstorbenen Aufsichtsratsmitgliedes M. Nonnenbruch wurde Schrift-
stellerin E. Baederer gewählt.
Yertretnng. Vielseitigen Wünschen nachkommend, hat sich die
Firma Flachglas-Großvertiiebs-Gesellschaft m. b. H., Leipzig, veranlaßt
gesehen, ihre Generalvertretung für Norddeutschland (Mecklenburg-
Schwerin, Schleswig-Holstein, Ostfriesland, Oldenburg usw.) und den Allein-
vertrieb des ihr nnter der „Handelsmarke Möve" gesetzlich geschlitzten
QualitätsfenBterglases, sowie der anderen ins Fach schlagenden Artikel
Herrn Hermann Koloff, Hambnrg, Neuer Steinweg 29, zu übertragen. Die
bestens assortierten Läger befinden sich Catharinenstraße 9 nnd Balduin-
straße 5 — 7. 1s empfiehlt sich der Einfachheit halber, sich direkt mit
Herrn Hermann Holoff, Nener Steinweg 29, in Yerbindnng zu setzen.
Konkursverfahren. Ofenbau- and Töpfermeister Paul Reichel,
Frankenstein: Prüfungstermin für nachträglich angemeldete Forderangen
20. 7. 22, 9 Uhr v., Amtsgericht Frankenstein.
General -Versammlungen.
Porzellan-Industrie- A.-G. Berghaas, Auma: o. G.-V, 12. 7. 22,
II1/? Uhr v., Bankhaus Gebr. Oberländer, Gera-Reuß.
Porzellanfabrik Mitterteich, A -G., Mitterteich : o. G.-V. 5. 7. 22,
9 Uhr v., Geschäftsräume, Mitterteich.
Wessels Wandplatten- Fabrik, A.-G., Bonn: a. o. G.-V. 10.7. 22,
11 Uhr v., Königshof, Bonn. T-O. : Umwandlang der Vorzugsaktien in
Stammaktien; Kapitalserhöhung am JL 7,2 Mill. Stamm- und JL 10,8 Mill.
7°/0 Vorzugsaktieu auf M 20,8 Mill.
Steingutwerke, A.-G., Breslau : a. o. G.-V. 6. 7. 22, 11 Uhr v.,
Commerz- und Privat-Bank, A.-G., Breslau. T.-O. : Kapitalserhöhung um
Jt 2 Mill. auf M 4 Mill.
Vereinigte Großalmeroder Tonwerke, Großalmerode: a. o. G.-V.
15. 7. 22, 11 Uhr v., Bankhaus S. J. Werthauer jr. Nachfolger, Cassel.
T.-O. : Kapitaherhöhung um bis zu Jt 14 Mill. Stamm- and Jt 0,5 Mill.
Vorzugsaktien.
von Poncet Glashttttenwerke, A.-G , Friedrichshain, N.-L. : o. G.-V.
13.7. 22, 11 Uhr v., Hotel Vier Jahreszeiten, Görlitz. T.-O : u. a. Kapi-
talserhöhung um M 3,9 Mill.
Eisenwerke Gaggenau, A.-G. Gaggenau: a. o. G.-V. 8.7. 22, 10 Uhr
v., Geschäftsräume, Gaggenau. T -0 : Kapitalserhöhung um M 12 Mill.
Stamm- und M. 0,5 Mill. Vorzugsaktien.
Frankenwerk A.-G., Metall- and Emaillierwerk, Kulmbach: o. G.-V.
6.7. 22, 11 Uhr v., Saalbau Wittelsbach, Kulmbach. T.-O; u. a. Kapitals-
erhöhung um M 2 Mill. auf Jt 5 Mill.
Stanz- und Emaillierwerke, vorm. Carl Thiel & Söhne, A.-G., Lübeck :
a. o. G.-V. 18. 7. 22, 11 Uhr v., Lübecker Privatbank, Lübeck. T.-O. :
Kapitalserhöhung um Jt 4 Mill. auf Jt 10 Mill.
Messen nnd Ausstellungen.
Pfälzische Keramik-Ausstellung. Zar Wiederbelebang der alten
KauBtkeramischen Industrie der Pfalz soll im kommenden Winter in
Grünstadt eine Ausstellung alter und neuzeitlicher keramischer Erzeug-
nisse der Pfalz veranstaltet werden. Ei ist geplant, mit der Ausstellung
eine Tagaug sämtlicher pfälzischer keramischer Industrien and Gewerbe
zu verbinden.
Soziale Bewegung.
Schweiz. Die kommende 54-Stondenwoehe. Im Schweizer
Nationalrat begann letzthin die Behandlang der Vorlage über Abänderung
des Gesetzes der 48-Stundenwoche in eine 54-Stundenwoche mit Rücksicht
auf die schwere wirtschaftliche Krise. Die Sozialisten machen zwar alle
Anstrengungen die Vorlage zu Fall zu bringen, doch scheint ihr eine
erhebliche Mehrheit sicher zu sein.
Verbände.
Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren- Werke „Hochspannungs-
Isolatoren ■ Syndikat" erhöhten infolge anhaltender Steigerang der
Gestehungskosten ihre Verkaufspreise für Hochspannungs-Ijolatoren für
Freileitungen und Apparate mit Wirkung ab 1. 7. 22 um rund 10 % der-
gestalt, daß der bisherige 140 %-ige Teuer ungsz Uschlag auf die März-
Grundpreise auf 165 °/0 heraufgesetzt wird. Aach die ab 1. 7. 22 in Kraft
tretenden neuen Inlandspreise verstehen sich wie bisher frachtfrei deutschen
Empfangsstationen and gelten für alle Lieferangen, welche bis zum
31. 7. 22 erfolgen.
Firmenregister.
Deutschland.
Meißner Ofen- & Porzellanfabrik (vorm. C. Teichert), Meißen. Die
Prokura von Otto H. Böhmer ist erloschen.
Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther, A.-G., Zahnfabrik Saxonia,
Badeberg. Herstellung von und Handel mit Porzellan and za dem
Zwecke in erster Linie Uebernahme nnd Fortführung der Fabriketablisse-
ments der Firma C. M. Hutschenreuther. Grundkapital : M 14 Mill. Mit-
glieder des Vorstands sind Generaldirektor Hugo Auvera, Kaufmann Louis
Schilling and die Direktoren Georg Faist and Hans Aavera. Direktor Dr.
phil. Hermann Eisenlohr hat für die Zweigniederlassung Radeberg Prokura
mit einem Vorstandsmitgliede.
Keraphot Photochemisch-Keramische Kunetwerkstätte Erich -Jähne,
Dresden. Die Handelsniederlassung ist nach Niederlößnitz verlegt.
Stern-Porzellan-Manufaktur, E. Leber & Sohn, Tiefenfurt. Gesell-
schafter sind die Kaufleute Ernst und Kurt Leber.
Porzellanmanufaktur Waldershof William Paul, Waldershof. Por-
zellanmalerei und -Großhandlung. Inhaber ist Kaufmann William A. Paol.
Norddeutsches Ton- und Steinzeugwerk Wismar, G. m. b. H., Wismar.
Die Gesellschaft ist in Liquidation getreten. Die Gesellschafter Foerstel
und Schwenn sind als Geschäftsführer ausgeschieden. Alleiniger Liquidator
ist Geschäftsführer Hans Westendorf.
Bonner Keramik, A.-G., Bonn. Herstellung und Handel mit kera-
mischen Erzeugnissen jeglicher Art. Grundkapital : Jt 2 Mill. Vorstand
ist Kaufmann Karl Jäckel. Die Gründer, die sämtliche Aktien übernommen
haben, sind die offene Handelsgesellschaft Ingenieur F Klöckner, die In-
genieure Th. Hoock und H. Franken, Kaufmann Oskar Sonnewald und
Frau Klara Gerlach. Mitglieder des Aufsichtsrats sind lug. Th. ließmann,
Fabrikant H. Kohl und Rechtsanwalt Dr. jur. H. Schneiders.
Großherzogliche Majolika Manufaktur, kunstkeramische Werkstätten,
G. m. b H, Karlsruhe. Die Firma ist geändert in „Badische Handels-
gesellschaft m. b. H." Gegenstand des Unternehmens sind Handels-
geschäfte aller Art. Die Gesellschaft darf sich an anderen Unternehmungen
beteiligen, sie erwerben und sie vertreten. Die Prokura von Paul Zettler
und Dr. Nicola Moufang ist erloschen.
Großherzogliche Majolika-Manufaktur Karlsrahe, A.-G., Karlsruhe. Her-
stellung und Vertrieb von keramischen Erzeugnissen aller Art, Verwertung be-
sonderer Verfahren und Vertrieb von Waren aller Art. Das Unternehmen
ist in erster Linie als eine Kunststätte zu führen. Grundkapital: Jt 3
Mill. Vorstand : Dr. Karl Spangenberg und die stellvertretenden Vorstands-
miglieder Dr. Nicola Moufang und Paul Zettler. Die Mitglieder des ersten
Auf sichtsrats sind: Direktor R. Betz, die Ministerialräte Dr. L. Stein-
brenner und Dr. W. Mühe, Direktor P. Rott, Kommerzienrat G. Gerst,
Direktor L. Janzer, Dr. J. W. Priester, Fabrikant A. Hackelsberger und
Dr. H. Kienitz.
Metall & Keramik, G. m. b. H., Nürnberg, Zweigniederlassung
Barmen. Herstellung und Vertrieb von Metallwaren und keramischen
Produkten aller Art. Stammkapital: Jt 100000. Geschäftsführer ist
Rechtsanwalt Karl Daeuwel.
Friedrich Lehmann, Tschöpeln, O.-L. Inhaber ist Töpfermeister
Friedrich Lehmann
Thonwerk Biebrich, A.-G., Schamottefabrik, Biebrich a. Rh. Kauf-
mann Julias Harbach und die Ingenieure Wilhelm Hein and Carl Ricker-
mann haben Prokura mit einem der beiden Vorstandsmitglieder.
Colditzer Tonwerke, G. m. b. H., Colditz. Die Firma ist infolge
Verlegung des Sitzes der Gesellschaft nach Bad Lausick erloschen.
Verkaufsgesellschaft deutscher Steinzeog werke m b. H„ Berlin.
Ernst Kayser, Adolf Hoffmann und Carl Heidenreich haben Prokura mit
einem der Geschäftsführer.
Carl Menzel & Söhne, Glasfabrik Carlswerk, Bunzlau. Fabrikbesitzer
Carl H. A. Menzel ist aus der Gesellschaft ausgeschieden.
Bunzlauer Glasfabrik „Minnahütte" Hugo Menzel, Bunzlau. Inhaber
ist Fabrikbesitzer Hugo Menzel.
Kreuznacher Glashütte, A.-G, Kreuznach. An Stelle des ausgeschie-
denen Kaufmanns Karl Rothbaar wurde Glashüttendirektor Hugo Bente
zum Vorstand bestellt.
Wittener Glashütten m. b. H., Witten. Herstellung und Verkauf
von Glas jeder Art sowie Beteiligung an ähnlichen Unternehmungen. Stamm-
kapital: M 300000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsfürher sind
die Direktoren Wilhelm Hackländer und Diedrich Friemann.
Deutsche Flachglas-Handels-Gesellschaft m. b. H, Berlin. Vertrieb
von Tafel- und Spiegelglas mit anzugliedernder Facetteschleiferei, Spiegel-
belegerei, ferner andere gleichartige oder ähnliche für den Geschäftszweig
in Frage kommende Fabrikate und Waren. Stammkapital: Jt 200000.
Geschäftsführer sind die Kaufleute Carl Kiefer, Paul Kiefer und Alfred
Kanitz. Carl Kiefer ist selbständig vertretungsbefugt.
A.-G. Hahn für Optik und Mechanik, Cassel. Kaufmann Seibert
Serno ist aus dem Vorstand ausgeschieden.
Düsseldorfer Firmen- Schilder-Fabrik, Josef Schmitz, Düsseldorf (Mör-
senbroich 36). Inhaber ist Fabrikant Josef Schmitz. Wilhelm Köster
hat Einzelprokura.
Glasinstrumentenfabrik Willy Schmidt, Frauenwald. Kaufmann Paul
Ostermann hat Prokura.
Gebr. Wenger, Kristallglas-Industrie, Görlitz. Persönlich haftende
Gesellschafter Bind die Kaufleute Hans und Alfred Wenger.
Schlesische Glasschleiferei & Spiegelfabrik Alfred Kreis, Görlitz.
Inhaber ist Glasschleifereibesitzer Alfred Kreis. Helene Kreis hat Prokura.
Venetia Hannoversche Glas- und Spiegel-Manufaktur Seidel & Nödler,
Hannover. Kaufmann Kurt Seidel hat Prokura.
Lippische Spiegelfabrik und Glas-Großhandlung Becker & Thoren, Lage.
Die Gesellschaft ist aufgelöst, die Firma erloschen.
Adolf Greiner-Matzen Sohn, Lauscha. Perlengeschäft. Inhaber ist
Fabrikant Adolf Greiner-Matzen Sohn.
Glas-Export Thuringia, G. m. b, H., Lichtenhain. Herstellung und
Export von Glaswaren aller Art, insbesondere Christbaumsschmuck, Glas-
perlen usw. Stammkapital: M 20 000. Geschäftsführer sind Fabrik-
besitzer Martin Beyer sen. und Glasfabrikant Hugo Müller.
Adolf Ziechner, Naundorf (bisher Meißen). Glasschleiferei und Sand-
bläserei. Inhaber ist Fabrikbesitzer Gustav Adolf Ziechner.
Penziger Kristallglasschleiferei Willy Mehlhose, Penzig. Inhaber
ist Glasschleifereibesitzer Willy Mehlhose.
Heyn & Co., Roda bei Ilmenau. Die Firma ist erloschen.
Albin Jahn L, Sttttzerbach, Pr. Ant. Inhaber ist Glasinstrumenten-
fabrikant Albin Jahn I.
Gehricke & Co., G. m. b. H, Ullersdorf. Gegenstand des Unter-
nehmens ist nunmehr auch die Herstellung von Kristallglaswaren.
Verein sächsischer Tafelglashütten, G. m. b. IL, Dresden (Seestr. 21 II).
Verkauf von Glas, insbesondere von Tafelglas, Erwerb oder Verpachtung
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 26 — 301
von Unterneb mar gen, die dem vorbezeichneten Zwecke dienen können,
insbesondere von Glashütten werken, nnd Betrieb solcher Unternehmungen.
Stammkapital: M 30000. Geschäftsführer sind die Fabrikdirektoren Georg
M. Faßmann nnd Horst W. W. Piefky.
Eisenwerk Wertheim, A.-G., vorm. Wilh. Kreß, Wertheim. Die
Kapitalserbö'hung nm Jt 2,2 Mill. Stamm- nnd M 0,3 Mill. Vorzugsaktien
anf Jt 4 Mill. ist durchgeführt.
Vereinigte Eschebach'sche Werke, A.-G., Dresden. Die Kapitals-
erhöhung nm Ji 12 Mill. Stammaktien anf Jt 22 Mill. ist erfolgt.
Mognntia-Stanz- & Emaillierwerke Panl Eichter, Mainz-Kostheim.
Heinrich Werner nnd Bruno Mewes haben Gesamtprokura.
Georg Stammbaum & Co., vorm. Josef Bloberger, Bayreuth. Die
Firma ist geändert in: „Georg Stammbaum & Co." Nunmehr Großhandel
in Steingut, Porzellan und Glas. Kaufmann Karl Sehott hat Prokura.
Berliner Flaschen- Vertrieb Gesellschaft m. b. H, Berlin. Kaufmann
Bichard Warschauer ist nicht mehr Geschäftsführer.
Bucka & Nissen, Flensburg. Persönlich haftende Gesellschafter sind
die Kaufleute Theodor H. Schlüter und Karl E. Chr. W. Schlüter. Die
Prokura des letzteren ist erloschen.
Polnische Glasindustrie, Inh. Isac Neier, Kattowitz. Inhaber ist
Kaufmann Isac Neier, Kattowitz.
M. Kollakowski, Glas-, Porzellan-, Wirtschaftsartikel- nnd Spiel-
warengeschäft, Neidenbnrg. Inhaberin ist Marie Boeder, geb. Kollakowski.
Kaufmann Hermann Boeder hat Prokura.
Josef Beder, Würzburg. Großhandlung mit Glas nnd keramischen
Erzengnissen. Kaufmann Emil Herbert ist als persönlich haftender
Gesellschafter eingetreten. Die Firma lautet jetzt: „L. Herbert & Sohn".
Internationale Glas-Speditions-A.-G., Altona a. E. Beförderung von
Waren, insbesondere von Glas, nach dem In- nnd Ausland, deren Lagerung
und Abschluß aller damit zusammenhängenden Geschäfte. Grundkapital:
Jt 50000. Vorstand ist Kaufmann Wilhelm Müller. Die Gründer, die
sämtliche Aktien übernommen haben, sind die Kaufleute W. Günth, H. Wolff,
F. Witte, H. Grimpe, Frl. Ch. Grosse. Den ersten Anfsichtsrat bilden:
Bankier E. Lehmann und die Rechtsanwälte A. Lenk und Dr. H. Werneburg.
E. de Haen, A.-G., Seelze bei Hannover. Fabrikdirektor Hngo
Hemmelmann nnd die Kaufleute Eduard Gleim nnd Leopold Kröhne haben
Gesamtprokura.
B. Weichsel & Co., Magdeburg. Die Gesamtprokura von Friedrich
Sohn ist erloschen.
Deutsche Kaolin-A.-G., Spergau (Kreis Merseburg). An Stelle des
ausgeschiedenen Prokuristen Nikolaus Meigel wurde Ing. Albert Uhl als
Vorstand bestellt.
Glasindustrie, A.-G., Ludwigsburg. Dr. Neuburger ist aus dem Auf-
sichtsrat ausgeschieden.
Pateute.
Deutsches Reich.
Beschreibungen.
Verfahren znr Herstellung von Isolationskörpern aus Molererde.
Feingeteilte Molererde wird mit einer Mischung von Kork and Sägemehl
oder von Kork mit einem anderen feingeteilten, organischen Stoff vermengt,
worauf nach dem Formen und Trocknen Steine gebrannt werden.
2, Verfahren gemäß Anspruch 1. Das der Molererde beizumengende
Gemisch von Kork und Sägemehl besteht bis zu 50 Prozent aus Sägemehl.
80 b, 9. Nr. 348756. 31.3.20. Internationalt Isolations Kompani A/S-
[Ikas, Kristiania.
Gebrauchsmaster.
Deutsches Beleb.
Eintragungen.
809 921. 4 b. Als Lampenschirm ausgebildeter Reflektor mit metalli-
schen Festhaltezungen. Astral Intensifter Ltd., London. 18. 2. 22.
809 926. 34 f. Untersetzer aus zwei Glasscheiben mit Zwischenlage.
Werkstätten für Kleinkunst F. Arno Maneck, Dresden. 20. 2. 22.
810038. 67 a. Schleifmaschine für Brillengläser mit zylindrischen
Flächen. „Wumra" Werkzeug- und Maschinenfabrik, Bathenow. 27. 1. 22.
810 253. 70 c. Liniervorrichtung für Emailtafeln n. dgl. Emaillier-
end Stanzwerke vorm. Gebrüder Ullrich, Maikammer, Bheinpf. 26. 4. 21.
810 324. 30 b. Befestigangsvorriehtung einer Flachzahnfacette aus
Porzellan an ihrer Schutzplatte. Kurt Hans Hinrichsen, Kiel, Dänische
Str. 23/25. 21.2.21.
810 344. 42 i. Fieberthermometer, gleichzeitig als Pulszähler ver-
wendbar. Alfred Hempel, Gotha. 25. 1. 22.
810 385. 42 i. Abnehmbares Fensterthermometer. Fritz Tiefei, Braun-
schweig, Körnerstraße 12. 3. 3. 22.
810 428. 421. Apparat zur Bestimmung des Harnstoffs in kleinen
Blutmengen. Vereinigte Fabriken für Laboratoriumsbedarf, G. m. b. H.,
Berlin. 6 2. 22.
810 456. 421. Absorptionsgefäß für die technische Gasanalyse.
Dr. Robert Kattwinkel, Gelaenkirchen, Königgrätzer Str. 35. 1.3.22.
810 473. 33 a. Rasierbesteck, bestehend aus einer Glas-, Porzellan-
oder CelluloidhülBe, enthaltend Basierapparat, Rasierpinsel und Rasierseife.
Bichard Weckmann, Berlin, Ritterstr. 37. 6. 3. 22.
810 510. 21c. Hängeisolator der Kappen- und Bolzentype. Por-
zellanfabrik Ph. Bosenthal & Co , A.-G., Selb i. Bayern 6. 2. 22.
810 518. 45 f. Blumen- und Pflanzentopf. Friedrich Karl Stephan-
Kölbel gen. Stephan, Leipzig, Karlstr. 14. 15. 2 22.
810 778. 34 f. Ueberlaufschutz an Kompottellern oder -schalen.
Fritz Heckert, Petersdorfer Glashütte, Petersdorf im Biesengebirge. 6. 3. 22,
810 796. 45 f. Siphonblnmentopf. Johann Fiege, Düsseldorf.
Copernikusstr. 53. 9. 3. 22.
810 828. 21 b. Akkumulatorengefäß aus Steinzeug o. dgl. Wilhelm
Hagen, Soest. 31. 1. 22.
810 857. 30 b. Zahnform. Deutsche Zahnfabrik Pinkas Buchbinder,
Frankfurt a. M. 4. 3. 22.
810 980. 53 b. Abschlußdeckel für Konservengläser mit besonders
abschließbarer Luftzuführungsölnnng. Heinrich Großcurth, Cassel, Wein-
bergstraße 12. 14. IL 21.
811 257. 80 a. Formen zur Herstellung von Wandplatten. August
Schröder, Hamburg, Alsterdorfer Str. 2 11. 7. 21.
811287 42 i. Regulierthermometer. Fa. Robert Kahl, Stützerbach
i. Th. 25 2 22.
811 301 42 i. Backofenpyrometer. Willy Nitsche, Feuerbach.
6.3 22.
811 379. 53 b. Konservenglasdeckel. Reinhold Schwartz, Berlin,
Frobenstr. 21. 13. 3. 22.
Verlängerung der Schutzfrist.
731425. 21c Befestigung für Hänge- oder Abspannisolatoren.
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G., Selb i. Bayern. 16. 3. 22.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G Geschäftsbetrieb; W. Waren-
verzeichnis; (A.) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibung
beigefügt; A. Tag der Anmeldung; E. Tag der Eintragung.
286423. Porzellanfabrik Koenigszelt, Königs-
zelt i. Schles. G. : Porzellanfabrik. W. : Porzellan-
waren. A. : 25. 1. 22. E : 18. 5. 22.
Verband
Deutscher Forzellangesohirrfabriken,
G. m. b. H., Berlin W. 30.
Tabelle
für Inhaber von Ladengeschäften beim Verkauf von Porzellan-
geschirr.
Gültig ab 8. Juni 1922.
Wir setzen die seit 21. März 1922 gültige Tabelle mit dem
heutigen Tag außer Kraft.
Kostet l$=?Mk.
\
So beträgt der
Aufschlag auf den
Ladenpreis = ? %
Kostet l$ = ?Mk.
So beträgt der
Aufschlag auf den
Ladenpreis = ?%
210,— bis 234,—
235,— „ 256,—
257,- „ 277-
278,— „ 298,—
299,— „ 320,—
321- „ 341,—
342,— „ 362,—
10%
20%
30%
40 o/o
50%
60%
70 o/o
363 — bis 383,—
384,— „ 405,—
406,— „ 426,—
427,- „ 447,-
448, - „ 469,-
470,- „ 490,-
491,- „ 512,-
80o/0
90 o/0
100 %
no%
120 %
130 %
140 o/o
Zur Beachtung: Diese Tabelle ist in unserem Kunden-
Rundschreiben vom 15. Dezember 1921 über die seit 21. März
gültige Tabelle zu kleben.
Neuauflage des
Glas -Adreßbuches 1922
Die Fragebogen für die im Herbst d.J. erscheinende
Neuauflage des Adreßbuches der Glasindustrie sind
uor kurzem versandt worden. U)ir bitten dringend,
die Fragebogen genau ausgefüllt gefl. umgehend zu-
rückzusenden, fouueit dies nicht bereits gefchehen ist.
Glas- und Glasujarenfabrikanten, die den Frage-
bogen nicht erhalten haben sollten, wollen ihn um-
gehend uon uns verlangen.
Coburg
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Abteilung Adreßbücher.
Hierzu eine Beilage: Prospekt der Firma Siemens & Halske A.-G. Wernerwerk, Siemensstadt bei Berlin über elektrische
T emp er aturmess er.
XVIII a — Nr.
ZB5 —
SPRECHSAAL -COBURG.
1922 (65. Jahrgang.)
2 Trommelmühlen
etwa 1500/1250 mm 0 u Breite ; Hart
porzellanfatter, Fimtkugeln, für
Trockenmahiang, gebraucht, betriebs-
fertig, verkäuflich, [718
C. E« HlodeS| Münchnerstraße 9
KenköIlD-Berlin.
Drei gut erhaltene
■*l
mit eingemauertem Futter, im Ge-
wichte von 6 Ztr., einem Durchmesser
von 110 cm, einer Breite von 160 cm
und einem Mahlgut von je 6 Ztr.
fassend, zum Höchstgebot zu verkaufen
Doebrich, & Heckel,
Steatit- Werke, G. m. b. H.,
Lauf a, Fegnitz, Bayern. [721
Dekore*
ee#»eee»eeee#eeeeee»
Wir haben
aoooo Bogen DeKore
cchOne Muster, abzugeben.
Beste Farbe, gutes Papier.
Vorlagen gern zu Diensten.
Hermann Schott
Aktiengesellschaft,
Rheydt.
[724
GpöBeren Posten
Tafel-Service
IV. Wahl,
beliebiger Zusammenstellung für In-
land und auch Export, abzugeben.
Angebote unter F 5098 an die Ge-
schäftsstelle des Sprechsaal.
Soion greifbare Ware:
für Holland, ein Waggon, enthaltend:
1000 Teeiervioe, 16-teilig ■ mit
Kantend ekoren,
600 dz Teetassen,
1000 „ „ , weiß,
900 „ Tassen, weiß, Mugsform.
Besichtigung in der Fabrik möglich.
Ferner: für Export 80 Vollkisten,
enthaltend:
etwa 2000 dz Tassen,
200 „ Mugs,
400 St. Berrysets,
Gießer, Teller n. Zuckerdosen
in gangbaren Formen uad Dekoren,
zu vorgeschriebenen Exportpreisen
mit Lieferwerksbeseheinigung oder
Ausfuhrbewilligung. Zwischenverkauf
vorbehalten. Angebote erbeten unter
F 5091 an die Geschäftsstelle des
Sprechsaal.
Ein großer Posten ungebrauchte
JMMi, Vorsätze,
Fenertotenw'olbsteiiie,
jYiuffelptatten,
Forwteinc,
jtormalsteitte usw.
ist äußerst preiswert zu verkaufen,
Angebote unter F 5084 an die Ge-
schäftsstelle des Sprechsaal.
Leistungsfähige GlaBgroßhandlung
gibt laufend
3 kg, mit Stopfen, preiswert ab. An-
gebote unter F 5106 an die Geschäfts-
Btelle^des Sprechsaal erbeten.
Kisten aller Art
Holzwolle
für die
Glasindustrie
liefern prompt und billigst
Schwanen & Böhme, G. m. b. H.
Abteilung : Glashüttenbedarf
[721 SlraBgräbohen in Sachsen.
Porzellanfabrik verkauft gegen sofortige Kasse
Elemente U mit Ring.
Angebote unter F 5097 an die Geschäftsstelle des Sprechsaal.
Porzellanfabrik
welche laufend größere Posten in
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komische Walzen und {gerippt© Forma herstellt,
sucht erstklassige Groiiabnehmer.
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an die Geschäftsstelle des Sprechsaal zu senden.
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einen größeren Posten Bonbongläser,
verschiedener Größe,
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Berlin W 62
Kurfürstendamm Nr. 264
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Tel.: Nollendorf 4477/79
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Goirründot 1802.
Zwickau i. Sa.
Gegründet 1862.
Glasfabrik kann noch Aufträge auf
zur kurzfristigen Lieferung herein-
nehmen. Angebote unter F 5062 an
die Geschäftsstelle des Sprechsaal;
Sektkelch „Tranbe",
Harzer Pokale,
gepr. Wassergläser,
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sofort preiswart abzugeben. Geh".
Angebote unter F 5107 an die Geschäfts-
stelle des Sprechsaal.
II.
Mehrere Waggons
billig abzugeben. Auch laufende
Lieferungen. 1732
Dr. ErichTeich, Bautzen.
Etwa 2000 StOck
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abgesprengt, etwa 250 g Inhalt,
Jt 16,50 plns 5°/0 Packung, loko
Haus, exklus. Emballage abzugeben.
Zwischenverkauf vorhehalten. An-
fragen unter F 5132 an die Ge-
schäftsstelle des 8prechsaal.
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56 Halfen von GroBalmeroder
Ton! Höhe 82 cm, äußerer Durch-
messer 136 cm, nachweislich gute
Häfen,
30 Hafenringe zu obigen Häfen,
75 cm Durchmesser,
30 Säcke guten Hafenring-
ton g ä 59 kg, gemischt,
6 belgische Strecksteine,
175 X 135 cm grof,
35 komplette Glasbläser-
pfeifen deutscher Art,
50 kg Arsenik, in Stücken, und
anderes mehr. Angebote unter
E 5035 an die Geschäftsatelle des
Sprechsaal.
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mit eingeBchliffenen Stöpseln in neuen
Weidenkörben, prompt greifbar, ab-
zugeben. [7£9
Jacobewitz & Co., fi.Eb.rI., Hannover.
Telegramm-Adresse „Jasioo*.
Telephon Nr. Nord 3969 nnd »970.
Aufträge
in guillochierten
Bechern
und Schleifglas
nehmen noch an
Raschdorf & Co.
Glasraffinerie und Schleiferei,
Welzow, H.-L. [728
Becher, Kelche, Likör- und Sturz-
flaschen laufend in jeder Menge ab-
zugeben. Anfragen unter A 4721
an die Geschäftsstelle des Sprechsaal,
Fünfundfünfzigster Jahrgang
Sprechsaal
Zeitschrift für die Keramischen, Glas- und verwandten Industrien
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
1922
II. Halbjahr
Verlag von Müller & Schmidt in Coburg
Inhaltsverzeichnis
zum Sprechsaal, Jahrgang 1922.
I. Halbjahr.
Die Ziffern bedeuten, falls nichts anderes angegeben ist, die Seitenzahlen.
Uebersicht:
Technische Abhandlungen und Mitteilungen
Seite
ni
Patentbeschreibungen (deutsche) und Anmel-
n
ni
Seite
V
Glas '.
n
HI
rt
VI
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ni
n
VI
n
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n
VI
Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehr . .
»
IV
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VI
n
IV
n
VI
Geld- und Wechsel-, Postscheck- und Ueberwei-
Fachschulen, Unterricht, Forschung ....
n
VII
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IV
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VII
n
TV
r>
VII
n
IV
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»
VII
B
IV
»
VII
Geschäftliche Mitteilungen .; .......
n
IV
n
VII
n
V,,
B
VII
n
V
' » '
VII
V, ,
B
VII
»
V
1!
711
Technische Ahandlungen und
Mitteilungen .
Keramik.
Der Einfluß ixydierender und reduzierender At-
mosphäre auf feuerfester Materialien, Bradshaw
u. Emesy 524.
Deutsche Keramische Gesellschaft, 3. Haupt-
versammlung 391.
Die Keramik auf der Deutschen Gswerbeseb.au
Mönchen 1922, Klee 463.
En Gang durch die Staatliche Fachschule für
Porzellanindustrie in Selb, Georgi 511.
E fahrungen über die Schwierigkeiten bei der An-
bringung von Pyrometern im Betriebe, Whipple
357.
150 Jahre Limbach-PorzellanJ,471.
Mitteilungen aus feuerfesten Betrieben in Nord-
amerika, Rees 323.
Thorpe'sche Löslichkeitszahl, Mellor 423.
Tonerdegehalt und Schmelzbarkeit von Tonen,
Bertrand u. Latquine 431.
Utber den Garbrand der Porzellanöfen, Czerny
483, 493, 503. — Erwiderung, Hollenweger 541.
Ueber den Gießfleck, Pfefferkorn 441, 460, 461,
472.
Ueber die Plastizität der Tone, Mellor 399, 413.
Ueber die Wirkung von Urantxyd auf die Schmelz-
barkeit des Zettlitzer Kaolins, Kallauner u. Hruda
Untersuchungen Uber die Aenderung mehrerer phy-
likalischer Eigenschaften eines Hartporzellans
durch wechselnden Gehalt an Kali- und Natron-
feldspat und durch unterschiedliche Brennweise,
Roth 533.
Versuche über Porzellan mit niedriger Garbrenn-
temperatur, Funk 312.
Vorkommen von Vanadium in keramischenlRoh-
stoffen und Erzeugnissen und seine Wirkung
auf die Schmelzbarkeit, sowie auf die Farbe
und Bildung von Ausbitthungen bei reinem
Ke olin und einem typischen Ziegelton, Kallauner
u. Hruda 333, 345.
Glas.
Ausbau der „Wärmetechnischen Beratungsstelle der
Deutschen Glasindustrie", Frankfurt a. M. 326.
Bericht Uber die 60 Jahifeier des Verbandes der
GlasinduBtriellen Deutschlands 512.
Das Glas auf der Deutschen Geweibeschau München
1922, Jaeger 452.
Der Tiefschlifi, Hannich 625.
Deutsche Glastechnische Gesellschaft 333, 663.
Glaswarenindustrie auf den Ausstellungen für
Industrie und Gewerbe während der Isergebirgs-
woche 393.
Phonolith in der Glasindustrie, Kühl 313.
Pyrexglaa, Lecher 349.
Reparationen und Glasindustrie 369.
Rück- und Ausblick zur industriellen Wärme-
wirtschaft 432.
Stocherkursus für BetriebBbeamte der Glasindustrie
335.
Teergewinnug aus dem Generatorgas 443.
Ueber Entglasung, Bowen 401, 415.
UebeD verschiedene Probleme auf dem Gebiete der
Glasherstellung, Jackson 534, 542, 564.
Zur Gründung der „Deutschen Glastechnisohen
Gesellsclufl", Späte 485.
Verschiedenes,
„Deutsche Erden", Jahresschau deutscher Arbeit,
Rasser 367, 382.
Perlmutterimitationen auf Glas- und Porzellan-
waren, Parkert 505.
Vergasung von erdigen Rohbraunkohlen mit hohem
Wassergehalt, G. H. Meyer 423.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
Absatz von Glas und Porzellan nach der Schweiz
475.
Außenhandel, deutscher 362.
Aulenhandel in Keram- und Glaswaren 1922 405.
A. H. N. Feinkeramik 310, 322, XXI. 3«5, 397,
410, 421, 430, 434, 439, 448, 455, XVII. 466,
481. 501, 509, XV, 632, 640, 551, 560, 565.
A. H, N. für Feinmechanik und Ootik 328.
A. H. N. für den Exporthandel 328.
A. H N Glas 306, 328, 338, 362, 372, 386, 395,
405, 434, 466, 477, 488, 497, 606, 516, 527,
546, 557, 563.
A. H. N. Grobkeramik 306, 316, 327, 338, 360,
362, 372, 386, 390, 395, 405, 417, 427, 434,
446, 455, 466, 476, 488, 497, 506, 516, 527,
637, 646, 567, 562
Außenhandelskontrolle 497.
Außenhandelsstatistik 466.
Außenhandelsstellen, zur Praxis 498.
Ausfuhr nach Danzig 362, 488.
— nach dem Saargebiet 466.
— von Wachsperlen 405.
Ausfahrabgaben. Erhöhung 362, 395, 427,
— , Verzinsung 395.
— , Bezahlung bei den Zollkassen 395
— , Erläuterungen zur Erhöhung 427.
— , Bargeldlose Zahlung 427.
— , Ermäßigung 466, 627, 563.j
— , zu Gunsten der Preise 477.
f Befreiung nach Polnisch- Oberschlesien 498.
— , Terminablauf der alten Sätze bei Uebersee-
geschäften 516.
— , Berechnung und Ausfuhrwert 516.
— , Zuschläge, Aufhebung 563.
Ausfuhrbewilligungen nach Italien 386.
— , Verlängerung 466.
— , Kennzeichnung für Reparationslieferungen
466.
— , Verlängerung zu alten Ausfuhrabgabesätzen
477. - \
— , Gültigkeitsdauer 537.
Ausfuhrerleichterungen 372.
Ausfuhrgenehmigung für Reparationslieferungen
498.
Ausfuhrstellen für Oberschlesien in Oppeln 395.
Ausfuhrsperre gegen Polen, Aufhebung 350.
Aus- und Einfuhramt Ems 362, 434, 516.
Delegierter des Reichskommissars in Königsberg
338.
Einfuhr aus dem abgetrennten Oberschlesien 338,
360, 362.
Einfuhrbeschiänkungen für Glas und Glaswaren
in der Schweiz 336.
Einfuhrerleichterungen für Muster usw. 338.
Einfuhrzollerhöhung für gewisse Hohlglasarten
465.
Export nach Kolumbien 427.
Freibleibender Preis bei der Ausfuhr, 434.
Freiliste luxemburgischer Erzeugnisse 434, 466.
— für zollfreie Einfuhr ans Ost-Oberschlesien —
Einfuhrzölle 498.
Goldzollaufgeld 328, 338, 362, 372, 395, 405, 417,
427, 434, 446, 455, 466, 477, 488, 498, 516,
527, 538, 546, 567, 663.
Reparationsabgabe, Einlösung der englischen, 538.
Reparationslieferungen, Preisnachbewilligungen
466.
Sanktionsabgabe, Rückerstattung der englischen
307, 350.
Zollanzeiger, internationaler 350.
Zölle und Außenhandelibestimmungen im Verkehr
mit OberBchlesien 372.
Zollerhöhunger, Ermächtigungen 338.
— in Deutschland, Entwurf einer Verordnung 505.
Zollfreie luxemburgische KontingentBwaren 515.
Zollsysteme der wichtigeren Handelestaaten, Uebei-
Bicht 477.
Zolltarif ermäßigun gen, Sp anisch- schweizerische
395.
Zolltarifschema und Zollerhöhungen 563.
Besetztes Gebiet:
Ausfuhr nach Danzig, Memel und Eupen Mal-
medy 328.
Ausfuhrabgabe, erhöhte 417.
— , Ermäßigung bei Kursschwankungen 557.
Fakturierung beim Versand nach Griechenland
386, 395.
Zollabfertigung beim , Warenveraand über das
unbesetzte Deutschland nach dem Ausland 328
Aegypten :
Verzollungswerte für Lampengläser 328.
Zolltarif, neuer 405.
Australien :
Antidumping-Gesetz 338.
Einfuhrverbot 396.
ZollabfertigungB Vorschriften 362,
Belgien :
Verzollung von Einfuhrwaren 373.
Zollbestimmungen 338.
Zolltarif-Entwurf 546.
Britisch Ostindien: Einfuhrzolltarif 455.
Britisch Südafrika : Zollrechnungen 557.
Bulgarien :
Zollaufgeld 350, 466.
Zolltarif 636.
China: Einfuhrzolltarif 546.
Dänemark :
Verzollung Von Glasflaschen 446.
Zollsätze für Luxuswaren 338.
Danzig : Ein- und Ausfuhrverbote, Geltung der
polnischen 386.
England :
Außenhandel 396.
Ausnahmen von den Bestimmungen des Repa-
rationsgesetzes 516.
Dumpingzoll auf Glasflaschen 428.
Industrie Schutzgesetz 307, 316, 362, 396.
Reparationagesetz 538.
Versteigerung deutscher Einfuhrwaren bei Nicht-
zahlung der Reparationaabgabe 546, 563.
Verzollung von Mustersendungen 516,
England und Kolonien:
Antidumpingbestimmungen 538.
Zollfakturen-Formulare 417.
Zollrechnungen 538.
Estland: Zolltarif 527.
Finnland: Zolltarifentscheidungen 328, 455.
Frankreich:
Außenhandel 405.
Bevollmächtigte für deutsche Lieferungsaufträge
516.
Einfuhrbestimmungen 362.
Zollbehandlung der deutschen Sachlieferungen
396, 455.
Zollgesetzgebung, Stand 464.
Zollkoefftzienten, keine Verlängerung der Gel-
tungsdauer des Gesetzes 527.
Griechenland :
Einfuhrverbotene Erzeugnisse 466.
Zollsätze, Erhöhung 328.
Zolltarif, neuer 362.
Holland: Zollbestimmungen 538.
Schutzzollbestrebungen 546.
Jugoslawien :
Luxuswareneinfuhrverbot 360.
Ursprungszeugnisse 328.
Verzollung deutscher Einfuhrwaren 405.
Zollaufgeld 350.
Italien:
Fabrikationssteuerzusehläge 466.
Verzollungsvorsehriften 307.
ZoUaufgeld 362, 417, 434, 455, 477, 607, 646
663.
Kanada :
Einfuhr deutscher Waren 317.
Zollbehl nilung 317.
Zollrechnungsformulare 477.
Lettland; Einfuhrzolltarif 543.
IV
Litauen:
Binfohrzolitarif 428, 434.
Wertverzoll ang 350.
ZollbeBtimmungen 405, 498.
Zollverfahren 307.
Memelgebiet:
Zollerhöhungen 417.
Zolltarif, neuer 489.
Neufundland: Zolltarif, Aenderung 405.
Neuseeland : Einfuhrverbot deutscher Waren, Auf-
hebung 362.
Niederländisch- Indien : Handelserleichterungen 817.
Norwegen :
Zollerhöhungen 328, 362.
Zolltarif 646.
Oesterreich :
Goldpari'ät für Zollzahlungen 405.
Zollaufachlag 428
Paregmy : Zolltarif 328.
Peru: Zollbestimmungen 350, 862.
Polen:
Einfuhr Zoilermäßigung 563.
Zölle, Einführung gleitender 627.
Zollermäßigungen für Polnisch Oberschlesien
406
Zollerhöhungen 489.
Zollfragen 64«.
Zolltarif 307.
Portugal:
Repressalienklausel, Verzicht 446.
Ursprungszeugnisse, neue Beatimmungen 338.
Rumänien: Zolltarif, neuer 370, 489.
Bußland : Ausfuhr von Porzellanerzeugnisaen 466.
Saargebiet:
Einfuhrbeatimmungen 405.
Zoll- und Veraandvorschriften 527.
Südafrikanische Union: Verzollung deutscher Ein-
fuhrwaren 477.
Schweden: Zolltarif entscheidungen 328.
Schweiz :
Einfuhr von Soda 360.
Einfuhrbeschränkungen, Geltungsdauer 307.
Einfuhrbeschränkung für Kachelöfen u. Kacheln
406.
Spanien:
Valutazuschlag 367, 338, 386, 896, 477.
Verzollung ad valorem 507.
— deutscher Einfuhrwaren 546.
Zollaufgeld 328, 362 417, 455, 607, 646.
Zolltarifänderungen 362.
Trinidat: Zolltarifänderungen 517.
Tschechoslo wakien:
Einfabrgebühren für Schwerspat 338.
Exporttarife, ermäßigte 466
Handelsniederlassungen, Erschwerung deutscher
307.
Zollermäßigungen 434.
Türkei: Zollregime 538, 568
Ukraine: Einfuhr von Luxuewaren 405.
Ungarn :
Einfuhrbeschränkungen 386, 417, 489.
Ein- und Ausfuhrbewilligungen, Gebühren 405.
Zollaufgelder; önungen 850.
Zullkoeffizientenliste, Aenderung 527.
Zollta lf 807.
Zullzaachläge, Erhöhung 489.
Venezuela: Zo linhaltserklärungen 405.
Vereinigte Staaten:
Ausländische Waren, Kennzeichnung 663.
Einfuhrwaren, Bezeichnung dea Ursprünge-
lande« 588.
Zollamtliche Wertschätzung 465.
Zölle auf Erden, Ton- nnd Glaswaren 498, 607,
Zolltarif, oeu r 435, 466, 489.
— nebst Verwaltangsgeaetz 657.
Zolltarifreviaion 307, 428.
Post-, Telegraphen- U.Fernsprechverkehr.
Ge«cbäftsdracksachen, zulässige oder unzulässige,
Rheder 661.
Paket- und TelegrammgebUhren nach dem Aus-
land 886.
Pottfrachtatucke nach Rumänien 385, 527, 427,
606, 896, 404.
Postgebühren, Erhöhung im Auslandverkebr 306
888, 872, 427, 637.
Poatpakete, Metallsiegelverschlnß 888
— und Poatfrachtatttcke nach Ungarn 850.
— mit Metallbandverschnürung 886
— nach Balgarien 386.
Polnisch Oberachleaien 395
den Vereinigten Staaten, Verpackung 895
Postecheckverkehr zwischen Saargebiet und
Deutschland, Einstellung 687.
TelegraphengebQhren 446.
Zollgebührenzettel zu Paketen nach Frankreich
386.
Zollinhaltserklärungen 567.
Eisenbahnen und Frachtverkehr.
Dampferverbindung mit Schottland 372.
Frachtsätze für Kapselscherben 417.
Gütertarife, Erhöhung 404, 417, 427, 464, 488, 527.
Güterverkehr nach Danzig 395.
Güterversand nach Ostpreußen 404.
Personentarife, Erhöhung 327, 417, 427, 454, 476,
537.
Deutsch-Oesterreich : Bahntarife und Zollaufschläge
395.
Italien: Merkblätter für den Eisenbahn-, Fracht-
und Eilfrachtverkehr 385.
Spanien: Paketverkehr 885.
Geld- und Wechsel-, Postscheck- and
Ueberweisungsverkehr.
Bankgeheimnis, Wiederherstellung 427.
Beleihungssätze der DarlehnskaBsen, Erhöhung 338.
Devisenverkehr, Geschäftsbedingungen der Reichs-
bank 394.
Spekulation in ausländischen Zahlungsmitteln 466.
Währungen, Umrechnung fremder bei der Be-
rechnung dea Wechaelatempels 338, 385.
Litauen:
Selbständige Währung 372, 395.
Litoawährung 516.
Handelsnachrichten.
Aualand, Kennzeichnung eingeführter Waren 546.
Deviaenablieferungen bei Devisenzahlungen des
Exporteurs an den Fabrikanten 337.
Divisenablieferungspflicht der Exporteure 537, 546.
Frachtstundung, Sicherheitsleistung 545.
Handel mit der Schweiz, freibleibende Franken-
preiae 545.
Handelsabkommen, italieniBoh-französiachea 688.
Handels- und Gewerbekammer, Prag, Zentrale 454.
Handelsgesellschaft, deutsch-russische 386.
Handelskammern, deutsche, im Aualand 327.
— , französische, im besetzten Gebiet 506.
Handelskammer, deutsch -italienische, in Mailand
327.
, in München 362.
«■ — , in Frankfurt a. M. 427.
— , deutsche, Gründung in Mexiko 434.
— , internationale in Hankou 497. *"
Handelsverkehr mit Bußland 316.
HsndelsveitragBverhandlnngen, franz.-belgieche
538.
Petersburger Neugrttndung, deutsche Beteiligung
417.
Beparatienagutacheine, Einlösung 477.
Rückerstattung beschlagnahmten Vermögens in
Amerika 454.
SachlieferuDgeabkommen für Beparationazwecke
645
Statistische Gebühr, die Neuregelung 327, 394,
404, 476.
Verzicbtleietnng auf das Becht, bei Nichterfüllung
des Friedensvertrages neue deutsche Guthaben
zu beachlagnahmen 305, 385
Wiederbeschaf f an gspreiB, Gewährung 488.
WirtBchaftskammer, deutsche, für Oesterreich 497.
Wirtschaftaverhandlungen, deutsch-spanische, Ab-
bruch 455 •
England : Konsignationslager 657.
Holland: Paßvisum für Deutsche 557.
Jugoslawien : Tschechoslowakische Propaganda
627.
TscneohoBlo wakien :
Exporttarif — Ermäßigung 527.
NordbShmisohe Glaaindustrie 515.
Firmenregister.
Deutschland : In faBt jeder Nummer
Jugoslawien: Nrn. 28, 31, 33, 37, 43, 47, 60.
Oesterreich: Nrn. 28, 31, 33, 37, 41, 43, 45, 48,
60.
Tschecboslowskien : Nrn. 28, 31, 33, 37, 41, 45,
47, 48, 50.
Lage in Industrie und Handel.
Amerikanischer Zolltarif, Ueberaetzung 562.
Böhmens Glasindustrie 406.
Bmailinduatrie, Lage 446
Feinkeramische Industrie, Lage 328, 362, 435, 517
Keram- und Glasindustrie, Lage 350, 405, 485
477, 527, 663.
Keram- und Glaawarcn, Außenhandel 455.
Porzellaninduttrie in den Maleven-Staaten . 466.
Porzellan- und Glasindustrie in Oberfranken
Lage 886.
Spiegelglasindustrie^Oberfrankens 446.
Tnüringer^Thermometerindastrie, Absatzstockung
428.
Belgien f. Glasindustrie, Lage*436,'446, 646. '
Keram- und Glasindustrie,'^ ige 627.
Britisoh-Indien : Außenhandel^362. . ,^_J
Dänemark: Glasindustrie 496.
Holland: Preissteigerung .557.
Japan :' Glasindustrie 317.
Italien : Absatzmöglichkeiten für Glühbirnen 373
Niederländiach-Indien :
Absatzmöglichkeiten 351.
Wirtschaftliche Lage und Außenhandel 317.
Bußland: Absatzmöglichkeiten 317.
Sumatra : Errichtung einer deutschen Glasfabrik
378.
Schweden : Tarifverträge in der Porzellanindustrie
317
Schweiz: Glühlampenindustrie, Lage 386.
Tachechoslo wakien :
Industriekrise 417.
Außenhandel in Keram- und Glaswaren 506
Türkei: Bezug deutscher Erzeugnisse 351.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellan, Steingut, Steinzeug.,
A.-G. Norddeutsche Steingutfabrik, Grohn 378.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, A.-G., Volk-
stedt 328.
Altrohlauer Porzellanfabriken, A.-G., Karlsbad 456.
Annaburger Steingutfabrik, A.-G, Annaburg
517, 538.
Bank für.keramische Industrie, A.-G., Dreedenk3l7.
Deutsche Steinzeugwarenfabrik für Kanalisation
nnd chemische Industrie, Friedrichsfeld 507,
Deutsche Tonwaren und Steingutwerke, A.-G.,
Steinau a. 0., 557.
Dresdner Keramische Industrie, A-G., Dresden,
373,. 386.
Epiag, Erste böhmische Porzellaninduatrie-A-G.,
Karlsbad 338.
Erste Tiroler Majoliken-, Steingut- und Tonwaren-
fabrik Jos. Ant. Huaal, G. m. b. H., Schwaz
(Tirol) 351.
Gebrüder Heubach, A.-G , ^Lichte 363.
Keramag, Keramisohe Werke, A.-G., Meiningen 328.
Ludwigsburger Porzellanmanufaktur, A.-G , Lud-
wigsburg 563.
Marienberger Mosaikplattenfabrik, A-G., Marien-
berg 517.
MoBaikplattenfabrik Deutsch- Lissa, A.-G., Deutsch-
Lissa 406.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G , Fraureuth 428.
— C M Hutschenreuther, A.-G., Hohenberg a. E.
489.
— Lorenz Hutschenreuther, A -G., Selb 517.
— Kahla — Porzellanfabrik H. Schomburg 418.
— Königazelt, Königazelt 528.
— Mitterteich, A-G., Mitterteich 363.
— MoBchendorf, A-G. Mosebendorf 517.
— E & A. Müller, A.-G., Schönwald 538.
— Sohirnding, A.-G., Schirnding 538
— Stadtlengafeld, A.-G., Stadtlesgafeld 456.
— Tettau, A-G., Tettau 328.
— Waldsassen Bareuther & Co., A -G., Waldsassen
478.
Porzellanindustrie-A -G. Bergbaus, Auma 362.
Porztllanmetal), Porzellan- u. Metallwarenfabriken,
A.-G , Nürnberg 435.
Max Boesler, Feineteingutfabrik, A -G., Bodach 528.
Sächaiachea Steinzeug- und Schamotte -Werk, vorm
Hugo Wießner, A-G., Beiersdorf 663.
Steiogutfabrik A-G, Sörnewitz 339.
— Colditz, A.-G., Colditz 435.
— Grünatadt, A-G, Grünatadt 499.
Steingutwerke, A.-G., Breslau 547.
Striegauer Porzellanfabrik, A.-G., vorm C. Walter
& Co., Stanowitz 456.
Triptis, A.-G., Triptis 456.
Veltener Porzellanfabrik, A -G., Velten 396.
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A.-G ,
Lübeck 386. 0
Wäohterabacher Steingutfabrik, G. m. b. H,
Schlierbach 339.
Ludwig Wessel, A.-G. für Porzellsn- und Steingut-
fabrikation, Bonn 363.
Wessels Wandplatten-Fabrik, A.-G , Bonn 388, 499.
Wiener Porzellanfabrik 838.
Württembergische Porzellan - Manufaktur, A.-G,
Schorndorf 647.
Feuerfeste Waren und Tonwer.ke.
Adolfshütte, Kaolin- und Sahamottewerke, A.-G.,
Crosta- Adolf ahtttte 863.
V
A-G. Niederlausitzer Tonwerke, Cabel 466.
Anhalter Schamottewerke, A.-G., Unterwieder-
stedt 363.
Deutsche Kachelofenwerke, A.-G., Braunschweig
538.
Deutsche Steinzeugwarenfabrik fttr Kanalisation
und ehem. Industrie, Friedrichsfeld (Baden) 373.
Deutsche Ton- und Steinzeugwerke, A-G., Char-
lottenburg 373.
Dommitzscher Tonwerke, A.-G., Bommitzsch a. E.
339.
Odenwälder Tonindustrie, Ai-G., Pfaffen-Beerfurth
351.
Richard Blnmenfeld. Veltener Ofenfabrik, A.-G.,
Charlottenburg 329, 428.
Schamottefabrik Thonberg, AG, Thonberg 317.
Scheidhauer & Giessing, A-G., Bonn 863.
Stettiner 8chamottef abrik, A.- G., vorm. Didier,
Stettin 317. „ ,
Stoiberger A.-G. für feuerfeste Produkte, Stol-
berg 456.
Terrakottawerk, G. m. b. H., Speicher 435.
Union, Veltener Tonindustrie, A -G., Berlin 456, 663
Vereinigte Groüalmeroder Tonwerke, A.-G., Groß-
almerode 339.
Vereinigte Servais-Werke, A.-G., Trier 363.
Ziegel- und Sohamettewerke, A.-G, Könnern 456.
Glasindustrie.
A. G. Champagnerflaschen-Fabrik, vorm. Georg
Bochringer & Cie., Achern 557.
A.-G. der GerreBheimer Glashüttenwerke, vorm.
Ferd. Heye, Düsseldorf 317.
A.-G. fttr pharmazeutische Bedarfsartikel, vorm.
Georg Wenderoth, Cassel 557, 563.
Aktien-Glashtttte St. Ingbert, St. Ingbert 547.
Allgem. Pbysicochemische A.-G., Hannover 307.
Altenburger Glashütte, A.-G., Altenburg, S.-A
435.
Bayerische Spiegelglasfabriken Bechmann-Kupfer,
A,-G., Furth 607.
Emil Busch, A.-G., Optische Industrie, Bathenow
406.
Deutsche Fensterglas» A.-G., Berlin 638.
DeutBche Glas- und Spiegelfabriken, A.-G., Fftrth
307, 489
Gebrüder Stoevesandt, Komm.-Ges. a. Akt., Rin-
teln a. W.f 389.
Glasfabrik Alexanderhtttte, vorm. J. N. Heinz &
Sohn, A.-G, Alexanderhtttte 363.
Glashtttte vorm Gebr. Siegwart & Co., A.-G ,
Stolberg 363.
Glashttttenwerke, A.-G.. vorm. J. Schreiber & Neffen,
Luschitz 363
W. Hirsch, A.-G. fttr Tafelglasfabrikation, Bade-
berg 528.
Hirsch, Janke & Co., A. G., Weißwasser, O.L. 817.
Hohlglaswerke, A.-G., Dresden 386.
HOhna & Schaal, Glasmanufaktur, Weißwasser,
O.-L. 317.
Karlsbader Glasindustriegesellschaft Ludwig Moser
& Söhne, A.-G., Meierhöfen 363.
Metrum Apparatebau-A-G., vorm. G, A. Schnitze,
J. C. Greiner sen. & Sohn, Berlin 363.
Optische Werke, A.-G., vorm. Carl Schütz & Co,
Cassel 307.
Ostdeutsche Tafelglas-A.-G. fttr Industrie und
Saubedarf 667.
von Poncet Glashttttenwerke, A-G., Friedrichs-
hain 339, 363.
Bkeinische Glashtttten-A.-G., Cöln- Ehrenfeld 638.
— SpiegeJglasfabrik, Eckamp 489.
Tafel-, Salin- und Spiegelglasfabriken, A.-G.
Fürth, 363, 557.
TheimosA.-G„ Berlin 317.
Thttringer Glasinstrumentenfabrik Alt, Eberhardt
& Jäger, A.-G, Ilmenau 563.
Thttringer Glaawarenfabrik, A-G., Oberweißbach
456.
Vereinigte bayer. Spiegel- und Tafelglaswerke,
vorm. Schrenk & Co., A.-G., Neustadt a. W.-N.
418, 499.
Vereinigte Spiegelfabriken A.-G., Förth 339.
Veieinigte Zwieseler und Pirnaer Farbenglas-
werke, A.-G., Manchen 663.
Verschiedene.
A --G. Adolph H. Neufeldt, Metallwarenfabrik Und
Emaillierwerk, Elbing 557.
Alexanderwerke A. von der Nahmer, A.-G, Rem-
scheid 617.
Annweiler Email- und Metallwerke, vorm. Franz
Ullrich Söhne, Annweiler 563.
Bingwerke, vorm. Gebr. Bing, A.-G, Nürnberg
489, 517.
Deutseh - Amerikanische iSchmirgel werke, A • G.
Berlin 317, 517.
Deutsche Eveporator-A-G., Berlin 499.
Deutsche Gold- und Silber - Scheideanstalt, vorm.
Roessler, Frankfurt a. M., 373.
Eisenhüttenwerk Keula bei Muskau, A.-G., Keula
538.
Marienhütte bei Kotzenau, A.-G. (vormals
Schlittgen & Haase), Kotzenau 363, 638.
Eisenwerke Kaiserslautern, Kaiserslautern 418.
Emaillier- und Stanzwerke, vorm. Gebr. Ullrich,
Maikammer, 456.
Erste Bayerische Graphitbergbau-A.-G., Unter-
griesbach 664,
Gebr. Schultheia'sohe Emaillierwerke, A.-G.,
St. Georgen 478.
Herzogliche Eisen- und Emaillier - Werke, A.-G.,
Primkenau 406.
Hohburger Quarz - Porphyr - Werke, A.-G,, Röok-
nitz 528.
Kaerlieher Tonwerke, A.-G., Kaerlich 467.
Kaolin- und Tonwerke, A.-6., Korbitz b. Meißen 456.
F. Küppersbusch & Söhne, A.-G , Gelsenkirchen 469.
Maschinenfabrik, vorm. Georg Dorst, A.-G, Oberlind
807.
Montan- und InduBtrialwerke, vorm. Joh. Dav. Starck,
Prag 313.
Ostdeutsche Stanz- und Emaillierwerke, A.-G.,
Cttstrin 52.
Schmirgel- und Corund-Werke, Chemnitz, A.-G.,
Rottluff 396, 517.
Vereinigte Schmirgel- und Maschinenfabriken, A.-G,
vorm. S. Oppenheim & Co., und Schlesinger
& Co., Hannover 456.
Wilhelmshütte, A.-G. fttr Maschinenbau- und Eisen-
gießerei, Eulau 517.
Generalvers ammlun gen.
In fast jeder Nummer.
Soziale Bewegung.
Achtstündiger Arbeitstag, Ueberschreitung 363.
Arbeitsstreckung statt Entlassungen 486.
Arbeitszeit der gewerblichen Arbeiter, Gesetz-
entwurf 436.
Bezirkswirtschaftsräte 318.
EinBpruchsverfahren gegen Entlassungen 436.
Gehaltsgrenzen in Kttndigungs- und Konkurrenz-
verbotsrecht 406.
Lohnskala, gleitende 406.
Meldepflicht fttr offene Arbeitsstellen 363.
Streikleitung, Haftbarkeit 568.
Tarifverträge, allgemeine Verbindlichkeit 318.
Schweiz: Arbeitszeltverlängerung 318.
Versicherungen.
Angestelltenversicherung 387, 457, 467, 547.
Krankenversicherung 887, 457.
Unfallselbstversicherung der BetriebBunternehmer
526.
Unfallversicherung von Unternehmern usw. 457.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Amerikanische Patente deutscher Staatsangehöri-
ger 404.
Internationaler Schutz der Warenzeichen 404
Madrider Abkommen 545.
Patentamtliche Gebühren 337, 537, 657.
Patent- und Warenzeichen-Gebühren, Warschauer
860.
Freistaat Danzig: Deutsche Warenzeichen 372.
Kanada: Schutz deutscher Warenbezeichnungen
537.
Portugäl: Patent- und Markenschutzrecht 316.
Tschechoslewakien : Gewerblicher Rechtsschutz,
neue Vorschriften 454.
Patentliste.
Deutschland.
Anmeldungen: Nrn. 28, 81, 33, 34, 36, 42, 44,
47, 48, 50.
Erteilungen: Nrn. 28. 29, 34, 42, 47, 50, 61.
Versagungen: Nrn. 28, 34, 50. _
Zurücknahme von Anmeldungen: Nrn. 31, 34, 42, 50'
61.
Oesterreich.
Aufrechterhaltungen : Nr. 41.
Erteilungen : Nrn. 31, 41, 47.
Versagungen: Nrn. 31, 41.
Zurückziehungen : Nrn«41, 47.
Gebrauchsmuster.
Deutschland.
Eintragungen: Nrn. 30, 31, 41, 43, 47; 50, 51, 52.
Verlängerung der Schutzfrist: Nrn. 30, 43, 47, 60,
51.
Warenzeichen-Eintragungen.
Nrn. 28, 36, 43.
Patentbeschreibungen (deutsche) und An-
meldungen in Oesterreich. (*)
Keramik.
Absorptionsturm, Deutsche Ton- und Steinzeug-
werke A.-G. und Fr. Plinke 408.
Beschicken keramischer Brennöfen, Vorrichtung,
Cohen 408.
Blasen- und i porenfreie Körper, Verfahren zur
Herstellung, v. Vaß 330.
Brennen von Porzellan, Verfahren, Siemens-
Schuckert- Werke 408.
Brennofen mit mittelbarer Beheizung, Roseh-
mann 389.
Durohftthrungs-Abspanniaolator. Brechte! 330.
Einführungsiselator, Allgem. Elektrizit&ts-Gesell-
schaft 408.
Elektrischer Isolator, Emil Haefely & Cie., A.-G.
519*. ■ ■
Feuerungskästen für Porzellanbrennöfen, Por-
zellanfabrik Schönwald 419;
Flußmittel, Verfahren zur Verteilung, Ludwig
Wessel A.-G, 479. U >
Formlinge, Verfahren zur Herstellung, Müller 330.
Gaskanalofen, Lengersdorff 479.
— , Dahl 376.
Gasretorte aus Formsteinen, Stettiner Schamotte-
fabrik, A.-G., vorm. Didier 389.
Gasverbrennung in Gaskanalöfen, Allgem. Elektri-
zitäts- Gesellschaft 408.
Glüh- und Muffelofen, Roschmann 408.
Hängeisolator, Porzellanfabrik Ph. Rosenthal
& Co., A.-G, 389, 619*.
— , Elektrotechnische Fabrik Thoßfell, G.m.b.H.
468* 619*.
Hochfeuerfeste Steine* Verfahren zur Herstellung,
P. Litwin & Co. 389.
Isolatoren, Verfahren zur Herstellung, Ströder 408.
_, * Societe „Le Basalte" 420*.
Isolatorensttttze, Schmidt 479.
Isoliermaterialien, Verfahren zur Herstellung
feuerbeständiger, Kern 520*
Kachelofen mit Ftthrungswänden ans keramischem
Baustoff, Brabbee 330. < ~
— , Adamietz 479.
. Kammerringofen, Weyers 376.
— , Koppers 376, 408.
Kanalofen, Dreßler Tunnel Orens 389.
— , LengersdoifC 389.
— , Koppers 408.
Keramische Massen, Verfahren zur Herstellung,
Gesellschaft fttr Tuff- u. Ton-Technik m.b.H., 389.
Kettenisolator für Hochspannungsleitungen, Alfrad,
420*.
Kitt, Hiller 419.
Körper, Verfahren zur Befestigung in Hohlräumen,
H. Schomburg & Söhne, A-G. 408.
Metallischer Ueberzug über keramische Waren,
Marino 479.
Mioeralzähne, künstliche, Verfahren zur Herstel-
lung von Hohlräumen, Frankfurter Dentalwerke
Schulz, Nicklas & Co. 479
Poröse keramische Erzeugnisse, Verfahren zur
Herstellung 8ocie!e Anonyme Le Carbone, 389.
Porzellantassen, Maschine zum Schleifen der.
Ränder, Rob. Bosch, A.-G., A. Krauß und
K. Krauß 377.
Reibradspindelpresse, Meißner 376.
Schneckenpresse für Ton und andere plastische
keramische Massen, GrieBemann & Co. 389.
Trommeltrockenmtthle, Frankenberger 419.
Tunnelofen, Francart 479.
Verkittung von Porzellanteüen, Elektro-Oämose-
A -G, 519*
Zahn, künstlicher, T'oe 8. S. White Dental Manu-
facturing Company 330.
, Smith 419.
i Fehr 479. ;
Zähne, künstliche, Verfahren und Vorrichtung zum
Pressen, Frankfurtar Dental- Werke Schulz,
Nicklas & Co., 376.
Zahnmodelle, Verfahren zur Herateilung, Buch-
binder 330.
Glasindustrie. ;
Abfallglas, Verfahren zur Verwertung* C9avits519*
Ampullen, Verfahren zur Herstellung, Rose 330.
, Bornkessel 389;
Ansammeln und Abtrennen von. Glas, Verfahren,
Graham 353*
Aufschneiden der Glasbirne elektr. Glühlampen,
Maschine, The Allies Electric Lamp Co. Ltd. 408.
Blasen nahtloser Flaschen, Maschine, Lefort 458*.
Brillengläser-Schneidemaschine, Schumann 408. p
VI
Doppelwandiges Gefäß nach Dewar-Weinhold,
Hinkel 330.
Drahteinführung, luftdichte, für Glasrefäße, In-
ternational General Elektric Co. 468-,
Einachmelzungen, spannungsfreie, in Gläsern,
Verfahren zur Herstellung, Elektrische Glüh-
lampenfabrik „Watt", A.-G. 458*.
Einspann- oder Haltefutter für Glasgegenstände,
Eutzscher 330.
Elektrische Glühlampe, Herbert 458*.
-, MetallfadenlampenErneuerungs-Ges. m b. H
458*.
, Patent- Treuband-Ges. für elektrische Glüh-
lampen m b. H. 458*.
Entladungsgefäß, Patent-Treuhand-Ges. für elek-
trische Glühlampen m. b. H 353*.
Firmenschilder, Holzmeyer 389.
Flaschenblasmaschine, handgesteuerte, Wolfs
Ma&chinenbau-Ges. m. b. H. 458*.
Formstücke, Verfahren zur Herstellung, Trutzer
479.
— , Patzoll 520*.
Gefäß zur Durchführung quantitativer Analysen
mit Abgußschenke], Hauser 353*.
Glasblasemaschine, Wilzin 376.
— , Compagnie Generale d'Electricite 458*
— , The Westlake European Machine Co. 458*.
— . Hill mann und Hallesche Pfännerschaft A.-G.
519*.
Glasblasen, Verfahren zur Verkleinerung, Schott
& Gen. 408.
Glasfäden, Verfahren zur Herstellung, Muth 353*.
GlaE naschen, Verfahren zur Herstellung, Zaruba
458*.
Glasgefäße aus Glasröhren, Einrichtung zur Her-
stellung, Haack 519*.
Glashohlkörper, dünnwandige, Verfahren zum
Blasen, Empire Machine Company 330.
— , doppelwandige, Verfahren zum Blasen, Glas-
fabrik Sophienhütte Bich. Bock, G.m.b.H. 353.
— , Verfahren zum Ziehen, Empire Machin® Co.
468*.
Glatpoliermaschinen, Verfahren zur selbsttätigen
Begelcng der Schmier-. Polier- und Schleif-
mittelzufuhr, Teylor 353*.
Glasi öhren, mit Böden versehen, Maschine zur
Herstellung, Bornkessel 353*.
— , Verfahren zur Herstellung, Glasfabrik Sophien-
hütte 458*.
Glasscheiben, Verfahren zum Fassen, Bob. Bosch,
A.-G. 414**.
Glastafeln, Vorrichtung zum Beschneiden, Empire
Machine Company 376.
Glühlampen, Verfahren zur Herstellung, Inter-
national General Electric Co. 519*.
Graduier- und Schreibdrackapparat für Thermo-
meterskalen, Schilling 376.
Hüttecfertige Birne für elektrische Glühlampen,
AE.G.Union Eiektrizitäts- Gesellschaft 519*.
Isoüeiflaachen, Verfahren zur Herstellung,
Plechati 479.
Kipptiech zum Umkehren von Spiegelscheiben,
Socie'.e Anoryme des Manufactures des Glaces
et Produita Chimiques de St. Gobain, Chauny
& Cirey 389.
Kittechale zur Aufnahme von zu schleifenden
Gläsern, Wernicke & Co. 330.
— zum Aufkitten optischer Gläser, Müller 419.
Komeivenglas, Worster 389.
Kugelförmige Flächen, Maschine zum Schleifen
Taylor 331.
Lichtfilter aus GJaB, E. L. Friedmann & Co. 468*.
Metalldekore auf Glas, Verfahren zur Herstellung,
Markowsky, 519*.
Mandl tack zum Ziehen von Glaszylindern, Empire
Machine Company 458*.
Mustern von Glas, Verfahren, Schlögel 376.
Ofen, periodischer, Verfahren zum Beheizen mit
Gener&torgap, Fa. F. Meiser und K. Meiser 389.
Optische G.äaer, Maschine zum Bearbeiten, Carl
Zeiß 330.
, geraden Abschleifen, Beller & Fischer
353.
Optisches Glas, Verfahren zur Herstellung mög-
1 etat achlierenfreien, Desenberg 376.
Perle, Boucet 479.
Perlen, künstliche, Verfahren zur Herateilung,
Sauvage 389.
Preßfcrmcn, Verfahren znm gleichmäßigen Füllen,
Wernicke 52C*.
Preßglaareflektor, Dony 458*.
Beblame- und Scbreibtafel aus Glas, Bosenthal &
Elens 458*.
Bi'len oder Nuten in Glasplatten, Maschine zum
Kinechleifen, Liebel 389.
Sphärische Flächen an Linsen, Maschine zom
.Schleifen, Teylor 458*.
Spiegel, Verfahren zur Herstellung, Bheinberg 389.
— für Bestrahlung, Siemens & Halske, A.-G. 458*.
Spiegelscheiben, Vorrichtung zum Heben und
Transportieren, Societe Anonyme des Manufac-
tures des Glaces et Produita Chimiques de Saint
Gobic, Chauny & Cirey 408.
Soritzstopfen aus Glas, Timm 479.
Tragzange für Glaskörper, Weiß 468*.
Vakuumapparate, Verfahren zum Abdichten der
Verbindungsstelle, Werner 353*.
Verbundglas, Verfahren zur Herstellung, Soc. du
Verre Triplex 620.
Verschluß, luftdichter, für Oeffnungen von Glas-
hohlkörpern, Krüh 353*.
Weiße, getrübte Gläser usw., Verfahren zur Her-
stellung, Kietz 479.
Werkstücke für Glaskugler, Vorrichtung zum
Führen, Blumtritt 458*.
Winkelfacetten, Maschine zum Schleifen, Beller
& Fischer 330.
Winkelkantenflächen an unrunde Brillengläser,
Maschine zum Schleifen, Carl Zeiß 376.
Ziehen von Glas in zylindrischer Form, Vorrich-
tung, The Libbey Glass Co. 363*.-
Zusammenachmelzen der Glasteile von Glühlampen-
Kolben, Vello 479.
Verschiedene.
Anfeuchteapparat für trockenes, pulveiförmiges
Material, Hidoux und Bernheim 408.
Bleioxyd, Vorrichtung zur Herstellung, Kübler 389.
Emaille zur Bekleidung von Kolbendampfmaschi-
nen, Willmer 377.
Emaillieren, Verfahren, Bickmeier 376.
Feldspat, Verfahren zur Gewinnung, Froelich 376.
Füllung für Reaktionsräume usw., Fairlie 330.
Gegenstände aus Kieselsäure, Verfahren zur Her-
* Stellung säurefester, Bühring 419.
Glimmerplatten, Verfahren zur Herstellung feuer-
beständiger. Kertesz 376.
Kaolin nnd Tonsubstanz, Verfahren zur Gewin-
nung, Froelich 353.
Kaolinisierung der Mutterpesteine, Verfahren zur
künstlichen, Froelich 377.
Kieselsäure, alkalifreie, amorphe, Verfahren zur
Herstellung, J. Michael & Co. 330.
Lehmpulver, Verfahren zur Herstellung, West-
phal 479.
Meerschaumersatz, Verfahren zur Herstellung,
Deußing 520*.
Metallhydroxyde, Verfahren zur Herstellung,
Buchner 330. r
Boh- oder Baffinadegraphit, Verfahren zur Eeini-
gung, Elektro- Osmose, A.-G. 420*
Sc leif Scheiben, Verfahren zur Herstellung, Fickert
479.
SOreibtafel mit EmsilHerzug, Verfahren zur
Herstellung, Zulauf 458*
Spritzapparat für Farben, Leipziger Tangier-
zaanier Alex Grube 408;
Steine usw. aus Bimssand, Verfahren zur Er-
zeugung, Cleff 389.
Str&hlungspyrometer mit Thermoelement, Siemens
& Halske, A.-G. 458*.
Ton, Torf usw., Votrichtung zum Zerkleinern.
Berger 389.
Tonerde, Verfahren zur Herstellung eisenarmer,
Det' Norake Aktieselskab for Elektro kemisk In-
dustri Norsk Industri-Hypotekbauk 420*.
Tonerde aus kiesehäurehaltigen Bohstoffen, Ver-
fahren zur Herstellung, Aktieselskabet Hoyang-
faldene Norak Aluminium- Co. 420*.
Tonerdeschleifmittel, Norton Company 479.
Wasser und säurebeständige Verbindung, Ver-
fahren zur Herstellung, Elektro- Chemical Supply
f {and Engineering Co. 353*.
Gesetzgebung, Steuern.
Arbeitsgerichtageaetze 526.
Arbeitszeitgesetz 557, 562.
Barüberweisung statt Steuermarken 361.
Demobilmachungsverordnungen 497,
Einkommensteuer, Vorauszahlungen 556.
Einkommensteuergesetz, Aenderung 349.
Einkommensteueraätze 545.
KUndigungsbeBchränkung zugunsten ^Schwerbe-
sebädigter 350.
Kündigungsschutz für Schwerbeschädigte 417.
Lnxussteuer, Forlfall 361.
Luxussteuergesetz, neueAusführnngsbeatimmnngen
434.
LnxnsBteuerpflicht keramischer Gegenstände und
der Gegenstände aua Glas 495.
BeichBÜnanzhof, Entscheidungen >6, 404, 434,
464, 488, 557.
Reichsgerichtseutscheid lugen 361.
Stillegungsgesetz, Entwurf 606.
Umsatzsteuer, Vorauszahlungen 327. ,
— , Erhöhung 466, 662. 1
— , Uebergangabestimmungen 476. ,
— und Außenhandel 556. «
Umsatzsteuer-Ausfuhrkurae 306, 337, 404, 446 \
488, 516, 556
Zwangsanleihegesetz, Abänderung 562. ;
Verschiedenes.
Arbeitsjubiläum: 316, 337, 434.
Auszeichnung 476.
Begrüßungsspruch zum 18. Juni 1922 303.
BrennkrafttechnischeGeeellschaft, Wettbewerb 372 -
Ernennung 404.
Fund: 394, 417.
Geburtstage: 476, 516.
Geschäfts] ubiläum 537.
Jubiläum: 394, 417, 427, 465, 476, 606, 646. -
Kartellbeirat 337.
Kohlenpreiaerhöhung 317.
Not der Fachpresse 526.
Personalien: 306, 476.
Preisauszeichnung 454.
Beichskuratorium für Wirtschaftlichkeit unc -
Handwerk 626
Silberhochzeit 516.
Wirtschaft und Kultur in Mitteiamerika 404. | 1
Vereinigte Staaten: Freigabe des deutschen Ver
mögens 546, 562.
Ausstellungen.
Die Ueberseewoche in Hamburg 487. C
Internationale Ausstellung Riga 373.
Musteraussteilung in Riga 5Sr-8.
Niederdeutsche Kunstgewerbeschau in Bremen 3871
Wärmeausstellung Eisen 315.
Mexiko : Ausstellung deutscher Iuduatrieerzeng '
nisse 351.
Vereinigte Staaten: Musterausstellung New-Yorl '
1922 418.
Messen.
Breslauer Messe 339, 396, 499. \
Deutsche Ostmesse Königsberg Pr. 339, 351.
I
Frankfurter Messe.
Frankfurter Messestadt 435. i
Herbstmesse 318, 406.
Italienische Besucher 363.
Kölner Messe 558.
i
Nordische Mesae in Kiel 564.
Leipziger Messe.
Die deutsche Glaswarenindustrie und die Leip-
ziger Maase 360.
Ein-, und Ausfuhrbewilligungen 387.
Frühjahrsmesse 1923 508.
Fürstenberger Porzellanfabrik, Fürstenberg- Weser i
363. .
Herbfitmesse 329, 418.
Leipziger .Aussteller und Meßhansbeeitzer 418.
Meßbeitrag 339
Meßmiete und Bsichsmietengesetz 329.
Meßmieten, unzulässige Erhöhung 318. ]
— , behördliche Begelung 339. |
Meßmietpreiserhöhung 446. j
Werbebeiträge 517. |
Zentralstelle für ! Interessenten der Leipziger n
Mustermessen 329.
Finnland : Messe in Helsingfors 528. \
Italien: Internationale Mustermesse in Padua, i
ungünstiges Ergebnis 373.
Baßland: Messe in Nishnij -Nowgorod 387,
Spanien: Mustermesse in Barcelona 1923 528.1
Tschechoslo waki«n: Beichenberger Messe 308,
318, 339, 373, 403, 456.
Beichenberger Messebörae 351.
Prager Heibitmesse 456.
Verbände.
Deutscher Industrieschutzverband 499.
Deutsche Keramische Gesellschaft 304.
Glühlampenfabriken 539.
Gußgeschirrverband 308.
Interessengemeinschaft der Verbände: Verband
deutscher Lnxusporzellanfabriken, Verband
deutecher Porzellangeschirrfabriken 426.
InteresBenverband der IsolieifUaohenindustrie 561.
Internationale Spiegelglaakonvention 539.
Keramische Fachgruppe im Bereiche der deutschen
Gewerbeschau in Koiuotao, Vollversammlung 373.
Leipziger Mustei messe- Verband 340.
Vi
Ulittel- und Ostdeutsche Schamotte - Konvention
457, 478, 499, 517 539, 564
Omamentglas- Vereinigung 447, 517.
OeBterreichischer Tonindustrie-Verband 508,
Beichsverband des deutschen Ein- und Ausfuhr-
handels 499.
Verband bayerischer Weißhohlglasfabriken 528.
— der Feintonwaren-Fabriken 340.
— — Glashändler und glasverarbeitenden Be-
triebe 308.
Glasindustriellen Deutschlands e.V. 304, 393
Tonrohrfabriken 478.
— deutscher elektrotechnischer Porzellanfabriken
308, 351, 363, 406, 428, 447, 457, 478, 499,
517, 539, 564. "
Emaillieiwerke 499.
Grossisten für Glas und Keramik 387.
Herdfabrikanten 340, 373, 406.
Kachelofenfabrikanten 363, 396, 406, 418,
467, 478, 517, 558, 564.
keramischer Töpfereien 363.
Porzellangeschirrfabriken 365, 382, 406,
418, 421, 448, 491, 501.
' Tonwarenfabrikanten und Kunsttöpfereien
e. V. 329, 339, 428, 467. *
— polnischer Emaillierwerke 564.
Verein der rheinischen und westfälischen Tafel-
glashutten 396 428, 489, 517, 539.
— deutscher Schleifmittelwerke 418, 489, 547.
Spiegelglasfabriken 351, 387, 406, 418,
435, 447, 499, 517, 528, 547.
— sächsischer Tafelglashütten 539.
Vereinigte Glühlampenfabriken 318.
>-- Porzellan - Isolatoren- Werke (Hochspannungs-
isolatoren-Syndikat) 351, 406, 428, 447, 478,
499, 517, 539, 664.
— Steingutfabriken 352, 406, 457, 478, 528, 558
Vereinigung deutscher Hohlglasfabriken 352, 489.
— Mitteldeutscher Hohlglasfabriken 340, 396,
428, 478, 617, 628, 647.
— SchleBisch-Lausitzer Tafelglashatten 539.
Verkaufsstelle der Drahtglasfabriken 499, 517, 639,
658.
Westdeutsche und Mittel- und Ostdeutsche Scha-
motte-Konvention 329, 406, 428
Zentralstelle für Interessenten der Leipziger
Mustermessen 387.
Zusammenschluß in der Fieberthermometer-Indu-
strie 428.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Fachschule für Glasindustrie in Zwiesel 372.
Glashuttenkurse 316
Handels-Hochschule Berlin 434.
Keramische Fachschule Banzlau, 25-jähriges Be-
stehen 311, 361.
f , Fachschalgesellschaft 382, 391.
, Aufruf 523.
Staatliche Fachschule für Glasindustrie, Stein-
schönau 361, 404.
Staatsfachschule für Glasindustrie, Haida 327.
S- Keramik und verwandte Kunstgewerbe,
Teplitz-Schönau 361.
Bücherschau.
['Betriebsbilanz usw., Großmann 547.
,! Brennstoffe und ihre Verbrennung, Keppeler 329.
Das Ende deB Feaers, Cervalus 373.
Das Warenzeichen, Banter 363
Ker gegenwärtige Stand der Torftechnik, Kep-
peler 873.
Einführung in das Abänderungsgesetz vom 8. April
. 1922' zum TJmsatzBteuergesetz vom 24. Dezember
1919, Popitz 363.
Einkommensteaernovelle, Erler u. Koppe 647.
Geldentwertung und Gesetzgebung (Vertrags-
erfüllung), Mttgel (Warneyer) 547.
Handbuch der rationellen Verwertung, Wieder-
gewinnung und Verarbeitung von Abfallstoffen
! jeder Art, Koller 374.
Körperschaftssteuergesetz, Bosendorff 547.
Kunst und Kunstgewerbe, Wieseler und Kammer-
bauer 329, 490.
Lohnabzug, Koppe 547.
Bennwett- und Lotteriegesetz, Hellwig 647.
Umsatzsteuernovelle, Koppe ü. Ball 647,
Vereinfachte Schornsteinberechnung, Hoffmann
364.
Versicherungsgesetz, Bautenberg 547.
Zwangsanleihegesetz, Koppe u. Benck 547.
Kataloge, Preislisten ustr.
Porzellanfabriken des Strupp-Konzerns und die
Keramag 436.
Totenschau.
316, 434, 465.
Wärmewirtschaft.
Technisch - wissenschaftliche Organisation der
deutschen Glasindustrie 436.
Kunstgewerbe.
König Ludwigs Preisstiftung 1922 396.
Fragekasten.
Keramik.
Allgemeines:
142 Begnßton 539
102 Bleifreie Glasur für Tonscherben 354.
119 Böhmische Braunkohle, Ersatz 429.
136 Braungeschirrscherben für Kapselschamotte
608.
133 Brennofen, schlechtes Brennen 500.
131 Brennraumaasntttzung 490.
148 Brikettherstellnng aus Steinkohlengrieß 560.
141 Oarborundumersatz zum Schleifen von Bechern
529.
145 Celioidinpapier 550.
115 Druckfirnis, Herstellung 420.
109 Entstaubungsanlage für Kollergang 389.
132 Entwässern fetten Tones 490.
94 Gipsformen, Verwendung alter 331.
108 Kapselversatz 377.
130 Magnesia, Abscheidung aus Ton 480.
120 Milchkannen, Krummwerden im Brande 437.
128 Muffel für Brikettbrand 480.
118 Muffelofen 429.
121 Muffelofen, Maße 437.
95 Ofen zum Brennen von Farbkörpern, Bau 331.
89 Ofenasche, Verwendung 320.
123 Platten, Verfärben 447.
88 Puppenkopf-Farben, Aufschmelzen im Glüh-
ofen 320.
110 Quarz, Verwendung 396.
107 Schiefer, Verwendung £65.
101 Schneidschablone, Vorteile 354.
91 Schwämme, Bohware 331.
147 Standmuffeln, Umstellung auf Gasfeuerung 559.
96 Stanzmasse für elektrotechnische Fayence 342.
129 Steinbrecher für Feldspat und Quarz, ohne
Gefahr der Eisenteilchenbeimengung 480.
146 Temperatur-Kontrollapparat, Anbringung an
Fürbringermuffel 550.
97 Tonkugeln, Glanz 342.
143 Tonreinigungsmaschinen 539.
100 Vasen, gegossene, Welligwerden 354.
138 Wandplatten, Masse und Glasur 521.
125 Weißer Torf, Verwendung 460.
112 Ziegelton, Verwendung zum Gießen 408.
Porzellan.
144 Aetzverfahren für Hartporzellan 650.
87 Ausschlag, schwarzer, Ursache 309.
114 Eisenflecke, Beseitigung 420
140 Feuerbeständiges Porzellan für Laboratoriums-
bedarf, Versätze 529.
104 Gebrauchsgeschirr, gelber Anflug 365.
93 Geschirr, Löcher längs den Konturen 331.
134 iBolationsfähigkeit von Isolatoren 500.
124 Masse für Spielwaren und Gebrauchsartikel
459.
III Masse und Glasur für SK 10 396.
92 Porzellanknöpfe, Bedrucken 331.
90 Scharffeuerglasur, schwarze, für Elektropor-
zellan 320.
99 Stanzmasse, Versatz 342.
135 Uranoxyd für schwarze elektrische Porzellan-
artikel 508.
Steinzeug.
98 Geschirrglasur, matt 342.
113 Masse, schlechtes Loslassen von den Formen
409.
Stein gut.
116 Fliesenmasse, Preßrisse an den Fliesen-
rändern 420.
Glasindustrie.
Allgemeines.
138 Braunkohlenteerpech, Verwertung 531.
135 Brockeneinlage bis zu 70°/0 530.
81 Facettieren von Spiegeln 332.
139 Festblasformen mit Ziselierungen 539.
134 Gemengeeinlegen in Flaschenwanno 529.
87 Glasblasemaschine für kleine Gegenstände 343.
88 Glaserkitt 343
116 Glasgalle und Braunkohlenasche, Verwen-
dung 448
125 Glashafenton, Westerwälder und Grödner
anstelle von böhmischem 480
130 Glaspapier, Bindemittel für das Glas 509.
86 Glastafeln, Doppelschichtige 343.
98 — , Befestigung auf Schleiftischea 378.
110 Glaswaren, Blindwerden durch Lagern 437.
143 Glaswolle, Herstellung 551.
117 Glühlampenscherben, Bleihaltigkeü 460.
100 Hafenkränze, Dannwerden bei der Schmelze
378
82 Korngröße von Gesteinen für die Glas-
schmelze 332.
111 Muffeltüren, Verhinderung des Wärmeverlus-
tes an diesen 438
93 Pachtsumme für Glasfabrik 365.
144 Platintiegelersatz in der Analyse 560.
129 Poliersäuredämpfe, Belästigung 508.
104 Pottaschekristall, windig und schlierig 409.
108 Sand gegebener Zusammensetzung für rot-
braunes und weinrotes Glas 421.
83 Silberränder, Herstellung 332.
72 Schleifpech, schlechtes Haften 309.
107 Schwefelleber, Zusammensetzung 421.
95 Schwefelsäure und Fiußsäure, Verfahren zur
Trennung 377.
77 Stöpsel, Lockern festsitzender 320.
115 X Spiegelbelag, Fehler, Böttger'sche Vor-
136 / Schrift 448.
127 Tafelglas, Schmelzen in verdeckten Häfen 491.
132 Teeschalen, Springen am Ohranheftort 522.
79 Waschvorrichtung für Glassand 332.
12 Wasserstandsgläser, Norm bezüglich des aus-
zuhaltenden Druckes 438.
80 Wasaerstandsrohre, Schneiden 332.
122 Wulgerklötze, Auslegen 469.
121 Ziepfen, siebähnliche, in den Gebläseappa-
raten der Bornkessel - Brenner, Vorteile 469.
Glassätze.
131 Bleikristall für offene Häfen 521.
102 Borosilikatglas für Glasstäbe 399.
137 Ckryäoprasf arbiges Luxusglas 530.
141 Fliesen, Platten usw. 650.
92 Glaskugeln, für Uhrschalen für chemische
Zwecke 355.
113 Himmelblau, Blau, Gelb, Braun, Milchweiß,
Weiß 438.
114 Bohren, dünnwandige 447.
Häfen, Wannen, Oefen und Feuerung
101 Auftreiböfchen für kleine Fiakons 390.
90 Buchenholzgas, Beinigung von Teer 354.
140 FenBterglaawanne, Bodenkühlung 550
99 Füllkästen, Ventile usw. für Gasgeneratoren-
anlage 378
142 Füllkästen usw. für Siemens - Generatoren-
anlage 551.
133 Generatoren für deutsche Braunkohlen kleiner
Sortierung 522.
123 Glasschmelzofen, Fauerungsanlage für Klein-
betrieb 480.
97 Koksgeneratoren zur Kühlofenbeheizung 378.
118 Kfthlöfen, Zweckmäßigkeit alter 460.
91 Muffel zum Biegen kleiner Gläser, Beißen 355.
126 Ofen für Versüchsschmelzen 490.
85 Oelfeuerung, Erfahrungen 343.
96 Pyrometer für Temperaturen in ©lashafen-
öfen und zur Ofenkontrolle 377.
103 Streckofen, Beheizen mit Bohöl 397.
109 Versochsofen für Probeschmelzen 429.
106 Weißglaswanne, Innenmaße 409.
Verschiedenes.
13 Emaille, schwarze, für Gußwaren 560.
6 Füllmasse für Versuchsofen 365.
8 Gips, Begenerieren 378.
9 Plastische Masse für kleine Kügelchen usw,
421.
£12 Silbernitratflecken, Entfernung 539.
t> Aun tachni»,. v» TOiohensehaftl'chen Teil: Dr. J. Koerner. — Für den sozialpolitischen, Handels- und Anzeigenteil : Fritz
RC Verlag von ^^^^SlSS^^^j^^ *- Coburger Tageblatt, Friedrich Colbatzky. - Sämtlich in Coburg.
(55. Jahrgang.)
Coburg, den 6. Juli 1922.
Nummer 27
Zeitschrift für bie Keramischen, Blas- unb verwanbten Industrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
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Begrüssungsspruch
zum 18. Juni 1922.
Gesprochen von Fräulein Faist am Begrüßungsabend der Deutschen Keramiscbeu Gesellschaft im Ausstellungspalast in Dresden
Seid mir willkommen all' in Dresdens Mauern,
Die Ihr von fern und nahe kamt herbei!
Euch zog nach Sachsens Hauptstadt mancherlei,
Und daß Ihr kamt, Ihr werdet's nicht bedauern. —
Frühsommer ist's — Ihr wähltet gut die Tage :
Bin üpp'ger Garten, prangt ringsum die Flur.
Mit Duft und Farbe grüßt uns die Natur
Und spricht zu uns in süßer, holder Sprache.
Und aus der Erd' im reichgeschmückten Kleide
Bricht stark empor der Quell der Lebensfreude.
Bald feiern wir das Fest der Sonnenwende;
Dann lodern hell die Flammen auf den Höhn,
Die glutgebor'nen Töchter, wild und schön,
Vom feurigen, verzehr'nden Elemente.
Ihr aber bändigt sie nach Eurem Willen,
Die ich heut' festlich hier versammelt weiß,
Und zwinget kühn das Feuer, das Geheiß
Erfahr'ner Meister dienend zu erfüllen:
In Ofensglut veredelnd zu erhärten
Die Waren aller Art aus Ton und Erden. —
Und was daheim Ihr schuft in ems'gem Walten,
Zur „Jahresschau" habt Ihr es ausgestellt,
Um frei und stolz zu künden aller Welt,
Daß deutsche Arbeit ihren Wert behalten
Trotz aller Wetter, die uns schwer bedrohten,
Daß deutsche Kunst und Technik stark noch lebt
Und mutig stets und rastlos vorwärts strebt,
Und daß noch Schätze ruhn im deutschen Boden,
Die nun, nachdem vollbracht ihr Formen, Brennen,
Zeugnis ablegen soll'n von deutschem Können.
O, mög's Euch nie an frohem Mute fehlen:
Er gießt in's Herz Euch Schaffensfreudigkeit;
Er wird, ist schwer und trübe auch die Zeit,
Die Kräfte Euch zu neuen Taten stählen.
Drum frisch an's Werk, das diese Abendstunde
Einleiten soll mit fröhlichem Akkord,
Auf daß bei Eurer Tagung fort und fort
Die rechte Stimmung Walte in der Runde !
Dann wird der Eintracht Bande Euch umschlingen
Und den ersehnten Zielen näher bringen.
So biet' ich Euch noch einmal meine Grüße,
Verehrte Damen, werte Herren Ihr!
Genießt die schönen Tage ! Fühlt Euch hier
Recht wohl! — Und nun, eh' ich den Spruch beschließe,
Soll laut mein Ruf der einen noch erklingen,
In der Ihr denkt und schafft mit Herz und Geist,
Der Ihr als Führer neue Bahnen weist:
Heil der Keramik! Heil auch ihren Jüngern!
Ein guter Stern geleite immer sie!
Heil unsrer Wissenschaft und Industrie!
304 — Nr. 27
SPRECHSAAL-COBURO.
1922. (66. Jahrgang.)
Die Deutsche Keramische Gesellschaft
im Jahre 1921/22.
(Nachdruck verboten.)
Anläßlich der Tagung der Deutschen Keramischen Gesell-
schaft (D.K. G.) in Dresden vom 18. — 21. Juni d. Js. erstattete
der Geschäftsführer der Gesellschaft, Herr P. Bartel, einen
ausführlichen Geschäftsbericht, dem wir das Folgende entnehmen.
Einleitend wies Herr Bartel auf die Verschlimmerung der
wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen auch die D. K. G. leidet
insofern, als den sich stetig und außerordentlich stark erhöhenden
Ausgaben keine entsprechenden Einnahmen gegenüberstehen.
Es wurden zwar im Vorjahre die Beiträge erhöht, doch erweist
sich dies bei der fortschreitenden Geldentwertung als unzu-
länglich; die D.K. G. bittet daher um Stiftung größerer Spenden.
Nach einem Hinweis auf die „Berichte" und der Rubrik
„An unsere Mitglieder", worin anstelle der bisher üblichen
Rundschreiben zwecks der Porto ersparnis den Mitgliedern
wissenswerte Mitteilungen übermittelt werden, wandte sich der
Berichterstatter der Wärmewirtschaftsstelle der D. K. G. zu, die
erfreulicherweise in erhöhtem Maße in Anspruch genommen wird
und im Auftrage der D.K.G. auch Forschungsarbeit leistet,
und zwar hauptsächlich an einem Versuchsofen bei der Firma
Wessel in Bonn. Die Preußische Landeskohlenstelle unter-
stützte die Forschungsarbeiten mit dt 200000 und stellte einen
weiteren, allerdings kleineren Betrag in Aussicht, wobei sie
voraussetzt, daß auch von der Industrie ein Fonds gesammelt
wird, besonders für die Zeit, da die Landeskohlenstelle zu be-
stehen aufhören wird.
Zur Unterstützung der Wärmewirtschaftsstelle in ihren
allgemeinen Forschungsarbeiten wurde den Mitgliederfirmen
eine eingehende Rundfrage über die Art und Größe der be-
nutzten Brennöfen sowie über die verwendeten Brennstoffe
zugestellt und die Bearbeitung der erhaltenen Mitteilungen dem
Ofenausschuß übertragen.
Die Beratungsstelle für Maschinen- und Förderanlagen
findet dagegen noch nicht den erhofften Anklang, da viele
Betriebe sich zunächst noch abwartend verhalten unter völliger
Verkennung des großen, auch pekuniären Wertes einer sach-
verständigen, mit den Verhältnissen in der Keramik eingehend
vertrauten Beratung bei Anschaffung, Verbesserung und Kontrolle
von Maschinen und Förderanlagen. Die Inanspruchnahme der
Beratungsstelle wurde daher angelegentlich empfohlen und auch
die Maschinentauschsteile in Erinnerung gebracht.
Für die vom Reicharbeitsministerium in Aussicht ge-
nommene Untersuchung der gesundheitlichen Verhältnisse der
Arbeiter in keramischen Betrieben wurde auf Ansuchen von
Herrn Ministerialrat Dr. Leymann ein Beitrag von dt 15000 zur
Verfügung gestellt und als Vertreter der D. K. G. Herr E. Cramer
gewählt.
Zur Linderung der Not in den keramischen Fachschulen wurde
auf Veranlassung des Verbands keramischer Gewerke ein Auf-
ruf zur Unterstützung der keramischen Unterrichtsanstalten
erlassen und, da dieser den erhofften Erfolg nicht hatte, noch
ein Rundschreiben an die einzelnen Firmen und deren Direktoren
versandt. Daraufhin sind etwa dt 300000 eingegangen, die
aber bei weitem zur Linderung der dringendsten Not nicht
ausreichen, weshalb weitere Mittel erbeten werden. Die von
der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik im Vorjahre zur Ver-
fügung gestellten dl 100000 wurden bereits verteilt, während
ein Antrag auf Bewilligung einer weiteren Unterstützung noch
nicht erledigt ist.
Der Geschäftsführer machte dann allgemeine Angaben über
den Ausbau der Geschäftsstelle und die Entwicklung der D. K. G.
und richtete an die Mitglieder die eindringliche Bitte, in ihren
Kreisen für die D.K.G. zu werben.
Laut dem letzten Geschäftsbericht besaß die D. K. G.
folgende Mitglieder:
8 Verbände mit 523 Verbandsmitgliedern
76 Einzelfirmen
3 Behörden
139 Einzelpersonen.
Nachdem durch die neue, in der vorjährigen Hauptver-
sammlung angenommene und vom V. K. G. in der Sitzung
vom 4. 4. d. J. genehmigte Satzung eine Scheidung der Mit-
glieder in ordentliche und außerordentliche stattgefunden hat,
»teilen sich die Zahlen wie folgt:
Ordentliche:
11 Verbände mit 660 Verbandsmitgliedern
110 Einzelfirmen
200 Einzelpersonen.
Außerordentliche:
14 Firmen
48 Einzelpersonen (hauptsächlich Studierende)
zusammen also 383 Einzelmitglieder mit 1032 Einzelpersoner
Ausgeschieden sind 5 Mitglieder, darunter 3 durch den Tod
Die Steigerung der Mitgliederzahl seit dem Vorjahre beläuf
sich also auf etwa 70°/0. Eine Anzahl weiterer Mitglieder ha
sich noch kurz vor der Hauptversammlung angemeldet, um ai
dieser teilnehmen zu können.
Vonseiten der D. K. G. wurde die Mitgliedschaft vor.
folgenden Vereinen erworben:
Gesellschaft für soziale Reform (hauptsächlich wegen dei
Bleifrage),
Deutscher Verband für Materialprüfungen der Technik,
Brennkrafttechnische Gesellschaft,
Hauptstelle für Wärmewirtschaft.
Herr Bartel schloß seinen Bericht mit dem Danke an alle
die die Bestrebungen der D. K. G. unterstützt haben, und mi
den besten Wünschen für ein weiteres Gedeihen der Ge-
sellschaft.
Verband
der Glasindustriellen Deutschlands E. V.
Am Freitag, den 16. Juni 1922, fand die diesjährige ordent
liehe Hauptversammlung des Verbandes der Glasindustrieller
Deutschlands E. V. in Berlin statt. Gleichzeitig tagte de]
Hauptausschuß.
Der Hauptausschuß befaßte sich eingehend mit dem Vor
gehen der Gewerkschaften, die besondere gesetzliche Maß
nahmen seitens der Reichsregierung wegen der angeblich
äußerst gesundheitsgefährdenden Arbeit in der Glasindustrie]
insbesondere in der Tafelglasindustrie bezüglich des Rand- und
Aufschneidens verlangt haben; ferner mit der Denkschrift des
Reichsverbandes der Deutschen Industrie in der Eisenbahn-
frage. Nachstehende Entschließung fand die einstimmige An-
nahme des Hauptausschusses: ,
„Die unter den Folgen der Verkehrsnot empfindlich
leidende deutsche Glasindustrie kann sich von den Maßnahmen
der Regierung eine schnelle und wirksame Besserung der
Leistungen und Erträgnisse der Reichsbahn nicht versprechen,
Sie steht auf dem Boden der Vorschläge des Reichsverbandes
der Deutschen Industrie und erwartet von einer Umwandlung
der Reichsbahn in eine gemeinwirtschaftliche Aktiengesell-
schaft eine Gesundung des deutschen Verkehrswesens im
Interesse der deutschen Volkswirtschaft."
In der. ordentlichen Hauptversammlung wurde zunächst
der Geschäftsberieht einer Erörterung unterzogen, sodann die
satzungsgemäßen Geschäfte, Prüfung und Abnahme der Jahres-
rechnung, Entlastungserteilung, Festsetzung des Haushalts-
planes, Wahl der Mitglieder des Hauptausschusses vollzogen,
ferner für die Entwicklung des Verbandes wichtige Satzungs-
änderungen, die die Möglichkeit der Aufnahme von Einzelunter-
nehmungen schaffen, beschlossen.
Weiter fand nach einem Vortrag des Herrn Dipl. ing.
Maurach von der Wärmetechnischen Beratungsstelle der
Deutschen Glasindustrie in Frankfurt (Main) die nachstehende
Entschließung Annahme:
„Die Konkurrenzindustrien der deutschen Glasindustrie
auf dem Weltmarkt machen gewaltige Anstrengungen, durch
Verlängerung der Arbeitszeit, Herabsetzung der Löhne, tech-
nische Fortschritte den Vorsprung auszugleichen, den zurzeit
der Tiefstand der deutschen Mark unserer Ausfahrindustrie
bietet. Eine Besserung des Markkurses und die Annäherung
unserer Preise an die Weltmarktpreise werden unserer
Industrie harte Zeiten bringen, wenn sie technisch hinter
dem Ausland zurücksteht. Deshalb bedarf die fruchtbringende
Arbeit der Wärmetechnischen Beratungsstelle der Deutschen
Glasindustrie auf wärmetechnischem Gebiete dringend der
Unterstützung und Förderung durch alle Kreise der Glas-
industrie. Die Versammlung bedauert, daß dies bisher nicht
in ausreichendem Maße der Fall ist und beaufragt die Ge-
schäftsführung, in engster Zusammenarbeit mit der Wärme-
technischen Beratungsstelle in eine rege Werbetätigkeit für
diese einzutreten."
Die Frage der Einrichtung eines Außeninstituts für Glas-
hüttenkunde oder der Errichtung einer Professur an der Tech-
nischen Hochschule wurde eingehend erörtert, desgleichen die
Frage der Gründung einer glastechnologischen Gesellschaft
durch den Verband. Eine Kommission wurde eingesetzt, die
diese für die Glasindustrie äußerst wichtigen Fragen der
wissenschaftlichen Durchbildung des Nachwuchses eingehend
prüfen und entsprechende Vorschläge für die Durchführung
ausarbeiten soll.
Den Schluß der Tagung bildete ein Vortrag des Herrn
Dr. Schneider, Geschäftsführer des Reichsverbandes der Deut-
schen Industrien, über „Wirtschaftslage und Wirtschaftspolitik",
der in äußerst interessanten Ausführungen sich eingehend über
die Wirtschaftslage und Wirtschaftspolitik ausließ. Herr Dr.
Schneider führte ungefähr folgendes aus:
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
■r. 27 — 305
„Das wichtigste Ziel deutscher Wirtschaftspolitik in der!
Gegenwart sei die Stabilisierung nicht nur der Währung,!
sondern überhaupt aller Grundlagen der Produktion. Der Kauf-jf
mann und Unternehmer müsse wieder auf festen Unterlagen]
kalkulieren können, jetzt sei er gezwungen, zu spekulieren.']
Das gleiche gelte übrigens auch für jeden Einzelhaushalt. Alle
Preise, Löhne, Frachten, Steuern und sonstigen Unkosten
befinden sich in einer unübersehbaren Bewegung, als deren
Hauptursache die Zerrüttung der deutschen Währung infolge
erzwungener unerträglicher Reparationsleistungen längst allge-
mein erkannt worden ist. Erst wenn, wer weiß nach wie vielen
Konferenzen, diese Reparationen durch die Einsicht der Wirt-
schaftler und entgegen dem Widerstande hanerfüllter und ver-
wendeter Politiker auf ein erträgliches Maß zurückgeführt und
ihre Zahlung möglicherweise durch eine Anleihe erleichtert wird,
wird die Zerrüttung der Weltwirtschaft ein Ende nehmen, die
eurzeit für viele Wirtschaften des Auslandes fast noch uner-
träglicher ist, als für Deutschland. Aber wenn die Stabilisierung
iler wirtschaftlichen Verhältnisse und als ihre Krönung die
Stabilisierung der Mark erreicht sein wird, dann werden für
iie deutsche Volkswirtschaft die Sorgen nicht aufhören. Sobald
vir auf die Dauer in Deutschland mit Weltmarktpreisen rechnen
i missen, wird der Export nicht mehr die jetzigen Vorteile der
/alutadifferenz haben, sondern sehr erschwert werden. Wir müssen
.Jamit rechnen, daß Deutschland auf die Dauer ein sehr teures
, jand mit hohen Produktionskosten geworden ist. Es hat sich
ilurch den Krieg erschöpft, ist durch Waffenstillstand und
Friedensvertrag geradezu ausgeplündert worden, hat jahrelang
1 taubbau mit Rohstoffen, Bodenbestellung, Viehbestand, mit der
i Ausstattung seiner Gebäude, Fabriken und Verkehrsmittel ge-
rieben, aber ebenso mit Volksgesundheit, Bildung und Erziehung
. ,nd auch mit den Qualitäten eines früher weniger zahlreichen,
nbestechlichen Beamtenstandes. Wir haben nicht nur Roh-
<i toffgebiete, Handelsschiffe, Kolonien, Lokomotiven und der-
i (leichen verloren, sondern auch viele unserer Patente und
r aanchen wesentlichen technischen Vorsprung. Deshalb wird
i, jfeutschland, sobald einmal an Stellle von Geldentwertung und
i ralutadumping das Rechnen mit Weltmarktpreisen allgemein
i otwendig wird, sehr schwer im Konkurrenzkampfe gegenüber
. sieben Ländern bestehen, die nicht Reparationslast und
0 chuldenlast Deutschlands schleppen müssen.^ Selbst den inneren
(arkt werden wir dann im Wettbewerb nur'behaupten können,
(irenn wir unsere Kräfte mehr als bisher anspannen. Es wird
e ann nicht mehr möglich sein, daß wir in Deutschland nur
i, lit etwa 60°/0 unserer Produktionskräfte arbeiten und auch
i, icht mehr möglich, daß man allenthalben in Deutschland nach-
s, littags lj2l Uhr Feierabend macht, sondern „ungeheure Arbeit
i. rwartet uns".
Der Vorsitzende, Herr Glashüttenbesitzer Dr. von Vopelius,
ißte in einem eingehenderen Schlußwort das Ergebnis der für
jfie Glasindustrie wichtigen Hauptversammlung in der Weise
r lsammen, daß die deutsche Glasindustrie in der heutigen Not
9 [aseres Wirtschaftslebens mehr denn je zu einer Gemein-
shaftsarbeit in allen wirtschaftlichen und allen technischen
e ragen kommen müsse, wenn sie sich ihren Platz auf dem
Ii /eltmarkt erhalten will, und schloß mit einem Dank an die
i' »erren Vortragenden sowie an die Erschienenen mit der
it Mahnung, in die der Geschäftsbericht, der anläßlich des fünfzig-
e hrigen Bestehens des Verbandes kurz die Geschichte des Ver-
1 indes und die Tätigkeit im Berichtsjahre 1921/22 schildert,
r isklingt:
„Die Not der heutigen Zeit, der Wirtschaft und des
1 deutschen Volkes drängt unserer Auffassung nach noch weit
i mehr zu dem engsten Zusammenschluß aller Industriellen
' Deutschlands, als die Not der Gründerzeit nach dem sieg-
reichen Kriege, der uns die Einigung des Deutschen Vater-
' landes gebracht hat. Heute stehen weit höhere Dinge auf
• dem Spiel. Aus diesem Grunde müßte sich jeder Glas-
■ i industrielle, der sich verantwortlich nicht nur für seinen
' 'Industriezweig, sondern für die gesamte deutsche Glas-
industrie und für die gesamte deutsche Wirtschaft fühl»,
zu dem Entschluß aufraffen, unter Hintansetzung aller per-
- ! sönlichen Meinungsverschiedenheiten lediglich das Große und
> Ganze im Auge zu behalten. Förderung der gesamten
'<• deutschen Glasindustrie und Erhaltung ihrer Stellung im
i deutschen Wirtschaftsleben und auf dem Weltmarkt. Dieses
' Ziel kann nur erreicht werden, wenn die deutsche Glas-
industrie einig ist und wenn die führenden Männer der
deutschen Glasindustrie für diese Einigkeit der Glasindustrie
nicht nur mit Worten, sondern mit Taten eintreten. Wir
gehen daher in das einundfünfzigste Geschäftsjahr mit dem
Rufe nach Einigkeit der gesamten deutschen Glasindustrie
zum Wohl jedes Industriellen, zum Wohl seines Industrie-
zweiges, zum Wohl aber auch und nicht in letzter Linie
pnseres Vaterlandes."
Verzichtleistung: auf das Recht,
bei Nichterfüllung des Friedensvertrages
neue deutsche Guthaben zu beschlagnahmen.
(Nachdruck verboten.!
Die Bestimmung des § 18 Anlage II zu Teil VIII des
Friedensvertrages setzt in den ehemals feindlichen Staaten die
deutschen Reichsangehörigen trotz Fortdauer des Friedens-
zustandes in Bezug auf Eigentum und Person der Gefahr von
wirtschaftlichen und finanziellen Sperr- und Vergeltungsmaß-
regeln oder sonstigen Maßnahmen aus, gegen die sie sich nicht
schützen können. Nach dieser Bestimmung haben die alliierten
Staaten für den Fall der vorsätzlichen Nichterfüllung der
deutschen Verpflichtungen unter Teil VIII des Friedensvertrages
zum Beispiel das Recht, in ihrer Gewalt befindliche deutsche
Waren oder Bankguthaben zu beschlagnahmen. Diese Klausel
des Friedensvertrages bildet infolgedessen ein ernstes Hindernis
für den deutschen Handel mit denjenigen ehemals feindlichen
Staaten, wo sie uneingeschränkt bestehen bleibt. Bei der all-
bekannten Weitherzigkeit der Entente im Auslegen der Knebe-
lungsvorschriften des Friedensvertrages von Versailles ist ein
„vorsätzliches Nichtnachkommen von Verpflichtungen" mühelos
zu jeder Zeit zu konstruieren.
Eine Reihe von Staaten hat nun die Erklärung abgegeben,
auf die Rechte des § 18 Verzicht leisten zu wollen. Diese
Verzichtserklärungen haben zum allergrößten! Teil eine ver-
schiedene Fassung und sind nicht überall unbedingt abgegeben
worden. Soweit diesbezügliche Erklärungen abgegeben worden
sind, haben wir diese nachstehend ersichtlich gemacht.
Belgien. Die Belgische Regierung beabsichtigt nicht,
von den ihr nach dem § 18 der Anlage II zu Teil VIII des
Friedensvertrages von Versailles zustehenden Rechten, das
Eigentum der deutschen Staatsangehörigen zu beschlagnahmen,
Gebrauch zu machen für den Fall, daß Deutschland gegen seine
Verpflichtungen absichtlich verstoßen würde. Dieser Verzicht
bezieht sich auf deutsches Eigentum in Belgien, seinen Kolo-
nien oder dem von ihm verwalteten Gebiet, einschließlich ins-
besondere der Bankguthaben, ebenso wie auf Schiffe und Fahr-
zeuge in belgischen Gewässern. Das gilt ebenso von Waren an
Bord belgischer Schiffe oder Fahrzeuge oder von nach Belgien
zum Verkauf gesandten Waren.
China. Die Chinesische Regierung verspricht, daß sie
Deutschen in China vollen Schutz in der friedlichen Ausübung
ihres Berufes gewähren und deren Vermögen nicht noch einmal
beschlagnahmen wird, außer in Uebereinstimmung mit den
allgemein anerkannten Grundsätzen des Völkerrechts oder den
Bestimmungen des chinesischen Rechtes.
England. Die Britische Regierung beabsichtigt nicht,
für den Fall der Nichterfüllung der deutschen Verpflichtungen
unter Teil VIII des Friedensvertrages von dem ihr nach § 18
der Anlage II zu diesem Teil des Friedensvertrages zustehenden
Rechte auf Beschlagnahme des Eigentums deutscher Staats-
angehöriger in Großbritannien Gebrauch zu machen. Dies
bezieht sich auf das in Großbritannien oder in britischer Gewalt
befindliche deutsche Eigentum, ob dieses nun in Bankguthaben
oder in auf großbritannischen Schiffen befindlichen Waren
oder in nach Großbritannien zum Verkauf bestimmten Waren
besteht.
Diese Entschließung der englischen Regierung ist auf das
Eigentum deutscher Reichsangehöriger in den nicht mit ver-
antwortlicher Regierung ausgestatteten Kolonien und in den
Protektoraten ausgedehnt worden.
Britisch-Indien. Die Indische Regierung hat die Er-
klärung abgegeben, daß sie sich hinsichtlich der Anwendung
des § 18 der Anlage II zu Teil VIII des Friedensvertrages dem
Vorgehen der Britischen Regierung anschließe.
Britisch-Südafrika. Die Regierung Britisch-Südafrikas
hat eine Erklärung veröffentlicht, daß sie nicht die Absicht habe
für den Fall, daß Deutschland vorsätzlich den Verpflichtungen
nicht nachkommen sollte, die ihm der Vertrag auferlegt, das
Eigentum deutscher Staatsangehöriger in Britisch-Südafrika
gemäß § 18 der Anlage II zu Teil VIII des Friedensvertrages
mit Beschlag zu belegen.
Neuseeland. Neuseeland hat dieselbe Entschließung
angenommen, wie die Britische Regierung, jedoch mit der Aus-
nahme des Eigentums von Gesellschaften. Neuseeland wird
also das in Neuseeland befindliche private Eigentum deutscher
Staatsangehöriger nicht beschlagnahmen. Diese Bestimmung
bezieht sich aber lediglich auf das Eigentum von Privatpersonen
und nicht auf das von Gesellschaften.
Japan. Japan hat die Deutsche Regierung davon in
Kenntnis gesetzt, daß die Japanische Regierung nicht mehr die
Absicht hat, die ihr nach § 18 der Anlage II zu Teil VIII des
Vertrages von Versailles zustehenden Rechte auszuüben, die
Güter der deutschen Staatsangehörigen zu beschlagnahmen, falls
Deutschland seine Verpflichtungen vorsätzlich verletzen würde.
306 — Nr. 27
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (Bft. t&n^&hg ,
Das bezieht sich auf die in Japan oder in den von ihm ver-
walteten Gebieten befindlichen deutschen Güter, insbesondere
einschließlich der Bankguthaben ebenso wie auf Waren an Bord
von japanischen Schiffen oder Fahrzeugen oder auf solche
Waren, die nach Japan gesandt sind, um dort verkauft zu
werden.
Italien. Der italienische Ministerrat hat beschlossen, den
§ 18 der Anlage II zu Teil VIII des Vertrages von Versailles
in dem Sinne auszulegen, daß das Recht auf Einziehung des
Eigentums der früher feindlichen Staatsangehörigen nicht das
Eigentum betrifft, das in Italien nach dem Uebergange in den
Friedenszustand begründet worden ist.
Eine förmliche Verzichtleistung ist von italienischer Seite der
deutschen Reichsrogierung gegenüber nicht erfolgt.
Jugoslawien. Jugoslawien hat erklärt, von dem ihm
aus § 18 der Anlage II zu Teil VIII des Vertrages von Ver-
sailles zustehenden Recht, das Eigentum deutscher Staatsan-
gehöriger zu beschlagnahmen, falls Deutschland vorsätzlich
seine Verpflichtungen aus dem Friedensvertrage verletzen
würde, keinen Gebrauch machen zu wollen. Dies bezieht sich
auf alle Güter, die sich in Jugoslawien befinden, einschließlich
der Bankguthaben, auch auf die Schiffe und Fahrzeuge, die
sich in jugoslawischen Gewässern befinden. Dies bezieht sich
auch auf Waren an Bord jugoslawischer Schiffe oder Fahrzeuge
oder auf solche Waren, die nach Jugoslawien gesandt sind,
um dort verkauft zu werden.
Peru. Die Peruanische Regierung hat nicht die Absicht,
die Rechte zu benutzen, welcher ihr § 18 der Anlage II zu
Teil VIII des Vertrages von Versailles überträgt, um sich der
Besitztümer deutscher Reichsangehöriger für den Fall zu be-
mächtigen, daß Deutschland vorsätzlich den Verpflichtungen
nicht nachkommen sollte, welche ihm dieser Vertrag auferlegt.
Dies ist zu verstehen als anwendbar auf jede Art deutscher
Besitztümer, die sich auf dem Gebiet Perus befinden und auf
Waren mit gleichen Eigentumsverhältnissen, welche sich an
Bord von Handelsschiffen irgend einer Nationalität in den Ge-
wässern peruanischer Gerichtsbarkeit befinden.
Portugal. In dem mit Portugal am 6. Dezember 1921
abgeschlossenen Handelsvertrag hat sich Portugal Deutschland
gegenüber verpflichtet, dem Parlament einen Gesetzentwurf
vorzulegen, in dem auf die Anwendung des § 18" Verzicht ge-
leistet wird. Eine diesbezügliche amtliche Erklärung ist bis-
her nicht eingegangen.
Rumänien. Rumänien hat sich in einzelnen Fällen
bereit erklärt, auf die Anwendung des § 18 der Anlage II zu
Teil VIII des Friedensvertrages von Versailles zu verzichten.
Eine offizielle Verzichtleistung ist jedoch bisher nicht erfolgt.
Hier ist infolgedessen besondere Vorsicht geboten.
Tschechoslowakei. Die Tschechoslowakische Regierung
hat in dem am 1. Februar 1921 stattgefandenen Ministerrat be-
schlossen, ebenso wie Belgien und England sich des Rechtes
zu begeben, gegenüber Deutschland die Bestimmungen des
§ 18 der Beilage II des Teiles VIII des Friedensvertrages von
Versailles generell zur Anwendung zu bringen.
Andere ehemals feindliche Staaten sind dem Beispiel der
vorgenannten Länder noch nicht gefolgt. Es darf aber die Er
Wartung ausgesprochen werden, es werde sich immer weiter
die Erkenntnis Bahn brechen, daß die uneingeschränkte Gel
tung des § 18 des Friedensvertrages der Aufnahme normaler
und ersprießlicher gegenseitiger wirtschaftlicher Beziehungen
im Wege steht. Im übrigen möchten wir bei dieser Gelegen-
heit bemerken, daß nach den Grundsätzen des Völkerrechtes
die Inanspruchnahme des Eigentums Privater für Schulden odei
Verpflichtungen des Staates, wie es vorliegend im Friedens
vertrage geschehen ist, unstatthaft ist.
pie Deutsche Regierung hat es abgelehnt, eine Haftpflicht
für die Schäden zu übernehmen, die den deutschen Exporteuren
durch die künftige Anwendung des § 18 entstehen könnten
Hieran ändert selbstverständlich auch der Umstand nichts, daf
von selten der Außenhandelsstellen Ausfuhrgenehmigungen aus
gestellt worden sind.
Der Exporteur kann sich bei Lieferungen nach solcher
ehemals feindlichen Ländern, die auf die ihnen aus dem § Ii
zustehenden Rechte nicht offiziell Verzicht geleistet haben, nuj
dadurch auf alle Fälle vor Verlusten schützen, daß er Voraus
bezahlung des Kaufpreises verlangt. Derselbe Zweck kam
auch durch die Eröffnung eines unwiderruflichen Akkreditive*
in Höhe der Kaufsumme bei einer deutschen Bank erreich
werden.
Es dürfte angebracht sein, daß die deutschen Exporteur«
bei eintretender Gelegenheit ihre ausländischen Geschäftsfreund^
derjenigen ehemals feindlichen Staaten, die bisher auf die Be
schlagnahme deutschen Eigentums nicht verzichtet haben, aa
diese den Warenaustausch hindernde Tatsache hinweisen, dami
diese bei ihren Regierungen in diesem Sinne vorstellig werdei
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Personalien. Herr Professor Dr. Quasebart ist am 1.7. 22 als
Vorstandsmitglied in die „Chemischen Werke vormals Auergesellsehaft m.
b. H., Kommanditgesellschaft, Berlin 0. 17, Bhrenbergstr. 11—14," ein-
getreten. Die ehrenamtliche Tätigkeit in der Wärmetechnischen Be-
ratungsstelle der deutschen Glasindustrie wird er bia auf weiteres bei-
behalten.
Heinrich Filimann, Generaldirektor der Porzellanfabrik Kahla, ist von
der Universität Jena zum Ehrendoktor der Staatswissenschaften ehren-
halber ernannt worden.
Amßterdam
Kopenhagen
Stockholm .
Christiania
Helsingfors
Schweiz . .
Wien . . .
Prag . . .
Budapest .
Sofia . . .
Yokohama .
Spanien . .
Brüssel . .
Italien . .
London . ■
Paris . . .
New York .
Buenos-Aircs
2295
99
395
21
3,3
0,15151
95
1203
185
Gesetzgebung, Stenern.
Umsatzsteuer-AuBfuhrkurse für Mal. Als DurchscbnittBkurse für
die Umrechnung ausländischer Werte (vergl. Nr. 26, S. 298) sind vom
Beicbsfinanzminister iür den Monat Mai nach Anhörung der Reichsbank
folgende Kurse festgesetzt worden:
100 h. Fl. 10662 Luxemburg .
100 Kr. 5908 Agram . . .
100 . 7108 Belgrad . . .
100 5096 Warschau . .
100 f. M. 573 Zaren-Rubelnot.
100 Fr. 5303 Duma-Rubelnot.
100 Kr. 2,9 Rußland . .
100 529 Litauen . . .
100 „ 34 Athen . . .
100 Lewa 204 Konstantinopel
1 Yen 130 Alexandria , .
100 Bes. 4321 Teheran' . .
100 Fr. 2307 Lissabon . .
100 Lire 1450 Bombay . .
1 Lstrl. 1227 Singapore . .
100 Fr. 2517 Hongkong . .
1 Doli. 276 Schanghai . .
a) 1 Papierpeso 100 Montreal . .
b) 1 Oioldpeso 220 Montevideo .
Rio de Janeiro 1 Milreis 38 Mexiko . . .
B,umän. Noten 100 Lei 188 Lima .....
Riga .... 100 lett. Ro. 10« Valparaiso . .
Reval .... 100 est. M. 88
Entscheidungen des BeichsfinanzhofeSi Vergütungen für Auf-
Bichtsratsmitglieder unterliegen dem Reichsstempel nach Tar.-Nr. 9, wenn
die Vergütung von der Gesellschaft ihrem Aufsichtsrat gewährt wird, bei
Leitung von dritter Seite nur dann, wenn die Zahlung für Bechnung der
Gesellschaft erfolgt. (Urt. v. 25.4. 22. II A. 664/21.)
100 Fr.
100 Kr.
100 Din.
100 p. M.
100 Ro.
100 Ro.
1000 Sowjet-Ro.
100 Ostmark
100 Drachmen
1 Lstrl. tq.
lägypt. Lstrl. 1256
1 silb. Kran 23
1 Eskudo 21
1 Rupie 79,61
1 Straits-Doll. 142
1 Doli. 156
1 Tael 214
1 kan. Doli. 272
1 Peso
1 9
1 peru. Lstrl. 1044
1 Peso 30,3
221
135
Handel und Verkehr.
Erhöhung der Postgebühren im Auslandsverkehr. Der deutscl
Gegenwert des Goldfranken im Aaslandsverkehr wird mit Wirkung voi
22. 6. an auf Ji 60 festgesetzt. Anläßlich der Neufestsetzung sind voi
genannten Tage an die allgemeinen Bestimmungen über die Postgebühre
im Auslandsverkehr sinngemäß mit folgenden Abweichungen anzuwenden
1. Die Gewichtgebühren für Postfrachtstücke nach den Vereinigten Staate
von Amerika betragen bis 2 kg Ji 110, bis 3 kg Jt 125, bis 4 kg Ji 14
bis 6 kg M 156, bis 10 kg JL 230. — 2. Der Verkaufspreis der Antwor
scheine für das Ausland beträgt Ji 16. — 3. Im Telegrammverkehr nac
dem Ausland sind die Grundwerte der Gebührentafel für Telegramm
(JanuarauBgabe) mit 60 malzunehmen. In den fettgedruckten Hinweise
am Kopfe der S. 6 bis 28 der Gebührentafel ist die Zahl 56 deutlich i
60 zu ändern. Die Wortgebühren nach Oesterreich und Tschechoslowakei-1
betragen JL 2,20, nach Ungarn Ji 5,20. Die Angaben auf S. 6 der
btthrentafel sind hiernach zu berichtigen.
G
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
Die A. H. N. Grobkeramik verzichtet mit sofortiger Wirkung b
auf weiteres auf die Beibringung von Verpflichtungsscheinen (ausgenommc
Quarzit). Die Beibringung von Lieferwerksscheinen ist nach wie vi
erforderlich. Die Lieferwerksbeseheinigung hat eine neue Fassung erhalte:
— Eine Aenderung der Ausfuhrmindestpreise ist vorgenommen worder
für feuerfeste Erzeugnisse nach Dentschoesterreich mit Wirkung vo
15.6. 22; für Ton und Klebsand gleichfalls ab 15.6. 22; für Korund ui
Schmirgel ab 8. 6 22. — Wegen des dauernden Steigens der Gestehung
kosten für die Gewinnung von Quarzit werden die Ausfuhrpreise fl
Dentschoesterreich zum 1. eines jeden Monats neu festgesetzt. Aend
rungen für die Ausfuhr nach Tschechoslowakien werden auch rechtzeiti
bekannt gegeben.
Die A. H. N. Glas weist darauf hin, daß es für die Preisprüf an
von Ausfuhranträgen, bei denen besondere Rabatte in Abzug gebracl
werden, von Wichtigkeit ist, zu wissen, ob die Lieferung an Wiederve
käufer oder an Selbstverbraucher erfolgt. In vielen Fällen ist es nach dl
Richtlinien der zuständigen Unterausschüsse gestattet, Wiederverkäufe)
einen Rabatt einzuräumen, ohne daß dadurch die AusfuhrmindeBtpreii
unterboten werden. Mangels näherer Angaben laufen die Antragstell
Gefahr, daß ihnen die Ausfuhrbewilligungen wegen zu niedrigen Preis
abgelehnt werden, während die Anträge hätten genehmigt werden könne
wenn der PreisprüfungsBtelle bekannt gewesen wäre, daß es sich um Li
ferungen an Wiederverkäufer handelte. Es liegt lediglich im Interes
der Antragsteller, wenn sie in ihren Anträgen entsprechende Angabt
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL — COBURG.
JSr. 27 — 307
machen. Die Namen der ausländischen Empfängerflrmen brauchen nicht
angegeben zu werden, es genügt, wenn darauf hingewiesen wird, daß es
sich um Wiederverkäufer bezw. Selbstverbraucher handelt.
Zur Rückerstattung der englischen Sanktionsabgabe. Im An-
schluß an das in Nr. 26, S. 298, veröffentlichte Merkblatt (Ziffer 3) ist
noch folgende Anweisung zu geben: Infolge der zum Teil unleserlichen
und ungenauen AdreBsenangaben auf den von den britischen Zollämtern
ausgestellten Sanktionsgutscheinen ist es der Friedensvertrag-Abrechnungs-
stelle trotz größter Mühewaltung nicht immer möglich, Namen und Wohn-
ort der deutschen Exporteure auefindig zu machen. Die Exporteure, die
drei Tage nach Empfang des ihnen von ihrem englischen Kunden zu-
gehenden Originals noch nicht in den Besitz der Aufforderung zur Ein-
sendung dieses Originals gelangt sind, werden hiermit aufgefordert, die
Avisbriefe nicht abzuwerten, sondern die Originalbons einzusenden und
den Zahlungsweg vorzuschreiben, damit die Einlösung auf Grund der
Identifizierung beider Gutscheine erfolgen kann.
England. Zorn Industrie-Schutzgesetz. Einer Londoner Meldung
zufolge ist letzthin der Bericht des englischen Komitees zur Prüfung der
Durchführung des Gesetzes über den Schutz der englischen Industrie ver-
öffentlicht worden. Aus dem Bericht ergibt sich, daß eine große Anzahl
von Waren mit dem vorgesehenen Schutzzoll belegt werden soll. Es be-
finden sich darunter, wie wir bereits früher erwähnten, Glaswaren. Der
Kommissionsbericht wird von der „Westminster Gazette" als erster, ernst-
licher Versuch zur Durchführung einer Tarifreform hingestellt. Es sei
bezeichnend, daß die vorgeschlagenen Zölle nicht gegen Böhmen oder
Tschecboslowakien sich richtete?, obgleich die meisten nach England ein-
geführten Glaswaren von doither stammten. Die neuen Bestimmungen
sollen vielmehr ausschließlich die Konkurrenz Deutschlands treffen, weil
man weiß, daß Deutschland in seiner heutigen Lage si,ch nicht wehren
und Gleiches mit Gleichem vergelten kann. Das Blatt führt dann des
näheren aus, daß die Begründung des Handelsamtes für die Zolle gar
nicht mehr zutreffe, weil die Kaulkraft der Mark inzwischen im deutschen
Inland gesunken sei und Deutschland nicht mehr so biUig liefern könne.
Italien. Verzollungsvorscbriften. Auf Grund des am 6.7. 21 in
Kraft Betretenen neuen Zolltarifs (Sprechsaal 1921 : Nr. 36, S. 411, Nr. 39,
S 459) wird für jede Sendung die Beifügung der Originalrechnung oder
einer begl. Kechnungsabschrift verlangt, ferner genaue Angaben des Koh-
und Kein gewichte, der Zusammensetzung von Apparaten usw., Beifügung
von Zeichnungen und Beschreibungen, über Herstellungsweise usw. Ob-
wohl eise diesbezügliche amtliche Vorschrift nicht besteht, dürfte es doch
im Interesse der deutschen Lieferanten liegen, solche Angaben nach Mög-
lichkeit zu machen, und zwar zweckmäßigerweise auf den Zolldeklarationen,
die in den Zollämtern vorgelegt werden müssen. Dies gut besonders für
die einem Wertzoll unterliegenden Waren.
Litauen. Zollverfahren, Bekanntlich wird bei der Einfuhr der
Zoll vom Werte der Waren berechnet. Zu diesem Zwecke ist jeder Sen-
dung an den Grenzspediteur eine von der Handelskammer beglaubigte
Kechnungsabschrift beizufügen. Nachdem aber bei diesem Verfahren mit
Hilfe von Unterschrifts- und Stempelfälschungen nachweislich erhebliche
Zollhinterziehungen vorgekommen Bind, ist ein Gesetz erlassen worden,
■wonach Einfuhrwaren beschlagnahmt werden können, wenn der deklarierte
Wert in erheblichem Widerspruch mit dem tatsächlichen Werte steht.
Da die beteiligten Zollbeamten aus den ermittelten Ueberpreisen eine
Prämie erhalten, steht zu befürchten, daß diese Maßnahme erhebliche
Störungen des Einfuhrhandels zur Folge haben wird. Jedenfalls ist bei
Verkäufen nach Litauen „franko verzollt" Vorsicht geboten, denn die Be-
rechnung des Zolles erfolgt nach den jeweiligen Marktpreisen.
Polen. Ein endgültiger Zolltarif soll erst nach Stabilisierung
der polnischen Valuta eingeführt werden. Vorläufig sind Aenderungen im
Gange, die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse Danzigs und Ober-
schleBiens erforderlich werden.
Schweiz. Die Geltungsdauer der Einfuhrbeschränkungen ist
bis 30. 6. 23 (ursprünglich bis 31. 12. 23 beabsichtigt) verlängert worden.
Spanien. Zum Yalutazuschlag. Zu der Frage des spanischen
Valutazuschlags für den deutschen Import hören wir von unterrichteter
Seite- 1 Der Antrag auf Befreiung von der Zahlung des Valutazuschlags
ist an den spanischen Finanzminister zu richten, und zwar ist er vorzu-
legen und weiterzuleiten durch Vermittlung entweder des für die Abfer-
tigung der Waren zuständigen Zollverwalters oder, falls es sich um
noch nicht abgesandte Waren handelt, durch Vermittlung des zuständigen
spanischen Konsulats. 2. Dieser Antrag muß von einer Bescheinigung des
für den Ursprungsort der Waren zuständigen spanischen Berufskonsuls
bealeitet sein, aus der auf Grund der getroffenen Fesstellungen hervor-
geht, daß der Kaufvertrag vor dem 29.5.22 geschlossen worder. ist.
3 Die Entscheidung des Ministers wird der Zollbehörde, bei der die Ware
angehalten iBt, oder, falls sich die Ware noch am UrBpruugsort befindet,
dem Konsul mitgeteilt, der die Bescheinigung ausgestellt hat und der
alsdann den Absender mit einer die Befreiung aussprechenden Urkunde
versehen wird. 4. Gemäß der vom Minister getroffenen Entscheidung
wird die Zahlung der Zollgebühren vorgenommen werden. 5. Die vor
Erlaß dieser Anweisungen gestellten Befreiungsanträge werden auch dann,
wenn sie ihnen nicht entsprechen, zur Erledigung gelangen.
Tschecboslowakien. Erschwerung deutscher Handelsnieder,
lassungen. -Die Schwierigkeiten, die seit geraumer Zeit der deutschen
Einfuhr bereitet werden, sind durch eine Verordnung vermehrt worden,
die bestimmt, daß für die Handelsznlassung ausländischer Gesellschaften
sogenannte „Admissionsgebühren" erhoben werden. Diese sind außer-
ordentlich hoch und betragen mindestens ein Viertel und mehr des Grund-
kapitals der ausländischen Firma, die die Einführung ihres Fabrikates
nach Tschechoslowakien durch Gründung von Tochtergesellschaften oder
Einrichtung vcn Niederlassungen bezw. Generalvertretungen beabsichtigt.
Ungarn. Vorbereitung des neuen Zolltarifs. Die Beratungen im
Handelsministerium bezw. in der handelspolitischen Zentrale nähern sich
dem Abschluß, und man hofft, den Entwurf im Laufe des Sommers der
Nationalversammlung vorlegen zu können. Er wird dem gegenwärtigen
Tarif gegenüber erhebliche Abweichungen aufweisen. Es soll kein Doppel-
tarif, sondern ein einheitlicher Generaltarif aufgestellt werden, der dann
im Wege von Handelsverträgen Ermäßigungen erfahren wird. Ia erster
Linie soll der neue Tarif eine planmäßige und energische Industrieförde-
rungspolitik ermöglichen. Die Stellungnahme der einzelnen Interessenten-
schichten zu den Regierungsvorschlägen ist sehr verschieden, doch dürfte
eine große Mehrheit für einen erhöhten Zollschutz vorhanden sein. Eine
Einigung wurde bisher u. a. über die Zollsätze von Ton- und Glaswaren
erzielt.
Vereinigte Staaten. Zur Zolltarifrevision. Wie bekannt ist,
hat der Senator Mc Cnmber dem Senat einen neuen Tarifentwurf vorgelegt,
der in wesentlichen Punkten von der Fordney- Vorlage abweicht. Wenn
auch gegenüber dem Antrage Fordney's an dem Prinzip der Berechnung
der Wertzölle auf der Basis des ausländischen Marktwertes eingeführter
Waren festgehalten wird, soll der Präsident Vollmacht erhalten, in ge-
wissen Fällen die Zollberechnung auf der Grundlage des amerikanischen
Verkaufspreises eingeführter Waren vorzunehmen. Diese und andere Be-
stimmungen des Entwurfs, die u. a. eine Verschärfung der bisherigen
Vorschriften über die Markierung der Waren mit dem Lande der
Herkunft enthalten, werden im Falle ihrer Annahme durch den Kon-
greß zweifellos namentlich die deutsche Aasfuhr nach den Ver-
einigten Staaten empfindlich treffen, zumal durch das Senateflnanz-
komitee die Zollsätze, die der Abgeordnete Fordney vorgeschlagen
hatte, teilweise um 100% erhöht worden sind, Die Geschäftsführung
des Deutsch-Amerikanischen Wirtschafts Verbandes hat von den wichtigen
administrativen Bestimmungen des Mc Cumber-Entwurfs eine deutsche
Uebersetzung angefertigt, die zusammen mit einem umfangreichen Auszug
aus den Tarif Positionen selbst in dem soeben erschienenen Mai/Jani-Jleft
der „Mitteilungen" des genannten Verbandes veröffentlicht worden ist
und zum Preise von Ji 40 je Exemplar von der Geschäftsstelle (Berlin
NW. 7, Neue Wilhelmstr. 12 14) bezogen werden kann.
Geschäftliche Mitteilungen.
Deutsche Glas- und Spiegelfabriken, A.-G., Fürth i. B. In der a. o.
G-V vom 30. 6. 22 wurde einstimmig die Erhöhung des Grundkapitals
um M 3,8 Mill. Stamm- und M 0,6 Mill. Vorzugsaktien beschlossen, sodaß
die Gesellschaft nunmehr über ein Aktienkapital von M 10 Mill. Stamm-
und M 1 Mill. Vorzugsaktien verfügt. Von den neuen Stammaktien
werden M 3,1 Mill. durch die Bayerische Diskonto- und Wechselbank,
Abtlg. Nathan & Cie., Nürnberg-Fürth, den seitherigen Aktionaren zu
220 % im Verhältnis 1 : 2 zum Bezüge angeboten ; die restlichen Ji 0,7
Mill. werden von dem Uebernahme-Konsortium zur Verfügung der Gesell-
schaft gehalten. Die neuen Vorzugsaktien werden von den seitherigen
Vörzugsaktionären zu 200 % übernommen. Des weiteren wurden die vor-
geschlagenen Satzungsänderungen genehmigt
Optische Werke, A.-G., vorm. Carl Schütz & Co., Cassel.
Auszug ans dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn
Jt 168 665 (52 704); Dividende 6 % ; Vorzugsaktien 6 (6 %); Abschrei-
bungen Ji 210 523 (173 446). — An Stelle des ausgeschiedenen R. Bartelt
wnrde Zivilingenieur C. Gaudian gewählt.
Allgemeine Physicochemische A.-G., Hannover. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31 12. 21: Reingewinn Ji 194125;
Dividende 5 % ; Abschreibungen M 174 076. — Neu in den Aufsichtsrat
wurde Kommerzienrat H. Spiegelberg gewählt.
Maschinenfabrik« vorm. Georg Dorst, A.-G., Oberlind. Die
o G-V stimmte der Kapitalserhöhung am i 1 Mill. Stammaktien auf
Ji 2 Mill zu. Die neuen für 1922/23 dividendenberechtigten Aktien
sind von der Bank für Thüringen, vorm. B. M. Stripp, A.-G., Filiale
Sonneberg, mit der Verpflichtung übernommen worden, sie den alten
Aktionären im Verhältnis 1 : 1 zu 150% zum Bezug anzubieten. Das
Bezugsrecht läuft bis 11. 7. 22.
Tschechoslowakien. Porzellan-Konzern. Wie man uns schreibt,
fand vor kurzem in Karlsbad die konstituierende Generalversammlung der
Kaolina" Karlsbader Kaolin- Industrie A.-G. statt (Generalvertreter Eduard
LiBSat, Regensburg), die mit einem Kapital von Kc 6,5 Mill. durch Karls-
bader Industrielle unter Beteiligung der Internationalen Handelsbank,
Wien gegründet wurde und die Uebernahme der Betriebe der „Kaolin-
industrie Ges. m. b. H." zum Zwecke hat. Damit ist ein weiterer Schritt
zum Zusammenschluß der böhmischen Porzellan- und Kaolinindustrien er-
folgt da die Internationale Handelsbank bekanntlich bereits über die
Majorität der „Epiag" Erste böhmische Porzellanindnstrie A.-G., Karlsbad,
verfügt und der „Porzellan-Union A.-G.", Karlsbad, nahe steht, überdies
aber in letzter Zeit die Verhandlungen mit den Großaktionären der Zett-
litzer Kaolinwerke A.-G. und der Internationalen Handelsbank zu einem
Uebereinkommen geführt haben, wonach auch diese Gesellschaft in den so
gebildeten Porzellankonzern einbezogen erscheint. Auch die Verhandlungen
mit der der Internationalen Handelsbank bekanntlich nahestehenden Anglo-
bank bezüglich dauernder Teilnahme dieses Institutes an den genannten
Industrien sind von der Internationalen Handelsbank kürzlich erfolgreich
beendet worden.
Ausland. Zwecks Verweitung der reichen Tonlager in Perak ist
letzthin die „Malayan China Clay and Pottery Co., Ltd." gegründet
worden. Die Gesellschaft, deren malayische Arbeiter in kurzer Zeit
große Fertigkeit erreicht haben sollen, hat bereits Porzellan herausge-
bracht, das von hervorragender Güte sein soll.
Konkurseröffnung. Porzellanfabrik Weidenberg, G. m. b. H.,
Weidenberg. Konkursverwalter: Rechtsanwalt Greifenstein, Bayreuth.
Anmeldefrist: 5.7. 22. Allgemeiner Prüfungstermin: 12.7.22, 10 Uhr v.
Amtsgericht Weidenberg.
Gener al - Versammlungen.
, Dommitzscher Tonwerke, A.-G., Dommitzsch : a. o. G.-V. 15, 7. 22,
2x/2 Uhr n., Geschäftsräume, Dommitzsch. T.-O.: Kapitalserhöhung um
M 4 Mill. Stammaktien auf Ji 5 Mill.
308 — Hr. 27
SPRECHSAAL -COBURQ.
1923. (ü. Jahrgang.)
Platowerke, A.-G. fflr feuerfeste Produkte, Niederpleis : o. G.-V.
22. 7. 22, 4 Uhr o., Hotel Monopol, Dasseldorf.
Quarz- Werke, A.-G., Bündheim: a. o. G.-V. 22.7. 22, 4 Uhr n., Hotel
Stadt Hamburg, Bad Harzburg. T.-O. : Genehmigung verschiedener An-
kaufsverträge.
Messen und Ausstellungen.
III, Internationale Reichenberger Messe (12.— 20. 8. 22), Dem
Meßamt ist es wiederum gelungen, den Messebesuchern die weitmöglichsten
Beisebegünstigungen zu verschaffen, die gegen Vorweisung der offiziellen
Messelegitimation gewährt werden. U. a. ist eine 33°/0ige Fahrpreis-
ermäßigung auf den tschechoslowakischen und den rumänischen Bahnen,
eine 20%ige Fahrpreisermäßigung auf den italienischen Bahnen zuge-
standen worden. Gleiche Vergünstigungen in einigen anderen Staaten
stehen noch zu erwarten.
Verbände.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken,
Berlin W*. 30, hat beschlossen, die Verkaufspreise für Niederspannungs-
material aus Porzellan und Steatit ab 1. 7. 22 dergestalt zu erhöhen, daß
auf die Grundpreise nicht wie bisher ein Teuerungszuschlag von 140%,
sondern ein solcher von 165% in Anrechnung gebracht wird.
Gelegentlich einer am 22 6. 22 in Dresden stattgefundenen Haupt-
versammlung ist vom Verband beschlossen worden, allen solchen Kunden,
die sich verpflichten, nur noch von Verbandsfabriken zu kaufen, ab 1. 7. 22
auf alle Bezüge in elektrotechnischem Niederspannungsporzellan nnd -Steatit
eine Umsatzvergütung zu gewähren, die nach der Größe des Umsatzes
von 5% bis 10% gestaffelt ist.
Verband der Glashändler und glasverarbeitenden Betriebe,
Wien. Am 29. 5. 22 fand unter zahlreicher Beteiligung der einschlägigen
Fabrikanten- und Händlerkreise die Generalversammlung statt. Bei den
Wahlen wurde einstimmig Herr Leopold' Palda (Fa. Karl Palda) zum
Präsidenten und zu Vizepräsidenten die Herren Dir. Karl Taubinger
(Fa. Gebr. Brttnner, A-G.), Stefan Rath (Fa. F. J. & L. Lobmeyr), Kom-
merzialrat Anton Walk gewählt. Außer dem vereinBtechnischen Teil
wnrden sehr eingehende Referate über die Lage der Glasbranche erstattet.
Herr Leopold Palda berichtete über die Produktions-, Absatz- nnd Ver-
kehrsverhältniBse der Hohlglasindustrie, Herr Kommerzialrat Anton Walk
über die Flachglasbranche und Herr Carl Beck über die weiterver-
arbeitenden Industrien. Eine gesellige Zusammenkunft beschloß die
Generalversammlung.
Gußgeschirrverband, G. m. b. H., Berlin. Vorstehender Verband
wurde als Verkaufsstelle für gußeiserne Geschirre von führenden sächsischen
nnd mittelschlesischen Fabriken, darunter das Eisenhüttenwerk Marienhütte
bei Eotzenau, A.-G. (vorm. Schlittgen & Haase), Kotzenau, gegründet.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellan-Industrie-A.-G., Berghaus, Auma. Den derzeitigen Auf-
sichtsrat bilden Bankier W. Oberlaender, Vors., Fabrikbesitzer 0. Brunn-
quell, stellv. Vors., Direktor 0. Bichter und die Porzellandreher F. Pohl
und 0. Weiß.
Porzellanfabrik, G. m. b. H.t Großalmerode. Das Stammkapital ist
ist auf Jt 240 000 erhöht worden.
Keramische Industrie-Gesellschaft m. b. H., Jena. Zum weiteren
Liquidator wurde Erich Leistner ernannt. Die beiden Liquidatoren sind
nur gemeinsam vertretungsbefugt.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla. Die Kapitalserhöhung um Jt 12 Müh
Stamm- und Jt 3 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 38 Mill. ist erfolgt.
Gebr. Pohl, A.-G., Schmiedeberg i. R. Die Prokura des Rudolf
Krentscher ist erloschen.
Friedrich Karl Müller, Stützerbach. Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Der bisherige Gesellschafter Robert Kirchner ist alleiniger Inhaber der
Firma.
Richard Hartmann & Co., Lauscha. Die Firma ist erloschen.
Richard Hartmann, Lauscha S.-M. und New- York, Lauscha. Kunst-
werkstätte für handgemalte Porträts und Wiedergaben erster Meister auf
Porzellan. Inhaber ist Kaufmann Richard Hartmann.
Mosaikplattenfabrik Deutsch-Lissa, A.-G., Deutsch Lissa. An Stelle
des ausgeschiedenen Gudmund Dahl wurde Direktor Eduard Knauer zum
alleinigen Vorstandsmitglied bestellt.
Anton Piesche, Kamenz. Fabrikation nnd Vertrieb von Tonwaren.
Inhaber ist Fabrikant Anton Piesche.
Bayer. Kunst- Keramik v. Sivers & Hertwig, München. Percy von
Sivers ist ausgeschieden. Direktor Hermann Hertwig ist als Gesellschafter
unter Ausschluß der Vertretungsbefugnis eingetreten.
Deutsche Kachelofenwerke, A.-G., Braunschweig. Die Kaufleute
Karl Richter und Walter Hanst haben Gesamtprokura.
Nizze, Tonwarenfabrik, Blankenberg i, Meckl., Kommanditgesellschaft,
Blankenberg. Pereönlich haftende Gesellschafter sind Witwe Marie Nizze
und Ziegeleibesitzer Karl Fromm. Kommanditisten mit einer Vermögens-
einlage von je Jt 100 000 sind GatsbeBitzer Hans Nizze, die Firma C. Ebert
und Köster und Kaufmann Karl Küchenmeister. log. Johann A. Gaarz
und Kaufmann Karl Küchenmeister haben Gesamtprokura.
Schamotte- und Steinindustrie, G. m. b. IL, Leichlingen. Das Stamm-
kapital ist auf jft 45 000 erhöht. Kaufmann Martin Jonas ist nicht mehr
Geschäftsführer. Der Sitz der Gesellschaft ist nach Siegburg verlegt.
Fr. Ewers & Sohn, Lübeck. Drei Kommanditisten Bind ausgeschieden.
Die Kommanditgesellschaft ist in eine offene Handelsgesellschaft umge-
gewandelt. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute Eduard
F. Ewers und Fritz Ewers.
Schleifmittelfabrik Nürnberg, G. m. b. H , Nürnberg (Salzbacher Str. 52).
Weiterführung des bisher von der Firma S. S. Arnstein betriebenen Schleif-
mittelwerkes, insbesondere Herstellung und Vertrieb von Schleif- und
Poliermitteln aller Art. Stammkapital: Ji 100000. Geschäftsführer sind
Dipl.-Ing. Hans Meidlein und lug. Wilhelm Rockenstein. Geschäftsführer
Meidlein ist selbständig vertretungsbefugt
Noelle & von Campe, Boffzen. Fabrikant Gustav A. Noelle ist aus-
geschieden und Adolf L. Noelle als persönlich haftender. Gesellschafter
eingetreten.
Lausitzer Glashüttenwerke Kleiner & Co., Dubraucke. Die Prokura
des Kaufmanns Robert Erfurth ist erloschen. Kaufmann Richard Krannich
hat Gesamtprokura.
Oberschlesische Wasserglasfabrik, G. m. b. H., Hindenburg, O.-S.
Rechtsanwalt Dr. Fritz Jacobsohn wurde zum Geschäftsführer bestellt.
L. Weise, Ilmenau. Kaufmann Carl Nonn hat Einzelprokura.
Isolierflaschen-Fabrik Isolde, G. m. b. EL, Pirna. Herstellung von
Isolierflaschen und damit zusammenhängenden Gegenständen und Handel
damit. Stammkapital: Ji 65000. Geschäftsführer ist Kaufmann Fritz
Baumann.
Carl Müller sen., Königshütte. Inhaber ist Glaswarenfabrikant Carl
Müller. Fabrikant Franz Müller hat Prokura.
Rudolf Hohlbaum, Werkstätten für Glas-Industrie und Optik, Alt-
heide. Inhaber ist Fabrikant Rudolf Hohlbaum. Anna Hohlbaum hat
Prokura.
Neisser Glasschleiferei und Spiegelfabrik, G. m. b. H., Neisse. Ge-
schäftsführer sind Glasschleifermeister Rasmas Clausen und die Glaser-
meister Siegfried Krause und Max Förster. Sie sind nur gemeinsam zu
je zweien vertretungsbefugt.
Menke & Co., G. m. b. H., Weißwasser. Die Firma, die nach
beendeter Liquidation durch Verfügung vom 29. 10. 18 gelöscht war, ist
wiederum in Liquidation getreten. Liquidator ist Fräulein Margarete
Lustig.
Erste Darmstädter Herdfabrik und Eisengießerei, Gebrüder Roeder,
A.-G., Darmstadt. Die Kapitalseröhung um Jt 1,75 Mill. Stamm- nnd
nnd M. 0,3 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 5,55 Mill. ist durchgeführt.
Ostdeutsche Stanz- und Emaillierwerke, A.-G., Küstrin. Das Grund-
kapital ist um J6 6,5 Mill. auf M 14,5 Mill. erhöht worden.
Emaillier werk Lauter, G. m. b. EL, Lauter. Als weiterer selbständig
vertretungsbefugter Geschäftsführer wurde Direktor Werner W. Knabe
bestellt.
Emaillier- und Stanzwerke, vormals Gebrüder Ullrich, A.-G., Mai-
kammer. Die Kapitalserhöhung um M 3 Mill. Stamm- und M 0,3 Mill.
Vorzugsaktien auf j& 6 Mill. ist erfolgt.
Sächsische Emailleschilderfabrik Reuter & Heiige, Penig. Die Ge-
sellschaft ist aufgelöst. Louis Philipp Heiige ist ausgeschieden. Kauf-
mann Andreas Reuter führt Geschäft und Firma als Alleininhaber fort.
Südbayerische Metallisator-A.-G., München (Marsstr. 20)^ Metal-
lisierung von Gegenständen nach dem Meurerschen Metallspritzverfahren.
Grundkapital: Ji 1,8 Mill. Vorstand ist Ing, Otto Dillmann. Die
Gründer, welche alle Aktien übernommen haben, sind: Hauptmann a. D.
L. Bietschacher, Kaufmann M. Göller, Hauptmann a. D. Dr. W. Göller,
Direktor E. Henkels, Dr. Max Friedl. Die Mitglieder des ersten Auf-
sichtsrats sind : Dipl.-Berging. A. Berger, Fabrikbesitzer G. Maurer,
Bankdirektor Ph. Zöller.
Anna Bose, Driburg. Die Kaufleute Franz Keil nnd Wilhelm Dahl
haben Gesamtprokura.
Brandes & Schwartz, Hamburg. Ilse Luise Helene Schwartz hat
Prokura. Otto Boockholtz nnd Panl H. C. von Kalla haben Gesamt-
prokura.
Schuster fr Eberlein, Fürth (Königsstraße 33). Spiegel- und Metall-
warenmanufaktur. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufleute
Hans Schuster und Willy Eberlein.
Uca- Glasindustrie Dr. Schillbach, Steyer & Gen., Cassel. Persönlich
haftende Gesellschafter sind Chemiker. Dr. Horst Schillbach, Hauptmann
a. D. Karl Steyer und Diplom.-Ing. Jean Schwarz-Arnyaey.
Fritz Burghardt (Inn. Friedrich Burghardt), Kamenz. Maschinen-
bau, insbesondere Fabrikation von Maschinen für die Glasindustrie. In-
haber ist Elektrotechniker Friedrich A. Barghardt.
J. Heinr. Cordes & Co., Hamburg. Die Gesellschaft ist aufgelöst,
die Liquidation beendigt und die Firma erloschen.
Gesellschaft für feuerfeste Rohstoffe m. b. H., Ddsseldorf. Der Sitz
ist nach Essen verlegt. Alfred Küderling ist nicht mehr Geschäftsführer.
Als solcher wurde Wilhelm Kleinebekel bestellt.
Ingenieurgesellschaft für Wärmewirtschaft, A.-G., Cöln. Die Kapi-
talserhöhung um M 0,5 Mill. auf Jt 1,5 Mill. ist erfolgt.
Gebr. Köchert, Jlmenau. Kaufmann Felix Basser hat Einzelprokura.
Quarzwerke, A.-G., Bündheim bei Bad Harzburg. Gewinnung und
Verarbeitung von Mineralien aller Art, insbesondere von Qaarzsteinen,
ferner Vertrieb derselben und aller einschlägigen Rohmaterialien nnd
Produkte sowie Erwerb ähnlicher Fabrikbetriebe. Grundkapital: Ji 2,5 Mill.
Vorstand ist Fabrikant Max Mudrack. Techniker Otto Raders und Rentner
Fritz Römer haben Gesamtprokura. Die Gründer, die sämtliche Aktien
übernommen haben, sind die Fabrikanten A. Bruens, P. Jentsch
und M. Mudrack, Techniker 0. Raders, Rentner F. Börner, die Fabrikanten
H. Schlüter nnd K. Wenck. Die Mitglieder des ersten Aufsichtsrats sind
die vorgenannten Wenck, Jentsch und Bruens.
Franz Walter, Hof. Keramiker Adolf Narr hat Prokura.
Albert Rapp, Bergwerks- und chemische Produkte, Kamenz. Die
Handelsniederlassung ist nach, Berlin verlegt worden.
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
Hr. 27 — 309
Fragekasten d
Keramik.
87. Worauf ist der schwarze Ausschlag des Porzellans zurück-
zuführen, der beim Einschmelzen der Dekore, besonders keramischer Drucke, \
zutage tritt, und wie ist dieser Vebelstand zu beseitigen? Sandelt es sich
bei dieser Erscheinung um als C02 oder CO beim Scharfbrand eingelagerten
Kohlenstoff', der in der Schmelze reduziert wird, und sind gewisse Roh-
materialien besonders empfänglich ? Ich habe beobachtet, daß der organische
Abziehlack das Ausschlagen stark begünstigt; bei Geschirren mit nur Band,
Band oder Staffage tritt der Fehler höchst selten auf.
Brate Antwort: Der Ausschlag in der Schmelzmnfiel könnte
in erster Linie an ungenügender Entlüftung des Vorwärmraumes der
Muffel liegen, weil der Fehler hauptsächlich bei Waren mit Abziehbildern
auftritt, obgleich er in der Hauptsache auf einen stark reduzierenden
Glattbrand zurückzuführen ist. Eine Täuschung durch Rückstände vom
Abziehlack kann auch aus dem Grunde vorliegen, weil man schwächer
ausgebrannte Ware geringer bewertet und deshalb mit Abziehbild
dekoiiert, während gut ausgebrannte Stücke für Sand, Band und Staffage
verwendet werden. Liegt der Fehler an der Schmelzmuffel selbst, so sind
kleine Abzugslöcher für den entstehenden Bauch im Zuge leicht anzu-
bringen. Ist aber das Brennen schuld, dann muß mit reinerer Flamme
d. b. geringerer Kohlenaufgabe gearbeitet werden. In erster Linie muß
das Vorfeuer ausgesprochen oxydierend sein, die einzeihen Feuer müssen
vollständig abbrennen, und zwar bis SE 08. Es ist gleichgültig, ob man
im Vorfeuer 2-, 1- oder Va-stündig schürt, es muß eben durchweg ge-
nügend abgebrannt werden, außerdem darf das Scharffeuer keinen Luft-
zutritt durch die Roste gestatten, wenngleich die Schüren bis auf eine
reine Glutschicht abbrennen müssen. Ist dann der Ofen auch noch hoch
genug abgebrannt, so ist der Scherben rein und ein Austreten von noch
eingelagertem Kohlenstoff in der Schmelzmuffel unmöglich.
Zweite Antwort: Der schwarze Ausschlag besteht aus feinem,
in die Poren eingelagertem Kohlenstoff. C02 und CO sind Gase, die sich
nicht festsetzen können. Eine einwandfrei gemahlene Glasur darf aber
keine feinsten Poren haben; Sie müssen also Ihre Mahlung verbessern.
Es wurde wiederholt festgestellt, daß die Wassermenge bei Mahlungen
eine Bolle spielt und daß das nachstehende Verhältnis bei der Trommel-
füllung die besten Ergebnisse zeitigt:
Material 500 kg
Wasser 360 „
FJintsteine 500 „
Haben Sie große Mahltrommeln und große, 3—6 cm im Durchmesser
messende Flintsteine, so muß eine Glasur 140 Stunden mahlen bei 23 Um-
drehungen in der Minute. Haben Sie kleinere Mahltrommeln und kleine,
2 — 4 cm große Fiintsteine, so genügen 60 Stunden Mahlzeit bei der gleichen
Umdrehungszahl. Ganz kleine Trommeln können mehr Touren machen.
Flußmittelarme Glasuren zeigen übrigens den Fehler auch.
DritteAntwort: Der Ausschlag ist eine bekannte Erscheinung,
die letzten Endes auf eine gewisse Porosität der Glasur, also auf mangel-
haften Glattbrand zurückzuführen ist. Werden derartige fehlerhaft ge-
brannte Stücke dekoriert, so setzt sich organische Substanz vom Lack
Oder von den Farben in den Poren fest und kann nicht vollständig heraus-
brennen, oder sie reduziert gewisse Metallverbindungen in Farbe und Fluß,
namentlich, wenn die entstehenden Dämpfe nicht abziehen können. Zur
Vermeidung des Fehlers ist zunächst auf einwandfreien Glattbrand zu i
Bchten, dann ist der Ware in der Muffel Gelegenheit zum Ausdunsten zu
geben, indem man Abzüge schafft und die Muffel so lange wie möglich
offen läßt, und schließlich ist bei den Abziehbildern und den Farben ein
Ueber schuß von Abziehlack bezw. Malmitteln zu vermeiden.
Vierte Antwort: Der schwarze Ausschlag, der sich bei Ihrem j
Porzellan nach dem Muffelbrand zeigt, ist nur auf fehlerhaften Glatt-
brand zurückzuführen. Der Kohlenstoff ist beim Glattbrand vor dem
Schließen der Glasur nicht heransgebrannt worden und tritt nun in der
Muffel heraus. Es ist denkbar, daß der Fehler besonders stark sich zeigt,
wenn viel Geschirr mit Abziehlack in der Muffel gebrannt wird, weil !
idann auch in der Muffel eine gewisse Beduktion entsteht und der aus den
Geschirren austretende Kohlenstoff dann nicht verbrennt, sondern auf dem
Porzellan sitzen bleibt.
Fünfte Antwort: Ein schwarzer Ausschlag des Porzellans
beim Einschmelzen der Dekore rührt von einer Aufspeicherung von Kohlen-
stoff im Porzellan her, der durch zu starke Beduktion beim Glattbrande
eingeschlossen wurde und beim Muffelfeuer auf der Oberfläche zum Vor-
schein kommt. Es liegt also ein Brennfehler beim großen Ofen vor.
Glas.
72. Wir haben eine größere Menge Pech vorrätig, das zum Aufkitten
von Brillengläsern dienen soll; es ist aber qualitativ derartig, daß die
Gläser beim Schleifen darauf nicht halten, und zwar weil das Pech weich
wird und die Gläser infolgedessen keinen festen Sitz mehr haben. Welche
Beimischungen müssen dem Pech zugesetzt werden und in welcher Menge,
damit es verwendet werden kann?
Erste Antwort: Es ist eine oft beobachtete Tatsache, daß die
heutigen Pechkitte an Güte wesentlich nachgelassen haben, was darauf
zurückzuführen ist, daß die Beschaffenheit der Rohmaterialien sich ver-
schlechtert hat. Meistens beobachtet man, daß die aufgekitteten Brillen-
gläser wohl ein- bis zweimal festhalten, aber bei weiterer Benutzung
desselben Pechkitts nicht mehr festhaften ; der Kitt ist zu weich, und man
muß ihn nun durch einen Zusatz von Kolophonium zäher machen. Oft ist
as sogar nötig, dem Pech Mennige oder feinst geschlämmte Tonerde zuzu-
setzen. Man kommt am besten zum Ziel, wenn man zunächst an kleinen
Proben durch wechselnde Zasätze die richtige Mischung ermittelt.
es Sprechsaal.
Zweite Antwort: Ihrer Beschreibung nach fehlt es dem Pech
an Klebmittel, also an Harz bezw. Kolophonium, was bei dem hohen
Preise für derartige Rohstoffe ganz erklärlich ist. In welcher Menge
Harz oder Kolophonium dem Pech beizumischen ist, läßt sich ohne
weiteres nicht sagen, daß muß der Versuch ergeben. Möglicherweise
empfiehlt sich der Zusatz von Stoffen, die den Schmelzpunkt des Pechs
erhöhen, z. B. von Kreide, Magnesia, Eisenoxyd u. dergl.
73. Wer liefert Maschinen zur Trennung von Koks und Generatoren-
asche?
Antwort: Wenden Sie sich an die Firmen Benno Schilde in
Hersfeld (Hessen) und an das Grusonwerk in Mageburg-Buckau.
75. Wer liefert das Abfärbemittel „Matador11?
Antwort: Das Glasentfärbungsmittel „Matador" liefern lant
Mitteilung die Vereinigten Bornkesselwerke m. b. H. in Berlin N. 4.
76. Wer liefert Asbeststeine für die Füllung von Kühlofentüren?
Antwort: Zur Lieferung von Asbeststeinen und Isoliermaterial
für Kühlofentüren empfiehlt sich Fritz Kleine, techn. Bureau in Oetzsch-
Leipzig.
Heue Fragen.
Kapantik.
91. Wir brauchen in unserer Dreherei speziell für Flachgeschirre
sehr viel Schwämme (Elefantenohren). Was ist nun unter dem Begriff
„Rohware" zu verstehen? Ein Lieferant teilte uns mit, daß dieser Aus-
druck für Elefantenohren handelsüblich sei. Uns wird trockene Ware
angeboten, aber feuchte Ware geliefert, und wenn wir nachtrocknen, haben
wir immer 10°/0 Gewichtsverlust. Die Schwämme wiegen überhaupt schon
weniger bei ihrem Eintreffen, und wir geraten deswegen mit unseren Liefe-
ranten immer in Differenzen.
92. Beim Bedrucken der Porzellanknöpfe mit Handmaschinen ver-
wende ich Metallstempel, auf welche die Farbe mittels Gelatinewalze ge-
bracht und mit Gelatinestempel auf die Knöpfe übertragen wird. Dieses
Verfahren hat aber den Nachteil, daß der Druck nicht scharf genug,
sondern vielfach verschwommen und daher auch blaß und undeutlich wird.
Wie ist dem abzuhelfen? Gibt es ein anderes Druckverfahren, vielleicht
direkter Druck mit Kautschuk- oder Metallstempel, und wie ist dessen
Handhabung?
93. Bei unserem Porzellangeschirr aus Blaumasse mit schwarzem
Unterglasurmonogramm hatten wir nie einen Anstand. In den letzten
Wochen jedoch kommen die Gesehirre, speziell Teller, aus dem Glatt-
brand mit Löchern längs den Kmturen, hauptsächlich aber bei den
Schattenstrichen des Monogramms. Wir verfahren folgendermaßen: Der
geglühte Scherben wird mit einem Anstrich aus Terpentinöl und Kolophonium^
versehen, damit das Plattendruck- Monogramm in schwarzer Farbe tadellos
abgezogen werden kann. Darauf werden die Geschirre nochmals verglüht,
dann glasiert und nun glattgebrannt. Die schwarze Farbe von einer be-
kannten Fabrik wird vor dem Druck mit englischem Firnis verrieben.
Wir haben bei der Farbenfabrik reklamiert, und diese empfahl uns, der
Farbe Glasur zuzusetzen, was aber nichts genützt hat. Worauf ist der
Fehler zurückzuführen und wie zu beseitigen?
94. Wozu kann man alte Gipsformen verwenden?
95. , Wir beabsichtigen, einen Ofen von cbm Inhalt, worin
Farbkörper bei Temperaturen von 1100—1300° rein oxydierend gebrannt
oder geglüht werden sollen, zu bauen. Ein runder Ofen mit überschlagender
Flamme käme für den gedachten Zweck wohl nicht in Frage, dagegen
dürfte eine Scharffeuermuffel vorzuziehen sein. Ist unsere Ansicht richtig,
und welche Erfahrungen wurden mit derartigen Muffeln gemacht? Wer
baut entsprechende Oefen bezw. Scharf feuermuff ein?
Glae.
79. Ich bitte um Angabe einer praktischen automatischen Wasch-
vorrichtung für Glassand, womit man täglich bis 2000 kg Sand waschen
kann. Der Sand soll von Lehm und organischen Substanzen befreit und
in einer gleichmäßigen Körnung gewonnen werden. Wer liefert solche Vor-
richtungen. *
80. Ich erzeuge Wasserstandsrohre von 15 — 20 mm 0, die am
Sprengstein zerschnitten, dann geschliffen und verschmolzen werden. Nach-
dem diese Arbeit zeitraubend ist, bitte ich um Angabe eines Verfahrens,
wie man Glasrohre so schneidet, daß sie gleich eine glatte, verschmelzbare
Fläche haben und das Schleifen erspart bleibt.
81. Von meiner sonst gut eingerichteten Glasschleiferei werden
öfters kleinere, viereckige wie auch ovale und runde facettierte Spiegel ver-
langt. Wie wird die Facette sauber angebracht? Kann sie auf einer
Kugelmaschine hergestellt werden oder ist ein Scheibenkasten nötig ? Kann
ev. am Schleiffaß ein Schleifwagen angebracht werden oder gibt es besondere,
für diese Zwecke eingerichtete kleinere Ovalwerke? Wer liefert solche?
82. Welche Korngröße ist im allgemeinen bei Verwendung von Ge-
steinen (Granit, Bimsstein, Basalt usw.) in, der Glasschmelze nötig, damit
eine normale Schmelzbarkeit und ein steinfreies Glas erzielt wird?
Kann speziell ein Bimsstein mit etwa 58°/0 Kieselsäure, 24°(0 Tonerde
und Eisenoxyd, 2*}0 Kalk und Magnesia, 12 % Natron bei einer Korn-
größe von etwa 15X20 mm oder wenigstens von 7X10 mm im Wannen-
ev. auch Hafenofen geschmolzen werden, da eine Mahlung unrentabel
wäre?
83. Auf welche Weise können Gläser mit versilberten Randern ver-
sehen werden? ,
84. Wer liefert Drahtglasschneidräder?
Briefkasten der Redaktion.
F. F. i. Fi Sätze für widerstandsfähige Wasserstandsgläser finden
Sie in den Antworten zu Frage 129 in Nr, 42 des Sprechsaal 1921.
3iO — Nr. 27
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (56. Jahrgang.)
J W. S. i. W. P. Sätze für Köhrenglas zu medizinischen Appa-
raten u. drgl. sind in den Antworten zu Frage 68 in Nr. 22 des Sprech-
saal 1921 angegeben „ „ . ...
W. P. i. L. Sie-finden Anhaltspunkte zur Herstellung einer elektro-
technischen Stanzmasse für SK 9 in den Antworten zu den Fragen 50 in Nr. 19
des SDrecheaal 1920 und 134 in Nr. 45, 1919, sowie in verschiedenen
Aufsätzen in *en l«*zten Jahrgängen. Die Umrechnung auf bayrische
Rnhmatprialien müssen Sie schon selbst vornehmen. .
Kohmite P. W. L L. Magnesit liefern Adolf Jüttner in Breslau 16,
Mendel & Co. in Hamburg, Hohe Bleichen 11, J. Michael & Co. in Berlin
NW. 7, Mittelstraße 2/4, Mineralia Lederer Prag, Kdt -Ges. in Prag-
Karlin M Weißenberg, vorm. Carl Francis« in Schweidnitz i. Schles.
' P. W. L. i. N. Pyrometer liefern Dr. Hase in Hannover, Joseph-
straße 26, Karl G. Meier in Hannover, Gr. Duwelstraße 16, W. C. Heraeus,
G m. b H. in Hanau, Paul Braun & Co. in Berlin N. 118, Seelowerstraße 6,
Siemens & Halske, A.-G , Wernerwerk in Siemensstadt b. Berlin.
E. P. i. Sch. Pantographen liefern Geiler & Kalkow in Denben-
Dresden, Alexander Grube in Leipzig, Talstraße 4, Gotthold Köchert & Söhne
in Ilmenau i. Thür , Fr. Wilhelm Kntzscher in Deuben Dresden.
Zur Beachtung!
Die sehr große Belastung, die uns durch die neuerliche Brhöhnng der Portosätze erwächst, zwingt uns, aUe Ersuchen
T,m ryofalliirlrAitsaiiskünfte unbeantwortet zu lassen, denen kein Rückporto beigefügt ist. ™ ± u •
um Gefa^gk^sa^kunfte ^ Frageka8'ten einen Schriftwechsel erfordern, bitten wir, diesen gleichfalls Porto beizufügen
?!
Redaktion des Sprechsaal.
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
T.iwnismnrzßllan sind bezüglich dei
Für die Ausfuhr von Geschirr- und Luxusporzellan nach
Danzig gelten mit Wirkung ab 8. .6. die gleichen Preise,
wie die für die Randstaaten, d. h. Estland, Livland und Litauen.
Nähere Preisanfragen sind an die in Frage kommenden
Prüfungsstellen zu richten.
Für die Ausfuhr von Geschirrporzellan zu Aufträgen, die
vor dem 8. 6. von Danziger Kunden angenommen sind, soll
noch zu den bisherigen InlandsbediDgungen und Preisen aus-
geliefert werden, sofern diese Aufträge bis einschließlich b. 7.
bei den Fachausschüssen Geschirrporzellan, Berlin W. du,
Victoria-Luiseplatz 11, I gemeldet werden.
Für die Ausfuhr von Luxusporzellan sind bezüglich der
Ausfuhr nach dem Memel gebiet besondere Bestimmungen
erlassen.
Ferner sind infolge der Erhöhung der Inlandspreise auch
die Ausfuhrpreise für die untervalutarischen Länder ge-
stiegen. Die Ausfuhrpreise für Salbenkruken aus Porzellan
Steinzeug und Ton sind ebenfalls neu festgesetzt worden
Nähere Auskünfte hierüber erhalten Interessenten direkt durch
die Prüfungsstelle Luxusporzellan, Weimar, Schröterstraße 50
Wir erhalten die traurige Mitteilung, daß unser verehrter und lieber Kollege und Freund,
Herr Franz Klücher
Direktor der Vereinigten Lausitzer Glaswerke, Weißwasser
Hauptmann der Landwehr (Infanterie) a. D., Ritter hoher Orden
auf einer Autofahrt von Weißwasser nach Görlitz tödlich verunglückt ist.
Jeder, der diesen vortrefflichen Mann in seiner natürlichen Frische und hervorragenden Tüchtigkeit
persönlich kannte, wird die Trauernachricht mit Erschütterung hören.
Der Schutzverband wird dem so jäh Verschiedenen, der ihm ein ganz besonders tätiges, regsames
Mitglied gewesen ist, dauernd ein ehrendes Andenken bewahren.
Dresden, den 30. Juni 1922.
Schutzverband Deutschef Glasfabriken.
Infolge eines Automobil-Unfalles verschied gestern unser Vorstandsmitglied
Herr Direktor
Franz Klücher.
Aufs Tiefste erschüttert von dem plötzlichen Heimgang beklagen wir den Dahingeschiedenen, der lange
Jahre seine ^ gesamte Arbeitskraft unserer Gesellschaft widmete und dessen edle Gesinnung und vornehmen
Charakter wir schätzen lernten.
Sein Andenken werden wir jederzeit in Ehren halten.
Weisswasser, den 30. Juni 1922.
Aufsichtsrat und Vorstand
der Vereinigte Lausitzer Glaswerke Aktiengesellschaft.
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
3Ö5--
Nr. 2? — XVH
HaltpfliGht-uerslcherungsanstan der Glas-Berulsgenossenschalt.
Vermögensübersichi am 31. Dezember 1921.
Besitzwerte.
Kasse
Preußische Staatsbank, Berlin
Preußische Staatsbank, Berlin (Rücklage) . . . .
Wertpapiere der Rücklage
Jt 33 500,- 3 V/o Pr. Kons, ä M 60,10 = Jt 20 133,50
„ 12600 — 4%. „ ».-».« 69,10= „ 8 706,60
50 000,— unverz. Reichsschatzanweis. „ 50 Quo,—
,^ 78 840,10
Betriebsstock-Wertpapiere
Jt 5100,— 4°/0 Pr. Kons, ä M 69,10
Inventar, Bibliothek
M
2 735
110 135
34348
78 840
3 524
3
4
77
53
74
10
229 587
74
Schulden.
Schadenrücklage _
Rücklage :
Bestand am 1. I. 1922 Jf 108 700,74
Zugang: Z;nsen » 4 488,10
Gewinn aus 1921 „ 105 758,90
Jt 4
10 640
218 947
229 587
74
74
Verlust- und Gewinn-Rechnung.
Rückversicherung
Bürobedürfnisse
[Porto ... . •
Miete
Einmalige Entschädigungen
Gehälter
Pauschalentschädigung an die Glas-Berufsgenossen-
schaft
Allgemeine Unkosten
Schadenrücklage
Gewinn aus 1921
164 282 22
Schadenrücklage
Grundbeitrag 1921
Zinsen ...
Sonstige Einnahmen .
Kursgewinn: Wertpapiere der Rücklage
Betriebsstock-Wertpapiere
Jt 5 708,60
„ 336,60
M
10 584
143 819
3 831
1
6 045
4
40
95
52
15
20
164 282
22
Berlin-Lankwitz, den 15. Mai 1922.
Haftpflicht-Versicherungsanstalt der Glas-Berufegenossenschaft
Der Torstand.
Chr. Winkler, Anstaltsleiter.
[736
rverschiedenes
beim Neu- und Umbau von
Glasfabriken, Schmelzöfen und
Generatoren, Betriebsstörung
usw. erteilt, Baupläne liefert
M. v. Reiboldt, Coburg.
Büro besteht seit 1888.
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forderlich 300 Mille. Gefl. An-
fragen unter G 5188 an die
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
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600 dz Teetassen, mit Kanten-
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900 „ Tassen, weiß, Mugsform.
Besichtigung in der Fabrik möglich.
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enthaltend:
etwa 2000 dz Tassen,
200 „ Mugs,
400 St. Berrysets,
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zn vorgeschriebenen Exportpreisen
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Ausfuhrbewilligung. Zwischenverkauf
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4 Stück Säulenkurbelpressen
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3 Stück Säulenkurbelpressen
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gebote nnter G 5181 an die Ge-
schäftsstelle des Sprechsaal.
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Ii
Mehrere Waggons
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abzugeben die
Glasfabrik, Aktiengesellschaft ,
Brockwitz, Bez. Dresden. (721
(65. Jahrgang.)
Coburg, den 13. Juli 1922.
Nummer 28
Zeitschrift für big Keramischen. Glas- iinh ugrwanhtpn Inbustrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert: Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1 868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: J^^^^^^-O«^^ bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jt 35.-, unter Streifband M 74.-
Anzeigen. Die Zeile von 1 mm Hohe und 40 mm Breite für das Inland M 3.-, Stellengesuche M 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E. V - Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten. 8
Zur Beachtung!
<* *• eine, SCriawech'se. ed^.Ä
Redaktion des Sprechsaal.
An alle ehemaligen Besucher
der Keramischen Fachschule Bunzlau.
Am 1 November d. J. kann die Bunzlauer Fachschule auf eine 25-jährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken
Aus dieser Veranlassung sind für den 4., 5. und 6. November d. J. Veranstaltungen geplant, an welchen teilzunehmen
allen ehemaligen Angehörigen der Fachschule ein Herzensbedürfnis und eine Ehrenpflicht sein wird teilzunehmen
An« * «hrht d*l 8eDaUe Fe9tpr?f amm er8t sPäter bekanntgegeben werden kann, wollen die Unterzeichneten, als einstweiliger
Ausschuß, beute schon zu emer zahlreichen Beteiligung auffordern. (Es sind in Aussicht genommen: Begrüßungsaben ^ Festakt
"m di« Vorbereitungen für die verschiedenen Darbietungen durchführen zu können, bitten wir, recht bald an die Ge-
schaftsfuhrung des Ausschusses - Walter Paul, Bunzlau, Schönfelderstraße 19 - (Postscheckkonto J. Paul & So* BunzS
Breslau Nr. 7835) Anmeldungen zur Teilnahme und Geldspenden gelangen zu lassen. öanzlau,
Anm MUm A^^se^material und eine ungefähre Uebersicht der Festteilnehmer in die Hand zu bekommen, bitten wir, die
AnmelduBgen spätestens bis zum 24. August d. J. an die vorstehend genannte Adresse einzureichen. Auch sonst zweckdienliche
lTu\nd"nderrmerhrIWfiDSCht; in8beS°ndere Ad,r ^ ehemali8er Fachschüler, Anregungen für Ausgestaltung der Zusammen-
Der Ausschuss:
G e org Krause, Schweidnitz F. O. Gerhardt, Schönebeck
Walter Paul, Bunzlau, Schönfelderstraße 19.
312 — Nr. 28
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
TDpferei-Berufsgenossenschalt.
Gemäß § 11 der Satzung werden hierdurch die Herren
Vertreter der Topferei-Berufsgenossenschaft zu der auf
Freitag, den 4. August 1932, vormittags 11 Uhr,
im „Park-Hotel" in Freiburg i. Breisgau,
anberaumten
ordentlichen Genossenschaftsversammlung
ergebenst eingeladen.
Tagesordnung:
1. Verwaltungsbericht.
2. Jahresbericht des technischen Aufsichtsbeamten.
3. Prüfung und Abnahme der Jahresrechnung für das Jahr
4. Wahl eines Ausschusses zur Vorprüfung der Jahresrech-
nung für das Jahr ",1922.
5 Feststellung des Haushaltsplanes für das Jahr 1923.
6» Beschlußfassung über einen 8. Nachtrag zu Satzung.
7. Besprechung über die Neubearbeitung der Unfallverhutungs-
vorschriften.
8. Beschlußfassung über den Begriff „Kleinbetrieb .
9. Bericht über die Mitarbeit der Versicherten in der Renten-
feststellungskommission. , . . „ „.,,1
10 Besprechung über die Gründung einer eigenen Haftpflicht-
' Versicherung oder den Anschluß an eine bereits bestehende
Haftpflichtversicherung bei einer anderen Berufsgenossen.
11. Beschlußfassung über etwa noch eingehende Anträge.
12. Verschiedenes. .
(Anträge sind dem Genossenschaftsvorstand spätestens
eine Woche vor der Versammlung einzureichen)
Gemäß § 12 Absatz 2 der Satzung ist jedes Mitglied der
Töpferei-Berufsgenossenschaft berechtigt, an der Genossen-
schaftsversammlung mit beratender Stimme teilzunehmen. Als
Ausweis dient der Mitgliedschein.
Berlin, den 6. Juli 1922.
(Geschäftsstelle: Berlin-Halensee, Ringbahnstraße 10.)
Der Vorstand der Töpferei-Berufsgenossenschaft.
Dr Dhil Dr. Ing. h. c. Heinecke, Geheimer Ober-Regierungsrat,
* v ' Vorsitzender. [»«
Weichporzellanmassen für SK 7 nach J. Dorfner:
Versuche über Porzellan mit niedriger
Garbrenntemperatur.
Vortrag, gehalten auf der 3. Hauptversammlung der D. K. G. in Dresden,
v onrag, geu ^ Eegierungschemiker Dr. W.Funk.
(Nachdruck verboten.)
Vortragender wie «zunächst darauf hin, daß die Herstellung
von Weichporzellan für SK 7-10 für ™™**^\*™£a
nichts Neues sei, daß es aber wichtig sei - und zwar aus
^eM
laSe 191C Tvon E. Berdel1) empfohlene Fluoritporzellan mit
e£em GehaU von 2-6 °/0 Flußspat das aber in der Praxis zur
Bereitung der sangbaren Gebrauchsmassen wohl nur wenig
Verwendunß finde Ein besonderer günstiger Einfluß des
F^iußspates auf die mechanischen Eigenschaften solcher Massen
konnte bei den gemachten Stichproben ^nicht w«*«;
Der Vortragende teilte dann ganz kurz äl%Ergebnis8e der
Veröffentlichungen über keramische Massen v_on W PokaU )
QDd J. Dorfner3) mit, soweit sie hier in Frage kommen.
Weichporzellanmassen für SK 7 nach W.Pukall:
Nr- 3 : 0,7 g20j j ^ . 4>0 SiO, N<" 24 : jjj &g} 1 A1.0. . 4,8 SiO,
Nr- 4 : 0,7 tA , A)j0s . 5,0 Si02 N<" 26 ) $ &g} 1 A1,08 . 6,0 SiO,
entsprechend dem Versätze:
Feldspat Marmormehl Zattlitzer Erde band
Nr. 3: 35,82 16.03 38,79 10,36
Btt RS as as :
Isi s& ss ss ss
') Sprechsaal 1910, 8. 76.
■') Sprechsaal 1915, 8. 130.
i) Sprechsaal, 1915, S. 312 ff.
a) 0,651 K,0
0,050 FeO
0,254 CaO
0,045 MgO
b) 0,0616 FeO
0,0374 CaO
0,0154 MgO
0,8856 K20
c) 0,0536 FeO
0,2554 CaO
0,0410 MgO
0,6600 K20
1,972 A1,08 . 11,684 SiO,
1,9906 AlsO?,.ll,6760 SiO,
2,0547 A1,0S. 11,5812 SiO,
48,06 Hirschauer Rohkaolin
19,23 „ Feinkaolin
30,91 Feldspat
1,80 Marmorniehl
100,00
650.0 Ehenfelder Rohton
477.1 Feldspat
1027,1
400 Hirschaaer Rohkaolin
200 „ Feinkaolin
100 Ehenfelder Rohton
325,3 Feldspat
19,2 Marmormehl
1044,5
Glasuren für SK 7 nach J. Dorfner :
0,52—0,71 CaO
MgO
FeO
0,48—0,29 K,0
0,64—0,50 A\08 . 4,0—4,8 SiO,.
Beide verwendeten als Massebestandteile teils Kaoline, teils
fette Tone, ferner Feldspat, Sand und Marmormehl und er-
hielten bei SK 7 gut verglaste, weiße, transparente Scherben.
Auf den Erfahrungen der bisher genannten Forscher fußend,
hat dann Th. Hertwig-Möhrenbach auf diesem Gebiete weiter-
gearbeitet und über seine Ergebnisse an verschiedenen Stellen
in der Literatur Mitteilungen gemacht4). Vortragender hatte
gern Proben der praktischen Weichporzellanerzeugung nach
Hertwig'schen Vorschriften zu Prüfungszwecken gehabt, konnte
aber solche von Herrn H. nicht erhalten. Deshalb ging Vor-
tragender, um sich ein UrteU zu bilden, zu eigenen Versuchen
über, wobei es ihm allerdings aus Zeitmangel nicht möglich
war, das ganze Gebiet durch Aufstellung systematischer Ver-
suchsreihen restlos durchzuprüfen.
Es wurden zunächst nur kaolinhaltige Massen benutzt, ohne
Tonzusatz, obwohl Vortragender sich darüber klar war, daß
dies für die Bildsamkeit der Massen nicht günstig sei. Vor-
tragender habe es aber für richtiger gehalten, so zu verfahren
und schrittweise vorzugehen, um nicht von vornherein die
Lösung der Frage unübersichtlich zu gestalten, zumal nach den
Mitteilungen von Berdel5) und Dorfner6) ein Tonzusatz die
Brennfarbe vielfach ungünstig beeinflußt. Die verwendeten
Massen und Glasuren gehörten sämtlich dem von Th. Hertwig.
Möhrenbach angegebenen Zusammensetzungsbereiche an. Vor
tragender teilte nun zunächst die Zusammensetzung der ver
wendeten Rohstoffe und dann diejenige von drei verschiedenen
Massen Nr. 1, II und VII, sowie von zwei Glasuren Nr. V und
VIII mit.
Chemische Zusammensetaung der Masse- und
Glasur b est andteil e.
F,0 CO, SiO, A1,08 Fe,03 CaO MgO K,0 Na,C
Zegt"ch!ammt0U"' . 13,02 - 46,03 38,73 0,84 0,32 0,22 0,84 -
Nordischer Qaarz . - - M,M 0 04 o,12 - - - -
Nordischer Feldspat - — 64,62 19 21 0,31 0,37 — lisui a,»e
8°#ffiS^ . 11,36 - 63.S0 34,71 0,29 0,25 0,20 - -
Kalksnat . - 42,83 1,77 0,30 0,41 54,43 0,3) - -
Ireide ' - 42,40 098 024 0 16 55,66 0,5* - 4,
Magnesit: '. '. . 1,65 48,78 2.81 0,56 0,10 6,80 39,31 - -
Weichporzellanmasse für Brenntemperitir SK 8—9.
Nr. I: 434 Zettl. Kaolin, getchl. 0,078 F.O
256 nord. Feldspat 0,240 CaO
295 „ Quarz 0,032 MgO
16 KalhBpat 0,466 K,0
-ToTiö— °'l84Nft»°
Nr. II: 405 Zettl. Kaolin, geechl. 0,050 FeO
251 nord. Qaarz, gebrennt 0,455 LaU
292 n Feldspat, „ 0,021 MgO
62 Kalkspat 0,888 K,U
— 0,136 Na20
10UO 1
Nr VII : 520 Sornz. Kaolin, gtsch'. 0,024 FeO
420 nord. Feldspat 0,431 tau
°„;°3M *8
10°° 0,674 NajO
2,726 Alt03; 13,989 SiC
1,73 Al»03.8,60« SiO,
1,741 il»Oa. 6,138 Si(
«) Vergl. u. a. Sprechsaal 1920, S. 363, und 1921 8 446.
t Anleitung zu heramis(hen Versueaen, 1911, Bd. V/VI, 8. 88.
«) a. angeg. Orte.
19«. (55. Jahrgang.)
Weichporzellanglasuren dgl.
Nr. V: 36 01 Feldspat 0,009 FeO
8,36 Zettl. Kaolin, geBchl. 0,614 CaO
19,29 Kreide 0,173 M?0
5,47 Magnesit 0,142 K20
30.87 Qaarz 0,062 N8sO
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
0,306 A'203 2,945 SiOa
100,00
Nr. VIII: 33,18 Feldspat 0,012 FeO
12,69 Zattl Kaolin, geschl. 0,607 CiO
16,92 Kreide 0,164 MsO
4,69 Magnesit 0,146 K20
32 52 Qaarz 0,071 N»,0
100,00
0,382 A1,03 , 3,413 SiO,
Die Zusammensetzung von Masse Nr. VII erfolgte in Parallele
zu einer Masse, die Hertwig-M. als Stanzmasse empfohlen hat,
bei der er aber anstatt des Kaolins von Sornzig solchen von
Bortewitz und an Stelle des nordischen Feldspates nordbayrischen
von der Firma Schmidt, Retsch & Co. iu Wunsiedel benutzte. Aus
den pulverisierten Rohstoffen, wie sie im Betriebe zu haben
waren, wurden die Probemassen in Mengen von je 50 kg zu-
sammengesetzt, in der Trommel gemahlen und dann in preß-
feuchtem Zustande eine Woche gelagert. Hierauf wurden die
Massen durch Drehen zu verschiedenen Geschirren verarbeitet
was bei kleineren Stücken, z. B. Tassen, ohne Schwierigkeit
verlief, während für das Drehen großer Teller u. dgl. die Massen
etwas kurz waren. Die Stücke wurden darnach verglüht und
glasiert.
I Das Brennen erfolgte in einem kleinen Rundofen, der zwei
Neuerungen für Holz besaß und für aufsteigende Flamme ein-
gerichtet war. Die lichte Höhe der Brennkammer betrug 1 m
der Durchmesser 0,9 m. Ein großer Industrieofen stand für
die benutzten Brenntemperaturen, d. h. oben SK 7 bezw. 8 und
auf der Sohle SK 8 bezw. 9, nicht zur Verfügung. Vortragender
zeigte verschiedene gebrannte Tassen aus den Massen Nr II
.und VII mit den Glasuren Nr. V oder VIII, die gute Trans-
parenz und tadellosen Glasurspiegel aufwiesen, während auf
Masse Nr. 1 die beiden Glasuren Nr. V und VIII wenn auch
nicht matt, so doch unscheinbar fettglänzend blieben, gleich-
gültig, ob man etwas schärfer oder schwächer ausbrannte. Im
allgemeinen zeigte sich, wie dies bei kalkhaltigen bis zur Ver-
glasung des Scherbens gebrannten Massen vielfach der Fall ist
daß die Standfestigkeit solcher Porzellane nicht sehr groß ist
Denn man erhielt im unteren, d. h. dem heißeren Teile des
Brennraums meistens verzogenes Geschirr, wenn es im oberen
Teile gerade gargebrannt war. Vielleicht kann man durch
weitgehendere Regelung der Korngröße der Magerungsmittel
die Standfestigkeit solcher Massen beim Brennen günstig beein-
flussen, wie dies R. Rieke7) hinsichtlich der Porosität und
bchwindung dargetan hat. Vortragender hebt hervor, daß
er bezuglich der Geschirrmassen, nicht der Stanzmassen, vor-
laufig ernstliche Bedenken habe, ob solche kalkhaltige Por-
zellane überhaupt in großen Industrieöfen mit wirtschaftlich
günstigem Erfolg gebrannt werden können, oder ob nicht infolge
der geringen Standfestigkeit zuviel Ausfall entsteht, ganz be-
sonders bei Flachgeschirr. Wollte man zum Bronnen kleinere
Kundofen benutzen, um zu große Temperaturunterschiede zu
vermeiden, so wäre auch dies nicht empfehlenswert, da bei
Anwendung kleinerer Oefen die Anlage- und Betriebskosten
erhöht werden. Dadurch würde aber der Vorteil der niedrigeren
üarbrenntemperatur und somit der Kohlenersparnis ausgeglichen
- Vielleicht wäre der Tunnelofen für solche Porzellane für SK 7—9
der zweckmäßigste Brennofen, weil er keine sehr hohe Brenn-
kammer besitzt und man bei ihm nach dem Fallen des Kegels
idas Brenngut rasch weiterbefördern und somit aus der Zone
f~hö,°h^ten Ten°Peratur entfernen und der mit ihr verbundenen
gefährlichen Nachglut entziehen kann, durch die leicht ein
Ueberbrennen herbeigeführt wird.
Das Eingießen von kochendem Wasser in die Probetassen
hielten sämtliche Stücke aus, ohne zu springen. Auf dem
öunsenbrenner mit der vollen Flamme erhitzt, wie man dies
öei Laboraloriumsgefäßen aus Hartporzellan tut, platzten sie
» V, « Voitragende hatte Herrn Dozent Dr. Rieke eine
Anzahl Brennproben aus Masse I und VII übersandt, die dieser
anf ihre Zugfestigkeit, Kugeldruckfestigkeit und( Schlagbiege-
festigkeit untersucht hat. Aus den nachstehend wiedergegebenen
Sahlenwerten geht ohne weiteres hervor, daß die mechanische
Festigkeit dieser Massen der von wirklichem Hartporzellan
nittlerer Güte ziemlich nahekommt. Die Frage, ob dies für alle
Weichporzellane zutrifft, möchte Vortragender offen lassen, bis
weitere Messungen vorliegen.
•lasse Nr. I Kugeldruckfestigkeit bezogen auf 1 mm Dicke
im Mittel 96 kg (Hartporzellan 674—955—1384),
„ Nr. I Zugfestigkeit in kg/qcm im Mittel 217 kg (Hart-
porzellan 161—204—231—820),
«r. 28 — 313
Masse Nr. I Schlagbiegefestigkeit im Mittel 1,83 kg (Hart-
porzellan 1,75—1,88—1,99),
Nr. VII Zugfestigkeit in kg/qcm im Mittel 241 kg.
Zum Schlüsse wurde vom Vortragenden betont, daß durch
Versuche noch festzustellen sei, ob und inwieweit man mit
tonhaltigen und quarzreicheren Massen günstigere Ergebnisse
erzielen könne Es sei wünschenswert, daß sich auf diesem
Uebiete der Herstellung von Porzellanen für SK 7—9 auch
andere Fachleute betätigten und Versuche in größerem Maß-
stäbe vornahmen, und gerade auf diese komme es an. Sicher-
lich wurde dies für unsere Industrie, wenigstens soweit sie sich
mit der Erzeugung gewöhnlicher starkwandiger Geschirre und
btanzartikel befasse, von wirtschaftlichem Nutzen sein.
7J Sprechsaal 1918, 8. 124.
Der Phonolith in der Glasindustrie.
Von Dr. Hugo Kühl, Kiel.
(Nachdruck verboten.)
Der bekannte Kolloid Chemiker R. Zsigmondy fand, daß
Losungen von Eisenoxydulsalzen in hohem Grade die Wärme-
strahlen absorbieren. Diese Beobachtung veranlaßte ihn, das
Verhalten des in Glassubstanz gelösten Eisenoxyduls eingehender
?o ??i?tS?ch**- Er wies nach> daS eisenfreie Gläser 58,40 bis
bd,14 /0 der auf sie gefallenen Wärmestrahlen hindurch ließen,
dagegen hielt ein durch geringe Mengen Eisen schwach bläulich
gefärbtes Tonerde-Natronglas nahezu 80 °/0 zurück. Ein Kalk-
Natron - Kronglas mit 1 °/0 Eisenoxydul hielt 99,28 °/0, ein
solches mit 2 °/0 Eisenoxydul sogar sämtliche Wärmestrahlen
zurück.
Diese Untersuchungen Zsigmondys weisen uns hin auf die
Verwendung einheimischer eisenhaltiger Rohstoffe in der Glas-
industrie zur Gewinnung von Spezialgläsern, die als Schutz
gegen Wärmestrahlung gedacht sind." Ein uns in großen
Mengen zur Verfügung stehendes, ganz ausgezeichnet schmel-
zendes Produkt ist eine deutsche Lava, der von der Rhenania*)
in Aachen in den Handel gebrachte Phonolith. Phonolith ist
umsomehr ein geeignetes Produkt, als es große Mengen Alkali
und Tonerde neben etwa 2°/0 Eisenoxyd enthält. Tonerdereiche
Glaser sind bei richtiger Zusammensetzung sehr widerstands-
fähig gegen Stoß und ertragen verhältnismäßig große Temperatur-
differenzen.
Die nachfolgenden Ausführungen gelten dem Phonolith-
glase, und zwar der Verwendung des Phonoliths in der Glas-
industrie zur Gewinnung von Gläsern, die als farbige Schutz-
gläser gegen strahlende Wärme Verwendung finden.
Das aus deutschem Phonolith hergestellte Glas hat für manche
Industriezwecke, wie schon Zsigmondy in einer größeren Arbeit
(Sprechsaal 1893, Nr. 20/23) bewies, als er die Bedeutung
des Eisenoxyduls zeigte, großen Wert. Zsigmondy empfahl die
Herstellung von Lampenkugeln, -glocken usw. aus eisenhaltigen
Gläsern.
Selbstverständlich können aus Phonolithglas keine farblosen
Lampenglocken usw. hergestellt werden. Das Phonolithglas,
d. h. das unter Zusatz von 20—25 °/0 Phonolith erschmolzene
Glas ist grün, so grün wie das Glas einer gewöhnlichen grünen
Weinflasche. Eine Entfärbung des Phonolithglases durch
Braunstein ist nur in einem unzureichenden Maße möglich, und
auch die teuren Entfärbungsmittel wie Nickel-, Kobaltoyd und
Antimonoxyd versagen; eine leichte Färbung, je nach dem ver-
wendeten Mittel, Grün, Blau, Gelb, bleibt bestehen. Farblose
Gläser können nur aus eisenfreien oder doch höchstens Spuren
Eisen enthaltenden Rohstoffen gewonnen werden.
So unterscheidet sich das Phonolithglas nicht von dem
ordinärsten Flaschenglase? Es sind große Unterschiede vor-
handen, wie ich noch im Laufe meiner Ausführungen zeigen
werde. Das ordinäre Flaschenglas verträgt keine Temperatur-
differenzen, das Phonolithglas ist bei richtiger Zusammen-
setzung so indifferent gegen plötzliche Temperaturerhöhung
und Temperaturerniedrigung, daß man aus ihm Grubengläser
herstellen könnte, wenn diese nicht farblos verlangt würden.
Die Farbe der Phonolithgläser ist ebenso unschön als die der
aus ordinärem Glas gearbeiteten Champagnerflasche. Absolut
farblos läßt es sich nicht gewinnen. Die Ursache ist leicht
verständlich. Die Entfärbung unserer eisenhaltigen Gläser
beruht auf der Entstehung von Komplementfarben. Das farb-
lose Sonnenlicht läßt sich durch das Prisma auflösen in die
sieben Regenbogenfarben, Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo,
Violett. Die sieben Regenbogenfarben wiederum ergänzen ein-
ander und geben absolut farbloses Licht. In diesem Maße
kennt die Glasindustrie keine Komplementfarben, weil alle ihre
Farben (Silikatflüsse) im physikalischen Sinne unrein, d. h.
keine reinen Farben sind wie die des Regenbogens. Wir müssen
also auf eine Entfärbung des Phonolithglases zur Gewinnung
farbloser Lampenglocken verzichten.
*) Rhenania, Verein ehem. Fabriken, A.-ö., Aachen.
314 — Nr. 28
SPRECH SAAL -COBURG.
1922. (85. )fahrgang.)>
Anders liegen aber die Verhältnisse, wenn wir farbige
Lampenglocken, Lampenkuppeln usw. herstellen wollen welche
die Wärmestrahlen absorbieren. Das durch Eisenoxydulsilikat
flaschengrün gefärbte Glas ist an sich zu unschön, sieht so
ordinär aus, daß niemand es kaufen würde. Wir müssen daher,
um ein brauchbares Glockenglas zu erhalten, wie der Maler
die Farbenmischungen studieren. Der Maler hat auch kerne
physikalisch reinen Farben, er benutzt oft sogar dieselben
Rohstoffe für seine Farben wie der Hüttenmeister. Bin großer
Unterschied ist allerdings vorhanden, im Glase ist die Durch-
dringung der Farben eine viel innigere als der Maler sie auf
seiner Palette durch Mischen herstellen kann. Dieses spricht
meines Erachtens sehr für die Anwendung der Farbentechnik
des Malers, ich möchte sagen für die ästhetische Farben-
entwicklung in der Glasindustrie.
Von diesen Gesichtspunkten ausgehend will ich nun prak-
tisch an das Phonolithglas herantreten.
In den 90 er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden
(Chemisch-technisches Repertorium Dr. Emil Jacobson 1891)
Vorschriften für Glasgemenge zur Erzeugung von farbigem
Glas veröffentlicht. Nun pflegt wohl keine Firma ihre Glassatze
zu veröffentlichen, es bleibe daher auch dahin gestellt, ob die
veröffentlichten Gemenge ein brauchbares Glas ergeben. Mich
interessierte nur die Farbe der eisenhaltigen Gläser. Ich gebe
einige wieder und bemerke, daß die Farbgemenge berechnet
sind auf einen Satz mit 100 kg Sand.
Antikgrün.
Kupferoxyd 1 kg, Eisenoxyd .0,25 kg, doppeltchromsaures
Kali 0,25 kg.
Dunkelgrün.
Kupferoxyd 1,5 kg, Eisenoxyd 0,5 kg, doppeltchromsaures
Kali 0,75, Nickeloxyd, schwarz 0,025 kg.
Blaugrün.
Kupferoxyd 1 kg, Eisenoxyd 0,125 kg, Kobaltoxyd 0,025 kg.
In allen drei Fällen ist dem Gemenge, das an sich eisen-
haltig ist (zur Erzeugung farblosen Glases hatte der Autor
eine Nickeloxydul und Kobaltoxyd enthaltende Entfärbungs-
masse vorgesehen), noch Eisenoxyd zugesetzt. Et sind dem-
nach Bedingungen geschaffen, wie sie im Phonolith, bezw. bei
Verwendung von Phonolith gegeben sind. Bringen wir in
unseren Glassatz 25°/0 Phonolith hinein, so bekommen wir ein
sehr tonerdereiches, in sich zähes, zur Färbung sehr geeignetes
Glas, in dem zunächst das Eisenoxyd stört. Wir müssen also
solche Farbentöne herzustellen suchen, die durch Mischung
von Farben entstehen, wie auch der Maler durch Mischen der
Farben auf der Palette den gewünschten Ton erzielt — mit
anderen Worten, wir müssen die natürliche Grünfärbung des
Eisenoxydulsilikates berücksichtigen.
Als Versuchsschmelze wurde folgendes Gemenge von mir
zu Grunde gelegt:
Quarzsand 604
Soda 200
Kalk 80
Bariumnitrat .... 60
Borsäure 20
Phonolith 350
Der Tiegeleinsatz schmilzt leicht und schnell durch, dürfte
auch im Hafen und in der Wanne keine Schwierigkeiten be-
reiten, da Phonolith infolge seines natürlichen hohen Alkali-
gehaltes für sich durchschmilzt und somit ein Ueberschuß an
Schmelzmitteln vorhanden ist
Auf die Widerstandsfähigkeit gegen plötzlichen Temperatur-
wechsel legte ich kein Gewicht, ich faßte das Glas nur als
Träger der Farbe auf. Der Ausdehnungskoeffizient liegt in-
folge des hohen Natriumoxydgehaltes höher als es sonst bei
Qaalitätsglas zu sein pflegt. Ich habe den Vergleichswert zu
856 rechnerisch ermittelt, nämlich durch Multiplikation der
prozentischen Mengen der glasbildenden Chemikalien mit dem
betreffenden Ausdehnungskoeffizienten ohne Berücksichtigung
der Größe 10-7, mithin festgestellt, daß er hoch liegt. Zur
Herstellung von Glas für Beleuchtungskörper, welche einen
schroffen Temperaturwechsel aushalten sollen, wäre das Glas
in der voilieg' nden Zusammensetzung nicht geeignet. Der
Satz müßte auf experimenteller Grundlage ausgebaut werden,
wir mußten versuchen, den Soda- bezw. Natriumoxydgehalt
herabzusetzen und — falls die Kalkulation es gestattet — den
Borsäure- und Magnesiagehalt zu erhöhen und Zinkoxyd ein-
zuführen. Das Phonolithglas zeigt die für Eisengläser
charakteristische Grünfärbung, welche die Verwendung zu
Qualitätsware ausschaltet. Eine Beseitigung der grünen Farbe
ist nur bis zu einem gewissen Grade möglich, dagegen lassen
Bich unter Berücksichtigung des grünen Eisentones schöne
Farben herstellen z. B. „Grün", 10 g Kupferoxyd, 8 g Kalium-
chromat; „Blaugrün", 10 g Kupferoxyd, 1 g Nickeloxyd;
„Lichtblau", 10 g Kupferoxyd, 1,5 g Kobaltoxyd; „Tiefblau , 10 g
Kupferoxyd, 3—4 g Kobaltoxyd. Die gefärbten Phonolith-
gläaer erinnern nicht mehr an Flaschenglas in der Farbe.
Wir können natürlich unter Benutzung anderer Metalloxyde
auch andere Farben erzeugen, bezw. durch Mischungen ver-
schiedene Nuancen hervorrufen. Für das zum Einfenstern
dienende Tafelglas ist das Eisen haltende Phonolithglas schon
an sich infolge seiner Festigkeit außerordentlich geeignet.
Eine teilweise Beseitigung des grünen Stiches ist durch Braun-
stein und Nickeloxyd zu erreichen, auch Seien, sogar Kobalt-
oxyd eignen sich, letzteres bei vorsichtiger Verwendung sogar
ausgezeichnet. Es genügen ganz kleine Mengen zur Erzeugung
eines schwach bläulichen Stiches. Ich erinnere daran, daß
die Maler die blendende Weiße des Gebirgsschnees durch
Ultramarinblau vortäuschen. Nimmt man größere Mengen, auf
obigen Satz 1 g, so ist das Glas schon zu blau. Hier mag
erwähnt sein, daß ich auf der Insel Föhr farbige Stallfenster,
und zwar lichtkobaltblaue fand. Es wurde mir zur Begründung
mitgeteilt, daß das Vieh nicht so unter dem grellen Lichte zu
leiden hätte. Mit farbigem Glas ausgestattet sind die Kirchen-
fenster und die Fenster in den Treppenaufgängen und Hallen
vornehmer Häuser. Hier kommt das Phonolithglas ganz be-
sonders in Frage, weil diese wertvollen Fensterscheiben aus
Qualitätsglas bestehen müssen. Beansprucht werden sie in zwei-
facher Weise, sie müssen die durch Temperaturdifferenzen
bedingten Spannungen aushalten und dürfen nicht erblinden
infolge teilweiser Entglasung.
Die Kunst, Glas mit Kupfer rot zu färben, war schon in
alter Zeit bekannt, geriet aber in Vergessenheit, um 1828
erst wieder gefunden zu werden durch Bontemps. Rote
Gläser finden noch heute vielfach Verwendung für Kirchen-
fenster. Ein interessantes Verfahren wurde zuerst von
Henri vaux (Mon. de la Ceram. 47, p, 409) angegeben; es besteht
darin, daß man zwei verschieden zusammengesetzte Gläser, von
denen das eine durch Kupferoxyd grünblau, das andere durch
ein Uebermaß von Eisenoxyd gelblich gefärbt ist, zusammen-
schmilzt. Beim Durchschmelzen erhält man eine dunkelgrüne,
von purpurroten Adern durchzogene Masse. Die beiden Sätze
von Henrivaux sind:
Ein etwa 7°/0
Tonerde
haltendes Glas
Et
Satz I (grünblau):
Soda ...... 100 kg
Marmormehl ... 50 „
Sand 260 „
Kupferoxyd .... 10 „
Satz II (gelblich):
Soda 100 kg
Marmormehl ... 50 „
Sand 260 „
Eisenoxyd .... 15 „
p
1
Da zur Herstellung von Rubingläsern strengflüssige, in sich
zähe Glasmassen erforderlich sind, die tonerdereichen Gläser
diese Eigenschaft in hohem Grade besitzen, so dürften die
Phonolithgläser für den Henrivaux schen Versuch ganz besonders
geeignet sein. Zweifellos ist Phonolith an sich ein sehr ge-
eigneter Rohstoff für die Herstellung des Kupferrubins, da er
ein zähflüssiges Schmelzgut liefert und der Eisengehalt nicht
schädlich wirkt, wie Henrivaux zeigte. In den eben wieder-
gegebenen beiden Sätzen sind die Kupferoxyd- bezw. Eisenoxyd
mengen meines Erachtens viel zu groß gewählt bezw. angegeben
10,0 g Kupferoxyd würden vollständig genügen.
Ein tief grünes Glas läßt sich aus Phonolith mit Uranoxyc
erschmelzen. Die Farbe ist so klar und rein, daß diese!
Phonolithglas als Zierglas wohl in Frage kommt. Ein leich
durchschmclzendes Gemenge ist folgendes:
Quarzsand 600 kg
Soda 2°° »
Kalk 80 »
Bariumnitrat . 25 „
Borsäure ' ^0 „
Phonolith . . . . 350 „
Uranoxyd 6 „
Braunstein 25 „
Im heißen Tiegel schmilzt dieses Gemenge in einige;
Stunden durch und läßt sich gut verarbeiten. Das Glas if
blank von tief grüner Farbe. Selbstverständlich ist diese durc
drei färbende Körper entstanden, nämlich durch Eisenoxydul
silikat, Manganoxydulsilikat und Uransilikat. Als Tafelgla
ließe Bich das oben mitgeteilte Gemenge gut einsetzen, ma
würde ein wundervoll farbiges Glas erhalten, das weitgehend
Verwendung finden könnte, so z. B. als Fensterglas für groß
Kirchen und Prachtbauten. Es mag an dieser Stelle erwahi
sein, daß ich mit Kobaltoxyd und Uranoxyd die reinste
Farben erzielte.
Werden eisenreiche Gemenge in Sulfatschmelze verarbeite
so erhält man bei starker Reduzierung durch Kohle ein braun«
bis braunschwarzes Glas. Das zu Natriumsulfid reduzier
Sulfat setzt sich mit dem im Gemenge enthaltenen Eist
chemisch um unter Bildung von braunschwarzem Schwefeleisf
und Natriumox.yd, welches sich seinerseits mit der Kieselsäui
des Sandes zu Natriummetasilikat verbindet. Das fertige Gli
19». (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURQ.
Nr. 28
315
ist tiefbraun gefärbt. Diese Färbung kann man bis zur vollen
Schwarzfärbung verstärken, wenn man dem Gemenge etwas
Eisen und Schwefelpulver zusetzt. Ein schön schwarzes Glas,
das für viele technische Zwecke verwendbar sein dürfte, so
zur Herstellung von Monumentplatten, gewinnt man unter
Benutzung des eisenreichen Phonoliths nach folgender Vor-
schrift:
Gewöhnlicher,durch Sieben von Steinen
und Kalkbrocken befreiter Kies . 80 kir
Sulfat 40 f
Kalk
Witherit
Phonolith
25
~-rr — • • ioo „
Kohle o
Schwefel 2 "
Eisendrehspäne (gesiebt) oder Eisen-
feile '4
4„ ]n PI%*ten von 4—5 mm Stärke erscheint das "©las voll
ständig schwarz. Da die Phonolithgläser infolge ihres hohen
Tonerdegehaltes sehr widerstandsfähig hergestellt werden
können, ist die erwähnte Verwendung möglich. Fasse ich das
Ergebnis meiner Studie kurz zusammen, so kann ich zunächst
ganz allgemein sagen, daß die Verwendung des Phonoliths zur
Herstellung farbigen Glases durchaus zu empfehlen ist, weil
der Phonolith sehr widerstandsfähige Gläser liefert und infolge
seines hohen Alkaligehaltes in unserer Zeit geradezu ein Er-
sparnis ist.
_ Meine Versuche erschöpften das Thema der farbigen Gläser
natürlich nicht, sie sollen nur anregen. Als gute, brauchbare
Gläser habe ich folgende herstellen können.
1. Grün: Kupferoxyd — Nickeloxydul,
Kupferoxyd — Kaliumchromat,
Kupferoxyd — Nickeloxyd,
Braunstein — Uranoxyd.
2. Blau: Kupferoxyd — Kobaltoxyd.
3. Schwarz: Schwefeleisen.
Weitere Untersuchungen über die Möglichkeit, farben-
prächtige Phonolithgläser herzustellen, beschäftigen mich
zur Zeit.
Die Wärmeausstellung" Essen 1922
vom 17. Juni bis 16. Juli.
Unsere heutige wirtschaftliche Lage steht im Zeichen der
Kohlennot. Die Ersparung von Kohle bedeutet eine Vermehrung
les Kohlenschatzes, und allgemein ist der Wunsch vorhanden,
Wärmewirtschaft zu treiben ; nicht nur in Deutschland, auch im
Auslände hat man schon Einrichtungen getroffen, um die Be-
triebsmethoden zu verbessern und die Ausnutzung der Brenn-
itoffe zu fördern. Mag die Kohlennot auch einmal vergehen,
lie Wärmewirtschaft bleibt dauernd eine wichtige Frage, denn
nit Wärm» haushalten heißt die Betriebskosten verringern und
lie Produktivität steigern, d. h. wettbewerbsfähiger werden.
Dies gilt nicht nur für einzelne Industriezweige, sondern für
|anze Bezirke und Länder und für unsere ganze Wirtschaft.
Jon den bisher vorhandenen gemeinnützigen Einrichtungen der
Wärmewirtschaft sofort große neue Erfindungen zu erwarten,
räre verfehlt, wenn sie auch zweifellos schon vorhanden sind
ind durch die stärkere Betätigung hervorgerufen werden. Neue
^erfahren, wie z. B. die Kohlenstaubfeuerung und die Dampf-
peicherung haben in den letzten Jahren stärkeren Anklang
efonden.
Der Schwerpunkt der Wärmewirtschaft liegt aber darin,
*n bereits bekannten und bewährten Grundlagen und Er-
ahrungen der Wärmetechnik eine allgemeine Anwendung zu
(erschaffen. Besonders not tut hierbei der Ueberblick über
ie wärme- und energie wirtschaftlichen Zusammenhänge der
Verke. Bei jedem Industriellen muß der Wunsch nach einer
erbesserung seiner wärmewirtschaftlichen Anlagen geweckt
if i erden. Die wärmewirtschaftliche Beratung umfaßt diese Zu-
c »mmenhänge und sucht sie den Werkinhabern nahe zu bringen.
il Nichtig ist, daß der Betrieb dauernd von wärmewirtschaftlichen
al esichtspunkten aus selbst überwacht wird. Kleinere Betriebe
fcne viele technische Hilfskräfte müssen sich der Hilfe gemein-
«utziger Ueberwachungsbeamten bedienen. In der Großindustrie
fi nd heute viele Wärmebüreaus eingerichtet, die sich vorzüglich
«zahlt machen. Das Personal wird ausgebildet in der Betriebs-
" berwachung, in der Wärmebuchführung und in der Wärme-
essung. Die Wärmewirtschaft hat eine Wärmebuchführung
«chatten, wie es in jedem kaufmännisch geleiteten Unter-
«ahmen eine solche für die ein- und ausgehenden Geldbeträge
4 bt. Die wärmewirtschaftliche Arbeit bezweckt die richtige
aswahl und Ausnutzung der wärmetechnischen Einrichtungen,
se e Verwendung geeigneter Brennstoffe, die Ueb erwachung der
ar 'uko und die regelmäßig wiederholte Wärmebilanz. Äußer-
te deutlich wichtig ist neben der Ausbildung von Betriebspersonal
und der Interessierung aller Kreise, die an industriellen oder
gewerblichen Unternehmungen beteiligt sind, der Erfahrungs-
austausch, die Sammlung und Verbreitung von Methoden.
Die Industrie hat bedeutende Wärmewirtschaftsstellen ge-
schaffen, und auch das Kleingewerbe tritt an diese Aufgaben
heran, um die notwendige wirtschaftliche Wärmekraft herbei-
zuführen. Eine solche wirtschaftliche Werbung ist notwendig,
um die Gesamtheit zur Sparsamkeit und zur richtigen Aus-
nutzung des Kohlenschatzes zu bringen. Wir haben heute
wärmetechnische Abteilungen der Landeskohlenstellen, der In-
dustrie-Fachverbände und der Dampfkessel - Ueberwachungs-
vereine. Für sämtliche , Wärmestellen bildet die Hauptstelle
für Wärmewirtschaft in Berlin die Spitzenorganisation. Die
Landeskohlenstellen sollen die Werke anregen, sich ein ar
wärmewirtschaftlichen und sachverständigen Beratung zu be-
dienen; sie wollen den Betrieben behilflich sein, diejenigen
Brennstoffe zu bekommen, deren sie bedürfen; sie wollen sich
weiterhin aber auch besonders um die Wärmewirtschaft des
Hausbrandes bekümmern. Die industriellen Wärmestellen und
die Kesselvereine müssen sich mit der Dampf- und Ofen-
wirtschaft, wie diese besonders in der keramischen, Glas- und
Metall-Industrie vorwiegt, beschäftigen. Die Hauptstelle für
Wärmewirtschaft hält den Zusammenhang zwischen den bereits
bestehenden Stellen aufrecht und fördert so den Erfahrungs-
austausch. Es gibt aber noch eine Reihe anderer feuerungs-
technischer Beratungsstellen, die den Zweck haben, den Ver-
braucher in der Verwendung bestimmter Brennstoffe zu be-
raten, so z. B. in der Gasindustrie. Trotz mancher Widerstände
hat sich im Laufe der Zeit doch ein rechtes Vertrauens- Ver-
hältnis zwischen den beratenden Stellen und den Industrie-
betrieben gebildet, und dieses Vertrauen dürfte sich in Zukunft
immer mehr befestigen.
Daß ein besonderes Verständnis bei den Großverbrauchern
der Industrie sofort zu finden war, ist nicht zu verwundern
wenn man bedenkt, wieviel Millionen durch verhältnismäßig
einfache technische und organisatorische Maßnahmen gespart
werden können und gespart wurden. Aber auch im Haushalt
können alljährlich Tausende gespart werden, wenn man sich
die wärmetechnischen Grundsätze mehr zu eigen macht als
bisher; die Volkswirtschaft wird dadurch zweifellos gewinnen.
Die Wärmeausstellungen wollen Zeugnis ablegen davon, was
bisher geleistet wurde und wie man bestrebt ist, auf dem ein-
geschlagenen Weg fortzufahren. Der Kleinverbraucher an
Kohlen war im Ruhrgebiet selbst durch die günstigen Kohlen-
verhältnisse außerordentlich verwöhnt ; die hohen Kohlenpreise
zwingen ihn aber jetzt auch dazu, den Fragen der Wärme-
wirtschaft ein anderes Interesse entgegenzubringen.
Für die Kleinverbraucher bemüht man sich, den Wärmc-
ausstellungen einen gewissen belehrenden Teil beizugeben oder
überhaupt die Ausstellungen ganz in diesem Sinne zu veran-
stalten; es wird dort in Mustern, Modellen oder Schaubildern
gezeigt, wie man Oefen oder Herde bedient oder ausnutzt,
welchen Wert die einzelnen Brennstoffe haben, in welcher
Weise man sich vor Wärmeverlusten schützen kann u. dergl.
mehr.
Die Essener Ausstellung findet schon deswegen ein so
starkes Interesse, weil hier der engste Zusammenhang mit der
Kohle vorhanden ist und ein besonders starkes Maß von Er-
fahrungen vorliegt. Es kommt nur darauf an, die Umsetzung
der Brennstoffe in Wärmeträger zu zeigen, nicht aber etwa
die Ausnutzung dieser Wärmeträger in Maschinen, also in Dampf-
maschinen, Gasmaschinen, Dampfturbinen usw. Die Ausstellung
hat in ausgedehntem Maße die Hilfsmittel für die Betriebs-
überwachung als wichtige Förderung der Wärmewirtschaft in
Gestalt von Meßeinrichtungen und Kontrollapparaten in ihren
Rahmen gezogen. Leider stand nur eine sehr kurze Zeit der
Ausstellungsleitung für die Vorbereitungen zur Verfügung, und
das überaus starke Interesse an der Ausstellung gerade im
Ruhrbezirk hätte, wenn man nicht an den Termin gebunden
gewesen wäre, noch eine weit stärkere Beteiligung hervor-
gerufen. Vor allem konnte viel Material, das in der Bearbei-
tung ist, noch nicht gezeigt werden.
Die ganze Wärmewirtschaft beruht selbstverständlich auf
der Kohle, und es lag daher nahe, in bildlichen Darstellungen
die Entstehung, Lagerung und Gewinnung der verschiedenen
Kohlensorten zu zeigen, wie das vom Rheinisch- westfälischen ,
Kohlensyndikat in Essen, dem Rheinischen Braunkohlensyndikat
in Köln und der Berggewerkschaftskasse in Bochum auch ge-
schehen ist.
Die allgemeine Wärmewirtschaft ist mit reichem statistischen
Material vertreten, zahlreiche Schaubilder über Betrieb, An-
wendung und Ergebnis sind zu einem gemeinsamen Stand
vereinigt. Die verschiedenen Wärmestellen in ganz Deutsch-
land geben auf diese Weise ein Bild ihrer Aufklärungsarb it
innerhalb der ganzen Industrie.
81« — Kr. 28
SPRECHSAAL -COBURO.
im (Ii. Jahrgang.)
Auch das Handwerk ist mit dem Ofensetzergewerbe ver-
treten, dessen Bedeutung für die häusliche Wärmewirtschaft
man nicht unterschätzen darf.
Bekanntlich wird das Gas aus der Kohle erzeugt; trotzdem
kann die Qasverwertung oft wirtschaftlicher sein als die un-
mittelbare Verwendung der Kohle; deswegen wird auf den
Wärmeausstellungen auch die wirtschaftliche Verwertung des
Gases gezeigt. *f ••
Von den vielen technischen Hilfsmitteln, die sich auf die
Ausrüstung der Feuerungen und Kesselanlagen erstrecken,
lassen sich natürlich keine vollständigen Anlagen zeigen, und
man muß sich vielfach mit Plänen, Modellen u. dgl. begnügen.
Trotzdem hat die Essener Ausstellung eine Reihe hervor-
ragender Ausführungen in natürlicher Größe aufzuweisen. Die
vorgeführten Neuerungen auf wärmewirtschaftlichem Gebiete
betreffen in der Hauptsache die Feuerungen für die ver-
schiedenen Brennstoffe, die Dampferzengung, Wasserreinigung,
Dampfüberhitzung usw. Auch das Wasser als Quelle des
Dampfes gehört in seiner vielfältigen technischen Aufbereitung
und Behandlung in den Rahmen der Wärmewirtschaft. Die
Ausnutzung der Feuerungsabgase in Rauch gas Vorwärmern ge-
hört zum Gebiet des ersten Umsetzungsprozesses der Brenn-
stoffe. Wir sehen neue Unterwindwanderroste für minder-
wertige Brennstoffe in verschiedenen Ausführungen ; besondere
Fortschritte zeigen hier die Firmen Nyeboe & Nissen und
Düsseldorf-Ratinger Röhrenkesselfabrik. Sehr interessant ist
auch die Schlackenwäscherei, die von der Fa. Benno Schilde-
Hersfeld gezeigt wird. Das Grusonwerk hat eine Koksrückge-
winnungsanlage nach dem Magnetscheideverfahren aufgestellt.
Ein technischer Mittelpunkt der Ausstellung ist die Kohlen-
staubfeuerung; sie ist durch die führenden Firmen dieses neuen
Gebietes wie Rodberg, Walther u. a. vertreten, und zwar in
Zeichnungen und Modellen, während die Deutsche Maschinen-
fabrik und Orange-Gelsenkirchen eine Kohlenstaubfeuerung in
natürlicher Größe vorführen. Zu diesen Kohlenstaubfeuerungen
gehören auch noch Kohlenstaubmühlanlagen, die von den ge-
nannten Firmen und von Möller-Brackwede ausgestellt und vor-
geführt werden. Von der Kohlenstaubfeuerung verspricht man
sich sehr viel, weil sie wirtschaftlicher arbeitet als der normale
Planrost. Die Kohle wird in den Mühlen auf eine außerordent-
liche Feinheit gebracht und dann durch Düsen unter Druck in
den sog. Feuerraum hineingeblasen. Mit den Kohlenstaub-
feuerungen werden Temperaturen von 1600— 1700° erreicht;
sie spielen eine besondere Rolle in der Hüttenindustrie.
Sehr wichtig ist auch das Gebiet der Gasbrenner, die auf
der Aussstellung für die Zwecke der Dampferzeugung gezeigt
werden. Gasbrenner finden Anwendung zur Verfeuerung des
Ueberschußgases der Kokereien oder des Gichtgases der
Hüttenwerke, und die Gasfeuerungen sind also äußerst wirt-
schaftlich. Da der Gasdruck schwankt, so bedient man sieh der
Gasdruckregler, um den Druck auf gleicher Höhe zu halten.
Neuartige Gasbrenner werden von Rodberg, Balcke-Bochum u. a.
gezeigt. Im Dampfkesselbau sind beachtenswert die neueren
Ausführungsarten der Wasserkammern von Steinmüller und
Piedboeuf. Während früher die Wasserkammern an den Nähten
stumpf geschweißt wurden und so zu größeren Kesselschäden
Veranlassung gaben, ist jetzt ein Aufritzen unmöglich gemacht,
da an den Feuerstellen keine Nähte mehr vorhanden sind.
Wasserreinigung und -wärmung, Dampfüberhitzung, Flugaschen-
feuerung und Hilfseinrichtungen aller Art wie Klopf- und
Rohrreinigungsapparate werden gezeigt, ebenso auch Isolier-
stoffe für Rohrleitungen und Feuerungsanlagen. Das Forschungs-
heim für Wärmeschutz in München gibt sehr interessante Er-
gebnisse bekannt. Auch die Industrie der feuerfesten Steine
fehlt nicht auf der Ausstellung, Kondensations* und Rück-
kühlanlagen, denen im Turbinenbetrieb zur lErreichung eines
günstigen Dampfverbrauches eine besondere Bedeutung zu-
kommt, werden von den Firmen Balcke, Vulcan-Dortmund und
Estner dargestellt. Die Abwärmeverwertung ist gleichfalls auf
der Ausstellung vertreten; besondere Beachtung verdient der
Ruth'sche Wärmespeicher. Zu nennen ist auch der Sehnell-
strom-Dampfüberhitzer von Szamatolski-Berlin. Ventile, Rauch-
schieber, Meß- und Kontrollapparate für Rauchgas, Temperaturen,
Zug, Dampfdruck, Speisewasser, Dampf- und Windmengen,
Pumpen für Speisewasser und Kondensationsanlagen werden
ferner gezeigt. Die Firma Thyssen stellt Turbinenmodelle und Tur-
binen in natürlicher Größe aus. Die Atlas- Werke zeigen Anlagen
für die Verwertung von Abdampf. Die Entwicklung der
Kokserzeugung und Nebenproduktengewinnung vom Meiler bis
zur heutigen modernen Kokerei wird von der Firma Heinrich
Koppers in Essen in sinnreicher Weise vorgeführt.
Sehr reichhaltig sind die Einrichtungen, die dem Haus-
brand dienen ; Oefen und Herde für Kohle und Gas, Installationen
der Heizindustrie u. dergl. mehr sind in großer Zahl vorhanden,
ebenso Oefen für die keramische, Hütten- usw. Industrie, ferner
Backöfen. Zahlreiche Apparate für den Haushalt zeigen,
welches starke Interesse man der Ausnutzung der Wärme
durch Sparbrenner, kombinierte Koch- und Heizeinrichtungen,
die besonders in Siedlungsbauten eine Rolle spielen, entgegen-
bringt. Das Bild der Ausstellung wird dadurch anregend und
abwechslungsreich und zeigt auch jedem Besucher, wie er mit
seinen persönlichen Interessen mit der Wärmewirtschaft ver-
knüpft ist.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Das 25 jahrige Arbeitpjubilaum beging am 1. 7. 22 Herr Ferdinand
Mio hei, Direktor des FabrikiagerB von Villeroy & Boch, Frankfurt a. M.
Totenschau. Nach längerem Leiden verschied am 7. Juli Herr
Eduard Prochaeka, Direktor der Glasfabrik Jon. Lötz Ww., Kloster-
mühle (Böhmen). Im Jahre 1880 in die Firma eingetreten, gelang es ihm
durch Umsicht und Tüchtigkeit den Erzeugnissen des Unternehmens den
Weltmarkt zu erschließen. Der Verstorbene hat sich um die Hebung des
Ansehens der deutschböhmischen Glasindustrie im Auslande bleibende Ver-
dienste erworben. Die Anerkennung, die seine Schöpfungen auf dem
Gebiete] der Kunstglaserzeugung und Farbenglasschmelze fanden, wird
am besten gekennzeichnet durch die vielen Auszeichnungen, die der Firma
Job. Lötz Wwe. und ihm persönlich auf Ausstellungen in St. Louis, San
Franzisco, Paris, London, Wien u. a. m. verliehen wurden.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
QlaBhflttenkurte. Um für die fachmännische und wissenschaftliche
Leitung von Glashütten, aber auch zu Glashüttentechnikern und Beamten
junge Leute auszubilden, werden an der Staatsfachschule in Haida in
Nordböhmen alljährlich Kurse während der Dauer von rund 7 Monaten,
beginnend am 1. 10., abgehalten. Anmeldungen finden im September statt.
Die Unterrichtsgegenstände sind: Hütten- und Ofenbau, Feuerungskunde,
Chemie, Arbeiten im Laboratorium, Fachkunde, Mitarbeit im Htttten-
betrieb, Berechnung von allem, was die Hütte betrifft und a. m. Zu
näherer Auskunft ist die Direktion gerne bereit. Die Anstalt ist deutsch.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Portugal. Das Patent, und Markenschntzrecht ist für Deutsche
durch ein Dekret vom 22. 6. 20 mit Wirkung vom 10. 1. 20 wiederherge-
stellt worden. Dasselbe Dekret bestimmt, daß die Zeit vom 20. 4. 16 bis
10. 1. 20 für den Erwerb, die Erneuerung und den Verlust der Patent-
nnd MarkenBchutzrechte nicht zu zählen ist, und verlängert die Frist für
die Bezahlung der Gebühren für die durch den Krieg betroffenen Patent-
und Markenschutzrechte bis zum 10. 1. 21. Späterhin ist Portugal dem
internationalen Berner Abkommen vom 80. 6. 20 über die Wiederherstel-
lung der durch den Krieg betroffenen Patent- und MarkenBchutzrechte
beigetreten, doch hat es dieses Abkommen erst am 10. 1. £2 ratifiziert,
nachdem bereite einig« der darin festgesetzten Fristen abgelaufen waren.
Infolgedessen bat sich die Begierung genötigt gesehen, durch ein Dekret
vom 29. 5. 22 die Fristen um weitere sechs Monate, d. h. bis znm
29. 11. 22 zu verlängern. Die Erneuerung des Markenschutzes kann so-
mit immer noch geschehen; es muß mit etwas höheren Kosten als früher
gerechnet werden, weil inzwischen die Gebühren erhöht worden Bind.
Handel und Verkehr.
Handelsverkehr mit Rußland. Da bei der deutschen Geschäfts-
welt noch vielfach Unkenntnia über den jetzigen Handelsverkehr nach
Bußland herrscht und die Tatsache, daß der Außenhandel in Baßland
nationalisiert ist, viele auf den Export angewiesene Fabrikanten oft in
die Hände nicht einwandfreier Vermittler treibt, wodurch zuguterletzt nur
Verluste entstehen und der legale deutsch russische Handelsverkehr beein-
trächtigt wird, hat sich der Vorstand des Deutsch-Russischen Wirtschafts-
Bandes, e. V , Berlin, entschlossen, zu versuchen, der deutschen Geschäfts«
weit behilflich zu sein. Zu diesem Zwecke wird den Interessenten
anheimgestellt, die für die russische Begierung bestimmten and in russischer
Sprache abgefaßten Offerten nebst russischen Prospekten und Katalogen
in doppelter Ausfuhrung der Geschäftsstelle des DRWß., e. V., zuzustellen,
von wo aus die Weitergabe der Originalofferten erfolgt. Die Offerten sind
möglichst kurz abzufassen, aber alle auf die Warenlieferung bezüglichen
Angaben genau zu machen. Unaufgefordert sollten keine Master oder]
Zeichnungen eingesandt werden. Auf Wunsch besorgt die Geschäftsstelle]
des DRWß , e. V., die Uebersetzung ins Rassische, sowie die Drucklegung
in russischer Sprache.
Ein- and Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Eine Aenderung der Ausfahrmindestpreise
ist vorgenommen worden: für Walkerde mit Wirkung vom 1.7.22; für
Drainröhren.
England. Zum In dustr ^Schutzgesetz. Die vom britischer
Handelsamt eingesetzten Ausschüsse haben für den erhöhten Zoll u. a
folgende Artikel in Vorschlag gebracht : Glaawaren für häuslichen Bedarf
nicht mit Silber oder anderen Metallen montiert, und zwar: Wasser |
Haschen, gewisse Krüge (Celery-Jars), Sahnen- und Milchkannen, Eierl
rahm-Gläser, Karaffen und ähnliche Gel äße, Nachtisch- und andere Schüsseln
Fingerschalen und Bowlen, Blamenvasen und -Gläser, farbig oder bemalt!
Becher, Eiegläser, EisBOhttBseln, Geleegläser, Likörgläser, Salat-, Fracht-!
1928. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL— COBURG.
Nr. £8 — 317
lorken- und Ähnliche Terrinen und Schalen, Zuckerdosen, Deckelkrüge,
«räsentierteller, Stehaurgläser (TomblerB), Wasserkannen, -krttge und Wasen-
ecken, Weingläser, Beleuchtungsgläser für künstliches Liebt, ausgenommen
lektrische Glühbirnen, Gläser für Bergwerkslampen und Zylinder für Pe-
roleumlampen. Emailliertes Gußeisengeschirr für den Hausbedarf.
Glaswaren, gleichviel, ob (ür Hausgebrauch oder Beleuchtung, die nur
«preßt sind, oder Artikel aus gegossener Kieselerde, Vitrosil oder ähnlichem
laterial sollen von der Zollerböhung ausgenommen sein, ebenso Glas-
faren, die erwiesenermaßen mit Silber oder anderem Metall in England
lontiert werden sollen. — Für Spielzeug ist ein Bedürfnis auf erhöhten
Ichutzzoll nicht anerkannt worden.
Kanada. Einfuhr deutscher Waren. Die Zweigstelle des Aus-
wärtigen Amtes für Außenhandel, Nürnberg, hat für den Warenexport nach
Canada Richtlinien aufgestellt, welche von Interessenten auf besonderem
Vunsch einverlangt werden können.
Kanada. Die Zollbehandlnns von Waren aus valutaschwachen
Andern ist nunmehr in folgender Weise festgesetzt worden: Für die
Jollberechnung ist grundsätzlich maßgebend der englische Marktwert der
tfaren. Ist dieser höher als der Verkaufspreis der Waren, so wird außerdem
•emäß der Dumpingklausel des Zolltarifes 1907 ein Dumpingzoll erhoben,
ier jedoch 16°/0 des englischen Marktwertes der Waren nicht über-
teigen darf.
Niederländisch-Indien. Handelserleichterungen. Die Zweigstelle
les Auswärtigen Amtes für Außenhandel, Nürnberg, teilt mit, daß die
landelsabteilung des Departements für Landwirtschaft, Industrie und
landel für Niederländisch-Indien in Buitenzorg auf Java, die hauptsächlich
mr Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen der Kolonie und dem
Lusland dienen Boll, bereit ist, heimischen Fabrikanten und Exporteuren
ei der Gewinnung von Verbindungen mit Niederländisch-Indien bezw.
ron Unterlagen für den dortigen Markt an die Hand zu geben. U. a. wird
/on ihr ein Wochenblatt herausgegeben, das Angebot und Nachfrage ent-
hält und regelmäßig dortigen Kaufleuten zugestellt wird. Die oben
genannte Zweigstelle ist bereit, Schreiben von Interessenten an die genannte
Institution weiterzuleiten.
Die Lage in Industrie und Handel.
Erhöhung der Kohlenpieise. Infolge der Erhöhung der Berg-
srbeiterlöhne im Ruhrrevier hat der Reichekohlenrat in seiner letzten
Sitzung folgende Erhöhungen beschlossen: Der Preis- für Ruhr- und Fett-
'Grderkohle erhöht sich um netto M 202, einschließlich Steuern und Händler-
»ufechlag um Brutto rund Jt 300 von M 907,60 auf M 1208 die Tonne.
Per Preis für rheinische Braunkohlen und Briketts steigert sich aus den
eben angeführten Gründen ebenfalls von 555 um M 180 auf M 735
lie Tonne. Für das mitteldeutsche und oatelbische Braunkohlenrevier
konnte der genaue Satz bei der eintretenden Preiserhöhung noch nicht fest
bestimmt werden, da die Lohnverhandlungen im Reichsarbeitsministerium
tapeh tagen. Die Versammlung genehmigte einstimmig alle Anträge auf
freieertöhungen vom 1. 7. 22 ab. Regierungsseitig wurde ein Widerspruch
nicht erhoben.
Japan. Die Glasindustrie, die in Friedenszeiten nur eine lang-
same Entwicklung aufwies, honnte während des Krieges infolge des aus-
igwchalteten europäischen Wettbewerbes Bich merklich kiäftigen und ver-
größern. Flaschen, Tischgeschirr, Beleuchtungsartikel, Tafelglas und
IScbmuekartikel wurden schon seit längerer Zeit hergestellt. Im Jahre
1915 wurde auch die Fabrikation von Glühbirnen aufgenommen. Die
(Zahl der Betriebe, die 1914 noch verhältnismäßig klein War, hat sich seit
diesem Zeitpunkt in einigen Zweigen verdoppelt und verdreifacht. Die
Gesamtzahl der Fabriken belief sich 1909 auf 360, 1914 auf 463 und
1919 auf 1268. Die Arbeiterzahl stieg im gleichen Zeitraum von 7164
auf 21 530. Zu den 481 Oefen im Jahre 1915 kamen bis 1919 733 Neu-
bauten hinzu. Von der technischen Vervollkommnung der Werkzeuge und
Maschinen eprechen folgende Produktionszahlen (in 1000 Yen):
V 1909 1914 1919
Flaschen 2 307 3 001 36 416
Tischgeschirr 514 871 3147
Beleuchtungsartikel 964 871 2 875
Die Herstellung von Glühbirnen nahm erst 1915 ihren Anfang und be-
wegte Bich naturgfmäß nur langsam vorwärts. Sie betrug in 1000 Yen:
1915 660, 1919 806 Die Produktion von Tafelglas erfuhr folgende
Steigerung (in 1000 Yen): 1909 48, 1915 3 927, 1919 16 918 Die Fabri-
kation von sonstigem Glas, worunter auch alle Scbmuckartikel, wie Perlen,
Knöpfe und Ringe fallen, belief sich (in 1000 Yen): 1909 auf 362, 1915
auf 570 und 1919 auf 4198. Die Gesamtproduktion der Glasindustrie
stellte sich dem Werte nach (in 1000 Yen): 1909 auf 4195, 1915 auf
12 217 nnd 1919 auf 64 360. Darunter hat jene Produktion, die mit der
deutschen und böhmischen am schärfsten im Wettbewerb steht, die
gttnBtigBte Entwicklung erfahren, wie die Flaschenerzeugung, die Be-
leuchtungsartikel-, Tafelglas- und Schmuckindustrie. Ein anschauliches
Bild von den Produktions- und Handelsverhältnissen zeigen die hohen
japanischen Kurse. Das Geschäft geht aber keineswegs in der gleich
günstigen Weise weiter. Dort wie hier zeigen sich Konjunktursenkungen,
und Betriebseinstellungen gehören durchaus zu keiner Seltenheit. Die
heimische Produktion wird wohl in der Weise geschützt und gefördert,
daß iür Laboratoiiumsgläser, Thermometer und jedes Glaeinstrument, das
znm Messen dient, eine amtliche Bescheinigung verlangt wird. Dadurch
wird der Zwischenhandel ausgeschaltet und das Geschäft wenigen Lizenz-
inhabern in die Hände gespielt. Da die Güte des Erzeugnisses ziemlich
zufriedenstellend ist, wird die Einfuhr fremder Waren nur auf Versuchs-
instrumente, die in Staatslaboratorien gebraucht werden, beschränkt. Die
Thermometer werden in vielen kleinen Fabriken hergestellt. Die be-
deutendste ist die in Yamaguchi (Kashiwagi). Da die ,InBtrumente aber
doch noch vielfach zu Klagen Anlaß geben, dürfte die Exportmöglichkeit
recht in Frage gestellt Bein. Ausschlaggebend ist im übrigen hier auch
die Preislage der Erzeugnisse. Vor dem Kriege hatte Japan mit den
europäischen Konkurrenten freies Spiel, heute sind die Verhältnisse andere
geworden und die Preise bedeutend gestiegen. Nicht in gleichem Maß-
stab aber konnte die Qualität gesteigert werden. Damit sei gesagt, daß
unter normalen Verhältnissen in der japanischen Konkurrenz noch keine
Gefahr entstanden ist, am wenigsten noch in jenen Absatzgebieten, wo
unsere Waren eingeführt sind und der Markt lediglich gesteigerten Be-
darfs wegen andere Wettbewerber zulassen mufte. So lauten auch heute
noch die übereinstimmenden Urteile englischer Reisender. (Hch)
Niederländisch-Indien. Wirtschaftliche Lage und Außenhandel.
Der Zweigstelle Nürnberg des Auswärtigen Amtes für Außenhandel liegt
ein Bericht des Deutschen General-Konsulats in Batavia vor, welcher sich
in sehr eingehender Weise über die wirtschaftliche Lage und den Außen-
handel Niederländisch-Indiens im Jahre 1921 ausspricht. Der Bericht
enthält neben einer allgemdnen Uebersicht, statistische Ab gaben über die
Aus- und Einfuhr, Mitteilungen über die Produktion und den Produkten-
handel, sowie Winke für die Einfuhr und Aufschlüsse über vorhandene
Absatzmöglichkeiten. Der erwähnte Bericht steht den Interessenten zur
Einsichtnahme in den Geschäftsstunden bei der Zweigstelle des Auswärtigen
Amtes für Außenhandel, Nürnberg, zur Verfügung.
Rußland. Absatzmöglichkeiten. Es werden zu kaufen gesucht:
Elektrische Glühbirnen, elektrisches Installationsmaterial und Flaschen
verschiedener Art von der Handelsabteilung des Industriebureaus des
Präsidiums des Obersten Volkswirtschaftsrates für den Ural; Bau- und
Fensterglas vom Zentral Handelsbureau der Verwaltung für Bau- und
Holzmaterialien des Obersten Volkswirtschaftsrates: Oefen, Spiegel-,
böhmisches und Buntglas vom Petrotorg. Da in Sowjetrußland zurzeit
das Außenhandelsmonopol besteht, ist es zweckmäßig, sich um Auskunft
au die Vertretung des Kommissariats für russischen Außenhandel, Berlin W.,
Lützowufer 1, zu wenden.
Schweden. Neue Tarifverträge in der Porzellanindustrie.
An den Porzellanfabriken in Stockholm, Göteborg, Gefle, Lidköping und
Gustafsberg wurden neue Tarifverträge abgeschlossen, die bis Ende des
Jahres gelten. Die Höchstlöhne von 1920 werden bis zum 1. 7. um
35—40 % herabgesetzt; nach diesem Zeitpunkt betiägt die Lohnminderung
45-50%. (&u)
Geschäftliche Mitteilungen.
Stettiner Schamottefabrik, A..GL, vorm. Didier, Stettin. Aus-
zug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn Ji 11,72
(6,36) Mill ; Dividende 26% (20); Abschreibungen M 0,77 (0,68) Mill.;
Zuweisungen an Werkerhaltungskonto JC 1,28 (0,40) Mill,; an Unter-
Bttttzungsreservefonds Ji 1 (0,6) Mill. — Die o. G.-V. genehmigte die
Kapitalserhöhung um Ji 16 Mill. Stamm- und M. 2 Mill. Vorzugsaktien.
Die neuen Stammaktien werden den bisherigen Aktionären im Verhältnis
2 : 1 von dem übernehmenden Konsortium zu 200 °/0 zum Bezug angeboten.
Ueber das Ergebnis der Liquidation des Vermögens der Didier March Co.
kann noch nichts gesagt werden. Die endgültigen Verrechnungen hängen
von den Beschlüssen der amerikanischen Gesetzgebung und den noch
zwischen Amerika und Deutschland zu treffenden Vereinbarungen ab. —
Neu in den Aufsichtsrat wurden Fabrikbesitzer Krey und Regierungsrat
v. Flotow gewählt.
Schamottefabrik Thonberg, A.-G., Thonberg. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 31.12. 21: Reingewinn M 286 922; Verwen-
dung nicht veröffentlicht; Abschreibungen M 17 686.
Deutsch-Amerikanische Schmirgelwerke, A.-G., Berlin. Aus-
zug aus dem genehmigten Abschluß für die Zeit vom 24. 11. — 31. 12. 21 :
Reingewinn Ji 61469, der als Vortrag auf das Geschäfte jähr 1922 ver-
wandt wird; Abschreibungen M 29183.
A.-6L der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm. Ferd. Heye,
Düsseldorf. Gegen die Beschlüsse der a. o. G.-V. vom 9. 12. 21 (Aus-
gabe von M 10 Mill. neuer Vorzugsaktien, die an eine der Verwaltung
nahestehende Gruppe mit der Verpflichtung begeben werden sollten, die
Aktien außerhalb der Gruppe nicht vor 30 Jahren zur verkaufen) war von
dem holländischen Aktionär W. Steinhaus Anfechtungsklage erhoben
worden. Die Kammer für Handelssachen zu Düsseldoif hat diese Klage
kostenfällig abgewiesen. Aus der Begründung ist hervorzuheben, daß
selbst, wenn die Anfechtungsklage nicht im Sinne des § 271 ff. HGB. er-
hoben worden sei, mit dem Kläger angenommen werden könne, daß die
Beschlüsse von Generalversammlungen einer Aktiengesellschaft wegen
Verletzung öffentlich- rechtlicher Vorschriften und insbesondere wegen
Verstoßes gegen die guten Sitten nichtig sein können, und daß alsdann
die Feststellung dieser Richtigkeit von jedem, der daran ein rechtliches
Interesse hat, im Wege der Klage verlangt werden kann. Diese Klage
könne aber, wenn anders die Sicherheit der Rechtsverhältnisse einer
Aktiengesellschaft nicht den größten Gefahren ausgesetzt werden sollte,
nur zugelassen werden, wenn es sich um Maßnahmen handelt, die das
Gesetz aus öffentlich rechtlichen Gründen verbiete.
Hirsch, Janke & Co., A.-6., Weißwasser, O.-L. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 28. 2. 22 : Reingewinn M 1,22 (1,37)
Mill. ; Verwendung nicht bekannt gegeben ; Abschreibungen JC. 0,43
(0,30) Mill. ,
Thermos-A.-G., Berlin. Auszug aus dem genehmigten Abschluß
vom 31. 12. 21: Reingewinn M 1,06 (0,34) Mill; Verwendung nicht ver-
öffentlicht; Abschreibungen Ji 0,87 Mill. — Vom Betriebsrat wurden
Expedient W. Schmidt und Meister K. Achilles in den Aufsichtsrat ge-
wählt.
Höh Ii a & Schaal, Glasmanufaktnr, Weißwasser, O.-L, Die
Firma weist darauf hin, daß ihren neue Abbildungen yon Beleuchtung«- und
elektrischem Hohlglas fertiggestellt sind und allen Interessenten auf
Wunsch zur Verfügung stehen. Die Lieferung kapn jetzt wieder kurz-
fristig erfolgen. i
Bank für keramische Industrie, A.-G., Dresden. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 30. 4. 22 : Reingewinn M 405 875 ; Ver-
wendung nicht veröffentlicht; Abschreibangen M 20B30.
318 — Nr.
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (BB. Jahrgang.)
Geschäftsverlegnng. Die Firma „Fritz Hertmann & Co.," Dresden-
A. 24, hat ihre Geschäftsräume ab 7. 7. 22 nach Dresden-Strehlen,
Kreischaerstraßa 20, verlegt.
Generai -Versammlungen.
Odenwälder Tonindustrie, A.-G., Pf afien-Beerfurth : a. o. G.-V. 25. 7. 22,
10 Uhr v„ Hotel Esplanade, Berlin. T.-O.: Kapitaleerhöhung um M 2
Mill. ; Genehmigung zn einem hypothekarisch gesicherten Darlehn von
M 1 Mill.
Norddeutsche Glassandindustrie, A.-G., Arendsee i. Altm. : o. G.-Y.
24, 7. 22, 6 Uhr n., Bankhaus Albert Scheiberg & Co., Hannover. T.-O. :
n. a. Ermächtigung zum Verkauf des Grundbesitzes der Gesellschaft ; An-
trag eines Aktionärs auf Liquidation.
Messen und Ausstellungen,
Unzulässige Erhöhung der Meßmieten. Die nach dem Formular
der Leipziger Meßhäuser G. m. b. H. abgeschlossenen Mietverträge ent-
halten teilweise die Bestimmung, daß der Mietpreis auch während der
Dauer des Vertrages erhöht werden kann, wenn die Leipziger Meßhäuser
G. m. b. H., der der Vermieter als Gesellschafter angehört, die Höchst-
preise heraufsetzt. Soweit Vermieter, welche derartige Verträge abge-
schlossen haben, ans der Leipziger Meßhäuser G. m. b. H. ausgeschieden
sind, haben sie selbstverständlich auch kein Recht mehr, von dieser so-
genannten Konjunkturklausel ihren Mietern gegenüber Gebranch zn
machen. Die in Betracht kommenden Aussteller werden hierauf ausdrück-
lich hingewiesen. Nähere Auskunft kann vom Meßamt auf Grnhd des
einzelnen Mietvertrages erteilt werden.
Zur Frankfurter Herbstmesse (8—14. 10: 22) wird die Ab-
teilung Hauswirtschaft, die bisher in der Städtischen Gewerbeschule
untergebracht war, in die eigentliche Messestadt einbezogen werden.
Für die zugehörigen Ausstellungsgruppen (u. a. Haus- und Küchengeräte,
Porzellan-, Steingut- und Glaswaren) ist eine neue, sehr geräume Halle
in unmittelbarer Nähe des „Hauses der Technik" und der WeBthalle C
errichtet worden. Die Einrichtung ist übersichtlich angeordnet und sieht
einen zwangsläufigen Bundgang vor.
IH. Internationale Keichenberger Messe (12.— 20. 8. 2g).
Auch in diesem Jahre wird in der Messezeit von den vereinigten
Spediteuren Beichenbergs ein MeBsespeditionsbüro errichtet. Dieses steht
unter Kontrolle des Messeamtes nnd besorgt ausschließlich die Spedition
der Messegüter. Die Versender werden darauf aufmerksam gemacht, ihre
Güter nur in äußerst dringenden Fällen als Expreßgut abzufertigen, weil
sie sonst der Begünstigung der frachtfreien Bückbeförderung verlustig
gehen. Das Eintreffen der Messegüter hat zwischen dem 31. 7. und dem
5 8. zu erfolgen. In Messespeditionsangelegenheiten wolle man sich nur
an das Messespeditionsbüro wenden.
Soziale Bewegung.
Die Entscheidung über die allgemeine Verbindlichkeit von
Tarifverträgen einschließlich der hiermit zusammenhängenden Autgaben,
insbesondere der Führung des Tarifregisters, ist zwecks Entlastung des
Reichsarb eitsministeriums mit Wirkung vom 15. 6. 22 ab dem Beichsamt
für Arbeitsvermittlung (Berlin NW. 6, Luisenstr. 32/34) übertragen
worden. Die Bearbeitung der grundsätzlichen Fragen des Tarifvertrag-
rechts, insbesondere seine gesetzliche Ausgestaltung, bleibt weiter bei dem
Reichsarbeitsministerium.
Vorläufig keine Bezirkswirtschaf tsräte — Ausbau der bestehen-
den Kammern. Der Verfassungsansschuß des Reichswirtschaftsrats hat
Bich auf den Standpunkt gestellt, daß vorläufig ven der Schaffung der
Bezirkswirtschaftsräte abzusehen sei. Statt dessen Boll die Gleichberech-
tigung der Arbeitnehmer in wirtschaftlichen Angelegenheiten dadurch
gewährleistet werden, daß die bestehenden Mandelskammern, Handwerks-
kammern und Landwirtschaftskammern durch Hinzunahme von Arbeit-
nehmer Vertretern ausgebaut wurden.
Schweiz. Zur Verlängerung der Arbeitszeit. Einer Baseler
Meldung zufolge ist die Vorlage über die Abänderung dea eidgenössischen
Fabrikgesetzes der 48 Stundenwoche in eine 54 Stundenwoche zu Zeiten
schwerer wirtschaftlicher Krise im schweizerischen Nationalrat mit 47
gegen 35 Stimmen angenommen worden, jedoch mit der Einschränkung,
daß die Aufhebung der 48 Stundenwoche nur für die Dauer der nächsten
drei Jahre zulässig ist. Bevor der schweizerische Bundesrat die Tatsache
einer wirklichen Wirtschaftskrise in den einzelnen Industriezweigen er-
klärt, muß er sich mit den zentralen Arbeitgeber- nnd Arbeitnehmerver-
bänden ins Benehmen setzen.
Verbände.
Preiserhöhung für Glühlampen. Infolge weiterer Steigerung aller
Herstellungskosten erhöhten die Vereinigten Gltthlampenfabriken die bisher
auf die Listenpreise erhobenen Teuerungszuschläge mit Wirkung ab 29. 6. 22
wie folgt: 1. für luftleere und gasgefttllte Metall-Draht-Lampen 20—260
Volt ui.d Koblefadenlampen von 700 auf 900%, 2. für luftleere nnd gas-
gefttllte Metall-Draht-Lampen bis 19 Volt sowie für Glimmlampen, Taschen-
lampen und Telephonlampen von 800 auf 900 °/0, 3. für Heizlampen von
1600 auf 2100 %. Der Grundpreis für Glimmlampen wird gleichzeitig auf
Jt 7 ausschließlich Steuer erhöht. Für Soffittenlampen Bind ebenfalls neue
Grundpreise festgesetzt worden. Die Berechnung der bis zum 28. 6. 28
erteilten und angenommenen Aufträge erfolgt gemäß Punkt 4 der Lieferungs-
bedingungen, soweit die Lieferung noch im Juni d. J. möglich int, mit
den bisherigen Teuerungszuschlägen oder Grundpreisen (zu 1. 700 °/n. zu
2 800 •/„, zn X 1600 •/•)■
Firmenregister.
Deutschland.
Vereinigte Isolatorenwerke, A.-G., Berlin-Pankow. Ing. Paul Hanfland
ist zum stellvertretenden Vorstandsmitglied bestellt. Seine Prokura ist
erloschen. Die Kapitalserhöhung am J 4 Mill. auf M 1 Mill. ist erfolgt.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G, Fraureuth. Kaufmann Isidor Wald-
mann hat Prokura mit einem Vorstandsmitglied.
H. Schomburg & Söhne, A.-G., Großdnbrau. Die Kapitalserhöhung
um Ji 17 Mill. anf M 25 Mill. ist durchgeführt.
Keramische Werke Herzogenrath, G. m. b. H. & Co., Kommandit-
gesellschaft, Herzogenrath. Heinrich Böhner und Gustav Ad. Dahm haben
Gesamtprokura.
Schumann & Klett, Jlmenau. Kaufmann Trangott Kaiser ist aus-
geschieden. Frau Gertrud Klett ist als persönlich haftende Gesellschafteria
eingetreten. Vertretungsbefugt ist nnr Kaufmann Hugo Klett.
Elektrewerk, G. m. b. H. Neudorf, Nendorf, und Porzellanfabrik
G. m. b. H. Nendorf, Neudorf. Kaufmann Wilhelm Baumann wurde zum
Geschäftsführer bestellt.
Steatit-Magnesia-A.-G., Nürnberg. Die Kapitalserhöhung um M, 7,5
Mill. auf M 25 Mill. ist erfolgt.
Krister Porzellanindustrie, A.-G., Waldenburg i. Schi. Vom Betriebs-
rat wurden Oberbrenner W. Bittner und Maler A. Hoppe und als deren
Stellvertreter Oberdreher Kunstmann und Klempner Hanke bezw. Dreher
Panl Krause und Schleifer Sommer in den Aufsichtsrat gewählt.
Verband Deutscher Lnxusporzellanfabriken, G. m. b. H, Weimar.
Dr. Wilhelm Vershofen wurde zum weiteren selbständig vertretungsbe-
fugten Geschäftsführer bestellt. Syndikus Dr. Bichter ist ausgeschieden.
Kaufmann Emil Panluhn hat Prokura.
Steingutfabrik Colditz, A.-G., Colditz i. S. Vom Betriebsrat wurden
Otto Franz und Max Oertel in den Aufsichtsrat gewählt.
Hugo Beinhardt & Co., Jlmenauer Terrakottafabrik, Jlmenau. Die
Firma ist erloschen.
Keramische Werke, Alfred Lohse, Bad Schmiedeberg. Die Prokura
von Otto Becker ist erloschen. Direktor Leuthold Lonitz hat Prokura.
Huber-Boethe Ernst, Kunsttöpferei, Villingen. Fabrikant Alfred
Bansmayer ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Friedrich Rößler, Fabrik säurefester Produkte, Bensheim. Kaufmann
Wilhelm Kaiser ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
Vereinigte Schamotte- nnd Qaarz werke, A.-G., Frankfurt a. M. Die
Kaufleute August Buch und Walter Kothe haben Gesamtprokura.
Anhalter Schamottewerke, A.-G., Unterwiederatedt. Das Grundkapital
ist um M 350 000 auf Ji 700 000 erhöht worden.
Schmirgelwerke, A.-G., Berlin. Die Prokura von Fachs ist er-
loschen.
Glashütte Neuwerk, A.-G., Berlin. Dr. Gerhard Stein hat Gesamt-
prokura.
Guß- und Tafelglashtttten, A.-G., vorm. Paul Müller & Co., Nieder-
pntzkan. Die Kapitalserhöhung um JI 0,3 Mill. Vorzugsaktien auf
M 3,3 Mill. ist durchgeführt. An Stelle des ausgeschiedenen Fabrikdirektor
Ernst A. Becken wurde Fabrikdirektor Guido Elbogen zum Vorstands
mitglied bestellt.
Oberhansener Glasfabrik, Funcke & Becker. Oberhansen. Der lang-
jährige Mitarbeiter nnd Prokurist, Kaufmann Chr. Richtsteig, ist zum
Direktor des Werkes ernannt worden.
Glasfabrik Hermannhütte, F. 0. Hirsch & Co., Pirna. Die Firma
ist erloschen.
Verein sächsischer Tafelglashtttten, G. m. b. H, Dresden. An
Stelle der ausgeschiedenen Fabrikdirektoren Georg M. Fugmann und Horst
W. W. Piefky wurden die Kaufleute Wilhelm E. Großer und Karl G. H.
Röhringer als Geschäftsführer bestellt.
Joh. Kremenezki, Fabrik für elektrische Glühlampen, Wien, Export-
vertretung Hamburg m. b. H., Hamburg. Stammkapital: Jt 100000.
Gemeinsam vertretungsbefugte Geschäftsführer sind die Kaufleute Franz
Enichtmayer und Willy H Schwartz.
Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-G., Berlin-Friedenau. Die Kapi-
talserhöhung um Ji 22 Mill. auf M 50 Mill. ist erfolgt.
Bernburger Kristall-Glasschleiferei Wilhelm Ktthntopp, Bernbnrg.
Inhaber ist Glasschleifereibesitzer Wilhelm Kühntopp.
Bast & Co., G. m. b. H, Darmstadt. Die Firma ist geändert in „Süd-
deutsche Glas- Werke (vorm. Bast & Co.), G.m.b.H." Das Stammkapital
ist um M 700 000 auf Jt 1 Mill. erhöht. An Stelle des ausgeschiedenen
Leonhard Rast wurde Kaufmann Werner Hoefs zum Geschäftsführer be-
stellt. Kaufmann Karl Vierheller hat Gesamtprokura.
H. Bandt & Staratachek, Erste Lewiner GlasBchleiferei, Lewin. Ge-
sellschafter sind die Kaufleute Herbert Bandt und Franz Staratachek.
Friesische Glas- nnd Spiegelmannfaktar Hans Seidel, Rüstringen.
Glasschleifern. Inhaber ist Kaufmann Hans Seidel.
Buderua'aohe Eisenwerke, A.-G., Wetzlar. Die Kapitalserhöhung am
Ji 57,25 Mill. auf Jt 106 Mill. ist durchgeführt.
Jakob Vandenhirz, Aachen (Korneliaastr. 22). Haas- und Küchen-
waren-Groß- und Kleinhandlang. Inhaber ist Kaufmann Jakob Vandenhirtz.
Josef Masmeier hat Einzelprokura.
Mitteldeutsche Porzellan-Zentrale, G. m. b. H, Sandberg bei Altwasser
i. Schi. Das Stammkapital ist am M. 90000 auf Jt 255000 erhöht.
König & Co., Soest. Die Gesellschaft ist aufgelöst, die Prokura von
Paul König erloschen. Kaufmann Paul König führt das Geschäft unter
der Firma „König & Co,, Inhaber Panl König" fort. Frau Auni König
hat Prokura.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 28 — 319
Otto Kassius, Zwickau (KaBernenstraße). Großhandel mit Glas-,
Porzellan-, und Steingutwaren, Haus- und Küchengeräten und Wirtschafts-
artikeln. Iuhaber ist Kaufmann Otto A. V. Kassius.
Wilhelm Bckardt & Ernst Hotop, Ingenieure für Projektbearbeitung
und Ausführung von Fabrikanlagen für die Ton-, Zement- nnd Kalkindustrie,
G m b. H , Berlin. Die Firma ist geändert in: „Wilhelm Bckardt & Ernst
Hotop. G. m. b. H." Gegenstand des Unternehmens ist fortan der Betrieb
eines ingenieurbureaus und Bauunternehmung für keramische und feuerungs-
technische Anlagen, insbesondere für Anlagen von Kalkwerken, Gips-
werken Zementfabriken, Ziegeleien, Dachziegelwerken, Schamottefabriken,
Feuerungs- und Schornstein-Industrieofenbau. Das Stammkapital ist nm
M 60 000 auf M 300 000 herabgesetzt. Dipl.-Ing. Justus Zilg wurde zum
weiteren Geschäftsführer bestellt.
Euling k Mack, Gips- und Gipsdielenfabriken, A.-G.. Abteilung Ver-
kaufsbttro Nordhausen, Nordhansen. Unter vorstehender Firma wurde von
der Firma Euling & Mack, Gips- und Gipsdielenfabriken, A.-G., Ellrich,
eine Zweigniederlassung in Nordhansen errichtet. Kaufmann Gerhard
Horn hat Einzelprokura unter Beschränkung auf die Niederlassung Nord-
hausen.
Gottschalk & Co., A.-G., Cassel. Josef Seholl hat Prokura mit dem
Prokuristen Max Weiler.
Nürnberger Abziehbilderfabrik Tröger & Bttcking, Nürnberg. Die
Gesellschaft hat sich durch das Ableben des Gesellschafters Fritz
Bölian aufgelöst. Das Geschäft ist mit sämtliohen Forderungen und Ver-
bindlichkeiten anf den Gesellschafter Karl Schmidt übergegangen, der es
unter unveränderter Firma weiterführt.
Augnst Reiümann, Maschinenfabrik, A.-G., Saalfeld a. S. Für den
freiwillig ausgeschiedenen H. Rührschneck wurde Fabrikdirektor 0. Reiß-
mann in den Aufsichtsrat gewählt. Der seitherige Prokurist Willi Reiß-
mann wurde zum weiteren Vorstandsmitglied bestellt. Dieser sowie das
Vorstandsmitglied Karl Reißmann sind nur in Gemeinschaft, Prokurist
Edwin Ulrich ist nur in Gemeinschaft mit einem der beiden Vorstands-
mitglieder vertretungsbefugt.
Linke & Beier, Peterwitz, Kr. Frankenstein. Der bisherige Teilhaber
Linke ist ausgeschieden. Franz Beier führt das Geschäft unter der Firma
„Franz Beier, Herstellung elektrotechnischer Bedarfsartikel" als alleiniger
Inhaber fort.
Aug. Seitz, Solingen. Der bisherige Prokurist Johannes Streubel
ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die Firma ist ge-
ändert in „Seitz & Streubel«. Georg Seitz hat Einzelprokura für die
Schwesterfirma „Ang. Seitz, Koblenz", die im übrigen durch obige
Aenderung nicht berührt wird.
Oesterreich.
Tiroler Glashütte H. Groll, D. Zwiauer, Kramsach. Kaufmann Ernst
Messner hat Prokura.
Oesterreichische Edelglaswerke, A.-G., Stockerau. Das Aktienkapital
ist um Kr 40 Mill. auf Kr 70 Mill. erhöht worden.
C. Stölzle's Söhne, A.-G. für Glasfabrikation, Wien. Die Zweig-
niederlassung in Budapest ist gelöscht.
„Drytinson„ Schmirgelwarenerzeugung, G. m. b. H., Siebenhirten.
Stammkapital: Kr~l Mill. Geschäftsführer sind Walter Dreymann, Adolf
Sonnenfels, Fritz Tinter und Otto Meinzl.
Niederösterreichische Kaolin- und Steinwerke, A.-G., Wien. Das
Aktienkapital beträgt nunmehr Kr 6 Mill.
Oesterreichische Quarzsand-Industrie, A.-G., Wien. Das Aktienkapital
beträgt nunmehr Kr 60 Mill. Dr. Friedrich Ziegelmeyer wurde als Ver-
waltungsratsmitglied eingetragen.
Schwertberger Kaolinwerke, G. m. b. H., Wien. Die Gesellschaft ist
aufgelöst und in Liquidation getreten. Liquidator ist der bisherige Ge-
schäftsführer Josef Reitner. _____
Tschechoslowakien.
„Kera" Rakovnickä tovärna pro prumysl keramicky, spol. s. r. o.
( Kera" Rakonitzer Fabrik für keramische Industrie, G. m. b. H.), Rakonitz.
Stammkapital: Kc 680000. Geschäftsführer sind Richard Heller, Otto Traub
und Hugo Reimann.
Dr. Tonder a spol., Chodovskä tovärna na samotove zbozi (Dr. Tonder
& Co., Chodauer Schamottefabrik), Prag. Gesellschafter sind Dr. Ferdinand
Tonder und Helene Basellio.
Kristala, tovärna na sklo v Tasiclsk, Ferd. Horejsf (Kristala Glas-
fabrik in Tasitz, Ferd. Horejsl), Tasitz, Bez. Ledec. Inhaber ist Ferdinand
Horejsi.
J. Justiz, Karlsbad. Handel und Export mit Porzellan. Inhaberin
ist Irma Justiz. Leopold Justiz hat Prokura.
Jugoslawien.
Arueti i Rubinovic (Arueti & Rubinovic), Beograd. Glaswarenhandlung.
GeselUciiafter sind Avra Arueti und Misa Rubinovic.
Patente.
Deutsches Reich.
Anmeldungen.
10 a, 26. S. 52 278. Liegende Retorte mit einer oder mehreren
Schaufelwellen Charles Howard Smitb, Short Hills, Essex, New Jersey,
V. St. A. 16. 2. 20. V. St. Amerika 9. 9. 18.
12 b. F. 44 885. Verfahren zur Einmauerung von Muffeln. 8.7.19.
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werkeinteilung. Adolf ^Kötzing, Röhlinghausen, Wanne. 8.12.21.
12 m, 6 A. 31808. Verfahren zur Herstellung von Tonerde unter
Aufschluß von Ton und Schwefelsäure Aktieselskabet Hoyaugfaldene
Norsk Aluminium Co.,' Christiania. 21. 5. 19.,_Norwegen 12. 11. 17, 14. 2. 18
und 14. 10. 18.
12 m, 6. H. 79 158. Verfahren zum Aufschließen von Tonen und
Kaolinen mittels Ammoniumsulfats oder Ammoniumkaliumsulfats. Dr.
Ludwig Heß, Berlin Britz, Gradestr. 30 27. 11. 19.
16 k, 8. K. 78 516. Verfahren zur mechanischen Uebertragung der
zum Schleifen von Glasgegenständen erforderlichen Zeichnungen. Krystall-
glas-Hüttenwerke Hückers, F. Rohrbach & Carl Böhme, Hückers. 22. 7. 21.
21c, 13. T. 24608. Isolator. Georg Victor Twiß, London. 10. 11. 20.
England 10. 11. 19.
21c, 14. A. 30 230. Vorrichtung an Isolatoren, die Dächer,
Kappen oder dergl. besitzen. Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft, Berlin.
28. 2. 18.
30 g, 1. Sch. 56 621. Tropfstöpsel. 30.10.19.
30 g, 8. Sch. 58 122. Sicherheitsverschluß für Flaschen. 26. 4. 20.
Carl Schnuerle, Frankfurt a. M., Waldschmidtstraße 57.
32 a, 33. K. 73 610. Vorrichtung zum Absprengen von Glasgegen-
ständen. Fr. Wilhelm Kutzscher, Dauben-Dresden. 25. 6 20,
■ 37 f, 5. C. 28 737. Schornstein mit Innenmantel. Chemisches Labo-
ratorium für Tonindustrie und Tonindustrie-Zeitung Prof. Dr. H, Seger
und E. Cramer, G. m. b. H„ Berlin. 4. 2. 20.
42 h, 5. H. 85 853. Ringförmiger optischer Glaskörper. Karl Hansen,
Hasenheide 47, und Alex Binder, Kurfürstendamm 325, Berlin. 15 6. 21.
42 h, 26. A. 33 770. Arbeitsblock zum Herstellen von Mehrstärken-
gläsern. American Optical Company, Southbridge, Mass., V. St. A.
10. 7. 20. V. St. Amerika 4. 4. 18.
42 h, 26. R. 42 986. Optische Gläser mit lichtabsorbierender Rand-
schicht. G. Rodenstock, München. . 9. 3. 16.
67 a, 19 R. 52 706. Maschine zum Anschleifen kegelförmiger
Facetten in die Ränder von Brillengläsern o. dgl. Sidney Richardson,
Hatton-Garden, England. 2. 4. 21. Großbritannien 9. 4. 20.
67 a, 10. T. 21 086. Maschine zum Schleifen von konvexen oder
konkaven Glaslinsen. William Taylor, Leicester, Großbritannien. 21. 10. 16.
Großbritannien 1. 11. 15
75 b, 22. J. 21 075. Perlenketten oder -schnüre für Dekorations-
zwecke. Hermann Jone, Radolfzell, Baden. 30. 12. 20.
75 c, 22. K. 79 022. Farbventil für Luftmalapparate. Albert Krautz-
berger, Holzhausen bei Leipzig. 3. 9. 21.
80 a, 44. S. 53 450. Maschine zum Formen von Drehkörpern aus
Porzellan oder anderer plastischer Masse. Societe H. Trentelivres & Cie.,
Paris. 22. 6. 20. Frankreich 1. 2. 18.
80 b, 23. L. 49 665. Verfahren zur Herstellung einer politurfähigen
Glasur auf Zement, Stein oder Holz. John Langbein, Hamburg, Hassel-
brookstraße 18. 13. i: 20.
80 c, 4. F. 46 688. Kanalmuffelofen zum Brennen oder Trocknen.
Henri Francart, Tongres, Belgien. 23. 4. 20. England 19. 12. 18.
Versagung.
12 i. V. 14 247. Verfahren zur Herstellung künstlichen Kryoliths
aus Flußspat, Natriumaluminat und Soda oder Tonerdehydrat und Fluor-
natrium oder einer anderen Kombination dieser Bestandteile. 12. 9. 21.
Erteilungen.
353 825 50 c, 5. Trommeltrockenmühle. Philipp Frankenberger,
Gera, Reuß. 20. 8. 20.
353 857. 80 b, 12. Verfahren zum Brennen von Porzellan o. darl.
Siemena-Schuckertwerke, G. m. b. H , Siemensstadt bei Berlin. 18. 3. 21.
353 858. 80 b, 25. Verfahren zur Herstellung feuersicherer und
wasserfester Platten. August Robert Müller, Bremen, Obernstr. 41/43.
3.4 18. "
353 859. 80 c, 9. Feuerungskasten für Porzellanbrennöfen. Por-
zellanfabrik Schönwald, A.-G, Bayern. 27.5.21.
353 889. 30 b, 14. Künstlicher Flachzahn. Elsbeth Duncker, Dresden,
Ostraallee 26 b. 30. 1. 21.
353 910. 67 a, 19. Kittschale zum Aufkitten optischer Gläser.
Wilhelm Müller, Berlin- Wilmersdorf, Lauenburger Str. 15. 4. 4. 20.
353 912. 80 b, 8. Verfahren zur Herstellung säurefester dichter
Gegenstände aus Kieselsäure. 31. 5. 19.
353 913. 80 b, 8. Verfahren zur Herstellung säurefester dichter
Gegenstände aus Kieselsäure; Zus. z. Pat. 353 912. 11.6. 19.
Oskar Bühring, Mannheim, Charlottenstr. 11.
353 954 30 b, 14 Künstlicher Zahn. WeBley Linford Smith, Pen-
sylvania, V. St, A. 27. 2. 20. V. St. Amerika 15, 11. 16.
' 354 062. 75 a, 20. Vorrichtung zum Emaillieren von Draht. Georg
Schmidt, Hannover, Krausenstr. 18. 21. 6. 13.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G Geschäftsbetrieb; W. Waren-
verzeichnis; (A.) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibung
beigefügt; A. Tag der Anmeldung; E. Tag der Eintragung.
286 889. Schramberger Majolikafabrik, G. m. b. H.,
Schernberg, Württbg7°G.7 Majolikafabrik. W. : Waren
aus Majolika, Steingut, Porzellan, Ton, Glas.
A.: 19. 10. 21. E.: 27. 5. 22.
320 — Hr. 28
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (66. Jahrgang.)
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
88. Ist es möglich, die Barben auf ßiskuitpuppenköpfe im Glüh-
ofen aufzuschmelzen oder ist unbedingt eine Muffel nötig?
Erste Antwort: Die Möglichkeit, die Farben auf ßiskuitpuppen-
köpfe im Glühtfen aufzuschmelzen, ist vorhanden, vorausgesetzt, daß der
Glühofen in seinen Zagverhältnissen derart reguliert werden kann, daß
jederziit die Temperatur sich erreichen läßt, nm an allen Stellen des
Glühofens die Farben richtig aufzuschmelzen, daß es aber auch möglich
ist, das Feuer abzuleiten, wenn die entsprechenden Kegel gefallen bezw.
die Schmelzfarben geflossen sind. Das zu erreichen ist dann möglich,
wenn die Sohle des Glühofens kanalisiert wird, um eine gleichmäßige
• Flammenvertei'urg zu erzielen. Ferner müssen die aufsteigenden Karäle
soweit verlängert werden, daß sie unt er dem Giühofengewölbe münden ;
sie werden von außen durch Schieber abgedeckt und im Bedarfsfalle, d h.
wenn die gewünschte Temperatur erreicht ist, aufgezogen, um das Feuer
nach dem Schlot zu leiten, ohne die Glühofentemperatur weiter zu
steigern. Ausreichende Versuche werden zu dem gewünschten Ergebnis
führen. Die Firma G. Jäckel, Ofenbaugeschäft in Asch in Böhmen, baut der-
artige kanalisierte Glühöfen.
Zweite Antwort: Es ist nicht ratsam zu versuchen, die Farben
auf ßiskuitpuppenköpfe im Glühofen aufzuschmelzen, auch wenn die
Temperatur dort erzielt wird. Der G.ühofen ist zunächst unsauber und
fast nie ohne Staubabl8gerung, und dann entwickelt die dort eingesetzte
Bohware Wasserdämpfe, die nachteilig auf die Schmelzfarben einwirken.
Wenn Sie e ine reguläre Ware erzeugen wollen, so ist dazu vor allem eine
gute Schmelz- oder ZugmofM nötig.
Dritte Antwort: Die Glühöfen erreichen die Temperatur des
SK 09, während Selmelzfarben SK 018— 014a brauchen, woraus sich
ergibt, daß das Glühofenfeuer für Schmelzfarben viel zu hoch ist. Setzen
Sie sich aber einmal mit einer Farbenfabrik in Verbindung und fragen
Sie an, ob sie Schmelzfarben für SK 09 herstellen kann. Die Möglichkeit
ist nicht auegescblossen.
Vierte Antwort: Die ganzen Verhältnisse, wie sie im Glüh-
ofen herrschen, eignen Bich eigentlich nicht zum Aufbrennen von Schmelz-
farben. Zunächst ist die Temperatur zu hoch und würde eine andere
Zusammensetzung der Schmelzfarben erfordern, dann ist die Of<mtmo-
sphäre mit Wasserdampf, Abgasen aus dem unteren Ofen u. dgl. ge-
schwängert, die den Farben nicht zuträglich sind, weiter würde die Er-
hitzung der Puppenköpfe mit den Farben zu lange dauern und schließ-
lich wäre trotz des Einsatzes in Kapseln durch Staub, Flugasche und
ähnliches viel Ausschuß zu erwarten. Sie können ja unter Berück-
sichtigung des eben Gesagten einen Versuch wagen, denn im Grunde ge-
nommen ist die Möglichkeit des Erfolges an Bich nicht ausgeschlossen.
89. Wir haben keine rechte Verwändung für unsere Ofenasche, und
es lohnt sich nicht, die noch darin brennbaren Stückchen daraus abzu-
scheiden. Wohl aber könnten Ziegel aus diesem Ofenrückstand hergestellt
werden, wenn wir ihn mit Zement versetzen. Wer liefert nun brauchbare
Handpressen für diesen Zweck?
Antwort: Handpressen zur Herstellung von Steinen aus Asche
u. dgL Theodor Grocke in Merseburg, Dr. Gaspary & Co., in Markranstädt
bei Leipzig, Eduard Laeis & Cie., G. m. b. H. in Trier.
90. Ich bitte um Angabe einer erprobten schwarzen Scharffeuerglasur
für Elektroporzellan, die in reduzierendem Brande bei SK 13 tiefschwarz
und glänzend wird.
Erste Antwort: Für eine schwarze Glasur verwendet man
10% gelbes Urancxyd, welchem man vorteilhaft *;»% Kobaltoxyd zugibt,
und zwar werden die Farboxyde der jeweiligen im Betriebe verwendeten
weißen Glasur zugesetzt. Ferner kann man 10 °/0 eines Gemisches von
83 Gew.-T. Kobaltoxyd, 79 Gew.-T. Manganoxyd, 80 Gew.-T. Eisenoxyd und
76 Gew.-T. Chromoxyd verwenden. Die Mischung wird wie üblich
scharf geglüht, gut ausgewaschen und feinst gemahlen ; dann erst erfolgt
der Zusatz zur Glasur.
Zweite Antwort: Was nützt es, wenn man Ihnen eine Glasur
angibt, die dann sicher nicht zu Ihrem Scherben und für Ihre Brenn-
temperatur paßt? Bei derartigen Fragen muß man etwas aus der Beserve
herausgehen und mindestens den bisherigen Glasurversatz und die Brenn-
höhe bekannt geben. Im allgemeinen erzielt man mit einen Zusatz von
Kobaltoxyd 3.2 %
Eisenoxyd 4,8 °/0
Chromoxyd l|0°/o
zu der vorhandenem farblosen Glasur, ein glänzendes Tiefschwarz. Bei
diesem Versatz kann man das Brennen normal reduzierend durchführen.
Bei stark reduzierendem Feuer kann es vorkommen, daß entweder das
Brann des EiBenoxyds oder das Grün des Chromoxyds leicht schillernd
hervortritt. In diesem Falle ist der Zusatz von Kobaltoxyd auf Kosten des
EiBenoxyds oder des Chromoxyds, je nach der Färbung, etwas zu erhöhen.
Außerdem liefern die bekannten Karben- Fabriken einen schwarzen Farb-
körper, der im gemahlenen Zuetande dem Glasurversatz beigegeben wird,
Ed empfiehlt sich, damit Versuche anzustellen, bevor Sie an die Ermittelung
eineB Farbkörpers herangehen.
Dritte Antwort: Schwarz wird mit Uran- oder mit Kobalt-,
Mangan- und Eisenoxyd erzeugt Gut ist es, auf jeden Fall etwas Uran
mit in die Glaeur zu nehmen. Reduzierendes Brennen, also stets dichter
Kost von SK 3 a — 9 ist aber erforderlich. (Beine Uranglasnren werden
bei Luftzutritt gelb.) Sie hätten ihre Glasnrrohmaterialien angeben sollen,
um danach die Glasur genau zu berechnen. Eine Uranglasur für SK 13
erhält man aus:
Manga
75
80
20
3.
60
50
100
4.
60
50
100
6.
30
60
80
20
Feldspat von Norwegen Hl Gew.-T
Kalkepat 85 „
Magnesit 29 „
Zettlitzer Kaolin ........ 155 „
Quarz 334 „
Uransaures Natron 76 „
Letzteres glüht man vorher im Glattofen. Eine Uran-, Kobalt-
glasur besteht aus :
Farblose Glasur, wie eben 100 Gew.-T.
Gelbes Ur»ncxydnatron 10 „
Chromcxyd 2 „
Kobaltoxyd BKO 1,5 „
Die Farboxyde sind vorher zusammen zu fritten.
Vierte Antwort: Ohne Ihren Masseversatz zu kennen, nüt
Ihnen die Angabe der besterprobten Glasur nichts, und es ist Glücksacb
wenn dieselbe auf den ersten Anhieb fehlerfrei sitzt. Sie tun am beste
wenn Sie Ihrer weißen Glasur 8—10% eines käuflichen Farbkörpers z
mahlen, wie solche von den großen keramischen Farbenfabriken angebote
werden, oder Sie beziehen eine fertige Schwarzglasur z. B. von Bidtel
Meißen, die sich im Bundofen bei SK 13 sehr gut bewährt, allerdings am
sehr teuer ist Wollen Sie sich aber die Glasur selbst herstellen, so mache
Sie nach folgenden Angaben Versuche:
0,50 CaO 1
Glasur für SK 13 = 0,18 MgO \ 0,9 A1203 . 8 SlO,
0,32 KüO j
Versatz: Dolomit 47 Gew.-T.
Kalkspat 48 „
Feldspat . . 61 „
Neuhäuser Sand 695 „
Kaolin 149 „
Während Sie diese Glasur durch event. Aenderung des Kieselsäur
bezw. Kaolingehaltes Ihrem Scherben anpassen, wobei zu bemerken is
daß dieselbe eier etwas zu streng als zu weich sein darf, stellen S
folgende Farbkörper-Versätze her:
1.
Kobaltoxyd BKO ... 100
Manganoxyd 40
Eisenoxyd 20
Chromoxyd . . . . . 20
Uranoxyd —
Diese Farbkörper mahlen Sie in Topfmühlen eehr fein und trockne
und glühen sie möglichst scharf. Nachdem Sie dieselben wieder au:
feinste gemahlen, gewaschen und dann getrocknet haben, setzen Sie d<
ausprobierten farblosen Glasur 6 — 12 % auf der Trommelmühle zu un
stellen so erneut Versuchsreihen mit jedem Farbkörper oder einer Mischun
einzelner auf, bis Sie das gewünschte Ergebnis haben. Bei den Versuche
werden Sie die Beobachtung machen, daß Farbkörper 1 in der Schwär:
glasnr mehr ins Blaue, Farbkörper 5 mehr ins Braune nüanciert und ferne
daß Farbkörper 1 und 3 die teuersten, aber auch die ergiebigsten sini
Beim Brennen ist unbedingt [darauf zu achten, daß die Flamme in de
letzten Standen des Brandes vollkommen rauchfrei Bein muß, vor alle
Dingen beim Ausbrand.
Fünfte Antwort: Die Firma E. A. Schwerdtf eger in Meißen i. S
Rauhentalstr. 2, empfiehlt ihr Scharffeuer- Elektro-Tiefschwarz, Mark
„Sine Defecto", und Gerlaeh & Wenzel in Pößneck i. Thür, sowie Gustaf
Steurich in Bunzlau i. Schi, melden sich zur Lieferung von schwarz»
Scharffeuerglaaur.
77. Wir haben eine Partie Flakons, bei welchen die Stöpsel so fei
sitzen, daß man sie nicht herausnehmen kann und bei Anwendung vo
Gewalt im Halse der Flakons abbricht. Gibt es ein Mittel, die Stöpst
loszulösen? Eintauchen in warmes Wasser half nicht.
Erste Antwort: Wenn Flakons mit eingeschliffenen Stöpsel
versandt werden, solange den letzteren noch Feuchtigkeit anhaftet, s
setzen sich die Stöpsel immer fest. Um dieses zu verhindern, bringt ma
etwas Oel an die Stöpsel oder man legt senkrecht in den Flakonhal
ein SUeifchen Papier oder einen Faden und setzt dann den Stöpsel eil
Die bo behandelten Flakons halten die Stöpsel nie fest. Um einen fee
gewordenen Stöpsel aus dem Flakonhals zu löaen, muß der letztere durc
Erwärmung ausgedehnt werden, wodurch der Stöpsel sich lockert. Am ein
fachBten geschieht die Erwärmung durch Reibung des Flakonhalse
zwischen zwei Stricken oder Biemen. Natürlich darf nur der Flakonhal
warm werden, nicht der Stöpsel. Man klopft dann leicht mit einem Hol
an den Stöpsel, was das Lookerwerden unterstützt.
Zweite Antwort: Es gelingt nicht immer, festsitzende Glas
stopfen zu lockern, namentlich wenn die Flaschen Substanzen enthalten
die auch nur in geringem Maße mit dem Glaa reagieren und Kitte bilden
In Ihrem Fall handelt es sich um ungebrauchte Flaschen, und da dürft
es nicht allzu schwer Bein, die Stöpsel herauszubringen. Erwärmen Si
zunächst die Flaschenhälse einzeln vorsichtig Uber einer Flamme, abe
nicht die Stöpsel, und versuchen Sie dann durch Drehen des Stopfens un
durch gelindes Beklopfen mit einem Holz eine Lockerung herbeizuführen
Gelingt dies nicht nach wiederholtem Erwärmen, so empfiehlt es Bich, di
Flaschen mit dem Uals nach unten längere Zeit in ein Gefäß mit ange
Bäuertem oder alkalischem Wasser zu stellen und dann das Erwärmen z
wiederholen.
78. Wer liefert Maschinen, welche die Grade bei Hohlmaßen aus Glat
Thermometern usiv. einschneiden?
Antwort: Wenden Sie sich an die Vereinigten Bornkesselwerk
m. b. H. in Berlin N. 4 und an Gotthold Köchert & Söhne in Ilmena
in Thüringen.
1923. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Nr. 28 — 321
Heue Fragen.
Keramik.
96. Wie ist eine Stanzmasse für elektro-techn. Fayence (nicht Por-
zellan) zusammenzusetzten ? Mit Fayence ist in diesem Falle eine besondere,
etwas . gelblich gefärbte Ware für den engl Markt gemeint. Die Masse
wird in Pulverform gestanzt und enthält offenbar ziemlich viel Feldspat.
Wie ist die Zusammensetzung des Stanzöls, und bei welchem SK findet der
Garbrand statt ? Werden die Stücke roh glasiert oder ist zweimaliger
Brand erforderlich?
97. Wir haben versucht, Spielkugeln aus Ton herzustellen. Die Form-
gebung ist uns zwar gelungen, doch fehlt den Kugeln der nötige Glanz, so-
wohl vor als auch nach dem Brande. Wie wird dieser Glanz erreicht,
und wie müssen die Kugeln gefärbt werden, damit sie ein schönes Aus-
sehen haben?
98. Bei meiner Fabrikation von I 'einsteinzeug, das ich bei SK 7\9
in Kapseln eingesetzt im Bunzlauer Langofen brenne, habe ich mit
Schwierigkeiten zu kämpfen. Den eigentlichen Hochglanz der Glasur haben
nur die Geschirre, die in den 2 Schichten direkt an der Feuereingangsseite
stehen; alle andern Gegenstände sind wohl ausgeflossen, erscheinen jedoch
wie mit einem Hauch überzogen. Gebrannt wird mit Briketts und Holz.
Die Briketts sind ziemlich minderwertig und erscheinen mir schwefelhaltig.
Nach dem Abbrennen des Ofens wonte ich mit dem Verschmieren der
Feuerungen, bis die letzten Feuer flammenfrei niedergebrannt sind. Es
ist nun vielleicht möglich, daß während dieser Znt die ersten Schichten
bereits soweit abgekühlt sind, daß die nach dem Verschmieren der Feuer-
öffnungen entstehenden Schwefeldämpfe dem Einsatz nicht mehr schaden,
sondern nur den weiter hinten stehenden Schichten, wo die Abkühlung noch
nicht so weit vorgeschritten ist, also die Glasur noch die Schwefeldämpfe
aufnehmen kann. Kann man vielleicht mit dem Verschmieren der Oeff-
mngen noch länger warten, ohne ein Brandrissigwerden der Geschirre
befürchten zu müssen, oder wie ist sonst der Fehler zu beseitigen?
90 "Wir bitten um Angabe eines billigen Versatzes für eine Por-
zellan-Stanzmasse, und zwar mit nur inländischen Materialien.
Glas.
85. Welche Erfahrungen wurden bisher mit der Oelfeuerung gemacht?
Kann eine Wanne mit 10000 kg schwer schmelzbarem Material mit Erfolg
mit Od betrieben werden? Kann die Oelfeuerung wegen der starken Aus-
dunstung von der Gesundheiübehörde verboten werden?
86. Wir schmelzen in ein°m Hochflammofen in niedrigen und
%i<en. Häfen Natron-Kalk-Glas Das Glas wird wie Gußglas auf einen
eisernen Gießtisch ausgegossen und eben gewalzt. In den so erzeugten Glas-
tafeln haben wir sehr viel doppeltes Glas zu verzeichnen, d. h eine gewalzte
Tafel besteht aus zwei deutlich erkennbaren aufeinanderliegenden Glasschichten.
W>er zwischen den beiden Schichten wahrnehmbare Trennungsstrich ist
•genau parallel zur Oberfläche der Tafel, d. h. die einzelnen Schichten sind
in ihrer ganzen Ausdehnung gleichmäßig stark. Wir verwenden stets den
gleichen Gemengesatz und gießen jeden Hafen möglichst vollständig aus.
Worauf ist dteser Uebelstand zurückzuführen?
87. Gibt es kleine Glasblasemaschinen oder Apparate, mit denen
[man kleine Gegenstände aus Glasröhren an der Glasbläser lampe herstellen
Wann? Lassen sich derartige Glassachen, die wohl schwachwandig sind,
abschleifen oder absprengen, und gibt es Schleif- und Absprengmaschinen
iäafür? Welcher Art sind die Formen, und lassen sich auch Sachen ohne
Formen blasen? Wie geht der Arbeitsgang vor sich, und was lassen sich
für Gegenstände her steilen? Wer liefert entsprechende Einrichtungen?
88. Ich bitte um Angabe einer Vorschrift für die Herstellung eines
erstklassigen Glaserkittes. Welche Maschinenfabriken übernehmen die
^Einrichtung?
89. Wer liefert Bleipfannensulfat?
Verschiedenes.
4. Wie stellt man Korallrot-Farbkörper für Email her?
B. In welcher Form und Weise finden Selenverbindungen bei der
('Erzeugung von Email-, d. h überhaupt keramischen Farbkörpern Ver-
wendung? ■ .
Neuauflage des
Glas -Adreßbuches 1922
Die Fragebogen für die im Herbst d. J. erscheinende
Neuauflage des Adreßbuches der Glasindustrie sind
vor kurzem versandt worden. U)ir bitten dringend,
die Fragebogen genau ausgefüllt gefl. umgehend zu-
rückzusenden, foujeit dies nicht bereits geschehen ist.
Glas- und Glasivarenfabrikanten, die den Frage-
bogen nicht erhalten haben sollten, ujollen ihn um-
gehend von uns verlangen.
Coburg
Geschäftsstelle des Sprechsaal
Abteilung Adreßbücher.
GLAS ml K6RAMIK
auf der
L€rPZIG6R
MUSTGRAAGSSG
vom Zj. Awnxjtbis 2. September 1922
^clfeGinkaufs^ueUc^ ^ 1
^Auskunfl erteilt und Anmeldungen rümmt entgegen
MGSS AMT FÜR DIG MUST6RMGSSGN
irt L6IPZIG
3
Hierzu eine Beilage: Prospekt der Firma Dresdner Maschinenfabrik and Schiffswerft Uebigau, Aktiengesellschaft?
iüDresden-N 31, über Kohlennot-Bekämpfung-
Statt jeder besonderen Anzeige!
Tieferschüttert geben wir im Namen aller Verwandten unseren Freunden und Bekannten die traurige
Nachricht vom Ableben unseres innigstgeliebten, unvergesslichea Vaters, Bruders, Vetters, Onkels etc. etc.
Herrn Eduard Prochaska
Direktor der Glasfabrik Jon. Lötz Wwe. in Klostermühle
welcher heute um 6 Uhr 35 Min. früh nach langem ergebungsvoll getragenem schweren Leiden sanft im Herrn
entschlafen ist. _ _ , _ _
Max, Eduard« Franz, Sohne
Klostermühle, den 4 Juli 1922. Allllij als Tochter
Ernesi Prochaska, als Bruder.
&2 — Nr.
SPRECH SAAL - COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
Veröffentlichungen der AuBenhandelsnebenstelle Feinkeramik
Terkaufsbedingungen für die Ausfuhr von
elektrotechnischem und technischem Porzellan
(gültig ab 1. Juli 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Die Ausfuhr-Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung.
2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/0 des Rechnungswertes
anzurechnen.
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik (vergl.
Drucksache Nr. 235 vom 23. Februar 1922). Die wichtigsten
Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf einem be-
sonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern unter Ländergruppe la) wird
in der Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueber-
seeländer und Ausnahmen siehe Fußnote).*) Gegenüber den
Ländern unter Ländergruppe 1 b) ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung. >
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
a) Fremdwährungsländer.
Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten
von Nordamerika, Canada, Mexiko, sonstige mittel-'
amerikanische Staaten, Großbritannien, seine Dominions
und seine Kolonien, südamerikanische Staaten,
Spanien, Portugal, Norwegen, Dänemark, Schweden,
Belgien, Frankreich, Luxemburg, Italien, Tschecho-
slowakei.
b) Markländer.
Deutsch- Oesterreich und Ungarn, Jugoslawien, Balkan-
länder, Finnland, ehemaliges Rußland, Polen, wahl-
weise südamerikanische Staaten.
2. Artikelgruppen:
I. Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
II. Elektrotechnische Stanzartikel und sonstige technische
Artikel.
IHa. Freileitungs-Stützen-Isolatoren bis zur Größe entspr.
Hermsdorf I. 1387.
III b. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Hermsdorf 1391.
*) Es wird fakturiert :
nach in
Portugal Pfund Sterling**
Britische Dominions und Britische Kolonien Pfund Sterling**
Canada U.8.A.-Dollar ***
Holländische Kolonien holländischen Gulden
China
Japan
Vereinigte Staaten von Nordamerika
Mexiko
U.S.A.-Dollar
Yen
Dollar
wahlweise in U.S A.-Dollars
od.in mexikanischen Goldpesos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . U.S.A.-Dollar
Argentinien wahlweise in Pfund Sterlin g**,
argent, Goldpesos oder in
deutscher Mark
Paraguay wahlweise in Pfund Sterling**,
argent. GoldpeBOB oder in
deutscher Mark
Uruguay wahlweise in Pfund Sterling**,
urug. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Chile wahlweise in Pfund Sterling**,
chilen. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Sonstige südamerikanische Staaten .... nur in Pfund Sterling**
oder in deutscher Mark
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
sind auf Schillings bezogen.
*** Bei Artikelgruppen I und II wahlweise auch in Pfand Sterling.
III c. Freileitangs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierte!
Hänge -Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren mit Armaturen.
3. Multiplikatorentabelle.
13
d
B
E
ja
SS ,
*\
a
Land
Holland
Schweiz
Japan
Vereinigte Staa-
ten von Nord-
Amerika
Restlich. Mittel
amerika, Canada
und China
England und
Kolonien
Canada
Mexiko
bei Faktur, in
mex. Gold-Pesos
Mexiko
bei Faktur, in
U.S. A. -Dollars
Argentinien
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Argentinien
bei Faktur, in
arg. G.-Pes.
Paraguay
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Paraguay
bei Faktur, in
arg. G-.-Pes.
Uruguay
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Uruguay
bei Faktur, in
urug. G-.-Pes.
Chile
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Chile
bei Faktur, in
chil. G.-Pes.
Sonstige Süd-
amerikanische
Staaten
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Spanien
Portugal
Dänemark
Norwegen
Schweden
Belgien
Frankreich
Luxemburg
Italien
Tschecho-
slowakei
Artikel-Gruppen
0,029
0,062
0,024
0,008
0,009
0,049*
0,049*
0,018
0,009
0,049*
0,013
0,049*
0,013
0,049*
0,014
0,049*
0,032
0,049*
0.075
0,058*
0,050
0,057
0,044
0,125
0,18
0,50
II lila Illb IIIc IV
0,029
0,062
0,024
0,008
0,009
0,049*
0,049*
0,018
0,009
0,049*
0,013
0,049*
0,013
0,049*
0,014
0,049*
0,032
0,049*
0,075
0,058*
0,050
0,057
0,044.
0,125
0,18
0,50
0,022
0,047
0,018
0,007
0,008
0,037*
0,016
0,008
0,037*
0,010
0,037*
0,010
0,037*
0,010
0,037*
0,025
0,037*
0,057
0,044*
0,041
0,046
0,033
0,087
0,166
0,577
Deutsch-Oester-
reich u. Ungarn
Jugoslawien und
Finnland
Balkanländer
Bußland und
Polen
Südamerika-
nische Staaten
bei Faktur, in
Heichsmark
2,9
2,9
2,9
3,0
2,9
2,9
2,9
3,0
2,97
3,08
3,08
3,08
0,023
0,049
0,018
0,007
0,008
0,038*
0,016
0,008
0,038*
0,011
0,038*
0,011
0,038
0,011
0,038*
0,026
0,038*
0,060
0,047*
0,047
0,053
0,034
0,099
0,172
0,577
0,024
0,051
0,019
0,007
0,008
0.040*
0,025
0,054
0,020
0,007
0,008
0,043*
0,016
0,008
0,040*
0,011
0,040*
0,011
0,040*
0,011
0,040*
0,027
0,040*
0,069
0,053*
0,053
0,060
0,034
0,099
0,194
0,577
0,016
0,008
0,043*
0,012
0,043*
0,012
0,043*
0,012
0,043*
0,029
0,043*
0,074
0,057*
0,059
0,066
0,037
0,109
0,22
0.60
0,023
0,047
0,018
0,007
0,008
0,038*
0,016
0,008
0,038
0,011
0,038*
0,011
0,038*
0,011
0,038*
0,026
0,038*
0,064
0,050*
0,043
0,048
0,034
0,099
0,156
0,577
VI
0,02
0,04
0,0»
0,00^
0,00*
0,03!
0,01»
0,00<
0,03!
ooi:
0,03!
0,011
0,03!
0,01]
0,03!
0,02f
0,03!
0,06";
0,055
0,05;
0,06(
0,034
0,09}
0,20
0,60
2,97
3,08
3,08
3,19
2,97
3,08
3,08
3,3
2,97
3,08
3,08
3,3
2,97
3,08
3,08
3,3
2,97
3,08
3,08
3,3
* Obige Multiplikatoren sind auf 'Schillings bezogen.
Zur Beachtung! Vorstehende Multiplikatoren beziehe
sich auf die Grundpreise der Drucksache Nr. 236 voi
23. Februar 1922.
(58. Jahrgang.)
Coburg, den 20. Juli 1922.
Nummer 29
Zeitschrift für bic Keramischen, Blas- unb uerwanbten Inbustrlen
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1 868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr JC 35. — , unter Streifband <Al 74. —
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 3. — , Stellengesuche Jt 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Mitteilungen aus feuerfesten Betrieben
in Nordamerika.
(Nachdruck verboten.}
W. J. Rees stattete vor der Englischen Keramischen Gesell-
schaft l) über den Besuch nordamerikanischer Werke der feuer-
festen Industrie einen Bericht ab, dem wir folgendes ent-
nehmen:
Ein hervorstechender Zug der amerikanischen Praxis ist
die gut durchgebildete Organisation der Betriebe znr Erzielung
«einer Höchsterzeugung mit geringsten Kosten. Allgemein sind
die mechanischen Verfahren zur Bewältigung der Rohstoffe und
zum Transport der zubereiteten Masseversätze an den Ort ihrer
«Verarbeitung. Die Ausmerzung der Handarbeit ist für die
größeren Anlagen charakteristisch.
Die hauptsächlichen Rohstoffquellen für die Herstellung
von Silikasteinen sind die Medina-Quarzite (unteres Silur) von
Mittelpennsylvanien, die Baraboo-Quarzite (Prä-Cambrium) von
Wisconsin und die Cambrium-Quarzit« von Alabama, auch von
Maryland, Californien und Colorado. Die chemische Zusammen-
Si02
A1203
Pe2Og
CaO
MgO
K20 \
Na2Oi
Wahrscheinlich stammt mehr als die Hälfte
ziegelherstellung verwendeten Rohstoffe aus
Formation.
In einer großen Anlage ist die Anordnung der Apparate
für die Verarbeitung der Rohstoffe gewöhnlich folgende: Von
den Transportwagen kommen die Stücke zunächst in den Kreisel-
brecher, passieren dann ein rotierendes Sieb, werden durch ein
Becherwerk auf einen Backenbrecher gebracht, den sie mit
einem Durchmesser von 7,5 cm und weniger verlassen, und
gelangen nun mittels Transportbandes in Behälter oder Lager-
räume, von wo sie auf einen Kollergang mit festem Boden
gegeben werden, um dann durch Elevator und Transportband
zu den Massezusammensetzungsbehälter gebracht und auf den
Preßtischen oder in den Pormmaschinen verarbeitet zu werden.
)[>
Medina
Baraboo
Alabama
97,80
97,15
97,70
0,90
1,00
•,96
0,85
1,05
0,80
0,10
0,10
©,05
0,15
0,25
0,30
0,40
0,10
0,31
der zur Silika-
der Medina-
*) Transact. of The Ceram. Soc, Vol XXI, 1921/22, P. I, S. 69-88.
Die Transportwagen, die 40 — 50 t Steine fassen, sind hoch
gelagert, so daß ihre Entladung in den Kreiselbrecher (2—3 t
Leistung in einer Minute) und die rotierenden Siebe durch die
Schwerkraft erfolgt. Unter jedem Behälter für das Mahlgut
befindet sich ein drehbares Meßgefäß mit etwa 800 engl. Pfd.
Steinen Fassungsraum. Der Ansatz des Meßgefäßes, durch den
die Steine auf den Kollergang ausgetragen werden, verschließt
die Ausmündung des Mahlgutbehälters. Auf diese Weise ge-
langt immer eine bestimmte Gewichtsmenge auf den Kollergang.
In ein oberhalb jedes Kollerganges liegendes Gefäß wird ein
dosiertes Gewicht an gebranntem Kalk (von bekanntem CaO-
Gehalt) gebracht, Wasser zugefügt und durch Rühren Kalkmilch
hergestellt und letztere nun im ganzen beim Mahlen zugesetzt,
wobei etwaige große Klumpen ungebrannten Kalksteins durch ein
im oberen Teile des Ausflußrohres angebrachtes Sieb entfernt
werden. Hierdurch wird das Verhältnis von Kalk zur Kiesel-
säure in den aufeinanderfolgenden Ansätzen stets gleich groß
erhalten. Das normale Verhältnis ist 2 °/0 CaO in den Steinen,
aber für besondere Zwecke wird es abgeändert und beträgt
z. B. für Koksofensteine 3°/0 CaO. Die Formen für Hand-
strich sind für Ziegel gewöhnlicher Größe rechtwinkelig und
umfassen je fünf parallel nebeneinander liegende Steine. Sie
werden mit der Rohmischung gehäuft gefällt, die dann mit
einem mit kurzem Handgriff versehenen und mit Metall be-
schlagenen plattenartigen Werkzeug von etwa 30 cm im Ge-
viert eingestampft wird. Besondere Aufmerksamkeit ist der
Konstruktion einer Maschine zur Herstellung der Silikasteine
gewidmet worden, und zwar hat die Refractories Manufacturers'
Association eine solche eingeführt, die nach Ansicht des Be-
richterstatters diese schwierige Frage gut löst. Mit maschinellen
Pressen hat man keine befriedigenden Ergebnisse erzielt, da
die physikalischen Eigenschaften der damit hergestellten
Preßziegel keine so günstigen sind wie die der handgepreßten
Steine. Auch ist dabei die Abnutzung der erforderlichen Preß-
formen bedeutend, wodurch ihre Instandhaltung teuer wird.
Bei den neuen Apparaten wird keine Presse verwendet, viel-
mehr werden die normalen Operationen der Handarbeit in
mechanische übertragen. Die Formen, die für die Aufnahme
von fünf parallel nebeneinander liegenden Steinen eingerichtet
sind, werden, wenn sie für einen Augenblick unter einer auf-
recht stehenden geneigten Rinne anhalten, auf endlosen Ketten
gefüllt. Oberhalb dieser etwa 20 Fuß hohen aufrechten Rinne
befindet sich eine andere endlose Kette mit Bechern, die den
rohen Ziegelversatz enthalten. Die Bewegung der Becher auf
dieser oberen Kette entspricht zeitlich der der Formen auf der
unteren Kette. Sobald jeder Becher das obere Ende der auf-
324 — Nr. 29
SPRECH SAAL -CO BÜRO.
1922. (66. jahrgango)
rechten Rinne erreicht, wird er plötzlich und vollständig
umgekippt, sodaß der Masseversatz herausfällt und die Form
füllt, die in der entsprechenden Lage am unteren Ende der
Rinne ist. Die Formen, die nun etwas gehäuft gefüllt sind,
passieren dann sich drehende Bürsten und Abstreichblätter,
die das überschüssige Material entfernen und dem Ziegel eine
glatte Oberfläche geben. Die Formgebung stellt also eine
recht vollkommene Nachahmung des Handstrichverfahrens dar.
Die Entfernung der fertigen Steine aus den Formen erfolgt
durch eine einfache, aber sinnreiche mechanische Vorrichtung,
worauf die Formlinge selbsttätig auf flache Eisenplatten ge-
langen, mit denen sie auf die Trockenwagen geschoben werden.
Der Rohversatz enthält nur soviel Wasser, daß er die Ecken
der Formen gerade richtig ausfüllt. Die Leistung der einen
derartigen Maschine, die der Berichterstatter sah, betrug 1200
Steine in 1 Stunde, die einer anderen 3000 Stück. Die letzt-
genannte Maschine wurde von drei ungelernten Arbeitern be-
dient, und die auf ihr hergestellten Steine waren hinsichtlich
Porigkeit, Festigkeit und andrer Eigenschaften von den besten
Handstrichziegeln nicht zu unterscheiden. Auch die Herstellungs-
kosten werden durch Anwendung dieser Maschine bedeutend
verringert. Zur Fertigung großer Stücke mit der Hand be-
nutzt man hölzerne Formen mit Futter aus Hartholz oder
Metall. Die rohe Masse ist etwas trockner als für gewöhnliche
Steine, und auf manchen Werken wird sie länger gemahlen,
um ihre Bildsamkeit zu erhöhen. Sie wird mit schweren Holz-
schlegeln in die Formen eingeschlagen und schließlich mit der
metallbeschlagenen Platte eingerammt.
Die normale Mahldauer für eine Mischung von 800 bis
1000 engl. Pfd., die aus Stücken von anfänglichem Durchmesser
von 7,5 cm abwärtsbesteht, beträgt bei der Herstellung gewöhn-
licher Silikasteine 15 Minuten. Ein Versuch, vorher feiner ge-
mahlene Steine oder Silikamehl zur Mischung zuzugeben, wird
im allgemeinen nicht gemacht. Die Härte des Quarzits wechselt
nicht sehr, und die Mahldauer ist so bemessen, daß zufällige
Herabsetzung der Korngröße beim Mahlen immer ein Erzeug-
nis gibt, das den Anforderungen genügt und das von einer
Charge zur anderen bemerkenswert gleichmäßig bleibt.
In den kleineren Werken erfolgt das Trocknen der Steine
mittels Abhitze aus den Oefen auf Horden, in den größeren Fabri-
ken dagegen ausschließlich in Tunnelöfen. Letztere werden
mit Luft beheizt, die mittels Ventilator und schwachem Unter-
drück aus den abkühlenden Oefen gesaugt wird. Genügt diese
Hitze nicht, so werden auch noch heiße Rauchgase aus den in
Gang befindlichen Oefen gesaugt.
Die Oefen sind von gewöhnlichem Typ mit niederschlagen-
der Flamme und von 9 — 13,5 m Durchmesser, mit einem Fas-
sungsraum für 90000—175000 Stück gewöhnliche Steine. Beim
Setzen wird zwischen den einzelnen Ziegeln Zoll Zwischen-
raum gelassen, damit sie sich ausdehnen können. Sie werden
in Bänke von etwa 1,2 m Länge und 3,6 bis 4,5 m Höhe gesetzt.
Die Belastung der zu unterst stehenden Steine beträgt etwa
15 engl. Pfund auf 1 Quadratzoll, und bei sorgfältiger Trock-
nung in den Tunnelöfen tritt bei dieser Belastung kein Bruch
ein. Die Brenndauer beträgt 9 bis 12 Tage, wobei zum
Schlüsse eine Kegel 16 bis 18 entsprechende Temperatur er-
reicht und zwei Tage hindurch aufrecht erhalten wird. Die
AbkühluDg dauert 5 bis 8 Tage. Der Kohle.nverbrauch ist un-
gefähr 1 t auf 1000 Steine. Wie der Berichterstatter hört,
sind in ein oder zwei Werken auch Tunnelöfen in Betrieb,
bei denen in der Brennzone aber nur etwa Kegel 12 erreicht
wird.
Es ist allgemein üblich, jeden Ofen mit einem besonderen
Schornstein zu versehen, zur besseren Regelung des Zuges.
Großer Wert wird auch auf die Reinigung der Ofenkanäle
nach jedem Brande gelegt. Das gewählte Brennverfahren gibt
sichere Gewähr dafür, daß ein sehr großer Teil des Quarzes
in Tridymit und Cristobalit umgewandelt wird. Die Menge
des unverändert bleibenden Quarzes schwankt in den gewöhn-
lichen Ziegeln zwischen 25 und 45 °/0 und die Volumenporosität
zwischen 23 und 28°/0. Die Verwendung von Silikasteinen für
die Wandungen von Koksöfen ist in ganz Amerika allgemein.
Es ist deshalb sehr wichtig, daß das höchste technisch erreich-
bare Maß der Umwandlung des Quarzes beim Brennen ider
Steine erreicht wird, um ein Wachsen derselben während ihres
Gebrauchs zu verhüten. Ein größerer Kalkzusatz (bis zu 3°/0)
wird hier angewandt als bei Steinen für Stahlschmelzöfen, um
die Umwandlung des Quarzes zu beschleunigen. Die dadurch
verursachte geringfügige Herabsetzung der Feuerfestigkeit ist
unwehentlich, da die Feuerbeständigkeit der Ziegel größer ist,
als sie den in den Koksöfen erreichten Höchsttemperaturen ent-
spricht. Bemerkenbwert ist, daß eine der großen Ingenieur-
firmen für Koksöfen bei Silikasteinen für ihre Ofenkonstruk-
tionen kein höheres spezifisches Gewicht als 2,35 (für pulveri-
siertes Material) zuläßt. Manche Fabriken haben eine sehr be-
deutende Produktionsziffer. Eine Anlage im Mount Union (Pa.)-
Distrikt hat 19 Oefen, von denen jeder 100000 Steine faßt,
und 10 Oefen mit je 170000 Steine Fassungsvermögen. Die
tägliche Leistung dieses Werkes beträgt 170000 Steine.
Feuerfeste Tonwaren.
In ähnlicher Weise wie die Werke für Silikaziegel sind die für
die Herstellung von Schamottewaren eingerichtet. Auch hier sind
in mehreren Fabriken die Produktionsziffern sehr hoch. Allge-
mein werden Maschinen der Ziegelfabrikation verwendet. Vor
dem Kriege wurden für besondere Zwecke große Mengen
deutscher Tone eingeführt, aber jetzt erzielt man ebenso gute
Ergebnisse mit amerikanischen Tonen. Die feuerfesten „flint
clays" werden in großem Umfange als Grundlage für die Ziegel-
masse bei hochwertigen Steinen und anderen Gegenständen
benutzt. Diese Tone sind hart und besitzen muscheligen Bruch,
sie zeigen wenig Plastizität, sind aber frei von Verunreinigungen.
Ihre durchschnittliche Zusammensetzung nähert sich der Formel
Al2Os . 2 Si02 . 2 H20, aber in ein oder zwei Fällen befindet sich
feinkörniger Quarz in dem Ton, wodurch dessen Gehalt an
SiOä erhöht wird.
Ein interessanter feuerfester Stein ist der „Dando" ladle
brick, den die Mc Laine Firebrick Co. in Beaver, Pa., herstellt.
Er findet in den großen Stahlwerken Verwendung und ermög-
licht, daß die mit ihm ausgefütterten basischen Oefen 20 bis
30 Erhitzungen aushalten, während unter ähnlichen Bedingungen
bei Anwendung von hochwertigen feuerfesten Schamottesteinen
eine nur 8 bis 10 malige Erhitzung möglich war. Der „Dande"
brick wird aus Tonen geringerer Feuerfestigkeit hergestellt, und
die Zusammensetzung der rohen Tone schwankt in folgenden
Grenzen :
Si02 64 —76 °/0
A1203 12 —23 „
Fe203 1,5- 2,5,,
CaO 0,5-0,7
MgO 0,4—1,0
Na?0 } °'8-2»5
Glühverlust 5,0—7,5.
Der Feuerfestigkeitsgrad der rohen Tone beträgt SK 18 bis SK 26.
Nach der Mischung und Zerkleinerung der rohen Tone
werden sie gesiebt und nochmals innig gemischt. Die Form-
gebung erfolgt durch Trockenpressung, wobei eine Presse in
1 Stunde etwa 2000 Steine leistet. Um jede Presse herum
sind Rutschen im Fußboden angebracht, durch die die miß-
ratenen Steine und Abfälle mittels Elevators dem Aufbereitungs-
prozeß wieder zugeführt werden. Die Steine werden in Karren
von den Pressen zu den Oefen befördert. Letztere haben
10,5 m Durchmesser und fassen 10Ö000 Steine. Sie sind für
niederschlagende Flamme eingerichtet und haben acht kurze
Schornsteine, sodaß sich immer einer zwischen je zwei Schüröffnun-
gen befindet. Da eine vorherige Trocknung der Steine nicht stattfin-
det, dauert das Schmauchen 9 Tage, woran sich das eigentliche
Brennen mit 6 Tagen anschließt Die erreichte Höchstemperatur
entspricht SK 1. Die Steine besitzen gute Form, plane Ober-
flächen und scharfe Ränder. Ihr Gefüge ist dicht und äußerst
gleichmäßig. Beim ersten Erhitzen bildet sich bei Benutzung
dieser Steine in der Stahlpfanne ein zähflüssiger Ueberzug, der
zum Teil in den eigentlichen Stein eindringt, wodurch eine
widerstandsfähige Oberfläche entsteht, die Lebensdauer der
Pfanne größer wird und bei Gebrauch dieses ladle brick auch
ein reineres Metall entsteht.
Zur Herstellung von Wannensteinen und Glashäfen wurden
früher Großalmeroder und andere deutsche Tone benutzt,
die man jetzt mit im allgemeinen befriedigenden Ergebnissen
durch amerikanische Tone ersetzt hat. Bei der Herstellung
der Wannensteine wird der feuchte Ton mit pneumatischen
Rammen in die Formen gepreßt. Die Glashäfen werden mit
einer Tonmischung ausgefüttert, die der Einwirkung des
schmelzenden Glassatzes und des geschmolzenen Glases besser
widersteht als der Hafenton selbst. Zu diesem Zweck erfährt!
dieses Tonfutter Zusätze von Feldspat und anderen Flußmitteln.!
Allerdings ist die Feuerbeständigkeit solcher Gemische unter!
Belastung zu gering, als daß man aus ihnen die ganze Wandung!
der Häfen herstellen könnte. Das Gießverfahren erfreut sich!
für die Hafenbereitung vielfacher Beachtung und hat bei einer!
großen Sonderfirma iür Glashütten-Schamottewaren schon viel-l
versprechende Ergebnisse gezeitigt. Während des Krieges isll
das Gießverfahren durch A. V. Bleininger zur Herstellung vonl
Häfen für optisches Glas angewandt worden. Das hierzu benutzte!
Hafentongemisch enthielt außer dem Ton noch Abfälle von!
gebrannten Tonwaren und Flußmittel, und der Hafenscherben j
brannte bei der Schmelztemperatur völlig dicht. Auf beiden!
Seiten des Atlantischen Ozeans wendet man jetzt höhere Schmelz !
temperatoren an und stellt man komplexe Gläser her, die der!
feuerfesten Ton stark angreifen. Aus diesem Grunde wird dael
Bedürfnis nach Schamottewaren, die diesen hohen Anforderungerl
entsprechen, immer stärker.
F 1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
■r.S9 - 325
Basische feuerfeste Erzengnisse.
Die Gewinnung von dichtem Magnesit auf der Westseite
der Sierra Nevada in Kalifornien betrug im Jahre 1913 etwa
9000 t, war aber 1917 auf 200000 t gestiegen. Auch roher
griechischer Magnesit wurde eingeführt, so daß di^e zu Beginn
des Krieges durch den Mangel an österreichischem Magnesit
entstandenen Schwierigkeiten behoben werden konnten. Außer-
dem wurden im Staate Washington auch Lager von spatigem
Magnesit erschlossen, die im Jahre 1918 schon 140000 t
lieferten. In Kanada wird kristalliner Magnesit im Grenville-
Distrikt von Quebec gewonnen, und zwar waren es im Jahre
19i7 65000 t. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat man
bald ein Verfahren ausfindig gemacht, da» — für jede Lager-
stätte — ein einwandfreies Erzeugnis ergibt, das ebenso gut
wie der österreichische Magnesit ist. Die ungefähre Zusammen-
Washington
MgO
45 bis 46 °/0
CaO
0,5 „ 2°/0
FeO
0,2 „ 1 °/0
A1203
2,0 „ l°/0
Si02
0,5 „ 4°/0
co2
49 „ 51°/0
Kalifornien
42 bis 46 %
1
n
0,2 „
0,2 „
1 „
48 „
3°/o
3°/o
l°/o
4°/0
51°/o
Kanada
34 bis 40°
4 „
0,2 „
0,2 „
1 „
49 „
o
10°/0
l°/o
l°/o
2,5°
51°/o
XJKSX iliagUCöll "11U AU a-TM. V« Vivwj - — - . — ■ 0
werden, totgebrannt. Die Größe dieser Oefen schwankt von
18mXl,8 m bis 39 mX 2,7 m. Das Durchsatzquantum beträgt
30—65 t in 24 Stunden bei einem Brennstoffverbrauch von
etwa 300—500 kg für 1 t Sintergut. Der gemahlene rohe Stein
wird mit etwas Schlacke, Eisenerz oder dergl. gemischt, um die
Sinterungstemperatur herabzusetzen. Die angenäherte Zu-
sammensetzung des erhaltenen Sinters ist folgende:
MgO
CaO
Fe203
A1203
Si02
Washington
79 bis 86 °/0
2 „ 4°/n
4
1
4
Kalifornien
75 bis 88°/0
6°/o
3°/0
8°/0
2
3
1
3
7',o
6°/0
3°/o
9°'
Kanada
67 bis 81 0
9
5
1
4
17 °l
7°/
2°/
7°/
Zur Herstellung von Magnesitziegeln wird der gebrannte
Magnesit gebrochen und dann in einer Trommelmühle ge-
mahlen. Er wird ohne Zusatz von Ton oder dergl. Binde-
mitteln verarbeitet. Die gewöhnlichen Steine werden maschinell
gepreßt, andere Formen, wie Keilsteine u. dgl., auf einer Hand-
presse. Große Steine und Blocksteine formt man in hölzernen
Formen mit Hartholzfutter. Die hierzu verwendete Masse ist
wesentlich feuchter als die für Maschinensteine. Znm Trocknen
der Steine, was in einer Trockenkammer oder einem Tunnel-
ofen erfolgt, verwendet man heiße Luft aus den abkühlenden
Oefen, nicht aber Feuergase aus den brennenden Oefen, und
zwar wegen ihres Kohlensäuregehaltes. Auf der Harbison-
Walker-Anlage in ehester, Pa., hat man eine besondere
Trocknungseinrichtung, die aus fünf Kammern besteht. Die
erste Kammer wird mit feuchter warmer Luft gefüllt erhalten,
und die nachfolgenden Kammern enthalten der Reihe nach
immer trocknere Luft, sodaß diese in der letzten Kammer völlig
trocken ist. Seit dieser Einrichtung sind alle Trockenschäden
weggeblieben. Das Brennen erfolgt in dieser Fabrik in recht-
eckigen Oefen mit niederschlagender Flamme, deren Feuerungen
sich an den Schmalseiten befinden. Um ein Zubruchegehen
zu vermeiden, werden die Magnesitziegel in Fächer aus Silika-
steinen gesetzt. Die Fabrik umfaßt 30 Oefen mit je 30000
Steinen Fassungsraum, und die Steine werden in 8— 10 Tagen
auf SK 18—19 gebrannt. Es werden täglich 4« 000 Stück
Magnesit- oder Chromitsteine hergestellt.
Gebrannter Dolomit wurde vor dem Jahre 1914 zur Her-
stellung basischer Ofenherde nur sehr wenig benutzt, höchstens
in kleineren Mengen zum Ausbessern. In den letztvergangenen
Jahren hat die Erzeugung und der Verbrauch von gebranntem
Dolomit bedeutend zugenommen. Es werden vor allem be-
sondere Sorten hergestellt, denen man basische Schlacke usw.
zusetzt, um ihre Widerstandsfähigkeit zu vergrößern. Diese
Spezialsorten sind unter verschiedenen Bezeichnungen im
Handel, z. B. Syndolag, Kennedymag usw. Sie werden in
Drehöfen hergestellt, die entweder mit Staubkohle, Naturgas
oder Generatorgas beheizt werden.
Die Dnrchschnittszusammensetzungen von rohem und ge-
branntem Dolomit sind folgende:
Dolomit
CaO
MgO
FeO
Al2Os
Si02
C02
Zum Schlüsse
28
15
roh
-35 °/o
-20°/0
0,5- 4°/0
0,5— 3°/0
1 - 5°/0
43 -46°/0
berichtet W.
gebrannt
46— 55°/0
26—36 °/0
4- 8°/0
2- 5°/0
4— 12°/ft
Fe,0
J. Rees noch über die
Gründung einer besonderen Prüfungsstelle im Mellon Institute
for Industrial Research (Univ. von Pittsburgh) seitens der
Refractories Manufacturers Association. Hauptzweck dieser
Gründung ist die Ausarbeitung neuer Untersuchungsmethoden.
Erwünscht ist die Vornahme einfacher Versuche, die unmittel-
bar oder durch Schlußfolgerung das wahrscheinliche Verhalten
eines feuerfesten Materials bei der Verwendung ver-
anschaulichen.
Ausbau der „Wärmetechnischen Beratungs-
stelle der Deutschen Glasindustrie" ( W. B. G.)
Frankfurt a. M.
(Nachdruck verboten.)
Im Anschluß an die diesjährige Hauptversammlung des
„Verbandes der Glasindustriellen Deutschlands" am 16. Juni
in Berlin, sprach der Geschäftsführer des „Reichsverbandes der
Deutschen Industrie", Dr. Schneider/Berlin, über „Wirtschafts-
lage und Wirtschaftspolitik". Die sehr interessanten Ausfüh-
rungen bildeten letzten Endes einen Mahnruf an die Industrie
zur allgemeinen Sparsamkeit und die dringende Aufforderung,
jeden Fabrikations-Prozeß einer durchgreifenden Nachprüfung
zu unterziehen. Dieser Appell war gerade für die Glasindu-
strie bei ihrem ausgedehnten Export von größter Bedeutung.
In der Glasindustrie betragen die Kosten für die Brennstoffe
i|8_i/s der Gesamtherstellungskosten. Es erschien daher an-
gebracht, nach der politisch-wirtschaftlichen Information des
Herrn Dr. Schneider zu erinnern, daß wärmewirtschaftliche Maß-
nahmen innerhalb der Glasindustrie zu den wirksamsten Mit-
teln der Sparsamkeit gehören.
Wir geben nachstehend den Vortrag des Geschäftsführers
der W. B. G. Dipl. Ing. H. Maurach, Frankfurt a. M. wieder,
welcher in seinen Einzelheiten zeigt, daß die W. B. tt. bisher
auf Erfolge blicken kafin^- die ihren Ausbau nicht nur recht-
fertigen, sondern als dringende Forderung für die Glasindu-
strie hinstellen, wenn sie ernstlich den Willen hat, aus ihrer
bisherigen Zurückhaltung herauszutreten.
„Man kann die praktische Lösung, Wärmewirtschaft inner-
halb der Industrie zu treiben, nicht allein durch reine tech-
nische Maßnahmen herbeiführen. Um durchgreifende Erfolge
zu erzielen, bedarf es außerdem der offenen Bereitwilligkeit
jedes weitblickenden Industriellen und der Erkenntnisse des
letzteren, daß die Wärmewirtschaft im Zusammenhang mit
unserer traurigen Gesamtwirtschaftslage Zweck hat und Vor-
teile bringt. Wenn der „Ausschuß für Wärmewirtschaft" als
berufenes Organ des „Verbandes der Glasindustriellen Deutsch-
lands" für wärmotechnische Fragen der Versammlung ein Bild
der bisherigen Arbeiten der W.B.G. vorführen läßt, so sind hier
nebensächlich die ausgesprochen technischen und organisato-
rischen Maßnahmen hervorzuheben, die angewendet werden
mußten, um zu Ergebnissen zu gelangen. Der praktische
Nutzen des Zusammenschlusses führender Glashütten wird weit
besser durch Beispiele von vorteilhaften Ergebnissen belegt,
die den Einzelmitgliedern durch die Zugehörigkeit zur W.B. G.
bisher erwuchsen. Von den zahlreichen Arbeiten seien die-
jenigen herausgegriffen, welche die in Betracht kommenden
Glashütten nicht nur durch auffallende Zahlen befriedigten,
sondern auch den Beweis erbrachten, daß die Ingenieure der
W. B. G. bei den Untersuchungen den richtigen Weg beschritten
hatten. ....
An der Spitze aller Untersuchungen standen diejenigen,
welche sich mit dem Bau und Betriebe der Gaserzeuger be-
faßten. Eine an und für sich sehr natürliche Erscheinung, da
die Glasindustrie seit altersher gewohnt war, nicht nur gleich-
mäßig der Sorte nach, sondern auch in genügenden Mengen
mit Brennstoff beliefert zu sein. Heute ist sie gezwungen,
sich auf minderwertige Brennstoffe umzustellen, und zwar
meistens unter Beibehaltung ihrer teilweise sehr veralteten
Betriebseinrichtungen.
Eine Hütte versorgte ihren Wannenschmelzofen mit alten
Wilson-Generatoren, zu denen einige Drehrostgeneratoren hin-
zugebaut waren. Der gemeinsame Betrieb mit den beiden
Generatoren-Typen bereitete Schwierigkeiten. Die Wilson-
Generatoren arbeiteten außerordentlich unregelmäßig; 4—5
Stunden vor dem Ascheziehen verschlechterte sich die Gas-
qnalität in steigendem Maße und sank auf ü0°/0 des ursprüng-
lichen Wertes. Nach dem mühevollen Entfernen der Asche,
das bekanntlich sich jeweils alle 3 Tage wiederholt, gab der
Wilson-Generator zunächst einige Stunden ein Gas, das kaum
brennbar war, und erst nach 8 — 10 Stunden wurde die normale
Gaszusammensetzung wieder erreicht. Der geringe Durchsatz
von 55 kg/qm im Mittel, der durch das notwendige Stillegen
der Generatoren beim Ascheziehen entstehende Zeitverlust,
die entsprechenden höheren Arbeitslöhne, die schlechte Gas-
zusammensetzung, alles war in Zahlen ausgedrückt so kraß,
daß sich die Hütte auf Anregung der W. B. G. entschloß, trotz
der schlechten Marktlage weitere Drehrost-Generatoren auf-
zustellen. Die eingehenden Meßversuche hatten also bei dem
826 -Nr.i9 S PR EC H S A AL - CO B U R O.
vorliegenden Brennstoff die Aufstellung einer einheitlichen
Generatoren- Type als die wirtschaftlichste and billigste Lösung
ergeben.
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß nicht unbedingt
an Stelle veralteter oder ungeeigneter Einrichtungen die
neuesten kostspieligsten Konstruktionen zu treten brauchen.
Vielfach genügt ein einfacher Umbau alter Generatoren unter
verhältnismäßig geringen Kosten. So wurde beispielsweise in
einer Hütte erreicht, daß der Umbau der Generatoren dazu
führte, von 3 Generatoren einen als Reserve still zu legen und
den Betrieb mit den übrigen 2 durchführen zu können.
Während bisher ein Generator in 24 Stunden 450©— 5000 kg
Steinkohle vergaste, konnte er mit Zentral- und Randwindzu-
führung, sowie Wasserabschluß versehen 9060 — 10000 kg in
24 Stunden vergasen. Durch die um 3 Stocher in 24 Stunden
verminderte Bedienungsmannschaft und die Möglichkeit einer
gleichmäßigeren und bedeutend besseren Ausnutzung des
Brennstoffes als vorher wurden solche Ersparnisse erzielt, daß
in 6 Monaten die Umbaukosten herausgewirtschaftet Waren.
Von da ab wären die Ersparnisse als reiner Gewinn zu buchen.
Gaserzeuger, die ihren Luftbedarf durch den Auftrieb der
heißen Gase selbst ansaugen, haben in den letzten Jahren mehr
den Gebläse-Generatoren weichen müssen. Wohl hat die Gas-
qualität der alten Siemens-Schüttungen an sich genügt, doch die
Abhängigkeit von den Launen des Wetters, von der Windstärke,
der Windrichtung, dem Luftdruck und die Unmöglichkeit, den
Generator vorübergehend zur stärkeren Gaslieferung zu zwingen,
der erhebliche Kohlenverlust beim Ziehen der Asche, das waren
die Gründe, welche vereinzelte Hütten der Glasindustrie zur
Ausscheidung des Siemens-Generators führten. Kleinere Unter-
nehmungen schrecken meistens vor den hohen Anschaffungs-
kosten der Generatoren zurück, selbst wenn die Vorteile auf
der Hand lagen. In geeigneten Fällen bestrebte sich die W.B.G.,
den Umbau der alten Siemens-Schüttungen mit .Schrägrost und
natürlichem Zuge durch einfache Mittel für den Zusatz von
Gebläsewind und Dampf herbeizuführen. Eine Hohlglashütte,
deren Verbrauch an rheinischen Braunkohlenbriketts pro Ofen
und Schicht 7,5 t betrug, ging mit diesem Verbrauch zurück
bei abgeänderten Generatoren auf 5,2 t pro Tag und Ofen.
Dies kommt einer Ersparnis von rund 30 °/0 gleich, im Geld-
betrag bei einem Betriebe von zwei Oefen einer jährlichen
Summe von rund Ji 1 Million. Dabei stellten sich die eigent-
lichen Umbaukosten auf einen bescheidenen Bruchteil dieser
Ersparnis.
Der Betrieb der Gaserzeuger einer größeren Hütte lag
zum Leidwesen der gesamten Belegschaft stark im argen. Die
Generatoren gingen durchweg viel zu heiß, die größten Mengen
des erzeugten Gases brannten im Schachte selbst, eine Ver-
schleuderung von Gebläsedampf durch die bedienende Arbeiter-
schaft hatte ohne Wissen der Betriebsleitung Platz gegriffen,
um der starken Schlackenbildung Herr zu werden. In diese
wenig erfreulichen Verhältnisse griff die W.B.G. ein, zunächst
durch Feststellung des tatsächlichen Zustandes und der Forderung
des Ofenbetriebes unter normalen Bedingungen, an Hand einer
programmatisch angelegten gasanalytischen Untersuchung. Die
infolge der Meßergebnisse veranlaßten Betriebsänderungen
führten nach einiger Zeit schrittweise zu einer befriedigenden
Betriebsweise, bei wesentlich kälterem Gang der Generatoren,
mäßigem Dampfverbrauch, besserer Gaszusammensetzung und
geringem Koksgehalt in der Schlacke. Während früher an
einem Ofen mit drei Generatoren monatlich 542 t im Durch-
schnitt benötigt wurden, war der Verbrauch nach Umstellung
pro Schmelzofen monatlich 492 t, demnach eine Ersparnis
pro Ofen von 50 t Kohle oder rund 9 °/0 des früheren Ver-
brauches. Die Geldersparnis pro Jahr beim Betriebe mit zwei
Schmelzöfen beträgt bei den heutigen Brennstoffpreisen für die
Hütte etwa Ji 1,5 Millionen.
Gleichfalls ohne grundsätzliche bauliche Aenderung, dagegen
durch einen systematischen Wechsel in der Betriebsführung
der Generatoren wurde in einer Spiegelglashütte erreicht, daß
der Verbrauch pro Ofen von 17 Tonnen pro Tag herabging auf
14,5 Tonnen, gleich einer Ersparnis von rund i5 °/0, im Monat
70 Tonnen pro Ofen, bei zwei Oefen jährlich Ji 2,5 Millionen.
Es war für die Hütte außerdem sehr vorteilhaft, auf Grund der
technischen Untersuchungen amtlichen Stellen gegenüber den
Nachweis erbracht zu erhalten, < daß sie nicht in der Lage sei,
mit dem zugewiesenen Brennstoff wirtschaftlich zu arbeiten,
worauf die amtlichen Verteilungsstellen bereitwilligst die Zu-
weisung einer für die Hütte geeigneten Sorte von Brennstoff
veranlaßten.
In dem Bestreben, die Verluste in den Feuerungsrückständen
durch Aufstellung sogenannter Aschenwäschen oder elektroma-
gnetischer Aufbereitangs-Maschinen zur Trennung von Brennbarem
und Schlacke einzuschränken, haben eine größere Zahl von Glas-
hütten der Anregung der W.B.G. Folge geleistet. Die großen
Verschiedenheiten in der Betriebsführung der Generatoren sind
1922. (6fi. /ahrgang.) ~r
——————— pi
dadurch charakterisiert, daß nach festgestellten Aafbereitnngs- jtj
versuchen in Glashütten der Gehalt an Brennstoff in den Rück- f(i
ständen zwischen 5 und 60 °/0 schwankte. Ein größeres Unter- ^
nehmen der Tafelglasindustrie beutet heute aus den Rückständen u
der Siemens - Gaserzeuger maschinell 250 t Koks monatlich (ej
aus gegenüber durchschnittlich 50 t, die bisher von Hand ,s,j
durch Invaliden von der Aschenhalde herausgelesen wurden, u
Setzt man für die Tonne einen niedrigen Einheitspreis von
Ji 250 ein, so berechnet sich der erzielte Gewinn im Jahre zu u\
Ji 600000. ji(
Bei der Vergasung von minderwertigen Kohlen, insbeson- ^
dere Rohbraunkohle mit hohem Feuchtigkeitsgehalt interessierte E,
besonders die Frage einer geeigneten Vortrocknung. In diesem n,
Zusammenhang finden die ernsthaften Absichten einer Glas- m
hütte Beachtung, die Abhitze ihrer Schmelzöfen zum Vortrock- Z
nen der Kohle zu benutzen. Aehnliche Versuche wurden be- pv]
kanntlich bei Kesselanlagen durchgeführt. Die Versuche in der L
Glasindustrie sind noch zu jung, um abschließende Erfahrungen k
aussprechen zu können.
Eine Tafelglashütte klagte über große Ausfälle an Produktion ni
infolge Auftretens der sog. Winden. Alle Versuche, das Uebel gel
durch Aenderung der Gemengezpsammensetzung, wechselnde Ein- > «,
Stellung von Gas und Luft und dergl. zu beseitigen, waren fehl- je<
geschlagen. Die W. B. G. stellte zunächst durch einfache Tem- tri*
peraturmessungen fest, daß trotz einer guten Gasqualität die ! tri
Temperatur in der Schmelzwanne nicht genügte, um die Voll- Hii
Produktion bei guter Durchschmelze zu erreichen. Infolge- iel
dessen wurde eine eingehende Untersuchung des ganzen Gas- *ji
weges beginnend beim Gaserzeuger schrittweise bis zum Brenner ft'i
vorgenommen. Es stellte sich heraus, daß die Leitungen von
den Generatoren bis zum Eintritt in die Kammern undicht i
waren, sodaß in Zahlen gesprochen, der Heizwert des Gases
von 1454 W. E. auf 1300 W. E. zunächst gesunken war. Dann
aber ergaben sich auch Undichtigkeiten in der Trennungswand
zwischen Luft- und Gaskammern. Wegen der Eigenart der m
Ofenkonstruktion konnte dieser Mißstand von außenher nicht m
beobachtet werden. Zudem waren die Risse in den Kammern Be
derartig fein, daß es nicht möglich gewesen ist, sie mit ib
bloßem Auge zu erkennen. Einwandfrei ergab aber die k
Analyse Aufschluß über den baulichen Fehler der Anlage, jj
Das Gas verbrannte also zum größten Teil bereits in den ie
Kammern, eine Wärmebildung war wohl vorhanden, entwickelte iti
sich aber nicht an der richtigen Stelle der Ofenanlage. Durch
Abdichten der Mauern bei einem Betriebsstillstand wurde das
Uebel beseitigt. Jeder Betriebsleiter einer Glashütte kennt die
drückende Stimmung, die Verluste durch ständige Erzeugung
eines großen Prozentsatzes schlechter Wahl mit sich führen.
Im großen und ganzen bestand der Erfolg darin, daß die
monatliche Produktion um 50°/0 gesteigert werden konnte bei
annähernd gleichem Kohlenverbrauch. Der Vorteil der Unter-
suchung und die Berechtigung der aufgewendeten Kosten hierfür
sind ohne weiteres damit belegt.
Die Bestrebungen einzelner weniger Glashütten, die Ver-
luste durch Leitung und Strahlung vermöge eines geeigneten
Wärmeschutzes oder sog. Isoliermittel herabzusetzen, führten
zu einem Erfahrungsaustausch über ausgeführte Arbeiten.
Dabei wurden die Kenntnisse anderer Industriegruppen auf
dem Gebiete des Wärmeschutzes in Vergleich gezogen und
damit für die Arbeiten der Glasindustrie neue Anregungen ge-
bracht. Wenn auch die Isolierung des Ofengewölbes (Ober-
bau) zu einem vorsichtigst zu behandelnden Arbeitsgebiete des
Wärmeschutzes gehört, so konnte zunächst bei Ausführung
der Isolation des Unterbaues nicht nur ein Gewinn von weni-
gen Prozenten der aufgewendeten Brennstoffmengen, sondern
auch eine gleichmäßigere Betriebsweise festgestellt werden.
Große Ersparnisse wurden erzielt durch Wärmeschutz der
Kühlöfen.
Der Untersuchung der Schmelzöfen und Kühlöfen wurde
sowohl bei den wiederkehrenden Besuchen der Bezirksingenieure
als auch bei Sonderuntersuchungen die erwünschte Aufmerk-
samkeit gewidmet.
Außer dieser Betriebsüberwachung durch regelmäßige
Untersuchung, durch Feststellung der sparsamsten Arbeitsweise
erstreckte sich die Tätigkeit auch auf Sonderuntersuchungen
zur Feststellung der Verbesserungsfähigkeit und Lieferung von
Unterlagen für neue Projekte oder Erprobung von neuen Er-
fahrungen und Einrichtungen. Bei Neubauten konnten wir
Ratschläge erteilen, wie eine wärmetechnische Betriebsüber-
wachung möglichst einfach vorzusehen ist. Ist es doch bei
der Auslösung der Wärme aus den Brennsteffen von Wichtig-
keit, nicht bloß hinsichtlich der Wärmemenge (quantitativ),
sondern auch hinsichtlich der erreichten Temperatur (qualita-
tiv) möglichst günstig zu arbeiten. Für die Fachgruppe der
Spiegelglasindustrie gelang es, gute Vergleichszahlen aufzu-
stellen über den Wärmeverbleib bei den einzelnen Arbeits-
vorgängen des Fabrikationsprozesses. In dieser Richtung sind
1923, (68. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Mr. 29 — 327
gerade auf den fortgeschrittenen Hütten durch Ausbildung des
Meßwesens und Anwendung der modernsten Konstruktionen
wesentliche Fortschritte gemacht worden. Viel beigetragen hat
dazu, daß die W. B. G. ständig Fühlung genommen hat mit den
Firmen, die feuerungstechnische Apparate herstellen und
meistens nicht in der Lage waren, Anfragen aus Glashütten
sachgemäß zu behandeln, da ihnen die technischen Betriebs-
forderungen aus eigener Anschauung fehlten.
Die Beispiele über den Erfolg der wärmetechnischen
Ueberwachung könnten durch manche andere ergänzt werden,
die in nackten Zahlen sprechen. Wir in der W. B. G. erblicken
aber eine größere Befriedigung in der zunehmenden Erkennt-
nis der Glashütten, eine dauernde wärmetechnische Betriebsüber-
wachung einzuführen. Bis vor wenigen Jahren hat es in
unserer Industrie an einer solchen gefehlt, und heute können
wir mit Vergnügen feststellen, daß auch in kleinen Hütten
Pyrometer, Druck- und Zugmesser, sowie anderes Meßgerät in
der Hand erprobter Praktiker wertvolle Hilfsmittel des Be-
triebes geworden sind. Jede planmäßig eingerichtete und den
jeweiligen Verhältnissen sorgsam angepaßte Betriebsüber-
wachung bringt so bedeutende Vorteile, daß alle Bedenken
geldlicher und sonstiger Natur vollständig zurücktreten. Keines-
wegs darf die Ansicht Platz greifen, daß mit der Einführung
des Meßgerätes den Forderungen der wärmetechnischen Be-
triebsüberwachung Genüge geleistet sei. Hier beginnt vielmehr
erst die Arbeit und ist der Boden vorbereitet fnr die technische
Mitarbeit unserer Ingenieure. Wie jeder Hüttenmeister ein
selbstverständlicher und unentbehrlicher Beamter ist, so
wird sich die Glasindustrie auch darein finden müssen, den
Wärmeingenieur und seine Tätigkeit anzuerkennen.
Es wäre nun vermessen und hieße die eigene Kraft über-
schätzen, wollte man behaupten, die W. B. G. bringe Gold im
Munde ihrer Ingenieure und jede ihrer Aeußerungen könne
gleich in 3- oder 4 stelligen Zahlen umgesetzt werden. Wenn
die Resonanz auf der Gegenseite fehlt, nützen auch die best-
gemeinten Anregungen und Ratschläge unsererseits nicht. Wo
man unserer Tätigkeit eine ablehnende oder gar mißachtende
Beurteilung entgegenwarf, fehlte eben das Verständnis. Wo
aber eine ehrliche Zusammenarbeit einsetzte, da entwickelte
sich der technische Fortschritt. Die wärmetechnische Orien-
tierung ist so wichtig, daß sie nicht nur innerhalb der einzel-
nen Hütte wegweisend sein muß, sondern auch zu einer Ver-
ständigung der Hütten im Bereiche der einzelnen Fachgruppen
führen wird. Nur durch sorgfältige Vergleiche wird es ge-
lingen, Fortschritte in der Verringerung der Betriebsverluste
zu machen. Unsere Vereinigung wird im ganzen gestärkt, und
auch das einzelne Werk, das seinen Beitrag zu dieser Stärkung
geliefert hat, wird selbst wieder seinen Vorteil in diesem Aus-
tausch und dieser Stärkung finden.
Es kann deshalb nur immer wieder die Aufforderung
wiederholt werden, daß die noch außenstehenden Hütten der
deutschen Glasindustrie uns das Vertrauen entgegenbringen,
welches wir für den Fortgang unserer Arbeiten dringendst be-
dürfen. Mit auffallender Aufmerksamkeit verfolgt das Ausland,
wie Presseäußerungen zu entnehmen ist, die wärmewirtschaft-
lichen Maßnahmen unserer Industrie-Gruppe. Es wäre bedauer-
lich, wenn erst dev Hinweis des Fremden uns zum engeren
Zusammenschluß führen sollte."
Die mit Beifall aufgenommenen Ausführungen ergaben in
der Diskussion die Notwendigkeit, daß die noch außenstehenden
Glashüttten sich unbedingt den führenden Bestrebungen an-
schließen sollten. Die Versammlung stellte daher, wie bereits
mitgeteilt, die nachstehende Entschließung auf:
„Die Konkurrenzindustrien der deutschen
Glasindustrie auf dem Weltmarkt machen gewal-
tige Anstrengungen, durch Verlängerung der
Arbeitszeit, Herabsetzung derLöhne undtechni-
sche Fortschritte den Vorsprung auszugleichen,
den zurzeit der Tiefstand der deutschen Mark
unserer Ausfuhrindustrie bietet. Eine Besse-
rung des Markkurses und die Annäherung unserer
Preise an die We ltmarktpreise werden unserer
Industrie harte Zeiten bringen, wenn sie tech-
nisch hinter dem Anstände zurücksteht. Deshalb
bedarf die fruchtbringende Arbeit der „Wärme-
technischen Beratungsstelle der Deutschen Glas-
industrie" auf wärmetechnischem Gebiete drin-
gend der Unterstützung und Förderung durch alle
Kreise der Glasindustrie. Die Versammlung be-
dauert, daß dies bisher nicht in ausreichendem
Maße der Fall ist und beauftragt die Geschäfts-
führung, in engster Zusammenarbeit mit der
Wärmetechnischen Beratungsstelle und den Ver-
bänden in eine rege Werbetätigkeit für diese
einzutreten."
Wirtschaftlich-^
Fachschulen, Unterricht, Forschung*.
■ > Staatsfachschule für Glasindustrie, Haida. Im abgelaufenen
Schuljahr wiea die Anstalt einen Schttlerbeatand von 62 ordentlichen und
32 Gastachttlern auf. Die Nebenabteilungen wurden von 538 Teilnehmern
besucht Neu eingerichtet wurde ein Lehrgang für Blumenmalerei auf
Glas. Die Zusammenarbeit und der Zusammenschluß von Industrie und
Schule haben nach wie vor in jeder Beziehung günstige Ergebnisse ge-
zeitigt. Auf den Ausstellungen in Frankfurt a. M., Leipzig und Reichen-
berg war die Schule durch Häidaer Firmen vertreten. Zum Schulschluß
fand eine Ausstellung der in der Anstalt entstandenen Kunstgläser und
Zeichnungen statt, die von weit über 1000 Personen besucht war. Prof.
Cizek stellte eine Reihe prächtiger figürlicher Entwürfe für Glasschnitt
her, die auch in den Schulwerkstätten ausgeführt wurden. In der Schul-
glashütte wurde eine große Anzahl neuer Formen und Gläser hergestellt.
Die Versuchs- und Untersuchungsanstalt erfreut sich von Jahr za Jahr
einer größeren Beanspruchung.
Gesetzgebung, Steuern.
Zu Vorauszahlungen auf Umsatzsteuer an die Finanzämter im
Wege des Poatscheckverkehrs sind besondere Vordrucke zu Zahlkarten
eingeführt worden. Die Finanzämter werden der erstmaligen, in diesen
Tagen ergehenden Aufforderung drei Zahlkarten für die Vorauszahlungen
im Juli und Oktober 1922 sowie im Januar 1923 beifügen. Die Zahlkarten
sind auch am Schalter jeder Postanstalt erhältlich.
Handel und Verkehr.
Erhöhung der Personentarife. Wie wir erfahren, werden ab
1. 10. 22 die Personentarife der Reichseisenbahnen um 50 % erhöht.
Ein Entwurf über die Neuregelung der statistischen Gebühr
ist, nachdem der ReichBwirtschaftsminister nur unwesentliche Aenderungen
empfohlen hat, vom ReichswirtBchaftsminister dem Reichstag vorgelegt
werden. Die Erhebung der Gebühren wird darin auf eine ganz andere
Grundlage gestellt. Nach § 11 wird die Gebühr nicht mehr wie bisher
' nach den Mengen, sondern nach dem Wert der ein- und ausgeführten
Waren berechnet, und beträgt bei der Ein- und Ausfuhr von Waren zu
Anastellungen und Messen sowie im Veredelungsverkehr mit Ausnahme
der Veredelung im Inland für inländische Rechnung ohne Rücksicht auf
die Menge 50 ^ für jede Anmeldung, in allen übrigen Fällen für Sen-
dungen im Werte bis M 5000 50 J, , von mehr ala M 5000—10000 M 1,
über M 10 000 für angefangene oder volle je M 10000 je 1. Für jeden
Zwischenachein ist eine besondere statistische Gebühr von Jt 1 zu entrichten.
Der neu gefaßte § 12 verzeichnet die Waren und besonderen Fälle, welche
ewerb Hoher Teil.
von der atatistiachen Gebühr befreit bleiben. Damit ist die Ungerechtig-
keit gefallen, daß geringwertige Waren im Verhältnis zu ihrem Wert
biaher eine viel höhere atatistiache Gebühr zu tragen hatten als hochwer-
tige Waren. Die Entrichtung der statistischen Gebühren soll ohne Verwen-
dung von Stempelmarken erfolgen, so daß die bisher beklagten Mißstände
fortfallen und auch eine Vereinfachung für den Handel geschaffen ist.
Deutsche Handelskammern im Ausland. Im Interesse einer
Zusammenarbeit mit diesen Organisationen veröffentlichen wir nach-
stehend eine Zusammenstellung der gegenwärtig bestehenden deutschen
Auslands-Handelskammern:
1. Deutache Handelskammer in Buenoa Aires, Caailla de Correo 516,
2. Deutache Handelakammer in Valparaiso (Chile), Caailla de Correo,
1411.
3. Deutache Handelakammer in Montevideo (Uruguay,) Caailla? 'de
Correo 132,
4. Verband Deutach-Brasilianischer Firmen in Rio de Janeiro (1—4
vertreten durch die Geschäftsstelle der deutschen Handelskammern
in den lateinamerikanischen Ländern, Hamburg, Handelakammer),
Caixa Postal 111,
5. Deutache Handelskammer in Mexiko D. F. (Mexiko),
6. Deutsch-Amerikanische Handelskammer in New York (U. S. A.),
Broadway 11, z, Hd des Herrn Heinrich Charlea, vertreten durch
Herrn Bernheimer, Berlin W 56, Jägeratraße 47/48,
7. Deutache Handelskammer in Zürich, Löwenstraße 25,
8. Deutsch-Ungarische Handelskammer in Budapest IV, Szervitater 3, II,
9. Deutach- Italienische Handelskammer in Mailand, Via Goito 7,
10. Deutsche Wirtschaftskammer in Wien I, Stabenring 1,
11. Deutsche Handelskammer in Hankau (China).
Die deutsch-italienische Handelskammer in Mailand, die im
April d. J. gegründet wurde und einheitlich für ganz Italien ist, hat die
im Leonardo- Verlage, Berlin, eracheinende Zeitschrift Bollettino Commer-
ciale Italo-Germanico — Deutsch-Italienische Wirtachaftazeitung — zum
offiziellen Organ gewählt.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Ausfahrmindestpreise für feuerfeste
Erzeugnisse nach Jugoslawien und Fiume haben eine Aenderung er-
fahren. Die Gültigkeit der Preise für Tscheehoslowakien, Ungarn und
Rumänien iat bis zum 30. 9. 22 verlängert worden. Bei sämtlichen vor-
stehenden Lindern kann ein Preisabbau-Rabatt von 5% gewährt werden.
— Fnr die Ausfuhr von Flußspat nach Polnisch-Oberschlesien treten vom
15. 7. 22 ab Aasfohrmindestpreiae in Kraft.
328 — Nf.329
SPRECHSAAL -COBURO.
1922. (Ii. Jahrgang
Die A. H. N. Glas weist darauf hin, daß Ausfuhranträge, in denen
der Tag des festen Geschäftsabschlusses an der dafür vorgesehenen Stelle
nicht angegeben ist, anbearbeitet an die Antragsteller zurückgesandt
werden müseen. Ausfuhrbewilligungen dürfen nnr erteilt werden, wenn
ein fester Kaufabschluß zugrunde liegt.
Außenhandelsstelle für Feinmechanik und Optik. Der Aus-
schuß hat eine Abänderung der Gebührensätze dahingehend beschlossen,
daß mit Wirkung ab 1. 7. 22 bis auf Widerruf auf sämtliche zu zahlenden
Gebühren ein Nachlaß von 33V3% in Abzug gebracht wird. Die Ge-
bühren betrugen bisher 3 %e der Ausfuhrwerte.
Außenhandelsstelle für den Exporthandel. Die Geschäftsräume
sind seit dem 23. 6. 22 von Berlin W. 35, Genthinerstraße 34, nach
Berlin W. 15, Eurfürstendamm 68, verlegt worden Die Adresse des Bank-
kontos hat sich wie folgt geändert: Dresdner Bank, Depositenkasse S,
Berlin N. 39, Müllerstraße 6. Die neuen Telephonnummern sind: Stein-
platz 13096, 13097, 2916 und 2917. Die Telegrammadresse „Aiexstelle"
ist dieselbe geblieben.
Dag Goldzollaufgeld ist für die Zeit vom 12. bis einschließlich 18. 7. 22
auf 7900«/o und für die Zeit vom 19. bis einschließlich 25. 7. 22 auf
9400 °/0 festgesetzt worden. Um den Schwankungen des Markwertes
schneller begegnen zu können, wird künftig das Zollaufgeld wieder
allwöchentlich unter Berücksichtigung des Dollarkurses der vorhergehenden
Wochen festgesetzt werden.
Besetztes Gebiet. Ausfahr nach Danzig, Memel and Eupen-
Malmedy. Die Interalliierte Bheinlandhommission hat ihre Zustimmung
zu der im Reichsanzeiger 121 vom 26. 5. 22 veröffentlichten Verfügung,
betreffend Aufhebung der Ausfahrabgabenfreibeit für Danzig, Memel und
Eupen-Malmedy, erteilt. Gleichzeitig hat die Interalliierte Rheinland-
kommission in Anbetracht der eingetretenen Aenderung das Bewilligungs-
verfahren für die Bezirke Eupen und Malmedy auf die Emser Stelle über-
tragen. Die „Commission des Licences" in Malmedy soll nur mehr als
Sammelstelle der Anträge beibehalten werden und keine Bewilligungen
mehr erteilen.
Besetztes Gebiet. Zollabfertigung beim Warenversand über
das unbesetzte Deutschland nach dem Ausland. Das Aus- und Ein-
fuhramt in Ems hat die rheinischen Firmen darauf aufmerksam gemacht,
daß Waren vorerwähnter Art möglichst im besetzten Gebiet zollamtlich
abgefertigt werden sollen. Ferner sollen Ausfuhrbewilligungen, auf
Grund deren Teilsendungen zu verschiedenen Zeiten erfolgen sollen, mög-
lichst nur bei einer Zollstelle des besetzten Gebietes hinterlegt werden.
Diese Maßnahme wird damit begründet, daß eine Versendung der Aus-
fuhrbewilligungen an eine Zollstelle des unbesetzten Deutschland öfters
der glatten Abfertigung hinderlich sein könne.
Aegypten. Verzollungswerte für Lampenglaser jeglicher Her-
kunft. (Journal officiel du Gouvernement Egyptien Nr. 40 und 41 vom
20. und 24. 4. 22). Einfuhr-Zolltarif Nr. 39. — Für die Zeit vom
21. 4 22 bis 10. 10. 22 einschließlich oder bis auf Widerruf.
Ohne Mit
Fabrikmarke
Lfd -Nr. Wert für 100 Stück
Nrn. £E M £E± M
Lampenglas:
Tulpenform (forme ballon)
gewöhnliche Form . . .
Zylinderform (chemicee)
5
5
8
11
10
15
20,25
30
40
400 —
250 —
280 —
350 —
— 1
330
400
450
450
600
700
900
250
Bezug auf
Zollsatz
für 1922
rinn. Mark
Die Zollanmeldungen sind genau nach obiger Aufstellung mit
Warenbezeichnung und Nummern auszufertigen.
Finnland. Zolltarifentscheidungen. (Rundschreiben der Zoll-
direktion vom 2. 3. 22).
Nr. des
Zolltarifs Warenbenennung Maßstab
für 1922
773 Zweifarbige Porzellanwaren sind auch dann
unter die T. Nr. 773 einzureihen, wenn die eine
Farbe in der Form von Blumen, Schleifen usw.
angebracht ist. Dabei sind indes dunklere
oder hellere Töne der nämlichen Farbe als be-
sondere Farben anzusehen.
Vorhemdknöpfe aus Porzellanmasse oder ge-
färbtem Glas, bestimmt für auf Lager liegende
Hemden P1) 1 kg
945
300
'I Der Buchstabe V bedeutet, daß hier die Umschließung- ganz oder teil-
weise in das Gewicht der Waren eingerechnet wird.
Griechenland. Erhöhung der Zollsätze. Am 26 6. 22 ist eine
Aenderung des griechischen Zolltarifs mit bedeutenden Erhöhungen der
Zollsätze in Kraft getreten. — Am gleichen Tage ist ein Einfuhrverbot
für reine Lnxuswaren erlassen worden. Als solche gelten u. a.: Kuust-
porzellan, geschliffenes Glas und Kristallwaren.
Jugoslawien. Die Bestimmungen über Ursprungszeugnisse
Bind einem Randerlaß der Generalzolldirektion zufolge am 20. 5. 22 neu-
geregelt worden.
Norwegen. Weitere Zollerhöhaugen sind vom Storting am 7. 7. 22
u. a. für nachstehende Erzeugnisse beschlossen worden: Elektrische Iso-
latoren (StarkBtrom 32 Oere, Schwachstrom 14 Oere je kg), Glas (7 Oere
je kg).
Paraguay. Zolltarif. Das Haushaltsgesetz für den Zeitraum
vom 16. 8. 21 bis zum 15. 8. 22 enthält u. a. die Bestimmung, daß alle
ausländischen Waren, sofern sie nicht mit spezifischen Zöllen belastet
sind. Wertzöllen unterliegen. Diese betragen für feuerfeste Ziegelsteine
22°/0, für Kristall im allgemeinen und Porzellan 47%. — Die zollpflich-
tigen Einfuhrwaren unterliegen einem Zuschlagszoll von %•%• — D
Exekutivgewalt kann die Einfuhrzölle für ausländische Waren zum allg
meinen Gebrauch in den Häfen am oberen Parana-Fluß, die über daaws
Zollamt von Encarnacion mit der Bestimmung für die genannten Häfen I ji
eingeführt werten, bis zu 50% ermäßigen. — Von den Einfuhrzöllen!
befreit sind u. a. : Gewöhnliche Flaschen und Korbflaschen, leer, optische! ^
Instrumente, ferner Waren fremden Ursprungs, die innerhalb dreier! ij,
Monate wiederausgeführt werden.
Schweden. Zolltarifentscheidangen. (Randschreiben der General-1 «i
zolldirektion über Fragen der Zollbehandlung 1921)
Elektrische Armaturen (im Original eine Abbüdung), eingeführt in
Teilen, bestehend aus einem Halter für die Glasglocke, aus echtem! v
Porzellan in Verbindung mit Eisen (T.-Nr. 673), einer Glühlampenfassung' „j
(T. Nr. 1079) sowie einem Ringe aus echtem Porzellan zum Festhalten
der Glühlampenfassung am Glockenhalter (T.-Nr. 673). Die Glühlampen
fassung selbst war in dem Zustand, wie sie vorlag, für ihren Zweck voll
verwendbar, z. B. bei der Rampenbeleuchtang von Theatern und derjrl.
T -Nrn. 673 und 1079 (1922)
Bei der Zollabfertigung war auf alle Teile zusammen die T.-Nr. 1079
angewendet worden.
Spülzisternen zu Wasserklosetts ohne Armatur. Die Ware besteht
in einem Behälter mit losem Deckel, beide aus unechtem weißen!
Porzellan. T.-Nr. 675 (1921)
Anläßlich der vorstehenden Entscheidung bat eine ältere, soweit
sie sich auf lose Deckel zu Spülzisternen bezieht, aufgehört zu gelten.
Spulzisternen aus unechtem weißen Porzellan zu Wasserklosett^
(T.-Nr. 675), mit dazu gehörender Armatur aus Messing (T.-Nr. 1059;
gleichzeitig eingeführt. T.-Nrn. 675 und 1069 (1921)
Bei der Zollabfertigung war die T.-Nr. 1059 auf die Zisterne und
die Armatur, jede für sich, angewendet worden.
Spanien. Das Zollanfgeld ist für den Monat Juli 22 auf 22,66°/
(23,73) festgesetzt worden.
Die mittlere Monatsnotierung für die Reichsmark, die als Grund
läge für die Erhebung des Valutazollzuschlages auf deutsche Warer
Anwendung findet, ist für den Monat Juli auf 2,222 festgesetzt worden]
i
Die Lage in Industrie und Handel.
Die Lage der feinkeramischen Industrie im Monat Juni 1922
Der Beschäftigungsgrad der Fabriken ist im allgemeinen recht gut ge
wesen, da noch zahlreiche alte Aufträge, im besonderen solche von de)
Leipziger Frühjahrsmesse, zu erledigen waren. Die gegenwärtigen wirt
schaftlichen Verhältnisse haben jedoch für die zukünftige Entwicklung
Unklarheit geschaffen. Die inländische Kundschaft zeigt sich in zu
nehmendem Maße zurückhaltend. Beim Auslandsgeschäft hat die starki
Steigerung der Gestehungskosten die Differenz zwischen Inlands- un<
Weltmarktspreis nahezu beseitigt, sodaß unter Berücksichtigung der Ausi
fuhrabgabe und sonstigen auf dem Exportgeschäft lastenden Unkosten de;
aus dem Auslandsgeschäft gezogene Erlös heute schon in manchen FäUei
geringer ist als der Inlandsverkaufspreis. Der inländische Kohlenmarkji
verschlechterte sich weiter, sodaß ein großer Teil des Bedarfs mit iei
teuren Auslandskohlen gedeckt werden mußte. Auch die Rohstoffver i
sorgung war ungünstig. Dies beruht sowohl auf einem weiteren Steigen
der bereits sehr hohen Preise der Rohstoffe, vornehmlich des Kaoline
als auch auf einer vielfach völlig unzureichenden Belieferung der Fabriken!
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellanfabrik Tettau, A.-G., Tettau. Auszug aus dem g
nehmigten Abschluß vom 31.12.21: Reingewinn M 1072064 (734140)
Dividende 20 (15 + 5)% ; Abschreibungen JC 220 718 (162999); Zu
Weisungen für soziale Zwecke M 60000 (50000). — Nach dem Vorstands!
bericht trat im letzten Halbjahr im Auslandsgeschäft ein ziemliche
Rückschlag ein. Die 1920 erbaute Fabrik in MainleuB ist voll im Betrie
und dürfte im laufenden Geschäftsjahr bereits das Erträgnis günstii
beeinflussen. Die ProduktionBmöglichkeit des Qaarzsandwerkes ist durc
Umbau und Modernisierung wesentlich gesteigert worden. Die vorliegende
Aufträge lassen ein zufriedenstellendes Ergebnis erwarten. — An Stell
des verstorbenen Bankdirektor Röhrig wurde Kommerzienrat Mai in de
AufsichtBrat gewählt.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, A.-G., Volkstedt. Auszu
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Reingewinn Jt 2,25 (0,9c
Hill. ; Dividende 24 (18)%; Abschreibungen J( 0,31 (0,18) Mill.; Zcj
Weisung zum Untersttttzungsfonds«^ 0,1 (0,08) Mill. — Während das Geschätj
bis in den Herbst hinein in den einzelnen Abteilungen durch Mangel aj
Absatz zu leiden hatte, zeigte sich in den letzten Monaten des Jahre)
eine sehr starke Nachfrage, durch die mancher Ausfall wieder wettgemacll
werden konnte. Auch das Auslandsgeschäft hat sich ein wenig gebesser
Im abgelaufenen Jahr wurde die Porzellan- und Fayence-Fabrik Radolpl
Heinz & Co., Neuhaus a. Rwg., angegliedert und die ehemalige Groi
herzogliche Keramische Manufaktur Darmstadt, G. m. b. H., erworben. Dij
Werke verfügen Uber große Auftragsbestände.
Keramag, Keramische Werke, A..G., Meiningen. Auszug at
dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn M 3,82 Mil
(1,04 nach Ausgleich des Verlustes) ; Dividende 20 (15)%; Abschreibunge;
Jt 0,23 (0,18) Mill.; Zuweisungen zum Delkredere-Konto M 0,3 Mill.|
zum Beamten- und Arbeiterhäuser-Konto M 1 Mill. — Das 5. Geschäftij
jähr brachte einen wesentlichen Fortschritt in der Entwiokelang der Bi
Ziehungen zum In- und Ausland. Mangel an Rohstoffen und Kohlen ei
müglichte indes noch nicht eine volle Ausnutzung der Anlagen. Dil
Maschinen- und Ofenanlagen wurden verbessert und ausgebaut. Dil
reichlichen Auftragsbestände gewährleisten lohnende Beschäftigung, e
daß, ungestörte Arbeit vorausgesetzt, die Aussichten für das laufende G(!
schäftsjahr günstig zu nennen Bind.
1928. (86 Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 29 — 329
Richard Blnmenfeld, Yeltener Ofenfabrik, A.-G., Charlotten-
bürg. Auszug aua dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Bein-
gewinn Jt 580 053 (311027); Dividende 16 (12).°/0; Abschreibungen
M 126 700 "(102 506) — Das abgeschlossene Geschäftsjahr stellte be-
sonders in seiner zweiten Hälfte höhere Ansprüche an die Leistungsfähig-
keit des Unternehmens. Im laufenden Jabre ist der Auftragseingang zu-
friedenstellend und das Werk in allen Abteilungen stark beschäftigt.
Martin Richter, ßlasgroßhandlung, Dresden-N. 6. Durch Groß-
feuer ist am 1. 7. 22 früh das Lager zum größten Teil vernichtet worden.
Der Firma ist es jedoch gelungen, sofort neue, wesentlich größere Lager-
räume mit Gleisanschluß auf dem früheren Arsenal in Dresden zu be-
schaffen, so daß schon in 8—10 Tagen der Betrieb wieder in vollem
Gang Bein wird.
Tschechoslowaiien. Porzellan-Konzern. Unter diesem Stich-
. wort hatten wir an gleicher Stelle in Nr. 27 eine uns zugegangene Zu-
schrift veröffentlicht, in der u. a. mitgeteilt wurde, daß in der letzten
Zeit Verhandlungen mit den Großaktionären der Zettlitzer Kaolinwerke-
A.-G. und der internationalen Handelsbank zu einem Uebereinkommen ge-
' fuhrt haben, nach welchem auch diese Gesellschaft in den neugebildeten
großen Porzellan-Konzern einbezogen werden soll. Wie uns von beteiligter
Seite hierzu geschrieben wird, entspricht diese Mitteilung nicht den Tat-
sachen. Es haben wohl Verhandlungen zwischen den Großaktionären
► der Zettlitzer Kaolinwerke-A.-G. in Zettlitz und der Internationalen
Handelsbank in Gemeinschaft mit der Anglo-österreichischen Bank
stattgefunden und zu einem gewissen Besnitat geführt; keineswegs
jedoch in der Absicht, einen Porzellan Konzern zu bilden oder demselben
anzugehören, sondern gerade in der gegenteiligen Absicht, eine reinliche
Scheidung zwischen Kaolin- nnd Porzellanindustrie^herbeizuiühren, weil
[die Verwaltung der Zettlitzer Kaolinwerke-A.-G. es im Laufe der Zeit
für lästig gefunden hat, einerseits Lieferant der verschiedenen in- und
ausländischen Porzellanfabriken zu sein und andererseits als Besitzer einer
eigenen Porzellanfabrik in dieser Richtung Konkurrenz bieten zu müssen.
Es besteht daher die Absicht, die eigene Porzellanfabrik in Merkelsgrün
* von der Zettlitzer Kaolinwerke-A.-G. loszulösen und sich gänzlich auf die
Kaolinindastrie zu beschränken. Die Verbindung mit der „Epiag" besteht
[ nur darin, daß zwischen der Zettlitzer Kaolinwerke-A.-G. und der „Epiag"
ein Liefernngsvertrag, betreffend die Lieferung geschlämmten Kaolins, abge-
schlossen werden soll, weil die „Epiag" die eigenen ihr bisher gehörigen
f Kaolingründe an die Zettlitzer Kaolinwerke- A-G. abzugeben hätte. —
Hierdurch sollte gleichfalls eine Beibnngsfläche zwischen dem großen
| Konzern der Porzellanindustrie und der Kaolinindustrie aus der Welt ge-
schafft werden. Der in- und ausländischen Kundschaft der Zettlitzer
. Kaolinwerke-A.-G. ist die Sicherheit bezüglich weiterer uneingeschränkter
Belieferung gewährleistet.
Messen und Ausstellungen.
Zur Leipziger Herbstmesse (27. 8.-2. 9.) werden wieder eine
größere Zahl Gesellschaf ts-Sonderzttge mit einer Fahrpreisermäßigung
von 20 bis 40% verkehren. Sie werden bei genügender Beteiligung auf
22 Strecken (von München, Nürnberg, Bayreuth, Coburg, Sonneberg, Stutt-
gart, Basel [Zürich], Karlsruhe, Frankfurt a. M., Mainz, Aachen, Köln,
Elberfeld, Düsseldorf, Münster i. W , Bremen, Hannover, Hamburg, Königs-
berg i. Pr., Breslau, Bodenbach [Prag], Passau [Budapest- Wien] nach
Leipzig) eingelegt. Da nur soviel Fahrkarten verkauft werden, wie Sitz-
plätze vorhanden sind, ist sofortige Bestellung nach Bekanntgabe der
Züge, unter Angabe der Meßzugnummern, des Verkehrstages, der Wagen-
klasse und Strecke zu empfehlen. Die Fahrkarten für die Rückreise
werden nur in Leipzig durch das Reisebüro beim Meßamt, Markt 4, und
dessen Nebenstelle Leipzig, Hauptbahnhof Westseite, Querb ahnsteig,
verkauft.
Meßmiete nnd Reichsmietengesetz. Der Verband der Meßkauf-
hansinhaber versendet an seine Mitglieder folgendes Rundschreiben:
„Nach den uns zugegangenen Nachrichten ist es unsicher, ob für die
Leipziger Meßmieten eine Befreiung vom Reichsmietengesetz erfolgen
•wird. Unter diesen Umständen empfehlen wir unseren Mitgliedern, ins-
besondere für alte Verträge mit niedrigen Mieten, sofort an ihre Aus-
steller zu schreiben, daß sie für den Fall der Erstreckung des Reichs-
mietengesetzes auf die Leipziger Messe die gesetzliche Miete schon für
Herbst 1922 verlangen". — Diese Aufforderung steht im Widerspruch zu
iflem Gesetz. Wir nehmen daher nicht an, daß die Mitglieder des Ver-
bandes der Aufforderung nachkommen werden. Sollte dies trotzdem in
einzelnen Fällen geschehen, so machen wir die Aussteller darauf auf-
merksam, daß nach § 1 des ReichsmietengesetzeB die Forderung der ge-
setzlichen Miete nicht früher als von dem ersten Termin ab Wirkung hat,
für den die Kündigung nach § 565 des B.G.B, zulässig sein würde. Bei
Meßausstellungsräumen ist die gesetzliche Kündigung — von Ausnahme-
fällen abgesehen — nur für den Schluß eines Kalendervierteljahres zu-
lässig, und hat spätestens am dritten Werktage des Vierteljahres zu er-
folgen.
Die Zentralstelle für Interessenten der Leipziger Muster-
messen hat seit dem 1. 1. 22 einen Zuwachs von rund 400 Mitgliedern-
in erster Linie Ausstellerfirmen, zu verzeichnen. Die körperschaftlichen,
Mitglieder sind in dieser Zeit von 175 auf 194 gestiegen. Unter ihnen
Bind erfreulicherweise wiederum 5 Handelskammern, von denen der
Zentralstelle jetzt 44 angehören.
Ueberseeklub, Hamburg. Der am 27. 6. in Hamburg gegründete
Ueberseeklub soll nicht lediglich eine Zweckgemeinschaft sein, sondern
das gesellige Moment in den Vordergrund rücken. Praktiker und Theo-
retiker der Volkswirtschaft sollen in geselligem Beisammensein die Pro-
bleme der Wirtschaft erörtern. Wirtschaft und Politik sollen so zu einer
Einheit verschmolzen werden. In Hamburg habe seit je die Einheit des
wirtschaftlichen und politischen Handelns bestanden. Von Hamburg aus
müsse daher mit dieser Einheit das Räch durchdrungen werden.
Verbände.
Verband Deutscher Tonwarenfabrikanten und Kunsttöpfereien
E. V., Dresden. Am 27. 6. 22 fand die Gründung des Unterverbandes
Süddeutschland des Verbandes Deutscher Tonwarenfabrikanten und Kunst-
töpfereien in Würzburg unter Beteiligung der größten süddeutschen Firmen
sämtlicher Spezialzweige statt. Damit ist die Organisation der Tonwaren-
industrie und diejenige der Kunsttöpferei, die bisher bereits Unterverbände
in Schlesien, Sachsen, Thüringen, Anhalt und Westdeutschland besaß, um
ein weiteres Stück vorwärts gediehen. Zum 1. Vorsitzenden des
Unterverbandes wurde Herr Direktor Dr. Spangenberg von der Großherzogl.
Majolika-Manufaktur Karlsruhe, zum 2. Vorsitzenden Herr Franz Zeitler sen.
in Fa. Braungeschirrfabrik Tirschenreuth Zeitler & Gretsch, Tirschenreuth,
gewählt. Die Aufgabe des Verbandes, dessen Satzungen sich im wesent-
lichen mit denjenigen des Haupt Verbandes decken, sind neben der Wahr-
nehmung allgemeiner wirtschaftlicher Interessen die Herbeiführung ge-
meinsamer Verhandlungen in Tariffragen, Preisfragen, Förderung eines
geeigneten Nachwuchses der Keramischen Industrie.
Am 28. 6. 22 fand in Arnstadt eine Sitzung des Verbandes der
Terrakotta-Fabrikanten unter Leitung seines Vorsitzenden, Herrn Fabrik-
besitzer Ley, Elgersburg, und des Hauptverbandes Deutscher Tonwaren-
fabrikanten und Kunsttöpfereien statt. Es wurde die Notwendigkeit einer
schnelleren Bearbeitung der Ausfuhranträge betont und erneut die
Notwendigkeit dargelegt, daß bei der besonderen Eigenart der Terrakotta-
Industrie Erleichterungen in der Ausfuhrabgabe durch Mehrberechnung
des Verpackungsmaterials usw. zugelassen werden müssen. Ferner wurde
lebhaft Klage über die außerordentliche Höhe der Meßmieten in Leipzig
geführt, weiterhin wiederholt darauf hingewiesen, daß das Landesfinahzamt
Rudolstadt durch übertrieben scharfe Maßnahmen im Gegensatz zu anderen
Landesfinanzämtern die Ausfuhr-Industrie Thüringens erschwert. Wichtige
Mitteilungen wurden des weiteren über die neugestaltete Luxussteuer usw.
gemacht. Die Versammlung war stark besucht.
Die Westdeutsche und die Mittel- und Ostdeutsche Schamotte-
Konvention sowie die Westdeutsche und die Ostdeutsche Silikat-Konvention
haben ab 12. 7. 22 eine Preiserhöhung um etwa 31 % vorgenommen durch
Heraufsetzung des Teuerungszuschlages von 320 auf 450 %•
Bücherschau.
Die Brennstoffe und ihre Verbrennung. Von Dr. Gustav
Keppeler, Professer an der Technischen Hochschule Hannover. München
nnd Berlin 1922. Druck und Verlag von R. Oldenbourg. (60 Seiten.)
Geh. Ji 40,—.
Die Kursteilnehmer, welche im Jahre 1921, die seitens der W. B. G.,
Frankfurt a. M., veranstalteten Vortragsreihen beBuchten, werden sich des
interessanten Experimental-Vortrages von Professor Dr. Gustav Keppeler,
Hannover, erinnern. Der Vortragende hat sich nunmehr entschlossen, den
vielseitigen Anregungen Folge zu leisten und seinen Vortrag in Buchform
der Oeffentlichkeit zu übermitteln. Die sehr interessante Schrift führt
den wissensdurstigen Betriebsbeamten in das geheimnisvolle Gebiet der
Verbrennung ein. Wenn im Grund genommen auch nur der Wissen-
schaftler in der La^e ist, die Vorgänge bis ins einzelne zu verfolgen, so
kann die vorliegende Schrift doch Anspruch machen, den Betriebsbeamten
in klarer und leicht faßlicher Weise Aufschluß zu geben über die Vorgänge,
mit denen er sich täglich praktischer Weise befaßt.
Man hört leider so oft, daß Praktiker jede Belehrung von außen als
Wissenschaft oder Theorie ansprechen, was im Grunde gar nicht zutrifft.
Die Kenntnisse der einfachsten physikalischen und chemischen Prozesse
fehlen zumeist in der Ausbildung vieler Hüttentechniker; Um hier eine
bestehende Lücke auszufüllen auf dem Sondergebiete der Brennstoffver-
wendung, ist die Schrift enstanden.
Der Verfasser hat auf die Notwendigkeit der wäimewirtschaftlichen
Bestrebungen in der Glasindustrie hingewiesen. Er hat sich der dank-
baren Aufgabe unterzogen, dem Betriebsbeamten eine Unterlage an die
Hand zu geben, welche von jedem Glashüttenmann bewillkommnet werden
wird, der die ernste Absicht hat, sein technisches Wissen zu vervollkommnen.
Die Anschaffung kann nicht nur den Hörern der Vorträge, sondern auch
einem weiteren Kreis Nutzen bringen.
Kunst und Kunstgewerbe. Blätter zur Förderung deutscher
Wertarbeit. Herausgeber Generaldirektor Theodor Wieseler und Mathias
Kammerbauer. Jahresbezugspreis Ji 200,—, Einzelnummer M 20,— ; für das
Ausland gelten besondere Preise. Verlag Nürnberger Bund, Nürnberg,
Schoppershofstraße 86/88.
Das mit einem reichen Bildermaterial versehene Maiheft der wertvollen
Zeitschrift enthält eine Reihe von Aufsätzen, von denen die folgenden be-
sonders interessieren: Hermann Riemer: Porzellan von heute, mit trefflichen
Proben keramischer Kleinkunst der Porzellanfabrik Tettau, A.-G., Tettau;
Paul Adolf Borchert : Wiener Porzellan nach historischen Vorbildern, wie
es die Wiener PorzellaBmanufaktur Jos. Böck, Wien, erfolgreich nach-
bildet; Regieiungsrat Doenges: Meißner Porzellan, III. Die plastische
(Kaendler-) Periode, II. Abschnitt; Erinnerungsteller Oberammergau 1922.
Im Juniheft widmet Dr. Max Osborn der Dresdener Jahresschau
„Deutsche Erden" warme Worte, während Prof. Dr. Berdel in „Technik
und Aesthetik der keramischen Laufglasuren" für diese Dekorationsart eine
Lanze bricht.
Das Juliheft ist besonders reich an keramischen Beiträgen: Eine
Studie von G. E. Pazaureck behandelt Glas-Musterbücher der Biedermeier-
zeit, Mathias Kammerbauer zeigt an handgemaltem Steingut der Stein-
gutfabriken Velten-Vordamm den Zusammenhang zwischen edler Werk-
gesinnung und Lebenskultur, Regierungsrat Doenges erörtert in seinem
Beitrag „Meißner Porzellan", IV. Die Zeit nach Kaendler bis Marcolini
und Dr. W. Fries gibt gelungene Proben figürlicher Originalkeramik von
E. Wagner-Nürnberg wieder, die diesen Künstler als kraft-, phantasie- und
humorvollen Plastiker charakterisieren. Aber auch die übrigen Aufsätze
sind der Beachtung wert, da sie Einblick in das künstlerische Schaffen
auf anderen Gebieten gewähren.
330 - Nir. 20
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
Patente.
Deutsches Reich.
Erteilungen.
354 069. 80 b, 17. Verfahren zur Herstellung von ungebrannten
Baustoffen; Zns. z. Pat. 342 403. Dr. Plönnis & Co., Berlin-Friedenau.
2. 10. 19.
354 077. 12 d, 13 Verfahren znm Entwässern von Schlämmen der
verschiedensten Art anf einer Nutsche. Theodor Steen, Charlottenburg,
Knesebecketraße 77. 1.8 19.
384 094. 341, 11. Isolierflasche. Josef Plechati, Berlin-Frohnau,
Fttrstendamm. 31. 7. 18.
354135. 80 c, 4. Längliche Verbrennungskammer für Eanalöfen.
Robert Clay Metcalfe, Newark, V. St. A. 28 4. 20.
354162. 22 i, 1. Eitt, insbesondere zum Verbinden von Eisenteilen
mit Porzellan. Otto Hiller, Berlin, Seestraße 83. 1. 9. 21.
354 211. 12 d. 26. Vorrichtung zum Reinigen schwimmfähigen
körnigen Filtermaterials ; Zus. z. Pat. 353 284. August Neumann, Reppen,
Brandenburg. 3 11 20.
354 302. 67 a, 19. Maschine zum Schleifen der schmalen Kanten-
flächen elliptischer Linsen. The Standard Optical Corporation, Geneva,
V. St. A. 13.6 20.
354 325. 67 c, 3. Verfahren zur Herstellung mineralisch gebundener
Schleifscheiben und Schleifkörper beliebiger Form. Carl Ficksrt, Schwarzen-
bach a. S 9. 3. 20.
354 327. 12d, 1. Verfahren zur elektroosmotischen Trennung von
Substanzen, die aus Dispersoiden, wie Suspensions- und Emulsionskolloiden,
Jonen und nicht ionisierten Eörpern bestehen. Elektro-Osmose A-G.
(Graf Schwerin Gesellschaft), Berlin. 9. 4. 18.
354 483. 36 b, 6. Aus mehreren aufeinander setzbaren Teilen ge-
bildeter Kachelofen zur Beheizung mit Gas und festen Brennstoffen.
August Adamietz, Hamburg, Borgfelder Str. 10. 24. 6. 16.
354 568. 32 a, 27. Verfahren zur Herstellung von Isolierflaschen.
Josef Plechati, Berlin Frohnau. 9 2. 19.
354 580. 21c, 13 Hänge- und Abspannisolator. Motor, Aktiengesell-
schaft für angewandte Elektrizität, Baden, Schweiz. 7. 4 20. Schweiz
7, 4. 19.
354 668. 48 c, 4. Tunnelofen, besonders zum Brennen von Email-
waren. Henri Francart, Tongres, Belgien. 29. 4. 20. Großbritannien
19.12 18
354 715. 30g, 1. Sprit2flasche. 'Albert Timm, Kassel, Wittich-
straße l1/.- 12 11 19.
354 782. 12 e, 1. Fttllköper für Absorptions- und Reaktionstürme;
Zus. z. Pat. 317 166. Prym & Co., Stolberg, Rhld. 24. 7. 21.
354 843 80 b, 9. Isoliergegenstände. A. G. für patentierte Kork-
steinfabrikation und Korksteinbanten vorm Kleiner & Bokmayer, Mödling
bei Wien. 30 6 20. Oesterreich 22. 10 18.
354 844 80 b, 11 Tonerdeschleifmittel und Verfahren zu seiner
Herstellung. Norton Company, Worcester, V. St. A. 22. 6. 20, V. St.
Amerika 18 9. 17.
354 880. 21 g, 15. Glühkathode von Röntgenröhren ' Phönix,
G. m. b. H , Glastechnische Werkstätten, Rudolstadt, Thür. 5. 6. 21.
354 895. 42 i, 8. Thermoelektrischer Strahlungsmesser. Dr. Rudolf
Hase, Hannover, Josefstr. 26. 30. 4. 20
Beschreibungen.
Doppelwandiges Gefäß nach Dewar- Weinhold. Das Außengefäß
besteht aus farbigem Glas. 341, 9. Nr. 348 494. 27.8 20. Christian
Hinkel, Berlin.
1. Verfahren zur Herstellung von leichten, blasen- nnd poren-
reichen Körpern aus Beton, Ton und ähnlichen Massen. Die in den Massen
eingeschlossenen Luft- nnd Glasbläschen vergrößern bei Druckverminderang
im umschließenden Raum die Hohlräume der Masse durch ihre Ausdehnung,
und man läßt den derart behandelten Körper in diesem Zustande erstarren
oder abbinden, bis eine Formverändernng unter atmosphärischem Druck
nicht mehr eintreten kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1. Man mengt den Massen Zuschlag-
stoffe bei, die Gase entwickeln und im Körper Hohlräume erzeugen.
80 b, 18. Nr. 324315. 28.5. 18, Josef v. Vaß, Kötzschenbroda.
Verfahren zur Herstellung von alkalifreier amorpher Kiesel-
säure. Man behandelt gefällte, mit Wasser oder Säuren gewaschene
Kieselsäure mit einem Metallsalze, insbesondere mit einem Salze der alka-
lischen Erden, des Magnesiums oder Aluminiums und wäscht dann noch-
mals in üblicher Weise aus. 12 m, 6. Nr. 348 769. 23 2. 21. J. Michael
& Co., Berlin.
Maschine znm Bearbeiten optischer Gläser. Zur Erzielung einer
asphähschen Umdrehungefläche dreht sich das Glas um die Achse dieser Fläche,
und das Werkzeug und das Glas werden in einer diese Achse enthaltenden
Ebene so gegeneinander bewegt, daß der Berührungspunkt des Werkzeuges
und des Glases die Meridiankurve der Umdrehungefläche beschreibt. Die
Aendernng des Abstandes dieses Berührungspunktes vom Mittelpunkt des
KrttmmnngskreiBes des Scheitels der Meridiankurve erfolgt mittels eines
Getriebes das aus zwei aufeinanderfolgenden Schubkurven besteht, von
denen zwei Glieder des in der Reihenfolge der Kraftübertragung vorderen
je mit einem von zwei Gliedern des hinteren fest verbunden sind. 67 a, 19.
Nr. 349 639. 21. 4. 15 Carl Zeiß, Jena.
Verfahren zur Herstellung von Metallhydroxyden für sich oder
in Mischung, insbesondere von Aluminiumbydroxyd, in leicht filtrierbarer
nnd auswaschbarer Form. Metallsalz wird mit Ammoniak im vielfachen
Ueberscbuß behandelt, worauf die Mutterlauge nach dem Abfiltrieren des
Niederschlages mittels gasförmigen Ammoniaks oder starker Ammoniak
htiesigkeit so weit angereichert wird, daß wieder der vielfache Ammoniak-
Überschuß für eine ernente Fällnng vorhanden ist, nm durch dauernde
Weiterbenntznng der Mutterlauge eine solche Anreicherung an gebildetem
AmmonBalz zn erzielen, daß dieses von selbst oder nach geringem Ein-
dampfen auskristallisiert. 12 m, 6 Nr. 348 905. 22.1.15. Dr. Max Buchner,
Heidelberg.
Verfahren zum Blasen von dünnwandigen Glashohlkörpern,
besonders Glühlampenkolben Zwecks Bildung und Befestigung eines
Külbels am AuBblaseende der Pfeife wird das Glas in einen unten durch
das AuBblaseende der Pfeife verschlossenen Behälter eingegossen und ab-
geschnitten und das so gebildete Külbel durch die Pfeife aufgeblasen.
Das eingegossene und abgeschnittene Glas in dem zum Zusammenhalten
des Glases an der Pfeifenmündung dienenden Behälter wird durch einen
den Aufnehmer ausfüllenden Stempel mit einer der Außeugestalt des her-
zustellenden Külbels entsprechenden, ungefähr becherförmigen Höhlung
gepreßt, wonach nach ausreichender Erstarrung der Stempel, der Aufnehmer
und der in üblicher Weise in der Pfeifenmündung verschiebbare Mündungs-
formkern außer Berührung mit dem Külbel gebracht werden und mit dem
Blasen so lange gewartet wird, bis die gebildete starre Außenhaut des
Külbels vom lauern des Külbels her so weit erwärmt und erweicht ist, daß
sie beim Aufblasen nicht zerreißt, sondarn sich ausdehnt. 32 a, 15.
Nr. 348 946. 27.1.15. Empire Machine Company, Portland, Maine,
V. St. A.
Burchführungs-Abspannisolator. Derselbe ist an der Fassungs-
stelle kugelartig ausgebildet oder mit einem kugelartigen Formstück aus
Metall oder sonstigem Material umgeben und legt sich unter Anpassung
der Richtung des Leitungszages in einem Pfannenflansch ein, wobei der
Isolator nur auf Druck beansprucht wird. 21 c, 10. Nr. 348 965. 22.1.21.
Karl Brechtel, Neukölln.
Verfahren zur Herstellung von Ampullen mit genau vor-
geschriebenem Inhalt. Man schmilzt ein in Oer Weite dem Halse ent-
sprechendes Glasrohr an einem Ende zu und bläst den so geschlossenen,
dem Ampullenkörper entsprechenden Teil des Rohres nach Erhitzung bis zum
Erweichen unter Drehung in einer Formzange auf. 32 a, 27. Nr. 319 039.
12 8 20. Carl Rose, Gehren, Thür.
1. Füllung für Reaktionsräume, Absorptionsräume und dergl.
Sie besteht aus gleichen, oben und unten offenen, im Qaerschnitt regel-
mäßigen (dreieckigen, viereckigen oder sechseckigen) Hohlkörpern mit
ebenflächigen Seitenwandungen, die in ihrem Innern eine den ganzen
Qaerschnitt ausfüllende, schranbenförmig gewundene Zwischenwand von
mindestens einer vollständigen Windung besitzen.
2. Füllung gemäß Anspruch 1. Jeder Füllkörper weist zwischen
zwei geschlossenen eine offene Seitenfläche auf. 12 e, 1. Nr. 349 082.
U. 7. 20. Andrew Miller Fairlie, Atlanta, Georgia, V. St. A.
Verfahren zur Herstellung von Zahnmodellen für die zum Ab-
formen von künstlichen Zähnen dienenden Matrizen. Die dem Schwind-
maße des herzustellenden Zahnes oder der Vergrößerung der anzufertigen-
den Zahnsätze entsprechende Schicht wird mittels des an sich bekannten
Spritzverfahrens auf den natürlichen oder den künstlichen Zahn mit
natürlichen Abmessungen aufgebracht. 30 b, 14. Nr. 349 106. 30. 4. 21.
Pinkas Bachbinder, Frankfurt a. M.
Künstlicher Zahn mit unterschnittener Aussparung auf der Rick-
seite für den einschiebbaren Anker. Die der Zangenseite zagekenrten
Kanten der Ausnehmung sind parallel zur abgeschrägten, auf der Rück-
seite des Zahnes oberhalb der Schneidekante befindlichen Bißfläche ge-
richtet, um beim Einschieben des mit der Rückenplatte verbundenen
Ankers ein dichtes unmittelbares Anliegen der entsprechenden zueinander
geneigten Zahnrückenflächen gestalteten Innenflächen der Rückenplatte
gegen die Zahnflächen zu ermöglichen. 30 b, 14. Nr. 349 107. 9. 10. 19.
The S. Sf White Dental Manufacturing Company, Philadelphia, V. St. A.
Verfahren zur Herstellung gepreßter und danach stark er-
hitzter Formlioge, wie Isolatoren, Abortbecken, Bausteine u. dgl., aus
hydraulischen Bindemitteln oder Oxychloridzement und bituminösen oder
Harzstoffen sowie Füllstoffen. Der Mischung wird Seifenlösung zugesetzt.
80 b, 25. Nr. 349 249. 16. 7. 18. August Robert Müller, Bremen.
Kachelofen mit Führungswänden aus keramischem Baustoff für
die Rauchgase. Die Führungswände stoßen sich verjüngend, und zwar
entweder abgesetzt oder abgeschrägt an die innere Ofenwand an. 36 a, 24-
Nr. 349 465. 13.6 19. Dr. Karl Brabbäa, Caarlottenbnrg.
Kittschale zur Aufnahme von zu schleifenden Gläsern. Sie
wird ganz aus auf kaltem Wege formbarem Material (z. B. Gips, Zement,
Eisenbeton, Ton usw.) hergestellt mit der Form der zu schleifenden Gläser
entsprechenden Aushöhlungen oder Erhöhungen auf der dem Schleifwerk-
zeug zugekehrten Schalenfläche, auf oder in denen die zu schleifenden
Gläser eingerichtet und mit Hilfe einer dünnen Klebstoffschicht unmittel-
bar befestigt werden. 67 a, 19. Nr. 349 508. 30.1.21. Wernicke & Co.,
Maschinenfabrik, Rathenow.
Mit Gnmmipolstern ausgestattetes Einspann- oder Haltefutter
für GlasgegenBtände. Die ungefähr im Abstand der Werkstückabmessung
angeordneten Gummipolster sind an der äußeren nnd einer anschließenden
Seite unbeweglich in einem Gehäuse angeordnet, in dem sie durch eine
an der anderen anschließenden Seite angreifende Preßvorrichtung beliebiger
Konstruktion zusammengepreßt werden, so daß sie nach der vierten noch
freien, dem Werkstück zugekehrten Seite ausweichen und dasselbe, sich
ihm anschmiegend, zur Bearbeitung festgehalten. 67 a, 17. Nr. 349 635.
29. 5 21 Fr. Wilhelm Kutzscher, Deuben-Dresden.
Maschine zum Schleifen von Winkelfacetten oder auch geraden
Abstechen der schmalen Kantenflächen aller Arten von Gläsern, bei welcher
der nach Schablone um eine wagerechte Achse schwingbare Werkstück-
halter auf einer nm eine senkrechte Achse dreh- und einstellbaren Tisch-
platte angeordnet ist. Zur selbsttätigen Einstellung des Werkstück-
halters mit seiner Drebplatte in die beiden den Facetten entsprechenden
Winkelstellungen Behaltet der in bekannter Weise zwecks Zonen Verschiebung
parallel zum Schleifstein verschiebbare Werkstückschlitteu ein Wechselge-
triebe, dessen teleckopartige angetriebene Welle mittels Schneckengetriebes
die Tischplatte in seinen Habenden in wechselndem Sinne in Drehung
versetzt, bis dieser Antrieb durch den Drehtisch selbst mittels Anschläge
in seine Mittelstellung gebracht nnd ausgeschaltet wird, worauf der Hebel
1022. (Bö. Jahrgang.)
SPRECHSAAL - CO BÜRO.
von neuem durch den Werktisch in die kuppelnden Einstellungen mittels
Anschläge umgelegt wird. 67 a, 19. Nr. 349636. 6.8.20. Beller & Fischer,
Neuenbürg, Württbg.
Maschine zum Schleifen von kugelförmigen Flächen, insbesondere
von Glaslinsen mittels Schleifscheiben, bei welcher das auf einer Spindel
umlaufende Werkstück beim Schleifen um eine die Werkstückachse
schneidende Achse (Schwenkachse) durch das Kugelflächenzentrum ge-
schwenkt wird. Die Schwenkachse, Welle, des Werkstückepindel Supportes
wird durch eine unverdrehbar auf ihr sich unter Gewichtswirkung senkende
Treibmntter gedreht. 67 a, 19. Nr. 349 638. 11. 8 17. William Taylor,
Lei Oester, England.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
I 91. Wir brauchen in unserer Dreherei speziell für Flachgeschirre
sehr viel Schwämme (Elefantenöhren). Was ist nun unter dem Begriff
I I „Bohwareu zu verstehen? Ein Lieferant teilte uns mit, daß dieser Aus-
druck für Elefantenohren handelsüblich sei. Uns wird trockene Ware
angeboten, aber feuchte Ware geliefert, und wenn wir nachtrocknen, haben
wir immer 10°!0 Gewichtsverlust. Die Schwämme wiegen überhaupt schon
> weniger bei ihrem Eintreffen, und wir geraten deswegen mit unseren Liefe-'
ranten immer in Differenzen
Erste Antwort: Unter Rohware versteht man unbearbeitete,
d. h. ungebleichte Schwämme, die ihren ursprünglichen Sand- und Stein-
gehalt noch besitzen nnd lufttrocken sind. Wenn Sie trockene Elefanten-
Bohren kaufen, so müssen diese frei von absichtlich beigefügtem Wasser
sein; jedoch sind Schwämme für Witterungseinflüsse sehr empfänglich, so
daß gelbst bei trocken angebotener Ware mit Bücksicht hierauf 10 °/o Ge-
wichtsdifferenz noch zulässig sind. Vielfach pflegt man, und zwar aus
Gewohnheit, die frisch angekommenen Schwämme am Ofen oder in der
Sonne zn trocknen oder besser gesagt zu dörren, wobei man findet, daß
Bich erhebliehe Gewichtsdifferenzen ergeben. Es wäre aber unrecht, den
[Lieferanten für dieses Manko verantwortlich zu machen, denn wenn Sie
heute beim Bäcker ein Brot kaufen, so wiegt dieses 6 Pfund; legen Sie
es zu Hause in den Ofen oder lassen es sonst auf eine andere Art aus-
dörren, so kann dabei leicht 1 Pfund verloren gehen, wofür Sie unmöglich
den Bäcker zum Schadenersatz heranziehen können. Verlangen Sie von
Uhren Lieferanten sandfreie trockene Ware, und die event. Gewichts-
differenzen werden sehr gering sein.
Zweite Antwort: Wird Ihnen trockene Ware angeboten, so
darf man Ihnen keine feuchte liefern Macht Ihnen Ibr Lieferant Schwie-
rigkeiten, bo handelt er nicht richtig. Jedenfalls können Sie bei einer
teuren Spezialität wie Elefantenohren trockene Ware verlangen.
Dritte Antwort: Der Begriff „Rohware" erstreckt sich auf die
unsortierten Schwämme und hat mit feuchter oder trockener Ware nichts
zu tun. Die „Rohware" ist stets billiger als die I, nnd II Qualität Ele-
fantenohren, da letztere gut sortiert sind nnd die beste Ware darstellen.
Wenn Sie Schwämme beziehen, Rohware oder Qualitätsware, so verlangen
Sie ausdrücklich gut trockene Stücke; Sie müssen dann das genaue Ge-
wicht erhalten. Bei den heutigen hohen Preisen muß man darauf dringen,
daß man volles Gewicht erhält, ganz besonders aber bei Elefantenohren.
I _ Vierte Antwort: Wenn Sie sehr viel Elef antenohren ge-
brauchen, d. h. mehr wie notwendig Bind, so Bind die Stücke wohl nicht
fachmännisch geschnitten, denn dies will verstanden sein, oder es wird
schlechte Ware eingekauft. Gut und vorteilhaft Schwämme einzukaufen,
ist heute nicht jedermanns Sache, dazn gehören die nötigen Kenntnisse.
Sollten Sie etwa gar noch den alten Fehler begehen nnd die Schwämme
vom Kontorpersonal einkaufen und, was noch schlimmer wäre, sie von
ihm auch noch an die Ueberformer abgeben lassen, dann brauchen Sie
sich nicht zn wundern, wenn Sie sehr viel Schwämme benöigen. Aus-
wahl der Qualität, Bestellung, Preisfestsetzung, Prüfung beim Eintreffen,
Znrechtschneiden übertragen Sie dem hierzu allein in Frage kommenden
Fachmann, dem Oberdreher. Der Ausdruck „Rohware" bezw „Natura"
oder „ungebleicht" ist richtig; es Bind dies Fachausdrucke, die sich auf
da» dunkle, grane Aussehen beziehen, aber nicht auf die Qualität. Wenn
Sie die Schwämme nachtrocknen und dabei nnn 10% Gewichtsverlast
haben, so bedient Sie der betr. Lieferant ganz reell, denn würde dieser
die Schwämme naß liefern, so kämen sicher 30—40% Gewichtsdifferenz
heraus, nnd dann wäre eine Reklamation am Platze.
92. Beim Bedrucken der Porzellanknöpfe mit Handmaschinen ver-
wende ich Metallstempel, auf welche die Farbe mittels Gelaünewalze ge-
bracht und mit Gelatinestempel auf die Knöpfe übertragen wird Dieses
Verfahren hat aber den Nachteil, daß der Druck nicht scharf genug,
I sondern vielfach verschwommen und daher auch blaß und undeutlich wird.
Wie ist dem abzuhelfen? Gibt es ein anderes Druckverfahren, vielleicht
direkter Druck mit Kautschuk- oder Metallstempel, und wie ist dessen
j Handhabung?
Erste Antwort: Man druckt doch mit den bekannten Gummi-
stempeln, die einen sauberen, reinkonturierten Druck ergeben Gelatine-
Stempel sind kaum in Gebrauch, nnd Metallstempel sind mir noch nicht
vorgekommen. Man gibt die Stempelfarbe mit Balsam nnd Kienöl auf
eine Glasplatte, reibt sie glatt, entnimmt sie mit dem Gummistempel nnd
überträgt sie mit diesem durch Druck auf den zu bedruckenden Gegen-
stand Das ist ein so einfaches und bekanntes Verfahren, daß es einen
wundern muß, daß Sie anders verfahren.
Zweite Antwort: Zum Bedrucken der Porzellanknöpfe mit
Handmaschinen gibt es wohl ein direktes Druckverfahren. Wenden Sie
«ich an die Fa. Gneist & Wenzel in Dresden-A., die diese Handdruck-
mascbinen und die passenden Farben mit genauen Anleitungen liefert
93. Bei unserem Porzellangeschirr aus Blaumasse mit schwarzem
Unterglasurmonogramm hatten wir nie einen Anstand. In den letzten
Wochen jedoch kommen die Geschirre, speziell Teller, aus dem Glatt-
brand mit Löchern längs den Konturen, hauptsächlich aber bei den
Schattenstrichen des Monogramms. Wir verfahren folgendermaßen: Der
geglühte Scherben wird mit einem Anstrich aus Terpentinöl und Kolophonium
versehen, damit das Plattendruck- Monogramm in schwarzer Farbe tadellos
abgezogen werden kann. Darauf werden die Geschirre nochmals verglüht
dann glasiert und nun glattgebrannt. Die schwarze Farbe von einer be-
kannten Fabrik wird vor dem Druck mit englischem Firnis verrieben.
Wir haben bei der Farbenfabrik reklamiert, und diese empfahl uns, der
Farbe Glasur zuzusetzen, was aber nichts genützt hat. Worauf ist der
Fehler zurückzuführen und wie zu beseitigen?
Er,ate Antwort: Der Fehler ist wahrscheinlich auf die Unter-
glasurfarbe zurückzuführen, namentlich wenn diese nickelhaltig ist nnd im
Rauchfeuer gebrannt wird. Auch ist es möglich, daß der Fehler auf einer
Saaerstoffeatwicklnng aus dem Kobalt beruht, und zwar dadurch, daß Bich
ans Kobaltoxyd nnd -oxydul C?304 bildet, wobei Sauerstoff entweicht.
Versuchen Sie, das Schwarz vor dem Gebrauch im Glattfeuer stark auszu-
glühen und brennen Sie nur mit absolut dichtem Rost von 8K4a— 9.
Sauerstoff zufuhr während dieser Periode bringt das Kobalt zum Aufkochen,
weil dann später der Sauerstoff wieder abgegeben wird
Zweite Antwort: Der Fehler wird bei Farbkörpern, die Kobalt
und Nickel enthalten, oft beobachtet und ist auf eine durch den Farb-
körper hervorgerufane Gasentwicklung zurückzuführen. Die letztere kann
herrühren von Sulfaten, die im Farbkörper enthalten und durch genügend
hohes Ausglühen und Auswaschen des letzteren nicht entfernt aind. Aber
auch im Brande selbst vermögen Kobalt nnd Nickel allerlei Stoffe auf-
zunehmen nnd bei erhöhter Temperatur wieder abzugeben. Es wurden
daher schon Kohlenstoff Verbindungen der beiden Metalle sog. Karbonyle
verantwortlich gemacht, aber mit Sicherheit nicht nachgewiesen. Tat-
Bache ist, daß Kobaltoxydul durch Sauerstoffaufnahme in Oxyd und dieses
bei höherer Temperatur in Oxyduloxyd übergeht, welch letzterer Vorgang
mit einer Sauerstoff entwicklnng verbanden ist, die wohl aach den von
Ihnen geschilderten Fehler hervorrnfen kann. Sie arbeiten der Erschei-
nung entgegen, indem Sie Ihren Farbkörper nochmals im Glattofen stark
aufglühen, um ihn zu verdichten, dann wieder mahlen und sauber aus-
waschen. Einige Vorsicht beim Brennen ist insofern angebracht, als mög-
lichst nentral gebrannt werden muß, was anch Ihrer Blaumasse nur dien-
lich sein kann.
94. Wozu kann man alte Gipsformen verwenden?
Erste Antwort: Alte Gipsformen werden gekollert als Dünger,
ganz oder entsprechend behauen als Bausteine verwendet Auch gemahlen,
mit feiner Schlacke und etwas Zement gemischt, lassen sich daraas in
Eisenformen ganz brauchbare Steine herstellen.
Zweite Antwort: Diese Frage ist in den Fachblättern schon sehr
oft ausführlich behandelt worden. Die Gipsformen zu mahlen nnd noch-
mals zn brennen und dann mit gutem Gips wieder zu verwenden, empfiehlt
sich nicht, da ein befriedigendes Resultat nicht erzielt wird. Vielfach
verwendet man die Gipsformen zum Ausmauern der Innenwände von
Fabriken usw. in den ersten und den noch höher liegenden Stockwerken.
Fernerwerden die Gipsformen gemahlen nnd zn Düngezwecken verwendet;
Dungerfabriken kaufen sie daher bei günstiger Frachtlage Bei den
heutigen hohen Arbeitslöhnen nnd Frachtkosten ist es ratsam, erst genau
zu berechnen, ob beim Verkauf wirklich ein Nutzen verbleibt; in den
meisten Fällen ist e« das beste, man bringt die abgenutzten Gipsformen
auf den Schutthaufen.
Dritte Antwort: Alte Gipsformen eignen sich sehr gut za
Bauzwecken, znm Giebelausmauern usw., nnd Sie nehmen bei den heutigen
Ziegelpreisen noch ziemlich Geld dafür ein, abgesehen von der Abfahr,
die Sie nichts kostet. Freilich kommen hierfür nar eckige Gipsformen
in Betracht. Teller-, Schalen-, Becher- u, dgl. Formen, die rund sind,
gibt man znm Ausfüllen von Hohlwegen nsw. ab, nnd Sie dürfen zu-
frieden sein, wenn dieselben ohne Entgelt abgefahren werden. Zu
Besserem eignen sich alte Gipsformen nicht, nnd ein Handel damit ist
ansgeschlossen, denn es handelt sich doch nnr um Abfall.
Vierte Antwort: Alte Gipsformen lassen sich wohl nnr za
einem Zwecke gut verwenden, nnd das ist zum Bau von Zwischen-
wänden, Bedingung ist natürlich, daß dieselben trocken aufbewahrt
wurden. In Anbetracht der hohen Preise für Ziegelsteine wird daher die
Verwendung von alten Gipsformen immer mehr aufkommen. Wir haben
damit innerhalb des Fabrikgeb ändes einige Wände errichtet, sogar für
die Außenwand eines Schuppens, also im Freien Gipsformen zum Bau
verwandt, and die Haltbarkeit ist bis jetzt eine sehr gute. Vorspringende
Teile müssen natürlich vom Manrer abgeklopft nnd die Wände innen
nnd außen gut verschmiert werden. Sollten Sie z. Zt. keine Verwendung
für Ihre Gipsformen haben, so dürften sich auf eine diesbezügliche An-
zeige sicher viele melden, die zn solchem Zwecke Gipsformen, wenn auch
za billigem Preise kaufen.
95. Wir beabsichtigen, einen Ofen von */a — 1 c&>» Inhalt, worin
Farbkörper bei Temperaturen von 1100 — 1300° rein oxydierend gebrannt
oder geglüht werden sollen, zu bauen* Ein runder Ofen mit überschlagender
Flamme käme für den gedachten Zweck wohl nicht in Frage, dagegen
dürfte eine Scharf 'feuermuff eUvorzuziehen sein. Ist unsere Ansieht richtig,
und welche Erfahrungen wurden mit derartigen Muffeln gemacht? Wer
baut entsprechende Oefen bezw. Scharffeuermuffeln?
Erste Antwort: Ich fand in der Praxis, daß 4-eckige oder runde
Oefchen von 1 cbm Inhält sehr gut arbeiten, wenn sie mit überschlagender
Flamme konstruiert sind. Auch lernte ich einen kleinen Ofen kennen, in
dem die Flamme unten durch 8 Füchse ein- and oben wieder aastrat in
einen Kanal der zum Schornstein führte. MarMn arbeiten nicht so sicher
wie diese Oefchen, nnd ich rate Ihnen daher za einen solchen.
Zweite. Antwort: Zum Brennen von Farbkörpern bei Tempera-
turen von 1100 — 1300° «ei Ihnen ein Scharffeuermnffelofen mit rauch-
verzehrender Feuerung empfohlen, wie sie H. T. Padelt, Spezialbauge-
schäft für Brenn- and Muffelöfen in Leipzig-Schleaßig, zar Zufriedenheit
der Auftraggeber wiederholt gebaut hat.
Dritte Antwort: Oefen, bezw. Scharffeuermuffeln mit beliebig
regelbaren Temperataren, worin rein oxydierend gebrannt werden kann,
baut die Firma Franz Ranis Ingenieur- Gesellschaft in Godesberg a. Rhein,
" i
332 — Nr. 29
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (66. Jahrgang.)
Grlas.
79. Ich bitte um Angabe einer praktischen automatischen Wasch-
vorrichtung für Glassand, womit man täglich bis 2000 kg Sand waschen
kann. Der Sand soll von Lehm und organischen Substanzen befreit und
in einer gleichmäßigen Körnung gewonnen werden. Wer lief ert solche Vor-
richtungen. .
Erste Antwort: Stoffe, die im Wasser sieh lösen, wie Lehm, Ton
usw. können dem Sande durch Waschen entzogen werden, andere Sub-
stanzen aber, z. B. Bisen und dergl., werden am besten durch Kalzinieren
unschädlich gemacht. Eine einfache und praktische Vorrichtung für das
Sandwaschen besteht in einer horizontal gelagerten, mechanisch betriebenen,
drehbaren Trommel, unter welcher sich ein ebenso großer Behälter befindet.
Die Trommel wird zu gleichen Teilen mit Sand und Wasser gefüllt, ver-
schlossen und eine Stunde laufen gelassen. Dieses Gemisch entleert man in
den Behfilter und läßt es einige Zeit stehen. Der Sand setzt sich allmählich
wieder ab, die erdigen Bestandteile und auch sonstige Verunreinigungen
bleiben jedoch im Wasser suspendiert und werden mit diesem abgelassen.
Die Zerstörung der im Sand noch befindlichen organischen Substanzen ge-
schieht durch kräftiges Glühen im Kalzinierofen. Eine gleichmäßige Korn-
größe gewinnt man am leichtesten durch Sieben des trockenen Sandes.
Zweite Antwort: Ist ausreichend Wasser und Kaum vor-
handen, so eignet sich zum Waschen großer Mengen Sand am besten
die Sandwäsche von Gebr. Körting A.-G. in Körtingsdorf bei Hannover.
Sonst kann man sich auch eine einfache Sandwäsche selbt einrichten, indem
man einen entsprechenden muldenförmigen Behälter mit einem geeigneten,
wagrecht gelagerten Rührwerk ausrüstet. Das Frischwasser fließt auto-
matisch zu, während das Schmutzwasser selbsttätig abläuft. Alle Sand-
waschvorrichtungen erfordern Gruben mit Filtereinrichtungen zur Reini-
gung der Abwässer. Hat der Sand von Hause aus eine ungleiche Körnung,
so kann die Separation nicht bei der Sandwäsche vorgenommen werden,
Bondern die Sortierung auf eine gewünschte Körnung geschieht mittels
Siebvorrichtung. — Zeichnungen zu Sandwäschen liefert Hütteningenieur
M. von Reiboldt in Coburg.
Dritte Antwort: Automatische Waschvorrichtungen für Glas-
Band u. dgl., wobei gleichmäßige Körnung vorgesehen ist, liefert die
Firma Franz Rauls, Ingenieur-Gesellschaft in Godesberg a. Rhein.
80. Ich erzeuge Wasserstandsrohre von 15 — 20 mm 0, die am
Sprengstein zerschnitten, dann geschliffen und verschmolzen werden. Nach-
dem diese Arbeit zeitraubend ist, bitte ich um Angabe eines Verfahrens,
wie man Glasrohre so schneidet, daß sie gleich eine glatte, verschmelzbare
Fläche haben und das Schleifen erspart bleibt.
Erste Antwort: Eine glatte, verschmelzbare Fläche erhalten
Sie durch Sprengen mittels Stichflamme oder durch Schneiden mit dem
Diamanten. DaB Sprengen kann auf Sprengmaschinen vorgenommen werden,
wie sie zum gleichen Zweck bei Zylindern und dergl. in Gebrauch sind/
Sollte das Zerschneiden mittels Diamanten erfolgen, so wird das Rohr auf
ein Rollenlager gelegt, der Diamant an der zu zerschneidenden Stelle an-
gesetzt und der Schnitt durch Umdrehen des Rohres mit der linken Hand
vollführt. ' . . '
Zweite Antwort: Das Schneiden von Glasröhren geschieht
mittels Diamanten. Die Glasröhre wird in eine einfache Vorrichtung
ähnlich einer Drehbank gespannt, während in einem beweglichen Schlitten
der Diamant befestigt ist, so daß man Röhren von beliebiger Länge
schneiden kann. Einige Fabriken sprengen die Glasröhren auf elektrischem
Wege ab. Bei der besten Absprengvorrichtung wird es aber vorkommen,
daß Röhren ungleich abspringen und dann abgeschliffen werden müssen.
Die Beschaffenheit, der Röhren spielt bei dem Absprengverfahren eine
große Rolle.
Dritte Antwort: Maschinen zum sauberen Absprengen von
Glasrohren von 15—20 mm 0 liefert laut Meldung die Oberlausitzer
Glasformenfabrik Schulze & Kluge in Weißwasser O.-L.
81. Von meiner sonst gut eingerichteten Glasschleiferei werden
öfters kleinere, viereckige wie auch ovale und runde facettierte Spiegel ver-
langt. Wie wird die Facette sauber angebracht? Kann sie auf einer
Kugelmaschine hergestellt werden oder ist ein Scheibenkasten nötig ? Kann
ev. am Schleiffaß ein Schleifwagen angebracht werden oder gibt es besondere,
für diese Zwecke eingerichtete kleinere Ovalwerke? Wer liefert solche?
Erste Antwort: Haben Sie geschickte Schleifer und zudem nur
wenige Spiegel zu facettieren, so können Sie diese Arbeit sowohl an der
Kugelmaschine wie auch am ScheibenkaBten ausführen lassen, je nachdem
die Schleifer Bich am ehesten und besten darein finden. Haben Sie aber
laufend halbwegs große Posten anzufertigen, so kann Ihnen nur zur An-
Bchaffung einen Faoettiermaschine, wie sie die Spezialmaschinenfabnken
der Branche liefern, geraten werden.
Zweite Antwort: Am sichersten werden Sie zum Ziel kommen
wenn Sie Ihre Wünsche mit allen Einzelheiten einer Spezialfirma für
Schleifmaschinenbau unterbreiten. Man kann mit einer für einen bestimmten
Zweck gebauten Schleifmaschine nicht alle möglichen Schleifereiarbeiten
verrichten, demnach mit einer Kugelmaschine nicht rationell Facetten,
anschleifen, sondern man verwendetfl[zu letzterer Verzierungsweise eine
Facettenschleifmaschine.
Dritte Antwort: Zur Lieferung einer Maschine zum Facettieren
von runden und ovalen Spiegeln empfiehlt Bich die Oberlausitzer Glasformen-
fabiik Schulze & Kluge in WeißwaBBer, O.-L.
82. Welche Korngröße ist im allgemeinen bei Verwendung von Ge-
steinen (Granit, Bimsstein, Basalt usw.) in der Glasschmelze nötig, damit
eine normale Schmelzbarkeit und ein stemfreies Glas erzielt wird?
Kann speziell ein Bimsstein mit etwa 58 «/<, Kieselsäure, 24°/0 Tonerde
und Eisenoxyd, 2*/o Kalk und Magnesia, 12% Natron bei einer Korn-
qröße von etwa 15X20 mm oder wenigstens von 7X10 mm im Wannen-
ev. auch Hafenofen geschmolzen werden, da eine Mahlung unrentabel
wäre?
Erste Antwort: Gesteine verwendeten in verschiedenen Korn-
größen für die Glasschmelze, und zwar richtet sich dies nach dem Gang
den OfenB, der Zusammensetzung des Gemenges und der Beschaffenheit
des Gesteins. Ihr Bimsstein enthält sehr viel Tonerde, und es ist da schon
Behl große Hitze nötig, um Körner von 7—10 mm in Fluß zu bringen,
selbst wenn das Gemenge viel Alkalien enthält. Die beste Korngröße für
Ihren Bimsstein wäre 3—5 mm; eine Körnung von 7—10 mm könnte ja
unter Umständen noch gehen, dagegen ist die Verwendung von 15—20 mm
großen Körnern gänzlich ausgeschlossen.
Zweite Antwort: Fast in jeder Abhandlung über die Glas-
schmelze wird darauf hingewiesen, daß es für eine regelrechte Schmelze
und zur Erzielung eines guten Glases von der größten Wichtigkeit ist,
daß alle Gemengebestandteile von feiner, möglichst gleicher Korngröße sind.
Soll die Glasschmelze gut verlaufen und ein fehlerfreies Glas ergeben, so
ist neben heißem, gleichmäßigem Ofengang eine innige Mischung der
einzelnen Gemengebestandteile unerläßlich. Eine solche läßt sich aber
nur ermöglichen, wenn alle. Teile die gleiche Korngröße aufweisen.
Hieraus ersehen Sie, daß von [einem Bimssteinzusatz in einer Korngröße
von 15—20 mm oder von 7 — 10 mm zum Gemenge, sowohl im Wannen-
wie im Hafenofen, ganz energisch abzuraten ist. Zerkleinern Sie den
Bimsstein und Bieben Sie ihn, wie Sie den Kalk sieben. Man setzt die
Eruptivgesteine dem GrttnglaB hauptsächlich wegen des großen Eisenge-
haltes zu, um eine schöne Färbung zu erzielen. Die angegebene Analyse
ist aber in dieser Beziehung ungenau.
83. Auf welche Weise können Gläser mit versilberten Bändern ver-
sehen werden? ...
Erste Antwort: Silberränder stellt man am einfachsten auf
folgende Weise her : In eine verdünnte Lösung von salpetersaurem Silber
(in Wasser aufgelöster Höllenstein) bringt man ein Kupferstückchen zur
Fällung des Silbers als Metallpulver. Scheidet sich nichts mehr ab, so
wird die Flüssigkeit abgegossen, der Niederschlag einige Mal mit Wasser
gewaschen und getrocknet. Das so erhaltene Silber wird nun mit basisch
salpetersaurem Wismutoxyd als Flußmittel versetzt, zum Gebrauch mit
Terpentinöl und Dicköl verrieben und wie jede andere Farbe aufgetragen
und eingebrannt.
Zweite Antwort: Die Versilberung der Ränder an Gläsern
geschieht am einfachsten nach dem Tauchverfahren. Die Gläser müssen
an den Versilberungsstellen peinlich sauber sein und werden so in die
Versilberungsflüssigkeit gehängt, daß der Rand des Glases den Boden
des Gefäßes mit der Silberlösung nicht berührt. Da die letztere be-
wegt werden muß, so ist über den zu versilbernden Rand ein Schutz-
streifen aus Deckmasse zu legen. Man kann versilberte Ränder noch da-
durch erzielen, daß man Silberpulver mit basischem Wismutnitrat aU
Flußmittel verreibt, die Masse aufträgt, in der Muffel einbrennt und geJ
gebenen Falls mit dem Achatstein poliert.
Heue Fragen.
Keramik*
100. Bei einer neu eingeführten Gießmasse, die etwa 4fi°/0 Pegmatii
und 42 % böhmischen Kaolin enthält, zeigt sich der Uebelsland, daß die
Vasen auf der Innenseite und die Schalen auf der Unterseite des Bodens,
wo der Ausguß erfolgt, „wattig" werden. Die äußere Fläche der Vasen
wird tadellos glatt. Bei anderen Massen, die keinen Fegmatit enthalten,
sondern nur Kaolin, Sand und Spat, ist dieser Uebelstand nie aufgetreten
Das „Walligwerden" zeigt sich sowohl, wenn der Kaolin sofort mit aufge-
geben wird, als auch, wenn er erst später auf die Trommel kommt. Wit
ist dem Fehler abzuhelfen?
101. Welches sind die Vorteile einer Schneidschablone beim Ueber-
formen von Flachgeschirr in der Dreherei? Kann damit auch schwächet
gearbeitet werden, speziell bei Tellern? Hat die Schneidschablone gegen-
über der gewöhnlichen Schablone auch Nachteile und eignet sie sich für
jede Masse? m ■ , , , ■ , ,
102. Gibt es eine bleifreie, auf rohen Tonscherben aufzutragende, be,
SK 08 glatt fließende Glasur, welche nicht gef rittet zu werden braucht i
Wie ist sie zusammenzusetzen^ _
103. Wer liefert Metallfassungen und -Verzierungen für Kobalttasset
und -vasen?
Glas.
90. Läßt sich Buchenholz-Gas von leer soweit reinigen, daß mar
es als Brennmittel für Bornkesselbrenner zum Verschmelzen verschiedene?
chem.-pharm. Glasartikel verwenden kann, und welches wäre hierfür du
zweckdienlichste Vorrichtung? Genügt es, wenn ich das Gas vom Gene
rator (Sammelkanal) durch zwei hintereinanderstehende, mit Wasser ge
füllte Behälter mittels Kompressor sauge und auf diese Weise den Teer von,
Gas soweit absondere, daß eine Verlegung der Gasrohrleilung ganz verj
mieden wird? Die Wasserbehälter sind wie die Benzinvergasungs-Apparati
ßedaeht, und ich glaube, damit ein intensives Durchfiltern des Gases voll
kommen zu erreichen. Natürlich wird das Wasser zeitweilig erneuert. Nut
ist es die Frage, ob dem Gas durch diese Filterung außer Teer nicht auc)
andere Stoffe entzogen werden, die den Heizwert des gereinigten Gases, un
den es sich hauptsächlich handelt, nachteilig vermindern. Ich bitte un
Aufm^l9'Zmn ßiegm kleiner runder Gläser in Tonformen verwendet
wir dünnwandige Muffeln von 6 mm Wandstärke aus Hafenton bei 1000"
Bereits am dritten Tage fängt die Muffel an zu reißen und muß ersetz
werden. Wie ist dem abzuhelfen, bezw. welche Mischung ist zur Her
Stellung der Muffeln zu verwenden? Der Ofen wird täglich gelöscht..
92 Wir bitten um Angabe eines Glassatzes zum Blasen von weißet
Glaskugeln, woraus sog. Uhrschalen für chemische Zwecke sich gw
schneiden lassen.
Briefkasten der Redaktion.
F. Schw. 1. S. Das Anbringen von Stempeln auf Glas ist im Frage
kästen so oft eiörtert worden, dBß wir von einer Wiederholung absehe,
müssen. Lesen Sie die Antworten zu den Fragen 131 m Nr. 43 und l £
in Nr 17 des Sprechsaal 1921 sowie 132 in Nr. 61 und 98 in Nr. 42 1920
P. K. Ed. geh. 1. B. Ihre Frage betrifft Fertigfabrikate der Glas
industrie und ist infolgedessen für den Fragekasten nicht geeignet, tt»
achäftlichen Vermittlungen dient nur der Anzeigenteil. '
(65. Jahrgang.)
Coburg, den 27. Juli 1922
Nummer 30
Zeitschrift für bie Keramischen, Blas- unb verwanbtgn Industrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm- Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jt 35.—, unter Streifband Jt 74.-
s J Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 3.—, Stellengesuche Ji 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Deutsche Glastechnisohe Gesellschaft
(D. GL G.)-
Am 9. Juli d. Jb. fand in Prankfurt a. M. die Sitzung einer
in der Hauptversammlung vom 16. Juni d. Js. des „Verbandes
der Glasindustriellen Deutschlands" als Vertretung der ver-
schiedenen Fachverbände der Glasindustrie gewählten Kom-
mission statt, die sich mit der Frage der Förderung der
wissenschaftlichen Arbeiten in der Glasindustrie beschäftigte.
Nach mehrstündiger Aussprache kam einstimmig zum Aus-
druck, daß die deutsche Glasindustrie gegenüber der wissen-
schaftlichen und technischen Erforschung des Glases anderer
Länder stark im Rückstand sei. Unter Aufwendung großer
Mittel machen unsere wirtschaftlichen Gegner schon seit langen
Jahren gewaltige Anstrengungen, die Führung in der Glastechnik
zu erlangen Die Erkenntnis, daß die wissenschaftliche
Forschung die Grundlage jedes technischen Fortschrittes ist
und bleiben wird, hat den Entschluß herbeigeführt, auf breitester
Grundlage die
Deutsche Glastechnische Gesellschaft (D.G.G.)
zu gründen und hierbei einen großen Teil von Fachleuten
heranzuziehen.
Zweck und Ziel sollen in einer demnächst in Berlin statt-
findenden Generalversammlung unter Vorlage der Richtlinien
zu den Satzungen und des Arbeitsprogramms der neuen Gesell-
schaft bekannt gegeben werden. Diese erblickt u. a. neben
ihrer Hauptaufgabe, der Förderung der glastechnischen For-
schung und Vervollkommnung der Technik, die
Förderung des Unterrichts an Hoch- und Fachschulen, die
Abhaltung von wiederkehrenden Versammlungen mit wissen-
schaftlich - technischen Vorträgen und den Ausbau der
Fachliteratur sowie der Fachzeitschriften.
Nur ein weitumfassender organisatorischer Zusammenschluß
aller an der deutschen Glasindustrie interessierten Kreise und
Personen, wie Industrielle, Professoren, Forscher, Fachleute
und Technologen wird in der Lage sein, eine lebensfähige
Vereinigung zu schaffen. Mögen die leitenden Männer der
Glasindustrie, welche stets in kaufmännisch- wirtschaftlichen
Fragen so entscheidenden Anteil nehmen, auch in vorderster
Reihe stehen, wenn es darauf ankommt, die von der Technik
ausgehenden Anregungen aufzunehmen und sie zu Erfolgen
auszugestalten. Zögert die deutsche Glasindustrie noch länger,
so wird der Vorsprung des Auslandes ohne rege Forschungs-
arbeit nicht mehr einzuholen sein.
Es wird darauf ankommen, daß die Glasindustrie die
Existenz der Gesellschaft von vornherein Sichert, indem sie die
Mittel in einer der Geldentwertung entsprechenden Höhe zur
Verfügung stellt. Die ungesunden Valutaverhältnisse führen
unserer Industrie scheinbare Gewinne zu. Einen Teil von ihnen
der D. G. G. zu widmen, wird eine Kapitalanlage bedeuten, deren
Verzinsung von Goldwertschwankungen unabhängig ist.
Die Geschäftsstelle der W.B. G. ist mit der Wahrnehmung
der vorbereitenden Arbeiten betraut.
Die Adresse lautet:
„Deutsche Glastechnische Gesellschaft,
Frankfurt a. M., Gutleutstraße 8."
Ueber das Vorkommen von Vanadium in
keramischen Rohstoffen und Erzeugnissen
und seine Wirkung auf die Schmelzbarkeit,
sowie auf die Farbe und Bildung von Aus-
blühungen bei reinem Kaolin und einem
typischen Ziegelton.
Mitteilung aus derKeram. Abteilung der Böhm. Techn. Hochschule in Brunn.
Von Prof. Dr. O. Eallauner und Dr. Ing. I. H r u d a.
(Nachdruck verboten.)
Das Vanadium wurde lange Zeit als ein verhältnismäßig
selten vorkommendes Element betrachtet, bis erst Hayes1)
darauf hingewiesen hat, daß es in einer ganzen Reihe von
Gesteinen enthalten ist. Hillebrand2) bestätigte diese An-
gaben und ergänzt sie in der Richtung, daß das Vorkommen
des Vanadiums hauptsächlich auf die basischen und meta-
morphen Gesteine beschränkt ist. Als akzessorischer Bestand-
teil kommt es hier in einer Menge von 0,08 °/0 und noch mehr
vor, und zwar in dreiwertiger Form (häufig als Roscoelith).
In sekundären Gesteinen scheint es in fünfwertiger Form ent-
halten zu sein, obgleich auch hier die Anwesenheit des drei-
wertigen Vanadiums nachgewiesen wurde.
In verschiedenen keramischen Rohstoffen, hauptsächlich
in den Tonen, sowie in keramischen Erzeugnissen wurde die
Anwesenheit des Vanadiums durch verschiedene Forscher, und
!) Hayes: Proc. Am. Akad. Boston 1874/75, S. 29, 4. Jahr.-Ber
1875, S. 934.
2) HillebraDd: Jour. Amer. Chem. Soc. 1898, S. 461, Amer. Joar.
Sei. 1898, S. 289, Chem. News 1898, S. 216, Amer. Jour, Sei. 1900,
S. 120, Ball. Unit. St. Geol. Surv. 1905, S. 9.
334 — Nr. 30
SPRECHSAAL - COBURG.
1922. (66. Jahrgang )
zwar hauptsächlich durch B e an v all et 3), Terreil4) Phipson5),
Forchhammer6), Haber7) Seger8), Dieulafait9)
Stolba10), Hillebrand2), Mingaye11) usw. bestätigt.
Nach Dieulafait gelangt das Vanadium in die Tone
durch Verwitterung primärer Gesteine, die es enthielten. Sein
Gehalt in den Tonen beträgt nach Hillebrand 0,1 °/0 Vs05 und
noch mehr.
Die Anwesenheit von merklichen Mengen des Vanadiums
in keramischen Rohstoffen kann diese für verschiedene Zwecke
minderwertig machen, und zwar hauptsächlich deshalb, weil
aus solchen Rohstoffen hergestellte Erzeugnisse zur Bildung
von unsehönen, gelbgrünen Ausschlägen neigen. Die Bildung
der Vanadium aosblühungen auf Ziegelwaren wurde zum ersten-
mal« durch Seger beobachtet, der festgestellt hat, daß die-
selben hauptsächlich durch Kaliumvanadat verursacht sind,
was später auch durch Stolba, der aber in den Ausblühungen
Natriumvanadat vorfand, und auch durch Mingaye bestätigt
wurde.
Es wird angeführt12), daß man im bestimmten Maße „durch
reduzierenden Brand bei höheren Temperaturen der Bildung
von Ausblühungen entgegentreten kann, wobei wahrscheinlich
sich ein Vanadinmsilikat bildet. Sind die Ausschläge aber
nicht durch den Brennprozeß unschädlich gemacht, so lassen
sie sich nach den bisherigen Erfahrungen in gebrannten Er-
zeugnissen nicht entfernen .
Andere Angaben über die Vanadiumwirkung in der kera-
mischen Praxis fanden wir in der uns zugänglichen Literatur
nicht vor. Die eben erwähnten spärlichen .Beobachtungen ver-
aniaßten uns, der Wirkung des Vanadiums auf die Schmelz-
barst, Farbe, sowie auf die Bildung von Ausblühungen bei
reinem Kaoliu, wie auch im letztgenannten Falle bei einem
typischen Ziegelton erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Gleich-
zeitig versuchten wir auch die Bedingungen festzustellen, bei
denen es möglich wäre, die Bildung von Ausblühungen ent-
weder zu beschränken oder ev. ganz unmöglich zu machen.
-Cl ■ — - 1
Arbeitsprogramm:
1. Es wurde die Wirkung des Vanadiums als Vanadium-
pentoxyd auf die Schmelzbarkeit des reinen Zettlitzer Kaolins
mittels SK verfolgt.
2. Es wurde die Wirkung des Vanadiums auf die Farben-
änd^rung der getrockneten, sowie in oxydierender und redu-
zierender Atmosphäre gebrannten Versuchskörper beobachtet.
Gleichzeitig versuchten wir, die kleinsten Vanadiommengen fest-
zustellen, die schon eine merkliche Farbenänderung des Kaolins
verursachen können.
3 Endlich versuchten wir, die Wirkung des Vanadiumpent-
oxydes, sowie des Kaliumvanadates im Kaolin und Ziegelton
auf die Bildung von Ausblühungen näher festzustellen. Es
wurde auch nach den geringsten Vanadiummengen gesucht, die
schon die Bildung von merklichen Ausblühungen verursachen
können, sowie die Wirkung verschiedener Ofentemperaturen
und des Zusatzes von Stoffen studiert, die mit löslichen Vana-
diumverbindungen schwerlösliche Vanadate bilden, um auf
diese Weise die Ausblühungen wegzuschaffen.
Versuchsmaterial. /
Zu den Versuchen wurden folgende Stoffe verwendet:
a) Zettlitzer Kaolin, ein geschlämmtes Produkt der Zettlitzer
Kaolinwerke, A.-G. in Zettlitz bei Karlsbad, von folgender
chemischer Zusammensetzung:
Si02 47,19 °/0
A1203 37,74%
Fe203 (Ti02) . . , 0,72 %
CaO 0,16 %
Alkalien (K20) . 0,52%
Glühverlust 13,58 %
Tonsubstanzgehalt 94,4 %
b) Ein typischer Ziegelton aus der Ziegelei in Königshof
(O.B.), der folgende chemische Zusammensetzung hatte:
8)
4)
')
3
7)
b)
')
wj
S 221.
BL 1907
Ii
S. 649.
Beaov»llet: Comp rend. 1895, S. 301.
Terrtil: Comp rend 1860, S. 94
Phipson: Ca«m. News 1863, 8. 210.
Forchhammer: 0»ers. D. Vid Selah. Skr. 1864, 8. 88.
Haber: Annal. Chem. Phar 1864, 8. 365
S«j?er: Tonm-Instrie Zeitnnar 1877, 8. 367 a, 423.
Dieulafait: Comp, rend 1881, 8. 804.
Stolba: Caiop. pro prtlm. ehem. 1895, S. 41, Cent. Blatt 1897, L,
Mi-(r«ye: Jonr. Chem. Spc. London 1904, II, 8 420, Chem. Cent.
Kerl: Handbuch der ges. Tonwarenindustrie, Braunschweig 1907,
Si02 71,12%
A1203 . 12,92%
Fe2Os 4,55%
TiO, . . . .,„..„ 1,20%
MnÖ . . . 0,01 %
CaO 1,40 %
MgO 0,68%
SO„ 0,81 %
Alkalien nicht bestimmt
Glühverlust 7,27 %
c) Vanadiumpentoxyd, hergestellt aus dem Merck'schen
Ammoniumvanadat nach Matignon,13) das, nach dem Verfahren
von Rose14) analysiert, den Wert von 100,02 V205 ergab.
d) Kaliumvanadat (das Ramroelsberg'sche Kaliumortho-
vanadat) nach dem Verfahren von Norblad15) hergestellt mit
einem nach der Rose'schen Methode festgestellten Gehalte von
»9,96 % KVO,.
e) Barium-, Calcium-, Mangan-, Bleikarbonat, Bariumnitrat,
Merck'sche Präparate „pro analysi".
Die angeführten Versuchsstoffe gelangten als durch ein Sieb
von 4900 Maschen pro qcm gehendes Pulver zur Verwendung.
Ar beitsverfahren:
1. Feststellung der Wirkung des Vanadiumpentoxyds auf die
Schmelzbarkeit des Kaolins.
Zettlitzer Kaolin wurde gründlich mit Vanadiumpentoxyd
trocken gemischt und unter Zugabe einer entsprechenden Wasser-
menge zu Versuchskegeln geformt, die rasch getrocknet und
auf ihre Schmelzbarkeit durch Vergleichung mit Seger- Kegeln
im elektrischen Kryptolofen untersucht wurden. Der Schmelz-
punkt des reinen Vanadiumpentoxydes wurde gesondert in
einem elektrischen Ofen mit Chrom-Nickel- Wickelung, mittels
Le Chatelier-Pyrometers, bestimmt.
Das Ergebnis der Versuche war das folgende:
Gemisch: Schmelzpunkt:
Kaolin V205
100% — °/„ SK 35
99
1°/
90%
80%
60%
40%
20%
10%
20%
40%
60 %
80 %
SK —34
SK — 33
SK 32
SK 30
SK 15
SK 5a
SK 08a
— % 100% 675° C
Durch Versuche wurde folgendes festgestellt:
Das Vanadiumpentoxyd erniedrigt die Schmelzbarkeit des
Kaolins (Kaolinif); wenn es in geringer Menge vorhanden ist,
so ist seine Wirkung verhältnismäßig gering, in größeren
Mengen dagegen wirkt es als sehr starkes Flußmittel, und zwar
steigt die Wirkung im allgemeinen mit dem Gehalte.
Bei höheren Temperaturen kann «ine merkliche Verflüch-
tigung des Vanadiunioxyds beobachtet werden.
Der Vanadi imgehalt, mit dem man gewöhnlich in kera-
mischen kaolinitbaltig^n Erden zu tun hat, kann praktisch keine
Wirkung auf die Schmelzbarkeit ausüben.
2. Feststellung der Wirkung des Vanadiumpentoxyds und
Kaliumvanadat» auf die Farbenänderung des Kaolins.
Der Zettlitaur Kaolin wurde mit verschiedenen Mengen
(0,001, 0,01 und 0,1 %) von Vanadiumpentoxyd und Kalium-
vanadat verseUt und mit destillieitom Wasser zu kleinen Ver-
srchskörpern geformt (38X^0X14 mm), die 7 Tage an der Luft
im Laboratorium, dann 4 Stunden im Trockenschrank bei 80° C.
getrocknet wurden. Einen Teil der Versuchskörper brannten
wir in oxydierender, einen anderen Teil in reduzierender feuchten
Atmosphäre eines Gasofens 2 Stunden bei 1100° C. und ließen
sie langsam abkühlen.
Die Verstichsanordnung beim Brennen in oxydierender,
feuchter Atmosphäre war die folgende:
In den Tiegelofen, worin wir in einem Tiegel die Ver-
suchskörper brannten, wurde stets Luft zugeführt, die vor Ein-
tritt in den Ofen durch einen Glaskolben, worin Wasser vor-
sichtig erhitzt wurde, strömte und auf diese Weise mit Wasser-
dampf entsprechend gesättigt war. Bei jedem Versuch führte
man in dieser Weise etwa 25 ccm Wasser in Form von Wasser-
dampf in den Ofen ein.
Die Reduktionsatmosphäre wurde durch Einleitung feuchten
reinen Kohlenoxyds in den Tiegel erzielt. Die Kohlenoxyd-
j meßge wurde so reguliert, daß im Tiegel immer ein Ueber-
schuß daran vorhanden war, was sich dadurch feststellen ließ,
daß das überschüssige Kohlenoxyd oben zwischen Tiegeldeckel
und Tiegel brannte.
Matignon: Chemiker Zeitang 1905, S. 29.
Rote: Hand, der anal. Chemie 6. Aufl., 8. 436.
"») Nordblad : Gmelin-Kraut, Handb. d. anorg. Chemie III/II, 8. 134.
1032. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Hr. 30 — 335
Die Farbe der getrockneten und gebrannten Probekörper
war die folgende:
a) getrocknet: b) gebrannt:
Probekörper: 1. oxydierend: 2. reduzierend:
Bei Zugabe von: .„
0,001 »/o Vs05 weiß weis weiß
Ol1 °/o " Flächen (Fl.) weiß Fl. weiß mit Fl. weiß mit
' mit Gelbstich, Gelbatich, K. und graugrttnemSticb,
Kanten (K.) und E. merklich gelb. K. und E. grau-
Ecken (E.) merk- ginn,
lieh gelb.
1 0,001 °/o KV08 weiß weiß weiß
Ol* °/o " Fl. weiß m. braun- Fl. weiß mit Gelb- F). weiß mit grau-
' rosa Stich, K. u. stich, K. und 1. grünem Stich, K.
E. merklich grttn- gelb. und B. graugrün,
gelb.
Ana diesen Ergebnissen ist ersichtlich, daß die Färbefähig-
keit des Vanadiumpentoxyds und Kaliumvanadats schon bei
ainem Gehalte von 0,1 °/0 merklich in die Erscheinung tritt,
and zwar sowohl bei den getrockneten, als auch bei den bei
jlOO0 C gebrannten Versuchskörpern.
Die Färbung tritt haaptsächlich an den Kanten und Ecken
hervor, wo sich beim Trocknen der Versuchskörper infolge der
Kapillarität eine größere Vanadiummenge anhäuft.
8. Feststellung der Wirkung des Vanadiumoxyds und
Kaliumvanadats im Kaolin und Ziegelton auf die Entstehung
der Vanadiumausblühungen.
Auf Grund der in der keramischen und bautechnischen
Praxis mit verschiedenen, besonders Sulfat- Ausblühungen ge-
machten Erfahrungen ist es genügend bekannt, daß bereits
verhältnismäßig sehr kleine Mengen löslicher Salze zur Bildung
|on merklichen Ausblühungen genügen. Dies sieht man am
besten an den keramischen Erzeugnissen, die diese erwähnten
kleinen Salzmengen enthalten und einer wechselnden Feuchtig-
keit und Wassersättigung ausgesetzt sind.
Das Wasser, das in die Kapillaren eindringt, löst die
Ifwasserlöslichen Stoffe auf, führt diese infolge der Kapillarität
leim Trocknen der Oberfläche zu, wo sich die Salzlösung
konzentriert und die Salze endlich als sichtbare Ausblühungen
auskristallisieren.
Beim Studium des Vanadiumeinflusses auf die Entstehung
der Vanadiumausblühungen nahmen wir auch Rücksicht auf
lie Wirkung wechselnder Feuchtigkeit und Austrocknung, wo-
bei folgendermaßen vorgegangen wurde :
Die oben erwähnten Formlinge (38X20X14 mm) wurden
|n kleine flache Porzellanschalen gestellt, die mit Wasser bis
zu Vs der Formlingshöhe gefüllt waren, und 14 Tage ruhig
stehen gelassen. Nachdem schon im Laufe von etwa 8 Tagen das
Wasser aus den Schalen verdunstet war, trockneten in weiteren
4 Tagen die Formlinge, in die infolge der Kapillarität das Wasser
nach teilweisem Eintauchen sofort eindrang, langsam aus.
Sämtliche, also auch die vor dem Eintauchen vollkommen
iweißen Formlinge erschienen nach diesem Versuche durch
tAusblühungen gefärbt. Die ungebrannten Formlinge zerfielen
dabei teilweise.
Einzelne Formlinge hatten folgende Färbung:
Formlinge:
Vanadium-Gehalt: a) getrocknet: b) gebrannt:
1. oxydierend: 2. reduzierend :
0001o/nV»Os Fl. und K. weiß, Fl. weiß, obere Fl. weiß, obere
' gelbliche Färbung K. u. E. gelb- E. und obere K.
der oberen E. braun. grüngelb.
0 01 °/ Weiße Fl., obere Gelbbraune Fär- Weiße Fl.,geringe
' E. und K gelb- bung der vorderen gelbjjrüne Färb.
braun. Oberfläche, sowie der oberen E. u.
der oberen E. u. K.
K.
; 0 1 °/o Teüweise grau- Lichtgelbe Fär- Geringe lichtgelb-
braune und gelb- bang der ganzen braune Färbung
grünlicheFärbung Vorderfl. m. Stich an der oberen
d. oberen Vorder- ins Grüne, gelbe Vorderk., grau-
fläche, stärkere bis orangegelbe weiße Färbung d.
Färbung an den Färbung au den Seitenfl, dunkel-
oberen K. u. E. zu oberen E. kon- graue Färbung d.
vergierenden K , K.
starke Färbung a.
d. oberen E.
0 001 °/„ KVO» Fl. und K. weiß, Weiße FL, obere Weiße Fl. und
1 obere E gelb- K. und E. grttn- K., obere E. kaum
braun. gelb. braunweiß.
' 0 01 °/ Weiße Fl, obere Obere Vorderfl, Weiße Fl, obere
" K. und E. gelb- obere K. und E. K und E. unbe-
braun. gelbgrttn. deutend braun-
grüngelb.
Oio/. „ Obere Vorderfl Obere Vorderfl Ganz unbedeut.
' braunweiß, stärk. Jichtgelb, obere gelbbraune Fär-
Färbung mit Stich E. und E gelb bnng au der ob.
ins Gelbe an den bis braunorange. Vorderfl., Seitenfl.
oberen K. und E. grauweiß, K.
dunkelgrau.
Durch diese Versuche wurde bewiesen, daß:
1. Schon ein ganz geringes Quantum des Vanadiumpent-
oxyds oder Kaliumvanadats, und zwar 0,001 °/0, die unschönen
Ausblühungen auf dem Formling aus Zettlitzer Kaolin ver-
ursachen kann.
2. Segers Angabe, daß die Entstehung von Vanadiumaus-
blühungen durch Brennen der Formlinge in einer reduzierenden
Atmosphäre beschränkt werden kann, ist richtig.
r (Schluß folgt.)
Stocherkursus
für Betriebsbeamte der Glasindustrie.
(Nachdruck verboten.)
Der Erfolg, den der Stoeherkursus für Betriebsbeamte
der Glasindustrie, veranstaltet durch die „Wärmetechnische
Beratungsstelle der Deutschen Glasindustrie" Frankfurt a. M.
und das „Landeskohlenamt für Sachsen und Sachsen- Altenburg
am 26. und 27. Juni ds. Js. in der Dresdner Hütte der „Akt.-
Ges. für Glasindustrie vorm. Fr. Siemens", brachte, war ein
Beweis dafür, wie notwendig einerseits derartige Veranstal-
tungen für die Glasindustrie sind und andererseits wie befriedigend
das Programm der Veranstaltung für die erschienenen Teil-
nehmer seitens der W. B. G. aufgestellt war. Bei dem Tief-
stand der Feuerungstechnik in der größeren Zahl von Unter-
nehmungen hört man so oft, daß jede Belehrung von außen
als wissenschaftlich und theoretisch angesprochen wird. Dieser
Einwand fällt meistens auf diejenigen zurück, welche leicht-
fertig und aus Mangel an Verständnis solche Behauptungen
aufstellen. Es war keine leichte Aufgabe, stofflich alles so
vorzutragen, daß die Gesamtheit der Teilnehmer auf ihre Rech-
nung kam. Angefangen bei dem wissensdurstigen Meister,
hinauf zum akademisch vorgebildeten Betriebsleiter und dem
nur kaufmännisch versierten Direktor, war die Zusammen-
setzung der Hörer grundverschieden. Es hat sich aber gezeigt,
daß trotz der Verschiedenheit in der Vorbildung die Möglich-
keit gegeben war, jedem Vertreter eines Betriebes die An-
regungen zu erteilen, die er nutzbringend in seiner Hütte aus-
werten kann. Ganz besonders hat dazu beigetragen, daß Zu-
hörer und Vortragende nicht für die ganze Dauer ermüdend
an den Hörsaal gefesselt waren, sondern daß weit angenehmer
Vortrag und Versuch in der Hütte, in diesem Falle am Gas-
erzeuger selbst, sich wechselnd ergänzten. Schon beim Aufruf
zur Teilnahme an dem Kursus wurde gebührend hervorgehoben,
daß die A.-G. für Glasindustrie vorm. Fr. Siemens in uneigen-
nütziger Weise ihren Betrieb und ihre Räumlichkeiten zur Ver-
fügung stellte, welche es ermöglichten, die an und für sich
glückliche Idee eines Stocherkurses in die Tat umzusetzen.
Infolgedessen gebührt besonders dieser Firma ein Hauptanteil
an dem Verdienst, die historisch gewordene Abgeschlossenheit
der Glasindustrie durchbrochen und ohne Vorbehalt die Mit-
glieder der Industrie zum Zwecke der Belehrung in ihrer Hütte
aufgenommen zu haben. Die Anmeldungen waren in so großer
Zahl eingegangen, daß es nicht möglich war, sie alle zu be-
rücksichtigen. Um einmal die räumliche Unterbringung und
dann die Absicht der persönlichen Unterweisung jedes Kurs-
teilnehmer« zu ermöglichen, wurde die Teilnehmerhste auf 45
beschränkt, unter Ausschluß aller ausländischen Firmen _ und
derjenigen Hütten, die nicht im östlichen Deutschland ansässig
sind Es steht zu hoffen, daß auch in anderen Gegenden
Deutschlands gleiche Veranstaltungen stattfinden können, damit
auch späterhin ein Erfahrungsaustausch in gleicher Weise in
den übrigen Industriezentren eintreten kann.
In der Begrüßung und Eröffnung des Stocherkursus am
26 Juni d. Js , an welcher die amtlichen Vertreter des Landes-
kohlenamtes für Sachsen und einiger preußischen Kohlenwirt,
schaftsstellen zugegen waren, kam zum Ausdruck, daß die
wärmewirtschaftlichen Bestrebungen in der Glasindustrie ver-
hältnismäßig spät eingesetzt haben. Wenn dem Kursus als
Hauptgedanken zu Grunde lag, eine fachliche Beratung und
einen Erfahrungsaustausch auf dem Gebiete der Gaserzeugung
bezw. der Brennstoffausnutzung für die Glasindustrie herbeizu-
führen, so wurde damit einer der wichtigsten Abschnitte der
Betriebsführung berührt. Große Unklarheiten über die Eigen-
art der Brennstoffe und die Vorgänge bei der Vergasung be-
stehen zweifellos bei der Mehrzahl der Glashutten-Techniker,
und es war nur bedauerlich, daß dieses wichtige Arbeitsgebiet
in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum von 2 Tagen in den
Hauptvorgängen gestreift werden konnte. .
Die Vorträge gaben jedoch in anerkennenswerter Weise
ein Bild von dem umfangreichen Arbeitsprogramm, an welchem
die Ingenieure der W. B. G. mitwirken und dessen gesunde
Entwicklung durch die Vortragenden sich in allen Teilen zeigte.
Lobenswert wurde hervorgehoben, daß die Veranstalter nur
Mitarbeiter der W. B. G. waren und infolgedessen genauen
Ueberblick über die Bedürfnisse der Praxis aus eigenster An-
schauung in den angeschlossenen Glashütten besaßen.
336 - St. 30
SPRECH SAAL -CO BURG.
1922. (W. fmegmfr),
Der Leiter der W. B. G., Dipl. Ing. Maarach, sprach über
die Wirkungsweise älterer und neuzeitlicher Gaserzeuger. Er
behandelte zunächst die Vbrgäoge chemischer und physikalischer
Art in Gaserzeugern, erläuterte kurz den alten Siemens-
Generator mit natürlichem Zuge und den neuzeitlichen Gas-
erzeuger mit Gebläsewind und Dampfzusatz. An Hand von
guten Lichtbildern wurden die Entwicklungsstufen des Gas-
erzeugers vorgeführt und die Gesichtspunkte besprochen,
welche unter Beachtung verschiedener Brennstoffsorten beim
Bau von Gaserzeugern zu befolgen sind. Die Vergasung von
Rohbraunkohle wurde erörtert unter Hinweis auf die be-
achtenswerten Ausführungen des diesjährigen Braunkohlen-
Industrie-Tages am 3. und 4. März in Halle. Man kam zu dem
Schlüsse, daß die Glasindustrie mit ihren bestehenden, meist
veralteten Betriebsmitteln nicht in der Lage sei, ohne weiteres
eine Umstellung auf Rohbraunkohle zur Vergasung durchzu-
führen. Ist auch das Problem in anderen Industrie- Gruppen
bisher noch nicht restlos gelöst, so kann von der Glasindustrie
bei dem heutigen Stande ihrer Feuerungstechnik und der An-
hänglichkeit an veraltete Auffassungen nicht verlangt werden,
neuzeitlich entwickelte Gaserzeuger einzuführen, ohne daß die
Industrie Gefahr läuft, daß der mit der Vergasung zusammen-
hängende Fabrikationeprozeß gefährdet wird. Allerdings muß
die Glasindustrie fernerbin das Bestreben zeigen, Anteil zu
nehmen an dem technischen Fortschritt und der wissenschaft-
lichen Forschung, um mit der Zeit Versäumtes nachzuholen.
Dipl Ing. Maschlanka, W. B. G. Hannover, sprach über
meßtechnische Verfahren zur Kontrolle der Gaszusammen-
setzung. Die verschiedenen Instrumente und Meßapparate
wurden auf ihre Zweckmäßigkeit hin vorgeführt. Dieser Vor-
trag bildete eine erklärende Einleitung zu den praktischen
Vereuchen.
Diese Versuche erstreckten sich auf 2 im Betriebe befind-
liche und in der Bauart voneinander abweichende Gaserzeuger,
den alten Siemens Generator und einen modernen Drehrost-
generator. Beide Gaserzeuger waren mit einer größeren Zahl
von Meßinstrumenten ausgerüstet, die von führenden Her-
stellungsfirmen zu der Veranstaltung gestellt wurden. Be-
sonders hervorzuheben sind die elektrischen Temperatur-Meß-
instrumente mit Registriervorrichtung der Firmen:
Hartmann & Braun, A.-G, Frankfurt a. M. und
Siemens & Halske, A.-G , Siemensstadt b. Berlin.
Die gasanalytischen Apparate von
Julius Pintsch, A.-G., Berlin
Ströhlein & Co , Düsseldorf
Paul Klees, Düsseldorf
Dr. R. Hase, Hannover
Cornelius Heinz, Aachen
waren vorhanden. Zu erwähnen sind noch die neuerdings viel
genannten Abgas- Kontrollinstrumente der Firma H. Maihak,
A.-G., Hamburg und der Rauchganprüfer von Siemens & Halske,
Siemensstadt-Berlin. Die einzelnen Gruppen der Teilnehmer
wurden unter Führung je eines Ingenieurs der W. B. G. in der
Handhabung der einzelnen Meßinstrumente und in dem Meß-
verfahren unterwiesen.
Dipl. Ing. Junge, W. B. G Dresden, fährte die Feuchtig-
keitsbestimmung der Gase im Betriebe vor.
Auf Grund der Meßergebnisse dieser Versuche sprach am
27. vormittags Dr.-lDg. Friedmann, W. B G. Frankfurt a. M.
Er erläuterte an Hand der Meßergebnisse die zahlenmäßige
Auswertung derselben. Die chemischen Bestandteile des
Generatorgases und ihr Einfluß auf die Gasqualität wurden
besprochen. Allgemeine Begriffe wie Wärmeeinheit, Heizwert,
gebundene und fühlbare Wärme, Wirkungsgrad des Generators
u. a. m. wurden festgelegt. Die durch den Wasserdampfgehalt
des Gases bedingte Aenderung des Heizwertes wurde rechnerisch
ermittelt und im Zusammenbang der große Vorteil der Erzeugung
möglichst trocknen Gases klargestellt. Die gegenseitige Be-
einflussung der einzelnen Bestandteile des Gases in Bezug auf
ihre Menge faüd gebührende Beachtung. Der Vortragende ging
ein auf die Gaserzeugung aus den verschiedenen Brennstoff-
sorten und h sprach eingehend den Begriff der Gasmenge unter
Abhängigkeit von dem erforderlichen Windzusatz. Es muß
hervorgehoben werden, daß dieses dem Nicbtfachmann schwierig
erscheinende Gebiet, das teilweise nur bei genauer Kenntnis
der Chemie und Thermodynamik erfaßt werden kann, seitens
des Referenten in überaus klarer und übersichtlicher Weise
behandelt wurde.
Nach dem Vortrag wurde in der Hütte die Betriebsführung
der Gaserzenger geändert und der Einfluß auf die Gasbeschaffen-
heit durch Vornahme weiterer Messungen festgestellt. Dr.-Ing.
Friedmann sprach nochmals über die Auswertung der Meß-
ergebnisse und hob in kritischer Betrachtung die Mittel hervor,
welche bestehen, um Fehler in der Betriebsführung bezw. der
Gaserzeugung zu erkennen. Der Einfluß der Schütthöhe, die
Gefahren eines übertriebenen Dampf- und Windzusatzes, die
Verschlackung des Generators, die Erscheinungen des Randfeuer
und alle jene Beobachtungen, die dem Praktiker aus langjährige
Erfahrung bekannt sind, fanden weitgehende Aufklärung. Uebej
zeugend mußten die Hörer gestehen, daß es durchaus falsch is
wenn der Betriebsmann sich allein auf seine persönlichen Ei
fahrungen, Fertigkeiten und ein gutes Auge stützt. Sich Recher
schaft über alle Vorgänge zu geben, ist nicht nur Gelegenbe:
im Erfahrungsaustausch gegeben, sondern auch Pflicht jede
Glashüttentechnikers, der den Willen hat, von der Theorie da
anzunehmen, was ihm zu übernehmen ein leichtes ist.
Anschließend an die Vorträge sprach Dipl.-Ing. Maurach i
seinem Schlußvortrag über Einrichtungen zur laufenden Kontroll
des Gaserzeuger-Betriebes. Als besonderes Erfordernis wurdei
außer der gasanalytischen Untersuchung die Messungen vo
Druck und Zug, Gasfeuchtigkeit, auch die Temperaturmessunge:
hervorgehoben. Es kann heute keinem Apparat das Zeugni
des besten zugesprochen werden, vielmehr ist für den Be
triebsmann diejenige Apparatur die zuverlässigste, mit welche
er selbst am leichtesten fertig wird. Die Meßtechnik befinde
sich durch die ausführende Spezialindustrie in einer derartige
Aufwärtsbewegung, daß es dem einzelnen Glashüttenfachman
schwer fällt, denjenigen Apparat ausfindig zu machen, welche
für seine Zwecke geeignet ist. Der Vortragende warnte davoi
die Einführung in den einzelnen Glashüttenbetrieben katalog
mäßig zu betreiben. Eine sachliche und genaue Vorprüfung
aller Momente, die für oder gegen jedes Instrument sprechet
sei Sache der Betriebsleitung im vertrauensvollen Austausci
der Betriebserfahrungen durch die Ingenieure der W. B. Cj
Wenn diese Richtlinien in der Glasindustrie befolgt würdeij
dann hätten auch die großen Enttäuschungen ein Ende durej
Mißerfolge, verursacht durch unüberlegte Benutzung von Meß
instrumenten. An Hand von Diagrammen und Schaubilder
wurde gezeigt, wie es möglich ist, in sogenannten Meßzentrale
der Betriebsleitung die Uebersicht über ihren Betrieb zu ermög
liehen. Die Aufstellung der Kontrollinstrumente außerhalb dej
verschmutzenden Einwirkung des Betriebes (Sulfatstaub) un|
vor allem die sorgsame Pflege und Unterhaltung aller Apparat
bildet die Grundbedingung für die zuverlässige Wirkungsweise
Die Arbeiterschaft soll in den Meßinstrumenten nicht ein Uebei
wachungsinstrument gegenüber ihrer Person, sondern eine
unentbehrlichen Helfer erblicken Die wärmewirtschaftlich
Betriebsführung bedarf dieser Hilfsmittel in Form von Mefi
geräten und erfahrungsgemäß hat die Einführung derselben i
fortschrittlich geführten Betrieben nur gutes gebracht.
Der Stöcherkursus fand seinen Abschluß in einem noch
maligen Dank an die erschienenen Teilnehmer für das gezeigt
Interesse und an die behördlichen Vertreter, sowie an die Firffl
Siemens für ihre Bemühungen zum Zustandekommen der Vei
anstaltung. Man war sich darin einig, daß die Hebung de
Wärmewirtschaft innerhalb der Glasindustrie durch genaue
Verfolgen aller feuerungstechnischen Vorgänge in den einzelne
Hüttenbetrieben unbedingt erforderlich sei, um Rechenscha
zu geben über den Verbleib der heute so kostbaren Werte, di
unsere Brennstoffe enthalten. In diesem Bestreben stellte de
Stocherkursus mit seinen vielfachen Anregungen eine wertvoll
Teilarbeit dar.
Einfuhrbeschränkungen für Glas und
Glaswaren in der Schweiz.
Nach Anhörung der begutachtenden Kommission und an
ihre Empfehlungen beschloß der schweizerische Bundesrat ai
14. Februar 1922 die nachstehenden Warenkategorien bis ai
weiteres von der Einholung einer Bewilligung abhängig z
machen:
a) Hohlglas und Glaswaren aus farblosem Glas, nicht gt
schliffen (sog Weißglas), Zolltarifnummer 69a.
b) Spiegelglas, Zolltarifnummer 703, 784 a und 704 b; ud
belegt, mit bearbeiteten Kanten: ex 694c und ex 70:
Es handelte sich ausschließlich um bloße Ergänzunge
früherer Maßnahmen auf dem Gebiete der Glasindustrie. Nach
stehend werden die Beweggründe mitgeteilt, die den Bundes
rat veranlaßt haben, die Einfuhr der vorgenannten Waren vo
der Einholung einer Bewilligung abhängig zu machen.
a) Hohlglas und Glaswaren aus farblosem Glas,
nicht geschliffen.
Mit diesem Produktionszweig betreten wir kein neue
Gebiet. Am 14. März 1921 wurden von uns Flaschen un
Flakons aus den Positionen 691 — 693 unter Einfuhrbeschrän
kung gestellt. Wichtige Produktionsgebiete der schweizerische)
Glasbläsereien blieben dagegen noch ohne Schutz, weil ei)
solcher damals nicht gleich für dringlich erachtet wurde.
Die Herstellung von Weißglasfabrikaten beschäftigt in de
Schweiz normalerweise etwa 416 Arbeiter, die sich auf dre
Betriebe verteilen. Eine dieser Fabriken ist ganz auf den Ab
1832. (61 Jahrgang.])
SPRECH SAAL — COBURG. ^
Sie. 30 — 337
satz von Weißglas angewiesen. Die von Zeit zu Zeit infolge
Absatzmaugels notwendig werdende vollständige Einstellung
dieses Betriebes lastet um so schwerer auf Gemeinde und
Kanton, als es sich hier um das wichtigste Industrieunternehmen
der betroffenen Gegend handelt. Eine Umstellung der Pro-
duktion auf die Herstellung von Flaschen war teilweise aus
technischen Gründen nicht wohl durchfährbar, teilweise hat
sich auch die Einfuhrbeschränkung auf ersteren Artikel bis
heute noch nicht so stark auswirken künnen, daß sie eine der-
artige Vergrößerung der Produktion ermöglicht hätte. Da die
umfangreichen Einfuhren in Weißglasartikeln anhielten, wurde
eine Lage geschaffen, welche die Ausdehnung der Schutzmaß-
nahmen auf Weißglas um so berechtigter erscheinen ließ, als
dieses Produkt in der Regel ein hochwertigeres Erzeugnis dar-
stellt als die bereits geschützten Flaschen und Flakons.
Ein teilweiser Preisabbau wurde auch auf diesem Gebiet
bereits durchgeführt. Artikel, die gegenüber dem Wirkungs-
preis einen Aufschlag von 150 °/0 erfahren hatten, stehen noch
um 80 °/0, solche, die um 225 °/0 erhöht worden waren, noch um
130 °/0 über der Friedensnorm. Einem weiteren Abbau werden
wir unsere Aufmerksamkeit widmen.
Die Preise für Weißglas hängen im übrigen ganz wesent-
lich von denjenigen für Kohle und Soda ab.
Die Einfuhr unter der hauptsächlich in Betracht kommen-
den Position 693 zeigt folgendes Bild:
Monatsdurchschnitt in Doppelzentnern
1918 1919 1920 1921 1. Semester 3 Quartal Okt. Nov. Dez.
930 926 1661 1595 7ä7 1155 870 1130
davon aus Deutschland 1026 446 750 433 670
b) Spiegelglas.
Den in der Schweiz bestehenden Spiegelglasmanufakturen
war es seit Kriegsausbruch nicht mehr möglich, den normalen
Beschäftigungsgrad von 1913 zu erreichen. Der enge Zusammen-
hang mit der ebenfalls von der Krise betroffenen Möbel-
industrie, welche als wichtigster Spiegelkonsument in Betracht
kommt, erklärt die schwierige Lage der Spiegelglasmanufak-
turen zur Genüge. Während im Jahre 1920 die Absatzmög-
lichkeit der schweizerischen Schleif-, Polier- und Belegewerke
noch etwa 50°/0 betrug, ging sie bis in Sommer und Herbst
1921 auf 30 und 20°/0 gegenüber dem Jahre 19 13 zurück. Die
Arbeiterzahl in den betroffenen Betrieben betrug vor dem
Kriege 250 Personen, im Sommer 1921 noch 225. Seitdem
mußton weitere Entlassungen vorgenommen werden.
Obgleich die schweizerischen Fabrikanten ihre Verkaufs-
preise im Frühjahr 1921 um 20°/0 und in der Folgezeit
wiederum um 10°/0 ermäßigt haben, war es ihnen nicht mög-
lich, zu verhindern, daß immer mehr schweizerische Kunden
zum billigeren ausländischen Produkt übergingen.
Die Einfuhr zeigt folgendes Bild:
Monatsdurchschnitt, in Doppelzentnern, netto
p •« 1921
rosraonen m8 19ig 192Q Brgte8 Dlittea viertes
Semester Quartal Quartal
Spiegelglas, belegt:
703. — unter 18 dm2 7 3 6 12 10 7
davon aus Deutsch-
land — 3 4 9,6 8 4
von 18 dm2 und
darüber :
704 a. — , von 3 mm
Dicke und darüber 16 3 10,5 27 8 1
davon aus Deutsch-
land — 2.8 14 4 1
704 b. — , von mehr
als 3 mm Dicke . 3,5 0,7 4 15 38 19
davon aus Deutsch-
land
0,6
9,5
34
17
Wirtschaftlich - gewerblicher Teil.
Korrespondenzen,
Das 25jährige Arbeitsj uMläom in der Porzellanfabrik Wald-
sassen, Bareuther & Co., A.-G., begingen vor kurzem Dreher Michael
Bindl, Maler Budolf Herkner, Gießer Georg Weiß nnd Patzerin Marie
Wächter. Den Genannten wurden von der Direktion unter Anerkennung
der treuen Dienstleistungen hübsche Erinnerungsgeschenke und die vom
Bayerischen Industriellen -Verbände verliehenen Ehrendiplome nebst
silbernen Verdienstmedaillen ausgehändigt. Die Zahl der Jabilare er-
höhte sich in diesem Werke jetzt auf 44.
Der Kartellbeirat, der auf Anregung des Beichstages beim Beichs-
wirtschaftsministerium geschaffen worden ist, hat letzthin unter dem Vor-
sitz des Staatssekretärs Dr. Hirsch zum ersten Mal getagt. Nach den
Darlegungen des "Staatssekretärs ist die Politik des Beichswirtschafts-
ministeriums gegenüber den Kartellen bisher darauf gerichtet gewesen,
durch Besprechungen mit den großen Zentralverbänden der Industrie und
des Handels und durch sonstige Untersuchungen die Bedeutung der
Kartelle und ihrer Maßnahmen in der jetzigen Zsit klarzustellen, vor
allem aber auch auftretenden Mißbräuchen der Kartellgewalt entgegen-
zuwirken. Das Ziel war, einerseits die nächstbeteüigten Kreise der Wirt-
schaft dahin zu bringen, durch Selbstzucht und Stärkung des Verant-
wortungsbewußtseins angemessene Kartellsitten herauszubilden und un-
billige, volkswirtschaftlich schädliche Maßnahmen zu beseitigen, ander-
seits jedem, der berechtigten Anlaß zu Beschwerden habe, Gelegenheit
zu geben, seine Beschwerden bei einer zur Behebung derselben geeigneten
Stelle vorzubringen. Dementsprechend haben die Spitzenverbände der
Industrie, des Großhandels nnd Einzelhandels, sowie der Genossenschaften
besondere Stellen geschaffen, in denen unter Beteiligung des Ministeriums
Kartellstreitigkeiten geschlichtet werden sollen, so die „Kartelleinigungs-
stelle" für die Streitigkeiten zwischen Industrie, Großhandel und Einzel-
handel, die „Kartellschiedskommissipn" für Streitigkeiten zwischen In-
dustrie und Großhandel, die Kommission „Kartelle nnd Genossenschaften"
für diejenigen zwischen diesen beiden Gruppen. Dazu kommt noch die
Kartellstelle des Beichsverbandes der Deutschen Industrie für Streitig-
keiten innerhalb der Industrie allein. Beschweiden von Außenseitern, die
einer eigenen Organisation entbehren, werden meist durch Verhandlungen
im Reichawirtechafteministerium selbst erledigt. Das Beichswirtschafts-
ministerium hofft, auf diese Weise Mißständen entgegentreten zu können,
und hat weitere Maßnahmen erst in Aussicht genommen, wenn dieser
Weg nicht zum Ziele führen sollte. — Der Kaitellbeirat bat seinerseits
den Wünsch ausgesprochen, daß das Baichswirtschaftsministerium auf dem
beschrittenen Weg weitergehen, insbesondere die Erhebungen über die
Bedeutung der Kartelle und ihrer Maßnahmen vertiefen und den Kampf
gegen Mißbi Sache tatkräftig fortsetzen möge. Dem Kartellbeirat soll in
weiteren Sitzungen Gelegenheit gegeben werden, sich über die Ent-
wicklung der Verhältnisse zu unterrichten und Vorschläge za einer Be-
kämpfung von Mißbräuchen auf dem Gebiete des Kartellwesens za machen.
Gesetzgebung, Stenern.
Umsatzsteuer-Ausfuhrtorse für Juni. Als Durchschnittskurse
für die Umrechnung ausländischer- Werte sind vom Beicbefinanzminister
für den Monat Juni nach Anhörung der Boichsbank folgende Korse fest-
gesetzt worden:
Amsterdam
100
h. Fl.
11662
Kopenhagen .
100
Kr.
6516
Stockholm . .
100
7767
Christiania
100
5131
Helsingfors
100
f."M.
655
Schweiz . . .
100
Fr.
5741
Wien ....
100
Kr.
1,881
Prag ....
100
578
Budapest . .
100
31,6
Sofia ....
100
Ijewa
206
Yokohama . .
1
Yen
144
Spanien . . .
100
Pes.
4722
Brüssel . . .
100
Br.
2474
Italien . . .
100
Lire
1490
London . . .
1
Lstrl.
1340
Paris ....
100
Fr.
2636
New York . .
1
Doli.
301
Buenos-Aires .
a) 1
Papierpes
o 108
b)l
Goldpeso
246
Bio de Janeiro
1
Milreis
41,4
Bumän. Noten
100
Lei
195
Kigra ....
loo
lett. Eo.
117
Beval ....
100
est. M.
93
Luxemburg
Agram
Warschau . .
Zaren-Bubemot.
Duma-Bubelnot.
Bußland . .
Litauen « . .
Athen . . .
Konstantinopel
Alexandria . .
Teheran . .
Lissabon . .
Bombay . .
Singapore . .
Hongkong . .
Schanghai . .
Montreal . .
Montevideo
Mexiko . . .
Lima ....
Valparaiso . .
100 Fr. 2474
100 Din. 404
100 Kr. 103,2
100 p. M. 6,90
100 Bo. 21
100 Eo. 3,33
1000 Sowiet-Eo. 0,12338
100 Ostmark 95
100 Drachmen 1120
1 Lstrl. tq. 190
1 ägypt. Lstrl. 1375
1 silb. Kran 26
1 Eskudo 22,5
1 Bupie 87
1 Straits-Doll. 155,5
1 DoU. 173
1 Tael 237
1 kan. Doli. 298
1 Peso 245
1 „ 143
1 peru. Lstrl. 1241
1 Peso 35
Für den Monat März ist als Durchschnittskurs für Fr. 100 (Luxemburg)
Ji 2338 und für den Monat April in Berichtigung der Bekanntmachung
vom 15. 6. (Eeicbsanzeiger Nr. 139) als Durchs chnittskurs für Kr. 100
(Kopenhagen) Jt 5876 statt J( 6476 festgesetzt worden.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Praktische Winke für die Zahlung der patentamtlichen Ge-
bühren. Eine vor dem 1. 7. 22 fällig gewordene Gebühr ist nach wie
vor mit dem niedrigeren Betrage des alten Gesetzes zu zahlen. Nur wo
die Fälligkeit am oder nach dem 1. 7. eingetreten ist, muß der erhöhte
Betrag des neuen Gesetzes gezahlt werden. Bei gebührenpflichtigen
Prozeßverhandlungen, deren Bechtswirkung von der Zahlung der Gebühr
abhängt, ist die erhöhte Gebühr zu entrichten, sobald die Handlung am
oder nach dem 1. 7. bewirkt wird. Für eine am 5. 7. erhobene Be-
schwerde beträgt z. B. die Gebühr Ji 200. Wer das neue Gesetz noch
nicht kannte und deshalb am 5. 7. nur Ji 100 gezahlt hat, kann aber
aach dann, wenn die Beschwerdefrist etwa schon am 6. 7. abgelaufen
ist, den fehlenden Unterschied von M 100 noch während des ganzen
Monats Juli rechtswirksam nachzahlen. Nur bei Vereäumnng auch dieser
von dem Gesetz für die Uebergangszeit ausnahmsweise festgesetzte!
Schonfrist muß damit gerechnet werden, daß die Beschwerde als verspätet
verworfen wird. Die sogenannte Zaschlagsgebühr zu Patent] ahresgebühren
(bisher M 50, jetzt M 100) wird zweckmäßig stets mit Jt 100 bezahlt, auch
dann, wenn die sogenannte zweite Sechswochenfrist vor dem 1. 7. be-
gonnen hat. Nur dadurch kann für den Fall, daß (was zweifelhaft und
durch Entscheidung der zuständigen Beschwerdeabteilung noch nicht fest-
gestellt ist) bei solcher Sachlage das neue Gesetz anwendbar sein sollte, mit
Sicherheit dem Verfall des Patentes vorgebeugt werden ; andernfalls werden
die zuviel gezahlten M 50 von dem Patentamt erstattet. Aehnlich
liegen die Verhältnisse bei der Nachholungsgebühr für die Warenzeichen-
erneaerangen.
Handel und Verkehr.
Devisenabllefernngen bei Devisenzahlungen des Exporteurs
an den Fabrikanten. Von zuständiger Seite wird uns mitgeteilt:
838 — Hr. 30
„Nachdem die DeviaenabUeferungaverpflichtung in denjenigen Fällen, in
denen der Exporteur die anfallenden Devisen zu Zahlungen an seinen in-
ländischen Lieferanten verwenden muß, in der Weise geregelt ist, daß an
Stelle deB Exporten™ der die Devisen empfangende inländische Fabrikant
mit der Devisenablieferungsverpflichtung belastet wird, bedarf es seitens
der Reichsbank einer Freistellnng des Exporteurs aus dem in Rede Btehen-
den Anlaß und demgemäß der Fuhrung entsprechender Nachweise durch
den Exporteur bei der Reichsbank nicht mehr. Soweit derartige Anträge
auf Befreiung von der Devisenablieferung noch an die Reichsbank ge-
langen, verweist diese die Antragsteller an die zuständigen Außenhandels-
stellen."
Umrechnung' fremder Wahrungen bei der Berechnung deg
Wechselstempels. Nach eine" am 16 7. 22 iu Krnft getretenen Ver-
ordnung werden die in der Verordnung vom 29. 12 21 festgesetzten
Mittelwerte für die ¥mrechnung der in anderer als Reichswährung aus-
gedruckten Beträge aufgehoben und für die nachstehenden Währungen
folgende Mittelwerte festgesetzt: 1 £ Jl 1600, 1 frz. Fr. Jt 30, 1 belg.
Fr. Jt 28, 1 schweizer Fr. Jl 70, 1 Lire Ji 17, 1 Peseta M 55, 1 Leu
Jt 2,20, J bulg. Lewa 2,25, 1 finn. JL JL 8. 1000 Sowjet-Rubel Jk 0,10,
100 lettl. Rubel Jl 140, 100 est. Jt Jt HO, 1000 lettl. Dinar Jt 430
1 deutsch -österr. Kr. Ji 0,02, 1 tschech. Kr. M 7, 1 ung. Kr. Jt 0,35
1 boll. Fl. Jt 140, 1 schwed Kr. Jt 90, 1 däD. Kr. M 75, 1 norw Kr,
M «0, 1 poln. M M 0,08, 1 tflrk. Piaster M 1,80, 1 argent. Peso (Gold)
Jt 280, (Papier) M 125, 1 chil. Peso (Papier) Ji 40, 1 bras. Mürels
Jt 50, 1 japan. Yen Jl 140, l|i 350, 1 mexik. Goldpeso (Golddollar)
Jt 160.
Erhöhung der Postgebühren im Auslandsverkehr. Der Gegen-
wert des Goldfranken bei der Gebührenerhebung im Auslands-, Paket- und
Telegrammverkehr sowie für Ferngespräche nach dem Ausland ist mit Wir-
kung vom 10. 7. an auf Jl 100 festgesetzt worden. Dieses Umrechnungs-
verhältnis gilt auch für die Wertangabe auf Paketen und Briefen sowie
auf Kästchen mit Wertangabe nach dem Auslande.
Metallsiegelverschluß bei Postpaketen. Als Verschlußmittel für
Wertpakete von mehr als M 500 bis 3000 werden vom 1. 7. an neben
den bisher vorgeschriebenen Lacksiegeln auch Bleisiegel und Stahlblech-
Biegel versuchsweise zugelassen. Nähere Auskunft erteilen die Post-
anstalten.
Erhöhung der Beleihungssätze der Darlehenskassen. Die Haupt-
verwaltung der Darlehnskassen hat ihre BeleihungBsätz%;.für die an einer
deutschen Börse amtlich notierten Aktien inländischer Gesellschaften mit
Wirkung vom 20. 7. 22 ab dahin erhöht, daß bis zujinem Kurse von
600 o/0 die Hälfte und bei höherem Kurs */io aea Kurswertes, jedoch
äußerstenfalls nicht mehr als das 4l/!ifache des Nennwertes als Barlehen
gegeben werden darf. Der Zinsfuß für Darlehen, die gegen Verpfändung
von Aktien und Waren gegeben werden, ist vom gleichen Tage ab von
678% auf 6% erhöht worden.
Ein- und Ausftikr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Eine Aenderung der Ausfuhrmindest-
preise ist vorgenommen worden : für Flußspat nach den Gebieten der ehe-
maligen österr .-ungar. Monarchie mit Ausnahme Tschechbslowakiens, so-
wie den russischen Randstaaten (Kurland, Livland) mit Wirkung ab
15. 7. 22, für Neuburger Kieselkreide ab 15. 7. ; für Quarzsand ab 20. 7.
A. H. N. Glas. Die AuBlandsmindestpreise für Isolierflaschen, so-
wie die Bestimmungen über die Verlängerung der Gültigkeitsdauer von
Ausfuhrbewilligungen für Isolierflaschen in Markwährung Bind geändert
worden. Näheres durch die Preisprttfungsstelle für Isolierflaschen bei der
A. H. N. Glas, Berlin W. 67, GöbenstraSe 10.
Zur Unterstützung des Delegierten des Reichskommissars in
Königsberg werden die Außenhandelsstellen gruppenweise je einen
Referenten nach Königsberg entsenden. Für die chemische und keramische
Gruppe ist die Entsendung bereits beschlossen. Die Referenten werden,
ihre Tätigkeit bis zum Beginn der Königsberger Ostmesse am 12. 8, 22
bereits aufgenommen haben.
Einfuhrerleichterungen für Muster, Proben, Kataloge usw.
Durch eine Bekanntmachung des ReichswirtschaftsminiBters werden die
allgemeinen Einfuhrerleichternngen (Fälle, in denen es einer Einfuhrbe-
willigung nicht bedarf), die durch die Bekanntmachung vom 5. 4 21 —
Reicheanzeiger Nr. 81 — gewährt worden sind, in einigen Punkten ab-
geändert und ergänzt. 8o ist für Muster und Proben, die dem inländischen
Empfänger unentgeltlich geliefert werden, die bisher zur Voraussetzung
für die freie Einfuhr gemachte Bedingung der Wiederausfuhr fallen ge-
lassen worden (Ziffer 11). Weiter ist eine Erleichterung für die Einfuhr
von Katalogen, von Schriften mit Anpreisungen geschäftlichen Inhalts,
von Anküudigungstafeln und von Geschäftsdrucksachen, die Geschäfts-
häuser des Auslandes für ihre Werbezwecke versenden, sowie für Vor-
drucke zu Schecks, die Banken des Auslandes an ihre inländischen Kunden
versenden, geschaffen worden.
Bei der Einfuhr aus dem abgetrennten Oberschlesien haben
sich in letzter Zeit zahlreiche Schwierigkeiten ergeben, die dadurch
bedingt sind, daß die Zollfrage und die Frage der Einfuhrbewilligung
gemäß Art. 268 des Friedensvertrages bezw. Art. 224 und 234 des in Genf
abgeschlossenen deutsch-polnischen Abkommens über Oberschlesien noch
nicht geregelt sind. Der Art. 268 besagt bekanntlich, daß während eines
Zeitraumes von 3 Jahren nach Inkrafttreten des Friedensvertrages die
Natur- oder Gewerbeerzeugnisse, die aus den vor dem Kriege zu Deutsch-
land gehörigen polnischen Gebieten stammen oder herkommen, bei ihrem
Eingang in de« deutsche Zollgebiet Zollfreiheit genießen. Die Art und
Menge richten eich nach einer Kontingentßliste, die den Jahresdurchschnitt
der im Laufe der Jahre 1911 bis 1913 versandten Msngen nicht über-
schreiten soll Der Art. 221 besagt, daß die Frist von 3 Jahren mit der
Bekanntgabe der nenen Grenzen an Deutschland und an Polen zu laufen
beginnt Der Art. 234 bestimmt, daß für die Waren der Kontingentslinte
Einfuhrbewilligungen zu erteilen sind, Boweit die Einfuhr derartiger Waren
im (it. Jahrgang.»
nach Deutschland verboten ist. Ueher die zollfreie Einfnhrkontingentslista
wird zwischen Deutschland und Polen noch verhandelt. Solange die
Kontingentliste nicht vorliegt, kann die Anweisung an die Zollstellen, die
Waren zollfrei hereinzulassen, nicht erfolgen. Zur Behebung besagte'
Schwierigkeiten empfiehlt sich folgendes Verfahren: Das deutsche Werk
zahlt den Zoll, beantragt aber gleichzeitig Rückerstattung aif Grund des
Art. 268 des Friedensvertrages bezw. 234 des Genfer Abkommens. Diesen
Rüokerstattungsanträgon sind Ursprungszeugnisse darüber beizufügen,
daß die betreffenden Waren aus dem abgetrennten Oberaehlesien stammen.
Bis zur endgültigen Regelung sind die Einfuhranträge bei den zuständigen
Außenhandelsstellen einzureichen, die die Anträge wohlwollend behandeln
werden.
Ermächtigung zu Zollerhöhungen. Dar Reichstag nahm end-
gültig den Entwurf eines Gesetzes über die Ermächtigung zu Zoll-
erhöhungen an (vergl. Nr. 19, S. 225, Nr. 24, 8. 278), wonach die
Regierung ermächtigt wird, im Falle eines dringenden wirtschaftlichen
Bedürfnisses nach Anhörung des Reichswirtschaftsrates und eines Aus-
schusses des Reichstages mit Zustimmung des Reichsrates im Verordnungs-
wege die Eingangszölle zu erhöhen, herabzusetzen oder neue Zölle ein-
zuführen.
Das Goldzollaufgeld ist für die Zeit vom 26. 7. bis einschließlich
1. 8. 22 auf 10 400 •/» festgesetzt worden.
Australien. Bai Antidumpinggesetz. Ana dem nunmehr vor-
liegenden Wortlaut des Gesetzes vom 16. 12. 21 ergibt sich, daß die
geplante Freigabe der deutschen Einfuhr zum 1. 8. 22 von recht frag-
lichem Wert ist. Praktisch wird jedenfalls durch das Gesetz jede Ein-
fuhr unmöglich gemacht. Es bewegt sich zwar auf den Grundlinien
ähnlicher Gesetze in anderen Ländern, geht jedoch über diese dadurch
hinaus, daß der Begriff des Dumping weiter gezogen ist, daß es nicht
nur die eigene, sondern auch die britische Industrie schützen soll, und
schließlich, daß es rückwirkende Kraft haben kann. Die Höhe der Zoll-
sätze steigt entsprechend der Entwertung der Valuta. Bei der deutschen
Währung beginnt sie mit 10% bei einem Wechselkurs von über Jt 25
und unter Jl 30 für das Pfd. Sterling und steigt bis zu 75% bei einem
Wechselkur* von M 240 und darüber. Das Gesetz gibt lediglich die Richt-
linien für die Erhebung der Zölle und deren Höhe; die Festsetzung der
Warengruppen, auf die die Zölle zur Erhebung kommen sollen, iBt dem
Ermessen deB Ministers für Handel und Zölle im Einvernehmen mit dem
Tarifamt überlassen. Von dessen GeBetzesauslegung wird es Bbhängen, ob
nach dem 1. 8 22 wieder deutsche Waren in Australien eingeführt werden
können oder ob sie nach wie vor wenn nicht verboten, so doch praktisch
ausgeschlossen bleiben.
Belgien. Zollbestimmungen. Die Regierung ist ermächtigt worden »
bis zum 30. «. 23 selbständig die durch das Gesetz vom 10. 6. 20 und
31. 3. 21 eingeführten Vervielfältigungskoeffizienten in Anwendung zu
bringen.
Dänemark. Zollsätze für Luxuswaren. Der dänische Wortlaut
des diesbezüglichen Gesetzes Nr. 208 vom 31. 6. 22 liegt jetzt nebst den
dazu erlassenen AusführungBbestimmungen vor und kann im Zollbureau
des Reichswirtschaftamiuiste'riuma, Berlin, Kurfttrstendamm 102, einge-
sehen werden.
Portugal. Neue Bestimmungen über Ursprungszeugnisse. Die
Generaldirektion des Zollwesens hat letzthin an die Zollämter die Anwei-
sung ergehen lassen, daß vom 18. 7. 22 an von den Zollämtern nur die-
jenigen Ursprungszeugnisse zugelassen werden dürfen, die von dem portu-
giesischen Konsul in dem Lande ausgestellt sind, in dem die Ware er-
zeugt ist, oder, wenn es sich um Waren handelt, die außerhalb Europas
erzeugt sind, von dem Konsul in dem Lande, ans dem die Waren her-
kommen. Danach sind in Zukunft nur solche Ursprungszeugnisse zuzu-
lassen, die von den portugiesischen Konsuln selbst ausgestellt Bind. Die
von den Handelskammern ausgestellten und von den portugiesischen Konsuln
legalisierten Ursprungszeugnisse sind nicht mehr gültig.
Spanien. Zum Yalutazuschlag. Zur Befreiung vom Valutazu-
schlag genügt nach einer zuverlässigen Nachricht aus Madrid eine Be-
seheinigung des zuständigen spanischen Berufskonsulats, daß die be-
treffende Ware vor dem 29. 5. 22 bestellt wurde. Ein besonderes Ge-
such an das spanische Finanzministerium ist bei dem Vorliegen einer
solchen konsularischen Bescheinigung nicht mehr nötig. Im Falle, daß
die Warensendung bereits in Spanien verzollt wurde, kann der Importeur
die Rückzahlung des Valutaznschlags beim betrefianden spanischen Zoll-
amt beantragen unter Vorlegung der vorerwähnten konsularischen Be-
scheinigung.
Tschechoslowakien. Die Einfuhrgebühren für Schwerspat
(aus T.-Nr. 146) sind ab 12. 6. 22 von »/■% auf »/*% ermäßigt worden.
Geschäftliche Mitteilungen.
Epiag, Erste böhmische Porzelianindustrie-A.-6., Karlsbad.
Die Gesellschaft, deren Kapital vor kurzem auf Kr 60 Mill. erhöht wurde,
schließt das Geschäftsjahr 1921 mit einem Reingewinn von Kr 6,54 Mill.
ab, woraus 20% Dividende verteilt werden. Die neue Schlämmerei ist
bia zur inneren Einrichtung vollendet und dürfte demnächst in Betrieb
gesetzt werden
Wiener Porzellanfabrik. Wie uns mitgeteilt wird, ist die Wieder-
aufrichtung der Wiener Porzellanfabrik, dieser berühmten KulturBtätte,
nunmehr endgültig gesichert. Als Gründer kommen die Gruppen des
Bankhauses Johann Liebieg & Comp., Wien, und der Tiroler Hauptbank,
Innsbruck, in Betracht. Keramiker Kommerzienrat Fritz Thomas wird als
Delegierter des Verwaltungsratea in die Leitung des Unternehmens ein-
treten.
Wessels Wandplatten-Fabrik, A.-G., Bonn. Die a. o. G -V. beschloß
die Kapitalserhöhung auf M 10,9 Mill., anstatt wie vorgesehen auf M 20,8
MilL Die bisherigen Jt 0,3 Mill. Vorzugsaktien sollen in Stammaktien
umgewandelt und M 0,9 Mill. neue Vorzaga- und Jl- 7,2 Mill. Stammaktien
SPRECH SAAL — COBURG.
m*. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
Mr. 3© —
«schaffen werden. Von den neuen, ab 1. 7. 22 gewinnberechtigten Stamm-
aktien werden Jt 3,5 Mill. den alten Aktionären im Verhältnis 4 : 5 zu
110 °/0 zum Bezug angeboten werden. Die restlichen Jt 3,7 Mill. über-
nimmt eine Gruppe unter Führung der Deutschen Bank zu 120 %.
Steingutfabrik, A.-G., Sörnewitz. Die a. o, G.-V. stimmte der
Kapitalserhöhung iii4 Mill. Stamm- und Ji 0,5 Mill. Vorzugsaktien
auf Jt 6 Mill. zu. Die neuen, ab 1.1.22 dividendenberechtigten Stamm-
aktien sind an ein unter Führung der Commerz- und Privat-Bank, A.-G.,
Filiale Dresden, stehendes Konsortium mit der Verpflichtung begeben
worden, Jt 3 Mill den alten Stammaktionaren im Verhältnis 1:2 zu
500% zum Bezug anzubieten.
Wächtersbacher Steingutfabrik, G. m. b. H., Schlierbach.
Ständig steigender Gestehungskosten wegen sieht sich die Gesellschaft
gezwungen, den bisherigen Aufschlag von 250 auf 420 % mit Wirkung
vom 15. 7. 22 zu erhöhen.
Dommitzscher Tonwerke, A.-G., Dommitzsch a. E. Die a. o. G.-V.
erteilte ihre Genehmigung zu der Kapitalserböhung um Ji 4 Mill. auf
Jt 5 Mill. Die Aktien Bollen den bisherigen Aktionären durch ein Kon-
sortium im Verhältnis 4 : 1 zu höchstens 130 % angeboten werden. Die
iungen Aktien nehmen für das laufende •eschäftijahr zur Hälfte an der
Dividende teil. — Die Aufsichtgratsmitglieder Dr. v. Schwabach, Geh.
Obeifinanzrat Dr. Springer und Adolf Wölfl, welche mit der Minorität gegen
die BeschlüBieigestimmt hatten, legten ihre Aufsichtsratsmandate nieder.
Vereinigte Großalmeroder Tonwerke, A.-G., Großalmerode.
Die a. o G.-V' besohloß die Kapitalserhöhung um Jt 6,6 Mill. Stamm-
nnd Ji 0,5 Mill. Vorzugsaktien. Von den neuen, für das laufende Ge-
schäftsjahr zur Hälfte dividendenberechtigten Stammaktien werden
Jt 3 5 Mill. den Aktionären im Verhältnis 2:1 zu 200% zum Bezug
angeboten. Die restlichen Jt 3 Mill. werden im Interesse der Gesell-
schaft später-; -verwendet, und zwar, wie auf Anfrage eines Aktionärs
mitgeteilt wurde, zu einem wesentlich über 200 % liegenden Kurse. Die
Vorzugsaktien sind mit 6 % Vorzugszinsen ausgestattet, unterliegen jedoch
einer Sperre bis 1932. — Neu in den Aufsichtsrat wurden gewählt:
JuBtizrat 0. Strack, Fabrikbesitzer H. Wilich, Großkaufmann A. Mauritz
und Fabrikbesitzer M. Büssing.
von Poncet Glashfittenwerke, A.-G., Friedrichshain* Die a. o.
G V., in der die zu geringe Dividende von 12% und die im Verhältnis
zur ausgeworfenen Dividendensumme zu hohe Aufsichtsratsvergütung be-
mängelt wurde, bewilligte die beantragte Kapitalserhöhung um Ji 3,9
Mill. auf Jt 12 Mill. Die jungen Aktien werden den Aktionären im Ver-
hältnis 3 : 1 zu 220 % angeboten.
Vereinigte Spiegelfabriken, A.-G., Förth. Auszng aus dem ge-
f nehmigten Abschluß vom »1. 12. 21: Beingewinn Ji 5,24 Mill ; Dividende
20%; Abschreibung«« Ji 1,22 Mill. — Die vorgeschlagene Kapitals-,
erhöhung um Ji 7 Mill. Stamm- und Jt 0,5 Mill. Vorzugsaktien fand die
Genehmigung der o. G.-V. Von den neuen, ab 1. 1. 22 gewinnberech-
tigten Stammaktien« werden Ji 6 Mill. den alten Stammaktionären im
Verhältnis 3:1 zu 200% zum Bezug angeboten. Das Bezugsrecht läuft
Eis einschließlich 31. 7. 22
Gebrüder gtoevesandt, Komm.-tes. a. Akt., Rinteln a. W.
Die o. G.-V. beschloß die Ausgabe von M 0,5 Mill. Genußscheinen, die an
die Bank für Handel und Industrie, Filiale Bremen, vorm. Bernhd. Loose &
Co. mit der Verpflichtung begeben werden, sie den Aktionären im Ver-
hältnis 2:1 zu 100% anzubieten. Das Bezugsrecht ist bis spätestens
t2. 8. 22 auszuüben.
[ Neue Aktiengesellschaft. Die Isolieiflaschenfabrik Ernst Jensen,
Schmiedefeld, ist in eine Aktiengesellschaft unter der Firma „Glos- und
Metallwarenfabrik B Jensen, A.-G." mit dem Sitz in Berlin S 42, Ritter-
straße 90, umgewandelt worden. Stammkapital: Jt 12 Mill.
General-Versammlungen.
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A.-G., Lübeck: a. o. G.-V. 5. 8. 22,
11 Uhr v, Diskonto-Gesellschaft, Filiale Lübeck. T.-O.: u. a. Kapitals-
erhöhung um bis zu M 6 Mill.
Deutsche Ton- und Steinzeugwerke, A.-G., Charlottenburg: a. o.
G.-V. 7 8. 22, 12 Uhr m., Geschäftslokal, Charlottenburg. T.-O.: Inter-
esBengemeinschaf tsvertrag mit der Deutschen Steinzeugwaren-Fabrik für
Kanalisation und Chemische Industrie.
Deutsche 8t«inzeugwaren-Fabrik für Kanalisation und Chemische
Industrie, Friedrichsfeld i. B. : a. o. ».-V. 7. 8. 22, 11 Uhr v., Geschäfts-
fepkal der Deutschen Ton- und Steinzeugwerke, A.-G., Charlottenburg.
>,T.-0 : Interessengemeinschaftsvertrag mit den Deutschen Ton- und Stein-
zeugwerken, A.-G.
A.-G. Norddeutsche Steingutfabrik, Grohn: a. o. G.-V. 4. 8. 22,
12 Uhr m., J. F. Schröder Bank, K. a. A. Bremen. T. 0. : Kapitals-
erhöhung Dml6 MilL Stamm- und Jt 6 Mill. Vorzugsaktien.
.Sehmirgelwerke, A.-G, Berlin: a. o. G.-V. 17. 8. 22, 4 Uhr n..
Geschäftsräume, Berlin. T.-O.: Kapitalserhöhung um Jt 6 Mill. auf
M 10 Mill.
Leipziger Emaillier- und Badiumwerke, A.-G., Taucha: a. o. G.-V.
7. 8. 22, 3 Uhr n., Allgem. Deutsche Credit-Anstalt, Leipzig. T.-O.:
Satzungsänderungen.
DresdnepsKeramische Industrie, A.-G., Dresden: a o. G.-V. 8. 8. 22,
5 Uhr n., Dresdner Kaufmannschaft, Dresden., T.-O.: Kapitalserhöhung
um Jt 3,5 Mill. auf Jt 7 Mill.
Messen und Ausstellungen.
Die Breslaner Messe, deren kommende Herbstveranstaltung (3. bis
-6.9.22) nun schon die zehnte im Beigen der bisherigen Veranstaltungen
ist, hat in ihrem Entwicklungsgang stetige Fortschritte zu verzeichnen.
In allen Abtei ungen mußten trotz räumlicher Erweiterungen Anmeldungen
zurückgewiesen wtrden. — Zar Erleichterung des Besuches der Messe
werden wiederum Gesellschaf tsztige ans verschiedenen Sichtungen gefahren
werden, vund zwar am 2. 9. aus Bichtung Berlin, am 3. 9. aus Sichtung
flö'rtitz-Hirschberg und am 4. 9. aus Richtung Oberschlesien. Auch während
der diesjährigen Herbstveranstaltung wenden wie sonst eine Beihe von
Verbandstagen abgehalten werden; die Theater- und Konzertdirektionen
bereiten besondere Programme vor.
Deutsche Ostmesse Königsberg Pr. Die 5. allgemeine Muster-
messe, Technische und Baumesse (13.— 18. 8. 22) wird als Musterschau aller
auf der Messe vertretenen Branchen besonders diejenigen Fabrikate und
Waren in umfangreicher Zusammenstellung bringen, welche für den Ost-
markt bevorzugt in Betracht kommen. Unter den verschiedenen Waren-
gruppen erfreuen sich hier Haus- und Küchengeräte, medizinische Glas-
waren und optische Instrumente eines steigenden Absatzes. — Eine besondere
Bedeutung ist der Beteiligung Bußlands beizumessen, das erstmalig auf
einer deutschen Messe Muster seiner Exportwaren ausstellen wird. Bei
den engen wirtschaftlichen Beziehungen, die heute zWiß^hen Deutschland
und den Oststaaten bereits bestehen, und bei dem großen Interesse, das die
Einkäufer Ostpreußens der Grenzmesse entgegenbringen, ist mit einem
sehr guten In- und Auslandsbesüch zu rechnen.
Zum Leipziger Meßbeitrag. In der MietausgieichskommiBsion ist
kürzlich eine Einigung zwischen den Vertretern der Vermieter und der
Aussteller zustande gekommen, wonach die Preise für Meßausetellungsräume
von der Frühjahrsmesse zur Herbstmesse um 92 % erhöht werden sollen.
Während zur Frühjahrsmesse der Quadratmeter Kabinenraum Jt 125 kostete,
st die Miete für die Herbstmesse auf Jt 240 festgesetzt worden.
Zar behördlichen Regelung der Meßmieten in Leipzig gehen
uns vom Leipziger Mustermesse- Verband, früher Verband der Aussteller
der Leipziger Großmesse, Altona a. E., folgende Ausführungen zu: „Bis*
her waren die Aussteller der Willkür der Messevermieter preisgegeben,
die die Mietpreise sehr hoch normierten, und die Mietverträge nicht
selten kündigten. Jetzt wird sich dies ändern, da das neue Reichsmiet-
gesetz auch auf Meßräume zur Anwendung gelangen wird. Wir kommen
auf diese sehr wichtige Neuerung und auf die Ausführungsbestimmungen
noch zurück. Hoffentlich wird dadurch den vielen berechtigten Klagen
der Aussteller über die Messe Vermieter abgeholfen. Bislang ist eine be-
hördliche Regelung der Meßmiete noch nicht erfolgt, doch steht sie bevor.
Bis dahin sind die Aussteller machtlos. Sobald die Regelung, die wir
nach dem neuen Gesetze erwarten — über deren Einzelheiten noch nicht
das geringste feststeht — geschehen sein wird, dürfte sich die Rechts-
lage wesentlich aWdern. Unser Verband hat sich in jeder Hinsicht fort-
gesetzt zu Gunätitt der Aussteller bemüht. Wir bemerken vorläufig dazu
folgendes : Es kaiin nach geschehener behördlicher Festsetzung der Mieten
der Aussteller litten alten, vor dem Kriege erbauten Meßpalästen jeder-
zeit dem Messevefinieter gegenüber erklären, daß die Höhe des Miet-
zinses nach den Vorschriften des neuen Reichsmietgesetzes vom 24. 3. 22,
das am 1. 7. in Kraft getreten ist, berechnet werden soll. Es hätte dieses
indes meiBt nur dann Zweck, wenn eine Kündigung des Mietvertrages
bis jetzt noch nicht erfolgt ist, der Mietvertrag noch längere Zeit läuft
und wenn der jetzige Mietzins wirklich übertrieben hoch ist. Diese Er-
klärung des Ausstellers bedarf der schriftlich »n Form. Sie muß etwa
lauten: „Ich erklär» als Mieter im Meßpalast X Ihnen, daß an die Stelle
der bisherigen Miete die gesetzliche Miete treten soll". Die Erklärung
mufr vom Aussteller eigenhändig unterzeichnet, mit Datum versehen, und
dem Vermieter am^besten mittelst eingeschriebenen Briefes zugestellt sein. Der
sogenannten Mietausgleichs-Kommission, deren Ansichten wir nicht teilen,
stehen wir ganzem Wir hoffen somit, spätestens für Beginn des Jahres
1923 auf grundlegende Aenderungeu in den Leipziger Mietverhältnissen,
und erwarten schpn., aus diesem Grunde den Zusammenschluß aller Aus-
steller in unserem Verband".
in. Internationale Reichenberger Messe (12.— 20. 8. 22). Die
Einteilung der zur diesjährigen Veranstaltung angemeldeten Aussteller in
die einzelnen Messehäuser ist nun vollkommen beendet und mit den Teil-
nehmern die Verbin dlichkeitemodalität bei Bekanntgabe des zugeteilten
Standes geregelt. Nach Möglichkeit sind dieselben Stände wie bei den
VormeBsen zugewiesen worden. Im ganzen stehen diesmal 16 Messehäuser
zur Verfügung. Die Erzeugnisse unserer Industrien Bind innerhalb der-
selben wie folgt verteilt worden: Messehaus VI Gymnasium: Porzellan,
Steingut, Glas, Bijouterien, Beleuchtung, Kunstgewerbe, Spielwaren und
Christbaumschmuck; Messehaus VIII Große Messehalle und Messehaus IX
Messehalle „West": Elektrotechnik; MesBehaus XIII Handelsakademie:
Laboratoriumseinrichtangen.
Verbände.
Verband Deutscher Tonwarenfabrikanten undiKunsttöpfereien,
E. V., Dresden. Am 16. 7. 22 fand in Dresden die diesjährige General-
versammlung unter außerordentlicher Beteiligung aus allen Teilen des
Reiches statt. Insbesondere waren die angeschlossenen Unterverbände
Schlesien, Bundesstaat Sachsen, Sachsen- Anhalt, Westdeutschland, Suideutsch-
land, ferner der Fachverband der Terrakotta- Industrie und der Blumentopf-
Branche vertreten. N*ch den begrüßenden Worten des 1. Vorsitzenden,
lerrn Fabrikbesitzer Kttttner, erfolgte ein eingehender Vortrag über die
Tätigheit des Verbandes während des letzten Jahres, in dem die Mitglieder-
zahl auf die doppelte Höhe, nämlich über 430 Mitglieder anwuchs, und so-
wohl ihre Organisation nach den lokalen inneren Bezirken, als auch nach
oben durch engere Beziehungen zu den Spitzenverbänden ganz erhebliche
Fortschritte machte. Iu wichtigen Angelegenheiten, der Kohlenfrage,
BrennBtoffveraorguag, Frachtpreiserböhung, gegenüber Zollschikanen, in
Steuerfragen, insbesondere der Luxussteuergesetzgebung, in der Frage
der Meßmieten, des Grenzverkthrs und in allen Angelegenheiten des Außen-
handels, vertrat die Hauptgeschäftsstelle oft und wirksam das Interesse
ihrer Mitglieder. Ein reger Nachrichtendienst in Lohn- und Preisfragen
entwickelte Bich. Die der Geschäftsstelle angegliederte Preisprüfungsstelle
konnte schnell und zu aller Zufriedenheit ihre dauernd zunehmende Arbeit
erledigen. Die Versammlung wählte, darauf zwecks, Durchführung weiterer
Verbenlszwecke, insbesondere zur Nachprüfung von Preisschleudereien im
Inland und auf anderen Spezialgebieten verschiedene Ausschüsse. Ferner
340 - JNr. 30
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (»6. Jahrgang.)
beschloß sie, die Preise freibleibend wie folgt heraufzusetzen: Der Auf-
schlag wird für Braungeschirr, gewöhnliches, und Tülltöpfe, ferner braun-
weißes Geschirr mit rauhem Rand und glattem Rand auf 400 % erhöht,
der Aufechlag für buntes Geschirr auf 500% festgesetzt. Für grau blaues,
Balzglasiertes Stein zeug wird der Teuerungszuschlag von 300 auf 500%
festgesetzt Besonderes Interesse widmete sie der Notlage der Fachschulen,
für deren Unterttttzung eine eofort umgehende Zeichnungsliste einen nam-
haften Betrag erzielte. In der Generalversammlung wurde ferner einstimmig
beschlossen, verschiedene Aenderungen in der Zusammensetzung des Fach-
ausschusses der Außenhandelsstelle Vorzuschlagen. Mit einem Apell an die
weitere starke Mitarbeit der Mitglieder seitens des 1. Vorsitzenden, um
auch diese Spfzialbranche der organisatorischen Höhe der Konkurrenz-
industrien zuführen zu können, schloß die interessante Versammlung.
Der Verband der Feintonwaren-Fabriken, Dnx (Böhmen), hielt
am 23. 6. 22 seine Generalversammlurg ab. Ans dem Rechenschaftsbericht,
welchen der Syndikus, Rechtsanwalt Dr. Paul Kohn erstattete, ging insbe-
sondere hervor, unter welchen großen Schwierigkeiten die Industrie heute nicht
nur im Inlande, sondern auch auf dem Weltmarkte zu leiden hat, die durch
die Wirtschaftspolitik, durch hemmende Ein- und Ausfuhrbestimmungen,
durch unglückliche Steueibestimmungen, die abermals erfolgte Verteue-
rung der Kohle und die allgemein hohen Gestehungskosten, insbesondere
die hohen Frachttarifsätze hervorgerufen wurden. In wiederholten münd-
lichen und schriftlichen Vorstellungen wurde bisher vergebens eine Milde-
rung angestrebt. Die Generalversammlung, welche diesen Bericht zur
Kenntnis nahm und verschiedene andere Wirtschaftsfragen von großer
Bedeutung doit verhandelte, setzte nachstehenden Ausschuß ein: Obmann:
Direktor Walter Pnmpltin der Firma Doxer Porzellanmanufaktur, A.-G,
Dux; Obmanns Stellvertreter: Georg Fiachmann, Geschäftsführer der Firma
Brüder Urbach, G. m. b. H , Turn-Teplitz ; Ausschuß-Mitglieder: Oskar
Bloch, Gesellschafter der Firma B. Bloch, Bichwald, Walter Borndorf,
Teplitz- Schönau, Ferdinand Maresch,. Aussig, Julius Kominik, Geschäfts-
führer der Fiima Terra, G. m b. H., Turn-Teplitz ■ Revisor: August Mitreiter
Geschäftsführer der Firma Teplitzer neue Steingutfabrik, G. m. b. H., Teplitz ,
Die Vereinigung Mitteldeutscher Hohlglasfabriken, E. V.,
Dresden, sieht sich zui^ einer weiteren Preiserhöhung genötigt. Bs werden
die bisherigen Zuschläge auf den Endbetrag der Rechnungen für alle
Lieferungen auf 400% für Hell- und farbiges Glas und 450% für Opal-,
Seladou- und Ueberfangglas mit Wirkung ab 15. 7. 22 erhöht.
Der Verband deutscher Herdfabrikanten, Hagen i. W., hat
seine Preise mit Wirkung ab 15. 7. 22 um 100 % auf 370 % erhöht
Der Leipziger Mustermesse- Verband, früher Verband der Aus-
steller der Leipziger Groimesse, Altona a. E. (Geschäftsstelle: Altona a. E.,
Kronprinzenstr. 4), hält seine Herbstversammlung, zu der nur Mitglieder
Zutritt haben, am 30 8. 22, 71/» Uhr abends, im Gesellschaftshause Metropol,
Leipzig, Gottbchedstr. 13, ab. Auf der T.-O. stehen u. a.: Kündigungen
und Mietsteigerungen seitens der Meßvermieter; Anwendung des neuen
Reichsmietgesetzes auf Meßräume; die hoben Werbebeiträge zur Auslands-
Propaganda (Ortsmietsteuer); Austritt des Verbandes aus der Zentralstelle.
Deutschland.
Porzellan- und Apparatefabrik Elektro-Union vorm. Beck, A.-G.,
Hochstadt. Den derzeitigen Aufsichtsrat bilden Geh. Justizrat Dr. S. Held,
Vors., Direktor A. Schmidt, stellv. Vors., Fabrikdirektor H. Bechmann,
Privatier R. Beck, A. Bennecke und A. Falkenstörfer.
Hertel, Jacob & Co , Porzellanfabrik, G. m. b H,, Behau. Das Stamm-
kapital wurde von M, 620 000 auf Ji 930 000 erhöht.
Porzellanfabrik E. & A. Müller, A.-G., Schönwald. Vom Betriebsrat
wurden Kapseldreher Chr. Paul und Oberdreher P. Klein in den Aufsichts-
rat gewählt. s
Deutsche Ton- und Steinzeug- Werke, A.-G., Charlottejuburg. Die
Kapitalserhöhung um JC 15 Mill. Stamm- und M 3 Mill. Vorzugsaktien
auf Ji 40 Mill. ist durchgeführt.
A.-G. Wiek- Werke, vereinigte Fabriken Merkelbach & Wiek, Merkel-
back, Stadelmann & Co., Grenzhausen. Kaufmann Paul Wilsen hat
Prokura.
Fritz Dahleke, Tonwarenfabrik, Banzlau. Inhaber ist Kaufmann
Fritz Dahlecke.
Frankfurter Kunsttöpferei, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Stammkapital:
JC 60 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind Dr.-Ing.
Alexander Winkhaus und Keramiker Jakob Olsen.
H. Uebelacker & Co., Höhr. Gesellschafterin Berta Pfannmüller ist
ausgeschieden; mit ih*er Einwilligung führt die andere Gesellschafterin
Hilda Uebelacker die Firma weiter.
Villeroy et Boch, Mettlach, Zweigniederlassung Dänischburg. Die
Firma der Zweigniederlassung ist geändert in „Villeroy & Boch, Steingut-
fabrik Däuischburg." Sämtliche Prokuren sind erloschen mit Ausnahme
der Prokura von Direktor Eluard Knauer. Fabrikdirektor Rudolf G. Joscht
hat Prokura mit Beschränkung auf die Zweigniederlassung Dänischburg.
Kunstkeramik München, G. m. b. H, München (Horemannstraße 25).
Herstellung und Vertrieb keramischer Artikel und verwandter Erzeugnisse.
Stammkapital: Ji 1,5 Mill. Geschäftsführer sind Kaufmann Ulrich Scharffe
und Keramiker Karl B. Schmitz.
Bayerische Keramik Albert Oßmann, Nürnberg. Kaufmann Rafael
Apfel ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Die. Firma
iat geändert in: „Bayerische Keramik Albert Oßmann & Co."
Steingutfabrik, A.-G., Sörnewitz-Meißen. Die Kapitalserhöhung um
Ji 4 Mill. Stamm- und Ji 0,5 Mill. Vorzugsaktien auf M 6 Mill. ist
erfolgt.
Kachelofen-Zentralheizung, G. m. b. H., Eisen. Herstellung und
Vertrieb von Kachelöfen jeder Art nebBt verwandten GeBchäfteD. Stamm-
kapital : M. 200 000. Geschäftsführer ist Kaufmann Wilhelm Offermann,
Kaufmann Heinrich Breddemann und Ofensetzermeiater Gustav Fische
haben Gesamtprokura.
Somag Sächsische Ofen- und Wandplatten- Werke, A.-G., Meißei
Vom Betriebsrat wurden Töpfer F. Lorenz und Fliesenpresaer Th. Klug
iu den Aufsichtsrat gewählt.
Franz Schreck, Ofen Spezialgeschäft, Gera. Alleiniger Inhaber is
jetzt Hoftöpfermeister Erich K. R. Schreck. Seine Prokura ist erloschen!
Leo Hausleiter, München. Nunmehrige Inhaberin ist Babett
Hausleiter.
Stettiner Schamotte- Fabrik, A.-G , vormals Didier, Stettin. Die Pro
kura des Ernst Terres ist erloschen ; er ist zum Vorstandsmitglied bestellt
Hermann Bulle, Königsee. Die Firma ist erloschen.
„Oäram" G. m. b. H , Berlin. Das Stammkapital ist auf dl 9 Mill
erhöht.
„Metrum" Apparatebau A.-G., vorm. G. A. Schnitze J. C Greine
Ben. & Sohn, Berlin- Neukölln. Die Kapitalserhöhung um M 200000 au
M 300000 ist durchgeführt.
Koewa- Gesellschaft m. b EL, Spezialfabrik für Thermometer, Glas1
instrumente und Hartgummiwaren, Jlmenau. Die Vertretungsbefugnis de
Geschäftsführers Friedrich H. E. Koehler ist erloschen.
Koehler & Walther, Jlmenau. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Kaul
mann Friedrich H. E. Koehler ist ausgeschieden. Kaufmann Gueta
Walther hat das Geschäft mit allen Aktiven und Passiven übernomme.
und führt es unter der bisherigen Firma weiter.
Sächsische Glas- und Gissperlenfabrik, G. m. b. H, Radeberg (Gas1
hof zum Roß) Herstellung und Vertrieb von Glas und Glasperlen sowi
verwandter Artikel. Stammkapital: dl 120 000. Selbständig Vertretung!
befugte Geschäftsführer sind Baumeister Anton Sprenger und die Kau!
leute Emil Zimmermann und Bruno Posselt.
„Stella" A.-G. für Christbaumschmuck (vorm. J. Stellmacher), Steil
heid, S.-M. Uebernahme und Fortbetrieb des unter der Firma J. Stet
macher, Christbaumschmuckfabrik „Stella" betriebenen Fabrikations- un
Handelsunternehmens. Grundkapital : Ji 6,3 Mill. Alleiniger Vorstand it
Kaufmann Adolf Stellmacher. Die Kaufleute Franz Geyer und Oaka
Scheler haben Gesamtprokura. Den ersten Aufsichtsrat bilden Kaufman
B. Stellmacher, Dr. 0. Seeling, Bankdirektor E. Cronemeyer.
Eisglas G. m. b. H, G. Gaß, Berlin. Anfertigung und Vertrieb vo
Bisglas und Abschluß sämtlicher damit verwandten Geschäfte. Stamm
kapital M 20 000. Geschäftsführer sind die Kaufleute Mario Luks un
Wilhelm Heinrich und Fabrikant Gustav Gaß.
W. F. Besold & Co., Fürth (Blumenstraße 12). Kaufmann Han
Haberstumpf ist als pereönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Di
Firma lautet jetzt: „W. F. Besold & Cj."
Verein deutscher Spiegelglas- Fabriken, G. m. b. H., Köln. D
Heinrich Schroeder Nordheim hat Gesamtprokura.
Syndikat Deutscher Tropfglasfabriken, G. m. b. H., Dresden (Berg
Straße 5) Verkauf der von den vertragschließenden Gesellschaftern pre
duzieiten Tropfgläser, ferner Erwerb oder Brpachtung von, Unternel
mungen, die dem vorbezeichneten Zwecke dienen können, insbesonder
von Giashüttenwerken und Betrieb solcher Unternehmungen. Die Gesel
schafter sind bis 31. 12. 24 an den Vertrag gebunden. Findet bis zui
1. 7. 24 von seilen eines Gesellschafters eine Kündigung per Bnde 192'
statt, so besteht die Gesellschaft für diejenigen Gesellschafter, die de
Vertrag nicht gekündigt haben, weiter, und zwar dergestalt, daß die vei
bleibenden Gesellschafter erst frühestens zum Ablauf mit Ende 1926 de
Vertrag kündigen können, gleichfalls unter Einhaltung der halbjährige
Frist und mit der Wirkung des Fortbestehens unter den nicht kündigende
Gesellschaftern über den 1, 1. 27 hinaus in gleicher Weise für jedesms
zwei Jahre. Stammkapital: JI 40000. Geschäftsführer ist Ingenieur un
Chemiker Dr. phil. Hugo Kratz
Nordische Ofenfabrik und Gießerei, A.-G., Flensburg. An Stelle dt
ausgeschiedenen Direktor Hans Bourdy wurden die Direktoren Otto Rathj
und Jacob Dreyer zu gemeinsam vertretungsbefugten Vorstandsmitglieder
bestellt. Die Prokura von Jacob Dreyer ist erloschen.
Germersheimer Emaillierwerk Klee & Leineweber, G. m. b. H
Germersheim. Die Kauflente Fritz Geißert und Ernst Klee haben Gi
samtprokura.
A.-G. Lauchhammer, Riesa. Die Aktiengesellschaft hat sich anfg
löst. Ihr Vermögen ist als Ganzes an die Linke-Hofmann Werke, A.-G
Breslau, übertragen worden. Eine Liquidation des Vermögens der au
gelösten Gesellschaft findet nicht statt.
Rheinischer Glas- und Farbenvertrieb, G. m. b. H, Köln. Anto
Combüchen ist nicht mehr Geschäftsführer.
Oberlausitzer Glashütten-Niederlage Ludwig & Co., G. m. b. H
Görlitz Das Stammkapital ist um JL 128000 auf JC 256000 erhöht wordei
Rheinische Glas-Niederlage Franz Forster, Düsseldorf. Der Firmei
inhaber ist gestorben. Das Geschäft ist durch Erbgang auf Kaufman
Hans Niepieklo übergegangen, der es unter der bisherigen Firma fortführ
E. de Haen, A.-G., Seelze bei Hannover. Fabrikant L. Peill jr. un
Professor Dr. H. Schlange sind aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Voi
Betriebsrat wurden Angestellter Th. Funke und Arbeiter 0. Jarneik in de
Aufsichtsrat gewählt.
Zierdruckanstalt Lindenruh, G. m. b. M., Lindenruh bei Glogai
Alfred Münnich ist nicht mehr Geschäftsführer.
Gebrauchsmuster.
Deutsches Beleb.
Eintragungen.
811 639. 30 b. Künstlicher Zahn. Carl Ullrich Fehr, Berli
Friedenau, Fregeatraße 5. 22. 4. 21.
1922. (65. Jahrgang.;
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 80
84 1
811 666. 36 a. Zirkulationskaehelofen für Zweizimmerheizung.
Erste Augsburger Herdfabrik Ferdinand Mebert, Angsburg. 13. 2. 22.
811 662. 30 b. Künstlicher Zahn mit gefaßter Brückenarbeit.
811 663. 30 b. Künstlicher Zahn.
C. Hermann Nagler, Hannover, Nordmannstraße 10. 22. 2. 22.
811682. 30 b. Hilfsmittel für Zahnformen zur Herstellung von
Logan- und Daviskronen. , .
811 683. 30 b. Befestigungsvorrichtung für Stifte und Knöpfe bei
künstlichen Zähnen.
Deutsche Zahnfabrik Pinkas Buchbinder, Frankfurt a. M. 10. 3. 22.
811693. 30 k. Verschlußstöpsel für Parfüm- u. dgl. Fläschchen.
Emil Hettler Nachf., Pforzheim. 13. 3. 22.
811 695. 21 c. Hängeisolator. Porzellan-Industrie- A.-G,, Berghaus,
iuma i. Th. 13. 3. 22.
811 698. 42 1. Taschenalkoholometer mit Kontrollzäbler. Wilhelm
Roll & Co., Berlin. 14. 3. 22.
811 710. 36 a. Kachelofen mit offenem Wärmespeicher und Luft-
zirkulation. E. von Bargen, Berlin-Friedenau, Lefevrestraße 9. 17. 1. 22
811731. 30 k. Pipette zur Applikation von Flüssigkeiten für
tätliche und zahnärztliche Zwecke. Alfred Kunz, Heidelberg, Brttcken-
11. 3. 22.
341. Isolierflasche. Eobert Scha eider, Berlin. Adalbert-
10 21.
Glühbirne mit farbigen Zeichen jeder Art als Kenn-
gegen Diebstahl. W. Schierholz, Aachen, Kasino-
kopfstraße 4.
" 811881.
Straße 6. 24
811 888.
zeichen zum
Straße 36. 23.2. 22.
811 927. 75 a
21 f.
Schutz
Spritzapparat znm Spritzen von Farben, Lacken,
Oelen, Wollstaub, Fasern u. dgl. Leipziger Tan gier- Manier, Alexander
i Grabe, Leipzig-Plagwitz. 3. 10 21.
811998. 21 e. Vetsand-Prtif-Fläschchen für elektrische Isolier-
flttssigkeiten. Heinrich Beil, Chemnitz, Solbrigstraße 2. 7. 3 22.
812 157. 30 b. Auswechselbarer, künstlicher Kassettenzahn.
Alexander Sonnenschein, Dresden, Kttgelgenstraße 2. 9. 3. 22.
812192. 80 d. Selbsttätige BohiölznftthrungBVorrichtung för Glas-
n. dgl. Bohrmaschinen. Josef Schechinger, München, Geiselgasteigstraße 3.
!8. 5. 20.
Thermometer. Eduard Koehn, Genf. 17. 3. 22 ;
812 383. 42 i.
Ichweiz 2. 9. 21.
812 513. 36 a.
Braunschweig. 13. 3
812 814. 53 b
H. Beinicke & Eichau,
Türplatte für Kachelöfen.
22.
Deckel für Einmachgefäße (Frischhaltungsgefäße).
ufiErnst Langheinrich, Utting a. Ammersee. 20 3. 22.
812 933. 53 b. Einmacheglas. Franz Eugen Müller, Dresden,
Hindenburgstraße 14. 21. 3. 22.
812 974. 54 g. Keramische Flachmuster. Porzellanfabrik F. Thomas
j"l(Inh. Porzellanfabrik Ph. Bosenthal & Co., A.-G.) und August Haußel,
Ittarktredwitz. 5. 12. 21.
813 192. 64 a. Vakuumstöpselverschluß.
823 193. 64 a. Sterilisierbarer Flaschenverschluß.
Adolf Bail, Bielefeld, Melanchthonstraße 45. 16, 4. 21.
813 262. 46 f. Glasrönrebehälter für Bezeichnungstäfelchen, speziell
Gärtnereibetriebe. A. Waldemar Küster, Neukölln, Bergstraße 43.
für
2 3 22.
.J' 813 402. 53 b. Konservenglas. Carl Stöckling und Fritz Seyer,
Äßerlin, Elisabethkirchstraße 15. 30. 3. 22.
im 813 422. 421. Gasentwicklungsflasche mit Waschvorrichtung für
«das entwickelte Gas. Bobert Müller, Komm.-Ges,, Essen. 7. 12. 20.
Iti; 813 424 82 a. Einrichtung zum Trocknen von Dewaiflaschen.
« Richard Cmok, Berlin, Waldstraße 43. 4. 3. 21.
\m 813 427. 21 c. Hänge- und Abspannisolator für Hochspannung.
(«Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. 7. 6. 21.
Ifflf 813 592. 30 b. Künstlicher Frontzahn. Porzellanfabrik C. M.
liHutschenreuther, A.-G., Abteilung Badeberg i. S., Eadeberg i. S. 1. 4. 22.
W- 813 687. 80 c. Bomse. Bosenthal Porzellanfabrik, vorm. Jacob
Zeidler & Co., Selb. 29.3. 22.
813 721. 30 b. Künstlicher Zahn. 1. 3 22.
813 722. 30 b. Matrize zur Herstellung künstlicher Zähne. 2.3.22.
Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther, A.-G., Eadeberg i. S.
814055. 8 a. Maschinelle Einrichtung zur Herstellung von Schmirgel-
leinen, Schmirgel- nnd Glaspapier. Hans Eich, Benrath a. Eh. 6 4. 22.
814164. 36 a. Kachel- bzw. Formsteinofen mit Temperatur- und
IPeuerregelung. Mott-Ofen G. m. b. H., Berlin. 4. 4. 22.
814332. 4 a. Kronleuchter aus Ton. Kölner Kunstfigurenfabrik
H. & M. Löhnberg, Köln-Ehrenfeld. 1. 4. 22.
814339. 53 b. Schälchen für den Momentverschluß von Einmache-
gläsern. Franz Engen Müller, Dresden, Hindenburgstr. 14. 4.4. 22.
,f 814445. 44 a. Gedrückter und geschliffener Glasstein in runder,
'""ovaler und stumpfeckiger Form. Becker & Eli, Oberstein a. d. Nahe.
22.
814489. 36 a. Ofenkachel. Wilhelm Haase, Berlin, Hagelberger
ien|iStraße 5. 7. 4 21. . .
814 554. 44 b. Pfeifeneinsatz aus keramischer Masse, in Form eines
JiSiebes Emil Müller, Karlsruhe-Büppurr, Löwenstr. 17
54 g. Eeklamebiergläser. Carl Gtilich,
14.1.
Köln,
22
Berlich 33.
814618
16 3 22
814705. 67 a. Abziehvorrichtung für Schmirgelscheiben. Franz
Simon, Köln-Mülheim, Windmtthlenstr. 36 b. 10. 4. 22.
814 734. 80 c. Bomse. Porzellanfabrik Ph. Eosenthai & Co., A.G.,
Berlin. 13.2. 22,
814745. 36 a. Feuerfester Stein für die Auskleidung heißer Oefen.
814746. 36 a. Feuerfester Stein.
C. Petersmann, Schüren b. Aplerbeck. 20.3. 22.
S14872. 32 a. Brenner zur Erwärmung der Flaschenmundstttck-
kegel bezw. -Pegel an Flaschenblasmaschinen. Stralauer Glashütte, A.-G.,
Berlin-Stralau. 12.4. 22.
814882. 80 b. Auswechselbarer Zahn für Kautschukgebisse. Dr.
iL Stempa, Frankfurt a M., Zeil 66. 13 11, 20.
814 964. 12 e. Füllkörper für Absorptions- und Eeaktionstürme
u. dgl. Prym & Co., Stolberg, Bhld. 18. 11. 20.
814 973. 4 b. Lampenschirm aus Glas, Porzellan «der Steingut,
der mit einer Netz oder Schleier vortäuschenden Malerei überfangen ist.
Heinrich Bauer, Neustadt a d. Haardt. 28. 12. 21.
815015. 36 8. Küchenofen aus Eisenbeton mit Schamottefutter.
Paul Müller, Görlitz, Eauschwalder Str 15, 12.4. 22.
815 058. 30 g. Flasche für Kopf- und Haarwässer. Ernst Weiß,
Bielefeld, Vifctoriastr. 10. 1 2. 22.
815186. 21c. Mehrteiliger Sttttzisolator.
815 187. 21 c. Zweischirmiger Hängeisolator.
H. Schomburg & Söhne, A.-G., Margarethenhütte, Post Großdubran.
15. 4. 22
815311. 64 a. Sicherbeitsverschluß für Flaschen u. dgl. Hermann
Hallwas, Landsberg a. W. 20.4. 22.
815320. 30 d. Kombinierte Wärmflasche aus Ton oder anderem
Material mit seitlich vertieft liegendem Verschluß, Dr.-Ing. Hans Wrück,
Leipzig, Kochstr 49. 22. 4. 22.
815388. 64 a. Sicherheitsverschluß für Flaschen, um das betrüge-
rische Nachfüllen derselben zu verhindern. Friedrich Menthel, Gleiwitz
i. Schi., Babnhofstr. 7. 25. 8. 21.
815418. 44 b. Mit Tischklemmen versehene Zigarrenascheschale aus
keramischer Masse. Emil Beyer, Werdau i. S, 13, 4. 22.
815 523. 42 i. Fieberthermometer Karl Beutermann, Calbe a. S.
25.3. 22. ;
815644. 33 c. Glasflasche mit doppeltem Verschluß. Johann Maria
Farina Dr. E. Meitzen am Dom zu Köln. 13 4. 22
815 575. 21h. Elektrischer Heizofen. Sand- und Steinzeugwerke
C. Großpeter, Komm -Ges., Großkönigsdorf, Bez Köln.. 2 8. 21.
815 781 und 815 782. 21c. Hänge- oder Abspannisolator. Porzellan-
fabrik Ph. Bosentbul & Co,, A.-G., Selb i. Bay. 22.4, 22.
815813. 53 b. Luftleer zu pumpendes Einmachglas. Josef Vogel
und Gustav Heermann, Weisweiler, Ehld. 23 3 22.
815 832. 32 c. Parfumerie- und Kopfwa^serflakons mit aufgesetzten
Puppen resp. Puppenköpfen. Saxa Parfümerie-Fabrik B. & Th. Herrmann,
Berlin. 22.4. 22. v\- . ^
816 906. 80 a. Zweiteilige Gießform für Toneier. 0. Eeinh. Ohares,
Steinzeugfabrik, Altstadt- Waldenburg i. S. 24. 4. 22. .
815 920. 30 k. Spritzflasche znm Zerstäuben von Heil- und sonsti-
gen flüssigen Mitteln Serin & Carls, Köln. 29 4. 22.
816140. 4 b. Elektrischer Beleuchtungskörper aus mehreren aus
Glas gefertigten, einzeln je eine Glühlampe umschließenden Bosen an ver-
schieden langen, zweckmäßig in einen Knotsn zusammenlaufenden Auf-
hängeBchnüren. Willy Lewerenz, Berlin-Tempelhof, Eingbahnstr. 7. 20. 4. 22.
816 269. 21 h. Elektrisch geheiztes Kochgerät aus keramischer
Masse Emil Manger, Schwenningen a. N. 21. 2. 22.
816 464. 4 b. Beleuchtungsglas. Helmholz & Pauli, Frankfurt a. M,
19. 4. 22.
816 693. 64 a. Flaschenverschluß. Hermann Eieß, Lange Eötter 30,
und Josef Osterroth. Kronprinzenstraße 26, Mannheim. 18. 10. 21.
816 722. 64 a. Panschflasche. J. Caderlunds Söner Zweignieder-
lassung in Lübeck, Lübeck, 2. 5. 22.
816 789. 53 b. Konservenglas. Fritz Lange, Herford l. W. 5. 5. v&.
816 884. 64 a, Granatenförmige Flasche. Heinz Gttntzel, Char-
lottenburg, Spandauer Berg 10. 15. 4. 22. _
816 937. 64 a. Nicht nachftillbarer Flaschenverschluß. Eudolf
Schädnch, Magdeburg, Gartenstraße 5. 11. 3. 22.
817 072. 34 f. Stützerisolator als Gebrauchsgefäß. Porzellanfabrik
Kahla, Filiale Hermsdorf-Klosterlausnitz, Harmsdorf, S -A. 8 5. 22.
817 126. 53 b. Konservenglas. Paul Sacher, Gera, Eeuß, Sorge 3.
8 5 22
817 249. 42 1. Eeagenzglas mit Aufsatz zur Verhütung von Sub-
stanzverlusten beim Kocnen stoßender oder schäumender Flüssigkeiten.
Hugo Winkler, Hamburg, Lambrechtsweg 10. 8.5. 22.
817 257. 21 c. Porzellandrahtklemme, insbesondere für feuchte
Bäume. Paul Zimmermann, Erfurt, Daberstedterstraße 17 a. 10. 5. 22.
817 282, 80 a. TonschoSlenschneidmaschine. Johann Mengen,
Baumbach, Westerwald. 31. 3. 22.
817 581. 341. Behälter für Konfekt u. dgl, von Poncet Glas-
hüttenwerke, A.-G., Berlin. 13. 5. 22. '
817 748. 34 1. Flasche mit Iäoliermantel. Heinrich Naß, Langen-
scheid b. Balduinstein, ünterlahnkr. 3. 5. 22.
Verlängerung der Schutzfrist.
681239. 32 a. Glasblasmaschine usw. Otto Nicko, Senftenberg.
7. 4 22.
699180 64 a. Mund- und Zahnwasserflasche. Carl Stelzer, Leipzig-
Dölitz, Bürgerstr. 4. 14. 1. 22. . _
703 003. 67 a. Porzellanschleifmaschine usw. Eobert Wenig, Hof.
24. 3. 22. ' ,x ir i
704194. 53 b. Verschluß für Konservengläser. Konservenglasge-
sellschaft Bott & Co. m. b. H, Frankfurt a. M. 24 3. 22.
704 493. 21c. Isolator.
704 494. 21 c. Isolator.
August Eobert Müller, Berlin, Königgrätzerstraße 103. 24. 3. 22.
706 544. 42 i. Thermometer usw. Peter Müller, Essen, Bittten-
scheider Str. 132. 31.3. 22. •
707 533. 21c. Kappenbefestigung für Hänge- oder Abspanmsola-
toren. Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf-Klosterlausnitz, Herms-
dorf, S.-A. 27 4. 22. ■ ■'
711 177. 42 e. ©asvolumeter. Dr. N. Gerber's Co. m. b. H.,
Leipzig. 29. 3. 22.
712 521. 32 a. Preßvorrichtung usw. 13. 4. 22.
712 525. 32 a. Vorrichtung zur Herstellung von Flaschen usw.
29. 4. 22. , , „ „ ,
Glasmasohinenfabrik System Jean Wolf, G. m. b. H, Brühl, Bez. Köln.
m - m m
$ P ß fi C H S A AX-CÖBURa
i&2. (58. Jahrgang.)
724 531. 21 c. Hänge- oder Abspannieolator usw. Porzellunfabrik
Ph. Eosenthal & Co, AG, Selb, Bayern. 14.8 22.
726 895 4 a. Flaschen verschloß. A. Bnpp, Stuttgart, Haupt-
stätterstraße 78 4 4. 22
731426 21 c. Isolator usw. Porzellanfabrik Ph. Kosenthai & Co.,
A-G., Selb i. Bayern. 14. 3. 22
739041. Sie. Isolator usw. Porzellanfabrik Ph. Roseithal & Cj.,
A.-G., Salb, Bay. 10.4 22.
760 257. 21 c Doppelg'ockenisolator usw.
765115. 21 c. Glockenisilator usw.
Siemene-S hu^kert werke G. m. b. H., Si-mens^tadt b. Berlin. 12. 5. 22.
806 982. 53 b. Deckel für Einkochgtäser. August Zir, Hannover.
Listerstraße 33c, und A. Lampel & Co, Eomm.-G^., Berlin 27.2 22.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
96. Wie ist eine Stanzmaise für elektro-techn. Fayence (nicht Por-
zellan) zusammenzusetzten? Mit Fayence ist in diesem Falk eine besondere,
etwas gelblich gefärbte Ware für den engl Markt gemeint. Die Masse
wird in Pulverform gestanzt und enthält offenbar ziemlich viel Feldspat.
Wie ist die Zusammensetzung des Stanzöls, und bei welchem SK findet der
Garbrand statt? Werden die Stücke roh glasiert oder ist zweimaliger
Brand erforderlich?
Erste Antwort: Die von Ihnen bezeichnete sogenannte englische
Ware wird in zwei Ausführungen auf den Markt gebracht; einmal i*t der
Scherben weiß mit deckender Cremeglasur, ein andermal ist der Scherben
cremefarbig mit farbloser Glasur. Die letztgenannte Art ist die gebräuch-
lichste, und diese Waren werden *m meisten verlangt. Verwendet werden
rheinische und sächsische Tone nach etwa folgendem Versatz :
Masse:
Plastischer Ton . . 57,5 Gew-T.
Feldspat 20,0 „
Qaarzsand .... 22,5 „
Glasur: Frittenversatz :
Borax, krist. ... 95 0 Gew.-T.
Soda, entwässert . . 26,5 „
Magnesit .... 21,5 „
Witherit .... 49,0 „
Sand von Hohenbocka 70,0 „
Mühlen versatz :
Fritte 185,0 Gew.-T.
Zettlitzer Kaolin 26 0 „
Sand von Hohenbocka 50 5 „
Die Brenntemperatur für den Schrühbrand liegt bei 900—950», der
G'asurbrand bei 1100—11200. ßie Masse wird aus d°n feingemahlenen
M«terialien trocken versetzt, mit Stanzöl und etwas Wasser aufbereitet
u^d änßerst innig vermengt, so daß sie kleine feucrrtepfiörncben bildet.
Zweite Antwort: Eine eigentliche Fayen^Misse würde für
elektrotechnische Stanzartikel einen zu porösen unfly lockeren Scherben
ei geben, es kommt vielmehr ein oxydierend gebrannterisund infolgedessen
gelber Steinzeugscherben in Betracht, der nahezu dicht, aber mit Stein-
gutelasnr gebrannt ist. Es gibt dies den gleichen . Scherben, wie ihn
z B die mit glatter Glasur (nicht Salzglasur!) bedeckte, gelbe Wester-
walder Steinzeugware zeigt. Sie erhalten eine passende Masse, wenn Sie
60 Gew-T. eines guten, fetten Westerwäl der Tones versetzen mit 40 Gew.-T.
birkenMder Feldspat. Die naß fein gemiscnte Masse wird getrocknet, mit
etwa % ihres Gewichtes eines zu gleichen Teilen bestehenden Gemisches
von Wasser, Büböl und Mineralöl gut durchgeknetet und so zum Stanzen
verwendet Die Ware wird bei SK 012a biskuit gebrannt, dann mit Stein-
gutglaBur glasiert und bei SK 4 a— 6 a glatt gebrannt i&jgut oxydierendem
Dritte Antwort: Die Zusammensetzung der gelblichen Fayence-
Masse für Stenzartikel richtet sich nach den zu verwendenden Bohstofien,
und es lassen Bich deshalb nur Anhaltspunkte dafür^geben. Zunächst ist
ein gut plastischer, gelblich brennender Ton dazu nötig, der je nach seinem
frinterungs- und Plastizitätsgrad sowie der gtwnnschten Brennhöhe mit
F^dspat und Sand versetzt wird Die daraus gefertigten Stanzartikel
werden bei SK 6—10 gebrannt, je nachdem man einen mehr oder weniger
dichten Scherben erzielen will. Die geschrühten Stücke werden dann mit
e ner passenden Blei-Borsx Glasur versehen und zum zweiten Mal bei
8K 1—3 gebrannt. Das Stanzöl beziehen Sie am besten von den ein-
ecolägigen Geschäften, von denen Sie auch wohl eine Gebrauchsanweisung
e halten. Andernfalls ißt auszuprobieren, mit wie viel und in welcher Weise
d mit am besten gearbeitet werden kann, denn jedes Stanzöl und jede
Masse verlangen besondere Mischungsverhältnisse. Ein Bohglasieren ist
nicht zu empfehlen, da die Stücke dabei nicht ganz sauber werden, was
gerade bei Stanzaitikeln zu vermeiden ist. Wenn die Ware sehr hoch ge-
Bührttht wurde, müßte die Glasur aufgespritzt werden, weil die ziemlich
fctark gesinterten Stücke die Glasur schlecht aufnehmen.
Vierte Antwort: Die ordinären Fayencemassen bestehen aus ge-
wöhnlichen Tonen mit 10— 15% Schlämmkreide oder Kalkspat. Haben
Tone grobe Sandbeimengungen, bo müssen Bie nach dem Aufschlämmen
durch ein Sieb geschlagen werden. Feldspatzugabe ist gewöhnlich nicht
nötig Vorgebrannt (geBchrtiht) werden die gewöhnlichen Fayencen etwa
bei SK08— 1, je nach den Tonen, glattgebrannt bei 09a— 04 Zweimaliger
Brand ist durchaus zu empfehlen Das Stanzöl kaufen Sie am besten
fertig Die Feyence, die Sie offenbar meinen, ist schon ein feineres
Material, ähnlich dem FeldBpatBteingot, und wird wie dieses zusammen-
gesetzt, nur daß man gelb brennende Tone verwendet.
97. Wir haben versucht, Spielkugeln aus Ton herzustellen. Die Form-
qebunq ist uns zwar gelungen, doch fehlt den Kugeln der nötige Qlanz, so-
wohl vor als auch nach dtm Brande. Wie wird dieser Qlanz erreicht,
und wie müssen die Kugtin gefärbt werden, damit sie ein schönes Aus-
sehen haben? J. m _ , , ■, ™ , .
Erste Antwort: Falls die Tonkogeln nach dem Brande noch
etwas poiös fciud, körnen sie mit wasserunlöslichen Anilinfarben gefärbt
werden indem man sie in einem Netze durch die Farblösung zteht. Die
Farbe wäre dabei mit etwas KlebBtoff zu versetzen. Sind die Kugeln für
eine Flüssigkeit nicht mehr aufnahmefähig, so kann die Färbung nur in
der Mbbbb durch Faibkörper erzeugt werden. Die glatte glänzende Ober-
fläche wird gewöhnlich durch Polieren erzielt, und zwar in Polier-
trum mein. Ob Bich aber Ihre Masse hierzu eignet, müßte ausprobiert
werden.
Zweite Antwort: Der Glanz der Kugeln hängt von dem
Sinterungsgrad der Tone ab ; Sie müssen früh sinternde Tone verwenden
oder höber brennen. Ein Zusatz von Borsäure, B rax, Pottasche u. dgl.
bringt den gewünschten Glanz hervor. Darch Zusatz von Metal'oxyden
können Sie die verschiedensten Färbungen erzielen. Kaufen Sie sich
Farbke'per und proben Sie diese aus.
Dritte Antwort: Wenn die Spielkngeln nicht dichtgebrann*
sind, wird es schwer sein, ihnen Glanz und schönes Aussehen zu geben-
im andern Fall lassen sie sich in Poliertrommeln mit entsprechenden
Poliermitteln wie Talkum, Zinkoxyd und dergl. glänzend bekommen. Die
Färbung erfolgt am besten in der Masse selbst mit den bekannten Farb-
oxyden bzw. Farbkörpern, mit denen die Kugeln natürlich gebrannt werden j
müssen.
98. Bei meiner Fabrikation von I einsteinzeug, das 4$ bei SK 7/9 i
in Kapseln^ eingesetzt im Bunzlauer Langofen brenne, habe ich mit
Schwierigkeiten zu kämpfen. Den eigentlichen Hochglanz der Glasur haben
nur die Geschirre, die in den 2 Schichten direkt an der Feueretngang*seite
stehen; alle andern Gegenstände sind wohl ausgeflossen, erscheinen jedoch,
wie mit einem Hauch überzogen. Gebrannt wird mit Briketts und Holz.l
Die Briketts sind ziemlich minderwertig und erscheinen mir schwefelhaltig. \
Nach dem Abbrennen des Ofens warte ich mit dem Verschmieren deri
Feuerungen, bis die letzten Feuer flammenfrei niedergebrannt sind. Es\
ist nun vielleicht möglich, daß während dieser Znt die ersten Schichten^
bereits soweit abgekühlt sind, daß die nach dem Verschmieren der Feuer-
öffnungen entstehenden Schwefeldämpfe dem* 'Einsatz nicht mehr schaden,\
sondern nur den weiter hinten stehenden Schichten, wo die Abkühlung noch\
nicht so weit vorgeschritten ist, also die Glasur noch die Schwefeldämpfe\
aufnehmen kann. Kann man vielleicht mit dem Verschmieren der Oeff-\
nungen noch länger warten, ohne ein Brandrissigwerden der Geschirre
befürchten zu müssen, oder wie ist sonst der Fehler zu beseitigen?
Erste Antwort: Wann Sie er3t nach dem völligen Niederbrennen
der Feuerungen das Verschmieren vornehmen, können doch wohl nach-
träglich keine „Sihwefeldäupfe" mehr entstehen. Dann ist darauf hinzu-
weisen, daß die ungünstige Wirkung des Schwefels in den Brennöfen nur
durch die Entstehung von Schwefelsäure verursacht wird, indem die sehr
frühzeitig entstehenden schwefelsauren Salze sich nicht mehr oder nur sehr
schwer zu Silikat zersetzen und in das Glas übergehen köanen. Es ist
dieB die gleiche „Glasgallena-Biluung wie in der Glasindustrie. Wenn aber,
Ihr Brand schon fertig und Ihre Glasur aufgeschmolzen ist, könnte ein
nachträgliches Entstehen von Schwefelsäure Überhaupt kaum mehr eine
Wirkung haben Der von Ihnen beklagte Fehler beruht Bicherlich auf dei
Tatsache, daß eben die Segerporz allaugiasur, die ja all diesen „Steinzeug-
glasuren" zugrunde liegt, erst bei SK 9 vollständig klar ausgeflossen ist
und unter dieser Temperatur stets noch etwas ungeklärt erscheint. Sie
müssen daher einfach etwas höher brennen, wenn Sie an allen Stellen des
Ofens eine vollkommen brillante Glasur erzielen wollen.
Zweite Antwort: Sreinzeugglaturen für SK 7—9 Bind bei
richtiger Zusammensetzung schöne Glasuren mit stets gutem Spiegel
Schwefel enthält jede Kohle, aber er hat. keinen Einfloß auf diese Art voi
Glasuren, wenn er nicht gerade im Uebermaß vorhanden ist. Ihre Glasui
scheint zu hart zu sein; an den Feuerungen schmilzt sie aus, weiter at
nicht. Sie hätten ihre Zusammensetzung angeben sollen, um sie mit änderet
vergleichen zu können.
99 Wir bitten um Angäbe eines billigen Versatzes für eine Pot
zellan-Stanzmasse, und zwar mit nur inländischen Materialien.
Erste Antwort: Zar Herstellung einer billigen Stanzmassi
sind zunächst in der Nähe befindliche Bohstoffa zu verwenden, um dii
teure Fracht auf weite Entfernungen zu vermeiden. Statt der teuren ge
schlämmten Porzellanerde könnte eine geeignete ßoherde, z. B. Kemna
litzer Bohkaolin verwendet werden mit etwa 50% Tonsabätanz, so dal
dieser Kaolin nur auf der Naßtrommel M ihle gemahlen zu werden braucht
um ihn gebrauchsfähig zu machen. Dii Flußmittal, wie Feldspat un
Dolomit, Bind besonders zu mahlen und dann im Qiirl zuzusetzen. Aue
gewisse Hallesche Bohkaoline köanen verwandt werden, am besten mi
Kemmlitz'vr oder Börtewitzer zusammen. Fehlt dann bei dem Versat
etwas Tonsubstanz, so müßte etwas geschlämmter Kaolin oder Ton be:
gesetzt werden. Versuchen Sie folgenden ausprobierten Versatz : 80 Gew.-Q
Kemmlitzer Bohkaolin, 35 Gew.-T. Hallescher Bohkaolin und 5 Gew.-T
Hallescher Iäolatorenton werden auf einer Trommel etwa 12 Stunden lan
gemahlen, während in einer anderen Trommel 20 Gew.-T. Thüringj
Porzellansand, 35 Gew.-T. Qaarzspat Ströbel und 1 Gew-T. Dolomit etw
18 Stunden laufen Beide Aufgaben werden dann auf dem Qiirl gemisel
und dann weiter verarbeitet.
Zweite Antwort: Je nachdem, wie hoch Sie brennen wollei
benntzen Sie eine echte, typische Porzellanmasse, wie Sie sie in jedei
keramischen Lehrbuch oder dem FragekaBten früherer Jahrgänge fiadei
Der Unterschied gegenüber der Dreh- und Gießmasse liegt nur darin, de
die Stanzmasse mit Wasser und Oelen verknetet wird Er ist flr jede
Fachmann natürlich eine Kleinigkeit, Ihnen den Versatz irgend eim
Bolchen Masse bei Angabe der Materialien zu berechnen. Aber um di
Ausprobieren für Ihre speziellen Zwecke kommen Sie doch nicht heran
Nachstehend ein Beispiel einer Masse für SK 14:
Hohburger Kaolin -47 Gew.-T.
Quarzapat „Ströbel" 42
Dörentruper Sand
"
ittlVßb. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - CößURd
Dritte Antwort: Eine billige Masse und Glasur ans inländischen
Materialien für SK 9 ist die folgende:
Masse :
Wunsiedler Pegmatit 46 Gew.-T.
Döläuer Kaolin 21 „
Weißbrennender Meißner Ton .... 15 „
Qaarzmehl 18 ' »
Glasur:
Wunsiedler Pegmatit 235 Gew.-T.
Kalkspatmehl 20 „
Quarz ■ 51 „
Vierte Antwort: Eine Stanzmasse für SK 7- Ausbrand mit nur
10% Höhen-Schwindung ist die folgende:
Kab-Spat (Richter) 51,32 Gew.-T
Zettlitzer Kaolin (Imperial). . . . 14,11 „
Hoburger Kaolin lt»,23 „
Löthainer Ton, schwarz (Buhle) . . 8,69 „
Hirschauer Quarz (Dorfner) .... 6,16 „
Kalkspat . . . ■ • 4,49
Sa. 100,00 Gew.-T
oder Rab-Spat 61,02 Gew.-T.
Imperial-Kaolin ........ 15,54 „
Hohburger Kaolin . 16,78 „
Löthainer Ton, schwarz 12 96 „
Kalk 3,70
Sa. 100,00 Gew.-T.
mit 12% Schwindung. Erstere enthält 37,93%, letztere 43,89%
plastische Substanz.
Fünfte Antwort: Die auf Ihre Frage zu erteilende Antwort
hätte bedeutend mehr Wert für Sie gehabt, wenn Sie wenigstens die un-
gefähre örtliche Lage Ihres Betriebes angegeben hätten. So aber kann
man Ihnen nur einige Masseversätze mit ausschließlich inländischen
Materialien nennen, ohne zu wissen, ob der Bezug der letzteren durch die
mehr oderrweniger hohen Frachtsätze für Sie zu teuer wird oder nicht.
Der Preisunterschied bei den einzelnen Materialien fällt meistens nicht so
sehr ins Gewicht, weil auch hier gilt, daß ein in seiner Güte gleichmäßiges
und erstklassiges Material trotz höheren Preises billiger ist als ein minder-
-wertiges, wenn man den Ausfall der Ware bezw. die Schwierigkeiten in
der Fabrikation in Betracht zieht. Nachfolgend seien Ihnen bewährte
Versätze aus deutschen erstklassigen Materialien genannt:
12 3
Osmose-Kaolin ... 45 — — Gew.-T.
Osmose-Ton .... 12 — — „
Korbitz-Meißner Kaolin — 40 10 „
Hohburger Kaolin . . — 8 40 „
Ströbelspat .... 36 — 50 „
Neuhäuser Sand ... — 52 — „
Gltthscherben .... 3 — 5 „
Glas.
85. Wekhe Erfahrungen wurden bisher mit der Oelfeuerung gemacht?
Kann eine Wanne mit 10 000 kg schwer schmelzbarem Material mit Erfolg
mit Oel betrieben werden? Kann die Oelfeuerung wegen der starken Aus-
dunstung von der Gesundheitsbehörde verboten werden?
Erste Antwort: Die Oelfeuerung findet immer mehr und mehr
Aufnahme in allen Industriezweigen und auch in den Glashütten hat man
damit gute Kesultate erzielt. Die Anlage stellt sich beim Neubau viel
billiger, weil die Generatoren, Kanäle und Reversier- Vorrichtungen weg-
fallen. Man unterscheidet zwei Arten von Konstruktionen, und zwar Oel-
brenner oder -Zerstäuber und Oelvergaser. Im ersten Falle wird durch Luft-
oder Dampfdruck das Oel zerBtäubt und in dampfförmigem Zustande unter
Zutritt von stark erwäimter Luft verbrannt, was eine lange und sehr heiz-
fcräftige Flamme ergibt. Im zweiten Falle wird das Oel erst in beson-
deren Vorrichtungen vergast und dann verbrannt wie das Generatorgas.
Das erste Verfahren hat mehr Aufnahme in der Technik gefunden. Der
Betrieb des firlasofens kann entweder nach dem Regenerativ-System mit
umkehrbarer Flammenrichtung oder nach dem Rtkuperativ-System mit
gleichbleibender Flammenrichtung eingerichtet werden. Der Oeiverbrauch
hängt vom Heizwert deB Oeles und der Zusammensetzung des Glases so-
wie von dem Systfm des Ofens ab und schwankt bei modern konstruierten
Oefen zwischen 45—60 kg Oel für 100 kg fertiges Glas. Der Betrieb ist
sicher, erfordert wenig Bedienung und ergab bis jetzt keinen Ver-
stoß gegen die polizeilichen Verordnungen. Die Oeldämpfe gelangen fast
gar nicht in das Huttengebäude, und nur das Geräusch der Düsen wirkt
anfangs unangenehm; aber die leichte Regulierbarkeit des Ofens wiegt
diesen Nachteil auf. In Ländern, wo Mineralöl gewonnen wird, wie
Amerika, Bußland und Rumänien, wird die Oelfeuerung in der Glasin-
dustrie in großem Umfange angewendet, und es sind Oefen mit 10 und 15
Tonnen Tagesleistung gebaut.
Zweite Antw ort: Die Erfahrungen, die man mit Oelf euerungen
nicht nur in der Glas-, sondern auch in der chemischen und metallurgischen
Industrie gemacht hat, sind die denkbar günstigsten, lassen sich doch
mit der Oelfeuerung nicht nur sehr hohe Hitzegrade erzielen, sondern
euch eine flamme von immer gleichbleibender Zusammensetzung und
Reinheit. Die Handhabung der Oelteuerung ist äußerst einfach, da die
meisten Regulierungsarbeiten sich automatisch vollziehen. Da das Oel,
je nach seiner Viskosität und Zusammensetzung eine lange Flamme er-
gibt, so muß die Wanne mit umkehrender Flamme beheizt werden. Weiter
ist auf eine gute Rekuperatorkonstruktion zu sehen, da die Oelfeuerung
bei einer Wanne, wenn sie rationell sein soll, hochgradig erhitzte Sekundär-
luft haben und dabei mit dem geringsten Luftuberschuß arbeiten muß.
Die Oelfeuerungs-Anlage Boll dem Verhalten des Brennstoffs angepaßt sein,
ebenso erfordert die Konstruktion der Wanne besondere Erfahrungen. Eine
Belästigung der Umgebung findet bei richtiger Anlage nicht statt.
Dritte Antwort: Es arbeiten mehrere Glasfabriken erfolgreich
mit der Oelfeuerung. Wenn Sie das Oel billiger oder leichter beschaffen
können als Kohle, dann führen Sie ruhig in Ihrem Betrieb die Oelfeuerung
ein. Das Oel gibt ein verhältnismäßig schärferes Feuer als Kohle, in-
folgedessen werden Sie auch Ihr Material mit Erfolg schmelzen können.
Die Oelfeuerung ist besonders vorteilhaft in Bezug auf den gleichmäßigen
Ofengang, und Sie benötigen weniger Personal. Für eiue Wanne mit
10000 kg schwer schmelzbarem Material brauchen Sie zwei Brenner, die
mit komprimierter Luft oder mit Dampf das Oel zerstäuben. Dampf als
Reserve zu haben, empfiehlt sich, damit der Betrieb aufrecht erhalten
werden kann, wenn der Kompressor versagt. Von einer starken Aus-
dünstung, die zu Anständen bei der Gesuudheitsbehörde Anlaß gegeben
hätte, ist mir bei der Oelfeuerung bisher nichts bekannt geworden.
86. Wir schmelzen in einem Hochflammofen in niedrigen und
weiten Häfen Natron-Kalk-Glas. Das Glas wird wie Gußglas auf einen
eisernen Gießtisch ausgegossen und eben gewalzt. In den so erzeugten Glas-
tafeln haben wir sehr viel doppeltes Glas zu verzeichnen, d. h. eine gewalzte
Tafel besteht aus zwei deutlich erkennbaren aufeinanderliegenden Glasschichten.
Der zwischen den beiden Schichten wahrnehmbare Trennungsstrich ist
genau parallel zur Oberfläche der Tafel, d. h. die einzelnen Schichten sind
in ihrer ganzen Ausdehnung gleichmäßig stark. Wir verwenden stets den
gleichen Gemengesatz und gießen jeden Hafen möglichst vollständig aus.
Worauf ist dieser UebeMand zurückzuführen?
Erste Antwort: Der beobachtete Uebelstand ist darauf zurü?k-
zufuhren, daß die Homogenisierung des Glases mangelhaft ist, und zwar
einmal infolge des niedrigen Glasstandes im Hafen, und dann, weil es
dem Oberflammofen an Grundhitze gebricht, die für einen guten LäuternngB-
nnd Homogenisierungsprozeß uuerläßlich ist. Alle Flachgläser erfordern
eine sehr sorgfältige Dnrchmischung, weshalb auch der Glasstand bei
Flachglaswannen stets höher ist, wie bei Flaschen- und Hohlglaswannen.
Infolge des Fehlens der Gruudhitze liegt das Glas im unteren Hafenteil
fest und ist zäher, während das Glas im oberen Hafenteil durch die direkte
Wärmeeinwirkung weicher und dünnflüssiger ist. Beim Ausgießen des
Hafens können sich nun die beiden Giaspartien wegen ihrer verschiedenen
Beschaffenheit nicht innig, wie notwendig, vereinigen, und es bleibt
zwischen beiden der sichtbare Trennungsstrich. Hätte der Hafen eine
erprobte, normale Höhe und wäre ausreichend Grundhitze vorhanden, bo
würde es der oberen, dünnflüssigen, aber auch spezifisch schwersten Glas-
schicht möglich sein, die untere feste Glasschicht nach oben zu drücken.
Der Druck der oberen dünnflüssigen Glasschicht ist aber zu gering, um
die am verhältnismäßig kalten Hafenboden sitzende zähe Glasschicht, wie
erforderlich, fo&Während nach oben bewegen zu köunen. Da diese Auf-
und Abwärtsbewegung beim niederen Hafen im Oberflammofen nicht aus-
reichend zu erzielen ist, so maß naturgemäß die Homogenisierung des
Hafeninhaltes eine mangelhafte sein, läßt sich doch schon das Glas aus
niederen Häfen im Oberflammofen nicht für Flaschen, deren Inhalt
pasteurisiert werden soll, verwenden. Wenn Sie darauf achten, so werden
Sie finden, daß die Häfen, welche z. B. in der Nähe des Herdglasabzuges
stehen, wo die Grundhitze noch geringer ist, das minderwertigste Glas
liefern. Alle Gläser, an welche man nach dieser oder jener Richtung be-
stimmte Anforderungen stellt, müssen ausreichend homogenisiert sein, und
dazu Bind eine bestimmte Hafenhöhe und genügend Grnndhitze unerläßlich.
Zweite Antwort: Die doppeltschichtigen Tafeln können nur
von nicht homogenem Glas im Hafen herrühren, d. h. von Gles von ver-
schiedener Dichte, wie es entsteht, wenn bei gewissen Ofenkonstruktionen
die unteren Hafenpartien wenig Feuer bekommen, so daß der Hafeninhalt
nicht ordentlich durcheinander gemischt wird. Dar Schmelzprozeß ver-
läuft gewöhnlich von oben nach unten; ist nun die Unterhitze im Ofen
nicht genügend, so wird natürlich auch das Glas unten im Hafen lang-
samer schmelzen - und dünnflüssig werden, und die Folge davon ist die
Bildung von zwei Schichten im Hafen, die sich dann auch bei dessen
Ausgießen bemerkbar machen. Blasen Sie denn Ihr Glas ausreichend?
87. Gibt Ii kleine Glasblasemaschinen oder Apparate, mit denen
man kleine Gegenstände aus Glasröhren an" der Glasbläserlampe herstellen
kann? Lassen sich derartige Glassachen, die wohl schwachwandig sind,
abschleifen oder absprengen, und gibt es Schleif- und Absprengmaschinen
dafür? iVdeher Art sind die Formen, und lassen sich auch Sachen ohne
Formen blasen? Wie geht der Arbeitsgang vor sich, und was lassen sich
für Gegenstände herstellen? Wer liefert entsprechende Einrichtungen?
Erste Antwort: Um die nicht ganz klare Frage beantworten zu
können, hätten Sie angeben sollen, was Sie an der Lampe erzeugen wollen.
Wie man beim Glasblasen am Ofen für bestimmte Gegenstände, um die
Lungen der Glasbläser zu schonen, sich eines Pistons bedient, so kann
man unter Umständen diesen Apparat auch am Gebläsetisch verwenden.
Je nach der Stärke der Röhren unl dem Zweck, dem die am Gebläsetisch
nergestellten Gegenstände dienen sollen, sind sie schwach- oder starkwan-
dig, woraus sich ergibt, daß sie nach Bedarf abgesprengt oder abgeschliffen
werden können. Die Gegenstände werden in Formen, gleich den anderen
Glasformen, öder aus freier Hand, wie die Instrumente und Apparate, ge-
blasen. Der Arbeitsvorgang kann, da nicht gesagt ist, was geblasen werden
soll, nicht beschrieben werden.
Zweite Antwort: Wie ich Ihre Frage verstehe, wollen Sie eine
Glasbläserei einrichten, wissen aber noch nicht, was für Gegenstände Sie
herstellen wollen. In diesem Zweig der Glasindustrie sind noch keine
GlasblaBmaschinen in Gebrauch ; das wäre dann auch keine Lampenbläserei
mehr,.; üttr gewöhnlich werden chemische, pharmazeutische, medizinische
und technische Artikel an der Lampe hergestellt, und zwar bläst der Glas-
bläser die Gegenstände frei nach dem Augenmaß, und die schwachwandigen
Glassachen werden nicht abgeschliffen, sondern verschmolzen.
88. Ich bitte um Angabe einer Vorschrift für die Herstellung eines
erstklassigen Glaserkittes. Welche Maschinenfabriken übernehmen die
Einrichtung?
E||ie Antwort: Ein wirklich guter Glaserkitt besteht aus
Schlämmkreide und Leinölfirnis. Soll der Kitt schneller hart werden, so
setzt man ihm etwas Bleiglätte, Zinkweiß oder Mennige zu. An Maschinen
sind hauptsächlich erforderlich eine Knetmaschine und eine Packmaschine.
Jedenfalls empfiehlt es sich, da eine Kittfabrik die verschiedensten- Sorten
von Kitten herstellt, einen tüchtigen erfahrenen Meister zu gewinnen.
S44 — Nr. Sü
SPRECH SAAL -COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
Einrichtungen liefert die Maschinenfabrik von Kirberg & Hüls in Hilden
bei Düsseldorf.
Zweite Antwort: Der Vorschriften für Glaserkitt gibt es viele;
sie unterscheiden sich meistens durch kleine Znsätze, dnrch die man die
Erhärtung, Klebkr8ft, Elastizität uow. beeinflussen will. Die Grundstoffe
für erstklassigen Glaserkitt sind Leinöl und Kreide, do^h mischt man
häufig etwas Schwerspat bei, wie denn auch dem Leinöl oder Leinölfirnis
etwas Mineralöl beigegeben wird, um den Kitt geschmeidiger und elastischer
zu machen und dessen Springen zu verhindern. Beim Zusatz von Mineralöl
ist Vorsicht insofern geboten, als ein Zuviel das Erhärten hintanbält und
das „Ausschlagen" des Kittes veursacht. Betreffs der Apparatur sei nur
gesagt, daß viel Antriebskraft nötig ist, um die zähe Masse zu bearbeiten.
Verschiedenes.
4. Wie stellt man Korallrot- Farbkörper für Email her?
ErsteAntwort: Die besten roten Farbkörper für Email werden mit
Eisencxyd emelt. Für Korallrot nimmt man 4 Teile schwefelsaures Eisen-
oxyd und 1 Teil Alaun, die nach inniger Mischung so lange geglüht
werden, bis der gewünschte rote Ton erreicht ist. Nach dem Erkalten
zerreibt man die Messe mit Wasser, wäscht sie wiederholt aus, um sie
dann dem Deckemail zuzusetzen. Um den richtigen Farbton zu bekommen,
muß man Erfahrung haben und den Farbkörper beim Glühen ständig
beobachten.
ZweiteAntwort: Korallrot wird hergestellt entweder mit basisch
chromsaurem Blei oder mit Eisenoxyd. Sie tan gut, es fertig zu kaufen.
Dritte Antwort: Der beste und beständigste Korallrotkörper
für Email besteht aus Eiseroxyd, das mit etwas Tonerde zusammen gefällt
und in oxydierender Almosphäre bo hoch geglüht wird, bis der ge-
wünschte Farbton erreicht ist. Das sog. Chromrot, basisch chromsaures
Blei, erfordert ein batisches Email, sonst wird es gelb bzw grün; es ist
auch empfindlicher im Feuer als das Eisenrot. Neueres Korallrot für
Email soll Selen enthalten, wahrscheinlich in Verbindung mit Cadmiumsulfii.
5 In welcher Form und Weise finden Selenverbindungen bei der
Erzeugung von Email-, d. h. überhaupt keramischen Farbkörpern Ver-
wendung?
Antwort: Selen hat bisher bei der Herstellung keramischer
Farben keine größere Anwendung gefunden, wag ganz erklärlich ist, wenn
man sich erinnert, daß es in seinem Verhalten dem Schwefel ganz ähnlich
ist. Vereinzelt ist Selenrot versucht worden, das sich jedoch nicht ganz
aicher erzielen läßt. Es wird aus Selen, Cadmiumsulfii und etwas Schwefel
dnrch sorgfältiges Mischen und Glühen bei nicht allzu hoher Temperatur
erhalten. Auch andere Selen- und Cadmiumverbindungen lassen sich ver-
wenden. Am meisten wird Selenrot bei Email, besonders Schmnckemail,
benutzt, weil offenbar eine längere Erhitzung desselben, wie sie bei kera-
mischen Erzeugnissen üblich und nötig ist, die Farbe beeinträchtigt. —
Lesen Sie den Aufsatz über Selenrot in Nr. 16 des Sprechsaal d. J.
Biene IT ragen.
Keramik.
104. Unser Porzellan (Gebrauchsgeschirr) zeigt nach dem Verlassen
der Schmelze (Helzel- Muffel) einen intensiv gelben Anflug. Auffallend ist,
daß häufig nur ein kleiner Teil die gelbe lärbung aufweist, wahrend der
größere Teil ein und desselben Schmelzkorbeinsatzes vollkommen weiß bleibt.
Der gelbe Anflug läßt sich mit Säure entfernen, liegt also nur ganz leicht
auf der Oberfläche der Glasur. Auf den Drucklack kann der TJebelstand
nicht zurückgeführt werden, da auch gerändertes Geschirr gelb wird. Der
Dehler tritt nur periodisch auf. Worauf ist die geschilderte Erscheinung
zurückzuführen, und wie ist sie zu beseitigen?
105. Gibt es ein automatisches Schleifverfahren für Steatitmaterial?
Es handelt sich um das Planschleifen von Sockeln und Platten.
106. Wnsere Porzellanöfen haben einen Fassungsraum von 40 cbm
Glattbrand und verbrauchen bei SK 13 ettva 14000 kg Braunkohle von
4500 W-E. Dieses Ergebnis ist im Vergleiche zu dem anderer Fabriken
recht ungünstig Die Schornsteine haben eine Höhe von 13 m und einen
Querschnitt von 75 X 75 cm. Wir beabsichtigen, vorgewärmte Druckluft
unseren Rosten zuzuführen, um den Zug zu verstärken und die Schornsteine
warm auszunützen. Ist diese Lösung eine günstige oder gibt es andere
Methoden, um den Brennstoffverbrauch in unserem Falle herabzusetzen?
107. Wir haben eine große Grübe mit hartem Schiefer. Wozu könnte'
man letzteren verwenden?
Glas.
93 Ich will meine Glasfabrik, in der ich Eohiglas mit zeitgemäßem
Nutzen herstelle, verpachten, weiß aber nicht, welche Pachtsumme ich fordern
kann. Wie könnte letztere errechnet werden?
94. Wer liefert Farben- für Kaltmalerei auf Glaswaren?
Verseht edenes.
6 Wer liefert Füllmasse für einen kleinen Versuchsofen für flammen-
lose Verbrennung?
7. Wer liefert die sog. Atlas-Mühle?
Briefkasten der Redaktion.
A. H. N, i. W. Es sind bisher so viele Vorschriften zu Porzellan-
massen für SK 13 im Fragekasten gegeben worden, daß Sie wohl selbst
in der Lage sind, danach die Versätze den Ihnen frechtgünstig gelegenen
Materialien entsprechend umzurechnen. Sollten Sie dies nicht können, so
wenden Sie sich an ein Fachlaboratorium oder einen Fachmann.
D. & L. i. G. Bezugsquellen für Schleifereieinrichtungen fiaden Sie
im Anzeigenteil des Sprechsaal, des Sprechsaal Kalenders und Adreßbuchs
der Glasindustrie zur Genüge. Da Preisfragen im Fragekasten aus nahe-
liegenden Gründen nicht erörtert werden, sehen wir von der Aufnahme
Ihrer Frage ab.
GLAS u^a KERAMIK
auf der
LEIPZIGER
MUSTERMESSE
vom Zj. Augujl bis 2. September 1922
J^askun^: erteilt und Anmeldungen nimmt entgegen
MESS AMT FÜR DIE MUSTERMESSEN
lH LEIPZIG
Lehrverträge
nach dem Muster
des Verbandes keramischer Gewerke
liefert die
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
Mäyer-lugmuffel U.R. P.W
Vollendete Autführung
C. Mayer, Ingenieur
Coburg, Bergstraase 6.1
Kunsrporze!lan„Keraphof"
ges. gegen.
Hüchel vollendetste photokeramiaohe Dekorations-
und Glasurtechnik der Gegenwart«
Eigene künstlerische Formen von Vasen, Dosen, Plaketten usw. mit
Reproduktionen von Gemälden, Kupferstichen, Bildern alter Meister,
Aktstudien nach jeder Vorlage in den verschiedensten Farb-
tönungen nach eigener Manier dauernd haltbar in die Po^zellan-
glasur eingebrannt. Als Spezialität und aparate Neuheit : Minia-
turen in Gold-, Silber- oder Bronzefassung mit dem persönlichen
Bild nach jeder guten Photographie originalgetreu in Edelmetall-
farben. ♦ Gegenstände mit Städtebildern, Landschaften usw. -als
beasere Ansicht* - Artikel in tadelloser Wiedergabe und
Ausführung. ♦ Plaketten in Photographieton oder Sepia
garantiert wetterfest für Denkmäler und Kapellen.
Erich Jahne,
Photochemisch-Keramiuche Kunstwerkstätte,
Dresden - Niederlössnitz.
gfdgr~ Beachten Sie meine Auslage in der Ausstellung "*W
B4T* „J ahresschau Deutscher Arbeit", Dresden,
(56 Jahrgang.)
Coburg, den 3. Angast 1922
Nummer 31
Zeitschrift für biß Keramischen, Blas- urtft ggrwagbtgg Infrustrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert : St. Louis 1.904 Goldene . Medaille
Prämiiert: BngraLeipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal" Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr M 35.— , unter Streifband JL 74.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 3.—, Stellengesuche Jt 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Ueber das Vorkommen von Vanadium in
keramischen Rohstoffen und Erzeugnissen
und seine Wirkung auf die Schmelzbarkeit,
sowie auf die Farbe und Bildung von Aus-
blühungen bei reinem Kaolin und einem
typischen Ziegelton.
Mitteilaug aas der Kersm. Abteilang der Böhm. Techn. Hochschul® in Brünn.
Von Prof. Dr. 0. K a 1 1 a u n e r und Dr. Ing. I. H r n d a.
(Schluß.)
Nach diesen Versuchen worden der eigentliche Charakter
der Vanadiumausblühungen, sowie die geeigneten Bedingungen
zur Einschränkung ev. Verhinderung derselben verfolgt. Bei
der Wahl der letztgenannten Bedingungen wurde vorausge-
setzt, daß zur Einschränkung ev. Verhinderung der durch lös-
liche Vanadiumverbindungen verursachten Ausblühungen ein
Zusatz von derartigen Stoffen, die mit den Vanadiumverbindungen
unter Bildung von schwerlöslichen Verbindungen reagieren,
wahrscheinlich der geeignetste sein wird. In dieser Richtung
kamen hauptsächlich die Barium-, Calcium-, Blei- und Mangan-
verbindungen in Betracht. Um mit dem Zusatz dieser Stoffe,
die die Entstehung der die Ausblühungen besonders fördernden
Anionen nicht mit einzutragen, wurden solche Verbindungen
gewählt, deren Anion sich beim Brennen leicht zersetzt und
verflüchtigt, also die Karbonate der angeführten Elemente und
auch Bariumnitrat. Die Karbonate wurden den Versuchs-
mischungen durchwegs in Palverform, Bariumnitrat in Lösung
»beigesetzt.
Im ganzen wurden 63 verschiedene Versuche mit Zettlitzer
3 Kaolin und 9 Versuche mit Ziegelton durchgeführt, und zwar mit
liier schon größeren, aber konstanten Menge von 1 °/0 Va05 sowie
Si°/o KV03. Dabei wurde in der Weise vorgegangen, daß man
zuerst durch Trockenmischen eine homogene Mischung der
keramischen Erden mit Vanadiumpentoxyd oder Kaliumvanadat
bereitete, worauf aus einem Teil der Mischung und der nc'.I0 —
Menge destillierten Wassers die Versuchskörper durch Formen
hergestellt wurden; zum andern Teil der Mischung setzten wir
dann eine bestimmte Menge jener Stoffe zu, welche die Bildung
der Ausblühungen einschränken bezw. verhindern sollten,
mischten gründlich durch und formten daraus Unter Wasser-
zugäbe die Versuchskörper. Aus jeder 'Versuchsmischung
wurden 10 Formlinge von etwa Ö8X20X14 mm hergestellt, die
7 Tage, öfter umgedreht, an der Luft im Labor atoriam und dann
noch im Trockenschrank bei 80° C getrocknet wurden. Die
Karbonatzugabe betrug das zweifache Aequivalent des V205
und KV03 mit einem 5 °/0igen Ueberschüß als Sicherheit gegen
ein ungenügendes Durchkneten der Mischung. Bariumnitrat
wurde in äquivalenter Menge zum KVO, zugegeben.
Nach dem Austrocknen der Formlinge wurden dieselben
sofort untersucht und zum Teil bei 500, 700, 900 und 1100° C
in einer oxydierenden und reduzierenden Atmosphäre gebrannt.
Es wurden dann bestimmt: der Glühverlustj die Farbe der
Flächen, Kanten und Ecken, der Bruchfläche, des durch Zer-
reiben gewonnenen Staubes, das Verhalten des Staubes gegen
Wasser, besonders hinsichtlich der Farbe der Lösung, die in
Form von V205 in Lösung übergegangene Menge des Vanadiums,
das Verhalten der Formlinge beim Wasseranfeuchten und nach-
träglichen Austrocknen in Bezug auf die Bildung der Ausblü-
hungen (Kapillaritätsprüfang). Das Brennen der Formlinge ge-
schah wie oben angegeben.
Zur Bestimmung der durch Wasser ausgelaugten Vanadium-
menge wurde etwa die Hälfte von jedem Formling zu Pulver
zerrieben und dieses durch ein 900-Maschen-Sieb gesiebt.
Eine bestimmte Menge des Pulvers wurde dann auf der
Meißner'schen Schüttelmaschine (6 Aufschläge in 1 Minute)
1 Stunde lang in den mit eingeschliffenen Glasstöpseln ver-
sehenen Staubflaschen von 20© ccm Inhalt mit 100 ccm destil-
liertem Wasser geschüttelt, und die Lösung dann 4 Tage zur
Klärung stehen gelassen. Die Trübung verschwand nach
4 Tagen bei einigen Proben vollkommen, bei anderen nur teil-
* weise. Es war aber in allen Fällen möglich, durch vorsichtiges
Abpipettieren der oberen klaren Flüssigkeit und deren Filtration
eine genügende Menge klare Lösung zur Bestimmung des
Vanadiums zu gewinnen, die kolorimetrisch nach der Methode
von Maillard 16) erfolgte, welche letztere, wie wir gefunden
haben, die größte Empfindlichkeit bei Konzentrationen von
©,0001 bis 0,001 °/0 V205 bei unseren Versuchen aufwies. Zum
kolorimetrischen Vergleich bereiteten wir eine Lösung durch
entsprechende Verdünnung der Lösung des Kaliumvanadates
(0,0224 °/0 Va05) mit Wasser. Es wurde immer mit 15 ccm der
Lösung nach Zugabe von 10°/0igem Merck'schen Wasserstoff-
superoxyd in gläsernen Eprouvetten von demselben Durch-
messer (16 mm) gearbeitet.
Die Prüfung auf Wasseraufnahme und Austrocknen wurde
in der Weise durchgeführt, daß die Formlingsreste nach der
»«) Maillard: Boll. 80c. oMm. 1900, 8. 55»,
840 — Nr. 81
SPRECH SAAL - CÖBlfRÖ.
1W1 (W. mtgätfi')
Mast er entnähme zur analytischen Bestimmung des Vanadiums der Entfernung des Wassers durch Trocknen die Rückstände
in kleine Gläser gestellt worden, in welche man dann destil- näher nntersncht.
liertes Wasser bis zu i]i der Höhe der Formlingsreste goß. Das Ergebnis sämtlicher Versuche ist nachstehender Üeber-
Nach 48 Standen wurden zuerst die Flüssigkeiten und nach sieht zusammengestellt:
Formlinge aus 99°/0 Kaolin und l°/0 V205.
Formlinge
Gltihverlust
%
Farbe
Aar RmoVvflIKphß
Ucr J>ruCQlllnLIlo
,4 Q n IJ ni Travel
ueo r mvers
Auslauge
Ausgelaugtes
TT f\
Vii06
mg
Kapillaritätsprttfung
a) getrocknet
' —
gelbe Flächen
licht gelbbraun
braungelb
|
stark gelb
0,591
FL u. E. stark gelb-
braun, Ecken orange
b) oxydierend
gebrannt :
bei 500« C.
0,99
Fl. scbmntziggelb
lichtgelb
lichtgelb
gelb
0,243
Fl. gelb, E. orange
K grünbraun
lichtgelb
bei 700° C.
10,87
schmutzig
lichtgelb
farblos
0,021
E. gelbbraun
gelbgrttn
bei 900° C.
12,33
gelbgrün
lichtgelb
graugelb
schwach gelblich
0,076
obere Fl. gelb, E. u. E.
orange
bei 1100° C.
12,73
lichtgelb
lichtgelb
lichtgelb
schwach gelblich
0,095
obere Fl. gelb, E. orange
c) reduzierend
gebrannt :
licht grangrün
bei 500° C.
3,53
grün
lichtgrau
gelbgrttn
0,143
obere Fl. gelbgrttn,
E gelbbraun
bei 700» C.
11,98
graugrüngelb
lichtgrau
graugrün
farblos
0 046
obere Fl. gelbgrttn
bei 900» C.
12 52
graugrün
lichtgrau
lichtgrau
farblos
0,048
obere Fl. schwach gelb
bei 1100» C.
12,78
gelbgrün
gelbgrün
gelbgrttn
farblos
0,078
obere Fl gelbgrttn
Formlinge aus 99°/0 Kaolin, l°/0 V205 und 2 Aequiv. -f 5 °/0 BaCOB.
Formlinge
Glühvtriust
°/o
äußere
Farbe
der Bruchfläche
des Pulvers
Auslauge
Ausgelaugtes
vso6
mg
Kapillaritätsprüfung
a) oxydierend
gebrannt:
bei 500» C.
" bei 700 « C.
2,13
12,06
Fl. u. E. licht-
gelb
gelbweiß, gelb-
braun bis gelb-
grttn
lichtgelb
weiß mit Gelb-
stich
weiß mit gelb»
braunem Stich
gelbweiß
weißrosa
lichtgelb
farblos
gelblich
0,025
0,098
bloß auf einer E. unbe-
deutende gelbe Aus-
blühung
ganze obere Fl. licht-
gelb, eine E. orange
bei 900° C.
bei 1100° C.
h*\ rßdnzierend
gebrannt :
bei 500» 0.
bei 700 » C.
bei 900» C.
bei 1100 C.
13,07
13,54
gelbweiß
gelbwsiß
weißgelb
weißgelb
lichtgelb
farblos
0,116
0,080
obere Fl. lichtgelb, E. u.
anliegende E. orange
obere Fl. lichtgelb, bei
den E. dttnkler, 2 E.
orange
3,88
12,87
13,55
13,57
verschieden :
grau, violett,
rot, graugelb
verschieden :
grau, violett,
braungrttn
schwarz, an man-
chen Stellen
graublau bis
braun violett
grau, stellenweise
gelbgrttn
weiß mit Stich
ins Graue
grauweiß
grauweiß
weiß mit Stich
ins Gelbgrüne
lichtgrau
lichtgrau
lichtgrau mit Ab-
stich ins Blaue
weiß mit gelb-
grünem Stich
farblos
farblos
farblos
farblos
0,012
0,026
0,006
0,069
ohne sichtbare Ans-
blühungen
ohne sichtbare Ans-
bltthungen
ohne sichtbare Aus-
blühungen
obere Fl. zur Hälfte
lichtgelb, E. orange
Formlinge ans 99°/8 Kaolin, 1
°/0 V,05 und 2 Äequiv. + 5°/0 CaC03.
Formlinge
Gitiuverlust
%
äußere
Farbe
der Bruchfläche
des Pulvers
Auslauge
Ausgelaugtes
v,o6
mg
Eapillaritätsprüfung
a) getrocknet
b) oxydierend
gebrannt:
bei 500» C.
bei 700° C.
bei 900« C.
bei 1100» C.
Fl. gelb, E. u. E.
m Abstich ins
Braune
grauweiß
grangelb
gelblich
0,642
auf allen E. u. E. gelb-
braune Ausbitthungen
(bis orange)
1,17
12,12
13,27
13,72
schmutzig gelb-
grün
gelb bis gelb-
braungrün
lichtgelbgrttn
lichtgelbgrttn
licht gelbgrttn
weiß mit Stich
ins Gelbbraune
weiß mit Stich
ins Gelbe
gelbweiß
grangelb
braunweiß
gelbweiß
gelblich
farbloB
farblos
farblos
0,490
0,141
0,258
0,063
auf 2 E. der oberen Fl.
gelbe AuBblühungen
ohne sichtbare Aus-
blühnngen
obere Fl. lichtgelb, E.
n. E. orange
1 E. gelb
c) reduzierend
'• >s< - ■
gebrannt:
bei 600» C.
5,86
gelbgrttn bi 8 grün-
blau, K. dunkel-
blau
schwarzblau
schwarzblau
licht grüngelb,
stelleuweise
braun bis grttn
graugrün
grangrün
farblos
0,400
ohne sichtbare Aus-
blühungen
bei 700» (J.
bei 900» G.
bei 1100« C.
12,89
18,80
13,86
grauweiß
granweiß
granweiß
graubläulich
grau nach blau-
grttn
weiß mit Stich
ins Grangrüne
farblos
farblos
" ii
farblos
0,068
0,035
ohne sichtbare Aus-
bltthungen
ohne sichtbare Aus-
blühungen
obere Fl. zur Hälfte
lichtgelb, E. n. E.
orangefarbig
i
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECHSÄÄL-COBURO.
Mr. 31
347
Formlinge aus 99°/0 Kaolin, l°/0 V205 und 2 Aequiv.+5°/0 PbC08.
Formlinge
s) getrocknet
b) oxydierend
gebrannt :
bei 600° C.
bei 700» C.
bei 900° C.
bei 1100« C.
e) reduzierend
gebrannt :
I bei 500» C.
bei 700° C.
: bei 900* C.
bei 1100» C.
Glühverlust
°/o
1,35
12,17
13,11
13,54
6,75
12,87
13,73
13,84
äußere
Farbe
der Bruchfläche
lichtgelb, E. nach
Brann
Fl. lichtgelb,
E. grüngelb
Fl. lichtgelb,
E. branngelb
Fl. liohtgelb, an
den E. stark
gelb
Fl. lichtgelb,
E. stark gelb
Fl. grau- bis
dunkelgrün
Fl. K graublau-
grün
Fl. grau, E. grau-
schwarz
licht grüngelb
gelbweiß
liohtgelb
lichtgelb
lichtgelb
liehtgelb
graugrün
licht graugrün
licht graugrün
weiß m. Stich ins
Gelbgrüne
des Pulvers
lichtgelb
lichtgelb
lichtgelb
lichtgelb
lichtgelb
graugiün
graugrün
licht grangrün
grauweiß
Auslauge
lichtgelb
lichtgelb
farblos
farblos
farblos
farblos
farbloB
farblos
farblos
Ausgelaugtes
VA
mer
0,219
0,182
0,014
0,049
0,022
0,023
0,029
0,016
0,009
Eapillaritätsprüfung
E. mit braungelben Aus-
blühnngen, E. orange-
farbig
E. mit gelben Aus-
blühungen, E. orange-
farbig
auf 2 E. unbedeutende
Auabittbungen
obere Fl. liohtgelb, E.
n. 1 Ecke gelbbraun
an den Eanten stark
gelbe Ausblühungen
ohne siehtbare Aus-
blühungen
ohne sichtbare Aus-
blühungen
auf 1 E. schwache grüne
Ausblühung
auf 1 E. unbedeutende
gelbe Ausblühung
Formlinge aus 99°/0 Kaolin, l°/0 V205 und 2 Aequiv. + 5°/0 MnC03.
Formlinge
b) getrocknet
b) oxydierend
gebrannt
bei 500» C.
bei 700° C.
bei 900» C.
I bei 1100« C.
e) reduzierend
gebrannt :
bei 600« C.
bei 700» C.
bei 900» C.
bei 1100» C.
Formlinge
a) getrocknet
b) oxydierend
gebrannt :
bei 500« C.
bei 700» C.
bei 900« C.
bei 1100» C.
c) reduzierend
gebrannt :
bei 500« C.
bei 700» C.
bei 900» C.
bei 1100« C.
Glühverlust
Süßere
1,61
11,98
13,37
13,79
5,34
13,13
13,22
13,90
gelbbraun
Fl. lichtbraun, E.
gelbbraun
Fl. lichtbraun, E
gelbbraun
Fl. lichtbraun, E.
braunrot
Fl. lichtbrann, E.
etwas dunkler
Fl. gelbbraun
Fl. graugrün, E
granechwarz
Fl. graugrün, E.
dunkel
Fl. lichtbrann, E
brannviolett
Farbe
der Brachfläche
lichtgelbbraun
iichtbrannrosa
lichtgrau
lichtgelbbraun
lichtbraun
grangrün
lichtgrau
lichtgran
lichtbraungrün
des Pulvers
Auslauge
Ausgelaugtes
V206
mg
Eapillaritätsprüfung
gelbbraun
Iichtbrannrosa
grau
gelbbraun
lichtbrann
grangelb
grau mit Stich
ins Grüne
grau mit Stich
ins Grüne
lichtbraungrün
gelb
gelb
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
0,443
0,204
0,021
0,103
0,084
0,199
0,116
0,064
0,017
An den E. Ausblühungen
stark braungelb
An den K braungelbe
Ausblühungen
Ein Teil d. Fl. gelb-
grün, 1 E. gelbbraune
Ausblühungen
Obere Fl. lichtgelb, 1 E.
n. 1 E. orangebrann
An den E. braunrote
Ausblühungen
Ein Teil d. Fl. gelb-
grün
Ein Teil d. Fl. dunkel-
grün
Obere Fl. braungelb,
E. gelbbraun
Formlinge aus 99% Kaolin, l°/0 KV03 und 2 Aequiv. + 5 BaC03.
Glühverlust
1,48
11,45
12,58
13,20
2,97
• 12,28
12,40
13,07
äußere
Farbe
der Bruchfläche
des Pulvers
Auslauge
Ausgelaugtes
Va05
nur
Fl. weiß,
E. gelblich
lichtgelb
gelb
licht grüngelb
licht grüngelb
licht graugrün
graudunkelgrün]
'graudunkelgrün
blangrün
weiß
lichtgelb
lichtgelb
lichtgelb
licht gelbbraun
lichtgraugrün
lichtgran
lichtgrau
lichtgelbgrün
weiß
lichtgelb
lichtgelb
lichtgelbbraun
lichtgelbbraun
lichtgraugrün
graublau
lichtgraugrttn
lichtgelbgrün
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
farblos
0,230
0,024
0,023
0,051
0,013
0,024
0,026
0,021
0,016
Eapillaritätsprüfung
Stark gelbgrüne Aus-
blühungen
Ohne merkliche Aus-
blühungen
Obere Fl. lichtgelb
Obere Fl. gelb,
1 E. orange
Obere Fl. gelb
Ohne merkliche Aus-
blühungen
Ohne merkliche Aus-
blühungen
Ohne merkliche Aus-
blühungen
Obere Fl. gelb
i
348 — Hr. 31
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (66.
Formlinge aus 99e/0 Kaolin, l°/0 KV03 und 1 Aequiv. (BaN03)2.
Formlinge
Glühverlust
°/o
äußere
r aroe
der Brucbfläche
des Pulvera
Aualauge
Ä n U rf w 1 n n n>rau
a u o g o j. a u je iiCo
v,o6
mg
a) getrooknet
weiß
weiß
weiß
farblos
0,034
b) oxydierend
gebrannt :
bei 600° (J.
bei 700« c.
12,03
weiß
weiß
lichtgelb
lichtgelb
licntgelD
lichtgelb
farblos
farblos
0,048
0,036
bei 900» C.
bei 1100" (J.
12,87
lo,l\)
lichtgelb
weiß
lichtgelb
licßtgelb
lichtgelb
lichtgelb
farblos
farblos
0,055
0,058
c) reduzierend
gebrannt :
bei 500 ° 0.
weiß
lichtgelb
lichtgelb
farblos
0,048
bei 700° C.
lichtgrau
lichtgrau
lichtgrau
farbloa
0,029
bei 9000 c.
bei 1100° C.
13,19
13,27
lichtblaugrau
licht grünlich
lichtgrau
lichtgelbgrün
lichtgrau
lichtgraugrün
farblos
farblos
0,020
0,066
Eapillaritätsprttfang
An 1 K gelbgrüne Aas-
blühungen
Obere Fl. lichtgelb
Obere Fl. gelb, 2 E.
orange
Obere Fl. gelb, 2
orange
Obere Fl. gelbgrÜD,
E. u. E. orange
2 K. gelb, 1 E. gelb-
braun
Ohne merkliche Aus-
blühungen
Obere E. grüngelb
Obere Fl. licht grüngelb
Formlinge ans ans 99 °/0 Ziegelton und 1 °/0 V205.
Formlinge
Gltthverlust
%
äußere
Farbe
der Bruchfläche
des Pulvera
Auslauge
Ausgelaugtes
VA
mir
a) getrocknet
b) oxydierend
gebrannt:
bei 500» C.
0,63
dunkel okerartig
lichtbraun
dunkel oker artig
rotbraun
gelbbraun
rotbraun
gelb
gelb
0,728
0,288
bei 700» C.
3,26
lichtbraun
rotbraun
rotbraun
rotbraan
0,090
bei 900» C.
4,06
braunrot
braunrot
braunrot
rotbr. du
0,023
; bei 1100« C.
4,30
dunkelrot
kakaofarbig
kakaofarbig
farblos
0,0C5
c) reduzierend
gebrannt :
bei 500 0 c.
1,80
graubraun
graubraun
graubraun
schwach braun
0,138
bei 700» C.
4,38
grauschwarz
grauachwarz
graubraun
schwach graugelb
0,073
bei 900» C.
4,66
grauachwarz
grauschwarz
grauachwarz
graugelb
0,049
bei 1100» C.
4,69
schokoladef arbig
achokoladef arbig
grauschwarz
farblos]
0,003
Eapillarii Bfcprüf ung
Ans den Ergebnissen unserer Versuche geht in erster Linie
hervor, daß der Zusatz des Vanadiums zu den benutzten kera-
mischen Erden, aus denen die Formlinge hergestellt werden,
Aenderungen in der Farbe, und zwar sowohl der getrockneten,
als auch der gebrannten Formlinge verursachte, weiter, daß er
auch zum größten Teile die Bildnng der Vanadiumansblfihungen
veranlaßte.
Auf Grund der Literatur angaben erwarteten wir, daß die
Ansblühnngsfähigkeit mit steigender Temperatur schwinden
würde; dies erwies sich jedoch nnr beim Ziegelton als aus-
nahmslos richtig, während beim Kaolin, sowie bei anderen
Mischungen sich die Verhältnisse in der Hauptsache ganz
anders gestalteten, wobei der Charakter der Ofenatmosphäre
einen bestimmten Einfluß zeigte.
Vergleicht man die in Lösung gegangene Menge des V205
bei dem in oxydierender Atmosphäre gebrannten Kaolin, so
sieht man sofort, daß in allen Fällen diese Menge bis zn 700 0 C.
sinkt, bei 900° C. wiederum steigt und bei 1100° C. wieder
stark sinkt.
Die geringfügigen Abweichungen bei Kaolin mit dem
Vanadiumpentoxyd allein und beim Kalium van adat mit dem
Barinmnitrat sind wahrscheinlich nnr auf Versnchsfehler zurück-
zuführen. Im Reduktionsfeuer sind die Erscheinungen nicht
mehr so regelmäßig. Eine gewisse Regelmäßigkeit erscheint
vielleicht nnr im Sinken der löslichen Vanadiumpentoxydmenge
bis zn 900° C, aber wiederum nnr nnter der Voraussetzung,
daß die geringen Abweichungen bei 700° C bei den Mischnngen
ans Kaolin, Vanadiumpentoxyd, Barium- und Bleikarbonat, sowie
auch bei der Mischung aus Kaolin, Kalinmvanadat nnd Barium-
karbonat anch nur auf Versuchsfehler zurückzuführen wären.
Dagegen weisen die Mischungen des Kaolins mit dem Vanadium-
pentoxyd allein, weiter die Mischungen ans Kaolin, Vanadium-
pentoxyd, Barinm- nnd Calciumkarbonat, sowie auch die
Mischnngen aus Kaolin, Kalinmvanadat nnd Barinmnitrat bei
1100° C ein Steigen, die Mischnngen aus Kaolin, Vanadiumpent-
An Fl. stark gelbe Aus-
blühungen, K. u. E.
gelbgrün bis schoko-
ladefarbig
An oberen Fl. u. E.
achwache gelbliche
Aufblähungen
An 1 E. gelbe Aus-
blühung
Ohne merkliche Aub-
blühungen
Obere Fl. graugrün, an
2 E. rotbraune Aua-
blühungen
An 1 E. gelbe Aus-
blühuneren, an den E.
giaigiüa
An den E. Abfärbung
ins Grüne
Ohne merkliche Aus-
blühungen
oxyd, Blei- nnd Mangankarbonat dann ein Sinken des Gehalts
an Vanadiumpentoxyd im Ansiaugewasser gegenüber den bei
900° gebrannten aus.
Was die Ergebnisse der Kapillaritäts-Versuche betrifft, so
war nur eine geringe Menge der Formlinge frei von Aus-
blühungen. Von diesen waren wiederum die meisten in der
reduzierenden und nur ein kleiner Teil in der oxydierenden
Atmosphäre gebrannt. Von den znr Einschränkung der Aus-
blühungen gewählten verschiedenen Znsätzen wirkt der Bildung
der Ansblühnngen am besten das Bariumkarbonat, weniger schon
das Calciumkarbonat, noch weniger Blei- nnd Mangankarbonat
entgegen. Eine genaue Abhängigkeit zwischen der in Lösung
übergegangenen Menge des Vanadinmpentoxyds und der Bildnng
von Ansblühnngen bei den Formlingen wnrde nicht festgestellt.
Unsere Arbeitsmethode wnrde dnrch einige Versnchsfehler
belastet, die dnrch die Unmöglichkeit eines absolnt homogenen
Durchmischens und Verteilens der löslichen Vanadiumzusätze
in den Formlingen entstanden. Infolge der Kapillarität häufte
sich besonders an den Kanten nnd Ecken, wie auch an den
Flächen der Formlinge eine größere Menge von Vanadium an
als im Inneren derselben, nnd es entstand an manchen Stellen
ein bestimmter Vanadiumübersschuß im Verhältnis zn den bei-
gesetzten unlöslichen Karbonatmengen, mit denen die Versuche
znr Einschränkung der Ausblühungen durchgeführt wurden.
Weiter wnrde bei der Bestimmung des Gehaltes an ausgelangtem
Vanadium nnr mit halben Formlingen gearbeitet, was bei der
erwähnten ungleichen Vanadinmverteilung in den Formlingen
eine weitere Ursache von Versnchsfehlern sein konnte.
Die Arbeitsmethode, die bezüglich des Arbeitens mit
plastischen' Massen den Verhältnissen in der Praxis bei der
Verarbeitung keramischer Rohstoffe am meisten entspricht, bot
aber im Grunde doch eine genügende Möglichkeit, sich über
das Verhalten des Vanadinmpentbvyds, sowie auch des Kalium-
vanadats ohne oder beim Vorbandensein weiterer Zusätze zu den
t
19S9. (M. Jahrgang,)
SPRECHSAAL -COBURO.
Mr. 31 — 349
keramischen Erden in Bezug auf die Färbung und die Bildung
von Ausblühungen zu unterrichten.
Wegen der erwähnten Versuchsfehler und auch einst-
weiligen Fehlens sonstiger näherer Daten über das Verhalten
des Vanadiums gegenüber den in keramischen Erden befind-
pichen Stoffen bei verschiedenen Temperaturen, wurde von dem
, Versuche, die beobachteten Erscheinungen theoretisch zu er-
klären, abgesehen.
Znsammenf assung.
1. Es wurde über das Vorhandensein merklicher Vanadium*
Rmengen in keramischen Rohstoffen, sowie über die Neigung der
|aus solchen Rohstoffen hergestellten keramischen Erzeugnisse
[zur Bildung einer unschönen Färbung und von Vanadium-
aasblühungen berichtet.
2. Es wurde besonders der Einfluß des Vanadiums auf die
Schmelzbarkeit, die Farbe und die Bildung von 'Ausblühungen
bei reinem Kaolin beobachtet, letztere Eigenschaft auch bei
einem typischen Ziegeltou; weiter wurden Versuche zur Ein-
schränkung oder event. Verhinderung der Ausblühungen vor-
genommen.
3. Die Ergebnisse waren folgende:
a) Vanadiumpentoxyd setzt die Schmelzbarkeit des Kaolins
(Kaolinits) herab. Bei einem unbedeutenden Gehalt an Vanadium,
wie er in der Regel in den keramischen Erden vorkommt, kann
es vom praktischen Standpunkte aus keinen merklichen Einfluß
auf die Schmelzbarkeit ausüben.
b) Das Färbevermögen des Vanadiumpentoxyds und des
Kaliumvanadats, das sich durch eine gelbe Farbe in verschiedenen
{Nuancen äußert, macht sich erst bei 0,1 °/0 der angeführten
(Stoffe bei Normaltemperatur und auch im Brande geltend.
Dieser Färbung kann man in genügendem Maße durch Zusatz
von Bariumverbindungen (z. B. Nitrat und Karbonat) entgegen-
wirken.
c) Seger's Angabe über den günstigen Einfluß des Reduk-
tionsbrandes auf die Einschränkung der Vanadiumausblühungen
wurde bestätigt.
d) In bestimmten Fällen kann durch einige Zusätze, die mit
den löslichen Vanadiumverbindungen unlösliche Verbindungen
liefern, und zwar besonders Barium- und Calciumverbindungen,
Ij&ei bestimmten Brenntemperaturen eine bedeutende Einschrän-
kung und sogar auch Verhinderung der Vanadiumausblühungen
erzielt werden.
Das Pyrexglas.
I Von Dr. Oskar Lecker (Lausitaer Industrielaboratorium), Cottbus.
(NachdrucE verboten.)
I Zu den Ergänzungen des Herrn Dr. W. K. in Nr. 25 des
Sprechsaal zu meiner Abhandlung über das Pyrexglas bemerke
ich noch:
Da Kalk ein üblicher Bestandteil eines Glases ist, Magnesia
dagegen mehr oder weniger unerwünscht, so wurden in der quali-
tativen Vorprüfung die Ergebnisse entsprechend gewürdigt;
[die geringen Spuren Kalk wurden als nicht vorhanden, Magnesia
dagegen, die in der qualitativen Probe auch bedeutend stärker
ins Auge fällt, als vorhanden bezeichnet. Die quantitative
Analyse ergab nun tatsächlich etwas mehr Kalk als Magnesia,
trotzdem sind beide Bestandteile dem Gemenge nicht zuge-
setzt, sondern entstammen nur Verunreinigungen der Roh-
materialien.
Bezüglich des Ausdehnungskoeffizienten ist tatsächlich ein
Fehler unterlaufen. Die französische Patentschrift, die den-
Wirtschaft lich-g
Gesetzgebung, Steuern.
Das Gegetz zur Aenderung des Einkommensteuergesetzes, das
Vöm Reichstag am 17. 7. in 3. Lesung angenommen worden ist, bringt
im wesentlichen drei Neuerungen, nämlich einmal eine Tarif änderung,
sodann eine Erhöhung der Beträge, um die sich die Einkommen-
steuer ermäßigt, und mit der letztgenannten Aenderung im engsten
Zusammenhang stehend eine Milderung des Steuerabzuges. Ab-
gesehen davoD, daß entsprechend dem Tarif, der künftighin bei einem Ein-
kommen bis zu M 100000 einen Steuersatz von nur 10% vorsieht, die
Einkommensteuer vom Arbeitslohn bei einem Einkommen bis zu JC 100000
durch den ordnungsmäßig vorgenommenen Steuerabzug als getilgt gilt,
flini die Beträge, um die Bich der einzubehaltende Betrag von 10% er-
mäßigt, vom 1.8. 22 ab wie folgt erhöht worden:
Fnr dtn Steuerpflichtigen und seine Frau auf je M 40 bei monat-
licher, auf M 9,60 bei wöchentlicher und auf JC 1,60, bei täglicher Zah-
lung des Arbeitslohnes; für jedes zur Haushaltung zählende mindei jährige
Kiud auf je JC 80, bezw. JC 19,20 und M 3,20; für die zur Abgeltung
der nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 bis 7 zulässigen Abzüge (Werbungskosten) auf
M 90, bezw. JC 21,60 und Ji 3,60.
selben mitteilte, war ohne Angabe, ob linear oder kubisch ;
zweifellos handelt es sich um den linearen. Nach einer neueren
amerikanischen Feststellung ist jedoch der kubische 3 a nur
gleich 0,0003096, also noch geringer als angegeben.
Es lauten also die Vergleichszahlen :
59 III. 3 « = 0,0000177
Pyrex 3« = 0,0000096
Quarzglas 3« = 0,0000015
Aus Mitteilungen amerikanischer Geschäftsfreunde, die das
Pyrexglas bereits in größerem Mafistabe im Laboratorium ver-
wenden, erfuhr ich inzwischen noch viel Lobenswertes über
das Glas. Es wird bereits zu allen Arten von Bechergläsern,
Retorten, Ab dampf schalen, Vakuumgefässen, Autoklaven etc.
verfertigt. Wie mir ein amerikanischer Kollege schreibt, hat
er Vakuumdestillationen bis über 200 0 C bei einem Druck von
10 mm in 50 1-Kolben aus Pyrexglas ausführen, bei 12 1-
Kolben und 10 mm Druck bis 270 0 C über freier Flamme ohne
Nachteil erhitzen können.
Nachfolgend gebe ich noch die Uebersetzung eines Pro-
spektes der fabrizierenden Firma, der mancherlei Interessantes
enthält.
Pyrex oder G-702 E. J. ist ein gering sich ausdehnendes Boro-
silikatglas. Es vereinigt in sich eine Reihe von Vorzügen,
durch die es in vieler Beziehung andere Gläser ähnlichen Typs
übertrifft, die bisher den gleichen Zwecken dienten. Die ein-
fache chemische Zusammensetzung des Glases verhindert den
Angriff von Flüssigkeiten irgendwelcher Art. Es enthält keine
Metalle der Magnesia-Kalk-Zink-Gruppen und keine Schwer-
metalle.
Festigkeit : Die angewandte Methode ist die von P. H. Walker
zur Bestimmung der Festigkeit von Gläsern unter Laboratoriums-
bedingungen als Norm aufgestellte. (Journal of the American
Chemical Society, volume 27, p. 865, 1905.) Becher von
250 ccm Inhalt werden mit 150 ccm dest. Wasser gefüllt und
48 Stunden auf dem Wasserbade erhitzt, wobei das verdampfte
Wasser stets auf das konstante Volumen aufzufüllen ist. Unsere
Methode unterscheidet sich von der Walkers darin, daß Wal-
ker in der resultierenden Lösung das Alkali titriert, während
wir die Lösung in einer kleinen Platinschale zum Trocknen
eindampfen und die ganze gelöste Menge wiegen.
Wiederholte Proben mit Pyrexglas zeigten im Vergleich
zu andern erstklassigen Gläsern des Handels durchschnittlich
an gelöster Substanz: \
Pyrex 0,0©02 Amerikanisches Gl. Nr. 1. 0,0011
Deutsches Gl. 0,0011 „ „ Nr. % 0,0006-
Widerstandsfühigkeit gegen plötzliche Abkühlung:
Unsere übliche Probe wird ausgeführt durch Erhitzen eines
5 mm-Glasstabes im elektrischen Ofen und Abschrecken des-
selben in kaltem Wasser. Das Glas springt nicht bei dieser
Methode, wenn es auf 300 0 C erhitzt in kaltes- Wasser ge-
taucht wird.
Härte : Pyrexglas beginnt nicht unterhalb etwa 800 0 C zu
erweichen. Ein vertikal aufgehängter Glasstab von 1 mm
Durchmesser verlängert sich bei dieser Temperatur durch sein
Eigengewicht um 1 mm pro Minute.
Ausdehnung: Linearer Ausdehnungskoeffizient:
Pyrex 0,0000032 Bleiglas 0,0000092
Porzellan O,O0Q0Od6 Kalkglas 0,0000068—0,0000110
Der geringe Ausdehnungskoeffizient ermöglicht es, Pyrex-
becher und -flaschen mit dickeren Wandungen als sonst üblich her-
zustellen ; damit wird eine große Dauerhaftigkeit und Festigkeit
der Gefäße ohne Verminderung der Widerstandsfähigkeit gegen
plötzliches Erhitzen und Abkühlen erreicht.
e werblicher Teil.
Beispiel: Verheirateter Arbeiter mit 2 Kindern:
Wochenlohn JC 1200, davon 10% = M 120.—
Ermäßigungen ab 1.8. 22:
für ihn und Ehefrau 2 X 9.60 = JC 19,20
„ die beiden Kinder 2X19,20 = „ 38,40
„ Werbungskosten „ 21.60 JC 79,20
bleibt: J$ 40,80
Engültig einzubehaltender Steuerbetrag M 40. — .
Die auf die vorerwähnte Erhöhung der Ermäßigungen bezüglichen Be-
stimmungen treten mit Wirkung vom 1.8. 22 mit der Maßgabe in Kraft,
daß die vorgesehenen Ermäßigungen bei jeder Lohnzahlung für den in der
Zät nach dem 31. 7. 22 gezahlten und nach dem 31.7. 22. fällig gewordeuea
Arbeitslohn eintreten, während bei Lohnzahlungen für die Zeit bis zum
3i. 7. 22 für einen bis zu diesem Zeitpunkt fällig gewordenen Arbeitslohn
die alten Ermäßigungssätze nach dem Gesetz vom 20. 12. 21 anzuwenden sind.
Der neue Tarif setzt die Höchstgrenze der 10%-igen Steuer auf Ein-
kommen bis JC 100000 herauf; sie steigt dann um je 6% in Stufen von
dreimal Jt 50 000,, einmal Jfc 150 000, dreimal JC 200 000, zweimal JC 1 Mill ,
und beträgt für die Ernkömmensteile, die M 3 Mill. Überschreiten, 60°/8
850 — Hr. 31
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
im (Ii. Jahrgang.]!
Mit Wirkung vom 1.1. 22 an gelten Versorgungsgebtihrnisse nicht als
steuerpflichtiges Einkommen.
Die Erhöhung der Werbangskostenabzttge kann beantragt werden,
wenn die tatsächlichen Aufwendungen den Betrag von Jt 1080 um min-
destens Ji 1200 übersteigen.
Die Abzüge für Beiträge zn Sterbekassen sind erhöht von JC 100
auf Jt 1000, für LebenB Versicherungsprämien von JC 3000 auf M 8000;
Spareinlagen bis JL 8000 jäbrlich sind abzugsfähig, sofern die Rückzahlung
des Kapitals nur f. d. Todesfall bezw. frühesten« nach 20 Jahren vereinbart
ist und die Vereinbarung dem zuständigen Finanzamt angezeigt wird.
Abzugsfähig sind künftig auch Steuern an die ReligionsgesellschafteD, welche
Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind (Art. 137 Beichsverf.), soweit
die Steuern in dem maßgebenden Kalenderjahre fällig geworden sind.
Die Höhe des steuerbaren Einkommens, bis zn der besondere wirt-
schaftliche Verhältnisse (Erziehungsaust! aben, Krankheit, Verschuldung n. a )
berücksichtigt werden, ist von Ji 80 000 auf Ji 200000 heraufgesetzt.
Die Anrechnung der Kapitalertraasteuer erfolgt bis zu M 25 000 Ein-
kommen mit 100 %, bis zn JC 50 000 Einkommen mit 50 %. Die Ver-
anlagungsgrenze ist bei Einkommen ans Arbeitslohn auf M 100 000
heraufgesetzt worden.
Gesetz über Kündigungsbeschränkung zugunsten Schwer«
beschädigter. Nach dem am 1. 10. 22 in Kraft tretenden Gesetz vom
19. 7. 22 wird die in § 18 Abs. 1 d. G. über die Beschäftigung Schwer-
beschädigter vom 6. 4. 20 bestimmte Frist, innerhalb deren eine Kündigung
nach § 12 Abs. 1 d. G. einem Schwerbeschädigten gegenüber erst wirksam
wird, wenn die Hauptfürsorgestelle zugestimmt hat, bis zum 1. 1. 23 ver-
längert. Bis zum gleichen Zeitpunkt bleibt die erlassene Verordnung des
Beichsarbeitsministers über die Verlängerung der Kündigungsbeschränkung
vom 28. 4. 21 in Geltung.
Handel und Verkehr.
Bei Postpaketen and Postfrachtstücken nach Ungarn ist zur
Beschleunigung der zollamtlichen Abfertigung den Paketkarten fortan eine
offene Bechnung oder eine Abschrift davon beizufügen, in der die einzelnen
Teile des Inhalts nebst den zugehörigen Preisen verzeichnet Bein müssen.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen,
A. H. N. Grobkeramik. Eine Aenderung der Ausfuhrmindestpreise
ist vorgenommen worden: für Korund und Schmirgel ab 25.7. 22.
Das Goldzollaufgeld ist für die Zeit vom 2. bis 8. 8. 22 einschließlich
auf 11400% festgesetzt worden.
Zur Rückerstattung der englischen Sanktionsabgabe. Seit
dem 1 6 22 werden die englischen Beparationsgutscheine in einem Ver-
fahren eingelöst, das den Wünschen der Exporteure entsprechend die
Kurssicberung auch für den Teil des Fakturenbetrages ermöglicht, der
von der espliscben Begierung als Reparationsabgabe einbehalten wird
(Vergl Nr. 26, S. 298). Leider haben sich bei der technischen Durch-
führung große Schwierigkeiten daraus ergeben, daß auf den Duplikaten
zahlreicher Gutscheine die Anschriften der deutschen Exporteure unvoll-
ständig oder unleserlich sied, wodurch die Benachrichtigung der Expor-
teure verzögert und in vielen Fällen die verlustlose Entdeckung der rest-
lichen ans dem Knrsbicherungsgeschäft fälligen Devisen unmöglich ge-
macht wird. Die mit den englischen Behörden geführten Verhandinngen
haben den Erfolg gehabt, daß die englische Begierung für die im folgen-
den dargestellte Verbesserung des jetzigen Verfahrens ihre Mitwirkung
zugesagt hat.
Statt der bisher üblichen dreifachen Ausfertigung soll der deutsche
Exporteur in Zukunft die Faktura für den englischen Impor-
teur in 4 Exemplaren ausfertigen, von denen dieser drei dem
zustä< digeu tnjfliscüen Zoüamt zustellen und dieses auffordern soll, eiue
Au fe ligu: g dem an die Fri> densvertrag- Abrechnungsstelle zu sendenden
D / p-J de« Gutscheins anzuheften Um die englischen Importeure und
die Zollstellen auf diese notwendigen Maßnahmen besonders hinzuweisen,
wird es sich empfehlen, die zur Anheftung an das Gutschein-
doppel bestimmte A bfertigung der Faktura durch
einen entsprechend -:n ins Auge fallenden Aufdruck
zu kennzeichnen. Auf Grund dieser Fakturadurchschrift-., die natür-
lich außer dem Fakturenbetrag die genaue Anschrift des Exporteurs ent-
halten muß, wird die Friedensvertrag-Abrechnungsstelle ohne zeitraubende
Vorarbeiten in der Lage sein, den Exporteur umgehend von dem Eingang
deB Doppeis in Kenntnis zu setzen. Es wird darauf aufmerksam gemacht,
daß die Durchführung des seit dem 1. 6 22 eingeführten Verfahrens sowie
die rechi zeitige Einlösung der Beparationsgutscheine überhaupt weiterhin
licht durchführbar ist, wenn nicht seitens der Exporteure unverzüglich
den Sendungen nach England die vierte Fakturendurchschrift beigegeben
ond der englische Geschäftsfreund ausdrücklich auf deren Weitergabe an
dae Zollamt hingewiesen wird.
Zollfreie Einfuhr aus dem abgetrennten Oberschlesien. Die
von der polnischen Regierung zn überreicbende Freiliste kann znrzeit
noch Licht in Kraft ge«etzt werden, da die Beibringung zur Anwendung
dieser Liste notwendiger Unterlagen (über Ursprungszeugnisse usw ) seitens
Pulens noch aussteht. Zur möglichsten Behebung hieraus sich ergebender
Schwierigkeiten wird der Delegierte des BeichBkommissars für Aus- und
Einfuhrbewilligung in Oppeln bis auf weiteres jederzeit widerruflich auf
Hrund von ihm durch die Kattowitzer Wojewodschaft zu übersendenden
UriprungBzeugnissen für die wichtigsten der nach Art. 224 des Ab-
kommens Zollfreiheit genießenden Waren Einfuhrbewilligungen erteilen.
Die Zollstellen werden diese Waren, sofern sie mit dem vorgeschriebenen
Ursprungszeugnis und der Einfuhrbewilligung versehen sind, zollfrei ab-
fertigen (Vgl. Nr 30, S. 338)
Aufhebung der Ausfuhrsperre gegen Polen. Die Anordnung über
die vtiscLörfte Anwendung der Ausfuhrverbote gegenüber Polen int auf-
gehoben worden. Ansfuhranträge nach Polen werden von den Außen-
handelsstellen künftig entsprechend den allgemeinen Bestimmungen und
besonderen Richtlinien der Außenhandelskontrolle gegenüber Ländern mi
niedriger Valnta behandelt. Die einschränkenden Sonderbestimmungen übt
die Erforderlichkeit der Verbleibsgewähr bei AuBfuhranträgen nach D anzi
und Polnisch-Oberschlesien Bind ebenfalls aufgehoben. Ansfuhi
anträge nach diesen Gebieten werden daher künftig ebenfalls nach de
obenbezeichneten allgemeinen Bestimmungen und Richtlinien behandelt.
Internationaler Zollanzeiger, Der Reichsverwaltung stehen eine
gewisse Zahl von Exemplaren des von dem Internationalen Barea
in Brüssel herausgegebenen „Internationalen Anzeigers für Zoll
wesen" nur Verfügung. Eine beschränkte Anzahl davon kann a
einheimische Interessenten gegen Entgelt abgegeben werden. Für dies
Exemplare Boll rückwirkend vom 1. 4. 22 ein Abonnement eröffnet werdei
Bestellungen sind an das Reichswirtschaftsministerium (Zollbureau), Berli
W. IS, Kurfürstendamm 193/94, zu richten. Die bisher erschienenen noc
geltenden Zolltarife und Nachträge werden, soweit verfügbar, de:
Abonnenten auf Wunsch unentgeltlich nachgeliefert
Bulgarien. Das Zollaufgeld ist von 1100 auf 1300 % erhöh
worden. Diese Festsetzung gilt zunächst bis 1. 10. 22.
Jugoslawien. Das Zollaufgeld ist mit Wirkung vom 15. 7. 2!
auf 600 o/0 (bisher 500) erhöht worden.
Jugoslawien. Das Luxuswareneinfuhrverbot ist mit dem 1. 7. 2!
aufgehoben worden Im Zusammenhang damit wurde das Zollaufgeld be
der Zahlung der Luxuastener in Papierdinaren auf 300% erhöht, so da
nunmehr der vierfache Betrag der im Luxussteuertarif erwähnten Sätz
zu entrichten ist Die Luxussteuer wird bei der Einfuhr gleichzeitig mi
dem Zolle erhoben.
Litauen. Für die Wertverzollung Bind die folgenden neuen Vor
Schriften erlassen worden: 1. Als richtig Bind nur solche Rechnungen ar
zuerkennen, die für deutsche und lettische Waren % Monat und fü
Waren anderer europäischer Staaten 1 Monat vor dem Eintreffen de
Waren bei der Zolhtelle ausgestellt worden sind. Die in ihnen ang«
gebenen Preise müssen dem tatsächlichen Wert der Waren während de
Zeit der Rechnungsausstellung entsprechen. In diesen Fällen wird, fall
der Preisunterschied zwischen dem Tage der Rechnungeausstellung an
dem der Warenbesichtigung 10% nicht übersteigt, der Zoll von dem i
der Bechnnng angegebenen Warenwert erhoben. — 2 Werden Rechnung«
mit bedeutend älterem Ausstellungsdatum als in Punkt 1 angegeben, zt
gestellt, so wird dem Importeur das Recht gegeben, zur Vermeidung de
Anwendung des neuen Gesetzes auf die Waren, deren Wert in de
Zwischenzeit wesentlich gestiegen ist, die gegenwärtigen Auslandspreis
schriftlich anzugeben, die dann der Zollberechnung zn Grunde geleg
werden. Außerdem wird noch %% Stempelsteuer erhoben. — 3. Fö
Waren gattungen, deren Preis dem Dollarkurs entsprechend dauern!
schwankt, werden feste Preise festgesetzt, von denen der Zoll, ohne Be
rücksichtignng des in den Rechnungen angegebenen Preises, erhoben wird
Aendert Bich der Dollarkurs, so werden die Preise nen festgesetzt
Die Zollstellen sind angewiesen, bei der Durchfübrnng darauf zn achtes
daß dadurch der Handel nicht beschränkt wird. In Fällen, in denen di
Anwendung der vorstehenden Bestimmungen unmöglich ist, Bollen sie mi
möglichster Beschleunigung mit dem Zoll-Departement in Verbindung
treten.
Peru. Zollbestimmungen. Die kürzlich angeordnete Erhöhung
der Konsulatsgebühren für die Beglaubigung von Fakturen bis auf 4 °A
des Fakturenwertes findet anf Fakturen über zollfreie Einfuhrgüter
keine Anwendung. Die Gebühr für den konsularischen Sichtvermerk bleib
nach wie vor 2%.
Schweiz. Die Einfuhr von Soda ist freigegeben worden. Na
für kristallisierte Soda wird eine Einführbewilligung bis Ende d. J. erfor
derlich Bein, doch wurde das Volksdepartement ermächtigt, diese Frist zt
kürzen
Ungarn. Zollaufgelderhöhung. Mit Gültigkeit vom 25. 7. 2i
wird bei Zahlung des Zolles in Papierkronen das 200 fache der im Zoll
tarif genannten Sätze (bisher das 170 fache) erhoben. Die besonderen Be-
stimmungen für die Waren der Liste A (12 f acher-), B (40 facher-),
C (80 facher Grundzoll) bleiben davon unberührt.
Die Lage in Industrie und Handel.
Die Lage der Kerani- und Glasindustrie im Monat Juni. Die
feinkeramische Industrie erfreut sich im allgemeinen noch einee
guten Absatzes, doch läßt schon im Inland, mehr aber noch im Ausland
die Nachfrage nach. Die Preissteigerungen haben eine Zurückhaltung
der Auftragserteilung zur Folge, so daß einzelne kleinere Betriebe dit
Zukunft sehr ungünstig beurteilen. Die noch recht gute Baschäftigung
größerer Unternehmungen dürfte daranf zurückzuführen sein, daß zum
größten Teil schon im Frühjahr die Produktion bis Ende des Jahres ver-
kauft worden ist. Die Lage das Arbeitsmarktes war im allgemeinen recht
gut, für Fachkräfte bestand erhebliche Nachfrage. Der Mangel an Fach-
arbeitern ist zum Teil auf Abwanderung zum Bangewerbe zurückzuführen,
In thüringischen Betrieben (Bisenberg) streiken die Arbeiter wegen Lohn-
forderungen, so daß eine Anzahl nicht direkt Beteiligter zum Feiern ge-
zwungen ist. Die Ausdehnung der Lohnbewegung auf weitere Betriebe
wird befürchtet. Die Versorgung der feinkeramischen Industrie mit
deutschen Rohstoffen (Kaolin) und deutscher Kohle wird immer mangel-
hafter. Einige von den Porzellankonzernen aufgekaufte Kaolinwerke be-
liefern nunmehr ihre eigenen Fabriken, während die übrigen Kaolinwerke
deB größeren Verdienstes wegen angeblich lieber nach dem Ausland liefern,
bo daß immer mehr böhmisches Kaolin zu sehr teuren Preisen eingeführt
werden muß, ebenso auch immer mehr böhmische und englische Kohle.
Infolgedessen schnellen die Betriebskosten, auch infolge der Steigerang
der übrigen Materialkosten, wie Löhne nnd Frachten, anß erordentlich in
die Höhe. Die Exportfabriken werden in ihrer Konkurrenzfähigkeit immer
mehr geschwächt ebenso wie die auf den Auslandsbezug der Rohstoffe
nnd Kohle angewiesenen süddeutschen Fabriken gegenüber den mittel-
und norddeutschen Firmen. Die Handelskammer Coburg fordert darum
ldft. (6b. Jahrgang.)
S P R E C H S A A L - C O B U R G.
St. 31 — 351
eine Einschränkung der Kaoiinausfuhr, soweit es der Herstellung von
Porzellan dient. — Besonders stark hat die Nachfrage nach Luxuspor-
zellan sich verringert, während Porzellangeschirr and Steingut
noch sehr begehrt sind. — In E lektro Porzellan geht das Geschäft, augen-
blicklich außerordentlich flott. Eine thüringische Firma mußte allerdings
wegen Absatzstockung and Ueberfüllung der Läger zu Entlassangen
schreiten, die Arbeiter wurden aber sofort anderweit untergebracht.
Kohlen- and Bohstoff bezog sind äußerst schwierig. — In der Porzellan-
Spielwaren industrie mehren sich erheblicher Preiserhöhungen wegen die
Abbestellungen früher erteilter Aufträge. Der Eingang neuer Bestellungen
ist nur mäßig. Nach Erledigang der großen amerikanischen Aufträge wird
eine empfindliche Minderung des Beschäftigungsgrades befürchtet. —
In der Glas industrie kann das Inlandsgeschäft als sehr gut bezeichnet
werden, während der Absatz nach dem Ausland nur gering ist. Für die
meisten Fabriken liegen noch reichlich Aufträge vor, die genügend Be-
schäftigung für die nächsten Monate bieten. Fachkräfte werden noch
immer in verschiedenen Gegenden gesucht. Die Bohstolvtrsorgung wird
ebenso wie die Versorgung mit Kohle immer schwieriger, die Preise
steigen weiter, die Lohnforderungen der Arbeiter folgen einander in immer
kürzeren Zeitabschnitten. Damit nähern sich die Preise der Fertiger-
zeugnisse mehr und mehr dem Weltmarktpreis ; stellenweise ist ein üeber-
scbieiten desselben and in Verbindung damit ein Bückgang der Ausfuhr
festzustellen. Wegen Boh-, bezw. Hilfsstoff- and Wagenmangels sind ver-
schiedene Fabriken in der Erzeugung stark gehemmt oder sogar still-
gelegt. — In der Fensterglas industrie ist die Ausfuhr unbedeutend
(1 %)• Belgien und TschechoBlowakien können beträchtlicher Lohnsenkungen
wegen bereits billiger verkaufen als wir. Hie und da dürften von diesen
Ländern auch Kampfpreue angesetzt werden. Die Bohstoffversorgung war
befriedigend, die Preise für alle Rohmaterialien aber sehr hoch. Nach
dem Bericht eines Fachverbandes liegt eine große westliche Hütte infolge
Streiks seit Mai- immer noch still. Die Löhne haben ab 1. 7. eine
25°/, ige Ei höhung erfahren. Trotz Beendigung des Streiks liegen einige
bayerische Spiegelglas fabriken nach wie vor still, da die Arbeiter
sich nur schwer an die Akkordarbeit gewöhnen können. Der inländische
Absatz ist gut, Aufträge liegen zum Teil für die nächsten 5 Monate vor ;
das Auslandsgeschäft vollzieht sich schleppend. — Für Hohlglas sind
die Aasfahrverhältnisse noch nicht so «ngünstig wie für Fensterglas
(Tafelglas). Doch wird in Kürze die gleiche Erscheinung zu Tage treten,
da auch hier die Verkaufspreise dem allgemeinen Zuge folgen. Eine
Stockung wird befürchtet, sobald die Inlandsnachfrage zurückgeht, da auf
dem Aaslandsmarkt Frankreich, Belgien and Tschechoslowakei —
neuesten auch Polen — durch ihre billigeren Preise das Geschäft all-
| mählich an sich reißen and auch noch durch hohe Schatzzölle den
I deutschen Erzeugnissen der Eintritt in andere Länder verwehrt ist. So
| hat neuerdings die am 1.6. in Kraft getretene Erhöhung der spanischen
Einfuhrzölle die deutsche Ausfuhr nach dort zu gunsten der französischen
I völlig lahmgelegt. Die Mandelskammer Bonn fordert deshalb Beseitigung
i der Umsatzsteuer auf den Export und der Aasfahrabgabe. Für Erzeug-
i nisse der Kristallglasindustrie hat Inlands- wie Anslands-
i nachfrage weiter nachgelassen.
Niederlähdigch>Indien. Absatzmöglichkeiten. Die Zweigstelle
des Auswärtigen Amtes Nürnberg teilt hierüber folgendes mit:
Deutsche Erzeugnisse aus Steingut finden, obwohl die japanische
Industrie den dortigen Markt beherrscht, neben holländischen Erzeugnissen
guten Absatz, beionders solche mittlerer and bester Qualität, in der die
japanische Industrie nicht genügend leistungsfähig ist. Deutschen Por-
zellan- and Steingutwaren bester Qualität, besonders Eßservice
für Haushaltungen, Hotels and Pensionen, wird von dem kaufkräftigeren
Publikum wegen ihrer gediegenen Ausfahrung vor japanischen Waren der
'! Vorzug gegeben, während für wohlfeile Biskuitwaren, wie sie vor dem
i Kriege in größeren Mengen eingeführt worden sind, geringes Interesse zu
I bestehen scheint. Kunstartikel haben in den Kolonien, zumal in den
< tropischen, keine Heimat. Desgleichen ist dis Aufnahmefähigkeit für Spiel-
< waren weniger bedeutend. — Glaser Zeugnisse, besonders So hlglas,
,j werden in steigendem Maße aus Deutschland eingeführt, namentlich solche
besserer Aasführ ung, and behaupten sich gut neben der japanischen, zumeist
billigen and nicht fehlerfreien Massenware. Eine in größeren Mengen
eingeführte Glasware für die Tropen sind auch die sogenannten Palver-
häfen, d. b. Glasbehälter, die zur Aufbewahrung von Gegenständen dienen,
. die gegen Feuchtigkeit geschützt werden sollen. Medizinische (Jlas-
weren deutscher Fertigung werden infolge ihrer Präzision gern gekauft,
j Aach deutsches Tafelglas wird vielfach japanischen vorgezogen, da
,i dieses häufig blasig ist and leicht erblindet. In Lampengläsern
; beherrscht die japanische Industrie mit ihren wohlfeilen Massenartikeln
a den Markt, desgleichen in Glasperlen, von denen allerdings auch aus
j Deutschland große Mengen eingeführt werden. Optische Waren deut-
scher Fertigung, wie Augengläser, Ferngläser, photographische Apparate,
Instrumente für Landesaufnahme, Mikroskope, werden vor den Erzeugnissen
' anderer Länder meist bevorzugt, doch werden auch amerikanische Augen-
gläser viel gekauft. — Von den Erzeugnissen der E m a i 1 industrie sind
Haus- and Küchengeräte die gangbarsten, während Emailschilder (Bekiame-
schildsr, Straßenschilder, Warnungstafeln, Bahnhofsschilder), abgesehen
von Hausnummern, verhältnismäßig noch wenig verwandt werden. Ein
j gangbarer Artikel sind auch Emaillöffel mit kurzem Stiel für Eingeborene.
Nähere Unterlagen, insbesondere Importfirmen in Niederländisch-
indien können durch die obengenannte Zweigstelle (Geschäftsstelle) in
j Erfahrung gebracht werden.
Tftrkei. Für den Bezog deutscher Erzeugnisse besteht, was
i von der heimischen Geschäftswelt immer noch nicht genügend beachtet
wird, ein lebhaftes Interesse. Allerdings ist dabei zu beachten, daß
I Oferten nicht plan- und ziellos an zahlreiche türkische Firmen abge-
i geben werden, sondern daß lediglich Angebote auf die Artikel vorgelegt
< werden, die sich als besonders gangbar erweisen. Als solche kommen in
i Frage: u. a. auch Porzellan- und Haushaltungsgegenstände. Da der
t türkische Kaufmann gewöhnt ist, nicht nach Prospekten, sondern nach
l vorliegenden Mastern zu kaufen, wird es sich empfehlen, für die vorge-
nannten Waren Vertreter zu verpflichten, welche die Bearbeitung des dor-
tigen Marktes sach- und fachkundig in die Hand nehmen können. Die
Zweigstelle Nürnberg des Auswärtigen Amtes für Außenhandel ist in
der Lage, solche Verbindungen nachzuweisen. Ebenso verfügt sie
über ziemlich reichhaltiges Material über den Handelsverkehr mit der
Türkei, das eventuellen Interessenten ebenfalls zugänglich gemacht
werden kann.
Geschäftliche Mitteilungen.
Erste Tiroler Majoliken-, Steingut- und Tonwarenfabrik Jos.
Amt. Hussl, 6. m. b. 11., Schwaz (Tirol). Aaszug aus dem genehmig-
ten Abschluß vom 31.12.21: Beingewinn Kr. 893 482 (76 838); Divi-
dende 60 (10)%; Abschreibungen Kr. 47 239 (47 995); Zuweisung an Er-
neaerangsfonds Kr. 300000; Bückstellung für Anlage- nnd Betriebswert-
verminderung Kr. 999 500. — Das 3. Geschäftsjahr brachte einen wesent-
lichen Fortschritt in der Entwickelung der Beziehungen zum In- und
Auslande. Aufträge sind reichlich vorhanden und lassen auch für das
laufende Jahr ein zufriedenstellendes Ergebnis erwarten. Der Mangel an
geschulten keramischen Arbeitskräften ließ eine volle Ausnutzung der An-
lagen noch nicht za. .
Odenwälder TonindusYrie, A.-G., Pfaffen-Beerfurth. Die a. o. G.-V.
genehmigte die Kapitalserhöhung um M 2 Mill. auf Jt 6 MiÜ. Die neuen
Aktien sollen den Aktionären im Verhältnis 1 : 2 zum Kurse von 120 %
angeboten werden. Des weiteren wurde die beantragte Aufnahme eines
Darlehns von Jt 1 Mill. beschlossen.
Einkaufsgenossenschaft Keramik, e. G. m. b. H., Bremen. Die
am 25. 7. 22 Btattgefundene Generalversammlung hat beschlossen, die Höhe
der Geschäftsanteile auf JL 3000 festzusetzen und daß jedes Mitglied vier
Anteile zu übernehmen hat. Danach beträgt das verantwortliche Kapital
bei 172 Mitgliedern an Anteilsummen AI 2,064 Mill. und an Haftpflicht-
sammen M 2 064 Mill., insgesamt Jt 4,128 Mill.
General -Versammlungen.
Emil Bäsch, A.-G., Optische Industrie, Rathenow: o. G.-V. 15. 8. 22,
3 72 Uhr n„ Sitzungszimmer, Bathenow. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung
um J6 6,6 Mill. Stamm- and Jt 0,3 Mill. Vorzugsaktien auf M 16,5 Mill.
Messen nnd Ausstellungen.
Auf der Deutschen Ostmesse Königsberg, Pr., wird neben
dem Zentrosojus (Allrussischer Verband der Genossenschaftsverbände in
Moskau) and der Moskauer Verwaltung der russischen Hausindustrie auch
die Handelskammer des Nordwestgebietes in Petersburg mit Exporterzeug-
nissen verschiedenster Art erscheinen. An der angegliederten russischen
Kunstausstellung wird sich u. a. die früher Kaiserliche, jetzt Staatliche
Porzellanfabrik in Petersburg beteiligen. — Zar Förderang des Besaches
litauischer Kaufleate hat das Deutsche Konsulat in Kowno eine erhebliche
Ermäßigung der Kosten für den Sichtvermerk zur Einreise nach Deutsch-
land zugestanden (JC 120 für Sichtvermerk and J6 120 für Anmelde-
gebühr). Für die Besucher der Ostmesse soll jedoch die Anmeldegebühr
in Fortfall kommen.
Die Reichentoerger Messebörse, die allen Geschäftszweigen offen
steht nnd auch Angebote and Nachfragen jener vermittelt, die zur Messe
selbst nicht kommen können, wird auch in diesem Jahre im Nordböhmi-
schen GewerbemaBeam in der Z.it vom 12—20.8. 22 täglich abgehalten
werden.
Mexiko. Ausstellung deutscher Industrieerzeugnisse. Die im
Verein mit der Bayerischen Landesgewerbeanstalt und dem Wirtschafts-
ausschuß der Deutsch-Mexikanischen Gesellschaft durch den mexikanischen
Konsul in Nürnberg J. Villarda Cardoso eingeleiteten Bemühungen zwecks
Errichtung einer Ausstellung für deutsche und im besonderen bayerische
Industrie-Erzeugnisse in Mexiko haben zu dem erfreulichen Ergebnis ge-
führt, daß sich das Museo Comercial in Mexiko, das dem Ministerium für
Handel und Industrie untersteht, bereit erklärt hat, Muster deutscher
Indastrieerzeugnisse, sowie Prospekte, Kataloge nnd sonstige Unterlagen
in seinen Bäumen zur Ausstellung za bringen.
Verbände.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken
hat die Verkaufspreise für Niederspannungsmaterial aus Porzellan nnd
Steatit ab 1.8. 22 von 165 % auf 300% erhöht. Des weiteren wurde
in einer am 28. 7. in Nürnberg stattgefundenen Hauptversammlung be-
schlossen, die allgemeinen Verkaufs- und Lieferungsbedingungen dahin
abzuändern, daß bei Lieferungen über 250 km hinaus die Differenz zwischen
der tatsächlichen Fracht uud der 250 km -Fracht der Kundschaft durch
Abzug von der Bechnung vergütet werden darf. Ferner hat die Haupt-
versammlung beschlossen, die Umsatzvergütung in der Weise weiter aus-
zudehnen, daß der Beverskandschaft bei Bezügen von Ji 20 bis 40 Mill.
11% and bei Bezügen über M 40 Mill. 12% gewährt wird.
Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren- Werke (Hochspannungs-
Isolatoren-Syndikat) erhöhten mit Wirkung ab 1. 8. 22 infolge Ver-
teuerung der ausländischen Bohstoffe, der Kohle usw. den für Juli gelten-
den Teuerungsaufschlag von 165% auf 280%. Die neuen Verkaufspreise
gelten für den Monat August als Festpreise.
Der Verein deutscher Spiegelglasfabriken, Cöln, erhöhte mit
Wirkung ab 26. 7. 22 die Preise für Spiegelglas aller Kategorien am
durchschnittlich 25%.
Neue Erhöhung der Glaspreise. Seitens sämtlicher Hüttenver-
bände der Glasindustrie sind die Preise für Fensterglas nm etwa 35%,
für Farbenglas nnd Mattglas ebenfalls am 35% erhöht worden. Die
Preise für Drahtglas nnd, dünnes Bohglas für Bedachungen haben sich um
etwa 20 % erhöht,
352 — Nr. 8\
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1928. (66. Jahrgang.)
Die Vereinigten Steingutfabriken, Q. m. b. H., haben am 15. 7.
beschlossen, die Aufschläge für Gruppe I von 710 auf 1100 o/0, Gruppe II
von 650 auf 1000% zn erhöhen.
Die Vereinigung deutscher Hohlglasfabriken, Bonn, beschloß in
ihrer Sitzung am 17. 7., die bisherigen Aufschläge von 2500 auf 3500 »/.
zu erhöhen.
Firmenregister.
Deutschland.
Fr. Pfeffer Porzellanfabrik, G. m. b. H., Gotha. Herstellung und
Vertrieb von Artikeln der keramischen Industrie, insbesondere Fortbetrieb
des der unter der Firma Fr. Pfeffer bestehenden offenen Handelsgesellschaft
gehörigen Fabrikgeschäfts. Stammkapital: Jt 700000. Geschäftsführer
sind die Kaufleute Friedrich Weber und Max Pfeffer. Friedrich Weber
ist selbständig vertretungsbefugt. Die Kaufleute Paul Weber und Radolf
Pfeffer haben Gesamtprokura.
Keramische Werke Rasohig, A.-G„ Mannheim. Fabrikation und
Handel mit Porzellan- und Tonwaren. Grundkapital: ji 2 Mill. Vor-
standsmitglieder Bind Dr. Friedrich Raschid und Direktor Adolf Pohl,
etellv, Vorstandsmitglieder Kaufmann Johannes Deaschel und Dr. Felix
Singer. Den ersten Aufsichtsrat bilden Bankier H. Arnhold, Bankdirektor
Dr. K. Fuchs, Generaldirektor N. Jangeblut und Frau Emilie Baschig.
Porzellanfabrik Mengersgereuth, G. m b. H, Mengersgereuth (Thür.).
Fabrikbesitzer Sigmund Bergmann jun. und Kaufmann Gustav Liebermann
wurden zu weiteren Geschäftsführern bestellt.
Düsseldorfer Thonwaarenfabrik, A.-G , Düsseldorf-Emsholz. Die Firma
ist geändert in: „Eisenschutz-ZoncaUnion, A.-G."
Wittenberger Steingutfabrik, G. m. b. H., Piesteritz. Die Prokura
Ton Hermann Bichter ist erloschen.
Sächsische Schamotteofenfabrik, G. m. b. H., Dresden-Leuben.
Prokurist Albert Neweklowsby warde zum Geschäftsführer bestellt.
Eiserfelder Ton-, Schamotte- und Ziegelwerke, G. m. b H, Eiser-
feld. Die Firma ist geändert in „Eiserfelder Schamotte- und Silikawerke,
G. m. b. H." Kaufmann Ewald Autschbach hat Prokura.
Eichhorn & Weis, G. m. b. H, Filiale Dresden, Dresden. Zum Ge-
schäftsführer warde Kaufmann Carl Behbock bestellt. Das Stammkapital
ist um Ji 1 Mill. auf Ji 2 Mill. erhöht worden.
W. Hirsch, A.-G. für Tafelglasfabrikation, Badeberg. Vom Betriebs-
rat worden Prokurist M. Schurig und' Strecker B. Zampe in den Auf-
sichtsr at gewählt.
„Union "-Thermometer- und Glasinstrumenten-Gesellschaft m. b. H,
Jlmenaa. Herstellung und Vertrieb von Thermometern, Glasinstramenten,
Apparaten nnd Utensilien für Chemie, Elektrochemie, Physik. Mikroskopie,
Cairargie, Krankenpflege, Pharmacie, Bakteriologie, Photographie, In-
dustrie und Technik; ferner Handel mit Quecksilber und Chemikalien
engros Stammkapital : Jt 20 000 Gemeinsam vertretungsbefugte Ge-
schäftsführer sind Fabrikant Arthur Kühn und Kaufmann Rudolf Schrickel.
Handelsgesellschaft für Laboratoriumsbedarf m. b. H, Langewiesen.
Kaufmann Heinrich Schroodt ist ausgeschieden, alleiniger Geschäftsführer
ist Kaufmann Caarlot Eschmann.
Ephraim = Greiner, Stützerbach. Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Hohlplashttiteubesitzer Otto Greiner hat das Geschäft mit allen Aktiven
und Passiven käuflich erworben und führt dieses unter der bisherigen
Firma fort. Kaufmann Wilhelm Spillner und Frau Elise Greiner haben
Einzelprokurav
Otto G/und & Co , Berlin. Friedrich Kreienbring nnd Otto Bichter
haben Gesamtprokura.
Glasbucbstabenfabrik Bühl, G. m. b. H, Bühl. Der Sitz ist von
Bühl nach Offen bach verlegt worden.
A. Schweizer, Fdrth (Gebhardstraße 17). Persönlich haftende Ge-
sellschafter sind Alfred Schweizer und Theodor Hummel. Ein Kom-
manditist ist eingetreten. Gesellschafter Adolf Hammel ist ausgeschieden.
C. & W. Bohnert, Frankfurt a. M. Die Prokura des Alfred Hoffmann
ist erlo«chen.
„LnBatia" Glaswaren, G. m. b. H, Döbern, N. L, Vertrieb von Glas
und keramischen Produkten, Uebernahme von Vertretungen zum Vertrieb
solcher Waren und eigene Herstellung von solchen. Stammkapital:
M 20000. Geschäftsführer Bind GlaBfabrikant Dr. Erich Brox und Kauf-
mann Wolfgang Mader.
C F. Otto Müller, Karlsruhe. Carl F. 0. Müller jun. ist als persön-
lich haftender Gesellschafter eingetreten. Seine Prokura ist erloschen.
Die Prokura der Frau Amalie Müller bleibt bestehen.
Karlsruher Kunstgewerbliche Werkstätten C. F. Otto Müller, G. m.
b. H, Karlsruhe. Stammkapital: JI 30000 Selbständig vertretungs-
befugte Geschäftsführer sind die Kaufleute Cirl F. 0 Müller Ben. und
Carl F. 0. Müller jun. Die Firma ist ala Einzellirma erloschen.
Zwickauer Schmelzfarbenfabrik, G. m. b. H., Zwickau. Geschäfts-
führern! Marie Tischer ist auf geschieden.
Oesterreich.
Keramik, Schrpirtpr & Cj , S'raßhof. Handel mit keramischen Er-
zeugnissen. Gese/lschafter sind Marie Schneider und Anton Christen.
E pe, offene HaudrlBgeBellschaft Brauchitsoh & Komp., Braunau am
Inn. LUiidtl u it ktianiitchen Erzeugnissen und Eiehtromaterial Gesell-
Hchafier sind Joaihim von Brauchilsch, Lilly von Brauchitsch und
Jnrgeu Huhn.
Bull, Zarnba Gesellachaft m. b. H , Wien. An- und Verkauf, ev. Er-
zeugung von Glas und Ülaswaren aller Gattungen. Stammkapital:
Kr 900000. Geschäftsführer ist Kaufmann Fred Zarüba.
* Dentsche Glasvertriebsgesellschaft m. b. H., Wien. Handel mi*
GlaBwaren jeglicher Art. Stammkapital : Kr 1 Mill. Geschäftsführer sind
Dr. Hugo Schönbrunn und Alfred Kollmann.
Qaarzsand- und Kaolinwerke, G. m. b. H., Graz. Ing. Ludwig
Raascher hat Gesamtprokura.
Oesterreichische Ton- und Quarzgruben-Gesellschaft m. b. H„ Schwert-
berg, Oberösterr. Stammkapital: Kr 1 Mill. Geschäftsführer ist lug.
Paul Ziegelmeyer.
Tschechoslowakien.
Chodauer Braungeschirrerzeugung M. Siemang, Karlsbad,
Kab'novsbi chamottova Tovärna nc. spol. (Kälnoer Schamotte-
werke, A.-G.), Kalinovo. An Stelle des ausgeschiedenen Mikulas Zolllay,
Emil Staßny, Zigmund Bäv und Emanu*l Nenmann wurden Ignac Hercog,
Dr. Jan Kovalik, Armin Bälint und Ignac Kohn in den Verwaltungs-
rat berufen. Dr. Imre Vago hat Pcafcura.
Vitrum, Bpolecnost pro obchod dutym a tabulovym sklem s. r; o.
Vitrum, Hohl- und Tafelglas- Vertriebsgesellschaft m. b. H, Brünn. Karl
Bock ist nicht mehr Geschäftsführer.
Anton Rößler, Gablonz a N. Glashandel. Martha Rößler hat Prokura .
- />;'.' — — ■ - '«es*«*5*. v-f'ßmtlml
Jugoslawien.
Elisa D. Papo, Sarajevo. Glas-, Porzellan- und Galanteriewaren-
handel.
Patente.
Deutsches Reich.
Anmeldungen.
13 i, 32. E. 24328. VerfahreViur Herstellung hochwertiger Graphite
aus Rohgraphit oder Raffinadegraphit. Elektro- Osmose Akt.-Ges. (Graf
Schwerin Gesellschaft) Berlin. 27. 8. 19.
21c, 2. M. 71965. Verfahren zur Herstellung von Gewinde in
plastischen Massen, insbesondere für elektrische Zwecke. Aug. Bob Müller
Berlin, Königgrätzer Str. 103. 28. 12. 20.
21 c, 10. H. 83270. Elektrischer Isolator. Emil Haefely & Cie
A.-G., Basel, Schweiz. 26. 11. 20. Schweiz 6. 11. 20.
21 c, 13. A. 32 806. Porzellankörper für Hängeisolatoren. Allgemeine
Elektrizitäts- Gesellschaft, Berlin. 12. 1. 20
21c, 13. L. 48 725. Hängeisolator. 13. 8. 19. Italien 11. 2. 18.
21c, 13. L. 48741. Hängeisolator für Hochspannungsleitungen.
18. 8. 19. Italien 31. 1. 19.
Hans Lutz, Turin, Italien.
21 c, 13. P. 41 046. Abspannisolator der Hewlettype. Porzellan-
fabrik Ph. Bosenthal & Co., Akt.-Ges., Selb i. Bayern. 22. 11. 20
21c, 13. S. 55379 Hängearmaturen zur Verbindaug von einzelnen
Isolatoren, insbesondere für Hochspannung. Hugo Sachs, Leipzig Lilien-
str. 24. 21. 1. 21. ; J
21c, 14. A. 34239. Hochspannungsisolator mit von der Außenluft
abgeschlossenem Hohlraum. Aktiengesellschaft Brown, Boveri & Cie
Baden, Schweiz. 18. 10 20.
21c, 14. M. 71311. Verfahren zur Herstellung von Stützisolatoren
für hohe Spannungen. Dr. Paul Mayer, A.-G, Berlin. 8 11. 20.
30 g, 1. C. 30517. Tropfflasche für regelbare und einstellbare
Tropfen. Dr. Jacob Clemens, Grevenbroich, Niederrhein. 19. 4. 21.
30 g, 6. M. 72805. Abdichtungering für Dosen mit Deckel aus
keramischer Masse. Karl Mützsch jr., Kamenz i. S. 3. 3. 21.
32 a, 5 B. 47863. Fördervorrichtung für • Kuhlöf en. Wolfs Ma-
schinenbau-Gesellschaft m. b. H., Köln. 14 12. 18
32 a, 10 L. 51 830. Glasblaserpfeife mit einem Druckluftbehälter
für Mund- und Druckluftblasen. Valentin Lorentz, Dresden, Nürnberger
Str. 12. 26. 11. 20.
32 a, 22. K. 63 310. Verfahren zur Herstellung von Glasrohren mit
in der Wandung eingebetteten skelettartigen Körpern. Karl Küppers,
Aachen, Habertusstr. 58. 13. 11. 16.
32 a, 27. D. 38628. Verfahren zur Herstellung von Vakaum-Isojier-
gefäßen ohne Abstützang. Dr. Bruno Donath, Berlin-Sohönebarg, Viktoria-
Luise-Pl. 2. 23 11. SO.
32 a, 34. 0.11790. Flascheneintragevorrichtung. The Owens Bottie
Company, Toledo, V. St. A. 24. 8. 20.
32 b. Sch. 57 725. Verfahren zum Mustern von Glas durch Aetzen
mit Säure. Zus. z. Anm. Sch. 54 648. 3. 10. 21.
47 f, 27 B. 53 744. Isolierkörper. Eheinhold & Co., Vereinigte
Kieselgur- und Korkstein-Gesellschaft, Hannover. 16. 8. 21.
48 b, 2. Sch. 49 538. Aaftragmaschiae für die Erzeagang v<w Eisen-
blechgeräten u. dgl. Zas. z. Anm. Sch. 47 890 (Kl. 48 c). 22. 1. 16
48 c, 3. Sch. 47 890. Auftragmaschine für die Etzaugung von
emaillierten Eisenblechgeräten oder dgl 23. 10. 14.
Edmund Schröder, Berlin, Ballealliancestr. 88. .hin
48 d, 1. St. 35141. Verfahren und Vorrichtang zur Beseitigung
der Gasblasen an den zu beizenden Gegenständen in B iizbehältern.
Stellawerk, A.-G., vormals Wilisch & Co, Berg -Gladbach. 1. 11. 21.
53 b, 3. M. 64 571. Luftdichter Verschloß für Einmachgefäße.
Dring. Fritz Mayer, Manchen, Brienner Str. 29. 30. 12. 18
64 a, 29. F. 60 252. Flaschenverschluß mit Sicherang. Oicar Feige,
Breslau. Ltttzowstr. 10. 22. 9. 21.
67 a, 9. W. 68 418 Schleif Vorrichtung zum Ausschleifen geschliffener
Glaszylinder. Alfred Weisheit, Arnstadt, und Friedrich Lsihbecher, tstadt-
Bemda. 23. 5 21.
67 a, 16. H. 84189. Schleiftisch für Maschinen zum Schleifen
ebener Facetten an Glasplatten. Richard Herrmann, Bdriin, Raeinsberger
Str. 65. 6. 2. 21.
67 a, 19. A. 34 980. Maechifi'e zum Schleifen und Polieren optischer
Gläser. Oscar Ahlberndt, Berlin. 2. 3. 21.
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 31 —"353
67 a, 21. St. 30442. Vorrichtung zur Erzielung einer kontinuier-
lichen Hin- nnd Herbewegung des Werkalttckhaltera an Edelstein-Sehleif-
nnd Polieimaschinen. Zus. z. Pat. 294193. Steril- Coleman Diamond
Machine Company, New.- York. 21. 3. 17.
75 b, 21. J. 20 529. Verfahren zur Herstellung von Mosaiken.
Marie Louise Sophie Josephine Jumaux, geb. Granier, Paris. 8. 7. 20.
Frankreich 1. 5. 17.
80 a, 45. G. 53 838. Verfahren zur Herstellung von Steinzeugkrügen
'mit einer Vertiefung, auch Beliefdarstellungen am Boden. Aloysius Girm-
scheid, Höhr, Westerwald. 11. 5. 21.
80 b, 8. S. 53557. Verfahren znr Herstellung geformter Gegen-
stände aus schwer schmelzbaren mineralischen Stoffen durch Schmelzung.
Socieie' „Le Basalte", Voie de Seine, Vitry Seine, Frankreich. 1. 7. 20.
Frankreich 17. 5. 1».
80 b. 8. S. 56094. Verfahren zur Nutzbarmachung von Basalt.
Socie e „Le Baselte", Paris. 6. 4.21. Frankreich 17. 4. 20.
80 b, 18. Scb. 60000. Verfahren zur Herstellung von Schwemm-
steinen. Johann Schnutgen, Neuwied a. Rh. 24. 11. 20.
80 b, 12. A. 35 357. Verfahren und Einrichtung zum Brennen von
keramischen Massen im Eanalofen mit Gasfeuerung. Allgemeine Elektri-
zität-Gesellschaft, Berlin. 27. 4. 21.
80 b, 23. P 35039. Verfahren zur Herstellung von zusammen-
hängenden üeberzügen aus unedlen Metallen auf keramischen Gegen-
ständen. Porzellanfabrik Kahla, Filiale Mennsdorf-Klosterlausnitz, Herms-
dorf, 8.-A. 9. 8. 16.
80 b, 12. V. 16434. Verfahren znr Veredelung von Kaolinen.
"Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken, G. m. b. H., Berlin-Friedenau.
12.4.21.
.
Zurücknahme von Anmeldungen.
32 a. K. 73950. Verfahren zur Herstellung von Glaskörpern mit
genauen Obeiflächenkrttmmungen oder Kantenwinkeln. 29. 12. 21.
82 a. Sch. 46 557. Verfahren . und Vorrichtung zur maschinellen
Herstellung von Glasgefäßen, besonders von Glasgefäßen mit Facetten,
p. 12 21.
32 a. Sch. 57 768. Verfahren zur Herstellung von DUsenböden für
Spinndüsen. 13. 2. 22.
I 48 c. P. 35770. Glühen und Emaillieren von Blechgeräten. 29.12.21.
80 b. R. 45010. Verfahren zum Brennen von Porzellan. 7. 7. 21.
Beschreibungen.
Maschine zum geraden Abschleifen einzelner oder gestapelter
optischer Gläser odgl. an den schmalen Randflächen nach Schablone, bei
der die zu schleifenden Gläser an einem mit Schaltvorrichtung versehenen
'Schwingrahmen gegen den Schleifstein geführt werden, während eine
Signaleinrichtung das Ende des Schleifvorganges anzeigt. Zum Zwecke
des selbsttätigen Schaltens der Einstellvorrichtung betätigt ein auf der
angetriebenen Achse der Schwing- und antreibenden Achse für den Werb-
stückrahmen und Haltespindeln verstellbares Exzenter durch Stange und
den doppelarmigen Hebel ein federbeeinflußtes Klinkengesperre mit ange-
schlossenem Zahnrad und einem als Mutter ausgebildeten Zahnrad auf
jSchraubenspindel, an dessen unterer Fläche der das Widerlager tragende
|ederbeeinflußte Winkelhebel durch Arm anliegt, während der Arm des
He eis im Anschlagbereich der mit Skala versehenen Einstellscheibe steht,
deren Bolzen in der Platte isoliert gelagert und mit elektrischer Leitung
versehen ist, so daß bei Berührung des mit der anderen Zuleitung ver-
sehenen Hebels mit der Scheibe der Stromkreis geschlossen und ein Signal
gegeben wird. 67 a, 19. Nr. 349 637. 15.3.21. Beller & Fischer,
Neuenburg, Württbg.
Verfahren zur Gewinnung von Kaolin und Tonsubstanz aus
den durch Naturgewalten und Naturwäschen abgelagerten Kaolintonsanden
des Oligozän. Diese meist gänzlich feldspatfreien weißen Oligozänfrag-
mente und -sande werden durch leichte Trocknung und Windsichtung, ge-
gebenenfalls neben mechanischer Aufbereitung, in reine Tonsubstanz und
Qaarz, nötigenfalls auch in Feldspat und andere Nebenbestandteile zer-
legt. 80 b, 12. Nr. 349 780. 10. 3. 21. Beinhold Froelich, Meißen i. Sa.
Verfahren zum Blasen doppelwandiger Glashohlkörper, be-
sonders für Gefäße nach Dewar-Weinhold. Zunächst wird an der Pfeife
in einer' Form ein Hohlkörper geblasen, welcher der endgültigen Gestalt
des Außengefäßes und einer mit diesem Außenteil am künftigen Mündungs-
rande zusammenhängenden Bodenkappe entspricht, welche darauf mit Hilfe
einet Kernes in den Außenteil eingestülpt wird. Der Hohlkörper wird in
Ider Form mit einer den Außenteil und die engere Bodenkappe verbinden-
den Schulter geblasen, welche die endgültige Gestalt des das Außen- und
Innengefäß verbindenden Bandes hat. 32 a, 8. Nr. 349862. 12.10.20.
Glasfabrik Sophienhütte Bichard Bock, G. m. b. H., Ilmenau i. Thür.
Hsov y, Aufgebote.
12 c. Gefäß zur Durchführung quantitativer Analysen mit Ab-
gußschenkel. Eine Seitenwand desselben ist durch einen den Gesamtraum
ies Gefäßes vergrößernden Trichter ersetzt, dessen Achse in der Normal-
lage des Gefäßes horizontal liegt. Ernst Hauser, cand. phil, Wien.
28. 10. 19. A 3955—19.
21 a. Entladungsgefäß aus Glas, bei dem eine oder mehrere
Elektroden aus einem metallischen Belag der Innenwand bestehen und
durch Flüssigkeit von außen gekühlt werden. Zur Verhinderung einer
ungleichmäßigen Erwärmung des Glases ist auf der Grenzfläche desselben
gegen das Kühlmittel eine weitere metallische Schicht angeordnet. Patent-
Ireuhand-ttes. für elektrische Glühlampen m. b. H., Berlin. 21. 4. 21.
\ 2616—21. Deutsches Eeich 3.6. 20.
21g. Luftdichter Verschluß fflr Oeffnungen von Glashohl-
lörpern zur Stromeinführung in elektrischen Glühlampen, zur Anbringung
ler Antikathode in Röntgenröhren u a. m. AnJ den reinen oder aufge-
rauhten, gegebenenfalls metallisierten Rändern der Oeffnung des Glashohl-
körpers oder eines daran angesetzten Glasrohrstutzens wird ein nach Ge-
stalt, Dickenabmessungen und Material beliebiger Metallaörper (Kappe,
Scheibe, Stab usf ) als Träger für die keine Glasteile berührenden Strom-
zuführungen oder für andere Organe unter Benutzung eines metallischen
oder anderen temperaturbeständigen, luftdicht machenden Bindemittels be-
festigt, das bei Temperaturen unter der Glühtemperatur des Glases aufge-
tragen werden kann. Dr. Osias Krüh, Chemiker, Wien. 10. 2. 19.
A 458—19.
21 g. Verfahren zum Abdichten der Verbindungsstelle zwischen
ZufUhrungsteil und Gefäßkörper bei Vakuumapparaten, insbesondere Quarz-
glaslampen durch Verkitten. Der Kitt findet als Hartlack nach Art der
Japan- oder Emaillacke Verwendung, wird zweckmäßig schichtweise auf.
getragen und nach jeder Auftragung eingebrannt. Otto Werner, Kon-
strukteur, Berlin. 14. 4. 21. A 2405 —21.
32 a. Vorrichtung zum Ziehen von Glas oder dgl. in zjlin-
drischer Form. In Verbindung mit einem Behälter für das geschmolzene
Material ist ein um seine Achse rotierender, gegen die Horizontale ge-
neigter Dorn derart angeordnet, daß die Schmelze auf seine Außenfläche
herabfließt. The Libbey Glass Co , Toledo (V. St, A). 22. 3. 17.
A 1301—17.
32 a. Verfahren zur Herstellung von Glasfäden, bei welchem
das Glas aus mehreren Oeffnungen eines Behälters unter Druck austritt
und an jeder Oeffnung gleichzeitig und laufend zu einem Glasfaden aus-
gesponnen wird. Die in einem nicht unterteilten Behälter untergebrachte
Glasmasse wird durch geeignete Regelung ihrer Temperatur und des zum
Auspressen angewendeten Druckes sowie durch die Ausbildung der vor-
zugsweise eng gescharten Behälter Öffnungen zu Kanälen in Gestalt einer
entsprechenden Zahl von Glasstäbchen ausgepreßt, welche gleichzeitig und
laufend zu je einem Faden ausgesponnen werden. Carl Math, Ingenieur,
Rathenow. 30. 9. 20. A 5508—20. Deutsches Reich 26 3. 19.
32 a. Maschine zur Herstellung von mit Böden verseheneu
Glasröhren. Die Maschine besteht aus einem Behälter für die zu bear-
beitenden Röhren, einer Einrichtung zur Bodenbildung und einer Sammel-
vorrichtung für die fertigen Gläser, wobei die Teile durch selbsttätig
arbeitende Transportorgane miteinander in Verbindung stehen. Paul Born-
kessel, Fabrikbesitzer, Frohnau (Deutsches Reich). 14. 8. 20. A 4679—20.
32 a. Verfahren zum Ansammeln und Abtrennen von Glas. ' Ein
Glasstrom wird in einem Behälter, dessen Auslaß durch einen Boden
geschlossen ist, so weit gestaut, daß er eine den Auslaß versperrende An-
sammlung bildet, worauf der Boden zurückgezogen wird und eine weiter
fortgesetzte Ansammlung in dem Behälter und darauf ein Liefern und Ab-
schneiden der Charge stattfindet. Joseph Bolden Graham, Ingenieur,
Evansville (V. St. A.). 15. 12. 19. A 4749—19. V. St. A. 14. 6. 17.
32 a. Verfahren zum Ziehen von Glas oder dgl. in zylindrischer
Form. Die Schmelze wird auf die Oberfläche eines gegen die Horizontale
geneigten sich gleichmäßig drehenden zylindrischen Körpers z. B. eines
Blasrohres geleitet, auf welcher sie, eine gegen das Ende des zylindrischen
Körpers herabfließende rohrförmige Schicht bildend, infolge der Drehung
des Körpers gleichmäßig verteilt und von dem sie in Form eines Rohres
oder einer massiven Spange abgezogen wird. The Libbey Glass Co., Toledo
(V. St. A.), 24.3. 17. A 1330—17.
,*67^.:"Terfahren nn^ yorriciitung zur selbsttätigen Begelang
der Schmier-, Polier- und Schleifmittelzufuhr bei Glaspoliermaschinen. Man
läßt die Aenderung der Reibungsgröße zwischen dem Werkstuck und
Werkzeug eine entsprechende Aeitderung in der Zufuhr des Schmier- oder
Schleifmittels herbeiführen. William Taylor, Konstrukteur, ;sL8icester.
24. 10. 19. A 3889—19. Großbritannien 21. 5. 18.
80 e. Verfahren zur Herstellung einer wasser- und säure-
beständigen Verbindung aus kieselsäurehaltigen Stoffen und Natriumsilikat.
Diesem Gemisch wird Apatit zugesetzt und die Mischung einer" Mineral-
Säure (Schwefelsäure) ausgesetzt, die auf Apatit und Natriumsilikat ein-
wirkt. Elektro- Chemical Supply and Engineering Co., Pniladelphia.
24.7. 17. A 3456—17.
Erteilungen.
87 818. 32 a. Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Glas-
gespinst. Gedeon von Pazsiczky, Glastechniker, Wandsbek. 15. 8. 21.
87 871. 64 a. Verschluß für Einsiedeflaschen, Konservengläser und
dgl. Hannibal Lindner, Leutnant d. R., Hermannstal bei Reichenberg.
16. 10. 21.
87 889. 80 a. Tonreiniger. Internationale Patentveiwertungs-Ges.
m. b. H., Berlin. 15. 9. 21.
88 064. 21 d. Verfahren zur Herstellung von Kollektoren mit aus
keramischer Masse bestehender Kollektorbuchse. Robert Bosch A.-G.,
Stuttgart. 15. 7. 21.
88070. 48 c. Vorrichtung zum Emaillieren von Draht. Georg
Schmidt, Ingenieur, Brannschweig. , ; 16. 9. 21.
88 078. 80 d. Verfahren zur Herstellung von künstlichen Mühl-
steinen. Leopold Schund jun , Mühlsteinerzeuger, Rohrau b. Bruck a. d. L.
15. 10. 21.
88112. 21c. Kappeneinftthrungsisolator. G. Bihl & Co., Ladowitz
(Tschechoslowakei). 15.9.21. (Zus. zu Pat. Nr. 82 251.)
88 127. 21 c. Elektrischer Durchführungsisolator. Porzellanfabrik
Kahla, Zweigniederlassung Freiberg, Freiberg (Deutsches Reich). 15 9 21.
8 8 226. 80 c. Kanalofen. Heisingborgs Koppatverks, Aktiebolag,
Heising borg. 15. 11. 21.
88231. 80 c. Schmelzkorb. Rsinhold Schlegelmilch, Porzelhn-
fabrik, Tillowitz. 15. 11. 21.
Versagung.
12 b. Verfahren zur Vorbereitung von insbesondere ungarischen
Bauxiten, Kaolinen und anderen tonerdehaltigen Mineralien. 15. 3. 1918.
A 1404— 17. -
354 — Nr. 31
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (86. Jahrgang.)
Aufrechterhaltung.
80 b. 65 693. Preßform zur Herstellung von Kacheln. Vorm. L. &
C Hardtmath, G. m. b. H., Podersam.
Gebrauchsmuster.
Deutsches Beleb.
Eintragungen.
817 300. 30 b. Gebrauchsform zur Herstellung von künstlichen
Zähnen.
817 301. 30 b. Gebraochsform zur Herstellung von künstlichen,
mit hinter sich gehenden Profilen versehenen Zähnen, wie Kronen.
817 302 30 b. Gebranchsform zur Herstellung künstlicher Zähne,
mit Zahnfleisch
Deutsche Zahnfabrik P. Buchbinder, Frankfurt a. M. 11. 5. 22.
817 558. 45 h. Tonei. 24 4. 22.
817 570. 45 h. Nestei. 11. 5. 22.
0 Beinh Caaras, Altstadt- Waldenburg i. S.
817 751. 34 f. Teller und ähnliche Gebrauchsgegenstände aus ge-
härteter porzellan ähnlicher Kunststeinmasse. Ludwig Köhler, Kettnang.
8. 5. 22.
817 924. 53 b. Konservenglasdeckel mit drehbarer Oeffnungsvorrich-
tnng. Willy Kühn, Gera, 8.-G. 17. 5. 22.
817 978. 341. Gebäckkasten mit auswechselbaren Wänden aas
Steingut oder dergl. Albert Plaut, Hannover- Wülfel. 15. 5. 22.
818 001. 21 f. Zuggewicht mit Montierungsboden in einem Stück
aus keramischer Masse für Doppelzugpendel. 23 9 20.
818 002. 21 f. Eiförmiges Zaggewicht mit Bollenhaltern in einem
Stück aus keramischer Masse für Pendelaufzüge. 28. 9. 20.
Otto Wurm, Glatz.
818 055. 37 c. Dachziegel aus Glas. Ambi- Arthur Müller Bauten
und Industriewerke, Berlin. 20. 5. 22.
818 175 77 f. Aus Ton geformte und in feste Körperform gebrannte
oder gebackene Figur als Kinderspielzeug. Michels & Co , Höhr bei Koblenz.
19.5.22
818 222 30 k. Glasspritze für ärztliche Zwecke, besonders für Ein-
spritzungen unter die Haut. Dr. Curt Apel, Charlottenburg, Kuno-
Fischer- Str. 7. 15 5. 22.
818 252. 36 a. Kachelofen. Oesterreichische Patentverwertungs-
Gesellschaft „Thoria«, G. m. b. H, Wien. 5. 1. 22.
818 298. 21 c. Porzellanisolator mit selbsttätiger Stromunterbreehung
bei Drahtbruch. Willy Schöne, Hamburg, Kieler Str. 6. 23. 5. 22.
1. Eine Baryt-Glasur besteht ans:
0,25 K20 ) f23SiO
0,25 N«90 U,15 Al203 lnKRn
0,50 BaO J 10,ÖU2U,
1,00
(Davon 0,15 A1203 und 0,3 SiO, in den Mühlversatz.)
Fritte: Mühlversatz:
Salpeter 50,5 Gew.-T. Fritte 270,5 Gew.-T.
Borax, kristallisiert . 95,5 „ Zettlitzer Kaolin . 38,8 „
Kohlensaurer Baryt
(Witherit) . . . 985 „
Quarzmehl .... 120,0 „
2. Eine Kalk-Borax- Glasur besteht aus:
0,25 KaO ] * 23 SiO
0,30 Na20 \ 0,30 A1203 { £'% ^
0,45 CaO J *
(Davon 0,05 A1208 und 0,1 Si02 in den Mühlversatz )
139,8 Gew.-T.
114,6 „
45,0 „
42,0 „
Mühlversatz :
Fritte 267.6 Gew.-T.
Zettlitzer Kaolin . 12,9 „
Fragek asten des Sprechsaal.
Zup Beachtung bei Benutzung das Fragekastens.
1. Der Fragekasten dient dann, technische and andere für unseren Iieserkrels wissenswerte Fräsen und Fabrikationsfehler
offen eu erörtern, ferner Hilfsmittel, Materialien, Maschinen nnd Werkienge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit Sieh Bezugs-
quellen im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
X. Die direkte Vermlttelung des An- oder Verkauf« von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. nnd die Weitergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
8. Sie Namen der Fragesteller werden nach keiner Welse hin genannt, anonyme Zuschriften iedo eh nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nur in die zweite auf die Frage folgende Nummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
können nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Die Redaktion behalt sieh vor, ohne Angabe von erfinden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; für brauchbare
Beantwortungen technischer Fragen gewahrt sie ein angemessenes Zellenhonorar. Eine zivilrechtliche Haftpflicht Übernimmt die
Redaktion nleht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
100. Bei einer neu eingeführten Gießmasse, die etwa 46° /0 Pegmatit
und 42°/o böhmischen Kaolin enthält, zeigt sich der Uebelsiand, daß die
Vasen auf der Innenseite und die Schalen auf der Unterseite des Bodens,
wo der Ausguß erfolgt, „walligu werden. Die äußere Fläche der Vasen
wird tadellos glatt. Bei anderen Massen, die keinen Pegmatit enthalten,
sondern nur Kaolin, Sand imd Spat, ist dieser Uebelstand nie aufgetreten.
Das „Wälligwerden" zeigt sich sowohl, wenn der Kaolin stfort mit aufge-
geben wird, als auch, wenn er erst später auf die Trommel kommt. Wie
ist dem Fehler abzuhelfen?
Erste Antwort: Pegmatite gibt es viele und von verschiedener
Zusammensetzung. In der Annahme, daß Sie Pegmatit von Tirschenreuth
verwenden, der rand
Quarz 60,0% \af
Spat . ... . . 36,5%
Tonsubstanz 3>5%
enthält, so besteht Ihre Masse aus:
TonsubBtanz 59,56 %
Quarz 31,36 o/0
Spat 19,08%
Wallen sind die Folge zu fetter Massen bei zu feiner Mahlung. Eine
so tonerdereiche Masse mit so wenig Spat ist nicht viel wert und auch
schlecht transparent. Verwenden Sie doch die in Bayern allgemein ge-
bräuchliche Masse aus :
Böhmischem Kaolin 48%
Pegmatit von Tirschenreuth 41%
Spat von Schmidt, Ketsch 8 %
Glüh- und Glattscherben . 3%
100%
die 12,72% Htfhenschwindung bei SK 14 hat, nnd mahlen Sie diese
Masse 18 Stunden bei 23 Umdrehungen in der Minnte. Wallen treten dann
sicher nicht auf. Den Kaolin gibt man auf den Quirl und mischt ihn
aufgequirlt mit dem Trommelversatz.
Zweite Antwort: Ihre Masse enthält jedenfalls zu viel unge-
glühte Tonsubstanz und ist zudem zu fein gemahlen. Führen Sie Glüh-
nnd Glattscherben ein oder verglühen Sie einen Teil des böhmischen
Kaolins. Aus' Ihrer Frage geht übrigens nicht klar hervor, ob die Masse
bIb solche schon wallig wird oder erst mit der Glasur nach dem Bremen.
In diesem Falle wäre festzustellen, ob nicht die Stücke zu stark vergl üht
sind oder die Glasur für die Masse zu strengflttssig ist.
101. Welches sind die Vorteile einer Schneidschablone beim Ueber-
formen von Flachgeschirr in der Dreherei? Kann damit auch schwächer
gearbeitet werden, speziell bei Tellern? Hat die Schneidschablone gegen-
über der gewöhnlichen Schablone auch Nachteile und eignet sie sich für
jede Masse?
Antwort: Die Nachteile der viel gebräuchlichen Schneide-
nchablone sind bei Massen keine anderen als bei der gewöhnlichen
Schablone; sie hat aber den Vorteil, gegen den Verzug der Ware zu
wirken. Sie brauchen ja nur den Versuch zu machen, dann sehen Sie,
wie sich Ihre Masse dabei verhält. Fabriken, deren Massen leicht zum
Verzug neigen, arbeiten alle vorteilhaft mit der Schneideschablone, denn
sie ist in jedem Falle besser als die gewöhnliche Schablone.
1§2. Gibt es eine bleifreie, auf rohen Tonscherben aufzutragende, bei
SK 08 glatt ßließende Glasur, welche nicht gefrittet zu werden braucht?
Wie ist sie zusammenzusetzen?
Erste Antwort: Bleifreie Glasuren müssen Sie schon einen Kegel
öher brennen, also bei SK 07.
Fritte
Norweg. Feldspat .
Borax, kristallisiert .
Kalkspat od. Marmor-
mehl . . . . .
Qaarzmehl
Mit diesen Glasuren kommen Sie gut aus. Ungefrittete bleifrei«
Glasuren gibt es für niedere Temperaturen nicht.
Zweite Antwort: Bleifreie Glasuren für SK 08, die nicht ge-
frittet zu werden brauchen, gibt es nicht, denn man ist auf Alkalien,
Borax und Borsäure angewiesen, deren Anwesenheit das Fritten erfordert,
um diese Stoffe an andere zu binden nnd dadurch wasserunlöslich zu
machen.
Glag.
89. Wer liefert Bleipfannensulfat?
Antwort: Pretzschner & Fritzsching in Dresden melden Bich zur
Lieferung von Bleipfannensulfat.
90. Läßt sich Buchenholz- Gas von leer soweit reinigen, daß man
es als Brennmittel für Bornkesselbrenner zum Verschmelzen verschiedener
chem.-pharm. Glasartikel verwenden kann, und welches wäre hierfür die
zweckdienlichste Vorrichtung ? Genügt es, wenn ich das Gas vom Gene»
rator (Sammelkanal) durch zwei hintereinanderstehende, mit Wasser ge~
füllte Behälter mittels Kompressor sauge und auf diese Weise den Teer vom
Gas soweit absondere, daß eine Verlegung der Gasröhrleitung ganz ver*
mieden wird ? Die Wasserbehälter sind wie die Benzinvergasungs- Apparate
Bedacht, und ich glaube, damit ein intensives Durchfiltern des Gases voll-
kommen zu erreichen. Natürlich wird das Wasser zeitweilig erneuert. Nun.
ist es die Frage, ob dem Qas durch diese Filterung außer Teer nicht auch
andere Stoffe entzogen werden, die den Heizwert des gereinigten Gases, um
den es sich hauptsächlich handelt, nachteilig vermindern. Ich bitte um
Aufklärung.
Erste Antwort: Buchenholz-Gas läßt sich sehr gut reinigen, so
daß man es als Brennmittel für Bornkesselbrenner zum Verschmelzen ver-
wenden kann. Zunächst ist darauf zu achten, daß nur ganz trockenes
Buchenholz vergast wird ; dann müssen dem Gase alle wässerigen Bestand-
teile, wie Teer, Holzessig usw. entzogen werden. Zu diesem Zweck
läßt man es einen Gasreiniger mit auswechselbaren Beinigungskegeln
passieren, worauf es durch einen mit Gasreinigungsmasse angefüllten
im. (66. Jahrgang
M öl -
Apparat gesaugt wird, um dann einem Gassammelbehälter zugeführt zu
• werden. Von einem .Reinigungsverfahren mit Wasser ist abzuraten," da
das Gas dann wieder getrocknet werden muß. Wenn der Bedarf an Gas
groß genug ist, ist es das bette, Sie banen eich eine kleine Gasanstalt.
Zweite Antwort: ÜB ist wohl möglich, Bachenholzgas durch
eine entsprechende Behandlung zu reinigen und heizkräftiger zu machen,
doch wäre zu uberlegen, ob es nicht praktischer und wirtschaftlicher ist,
eine eigene kleine Gasanstalt zu bauen oder mit komprimiertem Gas aus
Stahlflaschen zu arbeiten oder eine jener kleinen Gasanlaeen einzurichten,
wie man sie an Orten ohne Leuchtgas für Wohnungen, Laboratorien und
auch industrielle Zwecke mit großem Vorteil benutzt (Gasolin-, Aerogen-,
Benoidgas u. dgL).
91. Zum Biegen kleiner runder Gläser in Tonformen verwenden
wir dünnwandige Muffeln von 6 mm Wandstärke aus Hafenton bei 1000°.
Bereits am dritten Tage fängt die Muffel an zu reißen und muß ersetzt
werden. Wie ist dem abzuhelfen, bezw. welche Mischung ist zur Her-
stellung der Muffeln zu verwenden ? Der Ofen wird täglich gelöscht..
Erste Antwort': Die dünnwandigen Muffeln müssen mit der
größten Sorgfalt gearbeitet werden; alle scharfen Ecken sind abzurunden
und vor dem Einsetzen müssen die Muffeln vollständig lufttrocken sein.
Das Anheizen der Muffeln hat langsam zu geschehen. Beim Loschen
nach der Arbeit wird der Ofen gut verschlossen und verschmiert, damit
S|e Muffel Uber Nacht möglichst wenig und nur ganz langsam abkühlt
Waruni verwenden Sie nicht blecherne Muffeln oder einen modernen
Biegeofen? Nachstehender Versatz gibt bei sachgemäßer Verarbeitung
und sorgfältiger Nachschlagung brauchbare Muffeln :
Meißner Ton, roh 5 Teile
„ „ gebrannt 3 „
Muffelscherben ........... 3 „
Zweite Antwort: Die Muffelmasse ist wahrscheinlich nicht ent-
sprechend zusammengesetzt nnd zu fein; sie müßte mit mehr grobem
Material gemagert sein und kein Schamottemehl enthalten. Nun kommt
es auch noch darauf an, ob das Anheizen der Muffeln langsam genug
erfolgt, ebenso das Abkühlen. Sie geben leider nicht an, wie Ihre Mafi ei-
nlasse zusammengesetzt ist ; magern Sie sie nach Möglichkeit, und zwar,
Wie eben gesagt, mit gröberer mehlfreier Schamotte.
92. Wir bitten um Angabe eines Glassatzes zum Blasen von weißen
Glaskugeln, woraus sog, Uhrschalen für chemische Zwecke sich gut
ichneiden lassen.
Erste Antwort: Um Glaskugeln zum Anschneiden von Uhr-
schalen für chemische Zwecke blasen zu können, ist vor allem eine ganz
gleichmäßige Verteilung des Glases anzustreben. Nachstehender Satz gibt
bei inniger Mischung und heißem und gleichmäßigem Ofengang das ge-
wünschte Glas.
Sand . . . . . . . . 100 kg
Soda 30 „
Pottasche 15 „
Kalkhydrat 20 „
Salpeter • ■ 2 „
Arsenik 2 „
Nickeloxyd ............ 70 g
Scherben . 25 kg
e geblasenen Kugeln müssen ausreichend gekühlt werden.
Zweite Antwort: Zur Herstellung der erwähnten Uhrschalen
für chemische Zwecke bedarf es eines guten homogenen Glases von ent-
sprechender Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einflüsse, wie es der
nachstehende Satz liefert:
Sand, mit 3—4% A^Os 100 kg
Soda 25 „
Pottasche . 10 „
Kalkspat 20 „
Salpeter <2 „
Entfärbung nach Bedarf.
Das Glas ist wiederholt zu blasen, and di« daraus geblasenen Engeln
sind sorgfältig zu kühlen.
Heue Fragen.
Keramik.
108. Wir bitten um einen guten Versatz für Kapseln, die auch in
Oefen mit direkter Feuerung mindestens 4 — 5 Mal verwendet werden können.
Wir verwenden zur Zeit den teueren Lieskauer äteingutton und Tirschen-
reuther Kapselerde, haben aber sehr schlechte Ergebnisse, obwohl dieselben
bei gleichem Versatz vorher wesentlich besser waren. Unsere Kapseln
lassen sich jetzt nach dem zweiten Brande gewöhnlich schon gar nicht mehr
verwenden und sind außerordentlich brüchig.
Glas.
95. Gibt es ein wirtschaftliches Verfahren, um das Gemisch von
Schwefelsäure und Flußsäure, das bei der Säurepolitur in erheblichen
Mengen abfällt und allgemein als wertlos weggegossen wird, wodurch Ab*
laufkanäle usw. stark zerstört werden, in seine beiden Ursprungssäuren,
Schwefelsäure und Flußsäure, wenn auch nicht in ganz reinem, so doch
für obigen Zweck wieder verwendbarem Zustand zu zerlegen? Für welchen
Zweck könnte man diese Abfalhäuren sonst noch verwenden?
96 Welche Pyrometer sind zur Messung der Temperaturen in Glas*
hafenöfen und zur Kontrolle der Ofenführung während der Schmelze, ferner
zur Mtssung der Temperaturen in Kühlöfen zu empfehlen, und welche Zug-
messer kommen für die Glasöfen in Frage?
97. Wer liefert Koksgeneratoren zur Gasbeheizung der Kühlöfen in
Glashütten ?
98. Wie werden Glastafeln zum Schleifen und Polieren bis auf etwa
4 mm Stärke herab auf den rotierenden Schleiftischen befestigt, bezw welche.
Kittmassen werden dazu verwendet?
99. Wer liefert Füllkästen, Ventile und andere Eisenteile für Gas*
gener atorenanlagen, und welcher Füllkastenart ist der Vorzug zu geben?
Die Teile müssen besonders widerstandsfähig und gasdicht sein.
100. Bei meiner Fensterglasfabrikation (Sulfat- Schmelze) kommt
es vor, daß die Hafenkränze frühzeitig dünn werden, und die Folge davon,
ist, daß das Glas fadig wird. Ich bin der Meinung, daß die Kränze zu
leicht sind, da sie */s — 1 cm über dem Glase hinausstehen; habe ich recht ?
Verwandt wird fertige Fichteiberger Kranztonmasse
Verschiedenes. ,
8 Gibt es eine bewährte Methode zum Begenerieren von gebrauchtem,
Gips, damit er seine ursprüngliche Bindekraft wieder erhält?
Briefkasten der Redaktion.
Seh. & Co. in B, Wenn die Lieferanten von Rohstoffen wie
Kaolin, Ton, Sand, Feldspat usw., kein Interesse daran haben, uns den
ihnen zugegangenen Bogen mit den Analysen Zurückzusenden und die
letzteren im Sprechsaal- Kalender angeführt zu sehen, so können wir nicht
dafür, daß die Analyse dieses oder jenes Rohstoffs in den Tabellen fehlt,
die doch hauptsächlich den Verbrauchern die Auswahl erleichtern sollen.
F. L. i. P. Patentamt Berlin SW. 61, Gitschinerstraße 97/103
W.-K, W. i. W. Da Sie fertige Misse und Glasur kaufen, deren
Zusammensetzung also nicht anzugeben vermögen, so kann man Ihnen
durch Abänderungsvorschläge nicht helfen. Am besten ist es,; Sie setzen
sich mit Ihrem Glasurlieferanten in Verbindung und lassen sich von diesem
eine passende Glasur ausprobieren oder Sie wenden sich zu demselben
Zweck an ein Fachlaboratorium, wenn Sie die Glasur selbst herstellen
wollen. In diesem Falle würde es sich empfehlen, auch eine entsprechende
Masse ausarbeiten zu lassen.
Hierzu eine Beilage: Prospekt der Verkaufsstelle elektro - osmotisch gereinigter Kaoline und Tone, Gesellschaft
mit beschränkter Haftung, in Berlin, Lindenstraße 35.
Nachruf-
Mit dem so tief betrübenden, unerwarteten Hinscheiden unseres II. stellvertretenden Vorsitzenden
Herrn Franz Klücher,weiBwasserO.L.
Direktor der Vereinigten Lausitzer Glaswerke A.-ß.
haben wir einen überaus schmerzlichen Verlust erlitten.
Seit einer langen Reihe von Jahren hat er unsere Bestrebungen wärmstens unterstützt und unsere Arbeiten
tatkräftig gefördert. Sein klnger Rat, das allzeit verbindliche Wesen, die geschickte Art zu vermitteln und Gegen-
sätze auszugleichen, haben uns über manche Schwierigkeit hinweggeholfen und ihm die Anerkennung und Hoch-
achtung verschafft, die er im Kreise unserer Mitglieder genoß. Dazu kam die persönliche Liebenswürdigkeit, mit
der er seinen Kollegen begegnete, und die frische, frohe Art, die ihn im geselligen Kreise zierte und die ihm
die Freundschaft seiner Kollegen gewann. Sein Wirken in unserer Vereinigung wird deshalb auch unvergessen
bleiben und immerdar werden wir seiner in Dankbarkeit gedenken.
Vereinigung deutscher Hohlglasfabriken G. m. fo. HL
Dr. Uhlitzsch.
Bonn, den 22. Juli 1922.
XCIV - is f. 31
845 —
SPRECH SAAL — COBURG.
1992. (M. Jahrgang.)
Im Verlag; des Sprechsaal in Coburg: erschienen:
Fachschriften
\ * Abhandlnng*n über Steinzeug. M 60,—.
* Ausgew äh le Kapitel aas der Emailliertecbnik. M 18, — .
* Berdel, Einfaches ChemiBches Praktikum. Teil I M 30, — ,
Teil II M 30,—, Teil III/IV M 72—, Teil V
und VI M 84,—.
* Georgi, Anlage, Einrichtung und Betrieb einer Porzellan-
fabrik. Ji 84,—.
\ * Hermann, Tafeln für die Berechnung von Glasuren und Gläsern.
Ji 12,—.
* Puball, Grundzuge der Keramik (erscheint im Juli 1922).
* Sprechsaal-Kalender für die Keramischen, Glas- und verwandten In-
dustrien (z Zt. vergriffen).
* Walter, Die Fabrikation des Belenchtungsglases. Jt SO, — .
Herda Brennofen „System Herda«. Jt 1,60.
Hermanns Einige Schlaglichter zur Brennstoffwirlsjhaft in den
Glashütten. JH 5.—.
Aus der Wärmewirtschaft in der Glasindustrie. JH 3,r«f '~vk
Jnng Die gebräuchlichsten Verzierungsarten des Glases.
Jt 12,50. \ mm
K allanner-Bart a Ueber die Bestimmung der Beständigkeit der kera-
mischen Erzeugnisse gegen die Einwirkung von
Lösungen, insbesondere Säuren. JH 8, — .
Kallauner-Barta-Simane Ueber die Bestimmungen der Wasserauf- '
nahmefähigkeit oder der scheinbaren Porosität kera-
mischer Erzeugnisse. Jt 10, — .
Kallanner-Fiser Beitrag zur näheren Wertbegrenzung der Wasser-
aufnahmefähigkeit und Säurebeständiggeit von Stein- 'u
zeugröhren fttr Kanalisationizwecke; Feststellung
der Abhängigkeit dieäer Eigenschaften von der
chemischen Zusammensetzung des Scherbens. Jt 5, — .
Koelsch Die Staubfrage in der Porzellanindustrie. Jt 2,50
Koerner Die Beurteilung der Alkali -Kalk -Gläser nach der
Tscheuchner'schen Formel. Jt 12,50.
Maetz Elektro-Glasschmelzöfen. Ji 2, — .
Maurach Brennstoff- und Wärmemengen in Glashütten. JH 2,—
Mayer-Havas Ausdehnungskoeffizient der Emails uud chemische
Zusammensetzung. Jt 8,—.
Meurer Das neue Meurer?ache lEmailspritzverfahren. Ji 3, — .
Müller GlasätzmethodenJund Metallreflexe. JH 10,—.
Oelschläger Ueber Gasmeßinstrumente Jt 1,50
Oggerin Die Verarbeitung des Spiegelglases zu optischen
Erzeugnissen. Jt 3, — .
Petrik Die Bleifrage in der keramischen Industrie. Jt 3, — .
Pakall Beitrag zur Lösung der Bleifrage. Jt 8, — .
„ Bleiborsäurefreie Glasuren. Jt 3, — .
„ Borsäurefreie Steingntglasuren. Ji 8,—.
-„ Ueber die Schwiudungsvorgänge bei keramischen
Massen. Jt 12,50
„ Ueber die Vorgänge beim Brennen keramischer Waren.
Jt 5, — .
„j, „ Anorganische Synthesen. (Neudruck in Vorbereitung.)
„ Keramische Arbeitsmassen.
Bieke-Steger Ueber den Einfluß des Tonerde -Kieselsäure -Verhält-
nisses auf das Verhalten von Porzellanglasuren.
Jt 8,— .
„ Ueber den Wärmeausdehnungskoeffizienten von Glasuren.
Jt 12,50
Bohrwasser Brennstoff - Wahl und Brennstoff kosten - Ersparnis.
Jt 1,50.
Buff-Lauschke Ueber die Herstellung feuerfester Geräte aus Zirkon-
dioxyd. Ji 12,50.
Schmidt Ueber das Brennen von Steingut. JH 10, — .
Selch Die Auf Schließung von Tonsubstanz durch Kalk. Jt 4, — .
Springer Berechnung der Härte bezw. Ausdehnung des Glases.
Ji 4,—.
„ Ueber die Entfärbung von Glas mit Salpeter und
Arsenik sowie Salpeterersatzstoffen. Ji 4, — .
„ Ueber die Glaubersalzschmelz e. M 8, — .
„ Neue Studien und Versuche über die Botätze. Jt 8, — .
„ Kaliumchlorat und -Perchlorat als Salpeterersatz in
der Glasindustrie. Ji 5, — .
„ Neue Schmelzversuche mit Salpeterersatz von Schott &
! Genossen-Jena. Teil I, JH 4, — . Teil II, JI 3, — .
„ Nene Schmelzversuche mit Bariumsnperoxyd als
Salpeterersatz. Jt 2, — . }
„ Nochmals Salpeterersatz in der Glasindustrie. Jt 1,50.
„ Was ist beim Wechsel von Pottasche oder Soda zu
i beachten ? Jt 4,—.
Stabe? Die Ursachen das Bissigwerdens und Abblätterns von
Gußeisenemail und die Mittel zur Verhütung dieser,.
Fehler. Jt S—, &%?
Tost mann Blei-, borsäure- und natronfreie Steingutglasuren.
| Jt 10,—.
Vondracek Emailindustrie im Jahre 1910. Jt 2, — .
„** n 19H- -* 2,-.
„ „ „ „ 1912 und 1913, Ji 4,—, »-.rmJ
,, Die Deckkraft der Emailtrttbungsmittel. Ji 2,—.
TPaK am Haa f-i o :j r» V» yy\ a n\ra V*1 nnf Ol" im A nQlanrl nm K '
fVCDOr Uaa iTcsCÜIÜäU&alUUSbor IUI AUQlUUU. Jfc O,— . " ™
i „ Die Nachbildung von Kunstwerken. M 2,50
Wulf Geflttgelzuchtgeräte aus Ton oder Sceinzeuu. Ji 1,50.
Wunder Ein neues Verfahren der Goldablö jung mittels Königs-
wassers. M. 2, — .
Zwing Die Anfärbung der Minerialien und Gesteine mit
anorganischen und organischen Farbstoffen, M 5, — .
Fach=Adreßbücher
* Adreßbuch der Keram-Industrle in Deutschland, Elsaß-Lothringen,
Luxemburg, Deutsch - Oesterreich, Danzig, Polen,
Tschechoslowakien, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien,
Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland.
14. Auflage — April 1922. Preis Ji 200,—.
Teuerungszuschlag vorbehalten.
* Adreßbuch der Glas-Industrie in Deutschland, Elsaß- Lothringen,
Luxemburg, Deutsch- Oesterreich, Danzig, Polen,
Tschechoslowakien, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien,
Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland.
12. Auflage erscheint im Herbst 1922. Inhalt: Etwa
5000 Firmen auf 700 Seiten.
* Adreßbuch der Email-Industrie in Deutschland, Elsaß-Lothringen,
Luxemburg, Deutsch-Oesterreich, Westpolen, Tachecho-
slowakien, Ungarn, Jugoslawien, Dänemark, Schweden
und Norwegen, ^3 Auflage — Juni 1921. Inhalt:
400 Firmen auf 200 Seiten. Preis M 90,—.
Teuerungszuschlag vorbehalten.
Sonderdrucke
vüh Arbeiten aus dem Sprechsaal
Baldermann Das Kupfer-Bubinglas zum Ueberfangen. M 3, — .
i . .nf 'Der Verlauf des Schmelzprozesses in niedrigen Glashäfen.
Behr Vergrößern und Verkleinern. Jt 4, — .
Berdel Ueber borsäurefreie Steingutglasuren mit besonderer
Berücksichtigung des Steingutspates der Deutschen
Gold- und Silber-Scheide-Anstalt in Frankfurt a. M
Ji 4,—.
Berge Einführung in die Keramik mit Uebungsbeispielen zur
Berechnung vonMasse-und Glasurversätzeu. Jt 12,50.
„ Msgnesia-Massen. M 10, — .
,, Wasserglasglasuren. JH 10, — .
■ Dorfn«r Zur Bleifrage. M 3, — .
Englische Bezeichnungen und Zasamenstellungen beim Handel mit
Gebrauchsgeschirr. M 3, — .
Flammenlose Oberflächenverbrennung. Mitgeteilt von der Wärme-
techniechen Beratungastelle der deutschen Glasin-
dustrie, Frankfurt a. M. Ji 2,—.
Fleck Die Autotypie als Hilfsmittel zur Massenerzeugung
photographischer Farbenkeramik. M 9, — ;
„ Die Dreifarben-Photokeramik. Ji 9, — .
„ Die photographischen Aufnahme- Verfahren. Jt 12,50.
Fruelich Elastische Blechgraad Mtthlenfritten. M 5, — .
Erfahrungswerte für Blechgrund. Ji 10, — -
Frommel Fachschule und Versuchsanstalt zur Förderung der
Glasindustrie. M 4, — .
Greiner Ueber ein graphisches Hilfsmittel bei keramischen
Berechnungen. M 7,—.
Harkort-Scherbius. Festigköitsbestimmungen von Steingutmassen und
die Beziehungen der gewonnenen Festigkeitszahlen
zur Zusammensetzung und anderen Eigenschaften
dieser Massen M. I(> —
Heinstein Masaerisse und das Abblättern der Vorformmasse oder
des Begasses bei O/enkaeaeln M 6, — .
„ Transparente Ofenglasuren fttr Elfenbein und Weiß.
M «,-.
Zu den beigedruckten freibleibenden Preisen kommen (mit Ausnahme der mit * bezeichneten Werke) innerhalb Deutschlands und Oesterreichs
20°/0 Sortimentsaufüchleg. Die Preise für Sendungen nach dem Auslände werden auf vorherige Anfrage mitgeteilt. Porto und Verpackung
werden besonders berechnet. ♦ Postscheckkonto: Nürnberg Nr. 4747, Erfurt Nr. 1509. Bankkonto: Bayerische Vereinsbank, Filiale Coburg.
,i in <hqaa»*rt!>J [j ,S1 '1° •••*»«*
(5B. Jahrgang.)
Coburg, den 10. August 1922
Nammer 32
Zeitschrift für big Keramischen, Glas- unb uerwanbten Inbustrien
prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm- Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jt 55.—, unter Streifband dl 95.-^-
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 3. — , Stellengesuche Jt 1.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Die Notlage der deutschen Fachpresse.
Auf der Mitgliederversammlung des Verbandes der Fäch-
iresse Deutschlands vom 29. 6. 22, in welcher die Gründe für
fe Notlage der deutschen Facbzeituugen und deren Abwendung
usführlich besprochen wurden, faßte man u. a. zwei wichtige
Jesolutionen. Ausgehend von. der Tatsache, daß auch durch
las bevorstehende Eingreifen der Regierung die Schwierig-
leiten und die Gefahr für das Weiterbestehen der Fach-
eitungen nicht behoben werden können, und daß der Weg
ler Selbsthilfe beschritten werden müsse, sollen die für unser
Virtschaftsleben unentbehrlichen Fachzeitschriften erhalten
ileiben, wurde einstimmig folgender Entschluß gefaßt, der auch
,n die Kundschaft übermittelt werden soll:
„Die fortgesetzten gewaltigen Steigerungen der Druck-
end Papierpreise spannen die Betriebsmittel der Presse auf *
-J das Aeußerste an und machen es ihr unmöglich, längere
^Zahlungsfristen zu bewilligen. Die im Verbände
-der Fachpresse Deutschlands e. V. vereinigten Fachzeit-
schriften haben einstimmig beschlossen, bei Aufgabe einzelner
^Anzeigen Vorauszahlung zu fordern, bei laufenden Aufträgen
aber Monatsrechnung zu legen, die dann in 8 Tagen bezahlt
werden soll. Wir bitten durch Annahme dieser Bedingungen
I der Notlage der Zeitschriften Rechnung zu tragen."
Außerdem wurde in Anbetracht der fortschreitenden Geld-
entwertung, die jede Kalkulation unmöglich macht, hinsichtlich
der langfristigen Abschlüsse einstimmig beschlossen :
„Die Fachzeitschriften müssen, wenn sie nicht unter-
gehen sollen, ihre Anzeigen- und Bezugspreise der Geldent-
wertung oder der Herstellungsverteuerung entsprechend
laufend angleichen. Festpreise sind in einer Zeit
fortschreitender Geldentwertung unmöglich.
Es soll jedoch unseren Mitgliedern freistehen, bei lang-
fristigen Abschlüssen einen Festpreis bis zu drei Monaten
•,zu geben, wenn im übrigen gleitende Preise vereinbart
werden. Der Verband der Fachpresse Deutschlands wird all-
monatlich verkünden, welche prozentualen Aufschläge zu
dem Abschlußpreise angemessen sind. Er wird dafür sorgen,
daß bei einer steigenden Kaufkraft der Mark die Zuschläge
wieder abgebaut werden."
Erfahrungen über die Schwierigkeiten bei der
Anbringung von Pyrometern im Betriebe.
(Nachdruck verboten.)
• In den Sitzungsberichten der Engl. Keram. Geseilseh. XXI
(1921/22), 1. Tl., S. 1— 19, gibt Robert S. Whipple für das Ver-
sagen einer Pyrometereinrichtung folgende Ursachen au:
1. Es ist ein falscher Instrumententyp gewählt worden,
2. Das Instrument versagt bei der Benutzung, oder
3. Es erfordert an sich eine Justierung oder Instandsetzung.
Unter diese drei Gesichtspunkte können fast alle Schwierig-
keiten, die beim Arbeiten mit dem Pyrometer vorkommen,
gruppiert werden.
1. Es ist ein falscher Typ gewählt worden.
Hatte man einen unrichtigen Apparat angeschafft, so soll man
immer bedenken, daß es billiger ist, ihn durch einen zweckmäßigen
zu ersetzen, als den für den betreffenden Zweck ungenügenden
weiter zu benutzen. Bei der Auswahl des Instrumentes muß
man sich von vornherein darüber klar sein, erstens, welche
Genauigkeit für die in Frage kommenden Temperaturmessungen
notwendig ist, und zweitens, ob fertlaufende Temperatur-
aufzeichnung erwünscht ist, oder ob nur die Ablesung der
Temperatur möglich sein soll. Man wird bei der Auswahl auch
die Art und den Wert der Arbeiten in Betracht zu ziehen
haben, die in dem Ofen vorgenommen werden. In der größeren
Zahl der Fälle sind die Anschaffungskosten für ein Pyrometer
im Vergleich zu den Kosten eines Ofens und zum Werte der
monatlich in ihm gebrannten Waren gering. Die Erfahrung,
lehrt, daß es in den meisten Fällen ratsam ist, ein selbstauf-
zeichnendes Instrument zu wählen, besonders dann, wenn die
Temperatur in einem bestimmten Zeitraum nicht unter einen
bestimmten Wert fallen soll, oder wenn der Betrag der
Temperaturzu- oder -abnähme wichtig ist. Ist man sich hier-
über klar geworden, so ist der Aufstellungsort zu bedenken.
Natürlich will der Betriebsleiter den Apparat gern in seinem
Geschäftszimmer angebracht haben. Wenn es aber möglich
ist, nur einen einzigen Apparat anzubringen, so dürfte das nicht
der passendste Ort sein. Er sollte vielmehr an einem Platz
aufgestellt werden, wo auch der Brenner nach ihm sehen kann,
ohne sich zu weit von seinem Arbeitsplatz entfernen zu müssen.
Am besten bringt man aber zwei Apparate an, einen selbst-
aufzeichnenden im Betriebsleiterzimmer, den andern mit bloßer
Zeigervorrichtung im Brennhaus. Ersterer schreibt ununter-
brochen weiter, ausgenommen, wenn der. Brenner durch eine
besondere Stellvorrichtung die Verbindung löst, um seinen
358 — Nr. 82
SPRECHSAAL-COBURO.
1998. (51. Jahrgang.)
Zeigerapparat auf kurze Zeit einzuschalten. Nach wenigen
Sekunden wird dann die Verbindung beim selbstaufzeichnenden
Apparat wiederhergestellt. Bei Instrumenten mit hohem Wider-
stande können beide Apparate parallel geschaltet und kontinuier-
lich benutzt werden, doch müssen sie dann für die besonderen
Verhältnisse (Länge der Leitung usw.) geeicht werden, unter
denen ihre Verwendung erfolgt.
Die Art des zu wählenden Instrumententypus richtet sich
nach der Höhe der zu messenden Temperaturen und der Ge-
nauigkeit, mit der die Messung erfolgen soll. Im allgemeinen
können hierbei für industrielle Zwecke folgende Richtlinien
gelten:
für Temperaturen von 200°— 700° C : Widerstandsthermometer
0°— 1200° C : Thermo-elektrisches
Thermometer
700°— 2000° C: Optisches oderStrahlungs-
(oder höher) Pyrometer.
Die Widerstandsthermometer können so eingerichtet werden,
daß die Meßskala über ihren ganzen Temperaturbereich sichtbar
ist ; auch sind sie besonders wertvoll als Vergleichsinstrumente.
Die thermo-elektrischen Apparate werden sehr viel benutzt und
sind infolge der zahlreichen Verbesserungen neuerdings Prä-
zisionsinstrumente geworden. Die optischen und Strahlungs-
pyrometer haben den großen Vorteil, daß man sie nicht in die
Wärmequelle [selbst zu bringen braucht; vielmehr kann unter
gewissen Vorsichtsmaßregeln die Temperatur eines heißen
Körpers mittels seiner Leuchtkraft oder seiner Wärmeaus-
strahlung gemessen werden.
Im allgemeinen sollte im Betriebe zur Messung von
Temperaturen zwischen 800° C und 1200° C das thermo-
elektrische Thermometer Anwendung finden, und zwar sollten,
wenn es sich um größere Genauigkeit handelt, bei Temperaturen
zwischen 800° und 1200° C Elemente aus Metallen der Platin-
gruppe benutzt werden. Erfahrungsgemäß ist das beste Ele-
ment das aus Platin-Platinrhodium, das für kurze Perioden
bis zu 1600 0 C verwendet werden kann.
Es ist fast unmöglich ein Thermoelement bei dieser hohen
Temperatur vor schädlichen Gasen zu schützen, weshalb es
nicht ratsam ist, es oberhalb 1200° C längere Zeit hindurch
zu gebrauchen. Der hohe Preis macht ein solches Platin-
Platinrhodiumelement zu einem kostspieligen Gegenstand,
weshalb man es vielfach durch das Eisen-Konstantan (= 60 Cu,
40 Ni)-Element oder das Nickelchrom-Nickelaluminium-Element
(90 Ni, 10 Cu und 98 Ni, 2 AI) ersetzt; die man bis zu 1370° C
verwenden kann.
Ist es erwünscht, die Temperatur oberhalb 1000° C fort-
laufend aufzuzeichnen, so sollte ein Strahlungspyrometer be-
nutzt werden. Direkte Ablesungen kann man bei diesem und
beim optischen Pyrometer vornehmen. Ist der heiße Körper
klein, so muß man ein optisches Pyrometer anwenden.
Man muß sich endlich auch darüber klar sein, daß jeder
Instrumententyp gewissen Einschränkungen unterliegt. In jedem
Falle erscheint es fraglich, ob man auf einer Genauigkeit von
etwa 0,1 °/0 (d. i. 1° C auf 1000°) bestehen muß, da eine solche
Genauigkeit nur unter gewissen Voraussetzungen erzielt werden
kann.
2. Das Instrument versagt beim Gebrauche.
Die Ursachen hierfür können folgende sein:
a) Zerstörung der Pyrometerschutzrohre durch übermäßige
Hitze oder mechanischen Bruch infolge unsachgemäßen
Einbaues in den Ofen.
b) Vibration des Unterbaues, auf dem das Galvanometer
des Anzeige- oder Schreibapparates ruht.
c) Schadhafte Drähte oder ungenügende Verbindungen.
d) Schmutz.
e) Mangelhafte Aufstellung des Zeiger- oder Registrier-
apparates.
f) Nachlässige Handhabung der Instrumente und Nichtbe-
achtung von Einzelheiten.
Zu a) Zweifellos ist heute in der Pyrometrie ein wichtiges
Bedürfnis die Herstellung von Schutzrohren aus einem
Material, das große mechanische Festigkeit besitzt und dabei
hohe Hitzegrade aushält. Am besten bewährt sich als solches
das Porzellan, während Rohre aus geschmolzenem Qaarz nur
bis 1000° C verwendbar sind. Sie sind aber mechanisch
widerstandsfähiger als Rohre aus Porzellan, da man sie dicker
herstellen kann. Auch ist Quarz gegen raschen Temperatur-
wechsel viel unempfindlicher als Porzellan. Leider entglast
der Quarz oberhalb 1000° allmählich, wird brüchig und durch-
lässig für Gase. Als äußere oder zweite Schutzhülle sind Rohre
aus Alundum oder Salamander vorteilhaft, aber sie sind als
eigentliche innere Schutzrohre zu porös, besonders bei Be-
nutzung von Platinelementen. Auch Nickel-Chrom-Rohre werden
mancherorts als äußere Hüllen verwendet, doch gehen sie in
schwefelhaltiger Atmosphäre leicht zu Bruch, also z. B. in mit
Koks gefeuerten Oefen für schmiedbares Eisen. Ist kein
Schwefel vorhanden, so sind sie einige Zeit hindurch bis zu
Temperaturen von 1000° verwendbar. Ein Nachteil dieser
Rohre ist ihr hoher Preis und der Umstand, daß sie nicht
selten porös sind. Von der Art und Weise, wie man die Rohre
in die Oefen einbaut, hängt die Lebensdauer der Pyrometer
ganz besonders ab.
Der Einbau des Pyrometers richtet sich nach der Art des
Ofens, dessen Temperatur gemessen werden soll. Hierfür gibt
der Verfasser mehrere Beispiele, wobei er besonders Oefen
der Stahlindustrie (Härteofen, Zementierofen, Temperofen,
Tiegelstahlofen), sowie auch der Glas- und keramischen In-
dustrie berücksichtigt. Bei Pyrometern, die in den Ofen selbst
hineinragen, ist darauf Wert zu legen, daß das Pyrometer«
rohr gut unterstützt ist und keine Last auf ihm ruht. Es kann
dann, wenn die Temperatur 900° nicht übersteigt, mehrere
Jahre halten. Die Einführung des Pyrometers in den Ofen
erfolgt entweder seitlich oder von oben durch das Gewölbe.
Geht das Pyrometer hierbei durch einen Fuchskanal hindurch,
so muß es durch einen Ring von feuerfesten Steinen oder ein
Schamotterohr geschützt werden. Um möglichst genaue Tem-
peraturmessungen zu erzielen, empfiehlt es sich in allen Fällen,
das Pyrometer recht nahe an die zu brennende Ware heran
zubringen. Handelt es sich um lange Oefen, so muß mau
mehrere Pyrometer in jedem verwenden, um die Wärmever
teilung genau feststellen zu können. Das ist überhaupt bei de:
Inbetriebsetzung jedes neuen Ofens wichtig, besonders wenn e
groß ist. Temperaturunterschiede von 30° C zwischen Stirn-
und Rückwand des Ofens sind nichts ungewöhnliches.
Will man in einem keramischen Ofen die Temperatur von
Anfang bis zu Ende des Brandes in allen Höhen messen, so sine
zwei verschiedene Pyrometertypen erforderlich, und zwai
ein Thermoelement für die tieferen Temperaturstufen und eii
Strahlungspyrometer für die höheren. Man führt gewöhnlich
ein geschlossenes Rohr aus feuerfestem Ton oder geschmolzene]
Kieselsäure von etwa 12 cm innerem Durchmesser und 120 cu
Länge in den Ofen ein, und zwar meist durch die Einsatztür
wobei das Rohr mit dem geschlossenen Ende auf einer auf
gebrochenen Kapsel im Ofen ruht. Zuerst schiebt man eirj
elektrisches Pyrometer in das Rohr, später — etwa von 7ü0° C
ab — benutzt man ein Strahlungspyrometer.
Auch in dem Glasschmelzofen ist die Temperaturkontroll»
von großer Wichtigkeit. Die Temperatur des geschmolzener
Glases ist so hoch und seine Wirkung auf die meisten Materi
alien so zerstörend, daß es technisch nicht möglich ist, eint
Pyrometer in das Glas einzuführen. Man stellt das Strahlungsl
Pyrometer auf einen Punkt ein, der oberhalb des geschmolzener
Glases liegt, und die Ablesungen sind daher nur angenäherte
aber die Erfahrung lehrt, daß sie gute Dienste leisten.
Muß ein Pyrometer sehr hohe Temperaturen aushalten, s>
muß man es in vertikaler Lage durch das Gewölbe des Ofen
installieren oder bei horizontaler Lage der ganzen Länge nacl
unterstützen. Sind die zu messenden Temperaturen hoch, un
ist es nicht möglich, ein Strahlungspyrometer zu benutzen, s
begnügt man sich zweckmäßig damit, die Temperatur in einei
weniger heißen Teile des Ofens zu bestimmen und mit Vei
gleichstemperaturen zu arbeiten.
• Zu b). Wenn die Vibration in vertikaler Richtung verläuf
ist sie selten wesentlich. Die Galvanometernadel kann auf un
nieder schwingen, aber wenn keine stärkere Horizontalb ewegun
eintritt, so bleiben die Ablesungen unbeeinflußt. Gleichzeitig
muß man darauf sehen, daß die Galvanometerspule frei schwing
Kommt ein aufgehängtes Instrument in Frage, so kann ei
Mangel in der Nivellierung bewirken, daß die Spule an die Pol
des Magneten anstößt.
Zu c). Mangelhafte Verbindungen in den elektrische
Stromkreisen sind gleichfalls die Ursache von Irrtümern, wob
es auf den Typus des Elektrothermometers nicht ankomm
Das Instrument kann scheinbar ganz befriedigend arbeiten, gi
aber in Wirklichkeit viel niedrigere Grade an, als der wahre
Temperatur entspricht. Daher sollt« man alle Metallkontakt
löten oder in Verbindungsstücke hinein verlegen. Alle Schal
Vorrichtungen müssen blanke Oberfläche besitzen und von gut
Beschaffenheit sein.
Zu d). Schmutz ist ein großer Feind aller Meßinstrument
und man kann gar nicht genug darauf achten, daß das Gehäui
des Meßinstrumentes staubfrei gehalten wird.
3. Das Instrument erfordert an sich eine Justierung od
Instandsetzung.
Es fragt sich nun, ob das Instrument irgend welch
Korrektion bei der Ablesung bedarf, d. h. ob alle wissenscha
liehen Vorsichtsmaßregeln erfüllt sind, damit das Instrume
richtige Ablesungen ergibt. Die Grundlage aller exakt
Thermometermessung bildet das Gasthermometer im Bure
International des Poids et Mesures in Sevres, und auf dies
Normalthermometer werden alle Temperaturmessungen endgüli
192i. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURO.
Kr. 32 — 359
Siedepunkt
Erstarrungspunkt
231,8°
3*7,4°
419,4°
444,7°
630,7°
800,0°
960,8°
C,
c,
c,
c,
c,
c,
c,
1083,0° C.
bezogen. Zur Vergleichung der verschiedenen auf der Erde
befindlichen Normalthermometer benutzt man als genaueste
Methode die Bestimmung der Erstarrungs- und Siedepunkte
reiner Metalle und anderer Stoffe. Besitzt man in einem Werke
ein Laboratorium mit Vorrichtungen zur genauen Thermometer-
messung, so wird man natürlich neu eintreffende Instrumente
erst hier nachprüfen, ehe man .sie in den Betrieb gibt. Je nach
der Größe des Werkes ist das Prüfungslaboratorium einfacher
oder reicher mit Kontrollapparaten ausgestattet. Die vorhandenen
Normalapparate sollten stets an das betreffende staatliche
physikalische Prüfungsinstitut eingesandt und dort nachgeprüft
worden sein. Der Verfasser verbreitet sich nun eingehend über
diese Prüfung und bespricht die Ausstattung eines solchen
Prüfungslaboratoriums. Wir glauben aber diese Ausführungen
hier übergehen zu dürfen, da sich der deutsche Fabrikant im
allgemeinen wohl darauf beschränken wird, seinen Messungen
ein Instrument zu Grunde zu legen, das in der Physikalischen
Reichsanstalt geprüft worden ist. Liegt für jemand das Bedürfnis
vor selbst genaue Prüfungen vorzunehmen, so bietet die vor-
handene deutsche physikalische Fachliteratur reichlich Gelegen-
heit, sich über die erforderlichen Einzelheiten eingehend zu
unterrichten. Des Interesses halber wollen wir hier nur die
Erstarrungspuakte einiger reiner Metalle und reiner Salze
anführen, die für die Eichung der mittleren Temperaturen in
Frage kommen:
Erstarrungspunkt von Zinn:
„ Blei:
„ Zink :
Schwefel :
Antimon :
Natriumchlorid
„' Silber:
i Kupfer:
Bei den thermoelektrischen Instrumenten, die in den Fabriken
am häufigsten benutzt werden, liegen den meisten Messungs-
fehlern folgende Ursachen zu Grunde:
1. die allmähliche Veränderung der elektromotorischen Kraft
<EMK) des Thermoelementes,
2. der Umstand, daß die Temperatur der kalten Lötstelle
nicht "oder nicht genau bekannt ist, ,
3. Widerstand in den Leitungen oder in mangelhaften Ver-
bindungen,
4. die Temperatur der Zeigervorrichtung oder eine Ver-
änderung im Galvanometer selbst.
Wir können auch hierauf nur andeutungsweise und zu-
sammenfassend hinweisen, wobei kurz noch folgendes bemerkt
sei- Die EMK des Platin - Platiniridium - Elementes nimmt
bei längerer Erhitzung auf etwa 1100° C langsam ab infolge
Iridiumverflüchtigung, wobei das reine Platin durch das Iridium
verunreinigt wird. Aus diesem Grunde ist dieses Element
gänzlich durch das aus Platin-Platinrhodium ersetzt worden.
Bei der anfänglichen Aufstellung des Galvanometers sollte
der Nullpunkt des Zeigers der Raumtemperatur angepaßt werden.
Man unterbricht den Stromkreislauf durch Lösen einer Draht-
verbindung oder mittels eines besonders vorgesehenen Schalters.
Dann mißt man die Temperatur des Instrumentes durch ein
darauf gelegtes Quecksilberthermometer und bringt die Nadel
des Instrumentes durch Drehen der Regulierschraube auf diese
Temperatur. Sollen einigermaßen genaue Messungen gemacht
werden, so ist es ratsam, die Nullstellung in dieser Weise zu
berichtigen. Ist das Thermoelement langschenkelig und besitzt
es großen Widerstand, und unterliegt seine Länge beim Erhitzen
der Veränderung, so ist das Verhältnis seines Widerstandes zu
dem des übrigen Stromkreises von Wichtigkeit. In einem
solchen Falle sollte das Galvanometer einen hohen Widerstand
besitzen, damit das Verhältnis der Widerstandsänderung im
Stromkreise zum Gesamtwiderstande des letzteren klein bleibt.
Im allgemeinen soll diese Aenderung höchstens 2°/0 des Gesamt-
widerstandes betragen. Außerdem hat ein Galvanometer mit
hohem Widerstande den Vorteil, daß seine Konstanten von seiner
Eigentemperatur praktisch anbeeinflußt bleiben. Die genaueste
Methode zur Messung der EMK, für die auch die Schwierig-
keiten bezüglich des Leitungswiderstandes nicht in Frage kommen,
ist zweifellos die potentiometrische. Man kann k das Potentio-
meter auch zur Prüfung der Thermoelemente auf ihre Richtigkeit
benutzen; es hat aber den Nachteil, daß die Ablesungen nur
bei elektrischem Gleichgewicht erfolgen können, also inter-
mittierend sind. Eine Ueberhitzung des Galvanometers muß
vermieden werden, da sonst die Spule desselben leicht deformiert
werden kann.
Diejenigen Pyrometer, bei denen Ablesungen von dem Be-
trage der Ausstrahlungen des heißen Körpers abhängen, zer-
fallen in zwei Klassen, die sog. Strahlungs- und die optischen
Pyrometer. Die Intensität des von dem heißen Körper aus-
gestrahlten Lichtes schwankt außerordentlich mit seiner Tem-
peratur. Man könnte daher annehmen, daß es am einfachste0
wäre, eine Temperatur dadurch zu messen, daß man das von
dem heißen Körper ausgestrahlte Licht photometrisch mit dem
eines zweiten Körpers von bekannter Temperatur vergleicht.
Das wäre aber nur möglich, wenn alle Körper bei der gleichen
Temperatur die gleiche Lichtmenge ausstrahlten. :
Kirchhoff hat als erster den „Schwarzkörper" vorgeschlagen,
der alle auf ihn fallenden Strahlen verschluckt. Er zeigte
auch, daß die Strahlung eines solchen schwarzen Körpers ledig-
lich eine Funktion der Temperatur darstellt und identisch mit
der Strahlung innerhalb eines Behälters ist, dessen Teile sämt-
lich gleiche Temperatur besitzen. Eisen, Kohlenstoff usw..
strahlen bei Erhitzung auf dieselbe Temperatur nicht die gleiche
Lichtmenge aus. Erhitzt man sie aber innerhalb eines schwar-
zen Behälters — und der Industrieofen erfüllt praktisch alle
Bedingungen eines solchen — , so werden sie alle die gleiche
Strahlung aussenden; betrachtet man sie durch eine enge
Oeffnung im Ofen, dann werden sie gleiche Helligkeit zeigen.
So ist es möglich, in einem Ofen, der diesen Bedingungen
eines schwarzen Behälters genügt, dessen Temperatur aus der
ausgestrahlten Energie zu bestimmen.
Die Strahlungs- und optischen Pyrometer sind gewöhnlich
so eingerichtet, daß sie die wirkliche Temperatur eines Körpers
angeben, wenn er vollständig in einem Ofen eingeschlossen ist,
dessen Mauern die gleiche Temperatur wie der Körper selbst
besitzen. Sind die Versachsbedingungen nicht genau so wie
in einem schwarzen Raum, so fallen die Temperaturablesungen
zu niedrig aus. Die scheinbare Temperatur eines Körpers steht
aber immer in einer festen Beziehung zu seiner wahren
Temperatur.
Es werden dann die Strahlungspyrometer von Fery, Foster
und Thwing*) besprochen; sie beruhen alle drei auf dein
gleichen Prinzip : Die von dem Ofen ausgestrahlte Wärme wird
nämlich mittelst Reflektors auf ein Thermoelement konzentriert,
wobei die EMK des letzteren mit der Strahlungsintensität
schwankt. Der Betrag der Strahlung ist direkt proportional
der vierten Potenz der Temperatur. Das in einem Industrieofen
eingebaute, hinten abgeschlossene Schamotte- oder Quarzrohr
entspricht in fast idealer Weise den Bedingungen eines
schwarzen Behälters. Nur wenn diese Bedingungen nicht ein-
gehalten werden können, z. B. bei Temperaturmessungen in
einem offenen Schmelztiegel, werden Abweichungen eintreten
Um vergleichbare Werie zu erhalten, muß man stets unter
gleichen Bedingungen arbeiten, was in der Praxis verhältnis-
mäßig leicht durchführbar ist. Die Messungen werden zweck-
mäßig direkt auf einem Zifferblatt oder einer Skala angegeben,
wodurch die persönliche Mitwirkung des Arbeiters ausgeschaltet
wird. Solange das von dem konkaven Reflektor geworfene
Bild des heißen Körpers groß genug ist, um das kleine Thermo-
element des Pyrometers zu bedecken, ist die Installation unab-
hängig von der Entfernung desselben von dem heißen Gegen-
stande. Die Entfernung des Pyrometers richtet sich nach
dem Durchmesser des Körpers, dessen Temperatur bestimmt
werden soll und läßt sich berechnen; sie wird für jede Pyro-
meterkonstruktion vorgeschrieben. Z. B. beträgt für das Fery-
Pyrometer ^ ,
die Entfernung zwischen heißem bei einam Durchmesser
Körper und Py;ometer des heißen Körpern von
70 cm 1,2 cm
80 ,; Ii* .«
100 „ 1,8 „
150 „ 3,1 „
200 „ *,2 „
300 6,3 „
500 „ 10,7 „
Das in den Ofen eingebaute Schamotterohr sollte mindestens
10 cm inneren Durchmesser besitzen, damit die Wärmestrahlung
nicht gehemmt wird. Auch darf auf dem Spiegel kein Staub
liegen, da dieser das Reflexionsvermögen verringert. Einen
wirksamen Schutz gegen Staub in der Atmosphäre bietet ein
Glasfenster, doch muß man dann das Instrument besonders
hierfür eichen, und zwar bei verschiedenen Temperaturen, da
die Absorption der Wärmestrahlung durch das Fenster je nach
der Temperatur verschieden ist.
Befriedigende Ergebnisse erhält man mit Pyrometerspiegeln
aus fleckenlosem Stahl. Sie sind praktisch unzerbrechlich,
werden nicht trübe und lassen sich leicht polieren, ohne zer-
kratzt zu werden.
Die oben über die Bedeutung des „Schwarzkörpers ge-
machten Bemerkungen gelten im allgemeinen auch für optische
Pyrometer. Zeigen die Vergleichslampe eines solchen und der
Schwarzkörper bei Anwendung von Licht bekannter Wellen-
länge (gewöhnlich 0,065 \i) gleiche scheinbare Helligkeit, so
läßt sich, wenn man das Pyrometer auf einen anderen Körper
*) Für deutsche Interessenten kommt als Strahlungspyrometer beson-
ders das sog. Ardometer der Firma Siemens & Halske in Frage. D. Ref.
860 — Nr. 82
SPRECHSAAL-COBURO.
1929. (II. Jahrgang.}
einstellt, der ebenfalls unter Schwarzkörperbedingnngen Licht
ausstrahlt, das Verhältnis zwischen den Temperataren der
beiden Körper ermitteln. Die totale' Helligkeit eines Körpers
ist direkt proportional der fünften Potenz seiner Temperatur.
In den V. St. A. wird allgemein das optische Pyrometer
von Morse, verbessert von Holborn und Kurlbaum, benutzt.
Es besteht aus einem Fernrohr, in dem das Bild des heißen
Körpers auf einen Schirm eingestellt wird, der den Faden einer
elektrischen Lampe zeigt. Der Strom in der Lampe wird nun
solange verändert, bis der Faden gegen das Bild des heißen
Körpers verschwindet. Ueber dem Okular wird eine rote Glas-
platte angebracht, um einfarbiges Licht zu haben.
In England und auf dem europäischen Festland benutzt
man am meisten das Polarisationspyrometer. Es besteht aus
einem Spektrophotometer, in dem ein aus dem Oefen stam-
mender monocbrcmatischer Lichtstrahl mit einem solchen aus
eine? Normalglühlampe verglichen wird. Der die Glühlampe
durchfließende Strom wird mittelst Rheostaten reguliert. Di«
Intensität des von der Lampe ausgehenden Lichtstrahles ver-
gleicht man mit dem einer Amylacetatlampe. Dadurch wird die
Pyrometerskalr unabhängig von der Ausdauer der elektrischen
Lampe, und der Beobachter hat so eine einfache Methode,
sein Pyrometer jederzeit zu justieren. Wichtig ist, daß der
kleine geschliffene Glasschirm, der sich zur Erzielung eines
gleichmäßig beleuchteten Feldes vor der Amylacetatflamme be-
findet, rein ist.
Zur Eichung eines optischen oder Strahlungspyrometers
dient ein elektrisch geheizter Röhrenofen oder eine kleine Gas-
muffel, die man je nach der Konstruktion bis zu 1200 — 1400°
benutzen kann, ferner ein genau geeichtes Thermoelement, das
man auf einem kleinen in dem Ofen befindlichen Schamotte-
oder Quarzblock anbringt. Man zeichnet die wirklichen
Temperaturen, die das Thermoelement angibt, und die von dem
au prüfenden Pyrometer angegebenen auf und kann nun die
Korrektionen feststellen. Aus den für niedrige Temperaturen
gefundenen Korrektionen lassen sich dann die für höhere be-
rechnen. Es ist ratsam, in einer Fabrik ein Instrument als
Normalpyrometer lediglich zur Prüfung der Betriebsapparate
zu benutzen und ersteres von Zeit zu Zeit in der staatlichen
Prüfungsanstalt nachprüfen zu lassen.
Zum Schlüsse empfiehlt der Verfasser, die Aufsicht über
die Pyrometer einer bestimmten Person anzuvertrauen, der auch
der Einbau der Apparate in und an den Oefen und ihre Ueber-
wachung übertragen ist. Vor allem sind auch die Arbeiter an-
zuweisen, sofort zu melden, wenn sie beim Einbauen oder
Herausnehmen des Apparates das Unglück haben sollten, ihn
zu beschädigen. Durch rechtzeitigen Ersatz des Schutzrobres
aus Porzellan oder Quarz kann meistens das Thermoelement
vor Schaden bewahrt und viel Störung verhütet und Geld ge-
spart werden.
Man halte die Leitungen und Schalter zwischen Pyrometer
und Anzeige- oder Registrierapparat sauber. Man schütze
letztere vor Ueberhitzung und Staub. Beachtet man dies, so
wird man bei der Aufstellung des Pyrometers wenig Schwierig-
keiten haben. Zu viel darf man aber von dem Pyrometer um-
gekehrt auch nicht erwarten, und man darf die Ablesungen
nicht mit einer Genauigkeit von 1 — 2° vornehmen wollen, wenn
die Temperatur des Ofens, die man messen will, höchstens
auf 10 — 20° reguliert wenden kann.
Die deutsche G-laswareuindustrie und die
Leipziger Messe.
(Nachdruck verboten.)
Wenn der ursprüngliche Zweck der Messen darauf ge-
richtet ist, Käufer und Verkäufer von Messeartikeln zusammen-
zuführen, dann stehen unter diesen Messeartikeln auch die Er-
zeugnisse der umfangreichen und weit verzweigten Glasindustrie
mit an erster Stelle Denn Glas findet für so mannigfache
Gegenstände des täglichen Bedarfs und des Luxus Verwendung,
daß wir uns unser modernes Kulturleben ohne Geräte und
Gegenstände aus Glas nicht vorstellen können, und in der
Herstellung von Glaserzeugnissen steht die deutsche Industrie
obenan. Ihre Bedeutung für die Volkswirtschaft geht daraus
hervor, daß die Erzeugung der Glasindustrie vor dem Kriege
auf mindestens 10 Millionen Doppelzentner im Werte von
M 460 — 600 Millionen geschätzt wird. Daß eine so umfang-
reiche Industrie, die fast ausschließlich auf Friedensproduktion
eingestellt ist und die auch nur dann erfolgreich produzieren
kann, wenn ihr alle Absatzmöglichkeiten im In- und Auslande
offenstehen, durch den Weltkrieg arg geschädigt wurde, be-
darf keines näheren Nachweises. Aber trotz aller Schwierig-
keiten konnte die deutsche GlaNindustrie doch auch im Kriege
dem Inlande und dem neutralen Auslande zeigen, welche
Leistungsfähigkeit sie besitzt. Dazu boten auch die Leipziger
Messen vorzügliche Gelegenheit.
Wenn auch die Bedeutung der Leipziger Messe für den
Glashandel nicht «o groß ist wie für den Handel in Porzellan,
dessen ganzes Geschäft auf der Leipziger Messe konzentriert
wird, so läßt sich doch nicht leugnen, daß heute die Leipziger
Messe auch für den Glashandel unentbehrlich geworden ist,
und zwar in verstärktem Masse, je mehr die Glasindustrie und
der Glashandel mit der Konkurrenz des Auslandes zu rechnen
haben. Für den Absatz auf der Messe kommen alle Arten von
Glaserzeugnissen in Frage, in erster Linie natürlich die Fabri-
kate der Hohlglasindustrie in Flaschen und Gläsern aller Art,
dann die thüringische Glasindustrie, deren Hütten in der Er-
zeugung von Glasinstrumenten besonders leistungsfähig sind.
Aber auch die Flachglasindustrie, namentlich die der Lausitz
und Sachsens hat in der Messe durch die großen Handels-
häuser eine wirksame Vertretung.
Ein besonders umfangreiches Gebiet der Hohlglasindustrie
ist die Fabrikation von Beleuchtungs- und Luxusglas, die jetzt
wieder in der Lage ist, Waren in einwandfreier Qualität zu
liefern. Dazu kommt dann noch das Gebiet des optischen
Glases, das für Brillen. Lupen, Objektive, Ferngläser usw.
mannigfache Verwendung findet.
Von wesentlichster Bedeutung für die gesamte Glasindustrie
ist die Wirkung der Leipziger Messen auf den Absatz im Aus-
lande, und zwar in denjenigen Ländern, die einem wirtschaft-
lichen Aufschwung entgegengehen und sich bisher noch nicht
dem englisch-amerikanischen Einfluß vollkommen unterworfen
haben. Hier hat die deutsche Glasindustrie den Konkurrenz-
kampf auf dem Markte gegen Amerika und Japan auszufechten,
und sie kann diesen Kampf nur bestehen, wenn sie individua-
lisierte Waren, Qualitätsarbeit, nicht nur Massenartikel, zur
Messe bringt. In der Hauptsache kommen für die Messe
solche Erzeugnisse der Glasindustrie in Frage, die man als
typisiert bezeichnen kann, d. h. also solche, die zwar eine
Mannigfaltigkeit aufweisen, wo aber die einzelnen Stücke doch
verhältnismäßig gleichartig sind, also ein Muster darstellen,
nach dessen Betrachtung Bestellungen in Massen erfolgen
können. Das schließt keineswegs aus, daß es sich dabei um
Qualitätswaren handelt, denn auch diese können in Massen
hergestellt werden, namentlich aber in der Glasindustrie, wenn
dieser nur die notwendigen Rohmaterialien, Kohle, Glaubersalz,
Soda, Sand in genügenden Mengen zur Verfügung stehen.
Deshalb besteht auch eine Hauptforderung der Glasindustrie
darin, daß die Rohmaterialien, deren sie benötigt und die
sämtlich in Deutschland vorhanden sind, auch richtig verteilt
werden, d. h. daß sie diejenigen Fabriken erhalten, die wirklich
Ausfuhrwaren herstellen und die für die Volkswirtschaft des-
halb von besonderem Wert sind. Die Erzeugnisse der Glas-
industrie haben aber auch noch die besondere Eigenschaft,
daß ihr Materialwert verhältnismäßig sehr gering ist. Denn ein
Kristallglas erfordert an Materialaufwendung verschwindend
wenig. Was seinen Wert ausmacht, ist vielmehr die zur Her-
stellung aufgewendete Intelligenz und manuelle Geschick-
lichkeit. ,
Es handelt sich also auch bei der Glasindustrie, soweit sie
auf den Messen in ihren Hauptarten vertreten ist,, um Fertig-
fabrikate, bei denen der Hauptwert in der Arbeit steckt. Wenn
man aber auf dem Standpunkt steht, daß nur die Arbeit
Deutschland wieder in der Welt voranbringen kann, so ver-
dient hier die Glasindustrie besondere Förderung. Steht der
deutschen Glasindustrie das nötige Rohmaterial zur Verfügung,
so ist sie in der Lage, der stärksten Nachfrage ans dem Aus-
land zu genügen und damit Werte zu schaffen, die zur Einfuhr
von notwendigen Rohmateralien für andere Industrien Verwen-
dung finden könnten. Von dieser Leistungsfähigkeit der
deutschen Glasindustrie Inland und Ausland zu überzeugen, itt
die Leipziger Messe (die nächste Herbstmesse findet vom
27. August bis 2. September statt) als internationaler Waren-
markt zweifellos am besten geeignet.
Neue Patent- und Warenzeichen- Gebühren.
Von Patentanwalt Dr. Fritz Warschauer-Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Am 1. Juli ist ein neues „Gesetz zur Erhöhung der patent-
amtlichen Gebühren" in Kraft getreten. Seit der letzten, im
vorigen Jahre erfolgten Gebühren-Erhöhung ist infolge der
weiteren Geldentwertung für das Reichspatentamt erneut die
Lage eingetreten, daß die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.
Die Einnahmen werden für das Jahr 1922 unter Zugrunde-
legung der bisherigen Gebührensätze auf rund Jl 38 Millionen,
die Ausgaben dagegen auf rund Jl t>5 Millionen geschätzt. Die
letztere Summe wird aber infolge weiterer Steigerung der Be-
soldungen voraussichtlich erheblich überschritten werden und
auf eine Höhe kommen, die mit Jl 76_— §Q Millionen kaum
überschätzt sein wird.
1882. (fl.
SPRECHSAAL — COBURG.
Mi. 32 — 361
Im einzelnen beträgt vom 1. Juli ab die Gebühr für die
Anmeldung eines Patentes Jt 300, für die Anmeldung eines
Gebrauchsmusters Jt 200. Vollkommen n«u ist die Gebühr
fir die Anmeldang eines Eventaal-Gebraachsmusters; sie be-
rügt Jt 100. Für die neuen Patentjahresgebühren gilt der
Olgende Tarif:
1. Jahr Ji 300; 2. Jahr Ji 300; 3. Jahr Jt 400;
4. Jahr Jt 500; 5. Jahr Jt 700; 6. Jahr Ji 900;
7. Jahr Ji 1100; 8. Jahr Ji 1500; 9. Jahr Jt 2000;
0. Jahr Jt 8000; 11. Jahr Jt 40©0; 12. Jahr Jt 6 000;
3. Jahr Jt 10000; 14, Jahr Jt 15000; 15. Jahr Jt 20000.
Bei Aufrechterhaltung eines Patentes während seiner vollen
ünfzehnjährigen Dauer beläuft sich demnach der Gesamt-
»etrag an Jahresgebühren auf Jt 66 000, also nur etwa das
wölffache des entsprechenden Betrages der Vorkriegszeit
Ji 5300). Von der jetzigen Erhöhung betroffen sind haupt-
iächlich die Gebühren vom 10. Jahr an. Der Gesetzesentwurf
atte übrigens eine Verlängerung der Patentdauer auf 18 Jahre
nd eine Verlängerung der Gebrauchsmusterdauer auf 8 Jahre
orgesehen, der Reichstag hat jedoch diese Bestimmungen in
einer Sitzung vom 26. Juni ds. Je. nicht angenommen.
Bei den Warenzeichen- Gebühren ist ein» von der Mehr-
ahl der Interessenten schon längst erstrebte grundlegende
Lenderung des bisherigen Systems vorgenommen worden, die
linführung von Klassen-Gebühren. „Im Sinne einer aus-
reichenden Gerechtigkeit", so heißt ea in der Gesetzesbegrün-
ung, „müssen Anmelder, die für mehrere oder alle Waren-
lassen Schutz begehren, stärker zu den Kosten des Patent-
tnts herangezogen werden als Anmelder, die sich mit wenigen
der nur mit einer Klasse begnügen." Die Einführung der
lassengebühren wird sicherlich dem ungerechtfertigten, für
das Patentamt und die Wettbewerber lästigen Bestreben der
Anmelder erfolgreich entgegenwirken, sich das Schutzrecht
in einem weit über das wirtschaftliche Bedürfnis hinausgehenden
Umfang zu verschaffen. Die Anmeldegebühr beträgt Jt 200,
die Gebühr für jede Klasse Jt 100. Auch bei der Erneuerung
von Zeichen ist außer der Erneuerungsgebühr für jede Klasse
eine Klassengebühr zu zahlen. Diese Bestimmung ist zweifel-
los eine der nützlichsten des neuen Gesetzes, da hierdurch
wohl erreicht werden wird, daß ungebührlich weitgreifende
Warenverzeichnisse von den Zeicheninhabern anläßlich der
Erneuerung eingeschränkt werden und infolgedessen neuen
Anmeldern die Möglichkeit geschaffen wird, überhaupt noch
ein Zeichen zu finden, das nicht bereits vergeben ist.
Außer der Klassengebühr ist auch die Eintragungsgebühr
von Ji 200 eine Neueinführung, die als durchaus gerechtfertigt
bezeichnet werden muß. Denn es war unbillig, daß bisher der
Anmelder, der abgewiesen wurde, genau so viel zu zahlen hatte,
wie derjenige, der einen zehnjährigen Schutz für sein Zeichen
bekam.
Schließlich ist von jetzt an vor der Eintragung noch zur
Deckung der durch die Veröffentlichung im Reichsanzeiger und
im Warenzeichenblatt entstehenden Kosten ein Druckkosten-
beitrag zu entrichten, dessen Höhe nach Stufen berechnet wird,
die das Patentamt nach dem Umfang der Veröffentlichung
festsetzt.
Bei der Annahme der vorstehend skizzierten gesetzlichen
Neuregelung hat der Reichstag außerdem in etwas starkem
Optimismus beschlossen, die Reichsregierung zu ersuchen,
etwaige Ueberschüsse aus den Gebühreneingängen zur weiteren
Ausgestaltung des Reichspatentamtes zu verwenden.
Wirts®fea£ili©Ii-g,©w©ff,blieli©r Teil.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Zar Feier des 25-jährigen Bestehens der Keramischen Fach-
>hule Banzlau. Die vorbereite,!- gea za den festlichen Veranstaltungen
lden am 24. 8. ihren Abschluß. Anmeldungen aind spätestens bis za
esem Zeitpunkt an Herrn Walter Paul, Banzlau, Sehönfelderstr. 19, ein-
sreichen. Es wird nochmals auf den Aufruf in Nr. 28 des Sprechsaal
[[gewiesen
Staatliche Fachschule für Glasindustrie, Steinschönau (Böhmen).
q Schuljahr 1921/22 wurde die Anstalt von 25 ordentlichen, 30 Gast-
ihttlern, 25 Besuchern der Zeichen- Abteilung und 68 Fortbildungsschülern
»sacht. Auf der Münchener Gewerbeschau ist die Anstalt mit einer
»Bßeren Anzahl neuzeitlich geschmückter Glaserzeugnisse durch die Firma
sbrüder Lorenz in Steinschönaa vertreten. Am Schlüsse des Schuljahres
urde im Fachschulgebäude eine Ausstellung von Schülerarbeiten veran-
•ltet- Prof. M. Tischer hielt im Frühjahr d. J. in Morchenstern einen
({entliehen Lehrvortrag über Säurepolieren des Glases, sowie einen Lehr-
»ng für die Gürtler Steinschönaus und Umgebung über Galvanisieren
id Metallfärben. Nach wie vor. ist die Anstalt bemüht, allen Än-
derungen, welche die Arbeiterschaft und Glasin dustriefirmen an sie
iellen, gerecht zu werden. Die Bibliothek, die Vorbildersammlung, so-
ie die ständige Ausstellung von Schülererzeugsissen wiesen einen regen
»Buch auf. Einschreibungen zu dem am 1. 9. 22 beginnenden 67. Sehul-
hr finden in der Zeit vom 1. 7. bis 1. 9. vormittags statt. Alle näheren
nskünfte erteilt die Schulleitung.
Staatsfachschnle für Keramik und verwandte Kunstgewerbe,
eplitz-Schönau, Nach dem vorliegenden Bericht über das Schuljahr
121/22 wies die Anstalt einen Gesamtbeauch von 257 Schülern und
jhulerinnen auf. Mit der keramischen Industrie und den an der Schale
rtretenen Gewerben wurden rege Beziehungen unterhalten. Schule und
ährkräfte lieferten Entwürfe, Modelle und fertige Arbeiten und gaben
elfach Auskünfte and Gutachten in künstlerischer und gewerbetech-
scher Hinsicht. Direktor Professor Ing. A. Willert und Professor J. Wolf
aren wissenschaftliche Berater in einigen keramischen Betrieben. In den
eriammlangen der keramischen Fachgruppe im Deutschen Hauptverband
<r Industrie wurden Vorträge über „Kraftbedarf bei der Zerkleinerung
iramischer Bohmaterialien" und über „Ursachen der Kohlen Verschwendung,
aßnaiimen und Vorschläge za deren Bekämpfung, insbesondere bei
»chelöfen" gehalten. Im abgelaufenen Schuljahr wurden 34 Versuchs-
rande bei Temperaturen von SK 010 a bis 9 durchgeführt und eine be-
ratende Anzahl Keramiken verschiedener Art und mannigfacher Dekois
irtiggeBtellt. Einer lebhaften Inanspruchnahme erfreute sich der offene
sichensaal and die Bibliothek. Die Tätigkeit dar Untersuchung«- und
ersuchsanstalt war wiederum überaus reg«. Von größeren Arbeiten
rdienen Erwähnung: Beurteilung von Tonlagern, Behebung von Fabri-
stionsfehlern. Die Einschreibungen für das am 1. 9. 22 beginnende
im} jähr 1922/23 findeu im August an den Vormittagen statt. Ausführ-
te Lehrpläne können von der Schulleitung bezogen werden.
Gesetzgebung, Steuern,
Entscheidungen des Reichsgerichts. Die Haftung des
pediteurs für Verlast entfällt nach § 242 BGB, wenn beide
nie davon ausgegangen Bind, daß es sich um ein riskantes Geschäft
adelt, bei dem Verluste zu erwarten waren In dem betr. Fall waren
a Wertung besonderer Mühewaltung" für jeden eingehenden Waggon
nderprämien dem Spediteur zugesagt worden. (Urt. v. 31. 5, 22 1 465/21.)
Zur Klausel Akkreditiv gegen D up Ii k a t f r a c h t-
b r i e f hat das Reichsgericht erneut Stellung genommen. (Urt. v. 15. 6. 22
VII 730/21) Der Verpflichtuug zur Akkreditivstellung ist hiernach erst
genügt, wenn die Bank den Verkäufer vom Eingang des Geldes benach-
richtigt hat; die Folgen einer Verzögerung dieser Benachrichtigung
treffen den zur Akkreditivstellung verpiiehteten Käufer.
Die G. m. b. H. undCo, Kommanditgesellschaft, ist in einer
Entscheidung vom 4. 7. 22 (IIB 3/22) anerkannt worden, da keine rechtlichen
Bestimmungen gegen die Zulässigkeit dieser Gesellschaftsform sprachen
nnd ein Verstoß gegen die guten Sitten darin dann nicht zu erblicken
ist, wenn sie nicht lediglich zum Zweck der Umgehung der Steuergesetze
gewählt ist; dem Handel ist zuzubilligen, solche nicht gesetzwidrigen
Formen zu wählen, die ihm die geringstmöglichen Unkosten verursachen.
Die Frage, inwieweit § 5 BAO. trotzdem anwendbar bleibt, läßt diese
Entscheidung . offen.
Ansprüche fristlos entlassener Angestellter.
Wird im Verfahren nach § 84 ff des BRG. die fristlose Entlassung eines
Angestellten für unzulässig erklärt, so bestimmen sich die Rechte des
Angestellten nur nach diesem Gesetz; findet also keine Weiterbeschäfti-
gung statt, so ist der Angestellte mit der ihm zustehenden angemessenen
Entschädigung abgefunden; er kenn keine weitergehenden Ansprüche vor
Gericht geltend machen. (Urt. v. 24. 6 22. III 666/21.)
Barüberweisung statt Steuermarken. Zur Vermeidung der bei
der Ablieferung der Einkommensteuermarken für 1921 vorgekommenen
großen Unzuträglichkeiten, welche sich im Jannar 1923 bei der Abführung
der Einlagebogen für das Jahr 1922 ia verstärktem Maße wiederholen
würden, da an Stelle der Steaerannahmestellen die Finanzämter treten,
die Annahmestellen somit bedeutend eingeschränkt sind, kann nicht
dringend genug empfohlen werden, daß Arbeitgeber, welche mehr als
75 Arbeiter beschäftigen, von der gesetzlich angelassenen Barablieferung
der einbehaltenen Steuerbeträge anter Wegfall des Klebens von Steaer-
marken Gebrauch machen.
Fortfall der Luxussteuer. Im Verfolg der Beschlüsse des Rjicas-
tages dürfte die LuxusBteuer für eine Rsihe von Artikeln demnächst in
Wegfall kommen. Der Zantralverband des Deutschen Großhaudels ist
vor allen Dingen bestrebt, nunmehr für diejenigen luxussteuerpflichtigeu
Waren, di* sich auf den Lägern des Großhandels befinden, für den In-
landsmarkt bestimmt sind und mit dem Fortfall der Luxassteaer bei
Lagerverkäufen gegenüber den direkten Verkäufen der Iudaitrie um die
löprozentige Lüxussteuer benachteiligt sein würden, die Rückvergütung
der Lüxussteuer sicherzustellen. Das R*ichf.finanzmini»terium hat auf
•ine entsprechende Eingabe des genannten Verbandes geantwortet, daß
die Verhandlungen über die Aendernngen der Luxussteaer so frühzeitig
beginnen, daß sich die beteiligten Kreise auf die etwa zu erwartenden
Aendernngen rechtzeitig einstellen können. Soweit das nicht möglich
sein sollte, sieht sich das Ministerium aus Erwägungen grundsätzlicher
Natur und in Ermangelung jeder gesetzlichen Unterlage nicht in der
Lßge, Steuerpflichtigen, die bisher luxussteuerpflichtige Gegenstände noch
auf Lager haben nnd diese ohne Einrechnung der Luxussteuer verkaufen
müssen, entgegenzukommen. — Es kann daher den Beteiligten nur auf
das dringenste empfohlen werden, sich beim Zentralverband des Deutschen
Großhandels über den Stand der Arbeiten zur Aufhebung der Lüxussteuer
in den einzelnen Artikeln rechtzeitig zu informieren, um dementsprechend
die Dispositionen treffen za können.
4
862 — Kr. 32
SPRECHSAAL -COBURO.
1922. (H. Jahrgang.)
Handel und Verkehr.
Zwecks Gründung einer deutsch-italienischen Handelskammer
in Mfiichen hat sich ein vorbereitender AuBBchuß unter Vorsitz des
italienischen Generalkonsuls und von hervorragenden Vertretern des
heiniischen Wirtschaftslebens gebildet.
Ein-
und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Eine Aenderung der Ansfuhrmindestpreise
ist vorgenommen worden: für Quarzsand II nach Belgien; für Klebsand
nach Belgien, Frankreich, Luxemburg ab 1.8.22.
A. H. N. Glas. Der Unterausschuß Hohlglas hat in seiner Sitzung-
am 11.7. AusfuhimiEdeBtpreise für Bonbongläser, Stangen-
vasen, X-Vasen, Grubenlampengläser und fttr nicht
normierte Spezialartikel festgesetzt. Ferner ist ein neues
Merkblatt genehmigt worden. Die Unterlagen können von der Preis-
pröforgsstelle Hohlglas, Dreaden-N., Glacisstraße 12, bezogen werden.
Dfu Mitgliedern des Zettralverbandes des deutschen Großhandels und des
Verbandes deutscher Exporteure wird nahegelegt, sich wegen der Aus-
künfte an ihre Organisation zu wenden. — Der Unterausschuß für Spiegel-
uod Gnßglas hat neue Verpackungespesen für dünnes Drahtglas
festgesetzt. Anfragen sind zu richten an dis Preisprüfungsstelle für
Drahtglas, Bodenwerder a. W., Hamelner Landstraße 246.
Zur bevorstehenden Erhöhung der Ausfahrabgaben. Der Aus-
fuhrabpabenauischnß des vorläufigen Reich jwirtachaftsrates nahm in seiner
litzten Sitzung nach längerer Debatte einen Antrag an, wonach die Ab-
psbensätze verdoppelt werden sollen und außerdem der Regierung freie
H *nd geg eben werden soll, die Höhe der Abgabensätze jeweils dem Wert
der deutschen Mark im Auslande anzupassen. Die endgültige Entscheidung
wird der ReichsratL treffen.
Das Goldzollaufgeld iBt für die Zeit [vom 9. bis einschließlich
15.8.22 auf 11900 °/0 festgesetzt.
Die Ausfuhr nach Danzig wird, soweit die Preise unter den
polnischen Ausfuhrpreisen liegen, nach einer Anweisung des Reichs-
kommissars nur dann genehmigt, wenn der vorgeschriebene Kontigent-
Bchein der Außenhandelsstelle vorgelegt wird.
Verfahren bei Erteilung der Einfuhrbewilligung für Waren
aus dem abgetrennten Oberschlesien. Wie der Berliner Handels-
kammer mitgeteilt wird, ist von der Deutschen Regierung zunächst eine
TeilliBte der polnischen Kontiii gentliste in Kraft gesetzt worden. Die Er-
teilung der Einfuhrbewilligung erfolgt auf Grund besonderer von polnischer
Seite ausgestellter Ursprungszeugnisse durch den Delegierten in Oppeln.
Das Ans- und Einfahramt Ems hat die Mindestgebühren für Aus-
und Einfuhranträge ab 15. 7. 22 von M 5 auf JH 10 erhöht.
Australien. Zollabfertigungsvorschriften. Mit Rücksicht auf das
am 1. 8. 22 außer Kraft tretende Einfuhrverbot für deutsche Waren
macht die Handelskammer zu Berlin darauf aufmerksam, daß zur Zoll-
abfertigung in Australien eine Zollfaktura nach bestimmten Vorschriften
mit einer Erklärung des Absenders nach vorgeschriebenem Wortlaut und
mit Angabe deB Marktpreises im Ausfuhrlande sowie der Verkaufspreise
vorgelegt werden muß. Der Wortlaut der Erklärung und die zweckmäßige
Einrichtung des Formulars kann im Verkehrsbureau der Handelskamner zu
berlin C. 2, Klosterstraße 41, erfragt werden.
England. Zum Industrie- Schutzgesetz. Wie aus zuverlässiger
Quelle berichtet wird, hat das Parlament den vom Kabinett vorgelegten
Entwurf der Order Nr. 1 des Board of Trade, durch den Teil II des
Industrie-Schutzgesetzea für in Deutschland hergestellte Haushaltglaswaren,
Giaswaren zu Beleuchtungszwecken und Hausgeschirr aus Email in Kraft
gesetzt werden soll, unverändert mit Wirkung vom 8. 8. 22 ab angenommen.
Die vorgenannten Erzeugnisse unterliegen somit in Zukunft dem Valuta-
Ausgleichzoll von 33l/s %.
Frankreich. Einfuhrbestimmungen. Die Fakturenbeglaubigung
kann jetzt von der jeweils zuständigen deutschen Handelskammer vor-
genommen werden. Die von französischen Abnehmern vielfach noch ver-
langte Bescheinigung des zuständigen französischen Konsulats ist dann
nicht erforderlich.
Griechenland, Neuer Zolltarif. Nach den neuerdings in Kraft
gesetzten Zolltarifftuderungen ist ab 24. 6. eine erhebliche Erhöhung der
Einfuhrzölle eingetreten, die nunmehr bekanntlich in Papiergeld erhoben
werden. Für die Erzeugnisse unserer Industrien gelten folgende Zoll-
Bätze in Papierdrachmen je Oka (=1,29 kg): Glasgefäße außer dem
früheren Zoll noch ein Zuschlag von 20°/0 deB geschätzten Wertes ;
Spiegelgläser, SchaufensterBpiegel, ungeschliffen, Dr 4,48 im Generaltarif,
Dr. 3,86 im Konventialtarif, geschliffene Dr. 6,72 im G.-T., Dr. 5,60 im K.-T.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit :om 1.— 15. 8.
322 %■
Neuseeland. Die Authebung des Einfuhrverbotes deutscher
Waren soll zurzeit vom Kabinett erwogen werden. Wis in Australien, werden
ausnahmsweise anch hier bereits deutsche Erzeugnisse, die anderBwoher
nicht bezogen werdeu können (wissen schaftliche IoBtrumente, Ersatzteile
von Maschinen u. a. m), gegen jeweils besondere Einfuhrgenehmigung
zugelassen.
Norwegen. Zollerhöhungen. Die in Nr. 29, S. 328, gebrachten
neuen Zollsätze und wie folgt zu berichten und zu ergänzen: (133)
Isolatoren aller Art aus Porzellan: 1. für Starkstrom Kr 0,55 Min.,
Kr 2,20 Max., für Schwachstrom (gewöhnliche Telegraphen- und Tele-
phon-Isolatoren) Kr 0,26 Mm , Kr 1,00 Max. (Anmerkung. Das Zall-
departement kann in allen Fällen den Zoll auf Kr 0,06 je kg festsetzen
für Isolatoren, die nicht Gegenstand inländischer Fabrikation sind ) —
(206) Glas in Platten oder Scheiben 1 kg Kr 0,18 Min., Kr 0,80 Max.
v676j Perlen, echte und unechte, 25°/0 vom Wert.
Peru. Neue ZollbeBtimmungen. Die Fakturen müssen vom Lade-
schein begleitet sein und den deklarierten Wert der Waren, ihr Rein-
und Rohgewicht enthalten, auch möglichst genau spezifiziert sein.
Spanien. Das Zollaufgeld ist für den Monat August 22 auf
23,57% (22,56) festgesetzt worden.
Die mittlere Monatsnotierung für die Reichsmark, die als Grundlage
fttr die Erhebung des Valntazollzuschlagea auf deutsche Waren Anwendung
findet, ist für den Monat August auf 1,602 (2,222) festgesetzt worden.
Spanien. Zolltarifänderungen. Durch Inkrafttreten des Handels-
vertrages zwischen Frankreich und Spanien ist für eine ganze Reibe von
Waren der 2. Tarifsatz deB spanischen Zolltarifs ermäßigt worden. Auf
diese Ermäßigungen hat auch Deutschland kraft der Meistbegünstigung
Anspruch.
Die Lage In Industrie und Handel.
Die Lage der feinkeramischen Industrie im Monat Juli 1922
Die Fabriken waren im Monat Juli noch allgemein gut beschäftigt, weat
sich auch teilweis« schon ein Rückgang der Nachfrage besonders aus dem
Auslande bemerkbar macht. Die stark zunehmende Markentwertung, die
wesentlich erhöhten Preise für Rohmaterialien, besonder« für Kaolin, die
gesteigerten Arbeitslöhne hatten eine nicht unerhebliche H iraufsetzung dei
Preise für Fertigfabrikats zur Folge, so daß eine weitere Abnahme de>
Nachfrage nicht ausgeschlossen erscheint. Die großen Schwierigkeiten de>
Rohstofibeschaffung und die trostlose Lage auf dem inländischen Kohlen
und Holzmarkte verschlechterten sich weiterhin, bo daß 50 bis 60% det
Bedarfes an Brennstoffen zu hohen Preisen aus dem Auslande gedeck
werden müssen. In Folge des Kohlen- und Rohstoffmangels besteht bereit
bei einzelnen Werken, die besonders auf den Bezug ausländischer Kohlei
und Rohstoffe angewiesen sind, die Gefahr erheblicher Betriebseinschrän
kniigen.
Der deutsche Außenhandel Im Juni 1922.
Maß-
Mei
igen
Werte in M 1000
stab
Juni
Jan Juni
Juni
Jan.— Jat
Einfuhr:
Tonwaren
Dz.
99 474
602 485
26 652
134 40!
Glas und Glaswaren
»
6 279
71 829
40 625
182 98!
Ausfuhr:
n
392 «86
2 588 009
482 812
2 348 14t
Glas und Glaswaren
»
123 175
715 451
776 217
| 3 062 131
i\
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Britisch-Indiens Außenhandel. Der gegenwärtige Zeitpunkt ii
für die verstärkte Aufnahme des deutschen Exportes im allgemeinen reel
geeignet. Nach den glänzenden Erfolgen, die Japan während der Krieg
zeit auf dem indischen Markt verbuchen konnte, ist seit kurzem ein erbe
licher Rückschlag eingetreten, der vorwiegend in der Unzufriedenheit m
den Lieferungen seinen Grund hat. Auch Amerika hat neuer din$
Schwierigkeiten, Beine überragende Kontrolle über die indischen Absatij
gebiete auszuüben. Die Ursache für die amerikanischen Fehlschläge is
wie es heißt, der Versuch gewesen, die amerikanische Mathole d
„Cornering" (Hinaufsehrauhen der Preise durch Ringbildung) in Anwendun
zu bringen. Der englische Einfuhrhandel endlich ist wirtschaftlich durc
die ungünstigen Währungs Verhältnisse und die hohe Preislage sowie Frach
und VersicherungBSätze, sodann aber vor allem auch durch die politiscl
Feindschaft der indischen Selbständigkeitskreise zurückgegangen. D
Lage ist somit für die deutsche Wirtschaft günstig. Dabei ist daran \
erinnern, daß es in Indien kein Reparationsgesetz nach englischem Vorbilt
gibt und daß ein solches auch nicht zu erwarten sein soll. Natürlich i
das Geschäft fttr den deutschen Fabrikanten nicht leicht. Vor allem si;
deutsche Handelsniederlassungen in Indien innerhalb von 5 Jahren na
Friedensschluß verboten. Soweit die Erschwerungen des Ausfuhrgeschä:
in notwendigen behördlichen Maßnahmen und in Valutaschwankung
begründet sind, werden sie in absehbarer Zeit kaum zu beheben sein u:
drüben auch in Erkenntnis der Besonderheiten unserer Lage mit
Kauf genommen werden. Einer Reihe von Beschwerden der ausländisch
Importeure dürfte aber zweifellos bei genügendem Weitblick und richtig
Voraussicht der deutschen Fabrikanten und Exporteure bis za eine
gewissen Grade abzuhelfen Bein. Hierzu gehören, wie das Ausstellung
und Messe-Amt der Deutschen Industrie auf Grund ihm zageganger
Berichte mitteilt, insbesondere Entgegenkommen hinsichtlich der Zahlunj
bedingungen kreditwürdigen Abnehmern gegenüber, ferner vor allem Liefern
genau nach Bestellung und unter strikter Einhaltung der Lieferfristi
Form und äußere Aufmachung der Sendungen spielen drüben eine gre
Rolle. — Wenn auch der indische Markt aus verschiedenen Ursach
hauptsächlich infolge der ungeheuren Teuerung der Lebenshaltung, z
zeit noch nicht übermäßig kaufkräftig ist, so Boll jedoch seine zukttnfti
besondere Aufnahmefähigkeit für deutsche Ware ans politischen und wi
schaftlichen Gründen außer Zweifel Bein, Dies wird auch von seil
unseres ausländischen Wettbewerbs durchaus erkannt
Gesohäftliohe Mitteilungen.
Porzellan* Industrie- A.-G. Berghaus, Auma. Auszug ans d
genehmigten Abschluß vom 31.3. 22: Reingewinn M 255709 (528 95
Dividende 26 (25)%; Abschreibungen M 148334 (171376) — Den d
zeitigen Aufsichtsrat bilden: Bankier W. Oberlaender, Vors., ^Fabr
besitzer 0. Brunnquell, stellv. Vors., Fabrikdirektor 0. Richter, Racfc
anwalt K Boer, die Porzellandreher F. Pohl und 0. Weiß.
Ludwig Wessel, A.-G. für Porzellan» und Steingutfabrikati«
Bonn. Die a. o. G -V. beschloß die Kapitalserhöhung um M 1,7 Mdl.
JC 7,2 Hill. Die Aktien werden zu 360% einer Bankengruppe üb
geben, die sie zu 380 % den alten Aktionären im Verhältnis 3 : 1 anbiei
Porzellan- und Apparatefabrik Elektro-Unlon, vorm. Be
Ai-G<, Hochstedt. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 4. :
1929. (M. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 32 — 363
Beingewinn M 496 142 ; Dividende 18 % P t. ; Abschreibungen Ji 227 163 ;
Zuweisung an Untersttttzungsfonds M 60000.
Gebrüder Heubach, A.-G., Lichte. Auszug ans dem genehmigten
Abschluß vom 30.6. 21: Reingewinn M 323217 (181690); Dividende
26 (15)%; Sondervergütung M 150 (0); Abschreibungen Ji 26 500
(57400). — Die vorgeschlagene Kapitalserhöhung um Jl 1 Mill. Stamm-
aktien auf ;Jt 1.5 Mill. fand die Genehmigung der o. G.-V.
Porzellanfabrik Mitterteich, A.-G., Mitterteich. Auszug aus
dem genehmigten Abschloß vom 31. 12. 21 : Reingewinn M 1,39 Mill.
(0,11); Verwendung nicht veröffentlicht (16 %) ; Abschreibungen Jl 0,52 Mill.
(ojll). Das bisherige Aufsichtsratsmitglied J. Wiendl ist ausgeschieden.
a's Arbeiteraufsichtsratsmitglieder sind N. Schöpf und 0. Pörner ein-
getreten.
Vereinigt© Servals- Werke, A.«G., Trier. Auszug aus dem geneh-
migten Abschluß vom 31. 12. 21: Reingewinn M 1,12 Mill. (0,47); Ver-
wendung nicht bekanntgegeben; Abschreibungen M 0,09 Mill. (0,20).
Scheidhauer & Gießing, A.-G., Bonn. Auszug aus dem geneh-
migten Abschluß vom 31. 12 21 : Reingewinn M 3,87 Mill. (1,28) ; Divi-
dende 35 (27)%; Abschreibungen M 2,03 Mill. (0,53). Dem Autsichts-
rat gehören jetzt an : Geheimrat H. B. Fellinger, Vors. ; Direktor G. Leser,
stellv. Vors ; Dr. Baumbach ; Kaufmann E. Söcking ; Kaufmann P. Esch,
Hoerle; Justizrat Dr. F. Gießing; Kaufmann H. Heuser; Direktor Cn.
Neuhans.
Adolfshütte, Kaolin- und Schamottewerke, A.-G., Crosta.
Adolfsbütte. Auszag aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 :
Beingewinn M 463105 (469 896); Dividende 10 (15)%; Abschreibungen
M 407424 (410011). — Neu in den Aufsicbtsrat wurde Dr. A. Arnim ge-
wählt. Vom Betriebsrat wurden Tischlermeister 0. Schröder und Fabrik-
arbeiter F. Hatscher in den Aufsichterat entsandt.
Anhalter Schamottewerke, A.-G., Unterwiedergtedt. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21: Beingewinn M 87 374
,124958); Abschreibungen M 94693 (27 231).
Glasfabrik Alexanderbütte, vorm. J. N. Heinz & Sohn, A.-G.,
Alexanderbütte. Die Gesellschaft schließt ihr erstes Geschäftsjahr mit
einem Verlust von Ji 28 600 ab. Abschreibungen wurden in Höhe von
M 105 825 vorgenommen.
von Poncet Glashüttenwerke, A.-G., Friedrichshain, N.-L.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 3. 22: Beingewinn
.^2 46 Mill. (0,74); Dividende 12 (12)%; Abschreibungen Ji 0,63 Mill.
(0 37). An Stelle der ausgeschiedenen Th. Meyer nnd G. Bast wurden
neu in den Aufsichtsrat gewählt die Fabrikanten H. van Byck, A. Hackels-
berger, P. Bott und Bankdirektor C. Bassermann.
Tafel-» Salin- nnd Spiegelglasfabriken, A.-G., Fürth. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 4. 22 : Beingewinn Jt 5,08 Mill.
(2 95)- Dividende 25% (25), Sondervergütung aus dem Verkaufserlös einer
Beteiligung 40 % ; Absenreibungen Jt 0,33 Mill. (0,30) ; Zuweisungen für
Gratirlkationen nnd Sonstiges M 1 Mill., zur Bildung eines Fonds für
soziale Zwecke M 1 Mill. — Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder
worden wiedergewählt.
Glashütte vorm. Gebrüder Siegwart & Co., A.-G., Stolberg.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 12. 21 : Beingewinn
Jl 0 84 Mill. (1,06); Dividende 35 % (30); Abschreibungen M 0,06 Mill. (0,04).
_ Die vorgeschlagene Kapitalserüöhung um Jl 2 Mill. auf Ji 3,2 Mill.
fand die Genehmigung der o. G.-V. Die neuen, ab 1. 1. 22 dividenden-
berechtigten Aktien werden von der Dresdner Bank, Filiale Cöln, mit der
Verpflichtung übernommen, hiervon Jl 1,8 Mill. den alten Aktionären im
Verhältnis 2 : 3 zu 130 %> znm Bezüge anzubieten. Das Bezugsrecht ist
bis einschließlich 21. 8. auszuüben. — Den derzeitigen Aufsichtsrat bilden :
Direktor B. Philips, Vors., W. von Recklinghausen, A. Dilthey, Direktor
P. Schräder, Ed. AIS.
Metrum Apparatebau- A.-G., vorm. G« A. Schnitze, J. C. Greiner
i »an & Sohn. Berlin. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom
I 31 12. 21: Reingewinn Jl 80 224 (41016); Dividende 20% (12); Ab-
schreibungen und Rückstellungen M 64 800. — Der AufsichtBrat besteht
ietzt aus Ing. J. Schapiro, Vors., Dr. J. Leisermann, Bechtsanwalt A. Krebs
nnd Ing. L. Schapiro.
Glaöhüttenwerke> A.-G., vorm. J. Schreiber & Neffen, Lnscbltz.
k Die o G W. beschloß, aus dem Eeingewinn von Kc 2,18 Mill. 12 % Dividende
zur Verteilung zu bringen. In der Verwaltungsratssitzung wurde Karl
Bosen zum Präsidenten wiedergewählt.
Karlsbader Glasindustriegesellschaft Lndwig Moser & Söhne,
1' A.-G« Meierhöten. Der Abschluß für die Jahre 1920 und 1921 weist
1 einen Reingewinn von Kc 1,23 Mill. aus, wovon 8% Dividende für 1920
und 10 % für 1921 ausgeschüttet werden.
Montan- und Industrialwerke, vorm. Joh. Dav. Starck, Prag.
Aus einem Reingewinn von Kc 0,71 Mill. gelangt wiederum eine Dividende
von Kc 20 zur Verteilung. Die Abschreibungen betragen Kc 5,4 Mill.
Eisenhüttenwerk Marienhütte bei Kotzenau, A.-G. (vorm.
Schlittgen & Haase), Kotzenau. Auszug aus dem geuehmigten Abschluß
vom 31.3.22: Reingewinn Jl 2,68 Mill. (2,29); Dividende 30% (20);
Abschreibungen Jf 1,18 Mill. (1,40). — Tom Betriebsrat wurden Ange-
stellter W. Hürrich und Fabrikarbeiter K. Neumann in den Aufsichtarat
entsandt.
Nene Aktiengesellschaften« Der Betrieb der Fa. Thomas & Co.,
Porzellanfabrik, Selb, Werk Sophienthal, ist in den Besitz der nenge-
gründeten „Porzellanfabrik Thomas & Co., A.-G., München", übergegangen.
Stammkapital: M 3 Mill. In den Vorstand ist Herr F. J. Czech einge-
treten. Durch Erweiterung des Werkes Sophienthal wird dessen Leistungs-
fähigkeit wesentlich gesteigert werden. Korrespondenzen sind nach wie
vor an das Werk Sophienthal zu richten.
Die Veltener Porzellanfabrik, G. m. b. H., Velten (Mark), ist in
eine A.-G. mit einem Kapital von Ji 6 Mill. umgewandelt worden.
Iii 8?
General -Versammlungen,
F. Küppersbusch & Söhne, A«G , Gelsenkirchen Schalke : a o. G-V.
24. 8. 22, 121 4 Uhr m., Hotel Kaiserhof, E3sen. T.-O. : Kapitalserhöhung
um bis jt 4 Mill.
Kaolin- und Tonwerke, A.-G., Korbitz bei Meißen : o G -V. 22. 8 22,
2 Uhr n., Hotel „Blauer Stern", Meißen. T.-O.: u. a. Kapitals erhöhung
um Ji 1 Mill. auf M 2 Mill.
Messen nnd Ausstellungen.
Die Fürstenberger Porzellanfabrib, Pürstenberg -Weser, wird
aus Anlaß ihres diesjährigen 175 jährigen Jubiläums neben dem zur
Frühjahrsmesse gebrachten Jubiläums-Tafelservice und den anderen
Jubiläums-Gegenständen nun auch zur Herbstmesse ihren Freunden und
Gönnern eine gedrängte Auswahl der altberühmten Fürsten-
berger Figuren in weiß bringen unter Bezeichnung des Ent-
stehungsjahres und des damaligen Modelleurs. So also u. a. Figur Nr. 107
„Kaffeegesellschaft", modelliert 1771 von Desosches, und Figur Nr. 327
„Kttfergruppe", ausgeführt 1780 von Hendler.
Für italienische Besucher der Frankfurter Messe (8.— 14. 10. 22)
hat die italienische Staatsbahnverwaltung von neuem eine Herabsetzung
der Personenfahrpreise auf den Sfcaatsbahnen eintreten lassen. Auch die
schweizerischen Bundesbahnen haben für italienische Besucher wieder die
Ausgabe von Sonderfahrkarten zu ermäßigten Sätzen angeordnet. Die für
beide Ermäßigungen erforderlichen Ausweispapiere sind von dem Bevoll-
mächtigten des Meßamtes für Italien, Dr. Otto Stttnzaer, Mailand, Corso
Vittorio Emanuele 22, zu beziehen.
Soziale Bewegung.
Keine Meldepflicht für offene Arbeitsstellen. Nr. 48 der „Mit-
teilungen des Deutschen Industrieschutzverbandes,;+ Dresden, bringt eine
Abhandlung über diese Frage, wobei darauf hingewiesen wird, daß durch
die Verordnung über die Beendigung der wirtschaftlichen Demobilmachüng
vom 18. 2. 21 in Verbindung mit dem Gesetz über die Verlängerung der
Geltungsdauer der Demobilmachungsverorduung vom 30. 3. 22 die auf Grund
der Verordnung vom 17. 2. 19 bestehenden Meldepflicht ihr Eade erreicht
hat. Die Auffassung wird durch einen Bescheid des Beichsarbeitsministers,
der an gleicher Stelle wiedergegeben wird, gestützt.
Die Ueberschreitnng des achtstündigen Arbeitstages. Gegen
eine Entscheidung des Landgerichts Köln, nach der ein Arbeitgeber, der
in seinem Betriebe freiwillige Ueberstundenarbeit erlaubte, nicht strafbar
ist, hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das Oberlandesgericht
hat nun ausgelührt, daß es nicht Absicht des Gesetzgebers gewesen sei,
den Arbeitgeber schon deshalb zu bestrafen, weil er es, wie im vorliegendm
Falle, außerhalb des regelmäfigen Fabrikbetriebes und nacli dessen Auf-
hören einzelnen Arbeitern auf ihren Wunsch gestattete, nach ihren Belieben
noch Arbeiten in den Fabrikräumen gegen Bezahlung der Ueberstunden
zu verrichten. Der Gesetzgeber hat selbst schon, wie auch die sonstigen
Bestimmungen erkennen lassen, zwar die regelmäßige tägliche Arbeitszeit
auf acht Stunden beschränkt, aber auch die Zulässigkeit einer straflosen
Beschäftigung über acht Stunden hinaus im allgemeinen und ausnahmslos
eingeschlossen.
Verbände.
Ein Verband deutscher keramischer Töpfereien, G. m. b. H.,
wurde mit dem Sitz in Bamberg gegründet.
Der Verband Deutscher Kachelofenfabrihanten beschloß eine
neue Preiserhöhung für vorgeformte Schamotteware und Sohmelzware von
250 auf 376 °/0, für Glätteware und unbehautete Schamotteware von 275
auf 420 %.
Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken,
Berlin. Die Isolatoren Werke, .Mutzschen, G. m. b. H , Mutzschen, Bez.
Leipzig, haben die Mitgliedschaft des Verbandes erworben.
Bücherschau.
Einführung in das Abänderungsgesetz vom 8. April 1922 znm
Umsatzsteuergesetz von 24. Dezember 1919 unter Berücksichtigung
der neugefaßten Ausführungsbestimmungen. Zugleich Ergänzung
zum Kommentar zum Umsatzsteuergesetz. Von Dr jar. Johannes Popitz,
Ministerialdirektor im Reichsflnanzministerium. Berlin W 57, 1922. Verlag
von Otto Liebmann. Preis M 60. — . .
Ueber die Neuregelung der Umsatzsteuer herrscht in weiten Kreisen
der Steuerzahler immer noch Unklarheit, hauptsächlich darüber, daß die
nachtiäglich ab 1. 1. 22 erhöhte Steuer von jetzt ab bei Vermeidung von
Steuerzuschlägen stets vierteljährlich im voraus, nicht mehr jährlich nach-
träglich zu zahlen ist. Auch sonst bringen das Abänderungsgesetz vom
8. 4 22 und die neugefaßlen Ausführungsbestimmungen vom 6 5. 22 eine
Fülle weittragender neuer Bestimmungen, die jeder selbständige Handel-
und Gewerbetreibende kennen muß, wenn er nicht Schaden erleiden will.
Die angezeichte „Einführung" vom Schöpfer der Umsatzsteuergesetzge-
bung ist daher zu begrüßen, denn der Verfasser gibt darin nicht nur an
der Hand zahlreicher Beispiele eine klare Uebersicht über die gesamten
Neuerungen der Umsatzsteuer, sondern auch einen genauen Abdruck des
Aenderungsgesetzes, des Umsatzsteuergesetzes und der wichtigen Ausf üh -
rungsbestimmungen. Steuerzahler, -berater und -beamte, werden sich des
Buches gern bedienen, um über die Neuregelung der Umsatzsteuer Klar-
heit zu bekommen.
Das Warenzeichen. Sein Rechtsschutz. (Seine Wahl. Seine Be-
deutung als Werbemittel. Ein Ratgeber für Indistrie und Handel. Von
Patentanwalt Dr. Gustav Rauter, Berlin. Halle a..S. 1922. Carl Marhold
Verlagsbuchhandlung. Preis Jl 30. — .
Ein kurzgefaßter Ratgeber für den, der ein Warenzeichen wählen
möchte ! und sich über den Zweck des Zeichens, über seine Ausführung
nnd Form und über seinen besonderen W«rt bei jeder Art von Reklame
364 — Nr. 32
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
unterrichten will. Anhand von Beispielen weist der Verfasser auf die
große Bedeutung hin, die gerade dem Warenzeichen zukommt; er zeigt,
wie es oftmals ein größerer Schntz sein kann als ein Patent. Die besten
Wege, sich den Kechtsschutz eineB Warenzeichens zu verschaffen,
werden nachgewiesen. Auch derjenige, der auf diesem Gebiete bereits Er-
fahrungen hat, wird sich ?on dem Verfasser, einem angesehenen und er-
fahrenen Berliner Patentanwalt, gerne belehren lassen und künftig nach
seinen Anweisungen und Batschlägen handeln. Der praktische Wert
dieses Buches wird durch die Beigabe des Warenzeichengesetzes in der
heute gültigen Form noch erhöht.
Vereinfachte Schornsteinberechnung. Von 0. Hoffmann, Ober-
ingenieur des Vereines für chemische und metallurgische Produktion,
Aussig (Tschechoslowakei). Monographien zur Feuerungstechnik Heft 3.
Leipzig 1922. Verlag von Otto Spamer. Preis Jt 12,—.
In der kleinen Schrift, einem Sonderdruck der bekannten Zeitschrift
„Feuerungstechnik", will der Verfasser auf Grund theoretischer Grundlage
eine einheitliche Berechnungsweise für Fabrikschornsteine geben, wonach
der in der Praxis stehende Ingenieur Schornstein-Durchmesser und -Höhe
für alle vorkommenden Fälle rasch und sicher zu bestimmen in der Lage
ist. Es ist bekannt, wie oft beim Bau eines Schornsteines die Ansichten
der Fachleute Ober Höhe und Durchmesser desselben voneinander abweichen,
und da verdient die Berechnungsweise des Verfassers weitgehende Be-
achtung, da ihr die Verbrennungsvorgänge und die Zusammensetzung der
Brennstoffe bzw. der Heizwert der letzteren zugrunde gelegt sind. Der
Verfasser war bestrebt, die Rechnung möglichst einfach zu gestalten und
zwar durch Einführung von einfachen Formeln und leicht im Gedächtnis
sich einprägenden Merkzifiern, deren Brauchbarkeit er an ausgeführten
Schornsteinen rechnerisch beweist. Die leicht verständliche Schrift wird
vielen willkommen sein und zur Eontrolle der vorhandenen Schornsteine
anregen. .
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G., Fraureuth. Vom Betriebsrat wurden
Dreher Eduard Blttthner und Korrespondent Emil Kispert in den Auf-
sichtsrat gewählt.
Hessische Zahnfabrik, G. m. b. H., Friedberg. Christian Gröninger,
Albert Klesaen und Wilhelm Wagner sind nicht mehr Geschäftsführer.
Porzellanfabrik Großbreitenbach, A.-G,, Großbreitenbach. Die Kapi-
talserböhung um Jt 1 Mill. auf M 3 Hill, ist erfolgt. Fabrikant Hugo
Xößrich und Ing. Friedrich Opelt sind aus dem Vorstand ausgeschieden.
Alleiniger Vorstand ist Kaufmann Wilhelm Hoffmeister-
Porzellan- und Apparatefabrik Elektro-Ünion, vorm. Beck, A.-G.,
Hochstadt. Die Kapitalserhöhung um Jt 4,4 Mill. auf Jt 7,4 Mill. ist
durchgeführt.
Ludwigsburger Porzellanmannfaktur, A-G., Ladwigsburg. Vom
Betrieb«rat wurden W. Pflugbeil und P. Link in den Aufsichtsrat
entsandt.
Porzellanfabrik Bavaria, A -G , Ullersricht. Vom Betriebsrat wurden
F. Mayer und M. Lachmeyer in den Aufsichtsrat entsandt.
Philipp Koch Nachfolger, Franz Klier, Hüttensteinach. Porzellan-
malerei. Inhaber ist Porzellanmaler Franz Klier.
Schütte, A.-G. für Tonindustrie, Minden, Westf. Uebernahme und
Fortführung der ,von der Firma Dampf Ziegelei Heisterholz F. Schütte be-
triebenen Unternehmungen und Geschäfte, Herstellung und Verwertung
von Erzeugnissen der Tonindustrie, Handel mit solchen Produkten.
Grundkapital: Jt 6 Mill. Vorstandsmitglieder sind Kaufmann Rudolf
Habermann und Betriebsleiter Robert Schulz. Den ersten Aufsichtsrat
bilden: Fabrikbesitzer F. Schütte, Gutsbesitzer W. Kiel, Kommerzienrat
F. Leonhardi, Kaufmann G. v. Siemens, Kommerzienrat F. Lehrer.
Annaburger Steingutfabrik, A.-G., Annaburg. Das Grundkapital ist
um M 3,5 Mill. auf Jt 5,25 Mill. erhöht. Zu weiteren selbständig ver-
tretungsbefugten Vorstandsmitgliedern wurden Kaufmann Karl Untucht
und Dr. Friedrich Untucht bestellt.
Odenwälder Kunstiöpferei Müller & Dönig, Erbach. Gesellschafter
sind Wilhelm Müller und Wilhelm Dönig. Jeder ist selbständig vertre-
tungsbefugt.
Blumentopffabrik Ernst Hartmann, Lünen. Inhaber ist Kaufmann
Ernst Hartmann.
Villeroy & Boch, Mettlach. Die Gesellschaft ist in eine Kommandit-
gesellschaft umgewandelt worden. Persönlich haftender Gesellschafter ist
allein Fabrikdirektor Luitwin von Boch. Sämtliche übrigen persönlich
haftenden Gesellschafter sind als solche ausgeschieden. Der Gesellschaft
gehören vier Kommanditisten an.
Karl Lehmann, G. m. b. H., Pirna. Major a. D. Curt von Beulwitz
ist als Geschäftsführer ausgeschieden. Das Stammkapital ist auf Jt 200 000
erhöht worden.
Hiby & Schroer, A.-G, Bergisch-Gladbach. Den derzeitigen Auf-
sichtsrat bilden: Generaldirektor 0. Wahres, Vors., Bergwerksdirektor
F. Hohendahl, stellv. Vors., die Fabrikanten J. Hager und G. Hiby, die
Direktoren P. Hilgenstock und C. Jaeger, Fabrikant A. Schroer, General-
direktor E. Tengelmann.
Vereinigte Großalmeroder Tonwerke, Großalmerode. Dem Aufsichts-
rat gehören jetzt an : Kommerzienrat G. Jung, Vurs , Kommerzienrat
M. Wertheim, stellv. Vors., Universitätsprofeseor Dr. A. Schenk, Rent.
C. Schierenberg, Bergassesor a. D. A. Macco, die Fabrikbesitzer M. Gießing
und H. Wilisch, Kaufmann A. Mauritz, Justizrat Dr. 0. Strack.
Stettiner Schamottefabrik, A.-G, vormals Didier, Stettin. Die Kapitals'
erhöhung am J 18 Mill. auf Jt 60 Mill ist erfolgt.
Vereinigte Schmirgel- und Maschinenfabriken, A.-G., vormals S. Oppen-
heim & Co., und Schlesinger & Co., Hannover Vorstandsmitglied Direktor
Harry Friedrichs ist verstorben. Direktor Max Oppenheim int selbständig
vertretungsbefugt unter Führung des Titels Generaldirektor. Oberingenieur
Karl Hahn hat Prokura.
Schmirgelwerk Oggersheim, Georg Proß, G. m. b. H., Oggersheim
Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist Fabrikant Georg Proß
Brühler Glashütte, G. m. b. H , Brühl bei Köln. Das Stammkapital
ist auf Jt 273000 erhöht
Dubraucker Glasindustrie Jahncke & Hofmann, Coburg. Die Firma
ist erloschen.
Mitteldeutsche Spiegelglaswerke Max Fugmann, Brand-Erbisdorf. Die
Firma ist erloschen.
Tafel , Salin- und Spiegelglasfabriken, A-G, Fürth. Heinrich Kupfer
ist aus dem Vorstand ausgeschieden.
Hallesche Pfännerschaft, A.-G., Halle. Vom Betriebsrat wurden
E. Koblitock und M. Schiffner in den Aufsichtsrat entsandt.
Hildesheimer Glashütten-A.-G., Hildesheim. Das Grundkapital wurde
um Ji 1 Mill. auf Jt 2 Mill. erhöht.
Glasfabriken Stockheim u. Homburg, Gebrüder Sigwart & Möhrle,
Stockheim Die Gesellschafter Heinrich A Sigwart Ben., Karl F. Sigwart
sen. und Franz A. Sigwart sind ausgeschieden. Die Firma wird unver-
ändert fortgeführt.
Bartsch, Quilitz & Co., A.-G., Berlin. Die Kapitalserhöhung um \
M 2,5 Mill. auf Ji 6 Mill. ist durchgeführt. Zum weiteren Vorstand
wurde Direktor Paul Schwarzer bestellt.
Isolierflasehen und Metallwarenfabrik „Edelweiß", G. m. b. H.,
Leipzig. Das Stammkapital ist auf M 30000 erhöht worden.
Thüringer Glasinstrumenten-Industrie, G. m. b. H., Ohrdruf. Her-
stellung und Verkauf von Glasinstrumenten aller Art. Stammkapital:
M 30000. Geschäftsführer ist Fabrikant Paul Fröhlich.
Eschrich & Co., G. m. b. H., Schmiedefeld. Das Stammkapital be-
trägt jetzt J6. 100000.
Albin Wagner, Thermometer- und Glasinstrumentenfabrik Sttttzer-
bach, Stützerbach Pr. A. Inhaber ist Fabrikant Albin Wagner.
Nitzsche & Co., Hart- nnd Drahtglasindustrie, Arnsdorf. Der Sitz
ist nach Schwarznauslitz bei Bautzen verlegt worden.
Vereinigte Spiegelfabriken A.-G., Fürth. Die Kspitalserhöhung um
Jt 7 Mill. Stamm- und Jt 0,6 Mill. Vorzugsaktien auf M 26,5 Mill. ist
erfolgt.
Cardinal & Müller, Glas-, Granit- und Metall werke, Magdeburg.
Di« Firma lautet jetzt : „Cardinal & Müller, Mitteldeutsche Glas-, Granit-
und Metall-Industrie".
Spritzmetallisator, A-G., Berlin-Neukölln (Lahrstraße, Ecke Gleia-
straße). Gewerbliches Metallisieren und Emaillieren von Gegenständen,
sowie Ausnutzung von diesbezüglichen Patenten und sonstigen Schutz-
rechten. Grundkapital : JI 25 MiU. Vorstandsmitglieder sind Ing.
Arthur Edelhoff und Kaufmann Dr. Werner Christ. Den ersten Aufsichts-
rat bilden Justizrat Dr. F. W. Erlinghagen, Fabrikant Dr. H. Usener,
Generaldirektor N. Meurer.
Junker & Ruh-Werke, A.-G., Karlsruhe. Die Kapitalserhöhung um
JL 10 Mill. Stammaktien auf M 20 Mill. ist durchgeführt. Frau Emilie
Guhl und Frau Anna Ruh wurden in den Aufsichtsrat gewählt.
Kuppenheimer Emaillierwerk Fleiachmann & Co., Kuppenheim.
Kaufmann Wolf Steuermann ist als persönlich haftender Gesellschafter
eingetreten.
, Arnold Gebauer, Glas- und Porzellanhandlung, Köln. Die Firma
ist erlpschen. Das Geschäft ist auf die nachgenannte G. m. b. H. über-
gegangen. #
Fragilia Arnold Gebauer, G. m. b. H., Cöln (Bismarckstr. 70). Handel
mit Glas und Erzeugnissen der keramischen Industrie. Stammkapital:
M 1 Mill. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind die Kauf-
leute Arnold Gebauer, Walter Engelberg, Willi Schlöndorn und Fritz
Mangold.
Elsa Johannes, Glas-Großhandlung für Industrie und Wissenschaft,
Coburg. Kaufmann Fritz Johannes ist als persönlich haftender Gesell-
schafter eingetreten. Die Firma lautet jetzt: „Glasindustrie-Gesellschaft
Elsa Johannes & Co." . •
Kunst und Keramik Heinz Heberer, Darmstadt, Inhaber ist Kauf-
mann Heinz Heberer.
Geiß & Heimlich, Gesellschaft für elektrischen Bedarf, Frankfurt a. M.
Der Geschäftsbetrieb ist mit allen Besitz- und Schuldteilen auf die Firma
Geiß & Heimlich, G. m. b. H, übergegangen, ftesohäftsftsführer sind
Wilhelm Geiß, Ernst Heimlich und Georg Kuappke.
Greifswalder Kittfabrik und FenBterglasgroßhandlung Walter Siewert,
fireifswald. Inhaber ist Glasermeister Walter Siewert.
J. Schaller, Bilder- und Spiegelhandlang, EinrahmungBgeschäft,
Landau. Nunmehriger Inhaber ist Glasermeister Karl L. Schaller.
L. Benedict, Landau. Lina und Amalie Benedict sind als persönlich
haftende Gesellschafter eingetreten.
Osnabrücker Glasindustrie Mufiweiler & Witte, Osnabrück. Die Firma
lautet jetzt: „Osnabrücker Glasindustrie Carl Mußweiler". Ludwig Witte
ist ausgeschieden.
Gesellschaft für feuerfeste Rohstoffe m. b. H., Essen (bisher Düsseldorf)
Ausbeutung von Gruben und Verwertung der darin vorkommenden Materialen,
vorwiegend der feuerfesten Rohstoffe und Ausbeutung einer Grube in
Marienrachdorf. Stammkapital: Jt 20000. Geschäftsführer ist Wilhelm
Kleinebekel. , _^ ■" ... ,
Maschinenfabrik vorm. Georg Dorst, A-G., Oberlind. Die Kapitals-
erhöhung um Jt 1 Mill. auf Jt 2 Mill. ist erfolgt.
SäohBische Tonindustri« und Mineralmahlwerke Hugo Janetzky, Dresden.
Die Firma lautet jetzt: „Hugo Janetzky".
Prinzlich Schönburg'sche Glassandwerke, G. m. b. H., Guteborn. Die
Vertretungsbefugnis des Liquidators ist beendet, die Firma erloschen.
1029. (65. Jahrgang.?
SPRECHSAAL- COBURG.
Fragekasten des Spreefasaal.
Keramik.
104. Unser Porzellan (Gebrauchsgeschirr) zeigt nach dem Verlassen
der Schmelze (Helzel- Muffel) einen intensiv gelben Anflug. Auffallend ist,
daß häufig nur ein kleiner Teil die gelbe färbung aufweist, während der
größere Teil ein und desselben Schmelzkorbeinsatzes vollkommen weiß bleibt.
Der gelbe Anflug läßt sich mit Säure entfernen, liegt also nur ganz leicht
auf der Oberfläche der Qlatur. Auf den Drucklack kann der Uebelstand
nicht zurückgeführt werden, da auch gerändertes Geschirr gelb wird _ Der
Dehler tritt nur periodisch auf. Worauf ist die geschüdtrte Erscheinung
zurückzuführen, und wie ist sie zu beseitigen?
Erste Antwort: Der seltsame Fehler scheint von der Kohle her-
zurühren. Versnoben Sie doch einmal eine andere Marke und sehen Sie,
oh die Erscheinung verschwindet. Vielleicht ist die Helzel-Mnffal neu
gebaut oder repariert und die Schamottetone enthalten vielleicht Vanadin-
sänre, die sich gewöhnlich schon an den rohen Stsinen durch einen gelben
Ausschlag bemerkbar macht. Es ist kaum anzunehmen, daß ihre Schamotte
stäubt, und daß der Staub dann beim niedrigen Schmelzfeuer nicht auf
die Glasur aufgebrannt wird.
Zweite Antwort: Nachdem der angeführte Fehler nur bei einem
kleinen Teil Ihrer verschiedenartig dekorierten Geschirre und dann über-
haupt nur periodisch auftritt, so liegt die Ursache am Brennmaterial oder
auch an der Brennweise, und es ist auch nicht ausgeschlossen, daß der
Fehler dadurch entsteht, daß die Abgase nicht unbehindert abziehen
können. Wenn Brennmaterial und Brennweise Schuld sind, so ist darauf
zu achten, ob der Fehler immer nur an einer Stelle des Einsatzes der
Schmelsmuffel auftritt. Dann wäre zu untersuchen, ob die Schmelze
intakt ist, oder ob Risse den Eintritt schädlicher Kohlendämpfe be-
günstigen, der dann besonders erfolgen würde, wenn sehr BtaTk aufge-
geben wird. Iq diesem Falle preßt sich der plötzlich stark entwickelte
Kauch in den Zügen zusammen und sucht sich naturgemäß auch einen
Ausweg durch vorhandene Risse u. dgl. Eine Ablagerung auf dem Ein-
satz der Muffel an den betr. Stellen ist dann unvermeidlich. Wenn der Anflag
jedoch auf das ungenügende Abziehen der Abdämpfe vom Einsatz der
Schmelze zurückzuführen ist, so muß in diesem Falle die Türöffnung der
Schmelze länger als bisher offen gehalten werden, d. h., der Einsatz der
Schmelze muß Beton so warm geworden eein, daß die Abdämpfe alle ver-
zogen sind, bevor der Tttrvorsatz angesetzt wird.
106. Wnsere Porzellanöfen haben einen Fassungsraum von 40 cbm
Glattbrand und verbrauchen bei SK 13 etwa 14000 kg Braunkohle von
4500 W.-E. Dieses Ergebnis ist im Vergleiche zu dem anderer Fabriken
recht ungünstig. Die Schornsteine haben eine Eöhe von 13 m und einen
Querschnitt von 75^75 cm. Wir beabsichtigen, vorgewärmte Druckluft
unseren Rosten zuzuführen, um den Zug zu verstärken und die Schernsteine
warm auszunützen. Ist diese Lösung eine günstige oder gibt es andere
Methoden, um den Brennstoffverbrauch in unserem Falle herabzusetzen? ;
Erste Antwort: Berechnen Sie doch einmal Ihren Schornstein ;|
sein Flächeninhalt muß Vi« sämtlicher Rostflächen betragen. Für einen|
so kleinen Ofen erscheint ein Querschnitt von 75X75 cm viel zu groß; j
die mir bekannten Oefen gleicher Größe haben nur 60X<50 cm. Die*
Schlotweite wird bei allen Ofenkonstruktionen bestimmt durch die Rost-
flächenBumme aller Schüren, deren 13. Teil jene betragen muß. Wenn Sie
einen sachgemäßen Brenngang haben und alle Schüren flammenarm nieder-
brennen, so brauchen Sie wohl etwas mehr Kohle, aber um so besser ist
auch das Brennergebnis. Wenn der Schlot 16 m hätte, könnten Sie von
der 8. Schüre an das doppelte Quantum, also anstatt % Kästen zu 42 Pfund
deren 4 aufwerten, bis bei SK 02 a das Ende des Vorfeuers erreicht ist.
Sie sparen dadurch viel Kohle, weil Sie etwa 6—8 Stunden eher aus-
brennen würden. Das Treiben des Vorfeuers schadet nie, wenn richtig
verglüht wurde, und die Erhitzung des Ofens ist eine viel intensivere.
Ob sich aber bei einem 13-m-Schlot das Vorfeuer treiben läßt, habe ich
noch nicht versucht; geschieht es, so müssen die Schüren ganz flammen-
frei niederbrennen, um den Rauch abzuführen. Versuchen können Sie es
auf alle Fälle Der Heizwert Ihrer Kohle ist nicht abnormal ; es ist aber
möglich, daß Ihr Schlot zu weit ist, und dann ist der Zug zu schwach.
Vielleicht können Sie im Glühofen die Weite etwas korrigieren. 16 m
hohe SchlÖte haben bei entsprechender Weite den besten Zug.
Zweite Antwort: Ihr außergewöhnlich großer Verbrauch an
Braunkohle ist in erBter Linie darauf zurückzuführen, daß dieses Brenn-
material für den Garbrand bei SK 13 nicht ausreicht. Zum Vorfeuer und
beim Uebergang zom Scharffeuer kann man Braunkohle verwenden, zum
Garbrand jedoch ist eine langflammige Steinkohle unbedingt nötig. Schon
beim Uebergang znm Schaifleuer ist es angebracht, die Braunkohle mit
guter Steinkohle zu vermischen, wodurch die Steigerung der Hitze schneller
herbeigeführt wird. Von der Absicht, vorgewärmte Druckluft den Rosten
zuzuführen, um den Zug zu verstärken und die Schornsteine warm aus-
zunützen, würde ich abseben, denn alle diese künstlichen Hilfsmittel haben
nicht den für eine geregelte Fabrikation gewünschten Erfolg. Ich glaube
mit meiner Vermutung recht zu haben, wenn ich annehme, daß der Feuer-
abzug durch die Bodenlöcher nach den Bodenfüchsen zu zu groß ist, und daß
Sie das Feuer dort mehr drosseln müsBen. Dieses geschieht am besten
dadorch, daß man die Qutrschnittlöcher in den Ansatzkapseln, mit denen
die Boden ab zugsiöcher Ütersteüt werden, entsprechend verkleinert. Auf
diese Weise hält man das Feuer mehr im Ofeninnern und die durch
eine gute Steinkohle erhöhte Wirkung ist intensiver, sodaß bei kürzerer
Brenndauer und geringerem Kohlenverbrauch die Brennhöhe von SK 13
leichter erreicht wird. Im übrigen wäre es Sache Ihrer Ofenbaufinna, daß
sie Ihre Oefen in brauchbaren Zustand versetzt. Die Ofeubauer sind
beim Bau neuer Brennöfen immer zu verpflichten, die ersten Glattbrände
selbst zu leiten und bei unnormalem Kohlenverbrauch oder zu langer Brenn-
dauer auf eigene Kosten Abhilfe zu schaffen.
107. Wir haben eine große Grube mit hartem Schiefer, Wozu könnte
man letzteren verwenden?
Antwort: Nachdem Sie von .einer großen Grube sprechen,
handelt eB Bich bei diesem Vorkommen wohl um einen harten Schieferton,
der, wein gut feuerfest, für Schamottematerial verwendet wird. Sollte es
sich jedoch um wirklichen Schiefer handeln, so lassen sich daraus Platten,
Schiefertafeln, Griffel, Formen für Zinngießereien u dgl. herstellen.
Glas.
93. Ich will meine Glasfabrik, in der ich \Hohlglas mit zeitgemäßem
Nutzen herstelle, verpachten, weiß aber nicht, welche Pachtsumme ich fordern
kann. Wie könnte letztere errechnet werden?
Antwort: Es ist sehr schwer, Ihnen aus der Ferne und ohne jede
Unterlage eine Norm anzugeben, wie die PachtBumme berechnet werden
kann. Zunächst ist eine zeitentsprechende Werttaxe der ganzen Fabrik
erforderlich. An der Hand dieser Taxe wird dann in Verbindung mit
einem angemessenen Zinsfaß die Pachtsumme ermittelt. Schwieriger wird
sich die Festsetzung der Pacht- oder Entschädigungssumme für die mit-
überlassenen Maschinen und Werkzeuge ermitteln lassen. Ebenso ist auch
ein gewisser Prozentsatz für Ueberlassung dar Kundschaft zu berücksich-
tigen u.s. f. Mier aus dürften Sie ersehen, daß sich eine für beide Teile
gerechte Pachtsumme nur nach genauer Prüfung der einschlägigen Ver-
hältnisse festsetzen läßt. Der Verpächter mnß auch berücksichtigen, daß
die Heutige Geschäftskon janktur nicht immer so bleiben wird, da man
weiter bestrebt ist, der Industrie noch allerlei Lasten aufzubürden.
Verschiedenes.
6 Wer liefert Füllmasse für einen kleinen Versuchsofen für flammen-
lose Verbrennung? ! ,'
Antwort: Die gewünschte Füllmasse für kleine Veraucheöfen für
fllammenlose Verbrennung liefern alle auf der Höhe stehenden Schamotte-
fabriken.
lene Fragen.
Keramik.
109. Welche Entstaubungsanlage hat sich für den Kollergang be-
währt?
Glao.
101. Welches sind die besten Auftreiböfchen für kleine Fldkons? Wie
bewährt sich Bohöl usw. hierfür ?
102. Wir bitten um einige Gemengesätze für BorosiKkatglas. Das
Glas soll zu GlassiZben von etwa 5 mm 0 verarbeitet* werden und mög-
lichst hart sein. Die Farbe kann halbweiß, d. h. grünlich und ohne Ent-
färbungsmittelzusatz sein. Sind bei diesem Glas nicht auch besondere
Vorsichtsmaßregeln beim Schmelzen und beim Verarbeiten zu beachten?
— ~~r~r ■>
Briefkasten der Redaktion.
S. Gl. Indr., Br.-Er. Eine Soda mit 98/100 o/0 ist naturgemäß
besser als eine solche mit 90/92 %.
Verband
Deutscher PorzeUangeschirrfabriken,
G. m. b. H., Berlin W. 30.
Tabelle
für Inhaber von Ladengeschäften beini Verkauf von Porzellan-
geschirr.
Gültig ab 7. Juli 1922.
(Fortsetzung.)
Kostet l$=?Mk.
811, —
833, —
854, —
875 —
897,—
918,—
939,—
961,—
982,—
1003,—
bis 832,—
„ 853,-
n 874,-
„ 896,-
» 917,-
» 938, —
„ »60,-
„ 981,-
„ 1002,-
, 1024,-
So beträgt der
Aufschlag auf
den Ladenpreis
= ?%
290 %
300 %
310 o/o
320 o/o
330 o/o
340%
350 o/o
360 o/0
370 o/o
380 o/0
Kostet l$ = ?Mk.
1025,—
bi-ä
1045,
1046,^
%i
1066,
1067,—
n
1088,
1089,—
n
110»,
1110, —
n
1130;
1131, —
»
1152;
1153 —
n
1173,
1174,—
n
1194,
1195,—
n
1215,
1216,—
n
1237,
So beträgt der
Aufschlag auf
den Ladenpreis
390 o/o
400%
410 •/„
420 %
430 %
440 o/o
450 o/o
460 o/o
470 o/0
480 o/o
Veröffentlichungen der Außenhandelsnebenstelle Feinker;
Laut Beschloß des Hauptausschusses der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik werden die Gebühren mit Wirkung
vom 5 Auaust auf 6 pro Mille erhöht. ...
Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß bei der Erhebung der Gebuhren außerdem noch der gesetzliche
Pressebeitrag in Höhe von 1 */, pro Mille eingezogen wird.
I
XXIV — Wr. 32
B57
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (Ii. Jahrgang.)
An unsere
Wir bitten nach Erledigung der Anzeige verlangte Licht-
bilder sofort zurücksenden zu wollen, damit ans unnötige
Rückfragen erspart bleiben.
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
§ Die Lichtbilder |
| der Bewerber sind §
| mit der vollstän- |
§ digen Adresse zu §
| versehen. |
eacg)<gcg)GPCg>(gog)CP8g)0
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Thüringer Gebrauchsge-
schirrporzellanfabrik sncbt
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Jaeger & Cp.» 1710
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ledigung der mit der Bach-
haltung zusammenhängenden
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maschine und Stenographie
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zellanfabrik geencht. Ange-
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brauchs-, Tafel-, Luxus- nnd sänitäre Spttlwaren, wie auch
Wand- nnd Fnßbodenplatten fabriziert, wird eine durchaus
tüchtige und zuverlässige Person gesucht, welche mit Ein-
sätzen und Brennen von Oefen mit überschlagender Flamme
(Einzel- und gekuppeltes System), Saarauer Tunnelofen und
Fttrbringer Zugmuffel, erfahren ist. Als Brennmaterial wird
englische Kohle, aber hauptsächlich Hol«, verwendet.
Deutsch wird von Leitung gesprochen. Angeoote mit aus-
führlichem Lebenslauf, Lichtbild, Gehaltsansprüchen (in
M»rk), Zeugnisabschriften und Referenzen sind zu richten
an Direktor John Barlow, Rua da Prata
I2B— 132, Lissabon. Portugal. [7ro
V<u eiier, tschechoslowakischen Service-Porzeilanfabrik wird
brancheKundiger, routinierter
EKPort-FaKtur ist
mit englischen nnd französischen Sprachkenntnissen gesucht.
Anerbieten mit allen Einzelheiten unter L 5386
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Erfahrungen auf analytischem Gebiete Bedingung. Aus-
führliche Angebote mit Zeugnisabschriften, Gehaltsansprüchen
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L 5388 an die Get ibäftsstelle des Sprechsaai.
Kaufmann
mit gründlichen Kenntnissen der Gebrauchsgeschirrbranche,
der die englische Sprache in Wort und Schrift beherrscht,
zum baldigen Eintritt in Dauerstellung gesucht. Es wollen
sich nur unverheiratete Herren melden, da keine Aussicht
auf Wohnungszuweisung besteht. — Gefl. Angebote, die
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event. gleich geboten. Ausführliche Angebote
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des Sprechflaal.
Bayerische Porzellanfabrik
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branche für Buchhaltung nnd
Korrespondenz. Angebote mit
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Geschäftastelle des Sprechsaal
erbeten. ___
Junger Mann all
und Fakturist
von Hamburger Export-
Kommissionsgeschäft für Por-
zellan und keramische Artikel,
für sofort oder 1. Oktober ge-
sucht. Stenographie nnd
Maschinenschreiben erforder-
lich. Angebote unter M 5467
an die Geschäftsstelle des
Sprechsaal
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Dreher nnen '
und Gießerinnen
suont für Bofort
Föritz Krug,
Porzellanfabrik,
Lauf ■■ Pegnitz. [78»
Geschirrfabrik sucht ledig an,
gescbicklen Maler
für Freihandblumen, Rändern
von Staffage, fähig für Land-
schaften, wie auch Fiffürlic aea
Angebote unter M 5473 an die
Geschäftsstelle des Sprecnsaal
Zur Vertretung des
OberdrehersJ
Abnahme und Kontrolle der!
Waren, wird ein fach
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Herr, der mit Personal
umzugehen versteht, sofort
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Wittenberger Steingatfabrlk,
tt. m. b. Ii.
Kleinwittenberg -Elben
Wandplatten - Fabrik suchl
zum baldigen Eiutritt
Leiter
für ihre Verkaufeableilung.
Derselbe muß selbständig der
Verkaufsabteilung vorstehen
uud in ähnlichen Stellungen
gute Erfolge aufweisenkönnen.
Augebote mit Aufgabe von
Empfehlungen, Zeugnisab-
schriften, Gehaltsansprüchen
nnd Lichtbild nnter M 5480
an die Geschäftastelle dea
Sprechsaal.
(56 Jahrgang.)
Coburg, den 17. August 1922
Nimmer 33
Zeitschrift für big Keramischen, Blas- unb verwandten lnbustrien
; Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Qoldene Medaille
i Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis
Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jl 55.—, unter Streifband Jt 95.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland JK 5.—, Stellengesuche Jt 2.50
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schuteverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
„Deutsche Erden",
Jahresschau deutscher Arbeit.
Von Dr. E. 0. Rasser, Dresden.
(Nkchdruck verboten.)
I.
| Am 1. Juni, vormittags ^12 Uhr wurde die Ausstellung
Keramik und Glas im großen Saale des Dresdner Ausstellungs-
palastes eröffnet. Wir bemerkten außer den Vertretern des
Reiches, des Landes, der Stadt Dresden, des Landtages, der
Industrie, des Handels und der Finanzwelt, sowie zahlreicher
Aussteller, Vertreter auswärtiger, besonders südamerikanischer
Regierungen.
Diese Jahresschau ist eine dauernde Folge von Ausstel-
lungen industrieller Höchstleistungen aus alljährlich wechseln-
den Produktionszweigen. Sie ist nicht exklusiv kunstgewerb-
lich gedacht, sondern will nur Erzeugnisse ausstellen, wie sie
die deutsche Industrie fabrikationsmäßig und zum handels-
gemäßen Verkaufe erzeugt, also in jener charakteristischen
Vereinigung von kaufmännischem Triebe und Streben nach
hoher Wertleistung. '
„Deutsche Erden" steht dieses Jahr über dem Tore ! Alles,
was aus Erde geformt und aus Glas geblasen wird, wird in
seinen Höchstleistungen gezeigt. Reinheit des Stoffes, Schön-
heit der Formen, hohe Arbeitsgüte und beste Zweckmäßigkeit
vereinigen sich in ihnen, ein Symbol gleichsam aller deutschen
Arbeit im Dienste unseres Vaterlandes.
Ein kurzer Rundgang soll auf das Wichtigste, was die
Ausstellung bietet, aufmerksam machen.
Beim Eintritt durch den Haupteingang (an der Stübel-AUee)
gelangt man zuerst in die Kuppelhalle.
In der Mitte der Kuppelhalle stehen sechs Glasschränke
der Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G., wie überhaupt wohl den
größten Raum die Porzellane einnehmen.
Fünf Schränke enthalten seine Erzeugnisse der Porzellan-
malerei, die die 1865 vom Kammerherrn von Römer gegrün-
dete Fabrik 1918 in Dresden eingerichtet hat. Der sechste
bietet etwas Besonderes: nämlich in 14 Figuren die Entwick-
lung der Modetrachten von 1400 bis 1922. Mit Burgund be-
ginnt die Reihe, mit einer Berliner Foxtrott-Gruppe endet sie.
Genaueste Durchführung bis in alle Einzelheiten zeichnet die
reizvollen Trachtenfiguren aus. (In dem Hauptraum von Frau-
reuth treffen wir dieselben noch einmal in farbiger Ausführung.)
Gehen wir von hier aus nach rechts, so kommen wir durch
einen kleineren Raum in eine größere Halle, die durch ihre
architektonisch geschmackvolle Ausgestaltung vorteilhaft auf-
fällt, ein Werk des Dresdner Architekten Dr. Ing. Otto Schubert
Das Hauptmotiv der vorderen Abteilung ist in Spiegelpfeilern
gegeben, über denen sich ein hellgelbes Zelt wölbt. Auf grün-
lichgelben Postamenten und Wandtischen stehen auserlesene
Stücke der Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G., Selb in
Bayern. Die zweite Abteilung dieses Gesamtraumes enthält
einen offenen Mittelraum, dessen Zeltüberspannung von pfeiler-
artigen quadratischen Vitrinen getragen wird. Roter Rupfen,
graue Wände und blauer Samt geben einen geeigneten Hinter-
grund, auf dem die zahlreichen kostbaren Porzellane der Frau-
reuth-A.-G. trefflich zur Geltung kommen.
Gegenüber dem Aufbau der letzteren Fabrik öffnet sich,
nach links führend, eine Tür, die zu dem Sonderbau eines
Porzellankonzerns führt, den folgende Firmen führen: Aelteste
Volkstedter Porzellanfabrik A.-G., Porzellanfabrik C M. Hutschen-
reuther, A.-G., und Porzellanfabrik C. Tieisch & Co., A-G.
Der gesamte Bau, sowohl baulich wie auch räumlich, ist
ein Werk des Architekten Gastav Partz in Blankenburg, der
hier Dinge geschaffen hat, die ohne Zweifel eines der Glanz-
stücke bilden werden.
Die Mitte des Raumes nimmt ein Brunnen aus Porzellan
ein, unterkellert und von innen erleuchtet, ein keramisches
Kunststück der Aeltesten Volkstedter. Der fensterlose Raum
wird künstlich erleuchtet: Porzellan, Wasser und elektrisches
Licht wirken zu eigenartiger Wirkung zusammen. Rings um
die Rotunde zieht sich eine Reihe bühnenartiger Oeffnun-
gen, in denen die von den beteiligten Firmen ausgestellten
Stücke ebenfalls in künstlerischer Beleuchtung stehen. Der
Bau dieser und ähnlicher effektvoller Räume der Jahresschau
hat Millionen an Arbeitskräften gekostet.
Wir gehen zurück und kommen in . den Raum der Por-
zellanfabriken Weiden, Hermsdorf, S.-A., Freiberg i. Sa.,
H. Schomburg & Söhne, Margarethenhütte bei Bautzen, Kera-
mag (Keramisches Werk Bonn a. Rhein). Hier ist die Ge-
brauchskeramik zu Hause : Klosetts, Waschtische, Deltaglocken
für elektrische Hochspannung, Hängeglocken für bis 5060 und
mehr Volt Spannung, Isolatoren der verschiedensten Gestalt
für die verschiedensten Länder der Welt, wie überhaupt diese
Erzeugnisse vermöge des vorzüglichen Stoffes und der ge-
diegenen Herstellung von der ganzen Welt begehrt werden.
In prächtiger Weise hat der Münchner Architekt Prof.
Karl Bertsch den nun folgenden großen Eckraum für die Ge-
samtausstellung der Forschungsgesellschaft vereinigter Por-
I zellanfabriken m. b. H. (Struppkonzern, Meiningen) neu ge-
staltet. Die Deutschen Werkstätten in Helbrau haben ihn
I ausgeführt. Während die Wände und Wandtische in ver-
868 — Nr. 83
SPRECH SAAL — CO BÜRO. 19M. (W. Jahrgang.) i
schieden abgestuftem Blau gehalten sind, erhebt sich in der
Mitte ein hoher achteckiger Pavillon mit vier Eingängen lastig
blau in blau gemalt. In ihm bat Lorenz Hutschenreuther A.-G,,
Selb i. B. seine hochwertige Ware ausgestellt.
Die Porzellanfabrik Kahla zeigt ihre entsprechende Stapel-
ware in Gebrauchsgeschirr. Bei A. und E. Müller, A.-G., Schön- '
wald in Oberfranken sehen wir neben Tafelgeschirr große Zier-
stücke: einen Truthahn, einen Papagei, Vasen, elektrische
Lampen usw. Die A.-G. Porzellanfabrik Weiden Gebr. Bauscher
zeigt ihr Hotelgeschirr, das diese Weltfirma nach St. Moritz,
London, Paris, Kairo, Chicago, New- York, Südamerika usw. nach i
wie vor dem Kriege liefert. Dasselbe gilt von dem hochfeuer-
fester Porzellankoch- und Backgeschirr Luzifer.
Von hier aus wendet man sich nach links und gelangt in
eine andere Halle, hergerichtet von Architekt Willy Müller,
Leipzig, wo der Verband deutscher Luxusporzellanfabriken
G. m. b. H, Weimar, in einzelne Sonderabteilungen gegliedert,
ausgestellt hat. Von den mehr als 100 Fabriken, die der'
Verband umfaßt, haben sich für Dresden sechs zu einer gemein-
samen Ausstellung zusammengetan. Sechs Kojen nehmen
aneinandergereiht die Mitte der langen Halle ein, an der ent-
lang links und rechts je ein Gang für die Beschauer ein-
gerichtet ist.
Die Aussteller sind: die von Schierholz'sche Porzellan-
manufaktur Plaue (Thüringen), Gebrüder Heubach, A.-G., Lichte
bei Wallendorf, Sitzendorfer Porzellanfabrik Alfred Voigt,
Sitzendorf in Thüringen, Sächsische Porzellanfabrik Carl Thieme,
Potschappel bei Dresden, Fürstenberger Porzellanmanufaktur,
Fürstenberg, Weser.
Hier gefällt uns sicherlieh die Gesamtanordnung, wenn
auch die einzelnen Kojen nicht alle mit gleichem Glück und
gleichem Geschick ausgestattet sind. So wirkt das dunkelblaue
Zimmer recht gewaltsam — gegenüber dem Porzellan. Die
nichts tragenden ägyptischen Säulen sind eine unglückliche
Erfindung. Aber sehr erfreulich wirkt am Ende des Ganges
4er Wandbrunnen, der vor einem Spiegel angebracht ist, mit
seinen lebendigen Pflanzen. Auch das Fürstenberger Bieder-
meierzimmerchen mit seinem Schreibtisch, der zugleich Glas-
schränkchen ist, dürfte viele Liebhaber finden.
Der nächste Raum, die Eckhalle, gehört den drei staat-
lichen Porzellanmanufakturen Meißen, Berlin und Nymphenburg.
Die Gesamtleitung dieser Ausstellung hatte Direktor Pfeiffer,
Leiter der staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen, übernommen,
die Architektur Architekt Willy Meyer, Dresden. Die roten
Wandflächen, die durch graue Schäfte abgeteilt sind, schmücken
herrliche Wandteppiche von Wanda Bibrowicz und Professor
Wislicenus in Pillnitz.
Meißen, das die Hälfte des ganzen Raumes einnimmt, hat
ganz besonders glanzvoll ausgestellt — Altes und Neues. Alt -
ist z. B. die wieder hervorgesuchte barocke Gruppe der Madonna
mit dem anbetenden Papst und dem Engel mit den Leidens-
werkzeugen Christi; nach den alten Kändlerschen Modellen sind
auch die herrlichen großen Vögel in weißem Porzellan her-
gestellt. Wetter sieht man zum erstenmal wieder ein Stück j
des berühmten Brühl'schen Schwanenservices, eine Terrine, die |
nach dem Vorbild aus Graf Brühl'schem Besitz im Dresdner
Kunstgewerbemuseum hergestellt ist. Das Originalstück ist
übrigens nicht von Kändler, sondern, wie schon der Gesichts-
typus der weiblichen Figur ausweist, von Eberlein. Aus dem
Vorrat an allen Modellen stammt auch das neu und besser als 1
bisher staffierte Reiterstandbild August III. Unter den neuen
Stücken der Manufaktur nimmt den ersten Rang der Tafel- 1
aufsatz „Reinecke Fuchs" von dem Bildhauer Esser ein, von
dem jetzt allerdings noch einige Stücke fehlen. Von demselben
Künstler stammt auch die Eule und die trefflich bemalte |
Mandarinenente, von dem Weimarer Gerhard Marx die eigen-
artigen Leuchterreiter in steinhartem rotem geglättetem Porzellan,
von Scheurig die Tänzerinnen des russischen Ballets, der Hirte
Paris, der Geck und die Biedermeierdame, von Richard Lange
eine liegende Dame — alles erlesene Stücke modernen Kunst-
schaffens. Ueberaus kostbare Stücke sind dann die vier Schalen
mit chinesischen Bildern, die nach einem alten chinesischen
Bilderbuche der Berliner Sammlung Wegener gemalt sind.
U",°'e^ucÜ NymphenWrg'^hal','Älte8 und Neues sehr wirksam
zur Ausstellung gebracht. Da sieht man beispielsweise die
fünf typischen Figuren der italienischen Komödie von dem
ältenten berühmten Künstler der Manufaktur Franz Bastelli,
besonders schön in feinster Bemalung die Columbine; dann von
Dominikas Aulicze sechs von seinen berühmten zehn Göttern:
Bacchus, Ceres, Vulkan, Minerva, Mars und Venus, die trotz
ihrer stark bewegten barocken Gestalt'' au« dem Jähre 1770
stammen. Um 1800 entstand die Pangruppe, von dem Belgier
Mine der Hund und die Ziegengrappe. Unter den neaeren
Erzeugnissen Nymphenburgs sind Glanzstücke der Silberfasan
und die Ära von Theodor Kerner.
iioo Bas Nymphenburger Scharffeuerrot (Karmin) zeigt der
Gimpel. Zum erstenmal gezeigt wird die Indianerin und der
indische Philosoph mit der Gazelle von Wackerle. Zum ersten-
mal Wieder wurde auch die nette Gruppe „der Jager aus
Karpfalz," von der nur zwei alte Stücke bekannt sind, ange- f
fertigt. Sie entstammt der pfälzischen Manufaktur Frankenihal, '
die 1799 mit Nymphenburg vereinigt wurde. Auch treffliche '
Tafelservice hat Nymphenburg ausgestellt.
Die Berliner Manufaktur zeigt ihre neuen Werke vonj f
Schenrig, Hubatsch, Röbrigt, Flath u. a., auch zwei alte :
Johannes-Figuren aus der Barockzeit, die Tafelservice vom]
alten Fritz, darunter das köstliche Service Neues Palais mit
durchbrochenem Rand und Golddekor, sowie das Berliner!
Stadtschloß-Service mit trefflicher Blumenmalerei, Figuren von
Adolph Amberg (Braut und Bräutigam zu Pferde) u. a.
Der nächste Raum ist der Epiag, Erste (böhmische)
Porzellan-Industrie, A.-G. in Karlsbad, überlassen. Er ist mil
feinem Geschmack, ohne jede Ueberladung und mit auserlesenen
Erzeughissen keramischer Kleinkunst ausgestattet/ Da sieht
man Kaffeeservice, Teller, Vasen, Dosen usw:' in Altwiener
Geschmack, mit gelaufene* Glasuren, die sich statt nach unten
nach oben entwickeln, mit Bänderung und Wolken in be-
sonderen Scharffeuerfarben, wie Ocker und sogar in Schwarz,
Silber, Gold, Platin sind zum Dekor verwendet, Pate sur päte.
Reliefgold usw. Alles in feinster, sauberster Ausführung und
geschmackvollen Mustern.
In der folgenden langen Halle, die Architekt Gustav
Lüdecke' hergerichtet hat, sieht man vielerlei Gebrauchsge-
schirr, keramische Waren, wie man sie in Spezialläden findet
Die Firma Reinhard Merkelbach (Grenzhausen) versetzt
ins Nassauer Kannenbäckerland, wo von alters her Steingut-
ware aller Art hergestellt wird, die weithin nach Deutschland
und ins Ausland geht: Krüge, Seidel, Terrinen, Bowlen in
grauem und braunem Ton mit blauem Reliefschmuck sind die
Haupterzeugnisse, die wir hier sehen.
Vor stark expressionistischen plastischen Werken einei
anderen Firma steht hier eine Vitrine des Dresdner Juweliers
Th. Heinze, die mit fein in Gold und Silber montierten Stücken
Meißner Porzellans — Aschenbecher, Schalen, Mokkatassen —
ausgestattet ist; eine Standlampe mit einer fein modellierten
weiblichen. Gestalt als Trägerin ist ein besonderes Stück dieses
vornehmen Gesamtleistung.
Es folgen zwei Ausstellungsstücke, die den Namen dei
Ausstellung „Deutsche Erden" besonders zum Ausdruck bringen
Ein hübsches Panorama, teils plastisch, teils gemalt, veran-
schaulicht die Vereinigten Hohenbockaer Glassandgruben vor
M. Weichelt & Co. Im Jahre 1873 wurde das bedeutsame
Lager dieses Glasandes, der 99,98 °/0 reine Kieselsäure enthält
entdeckt. Seitdem hat sich das umfängliche Unternehmen ent
1 wickelt, das so zahlreiche Glashütten in Deutschland und in
'Auslände mit seinem hochwertigen Rohmaterial, dem Quarz
mehl, versorgt. Das Panorama zeigt den Ort Hohenbocka be
Senftenberg mit dem beherrschenden Koschenberg (230 m), in
Vordergrunde die Sandgruben im Betrieb, dazu die Siedl«ngs<
häuser, die Sandwäsche usw.
^Das andere Unternehmen, das „Deutsche Erden" zeigt
ist Pretzschner und Fritzsching (Dresden), Erzbergwerke
Chemische Werke, Mahlwerke. Schöne, große Probestücki
Schwerspat und Flußspat stehen neben Proben von zube-
reitetem Braunstein, Manganerz usw.
Weiter sind hervorzuheben die Bürgeler Tonwaren, die in
Dresden besonders bekannt sind, seitdem von hier aus die Be
wegung ging, die Gebrauchsware für Küche und Haus durcl
die Volkskunst zu veredeln.
Die Bürgeler Kunstkeramischen Werkstätten Carl Fischei
in Bürgel zeigen, auf welchem Stande sich jetzt die Bürgelei
Töpferei befindet. .»« mttf
Die Reihe der Aussteller setzt sich jenseits des großer
Saales in derselben Weise fort. Im Vorraum stehen Meißnej
Oefen der Werkstätte für Ofenbau Curt Heinze, Dresden 16
besonders bemerkenswert ist die Anlage, die es ermöglicht
mit einer Heizstelle drei Zimmer zugleich zu heizen.
Besonders beachtenswert ist sodann die Abteilung def
hervorragenden Frohburger Bildhauers und Keramikers Kur
Feuerriegel, der, Wie bekannt, ^ftüs "Vier Schule Carl Groß dei
Dresdner Kunstgewerbe-Akademie hervorgegangen ist. Jedei
Stück, das hier steht, ist nur* einmal vorhanden, wie es aus dei
Hand des Künstlers und "aus dem Brennofen hervorgeganger
ist. Form und Farbe gehen in seinen "Schöpfungen treffliel
zusammen. Dia sind lustige menschlich« Gestalten, wie dei
"Schüsiferjuirge tind die Ballonfrau, stilgerecht modelliert«
Tiere, wie Hirnch Mttnd Kalb, ferner Schmuckteller, Vasen
Kannen, Krüge mit plastischen Oramenten, eigenartige Leuchter
kleine Modelle zu Oefen usw. Das Modell zu einem keramische!
Brunnen für die Stadt Kohren mit der Topffrau obenauf zeigt
1922» (65. Jahrgang.)
SPRECHSAÄ^COBURO.
Mr. 83 — 869
in wie ansprechender Weise das bodenständige Handwerk dort
volkstümlich verherrlicht werden soll. ' : _ _
Weiter marschiert die ganze Oberlausitzer Töpferei .^n
zahlreichen Abteilungen auf. Wir sehen die glanzvolle braun?
Glasur von Bunzlau, Vasen mit eingepreßten Linienornamenten
der deutschen Tonwarenfabrik, Dommitzsch a. d. Elbe, säphsi-
sches Bauerngescbirr von Johann Hauffe, Elstra i. tßa.j ein-
farbige Vasen in Gelb, Blau, Grün, Rosa und reinen Formender
Fürth-Adolf-Werkstätten in Bückeburg, Farben und Glasuren
der Chemisch-keramischen Fabrik Reimbold & Strick, Köln-
Kalk, ebenso von der Keramisch-chemischen Fabrik Dr. Julius
Bidtel, Meißen, hier auch in trefflicher Anwendung auf Tellern
usw., allerlei Werkstücke für Ofen und »Herde von den Rade-
burger Ton- und Schamottewerken F. L. Strack & Co., Rade-
burg i. Sa. usw. Weiter interessiert uns ein von Margarete
Heil (Bautzen) entworfener, handgemalter und modellierter Ofen
mit Kuppel; die Hauptbilder erzähjen die Geschichte des Sün-
denfalles nebst der Vertreibung aus dem Paradiese.
Die Keramischen Werke Ufer & Co. (Königsbrück-Ost)
stellen wirkungsvoll 9te\b auf ..Grün ihr hochfeuerfestes Ton-
kochgeschirr, Marke Feuerprobe, aus.
Bei Johannes Reh, Kamenz,, sehen wir u. a. eine neue Art
freigedrehte, graue, wasserdichte Vasen und Töpfe. Daneben
steht eine Wohnküche mit einem Zierschrank, der zugleich
Geschirr aufzunehmen vermag, entworfen vom Architekten
Lüdecke (Hellerau). c >
Die große Eckhalle, die sich anschließt, enthält die Aus-
stellung einer Gruppe Meißner Kachelofen- und Porzellan-
fabriken und ist in eigenartiger, bizarrer Weise von Architekt
Bernhard Weyrather ausgestaltet worden. Wenn man ihm
auch nicht gerade ruhige Sachlichkeit nachsagen kann, so ge-
hört der Raum doch zu den Sehenswürdigkeiten der Ausstellung.
Zum Teil nehmen auch die ausgestellten Gegenstände an dem
grotesken Stil des Gesamtausbaues teil. Daneben stehen
wiederum ausgezeichnete Erzeugnisse der Meißner Ofenindustrie.
Die Blickachse geht auf einen sehr hübschen blau und weißen
Majolika-Brunnen. ,
Der nächste Raum, nach links anschließend, architektonisch
aufgebaut vom Architekten Professor Max Hans Kühne, enthält
ausschließlich Steingut, und zwar ausgestellt von einer Sender-
gruppe des Verbandes deutscher Steingutfabriken.. «,
Die Gesamtraumwirkung ist großartig; durch freistehende
weiße Pfeiler sind einzelne offene Kojen geschaffen. Die Haupt-
ausstellerin ist die Firma Villeroy & Boch, die aus ihren zahl-
reichen Fabriken vielerlei Proben ihrer mannigfaltigen Erzeug-
nisse zusammengestellt hat.
Außerdem sehen wir vielerlei Gebrauchs- und Ziergerät
aus den Steingutfabriken zu Wächtersbach, Annaburg, Elster-
werda, Rodach, Colditz A.-G., Sörnewitz, Bonn, Vordamm und
Velten. Gutes und weniger Gutes geht hier bunt durcheinander !
Außerhalb der Hallen, im Park, findet sich ein Pavillon der
Firma Aelteste Volkstedter Porzellan fabrik A.-G., erbaut von
Prof. Hans Pölzig, der darin seine eigenen Arbeiten zeigen
wird. Pölzigs Werkstatt entstammt auch der Brunnen auf der
nach der Lennetraße gelegenen Parkseite. Er wird ausgeführt
von der Großherzogl. Majolikamanufaktur G. m. b. H, Karls-
ruhe, Baden.
Das wäre in kurzen Zügen wenigstens ein Ueberblick über
diese „Schaustätte geruhiger Betrachtung", wie sie Direktor
Brehmer in seiner Einführungsrede nannte.
Hunderte von fleißigen Männern haben an dieser Sinfonie
der Arbeit geschaffen. Wir sehen überall, was uns zur An-
Annehmlichkeit des Lebens auf allen Gebieten mit hilft, ob wir
im Haus sind, in Heilstätten, ob wir in öffentlichen Lokalen
weilen oder in den Straßen der Stadt lustwandeln. Wir er-
kennen überall die Werke der Keramik und Glasindustrie, die
allein im Deutschen Reiche über 1000 Betriebe mit über
100 000 Arbeitern und Arbeiterinnen beschäftigt, die alle ver-
suchen, ihr Wissen und Können zu vereinbaren mit den Er-
rungenschaften der Volkswirtschaft, der Technik und der Chemie !
(Schluß folgt)
Reparationen und Glasindustrie.
(Nachdruck veiboten.)
VlVH- .-• t Sier/ftdtH :>,£ — -, -:
L}, Aus dem Nebelmeer der internationalen Politik treten
langsam aber immer deutlicher die Konturen einer Wirtschafts-
politik hervor, die versucht, die Zusammenhänge der inter-
nationalen Volkswirtschaft erkennen zu lassen. Dabei spielen
die deutschen Reparationsverpflichtungen die ausschlaggebende
Rolle. Denn you Ihnen hängt, wie mau nach und nach in
allen Ländern, außer in Frankreich, einsieht, nicht nur das
Schicksal Deutschlands ab, sondern das Schicksal Europas.
Schon die ersten Zahlungen, die Deutschland auf die 132 Mil-
liarden Goldmark, die ihm als Kriegsentschädigung auferlegt
wurden, geleistet hat, haben zur Folge gehabt, daß die Mark
weiter gesunken und der Wettbewerb Deutschlands dem Aus-
land noch fühlbarer gemacht wurde.
Um nun die Versailler Verpflichtungen zu mildern, und
auch die im Wiesbadener Abkommen vorgesehenen Sach-
leistungen nach Möglichkeit abzugrenzen, soll ein neues System
eingeführt werden. Man hat eingesehen, daß die bloße Um-
wandlung der Goldzahlungen in Sachleistungen für Deutschland
außerordentlich ungünstig ist und nur Frankreich Vorteile
bringen würde. Frankreich hat sich in dem Wiesbadener Ab-
kommen nicht auf einen Mindestbetrag für Warenbestellungen
in Deutschland festgelegt, sondern sich freie Hand vorbehalten,
so daß als Resultat des Wiesbadener Abkomme«* neben den
Zwangsleistungen noch freiwillige Vorleistungen für Deutsch-
land entstanden sind, ohne daß man sich jedoch für die Sach-
leistungen auf eine Anerkennung verständigt hat.
Dadurch entsteht für einzelne Zweige . der deutschen
Industrie eine schwere Gefahr. Zu denjenigen Industrie- und
Handelszweigen, die dabei mitbetroffen werden, gehört auch die
Glasindustrie. Deutsche Glaswaren, insbesondere Flachglas,
das für Wiederaufbauarbeiten in umfangreichem Maße in
Betracht kommen kann, könnten in so großen Mengen ange-
fordert werden, daß der deutschen Industrie wertvolle Möglich-
keiten der Ausfuhr und damit der Devisenbeschaffung verloren
gehen.
Aber auch noch nach anderer Richtung hin sind die Re-
parationen von weitgehendem Einfluß. Das zeigt sich beson-
ders bei den Kohlenlieferungen, die an die Entente zu bewerk-
stelligen sind. Wenn nun Deutschland, das schon wichtige
Gebiete seiner Kehlenversorgung durch den Friedensvertrag
verloren hat, erhebliche Mengen Kohlen zu einem verhält-
nismäßig niedrigen Preise an die Entente liefern muß, so
gehen diese Kohlenmengen natürlich der deutschen Industrie
verloren. Nun ist aber kaum eine andere Industrie in so
umfangreichem Maße auf Kohlen angewiesen, wie die Glas-
industrie, bei der die Kohlen den wichtigsten Teil der Produk-
tionskosten ausmachen. Der Kohlenmangel hat bereits zu
erheblichen Einschränkungen und Stillegungen von Betrieben
in der Glasindustrie geführt. Dabei hat sich aber andererseits
die Ausfuhr von Glas durch die Verpflichtungen, die im
Friedensvertrag von Versailles festgesetzt worden sind, gehoben.
So werden z. B. große Mengen von deutschem Tafelglas nach
Italien geliefert, während im Inlande das Glas immer knapper
und teurer wurde. Eine Folge der Reparatipnsyerpflichtungen
ist es, daß jetzt der größte Teil der deutschen Glasproduktion
nach dem Auslande versandt wird, während in Deutschland
selbst die Glasnot in allen Arten von Flachglas ganz erschrek-
kende Formen annimmt. Angesehene Handelsfirmen sind
gezwungen, um ihren Bedarf zu decken und den Verkauf
nicht ganz zum Stillstand kommen zu lassen, von Zwischen-
händlern zu hohen Preisen ihre Waren zu kaufen. Da die
sächsischen Hütten zum größten Teil auf die Zufuhr von
böhmischen Kohlen angewiesen sind und diese neuerdings von
den böhmischen Gruben nur noch gegen Zahlung \n tschechi-
schen Kronen geliefert werden, verteuert sich natürlich der
Herstellungspreis für sächsisches Tafelglas ganz erheblich.
Die Hütten an der Saar müssen ihren Kdhlenbedarf in Franken-
währung begleichen und kommen deshalb für die Belieferung
deutscher Abnehmer nicht mehr in Frage. Diese Hütten
sehen sich gezwungen, in verstärktem Maße Absatz für
ihre Erzeugnisse im valutastarken Auslande zu suchen, um
überhaupt bestehen zu können. Ebenso haben die Preise für
schlesisches Glas, dem Beispiel der sächsischen Hütten folgend,
angezogen, da auch hier bedeutende Preiserhöhungen für
Kohlen eingetreten sind. Das aber ist für die Glasindustrie
und den Glashandel nur eine der vielen Folgen der Repara-
tionen.
Nicht minder schwerwiegend ist der Umstand, daß die Ent-
wertung der Mark und die dadurch bedingte Konkurrenzfähig-
keit der deutschen Glashütten und des^. deutschen Glas-
handels zur Folge hatte, daß sich die einzelnen valutastarken
Staaten mit immer höheren Schutzzollschranken umgaben.
Man hat sogar versucht, den deutschen Spiegelglashandel von
der Ausfuhr abzuschnüren, indem .da^ unter französischer
Herrschaft stehende internationale Spiegelglassyndikat seinen
Abnehmerii/die Verpflichtung aufelrlegte, auf die deutsche Ein-
fuhr zu verzichten.
Wenn also auch die Entwertung der Mark für die deutsche
Glasindustrie eine gewisse Konkurrenzfähigkeit geschaffen hat,
so ist doch diese wieder dadurch eingeengt, daß von^Auslande
hohe Schutzzölle ( erhoben werden, und daß die^ Preise für die
Rohmaterialien, insbesondere für Kohlen, so hoch sind, daß
sie eine lohnende Produktion und vor allem einen Absatz in
Deutschland erschweren. Dieser Inlandsabsatz ist durch die
darniederliegende Bautätigkeit schon erheb^ch herabgegangen.
Kommt nun noch die Erdrosselung der Ausfuhr hinzu, so wird
i
870 — Kr. 33
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1988. (M. JfülhrgsBg .J)
der deutschen Glasindastrie jede Lebensmöglichkeit abge-
schnitten. .
Wie sich die Lage der deutschen Glasindastrie in Zakaaft
gestalten wird, hängt im besonderen von der Lösung des Re-
parationsproblems ab. Es muß eine Verminderung der die
deutsche Wirtschaft zersetzenden Zahlungsbedingungen ein-
treten. Diese Erkenntnis ist bereits Gemeingut aller wirt-
schaftlich Einsichtigen. Schon im höchsteignen Interesse wird
das Ausland daraus auch die praktischen Folgerungen ziehen
müssen. Dann erst ist eine Gesundung der deutschen Wirt-
schaft und Finanzen und damit ein geregelter Weltwirtschafts-
verkehr zu erwarten.
Der neue Zolltarif in Rumänien.
Darch Königliches Dekret vom 28. Juni 1921 ist in Rumänien
bei fast allen Tarif Positionen eine Abänderung der Einfuhr-
Zollsätze in Kraft getreten. Der Wortlaut des früheren Tarifs
ist im allgemeinen unverändert geblieben.
Nachstehend haben wir die für uns in Frage kommenden
Zolltarifnummarn des neuen rumänischen Zolltarifs mit den
heute gältigen Zollsätzen zusammengestellt.
Außer den Zollsätzen haben wir den Tarif der Vs-prozentigen
Abgabe ivom Werte der Waren mit ersichtlich gemacht, die
neben den Zöllen von den Erzeugnissen zur Erhebung gelangt,
die über die Häfen eingeführt werden.
Tarif-
Nr.
394
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
für 100kg
Lei
408
450
483
488
511
512
6i3
514
515
616
517
518
519
520
Künstliche Blumen, sowohl ganze Blumen
selbst als auch Blätter, oder Blumen-
au d Blätterteile:
a) aus Porzellan oder Glas, mit oder
ohne Draht für 1 kg 20
Anmerkung zu der Tarifnummer 394.
Als Verzollungsgiwicbt gilt das wirkliche Rein-
gewicht. Die Waren werden zusammen mit
den unmittelbaren Papieromhüllungen sowie mit
den Papier- und Pappblättern oder dem Holze,
worauf sie etwa befestigt oder gewickelt sind,
angemeldet und gewogen.
Schmirgeltuch 150
Schmirgelpapier 100
Anmerkung zn der Tarifnummer 450
Als Verzollungsgewicht gilt das Rohgewicht.
Erde und Ton, Sand, Kaolin, Schotter,
Mergel,natürlicheKaikphosphate,Pazzo-
lan- oder Santorinerde, Alaunstein:
a) roh 1
b) gemahlen, gewaschen, auch zu Brei
gesiebt, jedoch nicht in Verbindung,
mit anderen Materialien, sowie auch
Quarzsand zur Glaafabrikation . . 2
Polier- und Schleifsteine 20
Anmerkung, Schmirgelscheiben . . 100
Asbest:
a) in Bogen, Rollen, jedoch ungeformt,
Asbestmasse und Asbestkitt . .. 20
b) in Platten zu Bedachungen oder zu
anderen Zwecken ....... 40
Asbe*t, zu Gegenständen geformt, wie
Scheiben, Röhren, Stricke, Schnüre,
Bänder, Gewebe und andere, auch in
Verbindung mit Webwaren und mine-
ralischen Materialien 150
Kalk, fetter, hydraulischer (Romanzement),
rohe Kreide, Gips, Talk 7
Kreide, geformt; Graphit in Stücken,
geformt 75
Portlandzement 35
Platten, Röhren, Verzierungen und andere
Gegenstände aus Zement, ungeschliffen,
nicht gestrichen, nicht lackiert, in oder
ohne Verbindung mit Holz oder Eisen 40
Dergleichen, geschliffen, gestrichen oder
lackiert 60
Waren aus Gips, Gipsstuck, einfach, nicht
gefärbt, nicht lackiert 184
Dergleichen, gefärbt, lackiert, in oder
ohne Verbindung mit anderen gewöhn-
lichen Materialien 100
Waren aus ge br an n t e r Er d e und
andere gebrannte Materialien.
Gebrannte Erde oder gebrannter Ton
aller Art, wie Ziegel, feuerfest oder
nicht, Röhren und andere Erzeugnisse,
nicht glasiert 15
Abgabe
von V/o
Lei
0,20
8,00
3,00
0,05
0,05
1,50
1,50
5,00
5,00
7,50
0,15
2,00
0,30
«,60
1,20
2,00
2,50
Tarif-
Nr.
521
522
Bezeichnung der Waren
Zolleatz
für 100 kg
Lei
20
0,12
Dergleichen glasiert
Gewöhnliche Töpferwaren aus Ton oder
Steingut und Röhren, sowie Platten
zum Pflastern, ohne Glasur, nicht ver-
ziert 60
523 Dergleichen, glasiert, mit Mustern oder
erhabener Arbeit verziert 120
524 Töpferwaren zu technischen Zwecken,
wie feuerfeste Schmelztiegel, Retorten,
Gefäße zum Brennen der feinen Töpfer-
waren und ähnliche 15
525 Steingut, Majolika, weiß oder in einer
Farbe gefärbt, auch mit erhabenen,
gepreßten Mustern 120
526 Dergleichen, mehrfarbig, mit mehrfarbigen
Mustern verziert, auch in Verbindung
mit anderen gewöhnlichen Materialien 200
Anmerkung zu den Tarifnummern 513
bis 526. Als Verzollongsgewicht gilt das Roh-
gewicht.
527 Porzellan, weiß, auch mit erhabenen, ge-
preßten Verzierungen 250
Anmerkung zu der Tarifnummer 527.
Weiße Porzellanware, welche einfache, nicht
vergoldete Monogramme, Marken oder den Namen
der Erzeugungsstätte oder des Wiederverkäufers
trägt, wird nach dieser Tarifnummer verzollt.
528 Porzellan, farbig, verziert, auch in Ver-
bindung mit anderen gewöhnlichen
Materialien 300
529 Isolatoren und elektrisches Isolierungs-
material aus Steingut oder Porzellan,
sowie Walzen für Mühlen und andere
gewerbliche Zwecke, alle diese auch
in Verbindung mit anderen gewöhn-
lichen Materialien ........ 70
530 Kleine Gegenstände aus Steingut oder
Porzellan, auch verziert und in Ver-
bindung mit anderen gewöhnlichen
Materialien, wie Pfeifen, Tintenfässer,
Zündholzbehälter,Figuren,Schreibtisch-
gerät, Aschenbecher, Bonbonnieren,
Dosen, Sparbüchsen und dergleichen 800
531 Perlen, Knöpfe, Armbänder, Halsbänder,
Halsschmuck aus Steingut oder Por-
zellan, auch in Verbindung mit ande-
ren Materialien 900
Anmerkung zu den Tarif nummern 527
bis 531. Als Verzollnngsgewicht gilt das wirkliche
Reingewicht. Die Waren werden zusammen
mit den unmittelbaren Umhüllungen, wie Papier-
blättern, Stroh, Schilf nsw-, ferner mit den ge-
wöhnlichen Schachteln oder Futteralen, in
denen sie etwa eingeführt werden, angemeldet
und gewogen.
Glas, Glasschmelz, optische
Instrumente.
532 Glasmasse in Klumpen, als Abfälle, in
Staubform und Glasschmelz .... 5
533 Glasplatten für Oberlicht, zur Bedachung,
für Spiegel, Fensterscheiben und andere
Zwecke, mindestens 5 Millimeter stark:
a) von einem Umfang bis 240 Zentimeter 50
b) von einem Umfang von über 240 •
bis 400 Zentimeter 70
c) von einem Umfang von über 460
Zentimeter 80
Anmerkung zu den Tarifaummern 532
and 533, Als Verzollungsgewicht gilt das
Rohgewicht.
534 Dergleichen, in der Masse gefärbt, mattiert
oder geschliffen 150
535 Platten und Scheiben, unter 5 Millimeter
stark, von einem Umfang:
a) bis 240 Zentimeter 200
b) von über 240 bis 400 Zentimeter 250
c) von über 400 Zentimeter .... 300
536 Dergleichen, gefärbt, mattiert mit Aetz-
und Schliff Verzierungen, an den
Rändern abgeschliffen (gefeldert) oder
graviert 350
537 Platten und Scheiben, gegossen, mit
rauher Oberfläche, gerippt, gestreift
oder mit Drahtgeflechteinlagen (Draht-
glas), in jeder Stärke, nicht gefärbt 100
0,70
1,20
1,00
2,00
3,50
4,00
6,00
3,50
7,50
10,00
0,60
1,20
1,50
1,80
2,50
1,50
1,80
2,00
4,00
2,00
1922. (II.
SPRECHSAÄL — COBURG.
Mr. 33 — 871
Tarif-
Nr.
638
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
für 100 kg
Lei
150
Dergleichen, gefärbt . - . . . <, ...
Anmerkung 1. Durchleuchtende Scheiben
aus geblasenem Glas für Kühlräume werden
nach den Tarifnummern 537 und 538 verzollt.
Anmerkung 2. Platten und Scheiben
der Tarifnummern 533 bis 538 werden zu den
um die Hälfte herabgesetzten Sätzen verzollt,
wenn die Inlandsfabriken die einheimische Nach-
frage nicht bewältigen können. Die Einfahr
hat unmittelbar vom Konsumenten mit Be-
willigung des Finanzministers auf Grund, eines
Gutachtens des Industrierates zu erfolgen. <
Zu den Tarifnummern 534 bis 538.
Taraabzug in Prozenten: 8 in Kisten aus
Tannenholz, 12 in Kisten aus anderem Holz,
5 in Halbkisten ans Tannenholz, 7 in Halbkisten
aus anderem Holz. Die Waren werden zu-
sammen mit dem Papier, Stroh und anderem
derartigen Material, worin sie etwa verpackt,
sowie mit den Schachteln, Worin sie dann noch
enthalten sind, angemeldet- und gewogen.
539 Gefäße für moussierende Wässer, ge-
färbt oder nicht, ohne Metallmontierung
oder Verbindung mit anderen Materialien ;
Demijohns und Glasballons, auch miti
Geflechten, Holzruten oder Bast umgeben,
mit einem Fassungsraum von mindestens
20 Liter 40
Anmerkung. Behälter mit Beschlägen oder
in Verbindung mit anderen Stoffen werden nach
der Tarifnummer 546, kleinere Demijohns und
Ballons nach den Tarifnummern 540 bis 542,
je nach der Gattung des Glases und, wenn sie
mit anderen Stoffen als biegsamen Zweigen
oder Binden umkleidet sind, nach der Tarif-
nummer 546 verzollt.
540 Gewöhnliche Flaschen und Gläser, natur-
farbig, schwarz, grünlich, rötlich oder
undurchsichtig, einfach gegossen oder ge-
blasen, auch mit gegossenen Aufschriften. 80
Anmerkung. Hierher gehören1 auch
Flaschen ans natnrfarbigem, bräunlichem oder
rötlichbraunem Glas.
541 Flaschen und Gläser, gewöhnliche, aus
weißem Glas, bloß gegossen oder ge-
blasen, auch mit gegossenen Aufschriften ;
ebenso Karaffen und Krüge aus natur-
farbigem, schwarzem, grünlichem oderröt-
lichem Glas . . '. . .
§42 Dergleichen, aus farbigem Glas, mit
Ausnahme von Krügen und Karaffen
Anmerkung zu den Tarif nammarn 540
bis 542. fiter gewöhnlichen Flaschen und
Gläsern werden nur solche verstanden, die ge-
wöhnlich zum Aufbewahren von Wein, Bier
und Mineralwasser, einschließlich der Flaschen
für Brauselimonade, gebraucht werden. Alle
anderen Flaschen und Gläser werden je nach ihrer
Art nach den Tarifnummern 543 bis 546
verzollt.
Glasiaschen der Tarifnummern 540 bis 542,
welche für Mineralwässer eingeführt werden,
sind mit 30 Lei für 1 00 kg zu verzollen, wenn
die Inlandsfabriken nicht genügende Mengen
davon erzeugen oder sie nicht zu ange-
messenen Preisen verkaufen. Die Einfuhr hat
durch die Verwaltung der Mineralwasserqaellen
selbst mit Bewilligung des Finanzministeriums
auf Grund eines Gutachtens des Indnstrierates
zu erfolgen.
Anmerkung zu den Tarif nummern 539
bis 542. Als Verzollungsgewicht gilt das Roh-
gewicht,
543 Gefäße und Gegenstände aller Art aus
gewöhnlichem Glas von natürlicher
Farbe, nicht weiß und nur am Boden,
an den Bändern und am Halsende ge-
schliffen, nicht poliert, nicht mattiert,
nicht geschnitten und nicht graviert,
auch mit gegossenen Verzierungen und
Aufschriften 250
544 dergleichen, aus weißem Glas, ebenso
Flaschen und Krüge aus weißem Glas 450
545 dergleichen, aus farbigem Glas .... 500
546 Flaschen, Gläser, Karaffen, Krüge sowie
Gefäße und Gegenstände aller Art aus
Glas, geschliffen, poliert, emailliert, ge-
schnitten, mit Schmirgel abgerieben
oder geätzt, auch dekoriert, gefärbt.
150
180
Abgabe
von Va °/o
Lei
2,50
1,00
1,50
1,00
1,00
1,50
4,00
4,50
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
Zollsatz
für 100 kg
Lei
Abgabe
von Va °/o
Lei
547
548
549
550
551
552
553
554
555
556
557
558
559
560
561
vergoldet, versilbert, auch inVerbindung
mit gewöhnlichen Materialien . . . 600 10,00
Luxusgegenstände aus Kunstglas, wie
Krön-, Arm- und Handleuchter, Bahmen
für Spiegel und Gemälde, Glasmosaik-
arbeiten, Berlocken u. andere Schmuck-
artikel, auch in Verbindung mit anderen
gewöhnlichen Stoffen, ganz oder zerlegt 1500 20,00
Anmerkung: Unter diese Tarif nummer
fallen auch Hutnadeln aus Glas jeder Art, ferner
Zigarrenspitzen aus Glas, auch in Verbindung
mit Bingen aus gemeinen Metallen.
Perlen, Knöpfe, Armbänder, Halsschmuck,
Kolliers, Glasringe aller Art, auch in
Verbindung mit anderen gewöhnlichen
Materialien 1000
24,50
0,40
Glaswaren in Verbindung mit feinen
Materialien für 1 kg 30
Anmerkung zu den Tarifnummern 543
bis 549.
Als Verzollucgsgewicht gilt das wirkliche
Beingewicht. Die Waren werden zusammen mit
den unmittelbaren Umhüllungen wie Papier-
blättern, Stroh, Schilf ubw ., ferner mit den ge-
gewöhnlichen Schachteln oder Futteralen, in
denen sie etwa eingeführt werden, angemeldet
und gewogen
Spiegel, nicht an den Bändern abge-
schliffen, von einem Umfange bis 2 m 400 9,00
Anmerkung: Die Bahmen, in welche
die Spiegel eingerahmt sind, sind, wenn sie einem
höheren Zollsatz als die Ware unterliegen, ge-
trennt zu verzollen.
Dergleichen, an den Bändern abgeschliffen,
auch verziert 600 12,50
Spiegel nicht an den Bändern abgeschliffen,
von einem Umfang über 2 m ... 550 11,00
Dergleichen, an den Bändern abgeschliffen,
auch verziert 900 12,50
Anmerkung zu den Tarifnummern 550
bis 553. Als Verzollunesgewicht gilt das wirk-
liche Beingewicht. Die Waren werden zusammen
mit den Papier-, Stroh- und dergl. Umhüllungen
sowie mit den Querleisten oder mit den gewöhn-
lichen Schachteln, in welchen sie etwa zum
Schutze gegen Bruch eingeführt werden, ange-
meldet und gewogen. Die Bahmen, welche die
Spiegel umgeben und höheren Zollsätzen unter-
liegen als die Ware, werden besonders vorzollt.
Photographische Platten, lichtempfindlich
oder anderweit chemisch zubereitet . 100 13,50
Platten für Kinematographen, Laterna
magica und andere ähnliche Apparate 150 25, @0
Fensterscheiben, aus einzelnen mit Metall-
streifen eingefaßten Stücken zusammen-
geeetzt, weiß, farbig and bemalt . . 800 12,50
Elektrische Glühlampen mit Glasbirnen
und mit in den Boden eingesetztem
Draht 600 35,00
Optische Gläser und Uhrgläser, geschliffen
poliert, ungefaßt 1000 75,00
Brillen in jeder Form (einschließlich der
Brillengestelle) :
a) mit Fassun g aus gewöhnlichen Stoffen
und Metallen, nicht vergoldet, nicht
versilbert für 1 kg 10 1,00
b) mit Fassung aus gewöhnlichen, ver-
silberten oder vergoldeten Metallen,
aus Aluminium, Schildpatt, Elfenbein,
Perlmutter, Silber oder anderem
feinen Material . . . . für 1 kg 100 2,50
c) mit Fassung aus vergoldetem Silber
oder aus Gold . . . . für 1 kg 200 60,00
Operngläser, Lorgnetten und Ferngläser
für andere Zwecke:
a) aus Metallen und gewöhnlichen
Stoffen ....... für 1 kg 10 1,25
b) aus Aluminium, Schildpatt, Elfenbein,
Perlmutter, Silber . . . für 1 kg 100 2,50
c) aus vergoldetem Silber oder aus
Gold für 1 kg 300 12,50
Optische, Präzisions-, chemische Beob-
achtungs-, physikalische und andere
nicht besonders genannte Instrumente
zu Lehrzwecken oder zum Gewerbe-
872 — Mr. 30
SPRECH SAAL — COBURG.
1982. (Ii. Jahrgang.)
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
Zolleatz Abgabe
für 100 kg vonV,0/0
Lei Lei
betrieb, einschließlich der photo-
graphischen Apparate . . . für 1 kg 5 —
Die Abgabe von l/s °/0 des Wertes
wird hier festgesetzt nach dem Wert
des in den Faktaren oder in anderen
Papieren eingetragenen Wertes.
562 Künstliche Zähne ans Schmelz, auch mit
Metallstiften, ebenso künstliche Augen 2000 125,00
771 Spielwaren aus Porzellan oder Glas, auch
in Verbindung mit anderen gewöhn-
Tarif-
Nr.
Bezeichnung der Waren
Zolleatz
für 100 kg
Lei
900
772
liehen Materialien oder mit Triebwerk
Dergleichen, in Verbindung mit feinen
Materialien 2500
Anmerkung zu den Tarif nnmmern 771
and 772. AU Verzollungsgewicht gilt das
wirkliche Beingewicht. Die Waren werden
zusammen mit den Ymhtlllungen wie Papier-
blättern, Schilf oder Stroh und dergleichen und
mit den Schachteln, in denen sie enthalten Bind,
angemeldet und gewogen.
Abgabe
von %%
Lii
30,00
55,00
Wirtschaft lich-gfewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Die Brennkrafttechnische Gesellschaft, E. V., schreibt einen
Wettbewerb zur Erlangung vou Unterlagen für Einrichtungen zur wirt-
schaftlichen Vergasung von Förderbraunkohle aus, an dem sich jeder
Sachkundige beteiligen kann. Für die besten Lösungen sind insgesamt
Jt 100 000 ausgesetzt. Einreichetermin: 31.12.22. Die näheren Be-
dingungen sind bei der Geschäftsstelle, Berlin W. 9, Fotsdamerstr. 21a,
in Erfahrung zu bringen.
Fachschulen, Unterricht, Forschung».
An der Fachschule für Glasindustrie in Zwiesel (Bayern)
wurde dem Zuge der Zeit folgend neben den allgemeinen Fachklassen
seit einigen: ftTahren ein Kurs für Kunatgewerbler eingerichtet, der
Bich gut bewährt hat. Junge Leute, die schon eine praktische Erfahrung
haben und vorwärts streben wollen, sollen hier Gelegenheit haben, sich
nach jeder Biehtung in der Praxis zu vervollkommnen, namentlich aber
daB Entwerfen von zeitgemäßen Glasformen und Dekorationen zu erlernen
und die Techniken in geschmacklicher und künstlerischer Art zur An-
wendung zu bringen. Außer den allgemeinen Techniken der Glasmalerei
(Emailarbeit, Transemail, Gold- und Silbertechnik) wird die gesamte Aetz-
technik praktisch gelehrt, auch bietet sich Gelegenheit das Beduktions-
verfahren, sowie Gelb- und Botätztechnik kennen zu lernen. Der Unter-
richt ist vollkommen individuell. Von Anfang an wird die Technik Hand
in Hand mit dem Entwurf geübt durch intensives Zusammenarbeiten von
Lehrer und Schuler unter Ausschalten aller schulmeisterlichen Theorie.
Auch junge Leute- mit guter zeichnerischer Schulung haben in diesem
Kurs Gelegenheitr sich in die Praxis voll einzuarbeiten. Der Eintritt
ist nicht an den Schulanfang gebunden. Den heutigen Verhältnissen ent-
sprechend ist dafür gesorgt, daß je nach Vorbildung in möglichst kurzer
Zeit der Zweck erreicht wird. Eine gute Fachschulbildung ist fttr alle,
die Handwerk treiben, unerläßlich, wollen sie dem Bedürfnisse unserer
Zeit gerecht werden.
Der schon seit vielen Jahren durchgeführte glastechnische
Kurs zur besonderen Ausbildung von Hüttenmeistern, Schmelzern, Ofen-
leitern, techn. Betriebsleitern, Wärmetechnikern, Chemotechnikern der
Glasindustrie erfreut sich gleichfalls regen Besuches aus den verschiedensten
Gegenden Deutschlands. Die Teilnehmer eines solchen Kurses sind, so-
weit nicht schon darin tätig, bis jetzt gut in der Industrie unterge-
kommen; es werden ständig, wie Anfragen an die Schule und Anzeigen
in den Fachblättern beweisen, junge Leute mit glastechniicher Fachschul-
bildung gesucht. In diesem Jahre soll der neue glastechnische Kura
pünktlich am ML. 9. 22 beginnen und infolge der Teuerungsverhältnisse
nicht auf ein ganzes Jahr, sondern etwa bloß auf 7 Monate ausgedehnt
werden. Zwei Hauptprogrammpunkte sollen hierbei in erster Linie durch-
geführt werden: einerseits die chemische, anderseits die feuerungstech-
nische Seite der Glasindustrie, die beide heute von großer Bedeutung für
einen Betrieb sind. In der Glaschemie handelt es sich um die Kenntnis
der Schmelzmaterialien, der Färbungs- und Entfärbungsmittel nach Zu-
sammensetzung, Verhalten beim Schmelzprozeß mit entsprechenden Be-
rechnungen und wenigstens einfachen Untersuchungen, ebenso um dia
Zusammensetzung des Glases und des Gemenges mit entsprechenden Be-
rechnungen, sowie den ganzen Schmelzprozeß. In der Feuerungstechnik
handelt es Bich um die Zusammensetzung und Bewertung der einzelnen
Brennstoffe, das Wesen der Gasfeuerung und der Gaserzeuger-Systeme
mit den zugehörigen Temperatur- und Zugmessungen, sowie Gaaunter-
Buchungen, endlich um die verschiedenen Systeme der Schmelz- und
Nebenöfen. Es ist auch Gelegenheit geboten, die verschiedenen Zweige
der Glasraffinerie und Dekoration, wie Schleifen, Gravieren, Aetzen, Malen,
sowohl in den Werfcstätten der Schule nach ihrer technischen Seite als
auch im Laboratorium nach ihrer chemischen Seite kennen zu lernen.
Endlich sorgt ein ausgiebiger Zeichenunterricht sowohl fttr die Aus-
bildung im allgemeinen und insbesondere im technischen Zeichnen (glas-
technische Zeichnungen) als auch auf Wunsch im kunstgewerblichen
Zeichnen Von Glasformen und Dekoren. Der ganze Unterrichtsgang ist
bo 'gehalten, daß eine gute Volksschulbildung genügt; immerhin wird
aber ein bestimmtes Alter von etwa 16 Jahren vorausgesetzt und deshalb
werden im allgemeinen nur solche junge Leute als Teilnehmer zugelassen,
welche entweder nach der Volksschule mindestens einige Jahre in einem
Glasfabrikbetrieb tätig waren, oder bei einem entsprechenden Alter Bchon
eine höhere Schulbildung genossen haben. Dagegen können in die all-
gemeine glastechnische Abteilung der Schule auch junge Leute sofort
von der Volksschule weg übertreten, wenn sie keine Gelegenheit zum
Eintritt in eine GlaBfabrik haben. Sie müssen aber «taan einen
3— 4 jährigen Lehrgang durchmachen, zuletzt auch den glastechnischen
Kurs, bevor eie als reif für den Uebertritt in die Praxis erachtet werden.
Ei Bind aber besonders auch ältere Leute aus der Praxis willkommen,
welche ihre praktischen Erfahrungen in den obigen Wissenszweigen er-
9Bi.' !
v>h gtaKisngftj
Uifiß tyk •
gänzen wollen. Endlich können Bich zukünftige Glashüttenchemiker und
Ingenieure, während oder nach ihrer Ausbildung auf der Hochschule, sich
im Glasfach spezialisieren (Sommersemester).
Um oft gehörten Vorurteilen und Mißverständnissen vorzubeugen,
Bei auch hier betont, daß der glastechnische Kurs, bezw. der ganze glas-
technische Unterricht an der Fachschule nur eine Vorbereitungszeit fttr
die Praxis ist, nie aber die Praxis ersetzen kann ; es Bollen in keiner
Weise fertige Glastechniker ausgebildet werden, sondern nur eine mög-
lichst gute Vor- und Weiterbildung fttr bezw. in diesem Beruf gegeben
werden.
Gewerblicher Rechtsschutz.
Freistaat Danzig. Die deutschen Warenzeichen haben ihre
Gültigkeit verloren Der Schutz der Marken muß daher unverzüglich in
Danzig beantragt werden.
Handel und Verkehr.
Zar bevorstehenden Postgebührenerhöhung ab 1. 10. 22. Das
Beichspostministerium hat jetzt dem Verkehrsbeirat einen Teil der ge-
planten neuen Sätze vorschlagsweise unterbreitet. Wie wir hören, sehen
diese Sätze vor: fttr Briefe der ersten Gewichtsstufe Ortsverkehr M 1,50,
Fernverkehr Jt 6, Postkarten Ortsverkehr M 1, Fernverkehr M 4, Drack-
Bachen bis 20 g M 1, bis 50 g Jt 2, Pakete der ersten Gewichtsstafe
Nahzone M 12, Fernzone <M 24. Auch der Postanweisungs-, Postscheck-
und Telegraphenverkehr wird naturgemäß von der Erhöhung der Gebühren
betroffen werden.
Neue Dampferverbindung' mit Schottland. Wie wir soeben von
der Speditionsfirma Paul Klembt, Emden, erfahren, soll von Emden nacl
Leith und anderen schottischen Plätzen ein neuer Dampf er verkehr ein
gerichtet werden und zwar soll dieser Verkehr zehntägig sein mit vor
aussichtlich erster Abfahrt am 19. 8. 22 ab Emden. Nachdem von Industrie-
und Handelskreisen wiederholt die Notwendigkeit einer solchen Verbindung
betont worden ist, dtrlte wohl anzunehmen Bein, daß die Neueinrichtung
größtem Interesse begegnen wird. Etwaige Auskünfte über den neuer
Verkehr erteilt die Speditionsfirma Paul Klembt, Emden.
Litauen. Eine selbständige Währung soll zum 1. 1. 23 eingeführt
werden. Statt der bisherigen Ostmark soll eine neue Einheit unter den
Namen Auvenas (Gold) zur Einfahrung gelangen, die sich in 100 Skatikai
teilen wird.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Der Teuerangszuschlag fttr feuerfesti
Erzeugnisse bei der Ausfuhr nach Oesterreich ist von 270 auf 500 o/0 er
höht worden.
A. H. N.Glas. Der Unterausschuß für GlaBinatrumente ha
den Aufschlag fttr das valutaschwache Ausland von 6400 auf 9900 % fest
gesetzt. Die Preise fttr das valutastarke Ausland sind bestehen geblieben
es ist jedoch auf Liste Nr. 3 (Thermometer) fttr die Vereinigte)
Staaten von Nordamerika der Endrabatt von 20 auf 33l/„ °/0 erhöht worden
Die Fieberthermometerpreise nach dem valutaschwachen Ausland (Liste Nr. :
vom Juni 1922) gelten mit 50% Aufschlag. Auch ist der Preis ftt
Nickeln ttlBen von M 60 auf J( 100 heraufgesetzt worden. Die LiBt
Nr. 4 (Ganz glasspritzen) hat insofern eine Aenderung erfahren,. al
die Preise fttr Jugoslawien mit 200 % Aufschlag und die Preise fttr da
valutaschwache Ausland mit 100 % Aufschlag festgesetzt worden sind.
Ausfuhrerleichterungen. In den nächsten Tage» wird eine B<
kanntmachung des Beichswirtschaftsminiaters im Baicnsanzeiger zur Vei
öientliohung gelangen, durch welche die Bekanntmachung betreffen
Ausfuhrerleiohterungen vom 5. 4. 21 — Beiohsanzeiger Nr. 81 — ve
schiedene Aenderungen bezw Ergänzungen erfährt. Es handelt sich i
der Hauptsache um die Ausfuhr ohne DesöndÄre Ausfuhrbewilngüng ft
Waren, die durch Werkstättenbetriebe in den seewärts gelegenen ZoJ
ausschlttBBen verwendet werden ; Kataloge, Geschäftsdrucksachen, Vordruol
zu Schecks und Wartn, die unter der Bedingung der Wiederausfuhr zi
Einfuhr zugelassen worden sind.
Das Goldzollaufgeld ist fttr die Zeit vom 16. bis 22. 8.
schließlich auf 14400% festgesetzt worden.
Zölle nnd Außenhandelsbestimmungen im Verkehr mit Obe>
Schlesien. Die Handelskammer zu Berlin hat eine systematische Zusamme
Btellung der diesbezüglichen Bestimmungen unter Berücksichtigung d
inzwischen von den Behörden erlassenen Ausfuhrbestimmungen anfertigt I
lassen, die zum Preise von JC 4 + 60 Pfg. Porto vom Verkehrsburei
der Handelskammer, Berlin C. 2, Kloateratr. 41, bezogen werden kann.
ei
1922. (58. Jahrgang.)
SPRECH&AAL — COBURG.
Hr. 33 — 373
Belgien. Verzollung tob Einfuhrwaren. Bei den seit Ende
vorigen Jahres zur Einführung gelangten Wertzöllen bestand bisher Un-
klarheit darüber, welche Grundsätze für die Bemessung der Höhe des Zoll-
wertes maßgebend waren. Der Deutsche Wirtschaftsdienst G. m. b. H.
ist jetzt in den Besitz einer Liste gelangt, aus der diejenigen Werte zu
ersehen sind, die znrzeit von der belgischen Zollbehörde als belgischer
Inlandspreis im Großhandel angesehen und den Wertschätzungen zugrunde
gelegt werden. Bemerkt wird, daß sich in der Praxis herausgestellt hat,
daß die in der betreffenden LiBte angeführten Werte zwar von den Zoll-
beamten in Ansatz gebracht werfen, daß jedoch angesichts der teilweise
zn hohen Wertfestsetzungen auf Reklamationen durch die belgischen
Empfänger vielfach Ermäßigungen gewährt worden sind.
Die Lage In Industrie und Handel.
Italien. Absatzmöglichkeiten für Glühbirnen. Zar Zeit besteht
wieder eine^eWafte Nachfrage nach Glühbirnen, die mit der durch die
Aenderung der Stromstärke (von 110 auf 160 Volt) bedingten Aaswechs-
lung der Glühkörper in Fabriken, Geschäftsunternehmen und Woh-
nungen zusammenhängt. Die Kleinverkaufspreise für gewöhnliche Birnen
betragen -gegenwärtig Lire 4,5 bis 5 (Marke Philips Lire 12 bis 13).
Die Einfuhr derartiger Artikel ist seit dem Jahre 1919 auf 10 Millionen
(Wert Lire 35 Mill.) und 1920 auf 13 Millionen Stück (Wert Lire 50 Mill.)
angewachsen, woran auch Oesterreich in bedeutendem Maßstabe beteiligt ist.
Sumatra. Geplante Errichtung einer deutschen Glasfabrik.
Nach einer Mftteilung der Sumatra-Post ist hierfür Asahan in Aussicht
genommen. Der von dem Deutschen Graetz verfolgte Plan wird von
Hugo Stinnes, Hamburg, sowie von anderer Seite in Amsterdam unter-
stützt. Die Firma Stinnes beschloß, einen ihrer eigenen Ingenieure zu
entsenden, um die Angelegenheit an Ort und Stelle zu untersuchen. _ Bei
positiven Ergebnissen wird Stinnes den Bau übernehmen, die Maschinen
und das Betriebskapital liefern, das eine halbe Million Gulden betragen soll
Geschäftliche Mitteilungen.
Deutsche Ton- and Steinzeugwerke, A.-G., Charlottenburg.
Die a. o. G.-Y. genehmigte den auf 50 Jahre abgeschlossenen Interessen-
gemeinschaftsvertrag mit der Deutschen Steinzeugwarenfabrik für Kanali-
sation und chemische Industrie, Friedrichsfeld. Der Vertrag wurde damit
begründet, daß den ungeheuer gestiegenen Unkosten entgegengearbeitet
werden müsse, da es sehr schwierig sei, durch Preiserhöhungen einen
Ausgleich zu erreichen. Die Gesellschaften versprechen sich u. a. Vorteile
durch FrachtersparniBse. Der Vertrag bezieht sich nur auf die Erzeug-
nisse der Grobkeramik, umfaßt also nicht die teilweise namhaften Beteili-
gungen der Deutschen Ton- und Steinzeugwerke. Neu in den Aufsichts-
rat wurden als Vertreter der Deutschen Steinzeugfabrik Friedrichsfeld ge-
wählt : Bankier M. Bonte und Prof . H Bonten.
Deutsche Steinzeugwarenfabrik für Kanalisation und chemische
Industrie, Friedrichsfeld (Baden). Die a. o. G.-V. gab dem lnter-
esBengemeinschaftsvertrag ebenfalls Zustimmung. In den Aufsichtsrat
worden gewählt Direktor F. Bonte, Bankier H. Arnhold und General-
direktor Jungeblut.
A.-G. Norddeutsche Steingutfabrik, Grohn. Die a. o. G.-V. ge-
nehmigte die vorgeschlagene Kapitalserhöhung um M ö Mill. 5% Vor-
zugsaktien, die von einer Tochtergesellschaft übernommen werden und
einfaches Stimmrecht erhalten. Ferner wurde die Ausgabe von Jb 6 Mill,,
ab 1. 4. 22 dividendenberechtigten Stammaktien beschlossen.
Dresdner Keramische Industrie, A.-G,, Dresden. Die a. o. G.-V.
beschloß die Ausgabe von JC 3,5 Mill. neuen Aktien, die zum Kurse von
130 °/0 den Aktionären im Verhältnis 2 : 1 zom Bezüge angeboten werden
sollen.
■ Becker & Sohn, A.-G., Bernsbach. Auszug aus dem genehmigten
Abschluß vom 31.12. 21: Beingewinn JC 537575; Verwendung nicht ver-
öffentlicht; Abschreibungen JC 170267.
Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, vormals Soessler,
Frankfurt a. M. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 31. 3. 22 :
ü Reingewinn M 39,13 (23,07) Mill. ; Dividende 30 (25)%; Abschreibungen
M 9,87 (4,64) Mill., hielvon entfallen M. 6,0 (3,0) Mill. auf Versuche;
Zuweisungen an Pensions- und Unterstützungskassen Jf 5,36 (5,27) Mill.
Dem Geschäftsbericht zufolge konnte die keramische Abteilung im ab-
0 gelaufenen Jahr ihren Umsatz an Farben und Edelmetallpräparaten im In-
1 und Ausland weiter ausdehnen. Das wichtigste Ereignis im Berichtsjahr
1; war der Abschluß der Interessengemeinschaft mit der Metallgesellschaft
Üi ind der Metallbank und der Metallurgischen Gesellschaft, A.-G. — In den
il: 1 AuMehtsrat wurden neugewählt Komm.-Bat H. von HochBtetter und als
1 1 Betriebsratsmitglieder A. Lied und Ad. Kirsch.
aiow is*' | • -p
•w General -Versamnüangen.>
■porzeÖamefiali, Porzellan- und Metällwaren-Fabriken, A.-G., Nürn-
berg: o. G.-V. 2C, 8. 22, 3 Uhr n., Künstlerhaus, Nürnberg T.-O.: u. a.
Kapitalser^öhung um bis zu JC 5,5 Mill. auf JC 10 M|U. '
\ „SteMgutfabrik Coldiiz. Colditz:, a. o. G.-V. 14. 9. 22, 4*/« Uhr
.» Hotel Hauff e, Laipzig. TT-O. ; Kapitalserhöhung um JC 3,84 Mill.
lamm- und JC 0,16 Mill. Vorzugsaktien auf Ji 8 Mill.
Vereinigte bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke, vorm. Schrenk
f* Co., A.-G., Neustadt a W. N.: a. o. G.-V. 5.9.22, 10 Uhr v., Ge-
schäftsräume, Neustadt a. W.-N. T.-O. : Kapitalserhöhuhg um M 0,65 Mill.
'Stamm- und M 0,5 Mill. Vorzugsaktien auf JC 7,15 Mill.
Messen und AnssteUinien^ 28**,
Das ungünstige Ergebnis der Internationalen Mustermesse in
;: Padua (1.— 15. 6. 22), die ihrem Charakter nach viel eher als eine Ge-
werbeauiatellung für Padua und Umgegend anzusprechen war, hat die
Kette der Mißerfolge, denen die meisten diesjährigen internationalen Früh-
en;
jahrsmessen im Auslande ausgesetzt waren, um ein weiteres Glied ver-
mehrt. Nachdem die finanzielle Vorbereitung bereits auf große Schwierig-
keiten gestoßen war, wurde die Veranstaltung selbst durch die herrschende
wirtschaftliche Krisis und die Nichtgewährung besonderer Einfuhrkon-
tingente seitens der Begieruug lähmend beeinflußt. Gegenüber 1700 Teil-
nehmern 1921 waren diesmal nur 325 Aussteller — darunter lediglich
24 Deutsche — vertreten. Der internationale Charakter war durch die
insgesamt 60 Aussteller aus dem Auslande in keiner Weise gewahrt.
Auch der Besucherkreis entsprach durchaus nicht den berechtigten Erwar-
tungen der Aussteller. Geschäfte wurden denn nur in geringer Anzahl
getätigt; die Absatzkrisis ließ keine Kauflust aufkommen.
Auf der 2. Internationalen Ausstellung Riga (11.— 25. 6. 22)
herrschte die deutsche Industrie in jeder Weise vor. Dies gilt nicht nur
hinsichtlich der ausgesprochenen deutschen Ausstellerfirmen, deren Zahl
178 (im Verjähr 275) betrug; vielmehr zeigte sich auch, daß fast sämt-
liche lettischen Firmen, die unter ihrem Namen ausgestellt hatten, ledig-
lich Zwischenglieder zwischen dem deutschen Erzeuger und dem Abnehmer
sind, sodaß etwa 300 deutsche Werke mit ihren Erzeugnissen vertreten
waren. Insgesamt hatten 583 Firmen ausgestellt. Bein geschäftlich be-
trachtet läßt sich der Erfolg der Ausstellung für das deutsche Erwerbs-
leben noch nicht übersehen.
m. Internationale Reichenberger Messe (12.— 20. 8. 22). Eine
Sehenswürdigkeit wird die Ausstellung feiner Kunstgläser bilden, die in
der Staatsfachschule für Glasindustrie in Haida hergestellt und im Nord-
böhmischen Gewerbemuseum in Beichenberg zur Schau gebracht werden.
Verbände.
Vollversammlung der Keramischen Fachgruppe Im Bereiche
der Deutschen Gewerbeschau in Komotau. Die am 26. und 27. 7. 22
abgehaltene Vollversammlung war von den Mitgliedsfirmen gut besucht
und wies auch eine rege Beteiligung seitens der Vertreter der Stadt-
gemeinde Komotau, des Ausschusses der Gewerbeschau und der Komotauer
Industrie auf. Den geschäftlichen Beratungen ging ein Begraßungsabend
voraus, bei welchem Herr Bürgermeister Storch die Versammlung im Namen
der l Stadtgemeinde Komotau und der Deutschen Gewerbesehau und Herr
Werksdirektor Doderer im Namen des Deutschen Hauptverbandes der
Industrie und der Komotauer Industrie begrüßte Den Vorsitz der Ver-
sammlung führte Herr Generaldirektor Victor Gottl. Die geschäftlichen
Beratungen fanden am 27. 7. im Hotel Scherber statt und führten zu einer
Beihe richtunggebender Beschlüsse für die Arbeiten der Fachgruppe. Nach
dem geschäftlichen Teile des Programms wurden in der Staatsgewerbe-
schule in Komotau zwei für die keramische Industrie bedeutungsvolle
Vorträge gehalten. Herr Ing. Ulrich Sauer, Augsburg, sprach in inter-
essanter Weise über das Transportwesen in keramischen Betrieben , und
veranschaulichte Beine Ausführungen durch Lichtbilder, Herr Staatsfach-
schuldirektor Ing. Anton Willert schilderte in interessanter Weise die
Entwicklung der Temperaturbestimmung in keramischen Brennöfen und
führte die einzelnen Meßinstrument* (Pyrometer) vor. Auch dieser Vortrag
fand lebhaftes Interesse bei den Zuhörern. Die eindrucksvoll verlaufene
Vollversammlung der Fachgruppe dürfte das Zusammengehörigkeitsgefühl
bei den Mitgliedsfirmen nicht unwesentlich gestärkt haben.
Preise für Glühlampen. Die im Zentralverband der deutschen
Elektrotechnik vertretenen Glühlampenfabriken änderten ihre Berechnungs-
formel wie folgt: „Die Berechnung erfolgt zu den am Tage der Lieferung
geltenden Preisen, Babatten, Teuerungszuschlägen und Bedingungen." Um
vielfachen Wünschen gerecht zu werden, wird an Stelle der bisherigen
Listenpreise und hohen Teuerungszuschläge für normale Metalldrahtlampen
5 — 50 HK. 20 — 260 V.-Birne hell ein einheitlicher Listenpreis von J6 40
(ausschließlich Steuer) festgesetzt. Die frachtliche Zusendung, einschließ-
lich Verpackung gemäß Abs. 3 der Lieferungsbedingungen könne von jetzt
ab erst bei Bestellungen im Bruttowerte von JC 2000, für Zwerglampen
im Nettowerte von Jt 1200 an übernommen werden. Alle bis zum 31. 7.
erteilten und angenommenen Aufträge werden, soweit die Lieferung bis
zum 31. 8. erfolgen kann, auf Grund der bis jetzt geltenden Berechnungs-
formel zu den bisherigen Preisen, Teuerungszuschlägen und Bedingungen
berechnet. Für die vom 31. 7. ab eingehenden Aufträge und für sämtliche
Lieferungen, die nach dem 1. 9. ausgeführt werden, gelten die neuen
Listenpreise und Lieferungsbedingungen.
Der Verband deutscher Herdfabrikanten, Hagen 1. W., hat die
Preisaufschläge von 370 auf 600% erhöht.
Büchersohan.
Der gegenwärtige Stand der „ Torf technih. Von Prof. Dr.
Keppeler, Hannover. Berlin 1922. Preis M 7,50. Zu beziehen durch die
Versuchsanstalt für techn. Moorverwertung a. d. Techn. Hochschule Hannover.
Die Schrift ist die Wiedergabe eines Vortrags, gehalten auf der
40. Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung der Moorkultur im
Deutschen Beiche. Der Verfasser streift darin kurz Produktion, Gewinnungs-
methoden, Entwässerung, Brikettierung, Verwertung, Vergasung usw. von
Torf, und zeigt, was erreicht und was noch zu erstreben ist. Sicher ist, daß
dem Torf in seinem Produktions- und, ^andgebifl erhöhte Beachtung ge-
schenkt werden muß, nachdem da seine Verwendung vorteilhafter ist als
die von Bohbraunkohlen. Die Schrift ist auch für den Fernstehenden ganz
interessant, weil sie kurz ein Bild des gegenwärtigen Standes der
Torftechnik gibt, die in kurzer Zeit sich ganz gut enwickelt hat.
Das Ende des Feuers. Ein phantastischer Zukunftsroman von
Franz Cervulus. Berlin SW 1922. Verlag F. Fontane & Co. sie
Es mag zur Abwechslung auf eine belletristische Neuerscheinung
hier hingewiesen werden, umsomehr als der Verfasser in den Kreisen un-
serer Industrien nicht unbekannt ist. Es handelt sich um eine abenteuer-
liche Erfindergeschichte, in der mit atemraubender Spannung die geniale
Entdeckung und Verwertung neuer Naturkräfte und die gewaltigen sozialen
und politischen Umwälzungen, die dadurch entstehen, geschildert werden.
Durch kühne und prophetische Gestaltung wissenschaftlicher Probleme er-
874 — Nr. 3«
SPRECH SAAL — 'COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
innert der Verfasser an Jales Verne, durch die packende Art seiner Dar-
stellung an die besten Detektiv- und Abenteuer-Romane. Das wärmeelek-
trische Problem wird in unterhaltender, aber auch belehrender Form be-
handelt, und namentlich dem Glase ist dabei die Bolle zugewiesen, die
Menschheit von der Kohlennot zu erlösen und vom Feuer unabhängig zu
machen nnd Deutschland zu einem neuen Aufstieg zu verhelfen.
Das Bach besticht durch die Kühnheit seiner Oedanken und durch
die originelle Art der Behandlung wissenschaftlicher Fragen. An Humor
fehlt es darin auch nicht, so daß der Roman dem Leser Stunden der Be-
lehrung und Erholung zugleich bietet, vielleicht auch manchen anregt, wenn
nicht gerade einem Phantom nachzujagen, aber doch seinem Werkstoff
mehr Beachtung und intensiveres Studium zu widmen.
Handbuch der rationellen Verwertung, Wiedergewinnung und
Verarbeitung von Abfallstoffen jeder Art. Von Dr. Theodor Koller.
Dritte, durch Louis Edgar Andel umgearbeitete und verbesserte Auflage.
Mit 39 Abbildungen. (Chem.-techn. Bibl., Bd. 61.) Wien und Leipzig
1921. A. Hartleb en's Verlag. Preis geh. Ji 72—.
In dritter Auflage erscheint das vorliegende Buch ; heute kommt ihm
aber eine erhöhte Bedeutung zu, nachdem die Verhältnisse seit dem Er-
scheinen der beiden ersten Auflagen sehr wesentlich sich geändert und die
allgemeine Wirtschaft gezwungen haben, aus Sparsamkeit auch Stoffe zu
verwerten, die fiüher als Abfall unbeachtet blieben. Ja, die Abfallver-
werl uDg ist heute ein Problem nnd ihr verdanken manche Industrien ihre
Entstehung. Abfälle sind Nebenprodukte geworden, aus dem frühe? Wert-
losen wurde Wertvolles, und der Krieg und der darauf folgende Frieden
haben das Ihre dazu beigetragen. (Wer dächte da nicht zuweilen schau-
dernd an den vielen „Ersatz"!) '
Die Schrift gibt einen interessanten Einblick in die Abfallverwertung,
umsomehr als sie die neueren Fortschritte und bewährten Verfahren be-
rücksichtigt. Man muß dabei allerdings oft staunen über die Findigkeit
mancher Menschen; andererseits erhält man anch allerei nützliche Anreg-
ung bezüglich der Verwendung bisher unbeachteter Abfälle und Neben-
produkte. Von diesem Gesichtspunkt aus dürfte das Buch manchen
befriedigen.,
Firmenregister.
Deutschland.
Thüringer Porzellan-Industrie, G. m. b. H., Beutelsdorf. Das Stamm-
kapital beträgt jetzt M 52 000.
Porzellanfabrik Kahla, Kahla. Vom Betriebsrat wurden Porzellan-
dreher F. Dietsch und Angestellter K. Hüsemann in den Aufsichtsrat ent-
sandt.
Porzellanfabrik Königszelt, Königszelt i. SchleB. Vom Betriebsrat
wurden Fakturist F. Zufall und Fabrikarbeiter P. Schmidt in den Auf-
sichtsrat entsandt.
Niedersachsenwerke, A.-G., Lamspringe. Max Winzer ist nicht
mehr Vorstandsmitglied. Die Prokura von Karl Baue ist erloschen.
Porzellanfabrik Thomas & Co., A.-G., München (Seidlstraße 7).
Grundkapital: Ji 3 Mill. Vorstandsmitglieder sind Keramiker Franz
J. Czech nnd Bergwerksbesitzer Karl Nüssel, Den ersten Aufsichtsrat
bilden: Ziviling. F. Boesenberg, Bankier K. Guth und Kaufmann A Thomas.
Elektro. Porzellanfabrik S. Bergmann jr. & Co., Nenhaus a. Rennweg.
Die Gesellschaft ist gelöscht, die Firma erloschen.
Porzellanfabrik Pausa Seyfarth & Gr oh, Pausa. Gesellschafter
Johann Albert ist ausgeschieden.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, A.-G., Volkstedt. Die Kapitals-
erhöhung am Ji 1 Mill. auf jt 9 Mill ist erfolgt.
J. W. Remy, Grenzhausen, Zweigniederlassung Saarbrücken 3.
Die Zweigniederlassung ist erloschen.
Erich Jähne, Photochemische Keramische Kunstwerkstätte, Keraphot,
Niederlößnitz (Friedrichstraße 12). Inhaber iat Fabrikdirektor Wilhelm
A. E. Jähne.
Ton- nnd Stein zeug- Werke W. Richter & Cie., A.-G., Bitter feld.
Vom Betriebsrat wurden G. Hille und als dessen Ersatzmann S. Schrecken-
berger in den Aufsichtsrat entsandt.
A.-G. Wiek- Werke, Vereinigte Fabriken Merkelbach & Wiek, Merkel-
bach, Stadelmann & Co., Grenzhausen. Die Kapitalserhöhung um
Jt 2,5 Mill. auf Ji 3 Mill. ist durchgeführt.
Marienberger Mosaikplattenfabrik, A.-G., Marienberg. Die Kapitals-
erhöhnng um Jt 0,75 Mill. auf JL 2,25 Mill. ist erfolgt.
Münchner Majolika-Manufaktur, G. m. b. H., München (Leopold-
Straße 107). Herstellung von Majoliken und Handel mit Keramiken aller
Art. Stemmkapital: Jt 180 000. Geschäftsführer ist Keramiker Otto
Eisele.
Münchner Majolika Manufaktur, G. m. b. H., Kommanditgesellschaft,
München (Leopoldstr. 107). Herstellung und Vertrieb keramischer Er-
zeugLisse. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die Münchner Majolika-
Manufaktur, G. m. b H, München. Ein Kommanditist ist beteiligt.
Dampfziegelei und Schamottefabrik, G. m. b. I., Flensburg. Die
Vertretungsbefugnis der Liquidatoren ist beendet, die Firma erloschen.
Verband Deutscher Keramischer Malereien, e. G. m. b. H , Bamberg.
Gegenstand des Unternehmens it>t die Förderung der gewerblichen Inter-
essen der Mitglieder insbesondere durch: a) Versorgung mit Weißware,
b) Festsetzung von Lieferungsbedingungen, c) Erzielung angemessener
PreiBe für die Erzeugnisse der keramischen Malereien, d) Regelung der
geschäftlichen Beziehungen zu den Weißwarelieferanten einerseits und
den Kunden andererseits, e) Stellungnahme und Schutzmaßnahmen gegen-
über außerhalb der Genossenschaft bestehenden keramischen Malereien,
f) Kreditschutz, g) Beschlüsse über da« Verhältnis zu den Arbeitern und
Angestellten. Haftsumme M 100 für jeden Geschäftsanteil. Vorstands-
mitglieder: Fabrikbesitzer K Grimm, 1. Vors , Geschäftsführer W. Koch,
2. Vors., Malereibesitzer W. Conradt, Stellv. des 1. Vors., Porzellanmalerei-
besitzer G. Puracker, Stell v. des 2. Vors., Forzellanmalereibesitzer
F. Weyrich, Beisitzer,
Rheinische Glashütten, A-G, Köln-Ehrenfeld. Vom Betriebsrat
wurden Glasmacher H. Auweiler and Schmied I. Geyer in den Aafsichts-
rat entsandt.
G. Müller, Poeschmann & Co , Döbern, N.-L, Vertretungsbefugt ist
nur noch Kaufmann Ernst Schneider gemeinsam mit dem Prokuristen
H. Roberth. Die Vertretungsbefugnis des Gesellschafters Gottlieb Küller
ist beendet.
Glashütten werke, G. m. b. H, Wilhelm Kralik & Co., Finkenheerd.
Gottlob Ritter von Kralik ist nicht mehr Geschäftsführer.
Deutsche Glas- und Spiegelfabriken, A.-G, Fürth. Die Kapitals-
erhöhung um Jt 3,8 Mill. Stamm- und Ji 0,6 Mill. Vorzugsaktien auf
Ji 11 Mill. ist durchgeführt.
Tafel-, Salin- und Spiegelglasfabriken, A.-G., Fürth. Als weiteres
Vorstandsmitglied wurde Dr. Otto Seeling bestellt.
Vereinigte Spiegelfabriken, A-G., Fürth. Vom Betriebsrat wurden
Beamter J. Neuhäuser und Maschinenarbeiter D. Bösl in den Aafsichtsrat
entsandt.
Glashütten werk Elisabethhütte Dr. Ernst Martin, G. m. b. H.,
Jamlitz. Stammkapital: M 500 000 Geschäftsführer sind Fabrikbesitzer
Werner Martin und Kaufmann Erich Boelcke.
Glashütte vormals Ge-r, Siegwart & Cie., A.-G., Stolberg, Rhld
Die Kapitalserhöhung um Jt 2 Mill. auf Jt 3,2 Mill. ist erfolgt.
Optische Werke Rüdersdorf, A.-G, Berlin (Tempelhof er Ufer 19).
Herstellung und Vertrieb von optischen Erzeugnissen jeglicher Art.
Grandkapital: Jt 5 Mill. Direktor Eduard Kühl ist aus dem Vorstand
ausgeschieden. Vorstandsmitglieder sind Direktor Franz Henke and
Mathematiker Hugo Hahn. Kurt Hacke und Franz Natebus haben Ge-
samtprokura.
A.-G. Hahn für Optik und Mechanik, Cassel. Die Kapitalserhöhung
um Ji 6 Mill. auf Jt 12 Mill, ist durchgeführt Vom Betriebsrat wurden
Dreher F. Müller und Buchhalter A. Büppel in den Aufsichtsrat entsandt.
Optische Schleiferei Deschka Jeschke & Co., Daschka bei Penzig, O.-L
Persönlich haftende Gesellschafter sind Landwirt Richard Neu, Glas-
BchleifermeiBter Arthur Jeschke und Kaufmann Robert Kahl. Vertretungs-
befugt sind nur A. Jeschke und R. Kahl, und zwar jeder selbständig.
Glasschleiferei und Glasbiegerei Nitzserie & Niese, Niederschlottwitz
Bez. Dresden. Persönlich haftende Gesellschafter sind Glasschleifer Emil
E. 0. Nitzsche und Kaufmann Emil W. Niese.
Thüringer Glaswarenfabrik, A.-G., Oberweißbach Herstellung und
Vertrieb von Gläswaren jeder Art, insbesondere Anfertigung von Isolier
Haschen nnd Beteiligung an ähnlichen Zwecken dienenden Betrieben und
Unternehmungen. Grundkapital: Jt 250000. Vorstand ist Kaufmann Dr
Emil Lehmann. Kaufmann Otto Bogendörfer hat Prokura. Aufsichtsrats
mitglieler sind Direktor P. Parucker, Justizrat H. Bogendörfer und Syn-
dikus Dr. W. Eichhorn.
Isolierflaschenfabrik Qaandel & Göpfert, G. m b. H., Pirna. Die
Gesellschaft ist aufgelöst. Etwaige Forderungea sind bei dem Liqaidatoi
Carl Galmert, Berlin NW., Kirchstraße 21, anzumelden.
Heintz, Kühn & Schrickel, G. m. b. H, Stützerbach, W.-A. Herstellung
und Vertrieb von Glaswaren jeder Art, insbesondere Anfertigung von
Isolierflaschen. Stammkapital: Ji 90000. Geschäftsführer sind die Fabri
kanten Ernst Heintz, Arthur Kühn and Arno Schrickel, von denen je zwei
gemeinsam vertretungsbefugt sind.
Karl Ernst Schrickel, Sttttzerbach, W.-A. Alleiniger Inhaber isl
Glasinstrnmentenfabrikant Karl E. Schrickel.
Fttrther Verein bayerischer Tafelglashütten, G. m. b. H., Fürth. Ai
Stelle des ausgeschiedenen Heinrich Kupfer wurde Fabrikdirektor Philipp
Weinstein als Geschäftsführer bestellt.
Westf. Stanz- und Emaillierwerke, A.-G., vorm. J. & H. Kerkmann
Ahlen. An Stelle des ausgeschiedenen Emil Wagner wut de Direktor Han
Kerkmann zum Vorstandsmitglied bestellt.
Linke-Hofmann-Lauchhammer, A.-G., Breslau. Die Direktoren Dr.-Ing
h. c. Adelf Wiecke, Friedrich Möller, Carl Leussing, Gustav Kiene, Heinric)
Koppenberg, Richard Lippmann wurden zu ordentlichen Vorstandsmit
gliedern, Direktor Fritz Ptihler zum Btellvertr. Vorstandsmitgliede bestellt
Dr. Hugo Solbrig hat 'Gesamtprokura.
Eisenwerke Gaggenau, A.-G., Gaggenau. Die Kapitalserhöhung un
Ji 12 Mill. Stamm- und Ji 0,5 Mill. Vorzugsaktien auf Jt 25 Mill. is
erfolgt.
Eisenhüttenwerk Marienhütte bei Kotzenau, A -G. (vorm. Schlittger
& Haase), Kotzenau. Generaldirektor Zöller ist auch bei Vorhandensein
mehrerer Vorstandsmitglieder selbständig vertretungsbefugt.
Bing- Werke, vorm. Gebrüder Bing, A.-G., Nürnberg. Generaldirektoi
Stephan Bing und Direktor Justin Schwarz Bind selbständig Vertretung»
befugt.
Schwan-Emaillierwerke and Metallwarenfabrik, G. m. b. H., Zwickau
Das Stammkapital ist um J 1 Mill. auf Jt 1,5 Mill. erhöht worden.
Alfred Teuber Nachfolger, Inhaber Johann Meybobm, Hirschberg
Haushaltungs-, Glas- und Porzellangeschäft. Inhaber ist Kaufmann Joham
Meybohm.
Schulz & Oschsner, Glas-, Porzellan- und Steinguthandlung, Krumm
hübel i. R. Persönlich haftende Gesellschafter sind die Kaufieute Frit:
Schulz und Karl Oechsner.
Killiach von Horn & Co., Leipzig (Zeitzer Str. 7). Export- un
Kommissionsgeschäft mit Warenhausartikeln, medizinischen GlaBwaren un
Instrumenten. Persönlich haftende Gesellschafter siud Karoline gen. Lin
gesch. Killisch von Horn und Dr. med. Carl A. Wittkugel.
Stegmann & Co., Metallwaren nnd Keramische Erzeugnisse, G in. b. H
Nürnberg (Mögeldorf er Str. 6) Herstellung und Vertrieb von keramische:
Erzeugnissen und Metallwaren aller Art. Stammkapital : Ji 100 000. Ge
schäftiführer ist Kaufmann Eduard Stegmann.
Weokotherm, A.-G., Schmiedefeld, Kr. Schleusingen. Der Sitz is
nach Frankfurt a. M. verlegt.
Glas-, Granit- und Syenitwerke (vormals Friedrich Hagelauer) lnl
Panl Fingas, Liegnitz. Inhaber ist Kaufmann Paul Fingas. Die Kani
leute Werner nnd Walter Fingas haben Einzelprokura. Verbin dlichkeitei
und Forderangen sind nicht übernommen worden.
J
ito. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - CÖßUftO.
Nr. 33 — 875
Aloys Josef Möller, Siershahn. Betrieb von Tongruben sowie Ver-
kauf und Handel mit Ton. Inhaber ist Kaufmann Aloys Müller.
Drewing-Brann, ö. m. b. H„ Waldhilsbach b. Heidelberg. Ge-
winnung und Verwertung von Ton, Herstellung von Tonwaren und feuer-
festen Produkten, Erwerb von weiteren Tonländereien und Beteiligung
an ähnlichen Unternehmungen sowie auch Fabrikation von chemisch-
technischen Produkten. Stammkapital: M 737 000. Geschäftsführer ist
Kaufmann Conrad Drewing.
Tonwerksverband m. b. H, Coblenz. Abschluß von Verträgen mit
firmen, welche Tongrubsn ausbeuten oder Ton vertreiben, mit anderen
deutschen 'Verhäfiden oder Körperschaften des TonbergbaueB, die gleiche
üder ähnliche Zwecke verfolgen, mit sonstigen Verbänden, Körperschaften
oder Einzelfirmen, Erwerb von Belohnungen und von Grundstücken, so-
Irie Handel mit Tob, wenn dies zur Bekämpfung der KonkurreKZ er-
forderlich ist. Stammkapital : Jl 20 000. Geschäftsführer ist Dr. Heinrich
Crome.
Ofen-Industrie-A..-G., Berlin (Schönhauser Allee 8). Herstellung von
and Handel in technischen Oefen aller Art, sowie Herstellung vollständiger
Anlagen mit Ofenbetrieb. Grundkapital: Ji 260 000. Vorstand ist Kauf-
mann Carl Boye. Den ersten Aufsichtsrat bilden: Direktor P. C. Pleiß,
Fabrikbesitzer 0. Asch, Justizrat Dr. F. W. Erlinghagen und Kaufmann
E. Puttfarcken.
Gla&maschinen-Induetrie, G. m. b. H., Berlin W 30. Baurat Schiller
hat sein Amt als Geschäftsführer niedergelegt und den Vorsitz im Auf-
bichtsrat übernommen. Die Firma ist geändert in : „Schiller-Glasmaschinen
Industrie, G. m. b. H." Die Prokura des zum Geschäftsführer ernannten
jDirektor Alfred Aftergat ist erloschen. Bud. E. Newman und E. Werner
laben Gesamtprokura.
Kachelofenbeizungs-Baugesellschaft m. b. H., Bochum. Bau von
Kamin- und Kachelöfen, sowie von Kachelofenluftheizungen Stamm-
kapital : M 100 000, Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer sind
Fabrikant Carl Bumpf und Ing. Albert Staubach
Johann Blaschek & Söhne, Fabrik und Bauausführung von Kachel-
ibeizanlagen, Bruchsal. Die Firma lautet jetzt: „Johann Blaschek Söhne,
Ofenfabrik, Bruchsal". Johann Blaschek ist ausgetreten.
Oesterreich.
Moosbrnnner Glasfabriks-A.-G., Wien. An Stelle des ausgeschiedenen
jDr. E. Frank und V. Ziegler wurden Dr. H. Freund und A Jessler in den
Verwaltungsrat berufen.
! Oberösterreichische Glasballon- und Flaschenfabrik, A.-G., Wien.
jUnter vorstehender Firma wurde in Wien eine Zweigniederlassung errichtet.
Hauptniederlassung in Eit bei Lambach.
Safier & Wallerstein, G. m. b. H., Wien. Die Firma lautet jetzt:
;Porzellan- und Metallwaren-Handelsgesellschaft m. b. H." Das Stamm-
jkapital beträgt jetzt: Kr. 500 000. An Stelle des ausgeschiedenen Josua
und Josef Saüer wurden die Kaufleute I. Balter, E. Neugröschel und
8. Alexandrowicz als Geschäftsführer bestellt.
Ernst WabliBS, A.-G., Wien. Handel mit keramischen Waren, Por-
zellan- und Steingutwaren sowie Glaswaren aller Art. Aktienkapital:
Kr. 40 Mill. Verwaltungsratsmitglieder sind: Direktor E. Aldor, General-
irat M. Cavaler de Anhauch, Dr. L. Bestermann, V. Brausewetter jan,
iätfl Bronner, Prof. J. Hertl, die Bankiers K. Kola und A. Kola, Direütor
8t. Kath, Hofrat A. Schmidt, Bankdirektor S Schwarz, Kommerzialrat
E. Wabliss, Bankdirektor A. Wechsberg und Gutsbesitzer P. Kinsky.
GlaBvertriebsgesellschaft Kachmann & Co.. Wien. Die Firma ist
»rloschen.
in,
m Tscbechoslowakien.
P. A. Wranitzky, Frainersdorf. Nunmehr fabriksmäßige Erzeugung
»4von Tonwaren. Jetziger Inhaber ist Paul Wranitzky.
„Bohemia", Karlsbader keramische Werke, A.-G., Karlsbad. Ver-
waltungsrat L. Popper ist ausgeschieden.
Briesener Ton- und Schtmottewerke, A-G. (Brezinske doly na hlinu
a samotärny, akc. spol.), Brünn. An Stelle des ausgeschiedenen G. Kux
(«wurden Ing. 0 Goldätain und log. A. Sklenät in den Verwaltangsrat he-
ilt rufen. Die Prokura von A. Kauba ist erloschen
Schamotte- und Tonwarenwetke Möcfel & Co., Chodau. Die Firma
lautet jetzt: „Schamotte- und Tonwarenwerke Josef Riedl." Ing. W. Möckl
ist ausgeschieden. Nunmehriger Inhaber ist Josef Riedl.
Glasfabrik Bilin, Engels & Cj. (Sklärna Biiinskä Engels a spol.),
Bilin. Leon Loupot und Charles Ziegler Bind als persönlich haftende Ge-
sellschafter eingetreten.
Karlsbader Glasindustriegesellschaft Ludwig Moser u. Söhne, Meier-
ten. Die Firma ist erloschen infolge Ueberganges des Betriebes an die
Karlsbader Glabindustriegesellschaft Ludwig Moser & Söhne A.-G.
Eduard Rtdlhammer & Söhne, öablonz. Glasfabrik und Erzeugung
s4von chemischen und keramischen Produkten Persönlich haftende Gesell-
schafter sind Eduard L. Redlhemmer, lug. Walter Redlhammer, Dipl.-Ing.
Eduard W. Redlhammer und Ing. Oskar Redlhammer. Jeder ist selbst-
iteatändig vertretungsbefugt.
Franz Stefezius & Co., Josefsthal,
niii! Eduard Stefezius ist ausgeschieden,
dl Glasbearbeitungswerke Breuer, Klaus & Werner, Reichenberg. Per-
jmjBönlich haftende Gesellschafter Bind Adolf Breuer, Rudolf Klaus und Franz
Werner. Jeder ist selbständig vertretungsbefugt.
Otto & Weidermann, keramische Erzeugnisse, Karlsbad. Die Firma
flautet jetzt: „E. Otto, Import Export- Kommission, Porzellan, Steingut".
Nunmehriger Inhaber ist Emil Otto.
Kaohna, akc. spol. Karlovarskeho kaolinoveiio prumyslu (Kaolina,
Karlsbader Kaolin-Industrie A.-G.), Karlsbad. Aktienkapital: Kc 6,6 Mill.
•Verwaltungsrat: 0. Dobrensky, F. Fuchs, Dr. A. Ries, A. Roth, G. Schwarz
und J. Weiser.
Zettlitzsr Kaölinförderanlage Kraul & Co., Zettlitz. Persönlich
haftende Gesellschafter sind Maiie Kraul, lug. Bruno Castelli, Ing. Robert
Payer und Dr. Theodor Seidel.
Glasschleiferei. Gesellschafter
Jugoslawien.
Slavenski tekstil Alois Beranek, Zagreb. Agentur- und Kommissions-
geschäft in Glas-, Porzellan- nnd Emailwaren. Inhaber ist Alois Beranek.
L. Rehor hat Prokura.
Patente.
Deutsches Reich.
Erteilungen.
364 941. 80 b, 12. Verfahren zur feinen Verteilung von Flußnaitteln
in keramischen Massen. Ludwig Wessel, A.-G. für Porzellan- und Steingut-
fabrikation, Bonn. 7. 8. 20.
354 948. 12 h, 2. Kassettenringofen, mit von oben bedienbaren
Kassetten. Franz Meiser u Karl Meiser, Nürnberg. 5. 12. 20.
355 036. 13 a, 26. Verfahren zur Herstellung einer feuerfesten Ver-
kleidung von Feuerbuchsrohrwäuden: Fritz Kramer, Schötmar, Lippe.
20. 7. 20.
365 098. 80 c, 5. Gaskanalofen mit Frischluftzuftthrung zu den
Gasdüsen, Peter Joseph Lengersdorff, Berlin, Knesebeckstr 46. 14. 1. 19.
.355 258. 36 b, 6. Kachelofen; Zus. z. Pat. 354483. August Ad amietz,
Hamburg, Borgfelder Str. 10. 9.12.17.
355 302. 12 m, 6 Verfahren zur Gewinnung von Tonerde durch
Umwandlung des Tonerdegehaltes eines Tonerde und Kieselsäure enthaltenden
Stoffes in lösliches Alkali-Aluminat und des Kieselsäuregehaltes in unlös-
liches Calciumsiiikat. Metallbank und Metallurgische Gesellschaft, A-G.,
Frankfurt a. M. 12 5 16.
365 312, 21 f, 40. Maschine zum Verschließen von spitzeulosen
Birnen elektrischer Glühlampen. International General Electric Company,
Inc., Schenectady, V. St. A. 7 7. 20. V. St. Amerika 24 4. 19.
356 394. 21c, 1. Isoliermaterialien mit Metallüberzügen von hoher
Leitfähigkeit. Feiten & Guilleauine, Carlswerk, A.-G., Köln-Mülheim,
27. 7. 20.
356 427. 37 f, 3. Säurebeständige Auskleidung für Türme, Behälter
Kamine, Rohre und dergl. Tonwerk Biebrich, A.-G., Schamottefabrik
Biebrich a. Rh. 27 3. 21.
355 443. 48 a, 2 Verfahren zum Ueberziehen von keramischen und
ähnlichen Waren mit einem festhaftenden metallischen ' Oeberzug. Quintin
Marino, London. 10.11.21. c
365 467. 76 c, 29. Verfahren zur Herstellung von Email-, Glas- und
Qaarzschichten auf Gegenständen ans Kohle oder kohlenStoff reichen Ver-
bindungen. Nicolaus Meurer, Berlin-Tempelhof, Kaiser-Korso 4. 23 8. 21.
355 484. 12 h, 2 Verfahren zur Herstellung von Formstücken aus
reinem Graphit. Dr. Emil Trutzer, München, Steinsdorfstr.13. 23. 11, 20.
355 544. 21c, 13. Hänge- und Abspannisolator mit Metallkappe
und kittloser Verbindung zwischen beiden. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal
& Co.. A-G., Selb in Bayern, 1.6. 19.
355 591. 32 b, 2. Verfahren zur Herstellung weißer getrübter Gläser,
Emails und Glasuren; Zas. z. Pat. 331 682. Eduard Rietz, Sao Paulo,
Brasilien. 10.5 19.
355 613. 30 b, 14. Auswechselbarer Borzellanzahn mit eingebranntem
Gewinderöhrchen und Schraubenbefestigung. Rudolf Rath, München, Lind-
wurmstraße 203. 25. 7. 18.
355 722. 80 c, 11. Schachtofen für pul verförmiges Gut, insbesondere
für Gips. Andre Paul Edouard Bourdet, Paris. 1. 7 21.
355 881. 31c, 1. Verfahren zur Herstellung von Formsand. Fritz
Kripke, Chemische Fabrik, G. m. b. H , Neukölln. 29 6. 21
356 883. 32 a, 27. Verfahren zum Zusammenschmelzen der Glasteile
von Glühlampenkolben und anderen Glaskörpern mit Hilfe eines löslichen
Flusses. Leopoldo Sanchez Vello, Barcelona, Spanien. 4. 5. 19. Spanien
22.1.19.
355 982. 30 b, 14. Verfahren zur Herstellung von Hohlräumen in
künstlichen Mineralzähnen mittels Kerne. Frankfurter Dental -Werke
Schulz, Nicklas & Co., Frankfurt a. M, 13. 10. 20.
355 997. 21 c, 13. An festen Stützen anzubringender Hängeisolator ;
Zus. z. Pat. 344 396. Elektrotechnische Industrie, G. m. b. H., Duisburg-
Wanheimerort. 7. 10. 19. 1 l
355 998. 21c, 13. Hängeisolatoren-Kette; Zus. z. Pat. 352 916.
Siemens- Schuckertwerke, G. m b H,, Siemensstadt bei Bsrlin,: % 1;.;20. ;
356 004. 36 a, 13. Ofen aus Bich selbst verankernden Kacheln.
Kurt Reiche, Stettin, Linsingenstraße 19. 2.3.20. .« {
356 037. 80 c, 5. Ofenanlage zum Brennen feuerfester, besonders
kalkgebundener Steine (Silika, Dinas); Zus. z Pat. 347 672'. ' Dr.-Ing.
Heinrich Koppere, Essen, Ruhr, Moltkestr. 29 6. 7. 21. }
356 129. 36 a, 13. Als Zwischenlage dienender Döppelrahmen für
Kachelöfen. Robert Könnecke, Brannschweig, Bültenweg 59.^6.2.20.
356 299. 21 c, 15. Kittloser Isolator. Societä Ceramica Richard-
Gineri, Mailand. 16 11. 16
356 381. 57 b, 15. Verfahren zur photographischen Herstellung von
Mustern auf Glas, Porzellan und dergl. Johannes Sobawa, Brieg, Schi.,
Bismarckstraße 7. 16 7.21. "
356 476. 67 a, 19. Vorrichtung zum Anschleifen zweier im Winkel
zueinander liegender Facetten an ovale Brillengläser durchgebogener Form
(Menisken). Otto Schwarz, Charlottenburg, Stuttgarter Platz 10 ä.
4.3.19.
356 489. 80 b, 7. Verfahren zur Herstellung von Kunstmeerschanm ;
Zus. z. Pat. 340 533. Paul Deußing, Ruhla i. Th. 24. 9. 21.
356 491. 80 d, 1. Verfahren zur Herstellung von Schneide- oder
Trennscheiben nnd Schneide- oder Trennscheibe zum Schneiden von Glas
oder ähnlichem harten Material. Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-G.,
Berlin-Friedenau. 4. 3. 20,
356 603. la, 25. Verfahren zur Reinigung von Erzen, insbesondere
von Graphit. Elektro-Oamose, A -G. (Graf Schwerin Gesellschaft), Berlin.
22 7. 19.
356 513. 21 c, 14. Gestürzte Stützisolatoren. Dr-Ing. A. Schwaiger,
Karlsruhe, Eisenlohrstraße 39. 10.8.20.
356 523. 30 b, 14. Künstlicher Zahn Otto Wiemer, Charlottenburg,
GrolmanatraUe 17. 16. 11. 21.
37« — Nr. 33
SPRECHSAAL- COBURG.
1922. (Bl. Jahrgang.)
35*526. 32 a, 31. Verschmelzvorrichtung für Gläser. Maarice Matby,
Flemalle-Grande, Belgien. 11 6 18 .
356 580. 77 g, 6. Trinkglas. Moritz Schmidt, Bautzen, Kauer-
straße 11. 18 h 21.
356 622. 24 k, 3. Heizrohr mit Einbau aus feuerfester MaBse. Otto
Hartmann, Friedenstr. 59, Carl Hartmann, Oestliche Karl-Friedrich-Str. 30,
und Adolf Wachsmann, Gartenstr. 9, Pforzheim. 13 11. 20
356 623 24k, 4. Einbau aus feuerfestem Stoff zwischen Heizrohre.
Dipl.-Ing. Alfred Walter, München, Ohmstr. 5. 26. 10 20.
356 639. 30 k, 4. Flasche. Dr. Gerhard Madaus, Bonn, Simrock-
straße 20 19. 6. 21.
Beschreibungen.
Yerfahren zur Herstellung möglichst schlierenfreien optischen
Glases. Eine fertige Schmelze optischen Glases wird im Verhältnis zu
ihrer Masse großer Oberfläche von einem die Durchmischung bis zu
möglichst vollständiger Beseitigung der Schlieren ermöglichenden Flüssig-
keitsgrade so rasch und bis zu solchem Zähigkeitsgrade abgekühlt, daß
eine Entmischung möglichst verhindert wird. 32 a, 5. Nr. 300 095.
2. 9. 15. Josef Desenberg, Berlin-Friedenau.
Yerfahren zur Herstellung möglichst schlierenfreien optischen
GlaseB nach Patent 300 095. Das schlierenfrei gemachte flüssige Glas
wird im Verhältnis zu seiner Masse großer Oberfläche durch Gase, Flüssig-
keiten oder feste Stoffe so schroff und bis zu solch niedriger Temperatur
hinab abgekühlt, daß es unter völliger Erstarrung zerspringt, worauf die
Bruchstücke, wie üblich weiter verarbeitet werden, nötigenfalls unter
Wiedervereinigung zu kleiner Bruchstücke auf an sich bekannte Weise
im plastischen Zustande. 32 a, 5. Nr. 302 571. 15. 9. 15. (Zusatz zum
Patent 300 095). Josef Desenberg, Berlin-Friedenau.
Verfahren zur Herstellung möglichst schlierenfreien optischen
Glases nachdem Verfahren gemäß Patent 300 095. Die entschlierte Glas-
schmelze wiri»aufl dem Schmelz- oder Vorratsbehälter in Formen gegossen,
in welchen sie infoige der geringeren Masse und verhältnismäßig größeren
Oberfläche s6'iwrwäi und bis zu solchem Zähigkeitsgrade abkühlt, daß eine
Entmischung Täglichst verhindert wird. 32 a, 5. Nr. 303 263. 15. 9. 15.
(Zusatz zum Patent 300 095)* Josef Desenberg, Btrlin-Friedenau.
1 Verfahren zur HersteUung möglichst schlierenfreien
optischen Glases gemäß Patent 300 095. Von der fertigen Schmelze, die
einen die Durchmischung bis zu möglichst vollständiger Beseitigung der
Schlieren ermöglichenden Flüssigkeitsgrad hat, wird ein Teil, von im
Verhältnis zu seiner Masse großer Oberfläche, in der Hauptmasse der
Schmelze unter möglichst geringer Bewegung und Mischung so abge-
grenzt, daß er gegen Wärmezufuhr von der Hauptmasse durch Zuleitung
der Wärme oder Vermischung der Massen ausreichend geschützt ist,
worauf man dieserr-Ttil so rasch und bis zu solchem Zähigkeitsgrade ab-
kühlt, daß die SMierenbildung möglichst verhindert wird
2. Ausführttigsform des Verfahrens gemäß Anspruch 1. Der abge-
grenzte Teil wird nach einiger Abkühlung und Verfestigung aus der
Schmelze entnommen und rasch zu Ende gekühlt. 32 a, 5. Nr. 303 264
22. 12. 15. (Zusatz zum Patent 300 095). Josef Desenberg, Berlin-
Friedenau.
1 Verfahren zur Herstellung möglichst schÜerenfreien
optischen Glases gemäß Patent 300 095 . Die Abkühlung der Glasschmelze
wird bei im Verhältnis zur Masse großer 'Oberfläche und dem die Durch-
mischung bis zu möglichst vollständiger Beseitigung der Schlieren er-
möglichenden Flüssigkeitsgrade nach möglichst vollständiger Durch-
mischung und Eutächlierung, aber ohne das Verschwinden der Gasblasen
aus dem unmittelbar abzukühlenden Teile der Schmelze abzuwarten, be-
sonnen _ , V
2. Verfahren zur Herstellung möglichst schlierenfreien optischen
Glases gemäß Patent 300 095. Die Glasschmelze wird bei dem die Durch-
mischung bis zu möglichst vollständiger Beseitigung der Schlieren er-
möglichenden Flüssigkeitsgrade durch darin erzengte aufsteigende Gas-
blasenströme bis zur endgültigen Entschlierung umgerührt und darauf
bei großer Oberfläche so rasch und bis zu solchem Zähigkeitsgrade ab-
gekühlt, daß eine Entmischung möglichst verhindert wird. 32 a, 5.
Nr. 303 993. 27. 7. 16. (Zusatz zum Patent 300 095). Josef Desenberg
Berlin-Friedenau.
1. Verfahren zur Herstellung möglichst schlierenfreien
optischen Glases, bei welchem zwecks ununterbrochenen Arbeitsgarges
die Schmelze in ein Bührgefäß ständig zufließt und ebenfalls ständig in
dem Gefäß bis zur Entnahme zwecks Abkühlung bei verhältnismäßig
großer Oberfläche mit Bührern gemischt wird, gemäß Anspruch 3 des
Patentes 300 095. Die Bearbeitung des Glases mit Bührern und bis zur
Entnahme zwecks Abkühlung bei verhältnismäßig großer Oberfläche wird
in mehreren hintereinandergeschalteten, von der Schmelze durchflossenen
Behältern vorgenommen.
2. Ausfuhrungsform des Verfahrens gemäß Anspruch 1. Als Btthrer
in der GlaBmasse werden aufsteigende Gaublasenströme an solohen Punkten
der Schmelze erzeugt, wtlche Querreihen in der Strömung der Schmelze
durch das Bührgefäß bilden, 32 a, 5. Nr. 306 308. 17. 2. 17. (Zusatz
zum Patent 300 095). Josef Desenberg, Berlin-Friedenau. t«< tv
Maschine zum Schleifen ton Winkelkantenflächen au unrunde
Brillengläser. Der Anschliff wird durch eine ebene, mit einem Anschlag zu-
sammenwirkende LeitBcheibe begrenzt, die auf der Werkstückwelle ange-
ordnet ist, und diese Welle ist um eine Achse schwenkbar, von der sie
senkrecht geschnitten und die Achse des Schleifsteins senkrecht gekreuzt
wird Der Anschlag ist um eine AchBe schwingbar, die, der Schwenkachse
der Werkattickwelle parallel und zu ihr einstellbar, in der Ebene durch
diese Schwenkachse und den Berührungspunkt der Winkelkante mit der
Schleiffläche liegt. Die Leitscheibe ist auf der Werksttickwelle litngaver-
schieblich, und sie und der Anschlag greifeh einander seitlich um, so daß
die MitteleWhe der Leitacheibe bei der Drehung der Werkstückwelle stets
einen unveränderlichen Abstand von der Schwingachse des Anschlags hat.
67 a, 18. J^r. 849 640. 7. 4 18. Carl Zeiß, Jena.
Verfahren zur Gewinnung von Feldspat durch Umarbeitung
von weniger gut gestellten feldspatähnlichen Gesteinen zu normalen, den
nordischen (Mehl) gleichwertigen Feldspaten. Anormale Feldspatgesteine
werden durch Trocknen, Abschrecken, Zerkleinern und Mahlen behandelt,
und das Mehl wird hauptsächlich durch Verminderung der Kieselsäure
(Quarz) auf einem Windsichter in den Zustand guten nordischen Feldspat-
mehles übergeführt. 80 b, 12. Nr. 349 781. 10.3.21. Beinhold Froelich,
Meißen i. Sa.
Verfahren zur Herstellung von feuerbeständigen Glimmer-
platten. Man vermahlt Glimmerabfälle und läßt auf diese Kieselsäurehydrat
mit Boviel Alkali und GaO einwirken, als zur Bindung der Kieselsäure
gerade ausreicht, formt das Gemisch zu Platten und erhitzt bis zum
Schmelzen des Silikats. 21 c, 9. Nr. 349 849 . 6. 11. 20. Paul Kertesz,
Budapest.
Kammerringofen zum Brennen von keramischen Waren, Kalk,
Dolomit u. dgl., gekennzeichnet durch die vereinigte Anwendung folgender
an sich bekannter Merkmale : a) Ueberleituigskanäle von d«r"Oftadecke der
einen zur Sohle der nächsten Kammer für die Kühlluft; b) '.ftutthtötts-
öffnung von der Sohle der einen zur Sohle der nächsten Karagner für die
Bauch gase, c) Sandkanäle zum Schließen der Durchtrittsöffnungen mit
Sand. 80 c, 1. Nr. 349 951. 22.8. 19. Dr-Ing. Heinrich Koppers, Essen,
Ruhr.
Kammerringofen mit überschlagender Flamme und in den
Kammertrennwänden angeordneten Gaserzeugern, bei denen die Luft bzw.
das Gemenge von Luft und Verbrennungsgasen teils durch: «Jen Bost, teils
an der Gaserzeugerwand entlang geführt wird. Zwischen den Gaserzeugern
liegen Luftkanäle, die oben durch schräge Leitwände abgeschlossen sind,
welche die von unten eintretende, an der Gaserzeugerwand entlang-
streichende Luft zu den über den Gaserzeugern liegenden Flammenaus-
trittsöffnungen hinleiten. 80 c, 1. Nr. 349952. 22.4.20. Aloysius Wü-
helmus Franciscus Weyers, Tilburg, Niederlande.
Selbsttätige Keibradspindelpresse znr Herstellung von Fliesen
o. dgl. Sowohl die Verschiebung der Reibscheibenachse erfolgt selbsttätig
und in Uebereinstimmung mit der durch die verschiedene Einschaltung
des Schwungrades bewirkten Pressung, als auch der Antrieb und die Hin-
und Rückbewegung der Fttllvorrichtung, sowie die Betätigung an sich be-
kannter Bremseinriohtungen für das Schwungrad, ferner die AuSBtoßvor-
richtungen für den Preßling von einer gemeinschaftlichen Maschinenan-
triebshaüptwelle. 80 a, 12. Nr. 349 966. 24. 4. 15. Hans Meißner,
Bremen.
Verfahren und Vorrichtung zum Pressen von künstlichen Zähnen.
Die Zahnfüllmasse wird von außen nach innen in die Zahnform durch Ein-
führungskanäle eingepreßt. 30 b, 14. Nr. 349981. 22.6.21. Frankfurter
Dental-Werke Schulz, Nicklas & Co., Frankfurt a. M.
Vorrichtung zum Beschneiden von Glastafeln mit einem über
dem Schneidetisch angebrachten Querträger für eine Vielzahl von verstell-
baren Glasschneidern. Sie ist gekennzeichnet durch ein in einer Oeffnung
der Tischplatte und bündig damit angebrachtes, die Glastafeln aufneh-
mendes und unter den Glasschneidern hinweg bewegendes Förderband in
Verbindung mit am Rande der Oelnung angebrachten Sttitzleisten für die
Ränder des Förderbandes. 32 a, 33. 349 985. 9. 3. 20. Empire Machine
Company, Pittsbnrgh, V. St. A.
Graduier- und Schreibdruckapparat für Thermometerskalen.
Die die Druckstempel tragenden Gradleisten führen sich in Rillen einer
Teilschnecke derart, daß zur Herstellung von Skalen mit verschiedener
Teilatrichweite durch Drehen der Teilschnecke der AbBtand der Grad-
leisten und Druckstempel voneinander je nach Bedarf geregelt werden
kann. 42 i, 1. Nr. 350 066. 23.6. 20. Max Schilling, Manebach, Thür.
Gaskanalofen zum Brennen keramischer Waren u. dgl. mit über-
schlagender Flamme und Vorwärmung der Verbrennungsluft in Kanälen
der Ofendecke. Die Verbrennungsluft tritt durch einen in der Ofendecke
angeordneten, mit regelbaren Eintrittsöffnungen versehenen Außenkanal in
im Brennkanalgewölbe liegende Längsbanäle über, von denen Abzweigungen
in den Ofenwänden zu einem gemeinsamen unteren Sammelkanal führen,
der mit den Gaszuführungskanälen des Brennraumes in Verbindung Bteht.
80 c, 5. Nr. 350 143. 10. 7. 20. Anti Dahl, Deutsch Lissa, Bez. Breslau.
Selbsttätige Glasblasemaschine, bei welcher ein Kttlbel vorge-
blasen und nach Beseitigung der Vprform nebst Soden im Hang auf die
Länge des fertigen GJaBgegenstandes gestreckt wird. Sie besitzt eine
einstellbare Einrichtung, durch welche nach Beseitigung der Vorform das
Külbel von der Kopfform und Bodenform unterstützt und an der Streckung
verhindert wird, bis sich der Wärmeunterschied der äußeren und inneren
Külbelsohichten nach Bedarf ausgeglichen hat. 32 a, 12aii Nr. 350 261.
19. 8. 17. Arthur Wilzin, St. Ouen b. Paris.
1. Verfahren zum Emaillieren im Emaillierofem nrik endloser För-
derbahn für das Gut. Das zu emaillierende Gut wird« airf 5 Spitzen von
Fingern auf Trägern ruhend, durch die Emaillierkammer! bewegt, andern
die Träger an Wägelchen befestigt; sind, welche auf einen! hörizoBteien
Schienenweg laufen, wobei das in der Kammer zur Entzündung gebrachte
Gemisch von Gas and Druckluft das Gut gleichmäßig inneft uÄd außen
umspült. i'c a^»4«*to,W»i »no wa,. *■ * j
2. Ofen zur Ausführung des VesfahrenB gemäß Anspruchs*.? Dieser»
hat von feuerbeständigen Hohlsteinen gebildete Kanäle und geeignete»:
durch Ventile kontrollierte Leitungen und Hilfsleitungen, darcu welche
die Luft unter Druck und das Gas der Emaillierkammer , zur Entzündung
zugeführt wird, weiter mit Zungen versehene Flanschen an der Decke bzw.
Vorbprünge am Boden der Kammer^ durch welche die Flamme gezwungen
wird, an einer Wölbung entlangzustreiehen, bo daß die zu emaillierenden
Gegenstände ungleichmäßig innen sowohl wie an dendfcnßenseite unwpielt
werden. 48», 4. Nr.^50 365. 12.5.15. Charles Bickmeier, Daniel
Aloysius Ltston und Rdberfr Herman Engelhardt, Bellaire, Onio, V. bt. Af
Verfahren zum Mustern vbjn Glas durch Untertauchen in Aetz-
säure unter Abdeckung der nicht zu ätzenden Stellen mit einer ^nuni.
decke. Die nicht zu ätzenden Stellen werden mit einem auf den Glas
1922. (55. Jahrgang.)!
SPRECHSAAL-COBURO.
Nr. 33 — 377
gegenständ aufgeschobenen Gummiring abgedeckt. 32 b, 6. Nr. 350389.
6. 3 19. Anton Schlüge], Berlin.
Emaille zur Bekleidung der schädlichen Flächen von Kolben-
dempfmaschinen. Sie enthält entweder keine Alkalien oder nnr in dem
Maße, als solche durch Zusatz von Feldspat und Kryolith eingeführt werden.
48 e, 1. Nr. 360770. 27. 10. 20. Heinrich Willmer, Mülheim, Rohr-Broich.
Maschine zum Schleifen der Bänder von Porzellantassen u. ig].,
bei der die Tassen in Umdrehung versetzt werden und die Schleifwerkzeuge
auf dem Tassenrand eine Wälz- und Torschubbewegung ausfuhren. Die
Halter der Schleifwerkzeuge werden von einem auf der Mitnehmerspindel
für die Tassen auf und ab bewegten Querhanpt in senkrechter und wag-
rechter Richtung einstellbar getragen, nnd die Schleifwerkzeuge selbst sind
als feder- oder gewichtsbelastete Hebel ausgebildet, deren Drehachsen
neben dem Tassenrand liegen. 67 a, 17. Nr. 350855 26. 10. 20. Robert
Bosch Akt.- Ges., Stuttgart, Adolf Krauß, Cannstatt nnd Karl Krauß,
Stuttgart.
Verfahren znr künstlichen Kaolinisierung der Muttergesteine
des Rohkaolins. Eisen-, kalk-, magnesia-, glimmerfreie Urgesteine des
Kaolins werden aus der Klasse der feldspathaltigen Gesteine durch Trock-
nung, Zerfall und mechanische Aufbereitung und Windsichtung in reine
Tonsubstänz, Quarz, Feldspat nnd andere Nebenbestandteile zerlegt. 80 b,
12. Nr. 360 918. 22. 10. 20. Beinhold Froelich, Meißen i. Sa.
am
in»!)
Fr a gekästen des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fragekaetensi
1. I>er Fragekasten dient dazu, technische und andere für unseren Leserkreis wissenswerte Fräsen nnd Fabrikationsfehler
offen an erörtern, ferner Hilfsmittel. Materialien, Maschinen und Werkzeuge fttr unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sich Bezugs-
quellen Im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
». Die direkte Termlttelung des An- oder Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. nnd die Woltergabe von Angeboten
oder Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
8. Die Namen der Fragesteller werden na«h keiner Welse hin genannt, anonyme Zuschriften jedoch nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nnr In die zweite auf die Frage folgende Nummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
können nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Die Redaktion bebalt sieh vor, ohne Angabe von «runden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen; für brauchbare
Beantwortungen technischer Fragen gewahrt sie ein angemessenes Zellenhonorar. Eine zlvilrechtliehe Haftpflicht übernimmt die
Redaktion nleht.
Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
108. Wir bitten um einen guten Versatz für Kapseln, die auch in
Oefen mit direkter Feuerung mindestens 4 — 5 Mal verwendet werden können.
Wir verwenden zur Zeit den teueren Lieskauer Steingution und Tirschen-
reuther Käpselerde, haben aber sehr schlechte Ergebnisse, obwohl dieselben
bei gleichem Versatz vorher wesentlich besser waren. Unsere Kapseln
lassen sich jetzt nach dem zweiten Brande gewöhnlich schon gar nicht mehr
verwenden und sind außerordentlich brüchig.
Erste Antwort: Die schlechten Ergebnisse bei Ihrem Kapsel-
material liegen einesteils an den Schwankungen des Sandgehaltes des
, Lieskauer Tons, andcrnteils daran, daß die Mischung mit Tirschenreuther
Kapselerde überhaupt eine schlechte Kapsel ergibt, wenn nicht noch ein
Blauton, wie z. B. der Altenburger eingeführt wird. Am besten wird der
Lieskauer Ton, der als Hallescher Ton gehandelt wird, allein mit
Schamotte verwendet. Es ist nur dem schwankenden Sandgehalt beim
Versatz mit Schamotte Rechnung zn tragen und deshalb von Vorteil, wenn
man ein großes Lager unterhält, um die Schwankungen auch in dieser
Weise etwas auszugleichen. Ferner hat man bei einem großen Tonlager
immer trockenen Ton, was wieder eine gute Sumpfung gewährleistet. Ist
diesem Faktor Rechnung getragen, dann spielt weiter die Schamottekörnung
eine große Bolle. Das gröbste Korn darf nur aus einem Sieb von 6 qmm
stammen, nnd man verwendet zum groben Versatz l/s grobes, 1 s mittleres
und 7s feines Korn, während das Mehl ausgeschlossen bleibt. Der
trockene Ton soll möglichst fein vorgemahlen sein und die Anzahl
der Sumpfe ist so zu bemessen, daß das Sumpfen 48 Stunden dauern
kann. Gesumpft wird am besten bei schichtenweiser Lagerung von Ton
und Schamotte, und zwar wird jede Schicht einzeln bewässert. Fttr Dreh-
masse verwendet man 55% Ton und 46% Schamotte, für Freßmasse
46 % Ton und 66 % Schamotte. Es ist auch ganz besonders darauf zu
achten, daß nicht übermäßig weich eingedreht wird. Ferner müssen die
Kapseln auf den Platten weiß trocken werden, bevor sie in Verwendung
kommen; im umgekehrten Fälle verursacht schon dieser Fehler allein
60% Ausfall.
Zweite Antwort: Wenn man Ihre Frage liest, empfindet man
direkt, daß Sie bis jetzt auf Ihre Kapselfabrikation wenig Wert gelegt
haben, nun aber durch den vielen Bruch, der auf die Rentabilität des
Betriebes wirkt, gezwungen sind, den Gegenstand näher ins Auge zu
fassen. In den bekannten Analysen-Tabellen ist weder der Lieskauer
Steingutton noch die Tirschenreuther Kapselerde aufgezeichnet ; ich nehme
aber an, daß aus beiden Materialien bei zweckmäßiger Behandlung gute
Kapseln sich herstellen lassen. Eigentümlich ist, daß Sie keine Angaben
darüber machen, wie Sie Ihre Kapselmasse bis jetzt hergestellt und wie
Sie die Kapseln geformt, getrocknet, geglüht und im 1. Glattbrand behan-
delt haben« Haben Sie denn auch eines dieser beiden Materialien zu
'Schamotte scharf gebrannt oder haben Sie nur Kapselscherben gemahlen
und diese Schamotte als Magerung den mehr oder weniger fetten Tonen
in ungenügenden Mengen zugesetzt? Um allen, an eine gnte Kapsel zu
i stellenden Anforderungen gerecht zu werden, muß folgendes beachtet
werden : 1. Zu > Schamotte soll nur hochbasisches Material verwendet
i werden; 2. Der in Frage kommende Bindeton soll möglichst plastisch sein,
. um Schamotte bis zu 2/s des Versatzes einfuhren zu können, ohne daß
dadurch die Widerstandsfähigkeit gegen Druck und Stoß leidet. Diese
sind die beiden Hauptbedingungen, doch spielen auch noch andere Funkte
eine große Rolle. Die Aufbereitung der Masse hat folgendermaßen zu ge-
schehen. Die nach Raum- oder Gewichtsteilen abgemessenen Mengen
bringe man schichtenweise übereinander, befeuchte jede Lage gründlich
und überlasse das Gemisch 8 Tage sich selbst, d. h. man lasse es sumpfen.
Von wesentlicher Bedeutung ist, daß der Fetton völlig trocken znr Ver-
wendung kommt, denn zähe Tone durchweichen nie völlig und werden
im Tonschneider nur zu kleinen Klumpchen zerdrückt, die dann in Kapseln
schon beim ersten Verglühen Risse hervorrufen, weil die Schwindang der
Tonteilchen wesentlich «»größer ist, alsi die der übrigen Kapselm asse. Eine
solche Kapsel ist unbrauchbar ehe sie in den Glattofen kommt. Schamotte
ist in Körnungen von 1ja— 4 mm Siebweite zuzugeben, feinstes Mehl aber
auszuscheiden, weil es in Massen leicht Nester bildet und dadurch die
Sissebildung begünstigt. Ist das Gemisch gründlich durchweicht, sticht
man den Haufen senkrecht ab und übergibt die Masse dem Tonschneider.
Nach einem zweimaligen Passieren desselben lagert man die fertige Masse
noch etwa 10 Tage im Keller. Eine Kapselmasse soll immer etwas hart
verformt werden, weil weiche Massen viel Wasser zu verdunsten haben
und dann brüchig werden. Die gedrehten, gepreßten oder geformten
Kapseliniasse man auf ebenen Gipsplatten unter mehrmaligem Stürzen gut
durchtrocknen und gibt sie dann in den Glüh- oder Kapselofen. Nach
dem Verglühen können die neuen Kapseln im Glattofen Verwendung
finden; es ist aber für den ersten Glattbrand einer Kapsel von Vorteil, sie
nur mäßig zu belasten, weshalb man sie nahe an dem Gewölbe verwendet.
Dritte Antwort: Nachstehende Versätze eignen sich für
Ihren Zweck:
L Ton von Löthain . 40 Gew.-T.
Rohkaolin . . 10 „
Schamotte, mittel . . . 35 „
Schamotte, grob 15 „
II. Löthain-Meißner Ton, fett , 30 Gew.-T.
Wiesauer Ton ........... 15 „
, Schamotte, mittleres Korn . . . . . . 35 m
Rohkaolin 20 „
Es ist besonders darauf zu achten, daß der Scaamottezusatz gut
gesiebt beigegeben wird und das Schamottemehl nicht in den Versatz
gelangt. Die Haltbarkeit der Kapseln wird erhöht, wenn beim Trocknen
und Vorbrennen derselben vorsichtig verfahren wird.
Vierte Antwort: Am Lieskauer Ton und an der Tirschen-
reuther Kapselerde ist nichts einzuwenden. Wenn Sie Tirschenreuther
Kapselerde verwenden, müssen Sie auch etwas Wildsteiner Ton zugeben,
der gibt der Kapsel die Bindung und macht sie fest. Sie dürfen aber
ja nicht zu viel nehmen, weil der Ton sehr alkalireich ist und die Böden
würden sich bei zu viel seuken. Sie müssen zwei Proben machen, eine
mit viel, die andere mit wenig Wildsteiner Ton. Die goldene Mitte
werden Sie dann finden.
Fünfte Antwort: Kapselversätze Sind angegeben in den
Antworten zu den Fragen 11 in Nr. 5 des Sprechsaal 1921, 9 in Nr. 6
und 24 in Nr. 10, 1920.
Glan.
95. Gibt es ein wirtschaftliches Verfahren, um das Gemisch von
Schwefelsäure und Flußsäure, das bei der Säurepolitur in erhebliehen
Mengen abfällt und allgemein als wertlos weggegossen wird, wodurch Ab-
laufkanäle usw. stark zerstört werden, in seine beiden Ursprungssäuren,
Schwefelsäure und Flußsäure, wenn auch nicht in ganz reinem, so doch
für obigen Zweck wieder verwendbarem Zustand zu zerlegen ? Für welchen
Zweck könnte man diese Abfällsäuren sonst noch verwenden?
Antwort: Ein für Glasätzereien wirtschaftliches Verfahren zur
Trennung der Schwefel- und Flußsäure gibt es nicht; es ist daher am
besten, das Gemisch als solches weiterzuverkaufen zwecks der Wieder-
gewinnung der Flußsäure oder nach seiner Neutralisation. Sollte sich
kein Abnehmer fttr diese Abfallsäure finden, so dürfen Sie diese nur nach
der Neutralisation mit kohlensaurem Kalk oder Kalkmilch weglaufen
lassen. Nach der Neutralisation mit Soda oder Pottasche ließe sich durch
fraktionierte Kristallisation Sulfat und Fluorid gewinnen. Bieten Sie die
Säuren einmal in der Chemiker-Zeitung an. v
96. Welche Pyrometer sind zur Messung der Temperaturen in Glas*
hafenöfen und zur Kontrolle der Ofenführung während der Schmelze, ferner
zur Messung der Temperatüren in Kühlöfen z^impfehlen, und welche Zug-
messer kommen für die Glasöfen inlF^age? W»S fitöteS ;"«»•"*
Er sr$e .Antwort: Bei der Wahl eines Pyrometers sind ver-
schiedene Nebenumstände zu berücksichtigen. Zunächst kommt die Grüße
der Ofenanlagen in Betracht, dann ob eine vorübergehende oder ständige
Kontrolle der Ofentemperaturen durch Aufzeichnung von Wärmekurven
gewünscht wird, ferner, ob auch Fernkontrolle eingerichtet werden soll.
Der Fabrikherr kann sich die Auswahl des Meßinstrumentes dadurch
erleichtern, daß er ein Pyrometer anschafft, das dem Betriebsleiter bereits
bekannt ist; allerdings darf dabei der Preis des Instruments nicht be-
stimmend sein. In der Praxis Bind eingeführt die elektrischen Temperatur-
Meßinstrumente mit Registriervorrichtung von W. C. Heraeus, G. m. b. H.
in Hanau, Siemens & Halske, A.-G. in Siemensstadt bei Berlin und Hart-
mann & Braun, A.-G. in Frankfurt a. M. Soll die Öfentemperatur
periodisch bestimmt werden, so verwendet man das optische Pyrometer
378 -Nr. 33 SPRECH SAAL — COBURG.
von Wanner. Zur Bestimmung der Ktihlofentemperatnr benutzt man ein
Widerstandspyrometer von W. C. Heraens, G.m.b.H. in Hanau. Von
den Zugmessern trifft man am häufigsten denjenigen des Chemischen
Laboratoriums für Tonindnstrie in Berlin. Am sichersten treffen Sie die
Wahl, wenn Sie sich die verschiedenen Prospekte kommen lassen nnd
gemeinsam mit dem Betriebsleiter oder sonst einem Fachmann das ge-
eignetste Instrument auswählen.
Zweite Antwort: Für Glasöfen sind die Pyrometer am ge-
eignetsten, die die Fehler der subjektiven Beobachtung ausschalten, und
das sind unter den zurzeit sehr teueren Widerstands-Pyrometern die
optischen, wie sie Paul Braun & Co. in Berlin N. 113 und Siemens &
Halske, A.-G. in Siemensstadt bei Berlin liefern. Das neue Ardometer
der letztgenannten Firma hat sich als besonders praktisch bereits ein-
geführt und kann auch mit antomatischer Registrierung geliefert werden.
Für Kahlöfen benutzt man mit Vorteil selbstregistrierende Widerstands-
pyrometer, die für die in Frage kommenden Temperaturen keine Platin-
metalle benötigen, daher auch viel billiger sind. S. & H. bauen neuer-
dings auch einen praktischen Zngmesser, während bisher der Obel-Zug-
messer viel Verbreitung fand.
Dritte Antwort: Die besten Pyrometer sind die optischen nach
Fery und nach Wanner, wie Bie von Dr. Haase in Hannover hergestellt
werden. Diese Pyrometer sind keinem Verschleiß ausgesetzt und lassen
Bich fiberall ansetzen. Das Le Chatelier-Instrument ist im Preise höher
und leicht einem Verderben durch die Ofengase und durch Stoß ausge-
setzt. Immerhin ist die Anschaffung eines Pyrometers kostspielig, aber
zu empfehlen, wenn dieser Punkt keine Bolle spielt.
97. Wer liefert Koksgeneratoren zur Gasbeheizung der Kühlöfen in
Glashütten?
Antwort: Zur Lieferung von Koksgeneratoren in bewährter
Konstruktion zur Gasbeheizung der Kfihlöfeu in Glashütten melden sich
H. T. Padelt in Leipzig-Schleußig, Franz Rauls, Ing.-Ges. in Godesberg
a. Rh., Ing. M. von Reiboldt in Coburg
98. Wie werden Glastafeln zum Schleifen und Polieren bis auf etwa
4 mm Stärke herab auf den rotierenden Schleiftischen befestigt, bezw. welche j
Kittmassen werden dazu verwendet? \
Erste Antwort: Die Glastafeln zum Schleifen und Polieren
werden meistens mit Gips auf dem Schleiftisch befestigt. Man muß ein
gutes Material verwenden, daa bald fest wird, damit die Tafeln auch
fest und ruhig liegen.
Zweite Antwort: Zur Befestigung von Glaatafeln zum
Schleifen und Polieren auf den rotierenden Schleiftischen verwendet man
Harz- oder Asphaltkitte.
99. Wer liefert Füllkästen, Ventile und andere Msenteile für Gas-
generatorenanlagen, und welcher Füllkastenart ist der Vorzug zu geben?
Die Teile müssen besonders widerstandsfähig und gasdicht sein.
Erste Antwort: Gute und dauerhafte Füllkästen liefert die
Fa. Bernadorfer Eisenwerk in Straßgräbchen (N-L.). Verlangen Sie einen
Prospekt. Die Sitzflächen aowie die Klappe müssen abgehobelt sein, da-
mit die letztere gut anliegt und dicht schließt. Sind die Generatoren
nicht allzugroß, so ist die mittlere Größe der Füllkästen zu empfehlen,
und zwar für jeden Generator einen Kasten ; ist aber die Anlage groß,
bo empfiehlt es sich, zwei Kästen für einen Generator aufzustellen.
Zweite Antwort: Ventile und Eisenteile zu Gasgeneratoren \
sowie Füllkästen liefern laut Meldung die Oberlausitzer Glasformen-Fabrik
Schulze & Kluge in Weißwasaer, O.-L., H. Proppe & Co. m. b. H. in Harn- ;
bürg I, Franz Raule Ing.-Gea. in Godesberg a. Rh., Ludwig Hinterschweiger
& Co. in Lichtenegg bei Wels, O.-Oest., Stejakal & Niebauer in Töplitz j
in Böhmen.
100. Bei meiner Fensterglasfabrikation (Sulfat- Schmelze) kommt \
es vor, daß die Hafenkränze frühzeitig dünn werden, und die Folge davon \
ist, daß das Glas fadig wird. Ich bin der Meinung, daß die Kränze zu
leicht sind, da sie x/j — 1 cm über dem Glase hinausstehen; habe ich recht? \
Verwandt wird fertige Fichteiberger Kranztonmasse.
Erste Antwort: Wenn Hafenkränze bis 1 cm über das Glas j
hinausstehen, so werden sie von der Galle sehr schnell abgefressen, und
die Tonteilchen gehen unter Bildung von Winden in daa Glas über. Daa
rührt daher, daß der Kranzton spezifisch leichter ist als das Glas, infolge-
dessen die Kränze zu hoch schwimmen. Der Ton muß nun spezifisch
Bchwerer gemacht werden, und zwar dadurch, daß der Tonmischung etwas
mehr Rohton zugesetzt wird, dessen Menge durch Versuche festzustellen
ist. In Ihrem Falle werden Sie KraDzton für ungefähr 25 Kränze auf j
einmal einmachen; wenn auf dieses Quantum 1 Maßteil Rohton mehr
genommen wird, dürfte die Differenz ausgeglichen sein. Nimmt man
zuviel Rohton, bo werden die Kränze wieder apezifiach zu schwer und
gehen dann unter, ein Uebel, noch größer als das erstere.
Zweite Antwort: Sie hätten die Maße der Kränze angeben
sollen. Nattirlich mtisaen die Kränze .*/»— 1 cm über den Glaaapiegel J
herausragen, denn wäre dies nicht der Fall, bo hätten sie doch gar keinen
Zweck. Der Zweck des Kranzes besteht doch darin, die aaf dem Glas- j
spiegel einer Wanne oder eines Hafens vorkommenden Unreinigkeiten Von
der Stelle, wo der Glasmacher anfängt, fern zu halten, sodaß der letztere
nur ganz reines Glas an die Pfeife bekommt. Wenn die Kränze, früh-
zeitig dünn werden, so sind sie wohl nicht homogen genug gearbeitet.
Vielleicht Bind die schwimmenden Brücken nicht richtig angeordnet oder
erfüllen ihren Zweck nicht, sodaß noch Galle an die Kränze gelangt. Die
Fichteiberger Kranzmasse ist sonst sehr gut. '
Dritte Antwort: Werden beim Schmelzen von Fensterglas mit
Sulfat die Häfenkränze frühzeitig dünn und abgezehrt, bo ist anzunehmen,
daß die Masse, woraus die Hafenkränze gefertigt wurden, zu weich ist.
1922. (55. Jahrgang.)
Die beim Schmelzen entstehende Glasgalle greift die Kränze sehr an und
löst den Ton auf, der sich dann mit dem Glas vermischt, aber härter ist
als das letztere, wodurch Fäden im Glas entstehen. Zu leicht sind die
Kränze meines Erachtens nicht, denn sind sie schwerer, so schwimmen
sie nicht. Die Kränze wären aber aus einer härteren Tonmischuog her-
zustellen, damit sie vom Glasfluß nicht so schnell angegriffen und auf-
gezehrt werden. Stehen die Kränze l/2 bis 1 cm über dem Glas, so ist
das richtig; die Glasmasse soll nicht von der Hafenwand aus in den
Kranz gelangen, sondern von untenheraut eindringen, damit Unreinigkeiten
von der Hafenwand zurückgehalten werden. Veranlassen Sie Ihren Krauz-
tonmasae Lieferanten, daß er die Masse etwas härter zusammenstellt als
bisher, und zwar müßte etwas mehr gebrannter Ton genommen werden,
der sich nicht so schnell auflöst. Die Mahlung für den Kranzton soll
möglichst fein sein. Folgende Mischung hat Bich für Sulfatglas gut bewährt :
Großalmeroder Rohton .11 Gew.-T.
Großalmeroder Ton, gebrannt .... 7 „
Rakonitzer Ton, gebrannt ..... 6 „
Verschiedenes.
8. Gibt es eine bewährte Methode zum Begenerieren von gebrauchtem
Gips, damit er seine ursprüngliche Bindekraft wieder erhält?
Erate Antwort: Die Frage der Regeneration des gebrauchten
Gipses hat schon viele beschäftigt, ober ohne ein wesentliches Ergebnis
zu zeitigen. Hinderlich ist vor allem, daß alle Verfahren zu teuer sind
und dann doch kein Regenerat ergeben, das vollkommen dem frisch ge-
brannten Gips entspricht. Die besten Erfolge wurden damit erzielt, d*ß
der gebrauchte Gips nicht allzuhoch geglüht mit Lösungen bestimmter,
Salze bespritzt und dann wieder erhitzt wurde. Dieses Material ließ Bich
dann, zu einem gewissen Teil frischem Gips zugegeben, ganz gut ver-
wenden, ohne die guten Eigenschaften des letzteren zu beeinträchtigen
Heute dürfte die Regeneration ganz unwirtschaftlich, sein.
Zweite Antwort: Ein Verfahren, gebrauchten Gips wieder auf-
zufrischen, damit er seine ursprüngliche Bindekraft wieder erhält, gibt es
nicht. Dahingehende Versuche haben zu keinem brauchbaren Ergebnis
geführt. Wenn auch verbrauchter und wieder gebrannter Gips in kleinen
Mengen, dem guten Gips zugemischt werden konnte, aq war die Brauch-
barkeit der Formen doch herabgesetzt. Im übrigen stellt sich das Wieder-
auffrischen des Gipses sehr teuer. Ich rate Ihnen, die unbrauchbar ge-
wordenen GipBformen zum Ausmauern von Innenfachwerkwänden zu ver-
wenden oder zu diesem Zweck zu verkaufen, anch für Dünge zwecke findet
dieaes Material Abnehmer.
Dritte Antwort: Einen schon abgebundenen Gipa können Sie
nicht mehr regenerieren; wenn das möglich wäre, hätten dies andere
Firmen schon längst versucht. Ich hatte etwa 2 Tonnen abgebundenen
Gipa als Abfall liegen und konnte ihn nur zum Ausfüllen von Gruben
verwenden, da ihn die Düngerfabrik wegen der Entfernung von 2 Standen
auch nicht als Geschenk nahm, weil die Fahrlöhne za teuer waren.
Versuchen Sie selbst, den Gipa als Düngemittel zu verkaufen oder zu
verwenden.
Heue Fragen.
Karamik.
110. In einem Feldspatlager, welches etwa 10 km von der nächsten
Station entfernt liegt, gewinnen wir auch eine größere Menge reinen Quarz,
für welchen wir bisher noch keine Verwendung haben. Für welchen Zweck
könnte dieser Quarz verwendet werden?
111. Wir bitten um Angabe einer Porzellanmasse mit dazu gehöriger
Glasur für SK 10 Garbrand und zwar hauptsächlich für elektrotechnisches
Porzellan.
Glaaa
103. Wir beabsichtigen, neben unserem Wannenofen auch den Streck-
ofen mit Bohöl (etwa 1OO0O Cal.) zu beheizen. Die Zerstäubung erfolgt
durch überhitzten Dampf. Wir bitten daher um Angabe, ob ohne Nach-
teile für die zu streckenden Tafeln die Flammen über die Strecksteine
horizontal geführt werden dürfen. Der Flammeneintritt in den Streck-
raumer folgt durch\zwei Injektoren an der Frontseite des Streckofens ; der
Abzug liegt gegenüber und führt durch die Wände des Walzenvorwärme-
kanals. Lassen sich auch 1J eberleger aum, und Beheizung der Kühlplatten
für Jnjektorbetrieb vorteilhaft einrichten ?
Briefkasten der Redaktion.
H.-W. I. H. Sie leaen offenbar den Sprechsaal nicht, denn sonst
hätten Sie gefunden, daß die Verwertangamöglichkeit alter Gipsformen
bereits in den Antworten za Frage 94 in Nr. 29 d. Jahrg. erörtert
wurde
K. J. i. H. Norton-Schleifscheiben liefern Schuchardt & Schütte in
Berlin C 2, Alfred H. Schütte in Köln-Deutz, L. Niggl in Mittelsteine-
Albendorf (Graf sei». Glatz).
Zirkon- und Titanoxyd beziehen Sie in kleinen Mengen am besten
von einer chemischen Fabrik, wie sie im Anzeigenteil genannt Bind.
Ein „Gemengesatz" für Quarzglas läßt sich nicht angeben, denn
letzteres wird nicht aus einem „Gemenge" im gewöhnlichen Sinne
erschmolzen, sondern aus reinem Quarz ohne Zasätze. Die Zusammen-
setzung des Satzes für die Abarten des Quarzglases z. B. für daa Zirkon-,
Titan- u. dgl. Glaa ist dagegen nicht bekannt.
P.- u. M.-F. A. W. i. N. Bezugsquellen für automatische Pressen
zu Stanzartikeln finden Sie im Anzeigenteil,
Veröffentlichungen der Aufienhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Für den Bereich der Prüfungsstelle Steingutgeschirr sind | Näheres ist durch die Prüfungsstelle Steingutgeschirr, Bonn,
die Teller-tirundprelae nach hochvalutarischen Ländern, I Schumannstraße, 4—6, zu erfahren,
mit Aufnahme der skandinavischen, neu festgesetzt worden. 1
1922 (66. Jahrgang.)
Terkaufsbedingungfen für die Ausfuhr von
(elektrotechnischem und technischem Porzellan
(gültig ab 1. August 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Die Ausfuhr-Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung. .
2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren ist für Verpackung
linschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/0 des Rechnungswertes
anzurechnen. _ _ •
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik (vergl.
Drucksache Nr. 235 vom 23. Februar 1922). Die wichtigsten
Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf einem be-
sonders erhältlichen Preisblatt zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern unter Ländergruppe la) wird
in der Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueber-
seeländer und Ausnahmen siehe Fußnote).*) Gegenüber den
Ländern unter Ländergruppe 1 b) ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
Nachstehenden Tabelle (11, 3) für das in Frage kommende Land
nnter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
per sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
JLQO Stück, ausschließlich Verpackung.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
a) Fremdwährungsländer.
Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten
von Nordamerika, Canada, Mexiko, sonstige mittel-
amerikanische Staaten, Großbritannien, seine Dominions
und seine Kolonien, südamerikanische Staaten,
Spanien, Portugal, Norwegen, Dänemark, Schweden,
Belgien,, Frankreich, Luxemburg, Italien, Tschecho-
slowakei.
Markländer.
Deutsch-Oesterreich und Ungarn, Jugoslawien, Balkan-
länder, Finnland, ehemaliges Rüßland, Polen, wahl-
weise südamerikanische Staaten.
2. Artikelgruppen:
I. Niederspannungs-FreileitungS'Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
II. Elektrotechnische Stanzartikel und sonstige technische
Artikel.
III a. Freileitungs-Stützen-Isolatoren bis zur Größe entspr.
Hermsdorf I. 1387.
Illb. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Hermsdorf 1391.
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 33 — 379
III c. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1391.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierten
Hänge -Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren mit Armaturen.
3. Multiplikatorentabelle.
*) Es wird fakturiert:
nach hi
Portugal. ■ Pfund Sterling**
Britische Dominions und Britische Kolonien Pfund Sterling**
Canada U.S. A.-Dollar ***
Holländische Kolonien . holländischen Gulden
China . . • . US A.-Dollar
Japan • ■ Yen j
Vereinigte Staaten von Nordamerika ... Dollar
Mexiko . wahlweise in U.S.A.-Dollars
od« in mexikanischen Goldpesos
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . . U.S.A.-Dollar \
.Argentinien . wahlweise in Pfund Sterling**,
argent, Goldpesos oder in
deutscher Mark
Paraguay wahlweise in Pfund Sterling**
' ' argent. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Uruguay . wahlweise in Pfund Sterling**,
urug. Goldpesos oder in
deutscher Mark
Chile wahlweise in Pfund Sterling**
chilen. Goldpesos oder in
deutscher Mark
8onstige südamerikanische Staaten . . . . nur in Pfund Sterling**
oder in deutscher Mark
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
sind auf Schillings bezogen. a .
*** Bei Artikelgruppen I und II wahlweise auch in Pfund Sterling.
Land
Artikel-Gruppen
I II lila Illb HIc IV
VI
Holland
Schweiz
Japan
Vereinigte Staa-
ten von Nord-
Amerika
Restlich. Mittel
amerika, Canada
und China
England und
Kolonien
Canada
Mexiko
bei Faktur, in
mex. Gold-Pesos
Mexiko
bei Faktur, in
TJ.S.A. -Dollars
Argentinien
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Argentinien
bei Faktur, in
arg. G.-Pes.
Paraguay
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Paraguay
bei Faktur, in
arg. G-.-Pes
Uruguay
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Uruguay
bei Faktur, in
urug. G-.-Pes.
Chile
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Chile
bei Faktur, in
chil. G.-Pes.
Sonstige Süd
amerikanische
Staaten
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Spanien
Portugal
Dänemark
Norwegen
Schweden
Belgien
Frankreich
Luxemburg
Italien
Tschecho-
slowakei
0,029
0,062
0,024
0,008
0,009
0,049*
0,049*
0,029
0,062
0,024
0,008
0,009
0,049*
0,049*
0,022
0,047
0,018
0,007
0,008
0,037*
0,023
0,049
0,018
0,007
0,008
0,038*
0,018
0,009
0,049*
0,013
0,049*
0,013
0,049*
0,014
0,049*
0.032
0,018
0,009
0,049*
0,013
0,049*
0,013
0,049*
0,014
0,049*
0,032
0,024
0,051
0,019
0,007
0,008
0,040*
0,049*
0,075
0,058*
0,050
0,057
0,044
0,125
0,18
0,50
0,016
0,008
0,037*
0,010
0,037*
0,010
0,037*
0,010
0,037*
0,025
0,016
0,008
0,038*
0,011
0,038*
0,025
0,054
0.020
0,007
0,008
0,023
0,047
0,018
0,007
0,008
0,043* |0,038*
0,016
0,008
0,040*
0,011
0,040*
0,023
0,049
0,018
0,007
0,0,08
0,039*
0,049*
0,075
0,058*
0,050
0,057
0,044
0,125
0,18
0,50
0,011 0,011
0,037*
0,057
0,044*
0,041
0,046
0,033
0,087
0,156
0,577
0,038*
0,011
0,038*
0,026
0,038*
0,060
0,047*
0,047
0,053
0,034
0,099
0,172
0,577
0,040*
0,011
0,040*
0,027
0,016
0,008
0,043*
0,012
0,043*
0,012
0,043*
0,012
0,043*
0,029
0,016
0,008
0,038
0,011
0,038*
0,011
0,038*
0,011
0,038*
0,026
0,040*
0,069
0,053*
0,053
0,060
0,034
0,099
0,194
0,577
0,043*
0,074
0,057*
0,059
0,066
0,037
0,109
0,22
0,60
0,016
0,008
0,039*
0,011
0,039*
0,011
0,039*
0,011
0,039*
0,026
0,038*
0,064
0,050*
0,043
0,048
0,034
0,099
0,156
0,577
0,039*
0,067
0,052*
0,053
0,060
0,034
0,099
0,20
0,60
Deutsch-Oester-1
reich u. Ungarn
Jugoslawien und
Finnland
Balkanländer
Rußland und
Polen
Südamerika-
nische Staaten
bei Faktur, in
Beichsmark [''
5,00
5,00
4,25 ,
4,25
4,25
4,25
4,25
4,25
6,00
6,00
4,41
4,41
4,41
4,41
4,41
4,41
6,00
6,00
4,41
4,41
4,41
4,41
4,41
4,41
6,50
6,50
4,41
4,57
4,72
4,72
4,72
4,72
* Obige Multiplikatoren sind' auf Schillings bezogen,
Zur Beachtung! Vorstehende Multiplikatoren beziehen
sich auf die Grundpreise der Drucksache Nr, 235 vom
23. Februar 1922.
XiVI — Nr. 83
367 —
SPRUCHS AAL -COBURG.
1922. (Ii. Jahrgang.)
Sd unsere Mnnten!
Wir bitten nach Erledigung der Anzeig« verlangte Lieht"
bilder sofort zurücksenden zn wollen, damit uns unnötige
Rückfragen erspart bleiben.
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
®(5CSG5C<2(5C2)G5CCDG?C©a
§ Die Lichtbilder §
I der Bewerber sind 1
I mit der vollstän- |
| digen Adresse zu |
versehen. §
Sr.eiien-Angtbcre
Kerarnih
Größere Porzellanmalerei
sucht tüchtig an
Perzeiianmaler,
der Bich als Obermaler aus-
bilden will. Derselbe muß
im Entwerfen neuer Bekore
usw. etwas Tüchtiges leisten
können und ein größeres
Personal mit-11 Umsicht zu
leiten verstehen. Gefl. An-
gebote unter N 5499 an die
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
Tttcutiger, junger
Schleifer,
ledig, für eine Geschirrfabrik
nach Thüringen gesucht, für
Dauerstellung oder aushilfs-
weise. Angebote unter N 5486
an die Geschäftsstelle des
Sprechsaal.
Zum I. Oktober
Drehermeister
für Hochspannung*- Isolatoren gesucht.
Nnr erfahrene und energische Oberdreher, die bereits mehrere
Jahre als solche in erstklassigen Fabriken tätig waren,
wollen ihre Bewerbung einreichen unter Beifügung von
Zeugnisabschriften, Lebenslauf und Lichtbild an die
Direktion der porzellanfabrik Kahla,
Zweigniederlassung Freiberg,
Freiberg i. Sa. [ 596
Größere elektrotechnische Fabrik Thüringens sucht zum
1. Oktober für ihre Hochspannungsabteilung
3mtocr Modelleur
für leichtere Arbeiten gesucht.
G. B. Troch, Neuhaldens-
leben bei Magdeburg. [785
Ein Formengießer
und mehrere Dreher
werden eingestellt [799
Steingutfabriken
Velten -Vordamm
G. m. b. H.
Velten i Mark.
Sieingutfabrik, welche neu
eingerichtet wird, sucht für
sofort tüchtigen
Betriebsleiter.
Da Wohnungsmangel, Ledige
bevorzugt. Angebote mit
lückenlosem Lebenslauf und
Geh aitsf orderungen unter
N 5500 an die Geschäftsstelle
des Sprechsaal erbeten.
Zum Eintritt für 1. Oktober
wird von einer älteren
Thüringer Luxus -Porzellan-
fabrik ein zuverlässiger
Expedient
gesucht, der auch Korrespon-
denz zu erledigen hat und
guter Maschinenschreiber sein
muß. Ausführliche Angebote
mit Angabe der bisherigen
Stellungen, Leistungen und
GehaltsanBprttche unt. N 5494
an die Geschäftsstelle des
Sprechsaal.
Mehrere tüchtige
Porzdlannale?
ftu Band, Band und Schrift
werden zum sofortigen Ein
tritt gesucht, r7«5
Otlo Scheidt, Althaldensleben
(Btzirk Magdeburg).
von großer öoeingutfabrik
A.-G. Mitteldeutschlands für
1. Oktober oder früher ge
Bucht. Nur wirklich erste
Kräfte wollfn ausführliche
Angebote unter Beifügung von
Lichtbild nud Zeugnisab
Schriften, sowie Angabe der
Gehaltsansprücha unt. N 5490
au die Geschäftsetelle des
Spreehsaal senden.
mit langjähriger Praxis. Angebote mit Gehaltsansprüchen,
Angabe seitheriger Tätigkeit, Beferenzen und Lichtbild
unter M 5470 an die Geschäftstelle des Sprechsaal.
Hochfeuerfeste Produkte.
Spezi al-Quallt ätswerk
sucht bewährte arbeitsfreudige und gewissenhafte
fachmännische Kraft
in selbständige, entwicklungsfähige und gut
bezahlte Dauerstellung.
Bedingung: Gute theoretische, j edoch vorwiegend prak-
tische Erfahrungen. Befähigung, einen kleineren, aber
vielseitigen und ausbaufähigen Betrieb in allen
Fabrikationsstadien fachmännisch zu leiten und zu
überwachen.
Erwünscht: Kenntnisse in f enerungstechnischen Fragen.
Unverheiratete bevorzugt. Diskretion zugesichert. Aus-
führliche Angebote von nur zielbewußten und vorwärts-
strebenden Reflektanten unter N 5527 an die Geschäfts-
stelle des Sprechsaal erbeten.
Ledige
und
Kachel-
Sisiormer
zum sofortigen Antritt ge-
sucht. [7fl9
Meissner Öfen-
und porzellanfabrlK *
vorm C. Teichert,
Meißen (Sachsen),Nenmarkt5.
Wir suchen für unsere
beiden Kronacher Betriebe
Wir suchen für Oefen mit
überschlagender Flamme einen
tüchtigen
ersten Brenner,
der eine längere Tätigkeit
in gleicher Eigenschaft in
besseren Fabriken nachweisen
kann zum baldigen Antritt.
Ledige bevorzugt wegen Woh-
nnngsmangel. i [7«ö
C. & E. Carstens,
in Blankenhain Tnür.
Wir suchen für unsere
Steindruckerei zum sofortigen
oder alsbaldigen Eintritt
einen tüchtigen
einen
der möglichst auf einer kera
mischen Schule vorgebildet
ist. D erselb e muß in größeren
elektrotechnischen Porzellan-
fabriken bereits beschäftigt
gewesen sein und Massever
Sätze und Fabrikationsver-
hältnisse beherrschen. Auch
soll derselbe zur Beaufsich-
tigung des Personals mit
herangezogen werden. Die
Stellung ist gut bezahlt und
bei guten Leistungen dauernd,
Meldungen möglichst mit
Photographie nnd Gehalts-
ansprüchen an die [797
Stockhardt & Schmidt
Eckert, Kronach Bayern
für Ornamente und Vignetten.
A.-G. Porzellanfabrik Weiden,
Gebr. Hausen or [797
in Weiden (Bayern).
Zwei tüchtige
werden gesucht. [797
Georg Wunderlich,
Kronach Bayern.
Mehrere gut eingearbeitete
Dreher
für Hochspannisolatoren
und Freidreher
für Durchfünrungen und
Stützenisolatoren werden so-
fort aufgenommen in der
PorzeHanfabrik
B. Hermann & Sohn,
Laun in Böhmen. [7«6
Tüchtige
werden sofort eingestellt. [796
Porzellanlabrik Weitotadt,
Dürr heck & Ruckdäschel
WelBonstadt (Bayern)
Tüchtiger
Tellerdreher,
der nachweislich in diesem
Artikel mit Erfolg in besseren
Fabriken gearbeitet hat, so-
fort gesucht. Ledige bevor-
zugt. [799
Für keram. Werkstätte wir0
ein
tüchtiger Dreher
für Gebrauchsgeschirr, welche
das Eindrehen der Kapseln
mit übernimmt, sowie ein
iiing. Modelleur
zum baldigen Antritt gesucht.
Angebote an die (797
GrS«. Crbachschctt
Keratn. Werkstätten,
Erbach im Odenwald.
C. * E. Carstens,
in Blankenhain Thür.
Lediger
für f Aufglasurmalerei der
Wandplattenbranche gesucht.
Bevorzugt werden Bewerber,
die auch Erfahrung in Dekor-
um! Figurenstaffage auf Por-
zellan haben. [799
vorm. C. Teichert,
Meißen ( Sachsen) Neumarkt 5
Ein Oberdreher,
der große Erfahrungen in der
Gebrauchsgeschirrbranche be-
sitzt und perfekt in Schab-
lonenfeilen ist, sowie auch
Kenntnisse vom Brennhaus
mit besitzt, wird von einer
Porzellanfabrik in der Nähe
Karlsbads, (Tschechoslowakei)
aufgenommen. Es wird nur
auf eine ältere, erfahrene
Person reflektiert. Gefl. An-
gebote unter N 5507 an die
Geschäftsstelle des Sprechsaal.
Porzellanfabrik der Ge-
schirr- nnd elektrotechnischen
Branche stellt noch solide
tüchtige Arbeiter für dauernde
Stellung ein und zwar:
1 Kapseldreber
für ovale Kapseln,
1 Modelleur o.
1 Grol- und Freidreher,
rinnen,
3
1
Angebote unter N 5510 an die
Geschäftsstelle des Spreehsaal,
Ein strebsamer, jüngerer
Kaufmann,
perfekt in Stenographie und
Maschinenschreiben, wird so
fort gesucht von [803
Edmund Krüger,
Porzellanfabrik,
Blankenhain b. Weimer
i
möglichst mit abgeschlos-
sener Fachsehulbildung
von bedeutender Steingut-
fabrife, A.-G., gesucht.
Herren, welche auch in
dem Umgang mit der
Arbeiterschaft die erforder-
lichen Erfahrungen be-
sitzen, wollen ausführliche
Angebote mit Angaben über
bisherige Tätigkeit, Ge-
haltsansprfiche usw. unter
N 5516 an die Geschäfts
stelle des Sprechsaal ein
senden.
PorztUandrcbcr.
Wir suchen noch einige
perfekte Gießer u.Teller-
dreher. Wir bitten um
Angabe von Alter nnd bis-
heriger Tätigkeit. Infolge
Wohnungsmangel Ledige be-
vorzugt. [ 800
Friedrich Kaestner,
Porzellanfabrik, G. m. b. H.,
Oberhohndorf beiZwickau i. Sa
Für die Betriebsleitung
einer Porzellangeschirrfabrik
wird ein tüchtiger, durchaus
selbständiger nnd erfahrener
Ausführliche Angebote mü
Lebenslauf nnd Gehaltsan
Sprüchen unter N 5539 an die
Geschäftsstelle des Sprechsaal
erbeten.
Für die Expedition eine;
Porzellanfabrik der Geschirr
branche tüchtiger
unoer mann als
Bewerber müssen im Stand«
sein, die Expedition nnd all«
damit verbundenen Arbeiter
selbständig "zu erledigen
Kenntnisse des Lohnwesens er
wünscht. Ausführliche Ange
böte mit Zeugnisabschriftei
und Gehaltsansprüchen untei
N 5533 an die Geschäfts
stelle des Sprechsaal erbeten
Tüchtiger, gewissenhafter
L
in mittleren Janren für Thür
Porzellanfabrik für sofort evtl
1. Oktober gesucht. Für Ver
heirateteWohnung vorhanden! j
Gefl. Angebote mit Zeugnis
abschritten und Gehaltsan
Sprüchen unter N 5534 an rti
Geschäftsstelle des Sprechsaal
(65. Jahrgang.)
Coburg, den 24. August 1922
Nummer 34
Zeitschrift für bie Keramischen, das- unb verwanbten Inbustrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Qoldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre ! 868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jt 55.—, unter Streifband Jt 95.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland Jt 6. — , Stellengesuche Jt 3. —
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Aufruf
zum Beitritt zu der
Gesellschaft von Freunden der Preussischen Keramischen Fachschule"
zu B unzlau (Fachschulgesellschaft).
An alle Freunde und Verehrer der Preußischen Keramischen Fachschule zu Bunzlau, an alle, die in ihr einen Hort der
keramischen Wissenschaften, einen Eckpfeiler am Bau der deutschen Keramik, eine Pflanzstätte für den jungen Nachwuchs in
der Führung der deutschen Industrie und des deutschen Wirtschaftslebens erblicken, ergeht der Ruf. sich mit uns in der Not der
Zeit um die Fachschule zu scharen, zu ihrem Schutz und ihrer Hilfe, zu eigenem Nutzen und zum Nutzen unseres Vaterlandes.
Was zu schützen ist und wo zu helfen ist bedarf kaum der Worte : in den Laboratorien mangelt es an Maschinen, Apparaten
und anderen Hilfsmitteln, um Unterricht und Ausbildung auf der notwendigen Höhe zu erhalten, die Bibliotheken und konstruktiven
Lehrmittel veralten und werden immer lückenhafter, den Schülern fehlt es an Vorlagen, an Büchern und Zeichengeraten. Die
Mittel des Staates können trotz wesentlicher Erhöhung nicht entfernt ausreichen. Der für die Fortentwicklung der deutschen
Keramik, Industrie und Wissenschaft erforderliche Nachwuchs junger Keramiker droht zu verkümmern.
Aber auch die anderen, die die Fachschule längst verlassen haben, bedürfen ihrer, wie uns scheinen will, als des geistigen
Mittelpunktes unserer keramisch-wissenschaftlichen Bildung mehr als zuvor Nur eine dauernde und enge Berührung der Praxis
mit der Wissenschaft vermag die geistigen Kräfte wachzuhalten und zu mehren, deren unsere Industrie heute mehr denn je be-
darf, um an der Spitze zu bleiben. Der Weltruf, den die deutsche Industrie und der Name Bunzlau bisher besessen haben, muß
erhalten bleiben. • ,., , „ , , „ ,
Wir wenden uns an die oft bewährte Opferfreudigkeit der Industrie und des ihr nahestehenden Handels, an die tfacu-
Verbände, an die keramisch-wissenschaftlichen Gesellschaften, an die Behörden des Reiches, des Staates und der Städte und deren
Vertreter, an die früheren Schüler und sonstigen Angehörigen unserer Fachschule, an die jetzigen und früheren Lehrer, an jeden
der durch ihre Pforten gegangen ist, in ihren Hörsälen gesessen hat und nun bereit ist, abzutragen von dem, was er unserer
Fachschule unmittelbar oder mittelbar verdankt, um wieder aus ihr neue Anregungen zu empfangen.
Wir fordern Sie auf, sich mit uns zu einer u
„Gesellschaft von Freunden der Preußischen Keramischen Fachschule
(Fachschulgesellschaft)
zu vereinigen und die Mitgliedschaft zu erwerben.
Die Gründungsversammlung findet gelegentlich des 25-jährigen Jubiläums der Fachschule am Sonnabend, den 4. November 1922
nachmittags 3 Uhr, im Saale des Hotel „Zum schwarzen Adler" in Bunzlau statt.
Anmeldungen bitten wir an den Mitunterzeichneten Walter Paul, Bunzlau, Schönfeld-erstraße 19, zu richten.
Bunzlau, den 21. August 1922.
Der vorbereitende Ausschuss
Generaldirektor Hugo Auvera, Dresden F. O. Gerhardt, Schönebeck
iii Max Neugebauer, Bürgel Direktor Dr. Felix Singer, Charlottenburg Direktor Dr. Dorfner, Meiningen
G. Krause, Schweidnitz
C. Schumann jr., Arzberg
W. Paul jr., Bunzlau.
882 — St. £4
SPRECH SAAL -COBURO.
19SS. (Ii. Jahrgang,)
Der Verband Deutscher Porzellanfabriken versendet nachfolgendes Bandschreiben:
An unsere geehrte Inlandskundschaft!
Die rapid sinkende Valuta der Mark, die eine fast tägliche
Umstellung aller wirtschaftlichen Faktoren mit sich bringt,
macht es uns nunmehr leider unmöglich, an unserem alten Ver-
fahren der zeitlich ganz unregelmäßig erfolgenden Preisauf-
schläge festzuhalten.
Parallel mit der Entwertung der Mark läuft die Ver-
teuerung aller Roh- und Hilfsstoffe. Diese Vorgänge zwingen
uns gebieterisch, uns nicht nur in materieller Hinsicht der
Lage anzupassen, sie zeigen auch deutlich, daß die äußere
Form unserer Preispolitik nicht mehr haltbar ist. Nachdem
der Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken G. m. b. H.
vorgestern mit den Vertretern der mit ihm im Vertragsver-
hältnis stehenden Händlerschaft eingehend verhandelt und die
dringende Notwendigkeit einer Umstellung der Inlandspreis-
politik diskutiert hat, ist mit dem heutigen Tage für den Be-
reich des Verbandes Deutscher Porzellangeschirrfabriken G. m.
b. H, des Verbandes Deutscher Luxusporzellanfabriken G. m.
b. H. und des Verbandes Deutscher keramischer Malereien
E. G. m. b. H. folgendes beschlossen worden:
1. Der jeweilig gültige Inlandsmindestpreis ergibt sich aus
einem Grundpreis und einem Multiplikator.
2. Der Multiplikator stellt die jeweils für die Erzeugnisse
unserer Industrie gültige Teuerungsziffer dar, die sich aus der
Reichsindexziffer und den Indexziffern für die Hauptroh- und
Hilfsstoffe unserer Industrie ergibt.
3. Wenn nach dieser Methode der letzte Preis unter Be-
rücksichtigung der Juni-Teuerung auch hur annähernd berechnet
würde, so würde der diesem Preis zugrunde gelegte Grund-
preis (beim Luxusverband doppelter Grundpreis) mit 3,5 zu
multiplizieren sein. Diesem Multiplikator von 3,5 stand eine
Reichsindexziffer für Monat Mai von 6458 gegenüber. Da je-
doch durch den Bezug von ausländischer Kohle (englischer
und böhmischer) und ausländischem Kaolin und Feldspat die
Produktionskosten der Branche die allgemeine Teuerung über-
schreiten, kann die allgemeine Indexziffer als Maßstab nur dann
dienen, wenn sie durch eine Roh- und Hilfsstoffindexziffer
korrigiert wird.
Dem Preis vom 8. Juni entsprach eine Roh- und Hilfsstoff-
indexziffer von 12 901, dem Preis vom 31. Juli müßte eine Roh-
und Hilfsstoffindexziffer von 20334 zagrunde gelegt werden. Da-
durch würde der Preis ein zweifellos unerträglich hoher werden.
Deshalb muß man die Roh- und Hilfsstoffindexziffer und die
allgemeine Indexziffer so miteinander verbinden, daß die all-
gemeine Indexziffer zweimal, die Rohstoff- und Hilfsstoffindex-
ziffer nur einmal erscheint. Auf diese Weise ergeben sich für
die Monate Mai und Juli folgende Indexziffern und entsprechende
Multiplikatoren :
Indexziffer Multiplikator
Mai 8606 3,5
Juli 13416 5,5
Das heißt : der Multiplikator muß am 10. Augast 5,5 sein.
4. Selbstverständlich ist mit der Annahme dieses Systems
die Preisfestsetzung der Autonomie der Fachverbände entzogen
und der Preis eine Funktion der allgemeinen Teuerung und der
speziellen Teuerung der Produktionskosten geworden. Es
Mit vorzüglicher Hochachtung
treten am 10. eines jeden Monats neue Preise in Kraft. Selbst-
verständlich kann der neue Preis auch ein niedrigerer werden
Der neue Multiplikator wird gleichzeitig den Fabriken und
Händlern bekanntgegeben. Die Händlerverbände erhalten auch
die dem neuen Multiplikator zugrunde gelegte Indexberechnung
zur Kenntnis.
5. Der aus Grundpreis und Multiplikator unter Berück-
sichtigung der weiteren Positionen der Faktura (Verpackung,
Kisten, Anfuhr usw.) entstehende Betrag heißt von heute ab
„Nettobetrag" der Faktura.
6. Zu dem Nettobetrag rechnen alle Verbandsfirmen und
Malereien einen gleichmäßigen Aufschlag von 200 °/0 (Export-
sicherung), der lediglich verhindern soll, daß die zu Inlands-
preisen erworbenen Waren ins Ausland exportiert werden. Die
Händler erhalten dadurch also nicht die Berechtigung, zum
Bruttopreise die Waren für den Export zu erwerben, sondern
sind in diesem Falle verpflichtet, die Export-Rechnung der
Lieferfabrik einzuholen. Haben sie vorher den Nettobetrag
ganz oder teilweise gezahlt, so kommt dieser auf die neue
Faktura in Anrechnung. Die beim Luxasverband zugelassenen
Exportgrossisten erhalten von Weimar besondere Nachricht.
7. Lautet der Nettobetrag z. B. auf Ji 50 000, so beträgt
der Bruttobetrag, der sich aus Nettobetrag und 200 °/0 Export-
sicherung ergibt, mithin Ji 50000 + 200 °/0 = Ji 150000,—.
8. Der Inlandshändler kann jedoch ohne weiteres mit dem
Nettobetrag (z. B. Ji 50000) regulieren, wenn er folgende Er-
klärung abgibt, die auf einem besonderen Zettel von der Fabrik
jeder Faktura beigeheftet wird:
„Ich begleiche den Betrag der Faktura Nr. X. vom Sound-
sovielten im Betrage von brutto Ji 150000, — nur mit netto
Ji 50 000, — (d. h. mit da ich die Ware ausschließlich auf
dem Inlandsmarkt verwertet habe oder verwerten werde. Von
den Händlern, denen ich die Ware verkauft habe, habe ich mir
eine gleichlautende Erklärung ausstellen lassen, die bei mir
jederzeit vom Verbandskontrolleur eingesehen werden kann.
Sollte die Ware gleichwohl zum Teil oder ganz exportiert
werden, so verpflichte ich mich, von der Lieferfabrik eine
Exportrechnung einzuholen, auf die der eventuell bereits ge-
zahlte Betrag in Anrechnung zu bringen ist.
Was im Laden an reisende Ausländer für deren Privat-
gebrauch verkauft wird, fällt nicht unter diese Abmachungen.
Ort Datum Unterschrift
9. Es ist uns in Zukunft nicht mehr möglich, bei einer Ab-
änderung des Multiplikators eine Annullierangsfrist zuzuge-
stehen. Unsere Inlandskundschaft wird mit uns darin über-
einstimmen, daß es nur zur Gesundung von Handel und
Industrie beiträgt, wenn nur die Orders erteilt und aufgenommen
werden, die dem tatsächlichen Bedarf entsprechen.
10. Für dieses Mal soll eine Annullierungsfrist, und zwar
auf Wunsch der organisierten Händlerschaft, ausnahmsweise
bis zum 21. August gewährt werden in dem Sinne, daß die
Fabriken Annullierungen noch anerkennen, die bis zum
21. August 1922 einschließlich zur Post gegeben sind. Soweit
die Aufträge bei den Fabriken bereits in Arbeit genommen
sind, finden Annullierungen nicht statt.
Interessengemeinschaft der Verbände:
Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken Verband Deutscher Luxusporzellanfabriken
G. m. b. H. G. m. b. H.
Verband Deutscher keramischer Malereien
E. G. m. b. H.
gez.: Dr. Wilhelm Vershofen.
„Deutsche Erden",
Jahresschau deutscher Arbeit.
Von Dr. E. 0. Basser, Dresden.
(Schluß.)
II.
Die eigentliche GlasausBtellung beginnt in dem hohen Eck-
saale, der sich an die Steingathalle anschließt und zeigt die
mannigfaltigsten Erzeugnisse der gesamten Glasindustrie, aus-
gestellt von einer Reihe von Werken und Fabriken von Welt-
ruf. Wir bemühen uns, da eine erschöpfende Darstellung
dieser Glasausstellung schon des uns zur Verfügung stehenden
Raumes wegen unmöglich ist, wenigstens eine solche Be-
schreibung der Gegenstände und Aufzählung der ausstellenden
Firmen zu geben, die der gesamten Ausstellung gerecht werden
dürfte, wobei wir von vornherein um Entschuldigung bitten
müssen, wenn eine oder die andere Firma zu wenig berück-
sichtigt sein sollte, oder vergessen worden ist.
Die Mitte des hohen Ecksaales füllt ein Glasgebäude der
Firma Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. Friedrich
Siemens, Dresden, als anschauliches Beispiel der Verwendung
ihrer Glasbausteine. Im Inneren sind allerlei Erzeugnisse
dieses in seiner Weise einzigartigen Betriebes zu sehen:
Flaschen verschiedenster Größe, Drahtglas, Hartglas, Stanz-
glas, Glaskörper für elektrische Beleuchtung, feuerfeste und
säurefeste Behältnisse, ein mundgeblasener Riesenballon, der
Werdegang einer Flasche, Schiffsfenster, das Modell eines
Siemens-Regenerator-Glasschmelzofens usw.
Ein Kino zeigt dreimal täglich in einstündiger Vorführung
den gesamten Betrieb des Riesenwerkes.
7
198?; (66. Jahrgang.)
Rings um das imposante Glashaas haben aasgestellt: der
Verband deutscher Glasinstrumentenfabriken E. V. Jlmenau,
die Heliosflaschengesellschaft Jlmenau, die Parivit-Gesellschaft
m. b. H, Radeberg (farbige Glasplatten für Wände, Tische
usw.), die Isola-Gesellschaft für Wärme-Kälte-Isolierung, Rudol-
stadt, u. a.
An diesen Ecksaal schließt sich die große Glashalle, deren
Erbauer der Dresdner Kunstakademieprofessor Dr. h. c. Hein-
rich Tessenow (Hellerau) ist. Das Monumentalgemälde in der
Stirnwand : Glasbläser in Flammenglorie, stammt von Geh. Hof-
rat Prof. Otto Gußmann.
Von links nach rechts, den Gang entlang bis an die
offene Glashalle und (rechts) zurück begegnen wir folgenden
Ausstellern :
Penziger Glashüttenwerke (Kollektiv- Austeilung) : Euphos-
Glas (sicherster Schutz gegen die dem Auge schädlichen ultra-
violetten Strahlen); Indifferent-Glas (für Glühlichtbeleuchtung);
Reinlichtglas (voller Ersatz für Tageslicht).
„Kristalco"-Glasfaser-Verwertungsges. m. b. H., Dresden 16,
Pfotenhauer straße 28/30. Dieses „Kristalco" ist eine merk-
würdige Neuheit, besonders für Zwecke der • Textilindustrie.
Man ist sicherlich zunächst erstaunt, was Damenhüte, Lampen-
schirme, Puppen u. a. in dieser Ausstellung zu suchen halfen,
bis uns ein Blick auf das in größeren Massen vorhandene
Glasgespinst in den feinsten Fäden überzeugt, daß man es hier
wirklich mit Glas zu tun hat. So fein wie Baumwoll- oder
Seidenfäden im Aussehen, greift es sich auch wie Textil-
ware an, ohne daß es bricht. Es ist hier zu künstlichen
Blumen, zum Untergrund für alle hellen Stoffe und in ähn-
licher Weise wirksam verwendet und macht auf den Beschauer
einen sehr guten Eindruck.
Fettke & Ziegler, Glashüttenwerke, Döbern, N.-L.: Wir
sehen hier die verschiedensten Glassachen für Bakteriologie,
Chirurgie, Chemie, Physik, Elektrotechnik, Medizin, Pharmazie,
Photographie, Parfümerie. Dieser Raum enthält im Fenster
ein vorzügliches Bild der Glasmalerei Friese & Lange, Plauen
(Vogtland).
Weiter sehen wir allerlei farbige Kunstgläser, Preßglas,
geschliffene Gläser, physikalische und chemische Instrumente,
eine Sondergruppe der Gläser nach Entwürfen von Professor
Härtel (Breslau), die sogenannten „Härtel-Gläser", von der Gräfl.
Schaffgotsch'schen Josephinenhütte, Oberschreiberhau (Riesen-
gebirge); Tafelgläser der Rheinischen Glashütten- A.-G., Köln-
Ehrenfeld; Lampenschirme der Glashüttenwerke Phönix, Penzig
(O.-L.); Glasschüsseln, Glasglocken, Wassergläser, Karaffen
wunderbarer Art der Glashüttenwerke Eichhorn & Weis,
Heidenau (Bez. Dresden).
Die Glastechnischen Präzisionswerkstätten Carl Wiegand,
Dresden-N., zeigen Thermometer der verschiedensten Art,
Vakuumröhre nach Perrin, eine Dewar-Flasche für flüssige Luft,
Scheidetrichter, Büretten, Pipetten, einen Orsatapparat.
Hermann Liebold, Dresden 27, stellt ausgeführte Anlagen
im Bilde vor.
Es folgen die Lausitzer Glasraffinerie Rudolf Redl, Bischofs-
werda i. S. (Bleikristall und sein Werdegang, dargestellt an
einer Schüssel); Penziger Feinschleiferei R. Meißner & Co.,
Penzig (O.-L,); B. Bayerl, G. m. b. H, München (kunstgewerbliche
Werkstätte) mit Terrinen, Gläsern, Schalen; Hallesche Pfänner-
schaft, A.-G., Halle (Saale) mit Flaschen, Gläsern in den ver-
schiedensten Arten und Formen.
So sind wir auf der linken Seite der Glashalle am Ende
angelangt und betreten eine offene Halle, wo uns der Glasbau
der „Deutschen Luxferprismen-G. m. b. H. (Berlin -Weißensee)
vorteilhaft ins Auge fällt. Dicht dabei steht, von dem „Verein
Sächsischer Tafelglashütten" herrührend, ein Aufbau mächtiger
Glaszylinder, aus denen durch Aufschneiden und Strecken die
Glasscheiben gewonnen werden. Wir bewundern weiter das
Trockenplattenglas der Firma Carl Menzel & Söhne, Lommatzsch
und Bunzlau; Tafelglas rheinischer und deutscher Art; den
Werdegang eines Bonbonglases; die Glasbausteine Falconnier
der „Adlerhütten", Penzig.
Die Werkzeugfabrik für die Glasindustrie, G. m. b. H,,
Dresden-A,, zeigt die pneumatische Glasmacherpfeife (Patent
Lippold-Lorenz).
Von der Spiegelglasfabrik F. G. Häusler, Dresden-Neustadt,
, sehen wir Spiegel, geätzte Schalen und alle sonstigen für Möbel-
j fabrikation in Betracht kommenden Glaserzeugnisse.
Ein großes anschauliches Modell zeigt die gesamte Anlage
. der Deutschen Fensterglashütte Heinrich Hildebrand, Triebel
1 1 (Kreis Sorau).
Wir verlassen die offene Glashalle und kehren auf der
i anderen Seite in die lange Glashalle zurück, wo zunächst der
Verband Deutscher Preßglasfabrikanten, Dresden, seine Schiffs-
fenstergläser, Schaugläser, Reflexionswasserstandgläser usw.
zur Ansicht bringt; dann die Firma Aug. Walther & Söhne,
Je. 34 883
A.-G., Ottendorf- Okrilla, ihr gepreßtes Glas als Schüsseln,
Butterglocken, Vasen usw.
Die Kristall-Kunstgläser des Riesengebirges werden vor-
teilhaft gezeigt von der Firma Fritz Heckert, Petersdorf
(Riesengebirge), so z. B. wunderbare Tafelgläser.
Die Firma Gebr. Tischer, Großbreitenbach (Thüringen)
bringt als Neuheit einen selbsttätigen Irrigator, außerdem ver-
schiedene Thermometer, Glasinstrumente und Apparate, sowie
Massenartikel.
Nicht unerwähnt soll bleiben die Gesellschaft zur Her-
stellung künstlicher Augen „Ocar", G. m, b. H., Lauscha. Wir
sehen da künstliche Europäer-, Neger-, Inder-, Japaner-, abnorme
Augen, den Werdegang des künstlichen Auges u. a.
Die Vereinigten Stützerbacher - Frauenwalder Glashütten-
werke Heym, Wenz und Witzmann, Stützerbach i. Thüringen
bringen ihre Zylinder, Retorten, Standgefäße und Chemikalien-
gläser wirksam zur Anschauung, wobei wir manches Neue
entdecken konnten.
Die Sendlinger Optischen Glaswerke, G. m. b. H, Zehlendorf
(Wannseebahn) b. Berlin führen in einer mustergültigen Aufstel-
lung ihre Erzeugnisse vor, von denen wir besonders erwähnen
möchten : schweres Flintglas für Objekte, Kronglas für Prismen,
Flintglas für Prismen, unsortiertes Hafenglas, einen halbierten
Hafen (Kronglas), Kondensoren aus hitzebeständigem Ignalglas
und optischem Kronglas, Rohstoffe für verschiedene optische
Gläser, optisches Plattenglas, gepreßte Linsen, Platten mit
Kristallbildungen, gesenkte und gekühlte Platten, ein großes
Stativ mit Linsen, eine kleine Sonderausstellung : „Was aus dem
S. O. Glas gemacht wird" usw. ubw.
Das Jenaer Glaswerk Schott und Genossen zeigt in lehr-
reicher Weise, wie optisches Rohglas hergestellt wird, aus dem
dann Linsen für Fernrohre usw. gefertigt werden. Man sieht
da das Modell eines Hafens, man sieht die sämtlichen Roh-
stoffe: rohen und gebrannten Ton, Pottasche, Zink, Soda,
Magnesia, Quarzmehl usw. Daneben liegt auf einem Glasberge
die Ausbeute eines solchen Ofens an gutem optischen Glas.
Man sieht den Senkofen, in dem das Rohglas in Senkformen
erweicht und die rohe Glasplatte, die aus der Senkform her-
vorgeht, dieselbe angeschliffen, anpoliert, endlich das fertige
einwandfreie Plattenglas. Auch fehlerhafte Gläser mit Trü-
bungen, Schlierenbildung und Kristallen sind ausgestellt. Ferner
farbige Gläser für Photographie und Laboratorium, Röhren vom
breitesten bis zum schmälsten Durchmesser — im Bilde sieht
man auch, wie sie hergestellt werden u. a. Unter den zahlreichen
chemischen Apparaten sind auch zwei Quecksilberlampen, die
im Gebrauch gezeigt werden können.
Eine ganze Reihe größerer und kleinerer Linsen aus einem
farbenkompensierten Glas, darunter ein Glanzstück als Tisch-
platte montiert, fesselt das Auge des Beschauers. Dieses
Prachtexemplar wiegt 330 kg, hat 110 cm Durchmesser und ist
115 mm dick. Preis für Deutschland rund 1 Million Mark.
Im Gange der langen Glashalle haben weiter auagestellt
die Glaswerke Tettaugrund, e. G. m. b. H, Tettau (Oberfr.), z. B.
Gläser, Parfümflaschen; die Glasbläserei Blaues Haus, Berlin,
wunderbare Nippsachen, die Gräfl. Schaffgotsch'sche Josephinen-
hütte ihre Härtelgläser.
Vertreten sind auch die Fachschule für Glasindustrie Zwiesel
und „Werku", Laubegast-Dresden (Glasmalereien).
Soweit noch nicht erwähnt, müssen wir endlich der Glas-
malereien gedenken, wovon herrliche Kunstprodukte an ver-
schiedenen Stellen, wo die Beleuchtung günstig ist, ange-
bracht sind.
Der Beschauer fühlt die gewaltige technische Entwicklung,
die sich da vor seinen Augen ausbreitet, die aus sprödem,
deutschem Rohmaterial Fabrikate herstellt von künstlerischen
Formen und technischen Vollkommenheiten. Für den Fachmann
reden diese stummen Ausstellungsobjekte eine beredte Sprache.
Sie zeigen, daß Deutschland nach wie vor mit an der Spitze der
Glaserzeugung für Optik, Elektrizität und Chemie steht, daß
insonderheit das optische Glas weltbeherrschend ist, was fest-
zustellen hiermit für uns eine angenehme Aufgabe war!
III.
Die Sonderausstellung von alten Porzellanen im Residenz-
schloß zu Dresden ist zugleich mit der Hauptausstellung der
„Jahresschau deutscher Arbeit" eröffnet worden, und diese
alten Schätze japanischen, chinesischen und Meißner Porzellans,
überaus kostbare und in ihrer Art einzige Stücke, stellen eine
Fundgrube aus der Zeit Augustus des Starken dar, die für alle
Liebhaber und Kenner der alten Keramik von ganz besonderem
Interesse ist, umsomehr, als dies das einzige Mal ist, daß die
so hochbedeutenden Porzellane in der Nähe zu betrachten sein
werden.
Diese Porzellane umfassen — um [etwas vorzugreifen —
in der Hauptsache einzig dastehende Bestände von Altmeißner
Porzellan, insbesondere von großen Vasen aus der Zeit (um
SPRECH SAAL — COBURG.
384 — Mr. 34
SP RECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (H. yaMging.)
1725) des Königs August des Starken, sogenannte AR-Vasen,
eine Bezeichnung die anf die Marke mit den verschlungenen
Bachstaben AR zurückzuführen ist, die nur auf den für den
König bestimmten Stücken aufgetragen wurde. Alle Vasen
weisen eine wundervolle kräftige Bemalung auf. Darunter be-
finden sich sogenannte Fondvasen, d. h. solche mit farbigen
(gelben, grünen, violetten, blauen) Gründen, so auch das
einzige von dem verdienstvollen künstlerischen Leiter der
Meißner Porzellan - Manufaktur nach Böttgers Tode, Herold,
gezeichnete Stück, ferner mehrere der großen bemalten Tier-
etücke von Kandier (Meißner Manufaktur) aus der Zeit um
1735. Alle diese Stücke sind ungemein geschätzt, aber sehr
selten und auch in der Dresdner Porzellansammlung so gut
wie gar nicht vertreten. Dazu kommen noch einige änßerst
wertvolle chinesische Porzellane, alles Porzellane, die August
der Starke einstmals im Japanischen Palais aufstellen ließ, die
aber später samt der Wandvertäfelung in das Turmzimmer des
Schlosses gebracht und dort in der dekorativen Weise aufgestellt
wurden, die heute noch besteht.
Die Porzellane kamen aber in dem so prachtvoll und
eigenartig geschmückten Turmzimmer wegen ihres an den
Wänden sich bis zur Decke erstreckenden dekorativen Auf-
baues und wegen der dort herrschenden ungenügenden Licht-
Verhältnisse — das Turmzimmer gehört zu den dunkelsten
Räumen des ganzen Schlosses — niemals voll zur Geltung,
zumal die hochgestellten Vasen, Tiere und Figuren kaum ge-
sehen, geschweige denn studiert werden konnten. Es war da-
her ein erfreulicher und dankenswerter Gedanke, für die Zeit
der keramischen Ausstellung einmal eine größere Anzahl dieser
kostbaren Erzeugnisse der Porzellankunst aus alter Zeit heraus-
zunehmen und in zwei Sälen der Festräume des Schlosses
unterzubringen. Prof. Zimmermann, der Leiter der staatlichen
Porzellansammlung hat die Aufstellung in Vitrinen vorge-
nommen, wo eine gute nähere Besichtigung möglich ist.
August der Starke war, wie wir historisch treu bestätigen
wollen, nach einem Briefe von ihm an den Grafen Flemming,
von der Porzellankrankheit ergriffen und kaufte keramische
Erzeugnisse Ostasiens, soviel er hur erlangen konnte. Vom
Grafen Flemming selbst, der schon früher derselben Neigung
gehuldigt hatte, kaufte er 1715 dessen Sammlung, und nach
Paris und nach Holland wurden von ihm Agenten geschickt
zum Ankauf japanischen und chinesischen Porzellans sowie
Delfter Guts. Aus dem Nachlaß des Kriegsrats Raschke er-
warb er 1722 zahlreiche Gefäße, und andere Ankäufe zahl-
reicher Art bei Sammlern und Kaufleuten wurden von ihm ge-
tätigt.
Diese Sammelwut des Königs kostete naturgemäß viel
Geld; gewaltige Summen wurden in diesen Gegenständen an-
gelegt — kein Wunder, daß schon vor 1708 daß Wort von
Sachsens porzellanenen Schröpfköpfen aufkam, wodurch der
Erfinder dieses Wortes das teure ostasiatische Porzellan
meinte.. Kein Wunder auch, daß die Phantasie den Wert des
kurfürstlichen Porzellans ins Ungemessene steigerte, wie bei-
spielsweise der Reisende J. G. Keyßler von den Porzellan-
schätzen im Japanischen Palais schreibt: „Die Menge des ein-
heimischen und ausländischen Porzellans ist nicht zu be-
schreiben, allein dasjenige, was zum Küchengerät gehört, wird
auf eine Million Taler geschätzt. In einem der oberen Zimmer
sieht man die 48 großen Gefäße aus weißem und blauem
Porzellan, für welche der König von Polen dem itzigen Könige
von Preußen ein Regiment Dragoner gegeben hat
Immerhin hat des Königs von Polen Leidenschaft für die
keramischen Erzeugnisse Ostasiens für Sachsen viel Gutes
gezeitigt. Sie führte ohne Zweifel zur Wiedererfindung des
Porzellans in Sachsen und hat dazu geführt, daß Sachsen die
Wiege des Porzellans auf europäischem Boden wurde. In
Meißen und Dresden war es, wo der Naturforscher und Chemiker
Ehrenfried Walter Freiherr von Tschirnhausen mit dem
Alchimist Johann Friedrich Böttger zu Anfang des 18. Jahr-
hunderts keramische Versuche anstellte, wodurch Böttger,
anstatt des Goldes, das der König in erster Linie wünschte,
auf das Porzellan kam. Nach langem Tasten und Suchen gelang
es 1709 Böttger, nachdem Tschirnhausen 1708 gestorben war,
aus Schneeberger Kaolin jene köstlichen und kostbaren Produkte
herzustellen, die vordem nur als Importwaren aus dem fernen
Osten bekannt waren. Meißen und Dresden wurden zu Mittel-
punkten der rasch aufblühenden Industrie, und von hier gingen
die „Porzelliner" mit ihren entwendeten Geheirrnissen nach
Berlin, Wien, Höchst, Frankenthal usw. und in die ganze Welt
hinaus.
Es lag nahe, daß sich die Manufaktur, sobald sie von dem
roten Böttger-Porzellan oder -Steinzeug zum weißen Porzellan
überging, an das chinesische und japanische Porzellan eng
anschloß. Der König selbst trieb sie dazu an, indem er z. B.
Preise für die Nacherfindung der kobaltblauen Unterglasurfarbe
aussetzte, die ihm durch die berühmten chinesischen Deckel-
töpfe bekannt geworden war. Einige von diesen herrlichen
Töpfen mit tiefem leuchtend kobaltblauem Grunde und aus-
gesparten Muhmeblüten in herrlicher dekorativer Wirkung sind
jetzt mit ausgestellt. „Dazu auch einige ganz ungewöhnlich
schöne Deckeldosen mit jenem wirkungsvollen darch Spritzung
hervorgerufenen unterglasurblauen Grunde (bleu fouette) und
ausgesparten Feldern mit farbigen Emailmalereien."
Daneben stehen Nachahmungen aus Meißener Porzellan
aus dieser Zeit, die in Ausführung und Farbe eine erstaunliche
Geschicklichkeit bekunden und — wenigstens vom Laien — kaum
von den chinesischen Vorbildern unterschieden werden können.
Böttgers Nachfolger, Herold, ging aber erst zur voll-
ständigen Nachahmung des ostasiatischen Porzellans über, und
aus seiner ersten Zeit der Wirksamkeit stammen noch Porzellane
mit der gelblichen Masse aus der Zeit Böttgers, die zwar auch
unter dem Einflüsse des ostasiatischen Porzellans stehen, aber
es nicht streng nachbilden und kopieren. Die Farben sind
düster und ernst, das lichte Unterglasurblau fehlt noch, wo-
hingegen ein dunkles, kräftiges Uaterglasurblau vorhanden ist,
das (nach Berlings Angabe) zuerst im Jahre 1720 gefunden
wurde. Daneben findet sich ein ungewöhnlich feuriges Eisenrot,
Violett und Gelb und zwei Arten Grün, darunter ein wunder-
voll smaragdartiges. Wunderbar bleibt nur, daß Herold diese
ganze eigenartige Farbenskala später fast gänzlich aufge-
geben hat.
Herold schloß sich aber immer enger an das ostasiatische
Porzellan an, was weitere Stücke der Ausstellung hinreichend
beweisen, wenn auch ein bestimmter Stil, in sich gefestigt, noch
nicht zu erkennen ist, auch die Technik dieser Nachahmungen
ganz ungewöhnliche Töne zeitigt. Es herrscht bei jedem Stück
etwas Besenderes vor, das zaweilen eigenartig anmutet.
Zu den ailerschönsten Schöpfungen jener Zeit, 1720 bis
173®, gehören die sogenannten Fondporzellane, das sind Por-
zellane mit farbigen Gründen. Außer den Nachahmungen ge-
spritzten Blaues sind besonders erwähnenswert große Deckel-
dosen und Vasen mit jenem gelben Grund, den in der Jagd-
sammlung das sogenannte Jagdservice König Augusts des
Starken zeigt. Drei Stücke sind besonders beachtenswert:
Das erste ist eine Stangenvase mit gelbem Grund und Chinois-
serien in ausgespannten Bildfeldern, das einzige Stück, von
dem bekannt ist, daß es den Namen des Leiters der Manu-
faktur nebst Tagesangabe trägt: Johann Gregorius Hörold inv.
Meißen d. 22. Jan. anno 1727. Nach Ansicht von Kunst-
verständigen, vor allem des Leiters der Dresdner staatlichen
Porzellansammlung Professor Zimmermann ist damit die
Geburtsstunde der farbigen Fonds im Meißner Porzellan ange-
zeigt, eine Annahme, die entschieden berechtigt erscheint,
da nur ein Stück mit einer solchen Tagesangabe bekannt ist
Die beiden anderen merkwürdigen Stücke sind zwei
baluster artige, saftig grüngrundige Deckelvasen mit einer ganz
eigenartigen Darstellung König Augusts des Starken. Das
ausgesparte Feld auf der Rückseite zeigt Blumen und Pflanzen
im chinesischen Stil, auf der Vorderseite eine Cfctinois-Serie, das
heißt eine der damals beliebten phantastischen Darstellung
chinesischen Lebens. Man sieht da, wie Chinesen vor einemi
Herrscher auf seinem Thron eine große Ansicht der Meißner
Albrechtsburg entrollen, während auf der anderen Chinesen
eine Riesen vase, geschmückt mit dem sächsisch -polnischen
Wappen, vorführen. Der Herrscher in chinesischer Tracht
trägt ganz unverkennbar die Züge Augusts des Starken.
Die Ansichten darüber, was damit eigentlich gemeint sei
oder dargestellt werden sollte, sind verschieden. Manche sind
der Ansicht, daß es sich bei diesen beiden merkwürdigen
Stücken um einen Scherz handele oder wieder andere nehmen
mit Bestimmtheit an, so Professor Zimmermann, daß sie eine
Erinnerung an eines jener Hoffeste darstellen, bei denen der
König es liebte, in der Maske eines exotischen Herrschers in
einer ebenso verkleideten Umgebung zu erscheinen.
Die Ausstellung zeigt weiter einige Werke des Porzellan-
plastikers Kandier, in denen er sich als Tiermaler ersten
Ranges ausweist. Besonders beachtenswert sind Hauben-
taucher und Wiedehopfe, die die Porzellansammlung nicht
besitzt. Ferner auch gute Beispiele der Kändlerschen Klein-
plastik, besonders einige Figuren, die sehr schön als Leuchter
und Uhren montiert sind, und ein in blaue Zeittracht geklei-
detes Pilgerpaar, das nach Zimmermanns Urteil zu d«n besten
Meißner Schöpfungen dieser Art überhaupt zu rechnen ist.
Es zeigt noch einmal die ganze Höhe des damaligen künstleri-
schen Schaffens und Könnens dieser Manufaktur.
So haben wir gezeigt, daß Dresden noch heute die kost-
barsten unschätzbaren Glanzstücke aus der klassischen Blüte-
zeit des Porzellans besitzt, zum Teil einzigartige Stücke größter
Schönheit auf keramischem Gebiet, die Arbeiten eines Böttger,
Kändler, Acier und wie die Altmeister der Kunst sonst noch
heißen.
V
1988. (Ii. fahigang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Mr. 34 — 385
Keine andere Stadt als Dresden, das alte Dresden Angasts
des Starken, des Schirmherrn der ersten Porzelliner, das
Dresden der Zauberkraft schöner Barock- nnd Rokokobauten,
hat eine so enge geistige Verwandtschaft mit dem Wesen des
Porzellans.
Die historische Sonderausstellung, die zu sehen nnr ein-
mal Gelegenheit vorhanden ist, bleibt bis 15. September geöffnet;
dann werden die Stücke wieder in das dunkle Tnrmzimmer ge-
bracht and entziehen sich so dem Auge des Beschauers, der im
Grunde nur die dekorative Anordnung bewandern kann.
IV.
Die große Dresdner keramische und Glas-Schau hat neben
ihrer ästhetischen Bedeutung — sie bietet so hohe künst-
lerische Reize, zeigt in Formen und Farben soviel des Schönen,
Anmutigen, Seltenen und Abwechslungsreichen — vor allem
eine große industrielle; sie liefert den Nachweis, daß diese
' mächtige Industrie auch in der Gegenwart von einer Leistungs-
fähigkeit ist, die sich jener der altklassischen Perioden getrost
an die Seite stellen darf, ja sie in mancher Hinsicht, was Reich-
tum und Schönheit der Formen und Farben angeht, wohl oft
noch übertrifft!
Dresden hat sicherlich einen guten Griff getan, daß es den
Reigen seiner Ausstellungen mit der keramischen Industrie
eröffnete und das aus mancherlei Gründen: die keramische
Industrie hatte gerade unter den Kriegsverhältnissen schwer
zu leiden gehabt, sodaß sie sicherlich ein Recht auf Voran-
stellung hatte. Dann aber steht diese Industrie, wenn sie selbst-
verständlich anch kein deutsches Privilegium bedeutet, in
Deutschland unbestreitbar auf so hoher Stufe, daß ihre Erzeug-
nisse auf der ganzen Welt geschätzt werden und in der Waren-
statistik des Welthandels eine sehr beträchtliche Rolle spielen.
Zur Bekräftigung dessen wollen wir eine, den Fachleuten zwar
längst bekannte Tatsache anführen. Als während des Krieges
auf den Auslandsmärkten das deutsche Porzellan zu fehlen be-
gann, machten sich die Japaner, diese gewandtesten und fleißigsten
aller Nachahmer (nach Viktor Ottmann), schleunigst daran,
deutsches Ersatz-Porzellan herzustellen. Das waren Sachen,
äußerlich ganz nett, aber von so dünnem Material und so
spröde, daß die bisherigen fremdländischen Abnehmer dieses
„deutschen" Pseudo Porzellans, made in Japan, froh sind, jetzt
wieder echtes deutsches Porzellan, made in Germany, kaufen
zu können. „Es läßt sich eben doch nicht alles so einfach
kopieren . . .", sagt Ottmann.
Neben dem Porzellan, von dem Sachsen die Wiege ist,
darf auch das übrige deutsche keramische Kunstgewerbe auf
! eine glänzende Vergangenheit zurückblicken. Schon lange vor
. 'der Erfindung des Porzellans im 16. Jahrhundert standen Stein-
, gut, Fayencen und künstlerisch wertvolle Töpfereien in Deutsch-
land auf einer Stufe der Vollendung, die keinen Vergleich mit
! den besten Erzeugnissen einschlägiger Art Italiens und des
, Orients zu scheuen brauchte. Die Krüge und Humpen von
j Raeren, Siegburg, Kreußen — um nur einige wenige Fabri-
, kationsorte zu nennen — , die Alt-Nürnberger Fayence-Oefen,
s ja selbst die gewöhnlichen Apothekergefäße jener Zeit stellen
, kunstgewerbliche Leistungen von so hohem und feinem Ge-
schmack und Reiz dar, daß sie längst Lieblingsobjekte des
r Sammelfleißes geworden sind und heute bekanntlich zum Teil
j mit geradezu phantastischen Preisen bezahlt werden.
Wirtschaftlich-^
1 Handel and Verkehr.
q Verzichtlei s tun g auf d&s Recht, bei Nichterfüllung des Friedens-
i Vertrages neue Deutsche Guthaben zu beschlagnahmen. Die kanadische
e Regierung hat durch Verordnung vcm SO. 6. 22 den Beschluß gefaßt, für
.den Fall der Nichterfüllung der Deutschen Verpflichtungen unter Teil VIII
des Friedensvertrages von dem ihr nach § 18 der Anlage II zu diesem
Teil des Friedensvertrages zustehenden Rechte auf Beschlagnahme des
Eigentums deutscher Staatsangehöriger in Kanada keinen Gebrauch zu
• machen. Diese Verzichtleistung Kanadas gilt in demselben Umfange wie
u die der englischen Regierung. Wir haben Uber dieses Rächt der Beschlag-
nähme des Eigentums deutscher Staatsangehöriger, das erst nach dem
I Oebergang in den Friedensznstacd erworben worden ist, ausführlich im
Sprechsaal Nr. 27. vom 6.7. d. Js. berichtet, (ng)
r Umrechnung fremder Währungen bei der Berechnung des
j, 'Wechselstempels. Mit Wirkung ab 12. 8. wurden vom Raichsnnanz-
0 ministerium für die Umrechnung der in anderer als Reichswährnng aua-
', gedruckten Beträge bis auf weiteres folgende Mittelwerte festgesetzt:
. für 1 Pfund Sterling M 2440, 1 franzöä. Frank Jt 46, 1 belgischer
Frank M 44, 1 Schweiz. Frank Jt 105, 1 Lire Jt 25, 1 Peseta M 85,
L Leu Jt 3,50, 1 finnische Mark M 11, 1 deutsch- österreichische Krone
\. M 0,02, 1 tschechische Krone Jt 12, 1 ungarische Krone Jt 0,35,
,. 1 hollandischer Gulden M 211, 1 schwedische Krone Jt 145, 1 dänische
Krone M> 120, 1 norwegische Krone Jt 95, 1 polnische Mark Jt 0,09,
l türkischer Piaster Jt 2,50 1 argentinischer Peso (Gold) Jt 430, 1 argen-
r> änischer Peso (Papier) M 190, 1 chilenischer Peso (Papier) Ji 75,
° l brasilianischer Milreia M 75, 1 japanischer Yen Jt 260, 1000 Sowjet-
Es hat in Deutschland, aber auch in anderen Ländern,
viele Irrwege und manche Epochen des Stillstandes und Rück-
schrittes gegeben. Aber heute herrscht wieder — dafür bringt
ja die Dresdner Ausstellung den besten Beweis — in allen
Staatsmanufakturen und Privatbetrieben der eifrigste Ehrgeiz,
Musterhaftes zu leisten und die Industrie einer neuen Höhe
zuzuführen.
Dazu gehört aber — als Hauptsache — die Qualitäts-
leistang, ein Begriff, der zu einem Schlagwort geworden, in
letzter Zeit etwas, wenn nicht viel von seiner ursprünglichen
Bedeutung verloren hat. Was brüstet sich heute nicht alles
mit Qualität!
Die Dresdner Aussteller bringen den Begriff in seiner un-
verfälschten Bedeutung reiner zum Ausdruck, indem sie von
Höchstleistung sprechen. In Anbetracht des Endzieles der
Jahresschauen: Anregung zu gesteigerter Güte in Arbeit, Stoff
und Formung, würdige Vorführung der erreichten Leistungen,
liegt es auf der Hand, daß in einer derartigen Eliteschau nur
solche Arbeiten gezeigt werden dürfen, die der Erzeuger selbst
als Gipfelpunkte seines Könnens betrachtet und bei denen er
voraussetzen darf, daß auch der kritische Beschauer diese An-
sicht gelten läßt.
Das ist der Fall, und das ist es, wodurch sich die Dresdner
Ausstellung von Warenmessen und Ausstellungen nach alter
Schablone unterscheidet. Die Dresdner Jahresschau gibt einen
Querschnitt durch die besten fabrikationsmäßig hergestellten
Erzeugnisse der Industrie — Erzeugnisse von dekorativem
Wert, Gebrauchsgegenstände für alltäglichen und technischen
Bedarf, auf welch letztere in Anbetracht ihrer großen Wichtig-
keit für die Hebung des Geschmacks in den breiten Volks-
schichten hoher Wert gelegt ist — und zwar, wie er in der
Tat ist und nicht, wie eine übertrieben strenge Kritik vielleicht
wünschen könnte, daß er wäre! Also keine Potemkinschen
Dörfer, wie dergleichen ja manchmal vorkommen soll!
Keine eigens für diesen Zweck und nur für diesen Zweck
hergestellte Paradearbeiten, sondern ehrliche Erzeugnisse
dessen, was wirklich und ehrlich allgemein an bester Arbeit
geleistet und, im Hinblick auf den zu erwartenden Absatz,
genau ebensogut möglichst oft wiederholt werden kann.
Dresden hat alles aufgeboten, um die erste Jahresschau,
die deutsche Keramik und Glasindustrie, zu einer großzügigen
Ausstellung in vorbildlich würdiger Form auszugestalten.
Wenn wir wirklich etwas an dieser Ausstellung auszusetzen
haben, so ist es der Untertitel der Ausstellung „Deutsche
Erden" : Porzellan, Keramik, Glas, was man nicht gerade denk-
richtig nennen kann ; denn Porzellan ist, wie bekannt, auch
Keramik. Ein Kritiker, Prof. Schumann, hat abe? auch dafür
eine Entschuldigung gefunden, die Bezeichnung (dreiteilig) sei
nützlich und angenehm nach zwei Seiten: sie genügt den An-
sprüchen der geistig Vornehmen, denen Wörter wie Töpfer-
kunst oder Kunsttöpferei schwer über die Lippen gehen, und
sie gibt einen deutlichen Fingerzeig denen, die sonst nicht ganz
genau wüßten, was die Ausstellung bietet. Freilich werden die
nun glauben, Porzellan zähle nicht zur Keramik. Aber —
nichts ist vollkommen auf Erden — nicht einmal der Titel einer
Jahresschau !
ew erblicher Teil.
rubel M 0,20, 1 bulgarischer Lewa M 3,30, 1 Ver. Staaten-Dollar Jt 550
1 mexikanischer Goldpeso (Gelddollar) Jt 260, 1 lettländischer Babel
Jt 2,10, 1 estnische Mark Jt 1,65, 1 jugoslawischer Dinar Jt 6,75.
Italien. Merkblätter für den Eisenbahn-, Fracht- nnd Eil-
frachtenverkehr. Die Handelekammer in Triest hat im „BoUetino" eine
Zusammenstellung, enthaltend „Nützliche Hinweise über Fracht nnd Eil-
frachtgütertransporte für diejenigen, die sich der italienischen Staatsbahnen
bedienen", veröffentlicht. Die Zusammenstellung ist gründlich nnd um-
sichtig gefertigt und dürfte für die wirtschaftlichen Verbände, die sich
für den Handel mit Italien interessieren, von Wert sein. Die betreffende
Nammer des „Bolletino" ist nicht mehr erhältlich, dagegen können Sonder-
abdrücke in Buchform zum Preise von je 10 Lire vom Deutschen Konsulat
in Triest bezogen werden.
Spanien. Paketverkehr. Die Beförderung von Paketen nach Spanien
Uber Hamburg beansprucht im allgemeinen drei bis vier Monate. Die
Ursachen der Verzögerungen dürften vor allem in den unzureichenden
Einrichtungen der spanischen Zollverwaltung im Landungshafen liegen.
Auch die Zulassung nur eines Hafens, La Cornna, als Eingangs-Postanstalt
für Postpakete, die auf dem Seewege in Spanien eingehen, dürfte zn den
Verzögerungen beitragen. Die vom genannten Hafen ins Innere Spaniens
führenden Eisenbahnen sollen so überlastet sein, daß die Pakete oft erst
nach längerer Zeit weiter befördert werden. Es sind Bemühungen im
Gange, die Schwierigkeiten zn beheben. Der Leitung ihrer Pakete über
Frankreich sind die beteiligten Handelskreise vielfach abgeneigt; sie
bevorzugen, ungeachtet der ihnen bekannten Nachteile, den Seeweg,
obgleich der Weg über Frankreich zuzeit der schnellste ist. Abgesehen
davon, daß anch bei dieser Laitang Verzögerungen vorkommen, sollen
886 — Hr. 34
SPRECHSAÄL — CO BÜRO«
19SS. 4M. Jafiigang.])
die Pakete dabei öfters verloren gehen oder mit unvollständigem Inhalt
ankommen.
Eine deutsch-russische Handelsgesellschaft. In Königsberg ist die
Dentsch-Russische Warenaustausch-Gesellschaft m. b. H. gegründet worden,
deren Zweck die Pflege des Handelsverkehrs zwischen Deutschland, Ruß-
land, Finnland, Lettland, Litauen und Polen ist, und zwar durch den
Austausch deutscher Waren gegen Waren dieser Länder, hauptsächlich
Rohstoffe. Die Gesellschaft soll für beide Parteien, sowohl für die deutschen
wie für die russischen Interessenten arbeiten. Für die Tätigkeit der
Gesellschaft hat jede der beiden Parteien eine angemessene Vergütung zu
entrichten. Die Geschäfte vollziehen sich grundsätzlich unter Beteiligung
der von der russischen Regierung für derartige Geschäfte zugelassenen
Stellen. In ähnlicher Weise wie mit Rußland soll der Warenaustausch
auch mit den übrigen vorstehend genannten Ländern durchgeführt werden.
Die Deutsch-Russische Warenauetauschgesellschaft befindet sich in Inter-
essengemeinschaft mit dem wirtschaftlichen Institut für Rußland und die
Randstaaten.
Zollgebührenzettel zu Paketen im Verkehr mit Frankreich sind
vom 1. 9. an zugelassen.
Pakete mit Metallbandverschnürung nach der Schweiz und
Italien oder im Durchgang durch diese beiden Länder sind nicht zuge-
lassen. Im sonstigen Auslands verkehr werden derartig verschlossene Pakete,
vorausgesetzt, daß die Beschaffenheit der Verschnürung den Vorschriften
entspricht, bis . auf weiteres von den PostanBtalten zur Beförderung ange-
nommen.
Die Paket- und Telegrammgebühren sowie Fernsprechgebühren
nach dem Ausland haben sich unter Zugrundelegung der Berechnung
eines Goldfranken mit 160 vom 7. 8. ab geändert.
Pakete nach Bulgarien können bis zu 5 kg befördert werden.
Postfrachtstücke nach Rumänien können sät dem 14 d. M. auch
mit Wertangabe bis 1000 Franken geschickt werden.
Einfache und telegraphische Postanweisungen nach Italien
sind seit dem 16. 8. wieder zugelassen.
Ein- irad Ansfukr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik . Die Mindestpreise für Walkererde nach
Polen und den russischen Randstaaten sind festgelegt. — Die Ausfuhrmindest-
preise für feuerfeste Erzeugnisse nach Polniach-OberschlesieD,
Polen, Randstaaten und Finnland haben mit dem 10. 8. 22 eine Aenderung
erfahren. — Die für Kreideausfuhr festgesetzten Mindestpreise haben
mit sofortiger Wirkung eine Abänderung erfahren.
A.H.N. Glas. Für Glasröhren undHohlgäser für wissen-
schaf tliche und technische Zwecke sind mit sofortiger Wirkung
neue Ausfuhrmindestpreise festgelegt worden. Näheres durch die Preis-
piüfungsstelle für Glasröhren, Glasetäbe und Hohlgläser für wissenschaft-
liche und technische Zwecke in Ilmenau. — Für die Ausfuhr von Re-
klameartikeln aus Preßglas ist die Berechnung in Markwährung
nach allen Ländern zugelassen. Gleichzeitig sind Ausfuhrmindestpreise
festgesetzt worden, die bei der A. H. N. Glas, Berlin.W 67, Goebenstr. 10,
erfragt werden können. — Als Vertreter der Weißhohlglasindustrie für die
A. H N. Glas wird auf der Leipziger Herbstmesse in der Zeit vom 26. bis
30. 8 22 der Preisprttfer dieser Industrie, Herr Dir H. Reichow, Dresden,
anwesend sein. Das Büro befindet sich im Cafe Corso, Goethestraße UV
(Vereinigung Mitteldeutscher Hohlglasfabriken). Sprechzeit 9—11 Uhr
vormittags und 3 — 5 nachm.
Ausfuhrbewilligungen nach Italien. Das vorläufige deutsch -
italienische Wirtschaftsabkommen vom 28 8 21 ist in allen seinen Teilen
einschließlich der ihm beigefügten Anlagen für einen weiteren Zeitraum
von neun Monaten unter den gleichen Bedingungen verlängert worden.
Der italienischen Regierung ist bei dieser Gelegenheit folgendes zugesagt
worden: Soweit für die Frage der Erteilung von Ausfuhrbewilligungen
die Preishöhe der Ausfuhrware entscheidend iit, werden die vor der Auf-
stellung von Preisbestimmungen oder von neuen Preisbestimmungen ab-
geschlossenen Verträge hiervon in der Regel nicht berührt, wenn beim
Abschluß der Verträge den damals geltenden Preisbestimmungen Rechnung
getragen worden ist und entweder der Käufer bereits Anzahlungen ge-
leistet oder der Lieferer bereits Leistungen aus dem Vertrage bewirkt oder
der Käufer bereits entsprechende Preiserhöhungen bewilligt hat.
Besetztes Gebiet. Fakturierung in Mark beim Versand nach
Griechenland. Die Außenhandelsstellen sind angewiesen worden, acge-
gesichts der verhältnismäßig leichten und billigen Beschaffung der Mark
in Griechenland die Bezahlung von deutschen Ausfuhren dorthin allgemein
in Mark zuzulassen oder auch unmittelbare Preisstellung in Mark durch-
zulassen Natürlich dürfen die Mindestpreise — bei Umrechnung zum
Tageskurs — dadurch nicht unterschritten werden. Das Aus- und Ein-
fuhramt in EmB bewilligt allerdings nur solche Markantläge nach Griechen-
land, für die allgemein die Fakturierung in Maikwährung zugelassen ist.
Danzig. Geltung der polnischen Ein- und Ausfuhrverbote. Die
polnischen Ein- und Ausfuhrverbote gelten auch in Danzig, wie jetzt
durch den Vertrag vom 28. 7. 22 nochmals ausdrücklich festgestellt
worden ist, da der Artikel 211 des polnisch- Danziger Vertrages bisher
wiederholt zu Mißverständnissen gefuhrt hatte.
Spanien. Zum Valutazuschlag. Anträge auf Rückvergütung be-
reits bezahlter Zuschläge müssen bis zum 13. 8. bei dem Zollamt, wo die
Verzollung erfolgte, unter Vorlegung gewisser Handels-Urkunden bean-
tragt werden. Vielfach konnten diese Bescheinigungen wegen Ueber-
laBtung der spanischen Berufskonsulate nicht rechtzeitig bereit gestellt
werden Nunmehr ist durch eine Verordnung vom 8. 8. die Frist ittr die
Beibringung der betr. Urkunden Mb zum 13. 9. 22 verlängert worden,
immer aber unter der Voraussetzung, daß der betreffende Antrag recht-
zeitig, d. h. bis zum 13. 8. gestellt wurde.
Ungarn. Neue Einfuhrbeschränkungen. Das amtliche Com-
munique über die Ministerialsitzung vom 7. d. M., welche sich insbe-
sondere mit der in ein kritisches Stadium eingetretenen Teuerungsfragt
beschäftigte, besagt u. a : Es wurde beschlossen, eine Einfuhrliste auf
zustellen, die nur solche Artikel enthalten soll, deren Einfuhr v..n dei
Fachkreisen als notwendig bezeichnet wird. Damit soll eine Ein
schränkung der Einfuhr erreicht und die Einfuhr von Luxusartikeln fft:
einige Zeit überhaupt unterbunden werden,
Die Lage in Industrie und Handel.
der Porzellan- und Glasindustrie in Oberfranken. Dei
„Mitteilungen" der oberfränkischen Handelskammer entnehmen wir di
nachfolgenden Ausführungen: In der Porzellanindustrie haben di
mit der unaufhaltsam fortschreitsnden Teuerungswelle im Zusammenhan)
Btehenden Steigerungen der Verkaufspreise teilweise zur Annullieruui
von Aufträgen geführt. Im allgemeinen sind aber die Porzellanfabrikei
noch für längere Zeit mit Aufträgen, besonders aus dem Inland, versehet
Das Ausland beobachtet bei der Aufgabe von Bestellungen nach wie vo
große Zurückhaltung. Das gilt namentlich von Nordamerika. Beeinträch
tigt worden ist die Produktion im Berichtsmonat vereinzelt durch de:
Streik in den böhmischen Kaolinwerken Immer schwieriger gestalte
sich die Kohlen Versorgung. — Normal ist die Produktion in der Glas
fabrikation. Jedoch gestaltet sich der Export im Spiegelgla
schleppend.
Schweiz. Lage der Glühlampenindustrie. Der Verei
schweizerischer Maschinen-Industrieller macht in seinem Jahresbericb
über die Lage der schweizerischen Glühlampenindustrie im J ahre 192
die folgenden Ausführungen: Die Geschäftslage in der Glühlampen
industrie war im Berichtsjahre noch ungünstiger als 1920. Der
ländische Markt hatte spezieil darunter zu leiten, daß Zwischenhändlt
der valutaschwachen Länder Glühlampen zu jedem Preis verkaufte!
Das Exportgeschäft wurde durch das fortwährende Sinken der fremde
Valuten unmöglich gemacht. Die im Spätherbst 1921 erlassene Einfuh:
beschränkung kam zu spät, um noch irgend welche Wirkung auszuttbei
Die Aussichten für die Zukunft dürften noch schlimmer werden. Ueb»
die allgemeine Lage werden nachstehende Ausführungen gemacht,
speziell für Deutschland in Frage kommen. Einen konstanten normale
Zustand gibt es im Wirtschaftsleben nicht. Nach einem Niedergan
folgt immer wieder ein Aufstieg. Diese Titsache und die Erwäguni
daß in den valutaschwachen Ländern, speziell in Deutschland, die G
stehungskosten sich in einem sehr raschen Tempo erhöhen, die Preii
immer eilender sich den Weltmarktpreisen nähern, bringen eiaij
Hoffnung in die sonst gewiß trostlose Lage. Es ist unmöglich, de
jahrelang ein industrielles Land, wie Deutschland, so viel billiger pr
duzieren kann als die ganze Welt. Die Verschleuderung df
Nationalvermögens muß einmal aufhören, und dann
der Moment gekommen, wo wir mit unserer gesunden Valuta wieder
normalen Bedingungen arbeiten können. Als eine schwere B
nachteiligune betrachtet es unsere Industrie, daß wir für eine gan
R ihe 7ou Rohstoffen und H*lbfabri£atau wesentlich höhere Preise b
aablen müssen als der deutsche Inlaudsvarbraucher Die Auslaudsve
kaufspreise werden nicht gemäß den Produktionsbedinguagen abgegebe
sondern entsprechend der Valuta der Absatzländer, so daß z B. Fran
reich und Italien von Deutschland günstiger beliefert werden wie w
das deutsche Inland selbst am günstigsten. Wir könnten diesem Vc
gehen noch eher Verständnis entgegenbringen, wenn derselbe Grunds*
auch auf die Ausfuhr der Fertigfabrikate von Deutschland angewend
würde. Aber hier wird die minderwertige Valuta gegen uns rttcksicht
los ausgenützt und dieselbe! zu Schleuderpreisen in das Land gewoife
Für unsere Industrie liegt darin eine große Gefahr, und wenn dur
internationale Aussprache und Abmachungen oder durch einen bald ei
tretenden Preisausgleich hier keine Aenderung erreicht werden kao
sollten Mittel und Wege studiert werdei, um diesem schwerwiegend
Uebelstand abzuhelfen. (Q80
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A.-G., Lübeck. Die a.
G-V vom 5 8. gab ihre Genehmigung zu der vorgeschlagenen Kapita
erhöhung um M 6 Mill. auf M 10 Mill Die neuen Aktien sind v
einem Konsortium unter Führung des Bankhauses S. Schoenberger & C
Berlin, zum Kurse von 112 °/0 übernommen worden. Hiervon werd
Ji 2 Mill. zum OriginalausgabekuTS den alten Aktionären im Verhält:
2 : 1 zum Bezüge angeboten.
Hohlglaswerke, A,-G., Dresden. Die G -V. genehmigte die Ka
talserhöhuug um Jt 2 Mill., die zu pari begeben werden Unter V
legung des SitzeB nach Brand-Erbisdorf wurde die Firma in „Mitteldeuts<
Glashüttenw'erke, A.-G ", abgeändert
Dresdner Keramische Industrie, A.-G., Dresden. Die aufi
ordentliche Hauptversammlung Btimmte der beantragten Kapitalserhöhu
um JL 3,5 auf Ji 7 Mill za unter Begebung der neuen Aktien an
Bankenkonsortium zu 120 °/0 mit der Verpflichtung, sie den alten Akl
nären zu 130% zum Bezüge anzubieten.
Oeneral - Versammlungren.
Vereinigte Schamotte- und Qaarzwerke, A-G., Frankfurt a. M : a
G.-V. 2. 9 22, 9 Uhr v., Geschäftslokal, Frankfurt a. M. T.-O. : Kapit
erhöhung.
Ziegel- und Schamottewerke, A.-G,, Könnern a. S.:.o. G.-V. 5.9.
HVs Uhr v,, Hotel „Zum Bock«, Könnern.
Glasindustrie, A.-G., Ladwigsburg: o. G.-V, 2.9.22, 10 Uhr
Oberes Museum, Stuttgart. ■
Deutsche Kaolin A-G.. Spergau: a. o. G.-V. 28.8. 22, Hotel Lif
päischer Hof, DreBden. T.-O.: Kapitalserhöhung.
1929. (6». Jahrgang.)
SPRECHSAAL — COBURG.
Hr. 34 — 38?
Messen und Ausstellungen.
Ein- und Ausfuhrbewilligungen für die Leipziger Herbst-
messe 1922. Für die Behandlung von Einfuhranträgen aus
Messekäufen, die auf der Leipziger Herbstmesse 1922 von deutschen
Firmen mit ausländischen Ausstellern getätigt sind, gelten die nach-
stehenden Richtlinien. Für die einzelnen Außenhandelsstellen sind
Kontingente aufgestellt worden, deren Höhe dem Umfange der auf der
Leipziger Frühjahrsmesse genehmigten Einfahranträge entspricht. Außen-
handelsstellen, aus derem Zuständigkeitsgebiet auf der letzten Frühjahrs-
messe Bewilligungen nicht erteilt worden sind, erhalten kein besonderes
^Kontingent. Um die Möglichkeit zu heben, auch eventuelle Anträge auf
Einfuhr von Waren aus den Gebieten dieser Außenhandelsstellen zu ge-
nehmigen, wird hierfür dem Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbe-
willigung ein Sonderkontingent zugeteilt. Soweit aus den Gebieten der-
jenigen Außenhandelsstellen, denen ein Kontingent zugeteilt ist, Be-
willigungen vom Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung aus-
gestellt werden, gehen diese auf das Kontingent der Außenhandelsstelle.
Hm Rahmen der aufgestellten Kontingente können sämtliche Anträge be-
willigt werden. Die Grenze für die sogenannten „kleinen Anträge" ist
|m wesentlichen von Jt 15 000 auf Jt 25 000 erhöht worden. Als Schluß-
termin für die Einreichung der Anträge auf Abstempelung der Meßorder
beim Meßamt wird der 16. September 1922 und für die Einreichung der
Anträge auf Einfuhrbewilligung auf Grund der abgestempelten Meßorder
der 21. Oktober 1922 vorgesehen. Anträge auf Einfuhrbewilligung
Können sowohl von den hierzu berechtigten Interessenten als auch von
faen offiziellen ausländischen bei der Messe anwesenden Vertretern bei
den Außenhandelsstellen eingereicht werden. Die Behandlung von Aus-
fSuhranträgen unterliegt den hierfür allgemein geltenden Richtlinien
und Bestimmungen. Die beteiligten Außenhandelsstellen sind von dem
Eeichskommiesar für Aus- und Einfuhrbewilligung ersucht worden, nach
Möglichkeit Vertreter zur Leipziger Herbstmesse zu entsenden. Die Zoll-
Stellen sind ermächtigt worden, die Ein- und Wiederausfuhr von Waren,
die zur Ausstellung auf der am 27. August bis 2. September 1922 in
Eeipzig stattfindenden allgemeinen Herbstmustermesse und der gleichzeitig
stattfindenden Bau- und technischen Messe bestimmt sind und als solche
in den Begleitpapieren bezeichnet sind, unter der Bedingung ohne Ein-
Keziehungsweise Ausfuhrbewilligung zuzulassen, daß sie unter Zollauf-
licht auf dem Hauptzollamt I in Leipzig abgefertigt werden, wahrend
Ihres Verbleibs in Deutschland im Vormerkverfahren unter Zollaufsicht
[bleiben und binnen zweier Monate nach Schluß der Messe wieder ausge-
führt werden. Die Wiederausfuhr muß dem Hauptzollamt gegenüber
Sichergestellt werden, Bei der Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß
die von der Reichsregierung gegenüber Polen getroffene Anordnung
Uber die verschärfte Anwendung der Ausfuhr verböte
»ufgahoben worden ist. Die Außenhandelsstellen sind ermächtigt worden,
Unsfuhranträge nach Polen entsprechend den allgemeinen Bestimmungen
und besonderen Richtlinien der Außenhandelskontrolle gegenüber Ländern
mit niedriger Valuta selbständig zu behandeln. (ng)
| Eine niederdeutsche Kunstgewerbeschau in Bremen findet vom
3. bis 10. 9. 22 unter Leitung der gemeinnützigen Norlwestdeutschen
Pürerhaus-Gesellschaft im dortigen Museum statt. Zur Ausstellung gelangen
alle Gebiete niederdeutschen Kunsthandwerks und Kunstgewerbes ein-
schließlich Keramik nnd Glas.
Bußland. Die Messe in Nishnij Nowgorod. Am 1.8. 22 fand
die feierliche Eröffnung der Messe statt. Natürlich kann die Messe von
£922 keinen Vergleich mit ihren Voigängern aushalten: der Westen des
ilten Rußland, die baltischen Provinzen, Finnland und noch manches
andere fehlten ganz. Aber sie bedeutet immerhin einen Anfang und ist
ein Beweis von der ungeheuren Lebensenergie, die in diesem ärmlichen
Sowjetstaat ohne Kredit und ohne das Vertrauen des Auslandes steckt.
Bis zum 6. 8. waren 146 Firmen in das Register der Meßleitung eingetragen ;
'davon sind allerdings 93 staatliche Organe des Handels und 22 genossen-
schaftliche Organisationen und nur 31 Privatfirmen.
verbände.
Der Verband Deutscher Grossisten für Glas und Keramik,
,E. V., Leipzig hält seine diesjährige Herbstversammlung am Sonntag,
den 27. 8. 22, nachmittag 3 Uhr in der Loge Minervs, Leipzig, Weststr. 1 ab
Die Zentralstelle für Interessenten der Leipziger Muster-
Finessen, E. veranstaltet am 30. 8. 22 8 Uhr abends im Saal der Alten
uHandelsbörse in Leipzig eine außerordentliche Hauptversammlung.
Der Verein deutscher Spiegelglasfabriken, Cbln, erhöhte mit
Wirkung ab 16. 8. die Preise für Spiegelglas aller Kategorien um durch-
schnittlich 30%, die Verpackung von Jt 1100 auf Jt 1600.
Versicherungen.
Angestelltenversicherung. Mit Wirkung vom 1. 7. 22 ist die Ver-
■icherungsgrenze auf Jt 100 000 erhöht worden. Die Zahl der Gehalts-
klassen ist um drei vermehrt worden. Der monatliche Beitrag in den
A
B
C
D
E
F
G
H
J
K
L
M
•N
0
P
von mehr als Jt
beträgt wie folgt:
1.60
bis
zu
Jt
560
J6.
550 „
n
r>
850
n
320
850 „
B
B
1150
B
4 80
1150 „
n
n
1500
B
6.80
1500 „
B
f>
2000
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16.60
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B
60 —
50000 „
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80.—
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100000
B
110,—
Das Beitragsverfahren mittels Postscheckverkehrs endet mit dem 31. 12. 22.
Vom 1. 1. 23 ab erfolgt die Beitragsleistung durch Einkleben von Marken
in die Versicherungskarte des Versicherten.
Krankenversicherung. Mit Wirkung vom 7. 7. 22 ist die Ver-
sicherungsgrenze für Betriebsbeamte, Werkmeister und andere Angestellte
in ähnlich gehobener Stellung sowie Handlungsgehilfen auf Jt 72000
(Jahresarbeitsverdienst) heraufgesetzt worden.
Schönwald Paul
Kühn
Josef
Ein
Firmenregister.
Deutsehland.
Ebert & Herold, Porzellanmalerei, G. m. b. H.
Herold ist nicht mehr Geschäftsführer.
Starke & Co, G. m. b. H, Naundorf. Geschäftsführer Hugo
ist ausgeschieden. Alleiniger Geschäftsführer ist .Fabrikdirektor
Gombert.
Terracotta-Fabriken Riffarth, Arnos & Co., Cöln-Braunsfeld.
Kommanditist ist ausgeschieden. Die Kommanditgesellschaft ist in eine
offene Handelsgesellschaft umgewandelt worden. Die Prokura des J. E.
Mc. Cielland ist erloschen. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der bisherige
Gesellschafter Leo Riffarth ist alleiniger Inhaber.
* Villeroy & Boch, Zweigniederlassung Wallerfangen und Wadgassen.
Die Zweigniederlassung Wallerfangen führt den Zusatz: „Steingutfabrik
Wallerfangen", die Zweigniederlassung Wadgassen den Zusatz: „Kristall-
fabrik Wadgassen". Fabrikdirektor Peter J. Lengersdorf hat Prokura für
die Zweigniederlassung Wallerfangen. Die Direktoren Friedrich Fischer
und August Wilhelm haben Gesamtprokura für die Zweigniederlassung
Wadgassen. - ' ^ . ■■
Keramische Werke, G. m. b. H., Fulda. Herstellung und Vertrieb
keramischer Erzeugnisse. Stammkapital: M 45000. Geschäftsführer sind
die Kaufleute Karl Wegel und Bruno Winkler nnd Keramiker Bern-
hard Koziol. . • _.
Max Kray & Co.-Glasindustrie Schreiber, A.-G., Berlin. Direktor
Josef Steska wurde zum Vorstandsmitglied bestellt.
Glashütte Hannover, G. m. b. H„ Hannover (Scharnhorststr. 7).
Herstellung und Vertrieb aller Sorten von Glas und Glaswaren. Stamm-
kapital: Jt 100000. Alleiniger Geschäftsführer ist Fabrikant Louis
Schoeller.
Spiegel-Industrie und Glashandels-A.-G., Berlin (Prinzenstr. 19).
Verarbeitung und Vertrieb sämtlicher Glasarten, Betrieb der mit diesen
Handels- und Industriezweigen im Zusammenhang stehenden Geschäfte
und Erwerb von Unternehmungen gleicher oder ähnlicher Art. Grund-
kapital: Jt 2,2 Mill. Vorstandsmitglieder sind die Kaufleute Georg
Schulvater und Hans Wachsmann. Alfred Weberbauer hat Gesamt-
prokura, Den ersten Aufsichtsrat bilden Direktor H. Maaßen, Kaufmann
F. W. Gebhardt, Steuersyndikus P. Seiffhart und Rechtsanwalt F. F. Levy.
Georg Linz, Glasschleiferei, Erlangen (KuttlerBtr. 31). Inhaber ist
Spiegelglasschleifereibesitzer Georg Linz.
Kristsllspiegelfabrik Wittfeld & Janssen, A.-G., Kempen-Rhein. Kauf-
mann Karl Janssen ist als Vorstandsmitglied ausgeschieden.
Karl Hofbauer Kristallglasschleiferei Neustadt W.-N., Neustadt
a. W.-N. Inhaber ist Kaufmann Karl Hofbauer.
Bruno Müller &*Co., Petersdorf i. R. Persönlich haftende Gesell-
schafter sind Kaufmann Bruno Müller und Fabrikbesitzer Adolf Wagen-
knecht. Sieben Kommanditisten sind beteiligt.
Glashttttenerzeugnisse-Vertriebs-Geaellschaft Racz & Pintus, Berlin.
Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der bisherige Gesellschafter Anton Racz
ist alleiniger Inhaber. Die Firma lautet jetzt: Glashüttenerzeugnisse-
Vertriebs- Gesellschaft Anton Racz. Eine KommanditiBtin ist eingetreten.
Mitteldeutsche Glasindustrie August Junker, Hannover (Gr. Barlinge
52 A). Inhaber ist Kaufmann August Junker.
Rheinische Glasniederlage Gebr. Heinemann, Inhaber Johannes
Heinemann und Frau Richard Heinemann, Hamborn. Persönlich haftende
Gesellschafter sind Johannes Heinemann und Frau Richard Heinemann.
Kaufmann Richard Heinemann hat Einzelprokara.
Zinnoxyd-Comtoir, m. b. H., Cöln. Die Vertretungsbefugnis des
Liquitators ist beendet, die Firma erloschen.
Patente.
Deutsches Kelch.
Anmeldungen.
1 a, 9. St. 32 180. Rutsche zum Trennen der festen von den
flüssigen Bestandteilen bei der Behandlung von Schlammen der ver-
schiedensten Art. 19.7. 19.
la,9. St. 34 836. Verfahren zur stetigen Erneuerung der Filter-
schicht bei Nutschen zum Entwässern körnigen mit Staubkorn vermengten
Materials. 10. 8. 21.
1 a, 9. St. 35 093 Verfahren zur stetigen Erneuerung der Filter-
schicht bei Nutschen zum Entwässern körnigen mit Stanbkorn vermengten
Materials ; Zus. z. Anm. St. 34 836. 26. 10. 21.
Theodor Steen, Berlin- Charlottenburg, Knesebeckstr. .77.
1 a, 19. G. 50 495. Federnd aufgehängtes Stoßsieb zur Klassiernng
körnigen Gutes. GuBtav Gröndal, Djursholm, Schweden. 11. 3. 20.
Schweden 22. 3. 19.
12 b. R. 51 646. Kalzinierofen. Rhenania Verein Chemischer
Fabriken, A.-G., Aachen, und Dr. Karl Thelen, Hönningen. 26. 11. 20.
12 d, 12. C. 27 487. Filterflächen aus an sich undurchlässigen,
mit ebenen Flächen aneinander gelegten festen Körpern. Chemisches
Laboratorium für Tonindustrie und Tonindustrie-Zeitung Dr. H. Seger
und E. Cramer, G. m. b. H, Berlin. 23. T. 18.
12 e, 1. S. 58 262. Füllkörper. Fritz Seng, Berlin, Kaiser-Franz-
Grenadier-Platz 7. 3. 12. 21.
21 c, 2. D. 40 030, Verfahren zur Herstellung von Isolierkörpern
für die Elektrotechnik aus Quarzglas. Dsntsche Ton- nnd Steinzeug-
Werke, A.-G., Charlottenburg. 16 7. 21
888 — Nr. 34
SPRECHSAAL- COBURG.
1922. (66 Jahrgang.)
21 c, 2. H. 81 309 Vorrichtung zur Herstellung von Mikanit-
platten. Henri Herrmann, Paris. 10 6. 20 Frankreich 29. 9. 19.
21 c, 10 A 32 415. Durchführungsisolator. Aktiengesellschaft
Brown, Boveri & Cie., Baden, Schweiz. 16 10. 19
21 c, 13. P. 38 037. Hänge- oder AbBpannisolator mit aas Kappe
nnd Bolzen bestehenden Beschlägen. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co.,
A-G, Selb i. Bayern 9 7. 19.
21 c, 13. B 92 663. Isolator für Hochspannung. Bergmann Elek-
trizitäts-Werke, A.-G., Berlin. 3. 2 20.
21 c, 14. B. 100 297. Isolator für hohe und höchste Spannungen.
Josef Bergmeister, München, Sendlinger Torhaus. 20. 6 21.
21 c, 14 W. 66 305. Isolator mit Sicherung. Fa. Joseph Wolff,
Frankfurt a. M. 25. 9. 20
21 g, 11. L 49 481. Hocbvakuumröhre, insbesondere Röntgen-
röhre, Ventilröhre, Senderöhre oder Verstärkungsröhre. Dr. Julius Edgar
Lilienfeld, Leipzig, Mozartstraße 4. 12. 12. 19.
21g, 15. 8. 56 536 Röntgenröhre. Siemens & Halske, A.-G,
Siemensstadt b. Berlin. 28 5. 21.
24 e, 3. G. 54 157. Gaserzeuger mit Beschickung von unten.
Hermann Goehtz, Berlin Schöneberg, Merseburgerstraße 9. 22 6 21.
30 b, 14. M. 74 241. Zwei- oder mehrteilige Form zur Herstellung
künstlicher Zähne mit Preßstempel zum Einpressen der Zahnmasse von
außen her. Ludwig Mergehen, Frankfurt a. M , Süd, Hedderichstraße 118.
25. 6. 21.
30 b, 14. 8. 52 418. Künstlicher Zahn mit einem in einem Loch
des Zahnkörpers untergebrachten schalenförmigen Ankerglied. Weeley L.
Smith, Pittsburg, V. St. A. 2 3. 20. V. St. Amerika 13. 3. 19
30 k, 4. F. 45 839. Winkelförmige und mit einem Einspritzrohr
versehene Ampulle. Dr. Julius Frankenstein, Berlin-ScLöaeberg, Kaiser-
Wilhelmplatz 5. 12 12. 19.
32 a, 1. N. 17 624. Wannenofen zum Schmelzen von Glas, be-
sonders für flüssige Brennstoffe Naamlooze Vennootschap Glasfabrik
„Leerdam" vorheen Jeekel, Mijnssen & Co., Leerdam, Holl. 5. 12. 18.
Holland 14. 1. 18
32 a, 12. W. 65 150. Glasblasemaschine. The Westlake, European
Machine Company, Toledo, Ohio, V. St. A. 6 6. 20.
32 a, 16. Sch. 51411. Glasblasemaschine zar Herstellung von
Flaschen mit innerer Troplöffnung. Carl Schnuerle, Frankfurt a. M ,
Waldechmidtstraße 57 Zus. z. Pat 325 004. 14 5. 17.
32 a, 22. K 65 026 Verfahren zur Herstellung von Glasrohren
mit in der Wandung eingebettetem, skelettartigem Körper. Karl Küppers,
Aachen, Hubertusstraße 58 Zus. z. Anm K. 63 310. 12.2. 17.
32 a, 24. F. 46 699. Vorrichtung zur Herstellung von Glasgegen-
ständen, besonders zum Ziehen von GlaBtafeln. Stephan Forgo, Budapest.
27. 4. 20.
32 a, 27. H. 82 441. Verfahren zur Herstellung von doppelwandigen
Glasgefäßen nach Dewar- Weinhold. Christian Hinkel, Berlin, Mathieu-
Btraße 7—9. 16. 9 20.
32 a, 35. P. 40 144. Verfahren und Schmelzofen zur Herstellung
von flächenhaften Gegenständen. Paul Ludwig Pfannenschmidt. Jena,
Marienstraße 12. 30. 6. 20. England 7. 1. 14 für Anspr. 1 und 23. 5. 14
für Anspr. 2
33 c, 12. B. 95 652. Flasche zum Aufbewahren von Duftstoffen.
Felix Bartsch, Leipzig-Neustadt, Eisenbahnstraße 64.* 23 8. 20.
341, 11. G. 50 060. Duppelwandiges Vakuumgefäß aus Glas oder
Porzellan. Gesellschaft zur Verwertung chemischer Produkte m. b. H,
Kommanditgesellschaft, Berlin. 14 1. 20.
42 h, 23. B. 103997. Glastrog. Dr. Ludwig Bergmann, Wetzlar.
15.3. 22.
421, 18. B. 99346. Meßglas mit Saugvorrichtong für Säureprüfer
o. dgl Robert Bosch, A-G, Stuttgart. 18. 4. 21.
48 b, 10. J. 20571. Verfahren zur Erzeugung eines Schutzüber-
zuges auf oxydierbaren Metallen. International General Electric Company
Incorporated, New- York. 8. 7. 20. V. St. Amerika 10. 7. 18. .
48 c, 6. Z 12381. Verfahren zur Herstellung von emaillierten
Schreibtafeln. Richard Zulauf, Frankfurt a. M , Stiftsur. 28. 10 6. 21.
67 a, 16. H. 85 615. Einspannvorrichtung für mehrere nebeneinan-
derliegende Werkstücke auf dem SchleiftiBch von Maschinen zum Schleifen
von Facetten an Glasplatten. Richard Hermann, Berlin, Rheinberger
Str. 66. 5 2. 21.
67 a, 19. T. 23466. Verfahren zum Bepichen zu schleifender oder
polierender Glasstücke, insonderheit Glaslinsen. William Taylor und
Francis William Preston, Laicester, Engl. 27. 12 19. England 14. 10. 18.
67 a, 21. St. 30 438. Nach einem Kreisbogen schwingbarer Doppen-
halter für Masohinen zum Polieren von Edelsteinen. 20 3. 17.
67 a, 21. St. 30441. Edelstdnpoliermaschine, bei der mit fortschrei-
tender Bearbeitung deB Werkstückes die Gewichtsbelastung der dasselbe
tragenden HauptBpindel und damit der Arbeitsdruck zunimmt. 21. 3. 17.
Stern- Coleman Diamond Machine Company Inc, New- York.
67 a, 21. K. 76 987. Vorrichtung zum Umstecken von allseitig mit
Schleif flächen zu versehenden Werkstücken, wie z. B. durchbohrten Perlen,
Oliven u. dgl. von den Spindeln eines Schleifkaetens auf die Spindeln
eines zweiten Schleifkastens. H. Kaiser, Metallwarenfabrik, Reichenberg.
30.3 21. Oesterreich 30.3. 15.
67 a, 26. S. 51 650. Vorrichtung zum Abrichten der ebenen Fläche
von Schleifscheiben. Siemens-Schuckertwerke G. m. b. H., Siemensstadt
bei Berlin. 2.12. 19.
75 c, 5. H. 84 927. Verfahren zur Uebertragung ineinanderlaufen-
der FarbenBchichten auf Wandverkleidungen; Zus. z. Pat. 296 386.
Johanna Margareta Hermann, geb. Wucherer, und Jakob Adolf Hermann,
Offenbach a. M, Bernardstr. 102. 1.4. 21.
80 a, 64. B. 96 790. Vorrichtung zum Abwischen der Glasurmasae
von den Räudern vorgebrannter Porzellantassen u. dgl. und Vorrichtung
zum Nachschneiden deB Wischers. Robert Bosch, A-tt., Stuttgart, Rote-
btlhlbtr. 118. 6. 11 20.
80 b, 8. A. 36081. Verfahren zur Herstellung von Dinasateinen.
Allgemeine PhyBicochemiecbe A.-G, Hannover. 20.9. 21.
80 b, 9. P. 43 204 Verfahren zur Herstellung von plastischen
Massen aus Glimmer, Asbest oder ähnlichen Silikaten. Plausons For-
schungsinstitut G. m. b. H., Hamburg. 21. 11. 21.
80 b, 9. St. 32965. Verfahren nnd Vorrichtung zur Herstellung
von Baustoff ans Torf. Fritz Stötzel, Zehlendorf b. Berlin, Potsdamer
Str. 44 25 2. 20
80 b, 12 L 53871. Verfahren zur Herstellung von ungebrannten
Baustoffen. Wilhelmine Londenberg, geb. Fehmer, Berlin, Lützowstr. 111.
26.8. 21.
80 c, 8. 8. 53305. Scharf brandofen mit Lichtbogenheizuug. Siemens-
Sehackert- Werke, G. m. b. H , Siemensstadt b. Berlin. 9. 6 20.
80 c, 5. L. 50035. Verfahren und Vorrichtung zum Baheizen von
Kanalöfen. 28.2 20.
80 c, 5 L 52672 Brenner znr Ausübung des Verfahrens zum Be-
heizen von Kanalöfen; Zus. z. Anm. L. 50035. 22.3 21.
Nicola LengerBdorff, Bnnzlau, Schles.
80c, 5. W. 57016. Ringförmiger Kanalmuffelofen; Zus z. Anm.
W. 50 997. Charles B Winzer, Hamburg, Parkallee 15. 20. 12. 20.
80 c, 12. M. 73391. Verfahren zum Brennen mit Gas im Schacht-
ofen. Fa. Franz Meiser n. Karl Meiser, Nürnberg. 16, 4. 21.
85 e, 21. H. 86001. Seitliche Auslauf Vorrichtung für Wannen aus
Ton o. dgl. Thomas Christian Hagemann, Kristiania, Nirweg. 21.6. 21.
Norwegen 13. 10. 17.
Zurücknahme von Anmeldungen.
67 a. H. 70637. Maschine zum Rohschleifen von Edelsteinen,
Halbedelsteinen, synthetischen Steinen und deren Nachahmungen mit um-
laufendem Werkstück und Werkzeug. 29. 3. 20.
67 a. H. 70 538. Maschine zum Schleifen und Polieren von Edel-
steinen, Halbedelsteinen, synthetischen Steinen und deren Nachahmungen.
30.10. 19.
67 a. H. 70 548. Vorrichtung zum zentrischen Einsetzen von echten
und unechten Edelsteinen in ihre Halter und zum Einbetten in erstarren-
dem Bettungsstoff. 30. 10. 19.
80 b. F. 49109. Verfahren zur Gewinnung von Feldspat und
Dolomit. 12. 1. 22.
Versagnng.
21 c. J. 19 148. Aub mehreren Teilen bestehender nicht auseinander-
nehmbarer Hochspannungsisolator. 20.9 20.
Erteilungen.
356948. 67 a, 16. Schwingbarer Werkstückhalter für Maschinen
zum Schleifen von Facetten an die graden Kanten von Glasplatten. Karl
Müller, Schwabacher Str. 65, und Albert Roder, Moststr. 45, Fürth.
6. 3. 21.
356 967. 80 c, 16. Verfahren und Vorrichtung zur Beheizung von
periodischen Oefen. Franz Meiser u. Karl Meiser, Nürnberg, Sulzbacher
Str. 9. 26. 7. 21.
357 159. 30 g, 3. Sicherheitsverschluß für Flaschen. Carl Schnuerle,
Frankfurt a. M. Waldschmidtstr. 67. 31. 8. 20.
357 253. 42 i, 1. Kapillarrohr für Thermometer. 12.6.21.
367 254. 42 i, 1. Kapillarrohr für Thermometer. 17.6.21.
Wilbeim Uebe, G. m. b. H., Zerbst, Anh.
357 323. 42 i, 1. Thermometer. Wilhelm Kramer, Thermometer-
fabrik, Komm.-Ges., Zerbst, Anh. 28. 6. 21.
357 450. 42i, 9. Optisches Pyrometer. Dr. Rudolf Haase, Hannover,
Josefstr. 26. 26. 1. 21.
357 451. 42 i, 9. Strahlungspyrometer mit Thermoelement und vor
diesem liegender Blende. Siemens & Halske, A.-G., Siemensstadt bei Berlin.
11.1 21.
357 421. 82 a, 1. Trocken -Verfahren für Tonerzeugnisse. Carl
Munzel n. Alois Pözel, Röhradorf a. d. B„ N -B. 13. 10. 20.
357 433. 21 r, 13. Verbindungsstück für Isolatorketten mit Aus-
sparungen, durch die die mit Verdickungen versehenen Enden der Auf-
hängeorgane gezogen sind. Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf-
Klosterlauanitz, Hermsdorf, S.-A. 24. 1. 20.
357 588 10 a, 13. Formstein zum Aufbau gitterwerkartiger Heiz-
wände von Kammeröfen. American Coke & Chemical Company, Chicago.
2. 4. 20.
357 653. 80 a, 57. Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von
an der Oberfläche verzierten Gegenständen aus keramischer oder ähnlicher
Masse. Heinrich Thein, Hofheim, Unterfranken. 11. 10. 19.
357 685. 21 c, 13. Hänge- oder Abspannisölator der Kappentype
Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Ca., A.G., Selb i. Bayern 10. 7. 19.
357 689. 21 g, 11. Eatladungsgefäß aus Glas, bei. dem eine oder
mehreie Elektroden ans einem metallischen Belag der Innenwand bestehen.
Patent- Treuhand Gesellschaft für elektrische Glühlampen m. b. H., Berlin.
4. 6. 20.
357 809. 75 b, 13. Verfahren zur Herstellung von Glasmosaiken.
Werkstätten für dekorative Kunst Racz & Co., Berlin. 20. 2. 21.
357 833. 12 g, 1. Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von
Silikaten mit Säuren zwecks Erzielung kieselsäurefreier Salzlösungen.
Dr. Gian Alberto Blanc, Rom. 16. 10. 21. Italien 14. 6. 21.
357 864. 32 a, 27. Verfahren zum Drehen zylindrischer Körper,
besonders Glaskörper. Paul Bornkessel, Frohnau, Mark. 13.11.19.
357 865. 3,2 a, 27. Verfahren zur Erzeugung eines verflechtbaren,
verseilbaren oder verwebbaren Glasgespinstes. Gedeon von Pazsiczky,
Wandsbek, Wilhelmstr. 33. 12. 10. 20.
357 866. 32 a, 33. Verfahren znm Ritzen oder Schneiden von Glas.
Dr. Erik Liebreich, Berlin-Halensee, Joachim-Friedrichstraße 61. 11. 7. 20.
357 890, 80 a, 44. Maschine zum Formen anrunder keramischer
Gegenstände mit Diehscheibe nnd Formsteg. Aktiebolaget Gustafsbergs
Fabrik» Interessenten Gastafsberg, Schwei 9. 7. 20. Schweden 16. 8. 19.
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Beschreibungen.
Maschine zun Einschieifen gerader oder kurvenförmiger
Killen oder Nuten in Glasplatten mittels umlaufenden Werkzeuges, das in
einem fahrbaren Gestell Uber dem Werkstück angeordnet ist. Das Werkzeug
ist mit seinem nnter Eigengewichtswirknng stehenden Halter am seine Längs-
achse drehbar in einem nm den vertikalen Zapfen des fahrbaren Gestelles
mittels einer von ihm aas getriebenen Kurbelschleif e mit einstellbarem Kurbel-
arm schwingbaren Hebel angeordnet. Mit dem Kurbelschleifenzapfen ist
eine zweite in der Armlänge einstellbare Kurbel verbunden, die mittels
eines längsfedernd angordneten Kettentriebes auf der Werkzeughalterblichse
diese in Schwingung versetzt, so daß die Ebene der Schleifscheibe in Rich-
tung der Tangente an die durch die Schwingbewegung des Hebels beim
geradlinigen Bewegen des Fahrgestelles entstehenden Wellenkurven im
Ichleifpunkt eingestellt werden kann. 67 a, 15. Nr. 350854. 10. 3. 21.
Franz Liebel, Wien.
Verfahren zur Herstellung künstlicher Peilen, Halbperlen,
mit oder ohne Schmelz, unechter Diamanten, Farbsteine und anderer ähn-
licher Erzeugnisse. In das Innere der Perlen oder auf die Rückseite der
Ferien, Halbperlen oder Steine wird ein Ueberzag aus geeignetem phospho-
reszierenden Stoff gebracht, wodurch Farbänderungen im Zwielicht oder
beim Uebergang vom Licht in die Dunkelheit und ein völliges Leuchten
ia der Dunkelheit erzielt werden. 75 d, 4. Nr. 350 963. 16. 1. 21. Fernand
Sauvage, Paris.
Terfahren zur Erzeugung von Steinen, Platten u. dgl. aus Bims-
sand. Der aus der Grube kommende Bims wird in Schiefer, feinen und
groben Bims zerlegt, wobei aus den drei Grnndarten Steine in Verbindung
mit Bindemitteln hergestellt werden, and zwar Steine aas den Schieferteilchen,
Iieichtsteine aus dem groben Bims und Steine aus dem feinen Bims. 80 b,
ja. Nr. 350 966. 20. 11. 20. Wilhelm Ludwig Paul Cieff, Haag, Holl.
Liegende Gasretorte aus Formsteiuen, insbesondere Silikatsteinen.
Die an den oberen Schlußstein angrenzenden Steine liegen mit ebenen,
zur Retortenachse geneigten Stoßflächen an, bo daß Bie sich unter der Wir-
kung der bei der Ausdehnung der Retortenwandungen auftretenden Kräfte
Inf dem Schlußstein verschieben kennen. 26 a, 6. Nr. 351011. 20.7.19.
Stettiner Chamotte-Fabrik, Akt.-Ges. vormals Didier, Stettin.
Terfahren zur Herstellung von keramischen Massen. Es wird
tnf mechanischem oder chemischem bezw. mechanischem und chemischem
Wege von seinen ISebenbestandteilen befreiter Bimstuff für keramische
»wecke verwendet. 80 b, 12. Nr. 351069. 21.7.20. Gesellschaft für
Tuff- und Ton-Technik m. b. H., Neuwied.
Kanalofen. In den Seiteawandungen der Brennzone sind sich all-
mählicn vertiefende Ausbuchtungen vorhanden, an deren tiefster Stelle
lie Flammeneinführung erfolgt. 80 c, 5. Nr. 351 070. 14 1. 19. Peter
Joseph Lengersdorff, Berlin.
Vorrichtung zum Zerkleinern von Ton, Torf, oder dgl. in
Verbindung mit einer Baggerkette. Die Kettenglieder der Becherkette
sind mit Schermessern versehen, die an Scheimessern entlanggleiten.
|)c, 1. Nr. 351213. 1.10.20. Walter Berger, Berlin-Schöneberg.
Firmenschild aus einzelnen Buchstahenfeldern, die mit dem
Rahmenteii aus einem Stück bestehen, nach Patent 332413. Die ge-
gerippten, aus Schaufläcbe und Rahmen hergestellten Einzeiteile bestehen
»us Glas, wodurch das Schild nicht nur versteift, sondern auch durch die
Zerstreuung des Lichtes der Eindruck hervorgerufen wird, als ob die
Bloßstellen der Einzelfelder nicht vorhanden seien und das ganze
ichild ans einem Stück Glas besteht. 54 g, 11. Nr. 351 253. 28. 3. 20.
Zusatz zum Patent 332 413). Benedikt Holzmayer, Berlin.
Kanalofen mit im Innern der Ofenkammer angeordneten Längs-
ferbrennungskammern, durch welche die Verbrennungsgase hindurch-
gezogen werden, ohne mit dem Brenngut in Berührung zu kommen. In
len Verbrennungekammern liegen mehrere VerbrennungsBtellen hinter-
iinander. 80 c, 5. Nr. 351272. 11.9.17. Dreßler Tunnel Ovens,
Itoke-on- Trent, England.
Brennofen mit mittelbarer Beheizung nach Patent 344 363. Die
farbrennungskammern und die Luftumlanfkanäle sind aus aneinanderge-
reihten Ruppeaplatten gebildet. 80 c, 4. Nr. 351 314. 10. 5. 21. (Zusatz
um Patent 344 363). Carl Bochmann, Hennigsdorf b. Berlin.
Vorrichtung zur Herstellung von Bleioxyd durch Oxydation
von geschmolzenem Blei. Sie besteht ans einem hohen, geräumigen
zweckmäßig mit einer wärmeisolierenden Schutzschicht bedeckten Be-
hälter, der an seinem unteren Teile mit zwei gegenüberliegenden Rohren
sowie einem unter einem durchlöcherten Zwischenboden befindlichen
Rohre zur Zuführung heißer Druckluft ausgestattet ist. 12 n, 7. Nr. 351 328.
16. 11. 20. Leopold Kübler, Berlin.
Konservenglas. Die Oeffaung des Glases ist mit zwei untereinander-
liegenden Ringauflagen ausgebildet, welche die eine als Sitz für den Deckel und
die andere als Halter für den Rand eines zweiten einzusetzenden gleich-
geformten Glases dienen, wobei in den Ringauflagen Bohrungen vorge-
sehen sind, um beim Behandeln des Konservenglases im Vakuum die Luft
aas dem Ringraum zwischen den beiden Gläsern entweichen zu lassen,
derart, daß jedes Glas sowohl als Speisebehälter als auch als Konserven-
glasaufnahm»behälter Verwendung finden kann. 53 b, 3. Nr. 351565.
31. 3. 20. Arthur Eggleton Worster, Vancouver, B. C, Kanada.
Terfahren zur Herstellung von Spiegeln durch Ueberziehen
einer geeigneten Unterlage, besonders Glas, mit der Lösung eines Platin-
oder ähnlichen Metallsalzes in organischen Lösungsmitteln and Erhitzen
bis zur Abscheidung der spiegelnden Metallschicht. Es wird eine
kollodiumhaltige Lösung des Platins oder ähnlichen Metallsalzea ange-
wendet. 32 b, 10. Nr. 351 655 20. 10. 20. Juluis Rheinberg, London.
Terfahren zur Herstellung hochfeuerfester Steine auf kaltem
Wege. Quarzit und Kalk wird zu einer Grandmasse innigst ver-
mählen and mittels dieser Grundmischang gröber zerkleinerter Quarzit
eingebunden. 80 b, 8. Nr. 351 789. 29. 8. 18. P. Litwin & Co., Kom.-
Ges., Berlin.
Terfahren zur Herstellung poröser keramischer Erzeugnisse.
Als Masse wird ein feinpulvriges Gemisch aus plastischem Tod, Gips and
Holzkohle verwendet. 80 b, 18. Nr. 351 790. 29. 2. 20. Societe Anonyme
Le Carbone, Levallois-Perret, Seine.
Kipptisch, insbesondere zum Umkehren von Spiegelscheiben
beim Scnleifen. Er besteht aas einem am die wagereente Mittelachse
kippbar angeordneten Rahmen mit zwei untereinander and zar Rahmen-
ebene parallelen Gittern oder Rosten bemessenen Abstandes, deren Stäbe
nach den Rahmenseiten hin zusammengeschoben werden können, so daß
die auf den jeweils unteren Rost- aufgelegte Scheibe mit dem oberen
überdeckt durch Kippen des Tisches am 180° auf den zweiten Rost am
gelegt aad entnommen werden kann, nachdem der nunmehr obere erste
Rost zar Seite geschoben worden ist. 32 a, 21. Nr. 338 687. 5. 12. 19.
Socieie Anonyme des Manufaktares des Glaces et Produits Chimiques de
St. Gobain, Caauny & Cirey, Paris.
Terfahren zur Herstellung von kugelähnlichen Ampullen oder
Fiolen mit eingebrannter Aufschrift durch Aufbringen der einbrennbaren
Farbe auf ein Glasrohr, Erhitzen bis zur Erweichung und Aufblasen.
Die Inschrift wird auf einen zylindrischen Röhrenabschnitt aufgestempelt
und dieser erhitzt und aufgeblasen. 32 b, 8. Nr. 351 820. 12. 11. 19.
Paul Bornkessel, Frohnau, Mark.
Hängeisolator. Er ist gekennzeichnet durch einen nach der Mitte
zu zweckmäßig stärker werdenden and an der Unterseite mit konzen-
trischen Wülsten versehenen tellerförmigen Mittelteil, der oben and unten
unmittelbar in Köpfe übergeht, die von Metallkappen umfaßt sind, welche
hierdurch möglichst nahe an den Mittelteil herangeführt sind und ge-
gebenenfalls an der Unterseite zwischen Wülste eingreifen. 21 c, 13.
Nr. 351870. 21. 3. 19. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G.,
Selb, Bayern.
Terfahren zum Beheizen von periodisch betriebenen Oefen
mit Generatorgas. Die vom Gase angesaugte Lnft wird zunächst in
durch die Rauchgase oder durch die Hitze der Ofenwand erwärmten
Bekupeiationskanälen and darauf in die Feuerschächte umgebenden
Kanälen erhitzt. 80 c, 3. Nr. 352 224. 17. 4. 21. Firma Franz Meiser
and Karl Meiser, Nürnberg.
Schneckenpresse für Ton und andere plastische keramische
Massen. Die Treibläche der Schnecke besteht t.na Messing, Kupfer, Zink
oder Aluminium. 80 a, 25. Nr. 352 559. 7. 9. 19. Griesemann & Co.,
Magdebarg-Neastadt.
Fragekasten des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fpagekaatens.
1. Der Fragek&sten dient dun, technische and andere für unseren Leserkreis wissenswerte Fräsen nnd Fabrikationsfehler
iffen zu erörtern, ferner Hilfsmittel, Materialien, Maschinen und Werkzeuge für unsere Industrien nachzuweisen. Soweit sich Beines-
(Hellen im Anzeigenteil finden, wird, wenn nicht besondere Meldungen erfolgen, nur darauf hin verwiesen.
2. Die direhte Vermittelung des An- oder Verkaufs von Rezepten, fertigen Fabrikaten usw. und die Weitergabe von Angeboten
ifler Antworten an die Fragesteller sind ausgeschlossen.
S. Die Kamen der Fragesteller werden nach keiner Welse hin genannt, anonyme Zuschriften Jedoch nicht berücksichtigt.
4. Die Antworten werden nur In die zweite auf die Frr.ge folgende Nummer aufgenommen. Verspätet eingehende Antworten
tonnen nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden.
5. Die Redaktion behalt sich vor, ohne Angabe von erfinden sowohl Fragen als auch Antworten abzulehnen: für brauchbare
Beantwortungen technischer Fragen gewährt, sie ein angemessenes Zellenhonorar. Eine zivllrechtliehe Haftpflicht übernimmt die
ttedaktion nicht.
6. Jeder Frage ist Rückporto beizufügen.
Keramik.
109. Welche Entstaubungsanlage hat sich für den Kollergang be-
währt?
Erste Antwort: Die üblichen bewährten Entstaubungsanlagen
ttr Koilergänge bestehen aus einer Staubhaube, die Uber den Koller ge-
itttlpt ist und an geeigneten Stellen Türen zum Oeffnen und Schließen
.&t. Diese Staubhaube ist mit einem Exhaustor verbunden, der den ent-
wickelten Staub absaugt und in eine Staubkammer abläßt, wo sich der-
elbe ansammelt nnd dann mit verwendet werden kann. In dem neuesten
laschinenkatalog von Beißmann-Saalfeld sind solche Staubhauben bildlich
largeBtellt. Der Exhaustor ist zwar nicht ersichtlich, doch ist in der
einen Staabhaabe oben eine Oeffnung für ein Bohr angebracht, das eben
zum Anschluß an einen Exhaustor dienen soll. Die Staubkammer besteht
aus einem größeren Holzkasten, von dem 3 Seiten mit gutem Nesseltach
überspannt Bind, durch welche die eingeblasene Luft gereinigt wird und
den Staub zurückläßt. Man kann auch noch die obere Decke mit Nessel-
tuch versehen, damit man eine größere Durchlaßfläche für die Luft erhält.
Die vierte Seite der Staubkammer dient als Ein- and Ausgang und ist
mit einer gut schließenden Tür versehen. Bei größerem Kollergang ver-
bindet man den Exhaustor noch mit einem Zyklon, durch den die Luft
vor ihrem Eintritt in die Staubkammer strömt.
39Ö - Nr. 34
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (65. Jahrgang.)
Glas.
101. Welches sind die besten Auftreiböfchen für kleine Flakons ? Wie
bewährt sich Rohöl usw. hierfür?
BrBte Antwort: Die Konstruktion der Auftreiböfen richtet sich
ganz nach der vorhandenen Beheizungsmöglichkeit. Hat man Gas zur
Vertagung, so baut man Auftreiböfen mit Gasbeheizung; diese Oefen be-
anspruchen wenig Platz, sind mit einem einfachen Lufterhitzungsapparat
ausgerüstet, benötigen geringe Wartung und sind sehr sparsam im Gas-
verbrauch. Jeder Anftreiböfen hat 3 Arbeitsplätze, wobei jedem Arbeits-
platz drei Einwärmlöcher znr Verfügung stehen. Ist auf der Hütte aus-
reichend Koks vorhanden, so verwendet man bei Gasmangel diesen. Der
Auftreibofen erhält je nach Bedarf bis 4 Schnauzen, ähnlich wie die ver-
deckten Häfen, an einem runden Zylinder, worin sich die mit Gebläseluft
betriebene Koksfeuerung befindet. Sind gute Stückkohlen am Platz, so
wählt man bei Gasmangel den Auftreibofen mit direkter Feuerung. Bei
dieser Ofenkonstruktion entwickelt sich aber viel Rauch, und die Hütte
wird durch abfallende Asche usw. verunreinigt. Die kleinen, transpor-
tablen, mit Rohöl betriebenen Auftreiböfen bewähren sich sehr gut; sie
arbeiten auch, um eine bessere Mischung von Rohöl mit Luft zu erreichen,
mit Preßluft ; Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit ist jedoch billiges
R°hÖlZ weite Antwort: Für kleine Flakons sind die kleinen Auf-
treiböfchen, die mit Leuchtgas oder Petroleum beheizt werden, die beBten ;
sie werden aus einem feinkörnigen Tonstück gefertigt und messen außen
20X11X9 cm Den Kern des Ballens bildet der 6 cm Durchmesser
betragende Heizkanal, an dessen Kopfende die Flamme einströmt, und
zwar ist diese Binströmungsöfinung bis auf 4 cm zu verjüngen; das ent-
gegengesetzte Ende ist mit einer 3 cm dicken Wand abgeschlossen. An
den Seiten werden je zwei Wärmlöcher angebracht, deren Größe sich nach
dem Bedarf richtet.
Dritte Antwort: Zur Lieferung von Auftreibofen neuester
Konstruktion melden sich Franz Borgmeyer & Helle in Hamburg,
„Heintzehof".
102. Wir bitten um einige Gemengesätze für Borosilikatgla's. Da9
Glas soll zu Glasstäben von etwa 5 mm 0 verarbeitet werden und mög-
lichst hart sein. Die Farbe kann halbweiß, d. h. grünlich und ohne Ent-
färbunqsmittelzusatz sein. Sind bei diesem Glas nicht auch besondere
Vorsichtsmaßregeln beim Schmelzen und beim Verarbeiten zu beachten?
Erste Antwort: Um den Glasstäben eine entsprechende Härte
zn verleihen, setzt man den Gemengesätzen Borsäure und Zinkoxyd zu;
sie erfordern aber heißen, gleichmäßigen Ofengang, sowie öfteres Blasen
des Hafeninhaltes, wie dann auch großer Wert auf eine gute Homogeni-
sierung des Glasflusses zu legen ist. Nachstehender Satz gibt das ge-
Borsäure, entwässert 16 »
Pottasche, hochprozentig 16 »
Zinkoxyd 60 „
Scherben • ■ 20 » _
Die Widerstandsfähigkeit der Stäbe kann man auch ohne Borsäure und
Zinkoxyd mit TonerdeSiydrat nach folgendem Satz erzielen:
Sand 100 kg
Pottasche • • Jj »
Soda • ■ °7 „
Kalk, roh 10»
„ gebrannt 6 „
Tonerdebydrat • 1° «
Scherben ..... 20 „
Beide Gemenge müssen innig gemischt and die gezogenen Stäbe gut ge-
kühlt werden.
Zweite Antwort: Nachstehend ein Satz, der Ihrem Wausche
entsprechen wird:
Sand 100 kg
Soda ' Iß „
Borsäure 72 „
Antimon 8 „
Salpeter 5 »
Arsenik 2 „
Scherben 25 „
Der Ofen muß bei der Schmelze und bei der Arbeit gut heiß ge-
halten nnd die durchgeschmolzene Glasmasse vor der Läuterung gut
geblasen werden.
Meue Fragen.
Keramik.
111. Mir steht ein Ziegelton zur Verfügung, den ich wegen seiner
schönen Beschaffenheit zum Gießen verwenden möchte, was mir aber nicht
gelingt. Ohne weiteren Zusatz reißt er; mischt man ihm aber Schamotte
zu, die aus dem Ton selbst hergestellt ist, so ist er gar nicht gießfähig,
denn er läuft nicht mehr, auch nicht unter Zusatz von Seda und Wasser-
glas und bei noch so großer Verdünnung. Ich machte Versuche mit
Wasserglas und Soda, einzeln und zusammen, in kleineren und größere
Mengen, aber immer ist das Ergebnis das gleiche. Man kann den Ton-
schlicker zwar in die Form ein-, aber nicht mehr ausgießen, weil er förm-
lich zusammenstarrt
112. Ich habe große Mengen Steinzeugmasse in eiserne Formen zu
pressen. Die Masse läßt nun sehr schlecht von den Formen los, bezw.
diese müssen sehr oft geölt werden, um ein schnelles und glattes Arbeiten
zu ermöglichen. Ich bitte daher um Angabe von Bezugsquellen für gutes' ~
lormenöl oder einer guten Oelmischung Eine Verfärbung der Masse [n
durch das Oel ist nicht schädlich.
Glas*
10£. Mein in offenen Häfen nach jahrelang erprobten Vorschriften
hergestelltes Bottaschekristall wird in den letzten zwei bis drei Stunden der
Ausarbeit derart schlierig und windig, daß es nicht mehr verarbeitet werden' "
kann, während es zu Beginn der Äusarbeit vollkommen rein ist. Womit
ist diese Erscheinung zu erklären? Kann etwa der vor vierzehn Tagen)
von Grund aus umgebaute Ofen daran Schuld sein.
105. Wer liefert weißes Bauspapier für Glasmalerei?
106. Welche Innenmaße muß eine Weißglaswanne haben, um an
derselben bei Tag- und Nachtarbeit 5 bis 6900 kg verkäufliches Glas in
24 Stunden herstellen zu können ? Ist es vorteilhafter, die Brenner an der
Sehmalseite des Ofens für rückkehrende hufeisenförmige Feuerführung an-
zuordnen, oder aber sie an den Längsseiten des Ofens mit quer durch-
strömender Flamme aufzustellen? Wie groß müssen die Kammern sein,
wenn eine Förderbrmnkohle von etwa 3000 W. E zur Verfügung steht ?
Briefkasten der Redaktion.
W. Z. u. B. i. W. Welche Tone für Ihr Porzellan nnd Steingut sich
am besten eignen, läßt sich ohne Versuche nicht entscheiden. Sie finden
im Sprechsaal-Kalender 1922, S 188 ff., die bekannteren Tone und Kaoijne
mit ihrer Zusammensetzung und Bezugsquelle und können danach wenigsten8
die für Sie frachtgttnstigen auswählen, die sie dann weiter ausprob ieren
Veröffentlichungen der Anfienhandelsnebenstelle Feinkeramik.
_ _ n vi "s ■ i U ~— J „ ß »«MnwvnnA T^alrlovofinnan Aar
Zu den Bestimmungen für die Ausfuhr von Porzellan-
Salbenkruken mit und ohne Deckel sind neue Deck-
blätter mit Gültigkeit ab 10. August erschienen, die durch die
Prüfungsstelle Luxueporzellan, Weimar, Brennerstraße 18 zu
beziehen sind.
Die bisher erschienenen Händlertab eilen für Auslandsver-
käufe aus Ladengeschäften für Geschirrporzellan und Steingut-
geschirr werden für ungültig erklärt und es tritt an ihre
So beträgt der
Kostet 1$=
?Mk.
Aufschlag auf
den Ladenpreis
= ?%
353,—
bis
387,—
10%
20 %
388,—
i)
422,—
423,—
n
458,—
30 o/o
459 —
f *.
492,—
40%
493,—
528 —
50%
629 —
»
563,—
60 %
564 —
n
598,—
70 %
599,—
n
633,—
80 %
634 —
n
«68 —
90 %
100 o/0
669.—
n
704,—
705,—
i)
739,-
no%
740,—
i)
774 —
809 —
120%
775 —
n
130 %
So beträgt der
Kostet 1
= ?Mk.
Aufschlag auf
den Ladenpreis
= ?%
810,— bis
845,—
140%
846 —
»
880,—
150 %
881,—
n
915,—
160 %
916 —
n
950,—
170 %
951,—
ti
985,—
180 %
986 —
n
1021 —
190 %
1022,—
n
1056 —
200 <>/0
1057,—
y>
1091 —
210 %
1092,—
M
1126, —
220 %
1127,—
M
1 162, —
230 %
240 %
1163,—
n
1197, —
1198 —
n
1232,—
250 %
1233,—
»
1268,—
260 %
Deklaration «1er Ausfuhrbewilligung: Die Er-
fahrungen der Revisionen durch die Außenhandelsnebenstelle
Feinkeramik haben ergeben, daß ungenaue Deklarationen der
Ausfuhrbewilligungen über Warenart und Gewichte in sehr
erheblichem Maße die Möglichkeit der Warenverschiebung
bieten. Es wird daher hiermit bekanntgegeben, daß alle Aus
fuhranträge, die in der Spalte „genaue Bezeichnung des Gegen
Standes der Sendung" nicht genaue Angaben über die Zahl und
Art der zu versendenden Artikel enthalten, ohne weitere Prü-
fung abgelehnt werden müssen. Es sind also nicht Bezeich-
nungen wie beispielsweise: „Geschirrporzellan, Luxusporzellan,
Steingutgeschirr", sondern solche wie „100 Dtz. Tassen,
20 Stück Vasen und ähnliches" zu geben. — Ferner sei noch-
mals darauf hingewiesen, daß auch die Gewichtsangaben voll-
ständiger und genauer gemacht werden müssen.
Neue A.usfutarsteuer zugunsten der Presse.
Gemäß Gesetz vom 21. Juli 1922 (Reichs-Gesetzblatt Nr. 55) über
Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Not der Presse wird die
Erteilung jeder Ausfuhrbewilligung von der Zahlung eines
Beitrages von 1,5 °/00 des Ausfuhrwertes zugunsten de*
Presse abhängig gemacht.
Durch Verfügung des Reichskommissars für Aus- und
Einfuhrbewilligung — B. V. 10410/22 — vom 21. Juli 1922 ist
dieser Pressebeitrag an die Außenhandelsstellen
zu entrichten.
Demgemäß sind wir gezwungen, vom 5. August d. J. ab außer
der G ebühr der Außenhandelsstelle von einstweilen 5,5 °/oc
und der Reichsgebühr von . . 0,5 /0(
einen Pressebeitrag von 1>&°/oi
einzuziehen.
(55. Jahrgang.)
Coburg, des 31. August 1922
Nimmer 35
Zeitschrift für bie Keramischen, Glas- unb ugrwanbtgn inbustrign
[Prämiiert: Brüssel 1888 Qoldene Medaille
Prämiiert: St. Louis, 1904 Qoldene Medaille
I Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm- Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis: Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jt 55.—, unter Streifband JC 95.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 6.—, Stellengesuche Jf 3. —
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
? Bekanntmachung.
Die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse haben uns zu einer weiteren Erhöhung der Än-
:eigenpreise, geltend ab 15. August, gezwungen.
Keramische Rundschau, Berlin. Sprechsaal, Coburg.
Fachschulgesellschaft Bunzlau.
Mitgliedsbeiträge und Stiftungen sind auf das Bankkonto
ler Gesellschaft von Freunden der Staatlichen Keramischen
Fachschule in Bunzlau bei der Bank für Keramische Industrie
i.-G. in Dresden einzuzahlen.
Die 3. Hauptversammlung
der Deutschen Keramischen Gesellschaft.
fNacbdrack verboten.)
Vom 18. — 21. Juni fand unter sehr zahlreicher Beteiligung
iie 3. Hauptversammlung der Deutschen Keramischen Gesell-
ichaft in Dresden statt. Während am Vormittage des ersten
?ages eine Sitzung des Vorstandes und nachmittags eine
Sitzung des Arbeitsausschusses stattfand, war den andern Teil-
lehmern an der Hauptversammlung an diesem Tage Gelegen-
ieit geboten, die Jahresschau deutscher Arbeit unter sachver-
ständiger Führung zu besichtigen. Schließlich vereinigte am
traten Tage ein von der Bank für keramische Industrie in
Oresden veranstalteter Begrüßungsabend die Teilnehmer mit
fhren Damen im großen Konzertsaal des Ausstellungsrestaurants.
Die geschäftlichen und technisch- wissenschaftlichen Sitzungen
»egannen am Montag, den 19. Juni, vorm. 91/* Uhr in der Aula
ler Technischen Hochschule. Der 1. Vorsitzende, Prof. Dr.
fteisenegger, eröffnete die Sitzung und begrüßte die er-
ichienenen Gäste und Mitglieder, insbesondere die Vertreter
ier Reichsregierung, Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt
and Reg.-Rat von Raven, sowie den als Vertreter der
sächsischen Regierung erschienenen Oberberghauptmann
Or. Fischer, die Vertreter der Dresdner Technischen Hochschule
tnd andere Behörden und gedachte in seiner Ansprache be-
sonders der engen Beziehungen der Stadt Dresden zur kera-
nischen Industrie.
Nach ihm ergriff der Geschäftsführer der D. K. G., Dr. R.
Ühlitzsch das Wort, um in herzlichen Worten des kürzlich
verstorbenen Ehrenmitgliedes der Gesellschaft, Kommerzienrat
Dr.-Ing. e. h. Max Roesler zu gedenken, dessen Leben und Ver-
dienste um die keramische Industrie er kurz schilderte. Nach-
dem sich die Anwesenden zu Ehren des Verstorbenen von
ihren Plätzen erhoben hatten, dankte Oberberghauptmann
Dr. Fischer im Namen der sächsischen Regierung dem 1. Vor-
sitzenden für seine herzlichen Begrüßungsworte und hieß die
Gesellschaft in Sachsens Hauptstadt willkommen, wobei er ihr
einen guten und erfolgreichen Verlauf der Tagung wünschte.
Zum 1. Punkt der Tagesordnung erstattete hierauf der
Geschäftsführer, P. Bartel, den Geschäftsbericht für das ver-
flossene Jahr, dessen wesentlicher Inhalt bereits in Nr. 27 dieses
Blattes* wiedergegeben wurde.
Im Anschluß an diesen Bericht machte der Leiter der
literarischen und wissenschaftlichen Arbeiten der Gesellschaft,
Dozent Dr. R. Rieke, einige nähere Mitteilungen über die von
der Gesellschaft herausgegebenen „Berichte" und „Bücher der
D. K. G." sowie über die in Angriff genommenen technisch-
wissenschaftlichen Arbeiten; über einige dieser Arbeiten, die
in der Chemisch-technischen Versuchs-Anstalt bei der Staat-
lichen Porzellan- Manufaktur ausgeführt seien, werde im Vor-
tragsteil von Dr. Steger, Dr.-Ing. Kohl und ihm selbst Näheres
berichtet werden. Eine weitere dieser Arbeiten sei die soeben
als Band 3 der „Bücher der D. K. G." erschienene Arbeit
von Dr.-Ing. E.Roth. Zum Schlüsse sprach Dr. R. Rieke noch
kurz über die Entwicklung des von ihm geleiteten keramischen
Unterrichtes an der Technischen Hochschule in Charlottenburg.
Im Auftrage der Vorsitzenden des Bleiausschusses und des
Ausschusses für gewerblichen Rechtsschutz, Patentanwalt
E. Cramer und Dr.-Ing. J. Dorfner, erstattete Dr. R. Rieke dann
noch einen kurzen Bericht über die Tätigkeit dieser beiden
Ausschüsse, worauf Direktor Dipl.-Ing. M. A. Pfeiffer als Vor-
sitzender des Ofenausschusses über dessen Tätigkeit sprach.
Der Ofenausschuß war, ebenso wie die andern Ausschüsse in
dem Berichtsjahr nicht zusammengetreten; die Wärmewirt-
schaftsstelle der D. K. G. habe nach dem vom Ofenausschuß
seinerzeit aufgestellten Programm gearbeitet und werde selbst
über die Ergebnisse berichten. Der Ausschuß habe sich ferner
862
Nr. 85
SPRECH SAAL — COBURG.
1998. (Ii. Jahrgang,)
mit der Befeuerung von Porzellanöfen mit Braunkohle befaßt
und werde seine Erfahrungen demnächst veröffentlichen.
Hierauf folgte die Kassenabrechnung für das vergangene
Jahr und die Genehmigung des Kostenvoranschlages für 1922.
Die dauernd steigenden Ausgaben machten eine Erhöhung der
Mitgliederbeiträge um 100 1
notwendig ; diese Erhöhung
wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Ueber
die Ersatzwahlen für den Vorstand und den Arbeitsausschuß
sei erwähnt, daß die beiden satzungsgemäß ausscheidenden
Vorstandsmitglieder Prof. Dr. Reisenegger und Direktor
Dr Heine vom Arbeitsausschuß wiedergewählt und Direktor
Paist neu hinzugewählt wurde. Auch die aus dem Arbeitsaus-
schuß ausscheidenden Mitglieder Geh. Ober-Reg.-Rat Dr. rl.
Heinecke, Prof. Dipl.-Ing. F. Kraze und Schriftleiter C. Tost-
mann wurden wiedergewählt; ferner wurde neu hinzugewahlt
Df Der Leiter der Wärmewirtschaftsstelle der D. K. G., Dr.-
Ing E. Reutlinger, schilderte alsdann die Tätigkeit und die
bisherige Entwicklung dieser Stelle deren Einrichtung einem
dringenden Bedürfnisse entsprungen sei und die immer mehr
Anerkennung fände. Im Anschloß an diesen Tätigkeitsbericht
behandelte Dr. Reutlinger in längerem Vortrage die Brand-
führung in Porzellanrund- und -tunnelöfen. Dieser Vortrag ist
bereits in den „Berichten" der D. K. G. im Druck erschienen
(1922, Heft 3), worauf hier verwiesen sei.
In dem auf die verschiedenen Berichte folgenden technisch-
wissenschaftlichen Teil sprach als erster Redner Dr. W. Braun,
Neuwied, über „Aufgaben der Geologie im Dienste der Keramik,
Der Vortragende betonte die Wichtigkeit des Zusammenarbeitens
von Geologie und, Keramik^ So könnten durch genaue Kenntnis
der geologischen Verhälttffsse der Lagerstätten keramischer
Rohstoffe oft Schlüsse auf das anderweitige Vorkommen ahn-
licher Lager gezogen werden. Ferner könne die Geolog1»
Anregungen zur Einführung neuer Rohstoffe geben und Mittel
angeben, um beim Abbau der Lager eine möglichst weitgehende
Gleichmäßigkeit des Materials zu erzielen. Auch zur Klärung
technisch wichtiger Eigenschaften, wie z. B. der Piastizitat,
ließen sich petrographische Methoden vorteilhaft verwenden,
desgleichen zur Aufklärung der Abhängigkeit der Eigenschaften
fertiger Erzeugnisse von der Zusammensetzung der Rohstoffe
und der Art der Herstellung. Zum Schluß betonte der Vor-
tragende noch, wie wichtig es sei, daß gerade der angehende
Keramiker bei seinen Studien sich auch mit Geologie und
Mineralogie beschäftige.
Das nächste Thema allgemeiner Art wurde von Professor
Dr. K. Endeil, Berlin, behandelt, der über „Die Bedeutung der
wissenschaftlichen Forschung für die Entwicklung der kera-
mischen Industrie in Nordamerika" sprach. Auf Grund der
auf einer längeren Reise in Nordamerika gemachten Beob-
achtungen schilderte der Vortragende die Tätigkeit der dortigen
keramisch-wissenschaftlichen Institute, die teils nur der For-
schung dienen, teils daneben noch nach Art unserer Material-
prüfungsämter tätig sind, teils sich außer der Forschung auch
der Ausbildung von Keramikern widmen. Die Amerikanische
Keramische Gesellschaft trägt in hohem Maße dazu bei, daß
die Ergebnisse der keramischen Forschung der Industrie über
mittelt und von dieser praktisch verwertet werden. Die
keramische Industrie in Amerika steht daher wissenschaftlich und
technisch durchaus auf der Höhe, und die deutsche keramische
Industrie wird sich sehr anstrengen müssen, um mit dieser
schnellen Entwicklung in Amerika Schritt halten zu können.
Dr. W. Funk, Meißen, berichtete hierauf über „Versuche
mit Porzellan mit niedriger Brenntemperatur."*) Die Herstellung
brauchbarer Porzellane, die bei SK 7—9 gebrannt werden können,
wäre ein bedeutender Fortschritt, da hierdurch erhebliche Er-
sparnisse an Brennmaterial möglich wären. Nach Besprechung
der bisher in dieser Richtung ausgeführten Versuche von Berdel,
Pukall, Dorfner und Hertwig-Möhrenbach teilte der Vortragende
unter Angabe der Zusammensetzung der Massen und Glasuren
die Ergebnisse seiner eigenen Versuche mit mehreren Weich-
porzellanmassen für Garbrandtemperaturen von SK 8—9 mit.
In einem kleinen Versuchsofen erhielt er gute Resultate ; die
Proben zeigten gute Transparenz und ihre von Dr. R. Rieke
gemessenen mechanischen Eigenschaften (Zugfestigkeit, Kugel-
druckfestigkeit und Schlagbiegefestigkeit) ergaben Werte, wie
sie auch bei Hartporzellan gefunden werden. Ohne diese
ersten Ergebnisse verallgemeinern zu wollen, hielt es der Vor-
tragende doch für sehr erwünscht, wenn auch von anderen
Seiten praktische Versuche in dieser Richtung unternommen
würden.
Der zweite Tag der technisch-wissenschaftlichen Sitzungen
begann mit einem Vortrage von Oberingenieur Dipl.-Ing.
Spindler (Hennigsdorf) über „Die Wärmewirtschaft und Feuer-
führung im Tunnelofen". Unter Vorführung zahlreicher Dia-
*) in Nr. 28, Seite 312 dee^aprechBaal" bereite! ausführlicher berichtet.
gramme sprach der Vortragende über seine Erfahrungen an
den Tunnelöfen der A.E.G. in Hennigsdorf, die bei richtiger
Handhabung nicht nur gegenüber den üblichen Rundöfen eine
bedeutende Ersparnis an Brennmaterial erzielen lassen, sondern
auch einwandfreies Porzellan zu liefern vermögen.
Nach längerer Diskussion über diesen Vortrag, an der sich
zahlreiche Herren beteiligten, berichtete als nächster Redner
Prof. Dr. Keppeler unter dem allgemeinen Thema „Unter-
suchungen über den grünen Zustand der Tone" über die Er-
gebnisse von Versuchen, die er gemeinsam mit den Herren
Engelhorn, Vasel und Schiller ausgeführt hatte. Die ersten
Versuche galten der Lösung der Frage, ob plastische Tone
Allopbanoide enthalten, was auf Grund der erhaltenen Resultate
zu verneinen ist. Besonders bemerkenswert war das Verhalten
von Tonen und Kaolinen nach der Behandlung mit Salzsäure, ,
wobei die aus der teilweise zersetzten Tonsubstanz ausge-
schiedene, fein verteilte, amorphe Kieselsäure den Materialien
ganz bestimmte Eigenschaften verleiht. Weitere Versuche
zeigten, daß ein Erhitzen plastischer Tone auf 290-409 Grad
sie in physikalischer Hinsicht stark beeinflußt und sie zur Her-
stellung von Gießmassen besser geeignet macht. Auch solche
Tone die sich sonst nicht zum Gießen eignen, bereiten nach
einer derartigen Vorbehandlung keine Schwierigkeiten mehr.
Es folgte dann ein Vortrag aus dem Gebiete der feuer-
festen Industrie von Dr. W. Steger „Ueber den Einfluß einiger
tvnischer feuerfester Tone auf das Verhalten von hchamotte-
massen bei höheren Temperaturen". Der Vortragende hatte
unter Beibehaltung des gleichen Gehaltes an Schamotte aus
Halle'schem Ton unter Verwendung sieben verschiedener Tone
Schamottemassen hergestellt, an denen er die Schwindung, die
Porosität, die Durchbiegung freitragender Stabe, die Aus-
dehnung und Erweichung bei höheren Temperaturen unter Be-
lastung, die Druckfestigkeit in kaltem Zustande und die Wider-
standsfähigkeit gegen schroffen Temperaturwechsel nach ver-
schieden hohem Brande feststellte Die Versuche ergaben zum
Teil charakteristische Unterschiede zwischen den einzelnen
Massen, ließen jedoch keinen einfachen Zusammenhang zwischen
den einzelnen Eigenschaften erkennen. Die Ergebnisse zeigten
aufs neue, wie wichtig derartige Bestimmungen, die bisher
noch viel zu wenig ausgeführt werden, zur Beurteilung der
Erzeugnisse und zur Charakterisierung der verschiedenen
TOnHierauf berichtete Dr.-Ing. H. Kohl unter dem Thema „Die
Wärmeausdehnung und einige andere, physikalische Eigen-
schatten von Steingut in Abhängigkeit von der Zusammen-
setzung und Brenntemperatur" über die wesentlichsten Ergeb-
nisse seiner in der Versuchsanstalt bei der Staatl. Porzellan-
Manufaktur in Charlottenburg ausgeführten Doktorarbeit. An
zahlreichen Diagrammen konnte er die starke Beeinflussung
der Wärmeausdehnung durch den Quarzgehalt der Massen und
die Wirkung von Feldspat und Kalk veranschaulichen. Be-
sonders deutlich zeigte sich hierbei die durch die Umwandlung
von oc- in b- Quarz. , ,
Der Einfluß der Zusammensetzung von Porzellan auf
seine Eigenschaften" lautet* das Thema des nächsten Vortrages
von Dozent Dr. R. Rieke (Charlottenburg), der an 19 verschie-
denen Porzellanmassen, in denen das Verhältnis von Kaolinit
zu Quarz und Feldspat systematisch variiert wurde die
Schwindung, das spezifische Gewicht, die Zugfestigkeit, die
Kugeldruckfestigkeit, die Schlagbiegefestigkeit, den Ausdehnungs-
koeffizienten, die elektrische Durchschlagsfestigkeit und die
Widerstandsfähigkeit gegen schnellen Temperaturwechsel ge-
messen hatte. Die gefundenen Werte ließen zum Teil eine
deutliche Abhängigkeit von der Zusammensetzung erkennen,
indem eine geringe Erhöhung des Quarz- oder Feldspat-
gehaltes sich deutlich bemerkbar machte. In fast noch
stärkerem Maße werden, wie ebenfalls festgestellt wurde die
erwähnten Eigenschaften durch die Brenntemperatur beeinflußt.
Gewerbeschulrat Dr. W. Pukall (Bunzlau) sprach hierauf
über „Feinsteinzeug", wobei er besonders die Entwicklung des
Bunzlauer Steinzeugs, die durch die Arbeiten der dortigen
Fachschule sehr gefördert sei, sowie die Verwendung«- und
Dekorationsmöglichkeiten behandelte. Eine ganze Reihe gut
gelungener Stücke aus der Bunzlauer Fachschule ließ die
vielseitige künstlerische Behandlung derartiger Feinsteinzeug-
massen erkennen. .
Zum Schluße schilderte Dr. H Eisenlohr (Dresden) die
Prüfung keramischer Massen für künstliche Zähne , ein in der
deutschen keramischen Industrie noch recht wenig behandeltes
Gebiet. Er beschrieb vor allem einen zur Messung der
Transparenz und einen zur Messung der Festigkeit geeigneten
APPDie Beteiligung an sämtlichen Vorträgen war eine sehr
rege, und fast an jeden Vortrag schloß sich eine mehr oder
weniger ausgedehnte Aussprache an. Das reichhaltige Pro-
gramm, das trotzdem in der nicht zu reichlich bemessenen
1998. (65. Jahrgang.)
SPRECHSÄÄL — COBURG.
Hr. 85 - 893
Zeit abgewickelt werden konnte, war ein erfreulicher Beweis
für die Vielseitigkeit der Fragen, mit denen sich die D. K. G.
befaßt und stellte den deutschen Keramikern ein glänzendes
Zengnis ans, die trotz der Schwere der Zeit und der starken
beruflichen Anspannung sich der mühevollen Arbeit unter-
ziehen, an der wissenschaftlichen Entwicklung und technischen
Vervollkommnung unserer Industrie weiterzuarbeiten, wie in
früheren Zeiten.
Sitzungsbericht
des Hauptausschusses des Verbandes
der Glasindustriellen Deutschlands E.V.
Am 17. August 1622 fand in Berlin, Hotel „Kussischer Hof,
unter dem Vorsitz des Herrn Glashüttenbesitzers Dr. Max
von Vopelius, Sulzbacb (Saar), eine gut besuchte Sitzung des
Hauptausschusses des Verbandes der Glasindustriellen Deutsch-
lands E. V. statt. Aus der reichhaltigen Tagesordnung sei
erwähnt :
Stellungnahme zur Erhöhung der Ausfuhrabgabe und zum
Pressebeitrag.
Einstimmig wurde die nachstehende Entschließung gefaßt:
„Der Verband der Glasindustriellen Deutschlands E. V.
legt die entschiedenste Verwahrung dagegen ein, daß die
Reichsregierung ohne Fühlungnahme mit den Industriefachver-
bänden und ohne Rücksichtnahme auf die Konkurrenzverhält- •
nisse der deutschen Glasindustrie auf dem Weltmarkt lediglich
auf Grund des erheblichen Marksturzes die Ausfuhrabgabe um
100 °/0 zu erhöhen beabsichtigt.
Die deutsche Glasindustrie wendet sich entschieden da-
gegen, daß dem falschen Prinzip, die Ausfuhr zu besteuern,
noch weiter nachgegangen wird, ohne vorher zu prüfen, ob
die Konkurrenzverhältnisse auf dem Weltmarkt eine rein
schematische Erhöhung der Ausfuhrabgabe nach .dem Stand
der Mark zulassen oder nicht.
Für einen nicht unerheblichen Teil der deutschen Glas-
industrie-Erzeugnisse stellt sich die Ausfuhrabgabe von 6°/0
bereits schon als eine die Ausfuhr behindernde Maßnahme dar.
Diese muß aber die Ausfuhr weitgehendst in dem Augenblick
drosseln, in dem die Ausfuhrabgabe um 100 °/0 erhöht wird.
Auf die bedauerliche Tatsache der Einführung des Valuta-
dumpingzolls in England und des Valutazuschlags auf deutsche
Waren in Spanien sei besonders hingewiesen, da sich diese
Maßnahmen genau so wie die differenzierten Zölle Frankreichs
ausschließlich gegen die Einfuhr deuscher Waren richten und
den ausländischen Glasindustrien auf dem Weltmarkt erheb-
liche Vorteile bieten. Ausdrücklich sei hervorgehoben, daß
die Hauptkonkurrenten der deutschen Glasindustrie auf dem
Weltmarkt, insbesondere die Tschechoslowakei und Belgien,
zu Preisen die Waren auf dem Weltmarkt bringen, die den
deutschen Preisen vollkommen gleich sind, ja zum Teile die
deutschen Preise unterbieten.
Die deutsche Glasindustrie warnt daher dringend die
Reichsregierung, den Weg, - durch Erhöhung der Ausfuhrab-
gabe die deutsche Industrie zu den Reparationslasten heran-
zuziehen, weiter zu beschreiten, und bittet dringend, mit diesem
verfehlten Prinsip zu brechen. Die Reichsregierung dürfte
sich nicht im Unklaren darüber sein, daß die Papiermarkge-
winne Scheingewinne sind, die ohnedies durch die verfehlte
Steuerpolitik über das erträgliche Maß hinaus der Industrie
entzogen werden.
Die deutsche Glasindustrie bedauert weiter, daß die Reichs-
regierung auf gleichem Wege der Belastung der Ausfuhr durch
Erhebung des Preasebeitrages einem Wirtschaftszweige Vor-
teile zufließen läßt. Die getroffene Maßnahme, die ebenfalls
ohne Fühlungnahme mit den anderen Industriezweigen erfolgt
ist, schädigt die Interessen der anderen Industriezweige.
Gegen die UebertraguDg der Einhebung des Pressebei-
trages durch die Außenhandelsstellen wird ebenfalls Terwahrung
eingelegt, da zu den Aufgaben der Außenhandelsstellen nicht
gehört, als Steuerstelle für den Reichsfiskus eine Tätigkeit aus-
zuüben, die den Aaßenhandelsstellen ihre eigentliche Aufgabe,
die Außenhandelskontrolle durchzuführen, nur erschwert."
Hinsichtlich der Versorgung der Glasindustrie mit Roh-
materialien und Brennstoffen wurden lebhafte Klagen über die
unzureichende Belieferung durch das Sodasyndikat laut. Als
das Ergebnis gepflegener Erhebungen wurde ferner miigeteilt,
daß die Glasindustrie, gezwungen durch den Kohlenmangel, in
erheblichem Umfange zum Verbrauch englischer und tschecho-
slowakischer Kohle übergegangen ist.
Bei Besprechung verschiedener Steuerfragen wurden die
Klagen über die späte Mitteilung der Umrechnungskurse für
die Umsatzsteuer bei Fakturierung in ausländischer Währung
und die zu Schwierigkeiten führende Verschiedenheit dieser
Umrechnungskurse und der vom Reichskommissar für Ein-
und Ausfuhrbewilligungen für die Berechnung der Ausfuhrab-
gabe festgesetzten Kurse verhandelt. Es wurde beschlossen,
beim Reichsverband der deutschen Industrie anzuregen, die
vom Reichskommissar für Ein- und Ausfuhrbewilligungen all-
wöchentlich festgesetzten Umrechnungskurse auch für die Um-
satzsteuer maßgebend sein zu lassen.
Auf einen Bericht über den Entwurf des Gesetzes, betr.
Beseitigung der falschen Vermögens- und Erfolgsrechnung
durch Aenderung des Bilanzrechtes wurde die Einsetzung einer
Kommission zur Beratung über den Professor Schmalenbach-
schen Entwurf beschlossen.
Ans der Reihe der anderen Beratungsgegenstände sei noch
erwähnt, daß im Oktober das fünfzigjährige Bestehen des Ver-
bandes gefeiert werden soll.
Die Glaswarenindustrie
auf den Ausstellungen für Industrie und
Gewerbe während der Isergebirgswoche.
(Nachdruck verboten.
Es ist nicht das erste Mal, daß in der Industrie- und Han-
delsstadt Gablonz a. N. die Anregung zu einer Ausstellung der
Industrieprodukte gegeben wurde und wie in der früheren
Durchführung dieser Pläne, so hatte man auch diesmal zu
allem Anfange nichts anderes im Auge, als durch eine zusam-
menfassende Ausstellung aller Erzeugungsprodukte der Industrie
des Isergebirges den Besuchern der Isergebirgswoche zu
zeigen, daß hier schaffendes Leben pulsiert, daß der gute Ruf,
den die Isergebirgserzeugnisse in der ganzen Welt genießen,
tätsächlich volle Berechtigung hat. Das Gesamtbild der Aus-
stellungen zeigt nun aber, daß man über das gesteckte Ziel
hinausgehen mußte, wenn man aller Zweige, der Isergebirgsin-
dustrie in gebührender Weise berücksiehtigen und zur Geltung
bringen wollte, und so ist eigentlich aus der erstgeplanten
Kleinausstellung eine großzügig angelegte Industrieschau ge-
worden, die würdig den Meßmusterausstellungen an die Seite
gestellt werden kann. Fast alle Industrien finden wir hier durch
Spezialfachgruppen mehr oder weniger stark vertreten.
An erster Stelle dominiert selbstverständlich die hier boden-
ständige und mit der Volkskraft innig verwachsene Glas- und
Metallwarenindustrie. Wer Gelegenheit hatte unsere Erzeug-
nisse auf den ausländischen Meßplätzen zu sehen, und wer die
fachmännische Fähigkeit hat, einen richtigen Vergleich zwischen
den Musterlägern dortselbst und den Ausstellungsständen auf
der Isergebirgswoche zu ziehen, wird zugeben müssen, daß
selbstverständlich wohl die Materialfülle auf den Meßen über-
wiegt, aber man muß sich sagen, daß auf der Isergebirgswoche
speziell die obenerwähnten Branchen Musterzusammenstellungen
dargeboten haben, die wir nur im eigentlichen Erzeugungsge-
biete in solcher Vielgestaltigkeit und Mannigfaltigkeit antreffen
können.
Ferner erkennen wir auf den ersten Blick, daß bei Gegenüber-
haltung der früheren Erzeugnisse, sich sowohl in der Glas- als
auch in der Metallwarenbranche eine deutliche Wertverbesse-
rung durch Hebung der Warenqualität konstatieren läßt. Mit
Freude können wir sagen, daß unser Volk, dank des vorbild-
lichen Einflußes unserer ausgezeichneten Staatsfachschule, be-
reits soweit erzogen ist, daß es auf kunstgewerblichem und
industriellem Gebiet die Spreu vom Weizen größtenteils zu
unterscheiden vermag. Und je mehr das ästhetische Empfinden
und Verstehen jedes Einzelnen zunimmt, desto mehr muß ja
die Industrie davon profitieren, desto eher wird aus der Er-
zeugungsweise ein Kunsthandwerk. Von den im lsergebirge
schaffenden Arbeitern und Unternehmern gilt daher so recht
der alte Handwerksspruch, der vielleicht nur wenigen bekannt,
der aber sich gerade bei uns am meisten bewahrheitet:
Wer ist Lehrling ? — Jedermann !
Wer ist Geselle ? — Der was kann !
Wer ist Meister ? — Der's ersann !
Wie viele findige Köpfe schaffen jahraus jahrein und tragen
mit Bienenfleiß zusammen, was sie auf Reisen oder durch
spezielle Angaben erfassen und verwerten können. Am pro-
duktivsten ist man aber vor allem in der Glas- und Metall-
warenindustrie und diese beiden Industriebranchen verdienen
es daher auch, daß sie in unserer Besprechung mit in erster
Reihe gewürdigt werden.
Die Glasindustrie auf der Ausstellung der Isergebirgswoche
zeigt sich uns als ein Mosaik von zahllosen Spezial-Industrie-
gruppen und man würde enschieden ein Unrecht tun, wenn
man bei der Besprechung die Leistungen der einzelnen Firmen
speziell hervorheben würde. In erster Reihe verdienen wohl
die ausgestellten Objekte der anerkannt hervorragenden Fach-
genossenschaften der Kristallglasraffineure und Lieferanten in
Tiefenbach, wie auch der Musterschutzvereinignng der Flakon-
interessenten gewertet zu werden, die im II. Stock der Knaben-
schule im Saal 7 untergebracht sind. Alle uns von den Messen
her wohlbekannte Firmen treffen iviNhier wieder und zwar mit
394 — Mr. 35
SPRECH SAAL -COB URO.
im (M. Jahrgang.)
Erzeugnissen, die der Glasbranche volle Ehre machen. Haupt-
sächlich in feinen Schliffglaswaren sind nahezu alle Branchen-
gruppen vertreten. Hochfeine Bureouglaswaren, Tintenzeuge
in modernster Ausführung, Briefleger, ferner Toiletteartikel,
Parfümerieflakons von der einfachsten Ausführung bis zum hoch-
modernen französischen Eleganzflakon mit neuen kunstvollen
Dekortechniken. Ueberraschende Erfolge verrät die durch die
Firma Johann Umann, Tiefenbach, vertretene Spezialbranche
in optischen Glaswaren, Linsen und Scheinwerfern, ferner verraten
die Bureauartikelerzeugnisse der Firma Em. Simm-Dessendorf
eine echt künstlerische Auffassung in der modernen Formen-
gebung. In Schwerkristall waren brachte die Firma Johann
Bergmann-Grüntal, wie auch Rud. Rabik-Dessendorf, ausge-
zeichnete Arbeiten, die durch die modern stilisierten Schlifforna-
mente besonders auffielen. Hauptsächlich auch bei Ueberfang-
gläsern kam die Anwendung der bekannten Schliffarten, Sechs-
ecksteinchen, Quadrat- und Palmetten- sowie Sternschliff durch
die moderne Gruppierung vorteilhaft zur Geltung. Nicht weniger
als 26 Firmen hatten in dem Saale die verschiedenen Spezialartikel
ausgestellt und fast jede Firma machte sich durch Spezial-
leistungen auf diesem oder jenem Zweige der Kristallglasin-
dnstrie besonders bemerkbar. Auch die Beleuchtungsglaswaren-
industrie hatte hier durch Behangsachen für Ampeln, Lüster usw.
eine große Musterauswahl geschaffen und zusammengetragen.
Außer alteingeführten Firmen, wie Ed. Dressler-Gablonz, Josef
Schmidt-Polaun, Emil Fischer-Josefstal, Ed. Steckbauer- Tiefen-
bach, Emil Seibt - Josefstal, Laura Kunze-Schwarzfluß, Franz
Stefezius-Josefstal, fanden wir hier noch die leistungsfähigen
Firmen Semtner-Ünter-Polaun, F. Seidels Nachf olger- Antoniwald,
J. Vorbach-Maxdorf, J. Leder-Maxdorf, Josef Hoffmann und
J. Endler - Maxdorf, sowie Siegmund Simon - Josefstal, Alfred-
Thomas-Albrechtsdorf, Ant. Hannich und An. Preisler-Antoni-
wald. Die Kompositions- und Glaskleinindustrie, die haupt-
sächlich im Saal 8 der Knabenschule ihre Erzeugnisse ausge-
stellt hat, zeigte selbstverständlich noch eine große Mannig-
faltigkeit und Farbenbuntheit. In erster Reihe heben wir da
die Erzeugnisse der Firma Redelhammer-Gablonz in Knöpfen
und Perlen hervor. Vom einfachen Kragengebrauchsknopf
sehen wir hier bis zum zierlichen Modeknopf diese Branche
vertreten. Besonders reichhaltig sind die Perlkollektionen,
deren flächliche Ausstattung weitere neue Fortschritte verrät.
Auch die Firma Gebrüder Mahla hat hier Knopf- und Anhänge-
erzeugnisse aus Glas in schwarz oder besonderen Metalldekoren,
desgleichen auch moderne Perlgürtel, ausgestellt. Bei vielen
Firmen in diesen Ausstellungsgruppen kann man konstatieren,
daß sie nur einen verschwindend kleinen Teil ihrer Spezial-
erzeugnisse vor Augen geführt haben. In schöner, einfacher,
aber leicht faßlicher Weise führt die letztgenannte Firma die
Entwickelungsphasen des Glaszierknopfes vor und zwar durch
Auswahlstücke an sattweißem, korallrotem und schwarzem Roh-
glas, im Brockenformstück und im fertigen dekorierten Knopf.
Hier finden wir auch ein Haupterzeugnis unserer Glasindustrie,
die Hohlperle in den verschiedensten Dekor- und Formen-
variationen, von der einfach eingemalten glatten Perle bis zur
gerieften zierlichen Echtgoldperle, vertreten. Ein reichhaltiges
Musterlager in diesen Artikeln hat die Firma Siegm. Haupt-
Unter-Maxdorf ausgestellt. Ziersteine, Kolliers und deren Be-
standteile, Lampenperlen, Edelsteinimitationen, sowie Kunst-
glasaugen wurden hier zu Kollektiv- und Einzelausstellungen
zusammengetragen. Auch einen wichtigen Artikel der Be-
leuchtungsindustrie, die Lampenfranse, finden wir hier in ver-
schiedenen Ausführungen vor. Es ist uns leider unmöglich,
all' die Namen der Aussteller hier besonders anzuführen. Be-
merken müssen wir, daß auch in diesen Artikeln durchweg ein
qualitativer Fortschritt zu verzeichnen ist. Insbesondere hat
die Firma Heinr. Hoffmann durch die naturgetreue und sorg-
fältige Ausarbeitung der menschlichen Glasaugen den Beweis
erbracht, daß unseren Glasarbeitern kein Ding unmöglich ist,
und daß wir- uns hinsichtlich der technischen Tüchtigkeit mit
Spezialindustrien des Thüringer Produklionsgebietes messen
können.
Im Saal 9 der Knabenschule ist hauptsächlich die Beleuch-
tungsglasindustrie, die Porzellan- und Galanteriewarenbranche
vertreten. Wahrhafte Kunstserien in dekorierten Dosen, Vasen,
Tassen, Bonbonnieren hat die Porzellanwarenfirma Kamill
Seidel - Tiefenbach ausgestellt, während die bekannte Firma
J. Schnabel & Sohn in Dessendorf künstlerisch dekoriertes
Gebrauchsgeschirr vor Augen führte. Beachtenswerte Neue-
rungen auf dem Gebiete der Zierstein- und Moeaikperlen-In-
dustrie brachte die Firma Josef Heidrich-Gablonz zur Schau.
Die Erzeugnisse ließen ebenfalls die echt künstlerische Er-
fassung dieser bekannten venezianischen Dekorationsmanier
erkennen. Auch in Hals-, Haar- und Kleiderschmuckartikeln
brachte die Firma wichtige Neuheiten. Eine interessante Nach-
ahmung der bekannten Krondiamantenformen brachte die Firma
F. Brosche - Gablonz. Die Genossenschaft der Industriemaler,
welche allein durch 40 tonangebende Firmen vertreten war,
überraschte uns durch auf Glas, Porzellan, Elfenbein, Holz und
andere Materialien ausgeführte Industrie- und Kunstmalereien.
Man muß unumwunden zugeben, daß sich die Industriemalerei
lange nicht mehr in den Bahnen der einfachen Flächendekoration
bewegt, sondern was hier geboten wird, ist kunstgewerbliche
! Technik. Wir verweisen da nur auf die wundervollen Arbeiten
in Elfenbeinmalereien, Aetzungen, Tulaimitationen auf Knöpfen
und Glaswaren, Emailmalereien usw. Gerade hier zeigt sich
ein erfreulicher Aufstieg, der unserer Industrie sehr bald zu
statten kommen wird, wenn insbesondere die richtige Wert-
bemessung dieser Dekore im Auslande wieder erfolgt.
Die Spezialabteilung der Glashüttenwerke Josef Riedel-
Polaun, die uns die Ent Wickelung der Zierglas- und Knopf-
industrie durch Einzelausstellungen und durch spezielle Muster-
zusammenstellung vor Augen führt, verdient größte Berück-
sichtigung, denn hier kann man den qualitativen Aufstieg klar
und deutlich verfolgen. Ferner bietet uns die Firma Gelegen-
heit, durch Mustervorlagen die technische Verwertungsmöglich-
keit der Schmelzperlen zu Perlstickereien und ähnlichen Aus-
schmückungen kennenzulernen. Die Ausstellung der genannten
Firma hat einen museologischen Wert für jeden, welcher die
Formenentwickelung unserer Industrieerzeugnisse vom Jahre 1826
bis zur Jetztzeit verfolgen und studieren will. In modernen
Beleuchtungskörpern bietet der Saal 11 durch die prachtvollen
Objekte der Firma Josef Feix, Metallwarenfabrik, Gablonz, aus-
erlesene Neuheiten in modernen Hängeampeln, Lüstern, Stand-
lampen usw.
In zusammenfassender Weise kommt man bei Betrachtung
der ausgestellten Glaswaren zu dem günstigen Urteil, daß man
hinter das Geheimnis der zunehmenden Vervollkommnung
dieser Industrieerzeugnisse gekommen ist. Man verarbeitet
nicht mehr wie einst das Rohmaterial, sondern man lernt richtig
seine Eigenheit verstehen und weiß überall den ausgeführten
Formstücken einen künstlerischen Geschmack zu geben. Da-
durch wird der Warenwert qualitativ gehoben, ganz gleich,
ob es sich nun um eine einfache, schlichte Glasperle oder um
ein feines Glasziergefäß oder um einen Feinschliffglasartikel
handelt. Wie anregend, bildend und veredelnd aber derartige
Industrieausstellungen auf die Produzenten selbst wirken, geht
daraus hervor, daß die Besucherzahl in den Ausstellungsräumen
. ständig wächst, und daß unter den Besuchern nur eine Meinung
vertreten ist, nämlich die, daß man nicht versäumen möge,
in bestimmten Zeitabschnitten ähnliche Industrieausstellungen
zu wiederholen.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korresp ondenzen.
Fund. Wie uns mitgeteilt wird, ist von der Schneidemaschinen-
fabrik Graß & Stein, G. m. b. H., WiUen-Rnhr, in aufgekauften leeren
Kisten von der Porzellan- und Glashandlung Fr. Herrmann, Witten-Ruhr,
ein goldener Trauring gefunden worden. In welcher Kiste dieser vorge-
funden wurde, laßt sich nicht mehr feststellen, doch handelt es Bich aus-
nahmslos um Kisten von Porzellan- und Glasfabriken, die mit der letzt-
genannten Firma in Verbindung stehen.
Jubiläum. Die Meißner Ofen- und Porzellanfabrik vorm C. Teichert,
Meißen, konnte am 18 8. 23 auf das 50 jährige Bestehen als Aktiengesell-
schaft zurückblicken. Die Verwaltung hat aus diesem Anlaß ein hübsch
ausgestattetes Werk herausgegeben, das ein anschauliches Bild über den
Werdegang der Gesellschaft gibt.
Handel und Verkehr.
Nene Geschäftsbedingungen der Ileichsbank Im Devisenverkehr.
Die ßeichsbank hat soeben ein neues Merkblatt „August 1922" über den
I Ankauf usw. von Wechseln, Schecks, Banknoten und Auszahlungen in
ausländischer Währung herausgegeben, das den Kasseankauf ferner den
Ankauf von Termindevisen, die Einziehung von Wechseln, Schecks, Bank-
noten, Anweisungen und Quittungen in ausländischer Währung sowie
limitierte Verkaufsaufträge behandelt. Das für alle an der Ausfuhr
beteiligten Kreise außerordentlich wichtige Merkblatt, das bei jeder
ReichsbankanBtalt erhältlich ist, hat gegenüber dem Merkblatt vom No-
vember 1921 wesentliche Aenderungen erfahren.
Zur Neuregelung der statistischen Gebühr. Den Ausftthrungs-
bestimmungen zu dem Gesetz über die Neuregelung der statistischen
Gebühr vom 18. 7. 22 entnehmen wir über die für die Zwecke der
statistischen Gebühr vorzunehmende Umrechnung ausländischer in Mark-
währung folgendes: „Ist der Fakturenwert in ausländischer Währung
angemeldet, so ist er nach der letzten vor der Ausstellung des Anmelde-
scheins bekanntgegebenen Notierung des Kurses dieser Währung an
einer deutschen Börse in die deutsche Währung umzurechnen. Wird ein
Kurs für die Währung an deutsehen Börsen nicht notiert, so ist der Um-
rechnung der Kurs zugrunde zu legen, der nach § 8 Abs. 9 des Umsatz-
UM, (W. Jahrgang.) SPRECHSAAL
stenergeaetzes vom 24. 12. 19 und § 31 Aba. 5 der Auaführungsbestimmungen
vom Reichsminister der Finanzen zuletzt festgesetzt worden ist (Umsatz-
Bteuerausf uhrkurs) "
Güterverkehr nach dem Gebiet der Freien Stadt Danzig. Im
Verkehr nach dem Gebiet der Freien Stadt Danzig geht täglich auf den
Grenzstationen eine grrße Anzahl von Sendungen ohne die vorgeschrie-
benen Begleitpapiere ein, was eine Verzögerung in der Beförderung der
Güter und im Wagenumlauf, eine Ueberfüllung der Güterböden auf den
Grenzstationen and einen umfangreichen Schriftwechsel zur Folge hat. .
Neben den sonst erforderlichen Zollpapieren müssen folgende Papiere die
Sendung begleiten: 1. Statistischer Anmeldeschein, 2. Ausfuhrerklärung,
3. bei ausfubrverbotenen Waren Ausfnhrbewilligung, sofern diese nicht
von der Zollkasse bei der Einzahlung der Ausfahrabgabe oder von der
Zollstelle bei der zollamtlichen Vorabfertigung am Versandorte oder auf
einer Unterwegsstation zurückbehalten ist. Ist sie zurückbehalten, so muß
die Ausfahrerklärung mit einer zollamtlichen Bescheinigung darüber ver-
sehen sein, daß die Ausfuhrbewilligung vorgelegen hat, dal! die Ausfuhr-
abgabe bezahlt worden oder daß die Ware abgabefrei ist, außerdem bei
Teilsendungen, daß. die Teilmenge von (Menge) auf der Ausfahrbewilligung
abgeschrieben ist. Eine Einfuhrbewilligung ist nicht erforderlich.
Erhöhung der Postgebühren im Anslandsverkehr. Der Gegen-
wert des Goldfranken bei der Gebührenerhebung; im Auslanda-Paket-,
Telegramm- und Fernsprechverkehr ist mit Wirkung vom 22. 8. an auf
Ji 250 festgesetzt worden. Dieses Umrechnungsverhältnis ist auch für
die Wertangabe auf Paketen und Briefen sowie auf Kästchen mit Wert-
angabe nach dem Auslande maßgebend.
Paketverkehr mit Polnisch- Ober Schlesien, Nach Polnisch- Ober-
Bohlesien sind auch Pakete mit Nachnahme bis zum Batrage von M 2000
zugelassen.
Verpackung von Postpaketen nach den Vereinigten Staaten
von Amerika. Es liegt Veranlassung vor, darauf hinzuweisen, daß
Kisten, die zur Verpackung von Postpaketen nach den Vereinigten
Staaten von Amerika verwendet werden, aus dicken, widerstandsfähigen
Brettern hergestellt sein müssen.
Erhöhung des Meistbetrags ffir Postanweisungen und Nach-
nahmen nach Portugal. Vom 1. 9. an wird der Meistbetrag für Postan-
weisungen nach Portugal sowie für Nachnahmen auf eingeschriebenen
Briefsendungen, auf Briefen und Kästchen mit Wertangabe und auf Post-
paketen nach und aus Portugal auf <M 5000 erhöht.
Deutsch- Oesterreich. Erhöhte Bahntarife und Zollaufschläge.
Wie die StaatBkorrespondenz erfährt, werden auf deutsch-österreichischen
Staatsbahnen, auf der Südbahn und der Aspangbahn die Gütertarife ab
1. 9. um 150 °/0, die Personen- und Gepäcktarife ab 8. 9. um 300 % herauf-
gesetzt. Vom 28 8. wird der Zollaufschlag auf das 5000 fache des Nominal-
betrages erhöht.
Im Schriftverkehr mit Ländern des spanischen Sprachgebiets
empfiehlt es sich, neben der deutschen allein die spanische Sprache in
Anwendung zu bringen.
Ueber Firmen in Sofia, Honduras, Alexandrien, Paris und
Holland Bind der Handelskammer zu Berlin vertrauliche Mitteilungen zu-
gegangen. Eingetragene Firmen dea Berliner Handelskammerbezirks er-
halten nähere schriftliche Auskunft im Verkehrsbureau der Handelskammer
zu Berlin C. 2, Klosterstraße 41.'
Litauen. Znr Einführung der neuen Wahrung. Am 9. 8. 22
wurde vom litauischen Parlament in dritter Lesung das Gesetz zur Ein-
führung der litauischen Währung angenommen. Nach diesem Gesetz wird
die litauische Währung auf der Basis des Goldmünzensystems aufgebaut.
Als Währungseinheit gilt der Litas (Goldgewicht 0,150462 Gramm) zu
100 Cents, gleich Vio Dollar. Die gegenwärtig im Umlauf befindlichen
Ostmark, Ostrubel und Reichsmark müssen im Laufe der ersten drei
Monate nach der Einführung der neuen Währung zu dem vom Handels-
und Finanzministerium festgesetzten Kurse umgetauscht werden. Sämt-
liche Finanzoperationen, wie Auszahlungen jeder Art erfolgen dann ledig-
lich in Liten. Der Tageskurs der fremden Devisen wird durch eine beson-
dere Verfügung des Handels- und Finanzministeriums festgesetzt.
Ein- and Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Eine Aenderung der Ausfuhrmindestpreise
ist vorgenommen worden : für künstliche Wetzsteine, künstliche Mühlsteine
und Klebsand ab 20. 8. 22, für Neuburger Kieaelkreide ab 15 8., für Gips-
dielen ab 25 8., für Verpackung ab 18 8., Dachziegel, chemisches Stein-
zeug und Findlinge quarzit nach DeutBchösterreich, für Qaarzsand nach
den valutaschwachen Ländern.
A. H. N. Glas. Mit Wirkung vom 8. 8. 22 ab ist eine neue Tabelle
für Inhaber von Ladengeschäften beim Verkauf von Glaswaren aller Art
herausgegeben. Die Tabelle ist die gleiche wie die von dem Verband
Deutacher Porzellangeachirr-Fabriken bezw. von der Außenhandelsneben-
stelle Feinkeramik herauagegebene Tabelle. — Die Tabelle vom 7. 7. 22
einschließlich aller Nachträge ist damit ungültig geworden ; sie gilt ledig-
lich für die bis zum 8. 8. 22 getätigten Geschäfte. Die neue Tabelle kann
bei der A. H. N. Glas, Berlin W. 57, Goebenstraße 10, angefordert werden.
— Die A. H. N. Glas weist ferner darauf hin, daß alle Zuschriften sowohl
an die Außenhandelsstelle als auch an die Preisprüf ungsstellen nicht
persönlich zu adressieren sind, da hierdurch Verzögerungen eintreten
können.
Aenderung der Zuständigkeit. Vom 16. 8. 22 ab ist für die Er-
teilung von Anträgen auf Ausfuhr von Specksteinbrennern (T.-Nrn.
799jf und 878 b) die Außenhandelsstelle für die Fahrzeugindustrie zuständig.
Zur bevorstehenden Erhöhung der Ausfuhrabgabe. Der Wirt-
schaftspolitische AusBchuß des Beichswirtschaftsrats hat am 17. 8 folgenden
Beschluß gefaßt: „Der Wirtschaftspolitische Ausschuß des vorläufigen
Reichswirtschaftsrats stimmt der Anpassung der Ausfuhrabgabe an die
veränderte Diviaenlage zu." Dazu wurde folgende Ergänzung beschlossen :
■ COBURG. Mr. 35 — 895
„Bei der diesmaligen Erhöhung der Ausfahrabgabe sollen diejenigen Er-
zeugnisse, die ganz überwiegend ausländische Rohstoffe enthalten, keine
oder nur eine geringe Erhöhung erfahren. Insoweit Inlandsrohstoffe den
Weltm arktnreis wieder erreichen oder überschreiten sollten, ist eine
schleunige Ueberprüfung der Tragfähigkeit der betreffenden verarbeitenden
Industrien vorzunehmen. Der Ausschuß behält sich vor, bei wesentlicher
Veränderung der Verhältnisse die Regierung aufzufordern, ev. die erhöhte
Ausfnhrabgabe wieder generell zu ermäßigen. Soweit gegen die erhöhten
Abgabensätze begründete Einsprüche erfolgen, wird die Regierung gebeten,
damit den Ausfuhrabgabenausschuß beschleunigt zu befassen."
Vermutlich wird die erhöhte Ausfuhrabgabe am 1. 9. in Kraft treten.
Die bisherigen Sätze sollen noch für Anträge gelten, die vor dem 1. 9.
an eine Außenhandelsstelle abgegangen sind Für später einlaufende An-
träge sollen die niedrigen Sätze nur in den Fällen zur Anwendung
kommen, wo die Geschäfte vor dem 18.8. abgeschlossen sind. Die amt-
liche Bekanntgabe der neuen Bestimmungen und der Uebergangsvor-
schriften wird entweder kurz vor der Messe oder während ihres Verlaufes
erfolgen. Es ist dringend zu empfehlen, daß die an der Ausfuhr beteiligten
Meßaussteller und -einkäufer ihre Ausfahranträge tunlichst vor dem 1. 9.
einreichen.
Ausfuhrabgabe. Verzinsung. Dem Reichaverband dea deutschen
Ein- und Ausfuhrhandels ist über die angeblich geplante Aufhebung der
Zinsfreiheit gestundeter Ausfahrabgaben vom Reichsfinanzministerium nach-
stehender Bescheid zugegangen: „Auf die Stundung von AuBfuhrabgaben
sind die für die Stundung der Zölle geltenden Vorschriften anzuwenden.
Nach § 105 der Reichsabgabenordnung kann die Einzahlung von Steuern,
zu denen die Zölle gehören, bis zu sechs Monate gegen Sicherheit und
Verzinsung hinausgeschoben werden. Diese Vorschrift iat bisher noch
nicht in Kraft gesetzt (§ 7 der Einführungsverordnung zur Raichsabgaben-
ordnung). Wann dies der Fall sein wird, läßt sich zurzeit noch nicht
übersehen. Tritt die Vorschrift aber in Kraft, so wird eine allgemeine
Abstandnahme von der Verzinaung aufgeschobener Ausfuhrabgaben nicht
mehr möglich sein."
Ausfuhrabgabe. Bezahlung bei den Zollkassen. Auf Antrag
der Handelskammer Berlin ist der Reichsfiuanzminiater zur Behebung der
Schwierigkeiten im Zahlungsverkehr bei den Zollkassen nunmehr damit
einverstanden, daß auch unbestätigte Schecks bei der Zahlung der Aus-
fahrabgaben durch die Zollstellen angenommen werden. Die Vergüristi-
gung kann jedoch auf schriftlichen, an das zuständige Finanzamt (Haupt-
zollamt) zu richtenden Antrag nur zuverlässigen, vertrauenswürdigen und
hinreichend sicherem inländischen Gewerbe- und ' Handeltreibenden ge-
währt werden, die regelmäßig Abgaben zu zahlen haben und sich ver-
pflichten, für jeden dem Reiche aus diesem Verfahren etwa erwachsenden
Schaden aufzukommen. Nähere Auskunft erteilt das Verkehrsbureau der
Handelskammer zu Berlin C 2, Kloateratr. 41. .
Das Goldzollaufgeld ist für die Woche vom 23. bis einschließlich
29. 8. 22 auf 17 400 % und für die Zeit vem 30. 8. bis einschließlich
5.9. 22 auf 21900% festgesetzt worden.
Die Ausfuhrstelle für Oberschlesien in Oppeln. Um das ober-
schleeiache Wirtschaftsleben in Gang zu halten und den Güter auatausch
zwischen West- und Oat-Oberschlesien zu erleichtern, sowie den Geschäfts-
gang bei der Erteilung von Aus- und Einfuhrbewilligung zu beschleunigen,
iat die Stelle des Delegierten des Reichekommisaars für Aus- und Einfuhr-
bewilligung für Qberechlesiea in Oppeln, Sedanstraße 13, den Bedürfnissen
des oberschlesischfn Wirtschaftslebens entsprechend neugestaltet worden.
So wurden beim Delegierten in Oppeln folgende uns intereasierende Referate
geschaffen : Referat 2 : Steine und Erden, keramische Industrie und sonstige
nicht besonders genannte Gebiete ; Referat 4 : Elektrotechnik. Die
Referate bearbeiten sämtliche Fragen der Zuständigkeit dea Delegierten und
ferner, aber nur im Zonenverkehr zwiachen Weat- und Ost Oberschlesien,
alle Anträge aus dem Zuständigkeitsgebiet der fachlichen Außenhandels-
stellen nach den allgemeinen Bestimmungen der Außenhandelskontrolle und
den Richtlinien der zuständigen Stelle. Zur Erläuterung sei bemerkt, daß
zur Zuatändigkeit des Delegierten in Oppoln folgende Fragen gehören:
1. Einfuhrbewilligungen aua dem Auslande (aber nicht ans Polen) für
solche Waren, die schon bei der Aufgabe zum Transport aus diesem Aus-
land für den deutsch gebliebenen Teil Oberschlesiens bestimmt waren, und
für die die Einfuhrzölle vor dem 1. 11. 21 bezahlt worden Bind. (Diese
Waren können bekanntlich bis zum 15. 11. 22 zollfrei eingeführt werden);
2 Ein- und Ausfuhr von Rohstolen und 'Halbfabrikaten zwischen West-
und Ost-Oberschlesien, soweit diese Ein- oder Ausfuhrverboten unterliegen;
3. Einfuhr in Ost OberBchlesien veredelter Waren, wenn diese einem
deutachen Einfuhrverbot unterliegen; Einfuhr in Weat-Oberschleaien ver-
edelter Waren zwecks Zurücksendung nach Oat-Oberschlesien; 4. Einfuhr-
kontingentafragen.
ZoHtarifermäßigungen auf Grund des spanisch-schweizerischen
Handelsvertrages. Der Wortlaut des Handelsvertrages zwischen Spanien
und der Schweiz ist jetzt bekannt geworden. Danach ist sowohl in der
Schweiz wie auch in Spanien eine Rsihe von Zollermäßigungen in Kraft
getreten, die auf Grund der Meistbegünstigung auch deutschen Herkünften
zugute kommen. Nähere Auskunft über die Höhe der ermäßigten
Zollsätze gibt das Verkehrabureau der Handelskammer zu Berlin C 2,
Klosterstr 41.
Besetztes Gebiet. Fakturierung beim Versand nach Griechen-
land. Während der Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung
die Außenhandels stellen angewiesen hat, angesichts der leichteren und
billigeren Beschaffung der Mark in Griechenland die Bezahlung von
deutschen Ausfuhren dorthin allgemein in Mark zuzulassen oder auch
unmittelbare Preisstellung in Mark durchzulassen, soweit nicht dadurch
die Mindestpreise bei Umrechnung zum Tageskurse unterschritten werden,
hat die interalliierte Rheinlandkommission für das besetzte Gebiet ange-
ordnet, daß neu eingehende Ausfuhranträge nach Griechenland bis auf
weiteres nur bei Fakturierung in hochwertiger Valuta genehmigt werden.
Daran ändert auch nichts die Anordnung, daß alle bisher unbearbeitet
zurückgehaltenen alten Auafuhranträge in Mark genehmigt werden können
/
- Mr. 86
SPRECH SAAL — COBURG.
im (II. jfaftfgang.|
und die seitens des EmBer Amtes den Auaf ahrfirmen zurückgesandten Antrage
bei Neueinreichung dem interalliierten Unterausschuß des Emser Amtes zur
Entscheidung vorgelegt werden müssen.
Australien. Zur Aufhebung des Einfuhrverbotes. Das Verbot der
Einfuhr deutscher Waren nach Australien iet zwar mit dem 1. 8. 22 aufge-
hoben worden, anderseits aber verlautet, daß die für die ausnahmiweiae
Zulassung deutscher Waren bisher in Geltung gewesenen Einfuhrbestim-
mungen, die insbesondere die Beibringung eines Einfuhr-
erlaubnisscheines in jedem einzelnen Falle vorsehen,
nicht außer Kraft gesetzt stien. Bestätigt Bich dies, d. h. werden
deutsche Waren auch in Zukunft in jedem einzelnen Falle nur mit be-
sonderer behördlicher Einfuhrerlaubnis zugelassen, so bedeutet das
praktisch das Fortbestehen des früheren Einfuhrverbotes. Die Aufhebung
des Einfuhrverbotes wäre unter diesen Umständen als rein formell anzu-
sprechen. Die deutschen Exporteure werden daher gut tun, bei der Aus-
fuhr nach Australien eine gewisse Vorsicht zu beobachten, was übrigens
auch schon deshalb angezeigt erscheint, weil es gegebenenfalls für sie
schwierig werden könnte, ihre Rechte an Ort und Stelle zu wahren, da
die australische Regierung die Zulassung deutscher Konsuln nach
wie vor ablehnt. Das im vergangenen Dezember erlassene australische
Anti-Dumping Gesetz enthält bekanntlich scharfe Bestimmungen, die
unter Umständen die Einfuhr deutscher Waren in Australien so gut
wie unmöglich machen können. Es wird abzuwarten sein, wie sich die
Handhabung \ des Gesetzes in der Praxis gestalten wird. Das Gesetz
sieht, entsprechend dem damaligen Stande der Rsichsmark, für die
deutschen Waren Dumpingzölle bis zu 75 % des Wertes vor Infolge
der seither eingetretenen beträchtlichen weiteren Eptwertung der deutschen
Währung ist jedoch von den australischen Fabrikanten neuerdings
energisch eine dem Sinken der deutschen Valuta entsprechende Erhöhung
des im Gesetze vorgesehenen Höchstzollsatzes gefordert worden, ^»er-
richten darüber, auf welche Warengattungen Dampingzölle zur Erhebung
kommen Bollen, liegen noch nicht vor. In diesem Zusammenhang ist
auch darauf hinzuweisen, daß Australien auf das ihm aus § 18 Anl. 11
zu Teil VUI des Friedensvertrags zustehende Recht der Beschlagnahme
auch der deutschen Nachkriegsvermögen bisher nicht verzichtet hat.
England. Liste der nach dem Industrieschutzgesetz zoll-
pflichtigen Waren. Nunmehr liegt der genaue Wortlaut der Liste vor,
in der die Waren aufgeführt werden, die nach dem britischen Schutzge-
setz, Teil II, vom 8. 8. ab als zollpflichtig erklärt worden sind Es
kommen folgende Waren in Betracht: §3. Haushaltsglaswaren, Dicht in
Silber oder anderem Metall gefaßt, und zwar Wasserflaschen, Sellerie-
gläser, Sahnen- und Milchtöpfe, Costardgläser, Karaffen und ähnliche Be-
hälter, Dessert- und andere Teller, Fingernäpfe, Blumenvasen und -g äser,
farbig oder bemalt, Pokale, Eisgläser, Eisteller, Geleegläser, Likörgläser,
Salat , Obst-, Gurken- und ähnliche Näpfe und Schüsseln, Zackernapfe,
Henkelgläser, Hetkelvasen, Kompottschalen, Servierbretter, Becher,
Waeeerktüge, -töpfe und -näpfe, Weingläser ; §4. Glas für Beleuchtungs-
zwecke zum Gebrauch für künstliches Licht bestimmt, ausschließlich
elektrischer Glühlichtbirnen, GrnbenlampengläEer, Petroleumlampen-
zyiinder;§5. HauBhaltBgeschirr, emailliert. — Anmerkung : a) Die »öS 6
und 4 dieter Liste schließen keine Glaswaren ein (weder Boiche f»r tt*ua-
halt-, noch für Beleuchtungszwecke), die nur gepreßt Bind, noch Waren
aus geschmolzenem Quarz, Vitreosil oder ähnlichem Material ; b) d
dieser Liste schließt keine unter dem Titel „Haushaltsglaswaren" im Sinne
dieses Paragraphen fallenden speziellen Artikel ein, betreffs derer der
Importeur der Zollbehörde den genügenden Beweis erbringt, daß sie tat-
sächlich dazu bestimmt sind, mit Silber oder einem anderem Metall ge-
faßt zu werden.
England. Der Außenhandel im Juli. Im Monat Juli betrug
der Wert der englischen Einfuhr Pfd. Sterling 81783 534, das sind
Pfd Sterling 1281 671 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der
Wert der Ausfuhr erreichte eine Höhe von Ptd. Sterling 60 418 626, was
einer Vermehrung gegenüber dem Vorjahre um Pfd, Sterling 17 246 227
"^'Frankreich. Zollbehandlung der deutschen Sachlieferungen.
Die Liste der Waren, die bei Lieferung auf Reparationskonto in Frank-
reich zum Minimalzolltarif zugelassen werden, kann im Verkehrsbureau
der Handelskammer zu Berlin C. 2, Klosterstr. 41, eingesehen werden.
Abdrücke der Liste Bind gegen Zahlung von M 100 bei der Deutschen
Wirtschaftsdienst G. m. b. H, N.W. 7, Bunsenstr. 2, in Abschrift zu haben.
Spanien. Zum Valutazuschlag. Im Ansehlaß an die bisherigen
Meldungen betreffend Befreiung vom Valntazuschlag erfahren wir, daß
unter einem „unmittelbaren Importeur" (importador directo) im Sinne der
Verordnung vom 11. 7. 22 nur ein solcher Importeur verstanden wird, der
eine Warensendung unmittelbar aus Deutschland nach einem spanischen
Hafen (oder Bahnstation) zur Versendung gebracht hat. •amnach können
die bereits gezahlten Valutaznachläge anf alle j*ne Bahn- und Postpaket-
Bendungen, welche an einen Spediteur in einer Grenzstation auf französi-
schem Gebiet zwecke Weiterbeförderung gerichtet wurden, nicht zurück
gefordert werden.
Geschäftliche Mitteilungen.
Yeltener Porzellanfabrik, A.-G., Velten. Die Veltener Porzellan-
fabrik, G. m. b. H , ist in den Besitz der neagegründeten Veltener Por-
zellanfabrik, A.-G, Velten, übergangen. Den Vorstand bilden die
Direktoren K. Baeatsch und Th. Hohensohild. Kaufmann E Lemme hat
fteeamtprokura. Die Läger in Berlin- Friedenau, Maybachplatz 14 16
Vertreter : Hermann Mttrba), und. Breslau 5, Zlmmeratraße 10 (Vertreter :
DipL-Iog. Louis Kempe) werden weiter unterhalten. .
Schmirgel- und Cornnd-Werke Chemnitz, A.-G., Äettluff.
Unter dieser Firma wurde eine neue A G mit einem Grundkapital von
Ji 2,1 Miil. gegründet.
Lettland. Neugründung. Unter der Firma A.-G. für Fabrikation
von Glühlampen „tylmar" iBt in Riga eine neue A.-G. gegründet worden.
General -Versammlungen.
Altenburger Glashütte, A--G., Alteuburg S.-A.: o. G.-V. 119.22,
1 Uhr m., Bankhaus Wagner & Co., Laipiig. T.-O.: u. a. Satzungs-
änderung. _
Glashütte Neuwerk, A.-G., Berlin: o. G.-V. 16.9. 22, 11 Uhr v., Ge-
schäftsräume der Handels- und Diskont- A.-G., Berlin SW. 68. T.-O.: u. a.
Kapitalserhöhang.
Gesellschaft für Glasindustrie, Augsburg : o. G.-V. 20. 9 22, ll'/s Uhr
V., Böraengebäude, Augsburg.
Messen und Ausstellungen.
Breslauer Herbstmesse (3.-6, 9. 22) Der Mesaekatalog ist pünkt-
lich 14 Tage vor Beginn der Messe erschienen; er ist wieder außerordent-
lich übersichtlich und praktisch eingerichtet und mit 7 Einzelpläuen aus-
gestattet. Er ist zum Preise von Jt 20 im Büro der Messe-Gesellschaft
sowie bei den bekannten Vorverkauf satellen zu beziehen, wo auch die
Messeausweise zum Vorverkauf spreise von Ji 40 abgegeben werden.
Verbände.
Der Verband Deutscher Kachelofenfabrikanten, Velten, sucht
im Auzeigenteil des „Sprechsaal" einen Syadikas. Herren mit reichen
Volkswirtschaftlichen Erfahrungen bietet sich hier Gelegenheit zu außer-
ordentlich interessanter und erfolgreicher Tätigkeit, da das Interessenge-
biet des Kachelofens sich ständig vergrößert.
Vereinigung Mitteldeutseher Hohlglasfabriken, E.V., Dresden.
Die bisherigen Zaschläge auf den Eudbetrag der Rechnungen Bind mit
sofortiger Wirkung für alle Lieferungen aaf 750 °/0 für Hell- und farbiges
Glas und 850 °/0 für Opal-, Seladon- und Ueberfangglaa weiter erhöht
worden.
Der Verein der rheinischen und westfälischen Tafelglashütten
m. b. H., Bonn, erhönte den Teuerongazuschlag mit Wirkung vom
12. 8. 22 ab für Tafelglas auf 350% und für Rippenglaa auf 250 %.
Kunstgewerbe.
König Ludwigs Preis-Stiftung 1922. Um die Medaillen der
Stiftung bewarben sich in diesem Jahre 5 Aussteller. Von diesen erhielten
u. a. die silberne Medaille: Fachschule Zwiesel für anerkennenswerte
Leistungen in Arbeiten der Fachschule; die bronzene Medaille: Firma
Bayerische Kunstkeramik Keerl & Schumann-Arzberg für technisch gute
Ausführung von keramischen Arbeiten.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
110 In einem Feldspatlager, welches etwa 10 hm von der nächsten
Station entfernt liegt, gewinnen wir auch eine größere Menge reinen Quarz,
für welchen wir bisher noch keine Verwendung haben. Für welchen Zweck
könnte dieser Quarz verwendet werden? ' 1.''. iT7 .„
Erste Antwort: Reiner Qaarz findet wie Feldspat Verwendung
bei der Fabrikation von Porzellan, Steingut, Fayence, Tongeschirr usw.
und wird auch zur Herstellung von Glasuren in den genannten Fabn-
kationszweigen benötigt. Lassen Sie Ihren Quarz analysieren und geben
Sie dann Proben mit der Analyse an Interessanten hinaus.
Zweite Antwort: Eb kommt darauf an. wie der fragliche Qaarz
beachaffen ist Ist er kiiatalliniach, rein weiß und ohne Eiöenverbinduugen,
ao kann er aehr gut zu keramischen Zwecken verwendet werden, inabe-
aondere für die Porzellanfabrikation. Iat der Quarz aber dem Qiarzit ähn-
lich so iBt er besonders in 8chamottefabrikep für pinaasteme zu verwen-
den' Es iat am besten, den Quarz einmal von einem Fachmann unter-
suchen und möglichst auch die Grube besichtigen zu lassen, denn es
sprechen mancherlei Umstände bei der Verwendbarkeit eines Quarzes mit.
111. Wir bitten um Angabe einer Forzellunmasse mit dazu gehöriger
Glatur iür SK 19 Garbrand und zwar hauptsächlich für elektrotechnisches
Forzellan.
i Brate Antwort: Nachstehender Masse- und Glaaarveraatz eignet
aich hauptsächlich für elektrotechnische Porzellane. Der Garbrand liegt
bei 8K 9—10.
Glasur:
Kaolin von Dölau . . 8 Gew.-T.
Qaarz von Hohenbocka 46 „
Spat von Schweden . 36 „
Dolomit von Schlesien 10 „
Masse :
Spat von Schweden . 18 Gew.-T.
Q aarzsand v. Hohenbocka 30 „
Kaolin von Dölau . . 22 „
Kaolin von BSrtewitz 22 „
Giattscherben ... 8 „
Zweite Antwort: Für die angegebene Temperatur seien Ihnen
Versnobe mit folgender Masse empfohlen:
Tonsubstanz ji ' 45 °/0 (davon 40 aus Kaolin und 5 aus fettem Ton)
Qaarz . . . 25°/0
teldspat . . 80 o/0
Eine passende Glasur entapricht etwa der folgenden Formel:
0,25 K,0 1
0,25 MgO i 0,5 A1,0, . 4 SiO,.
0,60 OaO I
im, (M. Jahrgang.)
SPRECHSAAL — COBURG.
Hr. 35 — 397
103. Wir beabsichtigen, neben unserem Wannenofen auch den Streck-
ofen mit Rohöl (etwa 10 000 Cal.) zu beheizen. Die Zerstäubung erfolgt
durch überhitzten Dampf. Wir bitten daher um Angabe, ob ohne Nach-
teile für die zu streckenden Tafeln die Flammen über die Strecksteine
horizontal geführt werden dürfen. Der Flammeneintritt in den Streck'
raumerfolgt durch zwei Injektoren an der Frontseite des Streckofens; der
Abzug liegt gegenüber und führt durch die Wände des Walzenvorwärme-
kanals. Lassen sich auch TS eberleger aum und Beheizung der Kühlplatten
für Jnjektorbetrieb vorteilhaft einrichten?
Erste Antwort: Wie die Hauptöfen, lassen sich auch alle Neben-
öfen bei der Tafelglasfabrikation mit Kohöl beheizen. Werden Streeköfen
mit Rohöl beheizt, so weieht die Flammeaftthrung mit Rücksicht auf das
Verhalten dieses Brennstoffes gegenüber dem Generatorgas wesentlich ab.
Die Rohöliamme heizt nicht nur intensiver, sondern sie hat auch eine
ganz beträchtliche Länge, so daß es angebracht erscheint, im ersten Stadium
die Flamme indirekt wirken zu lassen, Die Beheizung der Kuhlplatten
und des Ueberlegraumes erfolgt dann mit direkter Flamme. Der Ueber-
legraum wird hauptsächlich vom Streckraum beheizt. Werden starke
Tafeln gestreckt, so wird die Wärme im Ueberlegraom sowie im Ktthl-
kanal durch seitlieh angelegte Flammen reguliert. Bei der Verwendung
von Rohöl wird b«i richtiger Anlage der ganze Streckofen von einer Stelle
ans belwizt. Die Zerstäubung des Heizstoffes soll in hüttenmännischen
Betrieben mit Druckluft und nie mit Dampf geschehen.
Zweite Antwort: Die Führung der Flamme horizontal über den
Streckstein ist für eine gleichmälige Erwärmung der Tafel äußerst günstig;
Streeköfen mit Gasheizung und derartiger Fiammenftthrung arbeiten daher
sehr gut. Daß mit Oelfenernng dasselbe gute Ergebnis erzielt werden
kann, steht wohl anßer allem Zweifel. Fflr eine gleichmäßige Verteilung
der Flamme ist es Bedingung, daß die Wand, über welche das Feuer in
den Ofen tritt, nicht zu niedrig bemessen wird, denn sonst schlägt das
Feuer am Gewölbe hoch, und die Erwärmung der Steine ist mangelhaft
Bei richtiger Einstellung von Laft- und Easenzug fällt das Feuer wie ein
Wasserfall über die Mauer und kann noch durch Auflegen von Steinen
nach Bedarf reguliert werden. Der Beheizung des Ueberlegeraumes und
Kanals mit Oel steht natürlich nichts im Wege.
Nene F?»g®ra.
Kwramik.
114. Wie kann man die nach dem Glattbrande unter der Glasur
hin und wieder erscheinenden Flecken durch Bohren beseitigen? Die
zurückbleibende Vertiefung soll dann durch eine im Schmelzfeuer zer-
fließende Einlage ausgeglichen und durch diesen Prozeß größeres Porzellan-
geschirr wieder verwendbar gemacht werden. Wer liefert entsprechende
Bohrmaschinen und Diamantstahlbohrer ? Gibt es noch bessere Mittel zur
Beseitigung der erwähnten Schäden?
115. Gibt es ein neueres Verfahren zur Herstellung von Druckfirnis
zum Mischen der Farben beim Stahldruck?
116. Wir bereiten unsere Steingutfliesenmasse auf trockenem Weg.
Die von den Trockentrommeln kommende Masse durchläuft eine Trommel*
siebanlage und wird von hier aus in große Solzbehälter eingebracht, wo
sie zum Zweck der Befeuchtung lagenweise mit der nötigen Menge Wasser
überschichtet wird. Die auf diese Weise bereitete Masse wird einige Zeit
in den Behältern belassen und dann dem Kollergang zugeführt, nach dessen
Verlassen sie in die einzelnen Silos der hydraulischen Pressen gelangt. Es
treten nun beim Pressen mehrere Uebelstände auf, die darin bestehen, daß
sich beim Preßvorgang ab und zu Risse an den Fliesenrändern zeigen und
daß die Feuchtigkeitsverteilung im Preßprodukt ungleichartig ist. _ Wir
führen diese Mängel auf die unvollkommene und ungleichmäßige Mischung
mit Wasser zurück. Welche rationelle Einrichtung zur vollständigen und
gleichmäßigen Mischung käme in Betracht, wobei darauf Rücksicht zu
nehmen ist, daß täglich etwa 4000 kg Masse erzeugt und verarbeitet werden?
117. Wer liefert leistungsfähige Blumentopfpressen?
Glaaii
107. Wie wird sog. „Schwefelleb er", mit welcher man auf weißen
Emaildekorationen künstliche Patina erzeugen kann, zusammengesetzt?
Gibt es vielleicht etwas anderes, das denselben Zweck erfüllt?
108. Kann mit einem Sand von 81,67 SiOt, 8,21 Al2Os, 4,22 FetOi>
5,02 KiO rotbraunes oder weinrotes Glas in der Wanne hergestellt werden>
und wie wäre der Satz zusammenzustellen?
Verschiedenes.
9. Ich bitte um Angabe einer pirschen Masse, die sich mit Eisen-
oder Bronzewalz m zu kleinen Kügelchen, Pastillen und Drops ausformen
läßt. Auf eine besondere Haltbarkeit der kleinen, etwa 7 mm im Durch-
messer betragenden Gegenstände wird kein größerer Wert gelegt.
Briefkasten der Redaktion.
A..G. P. ß. i. B. Ihre Frage ist im Fragekasten wiederholt be-
handelt worden, ao auch in den Antworten zu Frage 81 in Nr. 23. Um
das zu finden, muß man allerdings den Sprechsaal auch lesen und das
Inhaltsverzeichnis durchsehen.
Veröffentlichungen der Änßenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Für den Bereich der Prüiongsstelle Luxusporzellan sind
neue Preisvorschriften über den Absatz nach nnter-
valotarischen Ländern und nach Finnland sowie Bestimmungen
über Kisten- und Anfuhrberechnung beider Ausfnhr von Luxas-
porzellän erlassen w«rden. Interessenten erfahren näheres bei
der Prüfungsstelle Luxusporzellan, Weimar, Brennerstr. 18.
Verkaufsfoedingungen für die Ausfuhr von
chemisch-technischem Porzellan
(gültig ab 25. August 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Es wird ausgegangen von Vorkriegspreisen der liefern-
den Porzellanfabrik.
2. Nach der Ländergruppe I muß in der betreffenden Aus-
landswährung verkauft werden. (Ausnahmen siehe Fußnote.)*
Nach der Ländergruppe II ist in deutscher Mark zu berechnen.
3. Die Ausfuhrmindestpreise verstehen sich ab Werk, und
zwar ausschließlich Verpackung, die zu einem der Marktlage
entsprechenden Preise zu berechnen ist.
4. Die Berechnung der Ausfuhrmindestpreise erfolgt, indem
der Vorkriegspreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle für das in Frage kommende Land vor-
gesehen ist. Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhr-
mindestpreis in der für das betreffende Land vorgeschriebenen
Währung für das Stück ausschließlich Verpackung.
5. Den Ausfuhranträgen ist eine Rechnung beizufügen, aus
der die Vorkriegspreise der Porzellanfabrik, die die Artikel
* Es wird fakturiert nach: Portugal, Mittel- und Südamerikanische
Staaten und Japan in Pfand Sterling.
hergestellt hat, zu ersehen sind. Händler und Exporteure
müssen sich, soweit Lieferwerksbescheinigung erforderlich, die
Vorkriegspreise von der Fabrik in die Lieferwerksbescheinigung
eintragen und bescheinigen lassen.
II. Multiplikatorentabelle
Multiplikatoren
Länder-
Großbritannien
Norwegen
Schweden
Holland
Schweiz
Spanien
Portugal
iuauuoi- / Dänemark ,
gruppe I 'Japan
Mittel- und Südamerika
amerika
Frankreich
Belgien und Luxemburg
Tschecho-Slowakei
Italien
Finnland
Rußland und Polen
Oesterreich-Ungarn"
Balkan
Länder-
gruppe II
für chemisch-tech-
für Farb-
nisches Porzellan
mühlen und
außer Farbmühlen
Pyrometer-
u. Pyrometerrohren
rohre
2**
1,48**
2
2
1,6
1,6
1,06
1,06
1,8
1,8
2,65
2,55
2**
2**
1,81
1,81
2**
2**
2**
2**
Nord-
0,35
0,29
4
3,25
4
4
7,5
7,5
5
5
130
130
130
130
130
130
130
130
Diese Multiplikatoren sind auf Schillings bezogen.
Porzellan,
Steingut
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Postscheckkonto: Erfort Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis : Für Deutschland und Deutsch-Oesterreich bei der Post bestellt für das III. Vierteljahr Jl 55.—, unter Streifband M 95.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 6. — , Stellengesuche Ji 3. —
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands E. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Die Not der Verbandspresse!
Die gesamte Fachpresse ringt um ihre Existenz. Besonders bedroht sind viele angesehene Verbandsorgane, die unter der
Ungunst der Verhältnisse leiden müssen. Mit Bedauern muß dabei festgestellt werden, daß oft sogar unlauterer Wettbewerb die
Lage verschärft. Es wird nicht selten der Versuch gemacht, ein langjähriges Verbandsorgan aus dem Sattel zu heben, um
geringwertige oder neugegründete Zeitschriften durch Uoterbietang an ihre Stelle zu setzen. Fachverbände, bei denen sehr
häufig nicht die Sache, sondern persönliche und materielle Interessen den Ausschlag geben, fallen leicht auf solche Vorschläge
hinein, weil ihnen die erforderliche Sachkunde im Zeitschriftenwesen fehlt. Nach kurzer Zeit machen sie die Erfahrung, daß der
Vorteil nur ein augenblicklicher war, die Preissteigerung hinterher kommt oder sogenannte Vorteile durch geringere Leistungs-
fähigkeit des Blattes ausgeglichen werden.
Den Verbandsvorständen rufen wir daher zu: Stützt eure alten angesehenen Fachzeitungen, denen ihr größtenteils Existenz
und Entwicklung verdankt, steht ihnen bei in der tiefsten Not, empfiehlt sie eueren Lieferanten zur Insertion und feilscht nicht
bei der Erhöhung der Abonnementopreise. Weiset vor allem jeden unlauteren Wettbewerb neuerstandener Konkurrenz - Zeit-
schriften ab. Nur so können Verband und Verbaidsorgan bestehen und gedeihen. In Zweifelsfällen steht der Verband der
Fachpresse Deutschlands mit Rat und Tat zur Verfügung.
Der Vorstand des Verbandes der Fachpresse Deutschlands.
H. Worms Dr. B. Pape
Vorsitzender. Syndikus.
Ueber die Plastizität der Tone.
In den Verhandlungsberichten der Englischen Keramischen
Gesellschaft Bd. XXI (1921/22), Tl. 1, S. 91—103, bringt J. W.
Mellor zu diesem wichtigen, auch den deutschen Keramiker
lebhaft interessierenden Kapitel einen manches Neue enthalten-
den Beitrag, den wir hier auszugsweise wiedergeben wollen.
1. Erklärung des Begriffes „Plastizität".
Die dem rohen Tone eigentümliche Eigenschaft der Ge-
staltbarkeit ist in erster Linie von seiner Plastizität abhängig.
Letztere ist die Eigenschaft, die einen Ton befähigt, seine Ge-
stalt zu verändern, ohne Risse zu bekommen, wenn er einer
Formveränderung unterworfen wird. Die Elastizität des mit
Wasser angemachten Tones ist so gering, daß man sie ver-
nachlässigen kann. Dem Tone ist noch eine andere Eigenschaft
eigentümlich, die ebenso wichtig wie die Plastizität ist. Er hat
nämlich, Wenn getrocknet und gebrannt, ein hohes Bindever-
mögen, sodaß die dem Ton im plastischen Zustande erteilte
Form mehr oder weniger beharrlich festgehalten wird, wenn
man ihn trocknet und brennt. Sehr feine Pulver, Bariumsulfat,
Glas, Quarz usw., erlangen zwar mit Wasser eine Art Bildsam-
keit, aber nach dem Trocknen ist ihre Bindekraft äußerst klein.
Sie sind plastisch, aber ihre Plastizität kann in der gestalten-
den Kunst nicht benutzt werden, weil ihnen die zweite Eigen-
schaft fehlt.
Manche Erklärungen des Ausdruckes „Plastizität" ver°
mischen diese beiden verschiedenen Eigenschaften und neh-
men an, daß die Bindekraft des getrockneten Tones in dem
Begriff der Plastizität mit enthalten ist. In der Tat beruhen
viele vorgeschlagene Verfahren der Plastizitätsmessung auf der
Bindekraft des getrockneten Tones. Es wird dabei angenom-
men, daß die Zähigkeit des getrockneten Tones der- Bildsam-
keit des nassen Tones proportional ist. Dies ist im allge-
meinen, aber nicht immer wahr. Keine bekannte Eigenschaft
des getrockneten Tones kann als unfehlbarer Gradmesser für die
Plastizität des nassen Tones dienen, und Plastizitätsmessungen, die
auf einer Eigenschaft des getrockneten Tones beruhen, können da-
her unterlassen werden, denn man kann mit ihrer Hilfe zwar
eine wichtige Eigenschaft eines Tones bestimmen, aber diese
Eigenschaft ist nicht die Plastizität.
2. Mechanische Begriffserklärung.
Die Messung der Plastizität des Tones ist ziemlich schwer,
weil diese Eigenschaft eine ziemlich verwickelte ist. Schon
A. Brongniart (1844) erkannte ihren rätselhaften Charakter; er
sagte: „Man hat oft von dieser Eigenschaft . gesprochen, man
scheint sie zu kennen, aber man hat nur eine leere Idee davon."
Die Prüfung, die der Töpfer mit dem Daumen vornimmt, ist
eine der empfindlichsten Proben, die man zur Zeit kennt, aber
sie genügt nicht immer. B. Zschokke (1903) zerlegte die Plasti-
400 — Nr. 36
SPRECHSAAL-COBURO.
1923. (M. Jahrgang.)
zität in Formveränderungsvermögen, Kohäsion, Adhäsion und
Vi=Vn°ität oder innere Reibung des Tods. A. Martens (1898)
stellte die Plastizität P dar als proportional der Zähigkeit T
des Materials und umgekehrt proportional dem Bruchmodul
R, sodaß P = T/R. H. Fischer (1884) stellte weiter fest, daß
sich die Plastizität in umgekehrtem Verhältnis ändert wie die
Elastizität e des Materials, sodaß also P = T/eR. Aus diesen
Gedankengängen ergibt sich die Annahme, daß
Kohäsion
Plastizität = : p .. .
innere Reibung
sodaß bei der Prüfung der Plastizität eines Tones der Daumen
des Töpfers unbewußt von mindestens zwei, vielleicht von noch
mehr Erscheinungen beeinflußt wird. Dies sind erstens die
innere Reibung, die man auch als den Widerstand bezeichnen
kann, den der Ton der Veränderung seiner Form entgegen-
setzt, und zweitens die Kohäsion, d. i. dasjenige Maß von Form-
veränderung, das der Ton aushält, ohne rissig zu werden. In
diesem Sinne wurde von F. F. Grout (1905) gearbeitet.
Man nimmt also an, daß die Plastizität sich proportional
mit jedem der genannten Faktoren ändert, so daß, wenn P die
P lastizität des nassen Tones bedeutet, r den Widerstand, den
er seiner Formveränderung entgegensetzt, und s das Maß der
letzteren, das er ohne Rissebildung ertragen kann, bei Ein-
führung der Konstanten a und b die Gleichung besteht:
P = k (r + a) (s + b),
wobei k die Proportionskonstante ist. Jede der Größen r und s
ist meßbar und aus ihnen läßt sich P berechnen. Bei passender
Wahl der Einheiten oder bei entsprechend vereinbarter Ein-
richtung des Meßapparates scheidet die Konstante k aus, so daß
dann die Gleichung lautet: P = (r + a) (s + b).
Es gibt verschiedene Arten von Plastizität. Bei manchen
Tonen ist der zur Formveränderung erforderliche Druck größer
als bei anderen, und solche Tone nennt man „steif" oder „streng"
(strong). Manche von ihnen setzen ihrer Formveränderung
kräftigen Widerstand entgegen und geben ihr nur unter Risse-
bildung nach. Der Ton ist dann „streng" und „kurz". Andere
Tone verändern ihre Form leicht, werden aber hierbei schon
rissig. Man bezeichnet sie als „wenig fest" und „kurz". Hierher
gehören die quarzreichen Pfeifentone. Wieder andere, die
„fettigen" Tone, setzen einer Formveränderung geringen Wider-
stand entgegen und halten demnach verhältnismäßig starke Defor-
mation aus, ohne daß Bruch eintritt. Eine solche Art ist der
dunkle ball clay.
3. Die Messung der Plastizität.
Die Plastizität eines Tones wechselt in bemerkenswerter
Weise mit seinem Wassergehalte. Setzt man einem trockenen
Tone Wasser in steigender Menge zu, so wächst seine Plasti-
zität fortgesetzt, bis sie ein Maximum erreicht. Jeder weitere
Wasserzusatz verringert die Plastizität; der Ton nimmt dann
eine andere Form an. Die Teilchen haben nicht mehr die
Neigung, zusammenzuhängen. Der Ton wird klebrig und ist in
diesem Zustande nicht mehr verarbeitbar. Je mehr Wasser
man zufügt, umso breiiger wird der Ton und kann nun wie eine
Flüssigkeit gegossen werden.
Es ist daher interessant, die Beziehungen zwischen dem
Wassergehalt des Tones und dem Widerstande zu messen, den
er seiner Formveränderung entgegensetzt, sowie diejenige Form-
veränderung, die der Ton ohne Entstehung von Rissen verträgt.
Die Ergebnisse lassen sich in Kurven darstellen, denen die
Gleichungen r = f (w) und s = f ' (w) zukommen. Setzt man
die Werte in die Gleichung P = f (w) . f ' (w) ein, so erhält man
die Plastizitätskurve, wobei die Prozente des Wassergehaltes
als Abszissen und die Plastizitätseinheiten als Ordinaten im
Koordinatensystem aufgezeichnet werden. Dabei erkennt man,
daß die Plastizität mit zunehmendem Wassergehalt einen Höhe-
punkt erreicht. Es ist aber schwer, übereinstimmende Messungen
zu erhalten, und die folgende Meßmethode genügt daher auch
nicht allen Anforderungen, stellt aber das jetzige Stadium einer
später zu veröffentlichenden Arbeit von G. E. Stringer und
W. Emery dar, weshalb Mellor sie kurz beschreibt.
Man stellt aus dem Tone eine Kugel von 2 cm Durch-
messer her, was ziemlich schwierig ist. Hierauf haben Stringer
und Emery schon im Jahre 1913 hingewiesen. Sie benutzten
deshalb eine gewöhnliche Metallform, die mit kleinen federnden
Bolzen versehen ist. Diese drücken die Kugel von der Form
los, in der sie gepreßt worden ist. Zylindrische Probestücke
verhielten sich weniger befriedigend als die sphärischen, Die
Kugel wurde dann mitten auf eine Glasplatte gelegt und
gewogen. Die Meßvorrichtung ist folgendermaßen einge-
richtet: Die Glasplatte und die Tonkngel werden so unter
eine Scheibe gelegt, daß letztere die Kugel gerade berührt.
Diese Stellung der Scheibe ist an einer Zeigervorrichtung
ablenbar. Die Scheibe kann in vertikaler Richtung auf- und
abbewegt werden; letzteres erfolgt durch Einschütten von Schrot
in einen Behälter. Durch die Beschwerung wird ein Druck auf
einen Kolben übertragen, wodurch die Scheibe sinkt. Diese
Abwärtsbewegung wird unterbrochen, wenn man beobachtet,
daß an den Rändern der zur Platte zusammengedrückten Kugel
vertikale Risse auftreten. Ein angebrachter Spiegel ermöglicht
es, auch die Rückseite der Tonplatte zu beobachten. Die Länge
der Abwärtsbewegung, welche der Kolben auszuführen hat,
dient als Maß für die Formveränderung, die der Ton ohne
Rissigwerden aushält. Das Gewicht des Schrotes, das zur
Zusammendrückung der Tonkugel um eine bestimmte Länge
nötig ist, dient als Maßstab für den Widerstand, den der Ton
der Formveränderung entgegensetzt. Glasplatte und Tonscheibe
werden bei 110° C getrocknet. Aus dem Gewichtsverlust kann
man dann den Gehalt des ursprünglichen Tones an Feuchtigkeit
berechnen.
4. Wirkung des Druckes auf das Plastizitätsmaximum.
Im Zustande der höchsten Plastizität ist der Ton auch am
besten verarbeitbar, aber dieser Zustand liegt dem des Klebrig-
seins so nahe, daß man, um eine scharfe Grenze ziehen zu
können, eine ein klein wenig geringere Wassermenge zum An-
machen des Tones benutzen sollte. Je größer ferner der bei
der Formung des Tones aufgewandte Druck war, desto geringer
ist die zur Erzielung höchster Plastizität erforderliche Wasser-
menge, und um so kleiner ist die Menge des zuzusetzenden
.Wassers, durch die der Ton klebrig wird. Dieser Punkt läßt
sich leicht dadurch feststellen, daß man den nassen Ton ver-
schiedenen Drucken unterwirft und denjenigen Druck feststellt,
bei dem der Ton am Werkzeuge haftet. Bei einer Steingut-
masse trat dies bei den in Tafel 1 angegebenen Drucken bei
den gleichzeitig verzeichneten prozentualen Wassergehalten ein.
Tafel 1.
Druck, kg auf 1 cm2
Wassergehalt, Hundertteile
200
5,5
150
8,8
100
12,5
50
19,2
25
2a,0
1
26,4
5. Physikalische Untersuchung der Plastizität.
Plastizität ist eine mechanische Eigenschaft, das resultierende
Ergebnis einer Formveränderung und eines Druckes. Die Eigen-
schaft eines Tones, seine Gestalt zu ändern, häDgt wahrschein-
lich von der Entfernung ab, innerhalb der sich seine Teilchen
bewegen können, ohne ihre Kohäsion zu verlieren, und der
Deformationsdruck stellt die Größe der Kohäsions- oder Attrak-
tionskräfte dar, d. h. den Widerstand, den die Kohäsion den
Bewegungen der kleinen Teilchen entgegensetzt, die diese unter
dem Einflüsse einer Druckkraft vornehmen. Die Deformierbar-
keit des Tones ist ferner von der Größe und Form seiner
Teilchen abhängig, und der Deformationsdruck hängt ab von
der Größe der Kohäsion zwischen den Tonteilchen und dem
Wasser und von der Dicke der Wasserschicht.
Ehe nicht bewiesen ist, daß die Plastizität eine bestimmte
Funktion einer anderen Eigenschaft — Farbaufnahmevermögen,
Zähflüssigkeit des Tonbreies usw. — ist, kann nicht vorbehaltlos
angenommen werden, daß durch Messung dieser Eigenschaften
die Plastizität gemessen wird. Zieht man aus derartigen
Plastizitätsbestimmungen irgendwelche Folgerungen, so bewegt
man sich im Kreise. Das ist z. B. bei der Farbabsorptions-
probe des Verfassers (1905) der Fall. Es wird angenommen,
daß sich die Plastizität mit dem Kolloidgehalt in einem Tone
ändert. Der Kolloidgehalt ist, wie man weiter annimmt, der
Farbstoffmenge proportional, die der Ton aus einer Lösung mit
bestimmtem Gehalt an Farbstoff absorbieren kann. So ist die
Farbabsorption ein Maß für die Plastizität. Offenbar bedarf
es aber noch einiger Arbeit, ehe man dies Verfahren wirklich
verwenden kann, und genau so verhält es sich mit der Vis-
kositätsprobe.
Bei anderen Methoden, die zur Messung der Plastizität
vorgeschlagen worden sind, wird in Wirklichkeit nur eine der
Komponenten — Formveränderung und Druck — gemessen, in
die die Plastizität zerfällt. Z. B messen die sog. Nadelprobe
von Vicat, die Probe von A. Brongniart (1844), die Biegeprobe
von P. Jochum (1899) und die Spiralenprobe von K. Dümmler
(1908) nur die Formveränderung, nicht den Druck. Für eine
bestimmte Tonsorte geben sie unter konstanten Verhältnissen
bei gleichbleibendem Drucke vergleichbare Werte, aber nicht
notwendiger Weise für verschiedene Tongattungen.
6. Plastizität und kolloidaler Ton.
Es wird häufig angenommen, daß die Plastizität eines
Tones umgekehrt proportional der Korngröße ist. A. Baume
(Paris, 1770), der sich mit Bodenuntersuchungen für land-
wirtschaftliche Zwecke beschäftigte, schrieb die hohe Plastizi-
tät der Tone ihrem äußerst feinen Verteilungsgrade und ihrem
1922. (66. Jahrgang.)!
SPRECH SAAL- COBURG.
Nr. 36 — 401
Gehalt an „salzigem Stoffe" zu. Er spricht von einem „etat
salin" der Tone, der sie fast unlöslich in Wasser mache.
Wenn man diesen Ausdruck mit „kolloidaler Substanz" über-
setzt, so könnten Baume 's Ausführungen auch erst heute ge-
schrieben sein. Er meint also, daß die Plastizität, die fein-
körnige Pulver zeigen, eine Eigentümlichkeit der Tone auf
Grund ihres Kolloidgehaltes sei. Baume kommt hierbei mit
seiner 'Annahme der Auffassung von T. Way (1850), T. Sehlö-
sing (1870), P. Rohland (1902) und K. E. Ashley (1909) sehr
nahe, daß nämlich die Plastizität dem Gehalte des Tones an
kolloidaler Substanz und dem Zustande der Verteilung direkt
proportional sei. Wenn ersteres zutrifft, dann ist die Färb-,
absorptionsprobe wahrscheinlich ungültig, weil es sich nicht
nachweisen läßt, daß die Kolloidstoffe in verschiedenen Tonen
gleiches Absorptionsvermögen haben. Es steht ziemlich fest,
daß die kolloidale Substanz in verschiedenen Tonen — z. B. in
ball clay und china clay — nicht die gleiche ist, denn das
hängt wesentlich von der Natur der organischen Substanzen ab,
welche sich dem Tone zur Zeit seiner Ablagerung beige-
mischt haben oder die später von außen her in ihn gelangt
sind.
Wie A. Baume einen „etat salin" und wie man im Mittel-
alter eine terra pingua oder ein Phlogiston annahm, so sind
wir jetzt in der Tat geneigt, jede uns nicht verständliche Eigen-
schaft der Tone den Kolloiden zuzuschreiben. Trotzdem wird
eine etwas abgeänderte Kolloidbypothese wohl die beste Er-
klärung für mehrere Eigenschaften des Tones geben, obwohl
wir gegenüber dem 18. Jahrhundert in der Erkenntnis nicht
viel weiter gekommen sind. Denn damit, daß man einer Sache
einen anderen Namen gibt, ist nicht viel getan.
7. Plastizität und Korngröße der Tone.
Der Beweis dafür, daß die Plastizität umgekehrt propor-
tional der Korngröße sei, ist nicht ohne Vorbehalt anzunehmen.
Sowohl B. Zschokke (1903) als F. F. Grout (1905) haben bewiesen,
daß die Plastizität mancher Tone durch feineres Mahlen nicht
beeinflußt, ebenso die anderer Tone durch Feinmahlen nicht
verringert wird. Das beweist, daß auch eine dichte Lagerung
(packing) der Teilchen in der Wirkung beschränkt ist, und
hieraus folgt, daß bei gemischten feinen und groben Körnern
. ein engeres Zusammenlagern möglich ist als bei nur feinen oder
nur groben Teilchen.- U. Aleksiejeff und P. A. Cremiatschensky
(1896) haben gezeigt, daß sehr grobkörnige oder aber sehr
feinkörnige Tone weniger plastisch sind, als solche Tone, die
grobe und feine Körnchen gemischt enthalten. Wird also durch
das Mahlen die Korngröße gleichmäßiger, so wird der Ton
weniger plastisch werden, und es ist anzunehmen, daß unter
sonst gleichen Verhältnissen derjenige Verteilungsgrad der
Körnchen, welcher die engste Lagerung erlaubt, der höchsten
Plastizität am günstigsten ist. (Schluß folgt.)
Ueber Entglasung. ■)
(Nachdruck verboten.)
Alle gewöhnlichen Gläser sind unterkühlte Flüssigkeiten
und als solche unbeständig. Würden sie in den beständigen
'Zustand übergehen, so würden sie alle bei gewöhnlichen
Temperaturen vollständig kristallin sein. In Wirklichkeit ist
bei letzteren Temperaturen die Geschwindigkeit, mit der der
Uebergang in den beständigen Zustand erfolgt, d. h. mit der
die Kristallisation fortschreitet, so gering, daß man sie völlig
vernachlässigen kann. Dagegen vermag sie bei höheren
Temperaturen groß genug zu werden, um dem Glasmacher
Anlaß zu ernsten Fabrikationsstörungen zu geben. Ehe diese
Verhältnisse, und zwar besonders soweit sie die Herstellung
von optischem Glase betreffen, eingehender betrachtet werden,
möge hier einiges über die Grundsätze gesagt werden, denen
die Kristallisation oder Entglasung unterliegt.
Die bestimmten chemischen Verbindungen haben fast un-
veränderlich auch bestimmte Schmelzpunkte, und die feste,
' kristallisierte Substanz geht, wenn auf ihre Schmelztemperatur
erhitzt, gewöhnlich rasch in den flüssigen Zustand über. Läßt
'man dann die Flüssigkeit abkühlen und sind die Verhältnisse
so, daß ein Gleichgewicht erreicht wird, so wird bei der Tem-
peratur des Schmelzpunktes Kristallisation eintreten. Daher
ist Schmerzen eine umkehrbare Erscheinung, und der Schmelz-
punkt eines Stoffes ist als die Temperatur zu bezeichnen, bei
der die kristallische und die flüssige Phase miteinander im
Gleichgewicht stehen. Bekanntlich ist aber letzteres nicht
immer gleich der Fall, und oft ist es bei der Abkühlung einer
geschmolzenen Substanz möglich, daß die Temperatur unter
den Schmelzpunkt sinkt, ohne daß Kristallisation eintritt, näm-
lich wenn die Flüssigkeit unterkühlt ist.
*) Abgekürzte Wiedergabe einer Arbeit von N. L. Bowen, Journal
of the American Ceramic Society, Vol. II, Nr. 4 (1919).
In welchem Maße diese Unterkühlung bei den verschiedenen
Stoffen eintritt, ist außerordentlich verschieden. Gewöhnlich
erfolgt die Unterkühlung nur innerhalb bestimmter Grenzen.
Sind diese erreicht, so beginnt die Kristallisation. Es gibt aber
auch Stoffe, die im unbegrenzten Umfange unterkühlt werden
können. Bei ihnen kann man annehmen, daß sie allmählich
und fortgesetzt aus dem Zustand des Flüssigseins durch den
fortwährend ansteigender Viskosität schließlich in den Zustand
völliger Starrheit übergehen, ^vergleichbar mit dem gewöhn-
licher kristallisierter Stoffe, obgleich die Substanz vom Stand-
punkt des Physikochemikers aus, noch eine unterkühlte
Flüssigkeit darstellt. Man sagt dann, sie befinde sich im
glasigen Zustande, oder nennt sie einfach „Glas".
Die Silikate sind die am besten bekannten Vertreter dieser
Klasse, die durch Unterkühlung in den glasigen Zustand über-
führt werden können. Doch gibt es viele mehr oder weniger
nahe verwandte Stoffe, die sich ähnlich verhalten, wie z. B. die
Borate, und noch andere, die mit ihnen gar nicht verwandt
sind, wie z. B. der gewöhnliche Aethylalkohol.
Die Verhältnisse, welche die bleibende Unterkühlung dieser
Stoffe begünstigen, ergeben sich aus nachstehenden Betrach-
tungen. Oberhalb des Schmelzpunktes ist die Kristallisations-
neigung einer Substanz gleich Null. An diesem Punkte ist sie
noch Null, aber sobald die Flüssigkeit unter diese Temperatur
abgekühlt wird, wächst ihr Bestreben, zu kristallisieren, rasch
und würde wahrscheinlich, wenn keine Gegenwirkung einträte,
mit zunehmender Unterkühlung sich weiter rasch vergrößern.
Mit dem Abkühlen der Flüssigkeit verringert sich aber auch
ständig die Bewegungsfreiheit, mit der sich die Atome zu den
die Kristalle charakterisierenden Formen gruppieren, weil die
Zähflüssigkeit oder innere Reibung der »Flüssigkeit fortgesetzt
zunimmt. Die steigende Viskosität arbeitet also der Kristalli-
sationsneigung entgegen, mit dem Ergebnis, daß das Kristalli-
sationsvermögen mit dem Fortschreiten der Abkühlung unter
den Schmelzpunkt rasch wächst, ein Maximum erreicht und
dann praktisch bis auf Null abnimmt.
Das Kristallisationsvermögen kann als die Zahl von Kristal-
lisationszentren definiert werden, die sich in der Zeiteinheit
pro Volumeneinheit bilden. Seine Abhängigkeit von der Tem-
peratur läßt sich durch Kurven von der Form wie in Figur 1
darstellen. Kurve A ist die einer Substanz, deren Kristalli-
sationskraft sehr rasch wächst, wenn der Schmelzpunkt über-
schritten wird. Es handelt sich hier um einen Stoff, bei dem es
schwierig ist, die Abkühlung so rasch vorzunehmen, daß die
Bildung zahlreicher Kristallisationszentren verhindert wird.
— Kurve B ist die einer Substanz,
bei der die Vermeidung der Kri-
stallisation schwierig ist, nicht so
sehr deshalb, weil der absolute
Wert des Kristallisationsvermögens
bei einem gegebenen Betrage der
Unterkühlung so groß ist, sondern
weil dieses Vermögen durch eine
lange Spanne der Unterkühlung
hindurch verhältnismäßig groß ist.
Daher ist es schwer, die Abküh-
lung durch dieses Intervall hin-
durch mit einer Geschwindigkeit
vorzunehmen, die groß genug ist,
am Kristallisation zu verhindern,
-vurve C ist die einer ohne Kri-
stallisation leicht unterkühlten
Substanz.
Nicht alle Silikate gehören zu
der Klasse von Substanzen, wie
sie durch Kurve C charakterisiert
werden. Verbindungen wie Mg Si08,
sind eher der Klasse von Substanzen mit
zuzurechnen. Sie können also in dem glasigen
AI
Fig-ur 1.
SiO, und CaSi03
der Kurve B
Zustand nur dann abgekühlt werden, wenn die Kühlgeschwin-
digkeit recht groß wird. Andrerseits kann eine große Zahl von
Silikaten, besonders jene der Alkalien, ganz langsam abgekühlt
werden, ohne daß Kristallisation eintritt ; sie entsprechen daher
der Kurve C. Bei genügend langsamer Abkühlung tritt aber
bei ihnen nichtsdestoweniger Kristallisation ein.
Da geschmolzene Silikate verhältnismäßig große Wärme-
kapazität besitzen und schlechte Wärmeleiter sind, ist es nicht
möglich, eine große Masse von ihnen rasch abzukühlen. Leicht
kristallisierbare Silikate, wie CaSi03, können daher nur in
kleinen Mengen, gewöhnlich nur solchen von wenigen Grammen,
durch Abkühlung in den glasigen Zustand übergeführt werden.
Solche Gläser sind nicht als gewöhnliche technische Gläser
verwendbar, obgleich sie an der Zusammensetzung solcher teil-
nehmen können, weil ihre spezifischen Eigenschaften in Ge-
mischen sich ändern,
402 — Nr. 3C
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (5B. Jahrgang.)
Bevor wir näher auf diese Gemische eingehen, wollen wir
die Erhitzung einer unterkühlten Flüssigkeit oder eines Glases
betrachten, also den der Abkühlung entgegengesetzten Vorgang.
Wird eine Substanz erhitzt, so ist ihr Verhalten genau das um-
gekehrte wie vorhin bei der Unterkühlung. Das starre Glas
erweicht allmählich, wird eine viskose Flüssigkeit und schließ-
lieh tropfbar flüssig, ohne daß dieses Verhalten bei irgend
einer Temperatur unterbrochen würde, d. h. ein Glas hat keinen
eigentlichen Schmelzpunkt.
Die Kurven, welche zur Darstellung des Kristallisations-
vermögens für Flüssigkeiten im Zustande der Unterkühlung
angegeben wurden, gelten im wesentlichen auch für die Kri-
stallisationskraft eines wiedererhitzten Glases. Gehört die
Substanz zu der durch Kurve B dargestellten Klasse B, dann
muß sie äußerst rasch auf eine Temperatur oberhalb des
Schmelzpunktes der kristallisierten Substanz erhitzt werden, um
Kristallisation zu vermeiden. Z. B. wird Glas von der Zu-
sammensetzung CaSi03 in kurzer Zeit kristallisieren, selbst
wenn es auf einer Temperatur von mehreren hundert Grad
unterhalb des Schmelzpunktes der kristallisierten Substanz er-
halten wird; steigert man die Temperatur bis wenig unter den
Schmelzpunkt, so tritt die Kristallisation augenblicklich ein.
Entspricht das Verhalten der Snbstanz der Kurve C, dann kann
man sie langsam erhitzen und während verhältnismäßig langer
Zeit auf Temperaturen erhalten, die nicht viel unter dem
Schmelzpunkt der kristallisierten Substanz liegen, ohne daß
Kristallisation erfolgt.
Bei den vorstehenden Ausführungen handelte es sich ledig-
lich um reine bestimmte Verbindungen. Wenn wir nun zu
Gemischen von Verbindungen übergehen, wie sie die gewöhn-
lichen Gläser darstellen, so müssen wir hierbei noch gewisse
andere Punkte berücksichtigen. Die für die Kristallisation
solcher Gemische geltenden Grundsätze lassen sich durch
Figur 2 veranschaulichen, welche die Kristallisationstempera-
turen aller Gemische von CaSi03 und Si02 wiedergibt.
jioo -
sjc>3
Jric£yfnc'lt iCa,Q Jld^
30
So 60
So 90 CäOSiO,
Figur 2.
Während die Kristallisationstemperatur von reinem CaSi03
unter Gleicbgewichtsbedingungen bei 1540° C liegt, ist, wie aus
der Figur hervorgeht, die eines Gemisches mit 15°/0 SiO, nur
noch 1490° C, und zwar ist dies die Temperatur, wo die Kri-
stallisation aDfäDgt. Anders wie die reine Verbindung CaSi03
kristallisiert dieses Gemisch bei einer bestimmten Temperatur
nicht vollständig, sondern in dem Maße, wie die Temperatur
si^kt, geht die Kristallisation des CaSi03 weiter, und die übrig-
bleibend« Flüssigkeit verändert daher ihre Zusammensetzung,
bis schließlich bei 1435° C, wo sie noch 78°/0 CaSi03 enthält,
die F Ölsäure zu kristallisieren anfängt und die ganze Masse
fest . i d. So verläuft der Hergang, wenn Gleichgewicht
herrscht, aber, wie bei den reinen Substanzen so kann auch
bei den Gemischen Unterkühlung eiotreten, und zwar aus ähn-
lichen Ursachen. So ist die Neigung der Verbindung CaSi03,
aus der soeben besprochenen Mischung auszukristallisieren, bei
allen Temperaturen oberhalb 1490° C gleich Null Schreitet die
Abkühlong nnter diese Temperatur fort, so wächst diese Nei-
gung rasch, aber durch Suigerung der Viskosität tritt eine
Gegenwirkung ein, sodaß die tatsächliche Kristallisationskraft
niemals sehr groß ist. Die Abkühlung zu einem Glase geht
daher bei diesem Gemisch leicht vor sich, obgleich dies bei
der reinen Verbindung CaSiO, nur schwer möglich ist. Die
Wirkung des Kieselsäurezusatzes besteht in der Herabsetzung
der KriNtallisationstemperatur von CaSi03 auf eine solche, bei
der die Viskosität viel größer ist und daher das Kristalli-
sationsvermögen stark verringert. Gleichzeitig bewirkt die
Kieselsäure eine weitere Erhöhung der Zähflüssigkeit. Wir
sehen aUo, daß eine Substanz, die in reinem Zustande ein
großes Kristallisationsvermögen besitzt, sich nichtsdesto-
weniger aus Gemischen nicht leicht abscheidet. Im allgemeinen
wird ihre Neigung zur Abscheidung in unmittelbarer Beziehung
zu ihrem Gehalt in der Flüssigkeit stehen.
En ist oben bei Besprechung des Gemisches 85 °/0 CaSi03
+ 15°/0 Si02 festgestellt worden, daß eich die Flüssigkeit
unterhalb 1490° C im Zustande der Unterkühlung befindet.
Da es sich um ein Gemisch mit mehreren Bestandteilen handelt,
können wir dieses als Lösung auffassen und sagen, daß diese
Lösung bei allen Temperaturen unter 1490° C mit CaSiO,
übersättigt, bei dieser Temperatur gerade gesättigt und ober-
halb 1490° C in Bezug auf CaSi03 ungesättigt ist. Die Fest- j
Stellung, daß ein bestimmtes Glas mit einer gewissen Ver-
bindung übersättigt ist, ist gänzlich ohne Bedeutung, wenn es
sich nicht um eine bestimmte Temperatur handelt. Gewöhn-
liche Gläser sind bei Zimmertemperatur mit Bezug auf mehrere
Verbindungen übersättigt, wie wir in folgendem sehen werden.
In dem besprochenen Gemisch begann die Kristallisation
des CaSi03 bei 1490° C und ging weiter bis zu 1435° C herab,
wo die Kristallisation der Kieselsäure anfing, Gleichgewicht
vorausgeseUt. Tritt aber Unterkühlung ein, so wird die Flüssig-
keit bei 1490° C mit Bezug auf CaSiOg unterkühlt oder über-
sättigt, und bei 1435° C mit Bezug auf Si02 das gleiche. Es
wird nun für das Kristallisationsvermögen jeder dieser Ver-
bindungen eine Kurve bestehen, ähnlich den schon erwähnten
Kurven, aber natürlich verschieden von den Kurven für die
reinen Verbindungen. Die Abkühlung eines Gemisches der
angegebenen Zusammensetzung muß so vor sich geben, daß
das Glas in dem Temperaturintervall nicht lange verharrt, wo
das Kristallisationsvermögen von CaSi03 oder Si02 oder beider
groß ist. Praktisch bedeutet dies, daß das Glas rasch auf eine
Temperatur abgekühlt werden muß, bei der das Kristallisations-
vermögen dieser Substanzen vernachlässigt werden kann.
Aehnlich sollte bei einer Wiedererhitzung des Glases die
Temperatur nicht über den Punkt gesteigert werden, bei dem
ihr Kristallisationsvermögen noch nicht von Belang ist. Ist
dies aber erfolgt, so muß die Zeit, während der das Glas ober-
halb dieser Temperatur erhalten wird, kurz sein. Andernfalls
können CaSi03 oder SiOj oder beide auskristallisieren.
Wir gehen nun zu Gemischen von mehr als zwei Bestand-
teilen über. Bei ihnen gelten die gleichen aligemeinen Grund-
sätze, doch haben wir in diesem Falle bei der Abkühlung eine
bestimmte Temperatur, bei der die Flüssigkeit mit einer der
Komponenten gesättigt wird — der sog. primären Phase — ,
ferner eine niedrigere Temperatur, bei der sie mit der zweiten
Phase gesättigt wird und so fort für alle Komponenten. Wird
die Abkühlung so geleitet, so wird das Glas unterkühlt oder
für die betreffenden Temperaturen mit Bezug auf diese ver-
schiedenen Phasen übersättigt. Bei der Wiedererhitzung eines
solchen Glases mit vielen Bestandteilen können sich irgend
einer oder alle von diesen ausscheiden, wenn das richtige Ver-
hältnis zwischen Kristallisationsvermögen und Erhitzungsdauer
innegehalten wird.
Betrachten wir nun die Glasfabrikation im Lichte der vor-
stehend erörterten Entglasungstheorie, so finden wir, daß es
drei bestimmte gefährliche Abschnitte gibt, in denen leicht
Entglasung eintritt. Bei der Garschmelz- oder_ Läuterungs-i
temperatur braucht man keine Störung zu befürchten, aber
wenn die Kühlung als Vorbereitung für die nachherige Ver-
arbeitung erfolgt, kann Entglasung eintreten. Dabei gelten die
gleichen Gesichtspunkte, ob die Kühlung zwecks Herausn
arbeitung des Glases aus dem Hafen oder dem Arbeitsende
einer Wanne, für das Gießen beim Tafelglas oder vor dein
Herausnehmen beim letzten Umrühren von optischem Glas er-
folgt. Die Temperatur, auf die das Glas gekühlt und auf der
es lange Zeit erhalten wird, darf keine sein, bei der es mit
Bezug auf einen seiner Bestandteile übersättigt wird, oder,
anders ausgedrückt, die Zusammensetzung des Glases dar*
keine solche sein, daß es bei der Temperatur, auf der es er*
halten werden soll, mit einer dieser Komponenten übersättiglt
wird Tritt bei der hier in Frage kommenden^, yerhältnismäßig
hohen Temperatur Entglasung oder Kristallisation ein, sc
scheiden sich gewöhnlich große Kristallindividuen ab, denn das
Glas ist ziemlich flüssig, und es können wirkliche Gleichgei
Wichtsverhältnisse bestehen oder wenigstens eine genügend«
Annäherung an solche, die ein langsames Wachstum de)
Kristalle durch Diffusion zulassen, ohne daß die Ausfällunj
der Myriaden winziger Kristalle eintritt, die sich bilden, wem
das Glas kälter ist. Ein besonders anschaulicher Fall diese)
Art aus des Verfassers Erfahrung sei hier ausführlich be
schrieben.
Bei der Herstellung einer besonderen ArJ von optischen
Glase, bekannt als leichtes Barium-Kronglas, zeigten sich vie
Schwierigkeiten durch Entstehung von Kristallen, die dei
größeren Teil des Hafenglases verdarben. Sie bildeten siel
während der letzten Zeit des Rührens, unmittelbar vorher, ehe
man den Hafen zum raschen Abkühlen aus dem Ofen nahm
Das naheliegendste und zuerst versuchte Gegenmittel bestan«
darin, daß man den Hafen bei einer Temperatur herausnahm
die höher war als die, bei der sich Kristalle bilden, und das Gla|
sich rascher unter die gefährliche Temperatur abkühlen liefi
Diese Maßnahme erwies sich für die Verhinderung der Kristall
1922 (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL -COBURG.
Nr. 36 — 403
bildung ganz erfolgreich, war aber aus einem anderen Grnnde
nicht angebracht. Das zuletzt vorgenommene Durchrühren des
Glases soll nämlich bei einem ganz bestimmten Flüssigkeits-
grade erfolgen, und würde man nun den Hafen bei höherer
I Temperatur aus dem Ofen nehmen, dann würde die Flüssigkeit
des Glases bei dem letzten Rühren zu groß sein. Da man die
Temperatur also nicht erhöhen konnte, maßte man die Glas-
zusammensetzung so abändern, daß bei der unter normalen
Verhältnissen angewandten Temperatur Kristallausscheidung
nicht eintrat. Dabei verfuhr man so, daß man die Natur der
Kristalle feststellte und daraus ableitete, wie die Zusammen-
setzung des Glases abzuändern war. Die Kristalle waren sehr
dünne hexagonoide Plättchen, die wohl mit rein chemischen
Hilfsmitteln nicht untersucht werden konnten, sie wurden aber
durch Bestimmung ihrer optischen Eigenschaften als BaSijOj1)
erkannt. Offenbar war das Glas bei der betreffenden Temperatur
mit BaSi205 übersättigt, und die Kristallisation jener Verbindung
konnte vermieden werden, wenn man den Bariumgehalt des
Glases herabsetzte. Gleichzeitig war es erwünscht, daß die
optischen Eigenschaften des Glases so wenig wie möglich ge-
ändert wurden, weshalb man die kleinste Verringerung des
Bariumgehaltes bestimmte, welche zur Erzielung der gewünschten
Wirkung erforderlich war: Es wurde der Schmelzpunkt von
reinem BaSi205 ermittelt und zu
1426° C gefunden, ebenso die Tem-
peratur, bei der das vorliegende Ba-
rium-Kronglas gerade mit BaSi205
gesättigt wurde; sie betrug 1100° C.
Die Zusammensetzung des Glases
war so, daß es 57°/0BaSi2O5 enthielt.
Die Verringerung um 43°/0 (100—57)
erniedrigt also die Sättigungstempe-
ratur um 826° C (1426—1100). Wenn
wir daher die Aenderung dieser Tem-
peratur als linear ansehen, so würde
jede weitere Abnahme um 1 °/0 die
Sättigungstemperatur um 7,5° C
erniedrigen. Diese Annahme einer
linearen Beziehung ergibt jedoch
nur eine Minimumschätzung, weil
alle Kurven dieser Art für die unter-
suchten Silikate in Bezug auf die
Temperaturachse (vergl. Fig. 2),
konkav sind, so daß die Kurve
, ,. , ,. , ,. , eher die in Figur 3 angegebene
Wahrscheinlicher Verlauf der . „.••_ j„ aYl j„„ -
Xurve für die Sättigungstemperatur Form zeigen wurde anstatt den in
eines Barium-Kronglases mit Bezug erstgenannter dargestellten gerad-
auf Bariumdisilikat. linigen Verlauf
Es ist ziemlich sicher, daß die Kurve an dem fraglichen
Funkte etwa die doppelte Steigung wie die Gerade hätte und
daher eine Aenderung des Gehaltes um 1 °/0 BaSi205 eine
Aenderung der Sättigungstemperatur um etwa 15° C bewirken
müßte. Die Erfahrung hatte gezeigt, daß die Abscheidung
dieser Kristalle tatsächlich bei einer Temperatur stattfand, die
etwa 70° C höher als diejenige lag, bei der das Durchrühren
gegen das Ende hin erfolgen soll. Eine Veränderung der
Zusammensetzung, die für eine Herabsetzung der Sättigungs-
temperatur um 70° C oder etwas mehr genügt, sollte daher so
reichlich sein, daß das Durchrühren bei der gewünschten
Temperatur ohne Gefahr der Ausscheidung von BaSi.,0 , erfolgt.
Aus obigen Erwägungen geht hervor, daß die Aenderung der
Zusammensetzung eine solche sein soll, daß der Gehalt von
BaSi205 um B e/0 verringert wird. Sie wurde demgemäß vor-
genommen, und der Erfolg war durchaus befriedigend. Das
leichte Barium-Kronglas brauchte also nicht wegen Vorhanden-
seins von Kristallen verworfen zu werden.
Der Fall der Ausscheidung von BaSi205 ist das einzige
Beispiel — nach des Verfassers Erfahrung — für die Kristalli-
sation eines Glases bei einer verhältnismäßig hohen Tempera-
tur, bei der die Kristalle befähigt werden, ziemlich große Ab-
messungen anzunehmen. Dem Verfasser lag aber eine Probe
von Tafelglas mit Wollastonitkristallen (CaSi03) bis zu 4 mm
Länge vor, die sich in dem Hafen unmittelbar vor dem Gießen der
Tafel bildeten. Während des Gießens ordneten sich alle Kristalle
mit ihren Längsachsen parallel zur Walzrichtung an. Die
genauen Bedingungen unter denen sich diese Kristalle bildeten,
stehen nicht, zur Verfügung, aber eine Analyse dieses Glases
zeigt, daß es einen etwas höheren Kalkgehalt besitzt als nor-
males Tafelglas. Ob dieser geringe Kalküberschuß genügt, das
Glas mit CaSi03 bei der normalen Gießtemperatur zu über-
sättigen, ist fraglich. Ob die Gießtemperatur niedriger als die
normale war, konnte der Verfasser nicht ermitteln, doch
Kg. 3.
*) N. L. Bowen, „Crystals of Barium Disilicate in Optical Glase")
J. Wash. Acad. Sei., 8 (1918), 8. 265.
scheint es möglich, daß diese beiden Faktoren an der Beein-
flussung der Kristallausscheidung teilgehabt haben.
Le Chatelier beschreibt sehr große Tridymitkristalle, die in
einem Flintglase entstanden, dessen Temperatur lange Zeit
hindurch auf etwa 800 0 C erhalten worden war 2). Für mittel-
mäßige Zeitabschnitte kann das gleiche Glas ohne Gefahr der.
Kristallbildung auf 800° C erhalten werden. So beleuchtet im
angegebenen Falle die Kristallisation die Wichtigkeit des Zeit-
faktors. (Schluß folgt).
Die Gablonz-Haidaer Industrie auf der
III. Reichenberger Messe.
Die Stellung, die die Messen im neuzeitlichen Wirtschafts-
leben einnehmen, hat sich in den ersten Jahren der Nachkriegs-
zeit als durchaus berechtigt und begründet erwiesen. Ist es
doch ein Bedürfais, den Außenhandel auf diese Weise zu be-
leben und vor allem den Absatzkreis aufs neue zu festigen und
zu erweitern.
Auch die Reichenberger Messe hat in diesem Sinne eine
gewisse Existenzberechtigung, denn sie bildet sozusagen eine
notwendige Industrieheerschau des hochentwickelten industriellen
nordböhmischen Gebietes.
Man ist es von den Mustermessen in Leipzig gewohnt, daß
vor allem das Meßbild ein buntes und vielgestaltiges ist. Und
daher waren auch die Anforderungen beim Auftauchen des
ersten Meßgedankens in Reichenberg gleich von dem Bestreben
geleitet, die Industrien Böhmens möglichst lückenlos zu er-
fassen und zur Schau zu bringen. Und tatsächlich hat diese
mit Umsicht geführte Werbepropaganda überraschende Erfolge
gezeitigt. Immer weiter greift das Interesse für die Reichen-
berger Messe um sich, und die wirtschaftliche Wertung wird
dabei eine ungleich höhere.
Daß unter den verschiedenen Industriegruppen neben der
Textilbranche auch die bodenständige nordböhmische Glas- und
Bijouteriewarenindustrie in hervorragender Weise durch Aus-
steller vertreten ist, braucht wohl kaum noch erwähnt zu werden.
Auch die Wertung der mannigfachen Erzeugnisse des Haidaer
und Gablonzer Industriegebietes ist seitens der fremden Ein-
käufer eine ganz besondere, obwohl diese Artikel nirgends auf
den wichtigsten Meßhandelsplätzen der Welt fehlen.
Die auf der dritten Reichenbeiger Messe ausgestellten neu-
zeitlichen Erzengnisse der Glaswarenindustrie erbringen den
unwiderleglichen Beweis, daß wir dem Aufblühen einer neuen
Epoche des Kunstgewerbes entgegengehen, denn hier sind
Glanzleistungen zur Schau gebracht, die geradezu vorbildlich
wirken. Hauptsächlich heben wir die von Haida ausgestellten
Formen in modernen Zier- und Luxusgläsern hervor. Diese Neu-
heiten haben mit den früher dargebotenen Erzeugnissen kaum
mehr irgendwelche Berührungspunkte. Die dekorative Aus-
stattung wird, abgesehen von den herrlichen Ueberfängen,
häufig durch besondere Dekors bewirkt, so durch Aetzungen,
Gravuren und Emaillierungen. Die in diesem Genre ausge-
arbeiteten und zur Schau gestellten Kristallvasen und Dosen
mit den herrlichen Kunstschliffen erregen vor allem unser
Interesse. Besonderen Effekt machen die rubinrot-weißen Kunst-
gläser. Nicht übersehen dürfen wir hier auch die mit reichen
Arabesken ausgestatteten Ueberfangschalen, ferner die ent-
zückenden Muster in Edelemailkunstgläsern. Auch hinsichtlich
der Aetzdekore wurde Bewunderswertes geleistet. Dasselbe
gilt auch von gravierten Gläsern.
Die Gablonzer Glaswarenindustrie dominiert an erster
Stelle mit den reinen Kristallschliffwaren. Die Kristallglas-
und Wirtschaftsartikelbranche hat da Ausstellungsstücke ge-
schaffen, denen man einen sicheren Absatz voraussagen kann.
Besonders reichhaltig sind die Musterlager in sogenannten
Bureauartikeln, wie Tintenzeuggarnituren, bei denen durchweg
die moderne Formgebung vorherrschend ist. Es gelang durch
speziell angepaßte Metallmontagen in Messing, Bronze und
Nickel, diesen Waren ein wirksames gefälliges Aussehen zu
geben. Auch wurden andere Materialstoffe, wie Holz, Kunst-
horn, Schwarzglas usw. zur Mitverwertung und Verschönerung
der Bureauartikel herangezogen, sodaß man eine möglichst
große und vielseitige Auswahl in diesen Artikeln schuf.
Die Glaskleinindustrie beschränkt sich auf die Ausstellung
fertig verarbeiteter Erzeugnisse; so finden wir hier vor allem
Glasperlen zu prachtvollen Kolliers oder Gürteln verarbeitet,
wir treffen hier wiederum den Glasknopf als Zier- und Gebrauchs-
knopf an, auch sind beachtenswerte Musterzusammenstellungen
in Kunsthornknöpfen ausgestellt, die durch Glanzpolitur sich in
besonderer Weise auszeichnen.
Die Behangartikelindustrie für Beleuchtungszwecke, wie
überhaupt die Beleuchtungsglasindustrie, weist in einzelnen
Ständen reichhaltige Kollektionen auf, die uns die Verwertung
*) Bull Soe. Mio. Fr., 39 (1916),
404 — Nr. 36
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
der Perlfranse oder des Glasstengels oder der Perlkette nach
neuen Gesichtspunkten praktisch vor Angen fähren. Große,
bekannte Exportfirmen des Gablonzer Gebietes sorgten dafür,
daß durch Spezialausstellungen der derzeitige Stand und die
Entwicklung der Beleuchtungsindustrie in besonderer Weise
zum Ausdruck gebracht wird. Diese Bemühungen verdienen
besondere Anerkennung, werden doch dadurch die fremden
Einkäufer in spezieller Weise darauf aufmerksam gemacht, was
unsere Industrie zu leisten vermag.
Die für uns in Betracht kommende Metallwarenindustrie
ist durch die Bijouterie- und Gürtlerwaren des Gablonzer
Marktes in erster Reihe vertreten. Das Bild ist nicht so reich-
haltig, wie es uns während der Isergebirgswoche in den Gab-
lonzer Ausstellungen gezeigt wurde, dafür aber sehen wir hier
manches Neue, das für den ausländischen Kunden berechnet
ist. Hauptsächlich sind reichhaltige Kollektionen in Broschen,
Anhängern und Gürtelschließenformen anzutreffen. Fein-
bijouterien mit Schliff- oder Schmelzemail-, Simili- oder farbi-
gen Ziersteindekoren sind in reicher Auswahl vorhanden, ebenso
Metallprägewaren, Taschenbügel, ferner Haar- und Hutschmuck
artikel. Die Mitverwertung anderer Materialstoffe, wie Elfen'
bein, Kunstelfenbein, Perlmutter usw., tritt hier deutlicher zu
Tage. Auch finden wir unter anderen hier wohlgelungene
Bijouterieerzeugnisse im Pforzheimer Genre vor.
Was den geschäftlichen Erfolg anbelangt, so muß voi
vornherein betont werden, daß man keinerlei große Erwartungei
hegt. Das Ausland fühlt sich durch den hohen Stand dei
tschechischen Krone behindert, größere Abschlüsse zu machen
und Deutschland als Nachbarstaat ist bei dem Tiefstand de)
Mark unfähig zu kaufen. Der Meß erfolg wird demnach nui
ein ideeller sein, aber trotzdem wird dies der wirtschaftliche!
Bedeutung der Beichenberger Messe kaum einen nenneng
werten Abbruch tun, im Gegenteil, der Fremdenzustrom, dei
auch jetzt schon ein recht erfreulicher ist, beweist, daß mar
die Beichenberger Messe als Sammelpunkt der internationale!
Handelswelt betrachtet und wertet.
= — : = \ = — — = = =====
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Ernennung. Der Dozent and Privatdozent an der Technischen
Hochschule zu Berlin und Vorsteher der Chemisch-technischen Veisuchs-
Anstalt bei der Staatlichen Porzellan-Manufaktur in Charlottenburg
Dr. K. Rieke erhielt vom Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks-
bildung die Amtsbezeichnung außerordentlicher Professor.
Wirtschaft und Kultur in Mittelamerika. Das Frankfurter Meß-
amt hat im Rahmen seiner Schriften unter diesem Titel ein Werk heraus-
gegeben, das geeignet ist, genaue Kenntnis über die Verhältnisse in
Mittelamerika einschließlich Mexiko nnd die Geschäftsmöglichkeiten mit
diesen kaufkräftigen Ländern zu verbreiten. Als Verfasser zeichnet Dr.
Otto Lutz, der frühere Direktor des Nationalmuseums und Lehrer für
Naturwissenschaften am National-Institut der Republik Panama. Die
Broschüre ist durch unseren Verlag zu beziehen.
Fachschulen, Unterricht, Forschung».
Staatliche Fachschule für Glasindustrie in Steinschönau. An
genannter Anstalt gelangt die Stelle eines Professors für die zeichnerischen
Fächer zu sofortiger Besetzung. Nähere Auskunft erteilt die Direktion.
Gesetzgebung, Steuern.
Die Umsatzsteuer-Ausfuhrkurse für Juli 1922 Bind vom Reichs-
finanzminister wie folgt festgesetzt worden:
Schweden .
Schweiz
Spanien . . .
Tscheehoslowak.
Türkei ....
Belgien . . .
Bulgarien . .
Dänemark . .
England . .
Estland . . .
Finnland . .
Frankreich . .
Griechenland .
Holland . . .
Italien . . .
Jugoslawien .
Lettland . . .
Litauen . . .
Luxemburg
Norwegen . .
Dt. Oesterreich
Polen . . .
Portugal . .
Eumänien . .
Bußland . .
100 Er.
100 Lewa
100 Kr.
1 Lstrl.
100 est. M.
100 f. M.
100 Fr.
3659
301
10118
2091
143
993
3876
100 Drachmen 1359
100 h. El.
100 Lire
100 Dinar
100 Kr.
100 lett. Bo.
100 Ostmark
100 Fr.
100 Er.
100 Kr.
100 p. M.
1 Eskudo
100 Lei
100 Zaren Eo.
100 Duma-Eo.
18230
2140
554
139
182
95
3659
78ä8
1,603
8,190
33,478
288
20,9
3,325
0,1»
100 Kr.
100 Fr.
100 Pes.
100 Kr.
1 Ltq.
100 Kr.
12173
8976
7295
1033
287
33,562
Ungarn . .
Aegypten ... 1 äg. Lstrl. 2137
Britisch Ostindien 1 Rupie 136
Britisch Straits
Settlements 1 Doli. 242
Britisch Hongkong 1 Doli. 270
China Schanghai 1 Tael Silber 363
Japan 1 Yen 196
Persien .... 1 silb. Kran 40,425
Argentinien ... 1 Goldpeso 384
1 Papierpesö 155
Brasilien .... 1 Milreis 61
Kanada '. . . . 1 Doli. 463
Chile 1 Peso 54
Mexiko .... 1 Peso 230
Peru 1 peru.LstrL 1939
Uruguay ... 1 Peso 384
Ver. Staaten . . 1 Doli. 469
1000 Sowjet-Ko.
Entscheidungen des Rcichsflnanzhofes. Warenumschließungen,
Verpackungsmaterial für loxussteuerpflichtige Waren, bestehend in rohen
Holzkisten, Packleinen und Papier, sind umgekehrt luxussteuerpflichtig
als Teil einer steuerpflichtigen Lieferang, nicht weil sie selbst Luxus-
gegenstände sein könnten. Die Kosten hierfür können nur dann von
luxussteuerpflichtigem Entgelt für die Lieferung gekürzt werden, wenn
die Verpackung zurückgenommen und das Entgelt entsprechend gemindert
wird. (Urteil vom 31. 3. 22 V A 236/21.)
Gewerblicher Rechtsschutz.
Beschlagnahmte amerikanische Patente deutscher Staatsan-
gehöriger. Im amerikanischen Kongreß ist ein Gesetzentwurf einge-
bracht worden, nach welchem die Frist zur Anstrengung von Prozessen
zwecks Rückerstattung von Beträgen, welche die amerikanische Regierung
für während des Kriegs beschlagnahmtes feindliches Eigentum erhalten
hat, um 6 Monate verlängert werden soll. Durch den sogen. „Trading
with the Enemy Act" wurde die Regierung ermächtigt, auf Grund von
amerikanischen Patenten, Warenzeichen und Urheberrechten, welche
Eigentum von deutschen, österreichischen oder ungarischen Bürgern sind,
Lizenzen abzugeben, und zugleich wurde für Anstrengungen von Pro-
zessen eine vom Datum der Unterzeichnung iii Friedensvertrags laufende
Frist von einem Jahr festgesetzt. Diese Frist war am 2. 7. d. J. abge-
laufen. Da der neue Gesetzentwurf die Genehmigung des Präsidenten
Harding und der Führer der gegenwärtigen Regierung hat, wird er aller
Wahrscheinlichkeit nach angenommen werden. Die amerikanischen Be-
hörden verwalten über 82 000 Gegenstände feindlichen Eigentums im
Wert von etwa 40 Mill. Dollar, was beim gegenwärtigen Wechselkur
einer Summe von nahezu M 22 Milliarden entspricht. Inhaber voi
amerikanischen Patenten sollten deshalb zweckmäßig die erforderliche)
Nachforschungen anstellen lassen, um festzustellen, ob auf Grund ihre
Patente Lizenzen abgegeben worden sind, und dann auf Rückerstattuni
der Lizenzgebühren klagen.
Internationaler Schutz der Warenzelchen. Mit Gesetz voaj
12. 7. 22 hat der Reichstag das Gesetz über den Beitritt des Reiches zun
Madrider Abkommen über die Internationale Registrierung von Fabrik
und Handelsmarken vom 14. 4. 1891 angenommen. Die internationale Re
gistrierung deutscher Schutzmarken erfolgtauf Antrag beim Reichspatent
amt im internationalen Büro in Bern und setzt die Hinterlegung derselbei
Marke im Heimatland (Deutschland) voraus. Außer der an das Inter
nationale Büro zu zahlenden Gebühr von Schweiz. Fr. 100 für die erstil
und je Fr. 50 für jede weitere Anmeldung desselben Anmelders, sind M 50(
für jeden Antrag an das Reichspatentamt zu entrichten. Die bereits voi!
dem Beitritt Deutschlands international registrierten Marken uuterliegei
nach Maßgabe der inneren deutschen Gesetze der Prüfung auf Schutz
fähigkeit. Nach Art. 1 des jetzt also auch für Deutschland gelten dei
Madrider Vertrages können sich die Untertanen oder Bürger eines jedes
der vertragschließenden Länder den Schutz ihrer Fabrik- und Handels
marken in allen den Vertragsländern durch Hinterlegung sichern Jed
Marke, die innerhalb von 4 Monaten seit Hinterlegung im Ursprungsland
international registriert worden ist, genießt das Prioritätsrecht gemäl
Art. 4 der Hauptübereinkunft, wonach der Schutz in jadem der Vertrags^
Staaten der gleiche sein soll, als ob die Marke dort unmittelbar hinterlegt
worden wäre. Für früher bereits einzeln registrierte Marken tritt diij
Internationale Registrierung an Stelle der nationalen Eintragungen, un
beschadet der durch jene erworbenen Rechte. Die Schutzdauer der inter]
nationalen Eintragung beträgt 20 Jahre und ist erneuerbar, wenn dei
Schutz im Ursprungsland noch besteht. Auf den Internationalen Marken«
schütz kann auch vom Eigentümer jederzeit ganz oder für ein bestimmtei
Land durch eine Erklärung an die Behörde des Ursprungslandes — Deutsch
land, Reichepatentamt — verzichtet werden Markenübertragungen sim
nur auf Personen oder Firmen zulässig, die in einem dem Abkomme
beigetretenen Lande ansässig sind. Durch den Beitritt zum Madride
Abkommen ist den am Außenhandel beteiligten Firmen die Möglichkei
gegeben worden, auf billige und schnelle Art einen Schutz ihrer Warei
zeichen im Auslande zu erlangen. Es ist Pflicht einer jeden Firma, ein
weitgehende Ausnutzung dieser Begünstigung vorzunehmen, vielmehr b<
dem jetzt wieder auflebenden deutschen Export ein Erfordernis
Handel und Verkehr.
50,%ige Erhöhung der Gütertarife. Die Reichsbahn ist infolgj
der katastrophalen Entwicklung der Mark nnd der sich daraus ergebende
Ausgabesteigerungen genötigt, die zur Zeit gültigen Gütertarife voi
1. 9. 22 ab um 50% zu erhöhen. Diese Erhöhung wird bei der am 1. 1<
erfolgenden organischen Umarbeitung der Gütertarife, bei der der nen|
Reichseisenbahnrat mitwirkt, bereits berücksichtigt.
Güter versand nach Ostpreußen. Mit Rücksicht auf die bisher zi
tage getretenen Erschwernisse und Unsicherheiten im Versand nach dei
abgetrennten Ostpreußen sind von der Speditionsfirma Bolliger & Klappe
Berlin SO. 16, ab Berlin nach Danzig, Elbing, Königsberg und Alienstein gl
funktionierende Sammelladungsverkehre im geschlossenen Eisenbahnwaggo
durch den polnischen Korridor eingerichtet worden, wobei weder Absend«
noch Empfänger in keiner Weise irgendwelche Befürchtungen wie solcl
bei Stückgntsendungen zu hegen brauchen. Die Firma ist gerne berei
jedem Interessenten kostenlos Fraohtkalknlationen zwischen den einzelne
deutschen Gebieten vorzulegen.
Erhöhung der Postgebühren Im Auslandsverkehr. Der Gege
wert des Goldfranken bei der Gebührenerhebung im AuslandB-Paket
Telegramm- und Fernsprechverkehr ist ab 28. 8. auf Ji 400 festgeset:
worden.
Zur Neuregelung der statistischen Gebühr. Durch die Gebührei
erhöhung sind insofern Schwierigkeiten entstanden, als statistische Marke
von genügend hohen Werten augenblicklich nicht vorhanden waren. D
Handelskammer zu Berlin hat deshalb durch Vorstellungen beim Statist
sehen Reichsamt erwirkt, daß bis zur Fertigstellung die Anmeldescheh
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -COBURG.
Nr. 36 — 405
auch dann angenommen werden, wenn anf ihnen nnr die den früheren
Bestimmungen entsprechenden Markenwerte geklebt sind. Inzwischen ist
die Beichsdruckerei in der Lage, Marken im Werte von zunächst M 5
abzugeben. Die Ausgabe höherwertiger Marken soll mit der größten
Beschleunigung erfolgen
Geld-Empfangsbestätigungen in Form gedruckter Formulare, in
die die erhaltene Summe handschriftlich eingefügt wird, dürfen als Druck-
sache verschickt werden.
Diskonterhöhung der Reichsbank. Die Beichsbank erhöhte ab
28. 8. 22 den Wechseldiskont von 6 auf 7 % ; der Lombardzinsfuß wurde
auf 8 % erhöht.
Torsicht bei Briefen für das besetzte Gebiet. Mit Bttcksicht
auf die seitens der interalliierten Rheinlandkommission oftmals unvermutet
vorgenommene Postttberwachung und heimliche Ueberwachung ist bei
allen Sendungen nach Orten des besetzten rheinischen Gebietes größte
Vorsicht zu beachten. Die besonders an Sendungen von nnd nach
Behörden und von und an Handelsfirmen geübte Geheimzensur
berechtigt zu der Annahme, daß die Postüberwachung vielfach zu einer
geheimen Handelsspionage ausgenutzt wird.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N« Grobkeramik. Der Teuerungszuschlag für feuerfeste
Erzeugnisse bei Lieferungen nach Deutschösterreich ist ab 16.8. 22 von
500 °/o auf 13Ö0% erhöht worden. — Die Ausfuhrmindestpreise für
gchmirgel und Korund haben ab 28. 8 22 eine Aendernng erfahren.
A. H. N. Glas. Der Unteransschuß Hohlglas hat neue Sätze für Ver-
packungskosten festgesetzt Es sind mindestens zu berechnen M 200 je qm
Haraßteilfläche und Jt 250 je qm Kistenteilfläche einschließlich Innen-
verpacbung. Antiäge, die diesen Bedingungen nicht genügen, werden von
per Preisprüfungsstelle Hohlglas, Dresden-N 6, Glacisstraße 12, unbear-
beitet zurückgegeben.
Für die Ausfuhr von Wachsperlen, die bisher in Markfakturierung
zugelassen war, ist vom 26. 8. 22 ab Auslandswährung vorgeschrieben
worden. Die zuständige Anßenhandelsstelle für Schnitz- nnd Former-
stoffe und Knöpfe hat ein Merkblatt (Nr. 57) herausgegeben, das eine
Zusammenstellung der Aus- und Einfuhrbestimmungen enthält, die für
die abgetrennten Gebiete (Elsaß-Lothringen, Eupen-Malmedy, Ost-Ober-
schleBien, Posen, Weatpreußen) sowie für das Saargebiet und Helgoland
Geltung haben.
Das Goldzollaufgeld ist für die Zeit vom 6. bis einschließlich
12. 9. 22 anf 28 900 •>/„ (21900) festgesetzt worden.
Saargebiet» Einfuhrbestimmungen. Die französische Zollbehörde
verlangt bei der Einfuhr unbedingt die Bezeichnung der Ware nach dem
Wortlaute des französischen Zolltarifs.
Aegypten. Ein neuer Zolltarif ist in Vorbereitung.
Frankreichs Außenhandel. Die durch Havas veröffentlichte offi-
zielle Statistik weist für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres
eine Einfuhr von t 28 667 342 im Werte von Fr. 12 667 338 000 anf.
Im Vergleich zu dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1921 ist die
Einfuhr um fast t 714 946 gleich Fr. 588C68 000 gestiegen. Die Aus-
fuhr belief sich auf t 11 713 758 im Werte von Fr. 10 801 702 000. Sie
ist damit im Vergleich zu den ersten Bieben Monaten des Jahres 1921
um t 2 448 164 gestiegen bezw. um Fr. 751 630 000 zurückgegangen.
Jugoslawien. Die Verzollung deutscher Einfuhrwaren erfolgt
nach den Minimalzollsätzen. Die Herkunft der Waren muß durch Ursprungs-
zeugnisse, Erklärungen der Ansgangszollämter oder behördlich beglau-
bigte Bechnungen nachgewiesen werden.
Litauen. Zollbestimmungen. Die bisherige Vorschrift, wonach
für die Verzollung von der Handelskammer beglaubigte Bechnungs-
abschriften erforderlich waren, ist dahin abgeändert worden, daß mit
Wirkung vom 15. 9. 22 Bechnungs abschritten, die an solchen Orten aus-
gestellt sind, an denen eine litauische Gesandschaft oder ein litauisches
Konsulat vorhanden ist, von genannten Behörden beglaubigt sein müssen.
Neufundland. Eine Aenderung des Zolltarifs wird erwogen.
Oesterreich. Die Goldparität fflr Zollzahlusgen beträgt für die
Zeit vom 28. 8. bis 2. 9. Kr 17 000 gegen bisher Kr 15 200.
Polen. Zollermäßigungen für den Verkehr mit Polnisch-Ober»
Schlesien. Nach einer neuerlichen Verordnung über vorübergehende
Zollerleichterungen für nach Oberschlesien gerichtete Waren sind die-
jenigen Waren vom Zoll befreit, die spätestens am Tage der Uebernahme
der neuen Staatsgrenze durch Polen zar Beförderung auf dem Wasser-
wege oder mit der Bahn unmittelbar nach dem polnischen Teile Ober-
schlesiens bei den polnischen Zollbehörden aufgegeben worden sind. Diese
Zollermäßigung wird von den Zollämtern innerhalb ihres Bereiches während
30 Tagen, gerechnet vom Tage der Uebernahme der Staatsgrenze, ange-
wandt, entbindet aber nicht von der Beibringung einer Einfuhrgenehmigung
für solche Waren, die auf der Einfuhrverbotsliste stehen.
Schweiz. Einfuhrbeschränkung für Kachelöfen und Kacheln.
Ueber die Handhabung der Einfuhrbeschränkung wird mitgeteilt, daß eine
Unzufriedenheit der schweizerischen Abnehmerkreise über die bisherige
Einfuhrregelung dieser Artikel nicht festzustellen sei. Die Verfügung
gelbst soll wie früher so auch heute noch die Zustimmung der überwiegen-
den Mehrzahl der als reguläre Händler in Frage kommenden schweizerischen
HafneimeiBter nnd OfengeBcbäfte haben. Die Bemessung der zuzulassen-
den Mengen ausländischer Kachelöfen und Kacheln richtet sich nach dem
Beschäftigungsgrad der einheimischen Industrie, die besonders in den
letzten Jahren dnrch die großen, im Lande aufgestapelten Vorräte der
Gelegenheitshändler einen recht schwierigen Stand hat. Trotzdem soll die
Handhabung der Beschränkung der Einfuhr deutscher Kachelöfen nicht
i prohibitiv wirken Beguläre Handelsfirmen, die Bich über regelmäßige
I Importe früherer Jahre ausweisen können, sollen angemessene Einfuhrkon -
\ tingente oder anch Einzelbewillignngen beim Nachweis von entsprechenden
i Inlandsbezügen erhalten. Für gewisse, in der Schweiz nicht hergestellte
i Kachelaorten aoll die Einfuhr besonders erleichtert worden sein. Sobald
eine wesentliche Besserung des Beschäftigungsgrades der einheimischen
Kachelofenindustrie festzustellen sei, ist auf eine Mildemng oder gegebe-
nenfalls auch Aufhebung der Einfahrbeschränkung zu hoffen.
Ukraine. Die Einfuhr von Luxuswaren ist untersagt.
Ungarn. Die Gebühren für Ein- und Ausfuhrbewilligungen
sind ab 15. 8. 22 erhöht worden.
Venezuela. Die Zollinhaltserklärungen können in fremder Sprache
abgefaßt sein. Sie sind indessen dann anf Kotten des Empfängers ins
Spanische zu übersetzen Aus diesem Grunde empfiehlt sich die Abfassung
der Zollbegleitpapiere in spanischer Sprache.
Die L&ge in Industrie und Handel.
Die Lage der Kersm- und Glasindustrie im Monat Juli. Der
Beschäftigungsgrad der keramischen Industrie ist infolge alter Auf-
träge weiterhin noch gut, doch macht das Abflauen des Geschäfts weitere
Fortschritte. Der Großhandel hält mit neuen Bestellungen merklich zurück;
das Kleinhandelsgeachäft wurde durch den Fremdenverkehr zwar belebt,
doch werden die Verkaufsgelegenheiten in Süddsutschland als reichlich
mittelmäßig bezeichnet. Der teilweise Bückgang der Nachfrage besonders
ans dem Ausland wird auf die hohen Preise für Porzellanwaren, eine
Folge der Markentwertung, der erhöhten Bohmaterialienpreise (besonders
für Kaolin), der gesteigerten Arbeitslöhne usw. zurückgeführt; eine wäitere
Abnahme der Nachfrage- wird befürchtet. Dia großen Schwierigkeiten der
Bohstoffbeschaffung und die trostlose Lage auf dem inländischen Kohlen-
und Holzmarkt, die die Industrie zwingt, ihren Bedarf an Brennstoff teil-
weise zu mehr als zur Hälfte aus dem Ausland zu decken, lassen bereits
bei einigen Werken die Gefahr erheblicher Betriebseinschränkungen auf-
steigen. Die Bohstoffversorgung aus Böhmen her wurde dadurch ver-
zögert, daß durch den Streik in den Karlebader Schlämmereien die Kaolin-
lief ernngen fast im ganzen Monat Juli ausblieben. — In Luxuspor-
zellan herrscht, wie die Handelskammer Coburg berichtet, nach wie vor
Hochkonjunktur, ebenso in Spielwaren, Orientartikeln, Puppenköpfen für
die Sonneberser Industrie, wie auch in Gebrauchsartikeln. Die Ware ist
in den bestellten Mengen nicht ausreichend zu beschaffen. Für elektro-
technische Artikel ist das Geschäft dagegen mittelmäßig. — Die Fein-
st ein gutindustrie ist immer mehr bei der mangelhaften Belieferung
mit Inlandskohle auf hochwertige ausländische Brennstoffe, besonders auf
böhmische Steinkohle angewiesen, die gleichwohl in den erforderlichen
Mengen nicht zu haben ist Der Eingang der Rohmaterialien ist weiter
sehr schleppend, so daß oftmals Betriebsstörungen die Folge sind. Die
Lieferanten berufen sich auf Kohlen- nnd Wagenmangel. Das Geschäft
war im allgemeinen befriedigend trotz der dnrch die Verhältnisse gebotenen
Preiserhöhungen. Löhne wie alle Materialien gingen im Preise bedeutend
in die Höhe. — Die Glasindustrie arbeitet im allgemeinen noch gut,
da alte Aufträge von früher her noch aufzuarbeiten sind, die wohl für
die nächsten Monate noch genügend Beschäftigung geben. Beim Eingang
von neuen Aufträgen macht sich aber hie und da bereits ein Nachlassen
bemerkbar. Große Sorgen macht den Fabriken nach wie vor der inten-
sive Brennstoffmangel, die schwierige Beschaffung mancher Boh- und
Hilfsstoffe (Soda) nnd die Gestellung von Eisenbahnwagen. Durch die in
England geplante Einführnng eines Zolles anf Glaswaren würde sich die
Lage der Exportindustrie sehr verschlechtern. Die Industrie macht sich
auf einen Bückgang der Beschäftigung und auf Betriebseinschräukungen
gefaßt, da die Ausfuhr in den verschiedenen Artikeln weiterhin nachläßt
nnd die fortgesetzten Materialpreis- nnd Lohnerhöhungen den Inlands-
absatz immer mehr erschweren. — In der H o h 1 g 1 a s industrie, die im
allgemeinen flott arbeitet, mehren sich nach dem Bericht der Handels-
kammer Bonn die Anzeichen, daß die Hochkonjunktur vorüber ist und ein
Abflauen im Absatz der Erzeugnisse eingesetzt hat; die große Mehrzahl
der Käufer, die durch die katastrophale Entwertung der Mark betroffen
wird, beschränkt eich auf das allern otwendigBte. Die Vereinigung deutscher
Flaschen f abrikanten berichtet von gutem Beschäftigungsgrad und guten
Aussichten für die nächste Zeit; allerdings mache sich in Sachsen, im
mittleren Wesergebiet, Oldenburg und Hannover starker Brennstoffmangel,
teilweise auch Soda- und Sulfatmangel und ebenso im Bezirk Dresden, in
Oberschlesien, im mittleren Wesergebiet und Hannover starker Wagen-
mangel geltend. — Der Beschäftigungsgrad dar Industrie für Beleuch-
tungsglas, chemisches, pharmazeutisches und Medizinglas
war noch recht zufriedenstellend; die Industrie litt aber unter denselben
Schwierigkeiten wie die Flaschenindustrie. Aus Thüringen (Jlmenau)
berichtet das dortige Arbeitsamt über eine Verschlechterung der Lage der
Fabriken, die Fieberthermometer herstellen, so daß die dortigen Staats-
prüfanstalten 20 weibliche Angestellte entlassen mußten. — Der Auftrags-
eingang aus dem Ausland ist in der .Kristallglasfabrikation weiter
zurückgegangen, und ebenso läßt das Inlandsgeschäft zu wünschen übrig.
— Die Taf e I g 1 a s industrie hat bei der anhaltenden lebhaften Bautätig-
keit noch gute Aufträge für längere Zeit Die Ausfuhr von Tafelglas
wird durch die billiger liefernde Auslandskonkurrenz (böhmisches Tafel-
glas z. B. soll um etwa 10% anf dem Auslandsmarkt billiger als deutsches
angeboten worden sein) so gut wie unmöglich gemacht. Die Salin- und
Spiegelglasfabriken haben ebenfalls noch zufriedenstellend zu tun bei
genügender Aufnahmefähigkeit des Inlandes und geringem Bückgang des
Absatzes ins Ausland
Der deutsche Außenhandel in Keram- und Glaswaren im Jali 1922.
Maß-
Mengen
Werte in M 1000
stab
Juli
Jan — Jali
Juli
Jan. — Juli
Einfuhr:
Tonwaren ....
dz
115 521
618 006
28 838
163 243
Glas- und Glaswaren
n
10 243
82 072
56 086
239 071
Ausfuhr:
Tonwaren ....
ii
413 667
3001676
653 797
3 001 945
Glas- nnd Glaswaren
n
113 700
829 151
934 375
3 996 510
40« — Kr. 16
SPRECH SAAL — COBURG.
1928. (M. Jahrgang.)
Böhmens Glasindustrie [vor dem Zusammenbruch. Wie die
Zeitung „Sozialdemokrat" meldet, steht die gesamte Glasindustrie Nord-
böhmens vor dem Zusammenbruch. Letzter Tage sei mit Massenentlas-
Bungen im Westen und Nordwesten Böhmens begonnen worden. Der
gesamten Arbeiterschaft wurde gekündigt. 13000 Arbeiter sind arbeitslos,
über 20000 arbeiten nur zwai bis drei Tage in der Woche.
Gesohäftliohe Mitteilungen.
Mosaikplatten.Fabrik Deutsch Lissa, A.-G., Deutsch Lissa. Die
Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 1921 mit einem Verlust von
Jt 174071 (136172) ab. Abschreibungen wurden in Höhe von M 13041
(13 336) vorgenommen.
Emil Busch, A.-G., Optische Industrie, Rathenow. Auszug aus
dem genehmigten Abschloß vom 31. 3. 22: Reingewinn Jt 4,43 (1,46) Mill.;
Dividende 21 (18)%; Abschreibungen und Ersatz Jt 2J?5 (2,14) Mill.;
Erlöhurg des Werkerhaltungskonto von Jt 0,7 Mill. auf Jt 4,25 Mill. —
Die o. G-V. genehmigte die Kapitalserhöhung auf JL 16,5 Mill. Von
ji 6,6 Mill. ab 1. 4. 22 dividendenberechtigten Stammaktien werden
M 6 Mill. durch das Bankhaus E. J. Meyer, Berlin, den Aktionären im
Verhältnis 3:2 zu 207% angeboten. Ueber die restlichen 0,6 Mill.
Stammaktien ist eine Vereinbarung mit dem Bankhaus Meyer betreffs
späterer Verwendung getroffen. Die ferner neugeschaffenen Jl 300000
6% Vorzugsaktien werden von der unter Treuhandverwaltung stehenden
Rahegehaltsverticherung der Gesellschaft erworben.
Herzogliche Elsen- und Emaillier- Werke, A.-G., Frimkenau.
Die Gesellschaft weist in ihrem Abschluß vom 31. 3. 22 einen Beingewinn
von Jt 1,77 (0,90) Mill. auf, dessen Verwendung nicht bekannt gegeben
ist. Die Abschreibungen betragen Jt 1,06 (0,69) Mill.
General - Versammlungen«
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-G., Fraureuth: a. o. G.-V. 11.9. 22,
10 Uhr v , Verwaltungsgebäude, Fraureuth. T.-O. : Kapitalserhöhung um
bis zu M 5,5 Mill. Stamm- und Jt 0,3 Mill. Vorzugsaktien.
Porzellanfabrik Stadtlengsfeld, A -G., Stadtlengsfeld : o. G.-V. 21. 9. 22,
12 Uhr m., Geschäftsräume, Stadtlengsfeld. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung
um M 1,5 Mill. auf Jt 2 Mill., Aufnahme einer Obligationsanleihe von
Jt 0,5 Mill.
Porzellanfabrik Waldsassen Bareuther & Co , A.-G., Waldsassen: a. o.
G.-V. 28. 9. 22, 9 Uhr v., Direktionszimmer, Waldsaseen. T.-O : Kapitals-
erhöhung um Jt 2 Mill Stammaktien.
Union, Veltener Tonindustiie, A.-G., Berlin : o. G.-V. 19. 9; 22,
11 Uhr v., Weinhaus Bheingold, Berlin. T.-O.: u. a. Kapitalserhöhung.
Richard Blumenfeld, Veltener Ofenfabrik, A.-G., Charlottenburg:
a. o. G-V, 12.9.22, 11 Uhr v, Bankhaus Gebr. Arnhold, Berlin. T.-O.:
Kapitalserhöhung um Jt 4 Mill. Stammaktien auf Jt 9,5 Mill.
Niederlausitzer Tonwerke, A.-G., Cabel: o. G.-V. 19. 9. 22, 2 Uhr n.
Kasinogesellschaft, Cottbus.
Stoiberger A.-G. für feuerfeste Produkte (vorm. Bud. Keller), Stol"
berg 2 : o. G.-V. 23. 9. 22, 12 Uhr m., Erholungsgesellschaft Aachen.
A.-G. der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm Ferd. Heye, Düssel-
dorf : Die auf den 14, 9. 22 einberufene a. o. G -V findet nicht statt.
Thüringer Glaswareufabrik, A.-G, Oberweißbach : a. o. G.-V. 18. 9. 22,
12 Uhr m., Parkhotel, Dusseldorf. T.-O. :t Verkauf der früheren Neo Iso-
Werke in Oberweißbach; Kapitalserhöhung'.
Eisenwerk Kaiserslautern, Kaiserslautern : a. o. G.-V 16. 9. 22, 3 Uhr n,
Rheinische Creditbank, Kaiserslautern. T.-O. : Kapitalserhöhung um Jt 12
Mill. Stammaktien auf Jt 24,6 Mill.
Emaillier- und Stanzwerke, vorm. Gebr. Ullrich, Maikammer : o. G.-V.
19. 9. 22, 3 Uhr n , Gasthaus zum Rebstock, Maikammer.
Alfred Gutmann, A.-G. für Maschinenbau, Hamburg : a. o. G.-V.
16. 9. 22, 12 Uhr m , Commerz- und Privat-Bank, A.-G., Hamburg. T.-O :
Kapitalserhöhung cm M 2 Mill Stamm- und Jt 0,25 Mill. Vorzugsaktien.
Messen und Ausstellungen.
Zur Frankfurter Herbstmesse wird die Z»hl der Sonderzüge er
heblich vermehrt. Für die auf »Uen Hauptlinien nach Frankfurt verkehren-
den GesellBcbaitszBge sind die Fahrpreise bis zu 40°/0 herabgesetzt worden-
Der Kartenverkauf liegt in den Händen der Beisebureaus der Hamburg.
Amerika-Linie.
Soziale Bewegung.
Die gleitende Lohnskala. Der 12 000 Industriebetriebe als Mit-
glieder umfassende Deutsche Iodustrieschutzverband, Sitz Dresden (Ge-
schäftsführer Giützner) hat pich seit dem Auftauchen des GedankenB der
gleitenden Lohnskala wiederholt mit dieser Frage beschäftigt. Er steht
auf dem Stend^unkt, der in der Nr. 60 seiner „Mitteilungen" eingehend
begründet wird, daß die gleitende 8kala keine «eignete Form der Lohn-
regulierung darstellt. Sie führt zu vermehrter I fiation, die«e wieder zu
Preiserhöhungen und letztere wieder zu neuerlichem Steigen der Skala,
also im Endeffekt zu einer weiteren Inflation. Den besten Beweis für die
unheilvolle Wirkung der für ein ganzes Wirtschaftsgebiet geltenden glei-
tenden Skala liefert Oesterreich.
Neue Gehaltsgrenzen in Kündigung»- und KonkurrenzverbotB-
recht. Das Beicbsgesetzblatt vom 1. 8. 22 (Nr. ,55) bringt folgende Aen-
derungen : Im HGB. ist bekanntlich, wenn es sich um höuer bezahlte An-
gestellte bandelt, bezgl. der Art und Dauer der Kündigungsfrist jede
Schranke außer der der guten SitteD, beseitigt. Die GehaltBgrenze für
höher bezahlte Angestellte iit jetzt auf Ji 100000 erhöht worden (zuletzt
M 30000, im Frieden Jt 6000). Weiter darf mit einem Angestellten,
der weniger als Jt 60000 (früher Jt 12000, im Frieden Jt 1600) ver-
dient, eine Konkurrenzklausel nicht vereinbart werden. — Mit leitenden
Angestellten, das Gesetz versteht darunter solche, die über M 120000
(f itther JK 40000, im Frieden Jt 8000) verdienen, kann eine Konkurrenz-
klausel vereinbart werden, ohne irgend welche besonderen Einschrän-
kungen. Nur die Schriftform ist vorgeschrieben.
Verbände.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken
hat beschlossen, den Teuerungszuschlag »b 1. 9. 22 von 300 % auf 640 %
zu erhöhen, was eine Preissteigerung von 60 o/0 gegenüber den Augustpreisen
bedeutet. Der Verband hat ferner mit Rücksicht auf die Bich überstürzende
allgemeine Preisentwicklung beschlossen, vorläufig von seiner festen Preis-
bindung für jeweils einen Kalendermonat wieder abzugehen und sich an
vorstehenden Teuerungszuschlag vorläufig nur bis zum 15. 9. gebunden zu
halten.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken
hat beschlossen, die Verkaufspreise für Niederspannungsmaterial ans Por-
zellan und Steatit ab 1. 9. 22 von 300% auf 540 °/0 zu erhöhen.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken
Fachgruppe chemisch-technisches Porzellan hat beschlossen, vom
25. 8. 22 ab auf die Grundpreise (d. s. die zehnfachen Friedenspreise) einen
Teuerungszuschlag von 900 % in Anrechnung zu bringen.
Der Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken G. m. b. H.,
sieht sich infolge des ungeheueren Steigens der ausländischen Roh- und
Hilfsstoffe und der allgemeinen durch den Kurssturz verursachten Pro-
duktionskostenBteigerung genötigt, den Multiplikator mit dem 28. 8. 22
einstweilen auf 11 festzusetzen.
Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren- Werke, G. m. b. H.,
Berlin, (Hochspannungs-Isolatoren-Syndikat), erhöhten mit Wirkung
ab 1 9. 22 den für August geltenden Teuerungsaufschlag von 280 auf
510%- In Anbetracht der Bich stetig ändernden Verhältnisse haben die
neuen Verkaufspreise nur für die erste Hälfte des Monats September
Gültigkeit, da es unter gegenwärtigen Verhältnissen nicht möglich ist,
die Verkaufspreise auf längere Zeit hinaus im Voraus zu errechnen.
Die Vereinigten Steingutfabriken, G. m. b, H., erhöhten mit
Wirkung vom 25. 8. 22 die Aufschläge für Gruppe I von 1100 auf 2200%
und für Gruppe II von 1000 auf 2000%.
Verband Deutscher Kachelofen - Fabrikanten. Mit sofortiger
Wirkung ist der Teuerungszuschlag für vorgeformte Schamotteware und
Schmelzware auf 650%, für Glätteware und unbehautete Schamotteware
auf 750%, für Glätteware unb undehauteta Schamotte wäre mit Nute auf
750 % und für Glätteware und unbehautete Schamotteware gemustert mit o ler
ohne Nute auf 760% auf die erhöhten Grundpreise der Durchschnittspreis-
liBte festgesetzt worden. Für alle Verkäufe gelten die am Tage des
Versandes gültigen Preise.
Die Westdeutsche und die Mittel- und Ostdeutsche Schamotte-
Kon venlion sowie die Westdeutsche und die Ostdeutsche Silikat- Kon-
vention erhöhten den bisherigen Teuerungszuschlag von 560% für alle
Lieferungen ab 28.8. 22 auf 1100%.
Der Verein deutscher Spiegelglasfabriken, Cöln, erhöhte seine
Preise für unbelegtes Spiegelglas unterm 30. 8. 22 um weitere 60 %.
Preiserhöhung für Fensterglas. Sämtliche Verbände der Glas
fabriken haben den TeuernngszuBchlag von 190% auf 350% erhöht, was
einer Preiierhöhung von ungefähr 55% entspricht. Auch die Preise für
Drahtglas für Bedachung sind seitens der Httttenvereinigung Anfang August
abermals um M 50 je qm erhöht worden.
Preiserhöhung für Glühlampen. Die Glühlampenfabriken haben
mit Wirkung ab 30. 8. 22 mit Rücksicht auf die weiterhin gestiegenen
MateriBipreise, Löhne und sonstigen Unkosten eine Erhöhung der am
31.7. 22 eingeführten deutschen Grundpreise um 100 °/0 beschlossen.
Der Verband deutscher Herdfabrikanten, Hagen i. W., erhöhte
mit Berechnung ab 21. 8. 22 den Aufschlag auf 840%.
Neuer Arbeitgeberverband. Die Bächeischen Sand- und Kieswerke
haben sich unter enger Anlehnung an den Deutschen InduBtrieschutzver-
band zu einem Arbeitgeberverband mit dem Sitz in Dresden zusammen
geschlossen. Die konstituierende Versammlung wählte Herrn Budolf
Gebler, Dresden, als Vorsitzenden, und Herrn Stadtrat HertzBch, Penzig,
als stellv. Vorsitzenden.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther, A.-G., Zweigniederlassung
Berlin, VertriebBstelle der Zahnfabrik Saxonia, Berlin, Zweigniederlassung
der Porzellanfabrik C. M. Hutschenreuther, A. G, Hohenberg a. Eger,
Berlin. Unter vorstehender Firma wurde in Berlin eine Zweignieder-
lassung errichtet. Dr. Hermann Eisenlohr und Gottlieb Heilmann haben
für die Zweigniederlassungen in Berlin und Badeberg Prokura mit einem
Vorstandsmitglied. , t
Vereinigte Porzellan werke, A.-G. zu Lübeck, Lübeck. Als Auf-
sichtsratsmitglieder wurden hinzugewählt: Kaufmann W. Berlin, H. Jacob,
H. Rosenthal, Max Scheidt.
Porzellanfabrik Schönwald, Schönwald. Vom Betriebsrat wurden
Dreher H. Werner und Buchhalter G. Schaller in den Aufdichtsrat ent
sandti
Ottomar Häntzsohel, Porzellankunstmalerei, Freital. Die Handels
niederlaaBung ist nach Dresden verlegt worden.
Ton- und Steinzeugwerke W. Richter & Cie., A.-G., Bitterfeld
Direktor Albin Pscheidl ist in den Vorstand eingetreten; seine Prokun
ist erloBchen. Kaufmann Fritz Körner hat Prokura.
Deutsche Ton- und Steinzeugwerke, A-G , Berlin Cdarlottenburg
Vom Betriebsrat wurden lug. H. Jaensch und Töpfer G. Domel in dei
Aufsichtsrat entsandt.
I9aa. (65. Jahrgang.)
SPRECHSAAL -CÖBURÖ.
ft'r. 86 - 407
Schlesische Stein zeugwerke, G. m. b. F.. Freiwaldan An Stelle des
Gustav Dünnbier winde Rechtsanwalt Otto Hamann zum Geschäftsführer
bestellt Kaufmann Johannes Großmann hat Gesamtprokura.
Deutsche Steinzeugwarenfabrik für Canalisation und Chemische
Iodastrie, Friedrichsfeld. Vom Betriebsrat worden Töpfer W. Stapka nnd
Bachhalter J. Silberzahn in den Aufsichtsrat entsandt.
Boemer'scbe Msjolika-Werkstätte Harlachin, G. m. b. H, Manchen
(Harlachin Hs. Nr. 3). Erwerb nnd Fortführung der von Prof. Georg
Boemer gegründeten Majolika- Werkstätten sowie Erzengang kunstgewerb-
licher Gegenstände aller Art. Stammkapital!: Ji 100 000. Geschäftsführer
ist Direktor J. E. Fehling.
Tonwarenfabrik Gustav Kothe, Straach bei Wittenberg. Die Firma
ist erloschen.
Märkische Tonwaren-Indastrie, A.-G, Oranienburg. Den derzeitigen
Anfsicbtsrat bilden: Kaufmann H. Hecht, Vors., Fabrikdirektor H. Loening,
stell v. Vors., Dr. L. Dicken, Komm.-Rat M Falk, die Direktoren A. Fricke,
S. Herrmanu, P. Loening und Jostizrat H. Priester,
Feuerfest, G m. b. H., Düsseldorf-Oberkassel (Wildenbrachstr. 27).
Herstellung and Vertrieb feuerfester und säurefester Produkte, Ton- und
Steinzeug aller Art für die Eisen-, Hatten-, chemische und keramische
Industrie. Stammkapital: <M 60000. Geschäftsführer sind lag. Siegfried
Barth und die Kaufieute Franz Heiweg und Peter Buschmann.
Vereinigte Großalmeroder Tonwerke, A.-G.. Großalmerode Die
Kapitalserböhnng um Jl 6,5 Mill. Stamm- und M 0,5 Mill. Vorzugsaktien
auf M 14 5 Mill. ist erfolgt
Schamotte- und Steinindustrie-GeseHschaft m. b H, Leichlingen.
1 Der Sitz ist nach Siegburg verlegt. Herstellung und Vertrieb von feuer-
festen Produkten aller Art Stammkapital: M 45000. Geschäftsführer
ist Kaufmann Paul Sporeg.
Mitteldeutsche Schmirgelwerke, A.-G., Butzbach, Werk Helmars-
hausen, Helmarshausen. Unter vorstehender Firma wurde in Helmars-
hausen eine Zweigniederlassung errichtet.
Vertriebs-Verband der Krugbäcker des Unterwesterwaldkreises,
e. G. m. b. H, Bansbach. Die Genossenschaft ist aufgelöst. Liquidatoren
sind die seitherigen Vorstandsmitglieder Peter C Wingender, Clemens
Korzilins und Franz M. Gerharz
Bobert Hirsch, Döbern, N.-L Witwe Fernandine Hirsch, Frau
Dorothea Pade, Frl. Hildegard Hirsch, Frau Amanda Spitzer, Witwe
Hedwig See ff, Frau Olga Kleefeld, Frau Marie Hirsch sind als persönlich
| haftende Gesellschafter eingetreten. Vertretungsbefugt ist nur Gesell-
! schafter Friedrich Hirsch. Kaufmann Karl Kittner und Hauptmann a. D.
A'fons Pade haben Gesamtprokura.
Drebkauer Hohlglashüttenwerke, Opitz Madrack & Co., G. m. b. H.,
Drebkan. Das Stammkapital ist um Ji 35 000 auf M 100000 erhöht
worden.
A.-G. der Gerresheimer Glashüttenwerke, vorm. Ferd. Heye, Düsseldorf.
; Eduard Gößling ist aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Vom Betriebsrat
i wurden Buchhalter P. Viehmann und Arbeiterratsvorsitzender W. Niek in
) den Anfsicbtsrat entsandt.
Deutsche Spiegelglas- A.-G., Kl. Freden. DipL-Kaufmann Ojkar
Bornheim wurde zum Vorstandsmitglied bestellt.
Hohlglaswerk Süntelgrund Martin & de la Porte, Münster (Deister).
Die Gesellschaft ist aufgelöst, die Firma erloschen.
Hohlglaswerk Süntelgrund, A.-G., Münder a. D. Grundkapital :
I M 475 000. Vorstand ist Eisenbahnbeamter August Neff .
Glasfabrik Weißwasser, G. m. b. H, Weißwasser, 0 -L An Stelle
' von Rechtsanwalt van Heyst wurde Rechtsanwalt Hermann F. von Walsem
i zum Geschäftsführer bestellt.
Berlin Grünaner- Glühlampen-Fabrik v. Hanstein & Co., Komm G ,
Berlin-Grünau. Kaufmann Paul Meyer hat Prokura mit dem Gesell-
schafter Paul Lehmann. Der persönlich haftende Gesellschafter v. Han-
stein ist als solcher ausgeschieden ; er ist nunmehr als Kommanditist beteiligt.
Dr. Bachfeld & Co., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft ist aufge-
löst. Der bisherige Gesellschafter Dr. phil. Eugen Bachfeld iBt alleiniger
Inhaber.
Thermometer- und Glasinstrumentenfabrik Friedrich Kupfer, Schmiede-
feld. Inhaber iBt Fabrikant Friedrich Kupfer. Die Fabrikanten Max und
Willy Kupfer haben Einzelprokura.
Glaskunst, G. m b. H, Berlin. Herstellung und Vertrieb, insbe-
sondere Export von Kunstmalereien auf Glas und ähnlichen Erzeugnissen.
Stammkapital : M 20 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer
sind Kaufmann Heinrich Eisert und Frl. Else Häßner.
Georg Kreiß, G. m. b. H, Fürth (Lnisenstraße 9). Herstellung und
Vertrieb von Spiegeln, Metall- und Glaswaren aller Art. Stammkapital:
Jt 1 Mill. Geschäftsführer ist Fabrikant Georg Kreiß.
J. W. Bemy, A.-G., Grenzbansen. Die Firma J. W. Bemy, Fabrik
nnd Versand ven i ämtlichen Apparaten, Gefäßen und Utensilien znm
pharmazeutischen nnd chemischen Gebrauche und Kork abrik, Grenz-
hansen, welche anch Zweigniederlassungen in Essen und Saarbrücken
unterhält, ist in eine A.-G. umgewandelt worden. Stammkapital:
M. 2,25 Mill. Vorstand ist der bisherige Firmen- Inhaber Fabrikant
Philipp Weickel. Die Kaufleute Jakob Trescb, Georg Budolph und Fritz
1 Meyer haben Gesamtprokura zu je zweien.
Annweiler Email- und Metall- Werke, vorm. Franz Ullrich Söhne,
.Annweiler. Vom Betriebsrat wurden Buchhalter Ph. J. Leicht und
Arbeiter Jos. Kleinhanß in den Aufsichtsrat entsandt.
Stema Stanz- nnd Emaillewaren-Kommanditgesellschaft Hensel & Co.,
Hamburg. Persönlich haftender Gesellschafter ist Kaufmann Walter H. K.
Hensel. Ein Kommanditist ist beteiligt.
Patente.
Deutsches Reich.
Anmeldungen.
1 a, 9. St. 33 638. Verfahren zum Entwässern von mit einem hohen
Wassergehalt versehenen Gut; Zus. z. Anm. St. 32222. Theodor Steen,
Charlottenburg, Knesebeckstr. 77. 2.10.20.
12 b. Z. 12 688. Vonichtansr zam Eöst«n oder Kalzinieren des
Reaktionsproduktes von festen und flüssigen Stoffen in einem Muffelofen;
Zas. z. Pat. 343 460. Victor Zieren, Berlin -Friedenau, Saarstraße 6.
25. 10. 21.
12 e, 2. S. 58 126 Geheizter Isolator für elektrische Entstaubungs-
anlagen oder dergl. Siemens-Schuckertwerke, G. m. b. H, Siemensstadt
bei Berlin. 19. 11. 21.
12 i, 37. M. 76 655. Verfahren zur Herstellung von Aluminats-
Silikaten oder Permutiten; Zus. z. Anm. M. 74 548. Dr. C. Massatsh,
Berlin, Hedemannstr. 13/14. 9. 2. 22.
12i, 37. P. 38 868. Verfahren zur Herstellung einer stark porigen
adsorbierenden Masse. The Silica Gel Corporation, Baltimore, Maryland,
V. St. A. 6. 12. 19. England 7. 12. 18.
12 i, 37. S. 51 745. Verfahren zur Herstellung von künstlichem
Glimmer. Siemens & Halske, A.-G., Siemensstadt bei Berlin. 6. 12. 19.
12 m, 6. C. 29 134. Verfahren zur Herstellung von Tonerde aus
Tonerdesilikaten. Chemische Fabrik Griesheim-Elektron, Frankfurt a. M.
81.5.20.
12 m, 6. B. 55 370. Verfahren zur Darstellung synthetischer Edel-
steine. Dr. Otto Bnfi, Breslau, Uferzeile 10 15. 3 22.
13 c, 6. A. 34 569. Einrichtung zar Befestigung von Wasserstands-
gläsern an den Hahnköpfen. Gottf/ied Adrian in Linz a. Eh. 17. 12. 20.
21c, .13. S. 49 827. Hängeisolator mit druckausgleichenden Be-
schlägen. Dipl -lag Eugen Seifried, Waldkirch i B. 19. 3. 19.
21c, 13. B. 99149. Hängeisolator. Paul Bergeon, Louis Perotto
u. Ernest Dasangey, Grenoble, Frankreich. 8 4. 21. Frankreich 18. 3. 21.
30 b, 14. W. 59 515. Verfahren zur Herateilung der Zahnform-
platten zum Formen künstlicher Zähne. Hans Wetzler, Offenbach a. M.
30. 9. 21.
30 d, 27. 0. 10 825. Verfahren zur Herstellung von ultraviolett
absorbierenden Augengläsern. Optische Anstalt C. P. Goerz, A.-G.,
Berlin-Friedenau. 11. 12. 18.
32 a, 13. E. 24 399. Selbsttätige Glasblasemaschine mit Saugeform.
Europäischer Verband der Flaschenfabriken, G. m. b. H„ Düsseldorf.
18. 9. 19. -
32 a, 33. H. 78 858. Glasschneider. Franz Huth, Hamburg,
Bethesdastr. 8. 29. 10. 19.
32 b, 8. B. 48 961. Verfahren zur Herstellung von Preßglasgegen-
ständen mit farbigen, erhabenen Mustern. Karl Eehm, München, Kobell-
Btraße 10. 2 12 19.
341, 11. H. 82 442. Doppelwandiges Gefäß nach Dewar- Weinhold.
Christian Hinkel, Berlin, Alexandrinenstr. 35. 16. 9. 20.
42 h, 5 H. 89 558. Bingförmiger optischer Glaskörper. Karl
Hansen, Hasenheide 47, u. Alex Binder, Kurfürstendamm 225, Berlin.
25. 1. 22.
42h, 9. B. 99 745. Scheinwerferlinse; Zas. z. Pat. 294 771. Bausch
& Lomb, Optical Company, Eochester, New York, V. St. A. 18. 5. 21.
42 i, 1. L 52 403. Qaecksilberkontaktthermometer. Fa Hermann
E, Lindenlaub, Schmiedefeld. Thür. 17.2. 21.
421, 7. D. 40 765. Verfahren und Vorrichtungen zur Messung der
Zähigkeit von Flüssigkeiten. Dr. Eichard v. Dallwitz- Wegner, Neckar-
gemünd bei Heidelberg. 23. 11. 21.
42 m, 17. B. 54 389. Glasläufer für Eachenschieber. B. Beiß,
G. m. b. H , Liebenwerda, Sa. 12. 11. 21.
48 c, 1. K. 65 757. Verfahren zur Herstellung getrübter Emaillen ;
Zus. z Anm. K. 62021. Dr. Heinrich Kretzer, Koblenz- Wallersheim. 9. 3. 18.
48 c, 1. M. 74076. Verfahren zur Herstellung von für Naßauftragang
geeigneten Emaillen; Zas. z. Anm. M. 66128. Charles Musco], Brüssel.
10. 6. 21.
53 b, 3. B 52 145. Vorrichtung zum Entlüften und Schließen von
Konservengläsern und dergl. mittels Luftabsaugung. Willy Eudolph,
Hirsohberg i. Schles. 28 1. 21.
64 a, 54. St. 33 318. Flaschenverschluß mit Ausguß. Adolf Stern,,
Charlottenburg, Fredericiastr. 8. 21 6. 20.
67 a, 14. E. 27 011. Maschine zum Schleifen ebener Flächen an
Schleifsteinen. Malvern Arnos Egton, Littleton, V. St. A. 15 8 21. V. St.
Amerika 15. 3. 20.
67 a, 16. H. 87 315. Maschine zum Schleifen von Facetten an
Glasplatten mit zwei nacheinander arbeitenden Schleifscheiben. Eichard
Herrmann, Siegen i. Westf. 11.10.21.
75 c, 22. E. 51 738. Arbeitsglaskasten zur Aufnahme von zerstäubten
Farben, Lacken usw. 7. 12 20
75 c, 22. B 54 795. Arbeitsglaskasten zur Aufnahme von zerstäubten
Farben, Lacken usw.; Zas. z. Anm E 51738. 18.10.21.
Karl Kein, Tillowitz, 0 -8.
80 a, 45. B. 80271. Verfahren zur Herstellung von Spiegeln aus
keremischer Messe. Wilhelm Boehm, Berlin, Gotzkowskystr. 20. 6. 10. 15.
80 b, 6. T. 25481. Verfahren zur Hersteilung von Gegenständen
aus einer G.psmasse. Eichard Trautmann, Potsdam, Brandenburger Str. 2,
u. Paul Kurze, Berlin, Schönhauser Allee 126 a. 20. 6. 21.
80 b, 9. G. 51560. Verfahren znr Herstellung einer Wärmeisolier-
masse. Gesellschaft für Tnff- und Tontechnik m. b. H„ Neuwied. 26 7. 20.
80b, 12. P. 43508. Verfahren zur Herstellung von synthetischem
Speckstein. Porzellanfabrik Ph Romenthal & Co., A -G., Berlin. 14. 1. 22.
80 b, 17. 0. 10786. Verfahren zur Herstellung von Dichtangs-
platten für Hochdruckleitungen. Adolf Oasterheld, Eichriede b. Wunstorf,
Hannover. 22. 10. 18
80 b, 23. L. 51853 Herstellung einer politurfähigen Glasur anf
Zement, Stein oder Hol«; Zus. z Anm. L 49655. John Langbein, Ham-
barg, Hasselbroekstr. 18 29. 11. 20.
80 c, 3. D. 37 746 Brennofen. Dipl. log. Erwin Wesnigk, Berlin,
Waterloo Ufer 14. 10. 6. 20.
80 c, 5. M 71025 Tunnelofen. Bobert Clay Metcalfe, Newark,
New Jersey, V. St. A. 14. 10. 20.
80 o, 11. A. 33 473. Verfahren und Ofen zum gleichzeitigen Brennen
von Stück- und Estrichgips. Joseph Etienne Ardisson, Digne (Basses-
Alpes). 22.5. 20. v
408
Nr. 86
SPRECH SAAL — COBURG.
im (u.
Erteilungen.
357 892 80 a, 47. Presse fttr Porzellangegenstände mit Innen'
gewinde. Franz Jawanehy, Carlowitz, Schulst*. 90. 11. 6 20.
357 975. 42 i, 9. Optisches Pyrometer. Michael Lockhoven, Köln-
Ehrenfeld, Geißelst*. 78 5. 12. 20.
358 010. 12 e, 1. FtJlJkörper für Reaktionstürme u. dgl. Walter
Krause, Friesack, Mark. 10 5. 16.
368031. 20k, 9. Hängeisolator, insbesondere für Hochspannungs-
fahrleitungen. Fritz Bielefeld, Bonn, Königstr. 37. 19.7. 21.
358 051. 30 b, 14. Auswechselbarer künstlicher Zahn mit Bücken-
platte Wilhelm von Kondratowicz, Berlin, Alte Schönhauser Str. 60.
27.11 20.
358162. 44 b, 18. Etui für Zigarren oder Zigaretten u. dgl Por-
zellanfabrik F. Thomas, Marktredwitz, Bay. 8. 7. 21.
358249. 30 g, 3. Befestigung von Flaschenhal«einsätzeu. Carl
Schnuerle, Frankfurt a. M , Waldschmidtstr. 57. 20. 1. 20.
358 294. 80 b, 7. Verfahren zur Herstellung von Kunstmeerschaum ;
Zus. z. Pat. 340 533. Paul Deussing, Buhla, Thür. 24. 9 21.
368411. 21c, 13. Hochspannisolator. Robert Marsh Johnston,
Huntington, V. St. A. 10. 10 20.
358412. 21c, 13. Doppelkopfisolator mit kittloser Verbindung
zwischen Beschlägen und Isolatorkörper. Porzellanfabrik Ph. Rosenthal
& Co , A.-G , Selb. 26. 2. 20.
358 421. 21g, 15. Hochvakuumröatgenröhre. Siemens & Halske
A.-G, Siemensstadt b. Berlin. 3.3. 21.
358435 30 g, 1. Essigsäure- oder Tropfflasche. Carl Schnuerle,
Frankfurt a. M , Waldschmidtstr. 57. 31. 8. 20.
358 531. 21 f, 49 Isolierfassung fttr elektrische Glühlampen. Gustav
Eiternick, Ilmenau i. Th. 3. 8. 21.
• 358 578. 67 8, 19. Vorrichtung zum Anschleifen zweier im Winkel
zueinander liegender Facetten an ovale Brillengläser durchgebogener Form
(Menisken); Zus. z. Pat. 356 476. Otto Schwarz, Charlottenburg, Stutt-
garter PI. 10 a. 29. 3. 19.
358608. 12 c, 1. Vorrichtung zum Auslaugen fester Stoffe. Dr.
Rudolf Adler, Karlsbad. 27. 7. 20
358 680. 80 b, 9 Verfahren zur Herstellung einer gegen chemische
und elektrische Einflüsse widerstandsfähigen, feuerfesten Kunstmasse.
Plauson'a Forschungsinstitut G. m. b. H,, Hamburg. 21.9. 20.
368 714. 21c, 9. Verfahren zur Schlagprüfung von Isolatoren. All-
gemeine Elektrizitäts- Gesellschaft, Berlin. 20. 3. 21.
368 806. 26 a, 14 VerBchlußvorrichtung für die unteren Oeffnungen
stehender Retorten oder Kammern. Chamottefabrik Thonberg, A.-G.,
Thonberg, Post Wiesa-Kamenz, Bez. Dresden. 24 6. 21.
Beschreibungen.
Kammerringofen zum Brennen von keramischen Waren, Kalk,
Dolomit u. dgl. nach Patent 349 951 Aueh die von der Ksmmerdecke
zur Sohle führenden Ueberl eitern gskanäle sind mit Sandverschlussen an der
KammerBohle versehen, kdem Sand durch eine Pfeife eingefüllt wird, der
Bich in einer fich einseitig nach dem Kammerinnern öffnenden Grube
unter der Trennwand ansammelt 80 c, 3. Nr 352 043 28.3. 20 (Zu-
satz zum Patent 349 951) Dr.-Ing. Heinrieh Koppere, EsBen, Ruhr.
Vorrichtung zum Heben und Transportieren von Spiegel-
scheiben und anderen ebenen Gegenständen. Sie besteht aus einem mit
Saugern versehenen Rahmen, wobei die Sauger so an Stangen, des
Rahmens aufgehängt sind, daß Bie sich auf diesen Stangen verschieben
lassen, die sich ihrerseits senkrecht zu ihrer Längsachse verschieben
lassen. 36 b, 7. Nr. 352 067. 28 11. 19. Socsete Anonyme des Mann-
- faktures des Glaces et Piodaits Chimiques de Saint-Gobain, Chauny &
Cirey, Paris.
Einffihrungsisolator mit Hohlraum zur Reinigung von Gasen
durch hochgespannte Elett'izität. Der Hohlraum des Isolators ist durch
• eine Zone in Glimmerentladrrng übergehender Elektrizität nach dem Gas-
raum hin abgesperrt 72 e. Nr. 352 281. 13. 8. 20. Allgemeine Elek-
trizitäts-Gesellschaft, Barlin.
Verfahren zur Herstellung von Isolatoren u. dgl., bei welchem
die Masse (Porzellan, Ton, Steinzeug u. dgl ) in eine Form gebracht und
hier durch einen Stempel zu einem Isolator u. dgl. geformt wird. Zu-
nächst wird in einem ersten Arbeitigang der Isolator oder dgl. ohne
Innengewinde unter Drehung des Stempels und gleichzeitiger senkrechter
Verschiebung der Form oder bei nur senkrecht verschiebbarem aber nicht
drehbarem Stempel unter Drehung der Form (nach dem Wirkverfahren)
hergestellt, worauf in einem besonderen zweiten Arbeitsgauge das Ge-
windeschneiden und Verputzen mittels einer heb- und senkbaren sowie
gleichzeitig um 90° drehbaren Gewindeschneidspindel und einer die Ge-
windescbneidspindel umschließenden rotierenden Hohlwelle erfolgt, welche
auf ihrem oberen Ende den Isolator trägt. 80 a, 47. Nr. 352 560.
13. 1. 20. Hellwig Ströder, Coblenz a. Rh.
Verfahren zur Verkleinerung der in einem Glase enthaltenen
Blasen. Das Glas wird in erweichtem Zustande einem Druck ausgesetzt,
bo daß das Glas die in den Blasen enthaltenen Gase absorbiert. 32 a, 5.
Nr. 352 732. 8. 12 14. Schott & Gen., Jena.
Spritzapparat für Farben u. dgl. Das Hebelgestänge zur Be-
wegung der nie Dttsenmündung verschließenden Ventilnadel ist eis Gelenk-
geradftthrnng bo ausgebildet, daß der Angriffspunkt an der Ventilnadel
geradlinig gefrort ist. 75 c, 22. Nr. 352829. 27.11.20. Leipziger
Tangier Manier Alexander Grube, Leipzig-Piagwitz.
Verfahren zur Befestigung von Körpern in den Hohlräumen
von Porzellangegenatänden, besonders zur Herstellung zwei- oder mehr-
teiliger Isolatoren durch Aufschrumpfen. Tin innerer Körper aus einem
Stoff von geringerer Schwindung als Porzellan wird in getrocknetem Zu-
stande in den getrockneten Hohlkörper eingeführt, worauf beide zu-
sammen fertig gebrannt werden. 21c, 13. Nr. 353 290. 20.3. 21. (Zu-
satz zum Patent 295467). H. Schomburg & Sühne, Akt.-Ges., Marga-
rethenhütte, Post üroßdubrau.
Vorrichtung zum Beschicken keramischer Brennöfen mit
flüssigem Brennstoff. Sie besteht ans einem Oelbehälter mit durchgehen-
dem Schaurohr, und unter der mit einer Abschlußvorrichtung versehenen
Auslauf Öffnung ist eine Abtropfstange angeordnet, die am Ende ein
pendelndes Verlängerungsstück trägt. 80 c, 16. Nr. 353427. 21 7.20.
Leser Cohen, Berlin Schöneberg.
Kanalofen zum Brennen keramischer Waren, Silikasteine,
Magnesit u. dgl. Der Kühlraum und der Vorwärmeraum fallen im ganzen
gegen die kalten Enden derart ab, daß sich in ihnen unter dem natür-
lichen Auftrieb die Luft bezw. die Abgase in Schichten gleichmäßig
abnehmender Temperaturen einstellen. 80 c, 5. Nr. 353 475. 4.9. 19
Heinrich Koppers, Essen, Ruhr.
Brillengläser-Schneidemaschine, - bei welcher der obere senkrecht
geführte Teil der federnden, das Brillenglas gegen die Unterlage drücken-»
den Stütze mit dem unteren Drnckstück kugelgelenkig verbunden ist,
Zwischen dem oberen senkrecht geführten Teil und dem unteren
Druckstück der Stütze sitzt ein an beiden Enden durch Kugelgelenk«
verbundenes Zwischenstück. 32 a, 33 Nr. 353 484. 5. 9 19. A. Schumann
Dttsssldorf.
Maschine zum Aufschneiden der Glasbirne elektrischer Glüh
lampen mit einem umlaufenden Glühlampenhalter und einem seitlich des
selben angeordneten Schneidstifthalter, der bei Beendigung einer Um
drehung der Birne mechanisch aus der Arbeitsstellung zurückgezogei
wird. Der Schneidstifthalter wird von einem in wagreohter Ebern
schwingbaren, durch eine Feder in der Arbeitsstellung gehalteneu Arn
getragen, der bei Beendigung einer Umdrehung der Birne durch einei
an der den Glühlampenhalter tragenden Welle angebrachten Arm über du
Mittelstellung hinaus zurückgeschlagen und durch die Feder vollends zurück
gezogen wird. 32 a, 33. Nr. 353539. 17.8.15. The AUies Electri»
Lamp Company Ltd., London.
Anfeuchteapparat für trockenes pul verförmiges Material
insbesondere Ton. Er besteht aas einer zur Aufnahme des pulverförmigei
Materials dienenden sich drehenden Scheibe, oberhalb welcher zwei in
rechten Winkel zueinander gerichtete Reihen von Brausen und pflüg
scharartigen Umschauflern feststehend angeordnet sind, so daß das Materia
nacheinander befeuchtet und umgeschaufelt wird. 80 a, 1. Nr. 353541
21. 2 14. Georges Hidoox und Julian Bernheim, Paris.
Mit gleichzeitiger Kühlung arbeitender Absorptionsturm
Die mit Kühlwasser beschickten Einhängerohre haben Wandungen, dil
im ganzen oder in einzelnen Teilen wasserdurchlässig Bind. 12 e, 1
Nr. 353 653. 8 5 20. Deutsche Ton- und Steinzeugwerke Akt.-Ges. um
Friedrich Plinke, Charlottenburg.
Glüh- und Muffelofen nach Patent 344479. Die freistehende
Heizkörper werden au« lose in einen feuerfesten Mantel eingefüllter, köi
niger oder stückiger Widerstandamasse gebildet und bilden mit der um
gebenden Ofenwand rohrartige Luftumlaufkanäle. 80 c, 4. Nr. 363 711
29 7. 21. (Zusatz zum Patent 344J479). Carl Roschmann, Hennigsdoi
b. Berlin, Osthavelland.
Verfahren zur Erziel ung einer vollkommenen Gasverbrennun;
in Gaskanalöfen zum Brennen von keramischen Erzeugnissen, Porzellan
Tonwaren u. dgl mit in den Kanalseitenwäuden angeordneten Gasbrennern
Den in der Brennzone während der Verbrennung in den unteren Kanal
schichten sich ansammelnden unverbrannten Gasmengen wird durch ii
au sich bekannter Weise in den Platten der Tonnelwageu vorgesehen
Oeffaungen Luft iu zur vollkommenen Gasverbrenaang ausreichender Meng,
von unten her zugeführt. 80 c, 5. Nr. 353712. 31.8. 21. Allgemein
Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin.
Verfahren zum Brennen von Porzellan o. dgl. unter Verwendun
von Gasfeuerung. Der Gasflamme wird durch künstliche Zuführung d
Verbrennungsprodukte anderer Stoffe eine einer Kohlenflamme ähnlict
Beschaffenheit erteilt. 80 b, 12. Nr. 353 867. 18.3.21. Siemens- Schucker
Werke, G. m. b. H., Siemensätadt b. Berlin.
Warenzeichen-Eintragungen.
Erklärung der Abkürzungen: G Geschäftsbetrieb; W. Ware)
Verzeichnis; (A.) Auszug; (B.) Der Anmeldung ist eine Beschreibun
beigefügt; A. Tag der Anmeldung; E. Tag der Eintragung.
287 972. Staatliche Porzellan-Manufactur Nymphen-
burg, München. G. : Porzellanmanufaktur. W. : Porzellan-
gegenstände. A. : 25 1. 21. E. : 16. 6. 22.
i :
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
112. Mir steht ein Ziegelton zw Verfügung, den ich wegen sein
schönen Beschaffenheit zum Gießen verwenden möchte, was mir aber nie
gelingt. Ohne weiteren Zusatz reißt er; mischt man ihm aber Schamoi
zu, die aus dem Ton selbst hergestellt ist, so ist er gar nicht gießfäh
denn er läuft nicht mehr, auch nicht unter Zusatz von Soda und Wasse
glas und bei noch so großer Verdünnung. Ich machte Versuche n
Wasserglas und Soda, einzeln und zusammen, in kleineren und größer
Mengen, aber immer ist das Ergebnis das gleiche. Man kann den To
schlicker zwar in die Form ein-, aber nicht mehr ausgießen, weil er fön
lieh zusammenstarrt.
ggj Erste Antwort: Die Ziegeltone sind gewöhnlich mager, und e
daraus hergestellter Gießschiicker erscheint meistens wässrig. Sobald d
letztere in der Form antrocknet, reißt er, und der Gießscherben ist sand
und brüchig. Sie werden ein weitaus besseres Resultat erzielen, wei
Sie Ihren Ton schlämmen. Wollen Sie ihn aber bo verwenden, wie er ii
im. (Ii. fthigang.)
SPRECHSAAL — COBURG.
Mr. 36 — 409
so müssen Sie einen plastischen reinen Ton oder Kaolin beimischen. Bei
dem Sodagießverfabren darf man nicht wahllos vorgehen, sondern nnr
ganz planmäßig, wobei man Bich besonders das merken muß, daß der
Schlicker nach dem Zugeben der Sodalösung erst dicker und dann nach
einiger Zeit erst dünnflüssig wird. Ich empfehle Ihnen folgendes: Sie
streuen Ihren geschlämmten, getrockneten und wieder feinstgemahlenen
Ton oder Ihren mit Kaolin oder plastischem reinen Ton gemischten
Versatz solange in den mit Wasser bis zu 1/3 gefüllten Bührbotticb, bis
der Ton etwa 1 cm Uber dem Wasserspiegel Herausstellt. Am nächsten
Dlorgen ist der Wasserspiegel wiedtr sichtbar, und Sie lassen das Rühr-
werk einige Stunden laufen. Inzwischen ist die kalz. Soda in Wasser
aufgelöst und wird nun unter einigen Umdrehungen des Quirls der
Masse beigegeben ; hierauf steht das Bührwerk 1 4 Stunde still, damit die
Soda durchgreift. Sobald das Bührwerk wieder in Tätigkeit ist, werden
Sie die Wirkung feststellen können. Der Sodazusatz muß natürlich aus-
probiert werden. Zuerst beginnen Sie mit 0,5 kg auf 100 kg trockene
Masse ; es ist aber möglich, daß Sie den Sodaznsatz auf 0,8 bis 1 kg, ev.
auch roch etwas darüber erhöhen müssen, was Sie dann seibat sehen
werden. Viele, die das Gießverfahren nicht kennen und neu einführen
wollen, machen immer den gleichen Fehler, daß sie der Masse von vorn-
herein zu viel Wasser beigeben, wodurch schon das Gelingen in Frage
gestellt ist. Der Tonbrei muß dickflüssig, also dicht sein, dann auch
zeigt Bich erst die richtige Wirkung beim Sod&zusatz.
Zweite Antwort: Nicht jeder Ton verhält sich einem Sodazusatz
gegenüber gleich; namentlich die Ziegeltone zeigen oft ein eigenartiges
verhalten. Man muß daher den Sodazusatz genau ermitteln und sein
verhalten im Tonschiicker feststellen, wobei zn beachten ist, daß die
Wirkung der Soda oft erst nach einiger Zeit eintritt und daß ein zu
irößfr Sodazusatz das Gegenteil von der Verflüssigung, also eine Ver-
lickong hervorruft. Sie werden sich die Sache sehr erleichtern, wenn
Sie Ihrem Ton eine auszuprobierende kleine Menge eines besseren, plasti-
lohen Tones zumisehen nnd die Tonmischung wie bisher mit Schamotte
'ins der eigenen Masse und mit etwas Sand zur Erhöhung der Stand-
festigkeit magern.
Dritte Antwort: Ein ausgesprochener Ziegelton läßt sich zum
[stießen ohne weitere Zusätze nicht verwenden. Ihr Material ist entschie-
len zu mager, nnd wenn Sie dann noch Magerungsmittel zusetzen, ist der
ichlicker natürlich noch weniger gießfähig als vorher. Gießmassen
iküssen mit sehr plastischen Tonen versetzt sein, um die ihnen zuge-
gebenen notwendigen Magerungsmittel, die den Massen den Stand geben,
während des Gießens in der Schwebe zu erhalten und eine Entmischung,
jirie sie bei Ihnen der Fall ist, auszuschließen. Versetzen Sie einmal Ihr
Material mit ungefähr 1/3 sehr fettem Ton, wie z. B. Meißner Bohton I,
lutkel, und Quarz. Genaue Gewichtsangaben kann man nicht machen,
a Ihr Ton nicht genan bezeichnet nnd seine Zusammensetzung nicht
ekannt ist.
1 113. Ich habe große Mengen Steinzeugmasse in eiserne Formen zu
messen. Die Masse läßt nun sehr schlecht von den Formen los, bezw.
Uese müssen sehr oft geölt werden, um ein schnelles und glattes Arbeiten
m ermöglichen. Ich bitte daher um Angabe von Bezugsquellen für gutes
^ormenöl oder einer guten Oelmischung Eine Verfärbung der Masse
lurch das Oel ist nicht schädlich.
Erste Antwort: Ganz abgesehen davon, daß Sie Ihre Masse
Wahrscheinlich zu klebrig aufbereiten, ist das Verfahren, die Preß- oder
[(tanzformen sn ölen, weniger üblich. Nachdem Sie von großen Mengen
;iprechen, so nehme ich an, daß Sie kleinere Stanzartikel anfertigen, und
ist es doch zweckdienlicher, wenn Sie Ihre Masse direkt als Stanz-
lasse aufbereiten und derselben Stanzöl und etwas Wasser beimengen.
i)ie Aufbereitung erfolgt durch Maschinen oder vermittels mehrzackiger
labein oder auch, indem man sie mit der Hand durch ein Sieb reibt.
)ie Hanpsache dabei ist, daß Oel und Wasser gleichmäßig auf die trockene
lemahlene Masse verteilt werden. Wenn die Masse richtig aufbereitet
worden ist, muß sie aus ganz kleinen Tonkügelchen bestehen, die gleich-
läßig so mit Stanzöl und Wasser durchtränkt sind, daß sie auf keinen
'all klebrig erscheinen. Die so hergestellte Stanzmasse läßt äußerst gut
an den Stahlmatrizen los, und es können täglich Tausende von Stücken
«stanzt werden.
1 Zweite Antwort: Allem Anschein nach ist Ihre Steinzeugmasse
icht richtig aufbereitet, sonst, würfe sie nicht an den Formen kleben.
Vahrscheinlich ist das Verhältnis zwischen Wasser und Oel einerseits
nd zwischen Masse und Flüssigkeit andrerseits nicht günstig gewählt.
Namentlich auf den Wasserzusatz kommt es an ; er ist nicht überall gleich,
andern richtet sich nach der physikalischen Beschaffenheit bezw. nach
em Verhalten des Tones. Gehen Sie bei Ihren Versuchen von folgendem
blichen Mischungsverhältnis von Oel und Wasser aus:
Rttb- oder sonst ein pflanzliches Oel 250 g 1 . . Kn .
Petroleum 1250 g \ J™ *™* °u * 8
Wasser 7 1 j trockene MaB8e-
ifezug! quellen für Stanzöl finden Sie im Anzeigenteil des Sprechsaal.
Dritte Antwort: Folgende Mischung hat sich in der Praxis
estens bewährt:
Masse, trocken gtmahlen 17,5 kg
Wasser 3 1
helles Oel V« 1
schwarzes Stanzöl 'U l >
Glas.
104. Mein in offenen Häfen nach jahrelang erprobten Vorschriften
hergestelltes Poitaschekristall wird in den letzten zwei bis drei Stunden der
usarbeit derart schlierig und windig, daß es nicht mehr verarbeitet werden
um, während es zu Beginn der Äusarbeit vollkommen rein ist. Womit
M diese Erscheinung zu erklären? Kann etwa der vor vierzehn Tagen
ili m Grund aus umgebaute Ofen daran Schuld sein.
Erste Antwort: Wird das Pottaschekristallglas beim Ver-
ii tbuten windig und schlierig, so kann das verschiedene Ursachen haben.
Am häufigsten kommt es vor, wenn bei der Ausarbeit der Ofen zu kalt
wird. Das ist vielleicht auch hier der Hauptfehler, weil sich der Uebel-
stand. erst am Schluß der Arbeit bemerkbar macht. Der neue, umgebaute
Ofen ist nicht schuld, wenn das Glas gut durchgeschmolzen und zu Beginn
der Arbeit rein ist, denn das ist ein Zeichen, daß der Ofen gut geht.
Jedenfalls ist den Glasmachern das'Glas zu weich, besonders wenn größere
Artikel gemacht werden. Durch Abstellen des Feuers wird aber 8m
Schluß der Arbeit der Ofen zu kalt. Es würde sich daher empfehlen, den
Ofen während der Pausen etwas warm zu schüren, damit er wieder etwas
Grundhitze bekommt, und dann möglichst warm zn halten bis zum Schluß
der Arbeit. Dieses Verfahren muß von dem Ofenleiter kontrolliert werden,
denn man kann nicht den Wünschen jedes einzelnen Glasmachers gerecht
werden. Die Winden oder Schlieren können auch durch zerfressene Kränze
oder ausgefressene Häfen entstehen Da aber der Ofen erst kurze Zeit
in Betrieb ist, wird das Uebel kaum darauf zurückzuführen sein. Zu be-
achten wäre noch, daß nicht zweierlei Scherben, harte oder weichere von
anderen Hütten mit verschmolzen werden, denn dadurch kann das Glas
am Boden auch schlierig werden. Die Hafenkränze sollen 1— 1*/2 cm über
das Glas hinausstehen, damit letzteres nicht von der Hafenwand einströmen
kann, Bondern von unten herauf kommen muß. Wird das Glas am Hafen-
boden schlecht, so ist der Hafen zu reinigen und das windige Glas
auBzuBchöpfen.
Zweite Antwort: Wenn Ihr Pottascheglas in den letzten
Stunden windig und schlierig wird, so kann dies verschiedene Ursachen
haben. Sie hätten aber vor allem Ihren Gemengesatz angeben und die
Ofenkonstruktion skizzieren sollen. Meistens ist die Ursache darin zu
suchen, daß der Ofen gegen Ende der Arbeit zu weit abkühlt. Es ist zu
berücksichtigen, daß wir nicht mehr die guten Brennstoffe wie früher
zur Verfügung haben, und dieser Umstand nötigt uns, der Gesäßkonstruktion
erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen, um eine ausreichende und anhaltende
Grundhitze zu erzielen. Kühlt der Hafeninhalt zu schnell ab, so wird
das Glas windig. Nun kann es aber auch der Fall sein, daß infolge
fehlender Grundbitze das Glas im unteren Hafenteil überhaupt nicht aus-
reichend durchschmilzt, sondern schlierig bleibt. Werden Glasbrocken
verschmolzen, die härter zusammengesetzt sind wie das Gemenge, so tritt
derselbe Fehler auf, da diese Brocken schwerer schmelzen. Winden ent-
stehen auch, wenn die Glasmacher die Pfeifen nicht peinlich sauber ab-
klopfen, so daß die abspringenden Glasteilchen in der flüssigen Glasmasse
solche bilden. Wird beim Blasen des Glases nicht bis auf den Boden der
Häfen gefahren und dieser ausreichend bestrichen, so verursacht die fest-
sitzende Glasschicht auch Winden und Schlieren. Dasselbe ist der Fall,
wenn eingelegt wird, bevor Ofen und Häfen genügend aufgewärmt waren,
dann bleibt ein Teil der ersten Einlage in der Begel unvollständig ge-
schmolzen fest sitzen. Auch tritt der Fehler auf, wenn das Gemenge
nicht innig genug gemischt wird oder der Ofen überhaupt nicht heiß
genug geht, so daß der Läuterungsprozeß unvollständig ist. Schließlich
sind auch die Bohmaterialien auf ihre Beinheit und Brauchbarkeit zu prüfen.
Dritte Antwort: Es ist eine allgemeine Erscheinung, daß Glas
zu Ende der Arbeit leicht schlierig wird, wenn man den Ofen während
der Ausarbeitung zu kalt hält, und dieses Uebel tritt besonders bei frisch
in Betrieb genommenen Oefen auf. Wird ein von Grund aus umgebauter
Ofen in Betrieb genommen, so dauert es immerhin 3—4 Wochen, mit-
unter auch noch mehr, je nach der Größe des Ofens, bis der Unterofen
richtig durchwärmt ist, der Ofen also Grundhitze besitzt. Bis dahin ist
auf einen geregelten Betrieb nicht zu rechnen; denn solange dem Ofen
die Grundhitze fehlt, geht die Schmelze nicht so flott von statten, wie
es sein sollte. Das Glas wird demzufolge nicht recht durchgeschmolzen,
es wird wohl mit der Zeit blank, ist aber nicht so homogen, wie es für
ein gutes Fabrikat nötig ist. Dieser Umstand gibt die Veranlassung zur
Bildung von Schlieren usw., besonders wenn während der Ausarbeitung
die Hitze im Ofen weit herunter geht. Halten Sie also Ihren Ofen
während der Arbeit so warm wie möglich, wenigstens noch für die Zeit,
bis die rechte Grandhitze, die übrigens nun erreicht sein dürfte, vor-
handen ist.
Vierte Antwort: Wenn Jder Ofen von Grund aus umgebaut
worden ist, so liegt die Vermutung nahe, daß er etwas anders geraten
ist, als wie es beabsichtigt war. Jedenfalls geht er einmal bei der Schmelze
nicht mehr so heiß wie der alte Ofen, und dann wird er bei der Arbeit
zu kalt. Für erstere Annahme spricht das schlierige, also nicht genügend
durchgeschmolzene, und für die zweite das windige Glas, das entsteht,
wenn der Ofen bei der Ausarbeit zu kalt wird. In ganzem fehlt dem
Ofen in jedem Falle die nötige Grundwärme. Wie nun diesem Uebel ab-
geholfen werden kann und ob es überhaupt möglich ist, läßt sich nur an
Ort und Stelle ermitteln. Aus der Entfernung, nur auf Ihre kurzen An-
gaben hin, ist das nicht möglich. Jedenfalls ist für größere Schmelzhitze
und größere Wärme bei der Ausarbeit zu sorgen.
106. Welche Innenmaße muß eine Weißglaswanne haben, um an
derselben bei Tag- und Nachtarbeit 5 bis 6Q00 kg verkäufliches Glas in
24 Stunden herstellen zu können? Ist es vorteilhafter, die Brenner an der
Schmalseite des Ofens für rückkehrende hufeisenförmige Feuerführung Jan-
zuordnen, oder aber sie an den Längsseiten des Ofens mit quer, durch-
strömender Flamme aufzustellen? Wie groß müssen die Kammern sein,
wenn eine Förderbraunkohle von etwa 3000 W. E. zur Verfügung steht ?
Erste Antwort: Eine Weißglaswanne, die in 24 Stunden bis,
6000 kg nutzbares Glas liefern soll, müßte 5 — S1/« m lang, 2,50 m breit
und 0,75 m tief sein. Es ist besser, die Wanne etwas größer anzulegen,
wenn man immer dasselbe Quantum Glas verarbeiten will, damit
nie Glasmangel eintritt, wenn einmal eine kleine Störung eintreten
sollte. Die Anordnung der Brenner hängt haupstächlich von der örtlichen
Lage der Wanne zu den Generatoren ab ; beide Systeme, wie Sie sie angeben,
haben sich bewährt. Die Gaskammern sind 3,50 m X 1 m X 1,40 m
die Luftkammern 3,50 m X 1,25 m X 1.40 m groß zu machen. Die meiste
Aufmerksamkeit ist den Generatoren zuzuwenden, damit diese immer ge-
nügend Gas liefern. Für die Verwendung von Förderbraunkohle mit nur
3000 W.-E. müßten die Generatoren mit Unterwindgebläse versehen werden,
wenn nicht Drehrostgaserzeuger vorgesehen Bind. Sollen nur gewöhnliche
4lö-m.36 SPRECHSAAL-COBÜRÖ. 1*Ä d*. /aftfgang*
- — ~ ■ — ■ - —
Generatoren angelegt werden, so wären deren 3 zu bauen, and zwar
ziemlich große, damit immer genügend Gqb erzengt wird. Bei der Ver-
arbeitung von WeißglaB sind jedenfalls auch Kühlöfen nötig, die doch
wohl auch mit Gas geheizt werden sollen. Um nun auch bei der Ver-
gasung der Förderbraunkohle keinem Gasmangel ausgesetzt zu sein,
müssen die Generatoren stets gut funktionieren. Soll die Wanne ganz
neu angelegt werden, so ist es am besten, wenn verschiedene Funkte mit
einem Fachmann an Ort und Stelle besprochen werden; man kann sich
dadurch am ehesten vor Schaden bewahren.
Zweite Antwort: Diese Frage läßt sich ohne Kenntnis der
läheren Verhältnisse überhaupt nicht beantworten. För die Konstruktion
der Wanne find auch die Artikel maßgebend, die an derselben erzeugt
werden Bollen. Die Anordnung und Durchbildung der Kammern sind
durch den Grundwasserstand sowie die Geländeverhältnisse bedingt. Wenn
Sie bedenken, was heute die Erbauung einer Wanne kostet, so werden
Sie wohl zu dem Entschluß kommen, einen im Wannenbau erfahrenen
Fachmann zu Bäte zu ziehen.
Dritte Anwort: Für die Produktion von 6000 kg Natzglas in
24 Stunden ist eine kontinuierliche Wanne von 8,5 m Länge und 5 2m
Breite — innen gemessen — nötig mit einem Glasstand von 1 m FOr
solche Wannen ist es vorteilhafter, die Brenner an der Längsseite auf-
zustellen und an der Schmalseite das Gemenge einzubringen. Bei Ver-
wendung von Förderbrannkohle von 3000 W-E Bind für eine solche
Wanne Kammfrn von etwa 2,6 X 1>5 X 1>8 m Größe die beBten.
Heue Frage».
Karamlk.
118. Zur Erledigung eiliger Aufträge möchte ich einen Meinen
Muffelofen von etwa 1 cbm Setzraum mit Überofen bauen und demselben
durch den Ofen selbst vorgewärmte Preßluft als Verbrennungsluft zuführen.
Eaben sich solche Oefen in der Praxis bewährt, welches Quantum Kohle
von etwa 4500 W.-E. ist zur Erreichung von SK 05 a erforderlich und
in welcher Zeit brennt ein Ofen ohne und mit Preßluft ab? Welche
Luftgeschwindigkeit käme in Frage, und welcher Apparat würde am
billigsten arbeiten? Der vorhandene Kamin ist 16 m hoch und hat 40 cm
Querschnitt. Erzeugt wird Fayence.
119. Ich brenne seit langer Zeit meine Kachelware mit böhmischer
Braunkohle. In letzter Zeit ist nun der Preis dieser Kohle derart ge-
stiegen (über Ji 100000 für 10 t), daß die Verwendung derselben einfach
unmöglich ist. Gibt es einen Ersatz dafür, der bezüglich der Fracht f.
Württemberg nicht zu ungünstig liegt? Rheinische Briketts sind nie
kräftig genug.
Blas.
109. Welches sind die praktischsten Versuchsöfen zur Vornahme v
Probeschmelzen von Glas?
Anfrag« an unsere Leser.
Wer liefert die Gummiringe „Sekurit Original" für Konservengläser ?
Verband
Deutscher Porzellangesohirrfabriken,
Ch m. b. H., Berlin W. 30.
Händlertabelle.
Gültig ab 28. August 1922
So beträgt der
So beträgt der
Kostet 1$ =
=?Mk.
Aufschlag auf
den Ladenpreis
Kostet 1$ =
= ?Mk.
Aufschlag auf
den Ladenpreis
= ?°/o
= ?%
704,—
bis
774,—
10%
1620,—
1691, —
bis
1690,—
140 %
775,—
845,—
20%
i)
1760,—
150 o/o
846,—
»
915,—
30 o/o
1761, —
i)
1830,—
160 o/o
916 —
H
986,—
40 o/0
1831, —
n
1901,—
170 o/0
987, —
n
1056,—
50%
1902,—
»
1971,—
180 o/.
1057 —
»
H26,—
60%
1972 —
ji
2042,—
190%
1127,—
n
1197,—
70%
2043 —
n
2112,—
200 o/0
1198,—
»
1267,—
80 %
2113,—
r>
2182,—
210 %
1268,—
n
1338,—
90o/0
2183,-
n
2253,—
220 o/0
1339,—
n
1408-
100 o/0
2254,—
T)
2323,—
230 o/o
1409,—
n
1478,-
no%
2324,—
n
2394,—
240 o/0
1479,—
n
1549,—
120%
2395,—
n
2464,—
250 o/o
1550 —
»
1619 —
130 %
2465,—
19
2534,—
260o/0
Veröffentlichungen der Außenh;
Betrifft: Das am 21. August 1923 in Kraft ge-
tretene neue Herkblatt vom August 1922 über
den Ankauf pp. von Wechseln, Schecks, Bank-
noten und Auszahlungen in ausländischer
Währung durch die Beichsbank.
1. Beim Kassenankauf werden Tratten (d. h. nicht akzep-
tierte Wechsel) und Wechsel mit einer Laufzeit von mehr als
14 Tagen mit einem Kursabschlag von '///o (bisher Vs'/o) für
jeden angefangenen Monat Laufzeit angekauft.
2. Beim Ankauf von Termindevisen ist för die ersten drei
Monate der Laufzeit der Kursabschlag auf V/Zb (bisher %°j0)
für jeden angefangenen Monat ermäßigt und entsprechend bei
längerer Laufzeit. Bei Prolongationen für Termindevisen wird
die abgelaufene Lieferfrist bei der Berechnung des Kurs-
abschlages (wie bisher) mitgerechnet, aber es wird nicht mehr
ein besonderer Kursabschlag von VZ/o über den gewöhnlichen
Satz hinaus berechnet
3. Ausländische Banknoten können künftig, vorbehaltlich
der Echtheit, von den Reichsbankstellen angekauft werden
(während sie bisher nur zur Einziehung angenommen wurden).
Es wird ein Kursabschlag von 1f2°/o vom Notenkurse zur
Deckung sämtlicher Spesen (Porto, Versicherung, Courtage,
Provision) berechnet. Kursberechnung wie beim Ankauf von
Schecks.
4. Auszahlungen können zum Kurse des Angebotstages an
die Reichsbank verkauft werden.
5. Verkaufsaufträge können limitiert werden.
6. Bezüglich der Befreiung von der Ablieferung der Termin-
devisen erklärt sich die Reichsbank geneigt, in besonders
gelagerten Fällen Erleichterungen zuzugestehen (entgegen-
kommendere Fassung als bisher).
7. Die Liste der Länder, deren Währung für das Devisen-
geschäft der Reichsbank in Betracht kommen, ist erweitert be-
züglich Brasilien, Bulgarien, Luxemburg und (ohne Einschränkung)
Tschechoslowakei.
Betr.: Wertgrenze für Beiseandenken (Er-
gänzung zu Rundschreiben Nr. 6.) Verfügung des Reichs-
kommissars für Aus- und Einfuhrbewilligung — B. IV 1498/22
— vom 11. August 1022.
Obige Verfügung wird nachstehend zur Kenntnis gebracht:
Auf Veranlassung des Reichswirtschaftsministeriums wird
die Wertgrenze für Reiseandenken und übliche Reisegeschenke, *
welche auf Grund der Verfügung des Reichskommissars für
Aus- und Einfuhrbewilligung vom 18. Mai 1922 — B. I. 1668 — |
(Rundschreiben Nr. 6 der Hauptfahndungsstelle der Reichszoll-
tndelsnebensteüe Feinkeramik.
Verwaltung) ohne Ausfuhrbewilligung zur Ausfuhr zuzulassen
sind, sofern die Gegenstände von dem Reisenden vorschrifts-
mäßig zur Revision gestellt werden, von eintausend Mark auf
dreitausend Mark erhöht.
Der Teuerungszuschlag für Wandplatten ist
ab 23. August 1922 für das mindervalutarische europäische
Ausland von 1300 °/„ auf 1700 °/0 erhöht worden.
Die sonstigen Verkaufs- und Lieferwerksbedingungen sind
die bisherigen geblieben.;
A eues Merkblatt der Beichsbank „August 1922"
Das von der Reichsbank herausgegebene neue Merkblatt
„August 1922" über den Ankauf usw. von Wechseln, Schecks,
Banknoten und Auszahlungen in ausländischer Währung ent-
hält wichtige neue Geschäftsbedingungen und Erleichterungen,
die am 21. August 1922 in Kraft getreten sind.
Die betreffenden Merkblätter sind von der Außenhandels-
nebenstelle Feinkeramik zum Selbstkostenpreis zu beziehen.
Bekanntmachung
über die Erhöhung der Ausfuhrabgabe.
Auf Grund des § 9 der Ausführungsbestimmungen vom
8. April 1920 (RGBL. S. 500) zu der Verordnung über die
Außenhandelskontrolle vom 20. Dezember 1919 (RGBL. S. 2128)
wird bestimmt:
Artikel I.
Die Erhebung der Ausfuhrabgabe erfolgt vom 3. Sep-
tember 1922 ab bis auf weiteres, soweit Ausnahmen nicht aus-
drücklich zugelassen sind, unter Berechnung eines Zuschlages
von 60°/0 auf die Sätze des Ausfuhrabgabentarifs vom
27. Oktober 1921 (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 254 vom
29. Oktober 1921) in der Fassung der Bekanntmachungen vomi
25. Januar 1922 (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 22 vom*
26. Januar 1922), 29. März 1922 (Deutscher Reichsanzeiger
Nr. 77 vom 31. März i922), 22. April 1922 (Deutscher Reichs-
anzeiger Nr. y5 vom 24. April 1922 mit Berichtigung im
Deutschen Reichsanzeiger Nr. 103 vom 4. Mai 1922),
19./21. Juni 19*2 (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 145 vom
26. Juni 1922) und 23. Juni 1922 (Deutscher Reich sanzeiger
Nr. 145 vom 24. Juni 1922).
Artikel II.
Statt des Zuschlags von 60°/0 auf die tarifmäßigen Sätze
werden erhoben:
im (W. Jahrgang.)
SPRECH SAAL - COBURG.
Hr. 36 — All
a) 30°/„ der Tarifsätze auf die Tarif nummern :
166 a bis d, 167, 171a bis d, 172, 230 a bis h, 340, 392 a
bis 502, 515 a bis 541 e, 555 bis 5i6d, 587 bis 591, 592
ausgenommen Rohrklopfer, 593 bis 600, 608, 609, 610
613, 688 c, 737 a und b, 778 bis 783h, 791b bis 793,
795 a und b, 798 a bis 799 f, 801a bis 841c, 848, 849,
853 a bis 854 c, 859 a und b, 863 a bis c, 86a, 874 a bis
877|b, 878 a bis 880 b, 883 bis 889, 890 b bis 907 e, 912 a
bis f, 912 h bis 914 e, 926 bis 928, 944 a bis b.
b) Für folgende Taiifnummern wird ein Zuschlag zu den
tarifmäßigen Sätzen nicht erhoben:
63, 64. ,n v
aus 130 natürliches und künstliches Gerbefett (Degras),
141, 144 c, 144 f, 145 b, 145 c, 146, 147 b, 150, 169 b,
162 a bis 165, 173 b, 198 bis 201, i03 a, 203 b, 205,
205 a, 231 e, 247 a,
aus 266 metallisches Uran (Uranmetall), 284, 296, 300,
301, 310, 317 h, 317 r,
aus 317 s Quecksilbersalze, Wismutsalze, Platinsalze,
Harzleim, 324 a und b, 326 a, 327, 328 b, 380 a und b,
384 b und c, 544 bis 552 c, 557, 560 c und d,
aus 560 e Katzenrücken, -bänder : Blätter für Flugwalzen
(Volantblätter); Streifen und Blätter für Schützen-
treiber ; Nitschelhosen (Laufleder, Manchons) ; Schlag-,
Näh-, Florteilriemen, Lederschnüre für Spinnerei und
Weberei; Bindriemen, Webervögel; alle diese aus
eder, rohen Häuten usw., 562 a bis 565, 570 bis 686
aus 592 Rohrklopfer,
aus 601 Elfenbeinplatten oder -stücke, auch zu Waren
erkennbar vorgearbeitet,
aus 602 Waren ganz oder teilweise aus Elfenbein,
Täschnerwaren aus Leder in Verbindung mit Elfenbein
oder Nachahmungen davon,
aus 603 Schildpattplatten oder -stücke, auch zu Waren
erkennbar vorgearbeitet,
ans 604 Waren ganz oder teilweise aus Schildpatt,
Täschnerwaren in Verbindung mit Schildpatt oder
Nachahmungen davon,
aus 605 Perlmutterplatten oder -stücke, auch zu Waren er-
kennbar vorgearbeitet, Peilmutter in ganzen Schalen, ge-
schliffen oder poliert, auch mit Perlen,
aus606 Waren ganz oder teilweise aus Perlmutter, Täschner-
waren aus Leder in Verbindung mit Perlmutter oder Nach-
ahmungen davon, 607a, bl2, 635 bis 638c, 646a, 648a und b,
674a bis 678, 683b,
aus 687 Steinmetzarbeiten, geschliffen, gehobelt, poliert oder
vergoldet, auch in Verbindung mit Holz oder I isen, aus
Granit, Porphyr, Syenit oder ähnlichen harten Steinen,
692a, 705 bis 708,
aus 724a und b Schamottesteine, 769a bis 771c, 7 7(5 •* bis 777b,
800a und b, 844 bis 846, 850 bis 852, 855a bis 858, 860 und
862, 864 bis 866, 869a bis 873, 877c und d, 881a bis 882b,
890a, 908a bis 909, 912 g, 915d, 921a bis 921.
Artikel HI.
Führen diese Zuschläge zu Abgabesätzen, die nicht auf volle
Hundertsätze lauten, so ist bei Bruchteilen bis zu 0,5°/0 ein-
schließlich der nächst niedrigere, bei Bruchteilen über 0,5 °/0
der nächst höhere volle Prozentsatz zu erheben.
Artikel IV.
Bei vor dem 3. September 1922 erteilten Ausfuhrbewilli-
gungen wird die Ausfuhrabgabe ohne Zuschlag zu den Sätzen
des Tarifs erhoben. Diese Ausfuhrbewilligungen können auch
mit den Sätzen des Tarifs ohne Zuschlag verlängert werden,
soweit nach den Bestimmungen des Reichskommissars für Aus-
und Einfuhrbewilligung eine Verlängerung gewährt wird, und
soweit außerdem der Nachweis geführt wird, daß die Ware mit
fester Preisvereinbarung in handelsüblicher Weise und mit
handelsüblichen Lieferfristen in das Ausland verkauft worden ist.
Artikel V.
Wird, die Ausfuhrbewilligung am 3. September 1922 oder
später erteilt, so erfolgt die Erhebung der Ausfuhrabgabe nach
den in Artikel I und II bezeichneten Sätzen.
Der Tarif ohne Zuschlag findet jedoch Anwendung,
1. wenn der Antrag auf Erteilung der Ausfuhrbewilli-
gung vor dem 3. September 1922 an eine zur Erteilung
von Ausfuhrbewilligungen zuständige Stelle abgesandt
worden ist, oder
2. wenn die Ware vor dem 18. August 1922 nachweislich
mit fester Preisvereinbarung in handelsüblicher Weise
und mit handelsüblichen Lieferfristen in das Ausland
verkauft worden ist und außerdem bis zum 15. Oktober
1922 ein Antrag auf Ausfuhrbewilligung oder ein
Gesuch, den bisherigen Tarif anzuwenden, an die zur
Erteilung von Ausfuhrbewilligungen zuständige Stelle
abgesandt ist.
Bei Ausfuhrgeschäften nach außereuropäischen Ländern
genügt es, wenn das vom Käufer innerhalb angemessener Frist
angenommene bindende Verkaufsangebot vor dem 18. August
1922 und der Antrag auf Ausfuhrbewilligung oder das Gesuch
auf Beibehaltung des früheren Tarifs vor dem 30. November
1922 abgesandt worden sind.
Berlin, den 30. August 1922.
Der Reichswirtschaftsminister.
Schmidt.
Der Reichsminister der Finanzen.
Dr. Hermes.
Die Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik bemerkt dazu
wie folgt:
Zu Artikel II. Die Warengruppen der Außenhandelsneben-
stelle Feinkeramik werden durchweg von der 60°/0igen Erhöhung
der Reichsabgabe betroffen, da die unter SO^/gige Erhöhung auf-
geführten Tarifnummern nicht in den Bereich dieser Dienst-
stelle fallen.
Zu Artikel III. Die neue Reichsabgabe bewegt sich somit
bei der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik durchschnittlich
zwischen 8 bis ll°/0-
Zu Artikel IV. Die gewünschten Verlängerungen müssen
nach wie vor entweder bei der Außenhandelsnebenstelle Fein-
keramik direkt oder bei der in Frage kommenden Prüfungs-
stelle mit entsprechendem Antrag eingereicht werden. Die Ein-
reichung bei einer Preisprüfungsstelle ist für die Antragsteller
insofern vorteilhafter, als sie durch die direkte Einreichung
Zeit ersparen, da die Außenhandelsnebenstelle selbst ihrerseits
Verlängerungsanträge an die Preisprüfungs stelle zur Begut-
achtung weiterreicht. Der Nachweis betreffend feste Preis-
vereinbarung in handelsüblicher Weise mit handelsüblicher
Lieferfrist wird bei Verlängerungsanträgen nur ausnahmsweise
und in Streitigkeitsfällen entweder durch die Außenhandels-
nebenstelle Feinkeramik direkt oder aber durch die in Frage
kommende Preisprüfungsstelle eingefordert werden.
Zu Artikel V, 1. Dementsprechend müssen derartige An-
träge bereits am 3. September 1922 entweder bei der Außen-
handelsnebenstelle oder der in Betracht kommenden Preis-
prüfungsstelle vorliegen oder aber letzten Endes mit dem Post-
stempel vom 3. September 1922 an eine dieser Stellen auf den
Weg gebracht sein. Postsendungen mit späterem Poststempel-
datum werden ohne weiteres mit der neuen Reichsabgabe
belegt.
Zu Artikel V, 2. Hierzu ist die Einreichung einer soge-
nannten Voranmeldungsliste bis zum 15. Oktober 1922 notwendig,
und derartige Voranmeldungslisten müssen bis spätestens zu
diesem Zeitpunkt bei der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik
vorliegen oder aber mit Poststempel vom 15. Oktober an diese
Dienststelle auf den Weg gebracht sein. Eine Einreichung
dieser Voranmeldungsliste an die Prüfungsstelle direkt ist
unstatthaft und nicht zulässig, und dortseits eingereichte Voran-
meldungslisten werden den Antragstellern seitens der Prüfungs-
stelle zurückgereicht. Gleichzeitig müssen mit diesen Vor-
anmeldungslisten die in Betracht kommenden Kaufabschlüsse
der Außenhandelsnebenstelle zwecks Vergleichs mit der Liste
selbst eingesandt werden, und diese wird nach Vergleich die
Kaufabschlüsse unter „Einschreiben" den Firmen zurückstellen.
Sollte sich aus technischen Gründen die Miteinreichung der
Kaufabschlüsse nicht ermöglichen lassen, so wäre in diesem Fall
eine dementsprechende Handelskammerbescheinigung oder eine
Bescheinigung einer behördlichen Stelle beizubringen, daß die
beglaubigende Stelle die Kaufabschlüsse mit der Voranmel-
dungsliste verglichen und in Uebereinstimmung damit gefun-
den hat. Des weiteren müssen derartige Voranmeldungslisten
laufend numeriert sein und es muß bei Einreichnng der ent-
sprechenden Ausfuhranträge seitens der Antragsteller unter
allen Umständen auf ihre Voranmeldungsliste mit folgendem
Wortlaut auf beiden Antragsformularen Bezug genommen wer-
den : „Siehe unsere Vor anno eldungsliste vom xy Nr. Z, daher
alter Tarifsatz." Sollte seitens der Antragsteller ein derartiger
Vermerk auf die Antragsformulare nicht gesetzt sein, sähe sich
die Außenhandelsnebenstelle zur Anwendung des alten Tarif-
satzes außerstande und müßte ohne weiteres die neue Reichs-
abgabe errechnen. Mit der damit zusammenhängenden Rekla-
mation dieserbalb seitens der Antragsteller wäre für diese nur
ein unnötiger Zeitverlust verbunden, und die Außenhandelsneben-
stelle bittet daher noch einmal nachdrücklichst, diesen Ver-
merk auf den Antragsformularen unter allen Umständen vor-
zunehmen.
Zu Artikel V, betreffend Ausfuhrgeschäfte nach außereuro-
päischen Ländern siehe Artikel V, 2, betreffend Voranmeldungs-
listen. Voranmeldungslisten sind getrennt nach europäischen
und außereuropäischen Ländern einzureichen.
412 — Hr. 36
SPRECH SAAL- COBURG. WM. (15. Jahrgang.)
Verkaiifsbedingongen für die Ausfuhr von
elektrotechnischem und technischem Porzellan
(gültig ab 1. September 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
. 1. Die Ausfuhr-Mindestpreise verstehen sich fob deutschem
Ausfuhrhafen bzw. frei deutscher Grenze, und zwar ausschließ-
lich Verpackung.
2. Bei allen Arten von Hochspannungsporzellan sowie
Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren ist für Verpackung
einschließlich Kisten ein Mindestzuschlag von 5 °/0 zu erheben.
Bei allen übrigen Arten von elektrotechnischem und sonstigem
technischen Porzellan sowie bei losen Metallarmaturen und bei-
gepackten losen Armaturen ist für Verpackung einschließlich
Kisten ein Aufschlag von mindestens 3 °/0 des Rechnungswertes
anzurechnen.
3. Den Ausgangspunkt für die Ausfuhrpreise bilden die
Grundpreise der Außenhandelsnebenstelle Feinkeramik. Die
wichtigsten Exportartikel samt ihren Grundpreisen sind auf
einem besonders erhältlichen Preisblatt (vergl. Drucksache
Nr. 235 vom 23. Februar 1922) zusammengestellt.
4. Gegenüber den Ländern unter Ländergruppe la) wird
in der Währung des Bestimmungslandes fakturiert (Ueber-
seeländer und Ausnahmen siehe Fußnote).*) Gegenüber den
Ländern unter Ländergruppe lb) ist in Reichsmark zu berechnen.
5. Die Errechnung des Ausfuhrmindestpreises erfolgt, indem
der Grundpreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle (II, 3) für das in Frage kommende Land
unter Berücksichtigung der Artikelgruppen vorgesehen ist.
Der sich ergebende Wert ist der fertige Ausfuhrmindestpreis
in der für das betreffende Land vorgeschriebenen Währung für
100 Stück, ausschließlich Verpackung.
II. Preisbestimmungen.
1. Ländergruppen:
a) Fremdwährungsländer.
Holland, Schweiz, China, Japan, Vereinigte Staaten
von Nordamerika, Canada, Mexiko, sonstige mittel-
amerikanische Staaten, Großbritannien, seine Dominions
und seine Kolonien, südamerikanische Staaten,
Spanien, Portugal, Norwegen, Dänemark, Schweden,
Belgien, Frankreich, Luxemburg, Italien, Tschecho-
slowakei, Deutsch-Oesterreich und Ungarn, Jugoslawien
und Finnland, Balkanländer, ehemaliges Rußland und
Polen.
b) Markländer.
Deutsch-Oesterreich und Ungarn, Jugoslawien und
Finnland, ehemaliges Rußland und Polen,
2. Artikelgruppen:
I. Niederspannungs-Freileitungs-Isolatoren einschließlich der
Reichspostmodelle.
II. Elektrotechnische Stanzartikel und sonstige technische
Artikel.
lila. Freileitungs-Stützen-Isolatoren bis zur Größe entspr.
Hermsdorf I. 1387.
III b. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1387 bis inkl. Hermsdorf 1391.
III c. Freileitungs-Stützen-Isolatoren größer als Hermsdorf I.
1391. -
*) Es wird fakturiert:
nach in
Portugal Pfund Sterling**
Britische Dominions und Britische Kolonien Pfund, Sterling**
Canada U.S.A.-Dollar ***
Holländische Kolonien holländischen Gulden
China U.S A.-Dollar
Japan • • Yen
Vereinigte Staaten von Nordamerika . . . Dollar
Mexiko wahlweise in U.S.A.-Dollars
od. in mexikanischen Goldpesoa
Sonstige mittelamerikanische Staaten . . , U S. A.-Dollar
Argentinien wahlweise in Pfund Sterling**
oder in argent. Goldpesos
Paraguay wahlweise in Pfund Sterling**
oder in argent. Goldpesos
Uruguay wahlweise in Pfund Sterling**
oder in urug. Goldpesos
Chile . . . wahlweise in Pfund Sterling**
oder in chilen. Goldpesos
Sonstige südamerikanische Staaten .... nur in Pfund Sterling**
Deutsch Oesterreich und Ungarn, Jugo-
slawien and Finnland, Balkanländer, ehe-
maliges Roßland und Polen wahlweise in Pfund Sterling**
oder in deutscher Mark.
** Die nachstehend verzeichneten Multiplikatoren für diese Länder
sind auf Schillings bezogen.
*** Bei Artikelgruppen I und Ii wahlweise auch iu Pfund Sterling.
IV. Hänge-Isolatoren und leeres Porzellan zu armierten
Hänge-Isolatoren.
V. Durchführungen, Stützer, Griffe, Rillen-Isolatoren.
(III bis V alles ohne Armaturen.)
VI. Hänge- und Abspann-Isolatoren mit Armaturen.
3. Multiplikatorentabelle.
Land
Artikel- Gruppen
Holland
Schweiz
Japan
Vereinigte Staa-
ten von Nord-
Amerika
Restlich. Mittel
amerika, Canadf
und China
fiagland und
Kolonien
Canada
Mexiko
bei Faktur, in
mex. Gold-Pesos
Mexiko
bei Faktur, in
U.S.A. -Dollars
Arpe»>»iMen
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Af^entimen
bei Faktur, in
arg. G.-Pes
Parajrnay
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Parajrnüy
bei Faktur, in
arg. G.-Pes.
Uruguay
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Uruguay
bei Faktur, in
urug. G.-Pes.
Chile
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Cüile
bei Faktur, in
chil. G.-Pes.
Sonstige Süd-
amerikanische
Staaten
bei Faktur, in
Pfd. Sterling
Spanien
Portugal
Dänemark
Norwegen
Schweden
Belgien
Frankreich
Luxemburg
Italien
Tschecho-
slowakei
Deutsch - Oester-
reich n .Ungarn
b. Fakturierung
in Pfd. Sterling
Jugoslawien und
Finoland
ßnlkouländer
1). Fakturierung
in Pfd. Sterling
RaUla»rt ii Polen
b. Fakturierung
in Pfd. Sterling
0,029
0,062
),024
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>,009
II lila Illb IIIc IV
VI
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0,049*0.049*
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0,013
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0,013
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0,014
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0,032
0,049*
0,075
0,058*
0,050
0,057
0,044
0,125
0,18
0,50
0,022
0,047
0,018
0,007
0,008
0,037*
0,023
0,049
0,018
0,007
0,008
0,038*
0,024
0,051
0,019
0,007
0,008
0,040*
0,025
0,054
0,020
0,007
0,008
0,043*
0,018
0,009
0,049*
0,013
0,049*
0,013
0,049*
0,014 |0,010
0,049* 0,037*
0,016
0,008
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0,010
0,037*
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0,18
0,50
0,025
0,016
0,008
0,038*
0,011
0,038*
0,011
0,038*
0,011
0,038*
0,026
0,037*
0,057
0,044*
0,041
0,046
0,033
0,087
0,156
0,577
Deutscn-Oesier-
reich u. Ungarn
Jugoslawien und
Finnland
Balkanländer
Rußland und
Polen
1,044*
0,044*
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9,00
10,50
10,50
0,044
0,044*
0,044*
9,00
10,50
10,50
0,016
0,008
0,040*
0,011
0,040*
0,011
0,040*
0,011
0,040*
0,027
0,038*
0,060
0,047*
0,047
0,053
0,034
0,099
0,172
0,577
0,023
0,047
0,018
0,007
0,008
0,038*
0,023
0,049
0,018
0,007
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0,039*
0,016
0,008
0,043*
0,012
0,043*
0,012
0,043*
0,012
0,043*
0,029
0,040*
0,069
0,063*
0,053
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0,034
0,099
0,194
0,577
0,016
0,008
0,038
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0,038*
0,011
0,038*
0,011
0,038*
0,026
0,043*
0,074
0,057*
0,059
0,066
0,037
0,109
0,22
0,60
0,033*
0,033*
0 033*
0,034*
0,034*
0,034*
8 00
9,50
9,50
8,00
9,50
9,60
0,036*
0,036*
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8,00
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0,016
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0,011
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0,011
0,039*
0,011
0,039*
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0,038*
0,064
0,050*
0,043
0,048
0,034
0,099
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0,039*
0,039*
0,039*
0,034*
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8,00
9,50
9 60
0,039*
0,067
0,062*
0,063
0,060
0,034
0,099
0,20
0,60
0,035*
0,035*
0.034*
8,00
9,60
9,60
9,50
9,50
* Obige Multiplikatoren sind auf Schillings bezogen.
Zur Beachtung! Vorstehende Multiplikatoren beziehen
sich auf die Grundpreise der Drucksache Nr. 235 vom
23. Februar 1922.
(65. Jahrgang.)
Col»«rg, den 14 September 1922
Zeitschrift für Die Keramischen, Sias- unb verwanbten lnbustrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Qoldene Medaille
Prämiiert: St. Louis 1904 Qoldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1 868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
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Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland Jt 6.—, Stellengesuche Jf 6.—
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Ueber die Plastizität der Tone.
(Schluß.)
8. Die Wirkung von Säuren, Alkalien und Salzen auf das
Absetzen des Tones.
Es gibt mehrere Theorien, die für die
in jedem Tone
vorwiegend vorhandenen Teilchen eine besondere Form an-
nehmen. So nimmt z. B. H. le Chatelier (1910) abgeplattete,
W. Olzschewsky (1880) schwammige Teilchen an. Die mit
Wasser angemachten Tone besitzen eine Anzahl verwandter
Eigenschaften, die zur Klärung unserer Vorstellung von der
Plastizität beitragen können. So z. B. das langsame Fort-
schreiten der Plastizität während der Auswitterung oder des
Lagerns der Tone, die Wirkung der Alkalien, hydrolysierbaren
Salze und gewisser organischer Stoffe, wie Tannin, auf Ton-
brei, ferner die große Zähigkeit getrockneter Tone usw.
Die Erscheinungen, die mit der Wirkung der Alkalien usw.
auf Tonbrei zusammenhängen, sind schon vielfach untersucht
worden, besonders hinsichtlich des Absetzens von Ton aus
einer wässerigen Aufschlämmung. Hiernach sind auf Grund
der gemachten Beobachtungen drei Klassen von Stoffen zu
unterscheiden :
I. Ausflockung (flocculation): Säuren, saure Salze, Kalk,
Calcium sulfat, Chlornatrium und die meisten neutralen Salze
bewirken, daß die feinen in Aufschwemmung befindlichen
Teilchen ausflocken oder koagulieren und sich absetzen. Diese
Reagentien steigern also die Plastizität der Tone.
II. Verflüssigung (deflocculation) : Ein kleiner Zusatz von
Ammoniak, Alkalihydroxyd, Alkalikarbonat, -borat, -silikat oder
eines Salzes andrer schwacher Säuren deflokkulieren, dekoa-
gulieren oder peptisiereu den Ton und veranlassen ihn, einen
feineren Verteilungszustand anzunehmen als in Wasser und
so längere Zeit in Suspension zu bleiben. Diese Zusätze ver-
ringern also die Plastizität der Tone.
III. Ein Ueberschuß der unter II genannten Mittel kann
die umgekehrte Wirkung ausüben und das gleiche Ergebnis
wie ein Säurezusatz herbeiführen.
Die Anziehungskraft, die auf ein Molekül an der Ober-
fläche einer Flüssigkeit ansgeübt wird, ist kleiner als die auf
ein Molekül im Inneren, so daß die Oberflächenmoleküle eine
Neigung haben, sich nach innen zu bewegen. Die allgemeine
Folge hiervon besteht darin, daß die Oberfläche sich zusammen-
zuziehen sucht, sodaß möglichst wenig Moleküle an ihr ver-
bleiben. K. Fuchs (1889), M. Whitney (1892) und W. J. A. Bliss
1895) haben festgestellt, daß bei der Aufschwemmung feiner
Teilchen eines festen Stoffes in einer Flüssigkeit folgende
beiden Fälle möglich sind:
1. Die Moleküle der festen Substanz ziehen die der
Flüssigkeit stärker an als sie dies gegenseitig tun. In jenem
Falle wird die um die Teilchen herum befindliche Flüssigkeits-
haut bestrebt sein, sich zu erweitern, sodaß die Körner nicht
zusammenkommen, sondern getrennt gehalten werden. Das
System wird sich im Gleichgewicht befinden, wenn jedes feste
Teilchen von einer Flüssigkeitsschicht mit etwa der gleichen
Dicke wie der Radius der intramolekularen Anziehungskräfte
umgeben ist. Die Teilchen werden dann einander zurück-
stoßen, wenn ihre Entfernung geringer wird als der
doppelte Radius der molekularen Kraft. Das entspricht der
Erscheinung der Deflokkalation.
2. Wirkt die Anziehungskraft der Flüssigkeit auf die
flüssigen Teilchen stärker als die feste Substanz, so werden
die festen Teilchen bestrebt sein, sich einander möglichst zu
nähern, d. h. die feinkörnigen Teilchen des festen Stoffes
werden ausflocken, sich zusammenballen.
Die praktische Bedeutung von Alkalien und Säuren auf
Tonbreie ist bekannt und soll hier nicht näher erörtert werden.
Bezeichnet Fsl die Anziehungskraft des festen Stoffes auf
die Flüssigkeit und Fü die der letzteren auf die flüssigen Teil-
chen, dann wird ein Zusammenballen oder das Gegenteil eintreten,
je nachdem Fsi — - Fu = F negativ oder positiv ist. Nimmt F ab,
so wächst die Neigung des suspendierten Stoffes zum Aus-
flocken. Die beschleunigend wirkende Anziehung der Teilchen
aufeinander kann konstant angenommen werden, so daß bei
einer Aenderung der Zusammensetzung der Flüssigkeit durch
Einführung von d C Teilchen eines gelösten Stoffes negativ
wird, wenn eine Spur einer koagulierend wirkenden Substanz
zugesetzt wird (Klasse I), und positiv bei Zusatz einer Spur
eines Deflokkulationsmittels (Klasse II). J| ändert das Vor-
zeichen für Stoffe, bei denen die Wirkung eine umgekehrte
wird, wenn zunehmende Mengen des Gelösten zugesetzt werden
(Klasse III). In allen Fällen ist daher J-^ negativ.
Versuche, den Wert Fu zu ermitteln, sind vor Jahren von
einer Reihe Forschern gemacht worden. J. J. Thomson (1688)
hat gezeigt, daß Fu wahrscheinlich in der Nähe des festen Stoffes
etwas größer ist als im gleichen Teile der Flüssigkeit weiter
entfernt und verschieden von dem Werte an der Begrenzungs-
fläche zwischen Flüssigkeit und Luft. Folglich kann Fsl qualitativ
der Oberflächenspannung der Flüssigkeit proportional sein, aber
414 — Hr. 37
SPRECHSAAL -COBURO.
1922. (66. Jahrgang.)
nicht quantitativ. Der Wert von Fgl ist experimentell nicht er-
mittelt worden.
Kurz zusammengefaßt findet also folgendes statt: Ist die
Molekularanziehung zwischen den Flüssigkeitsteilchen größer
als die zwischen Ton und Flüssigkeit, so wird sich die den
Ton umgebende Flüssigkeitshülle verkleinern und Ausflockung
eintreten. Dieser Fall wird gekennzeichnet durch Säuren und
Substanzen der Klasse I. Ist die Molekularanziehung zwischen
Ton und Flüssigkeit größer als zwischen den Teilchen der letzteren,
so wird sich die den Ton umgebende Flüssigkeitshülle ver-
größern, die Tonteilchen werden für sich bleiben, und es wird
feinste Verteilung eintreten. Dieser Fall ist typisch für ver-
dünnte alkalische Lösungen und Stoffe der Klasse II. Das
Verhalten der Substanzen in Klasse III zeigt, daß für sie eine
„kritische Konzentration" besteht, unterhalb deren die mole-
kulare Anziehung zwischen Ton und Flüssigkeit und oberhalb
deren die zwischen den Flüssigkeitsteilchen vorherrscht. Die
Gravitationsanziehung zwischen den festen Teilchen ist dabei
vernachlässigt, weil sie unter diesen Bedingungen als konstant
angesehen werden kann.
Die vorstehende Hypothese zeigt, wie die Plastizität eines
Tones mit zunehmendem Wassergehalt so lange wachsen
kann, als die durchschnittliche Dicke der die Tonteilchen um-
gebenden Wasserschicht nicht größer ist als der durchschnitt-
liche Anziehungsbereich des Tones gegenüber dem Wasser.
Ist genügend Wasser zur Entstehung dickerer Schichten zu-
gesetzt, so wird sich ein Teil des Wassers außerhalb des
Bereiches dieser Anziehung befinden. Der Ton wird dann
weniger kohärent sein und klebrig werden.
Einen Maßstab für die große molekulare Anziehungskraft
des Tones gegenüber Wasser stellt der sog. Pouilletsche Effekt
dar. Bei angenähert gleicher Oberfläche ist sein Maximum
bei Kaolin etwa 1,50 g-cal,, bei Quarzpulver 0,03 cal. und bei
Flintpulver 0,01 cal. Versuche von J. Aron, B. Kosmann u. a.,
die Plastizität mit dem Wasseraufnahmevermögen der Ton-
moleküle in Beziehung zu bringen, waren nicht sehr erfolgreich,
weil bis jetzt keine direkte Abhängigkeit der Plastizität von
der Menge des aufgenommenen Wassers beobachtet worden ist.
Je größer aber die Plastizität eines Tones ist, umso größer ist
auch die Menge Wasser, die zur Erzielung der höchsten
Plastizität benötigt wird.
Bei einer Prüfung der Wirkung von Säuren, Basen und
Salzen auf Ton muß man auch die Adsorption in Betracht
ziehen. Denn die Beziehungen zwischen den Tonteilchen und
der Flüssigkeit können sich entscheidend ändern, wenn erstere
Salze, Säuren usw. adsorbiert enthalten.
9. Die Wirkung der kolloidalen Substanz auf Ton.
Die steigernde Wirkung von Gummi und anderen Schleimstoffen
auf die Plastizität von Ton ist seit unbestimmt langer Zeit von
den Keramikern ausgenutzt worden. Auf die Patente von
E. C. Acheson (1903) und später von G. Keppeler und A.
Spangenberg (1908), welche wässerige Lösungen von Tannin
und Gallotannin bezw. eine Aufkochung von Huminsäure, Torf
usw. benutzten, sei hier nur hingewiesen. Diese plastisch
machenden Zusätze wirken wahrscheinlich indirekt durch Ad-
sorption. Die Tonteilchen adsorbieren die organische Sub-
stanz, was wahrscheinlich den Wert Fsl, d. h. die molekulare
Anziehung zwischen den Teilchen und der umgebenden Flüssig-
keit, verringert. Die Plastizität der Kaoline, die praktisch von
organischen Stoffen frei sind, zeigt daß adsorbierte organische
Kolloide nicht die Quelle ihrer Plastizität sein können.
Tone, die mit an organischer Substanz reichem Grund-
wasser gekocht wurden, sind gewöhnlich sehr plastisch und
diejenigen, von denen geologisch feststeht, daß sie sich in
Sümpfen oder Mooren gebildet haben oder die in Berührung
mit solchen Wässern gewesen sind, sind stets plastisch, wenn
nicht sonstige Veränderungen mit ihnen vorgegangen sind.
Viele solche Tone sind allerdings nicht plastisch, wenn sie
frisch gegraben sind, sondern werden dies erst beim Aus-
wittern.
Die Art, wie der Ton beim Zubereiten für die spätere
Verarbeitung mit dem Wasser in Berührung kommt, ist eben-
falls von Einfluß auf seine Plastizität. Tone, deren Ent-
wässerung rabch (Filterpresse) erfolgt, sind nicht so plastisch,
als wenn sie durch langsam verlaufende Verfahren (Trocken-
ofen r ^slip - kiln) entwässert werden. Kaoline, die nach dem
alten primitiven Cornwaller Prozeß zubereitet werden, sind
ebenfalls plastischer, als wenn die Entfernung des Wassers
mittels der Filterpresse beschleunigt wird. Es besteht also
ein enger Zusammenhang zwischen der Plastizität eines Tones
und der Art seiner Behandlung mit Wasser. Das deutet
darauf hin, daß sich in dem Ton beim Zusätze von Wasser
Kolloide bilden.
Man hat versucht, wenig plastische Tone mit künstlich
zubereiteten Kolloiden zu versetzen und dadurch die Kolloid-
theorie für die Plastizität zu beweisen. Z, B, fand A. S.
Cushman (1902), daß durch Zusatz kolloidaler Kieselsäure zu
einem Tone seine Trockenschwindung und Festigkeit erhöht
wurde, aber nicht die Plastizität; hingegen wurde durch Zusatz
kolloidaler Tonerde weder die Trockenschwindung noch die
Festigkeit, aber die Plastizität vergrößert. F. F. Grout stellte
aber fest, daß diese Plastizität, die dem Tone durch Zusatz
kolloidaler Tonerde erteilt worden war, beim Trocknen des
Tones verloren geht. Aehnliches gilt bei Zusatz von Kolloiden,
die aus einem Gemisch der Lösungen von Tonerde und Wasser-
glas erhalten waren (Aluminiumsilikat). S. Kasai (1896) konnte
jn Zettlitzer Kaolin keinen kolloidalen Ton finden.
10. Versuche, den kolloidalen Ton zu isolieren.
Wird Ton, den man zuvor von löslichen Salzen gereinigt hat,
mit Wasser gekocht und 24 Stunden stehen gelassen, so werden
die besonders feinkörnigen Teilchen der festen Substanz für
unbestimmt lange Zeit in der Schwebe bleiben. Der sus-
pendierte Ton kann durch Eindampfen oder durch Zusatz einer
Spur Natriumchlorid, Kalkwasser usw. abgeschieden werden,
die ihn rasch zur Ausfällung bringen. Der durch Eindampfen
einer „klaren" Fett-Ton-Lösuog erhaltene Staub bildet eine
tiefbraune, harte, hornartige, leimähnliche Masse, die fest an
der Zunge haftet und bei Zusatz von Wasser stark aufquillt.
Die nasse, klebrige Masse schwindet sehr beim Abtrocknen
und wird rissig. Kaolin von Cornwall gibt eine Ausbeute von
etwa 0,005 °/0, Fett-Ton von Devonshire etwa 0,05 °/0. Es ist
fraglich, ob dieses Produkt sämtliche in diesen Tonen vor-
handene kolloidale Substanz enthält. Eine Aenderung der
Plastizität des Tones aus dem die kolloidale Tonsubstanz ent-
fernt worden war, konnte übrigens nicht beobachtet werden.
Die Kolloidsubstanz scheint aber eine wichtige Rolle beim
Trocknen der Tone zu spielen. Die „verfilzende" Wirkung der
Tonteilchen beim Trocknen dürfte keine vollwertige Erklärung
für die verhältnismäßig große Zähigkeit der getrockneten Tone
abgeben. Die Undurchlässigkeit naß eingesümpften Tones
gegen Wasser wäre auf Grund der „Verfilzungshypothese"
gleichfalls nur schwer zu verstehen.
Bemerkungen zu Abschnitt 7 betr. die lose oder enge
Lagerung runder Körner.
Oft wird behauptet, daß die Porosität fein gemahlenen
Materials notwendigerweise geringer sei als die von grob ge-
mahlenem. Es ist wesentlich, hierüber klare Vorstellungen zu
haben, weshalb es angebracht erscheint, hierbei ein wenig
Arithmetik zu benutzen, denn für gewöhnlich ist obige Behaup-
tung zwar richtig, aber sie kann zuweilen auch falsch sein.
Der Einfachheit halber sollen bei dieser Betrachtung die
Teilchen als Kugeln von gleichmäßigen Abmessungen ange-
sehen werden. Diese Kugeln können auf zweierlei Weise so
aneinander gelagert sein, daß sich jede stets in unmittelbarer
Berührung mit der benachbarten befindet. Die erste Möglich-
keit wird durch Fig. 1, die zweite durch Fig. 2 veranschaulicht.
Diese Bilder stellen die Grundschichten dar; weitere Schichten
sind in Uebereinstimmung mit der Anordnung der Grundschicht
gelagert.
Fig. 1. Figr. 2.
Enge Lagerung. Offene Lagerung.
Es soll nun dargelegt werden, daß 1. die Porosität einer
Masse runder Körner von gleicher Beschaffenheit unabhängig
von der Korngröße ist und 2. die Porosität um so größer ist,
je gleichmäßiger die Beschaffenheit der Körner ist.
Bei geschlossener (enger) Lagerung ruht jede Kugel so
zwischen ihren Nachbarkugeln, daß die Ebenen durch die
Mittelpunkte der aneinanderstoßenden Kugeln mit dem Halb-
messer r ein Dreieck mit gleichen Winkeln (60 °) bilden ; ähn-
lich bilden die Mittelpunkte von vier aneinanderliegenden
Kugeln die Spitzen eines Tetraeders mit der Kante 2r. Da die
Grundfläche ein Quadrat darstellt, so ist die Kante bei n Kugeln
in einer Seite 2nr. Der Kubikinhalt des Tetraeders beträgt
daher (2rn)3/ _ Das Volumen von n solcher in einer tetra-
gonalen Pyramide gelagerten Kugeln beträgt
(4 \ n3 4
^r^oder^rcrW.
Das Porenvolumen ist gleich der Differenz zwischen dem Raum-
inhalt der Pyramide und der Kugeln.
(2rn)3 4 3 4r3n3 ,g
1922. (56. Jahrgang.)
SPRECrl SAAL - COBURG.
Nr. 37 — 415
ilglich ist das Verhältnis des Porenvolumens zum gesamten
jlumen der Pyramide
4r3n3(6 — V1D
^~V2 = 6 — ^"2 -
Rr3n3 6
0,2593.
3^2
aher tritt das Porositätsminimum == 25,93 °/0 bei einander be-
törenden Kugeln in enger Lagerung ein.
Bei offener (loser) Lagerung ist entsprechend das Volumen
is in Frage kommenden Würfels (2nr)3 und das Volumen
4
»r Kugeln ^7cn3r 3 , daher das
4 4
Porenvolumen = 8 n 3 r 3 — -3 % n 3 r 3 =-y n 3 r 3 (6 — jc).
ie Porosität ist also das Verhältnis des Porenvolumens zum
jsamten Wfirfelvolumen, d. h.
. 4n3r3(6-rc) _
A-^-- = °>4762-
8n3r3 o
Somit ist das Porositätsmaximum gleich 47,62 °/0 bei einan-
jr berührenden Kugeln bei loser Lagerung vorhanden.
Man erkennt, daß diese Ergebnisse ganz unabhängig vom
adius sind und für Kugeln jeden Halbmessers gelten, voraus-
esetzt, daß alle gleiche Größe besitzen. Somit ist die Porosi-
it unabhängig von der Korngröße. Sind Kugeln verschie-
ener Größe vorhanden, sodaß die kleineren in die Hohlräume
irischen den größeren gelagert werden können, so kann der
lorenraum verringert werden. Hieraus folgt bei einer ge-
ebenen Art der Lagerung, daß, je mehr die Körner in der
tröße übereinstimmen, um so größer der Porenraum sein wird,
orausgesetzt, daß die kleinerßn Teilchen in den Zwischen-
iumen untergebracht werden können. Daraus geht wiederum
ervor, daß bei eckigen und nicht kugeligen Teilchen eine
ogere Lagerung möglich ist.
Ueber Entglasung.
(Schluß.)
(Nachdruck verboten).
Eine andere Gefahrperiode bei der Glasbereitung ist die,
ro das Glas von der Endtemperatur in der Wanne oder im Hafen,
ei der es sich im plastischen Zustande befindet, auf tiefere
Temperaturen abkühlt, bei denen es starr ist. Während dieses
Abschnittes wird es gewöhnlich in einer Form verarbeitet oder,
jeim optischen Glase, gewöhnlich im Hafen selbst erkalten
gelassen. Da die Geschwindigkeit, mit der eine große Glas-
nasse abkühlen kann, infolge des geringen Wärmeleitvermögens
on Glas, begrenzt ist, so tritt bei der Abkühlung von Glas
a einem Hafen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Ent-
glasung ein. Sie erfolgt unter solchen Bedingungen niemals
Inter Ausscheidung großer individualisierter Kristalle, sondern
tnter Bildung von Sphärolithen (kugeligen Kristallaggregaten
nit strahliger Faserstrnktur) oder von sehr kleinen gleich-
näßig verteilten Kristallenen. Letztere Form der Entglasung
cann ein opalisierendes Glas ergeben, ein milchiges Glas,
>der ein dichtes, opakes Glas, je nach der Größe der Kristall-
partikel, die sich ausscheiden. In opalisierendem oder milchi-
;em Glase lassen sich die Kristallpartikelchen mit dem
Mikroskop nicht erkennen, wohl aber leicht mit dem Ultra-
tfikroskop. In einem dichten, opaken, entglasten Glase kann
nan sie sehen, ebenso ihre Lichtbrechung mit der des Glases
vergleichen. Nach der Erfahrung des Verfassers stellen die
{ristalle augenscheinlich eine niedrigbrechende Form der
iieselsäure, nämlich Tridymit oder Kristobalit, dar. Gewisse
Substanzen, die mangels eines besseren Ausdrucks als „Minera-
isatoren" bezeichnet werden können, scheinen diese Art der
Kristallbildung zu befördern. Zu diesen gehören S03 und Cl3).
Auch Arsenik wirkt in größerer Menge ähnlich. In einem
?alle konnte die Entglasung eines mittleren Flintglases
(n = 1,62) durch Herabsetzung des Arsenikgehaltes des Glas-
satzes von 0,9 auf 0,3 °/0 behoben werden. Fluor wirkt
wahrscheinlich ähnlich, und gewisse absichtlich durch Fluorid-
zusatz getrübte Gläser verdanken ihre Undurchsichtigkeit ohne
Zweifel einer Ausscheidung von Kristallen, die durch Fluor
befördert wird. In manchen Fällen können die Fluoride selbst
die kristallisierte Phase darstellen. Im übrigen ist über die
3) Fenner und Ferguson, „Die Wirkung gewisser Verunreinigungen
auf die Entstehung einer milchigen Trübung in optischem Glase", Journ
Americ. Ceram. Soc. I (1918), 3. 468.
Grundsätze, nach denen die Entstehung dieser opaken und
durchscheinenden Gläser vor sich geht, wenig bekannt.
Mehr Klarheit herrscht über die Probleme, welche die
andere Form der Kristallisation betreffen, die während dieser
jetzt erörterten Periode der Glaskühlung vor sich geht. Die
kristallischen Sphärolithbestandteile sind unter dem Mikroskop
leicht bestimmbar, und die Behandlung des Glases in der Hitze
kann nicht so abgeändert werden, daß die Bildung dieser
Kristalle verhindert wird, so ermöglicht die Kenntnis der
Kristallzusammensetzung, in der Zusammensetzung des Glases
angemessene Abänderungen vorzunehmen.
Das Barium-Kronglas, dessen Entglasung bei hohen
Temperaturen schon beschrieben wurde, kann ferner während
der Abkühlung unter Ausscheidung von BaSi205-Sphärolithen
entglasen, die um die größeren Kristalle der früheren Ab-
scheidung herum wachsen, oder unter Bildung neuer einfacher
Sphärolithe. Gegenmittel hierfür sind 1. die Verringerung des
BaSi205-Gehaltes des Glases, gerade wie bei höherer Tem-
peratur (s. 0.) oder 2. raschere Abkühlung. Außerdem können,
wenn auch in der Hauptmasse eines Barium-Kronglases in
diesem Zustande Entglasung nicht eintritt, an der freien
äußeren Oberfläche des Glases unter Entglasung desselben
sich Sphärolithe von BaSi205 bilden.
Aus gewöhnlichen Krongläsern, die Kalk im Ueberschuß
enthalten, im Vergleiche zu Flüssen, scheiden sich bisweilen
Wollastonitkristalle während der Kühldauer ab.
Manche Arten von Borosilikatgläsern können unter Ab-
scheidung von Tridymitsphärolithen entglasen. In einem Falle
erwies sich hiergegen als brauchbares Mittel, wenn ein Teil
des Natrons im Glas durch Kali ersetzt wurde, eine Ver-
änderung, die wahrscheinlich die Zähflüssigkeit erhöht und
so das Kristallisationsvermögen bei der betreffenden Tem-
peratur verringert.
Die letzte gefährliche Periode für die Entglasung ist von
besonderer Wichtigkeit. Es ist jene, während der das Glas
wieder erhitzt wird, sei es für die Verarbeitung zur gewünschten
Form oder für die Abkühlung nach schon erfolgter Form-
gebung. Hierbei muß die Wechselbeziehung von Zeit, Tem-
peratur, Zusammensetzung und Kristallisationsvermögen sorg-
fältig in Erwägung gezogen werden.
Soll das Glas geformt werden, so muß man es auf eine
Temperatur erhitzen, daß es zu fließen beginnt. Beim
optischen Glas z. B. ist es ein ganz gewöhnlicher Vorgang,
daß die rohen Klumpen aus den zerbrochenen Häfen in Formen
erhitzt werden. Bei der innegehaltenen Temperatur erweicht
das Glas und nimmt die Umrisse der Form an. Diese Tem-
peratur kann innerhalb gewisser Grenzen schwanken, denn
offenbar kann dieses Niedersinken des Glases mit einer be-
stimmten Geschwindigkeit bei einer bestimmten Temperatur
vor sich gehen oder mit größerer Geschwindigkeit bei höheren
Temperaturen. Bei Besprechung der für die Kristallisation
maßgebenden Gesetze wurde darauf hingewiesen, daß es für
jedes Glas eine Temperatur gibt, unterhalb deren sein
Kristallisationsvermögen vernachlässigt werden kann, und eine
andere Temperatur, oberhalb welcher dieses Vermögen gleich
Null ist. Die untere Grenze hat für den Formgebungsprozeß
keine besondere Bedeutung, da für das Formen bei diesen
Temperaturen alle Gläser zu starr sind. Aber die obere Grenze
ist von großer Wichtigkeit, denn wenn die Formgebung nur
bei einer etwas höheren Temperatur als diese obere Grenze
erfolgt, so besteht völlige Sicherheit, daß während des Formens
selbst Entglasung nicht eintritt, obgleich nachher besondere
Maßnahmen zu treffen sind, damit die Abkühlung in ange-
messener Geschwindigkeit verläuft. Es ist daher äußerst er-
wünscht, für die einzelnen Gläser die Temperatur dieser oberen
Entglasungsgrenze zu kennen. Es ist, wie nochmals gesagt
sei, diejenige, bei der die primäre Phase sich abzuscheiden
anfängt, wenn die Abkühlung des Glases unter vollkommenen
Gleichgewichtsbedingungen vorgenommen wird. Sie ist gleich-
bedeutend mit der Temperatur, bei der das kristallisierte Glas
Aollständig geschmolzen ist, sobald die Temperatur erhöht wird.
Diese Tatsache kann man für die Bestimmung der Temperatur
dieser oberen Grenze benutzen. Ein kleines Stück entglasten
Glases wird etwa eine Stunde lang auf einer bestimmten
Temperatur erhalten, dann rasch abgekühlt und untersucht.
Dieses Verfahren wird bei allmählich steigenden Temperaturen
wiederholt, bis eine erreicht ist, bei der die letzten Spuren von
Kristallen verschwunden sind. Wenn es nicht aus anderen
Gründen wünschenswert ist, wie die Entstehung von Blasen
im Glase, dann sollte man die Formgebung bei einer etwas
höheren Temperatur vornehmen als der durch obiges Verfahren
bestimmten, denn dann hat man die Gewähr für Verhütung
416 — Nr. 3?
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
jeder Entglasung während des Formens. Bei Gläsern, deren
Neigung zur Entglasung nur gering ist, läßt sich dieses bei
niedrigeren Temperaturen vornehmen.
Die für verschiedene optische Gläser gefundenen Tem-
peraturen sind aus Tafel 1 ersichtlich.
Tafel 1.
Werte zur Entglasung einiger optischer Gläser.
Glasart
Temperatur,
bei der die
Kristalle ver-
schwinden.
Zusammen-
setzung der
Kristalle
(primärePhase)
Mittieres Flintglas (nD= 1,621
910° C
Si02
Gewöhnliches Kronglas
1110° „
Si02
Leichtes Barinm-Kronglas
1100° „
BaSi205
Leichtes Flintglas
1115° „
Siü2
Das Glas wird häufig nicht nur für die Weiterverarbeitung»
sondern auch zur Kühlung wiedererhitzt. Daher muß alles
Glas frei von übermäßiger Spannung sein, die Bruch verur-
sachen könnte, und im besonderen muß in optischem Glas die
Spannung unter den Betrag verringert sein, der während des
Schleifens und Polierens ein Verziehen der Reflexions- oder
Refraktionsflächen verursacht. Das optische Glas muß also
einer besonderen Feinkühlung unterworfen werden. Beim
Kühlen wird das Glas auf eine Temperatur gebracht, bei der
die Spannung durch verhältnismäßig langsames Fließen ausge-
löst wird. Offenbar ist ein gewisser Temperaturspielraum zu-
lässig, denn das Fließen geht langsam bei tieferen und rascher
bei höheren Hitzegraden vor sich. Daher ist es wichtig, die
Kristallisationsneigung der zu kühlenden Gläser für verschie-
dene Temperaturen zu kennen, um eine Temperatur zu wählen,
die nicht Anlaß zur Entglasung gibt. Die Wahl ist hier nicht
so leicht wie bei der Formgebung, denn es besteht keine
scharfe untere Grenze für Entglasungstemperaturen, etwa in
Uebereinstimmung mit der festgelegten oberen Grenze. Es
gibt zwar für jedes Glas eine praktische untere Grenze, unter-
halb deren sein Kristallisations- oder Entglasungsvermögen
vernachlässigt werden kann, aber bei einigen Gläsern ist dies
unglücklicherweise eine Temperatur, bei der die Abkühlungs-
geschwindigkeit von gleicher Größe ist. Bei niedrigen Tem-
peraturen wird die Entglasung in einer bestimmten Zeit bei
einer bestimmten Temperaturhöhe, bei einer höheren Tempera-
tur in kürzerer Zeit vor sich gehen usw. Deshalb ist es er-
wÜDScht, für jedes ©las zu wissen, ob die Entglasung bei einer
gegebenen Temperatur in einem Zeitraum erfolgen wird, der
lang genug ist, um bei jener Temperatur eine richtige Kühlung
zu ermöglichen. Daher ist es notwendig, sowohl die Ge-
schwindigkeiten der Entglasung als der Kühlung für verschie-
dene Gläser vorher zu kennen. Aus Vorstehendem geht weiter
hervor, daß Gläser vorkommen, bei denen Feinkühlung und
Freibleiben von Entglasung miteinander unvereinbar sind. Bei
einem solchen Glase muß man sich bemühen, die Zusammen-
setzung so zu ändern, daß die Kühlgeschwindigkeit erhöht und
die Entglasungsgeschwindigkeit verringert wird, oder beides
gleichzeitig erfolgt. Bei einer solchen Aenderung der Zu-
sammensetzung ist wiederum die Kenntnis der Natur der sich
abscheidenden Phasen erwünscht, ebenso wie dies bei der Ent-
glasung in anderen Stadien der Glasherstellung der Fall war.
Bei der Entglasung während des Kühlens können sich Sphäro-
lithe abscheiden oder winzige gleichmäßiger verteilte Kriställ-
chen, die ein milchiges oder dichtes opakes Glas ergeben. Die
Art der Sphärolithkristalle läßt sich gewöhnlich leicht er-
mitteln. Bei der Untersuchung opaker Gläser gibt häufig die
des Lichtbrechungsvermögens der Kristalle und des Glases
einen Hinweis bezüglich der Art der ersteren. In milchigem
Glas kann man die Kristalle nicht untersuchen ; man kann aber
durch Erhitzung eines Stückes dieses Glases auf eine etwas
höhere Temperatur die Wirkung oft verstärken. Die hierbei
entstehenden größeren Kristalle sind dann der Untersuchung
leichter zugänglich.
Tafel 2 zeigt die Ergebnisse der Untersuchung der Ent-
glasung verschiedener Gläser bei diesen niedrigeren Tem-
peraturen.
Tafel 2.
Untersuchungen betr. die Entglasung gewisser optischer Gläse
Zeit in
Stunden
Temperatur: 0 C
Ergebnisse
Barium-Flintglas
15,0
660
27,5
700
ein /\
29,0
760
68,0
800
Mittleres Fhntglas
(nD = 1,62) ;
Kristalle; Si02
1,0
650
12,5
650
4,5
700
6,5
700
23,5
700
Borosilikat-Kronglas ;
Kristalle; SiO,
14,5
660
27,5
700
4,5
750
8,0
750
2,3
20,6
800
800
Gewöhnliches Kronglas;
Kristalle ; SiO, und
Ca Si03.
41,0
600
36,0
650
4,0
700
6,5
700
23,5
700
33,0
700
47,0
700
keine Entglasung
geringe Oberflächenschicht
keine Entglasung
geringe Oberflächenschic' t
deutliche Oberf lächer s: cül
keine Entglasung
Entglasung der Oberfläche
Ji n n
» » »
keine Entglasung
geringe Oberflächenschicht
O b erf lächens chicht
dicke Schicht auf d. Oberflächii
Häufig findet die Entglasung nur an der freien Oberfläche
eines Glasstückes statt. Der Grund hierfür ist unbekannt.
keine Entglasung
Zusammenfassung.
Die Entglasung des Glases ist das Ergebnis des Bestreben!
desselben, in den beständigen kristallinen Zustand überzugehen
Sie tritt ein, wenn das Glas genügend lange Zeit hindurcl
innerhalb des Temperaturabschnittes gehalten wird, in dem seit
Kristallisationsvermögen groß ist. Von diesem Gesichtspunkte
aus wurden die verschiedenen Arten der Entglasung besprocher
und Ratschläge hinsichtlich der Grundsätze erteilt, nach denei
Aenderungen in der Herstellung oder bei der Zusammensetzung
vorzunehmen sind, die die Vermeidung der Entglasung be
zwecken. Weiter wurden einzelne Beispiele für die f?ntglasung
optischer Gläser angegeben, in Verbindung mit der Bestimmung
der Entglasungstemperaturen und der sich abscheidenden
Kristallphasen.
Im Anschlüsse an die vorstehenden Ausführungen vor
N. L? Bowen teilt W. S. Williams ebenfalls noch einiges über
entglaste optische Gläser mit (a a. O., S. 278), was hier kur«
erwähnt sei: Es handelte sich um zwei dichte Barium-Kron-
gläser, nD = 1,60, von denen das erste folgende Zusammen-
Setzung besaß :
Si02 40,7 °/0
B203 6,2 °/0
ZnO 9,3 °/0
BaO . 43,2 °/0
As203 0,6 °/0
100,0 °/0
Das Einfüllen des Gemenges erfolgte bei 1350° C innerhaU
16 Stunden. Die Läuterungsperiode, während der die Temperatui
die gleiche blieb, dauerte 8 Stunden. Bei der Probenahme
wurde ein leichter schaumiger Ueberzug beobachtet, der ab-
gestreift wurde. Nach zwei Stunden hatte sich aber eine etwa
drei Zoll dicke schaumige Schicht gebildet. Diese wurde
abermals abgestrichen. Ebenso wurde auch eine drei Zoll
starke Glasschicht aus dem Hafen entfernt, in der Absicht, wenn
möglich, etwa vorhandene Kristallkerne auszuscheiden. , Hieraul
wurde die Temperatur auf 1400° C gesteigert. Dennoch zeigte
nach drei Stuuden eine 6 Zoll starke Schicht des Glases Ent-
glasung, worauf die Schmelzung abgobrochen wurde, und nach
der Abkühlung befand sich auf der Oberfläche der Schmelze
eine 12 Zoll dicke Schicht von reinem weißem Opalglas, während
1922 (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 37 — 417
das übrige Glas durchsichtig war. Die chemische Untersuchung
beider Glasschichten ergab folgende bemerkenswerte Unter-
schiede in ihrer Zusammensetzung:
Durchsichtiges Glas Opalglas
Si02 ..... 37,88 o/0 44,67 °/0
BaO . . . . . 42,36 °/0 38,02 °/0
ZnO 10,52 °/0 9,2§°/0
B203 9,31 o/0 8,46 %
Eine petrographische Untersuchung war infolge der äußersten
Feinheit der Kriställchen zwecklos. Es war dies also ein Fall
von Entglasnng während Einschmelzung und Läuterung. In den
nachfolgenden Schmelzen wnrde dann die Schwierigkeit durch
Zusatz von A1203 behoben.
Der andere Fall von Entglasnng in dichtem Barium-Kron-
glas, n^ = 1,60, trat in einem Gemisch folgender Zusammen-
setzung ein:
Si02 37,0 °/o
B2Os 5,0 o/o
K20 2,7 o/0
ZaO 7,8 %
BaO 47,0 °/o
As203 0,5 o/p
100,0 o/o
Hier danerte das Einschmelzen 15 Stunden bei 1400° C
und das Läutern 2 Stunden. Während der zwölfständigen Rühr-
periode wurde die Temperatur allmählich bis auf 1100° C
erniedrigt. Entglasung wurde dabei nicht beobachtet, aber nach
der Abkühlung zeigten sich bis 8 Zoll unter der Oberfläche an
einer Seite des Hafens Sphärolithkristalle. Sie erstreckten sich
von der Wandung etwa bis 6 Zoll ins Innere. Die Kristalle
bestanden, wie die mikroskopische Prüfung ergab, aus Barium-
disilikat. Mit Ausnahme dieser einen Stelle war das Glas gut.
Während des Formens und Kühlens entglast dichtes Barium-
Kronglas, n^ = 1,60, aller Zusammensetzungen leicht und muß
daher in möglichst kurzer Zeit geformt werden.
Wirtschaft lieh - gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Fand. Von der Firma Schneidemaschinen-Fabrik Graff •& Stein,
G. m b. H., Witten, geht nns die Nachricht zu, daß anter Bezugnahme
auf die Notiz im „SprechBaal" Nr. 35, S. 394, sich Herr Walter Engel-
berg in Firma Engelberg & Mangold, Essen-Ruhr, als Verlierer des auf-
gefundenen goldenen Traurings gemeldet und ausgewiesen hat.
Jubiläum. Oer bei seinem Chef als auch in Kunden-, Kollegen-
und Arbeiterkreisen allgemein beliebte und geachtete Prokurist der Firma
paepeke & Schäfer, Porzellan-Manufaktur, Haida i. Böhmen, Herr Otto
Beckert, konnte bei vollster körperlicher und geistiger Frische am l. 7.
sein 40 jähriges Dienstjubiläum bei vorgenannter Firma feiern.
Gesetzgebung, Stenern.
Kündigungsschutz für Schwerbeschädigte. Die gesetzlichen
Vorschriften, wonach einem Schwerbeschädigten nur mit Zustimmung der
Hauptfürsorgestelle rechtswirksam gekündigt werden kann, sind erneut
bis znm 1. 1. 23 verlängert worden. Bis dahin wird voraussichtlich das
neue Schwerbeschädigtengesetz, das das gegenwärtig geltende Gesetz vom
6. 4. 20 in wesentlichen Punkten ändert, in Kraft getreten sein. Der
Entwurf des neuen Gesetzes ist fertiggestellt und wird den gesetzgeben-
den Körperschaften nach dem Wiederzusammentritt zugehen. Die in der
Presse verbreiteten Nachrichten, wonach die neuen Bestimmungen bereits
am 1. 10. 22 in Kraft treten sollen, beiuhen auf einem Irrtum.
Handel und Verkehr.
Erhöhung der Personen, und Gütertarife. Nachdem die Erhöh-
ung der Personenfahrpreise am 1. 10. 22 von etwa 60% nicht ausreicht,
vm den bevorstehenden Mehrbedarf zu decken, ist eine weitere Erhöhung
ifter vom 1 10. ab gültigen neuen Fahrpreise um 60»/0 in Aussicht ge-
pnmmen, die znm 1. 12. wirksam werden soll. Die Erhöhung erstreckt
Bich auch auf Schnellzugszuschläge und Preise für Zeitkarten aller Art.
I Ferner gelten ab 1. 10. 22 folgende Verhältniszahlen für die horizon-
tale Staffelung im Gütertarif der Keichseisenbahn :
I II A B C D E
Stückgutklassen Wagenlad od gsklassen
Bei d. Streckensätzen 180 140 100 73 55 35 26
Bei d. Abfertigungs-
gebühren ... 120 170 100 95 80 65 50
Hierbei ist insbesondere die Spannung zwischen den Stückgutklassen
and der Wagenladungsklasse A beträchtlich verringert. Die vertikale
Staffelung ist nunmehr für alle Klassen (Wagenladungen und Stückgut)
gleichmäßig gebildet. Die für 100 km angenommene Verhältniszahl von
100 senkt sich um 6 für je weitere 100 km, beziffert sich also bei 1000 km
auf 55. Bei Ausnahmetarifen sind wesentliche Verschiebungen nicht ein-
getreten. Auch von einer Aenderung der Staffel des KohlenauBnahmetarifes
ffird abgesehen. Endlich wird im Einverständnis mit dem Reichseisen-
bahnrat die Mindestentfernung für die Berechnung der Fracht von 10 km
mf 5 km herabgesetzt.
Denisehe Beteiligung an einer Petersburger Neugründung. Die
russische Sowjetregierung hat letzthin die Statuten eines auf breiter Basis
arbeitenden deutsch-russischen Unternehmens genehmigt. Die neue
Gesellschaft, die „Handels- und IcduBtriegesellschaft Merkurij in Petrograd"
firmiert und ihre Tätigkeit bereits aufgenommen hat, bezweckt gegen-
teiligen Warenaustausch, Warenveiteilung in Knssland, Neujrründnngen und
Finanzierungen, kurz weitgehende Mitarbeit am Wiederaufbau Eaeslands.
Frachtsätze für Kapselscherben. In Nr. 49/1921, Seite 691, hatten
v'u eine Zuschrift der Firma Friedrich Wahrenbnrg, München, veröffant-
icht, in der auf die unverhältnismäßig ltohen Frachtsätze für Kapsel-
cherben hingewiesen wird. Wie uns jetzt von gleicher Seite mitgeteilt
fird, ist der Pitma „bereits jetzt" auf die s. Zt. mehrmals erfolgten Ein-
gaben an das Reichsverkeh»ministerium ein ablehnender Bescheid zuteil
;eworden, mit dem Bemerken, daß „durch ein Versehen" erst jetzt die
üngaben zur Erledigung gelangten. Ein Kommentar erübrigt sich. Der
"eutige Preis lux 10 Tonnen KapselBcherben beträgt etwa M 2000; die
facht hierfür zum Khein, dem Hauptverbrauchsbezirk, stellt Bich auf etwa
t 30000.
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
Das Goldzollaufgeld beträgt vom 13. bis einschließlich 19. 9. 22
33 900 »/„.
A. H. N. Grobkeramik. Eine Aenderung der Ausfuhrpreise ist
vorgenommen worden: Für feuerfeste Erzeugnisse nach Dänemark, Polen,
Freistaat Danzig, Ukraine und Großrußland, Polnisch Oberschlesien, Memel-
gebiet, Litauen und Randstaaten; für Kies und Sand nach Tachecho-
slowakien. — Der Teuerungszuschlag für ff Erzeugnisse bei Lieferung
nach Deutschösterreich ist ab 1.9 22 von 1000 auf 2000 % erhöht
worden. — Hinsichtlich der Ausstellung der Lieferwerkbescheinigung
wird darauf aufmerksam gemacht, daß stets Stückzahl oder dergl,,
Gewicht und Art der Ware vom Lieferwerk einzutragen sind. Auch
der Tag der Ausstellung des Scheines darf vom Lieferwerk nicht ver-
gessen werden. Scheine, die diese Angaben nicht enthalten, werden
als unvollständig zurückgewiesen. Ferner empfiehlt es sich, stets ein
genaues Doppel des Lieferwerkscheines an die A. H. N. einzusenden,
während die Urschrift der Handelsfirma zu übermitteln ist, die den
Schein dem Antrage beifügt.
Besetztes Gebiet. Die erhöhte Ausfuhrabgabe ist am gleichen
Tage wie im freien Deutschland, also am 3. 9. 22, in Kraft getreten.
Memelgebiet. Zollerhöhungen. Dnrch Verordnung vom 10. 8. 22
sind mit sofortiger Wirkung die in der Nachtragsverordnung vom 3. 7. Sß
zur Verordnung vom 10. 5. 22 betreff* den Zolltarif für das Memelgebiet
festgesetzten Zölle dahin abgeändert worden, daß sämtliche Einfuhr"
ga wichtszölle und Aasfuhrzölle um 60% erhöht werden. Eine Nachver-
zollung findet nicht statt
England und Kolonien. Zollfakturenformulare. Die zur Zeit
für den Versand von Waren nach englischen Kolonien vorgeschriebenen
„Invoice"-Formulare können im Zollbureau des R W. M. eingesehen
werden. Die Unterschriften aof den für Australien bestimmten Rech-
nungen brauchen nicht von beamteten Persönlichkeiten oder Behörden be-
glaubigt zu werden. Bei den von englischen Firmen ausgestellten Rai-
nungen unterschreibt der Chef oder Beauftragte der Firma, und ein ihm am
nächsten stehender Angestellter beglaubigt als Zeuge. Die Beglaubigung
einer deutsehen Handelskammer dürfte daher für deutsche Absender völlig ge-
nügen. — Bereits im vorigen Jahre iBt übrigens von den Vertretungen
der verschiedenen englischen Kolonialregierungen ein einheitlicher Text
für das Formular vereinbart worden, der nach Genehmigung durch die in
Frage kommenden Regierungen selbst als invoice Formular generell in
Anwendung kommen soll. — Die Einführung für Australien steht znm
1. 1. 23 bevor. Von Kanada wird angenommen, daß das Formular nicht
eingeführt werden wird. Südafrika h«t die Einführung noch nicht genehmigt,
sie wird jedoch erwartet. — Für Neufundland und Neuseeland ist die Be-
nutzung des Formulars vorgeschrieben. — Für Sendungen nach Australien
kann das Formular schon jetzt benutzt werden.
Italien. Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 1.— 15. 9. 22
332 % -
Spanien. Das Zollaufgeld iBt für den Monat September auf 23,75 %
festgesetzt worden.
Die mittlere Monatsnotierung für die Reichsmark, die als Grundlage
für die Erhebung des Valutazollzuschags auf deutsche Waren Anwendung
findet, ist für den Monat September auf 0,913 festgesetzt worden.
Ungarn. Erhebliche Einfuhrbeschränkungen sind im ungarischen
Amtsblatt vom 29. 8. veröffentlicht worden. Die Verordnung tritt sofort
in Kraft, gilt jedech nicht für bereits bestellte Waren, falls die Zollbe-
handlung in Ungarn binnen 10 Tagen erfolgt.
Die Lage in Industrie und Handel.
Tschechoslowakien. Industriekrise. Die Lage in der Keram-
industrie nimmt immer bedrohlichere Formen an. Bisher wurden in
12 Betrieben, die gegen 1500 Personen beschäftigen, die ganze Arbeiter-
schaft entlassen und die Betriebe geschlossen. Außerdem wurden in neun
Fabriken bisher gegen 1000 Personen entlassen Ia den meisten Betrieben
wird verkürzt, höchstens 3 — 4 Tage in der Woche gearbeitet. In der
Glasindustrie steigen die Betriebseinstellungen. Die Zahl der Arbeits-
losen ist in den letzten Tagen um über 2000 auf über 14000 gestiegen,
während die Zahl der in der Glasindustrie nur 2 bis 3 Tage Baachäftigten
418 — Nr. 37
SPRECHSAAL- COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
nunmehr schon über 24000 beträgt. Neuerdings haben sämtliche Glas-
fabriken Oatböhmens erklärt, ihre Betriebe zum Teil am 9.. zum Teil am
16. 9. schließen zu müssen. Insgesamt beschäftigen diese Fabriken
1600 Arbeiter.
Geschäftlich© Mitteilungen.
Geschäftsübergang. Das seit etwa 30 Jahren bestehende Spezial-
haus für Porzellan, Kristall, Luxus C. Stürmer, Görlitz, ist durch Kauf
in den Besitz der Herren G. Handke und W. Kaczmarek übergegangen
und wird unter der Firma „C. Stornier" weitergeführt.
Porzellanfabrik Kahla — Porzellanfabrik H. Schomburg:
& Söhne A.-G. Nach Abschluß des Interessengemeinschaftsvertrages sind
die Vorstandsmitglieder der Porzellanfabrik Kahla in den Vorstand der
Porzellanfabrik H, Schomburg & Söhne, Margaretenhtttte, und die der
Porzellanfabrik Schomburg in den von Kahla eingetreten. Den Gesamt-
vorstand beider Gesellschaften bilden nunmehr Generaldirektor Dr. Fill-
mann. die Direktoren J. Dönitz, Dipl -lug. Hofmann, H. Immisch,
Dr. M. Richter, F. Scheid.
Yereinigte bayer. Spiegel- und Tafelglaswerke, vorm. gehrenk
& Co., A.-6., Neustadt a. W.-N. Die a. o. G.-V. beschloß die beantragte
Kapitalserhöhung auf M 7,16 Mill. durch Ausgabe von M 0,65 Mill.
Inhaberstamm- und M 0,50 Mill. -Vorzugsaktien mit Dividendenberechtigung
für 1922/23. Das Bezugsrecht der Aktionäre wurde ausgeschlossen; die
Aktien sollen freihändig verwertet werden.
Eisenwerke Kaiserslautern. Kaiserslautern. Auszug aus dem
eenehmigten Abschluß vom 31. 3. 22 : Beingewinn M 2,63 (1,88) Mill. ;
Verwendung nicht veröffentlicht (i.V. 12 »/* %) ; Abschreibungen
Jt 0,63 (0,17) Mill.
Generai -Versammlungen.
Triptis, A-G., Triptis: a. o. G.-V. 30. 9. 22, 12 Uhr m. Bankhaus
ftehr Arnhold Dresden. T.-O.: Umwandlung eines Teils der Vorzugs- in
ÄnlSSen; Ka"italserhöhung un7 Jt 2,6 Mill. Stamm- und M 0,9 Mill.
Vorzugsaktien ; Satzungsänderungen. _
Dresdner Keramische Industrie, A.-G, Dresden: a. o. G-V. 26.9.22,
5 Uhr n., Dresdner Kaufmannschaft, Dresden. T.-O.: Wegen Form-
fehlerB zu wiederholender Beschluß über Kapitalserhöhung um M 3,5 Mill.
ftUf "^EKt^Darmstädter Herdfabrik und Bisengießerei Gebrüder Boeder,
A-G Darmstadt: a. o. G.-V. 28. 9 22, 11 Uhr V.. Deutsche Bank,
Filiale Darmstadt. T.-O. : Kapitalserhöhung um Jl 1 Mill. Stammaktien.
Messen nnd Ausstellungen.
Das Ergebnis der Leipziger Herbstmesse wurde durch die un-
geklärten wirtschaftspolitischen Verhältnisse entscheidend beeinflußt. Die
Mitglieder der Einkäufervereinigungen hatten Anweisung erhalten, bei
ihren Einkäufen möglichste Vorsicht walten zu lassen. Die Bedarf säuße-
mng der inländischen Käufer bewegte sich in engen Grenzen, ebenso
vorsichtig disponierte die Auslandskundschaft. Die Beschickung seitens der
etwa 13 000 Aussteller war in manchen Zweigen außerordentlich reichhaltig
Verschiedentlich bestand aber auch seitens der Verkäufer wenig Interesse
für neue umfangreichere Abschlüsse; die stellenweise geforderte Be-
zahlung in ausländischen Valuten hatte weitere Zurückhaltung und
Widerspruch der Käufer zur Folge. Vom Ausland stellten nächst Tschecho-
slowakien Holland, die nordischen Länder und die Schweiz die gioßte
EinkäuferBchar. Die Kundschaft aus Uebersee war, wie meist zur Herbst-
messe, weniger vertreten. Aus dem Inland, vorwiegend auch aus den be-
setzten Gebieten, waren sehr viele Einkäufer anwesend. Die geschäft-
lichen Ergebnisse stehen nach den aus den Ausstellerkreisen vorliegenden
Meldungen im ganzen hinter denen der vorausgegangenen letzten beiden
Messen erheblich zurück. Selbst die Kesultate der Herbstmesse 1921 sind
nicht erreicht worden. In Porzellan zeigte das Geschäft nicht den großen
Zug wie sonst. Die Glasbranche hat mit dem Messegeschäft günstig ab-
geschnitten. Kristallglas war trotz der hohen Preise gut verkäuflich,
insbesondere fanden die schweren Schliffe Interesse und Begehr. Größere
Umsätze erfolgten in Preßglas,
Leipziger Aussteller und Meßhausbesitzer. Zahlreiche Leipziger
Meßhausbesitzer verlangen von den Ausstellern eine nachträgliche Er-
höhung der Meßmieten für die Herbstmesse 1922 um 50 «/0. Wie uns der
Leipziger Mustermesse- Verband, Sitz Altona a. E. mitteilt, ist kein Aus-
Bteller rechtlich verpflichtet, diese Mehrforderung zu bewilligen. Die
Mietverträge gestatten wohl meist eine vorherige Festsetzung der Mieten
von Messe zu Messe, die diesmal Bchon lange vorher erfolgt war. Eine
nachträgliche Forderung ist indes vertraglich nicht vorgesehen und nicht
zulässig Es empfiehlt sich daher für die Aussteller, diese abzulehnen. —
Wiederholt ist es vorgekommen, daß die Meßhausbesitzer die Werbebeiträge,
die sie nach dem Leipziger Ortsgesetz, dessen Bechtsgttltigkeit übrigens
bestritten ist, in Höhe von 25% der Meßmiete aus eigenen Mitteln zu
entrichten haben, ebenfalls auf die Aussteller abzuwälzen suchen. Der-
artige Forderungen Bollten die Aussteller zurückweisen. Der obige
Altonaer Verband ersucht diese, sich in allen solchen Fällen an ihn zu
wenden, damit er für Abhilfe Sorge tragen kann, zumal da er mit den
Meßhausbeeitzern eine tunlichst gütliche Begelung derartiger Fragen
vereinbart hat.
Musterausstellung New-York 1922. Die zweite Halbjahrsaus-
etellung der von der N. Y. Merchandiae Fair Company seit 2—3 Jahren
regelmäßig veranstalteten Warenausstpllungen bat vom 24.-29. 7. 22 in
der Waffenhalle dea 71. Regiments in New-York stattgefunden. Die
Namen der über 200 Teilnehmer können aus einem an der Geachäftflatelle
des AuBstellungs- und MeBse-Amta der Deutschen Industrie (Berlin NW 40,
Hindersinstraße 2) zur Einsichtnahme abliegenden Verzeichnis ersehen
werden. Die Kauflust der Besucher ist nach verschiedenen Mitteilungen
der Aussteller zufriedenstellend geweBen. Neben vielen kleineren Firmen
waren auch große Unternehmen wie die Federal Enameling & Stamping
Co , die den Trust in Emaillegefäßen bildet, sowie große Firmen der
Porzellanbranche vertreten. Besonders bemerkenswert war, daß in den
meisten Ständen neben einheimischer Ware auch aus Deutschland impor-
tierte Fabrikate gezeigt wurden (Porzellanwaren und Christbaumschmuck).
Eine Reihe von privaten Geschäftsdrucksachen, zum Teil mit Preisen
versehen, die auf der Ausstellung zur Verteilung gelangten und gesammelt
wurden, können beim AuBstellungs- nnd Messe-Amt eingesehen werden.
Verbände.
Der Verband deutscher Kachelofenfabrikanten, Meißen, hat
den Teuerungszuschlag mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt : Für
vorgeformte Schamotteware und Schmelzware auf 1000%, für Glätteware
und unbehautete Schamotteware auf 1150%, für Glätteware und uube-
hautete Schamotteware mit Nute auf 1160 <>/0, mit oder ohne Nute auf
1150 %.
Der Verein deutscher Schleifmittelwerke hat seine Ausgleichasätze
für Schleifscheiben auf 1210 °/0 für Schleifacheiben aus Corund und auf
1100 o/o ffa" Schleifscheiben aus Silizium-Karbid festgesetzt. Die Aua-
gleichssfttze werden auf die Grundpreise plus stabile Teuerungszuschläge
berechnet und kommen am Tage der Lieferung in Anrechnung.
Der Verein deutscher Spiegelglasfabriken, Cöln, erhöhte mit
Wirkung ab 31. 8. 22 die Preise für Spiegelglas aller Kategorien um
durchschnittlich 60% für Packung von M 1600 auf Jt 3200.
Der Verband Deutscher Porzellangeschirrfabriken hat be-
schlossen den Multiplikator 11, der ab 28. 8 22 Gültigkeit hat, bis auf
weitereB beizubehalten.
Firmenregister.
Deutschland.
Vereinigte Iaolatorenwerke, A.-G., Berlin-Pankow. Vom Betriebsrat
wurden F. Töpke und G. Glaser in den Aufeichtarat entsandt.
Vereinigte Porzellanwerke zu Lübeck, A.-G., Lübeck. Die Kapitals-
erhöhung um Jt 6 Mill. auf M 10 Mill. ist erfolgt.
Steingut- und Porzellanfabrik München, A.-G., München (Ludwig-
straße 26). Herstellung und Handel mit keramischen Erzeugnissen aller
Art, insbesondere Gebrauchsgeschirren aus Steingut und Porzellan, sowie
Stanz- und sonstigen Artikeln aus Steingut und/Porzellan für elektrotech-
nische Zwecke. Grundkapital: Jt 1 Mill. Vorstand: Dipl.-Ing. Karl Fritz.
Aufsichtarat : Dr. E. Oberländer, Geh. Justizrat Dr. K. Schad, H. Grtttzner.
Porzellanfabrik Plankenhammmer, G. m. b. H, Plankenhammer. Das
Stammkapitel ist um Jt 900000 auf M 1,5 Mill. erhöht.
Veltener Porzellan-Fabrik, A.-G., Velten i. d. Mark. Grundkapital:
6 3 Mill Vorstand: Dir. K. Baensch, Ing. Th. Hohenschild. Aufsichta-
rat •' J. Krako, Generalkonsul 0- Weißenberger, Generaldirektor Dr. jar.
E Wiethaus, Fabrikbesitzer M. Holländer, Dr. W. Constem.
Aelteste Volkstedter Porzellanfabrik, A.-G., Volkstedt. Vom Betriebs-
rat wurden M. Fiedler und J. Voigt in den Aufsichtarat entsandt.
Porzellan-Malerei und Druckerei Karl Friedrich, Marktredwitz. In-
haber: Kaufmann Kail Friedrich. * _
Reinhold Richter, Volkstedt. Die Kaufleute Traugott Mtthhng und
Max Wunderlich Bind als persönlich haftende Gesellschafter eingetreten.
Bonner Schleifmittel- und Steinzeugwerke, G. m. b. H., Bonn. Die 1
Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist Kaufmann Carl Jäckel.
Krugfabrik Hillscheid, Gebrüder Gerz, Hilteeheid. Persönlich haftende
Gesellschafter: Kaufmann Peter Gerz und Krugfabrikant Josef Gerz.
Jeder ist selbständig vertretungsbefugt.
Keramische Werke A. Pfeiffer, Althaldensleben. Inhaber : Kauf-
mann Alfred Pfeiffer. . ■
Berliner Kunst-Keramik, G. m. b. H., Berlin. Das Stammkapital ist
um Jt 80000 auf Jt 100000 erhöht. .... „ at „•„
Keramik A.-G., Berlin. Das Grundkapital ist um Jt 2,4 Mill.
auf Jt 4,8 Mill. erhöht.
Keramik A.-G., Osterath. Herstellung und Vertrieb von Erzeug-
nissen aller Art, insbesondere von keramischen Artikeln. Grundkapital:
Jt 1 Mill. Vorstand: Kaufmann Georg Karger. ■
Großherzogliche Majolika-Manufaktur Karlsruhe, A.-G., Karlsruhe.
Vom Betriebsrat wurden 0. Thomaier und A. Henn in den Aufsichtsrat
ent88IKeramische Werke Ofiatein & Worms, A.-G., Worms. Vom Betriebs-j
rat wurden Keramiker J Kling und Maler P. Hessel in den AufsichtBrat
entsandt.^ ^ Sehamotte. nnd D»chsteinfabrikation, Berlin (Hardenberg-
Straße 14). Grundkapital: M 1 Mill. Vorstand: Dipl-Ing. Sally Wolff
und Kaufmann Leopold Bermeiser. Aufsichtarat : Oberingenieur Dipl -lngj
P. Stern, Kaufmann R. Gläßer und Privatier S. Wolff.
Schmirgelwerke, A.-G., Berlin. In den Aufaichtsrat wurden neu
hinzugewählt Bankier G. Fließ, HandelsgerichtBrat H. Wolfiaohn nnd
C Beck
Max Kray & Co.-Glasindustrie Schreiber, A.-G., Berlin. Direktor
Josef Steska wurde zum Vorstandsmitgliede bestellt. ,
Mitteldeutsche Glashüttenwerke, G. m. b. H., Brand-Erbislorf.
Die Firma lautet künftig : „Glas-Gesellschaft m. b. H.M
Hohlglas-A.-G, DreBden. -Der Sitz ist nach Brand-Erbisdorf verlegt,
Die Firma lautet künftig : „Mitteldeutsche Glashttttenwerke, A.-G., Brand-
Erbisdorf." VorBtand: Kaufmann Maximilian Fugmann. Die Kapitals-
erhöhung um Jt 1,6 Mill. Stamm- und JL 0,4 Mill. Vorzugsaktien aul
M 4 Mill. ist durchgeführt. .
Fttratenberger Glashttttenwerke, A.-G., Fürstenberg a. 0. Dal
Stammkapital ist um M 6 Mill. auf Jt 12 Mill, erhöht worden,
Christian Winkler & Sohn, Fürth (Rosenatr. 3). Karl E. Sttttzel I»
ausgeschieden und Witwe Jakobine Stützel als Gesellschafterin ohne Ver
tretungsbefugnis eingetreten.
SPRECHSAAL-COBURG. Nr. 37 - 419
1922. (55. Jahrgang.)
Glaswerke GelBdorf, G m. b H., Weißwasser, O.-L. Das Stamm-
kapital ist um Jl 500000 auf Ji 2,5 Mill. erhöht worden.
A. Sachse & Co, Bayreuth (Luitpoldplatz 14). Glasfabrikation nnd
Export. Gesellschafter: Karl M. A. Sachse nnd Karl Vent Die Aktiven
nnd Passiven der bisherigen Zweigniederlassnngsfirma „A. Sachse & Co.u
worden nicht Übernommen.
Eschrich & Mammen, Schmiedefeld. Die Firma ist erloschen.
Oskar Schneider, Glastechnische Werkstätte, Sttttzerbach, Pr.-A. In-
haber: Fabrikant Oskar Schneider.
Nitzsche & Co., Hart- nnd Drahtglas-Industrie, Schwarznanslitz.
Glasschleiferei nnd Handel. Persönlich haftender Gesellschafter : Gnstav
A. Schneider Ein Kommanditist ist beteiligt.
Schlesische Kristall-Glas-Raffinerie, G. m. b. H , Berlin. Erzeugung
nnd Vertrieb von Linsen für Taschenlampen, Leuchtstäben sowie anderen
Artikeln der Glasbranche. Stammkapital Jt 50000. Selbständig vertre-
tungsbefugte Geschäftsführer: Franz Oppitz und Joseph Holey.
J. W: Kemy, A.-G., Filiale Saarbrücken, Saarbrücken 3. Die bis-
herige Zweigniederlassung hat nunmehr vorstehenden Firmenwortlaut.
Philipp Uhlemann, Limbach i. Sa. Inhaber: Glasmalermeister
und Alnminiumwarenfabrikant Philipp Linus Uhlemann.
Lommatzscher Spiegelfabrik, G. m b H., Lommatzsch. Fabrikmäßige
Herstellung und Vertrieb von Spiegelglas, allen Arten Spiegelglasspezial-
artikeln und allen einschlägigen Artikeln. Stammkapital: Jl 200000
Geschäftsführer: Friedrich E Baschke.
Glasindustrie A.-G. Ludwigsburg. Die Kapitalserhöhung nm M 5
Mill auf M 10 Mill. ist erfolgt
Bayerische Glasmanufaktur Wüchner & Schwab, München, Martha
Habicht ist als weitere Gesellschafterin ohne Vertretnngsbefognis einge-
treten. Die Firma lautet jetzt: „Habicht & Weidmüller.
Ullersdorfer Kristallglas-Industrie Eommerskirch & Co., Ullersdorf
an der Biele. Persönlich haftende Gesellschafter: Kaufmann Willibald
Eommerskirch, Frau Anna Eommerskirch, Architekt Kort B. Gehricke und
Frau Louise Gehricke. Vertretungsbefugt sind nur Willibald Eommerskirch
und Kurt B. Gehricke, und zwar nur gemeinschaftlich.
Nordwestdeutsche Glasmanufaktur, A.-G., Oldenburg. Erwerb und
Fortführung des bisher von der Kommandit-Gesellschaft Nordwestdeutsche
Glasmanufaktur Karl Schulze in Oldenburg betriebenen Geschäfts. Stamm-
kapital: Jl 1. Mill. Geschäftsführer: Kaufmann Karl Schulze.
M. Hensoldt & Söhne, Optische Werke, A.-G, Wetzlar. Grund-
kapital: M 1 Mill. Vorstand: Kaufmann Karl Bill. Aufsichtsrat :
Rechtsanwalt B. Schauen und die Kaufleute L. Eitz und B. von Forig.
Bayerische Glasmanufaktur Ludwig Habicht, München (Berg am
| Laimstraße 115). Inhaber: Kaufmann Ludwig Habicht.
Bayerische Flachglas-Großvertriebsgesellschaft m b. H, Nürnberg
(Mathildenstra£e 7). Stammkapital : M 50 000. Selbständig vertretungs-
I befngte Geschäftsführer: Wilhelm Petschenik und Walter Kolb.
Berliner Glas-, Porzellan-, Lampen- und Metallwarenhandelsgesell-
schaft m. b. H, Berlin. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidator ist
der bisherige Geschäftsführer.
Kottbuser Glasmanufaktur Oskar Piwonka, Kottbua. Die Firma ist
! erloschen.
Kottbuser Glasmanufaktur Oskar Piwonka & Co., G. m. b. H,
Kottbus. Stammkapital: Jl 160 000. Geschäftsführer: Kaufmann Oskar
Piwonka.
Johann Heinrich Döring, Porzellan- und Glaswarengeschäft, Geln-
; hausen. Inhaber : Witwe Katharine Döring. Häfner Friedrich Döring
hat Prokura.
Glafala, Glas-, Farben und Lackfabriken -Vertriebsgesellschaft
m. b. H, Essen. Vertrieb von Glas, Farben, Lacken und verwandten
Artikeln für fremde Kechnung Grundkapital: Jt 50 000. Geschäfts-
führer: Heinrich Schnater und Hermann Bacb.
Robert Kahl, E. L. Sohn. Steinheid, S.-M. Exportgeschäft in Glas-
waren aller Art. Inhaber : Kaufmann Robert Kahl.
Gebr. Krüger, Wittenberge. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Der
bisherige Gesellschafter, Kaufmann Ludwig Krüger, ist alleiniger Inhaber.
Die Prokura der Johanna Krüger ist erloschen. Geschäftsführer Hermann
Müller hat Prokura.
Peill & Sohn, G. m. b. H., Berlin. Herstellung und Vertrieb aller
Sorten Von Glas und Glaswaren. Stammkapital: Jl 100 000. Selb-
ständig vertretungsbefugte Geschäftsführer: Geh. Kommerzienrat Leopold
Peill und Fabrikant Leopold Peill jun. Kaufmann Theodor Rapp hat
Eihzelprokura.
Peill & Sohn, G. m. b. H, Leipzig (Grimmaische Straße 2/4). Her-
stellang und Vertrieb aller Sorten von Glas und Glaswaren. Stamm-
kapital: M 100 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer:
Geh. Kommerzienrat Leopold Peill und Fabrikant Leopold Peill jun.
Kaufmann Theodor Bapp hat Einzelprokura.
Peill & Sohn, G. m. b. H, Nürnberg (Kießlingstraße 3). Her-
stellung und Vertrieb aller Sorten von Glas und Glaswaren. Stamm-
kapital: Jl 100 000. Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer:
Geh. Kommerzienrat Leopold Peill und Fabrikant Leopold Peill jun.
Kaufmann Theodor Eapp hat Einzelprokura.
Pfüller und Haferkorn, G. m. b H, Leipzig. Handel mit Glaswaren und
verwandten Artikeln. Stammkapital: M 50 000. Selbständig vertretungs-
befugte Geschäftsführers Kaufleute Walther Pfüller und Cart Haferkorn.
■ j Spiegelglas- Verkauf s-Kontor, e. G. m. b. H., Fürth. An Stelle von
Andreas Pirner und Lothar Midas wurde Stefan Weil als Vorstandsmit-
glied gewählt.
Hugo Wernicke, Jlmenau. Kaufmann Hans Gillischewski ist ausge-
schieden, Frau Hedwig Wernicke als persönlich haftende Gesellschafterin
unit Vertretungsbefugnis eingetreten. Ihre Prokura ist erloschen. Die
Kaufleute .Curt Kirchner und Arthur Höritzsch haben Einzelprokura.
Kaolin-Industrie und Handelsgesellschaft m. b. H, Breslau. Die
Liquidation ist beendet, die Firma erloschen.
Oesterreich.
Beer, Lichtenstein & Schrada, Tonpfeifenerzeugung, G. m. b. H,
Wien. Die Gesellschaft ist aufgelöst und in Liquidation getreten.
Liquidatoren : Siegfried Beer, Carl Schrada und Hago Lichtenstein.
Erste Floridsdorfer Thonwarenf »brik Lederer & Nessenyi, A.-G., Wien.
Das Aktienkapital beträgt nunmehr Kr 4 Mill.
„Datagu Dampfziegelei und Tonwarenfabrik, A-G., Wien. A. Müller
nnd E Whitehead sind als Verwaltungsratsmitglieder gelöscht.
A Bartosak & Co., Wien. Handel mit Porzellan und Glaswaren im
großen. Die Firma ist erloschen.
Tscbechoslowakien.
Bohemia. Karlsbader keramische Werke, A-G, Karlsbad. Einge-
treten: Verw-Eat Dr. jur. K Hahn.
Penhaswerke, Glasfabriken, A.-G., vormals Knizek & Co., Töplitz.
Verwaltungsräte Josef und Albert Penhas gelöscht.
Schottenhammel & Co., Teplitz-Scbönau, Qaarzsandgrube in Kaunova
bei Saaz. Gesellschafter : Irene Preiß, Lucie Preiß und Wenzel Schotten-
hammel. Vertretungsbefugt ist allein W. Schottenhammel. E. Preiß hat
Prokura.
Glashüttenwerke Josef Knizek, G. m. b- H, Ullersdorf bei Teplitz.
An Stelle von Eadolf Knizek wurde Wenzel Dlouhy als Geschäftsführer
bestellt.
Schicketanz & Co., Luxdorf. Erzeugung und Handel mit Masseperlen
und verwandten Artikeln. Gesellschafter: Ernst Schicketanz, Josef Hilpert
jun, Adolf H. Eößler und Eichard Eautachek. Vertretungsbefugt:
E. Schicketanz oder J. Hilpert jun.
Josef Knizek, Teplitz-Schönau, Glaswarenagentur und Kommission.
Inhaber: Josef Knizek.
Jugoslawien.
BogoBlav P. Tosic, Pirot. Töpferei.
HriBtifor A. Jordanovic, Prokuplje. Glas- und Bisen- Warenhandlung.
Patente.
Deutsches Beiefc.
Beschreibungen.
Trommelt rockenmü nie. Im Trommelinnern unmittelbar an der
Ausgangstrommelwand ist ein Anfiangtrichter für das Mahlgut ange-
ordnet, welcher mit seinem unteren Ende unmittelbar an das Absaugerohr
für das Gut angeschlossen ist und mit seiner oberen Mündung im Bereich
eines durch einen besonderen Kanal in der N&he der Austragvorrichtung
von außen her im Gegenstrom zum Auftragsgut eintretenden Luftstromes
liegt, so daß in ihm ein Druckunterschied gegenüber dem in der Trommel
herrschenden Druck erzeugt wird, infolgedessen das in der Trommel vor-
handene staubförmige Mahlgut in den Trichter hineingesaugt und dadurch
an der Austragsstelle gesammelt wird. 50 c, 5. Nr, 353 825, 20. 8. 20.
Philipp Frankenb erger, Gera, Eeuß.
Fenerungskasten für Porzellanbrennöfen. Der Eost wird durch
einen niedrigen, unterhalb der Beschickungstür angeordneten Schlitz aus-
gefahren, vor dem ein stehender Abstreifer angeordnet ist. 80 c, 9.
Nr. 353 859. 27. 5. 21. Porzellanfabrik Scnönwald, A.-G., Selb i. Bay.
Kittschale zum Aufkitten optischer Gläser. Die für die Ein-
stellung der Gläser maßgebenden Eichtleisten sind an durchbrochenen
Einsätzen angeordnet und letztere auswechselbar auf einer Kalotte be-
festigt, die lösbar mit der auf der Arbeitsspindel aufgeschraubten Grund-
platte verbunden ist. 67 a, 19. Nr. 353 910. 4. 4. 20. Wilhelm Müller,
Berlin- Wilmersdorf.
Verfahren zur Herstellung säurefester, dichter Gegenstände
aus Kieselsäure. Die aus Kieselsäuresand mit Gips als Bindemittel herge-
stellten Gegenstände werden mit Wasserglaslösung getränkt, gebrannt,
dann mit Schwefelsäure oder anderer Sänre und nochmals mit Wasserglas
und wiederum mit Schwefelsäure o. dgl. getränkt, gebrannt und diesen
Tränkungen wiederholt mit nachfolgendem Brennen ausgesetzt. 80 b, 8.
Nr. 353912. 31.5.19. Oskar Btthring, Mannheim.
Ausführung des Verfahrens zur Herstellung säurefester
dichter Gegenstände aus Kieselsäure nach dem Patent 353 912. Geglühte
Formlinge aus mit Wasserglas verkittetem Sand werden durch wieder-
holtes, abwechselndes Tränken mit Schwefelsäure u. dgl. und Wasserglas
mit Kieselsäure bereichert und bis zum Zusammensintern der Poren bei
wiederholtem Brennen verdichtet. 80 b, 8. Nr. 353 913. 11. 6. 19. (Zu-
satz zum Patent 353 912). Oskar Btthring, Mannheim.
Künstlicher Zahn mit einem in einem offenen Kanal unter-
gebrachten hohlen Ankerglied zur Aufnahme eines konisch zulaufenden
Stiftes. Das Ankerglied und die Spitze des Stiftes besitzen die Gestalt
eines Vollkegels. 30 b, 14. Nr. 353 954. 27. 2. 20. Wesley Linford
Smith, Pennsylvania, V. 8t. A.
Kitt, insbesondere zum Verbinden von Eisenteilen mit Porzellan.
1 Eaumteii Bleiglätte wird mit 1 bis 8 Eaumteilen Zement vermischt
und die Mischung mit Glyzerin zu einem dickflüssigen Kitt verrührt.
22 i, 1. Nr. 354162. 1.9.21. Otto Hiller, Berlin.
Oesterreich.
Aufgebote.
4a. Verfahren zum Fassen von Glasscheiben, besonders für
Deckgläser. Um den Glasrand aus einem leicht schmelzbaren oder leicht
erweichenden, beim Erstarren schwindenden Stoff, z. B. aus leicht flüssigem
Metall, in geschmolzenem, bezw. erweichtem Zustand wird ein Eeifen
gebildet, der infolge des Schwindens beim Erstarren das Glas fest ein-
spannt. Eobert Bosch, A.-G., Stuttgart. 29. 3. 21. A 1884—21. Deut-
sches Eeich 31. 7. 20.
420
Hr. b7
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
im (11. Jahrgang
12 a Verfahren zur Reinigung Ton Roh- oder Raffinadegraphit
zu Graphiten von über 99 »/0 Kohlenstoff durch Erhitzen niedrigpro-
zentiger Graphite mit wässrigen Lösungen von Alkalien oder Alkali-
karbonaten unter Druck: Man wendet Drucke von mindestens 18 Atmos-
phären an. Elektro Osmose, A-G. Wien. 12. 12. 19, A 4683—19.
Deutsches Reich 27. 8. 19.
12 b. Verfahren znr Herstellung eisenarmer Tonerde ans ton*
erdehaltigen Ausgangsstoffen durch Glühen der letzteren und Behandeln
mit Säure: Der Ausgangsstoff wird zunächst einer Erhitzung auf schwache
Rotglut unterworfen und dann mit verdünnter Salpetersäure behandelt,
wodurch die durch das Glühpn verhältnismäßig leicht löslich gewordene
Tonerde der Hanptmenge nach in Lösung geht, während die Haupt-
menge der Eisenoxyde und Kieselsäure ungelöst bleibt, worauf die ton-
erdehaltige Lösung von ungelösten Bestandteilen getrennt und auf be
kannte Weise weiter verarbeitet wird. Det NorBke Aktieselskab for
Elektrokemisk Industri Norsk Industri-Hypotekbank, Kristiania. 6. 12. 18,
A 6639—18. Norwegen 24. 1. 18.
12 b Verfahren znr Herstellung von Tonerde aus hiesel-
Bäurehaltigen Rohstoffen durch Glühen mit Calciumcarbonat und Alkali-
verbindungen und nachträgliche Auelaugung: Das Erhitzen findet bei
Anwesenheit einer geringen, zur Ueberftthrung des Aluminiumgehaltes des
Ausgangsstofies in Alkalialuminat unzureichenden Menge Alkali statt,
worauf das geglühte Gemisch einer an Bich bekannten Auslangung mit
einer alkalikarbonathaltigeu Lösnng unterworfen wird. Aktieselskabet
Hoyangfaldene Norsk Aluminium- Co., Christiania. 3. 7. 19, A 2298—1».
Frankreich 10. 7. 14.
21 c. Kettenisolator für Hochspannungsleitungen, insbesondere
für horizontal verlegte Leitungen: Derselbe besteht aus zwei helmartigen
und konaxial aneinander gefügten Glocken von annähernd ovalem Quer-
schnitt in welchem die Trume der Verbindungslaschen zusammengehöriger
Isolatoren je tunlichst in gleichem Abstände von der benachbarten
Isolatormantelfläche entfernt sind. Renaudin Alfred, Konstrukteur, Lyon.
18. 6. 20, A 3082—20.
21c Verfahren zur Herstellung elektrischer, mit Trager-
spindeln aus Metall versehener Isolatoren. Die Trägerspmdeln werden
unmittelbar in die Masse des Isolatorkörpers selbst eingeführt, solange
dieselbe in der Form noch in plastischem Znstand ist.
Paris. 13. 1 21, A 224—21. Frankreich 23. 1. 20.
Soc. „Le Basalte" ,
Fragekasten des Sprechsaal.
Zur Beachtung bei Benutzung des Fragekastens,
1. Ber Fragekasten dient da.«, technische und f«^^
können nur ausnahmsweise Berücksichtigung finden. «„„„hl Vrazen als aueh Antworten abzulehnen; für brauchbare
Redaktion nicht
6. Jeder Frage ist Buckporto beizufügen.
114 Wie kann man die nach dem Glattbrande unter der Glasur
hin und' wieder erscheinenden Flecken durch Bohren beseitigen? Die
zurückbleibende Vertiefung soll dann durch eine im Schmelzfeuer zer-
Meßende Einlaqe ausgeglichen und durch diesen Prozeß größeres Porzellan-
qeschirr wieder verwendbar gemacht werden. Wer liefert entsprechende
Bohrmaschinen und Diamantstahlbohrer? Gibt es noch bessere Mittel zur
Beseitigung der erwähnten Schäden? _ r>nhr„
Erste Antwort: Ei gibt wohl ein besseres Mittel als Bohrer,
um Eisenflecken zu beseitigen, und das ist, durch peinliche Sorgfalt und
Aufmerksamkeit ihre Entstehung zu verhindern. Gewiß, es können sich
Eisenflecken bilden trotz größter Sauberkeit, aber das darf nur so selten
der Fall sein, daß man damit nicht zu rechnen braucht. Ganz oberflächlich
sitzende Flecken lessen Bich zuweilen mit Flußeäure wegätzen, doch ist
dies etwas umständlich; leichter iet das Wegschleifen mit darauffolgendem
Polieren der SchleifBtelle. Tiefer Bitzende Eisenflecken müssen mitDiamant-
stahlbohrer ausgebohrt werden; das entstehende Löchlein wird dann mit
einem leichtschmelzenden, mit Ziuioxyd getrübten Glase im Muffelbrand
ausgefüllt, was aber einige Uebung erfordert. Am besten ist ein Email,
das allerdings etwas höher eingebrannt werden maß als die Muffelfarben.
VerBuche sind anzustehen, um eine Emailfärburg zu erzielen, die von cier
Farbe des Porzellans licht absticht, tonst sieht man die ausgebesserten
Zweite Antwort: Empfehlenswerter wäre es, der Fehlei qaelle
der Flecken nachzugehen, als die letzteren durch zeitraubende Bohrungen
zu beseitigen. Diese erfordern schnellste Umdrehung der Bohrer harte
Stahlbohrer und Terpentinöl. Besseres Material als Diamantstahlbohrer
iribt es nicht. Wenn Sie die Flecken mit Bordwachs umgeben und mit
Flußsäure wegätzen könnten, würden Sie auch zum Ziel kommen. Größte
Vorsicht beim Hantieren mit der Säure ist erforderlich, damit die Glaaar
nicht befleckt wird. _ ,. ,
Dritte Antwort: Flecken auf gebranntem Porzellan werden
in üblicher Weise mittels schnell laufender Schleifscheiben abgeschliffen,
und dann werden die Stellen poliert. Die Schleifscheiben begehen entweder
aus geeignetem Naturstein oder aus Schmirgel bezw. Karborundum Die
Polierscheiben dagegen sind aus Pappelholz oder ans ähnlichem Material.
Zum Schleifen sind geübte Arbeiter nötig, die alle Handgriffe Kennen.
Das Ausbohren mit Stahlbohrer ist eine langwierige Arbeit und dabei nicht
ganz zuverlässig, weshalb das Abschleifen vorzuziehen ist.
115. Gibt es ein neueres Verfahren zur Herstellung von Druckfirnis
zum Mischen der Farben beim Stahldruck? _
Erste Antwort: Der SprecbsaalKalender gibt folgende Vor
Schriften: . .
1. Leinöl *
Rttböl £ »
Kolophonium «k K
Holzteer °° »
werden im Etaentopl so lange gekocht, bis erkaltete Tropfen Fäden
ziehen Ist der Firnis zu klebrig, gibt man 200 g Holzteer zu.
2. Leinöl J }
Holzteer u>* 1
Kolophonium TrJi
Schwefelpulver . . . .» 150 »
werden zusammen gekocht.
3. Leinöl °
Baumöl - * 80 L
Kolophonium °" •
werden bis OTT FfrnUildoiig gekocht, worauf man 0,6 1 Kienteer zugibt.
4- Leinöl 4 }
ßttböl • 075
Brennöl *
Kolophonium ' \fi 8
Holzteer . . 310 g
kocht man bis zur Firnisbildung.
ZweiteAntwort: Druchfirnis wird durch Kochen verschiedene!
Oele und Harze hergestellt, und es gibt dazu verschiedene Vorschriften;
die einen mehr oder weniger brauchbaren Firnis liefern, zumal die Zube-
reitung verstanden sein will. Es ist besser, den Druckfirnis von den ein-
schlägigen Handlungen oder Laboratorien zu kaufen, bezw. sich den am|
beBten geeigneten Firnis von verschiedenen Lieferanten auszuwählen.
116 Wir bereiten unsere Steingutfliesenmasse auf trockenem Weg
Die von 'den Trockenirommeln kommende Masse durchläuft eine Trommel
siebanlage und wird von hier am in große Eolzbehälter eingebracht, w
sie zum Zweck der Befeuchtung lagenweise mit der nötigen Menge Warna
überschichtet wird. Die auf diese Weise bereitet Masse wird einige Zei
in den Behältern belassen und dann dem Kollergang zugeführt, nach desset
Verlassen sie in die einzelnen Süos der hydraulischen Pressen gelangt JL.
treten nun beim Pressen mehrere Uebelstände auf, die dann bestehen, [dai
sich beim Preßvorgang ab und zu, Bisse an den Fliesenrändern zeigen «mm
daß die FeucMigkeUsverteilung im Preßprodukt ungleichartig ist. wv
führen diese Mängel auf die unvollkommene und ungleichmäßige Mischum
mit Wasser zurück. Welche rationelle Einrichtung zur vollständigen un,
gleichmäßigen Mischung käme in Betracht, wobei darauf Bucksicht z\
nehmen ist, daß täglich etwa 4000 kg Masse erzeugt und verarbeitet werden
ErsteAntwort: Wenn nur ab und zu Risse an den Fliesenränderi
entstehen, so deutet dies darauf hin, daß die Art der Feuchtigkeit^
teilung in Ihrer Masse doch nicht richtig ist ; sie hat feuchtere Partiei
neben weniger feuchten, da der Ausgleich der Feuchtigkeit nicht stattge
fanden hat Es wäre auch denkbar, daß Ihre Masse schon an sich nich
pW.isch genug ist und deshalb bei der geringsten Sähwankuug des Wasser
gehalts reißt. Es gibt nun verschiedene Einrichtungen zur gleichmäßige
Mischung und Befeuchtung der Fliesenmasse ; wenden Sie sich einmal a
die einschlägigen Fabriken keramischer Maschinen z. B. Dorst Gerae
Industriewerke, Reissraann, Eohrbach usw., die Ihnen .gerne Vorschlag
unterbreiten.^ Antwort. RisBe entstehen beim Pressen, wenn di
Masse zu unplastisch ist; Sie müssen sie daher nach dieter »icbtung *
verbessern. Wenn die Masse den Kollergang passiert, muß doch aac
die Feuchtigkeitsverteilung gleichmäßig Bein.
DritteAntwort: Die Bearbeitung der aufgeschichteten un
angefeuchteten Fliesenmasse auf dem Kollergang allein ist ungenttgen«
und es ist kein Wunder, wenn Sie fehlerhafte Platten haben. Die angc
feuchtete MaBse müßte zuerst durch einen Mischapparat z. B. von Wem«
& Pfleiderer in Cannstatt gehen und dann nochmals eine nicht zu kurz
Zeit lagern. Alsdann könnte man sie auf einem geeigneten Koilergan
mit drehbarem Boden und selbsttätiger Absiebung weiter bearbeiten ui
durch das Sieben eine ganz gleichmäßige Körnung zu erhalten. Ab«
auch dann ist es nötig, daß die bo erhaltene Masse einige Tage im Sil
lagert, damit sie durcbans gleichmäßig wird. Die Werner & leidere
sehen Mischmaschinen und die Trockenkollergänge Bind für diese Aufb<
reitung erprobt und zu empfehlen,
117. Wer liefert leistungsfähige Blumentopfpressen?
Antwort: Blumentopf pressen liefern: Friedrich Horn in Worm
H Reißmann A-G. in Saalfeld, Ringel & Jeremias in Radeberg i
Johann Schiöder in Schwepnitz i. 8., Ferdinand Schultz & Co. in Lttm
a. d. Lippe, Windisch & Kunze in Meißen i. S.
10S8. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
m. 37
421^
Glai.
107. Wie wird sog. „Schwefelleb er", mit welcher man auf weißen
Emaildekorationen künstliche Patina erzeugen kann, zusammengesetzt?
Gibt es vielleicht etwas anderes, das denselben Zweck erfüllt?
Erste Antwort: Schwefelleber ist eine Verbindung der Alkali-
metalle mit Schwefel. Man erhält sie durch Zusammenschmelzen von
8 Teilen kohlensaurem Kali und 1 TVil gereinigtem Schwefel. Die leber-
liraune Masse ist ein Gemisch von PolysuJfiden des Kaliums mit unter-
BchwefJigsaurem Kali oder, wenn die Schmelztemperatur sehr hoch war,
mit schwefelsaurem Kali.
Zweite Antwort: Schwefelleber entsteht beim Zusammen-
schmelzen von 1 Gew T. Schwefel mit 2 Gew.-T. trockener Pottasche.
Sie bildet eine gelbbraune, beim Liegen durch Zersetzung sich verfärbende
Masse, <*ie Schwefelwasserstoff entwickelt und in Wasser und Alkohol
leicht löslich ist. Es ist keine einheitliche Verbindung, sondern ein Ge-
misch von allerlei Srnwefelverbindungen. — Ihre Angaben betreffs der
Patinaherstellung sind nicht genügend, um Ihnen an die Hand gehen zu
iö'onen. Sicherlich ließe sich auf anderem Wege zum Ziele kommen,
nnd zwar unter Umgehung der Schwefelleber durch direkte Verwendung
von Schwefelwasserstoff. Allerdings maß das Email, um eine schöne
Patinafärbung anzunehmen, etwas Kupfer n. dergl. enthalten oder mit
einer Kupfer Verbindung leicht überzogen werden. Wie gesagt, man
müßte Ihre Arbeitsweise kennen.
108. Kann mit einem Sand von 81,67 <Si02, 8,21 Al203, 4,22 Fe^Os,
5,02 KzO roibraunes oder weinrotes Glas in der Wanne hergestellt werden,
md wie wäre der Satz zusammenzustellen?
Erste Antwort: Der Sand läßt sich zur Fabrikation von rotbraunem
Sias in der Wanne verwenden. Vielleicht könnte man den Gehalt an
ronerde etwas vermindern, indem man ihn schlämmt, trocknet nnd dann
debfi. Ein zu großer Gehalt an Tonerde hat verschiedene Nachteile im
Befolge. Bei richtigem Ofengang gibt der nachstehende Satz die ge-
wünschten Fiaschen :
Sand 100 kg
Sulfat 37 „
Kalk . ." 28 „
Fiußspat 10 „
Brannstein . 10 „
Koks, gemahlen 2,6 „
Scherben 25 ,
Zweite Antwort: Sand der angebenen Zusammensetzung ist
ur Herstellung von rotbraunem und weimotem Glas zn verwenden, wenn
ie Wanne gut heiß geht. Die Gemenge sind wie folgt zusammen zu
teilen :
rctb am:
oda ....
olfat . . .
lußspat . .
.aik ....
töhle . . .
Hraunstein . .
laput mortuum
iühdben . .
i
weinrot :
100 kg
14 »
Soda
. 10
28 „
S olfat
25
8 „
Kalk .......
22
16 „
Kohle ......
1 n
5
4 „
5 „
. 25
25 „
Verschiedenes.
9. Ich bitte um Angabe einer plastischen Masse, die sich mit Eisen-
der Bronztwalzen zu kleinen Kügelchen, Pastillen und Drops ausformen
i,ißt Auf eine besondere Haltbarkeit der kleinen, etwa 7 mm im Durch-
ijjK8«er betragenden Gegenstände wird ktm größerer Wert gelegt.
idl' Antwort: Die Eerttellung der sogenannten Kuhlkugeln, die
nifan in Sozbletflaschen usw. gibt, um eine gute Kühlung zu erzielen,
i|it sehr einfach. Man nimmt rohen nnd gebrannten Ton ganz fein ge-
bebt zu gleichen Teilen und rühit die Masse mit verdünntem Leim-
,, atser en. Hauptsache ist, daß die Masse lichtig nnd ausreichend ge-
knetet wild Die Walzen musBen leicht gefettet sein. Andere Fabriken
jehmen SO Teile Lenzin, mifchtn dieses mit 10 Teilen Dtxtrin, feuchten
'le Masse an nnd kneten sie gut durch.
Rene Fragen.
Keramik.
120. Wir erzeugen in unserem Betrieb u a eine Milchkanne von
Vf'S mm Höhe, 107 mm Boden- und 90 mm Borddurchmesser. Obgleich
mibe auf einer geschliffenen Tonpumse von 20 mm Stärke gebrannt
^rd und die Kapselböden gar nicht niedergegangen sind, haben wir 40 bis
%ikrumme Ware. Die Pumsen aus Magerton und Schamoltemehl sind
mfalls krumm trotz ihrer Stärke. Wo ist der Fehler zu suchen?
121. Ich möchte einen Muffelofen für Porzellanmalerei auf Glasur,
cm breit, 74 cm hoch und 1 m tief (Lichtmaß) mit Holzfeuerung, 5 m
i einem steigbaren Bauchfang von 8 m Höhe entfernt, aufstellen,
elches sind die Maße 1. für den Rost, 2. vom Rost bis zum Muffelboden,
«wischen Muffelwand und Mauer, 4. zwischen Muffeldecke und Gewölbe,
dfür die Abzugfüchse im Gewölbe, 6. für das Abzugrohr von der Muffel zum
\<t[f,uchfang? Ist die Entfernung des Ofens vom Rauchfang nicht zu groß?
ml 122. Wir benützen zum Glasieren unserer Fliesen die Goldschmitt-
be i c Qrlamrmaschine, deren Walzenbezüge aus Drahtsiebstrümpfen, Zellen-
100000 Ctr. Fichten- und kielernstockholz
gesprengte, erd- nnd steinefrei, ab Oberhesaischen- nnd Wester-
wald-Stationen, sofort sukzessive lieferbar. Preis 125 Mk.
pro Ctr freibleibend ab Station. [283 h
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Niddastraße 92. Telefon 1780 Börner.
Gummibezug und Gummischwamm (roter Porengummi), sowie enggelochte
Zelluloid- Siebplatten bislang aus dem Auslande bezogen wurden. Wie wir
hören, werden diese öfter zu ersetzenden Teile auch von der deutschen
Metall-, Gummi- und Zellulose- Industrie in vollentsprechender Qualität ge-
liefert. Wer fertigt diese Spezialartikel oder solche nach Maß-Skizzen an ?
Glas.
110. Wir haben verschiedene Glaswaren, die infolge längeren
Lagerns blind, d. h. mit einer milcharligen Schicht überzogen sind, die
sich durch Putzen nicht entfernen läßt. Wie ist diesem üebel abzuhelfen?
111. Ich kühle täglich größere Mengen starkwandiger, an der
Lampe verarbeiteter Hohlglasgefäße in mehreren Muffelöfen von guter
moderner Bauart. Die Oefen arbeiten mit Braunkohle und Koks mit
mehrfach überschlagender Flamme und müssen im Innern etwa 500°
zeigen. Diese Temperatur wird auch im größten Teil der Muffeln ziem-
lich gleichmäßig erreicht; nur die der Beschickungstür der Muffeln zu-
nächst liegende Schicht der Hohlglaskörper wird nicht genügend heiß und
behält infolgedessen starke Spannungen. Die Muffeln sind 2 m lang,
1 m hoch und 0,80 m breit, die Türen doppelwandig aus Eisenblech mit
einer 5 cm starken Lage von Kieselgur. Gibt es ein Mittel, den Wärme-
verlust an den Türen zu verhindern, sodaß auch die vorderen Laqen out
gekühlt werden?
112. Gibt es eine Norm dafür, welche Anforderungen an gewöhn-
liche Wasserstandsgläser bezüglich des ohne weiteres auszuhaltenden Druckes
gestellt werden dürfen, ev. nach den verschiedenen Dimensionen spezifiziert ?
113. In offenen Häfen möchte ich himmelblaues, blaues, gelbes,
braunes, milchweißes und reinweißes Glas schmelzen und bitte um An-
gäbe verläßlicher Gemengesätze dafür. Der Ofen erreicht 1250—13000 C
Briefkasten der Redaktion.
Gl. F. & S. i. T.-Sch. Nachstehend Bezugf quellen, die Marmor
frachtgünstig nach Sachsen liefern : Karl Eckardt in Penzig, O.L , Jacob
Gerner in Leipzig, Kichard Wagner Str. 19, Martin Luther in Meissen i. 8.,
Marthahütte, Mineralmühlen und Kalkwerke G. m. h. H. in Marktred witz i. B.
Otto Schönefeld in Meissen 3, Verkaufsstelle für Terrazzo- und Kunststein-
Materialien G. m. b. H. in Tharandt i. S.
Verband
Deutscher Porzellangeschirrfabriken,
Cr. m. b. H., Berlin W. 30.
Als Mitglieder sind unserem Verbände beigetreten die
Firmen : Meißner Ofen- nnd Porzellanfabrik vorm. C. Teichert,
Meißen, Sa,, Porzellanfabrik Wilhelm Lange, Neuhaidensleben.
Veröffentlichungen der
Außenhandelsnenensteile FeinheramiR.
Die PrüfuDgsstelle Loxasporzellan, Weimar, Brennerstr. 18,
hat unter dem 28. August 1922 ein neues Merkblatt für die
Ausfuhr von Luxusporzellan herausgegeben, das von Interessenten
durch genannte Stelle selbst zu beziehen ist.
Händlertabelle iür Geschirrporzellan.
Die bisher gültigen Aufschläge, die der Händler beim Ver-
kauf an private Ausländer auf den Ladenpreis mindestens
nehmen muß, werden außer Kraft gesetzt. Ab 28. August 1922
gelten die folgenden Sätze:
Kostet l$=?Mk.
So beträgt der
Aufschlag auf
den Ladenpreis
= ?%
Kostet l$ = ?Mk.
704,—
775,—
846,—
916,—
987,—
1057,—
1127,—
1198,—
1268,—
1339,—
1409,—
1479,—
1650,—
bis 774,-
„ 845-
. 915,-
„ 986,-
n 1066,-
» 1126,-
„ 1197,-
, 1267-
„ 1338,-
» 1408,-
a 1478,-
„ 1549,-
„ 1619-
10%
20 o/0
30 o/o
40 o/o
50o/„
60 o/o
70 o/o
80 o/o
90o/0
100 o/0
110 %
120o/o
130 o/0
1620,—
1691,—
1761, —
1831,—
1902,—
1972,—
2043,—
2113,—
2183,-
2254,—
2324,—
2395,—
2465,—
bis 1690,-
„ 1760,-
„ 1830,-
„ 1901,-
„ 1971,-
„ 2042-
„ 2112,-
„ 2182,-
„ 2253,-
„ 2323,-
m 2394,-
„ 2464,-
n 2534,-
So beträgt der
Aufschlag auf
den Ladenpreis
-?°/o
140 0/0
150 o/0
160 o/0
170 0/0
180 o/o
190o/0
200 o/0
210 0/0
220 o/„
230 0/0
240 o/0
250 o/0
260 0/0
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13500 8 SV." Perlrandzylinder, 2* . verscbm. M 785 -
19000 l 5 '"/36 mm Kugelbauolizylinder, rauh, M. «3 0—
3000 „ 8 "'/42 mm „ » •» 0301
4000 n 30 "' Aalral-Wladeop-Ziflindcf, oben
•verschmolzen, unten poliert, mit
Marke, in Papier •«
1400 30'" International - Zylinder, oben
verschmolzen, unten poliert, mit Marke,
in Papier . . M 1150.—
3300 20" /64 mm Faeeomylinder mit Aus-
landsstempel, oben verschmolzen, unten
poliert, mit Marke, iu Papier . . . Jt 925.
1000 SO'" Konkurrenzzylinder, oben ver-
schmolzen, unten poliert, mit Marke,
in Papier • • •* 9ZS'—
2000 „ 20 " Gloriazylinder, oben verschmolzen,
nuten poliert, mit Marke, in Papier . M 3«--
1300 20 " Slellazylinder, oben verschmolzen,
unten poliert, mit Marke, m Papier Jf 925.-
3000 l 20 " 64 mm Veritaszylinder, 2 X ▼«-.
schmolzen, mit Marke, ia Papier . . M 3« —
3000 h 18 "' L B Zylinder, oben verschmolzen,
unten poliert, mit Marke, in Papier M 925.-
1000 „ 16 "' Rhenaniazylinder, oben ver-
schmolzen, unten poliert, mit Marke,
in Papier 850'-
2500 „ 16"' Klarazylinder, oben verschmolzen,
unten poliert, mit Marke, in Papier J6 850.—
300 „ 14'" FaworitzyIinder|2XveTSchmolzen,
mit Marke, in Papier . . . . • . ■* ito.
1000 „ io"' Victoriazylinder, oben verschmol-
zen, unten poliert, mit Marke, in Papier <M 625.-
1200 , 8 "' Coapolizylinder, 2X verschmol-
zen, mit Marke, in Papier . . . . M 585—
« 2200 „ 30 "' Veritaszylinder. 2X verschmol-
zen, mit Marke, in Papier . . , . JC H50.-
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Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von: Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Ueber die Thörpe'sche Löslichkeitszahl.*)
Zur Prüfung von Glasuren, Fritten u. dgl. auf Bleilöslich-
eit behandelt man diese bekanntlich in England nicht wie bei
ns mit Essig, sondern mit verdünnter Salzsäure. Um rasch
ntscheiden zu können, ob eine solche Fritte Blei abgibt, also
iiftige Eigenschaften besitzt, hat T. E. Thorpe eine empirische
Formel angegeben, aus der man auf die Giftigkeit der vorlie-
genden Verbindung schließen kann. Diese Formel lautet :
Summe der Basen (einschl. Tenerde) X 223
Summe der Säuren X 60
Lobei molekulare Verhältnisse angenommen sind. Man
iie Thörpe'sche Formel also in zwei Faktoren zerlegen:
nicht im Stande, minderwertige Brennstoffe, vor allem Braun-
kohle, in wirschaftlicher Weise zu verarbeiten; vergleiche hier-
zu Brandis1).
Eigentlich erst durch die Erfindung des Drehrostes ist es
gelangen, der auftretenden Schwierigkeiten Herr zu werden.
= 1,45 (besser 2),
kann
Summe der Basen (einschl.
Tonerde) 223
— X
Summe der Säuren /x 60
Hit gewissen Einschränkungen bezüglich der Tonerde und Bor-
läure stimmt die Formel mit der Beobachtung ziemlich gut
herein. Zweck dieser Zeilen soll sein, darauf hinzuweisen,
2^3
laß die Multiplikation mit dem Faktor -^r ein Fehler ist. Die
60
i'ormel hat vielmehr zu lauten
Summe der Basen (einschl. Tonerde)
Summe der Säuren
■ angenähert 0,5.
Abb. 1. Alter Generator ohne Drehrost.
Die Formel besagt offenbar, daß, wenn die Löslichkeitszahl
{deiner als 0,5 ist, die Fritte wahrscheinlich geringe Löslichkeit
besitzt. Thorpe's Vorschlag, die Zahl mit dem Molekulargewicht
les Bleioxyds (— 223) zu multiplizieren und durch das der
Kieselsäure (=60) zu dividieren, ist ganz willkürlich, und es
st daher völlig unnötig, eine hervorragende empirische Formel
verwickelter zu gestalten.
Vergasung von erdigen Rohbraunkohlen
mit hohem Wassergehalt.
Von Dipl.-Iag. GL H. Meyer.
(Nachdruck verboten.)
Noch vor 20 Jahren waren zum Vergasen nur gute Brenn-
stoffe geeignet: Anthrazit, Koks und Steinkohle. Die alten
Siemens-Generatoren und ihre unmittelbaren Nachfolger waren
Braunkoklenbriketts2), Torf und andere minderwertige Brenn-
stoffe, sogar Waschberge und Lokomotivlösche werden heute
anstandslos vergast.
An die gewöhnliche Braunkohle im grubenfeuchten Zu-
stand, die einen Wassergehalt von 50— 60 °/0 aufweist bei einem
Heizwert von 2000—2300 Cal., wagte man sich aber nicht so
gern heran. Es mochte scheinen, als ob mit so nasser Kohle
ein guter Gang des Generators nicht zu erreichen sei, daß es
nicht möglich sei, ein gutes Gas aus Rohbraunkohle zu er-
halten. In der Eisenindustzie, speziell in Westdeutschland,
wird Braunkohle im allgemeinen nur in Form von Briketts
vergast. Vergl. hierzu die große Diskussion im Stahlwerks-
Ausschuß des Vereins deutscher Eisenhüttenleute über die
Verwendung von kaltem, eutteertem Braunkohlengas im Stahl-
werksbetriebe3). Veröffentlichungen über die Verwertung von
Rohbraunkohle in Gasgeneratoren sind sehr sehr spärlich, ich
*) Von J. W. Mellor, Sitzungsber. d. Engl. Keram. Ges., Bd. XX,
1920/21), Tl. II, S. 120.
J) Z. d. V. D. lug. 1904, 8. 1620.
») Brannkohle, 1913, S. 649 ff.
8) Stahl und Eisen, 1920, S. 533, ff.
424 — Hr. 38
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (II. jahrging,}
nenne: Neumann4), der böhmische, und Becker & Weiß5), die
rheinische Rohbrannkohle mit gutem Erfolg vergasten.
Die folgenden Zeilen sollen zeigen, wie man aus der stark
wasserhaltigen, minderwertigen Rohbraunkohle ein Gas er-,
zeugen kann, dessen Verwendungsfähigkeit dieselbe ist wie die
des Brikett- oder Steinkohlen-Generatorgases.
Die Not der Zeit erfordert vielfach ein Umstellen von
Feuerungsanlagen von Steinkohle bezw. Braunkohlenbriketts
auf Rohbraunkohle. Dnrch Ueberfährung letzterer in Gas und
Entfernung des Wassers durch Kühlung findet eine Veredelung
des geringen Brennstoffes statt, die durch Gewinnung nnd
Verkauf des wertvollen Nebenproduktes, des Ürteers, noch
rentabler gemacht wird.
A. Der Betrieb der Generatoren mit Rohbraunkoble
wird von der physikalischen Beschaffenheit der Kohle sehr
stark beeinflußt. Je knorpelreicher die Kohle,
desto leichter der Betrieb und desto besser
das Gas.
Ein entschiedener Nachteil der Rohbraun-
kohle liegt darin, daß man bei ihrer Verwen-
dung nicht soviel Gas pro Generator erhält
wie beim Verbrauch besserer Kohlen. Es
lassen sich in einem bestimmten Generator
ebensoviel Rohkohlen durchsetzen wie Briketts
aber die erhaltenen Gasmengen stehen im
Verhältnis 2:3 bis 1:2. In einem 2,6 m
Drehrost- Generator kann man z. B. von gnten
Knorpeln ganz gut 20 bis 25 t/Tag verar-
beiten, vorausgesetzt, daß die Konstruktion
sich überhaupt für die Vergasung von Roh-
kohle eignet. Auch bei Gegenwart von ziem-
lich viel Staab läßt sich dieser Darchsatz
noch annähernd erreichen. Sehr feinerdige
Kohle mit geringem Knorpelgehalt bereitet
aber dem Betrieb erhebliche Schwierig-
keiten, da sie den regelmäßigen Durchgang
von Wind bezw. Gas verhindert. Man maß
höheren Winddruck anwenden, doch wiid die
Windverteilnng dann mangelhaft, sodaß der
Generator, besonders an den Seiten, durch-
brennt und schlechtes Gas liefert. Mit dem
Schüreisen die Löcher in der Beschickung zu
Kohlenschicht gut auflockert, während die Backet des Rost-
unterteils die groben Schlacken zerbrechen.
Der Betrieb ist mit diesem bekannten Generator-System
ein sehr regelmäßiger und durchaus angenehmer. Rohbraun-
kohle rutscht gleichmäßiger nach als Briketts, sodaß ein Durch-
arbeiten der Kohlenschicht mit der Schürstange sich erübrigt.
Die Stocharbeit zwecks Zerkleinerung der Schlacken ist aller-
dings größer als bei Briketts, aber geringer als bei Steinkohle
und darf nicht vernachlässigt werden. Die Wände des Gene-
rators sind gnt sauber zu halten.
Die Ansichten über den Dampfzusatz zum Winde sind
geteilt; Becker & Weiß5) haben gar keinen Dampf gebraucht,
da sie meinten, daß der Generator sonst zu kalt ginge. Ich
bin der Ansicht, daß der Wassergehalt der Kohlen entfernt
ist, bevor sie in die Fenerzone kommen, und daß höchstens
der disponible Was-ser-tolf ia das Gas gelangt. Der Generator
A 'ib. 3. Anordnung des J)rehros
Abb. 2. Moderner Drehrost-Generator, System Poetter.
schließen, ist ein Notbehelf, der für Dauerbetrieb selbst bei
aufmerksamster Bedienung keine Besserung schafft. Bei sehr
feiner Kohle wird man also den oben angegebenen Darchsatz,
besonders anter gleichzeitiger Erzielang eines einwandfreien,
verwertbaren Gases, nicht erreichen.
Für einen gnten Gang des Generators ist es erforderlich,
daß der Rost so gestaltet ist, daß die Kohle unten in der
Fenerzone durchgerührt wird. Dadurch gestaltet sich die
Windverteilung regelmäßiger, nnd das Durchbrennen an der
Seite wird verhindert Ein solcher Rost ist z. B. der stern-
förmige Host der Poetter-Generatoren, der im Verein mit dem
Pilgerschritt-Antrieb der Schüssel die Schlacken- nnd unterste
<) Stahl nnd Eisen, 1919, S. 1233.
»j Stahl nnd Eisen, 1920, 3. 1067.
kann dann noch so heiß gehen, daß die Schlacke schmilzt
Ich richte mich also nach der Schlacke und setze soviel
Dampf za, daß sie der Schüsseldrehung und dem Stochmeissel
keinen zu großen Widerstand bietet. Dabei erziele ich eir
Gas von (trocken) 1250 Cal.,. das mit 90° den Genorator ver<
läßt und ohne Vorkühler entteert werden kann. Auch die
Roste werden sehr geschont. Endlich ist noch folgendes zt
erwähnen :
Wenn bei Stromstörungen der Ventilator stehen bleibt, sc
verhindert der zuströmende Dampf das Zurücktreten des Gaset
in die Windleitung und das langsam sich entwickelnde Wasser-
gas ein Erlöschen der Feuerung. Damit sind zwei Hauptur
Sachen von Explosionen ausgeschaltet.
Feinerdige Braunkohle entwickelt ziemlich viel Staub
Staubsäcke und Vorrichtungen zum Durchstoßen der Leitanger
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL- COBURG.
Nr. 38 — 425
während des Betriebes sind vorzusehen u nd regelmäßig zu
Benutzen.
Alles in allem kann man sagen: Die Vergasung von Roh-
braunkohle ist keine Hexerei, wenn ein guter Generator, wie
das oben erwähnte System z. B., zur Verfügung steht. Wer
aus Steinkohle oder Braunkohlenbriketts ein gutes Gas herzu-
stellen versteht, wird auch mit Rohkohle fertig werden, und
zwar um so leichter, je knorpelreicher sie ist.
B. Kühlung und Teergewinnung.
Durch die Kühlung werden Wasser und Teer aus dem
Gas ausgeschieden. Die Abscheidung des Wassers verbessert
den Heizwert des Gases, gleichzeitig werden aber die heiz-
kräftigen Teernebel und die fühlbare Wärme des Gases ent-
fernt. Während man bei Brikettgas noch zweifelhaft sein
kann, ob durch die Kühlung das Gas verbessert wird, ist bei
Gas aus Rohkohle kein Zweifel möglich.
Becker & Weiß5) geben folgende Zahlen:
[ Heizwert des trockenen Gas ans Rohkohle Gas ans Briketts Differenz
Gases 1 044 Cal. 1 236 Cal. 192 Cal.
Heizwert des nassen Gases 725 „ 1 160 . 435 „
Verbrennnngstemperatur
des trockenen Gases 1 629 0
I Verbrennungstemperatur
des nassen Gases 1 288 0
j Verbrennnngstcmperatnr
des nassen Gases
Hesgl. + 10 gr/cbm Teer 1 334 0
1-783"°
1 665°
1701°
154°
377°
367°
Abb. 4. Anordnung^der Pilgerschritt-Antriebs-Vorrichtuna
Abb. 5. Generatoren mit geräumigen Staubsäcken.
Man sieht aus diesen Zahlen, daß der gute Einfluß des
Teers selbst bei Briketts lange nicht so groß ist wie der
schlechtere des Wassers und vor allem: durch die Kühlung
'wird die Qualität des Gases aus Rohkohle der des Brikett-
gases sehr genähert. Die Unterschiede im Heizwert und in
der Flammentemperatur gehen auf weniger als die Hälfte zu-
rück. Vergleicht man das Gas aus Rohkohle mit dem häufig
benutzten ungekühlten Brikettgas, so werden die Unterschiede
noch geringer.
Die Ersetzbarkeit von Braunkohlenbriketts durch Roh-
kohle ist damit zahlenmäßig ausgedrückt6).
Eine moderne Anlage, wie sie die Poetter-G. m. b. H.
Düsseldorf, baut, besteht aus Vorkühler, Zentrifugalwäscher,
•) Vergl. hierzu auch die Ausf. v. Schwier, St. u. £. 8. 1034 ff.
Stoßschneider und Schlußköhler. Ersteren wird man häufig
entbehren können, da das Gas aus feuchter Rohbraunkohle
sich mit 100° und noch weniger dem Generator entnehmen
läßt (vergleiche oben). Die Abscheidung des Teers muß bei
einer so hohen Temperatur erfolgen, daß alles Wasser dampf-
förmig bleibt, also oberhalb des^sogen.^ Taupunktes. Dieser
liegt bei Kohlen mit 50— 60°/0 Wassergehalt bei etwa 80°.
Wäscht man kälter, so (wird derjTeer"wasserhaltig, also minder-
wertig. Bei zu hoher Temperatur ist die Abscheidung unvoll-
ständig. Da der ganze Rest des Teeres sich jedoch im Schluß-
kühler abscheidet, ist dieser Mangel J schließlich weniger er-
heblich.
Die Zentrifugalwäscher, die von der Firma Poetter gleich-
zeitig geliefert werden, laufen sehr gut und brauchen keiner-
lei Wartung. Das entsprechend vorgekühlte Gas wird in ihnen
426 — Nr. 38
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (56. Jahrgang.)
Urfeer- Gewinnungsan/age
„ System Poetier "
Abb. 6. Schematische Darstellung einer Urteer-Gewinnungsanlage.
mit eingespritztem Waschteer durch ein schnell rotierendes
Schlagbolzen-System von den Teermengen befreit, die gemein-
sam mit dem Waschteer in die Sammeigrabe abfließen. Um
zu vermeiden, daß ein Teil des im Gas enthaltenen Wasser-
dampfes durch Abschreckung niedergeschlagen wird und so
die Qualität des gewonnenen Teeres beeinträchtigt, erhält
der Behälter für Waschteer, auch Teertopf genannt, ebenso
wie die Sammelgrube Rohrschlangen mit Dampfanschluß, da-
mit man den Waschteer der Gastemperatur entsprechend an-
A.bb. 7. Z<:utriiu|flllwänrli(T
wärmen kann. Der Teertopf, auf dem Stoßscheider aufgebaut,
wird überdies durch die Eigenwärme der aus letzterem ab-
ziehenden Gase, die entsprechend geleitet werden, beheizt.
Die Zentrifagalwäscher übernehmen gleichzeitig die Auf-
rechterhaltung des Leitungsdruckes, indem sie das Gas von
den Generatoren fortsaugen und es in die Leitung drücken-
Unterdruck auf der Saugseite ist nicht zu befürchten, da Saug-
und Druckleitung durch ein mit Schieber versehenes Rohr ver.
bunden sind. Erfordern es die Betriebsverhältnisse, weniger Gas
zu entnehmen, so genügt entsprechende Oeffnung des Schiebers
zwecks Rücksaugung eines Teiles des Reingases, um den
Gleichgewichtszustand im Gasdruck aufrecht zu erhalten.
Man reguliert so, daß in der Rohgasleitang ein möglichst
geringer Ueberdruck herrscht. Nach meinen Erfahrungen
gehen die Generatoren schlechter, wenn sie gegen einen hohen
Gasdruck arbeiten müssen. Auch kann man einen höheren
Durchsatz pro Generator erzielen, da ja für die durch den
Generator gehende Windmenge nicht der absolute Winddmck,
sondern seine Differenz gegen den Gasdruck maßgebend ist.
Wenn letzterer fällt, steigt der nutzbare Winddruck und da-
mit der Durchsatz.
Hinter dem Zentrifugalwäscher passiert das Gas noch den
mit Raschig-Ringen oder Stahldrehspänen gefüllten Stoßscheider,
in welchem die auf mechanischem Wege in Tropfenform aus
dem Wasser mitgerissenen Teerteilchen zurückgehalten werden.
Sie gelangen von dort mit dem Waschteer und dem im Zentri-
fugalwäscher bereits ausgeschiedenen Teer in die Sammelgrube.
Der so gewonnene Teer wird aus der Sammelgrube von Zeit
zu Zeit entweder in den Vorratshochbehälter oder unmittelbar
in den Kesselwagen zum Versand gepumpt. Auch der Wasch-
teer wird durch Pampen dieser Grabe entnommen, um im Kreis-
lauf dem Teertopf nach Bedarf wieder zugeführt za werden.
Die Kondensation des Wasserdampfes erfolgt im Schluß-
kühler, in welchem das Gas durch WasserberieselunK über
Holzhorden auf Normaltemperatur herabgekühlt wird. Hierbei
wird der größte Teil des Wasserdampfes, auch der etwa im
Vorkühler aus dem Kühlwasser aufgenommene, bis auf einen
geringen, für den Effekt der Verbrennung unschädlichen Rest
niedergeschlagen, sodaß ein fast trockenes und daher heiz-
kräftiges Gas vor die Feuerstellen gelangt. Es wird so nicht
allein der mit der Kühlung verbundene Verlust an Gas-Eigen-
wärme ausgeglichen, sondern darüber hinaus eine erhebliche
Verbesserung der Heizkraft erzielt.
1 1922 (55. Jahrgang.)
I
Außer diesen und den obengenannten wärmetechnischen
'Vorteilen läßt sich zu Gunsten der Kühlung und Entteernng
noch folgendes anführen:
1. Geringere Leitnngs-Qaerschnitte nnd Fortfall der Ent-
urässerungs-Vorrichtungen an den Leitungen, also geringere
Leitungskosten,
2. Weniger Bedienung, da der gesamte Teer an einer Stelle
anfällt und nicht in der ganzen Fabrik zusammengesucht
werden muß,7
3. Keine Verstopfung, kein Einfrieren der Leitungen.
Diese Punkte treten besonders bei größeren Leitungslängen
hervor. Allgemein aber gilt:
4. Sauberkeit in den Betrieben,
5. Rentabilität der Anlage, da der Braunkohlen-Generator-
teer dem Tieftemperaturteer fast gleichwertig ist und gute
Preise erzielt,
6. Geringe Kohlenkosten, da für jede Tonne gewonnenen
Teers ein Teil der Kohlensteuer erlassen wird.
Dem steht als Nachteil einzig und allein der höhere Kraft-
Bedarf gegenüber.
Der Einbau von Schwei-Retorten in die Generatoren be-
nufs Gewinnung von Urteer ist überflüssig, da, wie eine leichte
Rechnung zeigt, bei Rohbraunkohlen-Vergasung die Gastempe-
ratur nicht ausreicht, die großen Wassermengen aus der Kohle
zu verdampfen, geschweige denn die Kohle zu verkoken.
C. Wirtschaftliches,
a) Ersatz von Braunkohlen-Briketts durch Rohbraunkohle.
Eine Fabrik vergase in 4 Generatoren täglich 60 t Briketts
Ion 4506 Cal./kg ohne Teergewinnung. Bei 80°/0 Wirkungs-
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 38 — 427
grad des Generators entstehen aus 1 kg Briketts 2,9 cbm Gas
von 1235 Cal. Für die gleiche Wirkung braucht man 140 t
Rohbraunkohle von 2300 Cal., wobei sich bei 70°/0 Wirkungs-
grad aus 1 kg Kohle 1,4 cbm Gas von 1150 Cal. ergeben.
Es sind zwei nene Poetter-Drehrostgeneratoren aufzustellen,
sowie die Teerwäscher- Anlage. Dafür werden Jt 3000000
aufgewendet.
Einnahmen aus Urteergewinnung:
Ausbringen 4,5 °/0 der vergasten'Kohle, also!6,3 t/Tag
mit 1750 M/t Ertrag ist der Erlös insgesamt
jährlich Jt 3 970000
Ersparnis an Brennstoffkosten:
60 t Briketts zu 737 M/t Ji 44220
140 i Rohbraunkohle zu 206 M/t
abzügl. 37,8 t steuerfreier
Kohle „ 25725
täglich Ji 18495
somit insgesamt jährlich „ 4825000
Davon gehen ab : •
Betriebskosten der Poetter-
Wäsche Ji 1100000
10°/0 Amortisation der Neu-
anlage „ 300000
Gesamt Ji 8295000
1400000
üeberschuß ^ 6895000
Die Kosten sind also in kurzer Zeit hereingeholt,
b) Die Umstellung einer Steinkohlen-Generatorgasanlage auf
Rohbraunkohle läßt sich in ähnlicher Weise berechnen.
Wirtschaft lieh -gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Jubiläum. Am 28. 9. begeht Herr Lorenz Jansen das 25 jährige
Dienstjabilänm als Beisevertreter der Firma Keimbold & Strick, G.m.b.H.,
Chemisch-keramische Werke, Köln a. Rh.
Handel und Verkehr.
„Die Wiederherstellung des Bankgeheimnisses ist — in dieser
Fassung wurde ein diesbezüglicher Antrag in einer gemeinsamer Sitzung
des wirtschaftspolitischen nnd finanzpolitischen Ansschnsses des Beichs-
jriitBchaftsrates am 13. 9. angenommen — im Interesse nnserer wirt-
schaftlichen Lage insoweit erforderlich, daß die Aaskunftspfiicht der
Kreditinstitute auf die Fälle eines eingeleiteten Stenerstraf Verfahrens
beschränkt wird. Hand in Hand damit hat die Aufhebung des Depot-
zwanges zu gehen."
Erhöhung der Personen- und Gütertarife. Der ständige Aus-
schuß des Beichseisenbahnrats beschloß, die am 1. 10. in Kraft tretenden,
Im 60 o/o erhöhten Personentarife vom 1.11. 22 ab nm weitere 100%
und die Gütertarife vom 1. 10. ab nnter Einrechnnng der bereits be-
EchloBBenen Erhöhung von 33x/s% insgesamt nm 100 % der September-
sätze zu erhöhen.
Zur Postgebührenerhöhung. Der Beichsrat nahm die nenen Sätze
der Post-, Telegraphen- nnd Fernsprechgebühren ohne Erörterung ein-
stimmig an. Damit wird u. a. der einfache Fernbrief ab 1. 10. M 6 kosten,
die Postkarte im Fernverkehr Jt 3, ein 5 kg-Paket wird in der Nahzone
ji 30, in der Fernzone Jt 80 kosten. Der Höchstbetrag für Postanwei-
sungen wurde auf Jt 5000 erhöbt, wofür das Porto Ji 20 beträgt. Ein
Ausländsbrief bis zum Gewicht von 20 Gr. wird M 20 kosten. Der Min-
destbetrag für Ortstelegramme ist auf Jt 30, für Ferntelegramme auf
M 50 festgesetzt. Die Fernsprechgebühren haben jetzt eine Erhöhung
von insgesamt 600% erfahren.
Erhöhung der Postgebühren im Auslandsverkehr. Der Gegen-
wert des Goldfranken bei der Gebührenerhebung im AnalandB-Paket-,
Telegramm- und Fernsprechverkehr ist ab 16. 9. anf Jt 300 festgesetzt.
Eine deutsch-italienische Handelskammer ist letzthin in Frank-
furt a. M. offiziell gegründet worden. Anfragen sind zu richten an das
Bureau der Kammer, Frankfurt a. Uff., Hans Offenbach, Hohenzollernplatz.
Eis- nnd Ausfuhr, Zollweeen.
A. H. N. Grobkeramik. Die AusfnhrmindeBtpreise sind geändert
worden : für Flußspat ab 15 8. 22 ; Polierrot ab 16. 8. 22 ; Quarzit (nach
Deutschösterreich), Korund nnd Schmirgel ab 1. 9. 22 ; Kiea und Sand
(nach Tschechoslowakien) ab 5.9.22; Quarzsand, Stiöbel- Feldspat und
Klebsand ab 15. 9. 22.
Erhöhung der Ausfuhrabgabe. Der Wortlaut der diesbezüglichen
Bekanntmachung ist in Nr. 36, S. 410 n. 411, nnter Veröffentlichungen
der A. H. N. Feinkeramik wiedergegeben worden.
Erläuterungen zur Erhöhung der Ausfohrabgabe. In Ausfuhr-
kreisen sind Zweifel darüber entstanden, wie hoch der jetzige Tarifsatz
für solche Waren ist, die nach dem alten Tarif ausfuhrabgabefrei
waren. In einer Verfügung des BeichshommisBars für Aus- und Einfuhr-
bewilligung wird darauf hingewiesen, daß diese Waren ansfnhrabgabefrei
bleiben. — Hinsichtlich der Verlängerung von Ausfuhrbewilligungen gemäß
Art. IV der Bekanntmachung ist zu beachten: Bereits abgelaufene Be-
willigungen können nicht verlängert werden ; es muß Neuausstellung der
Bewilligung, nnd zwar zu den dann geltenden Abgabesätzen, erfolgen.
9b eine Bewilligung ans sachlichen Gründen verlängert werden kann, hat
gemäß der bisherigen Praxis die ausfuhrbewilligende Stelle nach der
Wirtschaftslage anf dem speziellen Warengebiet zu beurteilen. Zweifel-
hafte Fälle sind dem Beichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung
vorzulegen. Wird verlängert, so ist der alte Tarifsatz zu belassen, soweit
der Nachweis geführt wird, daß eine feste Preisvereinbarung in handels-
üblicher Weise und mit handelsüblichen Fristen vor dem 3. 9. 22 vorlag.
— Die bisherigen Bestimmungen über den Begriff der festen Preis-
vereinbarung, der handelsüblichen Fristen und des bindenden Verkaufs-
angebots (Bnndschreiben des Beichskommissar» B. V. 738 vom 19. 11. 21)
bleiben in Geltung. Hiernach liegt eine feste Preisvereinbarnng vor, wenn
der Preis sich auf Grund eines bindenden Verkaufsabschlusses ohne nene
Preisvereinbarung jeweils fest errechnen läßt. Preise, bei denen Zischläge
vereinbart sind, die der Lohnhöhe oder bestimmten Bohmaterialpreisen
entsprechend gleiten, können unter Umständen als feste Preise in diesem
Sinne gelten. Ein fester Preis wird jedenfalls nicht als vorliegend anerkannt
werden können, wenn die Vertragsbestimmungen es möglich machen, die
erhöhte Ansfnhrabgabe in dem endgültigen Preis zu berücksichtigen. —
Ausfuhren an eigene Niederlassungen oder Konsignationslager im Aus-
land werden vom 3. 9. 22 ab regelmäßig die erhöhte Ansfnhrabgabe zu
tragen haben ; denn in diesen Fällen kann eine feste Preisvereinbarnng
nur dann vorliegen, wenn etwa gleichzeitig eine Weiterveräußerung bezw.
ein bindendes Angebot an Dritte im Auslande erfolgt ist. Begelmäßig
wird ein bindendes Verkaufsangebot bei Ueberseegeschäften unter heutigen
Verhältnissen nur vorliegen, wenn eine Frist zur Annahme entweder aus-
drücklich gestellt ist oder nach bestimmtem Handelsbrauch besteht. Es
kommt natürlich nur auf dasjenige Angebot an, welches der Käufer
schließlich angenommen hat. Andere während der Vertragsverhandlungen
vorher abgegebene Angebote kommen nicht in Betracht. Wenn also das
schließlich angenommene Angebot erst nach dem 18. 8. 22 heraus-
gelegt worden ist, kommt die Vergünstigung des alten Abgabesatzes nicht
in Betracht, wenngleich ältere Angebote vorausgegangen sind. — Handels-
übliche Fristen können nicht als vorliegend anerkannt werden, wenn der
Abschluß soweit zurückliegt, daß er bis zur Stellung des Antrages schon
normalerweise hätte ausgeführt werden können. Als bindendes Angebot
gilt nicht das Hinaussenden von Preislisten, vielmehr wird darunter ein
Angebot verstanden werden müssen, das an eine bestimmte Frist ge-
bunden ist.
Bargeldlose Zahlung der Ausfuhrabgabe. Zwecks schnellerer
Abfertigung bei den Zollstellen sollte die Zahlung der Ausfuhrabgabe
möglichst bargeldlos vorgenommen werden. Die Handelskammer zu Berlin
ersucht die beteiligten Kreise, von der zulässigen Stundung der Abgaben
gegen Sicherheitsleistung mehr als bisher Gebrauch zu machen. Anträge
auf Gewährung der Stundung sind an das zuständige Hauptzollamt zu
richten. Es kann auch die Zahlung der Ausfuhrabgabe durch bestätigte
oder unbestätigte Schecks von der Beicbsbank bezw. von Privatbanken
bestätigte Schecks — in letzteren Fällen nach Bestellung einer
Sicherheit — bewirkt werden. Neuerdings wird auch die Freigabe von
Waren zum Uebergang in freien Verkehr oder zur Ausfuhr, sowie die
Aushändigung von Steuerzeichen und ähnlichem durch Zahlung von Seiten
der Beichsbank nicht bestätigter oder durch Hinterlegung nicht gesicher-
ter Schecks gewährt.
Das Zollaufgeld beträgt für die Woche vom 20. bis 26. 9. 22
35 900 %.
Export nach Kolumbien. Unter deutschen Häusern, die sich
neuerdings mit Exporten nach Kolumbien befassen, herrscht vielfach die
Ansicht vor, daß die dortigen Empfänger ebenso wie in Deutschland und
den meisten anderen Ländern die Waren nur gegen Vorzeigung der dazu
gehörigen Dokumente aus dem Zoll nehmen können, und daß mit der
Uebersendung der Konsulatsfaktura und der Verschiffangspapiere an eine
428 — Nr. 38
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
dortige Bank einem Mißbrauch mit ihrem Eigentum vorgebengt sei. Wie
in einem Sehreiben ans der kolumbianischen Geschäftswelt hingewiesen
wird, bedürfen die dortigen Empfänger solcher Dokumente nicht, wenn
die Sendungen an ihre Konsignation gerichtet sind. Allein der Umstand,
daß ihr Name auf der Konsulatsfaktura figuriert (als Empfänger, Eigen-
tümer, Konsignator oder in anderer Form), ermöglicht es ihnen, die Waren
aus dem Zoll zu holen. Vielfach haben fibelbeleumdete Firmen die Waren
in ibren Besitz genommen, währenddessen die Dokumente uneingelöat in
den Händen der rechtmäßigen Empfänger verblieben. Der einzige Schutz
gegen Mißbrauch ist der, daß die Dokumente an die Konsignation der mit
dem Eiszug der entsprechenden Tratte betrauten Bank ausgestellt werden.
England. Der beantragte Dumpingzoll auf Glasflaschen soll
nicht zur Einführung gelangen.
Litauen. Der neue Einfahrzolltarif ist am 28. 7. 22 in Kraft
getreten. Von dem bisherigen Tarif erheblich abweichend, weist er bei
einer großen Zahl von Waren eine Heraufsetzring von einer niedrigeren
in eine höhere Verzollungsklasse auf. Zollfrei sind n. a. : Ziegel und
Fensterglas. Mit 5% des tatsächlichen Wertes werden verzollt: Boh-
soda, kaustische Soda, Schleif- und Wetzsteine, Gips, Kreide, Graphit;
mit 20°/0 des Wertes: Erzeugnisse ans Glas. Der Ausfuhrzoll für Glas-
brocken beträgt je 100 kg Ji 10.
Litauen. Teränderte Zollbestiminungen. Ab 15. 9. 22 bedürfen
sämtliche Fakturen der nach Litauen einzufahrenden Waren der Be-
stätigung der auswärtigen Gesandtschaften und Konsulate. Unbestätigte
Fakturen werden von den Zollbehörden zurückgewiesen.
Oesterreich. Der Zollaufschlag ist auf das 8000 -fache des
nach den geltenden Tarifeätzen Bich ergebenden Nominalbetrages der
Goldzollschuld erhöht worden.
Vereinigte Staaten. Zur Zolltarifrevision. Nach einer Meldung
aus Washington ist der Bericht der Konferenz von Vertretern beider
Hänser des Kongresses für die Tarif bill dem ßepräsentantenhause Über-
mittelt worden. Danach kann mit einer baldigen Annahme der Tarifbill
gerechnet werden. Der Bericht ermächtigt den Präsidenten, die Sätze
auf Empfehlung der Tarifkommission zu erhöhen oder herabzusetzen.
Die Konferenzmitglieder setzten die Sätze in manchen Panktene twas unter
die Positionen des Senats herunter, im allgemeinen jedoch über die Sätze
des Payne-Aldrichtarifs hinauf. Verzierte irdene Geschirre 50%, Por-
zellan 70%- Pottasche wurde auf die Freiliste gesetzt mit Abgabe von
1 7a Cents je Pfund für die ersten drei Jahre nach Annahme des Gesetzes.
Die Lage in Industrie und Handel.
Absatzstockung in der Thüringer Thermometerindustrie. In
der Thüringer Thermomtteiindustrie wird Uber plötzlichen Absatzmangel
gt- klagt. Die Fabriken führen den Absatzmangel darauf zurück, daß in-
folge der bedeutenden Erhöhung der staatlichen Prüfungsgebühren die
Preise für Thermometer zu hoch geworden sind. Die Staatsprfifungsan-
stalt in Ilmenau hat umfangreiche Arbeiterentlassungen vorgenommen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellanfabrik Fraureuth, A.-W., Fraureuth. Die a. o. G.-V.
beschloß die Kapitalserhöhung um M 5,5 Miil auf Jt 16 Hill. Von den
neuen Aktien werden Jt 3,5 Mill. zu 760 °/0 den alten Aktionären ange-
boten. M 2 Mill. bleiben zar Verfügung der Verwaltung, Außerdem
werden Jt 0,3 Mill. Vorzugsaktien ausgegeben. Neu in den Aufsichtsrat
wurde Justizrat Dr. Adler gewählt
Bichard Blumenfeld, Veltener Ofenfabrik, A.-ö., Charlottenburg.
Die a o. G -V. genehmigte die beantragte Kapitalserhöhung um jfb 4 Mill.
auf Jt 9,5 Mill. Von den neuen 8b 1. 1. 22 gewinnberechtigten Aktien
werden Ji 2,75 Mill. den Aktionären zu 200 % im Verhältnis 2 : 1 zum
Bezug angeboten. Die restlichen Jt 1,25 Mill. werden zu pari von
einem Konsortium übernommen nnd sollen bis 31. 12. 22 für Angliederungs-
zwecke und bestmögliche Verwertung der Gesellschaft dienen. Von
letzteren sollen noch 250 Aktien Unternebmerinteressen, d. h. Vorstand
und Angestellten, angeboten werden. Das bisher achtfache Stimmrecht
der Vorzugsaktien ist in zwölffaches Stimmrecht umgewandelt worden.
General - Versammlangen.
Fürstenberger Porzellanfabrik, Fttrstenberg- Weser : a. o. G.-V.3. 10. 22,
3 Uhr n., Hildesheimer Bank, Hildesheim. TO.: Kapitalserhöhung um
M 1 Hill, auf Jt 3 Mill.
Striegauer Porzellanfabrik, A.-G., vorm. C Walter & Co., Stanowitz :
o. G.-V. 25. 9. 22, 4 Uhr n., Hotel^Deutscher Kaiser, Striegau.
Dresdner Keramische Industrie, A.-G., Dresden : a. o. G.-V. 11. 10. 22,
5 Uhr n., Dresdner Kaufmannschaft, Dresden. T.-O. : Zuwahl zum Auf-
sichtsrat.
Verbände.
Die Interessengemeinschaft der Verbände: Verband Deutscher
Luxusporzellanfabriken 6. m. b. H., Verband Deutscher Porzellan-
geschirrfabriken 0. m. b. H. versendet nnter dem 8. 9. 22 an ihre
Inlandskundachaft folgendes Bandschreiben (vergl Nr. 34, S. 382). „Unsere
Index-Kommission hat heute, wie vorgesehen, die Untersuchung Uber die Höhe
derlolandspreiseabgeschloseen und hat feststellen müssen, daß die Verteuerung
der Boh- und Hilfsstoffe eine wesentliche Erhöhung der Inlandspreise erfordert.
Wir sind uns darüber klar, daß der errechnete Multiplikator die Lage von
Handel und Konsum kritisch gestalten würde ; andererseits sind wir uns
aber bewußt, daß wir dann, wenn wir den neuen Verhältnissen nicht
Bechnung tragen, die Lage der Betriebe sehr schwierig gestalten. Da
aber die allgemeinen Verhältnisse in diesem Augenblick Behr ungeklärt
Bind, wollen wir mit der Festsetzung des neuen Preises noch zuwarten,
so schwere Opfer das auch Leu einzelnen Fabiiken auferlegt, in der Hoff-
nung, durch dieses unser Verhalten zu unserem Teil dazu beizutragen, der
Teuerungswelle Einhalt zu gebieten und den Konsum der von uns her
gestellten Artikel im Inland aufrecht zu erhalten. Wir sind uns bewußt
daß eine einzelne Industrie Bich gegen die Teuerung nicht zu sperret
vermag, daß aber dem stürmischen Verlauf der Preisbewegung Fesseli
angelegt werden könnten, wenn viele Industrien unserem Beispiel folget
würden, zumal wenn alle Boh- und HilfsBtofflieferanten einen ähnliche]
Standpunkt finden würden." — Diesen Beschlüssen hat sich der Verbanc
Deutscher Keramischer Haiereien, e. G. m. b. H., angeschlossen.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken
Berlin, hat beschlossen, den Teuerungszuschlag ab 16. 9. 22 von 540 0
auf 740 % zn erhöhen, was eine Preissteigerung von ca. 30 % gegenübe:
den Preisen der ersten Septemberbälfte bedeutet.
Die Verkaufspreise für NiederspannungBmaterial aus Porzellan un<
Steatit Bind ab 16. 9. 22 von 540% auf 740% erhöht worden.
Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren- Werke, 6. m. b. H., Berlii
(Hochspannungs-Iäolatoren-Syndikat), erhöhten mit Wirkung ab 16. 9. 25
den zurzeit geltenden Teuerungszuschlag von 510 auf 700 °/0. In Anbe
tracht der sich stetig ändernden Verhältnisse haben die neuen Verkaufs
preise nur für die zweite Hälfte des Monats September Gültigkeit, da es unte
den gegenwärtigen Verhältnissen nicht möglich ist, die Verkaufspreise au
längere Zeit hinaus im voraus zu errechnen.
Der Verband Deutscher Tonwarenfabrikanten ' und Kunst
töpfereien, e. V., Dresden, hat eine sofortige Heraufsetzung der Preisi
wie folgt beschlossen: Grundpreise: Einleggeschirr, Braun- nnd Stein
zeug Ji 1,20 + 1400 °/0 = JC 18.—. Kochgeschirre: gewöhnli-he Töpf
Jt 1,20, braun-weiß ohne Tülle Ji 1,80, Schnabeltöpfe Jt 1,60, braun
weiß, rauher Band M 2,40, braun-weiß, glatter Band JI 3.—, bun
Jt 4. — . Zuschlag: freibleibend 1900 % Weitere Erzeugnisse, Kruken
Backformen entsprechend höher. Die Preise sind Mindestpreise. Königs
brücker feuerfestes Tonkochgeschirr 5000% auf Listenpreise.
Die Westdeutsche und die Mittel- und Ostdeutsche Schamotte
Konrention sowie die Westdeutsche und die Ostdeutsche Silika-Kon
vention erhöhten den bisherigen Teuer an gez Uschlag von 1100% für all
Lieferungen ab 15.9. 22 auf 1500%
Die Vereinigung Mitteldeutscher Hohlglasfabriken, E. V.
Dresden, hat die bisher geltenden Zuschläge ab 8. 9. 22 wie folgt erhöht
1500°/0 für hell- und farbiges Glas und 1800% für Opal-, Seladon- um
DVerfarggla«. Lattenkisten werden künftig je qm mit Jt 400, VoUkistet
je qm mit Jt 500 berechnet. Ferner wird das bisher gewährte Ziel au
8 Tage dato Faktur beschränkt; für jeden angefangenen Honat der Ziel
Überschreitung werden IV2 % Verzugszinsen berechnet.
Der Verein der rheinischen und westfälischen Tafelglashfitten
Gr. m. b. H., Bonn, erhöhte am 31. 8. 22 den Teuerungszuschlag für Tafel
glas von 350 auf 700 °/0, desgleichen erhöhten die Vereinigung Schlesisch
Lausitzer Tafelglashütten am 1. 9. den Teuerungszuschlag für Tafelgla
von 350 auf 750 o/0 Die Verkaufsstelle der Drahtglasfabriken, Berlin
hat die Preise für dünnes Drahtglas am 28.8. um etwa 50% erhöht
Ebenfalls hat der Verein deutscher Farbenglaswerke, G. m. b. EL, Berlin
die Preise für Farbenglas ab 1. 9. um etwa 100 °/0 erhöht.
Zusammenschluß in der Fieberthermometer - Industrie. De:
Verband deutscher Glasinstrumenten-FabHken, Jlmenau, und der Verban<
der Thermometer- und GlaBinBtrumenten-Erzeuger, Roda, S.-W., haben einet
Vertrag abgeschlossen, der Bich insbesondere auf den Ausschluß des wildei
Zwischenhandels richtet und angemessene Einkaufs-, Verkaufspreise um
Löhne festlegt. Die Glaswerke Schott & Gen., Jena, Gast. Fischet
Jimsnau, Greiner & Friedrichs, Stützerbach, verabfolgen bloß Söhren a>
Abnehmer in Deutschland, die einem der obengenannten Verbände ange
schlössen sind. Die beiden Verbände haben aich ihrerseits verpflichtet
ihre Hitglieder zur strengen Einhaltung der vereinbarten Preise um
Löhne anzuhalten, im Uabertretungsfalle BöhrenBperre und eine den
einzelnen Falle angemessene Konventionalstrafe "eintreten zu lassen.
Firmenregister.
Deutschland.
Berichtigung. Die in Nr. 37, S 419, erfolgte Veröffentlichuni
„NitzBche & Co., Hart- und Drahtglas-Industrie" ist dahin richtig i>\
stellen, daß der Sitz der Firma in Singwitz b. Bautzen Sa., Industrie
bof, ist. Die Ortsangabe Schwarznanßlitz beruhte auf einer unrichtige]
Angabe seitens des Amtsgerichts Bautzen.
Porzellanfabrik Gmünd, A.-G., Schwäbisch Gmünd. Grundkapital
M 10 Hill. Vorstand: Fabrikant Walther Weber. Keramiker E. Wit
litach nnd die Kanfleute 0. Schümm und E. Künzel haben Gesamtprokure
zu je zweien. Aufsichtsrat: die Direktoren G. G. Hulshoff, J. Ouwekau
und Kaufmann W. Schmidt.
Elektro- Porzellanfabrik Hoheneck, G. m. b. H., Hoheneck. Die Be
Stellung des Geschäftsführers K. Hang ist widerrufen. Als weiterer Ge
Schäftsführer wurde Kaufmann H. Schächterle bestellt.
Heber & Co., Neustadt b. Cobg. Die Firma ist erloschen.
Elektro-Porzellanfabrik, G. m. b. H , Altstadt Waldenburg. Ver
trieb von elektrotechnischen Porzellanartikeln. Stammkapital: Ji 100 000
Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer: Fabrikanten Ernst unt
Max Becher.
Barmer Ziegel- und Kalkwerke, G. m b. H., Barmen. Die Firm*
ist geändert in: „Barmer Klinkerplatten- Werke, G. m. b.H" Kaufmani
W. Koch hat Prokura.
Wessels Wandplattenfabrik, A.-G., Bonn. Die Kapitalserhöhung un
M 1# Mill. Stamm- und Jt 0,9 Mill. Vorzugsaktien auf Ji 10,9 Mill
ist erfolgt.
Steingutwerke, A.-G., Breslau Die Kapitalserhehung um Jt 2 Hill
anf Ji 4 Hill ist durchgeführt.
A.-G. Norddeutsche Steingutfabrik, Grohn. Die Kapitalserhöhunj
um Ji 6 Hill. Stamm- und Jt 6 Hill. Vorzugsaktien auf M 20 Hill, is
erfolgt.
I
I
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 88 — 429
Münchner Majolika-Manufaktur, G. m b. H., München. An Stelle von
0 Eisele wurde Maschinenfabrikant Philipp Frankenbtrger als Geschäfts-
führer bestellt.
Heiztechnische Töpferei- Prodnktiv-Genossenschaft, e. G. m. b. H., Forst
(Lausitz). An Stelle von A. Schulz wurde Ofensetzer C. Badich zum
Liquidator bestellt.
Märkische Ofen- und Tonwarenfabrik, G. m. b. H., Oranienburg. Die
Gesellschaft ist aufgelöst Liquidator: H. Sachs.
Schamottewerke und Tonwarenfabrik Eppertshausen, Otto Dewet
Blascbek, Eppertshansen. Inhaber: 0. D. Blaschek.
Pf äff rather Ton- und Schamottwerke, G. m. b. H., Pfaffrath. Die Ge-
lellscbaft ist aufgelöst. Liquidator : Geschäftsführer F. Klein.
Keramische Htttte, A.-G., Sehnde. Herstellung und Vertrieb von
Erzeugnissen der keramischen und hiermit in Verbindung stehenden
Industrien. Grundkapital: M 4 Mill. Alleiniger Vorstand: Bergwerks-
ffirektor Georg Zschocke. Aufsichtsrat: Dr. jur. W. North, Direktor
L North, Ingenieur H. Dieekhoff.
Schmirgel- und Corund-Werke Chemnitz, A.-G., Rottluff b. Chemnitz.
Herstellung und Vertrieb aller in das Schleif- und Schmirgelfach ein-
schlagenden Artikel sowie Erwerb und Fortbetrieb der Unternehmungen
der Schmirgel- und Corund-Werke Chemnitz G. m. b. H. Grundkapital:
M 2,1 Mill. Vorstand : Direktor W. Gräfe Die Kaufleute 0. P. Viertel und
Wilhelm E. Schwarz haben Gesamtprokare. Aufsichtsrat: Direktor F.
Kögler, Vors., Bankdirektor F. Christ, stellv. Vors., Direktor F. Beinecker
|nd die Kaufleute K. Beck und B. Hoppe.
Naxos- Schmirgelwerk Philipp Pessel & Co., Frankfurt a. M. Kauf-
mann Siegfried Prager ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.
|8eine Prokura ist erloschen.
Hannoversche Schleifscheiben-Fabrik Carl Krebs & Co., Hannover
peorgstr. 21). Persönlich haftende Gesellschafter: Fabrikant Carl Krebs jan.
ind Kaufmann Carl Künneke.
Verband . deutscher Porzellangeschirrfabriken, G. m. b. H., Berlin.
Weiterer Geschäftsführer: Major a. D. K. Tettenborn.
Gustav Müller, Präzisionemechanische Anstalt, Glastechnische» Institut,
Ilmenau. Kaufmann Ernst Maurer ist als persönlich haftender Gesell-
ichafter eingetreten. Die Firma lautet jetzt: „Gustav Müller, Glas-
Istrumenten- Fabrik."
Bichard Wiche, Glasmalerei und Glasgroßhandlung, Naumburg (Queis).
|Jje Firma ist erloschen.
Nordwestdeutsche Glasmanufaktur Carl Schulze, Kommanditgesell-
ichaft. Oldenburg. Die Firma ist erloschen.
Neue Prodnktiv-Genossenschaft, e G. m. b. H. für ehem. pharm. Glas-
varen für Neuhaus a. Bwg. und Umgegend, Neuhaus a. Bwg. An Stelle
Von B. 0. PröBcholdt wurde Glasbläser E. Michel in den Vorstand gewählt.
J. A Berliner, Manufaktur-, Glas- und Porzellanwaren, Buchau Die
Einzelfiima ist erloschen.
J. A. Berliner, Buchau. Persönlich haftende Gesellschafter: Kauf-
leute Josef und Alfred Berliner.
Glasindustrie, A. G , Ludwigsburg. Vorstandsmitglied Ing. S. Hirsch
ist ausgeschieden Derzeitige Vorstandsmitglieder: die Direktoren L.Bast
und G. Campill. Kaufmann Max Lichtenberg hat Gesamtprokura.
Anton Hierlemann, Glas-, Porzellan- und Spiel Warenhandlung,
Wurzach. Geschäft und Firma Bind auf Kaufmann Josef Spehle über-
gegangen. Die Fiima6lautet jetzt: „Anton Hierlemann"
Hanseatische Keramik, G. m. b. H , Hamburg Handel mit keramischen
Erzeugnissen und verwandten Artikeln und in Verbindung damit Betrieb
von Lagerungs-, Speditions- und Transportgeschäften. Stammkapital:
Jt 300000. Geschäftsführer: Carla M. M. Mante.
Glas Kontor, G. m b H, Zweigniederlassung Hamburg. An- uud
Verkauf von Flachglas jeder Art sowie Abschluß aller damit im Zusammen-
hang stehenden Geschäfte. Stammkapital: Jt 100 000. Geschäftsführer:
Kaufmann F. Doutine.
F G. Kreis, Inhaber Wilhelm Hempel, Gelnhausen. Handel mit Glas,
Porzellan und HauBhaltungHgegenständen. Inhaber: Kaufmann W. Hempel.
Kamphaus, G. m b. H , Gelsenkirchen. An- und Verkauf von Glas,
Porzellan-, Haushaltungs-, Eisen- und Luxaswaren. Stammkapital:
Jl 600000. Geschäftsführer: Kaufleute F. Kamphaus, E. Schulte und
0 Büsch.
Steinzeug-Expbrt- Vermittlung m. b. H., Frechen bei Köln. Verkauf
der von den Gf sellschaftern hergestellten Gegenstände aus salzglasiertem
Steinzeug für Rechnung der Gesellschafter unter der Firma der Gesellschaft
nach dem Ausland. Stammkapital: jft 90000. Selbständig vertretungs-
befugte Geschäftsführer: Fabrikant J. Cremer und Direktor T. Ooms.
Bayerische Graphitwerke, G. m. b. H., Passau. Nunmehriger Sitz:
Erlau bei Passau. Die Vertretungsbefugnis von H. Mendheim ist erloBchien.
Derzeitige Geschäftsführer: Dr. b. c. H. Brockhues und Direktor G. Lüh.
W. Herber hat Prokura. Gegenstand des Unternehmens ist jetzt: Fabri-
kation und Handel chemischer Erzeugnisse nnd einschlägiger Artikel.
W. C. Heraeus, G. m b. H, Hanau. Das Stammkapital ist um
Jt 2,5 Mill. auf jt 17,5 MU1. erhöht.
Keramische Elektro-OsmoBe, A.-G., Berlin. Die Kapitalser„höhung
am 1 3 Mill. Stammaktien auf M 9 Mill ist durchgeführt.
Meißner Email- und Glas-Schmelze Beinhold Froelich, Keilbusch b.
Meißen. Die Gesellschaft ist aufgelöst.
Maurer & Tilp, Kempten. Die Gesellschaft hat sich ohne
Liquidation aufgelöst. Geschäft, Maschinenfabrik und Firma sind auf
Alrons Maurer als Alleiniahaber übergegangen.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
HB. Zur Erledigung eiliger Aufträge möchte ich einen kleinen
ljj£uffelofen von etwa 1 cbm Setzraum mit Oberofen bauen und demselben
kreh den Ofen selbst vorgewärmte Preßluft als Verbrennungsluft zuführen,
faben sich solche Oefen in der Praxis bewährt, welches Quantum Kohle
hm etwa 4500 W.-E. ist zur Erreichung von SK 05 a erforderlich und
i| welcher Zeit brennt ein Ofen ohne und mit Preßluft ab? Welche
§\Mftgeschwindigkeit käme in Frage, und welcher Apparat würde am
j. iiiigsten arbeiten? Der vorhandene Kamin ist 16 m hoch und hat 40 cm
Querschnitt. Erzeugt wird Fayence.
; Antwort: Eine Muffel, wie Sie sie bauen wollen, die mit vor-
gewärmter Preßluft arbeitet, habe ich noch nicht gesehen, aber ich
«zweifle, daß sie wirtschaftlich arbeitet, denn schon die Preßlufteinrich-
ung und ihr Betrieb sind kostspielig, da Kraft hierzu nötig ist. Wenden
ie sich einmal an die Deutsche Evaporator-A.-G. in Berlin W 15.
119. Ich brenne seit langer Zeit meine Kachelware mit böhmischer
Braunkohle. In letzter Zeit ist nun der Preis dieser Kohle derart ge-
tiegen (über Jt 100000 für 10 t), daß die Verwendung derselben einfach
iknmöglich ist. Gibt es einen Ersatz dafür, der bezüglich der Fracht für
Württemberg nicht zu ungünstig liegt? Rheinische Briketts sind nicht
räftig genug.
Antwort; Anstelle der böhmischen Braunkohle dürften am ehesten
ie mitteldeutschen Brannkohlenbriketts für Sie in Betracht kommen,
achdem Sie rheinische Briketts nicht brauchen können. Vielleicht ver-
achen Sie auch einmal sächsische Steinkohlen,
Glas.
109. Welches sind die praktischsten Versuchsöfen zur Vornahme von
ty'robeschmelzen von Glas?
Erste Antwort: Die praktischsten Versucheöfen Bind zweifellos
ie elektrischen, weil sie namentlich höhere Temperataren mit Leichtig-
eit zu erreichen gestatten und dabei nicht viel Wartung und keinen
ostBpieligen Materialverbrauch benötigen. Allerdings ist der Energie-
verbrauch ein ziemlich hoher, und auch die Anlage ist heute nicht billig.
To Gas vorhanden ist, eignen sich auch die sog. Seger-Heinecke-, Meker-
od derartigen mit oder ohne Gebläse betriebenen Versuchsöfen. Wo Gas
ihlt und elektrischer Strom sich nicht verwenden läßt, benutzt man heute
ielfach Oefen mit Oelfeuerung, die ganz vorzüglich arbeiten und die
Hinwendung ziemlich großer Tiegel gestatten.
Zweite Antwort: Zunächst kommt es darauf an, wo die
robeschmelzen von Glas vorgenommen werden sollen. Soll es auf der
lashütte geschehen, so läßt man sich kleine Häfen anfertigen, die 1—2
fond Gemenge fassen. Diese Probehäfen stellt man dann auf zwei
lasschmelzhäfen und läßt die Probeschmelze unter normalem Ofengang
or sich gehen. Diese Probeschmelzen geben das beste, der Wirklichkeit
atsprechende Bild. Sollen die Versuche im Laboratorium vorgenommen
werden, so benutzt man meistens kleinere Tiegel, die in mit Leuchtgas
beheizten Versuchsöfen eingesetzt werden. Probeschmelzen von Glas in
kleinen Koksöfen vorzunehmen, ist nicht zu empfehlen, da das. Verhalten
der Schmelze im Koksfeuer zu verschieden ist von dem der Glasschmelze
im großen. Neuerdings benutzt man auch kleine elektrische Versachs-
öfen für Probeschmelzen.
Dritte Antwort: Glashütten nehmen ihre Probeschmelzen
von besonderem Farben- oder sonstigem Qnalitätsglas in kleinen, an der
Stirnseite des Schmelzofens plazierten Tiegeln vor. Man kann aber auch
Glasschmelzen in kleinen Versuchsöfen ausführen, wie sie in den
Laboratorien in Gebrauch sind und elektrisch oder mit Lsuchtgas ge-
heizt werden. Auch kleine Wannenöfen von etwa 0,25 cbm Fassangs-
raam werden benutzt. Sie hätten nun vor allem angeben sollen, was für
Glas Sie ausprobieren wollen. Wollen Sie nur einen bestimmten Farbton
erzielen, so kann es nach vorgenannter Art geschehen ; bei Probeschmelzen
von besonderem Qaalitätsglas oder auch nur von rein weißem Glas nützt
aber ein Versuchsofen nicht viel Würden Sie beispielsweise in einem
solchen ein schönes weißes Glas erhalten, so ist sicher anzunehmen, daß
der gleiche Gemengesatz im Glasschmelzofen eingeschmolzen ein Glas
von mehr oder weniger btarkem Stich ins Grüne, Gelbe, Bota oder dergl.
ergeben würde, je nach den Bedingungen, unter denen die Schmelze vor
sich geht. Die Erscheinung kann man schon beim Einschmelzen eines
gleichen Gemenge^atzes in einem Hafen- oder Wannenofen beobachten,
selbst wenn beide Oefen mit demselben Brennstoff betrieben werden.
Man« fiTragen.
Karamlk.
123. Wir heizen unsere zwei Muffelöfen mit Torf, Kohle und Koks
und brennen bei SK 05 a ab. Leider werden die darin gebrannten Platten
geflammt, d. h. die Hälfte derselben nimmt eine andere Bärbung an.
Sollten die verschiedenen Farben von Wasser- oder den Dämpfen herrühren,
die sich beim Brennen der Platten entwickeln und wieder auf diese nieder-
schlagen? Der Ton brennt sich rot; wir haben aber häufig graue, gelbe
und andere Farben. Wie ließe sich eine gleichmäßige Farbe der Platten
erreichen ?
Glas.
114. Wir bitten um Angabe eines Gemengesatzes für dünnwandige
Röhrchen von 8 — 9 mm Durchmesser und 1ji mm Stärke für Ampullen,
die zur Aufnahme von Medikamenten zu subkutanen Einspritzungen, z. B.
Morphium- Lösung bestimmt sind und an letztere keine Glassubstanz ab-
geben dürfen. Zur Verfügung steht uns ein Hafenofen (Hafeninhal
250 kg Glas) mit überschlagender Flamme, der nicht sehr heiß geht, in-
folgedessen andere Gläser mit 35— 40°j0 Flußmittel geschmolzen werden
müssen.
115. Ich arbeite bei der Herstellung von silberbelegten Spiegeln nach
der Bötlger'schen Vorschrift, allerdings mit einigen Aenderungen, um schon
m — Mr.
SPRECHSÄAt - CÖBÜft'C*.
lsHÄ <il. Jahrgang.)
6ei einmaligem Aufguß einen vollkommen dichten Belag zu erhalten,
Periodenweise kommt es nun vor, daß der normalerweise kurz nach dem
Aufguß erscheinende, langanhaltende helle Goldton der Flüssigkeit nur ganz
kurz, manchmal auch gar nicht zu beobachten ist; der Belag ist dann in
solchen Fällen nur sehr dünn und durchsichtig, während er normalerweise
(wenn der Goldton länger anhält) vollkommen dicht erscheint Das zum
Abspülen verwendete Wasser wird dann in solchen Fällen stark getrübt,
während es sonst fast völlig klar bleibt. Ein weiterer, zeitweise auftretender
Fehler ist der, daß sich (auch bei lange anhaltendem Goldton) sehr stark
ausgeprägte, manchmal auch schwächere Züge (Schlieren und netzartige
Maschen), die fast immer auch auf der Spiegelseite zu sehen sind und
störend wirken, bilden. Auffallenderweise sind diese Linien manchmal nw
nach den Seiten hin zu beobachten, so daß in der Mitte des Glases, wohin
meist länger aufgegossen wird, der Belag vollkommen einwandfrei ist; ein
noch so kräftiges Umschütteln der Lösung vor dem Aufguß ändert diese
Bildung nicht. , Wie sind diese Erscheinungen zu erklären? Ist etwa ein
zu langes Kochen der Beduktionslösung oder Lichtwirkung und Temperatut
die Ursache? Gibt es eine Vorschrift, die nicht so empfindlich ist, so dal
die Wirkung bei jeder Temperatur die gleiche ist und die Btduktion nur
entsprechend der Wärme langsamer oder schneller vor sich geht?
116. Lassen sich Glasgalle und Braunkohlenasche vielleicht m Ver
bindung mit Sand und Zement nutzbringend verwenden?
Veröffentlichungen der Aufienhandelsnebenstelle Feinkeramik
Die Aufienhandelsnebenstelle Feinkeramik sieht sich auf
Grund verschiedener Vorfälle genötigt, unter allen Umständen
die Einsetzung des in Frage kommenden Rein- und Rohgewich-
tes in den Antrags- und Ausfuhrbewilligungsformularen zu ver-
langen. Anträge, die diese Angaben nicht enthalten, können
nicht bewilligt werden oder aber rufen zum mindesten eine
Verzögerung in der Bearbeitung der Ausfahranträge und vor
allen Dingen in der Absendung der Waren hervor. Es liegt
also im eigensten Interesse der Antragsteller, das Rein- und
Rohgewicht genaustens einzusetzen.
Auf Grund verschiedener Vorfälle sieht sich die Außen-
handelsnebenstelle Feinkeramik genötigt, mit sofortiger Wir-
kung die Erlaubnis zur Einreichung von Zirkaanträgen aufzu-
heben. Eingereichte Zirkaanträge werden somit seitens der
Aufienhandelsnebenstelle nicht mehr bewilligt, sondern umgehend
den Antragstellern zurückgestellt; hingegen werden jedoch noch
laufende Zirkaanträge vollständig bearbeitet werden.
Rundschreiben des Reichskommissars für Aus- und Ein-
fuhr, Berlin, — B. V. 12000/22 — vom 5. 9. 22.
Betrifft: Erhöhung der Ausfuhrabgahen. Zu
der Bekanntmachung vom 30. VIII. d. J., Reichsanzeiger Nr. 194
vom 31. Angust d. J. und meinem Rundschreiben — B. V. 11800 —
vom 31. 8. d. J. habe ich noch folgendes ergänzend zu bemerken:
Waren, die nach dem alten Tarif mit keiner Abgabe belegt
waren (0 °/0), werden gemäß Artikel III der Bekanntmachung
durch den Zuschlag von 60 °/0 nicht etwa, wie mehrfach irrtüm-
lich angenommen, auf den Abgabensatz von 1 °/0 gebracht,
sondern bleiben abgabefrei (0 + 60 °/0 von 0=0).
Soweit Verlängerungen gemäß Artikel IV der Bekannt
machung demnächst in Frage kommen, ist folgendes zu beachten
Bereits abgelaufene Bewilligungen können nicht verlänger
werden; es muß Neaausstellung der Bewilligung, und zwar zu
den dann geltenden Abgabesätzen erfolgen. Ob eine Bewilligung
aus sachlichen Gründen verlängert werden kann, hat gemäfi
der bisherigen Praxis die ausfuhrbewilligende Stelle nach dei
Wirtschaftslage auf djm speziellen Warengebiet zu beurteilen
Zweifelhafte Fälle bitte ich mir vorzulegen. Wird verlängert,
so ist der alte Tarifsatz zu belassen, soweit der Nachweis
geführt wird, daß eine feste Preis vereinbarung in handelsübliche!
Weise und mit handelsüblichen Fristen vor dem 3. Septembei
vorlag. Hierzu bleiben die Bestimmungen meines Rund
Schreibens — B. V. 7638 — vom 19. November 1921, Seite
Artikel II, Ziffer 2 in Geltung.
Ebenso ist hinsichtlich des Begriffes eines bindenden Ver
kaufsangebotes im Sinne des Artikels V das gleiche Rand
schreiben, Seite 3, Ziffer 4 zu beachten.
Der Teuemngsznschlag für Wandplatten is
mit Wirkung ab spätestens 14. 9. 1922 für das mindervaluta
rische europäische Ausland von 1700 °/0 auf 3500 °/0 erhöh
worden.
Die Prüfungsstelle Luxusporzellan, Weimar, Brennerstr. 18
hat unter dem 10. August ein neues Merkblatt für die Ans
fuhr von Orientartikeln und eine Liste für die Ausfuhi
von Salbenkraken aus Steinzeug mit Nachtrag vom 10. August
sowie ein neues Merkblatt für die Ausfahr von Luxasporzellan
unter dem 28. August herausgegeben. Interessenten könnet
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Coburg, den 28. September 1923
Nummer 39
Zeitschrift für hm Keramischen, Blas- unb verwanbten Inbustrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Qoldene Medaille
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Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
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Anzeigen : Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 6. — , Stellengesuche Jt 3. —
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands B. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
Tonerdegehalt und Schmelzbarkeit
von Tonen.
(Nachdruck verboten),
In einer Arbeit über die Zusammensetzung, die mikro-
skopische Struktur und die Schmelzbarkeit von Tonen unter-
suchen L. Bertrand und A. Lanquine *) u. a. auch die Frage, ob
[der Qehalt an Tonerde bei einem Ton einen Maßstab für seine
Schmelzbarkeit bildet. Nach dem dieVerfasser die Bildungs-
reise der Tone erörtert und daran erinnert haben, daß die
letzteren fast immer eine gewisse Menge Alkali, das durch die
Zersetzung der ursprünglichen Feldspate in Freiheit gesetzt
[wurde, führen, wenden sie sich gegen die Ansicht, wonach die
[durch die chemische Analyse ermittelten Alkalien auf die Gegen-
wart von Glimmerblättchen zurückzuführen seien. Das Polari-
Isations-Mikroskop zeigt, daß man nur ausnahmsweise Glimmer-
blättchen in nennenswerter Menge in den Tonen findet, obgleich
diese oft mehr als 2°/0 Alkali enthalten, was etwa 20°/0 und
mehr Glimmer entspräche. «
Die mikroskopische Untersuchung von 0,02 — 0,3 mm großen
Blättchen von ungeschlämmtem und nicht weitgehend zerriebe-
nem Ton gestattet, bald wohl definierte feine Blättchen von
Kaolinit festzustellen, bald eine kryptokristallinische Skruktur
ohne individuelle molekulare Orientierung gut kristallisierter
Blättchec. Letztgenannte Struktur findet sich in vielen Tonen,
namentlich vom Halloysit-Typus. Hieraus lassen sich 3 Typen
ableiten, der halloysitische, kaolinische und der gemischte Typus
(Kaolinitblättehen in vorwiegend halloysitischem Grund), Ver-
schiedenheiten, die auch im Verhalten der Materialien zum Aus-
druck kommen. Das molekulare Verhältnis zwischen Kiesel-
säure und Tonerde ist nahezu konstant in den kaolinischen und
halloysitischen Typen, und deren Hydratationsgrad ist, entgegen
der allgemeinen Ansicht, zu einer Unterscheidung beider nicht
geeignet. Außerdem findet sich die freie Kieselsäure in ver-
schiedenem Zustande: Neben feinen Quarzkörnchen kann man,
i namentlich in Tonen mit halloysitischem Grund, eine oft wesent-
liche Menge in Alkali löslicher und amorpher Kieselsäure
feststellen, die wahrscheinlich von gefällter hydratischer Kiesel-
säure herrührt, die mit dem kolloidalem tonigen Grund innig
verbunden ist. Wahrscheinlich enthalten gewisse Tone auch
I Tonerde im gleichen Zustande, und auch die Eisenverbindungen,
welche ohne bestimmte Mineralien zu bilden, die Tone färben,
scheinen in demselben kolloidalen Zustand vorhanden zu sein.
*) Bull. Offic. de la Direction d. recherches scientifiqnes et industri-
elles et des mventions 1922, No. 27 ; Bef. La Ceramique XXV (1922)
Nr. 410, 412.
Alle diese Verschiedenheiten in der physikalischen Struktur
der Tone sind von weitgehender Wirkung und müssen studiert
werden, um die industrielle Verwendbarkeit der Tone zu er-
mitteln.
In der Praxis spricht man von fetten und mageren Tonen
und nimmt an, daß je tonerdereicher ein Ton, umso fetter er
auch ist, weil ein magerer Ton infolge seines Sandgehaltes
eine kurze, wenig plastische Masse ergibt. Untersuchungen
haben aber ergeben, daß keine strenge Beziehung zwischen dem
fetteren und magereren Charakter eines Tones und dem ent-
sprechenden Gehalt an Tonerde und Kieselsäure besteht. Ge-
wisse kieselsäurereiche Tone sind ungewöhnlich fett, weil ihre
freie Kieselsäure in kolloidalem Zustand oder als äußerst feiner
Qnarzsand vorhanden ist. Andererseits kann man beobachten,
daß die an kristallinen Kaolinitblättehen reichen Tone deutlich
weniger plastisch sind als diejenigen von gleichem Tonerdege-
balt, aber mit halloysitischer Base. In Bezug auf die Schmelz-
barkeit pflegt man nur die Tonerde-Kieselsäure-Produkte mit
hohem Tonerdegehalt als feuerfest zu betrachten, undfihre Er-
zeuger und Verbraucher glauben, daß die pyrometrische Wider-
standsfähigkeit der Tone direkt abhängt von ihrem Gehalt an
Tonerde.
Dies ist aber nicht die Regel. Verschiedentlich wurde ver-
sucht, mehr oder weniger empirische Formeln aufzustellen,
welche den Schmelzpunkt eines Tones als Funktion seiner ver-
schiedenen Bestandteile erscheinen lassen. Diese Frage ist
sehr verwickelt, und die verschiedenen Lösungen, die sie erfuhr^
stehen oft mit den tatsächlichen Feststellungen in Widerspruch,
Die Verfasser gingen nun in der Erkenntnis, wie wichtig
die Schmelzbarkeit eines Tones ist, von dieser aus und unter-
suchten zunächst die erwähnte Beziehung zwischen der Schmelz-
barkeit der Tone (nach Kegeln) und ihrem Gehalt, an Tonerde,
und zwar verglichen sie bei etwa 100 Tonen verschiedenster Her-
kunft den Schmelzpunkt mit dem Tonerdegehalt. Erinnert man
sich, daß die erreichte Höchsttemperatur nicht allein maßgebend
ist, sondern auch die Dauer ihrer Einwirkung, so können die
Ergebnisse der Schmelzpunktsprüfung nur eine Größenordnung
für die Schmelztemperatur der Tone und keramischen Erzeug-
nisse angeben.
Die Ergebnisse haben die Tatsache klar bewiesen, daß der
Gehalt eines Tones an Tonerde keineswegs ein sicheres Kri-
terium für seine Schmelzbarkeit ist, und daß andere Faktoren
diese beeinflussen.
Wenn auch die besonders tonerdereichen Tone, mit mehr
als 30°/0 A1203, sich alle als feuerfest (Smp = oder > 1670 °)
erwiesen, so fand sich doch auch eine große Menge von prak-
432 — ffr. 39
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (tt. Jahrgang.)
tisch feuerfesten Tonen unter denjenigen mit viel weniger
Ala03, bis zu sehr sandigen Erden, die sogar als mehr oder
weniger tonhaltige Sande praktisch als noch feuerfest anzu-
sprechen sind.
Umgekehrt gehören die am leichtesten schmelzenden Tone
(von den untersuchten) keineswegs zu den tonerdeärmsten. In
nachstehender Tafel sind die 101 untersuchten Tone2) nach ihrem
Schmelzpunkt geordnet:
Aeu Berater Gehalt
an AljOg in %
Schmelztemperatur
in o c.
Anzahl der Tone
1850
1
38,35
1840
2
37,3 —39,3
1830
1
34,75
1820
2
34,9 —36,1
1810
7
28,45—36,6
1800
2
24,0 —35,8
1790
11
21,8 —36,3
1770
10
20,0 —33,6
1750
3
21,4 —32,2
1740
1
33,6
1730
13
21,3 —33,4
1720
4
18,5 -28,2
1710
5
1 ,0 —31,2
1700
3
23,45—803
1690
2
14,3 —29,3
1680
1
24,15
1670
4
12,7 —33,2
1660
1
26,8
1650
7
8,15—26,2
1570
1
23,9
1550
1
26,05
1530
1
28,65
1500
1
27,4
1470
2
16,7 —26,1
1460
1
14,2
1450
5
19,35—25,75
1440
1
22,35
1430
1
28,4
1410
1
16,9
1390
2
12,6 —23,1
1270
1
21,85
1160
2
16,6 —20,3
1120
1
20,7
Von den untersuchten Tonen schmolzen 80 zwischen
1850° und 1650°; sie bilden die Gruppe der feuerfesten Tone.
Eine zweite Gruppe umfaßt nur i7 mäßig feuerfeste Tone mit
einem Schmelzpunkt zwischen 1570° und 1370° ; in der Tabelle
tritt sie durch eine Diskontinuität in der Temperaturskala in
Erscheinung, die sicherlich nicht auf die Zahl der untersuchten
Tone zurückzuführen ist, jedoch anzudeuten scheint, daß Tone
dieser Gruppe in der Natur verhältnismäßig weniger zahlreich
sind.
Die Tabelle zeigt noch 4 leicht schmelzbare Tone mit
einem Schmelzpunkt zwischen 1270° und 1120°.
Nach der Spalte mit den Tonerdegehalts-Zahlen war der
äußerste Gehalt an Tonerde bei den Tonen mit gleichem
Schmelzpunkt sehr verschieden und unregelmäßig, außer bei
den ersten Gliedern — übrigens nicht bei allen — die eben
hochfeuerfeste Tone darstellen.
Teilt man die erste Gruppe in Untergruppen entsprechend
den von 50° zu 50° abnehmenden Schmelzpunkten, so ergeben
sich folgende Zahlen:
1) höchst feuerfeBt T> 1800», 15 Tone mit 24,0—39,3% AJa08
2) hoch feuerfest T< 1800» > 1760», 24 „ „ 20,0—36,30/0 „
3) mafiig feuerfest T< 1750», > 1700», 26 „ „ 16,0— 33,6 »/0 „
4) schwach feuerf. T< 1700», > 1650?, 16 „ „ 8,1— 33,2 »/„ „
Für die mäßig leicht schmelzbaren Tone lauten die Zahlen:
6) T< 1570 », > 1500» 4 Tone mit 23,9— 28,65 »/0 A1208
6) T< 1470», > 1390», 13 „ „ 12,6-28, 4% „
und für die sehr leicht schmelzbaren Tone
7) T< 1270», > 1120«, 4 Tone mit 16,6—21,85% AI„Os
Wohl stellt man bei den 4 ersten Gliedern dieser Unter-
teilung eine schrittweise Abnahme der Minimal- und Maximal-
gehalte an Tonerde fest; aber die äußersten Zahlen sind der-
art voneinander entfernt, daß die letzte Kategorie noch auf
die erste übergreift, und zwar um mehr als die Hälfte des
Unterschieds im Al208-Gehalt bei dieser. Tone, die bereits
schwach feuerfest sind, finden sich unter denjenigen mit hohem
Ala08-Gehalt (bis zu 33°/0 Al203 im Rohton entsprechend etwa
36 °/0 Al.O;, im gebrannten Ton), so daß die üblichen Zahlen für
den Tonerdegehait der feuerfesten Erzeugnisse nicht nur dazu
führen, Tone auszuschließen, die feuerfest wären, sondern auch
') Ein Teil der Tone wurde früher schon von Vogt und Lavezard
in Sevres untersucht.
umgekehrt nicht einmal eine hohe Feuerfestigkeit bestimm
verbürgen, was vielleicht noch schlimmer ist als ersteret
Jedenfalls zeigen die Zahlen, daß der Gehalt an Tonerde bt
einem Ton weit davon entfernt ist. der einzige Faktor zu seic
der seine Schmelzbarkeit bestimmt.
Es ist übrigens interessant, die untersuchten Tone in eine
zweiten Tafel nach dem Prozentgehalt an Ai2Og za gruopierei
um so den Wechsel in der Schmelzbarkeit nach dem Tonerde
gehalt zu verfolgen. (Die Dezimalen sind weggelassen, un
die Zahl 22 z. B. umfaßt alle Tone mit 22— 22,9 °/0 AI,Oj. 1
der Tafel findet man bei einem Gehalt von 20°/0 A'203 noc
stark feuerfeste (T > 1770°) Tone neben anderen leicht scbmel
baren. Dafür findet man mit 29°/0 A)20, noch deutlic
schmelzende Tone, denn ein Ton mit 28,4 °/0 schmolz bei 1430
und ein anderer mit 28,6 °/0 bei 1550°; gebrannte Erzeugnis«
aus letzteren wären demnach trotz der 32°/0 Al203 nicht eil
mal schwach feuerfest.
In der nachstehenden Tafel wurde auch versucht, durch ein
besondere Gruppierung die fenerfesten Typen unter den Tone
mit verschiedenem Tonerdegehait genauer zu bezeichnen.
»/ A180 Aeuß. Schmelz- Anzai!
39
I. Gruppe:
39— 29 o/o AI208.
35 Tone, alle feuerfest:
13 (37o/0) Smp. 1850—1800°
14 (14»/0) Smp. 1790—17500
6, (14 o/o) Smp. 1740— 1700 0
3 ( »%) Smp. 1690—1650°
II. Gruppe:
28,9— 20 o/0 A1S08.
53 Tone, davon feuerfest:
2 ( 4%) Smp. 1810—1800«
11 (21%) Smp. 1790—1750»
19 (36%) Smp. 1740—1700»
7 (13 o/o) Smp. 1690—1650°
III. Gruppe:
19,9—8% AlsOs.
13 Tone, davon feuerfest :
2 (16 o/o) Smp. 1710—1700°
5 (39%) Smp. 1690—1650°
38
37
36
35
34
33
32
31
30
2»
28
27
26
25
24
23
22
21
20
19
18
17
16
16
14
12
8
temperatur in » C.
1840
1850
1830
1790—1830
1790—1800
1810—1830
1670—18/0
1760-1« 10
1670—1810
1700—1790
1690—1790
14b0— 1810
1500—1770
1470—1770
1450—1790
1460—1800
1300—1790
1440—1790
1270—1730
1120—1770
1450
1720
1650
1160—1710
1660
1460—1690
1390—1670
1660
der Toi
1
1
1
3
2
4
7
2
6
3
6
7
7
9
6
4
8
7
3
3
1
1
1
4
1
2
Hieraus ersieht man, daß es eine regelmäßige Abnahu
der feuerfesten Typen wohl gibt, je nachdem der Tonerdegeha
abnimmt ; man sieht aber auch, daß Tone mit einer genügende
Feuerfestigkeit von vornherein, vielleicht ohne Grand, ausg>
schlössen sind, wenn man hergebrachter Weise annimmt, ds
ein üblicher Gehalt an Tonerde notwendig ist, damit ein Tc
feuerfest sei.
Daraus ergibt sich, daß man ein anderes Merkmal außi
dem Tonerdegehait suchen muß, um a priori eine angenäher
Beziehung zwischen Schmelzpunkt und chemischer Zusammei
setzung der Tone zu finden. Dies ist anderwärts auch erkani
und versucht worden, und es sei nur an Bischofs und Sege;
Feuerfestigkeitsquotienten erinnert.
Die Verfasser bemerken, daß sie diese Frage nur erörterte
weil vielfach dem Tonerdegehait eine übertriebene Wichtigke
beigemessen wird,' was vielleicht in der Praxis einen zweifache
Nachteil haben kann. Der erste ist der, daß zuweilen von vor;
herein gewisse Rohstoffe nur auf Grund einer chemischen An.
lyse ohne praktische Versuche von der Verwendung ausg
schlössen werden, die sonst für die gewöhnliche Qualität fene
fester Erzeugnisse sich verwenden ließen, was dazu führt fi
letztere Rohstoffe zu verwenden, die besser für Produkte, t
die strengere Anforderungen gestellt werden, reserviert würde
Dies kann zu einer wirklichen Verschleuderung von Rohstoffe
führen. Der andere Nachteil besteht darin, daß man bei Ai
nähme einer selbst hohen Zahl für den Mindestgehalt an Toi
erde in der Tat keine absolute Sicherheit für die Feuerfesti)
keit dieser Produkte hat, was auch für die Klassifikation di
feuerfesten Erzeugnisse in Kategorien nach dem Tonerdeg
halt gilt. '_
Bück- und Ausblick
zur industriellen Wärmewirtschaft.
(Uebermittelt von der „Warmetechniscben Beratungsstelle der deutsch«
Glasindustrie" W. B. G., Frankfurt a. M.)
(Nachdruck verboten).
Vor dem Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit in Indc
strie und Handwerk hielt am 10. Juni 1922 Herr Direkte
Dr. Thiele vom „Deutschen Verband Technisch-Wissenschai
1922. (66. Jahrgang.)
SPRECH SAAL- COBURG.
Nr. 39 — 433
licher Vereine", Berlin, ein Referat, das auf die Verhältnisse
der Glasindustrie in vielen Teilen zutrifft. Wir geben nach-
stehend einen kurzen Auszug des Vortrages zur besten Beachtung
wieder :
Gegenüber der früheren Selbstverständlichkeit, an jedem
Ort den Brennstoff mit dem jeweils günstigsten Wärmepreise
zu verstochen, sah sich die deutsche Industrie schon während
des Krieges infolge Kohleknappheit, zum Teil auch wegen
Transportschwierigkeiten gezwungen, auf Kohlensorten zurück-
zugreifen, auf welche die vorhandenen Dampf- und Gas-
Erzeugungsanlagen von Hause aus nicht zugeschnitten waren.
Man nahm damals, und mit einem gewissen Recht, diesen
zunächst nur als lästig empfundenen Zustand lediglich als eine
Kriegsei scheinung an, und daher war auch die stellenweise
geschaffene Abhilfe nur eine provisorische. Leider hat die
Folgezeit zu der Erkenntnis geführt, daß die Industrie noch
auf Jahre hinaus auf eine Brennstofflieferung angewiesen wäre
die, verglichen mit der Vorkriegszeit, nach der quantitativen
wie qualitativen Seite hin außerordentlich viel zu wünschen
übrig lassen würde. Diese bittere Wahrheit hat unsere Be-
triebe aus den einfachsten wirtschaftlichen Erwägungen heraus
gezwungen, sich endgültig mit den gegebenen Verhältnissen
abzufinden und sich ihnen mit tunlichster Beschleunigung
I anzupassen.
Um die gleiche Leistung zu erzielen, mußte nach Streckungs-
mitteln Umschau gehalten werden, da auf eine Belieferung mit
der gewohnten, sagen wir „Einheitskohle" bis auf weiteres
nicht mehr zu rechnen war. Man richtete daher sein Augen-
merk auf die früher verpönten minderwertigen Brenn-
stoffe, wie sie bei der Steinkohlenaufbereitung anfallen,
gekennzeichnet durch ihren vermehrten Asche- und Wasser-
gehalt, weiterhin auf die plötzlich in der allgemeinen technischen
Achtung steigende Rohbraunkohle und schließlich sogar
; auf den Torf.
Es ist klar, daß eine Umstellung auf derartige, ihrem Wesen
nach ganz andere Brennstoffe grundlegende systematische Ab-
änderungen der Feuerungsanlagen bedingte, die nicht nur
große Opfer an Geld, sondern auch an Zeit erforderten.
Schlechterdings mußte versucht werden, die notwendige Um-
stellung ohne zu große Einbuße an Produktion zu vollziehen.
Hinzu kam noch das Problem der größeren Massenbewältigungi
denn es bedingten die nunmehr zur Verfügung stehenden neuen
Brennstoffe, bezogen auf die gleiche Wärmemenge, deren Heran-
schaffung bis zu der fünffachen früheren Menge und, was noch
schwieriger, deren Lagerung und Hin- und Herbeweeung auf
dem Werk selbst. ~
Dieser ganze Fragenkomplex ist auch heute noch zu neu
" um berechtigter Weise erwarten zu dürfen, daß eine zufrieden-
stellende Lösung auf der ganzen Linie schon verzeichnet werden
könnte; auch deshalb nicht, weil unsere ganze heutige Brenn-
stoff Wirtschaft noch immer mehr oder minder im Fließen ist
Wenn daher die Industrie einen Teil der ihr bis dahin noch
unbekannt gewesenen Aufgaben noch nicht überall zu lösen
[vermochte, so sollte man dies nicht in allen Fällen als einen
Mangel an dem nötigen guten Willen oder an Verständnis
deuten. Häufig liegt es in der Tat an anderen Gründen, nicht
Jzuletzt aber oft auch an der reinen Geldfrage, welche die
t, Anpassung an die heutige Brennstoffwirtschaft abgebremst
haben. — Wer zu beobachten Gelegenheit gehabt hat mit
fwelcher Musterkarte verschiedenartiger Brennstoffe, teilweise
fragwürdigster Qualität, heute noch viele Werke ihr Leben
fristen müssen, nur um dem obersten Grundsatz aller industriellen
(| Wirtschaft gerecht zu werden, d. h. zu produzieren, so gut oder
^»o schlecht dabei auch die wärmetechnische Theorie fahren
möge, wird es verstehen, wenn die Lust und Liebe, praktische
K Wärmewirtschaft zu treiben, selbst bei durchaus einsichtigen
,j Werksleitern vor der Notwendigkeit, unter allen Umständen
v den Betrieb aufrecht zu erhalten, in den Hintergrund treten
mußte.
Das soll und darf die berufenen Stellen nicht hindern,
p immer wieder die Forderung zu erheben, daß sich die Betriebe
%i einem stetig wachsenden Umfange der neuzeitlichen Brenn-
. Stofflage anzupassen haben durch Pflege einer geregelten Wärme-
(1 Wirtschaft. Es gilt heute nicht mehr, kurz befristete Schwierig-
keiten zu überwinden, sondern es liegen Verhältnisse vor, mit
denen wir leider auf lange Jahre hinaus zu rechnen haben
werden.
Um die gleiche Leistung wie früher zu erzielen, erfordern
die Feuerungen, auch bei Verwendung von normal geltender
Steinkohle, infolge deren viel minderwertiger gewordenen
i Beschaffenheit mehr Brennstoff- Auf wand.
Das Augenmerk der Industrie sollte vermehrt darauf
gerichtet sein, bei der Erstellung von Feuerungsanlagen unab-
» hängigen Sachverständigenrat hinzuzuziehen und nach Möglich-
o keit, so wie es vor dem Kriege üblich war, die Einhaltung von
'^zahlenmäßigen Garantien von den Lieferfirmen zu verlangen.
Einzelne Betriebe haben den Weg beschritten, das Feingut
in Kleinbrikettieranlagen, und zwar ohne Vortrocknung zu ver-
arbeiten. Das abgesiebte, mehr stückige Material kann leicht
verfeuert werden. Solche Industrien, namentlich wenn sie hohe
Verbrennungstemperaturen ben ötigen, können die wasserreichen
Brennstoffe, wie Braunkohle und Torf, nur durch Vergasung
und Niederschlagen des im Gase enthaltenen Wasserdampfes
oder durch Vortrocknung, Vermahlung und Verfeuerung in
Staubform nutzbar machen. Beide Wege erfordern die Auf-
wendung beträchtlicher Anlagekosten, sind aber doch in letzter
Zeit beschritten worden. Die Vergasung von Braunkohle ist
heute, soweit es sich um überwiegend stückiges Material handelt,
als technisch gelöst anzusehen, wenn man von der natürlichen
Begleiterscheinung absieht, daß in diesem Fall der Durchsatz der
Generatoren bedeutend geringer ist, als bei Briketts oder Koks.
Wirtschaftlich denkende Werkleiter laden sich nur ungern die
beträchtlichen Schwierigkeiten, die bei der Verstochung von
minderwertigen Brennstoffen letzten Endes immer eintreten, sowie
die großen Kosten der apparaturmäßigen Neueinrichtung auf,
wenn sie nicht einen genügenden Anreiz in einer entsprechenden
Preisspanne für das verwandte Feuerungsmaterial finden.
Schöne praktische Erfolge sind bereits erzielt worden durch
ganz einfache und daher an sich wirtschaftliche Verfahren, ge-
wisse Abfallprodukte der Steinkohle in relativ hochwertige
Brennstoffe umzuwandeln. Bs ist zu erwarten, daß die Ver-
wendung selbst geringwertigster Brennstoffe eine starke Zu-
nahme erfahren und dadurch fühlbar zu? Entlastung des Stein-
kohlenmarktes beitragen wird. In dieser Richtung liegt offensicht-
lich ein bedeutsamer Zusammenhang zwischen Kohlenpreisen
und Wärmeausnutzung. Im wohlverstandenen Interesse der
Brennstoff verbrauchenden Industrie sollte jeder mögliche
Einfluß geltend gemacht werden, um unter Anpassung an die
Preisentwicklung auf dem Kohlenmarkte einer dauernd stei-
genden Verwendung minderwertiger Brennstoffe die Wege zu
ebnen.
Die technischen Grundlagen für die Verwertung von Ab-
wärme und Abfallkraft waren zwar im wesentlichen schon vor
dem Kriege bekannt, doch war die Zahl der Betriebe, welche
diese Erkenntnis in die Praxis umzusetzen wußten, noch ver-
hältnismäßig gering. Die Krafterzeugungskosten spielten da-
mals längst keine so ausschlaggebende Rolle wie heute. Seit
Kriegsende ist ein erfreulicher Aufschwung in der Nutzbar-
machung solcher bisher vernachlässigter Energiemengen zu
verzeichnen1). Nach der konstruktiven Seite hin ist auf
diesem Gebiet seither nicht überall Erstklassiges geleistet
worden. Der plötzlich einsetzenden starken Nachfrage ist so-
wohl von Lieferfirmen als auch von technischen Beratern mit
ungenügenden Erfahrungen mit großem Eifer begegnet, aber
nicht immer glücklich gedient worden.
Immer wieder ist zu betonen, daß der Anfang aller
praktischen Wärmewirtschaft darin bestehen sollte, die In-
dustrie-Anlagen einer dauernden wärmetechnischen Betriebs-
überwachung zu unterwerfen. Mit Recht wird in diesem Zu-
sammenhang von namhaften Werksleitern darauf hingewiesen,
daß es ein Widersinn sei, in wärmetechnisch schlecht be-
stellten Betrieben mit komplizierten Messungen, mit Projektieren
aller möglichen Verbesserungen u. dgl. zu beginnen, anstatt
zunächst einmal alle Spuren betrieblicher Vernachlässigungen
an der wärmeerzeugenden wie -verbrauchenden Apparatur zu
beseitigen. Solche Betriebe, namentlich kleinerer Ausdehnung,
gibt es heute leider noch sehr viele. In Werksanlagen, in
welchen Zustände möglich sind, wie sie u. a. auch in dem vor-
züglichen Bericht2) des „Technisch - Wirtschaftlichen Sachver-
ständigen-Ausschusses beim Reichskohlenrate" vom Januar d. J.
erwähnt, werden, müssen erst Ordnung und wärmetechnisches
Verständnis geweckt werden, ehe man an die größeren Auf-
gaben dieser Art herangeht. — Ausführlich ist dieses Kapitel
auch auf der Jahresversammlung der Hauptstelle für Wärme-
Wirtschaft (H. f. W.) in Dresden 1921 behandelt worden.3) Es
wurde u, a. dort von Berner festgestellt, daß in der Mehrzahl
der von ihm geprüften kleineren und mittleren Betriebe, die
ohne größere BetriebsumstelluDg, also lediglich durch eine
sorgsame Betriebskontrolle erreichbare Ersparnis zwischen 10
und 15°/0, bei Großbetrieben zwischen 8 und 10°/0 ange-
nommen werden könnte. Nur 1/10 würde für die Aufwendungen
zur Durchführung der wärmetechnischen Betriebsüberwachung
abzurechnen sein.
Die Preisentwicklung auf dem Brennstoffmarkt sowie die
Knappheit an Brennstoffen hat für alle, namentlich größere
Betriebe die Rückgewinnung der brennbaren Bestandteile aus
Herdrückständen lohnend gemacht.4) Bei allen gut geleiteten
») Abhitzekessel in Glashütten, (Verl d W. B. G.) 1922; Sprechsaal
1922, S 158,
2) Sprechsaal 1922, S. 170.
8) Sprechsaal 1921, S. ,620.
*) Feuerungsrückstände in Glashüttten, (Verl. der W. B. G.) 1921.
434 — Nr.L39
SPRECHSAAL- COBURG*.
1928. (56. Jahrgang.)
Betrieben sollte das Bestreben dahin gehen, durch konstruktive
und betriebliche Maßnahmen an den Feuerstellen die Menge
des Verbrennlichen in der Asche von Hause aus möglichst
herunterzudrücken.
Die Kohlenstaubfeuerung beginnt, nachdem eine Reihe
namhafter Firmen die Vorbedingungen für ihre aussichtsreiche
Anwendung genügend erforscht haben, an Boden zu gewinnen.
Die Vermeidung von Wärmeverlusten infolge Ausstrahlung
durch Anwendung von Wärmeschutzmitteln ist durch wissen-
schaftliche Durcharbeitung dieses Sondergebietes bedeutend
gefördert worden.
Die H. f. W. hat es unternommen, zusammenfassende Ar-
beiten auszuführen, um eine Uebersicht über die speziellen
wärmetechnischen Verhältnisse vorhandener Industriezweige zu
gewinnen und Anregungen für Verbesserungsmöglichkeiten zu
geben.
Der Bericht schließt mit dem Hinweis, daß die Warme-
wirtschaft tatsächlich marschiert. Es ist eine sehr mühsame
Aufgabe, das Verständnis für die schwebenden Probleme in
allen beteiligten Kreisen so zu fördern, wie es nach der
heutigen Brennstofflage den volkswirtschaftlichen Notwendig-
keiten entspricht. Mit der H. f. W. sind aber zum Glück jetzt
schon viele fachliche Wärmestellen am Werk, um wärme-
wirtschaftliche Erkenntnis in stetig zunehmendem Maße in die
Tat umzusetzen. Zu guter Letzt werden sich die schwer beweg-
lichsten Brennstoffverbraucher überzeugen müssen, daß Kohlen-
sparen nicht nur in wohlverstandenem eigenen Interesse,
sondern Pflicht der Allgemeinheit gegenüber und Gebot der
Stunde ist.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Korrespondenzen.
Das 25 jährige Arbeitsjubiläum bei der Firma Max Roesler, Fein-
steingutfabrik, A.-G., Bodach, begingen anch in diesem Jahre eine i Reibe
von Werksangehörigen. Bs sind dies : Modelleur Reinhard Ritter, Former
Max Bär, Schleifer Carl Hoffmann, Fabrikarbeiter Friedrich Lersch, Packer
Carl Morgenrotb, Biennbansarbeiter Johann Popp aua Rudelsdorf, Lager-
arbeiter Eugen Völker und Fiechterin Emma Wedel. Den Jubilaren
wurde in Anerkennung der treuen Dienste seitens der Direktion ein Ge-
denkblatt und die silberne Denkmünze des Bayerischen Industriellen- Ver-
bandes und von der Firma ein Gedenkteller mit einem Geldgeschenk
überreicht.
Totenschau. Am 16. 9. £2 verschied nach längerem, schwerem
Leiden im 67. Lebensjahr Josef Gttn zel , Inhaber der Schmelzfarbenfabrik
Jos. F. Gttnzel, Haida.
Fachschulen, Unterricht, Forschung.
Handels-Hochschule Berlin. Das Vorlesungsverzeichnis für das
Wintersemester 1922/23 ist soeben erschienen und beim Sekretariat der
Handels- Hochschule, Berlin C 2, Spaudauer Straße 1, zum Preise von
Ji 10 erhältlich.
Gesetzgebung, Steuern.
Neue Ausführungsbestimmungen zum Luxussteuergesetz. Der
Reichrat hat in seiner letzten Sitzung neue Ausfnhrungsbestimmungen
zum Umsatzsteuergesetz, insbesondere zur Luxussteuer, angenommen.
Danach sollen eine ganze Reihe weiterer Einschränkungen und Befreiungen
von der Lnxussteuer hinzukommen. So sind die Verfeinerungsarbeiten
jetzt nicht mehr maßgebend für die Luxussteuerpflicht, die eigentlichen
Gebrauchsgegenstände sind fast durchweg freigelassen und u. a. bei
keramischen Waren nur die Schmuckgegenstände der Lnxussteuer unter-
worfen.
Entscheidung des Reichsfinanzhofs. Zum Begriff der Tage-
und Reisegelder der Auf sicbtsratsmitglieder im Sinne des
Reichsstempelgesetzes. Das Gesetz unterscheidet in Tarifnummer 9
Abs 3 ausdrücklich zwischen Tagegeldern und Reisegeldern. Schon diese
Unterscheidung ergibt, daß unter letzteren nichtB anderes als die Auf-
wendungen für die Beförderung nach nnd von dem Orte der Bestimmung
verstanden werden können. Alles, waB nicht unter diese Beförderungs-
kosten fällt, insbesondere die Bestreitung der Kosten fttr Verpflegung und
Unterkunft, muß daher unter der Bezeichnung Tagegelder begriffen werden.
Daraus, daß die Befreiung der Tagegelder an einen niedrig gehaltenen
PauBchalsatz geknöpft ist, folgt ohne weiteres, daß fttr die Reisegelder, die
fttr steuerpflichtig eiklärt sind, wenn Bie den Betrag der baren Auslagen
übersteigen, im Gegen«atze zam Pauschale der Nachweis dieser Auslagen
hat gefordert werden sollen. Man hat einen Mißbrauch der Befreiunga-
vorschrift bei den Beförderungskosten durch den leicht zu kontrollierenden
Nachweis der erwachsenen Kosten, bei den Kosten der Verpflegung und
des Unterhalts durch die niedrige Bemessung des Pauschalbetrages aus-
schließen wollen. Die AuslegnngsgrundBätze des Bundesrats unter VI, 4, 6,
die allerdings keine gesetzliche Kraft haben, haben hiernach in der Jtfe-
BriffibeBtimmnng dessen, was als Tagegeld und was als Reisegeld anzusehen
ist durchaus das Richtige getroffen. Wenn infolge der Geldentwertung
die Befreiung der Tagegelder in Beschränkung auf einen Betrag von
Ji 60 fttr heutige Verbältnisse zu eng erscheint, so ist dies ein Mangel
des Gesetzes, der nur auf dem Wege der Gesetzesänderung beseitigt werden
kann wie dies inzwischen auch durch das neue Kapitalverkehrssteuerge-
setz 4? 64 Abs. 2 geschehen ist. Den AuBlegungsgrnndsätzen des Bundes-
rats iat auch darin recht zu geben, daß sie die Befreiung von Tagegeldern
und Reisegeldern, selbBt in dem im Gesetz anerkannten beschränkten Um-
fang, nur auf Aufwandsvergtttungen fttr den Fall der Abwesenheit des
AufaichtsratBmitglieds von Beinern Wohnort beziehen. (U. v. 11. 7. 22
IIA 161/22)
Handel und Verkehr.
Die Gründung einer deutschen Handelskammer in Mexiko
wird von dem Wirtschaftsausschuß der DeutBch-Mexikaniachen Gesell-
schaftNttmberg, in ernstliche Erwägung gezogen. Interessenten wollen
eich mit besagtem Wirtschaftsausschuß (Dr. Karl Mttller, Nürnberg,
Frommannstraße 19) in Verbindung Betzen.
n
n
Ein- und Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Feinkeramik. Geb Regiert ngsrat Nehring hat mit
Wirkung vom 1. 9. sein Amt als stellvertretender Reichsbevollmächtigter
der A. H. N. Feinkeramik niedergelegt. Mit der Weiterfttbrung seine
Geschäfte ist bis zur Wahl eines neuen stellvertretenden Reichsbevoll-
mächtigten Herr Dr. Scherman betraut worden.
A. H. N. Grobkeramik. Die AuBf uhrmindestpreise fttr Korund und
Schmirgel haben ab 15. 9. Abänderungen erfahren. — Die neuen Ausfuhr-
mindestpreise fttr Ton treten am 25. 9. in Kraft
A. H. N. Glas. Fttr Kristallschleifglas ist mit sofortiger Wirkung
der bisherige Aufachlag für Italien von 26«/0 auf 33V3 °/o erhöht worden.
— Mit Wirkung vom 28.8 22 ist eine neue Tabelle für Inhaber
von Ladengeschäften bei Verkäufen an Ausländer festgesetzt. Die Tabelle
ist bei der A. H. N. Glas erhältlich. Alle früheren Tabellen Bind damit
ungültig geworden. — Der Aufschlag auf die Inlandspreise der Hohl-
glasindustrie ist von 750. auf 1500 o/0 erhöht worden. Die Inlandspreise
stellen nach wie vor die Autfnhrmindestpreise für valutaschwache Linder
dar — Ferner sind die Kiatenmindestpr eise auf M 400 ]e qm
Kißtenteile für Lattenkisten und auf 500 je qm für Vollkisten erhöht
worden.
Freibleibender Preis bei der Ausfuhr. Hierzu schreibt die Handels-
kammer München folgendes: Die unsichere Lage unserer wirtschaftlichen
Verhältnisse hat es mit sich gebracht, daß die deutsche Industrie ihre
Erzeugnisse beim Export nach Uebersee immer häufiger mit der Klausel
„Preis freibleibend" anbietet Dies hat aber nach einem Bericht der
deutschen Gesandtschaft in Havanna zur Folge, daß dort immer mehr
Bestellungen an außerdeutache Firmen gegeben werden, die sonst deutschen
Firmen zufallen würden, lediglich weil der Rehmer die Grundlage
eines festbestimmten Lieferungapreisea für unentbehrlich hält Die Gefahr,
daß auf diese Weise große Teile des auswärtigen Marktes den deutschen
Erzeugnissen verloren gehen, darf nicht unterschätzt werden. Iu einer
Zeit, in der die deutsche Kaufkraft im Inland immer mehr zurückgeht
und daher die Ausfuhr für die Aufrechterhaltung vieler Betriebe eine
Lebensfrage wird, müßte jeder Kaufmann darauf -Beben, feste Preise zu
stellen, die auch dem Abnehmer eine genaue Kalkulation ermöglichen,
und abgeschlossene Verträge auch unbedingt zu halten. Bai den starke»
Schwankungen der Mark muß daher auf alle Fälle die Faktonerung la
fremder Währung vorgezogen werden und ea ist auch anzunehmen, da«
jene aualändiachen Abnehmer, welche früher in Mark zu zahlen wünschten,
nunmehr ebenfalls sich auf R9chnungastellung in fremder Valuta einlassen
werden.
Freiliste luxemburgischer Erzeugnisse. Um zu vermeiden, daß
mangels rechtzeitiger Bekanntgabe der neuen Liste die Einfuhr aus Luxem
bürg gestört wird, hat der Reichsbommissar bestimmt, daß die am 16 9.22
ablaufende Kontingentaliste vom 16. 9. 22 ab bia zum Emgang der neuen
amtlichen Liete tla Kontingentsliste fttr das 3. KontiDgent^ahi : zu
betrachten iat. Die fttr das 3. Kontingents] ahr auf die bisherige Kon-
tingentaliste angerechneten Bewilligungen Bind nachträglich auf die neue
Liste zu verrechnen.
Das Goldzollaufgeld beträgt fttr die Woche vom 27. 9.-3. 10. 2S
34 400 »lo.
Das Aus- und Einfuhramt, Bad Ems, hat ein neues Merkblat
(Nr. 13) herausgegeben, das nunmehr allein Gültigkeit hat.
Italien. Das Zollaufgeld ist für die zweite Septemberhälfte an
345 °/0 (332) festgesetzt worden.
Litauen. Zum neuen Einfuhrzolltarif, über dessen Iukrafttrete
wir in Nr 38. S. 428, berichtet haben, ist in teilweiser Ergänzung noot
folgendes nachzutragen: Fttr die nach Litauen eingeführten Waren wirc
ein dem tatsächlichen Warenwerte berechneter Zoll in folgender Weis,
erhoben. Zollfrei Bind: Ziegel, Fensterglas, Zement, Kalk Mit 5 o/, de
tatsächlichen Wertes werden verzollt: Mühlsteine, Schleifsteine Wetz
Steine, Lehm, Gips, Kreide, Graphit. Mit 15 «/«,: Tisch- und Wanduhren
Mi 20 o/o : Gegena ände aus Lehm, Gips, Zement, die für Verachönerungs
zwecke bestimmt sind, Erzeugnisse, aus. Glas,
fttr unsere Industrien keine Erzeugnisse in Frage. Mit 50»/0: Spielzeug
AUe vorstehend nicht aufgeführten, für uns in Betracht kommenden JJ
Zeugnisse unterliegen einem Hingangszoll von 10 Vo ihres Werte
(Porzellan, Tonwaren usw.).
Tschechoslowakien. Bevorstehende ZollermaBIgungen. Ui
der Wirtschafts- und beaondera der Absatzkriais zu ■ ateuarn, wird ii
Handelaminiaterinm gegenwärtig ar i einer Rmsion der Zölle gearbeite
Die Zollermftßigung wird in eiBter Linie jene Waren betreffen, bei den«
1922 (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 39 — 435
' durch eine Herabsetzung der Preise auf den inländischen Märkten Welt
: marktpreise erzielt werden konnten, wodurch die Konkurrenzfähigkeit der
Industrie gehoben und die Arbeitslosigkeit mit Erfolg bekämpft werden
könnte.
Vereinigte Staaten. Inkrafttreten des neuen Zolltarifs. Wie
' der Deutsch- Amerikanische Wirtschaftsverband mitteilt, ist nach einem
New Yorker Eadiotelegramm das neue Zolltarifgesetz vom Präsidenten
Harding unterschrieben worden, so daß es in der Nacht vom 20. zum
1 21. 9. 22 in Kraft getreten ist. Alle nach diesem Zeitpunkt ans dem
Zollhaus entnommenen Waren unterliegen nunmehr den neuen Zöllen.
Der Deutsch-Amerikanische Wirtschaftsverband, Berlin, wird dem-
nächst eine deutsche Uebersetzung des neuen Taiifs herausgeben, die
nicht nur die einzelnen Tarifpositionen, sondern auch die neuen administra-
' tiven Torschriften enthalten wird. Bestellungen sind an die Geschäfts-
stelle (Berlin NW 7, Neue Wilhelmstraße 12/14) zu richten.
Die Lage in Industrie und Handel.
Die Lage der feinkeramischen Industrie Im Monat August 1922.
[Die Werke waren allgemein gut beschäftigt, da noch genügend alte Auf-
I träge vorlagen. Es macht Bich aber ein starker Rückgang der Nachfrage
sowohl aus dem In- als auch dem Ausland bemerkbar. Die Versorgung
[mit inländischen Kohlen ist nach wie vor ungenügend. An Steinkohle
wurden durchschnittlich 45°/?, an Braunkohle und Briketts etwa 66%
des Bedarfes geliefert. Dabei sind die dem Verteilungsschlüssel unter*
(liegenden böhmischen Kohlen bereits eingeschlossen. Die dem Bedarf
entsprechende übrige Kohle muß also aus dem Auslände zu Weltmarkt-
preisen bezogen werden. Dabei ist noch besonders zu berücksichtigen, daß die
[Werke in erster Linie auf böhmische Kohle angewiesen sind und der
Kurs der tschechischen Krone ganz besonders gestiegen ist (verhältnis-
mäßig höher als der des Dollars). Ihre Rohstoffe muß die keramische
Industrie ebenfalls zum überwiegenden Teil aus dem Auslande, besonders
raus Böhmen, beziehen und ist gezwungen, Weltmarktpreise dafür zu
Rahlen. Dazu kommt, daß die keramische Industrie jetzt mit der um 60 %
erhöhten Ausfuhrabgabe belastet ist, die nicht mehr auf den Auslands-
markt abzuwälzen ist, sondern letzten Endes vom Inlandsverbraucher zu
tragen Bein wird. Die Preise auf dem Inlandsmarkt wurden bisher niedrig
gehalten und deckten nicht einmal den Herstellungswert der Ware ; dies
wird sich auf die Dauer nicht mehr durchführen lassen. Die keramische
Industrie hat ihre Vorkriegsbedeutung noch nicht wieder erreichen können.
Unsere heutige Gesamtproduktion beträgt 70% der Vorkriegsproduktion.
Vor dem Kriege wurden etwa 65% exportiert, heute nur noch 30%.
Die englische, französische, tschechoslowakische und amerikanische Por-
zellanindustrie macht den deutschen Erzeugnissen auf dem Weltmarkte
eine scharfe Konkurrenz. Zahlreiche Länder schützen sich gegen die
Einfuhr deutscher keramischer Erzeugnisse durch hohe Einfuhrzölle So
ist die Lage der deutschen keramischen Industrie zur Zeit nicht als
günstig anzusehen.
Die Lage der Keram. und Glasindustrie im Monat August.
In der Porzellanindustrie herrschte im Berichtsmonat fast durchweg
reges Leben. Die Aufträge reichen vorläufig noch für die nächsten
Monate aus. Die Notwendigkeit, Auslandsbrenn- und Rohstoffe heranzu-
ziehen, hat aber bedeutende Erschwerungen für viele Betriebe zur Folge ;
mit Bücksicht auf deren hohen Preis verzichtet manche Fabrik auf den
Bezug derselben. Da aber kein genügender Inlandsausgleich da ist, wird
die notwendige Folge auch hier mit der Zeit eine Verringerung der Er-
zeugung lein müssen. Nach dem Bericht der Handelskammer Bayreuth
bewegt sich der Absatz scheinbar bereits auf absteigender Linie. Das
Inland werde für die teueren Porzellansachen täglich weniger kauffähig,
das Ausland aber bleibe mit seinen Bestellungen ebenfalls schon seit ge-
raumer Zeit hinter den gehegten Erwartungen zurück. Aehnliche Meldungen
Hegen auch von anderer Seite vor. Auf dem Arbeitemarkt ist die Lage
noch recht günstig, doch soll in der Provinz Sachsen die Nachfrage nach
Arbeitskräften jetzt schon mäßig sein. — Dia Fabriken für Luxuspor-
zellan und Gebrauchsgeschirr haben anscheinend noch lohnende
, Aufträge, dagegen fließen die neuen Aufträge spärlicher, worunter die
i Aussichten leiden. Für elektrotechnisches Porzellan herrscht schein-
bar in den Betrieben der sächsischen Lausitz noch lebhafte Nachfrage,
ebenso in Sachsen-Meiningen. Geringes Interesse dagegen besteht nach
wie vor im Coburger Bezirk, ebenso neuerdings in der elektrotechnischen
Porzellanindustrie im Riesen gebirge. — Die Feinsteingutindustrie
arbeitet ebenso wie die grobkeramische Industrie im allgemeinen
noch gut, der Auftragsbestand wäre reichlich zu nennen, wenn nicht die
unerträgliche Kohlennot bestände. Die Versorgung mit Rohstoffen ist
(gleichfalls andauernd unzureichend, eine Folge wieder der Kohlennot bei
den Rohstofflieferanten. Die Verteuerung aller Betriebsmittel und Roh-
stoffe, das Ansteigen der Löhne usw. bedingen eine fortwährende Herauf-
setzung der Preise. Das Auslandsgeschäft scheint noch gut zu gehen.
— In der Glasindustrie wiesen die Betriebe aller Art bei lebhafter und
ateigender Nachfrage nach wie vor flotten Geschäftsgang auf. Die An-
forderung tüchtiger Arbeitskräfte hielt an, ohne daß diese überall in der
gewünschten Anzahl gestellt werden konnten. Die vom Inland zuge-
, wiesenen Kohlen genügen in den seltensten Fällen zu einer stetigen Er-
i zeugung. Die Herbeiziehung englischer oder böhmischer Kohle verteuert
die Produktion so sehr, daß in vielen Fällen hiervon Abstand genommen
Iwerden muß, so daß Stockungen des Betriebes und Einschränkung der
Erzeugung die Folge sind. Ein Hindernis für den raschen Absatz bleibt
. vielfach auch die ungenügende Gestellung von Eisenbahnwagen. — Der
^Beschäftigungsgrad der H o h 1 g 1 a s industrie ist noch recht gut, auch in
len Fabriken, die Beleuchtungsglas, chemisches, pharmazeutisches und
medizinisches Glas herstellen. Doch ist auch hier ein Rückgang der
Auftragserteilung verschiedentlich festzustellen. Die Flaschenfabriken
< 'arbeiten noch gut und haben auch günstige Aussichten, wie ein Verbands-
bericht meldet. Die Betriebe tind aber durch den starken Brennstoff-
ond teilweisen Wagenmangel im Wesergebiet ebenso wie durch Mangel
u Soda und Sulfat im allgemeinen aufgehalten. — Die bei den Kristall'
glasfabriken vorliegenden Aufträge reichen zum Teil noch für die nächsten
Monate aus. Die Aufnahmefähigkeit des Inlandes war bisher zufrieden-
stellend. — Die Taf e 1 g 1 a s industrie hat weiterhin recht gut zu tun;
die vorliegenden Aufträge sichern für die nächste Zeit einen ungestörten
Geschäftsgang. — Während die Erzeugung der Spiegel- und Spiegel-
glasfabriken nach dem Bericht der Handelskammer Regensburg dem
gesteigerten Inlandsbedarf nicht entspricht, läßt, wie die Handelekammer
Bayreuth ausspricht, der verringerte Absatz bereits einen deutlichen
Rückgang der Kaufkraft im Inland erkennen; die teure böhmische Kohle
treibt die Preise ungemein in die Höhe. Aus dem Rheinland wird über
eine glänzende Geschäftslage berichtet, ebenso auch aus Schlesien, jedoch
haben dort wie auch in der Lausitz die Aufträge erheblich nachgelassen.
Das Auslandsgeschäft soll Bich nach dem Regensburger Bericht nur
schleppend vollziehen.
Belgien. Die Lage in der Glasindustrie. Wie verlautet, sind
der belgischen Fensterglasindustrie im Monat Juni bei einer Produktion
von 22 Millionen Quadratfui Aufträge für insgesamt 26 Millionen Qaadrat-
faß zugegangen. Die Läger müssen sich demnach nicht unerheblich ver-
ringert haben. Infolge Inbetriebnahme einiger weiterer Schmelzöfen
rechnet man für die Zukunft mit einer monatlichen Produktion von rund
30 Millionen Quadratfuß, wodurch dann die Nachfrage wieder über-
schritten sein würde. — Aus Amerika kommen fortlaufend große Aufträge
auf geschliffene Glasscheiben für Automobile.
Gesohäftllohe Mitteilungen.
Porzellanmetall, Porzellan- und Metallwarenfabriken, A.-G.,
Nürnberg. Auszug aus dem genehmigten Abschluß für die Zeit vom
10.10. 21—30.6. 22: Reingewinn M 411440; Dividende 7Vi°A>; Ab-
schreibungen M 916 064. — Das erste Geschäftsjahr ist hauptsächlich
dem Ausbau der Porzellanfabrik in Oberklingensporn gewidmet worden.
Das bis jetzt erzeugte Porzellan sowohl in Geschirr als auch in Elektro-
technik entspricht allen Erwartungen. Um von Lieferfirmen noch mehr
unabhängig zu sein, wurde letzthin die Elektro Fayencefabrik in Mitter-
teich erworben. Mit Rücksicht hierauf und zur Stärkung der Betriebs-
mittel wurde die Kapitalserhöhung um JL 5,5 Mill. auf M 10 Mill. be-
schlossen. Sämtliche neue Aktien werden von einem Konsortium über-
nommen und zwar Jt 1,9 Mill. zu 152% mit der Verpflichtung, diese
den bisherigen Aktionären im Verhältnis 3 : 1 zum gleichen Kurse anzu-
bieten. Von den restlichen Aktien werden Jt 1,2 Mill. zum vorerwähnten
Fabrikerwerb verwendet, während die übrigen j(, 2,4 Mill. zu 230%
übernommen werden und nach Weisung des Aufsichtsrates Verwendung
finden sollen. In den Aufsichtsrat wurde Fabrikbesitzer N. Bauer neu
gewählt.
Steingutfabrik Colditz, A.-G., Colditz. Die a. o. G.-V. ge-
nehmigte die Kapitalsverdoppelung um Jt 4 Mill. auf M 8 Mill. Die
M 3,84 Mill. Stammaktien werden der Commerz- und Privatbank,
Filiale Leipzig, zu 225 % überlassen, mit der Maßgabe, sie den alten
Aktionären zu 250% im Verhältnis 1:1 anzubieten. Die M 0,16 Mill.
Vorzugsaktien werden zu 225% im Verhältnis 2:1 ausgegeben. Ferner
wird den bisherigen Vorzugsaktionären noch auf je 2 Vorzugsaktien eine
neue Stammaktie zum Bezüge überlassen. Sämtliche neuen Aktien sind
für das laufende Geschäftsjahr zur Hälfte dividendenberechtigt.
Terrakottawerk, G. m. b. H., Speicher (Bez. Trier). Der Betrieb
ist auf die Firma Rheinische Tonwarenfabrik W. Kuhmiehel & Co. käuf-
lich übergegangen,
Altenbnrger Glashütte, A.-G., Alten bürg, S.-A. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 30. 6. 22: Reingewinn Jt 707201 ; Verwendung
nicht veröffentlicht; Abschreibungen Jt 725 543.
General - Versammlungen.
Deutsche Glas- und Spiegelfabriken, A.-G., Fürth i. Bay.: o. G.-V.
14. 10. 22, 11 Uhr v., Geschäftsräume, Fürth.
Vereinigte bayerische Spiegel- und Tafelglaswerke, vorm. Sehrenk
& Co., A.-G., Neustadt a. d. W.-N. : o. G.-V. 16. 10. 22, 10 Uhr v..
Geschäftslokal, Neustadt W.-N.
Ostdeutsche Stanz- und Emaillierwerke, A.-G., Cüstrin: o. G-V
10. 10 22, 11 Uhr v., Viktoria Hotel, Cüstrin.
Gebr. Schultheiß'sehe Emaillierwerke, A.-G., St. Georgen: o. G.-V.
9. 10. 22, 4 Uhr n., Gasthof zum Hirsch, St. Georgen.
Eisenwerk Wertheim, A.-G., vorm Wilh. Kreß, Wertheim a. M.:
a. o. G.-V. 9. 10. 22, 11 Uhr v., Hotel zum Kronprinz, Würzburg. T.-O.:
u. a. Kreditbeschaffung.
Verbände.
Der Verein deutscher Spiegelglasfabriken, G. m. b. H., Cöln,
erhöhte mit Wirkung ab 14. 9. 22 die Preise in Spiegelglas aller Kategorien
um 20%.
Preiserhöhung für Glühlampen. Die Glühlampenfabriken haben
mit Wirkung vom 21. 9. 22 eine Erhöhung des bisherigen Teuerungs-
zuschlagB vou 100 % auf 300 % beschlossen.
Bleuen und Ausstellungen.
Die Frankfurter Messestadt. Die Kartenskizze, die wir hier ver-
öffentlichen, unterrichtet anschaulich über das außerordentlich starke Wachs-
tum der Frankfurter Internationalen Messen, deren nächste vom 8. bis
14. 10. abgehalten wird. Bekanntlich sind die gesamten Messe-Austellungs-
Anlagen in einer besonderen „Messestadt" (einem eigenen Bezirk) zu-
sammengefaßt, die in wenigen Minuten vom Hauptbahnhof zu erreichen
und auch sonst sehr günstig gelegen ist. Das vorbildlich ausgebildete
System der Gruppierung der Aussteller nach Warenbranchen, die auf die
gleichen Einkäuferkreise rechnen, wird dnrch den technisch-organisatorischen
Aufbau der Meßhallen und -häuser planmäßig gefördert und getragen. In
großen Zügen ergibt sich das folgende Bild:
436 — Nr. 39
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
Die Erzeugnisse unserer Industrien Bind wie folgt untergebracht:
Hbub- und Küchengeräte, Glas, Porzellan, Steingut, Metallwaren, elektrl
Schwachstromertikel: Haue wirtschaftliche Halle I und II (13 und 14);
Stielwaren: Nordhalle (11); Maschinenbau, Elektrotechnik, Beleuchtung,
Heizeng, sanitäre Anlagen: Haus der Technik (16). Die projektierten
Erweiterungen sind gestrichelt.
Eine besondere Stellung im Rahmen der Frankfurter Messestadt
nimmt das „Haus Werhbnnd" (8) ein, in dem kunstgewerbliche Werk-
stätten und Firmen untergebracht Bind, die durch eine vom Deutschen
Werkbund eingesetzte „Werkbun dkommiBSion beim Meßamt" zugelassen
sind Kunstgewerbliche Erzeugnisse rindet man auch in der Westhalle D
(10),' in der die Wiener Werkstätte ausstellt. (Außerdem in der Ost-
halle B).
Soziale Bewegung.
Mit dem Gesetzentwurf über die Arbeltszeit der gewerblichen
Arbeiter beschäftigte sich der Fozialpolilische Ausschuß des Reichswirt-
sebaftsrates. Der Entwurf legt im engen Anschluß an die im November
1919 in Washington gefaßten Beschlüsse der Internationalen Arbeitsorga-
nisation beim Völkerbunde, der Deutschland als Mitglied angehört, den
8-Stundentag gesetzlich fest. Der erste Abschnitt bestimmt den Geltungs-
bereich des Gesetzes. Za den gewerblichen Arbeitern sind auB dem Kreise
der Angestellten die Werkmeister nnd Techniker hinzugenommen worden.
Er wurde in folgender Fassung angenommen: „Die Vorschriften dieses
Gesetzes gelten für die in Gewerbebetrieben einschließlich des Handels
und des Bergbaues beschäftigten gewerblichen Arbeiter sowie für die mit
ihnen in ui mittelbarer Arbeitsgemeinschaft stehenden Betriebsbeamten;
ferner ffir im Haushalt beschäftigte Arbeiter, soweit das Hausgehilfen-
geBetz auf sie keine Anwendung findet " - Der § 2 gibt eine Auslegung
deB Begriffs gewerblicher Arbeiter und reebnet dazu auch die Lehrlinge.
— Der zweite Abschnitt betrifft die Arbeitszeit im allgemeinen und setzt
im § B den 8-Stundentag und die 48-StuDdenwoche als Regel fest. Die
beantragte Aufnahme folgender Bestimmung: „An den beiden letzten
Tagen der Woche bezw. an den Tagen vor hohen Feiertagen darf bis zu
10 Stunden gearbeitet weiden, sofern an den ersten Tagen der Woche
entsprechend weniger Arbeit geleistet worden ist« wurde angenommen.
Ferner wurde von einem Arbeitgeber des Handwerks folgender Antrag
gestellt- Lehrlinge dürfen außerhalb der Normalarbeitszeit täglich bis zu
einer Stunde zu Vorbereitongs- nnd Atfräomungsarbeiten herangezogen
werden « — Der § 6 deB Entwurfs, der als Arbeitszeit in ununterbrochenen
Betrieben die 66 Stundenwoche als Regel festsetzt, wurde ebenfalls ange-
nommen.
Arbeilsstreekung Matt Entlassungen. Die wirtschaftliche Un-
sicherheit infolge des MarMturzes und insbesondere die Erschwerungen
leim Bezug ausländischer Ruhstoffe haben, wie uns vom ReichsarbeitB-
ministenoni geschrieben wird, stellenweise die Gefahr einer Verminderung
der industriellen Tätigkeit nahegeiückt Das gibt Anlaß, darauf hinzu-
weisen, daß die Besümmongen über die Pflicht zur Arbeitsstockung noch
in Kraft sind. Nach § 12 der Verordnung vom 12. 2. 20 (R.G Bl 8. 218)
dürfen Entlassungen zur Verminderung der Arbeitnehmerzahl nur vorge-
nommen werden, wenn dem Arbeitgeber nach den Verhältnissen des Be-
triebes keine Vermehrung der Arbeitsgelegenheit durch Verkürzung der
Arbeitszeit (Streckung der Arbeit) zugemutet werden kann. Hierbei
braucht jedoch die Wochenarbeitszeit eines Arbeitnehmer nicht unter
U4 Stunden herabgesetzt zu werden. Gegebenenfalls kann der Arbeitgeber
Lohn oder Gehalt der verkürzt arbeitenden Arbeitnehmer entsprechend
herabsetzen, jedoch erst von dem Zeitpunkt an, an welchem eine Ent-
lassung der betreffenden Arbeitnehmer hätte erfolgen können, wenn die
Arbeitsstockung nicht Platz gegriffen hätte Die Vorschriften über
Aibeitsstreckung gelten nicht bei Entlassung Von Arbeitnehmern, die
nur zu vorübergehender Aushilfe oder für einen vorübergehenden Zweck
angenommen worden sind Soweit Entlassungen erfolgen müssen, sind
nach § 13 der genannten Verordnung für die Auswahl die Betriebs-
Verhältnisse maßgebend, sodann Lebens- und Dienstalter sowie der
Familienstand deB Arbeitnehmers. Besonderer Schutz ist für Kriegs-
beschädigte, Kriegshinterbliebene usw. vorgesehen. Für Streitigkeiten, die;
aus der Anwendung dieser Bestimmungen entstehen, sind die Schlichtung»-
ausBchüBse zuständig.
Zorn Einsprnchsver fahren gegen Entlassangen. In Betrieben,
die einen Betriebsrat haben, steht dem Arbeitnehmer das Recht zu, gegen
eine an Bich rechtswi*ksame Kündigung aus bestimmten Gründen Ein-
spruch zu erheben. Kommt eine Verständigung nicht zustande, so bat
letzten Endes der Scfclichtungsaupschuß über die Berechtigung des Ein-
spruchs zu entscheiden und bei ihrer Bejahung den Arbeitgeber für den
Fall, daß er eine Weilerbeschaftiguag des betreffenden Arbeitnehmers
ablehnt, zur Zahlung einer Entschädigung zu verpflichten. Bezüglich der
Höhe der letzteren bestimmt § 87 Abs 2 des BBG , d;ß sie sich nach
der Zahl der Jahre bemißt, wählend denen der Arbeitnehmer in dem
Betr eb insgesamt beschäftigt war und daß sie für jedes Jahr bis zu
einem Zwölftel — im ganzen aber nicht über sechs Zwölftel — des letzten
Jehreserbeitfe Verdienstes betragen darf. Wenn nun ein Arbeitnehmer noch
nicht ein volles Jahr in dem Betrieb beschäftigt war, dann ging bisher
die herrschende Meinung dahin, daß die Entschädigung entsprechend
niedriger festzusetzen ist, daß sie also z. B. bei einem Arbeitnehmer, dei
erst ein halbes Jahr lang dem Betrieb angehörte, nur höchstens ein Vier-
undzwanzigBtel des letzten Jahresarbeitaverdienstes betragen darf. Diesei
Auffassung ist die 8 Zivilkammer des Landgerichts I Berlin durch Urtei
vom 4. 5. 22 (23 S. 172/21) entgegengetreten. Sie hat sich auf den Stand
punkt gestellt, daß aus der vorgeschriebenen Art der Berechnung der Ent
Schädigung zu entnehmen ist, daß die Gewährung einer Entschädigung
überhaupt erst in Betracht kommt, wenn der Arbeitnehmer mindestens eil
volles Jahr in dem Betrieb beschäftigt gewesen ist, Das Urteil verweis
darauf, daß z. B auch die Pensionsansprüche der Beamten regelmäßig ers
nach einer gtwissen Wartezeit entstehen und zieht die Schlußfolgerung
daß auch das Betriebsrätegesetz nur dem Arbeitnehmer, der durch ein«
einjährige Dienstzeit eine gewisse Betriebszugehörigkeit erlangt hat, di
Vergünstigung der Einspruchsmöglichkeit hat gewähren wollen. — Da
Urteil ist für den Arbeitgeber von großer Tragweite. Selbst wenn de
Schlichtungsausschuß sich über das Urteil hiuwegsetzen wollte, bleibt den
Arbeitgeber immer noch der ordentliche Rechtsweg offen, da die Ent
Scheidungen der Schlichtungsausschüsse nicht vollstreckbar sind, und di
Gerichte es ablehnen, solche Entscheidungen, die ihrer Ansicht nach unte
Verletzung gesetzlicher Vorschriften zustande gekommen sind, zur Grund
läge eines verurteilenden Erkenntnisses zu machen.
Wärmewirtschaft.
Die technisch-wissenschaftliche Organisation der deutsche-
Glasindustrie im Lichte der ausländischen Kritik. Iu der Zeitschrii
„Le Verre", Nr. 8, AugUBt 1922, dem Fachorgan der belgischen Glaf
mduBtrie, werden die bisherigen Erfolge der „Wärmetechniscben Bers
tungsBtelle der deutschen Glasindustrie" und die seitens der Glasmdt
strie neu gegründete „Deutsche Glastechnische Gesellschaft" eioer am
fübrlichen Kritik unterzogen. Der in Form eines Leitartikels verfaßt
Aufruf an die belgischen und französischen Glasindustriellen stellt mi
Bedauern fest, daß die deutsche Glasindustrie in technischer Hinsicht di
Initiative ergreife. Das Land stehe in finanzieller Beziehung dicht vc
dem Ruin, und die Zeiten der wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien ii
Anzug. Anstatt in nutzlosen Klagen über die unglückliche Zeitlage sie
zu ergehen, organisieren sich die deutschen GlaBhüttenleute, um sich ii
kommenden wirtschaftlichen Kampfe einen beneidenswerten Platz zu sichert
Demgegenüber befinde »ich der belgische und französische Gla
industrielle in gleichgültigem Zastande. Es Bei geradezu musterhaft, wi
die deutsche Glasindustrie beim Fabrikal ionsgang der traditionellen En
pirie entgegentrete und die Tore der Hütten für den Eintritt der Wisse)
Bchaft weit öffne. Fortschrittlich haben die deutschen Glatindustriell«
eikannt, daß die Politik der Abgeschlossenheit, einst durch die AlchimiBte
gepflegt, nicht mehr einer gehobenen industriellen Tätigkeit wtttdig se
Freislisten, Prospekte usw.
Die Poizellanfabrihen des Strupp.Konzer«8 und die Kerama;
Die Schrift, von der Literarischen Abu nun« der Forschungsgesellscba
Vereinigter Porzellanfabriken m. b. H, Meiningen zur Jabresscbi
Deutscher Arbeit Dießden 1922 hereusgegeben, ist mehr als eine Rsklam
schritt; sie ist ein Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte und zugleich e
Beitrag zur neuzeitlichen Entwicklung der Keramik. Mit Interesse ve
folgt man darin den Werdegang der im Strupp-Konzern vereinigten eti
20 keramischen Firmen, wie sie den Bteigendeu wirtschaftlichen Auford
rungen durch technische und organisatorische Maßnahmen gerecht wurde
wie ihre Giüoder und deren Nachfolger beBtrebt waren, durch Steigeren
der Qualität der Waren auf dem Weltmarkt konkui renzfähig zu bleib
und wie sie schließlich durch Anlehnung aneinander zum Zusammensein
gebracht wurden. Auf dieße Weise ist der Strupp-Konzern entstand
und nach und nach zu einem maßgebenden Faktor in der deutschen kei
mischen Industrie gewoideu. Der Anteil des Bankhauses B M Strn
und der daraus hervorgegangenen kapitalkräftigen Bank für Thüring
»n der Entwicklung der keramischen Industrie ist allgemein bakann
Unternehmungsgeist und ein weitsichtiger Bück hatten rechtzeitig
kehneh lassen, welche Rolle eine Industrie im Wirtschaftsleben und (
dun Weltmarkt zu spielen veimochte, die einheimische Bodenschätze • y
werten und veredeln konnte, dieH aber nur, wenn sie sich die Erränge
Bchmften von Wissenschaft und Technik zunutze machte, und dieB fttöi
eben dazu, geeignete keramische Werke auszubauen, wirtschaftlich
stärken und schließlich zusammenzuschließen.
Die Schrift gibt ein treffliches Bild jeder einzelnen, zum Straj
Konzern gehörenden Porzellanfabrik, mit vielen Einzelheiten, und (
Leser gewinnt daraus den Eindruck einerseits einer machtvollen Gr
$922. (55. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. i>9 — 487
Ägigkeit, andererseits einer schier unbegrenzten Leistungsfähigkeit,,
fejiöne bildliche Wiedergeben einzelner Arbeitsvorgänge in den Fabriken
precben eine beredte Sprache und dienen der Schrift mehr denn nur eis
shmuck.
Firmenregister.
Deutschland.
PorzelJanfabrik Fraureuth, A.G., Fraureuth. Die Bestellung des
egierungsrats a. D. Dr. Furbach als Vorstandsmitglied ist widerrufen
arden
Elster-Porzellanwerke, A-G., Mahlhansen i. V. Fabrikation von
jQrzellBnwaren oder anderen keramischen Artikeln aller Art sowie Handel mit
lesen Erzeugnissen. Grundksmtal: M 15 Mill. Vorstand: Direktor R Kttnzel.
ofsichtsrat: Bankdirektor H. Lange, Fabrikdirektor A. Mocker und die
jbrikbesitzer C. Kemnitzer, F. Paulus und A. Wagner.
Striegauer Porzellaofabiik, A G., vorm C Wa-lter & Co., Stanowitz.
om Betriebsrat wurden Oberschleifer G. Schubert und Porzellanmaler
St Mate in den Aufsichtsrat entsandt
Krister PorzellM)industrie-A.-G , Waldenburg, Schles. Das Stamm-
tpital ist um M 3 Mill. auf M 6 Mill erhöht worden.
Isolatorenwerk Volkanit Benedikt Zucker, Weinheim. Inhaber: lag.
Zucker.
Steingutfabrik Amberg, A.-G., Amberg. Die Kapitalserhöhung um
( 1 Mill. auf M 2,5 Mill. ist dm abgeführt
C. & E Carstens, Zweigniederlassungen Georgenthal und Gräfenroda,
lieber: Fabrikbesitzer Chr. Carstens. Kaufmann G. Matz hat Prokura
r den Betrieb der Zweigniederlassungen
Weimarer Werkstätten konBt- feinkeramischer Erzeugnisse Bich
Ferner & Co., Weimar Perfönlich haftende Gesellschafter: Werkftthrer
1 Werner, Prokurist C. Werner und Kaufmann K. Adler.
Bichard Blumenfeld, Veltener Oferfabrik, A-G,, Chariottenburg.
pm Betriebsrat wurden Brenner A König und Werkmeister 0. Lässig
den Aufsichtsrat entsandt
„Qaarzit", G. m. b. H, Dresden (Winterbergstraße 96). Stamm-
gital. M 24 (KO. Geschäftsführer: Kaufmann J. H E Lange.
Martin & Pagenstecher, G m. b. H , Köln-Mülheim. Geschäfts-
hrer G. Martin ist selbständig vertretungsbefugt. Die Geschäftsführer
G. Kassel und K. Wagner sind nur geineinsam oder mit einem Pi-oknristen
vertretungsbefugt Ihre Prokura ist erloschen. H. Lingens und K Becker
haben Gesamtprokura.
Phönix, Schamotte- und Dinaswerk«. G. m. b. H, Spich. Das
Stammkapital ist um Jt 1,8 Mill auf Jt 2 Mill erhöht.
Gisshütte Neuwerk, A.-G , Berlin. Vom Betriebsret worden A. Alt
und H Eichhorn in den Aufsichtsrat entsandt.
Glas- und Metallwerke Ernst Jensen, A-G, Berlin (Bitteratraße 90).
Herstellung und Vertrieb von Isolieiflasohen und anderen Glaswareo. so-
wie von Metallwaren und ähnlichen Artikeln. Grundkapital: M 12 Mill,
Vorstand: Kaufmann E. Jensen. Aufsichtsrat: Kommerzienrat N. Ham-
burger, Direktor W. Heß, Kaufmann J Brotzen und Benkdirektor Dr. F
Saatfeld.
Glashütte Hannover, G. m. b. H , Hannover. An Stelle von
L. Scboeller werde Fabrikant Leopold Peill zum Geschäftsführer bestellt.
Maurer & Bock, G m. b H , Ilmenau. Die Gesellschaft ist aufge-
löst. Liquidator: Kaufmann E Maarer.
Edmund Eosenbascb, G m b. H., Budolstadt. K tufmann B. Harraß
ist als Geschäftsführer ausgeschieden
Chr. Keßler & Sohn, Schmiedefeld. GlasinBtrumentenfabrikant
W. Keßler ist als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten
Berliner Glas- und Spiegelmanufaktnr, A -G., Barlin. Die Kapitals-
erhöhung um den Bestbetrag von M 1 Mill auf M 3 Mill. ist erfolgt.
Deesauer Knitallglaepchleiferei, Schubert & Cj., Dessau. Persönlich
haftende Gesellschafter: Schiefer A. Schubert und Maschinenmeister
P. Pfttrunky
Detmolder Kunstglaserei Hermann Bastian, Djtmold. Die Firma
lautet jetzt: „Lippische Glasindustrie Hermann Bastian.
Pelziger Feinschleiferei B Meißner & Co , Penzig. Die Firma
lautet jetzt: „Penziger Bleikristallglasfabrik Meißner & Co "
Emaillier- und Stanzwerke, G. m. b. H , Breslau. Herstellung und
Vertrieb von emaillierten Geschirren und verwandten Artikeln Stamm-
kapital: Jt 500000 Selbständig vertretungsbefugte Geschäftsführer:
Kaufleute S. Staub und P Wickel.
Satzveyer Ton- und Kaoliowerk m. b. H , Satzvey, Kreis Enekirchen.
Ausbeutung und Verwertung der Ton-, Kaolin-, Sand- und sonstigen Ab-
lagerungen von Bodenschätzen auf dem Bittergute Birg Satzvey Stamm-
kapital: JC 300000. Geschäftsführer: Bergmeister a. D. K Sporkenbach.
Fragekasteu des Sprechsaal.
Keramik.
120. Wir erzeugen in unserem Betrieb u a. eine Milchkanne von
5 mm Höhe, 107 mm Boden- und 90 mm Borddurchmesser. Obgleich
selbe auf einer geschliffenen Tonpumse von 20 mm Stärke gebrannt
d und die KapseÜböden gar nicht niedergegangen sind, haben wir 40 bis
!% krumme Ware. Die Bumsen aus Magerton und Schamottemehl sind
nfalls krumm trotz ihrer Stärke Wo ist der Fehler zu suchen?
Erste Antwort: Es ist nicht immer gesagt, daß das Krumm-
&den der Ware vom Brennen herrührt ; vielleicht eignet sich Ihre Masse
:bt für derartige größere S' ticke, oder der Henkel i»t zu schwer und
so an der Kanne, daß er das Krummwerden herbeiführt. Wenn
»teres der Fall ist, so nehmen die krummen Stücke eine ovale Form
Bord an, die sich nach dem Henkel zu etwas zuspitzt. Zeigen die
Climen Stücke auch noch unregelmäßige Formen, eingedrückte Stellen
id gewellten Bord, eo können Sie bestimmt annehmen, daß sich Ihre
»sse iür größere Gegenstände nicht eignet. Ei ist ferner zu beobachte»,
Jsich das Krummwerden des Bodens der Milchkanne genau in den Linien
r krumm gewordenen Pomse wiedergibt, dann trägt auch die letztere
t Schuld an dem Fehler, da sich ganz natürlich die Kanne, dem krumm
jor denen Boden derselben folgend, in ihrer Gestalt verändern muß.
e Pumse hat zwei Fehler, einmal ist sie zu stark und dann besteht
Hiebt aus demselben Material wie Ihr Fabrikat Mit einer Stärke von
>is 10 mm erzielen Sie weitaus bessere Resultate, vorausgesetzt, daß
h Ihre Masse für Pumsen eignet und sich nicht verzieht. Andernfalls
jeine standhafte Pamsenmasse aus möglichst demselben Material zä-
umen zustellen. Jene Pamsen, die Sie aus Magerton und Schamotte-
bl hergestellt haben, sind trotz ihrer Stärke krumm geworden, sie
meten eich also schon von vornherein nicht für diesen Zweck. Außer-
a müssen Sie berücksichtigen, daß derartige Schamottepumsen wieder
e andere Set Windung haben als Ihr Scheiben, was naturgemäß die
tstehung des angeführten Fehlers begünstigt.
Zweite Antwort: Wenn Ihre Kapselböden gerade sind und
Pumsen werden kremm, so ist die Herstellung der letzteren nicht
utig. Jedenfalls ist die Masse zu tonreich, aus der Sie die Pumaen
chen Auch das Formen erfordert Sachkenntnis; werden die Pamsen
I Herausnehmen aus den Formen verbogen, so werden sie im Feuer
ftm, auch wenn sie wieder gerade gerichtet wurden. Die Masse, aus
Sie die Pnmsen formen, muß gut durchgeschlagen sein. Wenn sich
1 Kapselböden nicht verziehen, so brennt man Milchkannen am besten
gegossenen Porzellanpumsen, welche die Schwindung mitmachen. Es
möglich, daß Ihre Kannen deshalb krumm werden, weil die P amissa
ht mit schwinden. Die gegossenen Pumsen streicht man mit einer
ichung aus 2 Gew.-T. Kaolin und 3—4 Gew -T. Qiarzmehl an. Auf
ie Weise werden Sie auch gerade Kannen erzielen, wenn die Ursache
Verziehens nicht im Modell zu suchen ist.
■ Dritte Antwort: Der hohe Prozentsatz an krummer Ware
fte durch das Zusammenwirken verschiedener Umstände hervor-
ofen sein. Vermutlich neigt Ihre Masse zur Deformation oder sie ist
sich für Ihre Brenntemperatur nicht standfest genug. Dann mag der
atz des Henkels bezw. dessen Gewicht eine Bolle spielen, weiter die
eitsweise bei der Gestaltung, und schließlich taugen die Pumsen nicht
■ Wenn die letzteren aus Magerton und Schamottemehl trotz ihrer
•ke sich verziehen, so darf Sie das Krummwerden der M chkanne nicht
Wundern; man pflegt übrigens die Pamsen aus derselben Masse wie das
Geschirr herzustellen, damit sie mit dem letzteren mitschwinden.
121. Ich möchte einen Muffelofen für Forzellanmalerä auf Glasur,
60 cm breit, 74 cm hoch und 1 m tief (Lichtmaß) mit Holzfeuerung, 5 m
von einem steigbaren Rauchfang von 8 m Höhe entfernt, aufstellen.
Welches sind die Maße 1. für den Rost, 2 vom Rost bis zum Muffelboden,
3 zwischen Muffelwand und Mauer, 4 zwischen Muffeldecke und Gewölbe,
5 für die Abzugfüchse im Gewölbe, 6. für das Abzugrohr von der Muffel zum
Rauchfang ? Ist die Entfernung des Ofens vom Rauchfang nicht zu groß ?
Erste Antwort: Die Länge des Weges zum Schlot spielt keine
Bolle, wenn der Schlot 2 m höher ist als der Weg lang igt, also eine
Höhe von 10 m hat. Der Bost muß 60 cm lang und 40 cm breit sein.
Vom Rost bis zum Maffelborten geben Sie 70 cm B»um Die Eatfemung
zwischen Mofielwand und Miuer sollen 5 cm, diejenige zwischen Moffal-
decke und Gewölhe 7 cm betragen. Djr Abzugsfuchs bis zum Bauch-
fang erhält einen Q lerschnitt von 20><20 cm ; von seiner Größe hängt der
Gang der Muffel ab. Er muß in einen größeren Sammelraum münden,
der seinerseits ein Abzugsrohr von 20—25 cm im Q ladrat erhält. ist
besser, Sie lassen sich von einem Ofenbanmeister eine richtige Zeiehnung
machen, wenn Sie den Ofenbau nicht sicher beherrschen ; dieser Weg ist
für Sie der billigste und sicherste.
Zweite Antwort: Es ist für den Antwortgeber ebenso schwierig,
derartige Fragen ohne Kenntnis der örtlichen Verhältnisse zu beantwor-
ten, wie es für den Fragesteller gewagt ist, sich ohne weiteres nach den
in Antworten gegebenen Maßen zu richten. Gerade beim Ofenbau spielen
so viele Faktoren mit, die dem Fernstehenden unbekannt sind, dabei aber
den Gang eines Ofens wesentlich beeinflussen Es kommt bei den genann-
ten Absräuden darauf an, wie der Schornstein zieht; ist der Zag gut, so
läßt sich durch nicht allzuwtice Züge die nötige Pressung des Feuers
ohne Schwierigkeiten, erzielen, wogegen bei schlechtem Zug allerlei Maß-
nahmen erforderlich sind, die Bich eben nur an Ort und Steile beurteilen
lassen. Wenden Sie sich an einen tüchtigen Ofenbauer, Sie ersparen sich
dadurch viel Aerger, Zeit und Geld.
Ghla«.
110. Wir haben verschiedene Glaswaren, die infolge längeren
Lagerns blind, d. h. mit einer milchariigen Schicht überzogen sind, die
sich durch Futzen nicht entfernen läßt Wie ist diesem üebel abzuhelfen?
Erste Antwort: Die durch längeres Lagern angelaufenen
Gläser lassen sich nur schwer von dem Beschlag befreien, denn dieser
wird sich wohl nicht nur außen zeigen, sondern auch im Innern der
Gläser. Haben die letzteren eine weite Oaffnung, so können sie leicht
innen und außen geputzt werden, bei G äsern mit enger O.ffnung ist
dieses schon schwieriger. Wenn die Schicht nicht schon zu fest sitzt,
bo hilft ein gutes Ab- und Ausspülen der Gläser mit angesäuertem
warmen. Wasser. . Man richtet zu diesem Zweck ein warmes Bad her,
dem man 5% Salz- oder Schwefelsäure zuäetzt, legt die GJäser eine ge-
wisse Zeit hinein und reibt sie mittels Bürste und Putzlappen ab Zi-
erst ist eine Probe im kleinen zu machen; möglicherweise ist das Wasser
etwas stärker anzusäuern, was auszuprooieren ist. Die Schwefelsäure
wirkt gewöhnlich am besten; es kommt aber auf die Gläser an, ob sie
Blei oder Baryt enthalten, in welchem Fall Schwefelsäure nicht ange-
bracht ist.
t
438 — Mr. 89
SPRECH SAAL — COBURG.
1MB. (».Jahrgang.)
Zweite Antwort: Allem Anschein naeh bandelt es sich hei
Ihren Glaswaren nm eine leichte Entglasung. Jedenfalls i haben die Stttche,
die etwas reich an Alkalien sind, fencht gestanden. Als einziges Mittel
kann man Ihnen ein Waschen und Ausspülen der Gläser mit warmem
Wasser empfehlen, dem Sie 26 •/<, SalzBäure zusetzen. Sollte der Beschlag
damit nicht ganz weggehen, so muß man den ZuBatz an Säure erhöhen;
bildet er sich aber von neuem, so ist das Glas zu ändern.
Dritte Antwort: Wenn die Glaswaren nur mit einer mileh-
artigen Schicht aberzogen sind, so versuchen Sie zunächst, dieselben mit
lauwarmen WasBer, dem 6— 10<>/0 Salzsäure zugesetzt sind, unter even-
tueller Zuhilfenahme eines Lappens oder einer Bürste abzuwaschen und
die Gläser gleich darauf in reinem Wasser gut nachzuspülen. Erfüllt
dieses Mittel seinen Zweck nicht, so empfiehlt sich die Anwendung einer
Waschflüssigkeit von 100 g Schwefelsäure und 60 g chromsaurem Kali
in 1 1 lauwarmem Wasser. Sind die Glaswaren aber blind geworden, so
ist in der Kegel nicht mehr viel zu machen, denn in diesem Falle ist die
Glasoberfläche zersetzt und da hilft nur eine Gemengeänderung, um dag
Glas widerstandsfähiger zu machen.
111 Ich kühle täglich größere Mengen starkwändiger, an der
Lampe verarbeiteter Hohlglasgefäße in mehreren Muffelöfen von guter
moderner Bauart. Die Oefen arbeiten mit Braunkohle und Koks mit
mehrfach Überschlagender Flamme und müssen im Innern etwa 5UU°
zeigen. Diese Temperatur wird auch im größten Teil der Muffelm ziem-
lich gleichmäßig erreicht; nur die der Beschickungstar der Muffeln zu-
nächst liegende Schicht der Hohlglaskörper wird nicht genügend heiß md
behält infolgedessen starke Spannungen. Die Muffeln sind 2 m lang,
1 m hoch und 0,80 m breit, die Türen doppelwandig aus Eisenblech mit
einer 5 cm starken Lage von Kieselgur. Gibt es ein Mittel, den Warme-
verlust an den Türen zu verhindern, sodaß auch die vorderen Lagen gut
^Er"sTe^A?ntwort: Sind Ihre Muffelöfen im allgemeinen gleich-
mäßig heiß und nur vorn an den Toren kälter, so ist es am einfachsten,
wenn neben der Tür noch eine kleine Flamme angebracht wird, die sich
leicht regulieren läßt; damit ist der Ofen auch vorn auf die gewünschte
Temperatur zu bringen. Ist die Einrichtung der Flamme nicht möglich
so hüft man sich mit etwas Holzfeuerung, wenn die MuSel voUgelegt ist.
Natürlich darf diese nicht zu heiß werden, damit die Gläser nicht schmelzen.
Der Ofen wird dann geschlossen, ebenso der Abzug; beim Oeffnen sind
die Türen auch nur allmählich aufzumachen.
Zweite Antwort: Zunächst ist zu bemerken, daß die Ktthl-
temperatnr in den Muffelöfen für starkwandige und doppelwandige i Hohl-
glasgef äße zu niedrig ist. Um solche Hohlglasgef äße sachgemäß I zu kühlen
muß die Temperatur an allen Stellen des Ktthlofens, Muffelofens, 600»
betragen. Wenn die zuletzt eingepfiegte Schicht nicht
Kühltemperatur gebracht werden kann und die jedem Hohlglaskörper
bewohnenden starken Spannungen durch den. Ktthlprozeß .verliert so
können hieran verschiedene Ursachen schuld sein. Zunächst sind viel-
leicht die Querschnitte der Feuerkanäle derart bemessen, daß eine aus-
reichende Erhitzung der Muffel nicht möglich ist, dann ist f^SS
die Flammenftthrung derartig, daß eine gleichmäßige ™* »"r«**»5
Erhitzung der Muffel nicht erzielt werden kann, «der ^St SfS
sind für die vorhandene Feuerung zu stark. Jedenfalls äßt die Feuer-
ftthrung am vorderen Teil der Muffel zu wünschen übrig, wozu noch
kommt? daß dieMuffel vielleicht zu lange offen bleibt. Die Türen müssen
nicht nur gut isoliert, sondern auch sorgfältig abgedichtet sein.
Dritte Antwort: Die Muffeltttren sind ztt schwach; sie müßten
wenigstens eine 12 cm starke Kieselgureinlage haben. Versuchen Sie _es
einmal damit, die Türen an der Ofenseite noch mit i einer 1 cm starken
Asbestschicht zu versehen; genügt dies nicht so müssen Sie sich schon
dazu entschließen, die Türen entweder stärker zu machen oder eine
Doppeltür bei jeder Muffel einzubauen.
112. Gibt es eine Norm dafür, welche Anforderungen an gewohn-
liche Wasserstandsgläser bezüglich des ohne weiteres auszuhaltenden &™kes
gestellt werden dürfen, ev. nacl den verschiedenen Dimensionen ^zifiziert?
9 Erste Antwort: Meines Wissens gibt es keine besonderen Nor-
men für Wasserstandsgläser, und sie sind auch nicht nötig. Jeder
Fabrikant wird sich bemühen, bei einem derartigen Artikel nur Bestes
zu liefern, denn tut er dies nicht, so ist sein Ruf sehr schnell dabm _
Zweite Antwort: Besondere Normen über den von Wasserstands-
gläsern abzuhaltenden Druck bestehen nicht. Die Gläser werden durch
Verschiedene Manipulationen so widerstandsfähig gegen Druck- und Tem-
peraturschwankungen gemacht, daß besondere Normen überflttss g sind^
Der Fabrikant von Wasserstandsgläsern liefert die letzteren "» Jeder
gewünschten Dimension und für jeden beliebigen Druck nach Angabe der
113 In offenen Häfen möchte ich himmelblaues, blaues, gelbes,
braunes, 'milchweißes und reinweißes Glas schmelzen md bitte um An-
gabe verläßlicher Gemengesätze dafür. Der Ofen erreicht J^O-1300« L.
gerne ww» ' » Nachstehend die gewünschten Farbenglassätze :
Himmelblau, hell:
Sand . . 100 kg
Soda • 25 »
Pottasche 8 „
Kalkspat 18 „
Kupfervitriol 3 »
Salpeter 2 „
Antimon 350 g
Himmelblau, Opal
Sand . . 85 kg
Soda . . . 22
Pottasche 8
Kryolith 1°
Kalkspat *
Salpeter j»
Kupfervitriol 2
Kobaltoxyd 8
Dieees Gemenge ist nur auf weißes Glas einzulegen, sonst verdirbt die
Farbe. Der betreffende Hafen ist zuvor sauber zu reinigen.
Blau:
Sand . . .
Soda . . .
Kalkspat
Salpeter .
Kobaltoxyd
Antimon
100
35
25
8
200
150
Gelb
Sand 100
Soda ....... 38
Kalkspat 20
Braunstein I1/»
Graphit 1
hg
Braun :
Sand 100 kg
Soda 33 „
Kalkspat 20 „
Braunstein 8 „
Eisenoxyd 2 „
Milchweiß : Weiß :
Sand 200 kg Sand 100 k
8oda . 50 „ Soda 28
Pottasche . 10 „ Pottasche 6
Flußspat 25 „ Kalkspat 18 ,
Kryolith 12 „ Nickeloxyd 2 |
Feldspat . 20 „ oder Braunstein .... 300
Mennige ....... 3 „ Antimon 250
Salpeter 3 „ Kobaltoxyd . . . . 1
Braunstein . . . . . . 350 g Salpeter 2 h
Antimon 200 „
Alle farbigen Gläser sind der Sicherheit wegen auf Weißglas einzulegei
damit die Farbe immer rein ausfällt. Soll eine andere Farbe in ein ue
demselben Hafen geschmolzen werden, so ist der letztere zuvor gai
sauber zu reinigen. Blaues Glas soll nnr in einem Hafen geschmolzt
werden, der zu keinem anderen Glas mehr benutzt wird, denn sonst b
kommt die Schmelze stets einen bläulichen Stich.
Zweite Antwort: Sie würden gut tun, sich die einschlägig
Literatur zu kaufen, denn Sie können doch nicht gut verlangen, daß Ihm
im Fragekasten ausführliche Glasrezepte usw. mitgeteilt werden. Zude
Bcheint Ihr Ofen nicht besonders heiß zu gehen. Beinweißes Glas erhi
man im offenen Hafen nach folgendem Satz :
Sand 100 kg
Pottasche 30 « I 7
Soda .
Salpeter
Kalk
8
" > oder g8 oder
35
14
Scherben 25 „
Nickeloxyd ...... 2,5 g
Um blaues Glas zu erzeugen, gibt man dem Gemenge 100 g Kobaltox
zu. Gelbes Glas erfordert l3/4 kg Graphit oder 28/4 kg Holzkohle, währei
braunes Glas durch Zugabe von 3,3 kg Eisenoxyd und 12 kg Braunste
entsteht.
Milchglas gibt der nachfolgende Satz:
Sand 100 kg
Soda 15 n
Feldspat • 18 „
Flußspat • • 9 n
Kryolith 8 „
Zinnoxyd 4 »
Alle Gläser erfordern große Uebung beim Schmelzen.
Dritte Antwort: Es wäre gut gewesen, wenn Sie mit anj
geben hätten, was für Brennstoff Sie verwenden bezw. welches Ofensyati
Sie haben. Wenn Sie nur 1250—1300° C in Ihrem Ofen erreichen,
werden Sie mit viel Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Nachstehend <
gewünschten Sätze für kalten Ofengang:
Himmelblau : Blau :
Sand 100 kg Sand 100
Pottasche 18 , Pottasche 12
Soda 15 „ Soda 28
Kryolith ...... 12 „ Kalkspat . 14
Mennige 10 „ Scherben 25
Salpeter „ 9 » Kupferoxyd ..... 8
Borax . 3 „ Kobaltoxyd 50
Kupferoxyd M »
Scherben 25 „
Gelb: Braun:
Sand ...... . . 100 kg Sand 100
Soda 40 „ Soda 42
Kalkspat 14 „ Kalkspat 14
Flußspat ...... 4 „ Braunstein 12
Kohle 1 » Graphit . 5
Scherben 25 „ Weizenmehl ..... &
Scherben 25
Milchweiß: Weiß:
gan)i 100 kg Sand, eisenfrei .... 100
Soda 32 „ Pottasche ...... 25
Feldspat 18 „ Soda . . 20
Flußspat ...... 12 „ Kalkspat • 1»
Kryolith 14 „ Mennige • 4
Kaolin ....... 8 „ Salpeter
Braunstein
Salpeter .
Scherben
Braunstein
1 „ Scherben
0,
Heu* Fragen.
K«r>anilk.
124. Für die Fabrikation kleiner Spielwaren und Gebrauchsart
benötige ich eine Masse, deren Brenntemperalm bei SK06a liegt. Da
selbst keine Massemühle besitze, so bitte ich um Angabe emes Fabrikat
solcher leichtbrennender Massen, bezw. um Aufgabe eines Versatzes, det
seiner Zusammensetzung ungefähr der des 8K 06 a entspricht.
125 Ich verwende in meiner Porzellan-Malerei (Aufglasur) 2
zum Brennen, md zwar mit befriedigendem Resultat. Mit dem TorfU
habe ich auch eine große Menge weißen Torf übernommen, für den
19S2. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 89 - 439
keine geeignete Verwendung habe, da er nur zum Vorwärmen zu gebrauchen
ist. Gibt es nun eine zweckmäßigere Verwendung dafür, kann man ihn
vergasen, und wer liefert die Apparate dazu? Ist ein solches Verfahren
rentabel, nachdem Quantitäten nicht in Frage kommen? Rann man durch
eine besondere Ofenkonstruktion weißen Torf zur Erzielung einer höheren
Brenntemperatur benutzen?
126. Wir beabsichtigen, einen Schachtofen zum Brennen von See-
kieseln zu bauen Wer baut solche Oefen mit Gas- oder Kohlenfeuerung?
Utas.
117. Bei einer gelegentlich einer Reparatur mit neuem Boden ver-
sehenen 120 cm tiefen halbweißen Flaschenwanne wurde, um den Boden
beim Aussetzen durch niederfallende große Herdglas-Stücke vor Beschädi-
gung zu bewahren, der Boden zunächst mit einer 30 cm hohen^Schicht
Glühlampen- Scherben bedeckt und auf diese halbweißes Serdglas gelegt.
Sind nun die Glühlampen-Scherben so bleihaltig, daß durch reduziertes
Blei die Gefahr der raschen Zerstörung des Bodens zu befürchten ist?
118 Unsere Säureflaschen von etwa 62 l Inhalt werden in Kühl-
öfen mit direkter Steinkohlenfeuerung, also Rostfeuer ausgekühlt, und das
Feuer wird durch den Flaschenpfleger bedient. Die Flaschen erhalten eine
sehr gute Auskühlung. Klagen der Käufer kennen wir nicht. Infolge
Platzmangels in der Bütte für die Anlage noch mehrerer Kühlöfen und
um ev einen Teil der heute teuren Steinkohle zu sparen, bitten wir, bevor
wir eine Entscheidung treffen, um Angabe, ob unsere alten Kühlöfen, die
sich bis jetzt bestens bewährt haben, durch andere Oefen bereits überholt
sind ?
119 Wer liefert gutgehende Oefen zur Verfeuerung von Braunkohlen-
Rückständen?
120. Wer liefert kleine Rekuperatoren?
Verschiedenes.
10. Wie kann man Gips so zubereiten, daß er in flüssigem Zustande
mindestens 2 — 3 Stunden verarbeitungsfähig bleibt"}
Briefkasten der Redaktion.
E. H. i. L. Vorlagen für keramische Dekore liefert Christian Stoll
in Planen i Vgtl
F. -L. i, B. Bohrer für Porzellan liefern Bichard Fritzsche in
Bischof s wer da i Sa., ür -Langentraße 14, C & B. Fein in Stuttgart, Emil
Offanbacher in Marktredwitz i. B
A.-J. i. M. Kleine Tafelglasscheiben mattiert man am einfachsten
mit dem Sandstrahlgebläse ; man kann sie aber anch ätzen. Lesen Sie die
Antworten zo Frage 23 in Nr. 9 d. Jahrg. Bezugsquellen für Maschinen
und Materialien finden Sie im Anzeigenteil.
Veröffentlichungen der Aufienhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Für den Bereich des Fachausschusses Tonwaren gelten für
die Ausfuhr nach schwachvalol arischen Ländern und Polen die
Inlandspreise als Grundlage. Diese Grundpreise haben sich
mit sofortiger Wirkung wie folgt geändert:
Einlegegeschirr Braun- u Steinzeug M. 1,20 + 1400 °/0 == M. 18 —
Kochgeschirre
M. 1,20 braun- weiß ohne Tülle M. 1,80
„ 1,60
braun-weiß, rauher Rand „ 2,40
„ „ glatter Rand „ 3, —
» 4-
/„, weitere Erzeugnisse Kruken,
Backformen entsprechend höher. Die Preise sind Mindestpreise.
Königsbrücker feuerfestes Tonkochgeschirr 5000 °/0 auf Listen-
preise.
gew. Töpfe
Schnabeltöpfe
„ bunt
Zuschlag freibleibend 1900°'
Nachtrag zur Mnlliplikatorentabelle für
elektrotechnisches Porzellan (Nachtrag zur Druck-
sache Nr. 146).
Mit Wirkung vom 16. 9. 1922 sind die Multiplikatoren der
Markländer der Artikel-Gruppen I bis VI wie folgt geändert
worden :
II lila Illb IIIc IV
VI
Land : I
Deutsch - Oester-
reich u. Ungarn 11,70 11,70 10,80 10,80 10,80 10,80 10,80 10,80
Jugoslawien und
Finnland, Bal-
kanländer . . . 13,65 13,65 12,80 12,80 12,80 12,80 12,80 12,80
Rußland u Polen 13,65 13 65 12,80 12,80 12,80 12,80 12,80 12,80
Ferner wird bekanntgegeben, daß von der Außenhandels-
nebenstelle Feinkeramik die neuen Merkblätter der Reichsbank
über den Ankauf usw. von Wechseln, Schecks, Banknoten und
Auszahlungen in ausländischer Währung zu einem Preise von
Ji 7, — pro Stück zuzüglich Porto zu beziehen sind.
Hierzu eine« Beilage: Prospekt der Firma Allgemeine Vergasungs-Gesellschaft m.
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Geschält <stelle de a Sprechsaal.
(55. Jahrgang.)
Coburg, den 5. Oktober 1922
Nummer 40
iiiiijiiiif!;;,;»
Zeitschrift für bie Keramischen, Blas- unb perwanbten fnDustrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
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Prämiiert : Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
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Gias-Berulsgenossenschaft.
Büro: Berlin-Lankwitz, Kaulbachstraße 6/8.
Am Freitag, den 20. Oktober 1923,
vor mittags 11 Uhr,
findet in Eisenach, Hotel Bautenkranz, eine
außerordentliche Genossenschaft» Versammlung
der Glas-Berufsgenossenschaft statt mit nachstehender
Tagesordnung:
1. Erhebung eines Vorschusses auf die Umlage für 1922.
Aenderung des § 35 der Satzung.
2. Erhöhung der Geldstrafen. Aenderung des § 22, Absatz 2
der Satzung, des § 167 der Unfallverhütungsvorschriften für
Unternehmer und des § 122 der Unfallverhütungsvorschriften
für Versicherte.
3. Aenderung des § 21 Abs. 2 und 3 der Satzung der Haftpflicht-
Versicherungsanstalt der Glas-Berufsgenossenschaft.
4. Etwaige Anträge der Herren Vertreter.
5. Verwaltnngsangelegenheiten und Verschiedenes.
Zu dieser Versammlung beehren wir uns, die Herren Ver-
treter gemäß § 11 der Satzung ergebenst einzuladen.
Berlin -Lankwitz, den 30. September 1922.
Olas-Berufsgenossenschaft.
Der Vorstandsvorsitzende: M. Großbüning, Generaldirektor.
Ueber den Gießfleck.
Von Dr.-Ing. Karl Fr. Pfefferkorn, Dresden.*)
(Nachdruck verboten.)
I. Teil.
Einleitung.
In der keramischen Industrie sind heute drei wichtige Ver-
ahren zur Formgebung gebräuchlich. Man bewirkt die Ge-
staltung:
1. Mittelst Handarbeit mit oder ohne Gipsformen,
2. Mittelst mechanischer Einrichtungen: Formen auf der
Drehscheibe, Pressen plastischer oder trockener Masse,
3. Durch Gießen.
*) Von der Sächsischen Hochschule zu Dresden zur Erlangung der
Vttrde eines Doktor-Ingenieurs genehmigte Dissertation.
Die beiden ersten Verfahren sind in ihrem Grundprinzip
sehr alt, aber im Laufe der Zeit hat man sie, besonders das
Formen mit maschinellen Anlagen, auf eine hohe Stufe der
Entwicklung gebracht. Die Herstellung der Gegenstände durch
Gießen ist erst in späterer Zeit nach vielen Bemühungen ge-
lungen. Schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bat
man in Meißen1) zum ersten Male keramische Massen mit
Wasser zu einem gießbaren Brei angerührt und damit ge-
gossen. Später begann man auch in der Königlichen Manu»
faktur zu Sevres nach diesem Verfahren zu arbeiten.
Da die Tonwandung, die bei dem Aufsaugen des Wassers
durch die Gipsform entsteht, stets noch reichliche Mengen
Wasser enthält, so zerreißen größtenteils die Gegenständ a
beim späteren Eintrocknen. Dieser Uebelstand wurde erst
beseitigt, als man einen leichtflüssigen Massebrei mit viel
weniger Wasser herstellen konnte. Man fand nämlich, daß die
zur Verflüssigung des Tones benützte Wassermenge um
40— 45°/0 herabgesetzt werden kann, wenn man das Wasser
schwach alkalisch macht, indem etwa 0,5 °/0 Soda oder 0,2 °/0
Natronhydrat zugesetzt werden.
Auf die Verwendung alkalischer Gießschiicker hat C Harf-
mann2) schon hingewiesen. Er schlägt Kochsalz oder schwärze
Seife zur Verflüssigung der Masse vor.
Trotz dieses erkannten Vorteiles ist das alkalische Gieß-
verfahren bis etwa 1895 in größerem Maßstabe nicht ange-
wendet worden. Erst als man dem Karlsbader Rechtsanwalt,
Dr. Goetz, ein Patent auf diese schon lange bekannte Tat-
sache erteilte, begannen sich die deutschen Keramiker zu
regen. Renö von Boch3) focht in Gemeinschaft mit dem
Coburger Professor A. Schmidt den Patentanspruch an und
hatte Erfolg. Das Kaiserliche Patentamt erklärte das Patent
für nichtig, und das Reichsgericht schloß sich als Berufungs-
instanz am 10. Oktober 1896 dieser Entscheidung an. Die
keramische Industrie konnte jetzt ungehindert das Alkaligiefi-
verfahren anwenden und die technischen Schwierigkeiten, die
noch im Wege lagen, beseitigen, allerdings mit Ausnahme
einer Erscheinung. Bei der allgemeinen Anwendung des Gieß-
verfahrens stellte sich alsbald ein außerordentlich lästiger
Fabrikationsfehler ein, der darin bestand, daß an fertigen
Gegenständen kleinere oder größere Flächen auftraten, die sehr
wenig oder gar keine Glasur angenommen hatten. Diet>e
sonderbaren Stellen, die bis heute noch immer und sehr oft
») ß. Dietz, „Das Porzellan", S. 46.
2) C. Hartmann, „Die Tonwarenfabrikation", Sprechsaal 1894, 8. 1028.
s) Eugen von Boch, von Adam Gö'rgen, Saarlouis, 1912, S. 16.
442 — Nr. 40
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922 (55. Jahrgang.)
n starkem Maße auftreten, befinden sich meist da, wo der
Gießschiicker auf die Gipsform aufgetroffen ist. Da diese
Fehler nur bei gegossenen Gegenständen sich einstellen, so
spricht man von Gießflecken.
Seit der Einführung des Gießverfahrens hat man oft ver-
sucht, diesen Uebelstand zu beseitigen, aber meist ohne
nennenswerten Erfolg. Hier und da ist auch nach der Ursache,
r"ih der Entstehung der Gießflecke geforscht worden, doch
bewegen sich die Erklärungen alle mehr oder weniger auf
theoretischer Grundlage.
Vielfach wurde die Ansicht vertreten, daß die Flecke ver-
ursacht werden durch Anreicherung der Masse mit löslichen
Salzen, besonders mit der zum Gießen verwendeten Soda an
den betreffenden Stellen. Die Annahme wurde aber bald wider-
legt; denn auch Gießmassen, die nicht mit Soda versetzt waren,
zeigten die Flecke.
Von anderer Seite wurde angenommen,4) daß die Masse
durch schnelle Wasserentziehung an der Stelle, wo sie auffällt,
dichter wird.
Eine ganz andere Erklärung für die Entstehung der Gieß-
flecke wurde im Jahre 1913 gegeben. Sie führt auf die
Arbeiten von F. Foerster und Billitzer zurück. Ersterer be-
richtet, „daß starke Basen durch ihre überwiegend wirkenden,
negativ geladenen OH-Ionen die Tonteilchen abstoßen. Das
Wasser kann sich leichter zwischen die einzelnen Teilchen
schieben, die Verflüssigung wird erleichtert, während Säuren
eine Fällung herbeiführen, indem die positiv geladenen H-Ionen
die Tonteilchen anziehen, mit ihnen größere Gebilde erzeugen,
die sich für das Auge sichtbar niedergeschlagen." Analog wie
die Säuren werden auch Sulfate wirken. Die Erklärung5) sei
im Anschluß hieran wörtlich mitgeteilt:
„In den Poren der immer etwas feuchten Gipsformen be-
findet sich etwas Gipslösung, die beim Aufprallen des Schlicker-
strahles herausgeschwemmt wird, an dieser Stelle die Masse
versteift und die dabei ausgeflockten Kolloide hier in größerer
Menge ansammelt. Diese an der Eingaßstelle angereicherten
Kolloide bewirken im Brande eine Verdichtung der Masse,
so daß der Scherben an dieser Stelle nicht mehr saugt und
keine Glasur annimmt."
F. Foerster6) berichtet in der Abhandlung „Ueber das
Gießen des Tones" über die merkwürdige Erscheinung des
Gießfleckes. Er sagt wörtlich: „Da, wo ein scharf auf eine
Gipsform aufgegossener Strahl von Tonbrei diese getroffen
hat, zeigt der fertig geformte Gegenstand ein so stark ver-
dichtetes Gefüge, daß er hier beim Eintauchen in das Glasurbad
keine Glasur mehr einsaugt. Es liegt nahe, daran zu denken,
daß die beim kräftigen Aufschlagen des Tonbreies auf Gips
besonders reichlichen, sich von diesem im Tonbrei lösenden
Mengen alsbald ein Erstarren, eine plötzliche große Verdichtung
der von ihnen durchzogenen Anteile des Tonbreies hervorrufen,
' welche dann durch die Schwindung beim weiteren Austrocknen
des Gegenstandes so stark wird, daß die zur Glasuraufnahme
erforderliche Porosität des Scherbens an dieser Stelle ver-
loren geht."
Im Jahre 1913 veröffentlichte sodann C. Tostmann7) eine
Abhandlung, in der er die fragliche Erscheinung auf eine Ent-
mischung der MaBse zurückführt. Da, wo der Strahl auftritt,
wird die plastische Tonsubstanz angesaugt, während die mageren
Bestandteile abgeschleudert werden. Die Stelle nun, wo die
reine Tonsubstanz haften geblieben ist, gibt dann eine stärkere
Schwindung, da sie ja keine Magerungsmittel mehr enthält.
Nebenbei soll nach Tostmann noch an der Eingußstelle der in
dünner Haut abgelagerte Ton durch geringe Mengen von
Calciumsulfat eine Kolloidstoffanreicherung erfahren, der seine
Verdichtung im Bauhbrande begünstigt.
H. Stein8) bestreitet die Ausführungen Tostmanns. Eine
Entmischung der Masse kann nicht in Frage kommen, da Gips-
formen, wenn sie wiederholt in Gebrauch gewesen sind, also
sehr viel Wasser enthalten, auch dann noch Gießflecke geben.
In solchem Falle ist plötzliche Entmischung infolge- schneller
Wasserentziehung nicht gut denkbar. Stein führt vielmehr die
Ursache auf die Soda in der Gießmasse zurück.
Endlich sei noch eine kurze Mitteilung von K. Jakob9)
erwähnt. Er erhielt mit geschlämmtem Lischwitzer Ton, der
außerordentlich arm an mageren Bestandteilen war, keine
Gießflecke. Der Ton hatte im ungeschlämmten Zustande die
Zusammensetzung: /
Tonsubstanz 95,58 °/0
Quarz 4,27 °/0
Feldspat 0,16 °/0
*) Sprechsaal 1810, Nr. 18, 8. 273.
'•) Fragekasten der Keramischen Rundschau 1913, Nr. 38, S. 393.
•{ Chemische Industrie, XXVIII, Nr. 24 (1915).
7) Keramische Kundschau 1914, 8. 11 und 317.
) Keramische Randschau 1914, 8. 11.
■) Ebenda 1914, 8. 84.
Diese Beobachtung ist nach Jakob eine starke Stütze für
die Tostmannsche Erklärung, da ein an Tonsubstanz hoch-
wertiger Ton sich nicht entmischen und demgemäß die ver-
dichtete Auffallstelle des Strahles nicht geben kann.
Zur Verhütung des Gießfleckes sind zahlreiche Vorschläge
angegeben worden, die sich aber untereinander meist wider-
sprechen. Es ist dies auch nicht verwunderlich ; denn so ver-
schieden die Erklärungsversuche sind, so voneinander stark
abweichende Vorschriften zur Beseitigung des Fehlers hat man
gegeben.
Da, wo die Soda die Ursache sein soll, hat man diese
teilweise durch Alkaliwasserglaslösungen ersetzt und vielleicht
auch Erfolg gehabt. In anderen Fabriken dagegen kam man
auf diese Weise garnicht zum Ziele. Hier wurde dem Uebel-
stande auf mechanischem Wege begegnet, indem man die ver-
schiedensten Eingußvorrichtungen konstruierte, die jetzt noch
angewendet werden; aber vielfach mit ganz geringem Erfolg.
Hierüber ist leider wenig
in Erfahrung zu bringen,
da es sich in den meisten
Fällen um Fabrikationsge-
heimnisse handelt. In eini-
gen Betrieben verfährt
man derart, daß der Masse-
strahl nicht direkt auf die
Gipsform aufprallt, son-
dern erst auf eine Metall-
platte, die an dem Ein-
gußtrichter befestigt ist.
(Figur 1.)
Figur 1.
a ist die Gipsform, auf die das Holzgestell b, das den Ein-
gußtriehter c trägt, aufgesetzt ist. An e ist die Metallplatte d
befestigt.
Verfasser hat diese Vorrichtung praktisch ausprobiert,
konnte aber damit den Gießfleck, der jetzt an anderen Stellen
der Oberfläche auftritt, nicht
beseitigen.
An anderer Stelle führt
man die Mündung des Ein-
gußrohres bis auf den Boden
der Form, biegt diesen hier
um 90° um und bewirkt da-
mit, daß der Schlickerstrahl
an der Gipsfläche entlangläuft
(Figur 2).
Auf diese Weise erreichte
man, daß der Gießfleck zum
größten Teil an der Fläche a
verschwand, dafür aber bei b
wieder auftrat.
Figur 2.
Auch Ueberläufe sind angewendet worden, wie es Fig. 3
schematisch darstellt. Aber auch hier ist nur wenig Erfolg
zu verzeichnen,
Viel wirkungsvoller erwies
sich das Verfahren von A.
Hoffmann. Es wird hierbei
die Stelle der Gipsform, wo
der Massestrahl auftritt, mit
Gießschiicker angestrichen.
Sehr oft aber treten auch
hier Gießflecke auf, wenn
die fertig gegossenen, leder-
harten Gegenstände abge-
schwemmt werden.
Nicht zuletzt sind auch Aen-
derungen in der Masse vor-
genommen worden. So soll der
Gießfleck völlig verschwinden,
wenn der Ton elektroosmotisch gereinigt worden ist oder wenn
man den größten Teil des Tones in schwach verglühtem Zu-
stand zum Masse- Versatz nimmt. Wie weit sich diese beiden
letzteren Vorschläge bewährt haben, entzieht sich meiner
Kenntnis.
Beim genauen Studium der Literatur über den Gießfleck,
die wenig umfangreich ist, hat Verfasser die Ueberzeugung
gewonnen, daß über diesen Gegenstand systematische Unter-
suchungen wohl noch nicht ausgeführt worden sind. Die; zur
Veröffentlichung gekommenen Abhandlungen aber wider-
sprechen sich so sehr, daß es hier lohnend schien, die fragliche
Erscheinung experimentell zu studieren. So hat Verfasser den
„Gießfleck" als Thema dieser Arbeit gewählt.
Figur 3.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL- COBURG.
Nr. 40 — 443
Figur 4 a.
II. Teil.
Experimentelle Untersuchungen.
Experimentelle Untersuchungen über den Gießfleck sind,
wie aas der Literatur hervorgeht, in nur ganz geringem Um-
fange angestellt worden. Die Erklärungsversuche nnd Vor-
schläge zur Beseitigung sind zum größten Teil durch Be-
obachtungen im praktischen Betriebe hervorgegangen. Hier
aber sind die Verhältnisse am kompliziertesten. Eine kera-
mische Masse, die sich aus vier Substanzen (Ton, Feldspat,
Qaarz und Soda) zusammensetzt, und die verschiedenen
Flächen der Gipsformen setzen einer einwandfreien Be-
obachtung große Schwierigkeiten entgegen. Hinzu kommt
noch, ganz abgesehen von der stets wechselnden Konsistenz
des Massebreies, daß die Tonsnbstanz des letzteren in den
meisten Fällen ein Gemenge aus mehreren untereinander ganz
verschiedenen Tonen ist. Ferner hat man das Wasser, das zur
Verflüssigung des Masse-Versatzes dient, nicht außer acht zu
lassen, da es mehr oder weniger Salze gelöst enthält, die evtl.
auch von Einfluß sein können.
Diese Ueberlegungen veranlaßten mich, zu meinen Unter-
suchungen die denkbar einfachsten Verhältnisse zu wählen.
So bestand bei sämtlichen Versuchen der Gießbrei nicht aus
einer Mischung von verschiedenen Tonen, nondern nur aus
einem geschlämmten Tone, dessen Zusammensetzung durch die
Analyse ermittelt werden konnte. Die Verflüssigung des Tones
geschah mit destilliertem Wasser ohne irgendwelche Zusätze
von Alkalien bezw. Soda. Das Gießen wurde in der Weise
ausgeführt, daß der mäßig dünnflüssige Tocbrei aus der
Oeffnung eines Behälters in dünnem Strahle (Durchmesser des
Strahles betrug 4 bis 5 mm) auf eine wagrecht liegende,
ebene Gipslläche aufprallt. Die Gipsform besaß folgende
Gestalt (Fig. 4).
Fig. 4 a stellt die Aufsicht
auf die Form bei abgenommenem
Kranze dar. a ist die eigentliche
Form, b ist ein quadratischer
Gipskranz, der auf a gesetzt
wird. Hierdurch wird der Baum-
inhalt der Form vergrößert.
Ist der Tonbrei eingetrocknet,
so wird der Kranz abgehoben,
und die noch weiche quadra-
tische Platte läßt sich bequem
herausnehmen. Die Gießvorrich-
tung, die auch in der einfachsten
Weise gebaut wurde, stellt
Fig. 5 dar. A ist ein Blechgefäß
Der Glashahn b ist mittels
Gummischlauches an das Glas-
rohr c angesetzt. Das Ganze ist
unbeweglich an einem eisernen Figur 4b.
Stativ aufmontiert. Die Fallhöhe des Ton-
breies wird durch die Strecke d — e dar-
gestellt.
Die Gießversuche wurden der Reihe
nach mit fünf verschiedenen Tonen aus-
geführt. Um nun eine gewisse Gleich-
mäßigkeit des Materials bei allen Versuchen
zu gewährleisten, wurde der Bohton in
folgender Weise behandelt:
Eine größere Menge desselben weichte
ich in destilliertem Wasser auf zu einem fei-
nen Schlamm und rieb diesen dann durch ein
Sieb aus Kupferbronzedrahtgewebe, das auf
1 qmm 200 Maschen enthielt. Hierbei blieben 6 tKH
alle mechanischen Beimengungen, wie Grob-
sand, Gesteinstrümmer, Holzreste, Kohle
und dergleichen auf dem Sieb zurück, wäh-
rend die Tonsubstanz, der Feinsand und
Feldspat hindurchgingen. Nachdem dies
letztere Material auf einer Dampfplatte voll-
ständig eingetrocknet und sodann gut
pulverisiert war, wurden davon 2 kg mit
ö Liter destilliertem Wasser angerührt Mit
dem so erhaltenen mäßig dünnflüssigen Brei
führte ich die Gießversuche aus. Zu jedem
Gusse wurde eine neue Form verwendet.
Von Wichtigkeit war nun die Zasam- ggy
mensetzung des geschlämmten Tones Diese
zu ermitteln, kamen zwei Wege in Betracht,
die rein chemische und die rationelle Ana- ws-y*
lyse. Da es darauf ankam, die Menge der Figur 5.
Komponenten des geschlämmten Tones genau zu erfahren, wurde
die lationelle Analyse angewendet.^Von den vielen hierüber
gegebenen Vorschriften wählte ich diejenige von Seger10) und
verfuhr in der folgenden Weise :
Von dem geschlämmten und bei 120° C längere Zeit
getrockneten Tone wurden 4 bis 5 g abgewogen und in einer
Platinschale mit etwa 150 ccm destilliertem Wasser unter
Erwärmen aufgeweicht zu einem zarten Schlamm. Nach dem
Erkalten wurden 50 ccm konzentrierte Schwefelsäure unter
gutem Umrühren zugegeben, über freier Flamme der Inhalt
der Schale bei aufgelegtem Uhrglase solange gekocht, bis
die Schwefelsäure anfing stark zu rauchen. Die Tonsubstanz
war dann in Aluminiumsulfat und Kieselsäurehydrat zerfallen.
Den Inhalt der Schale, der mit Wasser verdünnt wurde,
filtrierte ich ab und wusch den Rückstand, der aus Kiesel-
säurehydrat, Feldspat und Feinsand bestand, mit salzsäure-
haltigem Wasser aus. Der Filterrückstand wurde sodann
mit verdünnter Natronlauge gut ausgekocht, abfiltriert und mit
verdünnter Salzsäure abermals gekocht. Um das aus der
Tonsubstanz stammende Kieselsäurehydrat völlig zu beseitigen,
wurde der verbleibende Rückstand wieder mit Natronlauge und,
nach vorherigem Filtrieren, mit verdünnter Salzsäure gekocht,
dann aufs Filter gebracht und mit verdünnter Salzsäure gut
ausgewaschen. Der Rückstand, der nun aus Feldspat und Fein-
sand bestand, wurde in einem Platintiegel verascht und ge-
wogen, mit verdünnter Schwefelsäure befeuchtet und mit Fluß-
säure versetzt. Nach dem Abdampfen auf dem Wasserbade
wurde die Schwefelsäure über freier Flamme abgeraucht, der
Tiegelrückstand mit verdünnter Salzsäure digeriert und dann
filtriert. Im Filtrat war jetzt die Tonerde des Feldspats in
Form von A1$(S04)3, die in der üblichen Weise durch zwei-
maliges Fällen mit Ammoniak bestimmt wurde. Das gefundene
Gewicht an A1203 ergab, mit 5,41 multipliziert, die im ge-
schlämmten Tone vorhandene Menge Feldspat. Der Feinsand-
gehalt wurde aus der Differenz des Feldspats vom Gesamt-
rückstand berechnet. Nach Abzug des Gewichtes an Feldspat
und Feinsand von der Ton-Einwage resultierte die Menge der
Tonsubstanz.
Um eine Kontrolle über die Analysenresultate zu erhalten,
bestimmte ich in jedem geschlämmten Tone nebenher die Ge-
samtkieselsäure. Diese muß mit der errechneten aus der_Ton-
substanz, aus dem Feinsand und dem Feldspat annähernd über-
einstimmen. Für die Berechnungen der Gesamtkieselsäure
wurden folgende Formeln verwendet:
Tonsubstanz (Kaolinit) = Al2Os . 2 SiO, . 2H20
Feldspat = K20 . A120, . 6 Si02
Bei der Bestimmung der Gesamtkieselsäure wurden etwa
10 g des geschlämmten Tones im Platintiegel 2 Stunden scharf
geglüht und der Glühverlust festgestellt. Die geglühte, aufs
allerfeinste pulverisierte Substanz schloß ich dann mit Soda
in der üblichen Weise auf. Die gefundene Kieselsäure mußte
dann, unter Berücksichtigung des Glüh Verlustes, umgerechnet
werden auf geschlämmten Ton. (Fortsetzung folgt)
Die Teergewinnung aus dem Generator engas.
(Nachdruck verboten.)
Die unerbittliche Notwendigkeit unserer jetzigen Wirt-
schaftslage, jedes Natur- und Abfallprodukt auf das vollstän-
digste zu verwerten, um die Industrie auf den Füßen zu er-
halten nnd wirtschaftlich zu arbeiten, hat es mit sich gebracht,
daß die Teerabsonderungen aus dem Generatorgas in den Glas-
hütten im allgemeinen nicht mehr achtlos auf den Schutthaufen
kommen, sondern gesammelt werden, da daraus Schmieröle,
Treiböle, Leuchtmittel u. a. m. sich gewinnen lassen, wozu bisher
nur der Kokereiteer verwendet wurde.
Es läßt sich natürlich vom Generatorgas in den Glashütten
ein Teer von einer besonderen oder stets gleichbleibender Zu-
sammensetzung nicht gewinnen; denn die letztere hängt außer
von dem Brennstoff sehr viel davon ab, bei welcher Tempera-
tur die Vergasung des letzteren vor sich geht. Da nun die
Generatoren aber nicht immer gleich heiß gehen, weil der Gas-
verbrauch ziemlich großen Schwankungen unterworfen ist, so
wechselt naturgemäß auch die Art des Teers.
Es gibt aber immer noch Werke genug — besonders kleine,
die nur mit einem oder zwei Oefen arbeiten und demzufolge
nur wenig Teerabfall haben — die sich noch nicht mit der
rechten Energie der Aufgabe der Teergewinnung widmen, in
dem Glauben, daß es auf das Wenige nicht ankomme und es
sich überhaupt nicht lohne. Dieser Standpunkt ist aber heute
nicht richtig, denn auch die geringste Teermenge sollte nicht
achtlos vergeudet, sondern der weiteren Verarbeitung zugeführt
werden, umso mehr, als der Teerpreis ganz annehmbar ist.
Der jüngste Fortschritt der Teergewinnung aus Generatorgas
ist die Erstellung von Generatoren mit Tieftemperaturteer-
gewinnung, das sind Schwelgeneratoren, in denen schon bei
10^Tonnidustrie-Zeitnng J892, S. 491; 1893, S. 288.
444 — Nr. 4.0
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
der Gaserzeugung der Teer dadurch gewonnen wird, daß die
den Teer enthaltenden, Schwelgase besonders abgeführt und
bei niedriger Temperator entteert werden und nur das Rein-
gas direkt zur Verbranchsstelle geleitet wird.
Es ist aber nun nicht jedes Werk finanziell so gestellt,
daß es jede aufkommende Neuerung sogleich auch einführen
kann; denn es macht doch ganz erhebliche Kosten aus, die
schon vorhandenen Generatoren durch neue zu ersetzen oder,
wenn angängig, auf die Gewinnung von Urteer umbauen zu
lassen. Im nachstehenden sollen daher praktische Winke und
Batschläge gegeben werden, wie man ohne große Umänderungen
der Gesamtanlage und ohne große Auslagen den sich abschei-
denden Teer ebenfalls für die Nebenproduktengewinnung rest-
los sammeln kann.
Verfasser dieses ist der Meinung, daß das Generatorgas
nicht übermäßig vom Teer befreit werden sollte, und zwar
nur soviel, als sich auf dem Wege zu den Oefen von Natur
aus absetzt; es sollte nur darauf geachtet werden, daß dieser
Teerabsatz durch Ausbrennen u. dergl. nicht verloren geht,
während- der übrige vom Gas noch mitgeführte Teer die Heiz-
kraft des Gases noch erhöht.
Die nachfolgend gegebenen Ausführungen behandeln prak-
tisch bewährte Einrichtungen, wie sie in Glashütten schon
jahrelang anstandslos in Betrieb sind; in diesen Werken war
man schon früher bestrebt, den Teer in flüssigem, also Ur-
zustände, abzuleiten bezw. zu sammeln, nicht in der Absicht,
ihn zwecks der Weiterverwendbarkeit zu gewinnen, sondern um
einem Verstopfen der Kanäle vorzubeugen und die so lästige
Arbeit des Kanälereinigens bezw. Ausbrennens möglichst zu
umgehen.
Die Generatoren, gleich welchen Systems, dürfen nicht zu
klein oder müssen wenigstens in genügender Anzahl vorhanden
sein, damit sie besonders bei Schmelzbeginn nicht zu scharf
gehen. Die Schütthöhe ist dem Brennstoff gut anzupassen
und darf vor allem nicht zu niedrig gehalten werden, um das
Durchbrennen des Brennmaterials zu verhüten; denn tritt
letzteres ein, so verbrennt das Gas schon teilweise im Gene-
rator, und es entsteht dadurch in den anstoßenden Kanälen
eine so große Hitze, daß sich der darin befindliche Teer ent-
zündet. Hält dieser Zustand länger an, so brennt der Teer
immer weiter aus, und es dauert garnicht lange, so ist der
Teer im ganzen Kanälnetz ausgebrannt; aus dem Rückstand
lassen sich keine Nebenprodukte mehr gewinnen, und derselbe
muß vollständig ausgebrannt werden. Bei der größten Vor-
sicht und bei Beachtung aller Umstände bleibt es aber doch
nicht aus, daß die Generatoren zeitweise doch heißer gehen,
als es für die Teergewinnung wünschenswert ist; es ist deshalb
Vorsorge zu treffen, daß das heiße Gas nicht auch zu heiß in
das Kanalnetz eindringt. Diesem Umstände ist schon stets
Rechnung getragen worden, indem die Gaserzeuger mit den
Gaskanälen durch eiserne Ueberführungsbogen verbunden sind,
die aber vielfach dem Zweck entsprechend nicht sachgemäß
ausgeführt sind und oft nur einfache Blechhauben darstellen.
Solche gewöhnliche Blechhauben trifft man da überall an,
wo die Ansicht besteht, daß die Ueberführungsbogen einzig
nur den Zweck haben, die Verbindung zwischen Generator und
Gassammeikanal herzustellen; und doch sind gerade diese
Ueberführungsbogen die erste und dabei sehr einfache Einrich-
tung für die Teergewinnung, denn hier kann schon das meiste
des im Gas enthaltenen Teers abgesondert werden. Je nach-
dem welcher Brennstoff vergast wird, müssen die Ueberfüh-
rungsbogen mehr oder weniger hoch sein ; jedenfalls sind sie
nicht leicht zu hoch. Damit nun der Teer, der sich ja vor-
nehmlich an der Innenwandfläche des Bogens absetzt und
herabläuft, ungehindert von innen herausdringen kann, zahnt
man den Bogen unten etwa 5 cm tief aus, sodaß er nur auf
diesen Zähnen steht. Der Wasserring ist wenigstens 10 cm
hoch und ebenso breit zu machen, damit einmal der Bogen
tief genug im Wasser oder Teer steht und sodann der Ring
bei Bedarf mittels eines flach geschärften Eisens von ver-
dicktem Teer gereinigt werden kann. Die bisher verwendeten
Ueberführungsbogen stehen auf jeder Seite in einem eigenen
Wasserring; für die Teergewinnung ist es . aber praktischer,
wenn diese beiden Ringe, gleich wie die Wasserkränze für die
Ueberführungsbauben, miteinander verbunden sind. In die dem
Generator gegenüber liegende äußere Kranzseite macht man
eine 1 cm tiefe Rinne, legt an diese Kerbe eine Blechrinne an
und leitet letztere in ein bereitstehendes Faß. Die Rinne muß
indes etwas Gefälle haben, und der Teer läuft dann auf diese
Weise von selbst in das Teerfaß ab. Damit das Faß aber nicht
tief gestellt zu werden braucht, legt man den Wasserkranz,
wenn möglich, erhöht über dem Boden an und kann dann auch
die vollgelaufenen Fässer bequem schließen, fortrollen und
durch neue ersetzen. Das Wasser, das sich im Teer befindet,
scheidet sich zum größten Teil im Faß aus und kann von hier
beliebig weiter geleitet werden. Der Wasserring ist ständig
mit. Wasser voll zu halten ; au diesem Zweck wird am besten
ein Rohr über dem Ueberführungsbogen montiert, durch welches
sich Wasser beliebig stark auf den Ueberführungsbogen leiten läßt,
und zwar in der Weise, daß es auf der Seite nach dem Gene-
rator zu über dem Bogen hinweg in den Wasserkranz herab-
läuft. Diese Anordnung ist deshalb zu treffen, damit das Wasser
auf der entgegengesetzten Seite vom Teerablauf in den Wasser-
kranz gelangt, somit nicht gleich wieder durch den Ablauf ab-
fließen kann; ferner wird auf diese Weise der Ueberführungs-
bogen auf dieser Seite gut gekühlt, demzufolge auch das
aufsteigende Gas, und der Teer setzt sich desto besser ab ;
Wasser gelangt zudem angewärmt in den Wasserring und
kühlt somit den sich hier angesammelten Teer nicht soweit ab,
daß er hart wird, sondern erhält diesen flüssig genug, um zur
Abflußrinne abzulaufen.
Es wird nun wohl bei den meisten Werken nötig sein,
Wasserkranz und Ueberführungsbogen neu anzuschaffen, um
den Teer anf die geschilderte Weise gewinnen zu können; da
aber hier angegeben werden soll, wie es möglich ist, mit wenig
Unkosten den Teer aus dem Generatorgas zu gewinnen, so sei
erwähnt, daß der Wasserkranz Jwohl vielfach sich noch ver-
wenden lassen wird, wogegen der Ueberführungsbogen meistens
nicht. Waren bisher nur Blechhauben im Gebrauch, so läßt
sich die Teergewinnung, wenn der Wasserkranz nicht allzu
klein bemessen ist, dadurch einrichten, daß man anstatt der
Ueberführungshaube einen Ueberführungsbogen von etwas
anderer Gestalt als der oben erwähnte aufstellt.
Damit wird aber dem Gas nicht aller Teer entzogen; es
setzt sich solcher auf dem Wege zur Verbrauchsstelle infolge
der Abkühlung des Gases immer noch ab. Der sich nun er-
gebende Teerabsatz wird am besten und einfachsten in sog.
Senkgruben gesammelt und von da ausgepumpt. Die Senk-
gruben sind seitlich vom Gaskanal liegende Schächte von un-
gefähr 50 cm Breite, 80 cm Länge und 100 cm Tiefe unterhalb
der Gaskanalsohle, die natürlich bis zur Erdoberfläche aufge-
führt und da mit einem gußeisernen Deckel oder einer
Schamotteplatte abgedeckt werden. Von der Sohle des Gas-
kanals mündet ein quadratisches Loch von 20 cm Länge und
Breite in die Senkgrube, das Teerabflußloch, das aber mit
einem Schieber versehen sein muß, damit die Senkgrube be-
hufs Entleerung jederzeit geöffnet werden kann. Damit sich
der Teer gut nach diesen Abflußlöchern hin sammelt, ist die
Sohle des Kanals nach ihnen zu mit Gefälle anzulegen. An
Senkgruben sind beim Sammelkanal, je nach seiner Größe, eine
-oder zwei und bei den Zuleitungskanälen etwa alle 10 m eine
anzulegen.
Wird eine Anlage mit vorstehenden Einrichtungen versehen,
so ist völlige Gewähr für die Gewinnung des sich absetzenden
Teeres gegeben. Wo der erwünschte Erfolg ausbleibt, liegt es
nicht etwa an der Unzweckmäßigkeit der Einrichtungen, sondern
an unsachgemäßer Anlage bezw. an nicht genauer Befolgung
der gemachten Angaben.
In Fällen, wo man gewillt wäre, die Teerausbeute auf das
ausgiebigste zu betreiben, wären außerdem noch sogenannte
Gasreiniger einzubauen; es wird dann am besten noch ein
zweiter Sammelkanal angelegt, von dem sich dann die Leitungs-
kanäle nach dem Ofen und den Nebenöfen abzweigen, und in
den Verbindungskanal der beiden Sammelkanäle der Gasreiniger
eingebaut. Bisher baute man derartige Gasreiniger nur in den
Gaskanal zum Schmelzofen ein, da nur eine reinere Flamme
für den Ofenbetrieb erstrebt wurde.
Gasreiniger gibt es nun in verschiedenen Ausführungen.
Eine einfache und praktisch bewährte Einrichtung besteht aus
wenigstens 4 Reihen senkrecht gestellter, gußeiserner Röhren
von verschiedenem Querschnitt, durch welche das Gas geleitet
wird. Es ergeben sich dann beim Auf- und Absteigen des
letzteren verschiedene Geschwindigkeiten, was ein starkes Aus-
scheiden der wässerigen Bestandteile des Gases zur Folge hat.
Die ausgeschiedenen Teerprodukte werden in Teersenkgraben
unter dem Gasreiniger gesammelt.
Eine ähnliche gleich gute, aber gemauerte Einrichtung be-
steht in der sog. Gasreinigungskammer, die ebenfalls zwischen
die beiden Sammelkanäle eingebaut ist. Es ist dies eine mit
Scheidewänden versehene Kammer, deren ©röße sich nach der
Menge des durchgehenden Gases richtet. Für eine mittelgroße
Ofenanlage wäre sie ungefähr 1 m breit und 3 m hoch im
Lichten auszuführen. Von Meter zu Meter ist eine Zwischen-
wand einzubauen, und zwar so, daß sie 2/, der Kammerhöhe
abschließt und */• als Durchgang frei läßt. Die eine Wand
schließt die Kammer unten, die folgende oben ab und so fort;
das Gas muß also einen Zickzackweg machen und dadurch
setzt sich der Teer ab. An der einen Längsseite der Reiniganga-
kammer wird eine ebenso lange Teersenkgrube eingebaut, in
die von den einzelnen Abteilungen der Kammer, wie bei den
sonstigen Gaskanälen, verschließbare Verbindungskanäle münden.
Die gegenüberliegende Kammerwand wird bei jedem Abteil mit
A
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 40 — 445
leicht verschließbaren Oeffnangen versehen, die von außen
gut zugänglich sind, um eine etwaige Reinigung der Kammer
bequem vornehmen zu können.
Diese beiden Gasreinigungseinrichtungen bewähren sich
sehr gut, sind aber, wenn Ueberführungsbogen und Teersenk-
gruben in der richtigen Weise ausgeführt werden, ziemlich
überflüssig, selbst wenn Generator und Ofen nahe beieinander
liegen. Eine solche Einrichtung kommt bei einer Neuanlage
zudem auch hoch zu stehen, sodaß in solchen Fällen die ört-
lichen Verhältnisse und sonst obwaltenden Umstände den Aus-
schlag geben, ob eine solche Gasreinigungseinrichtung oder
eine Generatoranlage mit Tieftemperaturteergewionung wirt-
schaftlicher ist. Meistens wird wohl da das letztere das
bessere sein, vorausgesetzt, daß diese Generatoren das halten,
was man von ihnen erhofft. Verfasser dieses kann darüber
kein maßgebendes Urteil abgeben, da er die Bewährung solcher
Generatoren in der Praxis noch nicht zur Genüge beobachten
und studieren konnte.
Die Teergewinnung läßt sich natürlich nur bis zur Wechsel-
einrichtung vornehmen, von da an ist nicht mehr daran zu
denken. Im Interesse einer sparsamen Wärme Wirtschaft sei
erwähnt, daß die Wechseleinrichtung stets so nahe als nur
irgend möglich am Ofen sein sollte, damit das Gas beim Durch-
gang zum Ofen keinen Teer mehr absondert, denn dieser würde
doch nur von den abziehenden heißen Gasen zum Verbrennen
gebracht, somit nutzlos verloren gehen. Die ganze Anlage
läßt sich aber auch so besser warm halten und vor allem läßt
sich die Abhitze in den Regeneratoren viel intensiver ausnutzen.
Wird die Teergewinnung aus dem Gase durch Gasreini-
gungsanlagen vorgenommen, so kühlen sich die Gase durch
diese Prozedur bedeutend ab. Es wäre daher bei vielen
Schmelzofenanlagen darauf Bedacht zu nehmen, durch geeig-
netere Regeneratoren — diese müssen hauptsächlich recht
hoch sein, damit die durchziehenden Gase einen recht langen
Weg durch die Gittersteine zu machen haben — die Abhitze
besser festzuhalten, wodurch dann die ankommenden Gase so
stark erhitzt werden, daß eine scharfe Flamme erzeugt wird,
andernfalls wäre kalter Ofengang die Folge ; was dies aber be-
deutet, ist ja allgemein bekannt.
Von großen Werken, die mit 3 und mehr Oefen arbeiten,
sind nun schon teilweise Versuche angestellt worden, das Pro-
blem der Teergewinnung durch Erstellung sogenannter Gas-
zentralen zu lösen, in welchen das Gas für alle Oefen erzeugt
und von denen es zu den einzelnen Oefen abgeleitet wird. Vom
theoretischen Standpunkte aus verspricht dieser Weg wohl sehr
viel, ob er sich aber in der Praxis auch in der gewünschten
Weise bewähren wird, sei einstweilen noch dahingestellt. Zu-
dem wird es wohl auch hier wie bei jeder anderen Neuerung
viel Lehrgeld kosten, bevor die Einrichtung in gewünschter
Weise arbeitet. Das beweist schon der Umstand, daß Werke,
die diese Neuerung einführten, noch mit Schwierigkeiten zu
kämpfen haben und sogar öfters nicht arbeiten können, so daß
sie statt des erhofften Gewinnes vorläufig Verlust gegenüber
der früheren Betriebsweise haben.
Im nachfolgenden seien vom praktischen Standpunkte aus
einige Fingerzeige gegeben, die bei Anlage einer solchen Gas-
zentrale unbedingt mit zu beachten sind, soll die Lebensfähig-
keit des Unternehmens nicht schon von vornherein gefährdet sein.
Der Ort für die anzulegende Gaszentrale ist möglichst
günstig d. h. so zu wählen, daß die einzelnen Ofenanlagen, die
an die Zentrale angeschlossen werden sollen, gleichweit von
derselben entfernt sind. Das wird sich aber nur in den selten-
sten Fällen einrichten lassen, da man bei der Anlage der Oefen
nach dieser Richtung hin bisher keine Rücksicht genommen hat.
Eines muß aber bestimmt Berücksichtigung finden, nämlich, die
Zentrale muß so tief wie es die Oertlichkeit nur erlaubt ange-
legt werden, um dem Gas zu den Oefen einen kleinen Auf-
trieb zu geben, denn nur so hat man einige Sicherheit, stets
genügend Gas am Verbrauchsort zu haben. Da der Hauptzweck
einer Gaszentrale meistens der ist, die Nebenprodukte mög-
lichst vollständig zu gewinnen, so versieht man solche Anlagen in
der Regel mit Generatoren für die Tieftemperaturteergewinnung,
über deren Brauchbarkeit speziell in der Glasindustrie der Ver-
fasser, wie schon erwähnt, noch nicht genügend orientiert ist.
* So viel kann aber wohl mit Bestimmtheit behauptet werden,
daß sich höchstens die Teerzusammensetzung etwas günstiger
gestaltet, während die Teerausbeute nicht viel reichlicher aus-
fallen wird, als bei Ausrüstung der Zentrale mit gewöhnlichen
Generatoren und den vorerwähnten Teerabsonderungseinrich-
tungen. Von einer Gaszentrale sollte man zudem nicht erhoffen,
sehr viel Brennstoff sparen zu können; der Verbrauch an
solchem wird wohl gegenüber gewöhnlichen Generatoranlagen
der gleiche sein, aber ein Vorteil ergibt sich dabei, daß man
die Nebenprodukte, vor allem den Teer besser gewinnen und
somit auch besser verwerten kann; zudem gestaltet sich
die Bedienung einfacher, da man alles in einem hat und dem-
zufolge an Bedienungsmannschaft sparen kann.
Angenommen, man wollte eine Gaszentrale für 4 Oefen
erstellen, und zwar mit gewöhnlichen Generatoren und ent-
sprechenden Teerabsonderungseinrichtungen. Mehr wie bei
einer gewöhnlichen Generatorenanlage für nur einen Ofen ist
bei einer Gaszentrale darauf Bedacht zu nehmen, daß dieselbe
stets mit natürlichem Gasdruck arbeitet, denn nur so kann sie
einwandfrei funktionieren; herrscht nämlich im Hauptsammel-
kanal nicht immer ein gewisser Gasdruck, so wird man nur
allzuoft unter Gasmangel zu leiden haben. Am meisten
werden da die Oefen in Mitleidenschaft gezogen, die am
weitesten von der Zentrale entfernt liegen, da durch die Länge
des Weges die Saugkraft des Ofens sich vermindert. Beson-
ders bei Beginn der Schmelze wäre mit diesem Uebel zu
rechnen, denn die Schmelze wird ja bei allen vier Oefen zu
fast gleicher Zeit begonnen, und es wird auf einmal viel Gas
gebraucht. Bleiben jetzt die Generatoren in der Gaserzeugung
zurück, so entsteht Gasmangel, dem man nur vorbeugen kann,
indem man die Generatoren mit Gebläse versieht, die zwar
nicht immer in Tätigkeit zu sein brauchen, sondern nur in den
Zeiten, wo ein erhöhter Gasverbrauch eintritt und wo die
Generatoren die Gasversorgung aus eigener Kraft nicht bewäl-
tigen können.
Da einesteils die Generatoren behufs der Teergewinnung
nicht übermäßig heiß gehen und vor allem nicht durchbrennen
dürfen, andererseits aber auch zeitweise ein scharfer Gang
derselben erforderlich ist, so ist außer dem System der Gene-
ratoren besonders auch der Anzahl und Größe derselben Auf-
merksamkeit zuzuwenden. Für jeden Ofen werden am besten
zwei Generatoren erstellt, deren Größe sich nach der Größe
des Ofens und der Eigenart des zur Verwendung kommenden
Brennstoffes richtet; sie sind auf jeden Fall wenigstens so
groß zu wählen, daß der durchschnittliche Brennstoffverbrauch
sich in ihnen normal vergasen läßt. Ihre lichte Höhe ist besser
etwas höher zu nehmen, als sie für eine gute Schütthöhe bei
Gebläse für das betreffende Material nötig wäre, damit sich
jederzeit eine höhere Schütthöhe als gewöhnlich einhalten läßt,
denn nur dadurch wird einem Heißgehen des Gaserzeugers
oder einem Durchbrennen der Brennmaterialschicht vorgebeugt.
Das beste Generatorensystem für diesen Zweck sind die
Schachtgeneratoren; in Treppenrostgeneratoren mit Zunge
läßt sich die Schütthöhe nicht beliebig erhöhen.
Für 4 Oefen wären somit 8 Generatoren von entsprechen-
der Größe und zudem 2 Reservegeneratoren aufzustellen. Ohne
letztere sollte keine Anlage errichtet werden, denn nur so ist
man vor unliebsamen Betriebsstörungen gesichert. Sollten die
Generatoren etwas zu klein geraten sein, oder sollte der Ueber-
gang zu einem minderwertigeren Brennstoff nötig werden, so
daß die Generatoren in Zeiten des größten Gasverbrauches bei
Schmelzbeginn zu scharf gehen, so wird man noch einen oder
unter Umständen alle beide Reservegeneratoren mit in Betrieb
nehmen. Der Anlage wäre aber in solchen Fällen noch ein
dritter Reservegenerator anzugliedern, damit man denselben, in
Betrieb setzen kann, sobald ein anderer Generator zwecks einer
Ausbesserung oder dergl. unbedingt gelöscht werden muß.
Sämtliche Generatoren haben ebenfalls in einen- Sammel-
kanal zu münden, der aber ziemlich groß zu machen ist, da
er gleichsam eine Art Reservoir bildet. Seine Länge ist gleich
der Länge, die sich aus den gesamten aneinander gereihten
Generatoren ergibt, während er wenigstens 2 m hoch und
1,50 m breit zu machen ist. Die Verbindung der einzelnen
Generatoren mit diesem Hauptsammeikanal geschieht auf die
gleiche Weise, wie bereits erwähnt, mittels Ueberführungs-
bogen. Hier ist ebenfalls die erste und auch zugleich die
Hauptstation für die Teergewinnung.
Von diesem Hauptsammelkanal ist zu den einzelnen Ofen-
anlagen je ein Hauptkanal abzuzweigen, der so groß zu wählen
ist, daß durch ihn das gesamte für die Anlage benötigte Gas-
quantum leicht durchgehen kann. Für eine mittelgroße Anlage
würde es eines Kanals von etwa 1,50 m Tiefe und 1 m Breite,
bedürfen ; es ist aber auf jeden Fall besser, den Kanal so groß
als möglich anzulegen, und zwar umso größer, je größer die
Distanz zwischen Ofen und Zentrale ist. Dieser Hauptkanal
hat kurz vor der Wechseleinrichtung der Ofenanlage in einen
Sammelkanal zu münden. Bei Anlagen, wo nur die Zentrale
eingerichtet wird, besteht dieser Sammelkanal ja schon bei den
Schmelzöfen, und der Hauptzaleitungskanal braucht also nur
angeschlossen zu werden; bei vollständiger Neuanlage wäre
ein solcher Sammelkanal in der gleichen Weise anzulegen,
wie man sie bisher hatte, und von ihm zweigen sich die Kanäle
zu den einzelnen Nebenöfen und den Schmelzöfen ab.
Vom Hauptsammelkanal bis zur Wechseleinrichtung der
einzelnen Oefen wird die Anlage in gleicher Weise wie bei
dem einfachen Ofen mit Teersenkgruben versehen. Besondere
Gasreinigungs- bezw. Teerabsonderungs - Anlagen haben hier
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SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (66. Jahrgang.)
Dar beladen Oefen, die nahe an der Zentrale liegen, einen
Zweck und wären in den Verbin dungskanal zwischen den beiden
Sammelkanälen einzubauen. Im allgemeinen wird ja der Weg
des Gases von der Zentrale bis zur Ofenanlage ein so weiter
sein, daß sich durch die dadurch bedingte Abkühlung des Gases
der Teer vollständig genügend vom Gas abscheidet.
Wegen der Abkühlung des Gases müssen bei weit entfernt
liegenden Oefen die Regeneratoren recht hohe Füllung be-
kommen, damit sich das Gas, bevor es zur Verbrennung ge-
langt, durch gute Ausnützung der Abhitze gut erhitzt und dann
eine heiße Flamme ergibt.
Wird eine Gaszentrale in Aussicht genommen, die mit
Schwelgeneratoren zur Erzeugung von Urteer und Reingas
ausgerüstet werden soll, so müßte zunächst die Sicherheit vor-
handen sein, daß die Generatoren vollständiges Reingas erzeugen,
also kein Teer mehr sich in den Kanälen absetzt. Ist das der
Fall, so kann die Gesamtanlage wie . vorher beschrieben aus-
geführt werden ; an Stelle der Ueberführungsbogen können jedoch
Ueberführungshauben treten, und die Teersammeisenkgruben
können ebenfalls wegfallen. Da man aber doch wohl nie die
vollständige Gewähr haben wird, daß sich kein Teer mehr im
Gas befindet, der sich noch in den Kanälen absetzen könnte,
so ist es der Sicherheit wegen schon besser, die Anlage wenigstens
mit Senkgruben zu versehen.
Es sei ausdrücklich erwähnt, daß die obigen Ausführungen
über die Gaszentrale nur Richtlinien sein sollen, die bei Anlage
einer solchen vom praktischen Standpunkt aus mit zu beachten
wären, und die Abhandlung soll durchaas keine Ermunterung
zum Bau einer Gaszentrale sein. Die Teergewinnung sollte
nicht eigens auf das äußerste betrieben werden, sondern es
wäre nur danach zu streben, den sowieso vom Gas abgeschiedenen
Teer durch die eingangs erwähnten Einrichtungen für die
Weiterverarbeitung zu gewinnen.
Erst dann, wenn es praktisch möglich ist, mit vom Teer
völlig gereinigtem Gas bei gleichem .Brennstoffverbrauch das
gleiche Ergebnis zu erzielen wie mit dem bisherigen Rohgas,
wäre es wirtschaftlich geboten, die Teerausscheidung aus dem
Generatorgas bis zum letzten zu treiben.
Wirtschaftlich-gewerblicher Teil.
Gesetzgebung, Steuern.
Umsatzsteuer. Ausfahrkurse für August 1922. Nach § 31 Abs. 6
der Ausf.-Best. zum UStG. können ausländische Werte (§ 8 Abs. 9 d. G.)
an Stelle der Umrechnung im einzelnen nach dem Kurse umgerechnet
werden, den der Reiche finanzminister nach Anhörung der Reichsbank fest-
setzt, wenn der Steuerpflichtige dieses Verfahren in der ersten Voranmeldung
des Kalenderjahres beantragt. Für August 1922 Bind folgende Durch-
schnittskurse festgesetzt worden:
Belgien . .
Bulgarien .
Dänemark .
England . .
Estland . .
Finnland
Frankreich .
Griechenland
Holland . .
Italien . .
Jugoslawien
Lettland . .
Litauen . .
Luxemburg
Norwegen
100 Ft.
100 Lewa
100 Kr.
1 Lstrl.
100 est. M.
100 f. M.
100 Fr.-
622
23209
4820
285
2338
8525
100 Drachmen 3304
100 h. Fl.
100 Lire
100 Dinar
100 Kr.
100 lett. Eo.
100 Ostmark
100 Fr.
100 Kr.
41978
4816
1197
95
Dt. Oesterreich 100 Kr.
Polen
Portugal
Rumänien
Bußland
100 p. M.
1 Eskudo
100 Lei|
100 Zaren Bo.
100 Duma-Bo.
1000 Sowjet-Ko
18510
1,524
13,776
70,9
934
20,9
3,33
. 0,2086
Schweden . . . 100 Kr. 28410
Schweiz ... 100 Fr. 20573
Spanien ... 100 Pes. 16738
Tschechoslowak. 100 Kr. 3261
Türkei .... 1 Ltq. 661
Ungarn . . . . 100 Kr. 61,65
Aegypten ... 1 äg. Lstrl. 4983
Britisch Ostindien 1 Bupie 316
Britisch Straits
Settlements 1 Doli. 565
Britisch Hongkong 1 Doli. 620
China Schanghai 1 Tael Silber 829
Japan 1 Yen 540
Persien
Argentinien
Brasilien . .
Kanada
1 silb. Kran 94,3
1 Goldpeso 844
1 Papierpeso 390
1 Milreis 145
1 kan. Doli. 1085
Chile 1 Peso
Mexiko
1 Peso
133,2
536
Peru lperu.Lstrl.4480
Uruguay ... 1 Peso 879
Ver. Staaten . . 1 Doli. 1077
Handel und Verkehr.
Die Erhöhung der Telegraphengebühren im Fernverkehr auf M 5
für das Wort, mindestens Jt 50 für ein Telegramm, im Ortsverkehr anf
Jt 3 und M 80 ist am 1. Oktober in getreten. Gleichzeitig werden auch
die Neben gebühren erhöht; die wichtigsten neuen Sätze Bind: Zustellung
bei ungenügender Anschrift M 8, abgekürzte Telegrammanschriften jährlich
M 800, regelmäßige besondere Zustellung der Telegramme jährlich M 800,
Vorausbezahlung der Eilbestellnng (XP) M 18, Stundung der Telegraphen-
gebühren monatlich M 16 nnd für jedes Telegramm Jt 2.
Ein- nnd Ausfuhr, Zollwesen.
A. H. N. Grobkeramik. Die Ausfuhrmindestpreise sind geändert
worden: für Quarzit naoh Deutschflsterreich ab 92. 9. 22, für Kreide mit
sofortiger Wirkung, für künstliehe Mühlsteine.
Das Goldzollaufgeld beträgt für die Zeit vom 4. 10. bis einschließ-
lich 10.10.22 34400 o/0.
Danemark. Verzollung von Glasflaschen. Vierkantige grüne
Flaschen unterliegen in Dänemark einem Eingangszoll von 12 Oere für
1 kg nach Tarifposition 60 des dänischen Zolltarifes. Gewöhnliche grüne
Flaschen sind nach der Tarifposition 58 nur mit 4 Oere für 1 kg zoll-
pflichtig. Unter gewöhnlichen grünen Flaschen werden nur Bier- und
Weinflaschen und ähnliche runde Flaschen verstanden, nicht aber vier-
kantige Flaschen. (ag)
Portugal. Verzicht anf die Bepressalienklausel. Nach dem Ge-
setz vom 5. 9. 22 verzichtet Portugal auf die im Satz § 18 der Anlage 2
zu Teil 8 des Versailler Vertrages verliehene Berechtigung, wie sie in
diesem Paragraphen vorgesehen ist, Güter, welche deutsche Staatsange-
hörige nach Erlaß des Dekrets vom 2. 4. 20 (Datum der Bekanntmachung
der Ratifikation des Friedensvertrages) auf portugiesischem Gebiet erwor-
ben haben oder in Zukunft erwerben werden, zn erfassen oder zu be-
schlagnahmen. Alle entgegenstehende Gesetzgebung wird aufgehoben.
Die Lage In Industrie nnd Handel.
Der Absatz der Spiegelglasindustrie Oberfrankens läßt, wie
uns berichtet wird, einen deutlichen Bückgang der Kaufkraft im Inland
erkennen. Die Abhängigkeit dieses Industriezweiges von der böhmischen
Kohle bat die Verkaufspreise so stark in die Hohe getrieben, daß man
der nächsten Zeit mit größter Sorge entgegensieht. Zunächst ist die
Produktion sowohl in den Spiegelglas- als auch Hohlglasfabriken noch
noinul. Dasselbe gilt auch für die Fabrikation optischer Gläser.
Die Lage In der Emailindustrie. Die Werke Bind bei unvermindert
fortbestehender Inlands-Nachfrage nach wie vor gut beschäftigt. Mit
Ausnahme einiger ausländischer Absatzgebiete, deren scharfe Zollmaß-
nahmen die Einfuhr völlig unterbinden, ist der Eingang von Aufträgen
aus dem übrigen Ausland zufriedenstellend. Die Ausfuhr nach England
hat durch die Errichtung des Antidumping-Zolles einen erheblichen Rück-
gang zu verzeichnen. Neben dem Ausbleiben neuer Aufträge wird auch
über Annullierung alter Bestellungen berichtet Spanien hat durch seinen
Ende Mai in Kraft gesetzten Valuta-Zollzuschlag ebenfalls die Einfuhr
deutscher Emailwaren unterbunden und es besteht zunächst noch keine
Aussicht dafür, daß dieser Zollzuschlag in nächster Zeit in Fortfall kommen
konnte, obgleich das Betreben der deutschen Unterhändler für einen
Handelsvertrag auf Beseitigung dieses Zollzusohlages gerichtet sein muß.
In den Vereinigten Staaten waren bereits vor Inkrafttreten der neuen
ZollerhOhungen eine Beihe von Emailartikeln nicht mehr konkurrenzfähig.
Das neue Zolltarif g« setz wird die Auswirkung haben, daß auch dieses
Absatzgebiet für die deutsche Emailindustrie ausfällt. In Australien dürfte
die Einfuhr deutscher Emailerzeugnisse in absehbarer Zeit nicht mOglich
sein. Hinzu tritt, daß der japanische Wettbewerb auf dem dortigen Markt
schärfer als an anderen Plätzen hervortritt.
Belgien. Zur Lage in der Glasindustrie. Die Spiegelglasindustrie
entwickelte sich bisher ausgezeichnet. Die Produktion ist stark vermehrt
worden, doch scheint im Augenblick ein Stillstand eingetreten zu sein.
In der Fensterglasindustrie scheint die Lage sich leicht zu bessern, nach-
dem besonders das Ausfuhrgeschäft (China) gute Möglichkeiten bietet.
Die Kiste zu 300 Quadratfuß, englisch, stellt sich auf Fr. 135 fob Ant-
werpen (Glas billigster Sorte). Bei den Glasbläsereien ist die Geschäftslage
ebenfalls nicht schlecht. In Fachkreisen beschäftigt man sich intensiv
mit der Frage der mechanischen Glasfabrikation. Die 'neue Glasfabrik,
die zur Zeit in der Kampine im Bau begriffen ist und Alf ing des nächsten
Jahres fertiggestellt sein wird, soll zur mechanischen Herstellung von
Fensterglas nach dem amerikanischen Verfahren arbeiten. Die Glasfabrik
„Verrerie de Montigny" bei Charleroi bedient sich ebenso wie die Glas-
fabrik bei Dampremy für die Glasscheibenfabrikation bereits der „Fouroault"-
Anlage. Die „Fourcaulf -Anlage soll auch in der Spezialglasfabrik von
Eoux Verwendung finden.
Gesohäftliohe Mitteilungen.
Vertretung. Die Firma Flachglas-Großvertriebs-Gesellschaft m. b. H.,
Leipzig, Breitenfelderstr. 30, hat ihre Generalvertretung bezw. den Allein-
verkauf des ihr unter dem Namen „Marke Möve" gesetzlich ge-
schützten Qualitäts-Fensterglases Herrn Paul Schneider, Hannover, Hildee-
heimerstraße 201, ab 1. 10. 22 für Nordwest- und Mitteldeutschland über-
tragen. Die Vertriebsbefugnis der Firma E. F. Friese, Hannover-Stöcken,
ist Vom genannten Zeitpunkt ab erloschen. Das neue Versandlager be-
findet sich Sandstraße 14, das neue Ausschnittlager Burgstraße 40, g,^
General - Versammlungen.
Steingutfabrik Arnberg, A.-G., Amberg (Bay.): o. G.-V 16.10. 22,
5 Uhr n., Geschäftsräume, Amberg. T.-O. : u. a. Kapitalserhöhung auf
Jt 5 Mi».
Steingutfabrik Grttnstadt, A.-G., Grttnstadt: o. G.-V. 21. 10. 22,
3'/?. Uhr n„ Geschäftslokal, Grünstadt.
A.-G. Möncheberger Gewerkschaft, Cassel: a. o. G.-V. 14. 10. 22,
2 Vi Uhr n., Geschäftslokal, Cassel. T.-O. : Kapitalserhöhung um höchstens
Jt 6 Mill. ; Neufassung der Satzungen.
Bing- Werke, vorm. Gebrüder Bing, A.-G., Nürnberg: a. o. G.-V.
21. 10. 22, 11 Uhr v., Geschäftsräume, Nürnberg. T.-O. : KapitalserhOhung
um Jt 100 Mill.
Messen nnd Ausstellungen.
Zur Erhöhung der Leipziger Meßmietpreise. Zahlreiche An-
fragen wegen der Nachforderung der Leipziger Meßraumvermieter ver-
anlassen die Zentralstelle für Interessenten der Leipziger Mustermessen,
e V, folgendes festzustellen: 1. Wenn auch ein rechtlicher Anspruch
auf Nachforderungen anf Grund sämtlicher für die Meßvermietung iu Be-
tracht kommenden Verträge nicht besteht, hat Bich dennoch die paritätische
MietauBgleiohBkommission durch die ungeheure Verteuerung aller Waren und
Dienste veranlaßt gesehen, in gewissen Grenzen aus Billigkeitsgründen
ausnahmsweise eine Nachforderung anzuerkennen. 2. Die Mietausgleiohs-
1922. (65. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 40 — 44T
kommission hat nur Einfluß auf die Festsetzung der Mietpreise der in der
Meflhäuser-G. m b. E. zusammengeschlossenen Vermieter. Deren Mietern
empfiehlt sie die Zahlung eines freiwilligen Zuschlages von 331 '3 °/0 auf
den für die Herbstmesse festgesetzten Mietpreis von Jt 240 je qm.
3. Der „Verband der Meßkaufhausinhaber" hat in einem Schreiben dem
Meßamt erklärt, daß er „als Anteil des Aasstellers an den gesteigerten
Unkosten einen Zuschlag von SO % zum Ausgleich auf Dienst- und Werk-
vertrag, nicht auf das Entgelt für die Raummiete" verlange. Die Erhe-
bung von 50% auf das Gesamtentgelt, also auch auf die Miete, durch
einzelne Vermieter kann sich daher nicht einmal anf einen Beschluß des
Verbandes der Meßkaufhausinhaber, geschweige denn des Meßamtes oder
der Mietauspleichskommission stutzen 4. Das dnrch Verfügung des
sächsischen Ministeriums nen geschaffene besondere Mieteinigungsamt,
welches voraussichtlich noch in diesem Monat zusammentreten wird, kann
sich nur mit der Regelung der Mietpreise ab Frühjahrsmesse 1923 befassen.
Auf die Mietpreise der vergangenen Herbstmesse haben die Verhandlungen
keinen Einfluß. 5. Diejenigen Mieter, welche ab Frühjahrsmesse 1923 die
sogenannte gesetzliche Miete zu bezahlen wünschen, müssen dies unter
Berufung auf § 1 des Reichsmietengesetzes dem Vermieter bis spätestens
3. 10. unter Einschreiben mitgeteilt haben.
Verbände.
Der Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken,
Berlin, hat beschlossen, den Teuerungszuschlag für Niederspannungs-
material aus Porzellan und Steatit mit Wirkung ab 1. 10. 22 für die erste
Oktoberhälfte von 740 % auf 1025 % zu erhohen.
Des weiteren wurden die Zahlungsbedingungen wie folgt abgeändert:
„Die Zahlungen sind binnen 14 Tagen ab Ausstellungstag der Rechnung
netto ohne jeden Abzug frei Kasse der Werks zu leisten. Nach Frist-
ablauf wird der Rechnungsbetrag zuzüglich Verzugszinsen! deren Höhe
jeweils nach den Bankzinsen des verflossenen Monats vom Verband Deutscher
Elektrotechnischer Porzellanfabriken festgesetzt wird und die zurzeit mit
15 % bemessen worden sind, durch Tratte mit 14-tägiger Laufzeit ent-
nommen."
' Die Vereinigten Porzellan-Isolatoren- Werke, G. m. b. H,, Berlin
(Hochspannonge-Isolatoren-Syndikat), erhöhten mit Wirkung ab 1. 10. 22
den zurzeit geltenden Teuerungszuschlag von 700 auf 1025 %. Die neuen
Verkaufspreise haben Gültigkeit für die erste Hälfte des Monats Oktober.
Preiserhöhungen. Der Verein Deutscher Spiegelglasfabriken, Cöln,
erhöhte die Preise für unbelegtes Spiegelglas um 20% und für dünnes
Rohglas um 100%, — Die Verkaufsstelle der Drahtglasfabriken, Berlin,
erhöhte die Preise für dünnes Drahtglas um 100%. — Die Ornament-
glas-Vereinigung, Cöln, erhöhte die Preise für Ornamentglas um 100%
Firmenregister.
Deutschlande
Porzellen Manufaktur Sitzendorf, A.-G., Sitzendorf. Die Firma lautet
jetzt: „Sitzendorfer Porzellanmanufaktur, vorm. Alfred Voigt, A.-Gh",
Das Grundkapital ist um. M 3 Mill. auf Jt 3,6 Mill. erhöht worden.
Sitzendorfer jPorzellanmanufaktur Alfred Voigt, Sitzendorf. Die
Gesellschaft ist aufgelöst, die Firma erloschen.
Dümler & Breiden, Höhr. Witwe Peter Dttmler ist gestorben. Da«
Geschäft ist auf Sebald B. Dttmler, Antonie Dttmler, Hermine Dttmler und
Keramiker Dietrich Dümler Übergegangen. Jeder Gesellschafter ist selbst-
ständig vertretungsbefugt.
Keramische Werke Hermann Mo elter, Althaldensieben. Die Firma
ist erloschen.
|| Erste Hamburger Keramische Industrie, G. m. b. H., Hamburg-
Hammelsbüttel. Das Stammkapital ist von M 40000 anf M 80000 er-
höht worden.
Erste bayr. Braungeschirrtöpferei Mitterteich, Tb.. Hegen & Söhne,
Mitterteicb. Die Liquidation ist beendet, die Firma erloschen.
Fragekasten des Sprechsaal.
Keramik.
123. Wir heizen unsere zwei Muffelöfen mit Torf, Kohle und Koks
und brennen bei SK 05 a ab, Leider werden die darin gebrannten Platten
geflammt, d. h. die Hälfte derselben nimmt eine andere Bärbung an.
Sollten die verschiedenen Farben von Wasser- oder den Dämpfen herrühren,
die sich beim Brennen der Platten entwickeln und wieder auf diese nieder-
schlagen? Der Ton brennt sich rot; wir haben aber häufig graue, gelbe
und andere Farben. Wie ließe sich eine gleichmäßige Farbe der Platten
erreichen ?
Erste Antwort: Die Verfärbung der Platten ist darauf zurück-
zuführen, daß Sie Ihre Muffeln zu rauchig brennen. Sorgen Sie bis zur
Sinternng für immerwährende Luftzufuhr nach jedem Niederbrand durch
Aufstoßen der Roste vor jedem Bewarf. Der Rost muß freiliegen, die
Spalten müssen aufgestochen werden und so muß der Rost eine Minute
lang offen stehen bleiben, bevor er wieder beworfen wird; wird der Rost
zu voll, so entleeren Sie ihn öfter einmal, sodaß immer sehr viel Luft
beim Niederbrand auf die Platte vor ihrer Sinterung einwirkt Die ein-
tretende Reduktion durch zu dichten Bewurf reduziert die Eisenverbin-
dungen und ruft Gelb-, dann Graufärbung sowie die anderen Mißfärbungen
hervor. Das Eisenrot ist sehr empfindlich, und nur ein gutes oxydierendes
Brennen kann Sie vor Verfärbungen der Platten bewahren. Möglicher-
weise werfen Sie auch zu große Mengen Kohle auf ; ein Rost von 154 qsm
braucht 84 Pfund Kohle für den Bewurf, kleinere Roste benötigen im
Verhältnis weniger. Wasser hat auf das Eisenrot keinen so großen Einfluß,
nur eine reduzierende Atmosphäre verdirbt es.
Zweite Antwort: Es hätte angegeben werden müssen, ob die
Platten trocken gepreßt oder naß geformt werden, ob sie völlig trocken in
den Ofen kommen, ob es dichte Steiazeug- oder poröse Tonplatten sind,
ob die untere oder obere, vordere oder hintere Hälfte des Einsatzes rein-
farbig bleibt und ob die Muffeln völlig [dicht sind. So kann man nur
Rheinisch- Westfälische Silika- und Schamottefabriken, A.-G., Bochum.
Herstellung und Vertrieb feuerfester Erzeugnisse aller Art sowie Aus-
führung von Bauten unter Verwendung der feuerfesten Erzeugnisse der
Firma. Grundkapital : M 12 Mill. Vorstand : Generaldirektor" G. Martin,
die Direktoren Dr.-Iug. G. Kassel nnd K. Wagner. Auf sichtsrat :
die Bergassessoren a. D. H. Wenzel, F. Burgers, die Direktoren W. Borbet,
A. Pott und F. Seidelbach und Oberstleutnant a. D. H. Weber.
Ziegel- und Schamotte- Werke, A-G., Könnern a. d. Saale. Neu in
den Auf sichtsrat wurden gewählt : Bankier R, Wagner, • Bankdirektor
F. Heinrich, Kaufmann A. Vasel, Dr. phil. M. Oels, Fabrikdirektor Ed.
Thorwest.
Altenburger Glashütte, A-G , Altenbarg. Glashttttenbesitzer 0. Möller
wurde in den Aufaichtsrat hinzugewählt.
Gebirgs-Kristallglaswerke, G. m. b. H., Görlitz. Kaufmann Et
Podbira wurde zum Geschäftsführer mit selbständiger Vertretungsbefugte
bestellt.
Glasfabrik Weißwaiser, G. m. b. H., Weißwasser, O.-L. (bisher in
Berlin). Fortbetrieb des von der Firma Hirsch, Janke & Co., A.-G., zu
übernehmenden Fabrikgeschäfts, das früher unter der Firma Malky, Müller
& Co., G. m. b. H., betrieben nnd von der Firma Hirsch, Janke & Co., A.-G,
weiterbetrieben worden ist, sowie Herstellung und . Vertrieb von Glas-
waren jeder Art, insbesondere von Glühlampenkolben, Glasröhren nnd
Gla«*täbchen. Stammkapital: Jt 270 000 Geschäftsführer: Acoountant
S. Wolf und Rechtsanwalt H. Francis van Walgern.
Friedrich Heinz & Söhne, Jlmenau. Fabrikation und Handel von
Thermometern und Glasinstramenten aller Art. Persönlich haftende Ge-
sellschafter : die Fabrikanten Friedrich, Paul und Fritz Heinz und Kaufmann
Berthold Klingberg. Jader Gesellschafter ist selbständig vertretungsbefugt.
Flirther Spiegelmanufaktur Bavaria, Julius Hopf Nachfolger, Nürn-
berg. Die Firma ist erloschen.
Glasindustrie, A.-G., Ludwigsburg. Derzeitiger Aufsichtsrat:
Generaldirektor Dr. Hochhut, Direktor 0. Bornheim, Bankier E Meyer,
Assessor a. D. P. Hellinghausen, BergasBessor a. D K. Hapertz, von den
Betriebsratsmitgliedern Kaufmann K. Zahn und A, Maier.
Emaillier- Werk Bremen, G. m. b. H , Bremen. An Stelle von . H.
W. Stelloh und A. Groh wurden die Fabrikenten J. H. Lamberty und F.
Linke zu Geschäftsführern bestellt.
Stanz- und Emaillirwerke, vorm Carl Tiel & Söhne, A.-G., Lübeck.
Die Kanitalserböhung um Jt 4 Mill. auf Jt 10 Mill. ist durchgeführt.
Bayerische Flachglas-Großvertriebs-Gesellschaft m. b. H., Kommandit-
gesellschaft, Nürnberg (Mathiidenstraße 7) Peigöalich haftende Ge-
sellschafterin: Bayerische Flachglas - Großvertriebs - Gesellschaft m. b. H.
Drei Kommanditisten sind beteiligt.
Deutsche Flaschen-Verwertungs-Gesellschaft m. b. H.» Düsseldorf
(Wehrhahn 70). An- und Verkauf von gebrauchten Flaschen sowie Roh-
produkten. Stammkapital: Jt 100000. Geschäftsführer: Kaufleute
K. Kessels und Th. Mörchen und lug. C. Schwarz.
Süddeutsche Glashandels-A.-G, Stuttgart (Calwer Str. 52/54). An-
und Verkauf sowie Bearbeitung von Glas aller Art. Grundkapital:
JL 3 Mill. Vorstand: Architekt E. Weber nnd die Kaufleute F. Stump
und C. Stein. Auf sichtsrat : Großkaufmann H Heinemann, B. Wörnle,
Rechtsanwalt 0. Meyer.
Uca-Glasindustrie Dr. Schillbach, Steyer & Gen., Cassel. Die Ge
Seilschaft ist aufgelöst. Der bisherige Gesellschafter Dipl.-Ing. Ivo Schwarte-
Arnyasy ist Alleininhaber.
Kaolinwerk Reinersdorf, G. m. b. H , Heiaersdorf. Die Bestellung
des Geh. Kommerzienrats Dr. K. Niethammer als Geschäftsführer ist
widerrufen worden. An seine Stelle wurde Lindgerichtsdirektor A. Brodauf
zum Geschäftsführer bestellt.
Kaolinwerke Meistersgraben, G. m. b. H., Düsseldorf (Rethelstr. 6).
Erwerb und Verwertung der Kaolingrube Meistersgraben, Gemeinde Nie ler-
selters. Stammkapital: M 100000 Geschäftsführer: Direktor H. Rinder-
knecht und BergwerksbeBitzer W. Bach. n •
vermuten, daß Gase in die Oefen eindringen nnd die Verfärb ungau ver-
ursachen. Ist der Einsatz nicht genügend ausgesohmaucht, so wird das
Uebel noch ärger. Rote Platten werden sonst auch in Etnzel- oder Ring-
öfen, in freiem Feuer oder in Kapseln, immer aber mit oxydierender
Flamme einwandfrei gebrannt.
Dritte Antwort: Wenn Sie reinfarbige (rote) Platten erzielen
wollen, so müssen Sie vor allem auf eine ganz reine Atmosphäre in den
Muffeln sehen. Allem Anschein nach wird die letztere sowohl durch
Wasser- und andere Dämpfe verdorben, die sich aus der Ware entwickeln,
als auch durch Gase, die von der Feuerung durch Undichtigkeiten der
Muffeln in die letzteren dringen. Das Wesentliche wird aber wohl das
sein, daß alle diese sohlechten Dämpfe nicht recht wieder aus den
Muffeln entweichen können und infolgedessen lange mit der Ware in Be-
rührung bleiben und sie verfärben. Sorgen Sie also vor allem für gute
Lüftung der Muffeln und reinen Brand d. h. mit reicher Luftzufuhr ohne
UeberftÖlung der Feuerkästen.
Ctlas.
114. Wir bitten um Angabe eines Gemengesatzes für dünnwandige
Röhrchen von 8 — 9 mm Durchmesser und % Wim Stärke für Ampullen,
die zur Aufnähme von Medikamenten zu subkutanen Einspritzungen, z. B.
Morphium- Lösung bestimmt sind und an letztere keine Glassubstanz ab-
geben dürfen. Zur Verfügung steht uns ein Hafenofen (Hafeninhalt
250 kg Glas) mit überschlagender Flamme, der nicht sehr heiß geht, in-
folgedessen andere Gläser mit 55—40% Flußmitteln geschmolzen werden
müssen
Erste Antwort: Dünnwandige Rlhrohen lassen Bich aus unten-
stehendem Gemengesatz herstellen. Das Glas soll allerdings für derartige
Artikel nicht zu weich geschmolzen werden, damit es sich nicht löst, d h.
an Flüssigkeiten keine Substanz abgibt. Geht der Schmelzofen nickt be-
sonders heiß, so ist der am heißesten gehende Hafen für die Schmelze
448 _ 5fr. 40 SPRECHSAAL
auszuwählen. Das Glas muß gut und rein durchgeschmolzen sein; läßt
Bich diesea.nchwer erreichen, so ist der Hafen nur zweimal einzulegen;
das Glaa reicht dann Bicher für die Arbeit aus, auch wenn der Hafen
nicht ganz voll ist, es wird aber eher blank und gut. Beim Keinschmelzen
ist das Glas mehrmals tüchtig zu blasen, damit es Bich besser läutert.
Ein Zusatz von reinen gewaschenen Scherben ist zu empfehlen, denn
dadurch schmilzt das Glas etwas leichter, und das Gemenge hegt nicht
so fest im Hafen. Es muß eben auf die Schmelze etwas Sorgfalt ver-
wend9t wast;: • • • bg
Soda f »
Pottasche f" »,
Kalkspat x£ »i
Tonerdehydrat • ■ • * »3
Arsenik '* »
Nickeloxyd oder Selen als Entfärbung . . dg
Zweite Antwort: Wenn Sie Eöhrchen herstellen| wollen, die
nicht die leiseste Entglasung zeigen, damit die in ihnen aufbewahrten
Skamente nicht leidin. so ist ein heißgehender Ofen Grundbedingung.
Will man gutes Köhrenglas erzeugen, so vermeidet man den Oberflamm,
ofen, der für solche Gläser zu kalt geht und, wie Bchon oft an dieser
Stelle hervorgehoben, die für ein gutes Eöhrenglas unumgänglich not-
wendige Homogenisierung des Hafeninhaltes nicht gewährleistet. Nach-
stehender Satz gibt bei richtiger Behandlung des Gemen«es sorgsamer
Schmelze und gewissenhafter Läuterung daB gewünschte Röhrenglas :
Sand 10" *S
Pottasche d" »
Soda ° ■
Kalkspat " ■
Tonerde, kalz £ »
Salpeter • * »
Scherben . g*J »
DriuTAntwort': Versuchen ' Sie 'den folgenden Glassatz; er
schmilzt leicht und eignet sich, gut durchgeschmolzen und geläutert, für
Ih" ^Saud . ♦ •
Soda 6l «
Pottasche * »
Kreide . • iö „
Zinkoxyd • »
Borsäure !? »
Tonerdehydrat * »
Scherben . . . • w »
Nickeloxyd l* <*
115 Ich arbeite bei der Herstellung von silberbelegten Spiegeln nach
der Böttger' sehen Vorschrift, allerdings mit einigen Aenderungen, um schon
bei einmaligem Aufguß einen vollkommen dichten Belag zu erhalten.
Periodmweise Kommt es nun vor, daß der normalerweise kurz nach dem
iZfgu^TcMnlZe, langanhaltende helle Goldton der Flüssi gkei t nur ja nz
Hü manchmal auch gar nicht zu beobachten ist; der Belag ist dann m
Zehen Fällen nur sehr dünn und durchsichtig, wahrend ^ normalerwme
(wenn der Geldton länger anhält) vollkommen dicht erscheint Das zum
Abspülen verwendete Wasser wird dann in solchen Fallm dark getrübt,
während es sonst fast völlig klar bleibt. ^fZ^'al^^fZttl
Fehler ist der, daß sich (auch bei lange anhaltendem Goldton) ^ sehr stark
ausgeprägte, manchmal auch schwächere Züge (Schlieren und netzartige
Mdschen), die fast immer auch auf der SpiegeUeite zu sehen sind und
störend wirken, bilden. Auffallenderweise sind diese Linien manchmal nur
ZhdeTsdten hin zu beobachten, so daß in der Mitte des Glases, wohin
meist länger aufgegossen wird, der Belag vollkommen einwandfrei ist, ein
noch so kräftiges ümschüttebi der Lösung vor dem Aufguß ändert diese
Bildung nicht. Wie sind diese Erscheinungen zu erklaren? Ist etwa ein
zu langes Kochen der Beduktionslösung oder Lichtwirkung und Temperatur
die Ursache? Gibt es eine Vorschrift, die nicht so empfindlich ist, so daß
die Wirkung bei jeder Temperatur die gleiche ist und die Reduktion nur
entsprechend der Wärme langsamer oder schneller vor sich geht ?
Erste Antwort: Sie hätten zunächst angeben sollen, welche
Aenderungen Sie an der Böttger'schen Vorschrift vorgenommon haben, um
mit einem einmaligen Aufguß der Versilberungsfittssigkeit einen vollkommen
dichten Silberbelag zu erhalten. Die Böttger'sche Vorschrift besagt:
1 g Silbernitrat in 8 g destilliertem Wasser gelöst wird in einer
kochenden Lösung von 0,8 g Seignettesalz und i 384 g destilhertem Wasser
ausreichend gekocht und filtriert. Der zweiten Lösung, gleichfalls aus
1 2 8ilbernitrat in 8 g destilhertem WaBser bestehend, wird bo lange
Ammoniak zugesetzt, bis der Niederschlag verschwindet, worauf die
Flüssigkeit mit 90 g destilliertem Wasser versetzt und nun filtriert wird.
Gleiche Baumteile dieser Lösungen werden vor dem Gebrauch gut ge-
mischt. Wenn bei der Herstellung der Versüberungsflüssigkeit mit der
nötigen Sorgfalt verfahren wird, die Spiegeltafeln peinlich gereinigt
werden, im Verwlberungsraam und am VerBÜberungstisch eine gleichmäßige
Temperatur von 26« C. herrscht, bo gibt es kein besseres und einfacheres
Versilberungsverfahren. Die angeführten Fehler, daB Nichterscheinen deB
GoldtoneB der VersuberungeflüBBigkeit sowie das Auftauchen einer die
Versilberung trübenden Schleierbildung deuten Ihnen an, wo die Fehler-
naelle zu suchen ist, nämlich wahrscheinlich beim Chlor. Ob Bich nun
dieses in geringen Mengen in den Chemikalien oder im destil herten
Wasser befindet? muß festgestellt werden. Werden die Spiegeltafeln mit
verdünnter Salzsäure gewaschen und nicht ausreichend nachgespült, bo
treten dieselben Erscheinungen auf. Sie können jedes Verailberungs-
verfahren anwenden; kommt aber irgendwie Chlor in Betracht, bo zeigt
lieh immer die trübende Sohleierbildung.
Zweite Antwort: Sie hätten vor allen Dingen die Aenderungen,
die Sie an der Böttger'schen Vorschrift vornahmen, mit angeben Bollen,
denn nur dann konnte man Ihnen vielleicht genaueren Aufschluß über die
Entstehung der Fehler geben. Im allgemeinen Bind Ausführung und fcrfo g
der Vorschrift ja gut, und nur zeitweise treten Uebelstände auf, ein
COBURG.
1022. (55. Jahrgang.?
Zeichen, daß also auch nur periodenweise ein Fehler in der Bereitung
oder Behandlung der Versilberung gemacht wird. Welcher Art nun
dieses Versehen ist, kann am besten durch genaue Beobachtung an Ort
und Stelle ermittelt werden. Achten Sie einmal auf Verunreinigungen der
Chemikalien, namentheh durch Chlor. Es gibt wohl noch einige gute
Vorschriften für das Belegen von Spiegeln, aber auch dieBe versagen,
wenn die Ausführung nicht exakt erfolgt.
116. Lassen sich Glasgalle und Braunkohlenasche vielleicht m Ver-
bindung mit Sand und Zement nutzbringend verwenden?
Erste Antwort: Glasgalle läßt sich meines Erachtens nicht
mit den anderen angeführten Materialien verwenden, dagegen ließe s'ch
Braunkohlenasche mit Sand und Zement zu Steinen pressen, die an der Luft
getrocknet werden und dann zu Scheide- oder sonstigen Innenwänden) die
den Witterungseinflüssen nicht ausgesetzt Bind, Verwendung finden können.
Glasgalle zersetzt sich an der Luft, wenn sie auch anfangs hart ist, und
zerfällt und zerfließt bei längerem Lagern, ein Prozeß, der Steinen nur
nachteilig wäre Die Glasgalle wird bei der Zttndholzfabrikation ver-
wendet und auch von chemischen Fabriken gekauft. Sie können auch
Braunkohlenasche, richtig durchgeglüht, mit etwas gemahlenem Bohton
vermischen und zu Mauersteinen verformen, die Sie dann brennen. Dar-
artige Steine können auf der Hütte Verwendung finden, und zwar für
Oefen, die nicht stark erhitzt werden, wie Ktthlöfen usw, und auch für
sonstige Bauten unter Dach. \ .
Zweite Antwort: Die Braunkohlenasche läßt Bich in Ver-
bindung mit Zement zu Aschen- und Schlackensteinen formen. Auch wird
sie in Bandarmen Gegenden als Zusatz zum Kalkmörtel, als Fftllmat enal
für Fußböden usw. verwendet. Die Aschensteine müssen einer Pressung
unterworfen werden, erfordern aber keinen Brennprozeß. Die Glasgalle
auB unzersetzten Sulfaten und Chloriden der Alkalien und des Kalkes
bestehend, findet in der chemischen Industrie, bei der Zündwaren-
herstellung usw. Verwendung.
Dritte Antwort: BraunkohlenaBche läßt Bich als Zusatz zu
Steinen auB Sand und Zement nutzbringend mit verwenden, Glasgalle aber
nicht. Letztere wird in einigen Industrien verarbeitet, die Nachfrage ist
aber nur gering.
127.
Heue Fragen.
Karamlk.
Wer liefert Stanzmatritzen für durchbrochene Teller?
Glas«
121. In den Gasgebläseapparaten der BornkessehBrenner sind in
den Luftdüsen (sog. Ziepfen) siebähnliche kleine Löcher. Welche Vorteile
usw. haben diese Luftdüsen gegenüber den aUgemän gebräuchlichen rohr-
förmigen Ziepfen? , ,
122. Wer liefert einen Ersatz für Holzstoff zum Auslegen der
Wulgerklötze in Glasfabriken?
Briefkasten der Redaktion.
W. B. 1. L. Sie lesen den Sprechsaal wohl nicht, denn sonst wären
Sie um Bezugsquellen für Abziehbilder nicht in Verlegenheit. Werfen
Sie nur einen Blick in die Bezugsquehenliste.
A. E. i. Ch. Vorschriften für Druckfirnis sind in den Antworten
zu Frage 115 in Nr. 37 da. Jhrga. sowie im Sprechsaal-Kalender 1922,
S. 45, angegeben.
Mntttnp der
Aien!töntielsnel»telie Feinheramih.
Für Luxusporzellan ist mit Wirkung vom 25. Sept. 1922,
der Multiplikator auf 16 festgesetzt worden. Näheres durch
die Prüf ungsstelle Luxusporzellan in Weimar, Brennerstraße 18. .
Verband j
Deutscher Porzellangeschirrfabriken,
G. m. b. H., Berlin W. 30.
Händlertabelle.
Die bisher gültigen Aufschläge, die der Händler beim ,
Verkauf an private Ausländer auf den Ladenpreis mindestens
nehmen muß, werden außer Kraft gesetzt. Ab 25. September 1922
gelten die folgenden Sätze:
Kostet l$=VMk.
1025,—
bis 1092,—
1093 —
M
1160,—
1161 —
n
1229,—
1230,—
n
1297,—
1298,—
n
1365,—
1366,—
1435 —
n
1434,—
»
1502,—
1603,—
n
1570,-
1671,—
»
1638,—
1639,—
n
1706,—
So beträgt der
Aufschlag auf
den Ladenpreis
= ?%
10%
20o/0
30 o/o
40%
50o/„
60%
70%
80 o/o
90 o/0
100 o/0
Kostet l$ = ?Mk.
1707,-
1776,-
1844,-
1912,-
1981,-
2049,-
2117,-
2185,-
2254,-
bis 1776,-
„ 1843,-
„ 1911,-
„ 1880,-
„ 2048,-
n 2116,-
„ 2184,-
„ 2253,-
n 2321,-
n 2389,-
So beträgt der
Aufschlag auf
den Ladenpreis
= ?%
110%
120 o/o
130 %
140 o/o
150 »/„
160 o/o
170 o/0
180 o/0
lfOo/0
200 o/o
(55. Jahrgang.)
Coburg, den 12. Oktober 1922
Nummer 41
Zeitschrift für bie Keramischen, Blas- unb verwanöten Industrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Loois 1904 Goldene Medaille
Prämiiert : Bugra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
Fernsprecher Nr. 59. / Telegramm-Adresse Sprechsaal
Postscheckkonto: Erfurt Nr. 1509 / Nürnberg Nr. 4747
Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Coburg
Bezugspreis; Für Deutschland bei der Post bestellt für das IV. Vierteljahr Jt .126.—, unter Streifband Jl 205.—
Anzeigen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 9.—.
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von : Verband der Fachpresse Deutschlands B. V. — Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum.
Nachdruck der Original-Beiträge verboten.
An die deutschen Glashütten!
50 Jahre
sind verflossen, seit Männer aus allen Zweigen der deutschen Glasindustrie den Verband der Glasindustriellen Deutschlands als
Stätte des Ratens und Tatens für alle gemeinsamen Interessen der deutschen Glasindustrie gegründet haben.
Gute und schlechte Jahre sind seitdem im Wechsel der Zeiten dahingegangen; Zeiten stolzen Glückes und tiefster Er-
iedrigung hat unser Vaterland gesehen. Jahre der Blüte, schweren Daseinskampfes und täuschender Scheinblüte hat unsere
Industrie durchlebt. Mit dem Rückblick auf vergangene Zeiten verbindet sich die Vorschau auf die Zukunft. Es gilt, die Waffen
der Industrie zu schmieden für eine harte Zeit. Dies kann nur in einigem Zusammenarbeiten aller Zweige der deutschen Glas-
industrie geschehen. Die Stelle aber, wo diese Arbeit vollbracht wird, sei der Verband der Glasindustriellen Deutschlands!
Soll sie gelingen, so bedarf es gegenseitigen Verstehens und Vertrauens. Die Vertreter der verschiedenen Gruppen
unserer Industrie müssen einander persönlich näher kommen. Dies anzubahnen sei mit die Aufgabe unserer 50-Jahrfeier, zu der
wir uns die Ehre geben, die Herren Vertreter der deutschen Glasindustrie zam
19. Oktober 1922 nach Eisenach, Hotel Rautenkranz
einzuladen.
Es ist vorgesehen : vormittags 10 lk Uhr Festsitzung :
Begrüßungsansprache mit Rückblick und Ausblick;
Wirtschaftspolitischer Vortrag (Dr. Schneider Geschäftsführer des Reichs Verbandes der Deutschen Industrie) ;
Sozialpolitischer Vortrag (Dr. Tänzler, Geschäftsführer der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeb er verbände);
Technisch-wissenschaftlicher Vortrag von einem noch zu bestimmenden Herrn.
Nach der Festsitzung gemeinsames Essen — entsprechend dem Ernst der Zeit — in bescheidenem Rahmen.
Wir bitten um feste Zusage, welche Herren Ihres Werkes wir in Eisenach begrüßen dürfen. Festprogramm werden
wir uns erlauben, alsdann Ihnen zu übersenden. Hotelzimmer bitten wir — einem Wunsche des Hotels entsprechend — selbst
bestellen zu vollen.
Auf Wiedersehn in Eisenach! -j
*anr
1 Hochachtungsvoll!
Verband der Glasindustriellen Deutschlands e. V.
Der Vorstandsvorsitzende :
Dr. von Vopelius
Die Geschäftsführung:
Dr. Schaller Dr. Götz
450 — Nr. 41
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (55. jfthrgang.D
Ueber den Gießfleck.
Von Dr.-Ing. Karl Fr. Pfefferkorn, Dresden.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Im folgenden seien die Analysendaten der fünf Tone, die
zu den Gießversachan verwendet worden, tabellarisch aufge-
führt. Vor dem Schlämmen des Rohtones wurde dessen
Feuchtigkeitsgehalt ermittelt durch Trocknen bei 110 0 C.
Der Schlämmrückstand wurde ebenfalls bestimmt und die
Resultate der rationellen Analyse des geschlämmten Tones (in
der Tabelle mit „bu bezeichnet) auf den Rohton (mit „a" be-
zeichnet) umgerechnet. Die in den Tabellen numerierten Tone
sind folgender Herkunft:
Ton I: sehr fetter Steingutton; Liboritz b. Saaz i. Böhmen-
Ton II: hochplastischer, fetter, weißbrennender Steingutton von
Löthain b. Meißen.
Ton III: fetter, weißbrennender Steingutton von Löthain.
Ton IV: glimmerhaltiger, gelbbrennender Wildsteiner Stein-
gutton ; Eger i. Böhmen.
Ton V: Kaolin von Pilsen i. Böhmen.
Tabelle 1.
Ton I
Ton II
Ton III
a
h
a
b
a
b
Feuchtigkeit
7,03
3,58
Schlämmrückstand
12.1
2,16
2,10
Feinsand
7,56
8,60
21,23
23,38
26 36
27,95
Feldspat
3,03
3,45
1,81
2,00
3,48
3,69
Tonsubstanz
77,30
87,94
67,76
74,62
64,47
68,36
Glühverlust
16,4
17,42
10,94
Gesamt-SiOj,
50 83
58,17
61,08
errechnete Öesamt-Si02
51,93
59,45
62,22
Die angeführten Zahlen stellen die Mittelwerte aus je
zwei Analysen dar. Ton I bis Ton III sind drei Steinguttone,
die in ihrer Zusammensetzung stark voneinander abweichen.
Während Ton I außerordentlich fett ist, handelt es sich bei
II und III um hochplastische, jedoch weniger fette Tone. Noch
stärker wird diese Abweichung bei dem Steingutton IV (siehe
Tabelle 2). Dieser enthält im geschlämmten Zustande nur
äußerst geringe, kaum bestimmbare Mengen Feldspat, dagegen
viel Glimmer, und ist sehr fett.
Tabelle 2.
Ton IV
Ton V
a
b
a
b
Feuchtigkeit
3,02
0,37
Schlämmrückstand
0,85
0,37
Glimmer
4,22
4,4
2,54
2,57
Feldspat
Feldspat und Feinsaud
Spur
Spur
8,49
8,57
Quarz
Tonsubßtanz
91,90
95,60
88,08
88,86
Gltthverlust
15,11
11,60
Gesamt-Si02
46,22
51,02
errechnete GeBamt-3i02
51,67
Nachdem ich genaue Kenntnis der fünf Tone erlangt hatte,
ging ich an die Ausführung der Gießverauche. Bei jedem
einzelnen Tone wurden Platten, die fortlaufende Bezeichnungen
erhielten, mit verschiedenen Fallhöhen des Strahles gegossen
und die einzelnen Versuche tabellarisch geordnet. Der ein-
gegossene Tonbrei füllte die bei 110° C längere Zeit getrocknete,
kalte Form bis zum obersten Rande des aufgesetzten Gips-
kranzes voll aus. Das Ganze blieb dann so lange stehen, bis
Erstarrung eingetreten war und die Platte einen etwa leder-
harten Zustand aufwies. Jetzt wurde sie aus der Form heraus-
genommen, mit der unteren Fläche auf eine saubere Gipsplatte
gelegt und mit einer zweiten solchen beschwert, um ein „Ver-
ziehen" zu verhindern. Durch Erwärmen der Gipsplatte auf
110° C in einem Trockenschranke trocknete die Tonplatte völlig
aus. Sie erhielt hierauf den „Rauhbrand", wobei sie zwischen
zwei bereits „gar" gebrannten, unglasierten Wandplatten lag,
in einem großen Betriebsofen. Das Glasieren des „rauhen"
Scherbens erfolgte in der Weise, daß die betreffende Fläche
(im folgenden mit „Gesicht" oder „Oberfläche" bezeichnet),
nach unten gerichtet war. Die Platte verblieb höchstens eine
Sekunde in der Glasur. Während des „Glattbrandes" lag si*
j Platte
(
\ Tondreifuß [ ^|
Tiguv 6.
wagrecht auf einem Tondreifuß (Fig. 6) mit dem „Gesicht"
nach oben,
Gießversuche mit Ton I.
Gleich bei diesen ersten Versuchen wurden einige sehr
interessante Erscheinungen beobachtet. Die „lederharten'
rohen Platten zeigten einen dunkler gefärbten Ring um diel
Auffallstelle des Strahles. Der Gießbrei des Tones I besitzt!
eine beinahe schwarze Farbe, die auf einen hohen Gehalt an
kohligen und humusartigen Bestandteilen zurückzuführen ist.
Kurze Zeit nach dem Guß wird der Ton heller, die Farbe geht
beim lederharten Zustand in ein dunkles Braun über, und die
vollständig abgetrockneten Platten sehen grau aus. Der be-
obachtete dunklere Ring, der bei den trockenen Platten eine
braune Farbe besitzt, ist dadurch zu erklären, daß hier das
Material noch wasserhaltig ist. In rauh gebranntem Zustande'
war nichts wahrzunehmen, dagegen wies der glattgebrannte
Scherben folgendes merkwürdige Bild auf:
In der Mitte der Fläche, genau an der Stelle, wo der Strahl
aufgeprallt war, befand sich eine kreisrunde Fläche (1), diej
einen ganz normalen Glasurbelag hatte, wie die übrige Ober-
fläche (3). Um (1) herum zog sich ein Ring (2), der sich rauhl
anfühlte und nur äußerst matt glänzte. Während jedoch (1)
scharf umrissen war, verlief
sich (2) allmählich bis zum
normalen Glasurbelag (3).
Fig. 7 b bringt dies deutlich
zum Ausdruck. •
Die Größe der ring-
förmigen Fläche (2) ist ab-
hängig von der Fallhöhe des
Strahles, wie aus der unten
angeführten Tabelle 3 zu er-
sehen ist. Je größer diese
ist, umso größer wird der
Durchmesser des Ringes (2),
während der von (1), bis auf
kleine Abweichungen, kon-
stant bleibt. Er variiert nur
mit dem Durchmesser des
Strahles. Je größer dieser ist,
umso größer wird der Durch-
messer von (1). Es wurden diese merkwürdigen Erscheinungen
an einer größeren Reihe von Platten nachgeprüft, und sie
bestätigten sich immer wieder. Schon beim Glasieren der
rauh gebrannten Platte waren diese Flächenunterschiede, be-
sonders wenn die Glasur sehr dünn gehalten war, gut zu
beobachten.
Tabelle 3.
Mgur 7 a.
x-~
Figur 7 b.
Bezeichnung
der Platte
Gießbrei: 2 kg Ton I + 5 1 Wasser.
Fallhöhe des
Strahles
in cm
53
12,5
7,5
7,5
Durchmesser
der Fläche
(1) in mm
15
13
13
15
Durchmesser
des Ringes
(2) in mm
35
27
23
23
Gießversuche mit Ton II.
Die abgetrockneten rohen Platten s bis x zeigten die
typische Erscheinung des dunkleren Ringes in bedeutend !
schwächerem Maße als bei Ton L Aufnahme 1*) gibt diesen
Ring wieder.
Bei t und u siehe Tabelle 4 ist der Ring vollkommen ver-
schwunden, bei s und w kann er gerade noch wahrgenommen
werden.
Tabelle 4.
Gießbrei: 2 kg Ton II + 5 1 Wasser.
Bezeichnung
der Platte
s
t
u
w
X
Fallhöhe des
Strahles
in cm
53
53
53
12,5
12,5
Durchmesser
der Fläche
(1) in mm
13
kein
»
14
13
Durehmesser
des Ringes
(2) in mm
28
Gießfleck
23
23
Noch auffallender war das Verhalten im Rauhbrande. Die
Platten hatten sich trotz guter Beschwerung stark verzogen.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECrlSAAL- COBURG.
Nr. 41 — 451
und^ über die Oberfläche liefen nach allen Richtungen hin
Sprünge. Nach dem Glattbrande sprang die Glasar an allen
Stellen der „Oberfläche" ab, während sie an der hinteren Fläche
festhielt. Von einem rauhen Ring, wie bei den glasierten
Platten des Tones I, war nichts zu sehen.
Die Erklärung für dieses eigentümliche Verhalten des
Tones II konnte bald gefanden werden. Die Scherben der
Platten zeigten nämlich auffallende Verschiedenheiten. Man
konnte mehrere ausgeprägte Schichten beobachten, wie es
Figur 8 erläutert.
Figur 8.
I In der Schicht 1, die eine sehr grobe Struktur besaß, konnte
ich eine starke Anreicherung an Feinsand (Quarzsand) fest-
stellen. Das Material war hier von so lockerer Beschaffenheit,
daß es sich leicht abtrennen ließ. Eine Gesamtkieselsäure-
bestimmung desselben ergab 70,04 °/0 Si02. Ueber der grob-
körnigen Schicht 1 zeigte sich eine etwas feinere Lage 2, und
erst bei 3 und 4 konnte man ein dichtes Tongefüge erkennen.
Beim Gießen mit Ton II, der sehr viel Feinsand enthält,
hatte sich dieser in dem Tonbreibehälter stark abgesetzt, sodaß
in die Gipsformen zuerst ein Material gelangte, das weit mehr
Feinsand enthielt, als der Zusammensetzung des Tones ent-
spricht. Innerhalb der Gipsformen erfolgte ein Absetzen des
Feinsandes, wodurch die Schichtenbildung entstand.
I Bei den weiteren Gießversuchen mit Ton II wurde infolge-
dessen in den Gießbehälter ein Rührer eingebaut, der ein Ab-
setzen verhinderte. In dieser Weise wurden folgende Platten
gegossen :
Tabelle 5.
Gießbrei: 2 kg Ton II + 5 1 Wasser.
Bezeichnung Fallhöhe des Durchmesser Durchmesser
der Platte Strahles der Fläche des Ringes
in cm (1) in mm (2) in mm
ac 52 14 HO
ad 22 13 28
ae 11 14 24
af 11 15 24
Die rauhgebrannten Platten zeigten die Sprünge an der
Oberfläche nicht mehr. Auf dem glattgebrannten Scherben
jedoch hatte sich jetzt der Gießfleck eingestellt. Der rauhe
Ring war, wenn auch nur äußerst schwach, zu beobachten.
Die weiteren gegossenen Platten lieferten das gleiche Resultat,
.m Vergleich zu den Gießflecken bei Ton I wurde hier bei
ton II festgestellt, daß die Erscheinung ganz bedeutend schwächer
tusgebildet war. Im übrigen aber wurden die bei Ton I
»wähnten Abhängigkeiten beobachtet, nämlich, je größer die
Fallhöhe ist, umso größer ist der Durchmesser des rauhen
iitinges (siehe Tabelle 5).
Gießversuche mit Ton III.
Analog wie bei Ton II wurde hier der Tonbrei gut gerührt
röhrend des Gießens. Die glattgebrannten Platten zeigten,
üßer al Tabelle 6, den Gießfleck so schwach, daß von der
iben in Figur 7 a gegebenen typischen Zeichnung des-
elben nichts mehr zu erkennen war. Der Uebersichtlichkeit
regen sind die Versuche mit Ton III in die Tabelle 6, die
sdoch nur die Angabe der Fallhöhen enthält, eingetragen
rorden. 3
Tabelle 6.
Gießbrei : 2 kg Ton III + 5 1 Wasser.
Bezeichnung Fallhöhe des
der Platte Strahles in cm
ag 22
ah 22
ai 11
ak 11
al 53
Vergleicht man die Ergebnisse der Versuche bei Ton I
s Ton III untereinander, so ergibt sich eine merkwürdige
eziehung. Ton I hat den kleinsten Feinsandgehalt, Ton III
m größten. Ersterer gibt einen markanten Gießfleck, bei
■tzterem tritt dieser nicht auf. Ton II nimmt insofern eine
ittelstellung ein, als er ca. 4,5 °/0 weniger Feinsand enthält
id den Gießfleck in einem Maße gibt, daß man gerade noch
äche (l) und (2) erkennen kann. Je gerfnger demnach der
dnsandgehalt eines Tones ist, umso ausgeprägter und stärker
eilt sich der Gießfleck ein, der bei einem Maximum des
*) Die photographischen Aufnahmen sind auf einem besonderen
att dem Sprechsaal beigegeben. D. Bei.
ersteren schließlich verschwinden wird. Es war also voraus
zusehen, daß bei einem an Tonsubstanz hochprozentigen Kaolin
der Gießfleck am intensivsten auftreten mußte. Ein solches
Material ist der Ton V, ein böhmischer Kaolin mit ca. 89°/0
Tonsubstanz.
Gießversuche mit Ton V.
Die Resultate der Versuche mit Ton V sind aus der
Tabelle 7 zu ersehen.
Tabelle 7.
Gießbrei : 2 kg Ton V + 5 1 Wasser.
Bezeichnung
der Platte
aw
ay
az
Fallhöhe des
Strahles
im cm
53
12,5
12,5
Durchmesser
der Fläche
(1) in mm
15
16
16
Durchmesser
des Ringes
(2) in mm
40
28
28
Die Vermutungen bestätigten sich voll und ganz. Der
Kaolin gab einen so typischen Gießfleck, wie er bisher noch
nicht erhalten worden war. Eine Abbildung der glattgebrann-
ten Platte az wird durch die Aufnahme 2 wiedergegeben.
Gießversuche mit Ton IV. Q
Auch bei Ton IV wurde ein stark ausgeprägter Gießfleck
erhalten. Während aber bei Kaolin die Fläche (2) gar keine
Glasur aufwies, war hier ein ganz matt glänzender, sich rauh
anfühlender Ring vorhanden. Ton IV ist ebenfalls hoch-
prozentig an Tonsubstanz, aber stark glimmerhaltig. Ob der
Glimmer die Ursache dieses mehr graduellen Unterschiedes ist,
konnte vorläufig noch nicht beantwortet werden. Im allgemeinen
bestätigte aber auch Ton IV die bisher gemachten Erfahrungen,
wie es Tabelle 8 zeigt.
Tabelle 8.
Gießbrei: 2 kg Ton IV + 5 1 Wasser.
Bezeichnung Fallhöhe des Durchmesser Durchmesser
der Platte Strahles der Fläche des Ringes
in cm (l) in mm (2) in mm
« 57 20 60
ß 27,5 21 50
Y 11 21 45
Die große Reihe von Gieß versuchen, die ich mit den
fünf Tonen anstellte, zeigte also eine gewisse Abhängigkeit des
Gießfleckes vom Feinsandgehalt des Tones. Da dieser nur rein
mechanisch neben anderen unwesentlichen Bestandteilen der
Tonsubstanz beigemengt ist, mußte es möglich sein, einem sehr
reinen Ton allmählich soviel Feinsand zuzusetzen, bis der Gieß-
fleck verschwindet. Diese Versuche wurden mit Ton V und
Ton I ausgeführt.
Ton V in Mischung mit Feinsand.
Bei diesen Versuchen wurde so verfahren, daß eine größere
Menge Kaolin durch das 200er-Sieb geschlämmt und
dann abgetrocknet wurde. Von diesem reinen, gut pulveri-
sierten Material weichte ich in einer großen Schale 2,7 kg in
etwa 7 Liter Wasser auf und rieb zu dem Kaolinbrei 300 g naß
gemahlenen, abgetrockneten Feinsand durch ein aufgesetztes
200er-Sieb trocken hinzu. Ee war so eine 10°/0ige
Sandmischung, aufgeschlämmt in Wasser, hergestellt worden,
die in dem oben beschriebenen Apparat (Figur 5) bei gutem
Rühren vergossen wurde.
Mischung: 90 °/0 Kaolin und 10% Feinsand.
Tabelle 9.
Bezeichnung
der Platte
ar
as
at
au
av
Vergleicht man
Fallhöhe des
Strahles
in cm
63
29
12,5
12,5
12,5
Durchmesser
der Fläche
(1) in mm
23
22
17
17
16
Durchmesser
des Ringes
(2) in mm
36
34
25
24
24
die Abmessungen dieser Gießflecke mit
denen in der Tabelle 7 (reiner Kaolin), so bemerkt man, daß
der Durchmesser der Fläche (1) größer, der von (2) erheblich
kleiner geworden ist. Beim Betrachten der Platten kann man
auch sofort eine Abnahme des Gießfleckes feststellen. Obwohl
der Ring (2) sich auch sehr rauh anfühlt, ist er doch mit einer
äußerst feinen' Glasurschicht überzogen.
Mischung: 70°/0 Kaolin und 30°/0 Feinsand.
Zur Herstellung dieser Mischung wurden 1400 g Kaolin
und 600 g Feinsand in derselben Weise, wie oben geschildert,
miteinander gemischt.
Tabelle 10.
Fallhöhe des
Strahles in cm
53
29,5
12,5
12,5
Bezeichnung
der Platte
bg
bh
bi
bk
452 — Nr. 41
SPRECHSAAL -COBURO.
1922. (55. Jahrgang.)
Die glattgebrannten Platten bg bis bk wiesen nicht die
geringste Spur eines Gießfleckes auf. Tabelle 10 enthält dem-
nach auch nur die Fallhöhen verzeichnet. Die Aufnahme 3
zeigt eine Zusammen Stellung der drei Platten:
ay reiner Kaolin (Tabelle 7)
au „ „ + 10°/0 Feinsand ( „ 9)
bg „ „ + 30°/0 „ ( „ 10)
Man kann gut die Abnahme des Gießfleckes bis zum volli-
gen Verschwinden bei bg beobachten.
Ton I in Mischung mit Feinsand.
Es wurden Gießversuche ausgeführt mit einer 10°/0igen,
20°/0igen und 30°/0igen Mischung. Ihre Herstellung geschah
genau wie beim Ton V. Das Resultat war auch ganz das
gleiche. Die 30°/0ige Feinsandmischung gab keinen Gießfleck
mehr. . ,
Diese letzten Gießversuche mit den Sandmischungen be-
stätigen die Beobachtung, daß der Gießfleck umso intensiver
auftritt, je reiner das Gießmaterial an Tonsubstanz ist, und daß
er mit zunehmendem Sandgehalte allmählich verschwindet.
Diese gefundene Tatsache steht im völligen Widerspruche mit
den Angaben K. Jakobs (vergl. I. Teil, Fußnote 9) und mit der
Theofie von C. Tostmann (I. Teil, Fußnote 7). Nach meinen
Beobachtungen ist es nicht denkbar, die Bildung des Gieß-
fleckes auf eine Entmischung der Gießmasse zurückzuführen;
denn dann müßte er bei zunehmendem Gehalte an Tonsubstanz
an Intensität abnehmen und schließlich verschwinden. Meine
Beobachtungen jedoch ergaben das Gegenteil.
In den wenigen Veröffentlichungen, die den Gießfleck be-
handeln, wird dieser im allgemeinen als eine „dichtere" Stelle
des Materials angesehen, die beim Glasieren keine oder sehr
wenig Saugfähigkeit gegenüber der Glasurmischung besitzt,
infolgedessen letztere wieder abläuft. Ich prüfte diese Ver-
hältnisse nach, indem ich mehrere Platten mit Ton V und I
bei 53 cm Fallhöhe goß, rauh brannte und dann in farbigen
(roten und blauen), mäßig dicken Glasurbrei längere Zeit (etwa
4 Sekunden) eintauchte. Obwohl auf der Oberfläche des
Scherbens eine außerordentlich dicke Glasurschicht haften
blieb, zeigte sich der Ring (2) vollständig frei davon. Auch
bei wiederholtem Eintauchen lief bei (2) jedesmal die Glasur
wieder ab. Die glattgebrannten Platten wurden mit einer sehr
feinen Schmirgelscheibe auseinandergeschnitten, wie es Fig. 9
veranschaulicht.
/ ^ Rfchf-'jrig der
5chmtfflocfit
Figur 9
Die schraffierte Fläche stellt die Schnittfläche dar. Diese
war bei allen Platten rein weiß (Fig. 10).
Auch bei den stärksten Vergrößerungen war bei (2) nicht
die geringste Färbung zu sehen.
Ganz analog verhielten sich auch rauh gebrannte Platten
von Ton V, als sie durch eine dicke Farbstofflösung, z. B.
Methylviolett, gezogen wurden. Die Fläche (2) blieb beinahe
weiß, während die übrige Oberfläche sehr viel Farbstoff zurück-
hielt.
Endlich wurde von der Schnittfläche einer rauh gebrannten
auseinandergeschnittenen Platte, gegossen mit Ton V bei
60 cm Fallhöhe (wie es Fig. 9 zeigt), ein mikroskopischer
Dünnschliff angefertigt. Dieser zeigte bei a, Fig. 10, eine be-
deutend dichtere Oberfläche als bei b.
■ Fig-ur 10
Die Versuche bestätigten also die bisherige Annahme, daß
es sich beim Gießfleck tatsächlich um dichteres Material
handelt. (Fortsetzung folgt,)
Das Glas auf der Deutschen Gewerbeschau
München 1922.
Von Carl Jaeger.
(Nachdruck verboten).
In die durch ihre riesigen Ausmaße und harmonische Ab-
stimmung gleich ausdrucksvolle Halle I teilen sich die Schau-
gruppen von Erzeugnissen der Glas- und keramischen Industrie.
So imponierend sich aber auch diese gewaltige Töpfer- und
Gläserschau dem überraschten Besucher beim Anblicke dieses
vielbewunderten und mit Recht bestaunten Raumes darbietet,
soll doch nicht verschwiegen werden, daß seine Teilung in j
Keramik und Glas oftmals auf Kosten des letzteren Materials
vorgenommen worden ist. Mit Ausnahme von zwei hinter dem
Tempel im Mittelraume befindlichen Schaugruppen und von
den auf der Südseite der Halle räumlich abgeschiedenen Seiten-
kabinetten, die ja den Anforderungen an eine Spezialausstellung
von Glas vollauf gerecht werden, findet man doch so manches
Edelglas in bescheidenen Kästen und in sehr dämmriges Halb-
dunkel an die Wand gestellt. Das belebende Element des
durchflutenden Lichtes, daß doch erst so recht die optischen
Tugenden des Glases zur strahlendsten Entfaltung bringt, ist
vielen edlen Glasschöpfungen somit entzogen und ergießt sich
dafür in reichster Fülle über sattfarbige Töpferwaren, die eine
gedämpftere Beleuchtung wohl eher hätten ertragen können.
Im „südlichen Längsgange" und in den anstoßenden Seiten-
räumen sind Beleuchtung und Ausstellung ausstellungstechnisch
am meisten befriedigend. Hier zeigen zunächst Franz Steiger-
wald's Neffen, München, ihre in guten Formen gehaltenen Ge-
brauchs- und Luxusgläser. Eine Reihe von Kristallgläsern,
deren Formen durch aufgeschmolzene, in meridionalen Reihen
angeordnete Farbpunkte besonders verdeutlicht werden, wirken
mit ihrem transluziden Violett, Orange und Grün recht vor-
nehm und zart gegenüber dem modischen blauen Glas, aus
welchem neben schon bekannten guten Rehm'schen Typen
ovale Formen einnehmend hervortreten. Einige Kristallschalen
zeigen mit gutem Empfinden für Oberflächenteilung aufgemalte
weiße Opakemaildekore, wieder andere Kristallgläser reizvolle
Randschliffe. In der Kollektivausstellung bayerischer Kristall-
glasfabriken ist Buchenau (Bayer. Wald) mit einer großen
Bowle und mit lachsrot, rosalinrot und urangrün gefärbten
Gläsern, die vorzüglichen Kantenschliff aufweisen, gut ver-
treten. Einige in Aquamarin gefärbte Römer sind durch eben-
solchen Kantenschliff veredelt und erreichen durch ihre abge-
klärte Wirkung einen viel höheren Bewertungsgrad als die
daneben zur Schau gestellten, in sattsam bekannter Art reich
ausgeschliffenen blau und rot überfangenen Weinkelche. Feine
zum Teil medaillonartig angebrachte Gravuren stehen auf
mehreren gelbgeätzten Gläsern sehr gut auf dem farbigen
Grunde, viel besser als das etwas pomphafte Nebeneinander
Gold und Email auf einer großen blauen Schale.
von
Theresiental (bei Zwiesel, Bayer. Wald) beteiligt sich an dieser
Kollektivausstellung mit sehr guten edelgeformten Weinsätzen
(zum Teil ebenfalls mit Kantenschliff), mit blauen Schalen,
deren Ueberfang mit einem reizvollen Rosendekor ausgraviert
ist (wobei auf die angebrachten „Sterne" ruhig hätte verzichtet
werden können), mit Schalen und Platten, deren Randfelder
mit geätztem Golddekor geschmückt sind, und mit Fadengläsern,
von welchen in der Spezialausstellung dieser Firma noch mehr
zu sehen sind.
In diesen reich beschickten Spezialausstellungen von Glas,
die der Südseite der Halle I angegliedert sind, erfährt die Be-
trachtung der Gläserschau eine besondere Vertiefung. Hier
offenbaren sich die erstaunlich vielen Möglichkeiten, die sich
bei der Gestaltung der Form, Farbe und Zier in diesem köst-
lichen Material erschließen lassen, ebensosehr wie die Grenzen,
die dem Schaffenswillen des Werkkünstlers durch die Eigen-
art des Stoffes gezogen sind.
Die Kollektion der Theresientaler Kristallglasfabrik
(Theresiental bei Zwiesel) lenkt hier den Blick zuerst auf sich.
Es ist nicht allein die Vielseitigkeit, mit welcher sich diese
Fabrik in allen Veredlungstechniken betätigt, was hier auf-
schauen läßt — darin sehen wir ja auch bei anderen ausstellenden
Firmen große Leistungen — ihre Glasschau erhält diesmal
eine besondere Note durch eine Gruppe von zum Teil freige-
blasenen, in Venezianer Art gebildeten, aber dem modernen
Zeitgeschmack in Form und Farbe vorzüglich angepaßten
Fadengläsern. Daß die Firma wieder einmal diese reizvolle
Ziertechnik aufgegriffen hat, ist ihr, abgesehen von dem Erfolg,
mit dem sie es tat, schon deshalb gutzuschreiben, weil sie da-
mit der in Händler- und Künstlerkr eisen weit verbreiteten An-
schauung, daß diese Zierweise ein Vorrecht von Murano und
die Kenntnis davon den Glasmachern in unseren deutschen
Hütten nicht mehr geläufig sei, den Nährboden entzieht. Eine
Menge Schalen und Schälchen, Platten, zierliche Deckeldosen
und fein profilierte Vasen sind in Filigrantechnik mit weißen
und blauen, einfachen oder sich kreuzenden Fäden reizvoll
durchzogen. Da, wo die Gefäße noch besonders deutlich die
Kennzeichen ihrer glühenden Ausformung tragen und in diesem
Zustande an der Pfeife etwa eine Drehung erfahren haben,
winden und schlingen sich diese zarten Fäden zu einem köst-
lichen Linienspiel ineinander. Des öfteren Bind auf kelchartig
geformten Schalen die Fadeneinlagen achsial und abwechselnd
mit breiten, bandartigen grünen Streifen angeordnet oder die
Netzfäden dunkelbraun gefärbt und mit dieser Earbe in sehr
gute Wirkung zum farblos-durchsichtigen Glaskörper gestellt
Diesen Fadeneinlagen begegnen wi? auch wieder bei einem
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 41 — 453
ganzen Weinsatz, wo sie in weißblauer Farbe die Stengel der
Kelche spiralförmig gedreht durchziehen. Weniger gut ver-
bindet sich diese Technik mit Lüsteranftrag. Mit einem Satze
„Römer", deren Stengel dreikantig geschliffen, mit Wein-
kelchen, Platten und Tellerinen, die mit ornamentalen oder
pflanzlichen Dekoren (einmal auch mit Tierfiguren) graviert
sind, mit Schalen, deren Schmnck geätzt und vergoldet ist, ver-
mag die Fabrik eine ganze Reihe neuer Typen auf dem Ge-
biete des luxuriösen Tafelgeschirres zu stellen. Die bemalten
Gläser dieser Hütte stehen im Vergleich mit diesen Schöpfungen
erst in zweiter Linie. So hat beispielsweise eine reich ge-
zierte Prunkvase mit ihrem auf himmelblauem Grund gemaltem
opakweißen Email- und Golddekor die Grenzlinie zwischen Glas
und Keramik sicher schon weit überschritten.
Ferdinand von Poschinger, Buchenau, zeigt eine ganze
Reihe von verschieden gefärbten, gut geformten Vasen mit
vorzüglichen Kantenschliffen, dann mit Gold und teilweise auch
noch mit Email gut bemaltes blaues Glas, sowie Ueberfang-
schliffe, bei welchen in einem Falle die Vermengong von
geometrischer Schliffornamentik mit naturnahen Motiven (Auer-
hahn usw.) nicht glücklich wirkt, ferner eine Schale, deren
imitierter blauer Emailüberfang in Felder geteilt und mit
gravierten Füllungen abwechselnd gut unterbrochen ist. Unter
den reichhaltigen Gebrauchsgläsern zieht ein Weinsatz mit
roten und schwarzen Stengeln und ausgravierten Mäander-
bändern die Aufmerksamkeit etwas herausfordernd auf sich.
Die funkelnden Erzeugnisse der Firma F. X. Nachtmann,
Neustadt a./W., bewegen sich durchwegs im reichsten Schliff-
glasstil.
Die Kristallglasfabrik vorm. Steigerwald, Regenhütte, bringt
neben vorzüglichem Gebrauchsglas viel farbiges Glas in mehr-
fachen Abtönungen. Wir sehen blaues und violettes Glas in
guten Formen mit Kanten- und Randschliff und gleicbgefärbtes
Glas mit sehr dezentem Golddekor charaktervoll und organisch
richtig geziert. Aus dem Vielerlei dieser Gruppe seien noch ein
in Rutscbmanier gravierter, gut dekorierter Weinsatz, eine in
Form und Zier gleich gute gravierte Bowle, Römer mit kantigem
Schliff und gravierte Schalen mit dekorativ ausgeschliffenen
Bändern rühmend hervorgehoben. Die Kommanditgesellschaft
Ring, Nürnberg, zeigt hauptsächlich an Gebrauchsgläsern Ueber-
fangschliff, den sie besonders an langgestielten ein- und mehr-
fach übergangenen Römern in reichster, aber herkömmlicher
Weise entfaltet. Die Gräfl. Schaffgot'sche Josephinenhütte,
Schreiberhau, überrascht durch ihre großen, in wuchtigen Aus-
mafien gehaltenen Kristallschalen und Deckelpokale (Ehrenpreis-
pokale), vorzügliche Arbeiten, die durch ihren breitflächigen
Kantenschliff Formen errungen haben, welche schon architek-
tonisch wirken und bei einigen riesigen Pokalen schon zu
wichtigen Elementen der sie umgebenden Innenarchitektur
werden. Zum Teil sind sie gelb gefärbt, neben Gold der einzige
farbige Einschlag in dieser Gruppe glitzernden, wasserklarsten
Kristalls.
Auch die Firmen Neumann & Staebe, Hermsdorf, Fritz
Heckert, Petersdorf, H. J. Baeumer, Hirschberg, und Gebrüder
Rohrbach, Friedrichsgrund bei Rückers, reihen sich mit ihren
reichen, zum Teil sehr tief gekerbten Kristallschliffen ebenbürtig
an, wobei auf die Schliffdekore von Neumann & Staebe, sowie
auf einen sehr schön geschliffenen Wein- und Likörkrug der
Firma H. J. Baeumer besonders hingewiesen sei.
Außerhalb dieser Räume im „südlichen Längsgange" weiter-
schreitend, begegnen wir in einigen blauen, mit schönem Gold-
dekor gezierten Deckelschalen und Dosen nochmals Erzeug-
nissen der Schaffgot'schen Hütte. Auch die Firma Heckert ist
hier nochmals vertreten und bietet neben sehr schön gravierten
Weingläsern mit geschliffenem Fuße einige reine Glasbläser-
arbeiten; Kristall- oder gelbgefärbte Glasschalen mit frei an-
gesetzten dreiteiligen Beinglasfüßen, Arbeiten, die von Venezianer
Leistungen nicht überboten werden können. Bei mehreren in
diesem Schranke gezeigten Malereien tritt der in unmöglichen
Farbenzusammenstellungen (rubinrotes und kobaltblaues Trans-
email mit schwarzen Konturen) angeordnete Dekor mit der zu
deutlichen Durchsicht der Rückseite in unangenehme Wechsel-
wirkung und verwirrt das Bild.
In der Gruppe bayerischer und österreichischer Gläser hat
Fachlehrer Wilhelm Richter, Zwiesel, die in dieser Zeitschrift
wiederholt ausführlich beschriebene Technik der Metallfärbung
der Gläser wieder aufgegriffen und sie auf vielen wohlgelungenen
Stücken zu einer Farbensensation gesteigert, die an die besten
Edelgläser Schneckendorfs erinnert. Umso unverständlicher
erscheint es, daß er an manchen Gläsern mit Goldrand oder
Emailaufmalung nachzuhelfen versucht und damit ein Neben-
einander von Techniken schafft, die sich ausschließen. Eine
Technik, die Farbeneffekte von solchem Schmelz und Schiller
erzielt, kann für sich allein bestehen. Viel eher würde man
diesen Gläsern eine der Zartheit dieser Farbentöne entsprechende
noch geschmeidigere Formengebung wünschen.
Die Tiroler Glashütte, Kramsach, bringt neben neuzeitlichem
Kristall gelbgeätzte und grüne Gläser, kantig geschliffen und in
tadellosen Formen, sowie leicht bräunlichgelb gefärbte Gläser in
Feuerzier. Mit gravierten, teilweise in Rutschtechnik gezierten
Bechern, Pokalen, Schnapsgläschen und Weinflaschen poly-
gonalen Querschnitts belebt diese Hütte eine sympathische
bodenständige Art.
Rudolf Mehr & Co., Steinschönau, ist mit sehr guten rot
überfangenen und gelb gebeizten gekugelten und gravierten
Gläsern zur Stelle. Eine große weiß und blau überfangene
Deckeldose ist unter geschickter Benützung des weißen Zier-
saumes reizvoll ausgeschliffen.
Franz Scholz, München, bringt, eine große Bowle mit ge-
ätztem und vergoldetem gut stilisierten Weinlaub- und Trauben-
schmuck, blaue mit Gold und farbigem Email bemalte Dosen,
Kristallbecher mit Streichmatt- Ornament auf schwarzem Grund
und mit Goldrand, gelb gebeizte und gravierte Gläser, sowie als
besondere Eigenart gravierte, versilberte und blau oder rot
überfangene Glasbroschen. Die „Oka"- Werkstätten von Fisch-
bach & Doli, München, stellen Irislüster und ebenfalls gelb
geätzte und ausgravierte Gläser, sowie blaues mit Gold be-
maltes Glas zur Schau.
Bei den Gläsern der österreichischen Edelglaswerke, A.-G.,
Stockerau bei Wien, fallen besonders die guten Ueberfang-
schliffe auf. Darunter die edelgeformten Gläschen eines rot
überfangenen Likörsatzes und rosarot-rubinrot und aquamarin-
blau überfangene Schalen mit ausgeschliffenen, gewellten oder
gezackten Rändern. Hohe, gezogene Vasen mit blauem oder
rosarotem Fuße und gewelltem (nicht geschliffenem) Rand
haben eigenen Formenreiz. In Kristall zeigt man guten Kanten-
schliff, an einer Weinflasche aufgemalte netzartig sich kreuzende
Goldlinien mit Streublumen dazwischen und bei zwei Milchglas-
deckeldosen diskrete schwarz-blaue Bemal ung in Wiener Art.
Im westlichen Quergang der Halle ist von Ida Paulin,
Augsburg, eine blaue Bowle mit tiefgeätztem Golddekor und
sehr viel bunte Malerei in Email auf Kristall und in Gold auf
einem blauen Service zu sehen. Daneben haben Eschinger
& Kleiber, Zwiesel, in einem ziemlich dunklen Schrank und
viel zu dicht gedrängt ihre Emailarbeiten auf violett, blau und
grün gefärbtem Glase aufgestellt. Die Zeichnungen zu dem
teilweise figürlichen Genre zeigen große Stilsicherheit, und die
Farbenskala der technisch meisterhaft aufgemalten Emails verrät
eine auf Erfahrung und Geschmack gegründete Beschränkung
auf einige zum Grundton passende Nuancen. Die Bemalung
von blauem und violettem Glas mit Silber und Gold, das auch
mit der Feder aufgetragen wird, verleugnet im Ornament nicht
den Einfloß der Zwieseler Schule.
Die Glasraffinerie der Gebr. Lorenz, Steinschönau, bringt
eine stattliche Anzahl kunstgewerblicher Gläser in allen Tech-
niken, viele nach Entwürfen der Staatsfachschule in Stein-
Schönau, zur Ausstellung. Weinkelche und Deckelpokale mit
mattgeätzten Füßen, sehr reiche und zum Teil auch gute figür-
liche Gravuren, gut gekugelte Kristallschalen (Krause & Weiß),
rote und blaue Ueberf angschliffe und mehrere gekugelte größere
Stücke nach Entwürfen von Dorn, Horn nnd Süß, gelb gebeizte
und mit Glasschnitt geschmückte Schalen und geschliffene und
gravierte Likörsätze seien aus dem Vielen rühmend hervorge-
hoben. E. Palme, Steinschönau, zeigt Schliffglas, verwendet an
Lüstern und Stehlampen, und Alfred Pietsch, Steinschönau, Eis-
schalen, Konfektschalen und Tafelaufsätze in reichem Kristall-
schliff Nach Paul Thomas', Steinschönau, in Transparentemail und
mit Gold bemalten Gläsern, wenden wir uns zu Joh. Oertel
& Co., Haida, wo man wiederum vorzüglichen Ueberfangscbliff
in Blau, Violett und Rot an Dosen mit flachen und Knauf-Deckeln
und an Schalen mit schön geschwungenen Profillinien zu sehen
bekommt. Violette und grüne Gläser mit Schälschliff, Gläser
mit Randschliff und mit reichen Gravuren vervollständigen das
Bild der mit dem Schleif- oder Gravierrade gezierten Stücke.
Unter den bemalten Gläsern sind gedeckelte Konfektschalen
mit einem zarten Goldliuienmuster und Transemail und einige
Schwarzlotmalereien wegen ihrer guten Anordnung be-
merkenswert.
An der Nordseite haben die Deutschen Werkstätten A.-G.
einige Vitrinen belegt, und ihre rühmlichst bekannten Mit-
arbeiter zeigen hier schönstes Edelglas. So E. Wenz-Vietor
ihreVenezianer Faden-, Warzen-, Noppen- und Flügel gläs er, einige
chromgrün und zart gelbgrün gefärbte Gläser mit ausgezeich-
netem Schälschliff und drei große Glasplatten, grün und blau
und mit weißen Fadeneinlagen bei blauem Tellerrande. Von
W. v. Wersin sind Schalen, Deckelvasen und Dosen in be-
kannter Güte, von Eng. Julius Schmid und von Hillerbrand
naive und mit dem Rade gerutschte figürliche Gravuren auf
4-eckigen Flaschen zu sehen. In einem anderen Abteil gibt es
eine bunte Menge von Kleinglasformen in Gelb, Blau, Lachsrot,
Violett und mit Fäden durchzogen und frei geblasen. Eine An-
zahl von Gläsertieren, mit köstlichem Humor gestaltet und,
I
454 — Nr. 41
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (65. Jahrgang.)
durch geschickte Benutzung der wenigen technischen Hilfs-
mittel staunenswert charakterisiert, schließt diese bunte Reihe.
Es bleiben noch die im Hofe III und in den Vitrinen an
der Treppe ausgestellten Gläser zur Betrachtung übrig. Die
reichhaltigen Gruppen von R. Bayerl, München, und Leonhard
Weiderer, Zwiesel, verkörpern die Tradition jdes Bayerischen
Waldes und den Einfluß der Zwieseler Schule. Erstere bringt
in gelästerten Weingläsern, geschliffenen Ueberf anggläsern,
Gelbätzen, Kristallschliffen und Emailmalereien auf weißem
und farbigem Glase im Sinne der Fachschule Zwiesel, alle
Techniken geschickt zur Anwendung. Weiderer bietet schöne
Gravuren auf Kristall und auf gelb geätztem Glase nach Ent-
würfen von Bruno Mauder. L. Moser & Söhne, Meierhöfen
b. Karlsbad, hat Vorliebe für polierte Glasschnitte und reich-
geschliffene und gravierte Weinkelche. Violettes Glas mit
reichen vergoldeten Aetzungen und mit in historischem Stil-
empfinden gehaltenen antiken Darstellungen geben dieser Aus-
stellung eine eigene Note. Bei Peill & Sohn, Düren, fallen die
Kelchgläser durch ihre schöne, der Bildsamkeit des glühenden
Glases entsprechende Formensprache auf. Auch sonst er-
blicken wir hier meisterhafte Beherrschung aller in Frage
kommenden Zierweisen.
Aus Lauscha in Thüringen sind neben einigen bemerkens-
werten Fadenkrügen zierlich geformte Tiergestalten in ge-
färbtem Glase und in Milchglas ausgeführt zu erwähnen. Auch
das „Blaue Haus" Fr. v. Allesch, Berlin, hat Glastiere, die mit
Humor und Geschick gestaltet sind, gesandt.
In einer Vitrine an der Treppe hat Jean Beck, München,
blaues, rubinrotes und dunkelgrünes Glas, zum Teil kantig ge-
schliffen, gelästerte Schmuckgläser, marmoriertes, mit schwarzen
und vergoldeten Deckelknäufen versehenes Zierglas und blaue
Dosen mit geätztem und vergoldetem Blumendekor in be-
kannter Qualität ausgestellt.
Bruno Mauder, Zwiesel, dem wir auch noch in anderen
Hallen (beim Bund der Freunde wertvoller Handwerkstechniken)
begegnen, hat sich die Bemalung des Glases zur besonderen
Aufgabe gestellt und zeigt ebenso interessante wie unter-
schiedliche Versuche auf diesem Gebiete. Mir gefallen von
«einen Malereien immer noch diejenigen, am besten, die frei von
expressionistischen Einbrüchen, in einer abstrakten Ornamentik
organisch mit dem Glase verbunden bleiben. Beispiele hierfür
sind einige große, mit Gold und Silber bemalte Rubin- oder
violette und blaue Vasen, Platten und Schalen oder seine mit
leuchtenden Transparentemails bemalten Kristallgläser, die den
Reiz seiner Ornamentik voll erstehen lassen oder die auf Matt-
fond gesetzten Schwarzlotmalereien, die in ihrem Gegensatz
Wirtschaft lich-gf
Korrespondenzen.
Preisauszeichnung. Auf der Photographischen Ausstellung in
München ist der Firma „Keraphot, Photochemisch-keramische Kunstwerk-
statte, Niederlößnitz", für hervorragende Laistang auf dem Gebiete der
Photokeramik der erste Preis zuerkannt worden.
Gesetzgebung, Stenern.
Entscheidungen des Reichsfinanzhofes. Reichsstempel bei
Gründung einer G. m. b. H. & Co. Die Gesellschafter einer G. m. b. H.
haben an demselben Tage diese G. m. b. H. und sodann eine Kommandit-
gesellschaft gegründet, deren Komplementärin die G. m. b. H , deren Kom-
manditisten die Gesellschafter der G. m. b. H sind. Der Reichsnnanzhof
hat erkannt, daß es den wirtschaftlichen Vorgängen, Tatsachen und Ver-
hältnissen angemessen wäre, wenn die Beteiligten lediglich eine G. m. b. H.
gegründet hätten, und daß die Gründang der „G. m. b. H & Co." einen
Milibrauch von Formen und Gestaltungsmöglichkeiten des bürgerlichen
Rechts darstellten, durch die die Steuerpflicht umgangen oder gemindert
werden soll. Entsprechend dem § 5 der RA.O. ist daher aus dem Grttndungs-
vorgang nach Tarifnummer 1 A b des Ruichsstempelgesetzes in gleicher
WeiBe erfordert worden, wie bei der Gründung einer G. m. b. EL, deren
Gesellschafter sich zur Leistung des Stammkapitals der G. m. b. H. (M 20000)
und außerdem zu Leistungen in Höhe der jetzigen Kommanditeinlagen
{Jt 1 Mill) verpflichtet haben. Die Stempelabgabe M mithin auf B.%
von Jt 1,02 Mill. auf M. BlOuO berechnet worden. (II A 132/22.)
Gewerblicher Rechtsschutz.
Tschechoslowaklen. Neue Vorschriften im gewerblichen Rechts-
schutz. Die Verordung vom 18. 6. 22 bringt die neuen Bestimmungen
über die Frist zur Geltendmachung bezw. Erneuerung der Rechte aus dem
gewerblichen Eigentum, deren Verfall nach dem 31. 10. 22 eintritt. Bis
zu ditxem Tage spätestens ist anzusuchen um:
Die Erneuerung der Schutzmarken, welche in der Zeit vom 26. 7. 14
angefangen nach dem. Verlaufe ihrer zehnjährigen Sohutzdauer neu ein-
zureichen waren, bezw. noch zu erneuern sind;
t die Neuanmeldung der Schutzmarken, die bei einer Handels- und
Gewerbekammer der ehemaligen üstemichisch-ungarischen Monarchie bis
zum 11. 8. 1» registriert waren, damit sie den 8ohutz iu der tscheoho-
zwischen tiefem Schwarz und farblosem Glase Wirkungen von
hohem Reize erschließen. In der von ihm geleiteten Fachschule
für Glasindustrie in Zwiesel kommt diese strengere Art der
Glaszier schön zur Auswirkung. Die Gläsergruppe dieser Schule
in Halle II leidet außerordentlich unter der ungünstigen, gegen
das Licht und auf einer Stufenpyramide erfolgten Aufstellung.
Der gelbe Anstrich dieser Holzgalerie tritt außerdem sehr oft
in unangenehmste Wechselwirkung mit der farbenfrohen
Mannigfaltigkeit, die naturgemäß mit einer alle Techniken
zeigenden Schulausstellung verbunden ist. So wechseln hier
in bunter Folge Malerei in opaken und transluziden Emails in
Pinsel- und Federtechnik auf Kristall und farbigem Glase mit
Gravuren und Schliffen an Kristall und Ueberfang oder auf
gelb oder rot geätzten Gläsern. Es wäre zu weitschweifig, wollte
man diese Fülle von veredelten Gläsern im einzelnen beschreiben.
Es sei darauf hingewiesen, daß sich in diesen Arbeiten hand-
werkliches Können mit liebevollem Einfühlen in die Wesenheit
des Werkstoffes zu einer Einheit paart, die den Erziehern und
Schülern dieser Anstalt nur zur Ehre gereicht.
In dem Edelraume der österreichischen Werkstätten be-
kommen wir in den dekorativ ausgestatteten Vitrinen noch
Kunstgläser von höchster Qualität zu sehen. Unter nahezu
gänzlichem Verzicht auf Farbe — nur in der Masse gefärbtes
Glas findet Verwendung — ist hier das Formungsproblem
in den Vordergrund gestellt und seine glänzenden Lösungen
in Kristallkelchen von Professor Struad und Powolny
aufs edelste verkörpert. Diese aparten Formgestaltungen
werden bei Pokalen, Schalen, Bechern, Karaffen und Krügen
durch Schliff und gehaltvolle Gravuren bereichert, für welche
letztere als Urheber Professor Powolny zeichnet. Vom gleichen
Künstler stammen die am Ofen und in Feuerzier geformten
grün und blau getönten Gläser, von Professor O. Struad
Edelkristallgläser und von Professor Larisch ein Pokal. Diese
Edelgläser der österreichischen Werkstätten, deren Wirkung
sich durch Worte nicht verdeutlichen läßt, gehören zum
Schönsten und Vorbildlichsten, was man von Glas auf der Ge-
werbeschau erblickt. Es ist bezeichnend, daß gerade hier auf
die Bemalung des Hohlglases Verzicht geleistet wird.
Auch bei einem Rückblick über die gesamte Gläserschau
tritt das bemalte Glas, bei strenger ästhetischer Würdigung,
neben den erstaunlichen Leistungen unserer deutschen Glas-
industrie in allen anderen Veredelungstechniken als etwas
Sekundäres zurück und kann trotz einzelner wohlgelungener
Versuche als ein noch nicht gelöstes Problem bezeichnet
werden.
e werblicher Teil.
slowakischen Republik mit der Priorität der ursprünglichen Registrierung
zuerkannt erhalten;
die erneuerte Anmeldung der Muster, die bei einer Handels- und
Gewerbekammer der vormaligen österreichisch-ungarischen Monarchie,
außerhalb des Gebietes der tschechoslowakischen Republik, bis zum
11. 8. 19 registriert waren, damit sie den Schutz in der tschechoslo-
wakischen Republik weiter genießen;
die Verhandlung der vor dem 11. 6. 19 bei den Patentämtern in
Wien oder Budapest überreichten Anmeldungen (die vor der Auslegung
den einstweiligen Patentschutz noch nicht genießen) beim Patentamte in
Piag zwecks Schutzes in der tschechoslowakischen Republik zum
Schutze in der Tschechoslowakei mit der Priorität vom Tage der bei den
vorstehend genannten Patentämtern erfolgten Anmeldung ;
den patentamtlichen Schutz jener Patente für die tschechoslo-
wakische Republik, welche bei den Patentämtern in Wien und Budapest
bis zum 11. 6. 19 eingereicht wurden und dortselbst bereits rechtsgültig
erledigt sind;
die nachträglichen Klagen auf Löschung von Marken nach § 4 des
Gesetzes vom 30. 7. 95, ZI. 108 R. G. B. beim Handelsministerium.
Handel und Verkehr.
Weitere Tariferhöhungen im Güter- und Personenverkehr.
Zum Ausgleich der weiteren starken Belastung der Reicbseisenbahn soll
bereits am 16. 10. 22 eine erneute 60 °/0-ige Erhöhung der Gütertarife vor-
genommen I werden. Eine 100 »/„-ige Erhöhung der Personentarife tritt,
wie bekannt, am 1. 11. ein. üeber eine weitere Erhöhung zum 1. 12.
wird im Ausschuß des Reichseisenbahnrats beraten.
Rückerstattung beschlagnahmten Vermögens In Amerika. Die
Concord Finance' Corporation, die Vertrauensstelle des Bandes der Aus-
landsdeutschen in den Vereinigten Staaten, macht darauf aufmerksam, daß
am 2. 1. 23 die Frist abläuft, innerhalb welcher diejenigen Eigentümer,
denen durch Art. 9 des „Traiing with the Enemy Act" bereits das Recht
zugesprochen ist, die Rückerstattung ihrer beschlagnahmten Vermögen zu
beantragen, ihre Forderungen gegen die Treuhänder in Amerika anmelden
können. Der Band der Auslandsdeutschen, E. V., Abt. Amerika, Berlin,
Burgstraße 30, ist zu näheren Auskünften bereit.
Die Zentrale der tschechoslowakischen Handels- und Gewerbe-
kammern, Prag, die vor kurzem ins Leben gerufen warde, wird ent-
sprechend einer Bestimmung ihrer Satzangen eigene „Mitteilungen" heraus-
1922. (56. Jahrgang.)
SPRECHSAAL- COBURG.
Nr. 41 — 455
geben. Das Anfang September erschienene L Heft enthält u. a. einen
Artikel des Handelsministers Ing. Lad. Noväk über die Aufgaben der
Zentrale, einen weiteren Artikel des Sektionschefs Dr. Benda über die
geplante Reform der tschechosl. Handels- nnd Gewerbekammern, ferner den
Wortlaut der Satznngen und die Geschäftsordnung der Arbeitsausschüsse
der Zentrale, Berichte über die letzten Plenarsitzungen und über die Be-
ratungen der verschiedenen Ausschüsse der Zentrale. Außerdem werden
die neuesten, für das geschäftliche Leben wichtigen Nachrichten bezüglich
des Außenhandels, der Steuergesetzgebung, des Verkehrswesens, der Statistik
usw. veröffentlicht. X
Ein- und Ausfuhr, Z&llwmem
A. H. X. Feinkeramik. Auf Grund eines Beschlusses des Arbeits-
ausschnsses hat der Raichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung
Herrn Rsgiernngsrat a. D Dr. Furbach mit Wirkung vom 1.10.22
zum stellvertretenden Raichsbevollmäahtigten der A. H. N. Feinkeramik
ernannt.
A. H. N. Grobkeramik. Die AuBfuhrmindestpreise sind geändert
worden für : künstliche Mühlsteine ab 8. 9. 22 ; Korund und Schmirgel
ab 15 9 22; künstliche Wetzsteine ab 16,9. 22; Kreide ab 20.9.22;
Quarzit ab 22. 9. 22 und Ton ab 25. 9. 22. Der Teuerungszuschlag auf
die Grundpreise für feuerfeste Erzeugnisse bei Auefuhr nach Oesterreich,
ist erhöht worden. Näheres durch A. H. N. Grobkeramik, Berlin NW 7,
Friedrichstr. 93.
EinfnhrzoUerhöhnng für gewisse Hohlglasarten, Auf Grund
von § 1 des Gesetzes über die Ermächtigung zu vorübergehenden Zoll-
änderungen vom 5. 8. 22 (vergl. Sprechsaal Nr. 19, S. 225, Nr. 24, S. 278,
Nr. 30, 8. 338) sind durch Verordnung vom 27. 9. 22 die Zollsätze für die
Tarifnummern 739 und 740 um 50 °/0 erhöht worden.
Das GoldzoUaufgeld beträgt vom 11. 10. bis einschließlich 17. 10. 22
36 900 %.
Zum Abbruch der deutsch-spanischen Wirtschaftsverhandlnngen.
Der Deutsche Industrie- und Handelstag nimmt zur Frage des deutsch-
spanischen Handelsverkehrs wie folgt Stellung: „Deutschland besitzt bis
zum 21. 12. 22 in Spanien das Becht der Meistbegünstigung. Nichts-
destoweniger wurden am 29. 5. 22 die bekannten Valntazuschläge einge-
führt, die sich praktisch nur gegen die deutschen Waren richteten und —
abgesehen von einigen Spezialitäten — auch geradezu prohibitiv wirkten.
Einen weiteren krassen Bruch der Meistbegünstigung stellt die Ver-
weigerung der Anwendung der Frankreich und der Schweiz gewährten
Vorzugssätze für deutsche Waren dar. Hinzu kommt noch, daß die
Handhabung der sog. Uebergangs-nErleichterungen" vom 11. 7. 22 durch
die spanischen Konsulate zu den denkbar größten Schwierigkeiten und zu
schweren Verlusten der deutschen Exporteure geführt hat und noch führt.
Trotz aller amtlichen und privaten Vorstellungen hat die spanische
Regierung in dieser Frage kein Entgegenkommen gezeigt. Daß unter
diesen Umständen die Verhandlungen in Madrid schließlich trotz aller
deutschen Bemühungen abbrechen mußten, ist nicht zu verwundern. Die
durch W. T. B. am 15.9. verbreitete Erklärung der- deutschen Begiernng,
nach der sie der spanischen Begiernng habe mitteilen müssen, daß sie
von einer derzeitigen Fortsetzung der Verhandlungen leider kein beide
Teile befriedigendes Ergebnis erwarten könne, hat die volle Billigung der
deutschen Handelskammern gefunden. Es wird nunmehr in erster Linie
von der Haltung der spanischen Begiernng abhängen, ob die Verhand-
lungen demnächst wieder aufgenommen und ob sie zu einem befriedigenden
. Abschlüsse führen werden."
Britisch-Osflndien. Der Einfahrzolltarif na ch dem Stande vom
1. 4. 22 sieht für Gias- und Irdenwaren folgende Sätz e vor :
Nr.
Maß-
Tarifschätzung
Zoll-
stab
Rupien | Annas
satz
78
78a
79
Glas und Glaswaren, Lackwaren, Ir-
denwaren, China- und anderes Por-
zellan ; alle Arten, ausgenommen
Glasspangeu, -perlen, falsche Perlen
und Mineralwasserflaschen (System
Codd (siehe Nrn. 78 a und 79)
Mineralwasderflaschen (System Codd) :
8 Unzen und darunter ....
über 8 Unzen
Glasspangen und -perlen, sowie
falsche Perlen .......
Gros
vom Werte*)
55
65
vom Werte*)
15%
30»/,
*) Der Ausdruck „vom AVerte'* bezieht sich auf den wirklichen "Wert, wie er
in Abschnitt 30 des See-Zollffesetzes von 1878 (Sea Customs Act, 1878) ("VIII von
1878) bestimmt ist.
Finnland. Zolltarifentscheidnng. (Randschreiben der Zolldirek-
tion vom 27. 5. 22, Nr. 19).
Nr. des
Zolltarifs Eingeführte Waren Maßstab
für 19 a
774
Zollsatz
für 1922:
finn. Mk.
Figuren-Tischlampen aus Porzellan, mehr-
farbig. (Desgl. vom 12. 4. 22) ... . 1 kg 40
Frankreich. Zollbehandlung deutscher, als Reparation ssach.
lieferungen eingeführter Waren. Nach einer Verordnung vom 28. 7. 22
werden gegen Entrichtung der Zölle eines Soadertarifs, dessen Sätze bis
auf gegenteilige Anordnung gleich den Sätzen des Mindesttarifs (Verviel-
fältigt) gskoeffizienten inbegriffen) sind, die Erzeugnisse zugelassen, die in
der der Verordnung beigefügten Tabelle aufgeführt sind, aus Deutschland
Btammen und von dort als Reparationssachlieferungen und unter Ueber-
wachnng der zuständigen Verwaltungen für den Wiederaufbau der zer-
störten Gebiete eingeführt werden. Die begünstigte Zollbehandlung unterliegt
T.-Nr.
331
332
333
336 u 337
338, 339, 340 u. 341
342
344, 345 u. 346
347 bis
348
348 bis
348 ter
348 quater
349—349 quater
349 quinquies
der Beibringung von besonderen Bescheinigungen, die von dem Ministerium
für die befreiten Gebiete ausgestellt werden. Die Ankunft der Waren am
Bestimmungsorte wird durch einen Begleitschein (acqait-ä-caution) sicher-
gestellt, der die Entrichtung des doppelten Zolles des Generaltarifs ver-
bürgt, falls die Bestätigung nicht rechtzeitig eingeht. Dieser Begleit-
schein ist an das Ausfertigungsamt zurückzusenden, nachdem er von den
Lokalbehörden des Ministeriums für die befreiten Gebiete mit einer Erledi-
gungsbescheinigung versehen worden ist. — In der oben erwähnten Tabelle
sind von den Erzeugnissen unserer Industrien die folgenden T. Nr, auf-
geführt:
1 -KTt
Tonwaren, feuerfeste, aus gemeinem Ton:
Schmelztiegel, Betörten, Kapseln, (cazettes), Muffeln
und ausgehöhlte oder hohle Gegenstände, mit
Ausnahme der Mauerziegel.
Mauerziegel volle, von weniger als 2 Kubikdezimeter
Mauerziegel, andere, von jeder Form und Größe
Andere feuerfeste Erzeugnisse:
Mauerzregel und Gegenstände, hergestellt mit Kiesel-
erde, Tonerde, Bauxit, Magnesia usw.
Schmelztiegel und Erzeugnisse aus Graphit, Beißblei
oder anderen Kohlenstoffen
Drainröhren
Tonwaren, andere, aus gemeinem Ton
Steinzeug
Fliesen und Pflasterziegel, gebrannt
Fayence
Elektrotechnische Erzeugnisse aus Porzellan, Fayence,
weißem oder farbigem Steinzeug, ohne Teile aus
Metall und anderen Stoffen
Spiegelglas
Spiegelglas, am Rande schräg abgeschliffen, graviert,
geschnitten oder zugeschnitten (taiUe ou decoupe)
Spiegelglas, verstärkt Drahtglas — (arme)
Spiegelglas, undurchsichtig gemacht
Glas, roh, gegossen, von jeder Stärke, mit oder ohne
Riefen oder Durchbrechungen; Glas, gegossen oder
geformt, von jeder Form und Größe, Decksteine
(dalles), Dachziegel, Böhren für Dachdeckungen,
Verglasungen, zur Kanalisation oder Pflasterung
Elektrotechnische Erzeugnisse aus Glas, ohne Ver-
bindung mit Metall
Fensterglas
Elektrische Glühlampen, mit oder ohne Ausrüstung
Verzweigte Brenner (becs ä branches) aus Speckstein,
mit oder ohne Metallzutaten für Acetylenbeleuchtung
Verzweigte Brenner aus Metall mit Spitzen aus Speck-
stein für Acetylenbeleuchtung
Kerzen mit Isolierstücken aus Speckstein oder anderem
ähnlichen Stoffe für Beleuchtungszwecke
Einfache Brenner aus Speckstein oder anderem Stoffe,
mit oder ohne Metallmontur, für Acetylenbeleuchtung,
und einzelne Teile davon.
Italien, Das Zollaufgeld beträgt für die Zeit vom 1.— 15. 10. 22
359 o/0.
Spanien. Das Zollaufgeld ist für den Monat Oktober auf 24,80 °/0
festgesetzt worden.
Die miniere Monatsnotierung für die Reichsmark, die als Grundlage
für die Erhebung des Valutazollzuscblags auf deutsche Waren Anwendung
findet, ist für den Monat Oktober auf 0,567 festgesetzt worden.
Vereinigte Staaten. Zollamtliche Wertschätzung. Bei der
heutigen unsicheren und ständig wechselnden Marktlage ziehen es viele
Importeure, namentlich solche, deren Waren auf Grund alter Kontrakte
zu niedrigeren Preisen geliefert werden, vor, noch bevor sie die Verzol-
lung beantragen, mit dem Appraissr (Zollabschätzer) über den für die Ver-
zollung festzasetzenden Wert za verhandeln, um ihn dann gegebenfalls
zu erhöhen und Strafen zu vermeiden. Derartige Verhandlangen müssen
aber unter allen Umständen geführt werden, bevor der Verzollungsantrag
gestellt iet. Durch eine neuerdings in Heft 1 des 42. Bandes der „Trea-
sury Decissions" veröffentlichte Entscheidung wird bestimmt, daß nicht in
jedem einzelnen Fall der Appraiser selbst zur Prüfung der Ware verpflichtet
ist, sondern, daß auch eine durch einen Unterbeamten vorgenommene
Prüfung zu Becht besteht. Es ist von besonderer Wichtigkeit, daß der
deutsche Fabrikant den amerikanischen Importeur möglichst eingehend
über die Marktlage informiert. Der Importeur wird die Verzollung nur
dann zu richtigen Preisen beantragen oder Verhandlungen mit dem
Appraiser zwecks Preisfestsetzung geschickt führen können, wenn diese
Voraussetzung erfüllt ist.
Bio Lage in Industrie und Handel.
Der deutsche Außenhandel in Kerara- nnd Glaswaren im
August 1922 (Vorläufige Ergebnisse).
Werte in M 1000
August Jan /August
351
361
360 quater
630 quioquies
Einfuhr:
Tonwaren
Glas-, und
Glaswaren
Ausfuhr :
Tonwaren
Glas- und
Glaswaren
dz
188 076
13 553
463 717
106 242
806 082
95 625
3 465 393
935 393
58 247
67 728
1 053 225
1 757 548
221 490
306 799
4 055 170
5 754 058
456 — Nr. 41
SPRECH SAAL — COBURG.
1932. (55. Jahrgang.)
England. In der Glasindustrie liegen bisher nur wenig Anzeichen
fflr eine Besserung vor, wenn auch einige Fabriken besser beschäftigt zu
sein scheinen als vor kurzem. Diese Werke erzeugen meist bessere Sorten
von geschliffenem Tafelglas, sowie von Glas zu dekorativen Zwecken. Die
Ornament glasicdustrie ist gegenwärtig die verhältnismäßig am besten
beschäftigte, obgleich auch dort nach Aufträge gut untergebracht werden
feöonten. Bemerkenswert ist, daß die seit langen Jahren bestehende
Edinbourgh and Laith Flint Glass Co., die jetzt durch die Wabbes Crystal
Glass Co kontrolliert wird und sich während des Krieges ausschließlich
auf die Erzeugung von Birnen und Bühren fttr elektrische Lampen ein-
gestellt hatte, neuerdings die ausschließliche Herstellung von feinem
Kristallglas aufgenommen hat. Sie befaßt sich u. a. mit der Erzeugung
von Glaswaren in antiken Formen, insbesondere aus der gregorianischen
Zeit, und fertigt vollständige Tafelseivice, ferner Krüge, Likörservice
und dergl. an.
Porzellan ■ Industrie in den Föderierten Malajen • Staaten.
In den Föderierten Mal*yen-8taaten hat sich kürzlich eine neue jln-
dustrie aufgetan, die voraussichtlich einen %eitreichenden Einfluß auf das
wirtschaftliche Leben des Landes haben und dort ansässige Kapitalisten
veranlassen dürfte, auch andere einheimische Industrieunternehmen zu
unterstützen. Der neue Konzern ist die „Malayan China Clay and
Pottery Co., Ltd. (Maleyan China Ton- und Töpferwaren- Gesellschaft
m. b. H.), deren Zweck es sein soll, die reichen Tonlager in den Schwemm-
gebieten der Zinn-Minen von Perak auszuwerten. Auch die Regierung
von Perak nimmt reges Interesse an der Sache. Die Arbeit wurde vor
einem Jahr begonnen, und da Bich die malayischen Arbeiter als sehr ge-
schickt erwiesen haben, ist es der Gesellschaft möglich, bereits Porzellan
von hochwertiger Qualität herzustellen. Beide Herstellungsarten, die
Guß- und die „jolleying" Metbode werden angewendet, und es verlautet,
daß es mit der letztgenannten Metbode einem einheimischen Arbeiter mit
wenig Erfahrung gelungen ist, 2000 Lat«x-(Milchsaft-)Schalen (zum Sam-
meln des Gummibaumsaftes) in einem achtstündigen Arbeitstag herzu-
stellen. Bei einer Einrichtung von 12 Maschinen rechnet man mit einer
Produktion von über 30000 Latex-Schalen je Tag, die man zu Preisen
auf dem Markt absetzen könnte, mit denen die eingeführten Artikel
nicht konkurrieren könnten. Ehe die Gasellschaft mit der Produktion
dieser Schalen beginnen ließ, setzte sie einen annehmbaren Preis für das
beste Muster in Latex Schalen aus, der von einem heimischen Pflanzer
gewonnen wurde. Iu Gopeng, im Zentrum des Zinn-Minendistrikts, sind
die Arbeiten bereits aufgenommen. Getrennt von dieser Produktion
heimischer Artikel, versorgt die Gesellschaft zwei der größten Baumwoll-
spinnereien in Bombay und Papiermühlen in Calcutta mit China- Ton.
Es ist verständlich, daß die an der Englischen China-Ton-Industrie
interessierten Kreise angeboten haben, die ganze Produktion von Gopeng
zu kaufen, da der dort lagernde Ton den besten englischen Porzellan-
erden als vollkommen gleichwertig befunden worden ist. Die Gesellschaft
beabsichtigt, später die Herstellung von Porzellan im Großen ausführen
zu lassen.
Geschäftliche Mitteilungen.
Porzellanfabrik Stadtlengsfeld, A.-G., Stadtlengsfeld. Auszug
aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 6 22: Beingewinn M 602 970
(836 337); Dividende 22% (16); Abschreibungen M 196 934 (82 368);
Zuweieungen an Werkerhaltungskonto M 200 000 (40 000), an Wohlfahrts-
fonds Ji 45 000 (15 000). — Die o. G - V. beschloß des weiteren die Kapitals-
erhöbung um Jt 1,6 Mill. auf M 2 Mill. Die neuen, ab 1. 7. 22 divi-
dendenberechtigten Aktien werden unter Ausschluß des gesetzlichen Be-
zngsrerbts der Aktionäre dem Bankverein Spröngerts, Büchner & Co.,
Korn Ges. a. A., Artern, zu 126 °/0 überlassen. Ferner Bind Vorstand und
Aarsichtsrat ermächtigt worden, zu geeigneter Zeit und noch zu verein-
barenden Bedingungen eine Obligationsanleihe in Höhe von M 0,5 Mill.
aufzunehmen — Aus dem Aufsichtsrat ist ausgeschieden P. Hörning;
neugewählt wurden H. Büchner und als Betriebsvertreter B. Eckl und
W. Uwelius. Das Unternehmen ist gut beschäftigt.
Strlegsuer Porzellanfabrik, A.-G., vorm. C. Walter & Co.,
Stanowltz. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 6- tt: Rein-
gewinn M 2,20 (0,72) Mill. Dividende 26% (20), Bonus M 15#pfeO); Ab-
schreibungen M 17 188 (9620); Zuweisungen an Wohlfahrtskonto Jt 201800
(80000), an Werkerb altungskonto M 400000 (2ÖO00O); Rücklage fttr
Tunnelofenbau M 600000. — Im Berichtejahr konnten durch zweck-
entsprechende Neuorganisation Fabrikation und Umsatzzifiern wesentlich
erhöht werden. Die Beschaffung der Rohmaterialien, insbesondere dir
Porzellanerden, verlangte die größte Aufmerksamkeit Der Absatz war
zufriedenstellend; das Exportgeschäft konnte erweitert werden. Die Ge-
sellt cbaft ibt auf Monate hinaus mit Aufträgen versehen. — Neu in den
Aufsichtsrat wurde Bankier H. Freytag gewählt.
Triptis, A.-G., Triptis. In der a. o. G.-V. wurde zunächst be-
schlossen, die beBtehendin M 1 MilL Vorzugsaktien in Stammaktien um-
zuwandeln mit Dividende ab 1. 1. 22, ferner das Aktienkapital von
M 9,6 Mill. auf M 12 zu erhöhen durch Ausgabe von Jt 2,5 Mill. neuer
Stammaktien mit Dividende ab 1. 1. 22, die zum Kurse von 305 % von
einem Konsortium Übernommen werden mit der Verpflichtung, den bis-
herigen Stammaktionären Jt 2,125 M i L zu 320 °/0 im Verhältnis 4 : 1
anzubieten, weitere Jt 120000 der jungen Aktien Verwaltungsmitgliedern
zur Verfügnng zu stellen und die restlichen JL 265000 bestens zu ver-
werten, wobei die Gesellschaft mit % % an dem Gewinn beteiligt bleibt,
der sich bei einem Verwertungskurs vou mehr als 320% ergeben sollte.
Schließlich wurde noch beschlossen, M 1 Mill. neuer Vorzugsaktien mit
Dividende ab 1. 1. 22 zu schaffen, die dieselbe Rechtsstellung haben wie
die bisherigen Vorzugsaktien.
Altrohlauer Porzellanfabriken, A.-G., Karlsbad. Der erste Ab-
schluß der Gesellschaft, die bekanntlich aus der Altrohlauer Niederlassung
der C. M. Hutschenreuther A.-G. hervorgegangen ist, ergibt nach Vor-
nahme einer besonderen Rückstellung für etwaige Währungsverluste einen
Gewinn von Kc 1,4 Mill. Die Verwaltung hat beschlossen, davon
Kc 0,62 Mill. für Abschreibungen zu verwenden, Kc 88 186 dem Reserve-
fonds zuzuführen und die Verteilung von je Kc 40 auf die 1000 Kronen-
Aktie vorzunehmen. Die Aktionäre, die vor 4 Monaten auf 3 Hatschen-
reuther Aktien 1 Altroblauer- Aktie zu 175% (in Mark!) bezogen haben,
erhalten also jetzt eine Dividende von 170 bis 180%.
Union, Veltener Tonindustrle, A.-G., Berlin. Die o. G.-V.
beschloß die KapitalBerhöhung um Jt 6 Mill. auf Ji 10 Mill. Die fttr
das laufende Geschäftsjahr dividendenberechtigten neuen Aktien werden
von den Lehrer-v Siemens Vereinigten Baustoffindustrien, Berlin, übernommen
und davon M 3,4 Mill. den Aktionären im Verhältnis 1:1 zu 160 % zum
Bezug angeboten. Die restlichen Ji 2,6 Mill. werden zur Verfügung des
Aufsichtsrates gehalten. — Aus dem Aufsichtsrat sind ausgeschieden
B. Schmidt und K. Wessel, neugewählt wurden F. Dupont und A Fricke.
A.-G. NIederlausitzer Tonwerke, Cabel. Auszug aus dem geneh-
migten Abschluß vom 30. 6. 22 : Reingewinn Jt 347 666 (82 681) ; Divi-
dende 20% (12); Abschreibungen Ji 137 882 (54279).
Ziegel- und Sehamottewerke, A.-G., Könnern. Auszug aus dem
genehmigten Abschluß vom 30.6.22: Reingewinn Jt 283 466; Dividende
20 % ; Abschreibungen Jt 99 932.
Stoiberger A.-G. für feuerfeste Produkte (vorm. Rud. Keller),
Stolberg. Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 6. 22 : Rein-
gewinn M 1,96 Mill. ; Dividende 60 %.
Vereinigte Schmirgel- nnd Maschinenfabriken, A.-G., vorm.
S. Oppenheim & Co. nnd Schlesinger & Co., Hannover. Die a. o.
G.-V. genehmigte die KapitalBerhöhung um Jt 8 Mill. auf Jt 15 Mill.,
wovon JL 6 Mill den Aktionären zu 285% im Verhältnis 1:1 angeboten
werden sollen. Die restlichen Ji 2 Mill. soll ein Uebernabmekonsortium
im Interesse der Gesellschaft bestmöglich verwerten.
Thüringer Glaswarenfabrik, A.-G-, Oberweißbach. Die a. o. G.-V.
stimmte der Kapitalserhöhung um Ji 1,75 Mill. auf Jt 2 Mill. zu. Ia
den Aufsichtsrat wurde Exz. v. Lueder neu gewählt.
Emaillier- nnd Stanzwerke, vorm. Gebr. Ullrich, Malkammer.
Auszug aus dem genehmigten Abschluß vom 30. 6. 22: Reingewinn
Jt 2,75 (0,66) Mill.; Dividende 20%, (10); Abschreibungen M 0,16
(0,08) Mill. ; Zuweisungen an Werkerhaltungskonto Jt 0,6 (0,2) Mill., an
Unterstützungsfonds Jt 50000 (20 000).
Kaolin- nnd Tonwerke, A.-G., Korbitz b. Meißen. Auszug aus
dem genehmigten Abschluß vom 31.3. 22: Verlust M 60881 (29 331);
Abschreibungen M 43071.
Neugründung. Unter der Firma „Bayerisches Glaswerk, A.-G.,
München" wurde mit einem Aktienkapital von M 6,5 MilL Stamm- und Jt 0,5
Mill. 6% Vorzugsaktien ein Unternehmen gegründet, das die Erzeugung
und den Verkauf von basischen Silikaten bezweckt.
General -Versammlungen.
Porzellanfabrik Limbach, A.-G., Limbach : a o. G.-V. 18. 10. 22,
11 Uhr v., Bahnhofshotel, Coburg. T -0 : Kapitalserhöhung um Jt 200 000.
Porzellanfabrik Moschendorf, A.-G., Moschendorf : o. G.-V. 18. 10. 23,
2 Uhr n., Hotel Kaiserhof, Hof.
Marienberger Mosaikplattenfabrik, A.-G., Marienberg i. 8.: o. G.-V.
24. 10. 22, 10 Uhr v , Hotel Deutsches Haus, Braunschweig. T.-O. : u. a.
KapitalBerhöhung um Jt 0,76 Mill. auf Jt 3 Mill.
Keramische Werke Offstein und Worms, A-G., Worms: a. o. G.-V.
20. 10. 22, 10 */» Uhr v., Handelskammer, Worms. T.-O.: Kapitalserhöhung
um J 12 5 Mill. auf Jt 25 Mill.
Annaburger Steingutfabrik, A.-G., Annaburg: o. G.-V. 80.10.22,
10 Uhr v., Geschäftslokal, Berlin W 62.
Wessels Wandplatten-Fabrik, A -G., Bonn : o. G.-V. 26. 10. 22, 11 Uhr v.
Verwaltungsgebäude, Bonn.
Max Roesler, Feinste ingutfabrik, A.-G., Rodach: a. o. G.-V. 27. 10. 22
12 Uhr m., Bankhaus Gebr. Arnhold, Dresden. T.-O: Kapitalserhöhung
auf M 3 Mill. Stammaktien.
Bheinische 8piegelglasfabrik, Eckamp: a. o. G.-V. 24 10. 22,
12 Uhr m , Dresdner Bank, Aachen T.-O. KapitalBerhöhung.
W. Krefffc, A-G.. Gevelsberg i. W-: o. G.-V. 24 10. 22, 61/» Uhr n.,
Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischer & Comp., Barmen.
Messen nnd Ausstellungen.
8. Reichenberger Messe 1922. Aufbau und Ausstattung der dies-
jährigen, in 16 Messehäusern untergebrachten Herbst-Messe bedeuteten
gegenüber den früheren Veranstaltungen zweifellos einen großen Fort-
schritt Von den Ausstellern waren in dieBein Jahre 96% Erzeuger und
nur 4% Großhändler; die 1921 noch ziemlich zahlreichen „zweifelhaften
Existenzen" unter den Ausstellern waren grundsätzlich ausgeschieden
worden. Die rund 2000 Aussteller, deren Zahl hinter der des Vorjahres
allerdings zurückblieb, stellten eine Auslese, insbesondere der nordböh-
mischen, mitbin zum größten Teil deutschen Industrie dar. Aus dem
Auslände waren kaum mehr als 100 Aussteller beteiligt, davon aus dem
Reiche 73, auB Deutsch-Oesterreich 24 Aussteller. Der Ausländerbesuch
bte.lte sich Dank der frühzeitig begonnenen und intensiven Propaganda
dreimal so hoch als im Jahre 1921, dem Glanzjabre der Messe; als haupt
sächlichste Einkäufer werden die skandinavischen Länder, ferner Fran-
zosen und Engländer, Holländer, Amerikaner und Orientalen bezeichnet.
Das Messegeschäft wurde durch den Valutastand und namentlich durch
das gerade während der Messedauer eingetretene Steigen der tschechischen
Krone sehr stark beeinträchtigt, sodaß sich die von einer schweren Industrie
krisis begleitete Messe mit ihrer Vorgängerin an Erfolgen nicht im ent-
ferntesten vergleichen kann,
Die Prager Herbstmesse (3.— 10. 9. 22), die fünfte ihrer Art, stand
im Zeichen einer schweren Wirtschaftskrise. Die Beschickung wai
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 41 — 457
erheblich schwächer als zur Frühjahrsmesse Der Besuch Boll gut gewesen
sein. Aus dem Aaslande wurden u. a. Bussen und die Übrigen Rand-
Btaaten, Schweden, Rumänien, Franzosen, Engländer sowie Sttdamerikaner
als Einkäufer genannt. Noch immer wirkt die Unmenge von Vergnügunga-
itätten der Abwicklung des Geschäftsverkehrs störend entgegen. Im übrigen
Sit aber der Aufbau und die äußere Gliederung des Unternehmens vervoll-
kommnet worden, so daß die Gruppeneinteilung jetzt allen billigen
Forderungen, die die Einkäufer stellen können, Bechnung trägt. Gut
vertreten waren u. a. böhmische Gläser und Haushaltungsgegenstände.
Reichsdeutsche Häuser stellten ausnahmslos unter den Namen iher tsche-
chischen, meistens Prager Vertreter aus. Von dem geschäftlichen Er-
gebnis verspricht man eich nicht viel. Die meisten Käufer hielten
angesichts des hohen Standes der tschechischen Krone in Erwartung eines
Konjunkturrückganges zurück.
Verbände.
Verband Deutscher Elektrotechnischer Porzellanfabriken.
Die Porzellanfabrik Tettau, A.-G., Tettau in Bayern, sowie die Staatliche
Porzellanmanufaktur Nymphenburg, Nymphenburg bei München, haben die
Mitgliedschaft des Verbandes erworben.
Die Vereinigten Steingutfabriken, 6. m. b. H., Bonn, erhöhten
den Aufschlag für St einguter zeugt- isse der Gruppe I auf 3300 °/0,
Gruppe II auf 3000 o/0 mit Wirkung vom 15. 9. 22. Für alle golddekorier-
ten Waren ist vom gleichen Zeitpunkt an der Aufschlag für Gruppe I auf
8800%, fbr Gruppe II auf 3500 »/o erhöht worden. Die Rechnungs-
beträge sind zukünftig rein netto Kasse gegen ein Ziel bis zu 14 Tagen
nach Ausstellung des Frachtbriefes zahlbar. Skonto wird nicht vergütet.
Bei Ueberachreitnng des gewährten Zieles werden Verzugszinsen in
gleicher Höhe berechnet, wie sie von den Banken zuzüglich der üblichen
Provitionen berechnet werden. An Verpackungsgebühren werden berech-
net : 3 % ▼om Bechnungsrohbetrag für lose Sendungen, 5 % vom Rech-
nungsrohbetrag für geschlossene Sendungen. Kisten werden zum vollen
Betrag gutgeschrieben, wenn diese innerhalb von 4 Wochen vom Tage
des EmpfangB der Waren frachtfrei und in gutem Zustande mit vollstän-
digem Packmaterial zurückgeschickt werden, andernfalls nur zu 2 Drittel
des berechneten Betrages.
Die Mittel« und Ostdeutsche Schamotte>Konvention, Breslau,
erhöhte für alle Lieferangen ab 1. 10. 22 bis auf weiteres die jetzigen
Preise um rund 37 /2 %, sodaß sich also der bisher 1600 % betragende
TeuerungBzuBchlag auf 2100 °/0 erhöht.
Versicherungen.
Unfallversicherung von Unternehmern, Betriebsbeamten und
kaufmännischen Angestellten der Glasindustrie. Für die Glasindustrie
sind einige in der Sitzung der Glas-Berufagenossenschaft, sowie daroh die
Verordnung vom 12. 9. 22 eingetretene Aenderungen in den Bestimmungen
über die Unfallversicherung von Betriebsunternehmern, Betriebsbeamten
und kaufmännischen Angestellten von großer Wichtigkeit. Die in Frage
kommenden Bestimmungen sind folgende:
Betriebs unter nehm er sind berechtigt, sich selbst und ihren im
Betriebe tätigen Ehegatten gegen die Folgen von Betriebsunfällen zu
versichern, wenn sie nicht mehr als M 300000 JahresarbeitBverdienst
haben, oder wenn sie regelmäßig keine oder höchstens zwei Versicherungs-
pflichtige gegen Entgelt beschäftigen.
Betriebs be am te bis zu einem Jahresarbeitsverdienst voa .# 300 000
sind ohne weiteres versicherungspflichtig. Die Betriebsanteraehmer sind
aber berechtigt, ihre Betriebsbeamten mit mehr als Ji 300 000 Jahres-
einkommen, sowie kaufmännische Angestellte (Bttrobeamte) mit ihrem Jahres-
arbeitsverdienst ohne Bücksicht auf seine Höhe zu versichern.
Unternehmer, die von dieser Berechtigung für einzelne Betriebsbeamte
oder kaufmännische Angestellte Gebrauch machen wollen, haben die Ver-
sicherung unter Angabe des Namens und des Jahresarbeitsverdienstes dieser
Personen, sowie der Art der Beschäftigung bei der Glas-BerafsgenoBsenschaft
anzumelden. Aenderungen in der Höhe der Gehälter brauchen nicht
jeweila mitgeteilt zu werden; sie ergeben sieh aus den am Jahresschluß
der Berufsgenossenschaft, wie bisher schon für das freiwillig versicherte
Büropersonal, einzureichenden Gehaltssummen.
Werden sämtliche Betriebsbeamte oder kaufmännische Angestellte
ohne Bücksicht auf die GehaltBhöhe versichert, so genügt diesbezügliche
Mitteilung an die Berufsgenossenschaft und namentliche Aufführung in
der Nachweisung am Jahresschiaß. Vorheriger namentlicher Anmeldung
und Zugangsmeldung bedarf es nicht.
Unfallversicherung, Naoh einer am 15. 9. 22 in Kraft getretenen
Verordnung ist die Versicherungsgrenze auf Ji 300000 erhöht worden.
Desgleichen haben die Geldbeträge anderer Vorschriften eine entsprechende
Heraufsetzung erfahren.
Angestelltenversicherung. Durch eine am 1. 9. 22 in Kraft ge-
tretene Verordnung ist die Versicherungsgrenze für Angestellte auf
JC 300 000 erhöht worden. Für Neaveraicherte gelten die §§ 366, 395
bis 398 des A. V. G. mit der Maßgabe, daß die Fristen vom 1. 9. 22 ab
laufen. Den Wiederversicherten werden die Kalendermonate der Zwischen-
zeit als Beitragsmonate im Sinne der §§ 15, 49 des A. V. G. angerechnet
Wenn ein Boicher Angestellter vom Bechte der freiwilligen Versicherung
nach § 15 des A. V- G. für die zurückliegende Zeit, während der er
nicht versicherungspflichtig war, Gebrauch macht oder gemacht hat, [[so
gelten die freiwilligen Beiträge, die er für diese Zeit entrichtet hat oder
gültig nachentrichtet, als Pflichtbeiträge im Sinne des § 48, nicht da-
gegen im Sinne des § 398. Die freiwillige Versicherung hat die Wirkung
der Pflichtversicherung nur insoweit, als ihre Beiträge mindestens in der
Gehaltsklasse des letzten Pflichtbeitrags vor jenem Ausscheiden des An-
gestellten aus der Versicherungspflicht und im Falle des § 177 mindestens
in derjenigen Gehaltsklasse, deren Beitrag diesem Pflichtbeitrag am
nächsten liegt, entrichtet sind oder gültig nachentrichtet werden. Neu-
versicherte werden auf Grund des § 11 des A. V. G. von der Versicherung -
pflicht rückwirkend auf den Tag ihres Beginns befreit, wenn der Be-
freiungsantrag bis einschl. 31. 10. 22 beim Bentenaasschuß oder der
BeichsversinherungBanstalt eingeht und bereits zu dem früheren Zeitpunkt
die gesetzlichen Voraussetzungen für die Befreiung im übrigen vorlagen.
Krankenversicherung. Nach einer Verordnung vom 14. 9. 22 ist
die Versicherungsgrem» auf Jt 204000 erhöht worden.
Firmenregister.
Deutschland.
Porzelias-Manufaktur Walther Weber, Gmünd. Die Firma ist er-
loschen.
Gebr. Kühnlenz, A.-G., Kronach. Erwerb und Fortführung der Por-
zellanfabrik in Firma »Gebr. Kühnlenz". Grundkapital: Ji 2 Mill.
Vorstand : Kaufmann C Schindhelm, Fabrikdirektor H. Schindhelm Auf »
sichtorat : Dr. jar. H Arnhold, Fabrikbesitzer C. Ktthnlenz, Kommerzien-
rat K. Gretzschel, Kommerzienrat E. TiöBter, Kaufmann M. Kaufmann,
Justizrat Dr. J Schmidt, Dr jar. J. Krüger.
Ludwig Wessel, A.-G. für Porzellan- und Steingutfabrikation, Bonn.
Das Grundkapital ist um Ji 1,7 Mill. Stammaktien auf M 7,2 Mill.
ertönt, worden.
Wilhelm Dienst, Flörsheim a. M. Die Firma ist erloschen.
BadiBche Steingut- und Tonwarenfabrik Engen Dietsche, Freiburg
(Zähringersir. 101). Inhaber: Fabrikant E. Dietsche.
Keramik, chemi keramische Fabriks- and Handelsgesellschaft m. b. H.,
Nordhausen. Fabrikation von Gipsprodukten und Handel mit Gips und
Erzeugnissen der keramischen and chemischen Industrie. Stammkapital:
M 100 000. Geschäftsführer: Kaufleute H. Wulff and H. A. Müller.
Tonwaren and Tellifr Fabrik Hö'ppli, G m b. H, Wiesbaden. Die
Prokura des Heinrich Jankmann ist erloschen. An Stelle von G. H. Lippert
und E. Gottlieb wurde Cur. Höppli zum alleinigen Geschäftsführer be-
stellt
Keramische Werke Senteinen, A.-G., Tilsit Herstellung von kera-
mischen Fabrikaten aller Art sowie Handel mit diesen. Grundkapital:
M 2 Mill. Vorstand: Direktor E. Metscher. Aufsichtsrat: M. Schulz,
M. Keyser, P. BJöß, G. Gasovias, G. Hoffmann.
von Poncet Glashüttenwerke, A-G., Friedrichshain, N-L. Die
Kapitalserhöhung nm M 3,9 Mill. auf Ji 12 Mill. ist erfolgt.
Glaswerk Mttllheim, G. m. b. H , Müllheim. Fabrikation und Ver-
trieb von Glas und verwandten Artikeln. Geschäftsführer: Kaufmann
W. Beeckmann.
Brehm & Co., Jlmenau. Kaufmann K. Brehm ist ausgeschieden,
Kaufmann A. Kimmerling ist als persönlich haftender und selbständig
vertretungsbefugter Gesellschafter eingetreten.
C. Bülsmann, Jlmenau (bisher Arnstadt). Alleiniger Inhaber:
Fabrikant Dr. B. Mohr, Arnstadt.
Berliner Glas- und Spiegel-Manufaktur, A.-G, Berlin. Das Ver-
mögen der Gesellschaft ist , unter Ausschloß der Liquidation auf die
Deutsche Wasserwerk- A-G., Berlin, übergegangen. Die Gesellschaft ist
aufgelöst. Eine Liquidation hat nicht stattgefunden. Die Firma ist er-
loschen.
Breslauer Emailleschilder Fabrik Max Scholz, Breslau. Die Firma
lautet jstzt: „Emailliefwerk Max Scholz.
E. Hean, Ofen- und Zentralheizungsfabrik Kaiserslautern, Inhaber
E Henn und Ludwig Henn, Kaiserslautern. Das Geschäft ist mit Aktiven
und Passiven an Fabrikant L. Henn übergegangen nnd wird von diesem
unter der Firma „E. Henn, Ofen- und Zentralheizangsfabrik Kaiserslautern,
Inhaber Ludwig Henn" weitergeführt. Kaufmann J. Hilcher hat Prokura.
Berliner Glas-, Porzellan-, Lampen- und Matallwaren-HandeU-G. m.
b H , Berlin. Die Gesellschaft iat aufgelöst. Liquidator : W. Schachmann.
Die Gläabiger wollen sich bei der Gesellschaft melden.
Schamottewaren und Tonrohrhandlung Hermann Meißner, Berlin.
Inhaber: Kaufmann H Meißner.
Glaemaschinen-Iadustti«, G. m. b. H., Berlin. Die Firma lautet
jetzt: „Schiller-Glasmaschinen-Iudustrie, G m. b. H" B. E Neumann
und E. Werner haben Gesamtprokura. An Stelle des abberufenen Ge-
schäftsführers Schiller wurde Kaufmann A. Aftergut zum Geschäftsführer
bestellt
Kaolin- und Tonwerke, A-G., Korbitz b. Meißen. Die Kapitals-
erhöhung um Ji 1 Mill. auf M 2 Mill. ist durchgeführt.
Qaarzspat Ströbel, G. m. b. H, Ströbel. 0. Jäckel ist als Geschäfts-
führer ausgeschieden. Die Prokura von M. Hüttich ist erloschen. Ing.
K. L. Gaebler hat Gesamtprokura.
Oesterreich.
Eibiswalder Glasfabrik, G. m b. H., Aibl (Deutsch-Landsberg). Stamm-
kapital: Kr. 900000. Geschäftsführer: Kaufmann F. Zaruba.
Email- und Metall- Waren Fabriks-Gesellschaft m. b. H, Wien. Er-
zeugung von Email-, Metall- and Bronzewaren aller Art sowie Handel mit
dieeen Waren. Stammkapital: Kr. 900 000. Geschäftsführer: Dr. F. Bindler
und H. Grünberg. Gesamtprokuristen : S. Peretz und Dr. N. FriedJänder.
F. Kierszkowski, Kufstein. Großhandel mit keramischen Waren.
Inhaber: Friedrich W. L. Kierszkowski.
Deutsche Glasvertriebagesellschaft m. b. H., Wien. An Stelle von
Dr. H. Schönbrunn wurde Kaufmann G. Zaruba Ben. als Geschäftsführer
bestellt.
Tscbechoslowakien. .
H. Kretschmann, Elbogen. Erzeugung von Porzellan- und Tonwaren.
J. Pleyer hat Prokura.
Turner Terrakotta- nnd Stein gutfabrik, Kommanditgesellschaft, Brüder
Pietschmann, Tarn Gesellschafter: Bichard und Edmund Pietschmann.
Kommanditist: F. Steiner Ben.
Hilpert & Schicketanz, Knkan Nr. 331. Erzeugung von Glasperlen.
Gesellschafter: J. Hilpert und E. Schicketanz.
458 — Nr. 41
SPRECHSAÄL-COBURO.
1922. (55. yahffgfcjfssfr)/
Josef Lej<?ek, Slap, Bez. Tornau. Glasschleiferei.
Pollak & Co., Altrohlan. Handel mit Porzellan- und Glaswaren en gros.
Die Firma ist erloschen.
Ewald Pohl & Co., Georgswalde. Großhandel und Export mit Glas-
huttenerzeugnissen. Gesellschafter: H. E. Pohl und R. P. Heinrich.
Kaolina, Karlsbader Kaolinindnstrie, A.-G , Karlsbad. Verwaltungs-
rat: A. Singer.
Patente.
Oesterreich.
Aufgebote.
21 c. Hängeisolator, bestehend ans eiuem Isolierkörper mit
geschlossenem Kopf, einer Tragkappe mit Schraubring und zweiteiligem
Ring, sowie einem im Innern darin angeordneten Bolzen mit oben daran
befindlichem Kegel: Auf dem Bolzen ist eine einteilige, mehrfach ge-
schlitzte Buchse aufgeschoben, die durch Eindringen des am oberen Teil
des Bolzens befindlichen Kegels im oberen Durchmesser konzentrisch ver-
größert wird, u. zw. so, daß die Druckflächen der vorgenannten Büchse
sich der Form der inneren Kegel- und ringförmigen Druckfläche des
Isolierkörpers direkt anschmiegen. Elektrotechnische Fabrik Thossfell,
G. m. b. H., Thossfell. 11. 10. 20, A 5682—20. Deutsches Reich
14. 10. 19.
21 d. Strahlungspyrometer mit Thermoelement, gekennzeichnet
durch eine im Pyrometerrohr angeordnete einstellbare Blende zur Rege-
lung des auf die warme Lötstelle fallenden Lichtkegels. Siemens &
Halske, A.-G., Berlin und Wien. 29. 9. 21, A 5413—21. Deutsches Reich
7. 1. 21.
21 f. Lichlfllter aus Glas (Lampenglocken, Lampenschirme und
Reflektoren) zur Erzeugung von Tageslichtwirkung, insbesondere für
gaagefüllte Metallfadenlampen. Die wirksamen blauen und grünen Farben
des Filters kommen in einer solchen Dichte zur Anwendung, daß sie in
einem einzigen Glassatz zusammengeschmolzen werden können. E. L.
Friedmann & Co., Berlin. 4. 2. 21, A 676—21. Deutsches Reich
20. 2. 20.
21 f. Elektrische Glühlampe mit einem kurzen, aus dem
Fleisch der Lampenwandung gebildeten Pumpröhrciien. Das untere Ende
des letzteren ist mit einer durch Preßluit von innen her erzeugten
Pumpöffnung versehen. Patent - Treuhand - Ges. für elektrische Glüh-
lampen m. b. H, Berlin. 27. 7. 21, A 4291—21. Deutsches Reich
20. 11. 20.
21 f. Verfahren zum Entlüften elektrischer Glühlampen. An
das Ende des Pumpröhrchens werden Stoffe, wie l Alkalisalze, ßleisalze,
aufgebracht, die den Schmelzpunkt des Glases herabsetzen; Patent-
Treuhand-Ges. für elektrische Glühlampen m. b. H., Berlin. 22. 4. 21,
A 2629—21. Zweiter Zusatz zu Patent Nr. 76 896. Deutsches Reich
22. 6. 20.
21g. Verfahren zur Zerteilung elektrischer Glühlampen.
Die Glühbirne wird an der Trennungsstelle einerseits durch Drehen über
einer Wärmequelle erhitzt und andererseits gleichzeitig durch Berühren
einer kalten Spitze, Schneide oder dergL abgekühlt, so daß das Springen
des Glaskörpers in der Zone, der Erwärmung erfolgt. Metallfadenlampen-
Erneuerungs-Gee. m. b. H., Wien. 26. 8. 21. A 4752—21.
21g. Luftdichte Drahteiniührung für Glasgefäße, wobei die
Drähte vor ihrem Einschmelzen in das Glasgefäß von einer glasartig
schmelzenden Masse umgeben werden. Diese Masse besteht aus borBaurem
Blei, das mit dem Draht und Glas verschmolzen und bei der Schweiß-
temperatur etwas flüssiger als das Glas wird und ungefähr denselben
Ausdehnungskoeffizienten wie das GlaB besitzt. International General
Elektric Co., Inc., New York. 9. 7. 20, A 3846-20. V. St. A. 15 6. 18 I
21g. Elektrische Glühlampe mit auswechselbarem Leucht-
körper. Die GlaBbirne iBt mit lobrarügen Verlängerungen verseilen, die
nicht als Träger des Sockels und der Stromznftthrungsdiähte dienen und
durch deren Eiöffnung die Auswechslung der Ulühspirale ermöglicht wird.
Polak Herbert, 1? abrikleiter, Wien. 14. 10. 21, A 5656—21.
80 c Spiegel für Bestrahlung mit kurzwelligen Strahlen.
Silizium ist ah spiegelndes Metenal veiwendet. Siemens & Halske.
A.-G., Siemenstadt b. Berlin. 1. 4. 21. A 2140—21. Deutsches Reich
11. 6. 20.
32 a. Handgesteuerte Flaschenblasmaschine, bei welcher die
Kopfform an einem auf und ab bewegbaren, zugleich das Saagrohr bil-
denden Träger befestigt ist und durch einen mit dem Saugrohr verbun-
denen Antriebskolben auf eine auf und ab verschiebbar gelagerte Vorform
niederbewegt wird und dabei diese zwecks Füllung durch Ansaugen mit
ihrem unteren offenen Ende in die Glasschmelze eintaucht. Der den Kopf-
formtiBger nebut Saugerohr hebende und senkende Antriebekolben tiägt eine
wagrechte Führung, an welcher der Koplformtiäger, an dem eine oder
mehrere Eopfioinitn angebracht sein können, nebst Saugrohr seitlich
veiHcbiebbarist, um in an ►hh bekannter Weise durch die Beitliche Bewegung
des Kopfformträgers die Kopfloim mit dem Kblbel auf die Fertigform zu
Übeitregen. Wöll s MaBcfainenbau-Ues. m. b. H., Köln a. Rh. 11. 9. 20,
A 5180—20.
32 a. Maschine zum Blasen nahtloser Flaschen nnd anderer
runder Gefäße, mit Halstuim, Vorlorm und Fertigfotm, in weicb letzterer
die Flasche während des Fertigblasens einer beständigen und schnellen
Umdrehung unterworfen ist. Die Flasche wird durch die mechanisch be-
triebene Halbform m Umdrehung versetzt, die Fertigform iBt aber unbe-
weglich. Georges Lefort, Mechaniker, Clabecq (Belgien). 13. 9. 13,
A 7869—13. Belgien 28. 9. 20.
32 a. Glasblasmaschine mit radialen, unabhängig voneinander
um eine vertikale Achse sicü drenenden, Blabpfeifeu oder dergl. tragenden
Armen. Der die ekzelnen Operationen abführende Mechanismua samt
der dazu gehörigen Hilfseinrichtung ist nur in einem einzigen Satz vor
handen. Compagnie Generale d'Electricite, Paris. 24. 12.19, A 4896—19.
Italien 13, 11. 18.
32 a. Mundstück zum Ziehen von Glaszylindern mit einem
ringförmigen, eine freie Oeffaung des Mundstückes umgebenden Flausch
für den Glaskopf. Dieser Flansch ist winkelig nach innen zu einer Trag-
fläche für den Glaskopf abgebogen und an der Innenfläche der Abbiegung
mit einer Anzahl konzentrischer Rillen versehen. Empire Machine Co.,
Pittsburg. 21.2.20, A 916—20., V. St. A. 23.8. 18.
32 a. Selbsttätige Glasblasmaschine mit einer saugend wir-
kenden Vorform, die eine Glaspost dem Ofen entnimmt nnd sie an die
Blaspfeife abgibt. Die Vorform dreht sich beim Uebergang aus der Ab-
gabestellung in die Entnahmestellung um eine wagrechte Achse um 180«. .
The Weatlake European Machine Co., Toledo (V. St. A.). 12 5. 20,
A 2321—20.
32 a. Verfahren zur Herstellung von Glasröhren mit mehreren
parallel laufenden Kanälen durch Auszienen eines Glasblocks mit ent-
sprechend weiteren Kanälen. Ein Bündel einfacher Glasröhren wird durch
Erhitzen zusammengeschmolzen und der entstandene Glasblock mit
mehreren Kanälen geschmolzener Glasmasse überzogen und bis zum ge-
wünschten Querschnitt der einzelnen Kanäle ausgezogen. Glasfabrik
Sophienhütte, Richard Bock, Jlmenau i. Thür. 29. 3. 21, A 1920—21. ^ i
32 a. Verfahren zum Ziehen von Glashohlkörpern, besonders
Fensterglaswalzen, aus der geschmolzenen Masse, bei welcher das ge-
schmolzene Glas beim Eintauchen des Blaskopfes auf einen Flansch oder
eine andere Anflagelläche des Blaskopfes übertritt und einen den ent-
stehenden Glashohlkörpcr während des Ziehens tragenden Glasring bildet.
Der Blaskopf bleibt solange eingetaucht oder wird vor dem Eintauchen
so weit vorerhitzt (etwa in einem Wärmeofen, durch Hängenlassen dicht
über der Glasoberfläche u. dergl.), daß seine Temperatur sich derjenigen,
bei der das Glas anschmelzen würde; nähert, ohne sie völlig zu erreichen,
zum Zwecke eine ungefähr gleiche Zusammenziehung von Blaskopf und
Glastragring von der Erstarrung des Ringes an bis zur Beendigung des
Ziehvorganges zu erreichen. Empire Machine Co., Pittsburg. 16. 2. 20,
816—20. V. St. A. 7. 10. 14.
32 a. Tragzange für Glaskörper mit nahtlosem Kopfring.
Zwei Bolzen des Kopfringes reichen bis zu den je an einer Mautelhülse
befestigten und mit diesen an den Gehäusehälften verschraubten Griffen
und um beide Bolzen liegen Druckfedern, deren innere Enden sich je
gegen ein auf die Bolzen geschobenes, in den Gehäusehftlften verschränktes
Einsatzatttck abstützen, auf welchem die Mantelhttlse aufgeschraubt ist.
Jakob Weiß, Fabrikant, Wien. 7. 12. 20, A 6746—20. -äbc
32 a. Verfahren zur Herstellung von Glasflaschen mit sehr
geringem Fassungsraum. La der Fertigtorm wird in den Hohlraum der
Flasoiie eia Dorn eingeführt, wodurch beim Scnließen der Fertigform der
Hohlraum dem Dorn entsprechend zusammengepreßt und dadurch aut das
gewünschte Maß gebracht wird: Gustav Zaraba, Ing., Wien. 13. 1. 21,
A 226—21.
32 a. Verfahren zur Herstellung von spannungsfreien Ein-
Schmelzungen von Metallen oder Legierungen in Gläsern, deren AusdennuugH-
koeffizient verschieden ist vom Ausdehnungskoeffizienten des einzuschmel-
zenden Metalles oder der Legierung. Nach vollzogener Einscnmelzung
wird das Einschmelzstück bia zu einer entsprechend niedrigen Temperatur
unter die Zimmertemperatur abgekühlt. Elektrische Giühlampenfabrik
„Watt", A.-G., Wien. 21. 7. 21, A 4189—21.
42 h. Aus einem Stück hergesteUter Preßglasreflektor für
künstliches Licüt, insbesondere für Schaufensterneleuchtung. Der aas
einem Glasstuck hergestellte Reflektor ist auf dem größeren Teil Beiner
Oberfläche mit doppelt reflektierenden Prismen bedeckt, um die Licht-
strahlen zurückzuwerfen, und der gegenüberliegende, übrigbleibend« Teil
ist als Undurchlässiger Schirmteil mit lichtzerstreaenden PriBmen oder
Riefungen versehen, wobei die Neigung dieBes Schirmteila anders als die
Neigung des reflektierenden Teiles gewählt ist, und zwar so, daß die von
der Lichtquelle ausgehenden Lichtstrahlen eine möglichst günstige Ver-
teilung und Zerstreuung erhalten, zum Zweck, eine möglichst gleicnmäßige
Lichtverteilung unter Vermeidung jeglichen Blenducnts zu erzielen.
William Asbony Dorey, Konstrukteur, Newark. 2. 9. 21, A 4909—21.
' V. St A. 24. 3. 20.
48 c. Verfahren zur Herstellung von Schreibtafeln mit Email-
überzug. Auf eine ßiecnunterlage wird ein Emailgrund Bekannter
Zusammensetzung und auf diesen ein stumpfer oder matter Deckemail-
ttberzug aufgebrannt, der nach bekannten Sätzen erschmolzen und nur
beim Vermanlen mit erheblich größeren Mengen Ton, als üblich, versetzt
ist. Richard Zulauf, Fabrikant, Frankfurt a. M. 4. 1. 21, A 46—21.
Deutsches Reich 13. 11. 20.
64 d. Reklame- nnd Schreibtafel aus Glas, insbesondere für
Telephonzellen und dergl. In aer als Scnreiunäcne dieuenden mattierten
Tafeifläche sind glatte Felder lttr dahinter angeordnete Reklamezeichen
ausgespart, bo daß die Reklamefelder durch den matten Untergrund ge-
trennt sind und von ihm umrahmt erscheinen. Vital Rosenthal nnd
Samuel Elcus, Kaufleute, Wien. 7. 9. 21, A 6Ü08— 21.
67 a. Vorrichtung zum Führen der Werkstücke für Glaskugler.
Die Drehachse des in benannter Weise nach einer l'eilscüeibe einstellbaren
Werkstücknalters ist in einer senkrecht dazu liegenden, um iure Acnse
drehbaren Traverse befestigt, die m einem Rahmen gelagert iBt, der um
eine zur Traverseuachae parallele AchBe scuwiugbar an einem nach Bedart
gegenüber dem Werkzeuge einstellbaren Träger befestigt ist. Heinrich
ßlnmtritt, Professor, Haida (TschechOBlowaaei). 2.1. 6. 21, A 3646—21.
67 ä. Maschine zum Schleifen von sphärischen 1 lachen an Linsen.
Die mit der Drenachse der W erKtttückspinaei in derselben Euene liegende
AchBe des kugeligen Werkzeuges ist zur eratereu Acnse geneigt angeordnet,
und der Schnittpunkt beider Achsen lallt mit dem Kugelzentrum zusammen.
William Taylor, Ingenieur, Leicester (Großbritannien). 9. 4. 18, A 1968—18.
Großbritannien 31. 1- 17.
1922. (55. Jahrgang .)
SPRECHSAAL -CÖßURSÖ.
Erteilungen.
88 334. 32 s. Verfahren und Einrichtunar znm Fördern von ee-
■MmolBMem Glas. Hartford- Fairmont- Co., Canajoharie (7. St. 1)
88 435 21 j. Verfahren zur Befestigung wärmeentziehender Körper
an Glas, insbesondere von Elektroden von Vakuumröhren an deren Glas-
körper unter Verwendung eines Platinzwisehenstttckes. Reiniger, Gebbert
& Sehall, A.-G, Berlin. 15. 11. 21. , ;
88 566. 21 j Flaschenförmiger Hochspannungs-Kondensator. Schott
& Gen.. Jena. 15. 8. 21. (Zus. zu Pat. Nr. 87 478.)
88 600. 21 j Böntgenröhre mit in die Glaswandung eingesetzter,
von außen gekühlter Antikathode. Siemens & Halske, A.G., Birlin und
Wien. 15. 11 Sl~
lltll' 3i^f; Fla8ehenstöpBcl mit Tropfenzählvorrichtung.
z Pat Nr 88 877) Fla8chen8töPBel mit Tropfenzählvorrichtung. (Zus.
Eduard Berbalk, Wien. 15. 10. 21.
Tnh« wlfJ. r2-l\ V,orrlehtnnI? ™* Böhlen von geschmolzenen Stoffen.
John Walker Leitch, Sommerville (Großbritannien). 15 12 21
15. 118821°9' 12 C' Ga8ana,yti8cner Apparat. Max Arndt, Aachen.
»w™,8,8 l98'a f 2 \ MaBC4ineJ znr Herstellung von Glasflaschen, Topf-
15 12 21 Henderson Steele, Pendieton (Großbritannien).
88 794. 32 a. Ziehherd an Glasöfen.
88 797. 32 a. Vorrichtung zum Ziehen von Glaszylindern.
Empire Machine Co., Pittsburgh. 15.12.21.
_ , 88 ,798 32 a> Veifah,,en zur Erzeugung von Glas- oder Emailreliefs
Frederick William Miller, Hazeldell (Großbritannien). IB. 18. SL
88 800. 32 a. Vorrichtung znr Entnahme geschmolzenen Glases
ans dem Ofen. Jean Wolf, Köln a. Eh. 15. 12 81. 01 eneD wases
89 084. 80 b. Verfahren zw Herstellung 'von Hohlsteinen mit
isolierend« Außenschicht. Ing. Georg Schwalm, Inzersdorf b. Wien
89 052. 67 a, Schleifmaschine für kugelförmige Linsen. William
Taylor, Leicester (Großbritannien). 15. 12. 81.
nwi8?«060 \i 67 B- .Yorri«M™8r zim Festhalten des Werkstückes be
R£(£5S; jgjßjf Brother8> Ltd> Glass Work9'
Buchn^Heidelnerg. 28 M'- Dr'
iVnrJLt1^ JiV'- Verfahren zum Brennen von keramischen Massen
15 8 22 * } KBnalofen- A- E- G- Union, Elektrizitäts-G., Wien.
bürg 8V.1t5:A.)32;B.2Zi|2herd " Gl8eÖfen- Machi**C°., *W*
Co., Chic4««». Tö's tSa8bla8emaschine- The Westlake-European-Machine-
™a i?„Ä2. v8°C-- 8kdbrttttiwr Kohlenbeschicker für Ring-, Kammer-
Sch Ä 8 88 J» B«i"iöfen. August Schümann, Stein b. Königs-
ftl^nuntn2« jKb" »SÄ^* znm Heben nnd Transportieren von
Glasplatten u. dgl. Pilkington Brothers, Ltd, St. Helens (Großbritannien).
m»ter8«9i6i7 ,i50dwTfrf8^n.zn^.Brzen*nn« von elektrischem Isolier-
matenal u. dgl. Walter Edwin Windsor Biehards, London. 15. 12. 20.
UV-89,641.; .,63b« Kon8ervenglas-Dichtnng8ring mit Ventil. Hueo
Hoheisel und Alois Orawetz, Finsterwalde (Deutsches Beich). 15. 1. 22.
89 670. 32 a. Vorrichtung zum Ziehen von Glas oder dgl. in
zylindrischer Form. 8
,• .i8?6^1, ^32a- V€rfah«H» znm Ziehen von Glas oder dal in
zylindrischer Form. *
The Libbey Glass Co, Toledo (V St. A) 15 3 22
ai,*™89675 3lf" Ve/'ahr«n ™d Vorrichtung znm Ansammeln und
Abtrennen von Glas. Joseph Bolden Graham, Evansville (7. St. A)
MM,89P6'8- 32 a- Verfahren zur Herstellung von Glasfäden. Karl
Muth, Bathenow (Deutsches Beich) 15 3. 22.
., v8iL75,9, ,21a' Entladnngsgefäß aus Glas. Patent-Treuhand-Ge-
ellschaft für elektrische Glühlampen m. b. H, Berlin. 15 ! 3 28
Nr. 41 — 459
89 778. 67 a. Verfahren und Vorrichtung zur selbsttätigen Regelung
der Schmier-, Poher- nnd Schleifmittelzufahr bei Glaspolier maschinen
Wiüam Taylor, Leicester (Großbritannien). 15. 3. 22,
qt»B8p822/~6ta- F1f8chenverschlnß mit drehbarem Oberteil. Adolf
Stern, Charlottenburg. 15. 2. 22.
Zurückziehungen.
12n' TVuerfahmn znr nnn»ittelharen Gewinnung von reinem Zinn-
oxyd. Dr. Johann Terwelp, Neuß. 15 11. 21.
Berlin!2 16 ZW Her8teUnn« von Eryolith. J. L. Carl Eckelt,
Temf^:^^ beÜebige Ge*en8tände- C»l Br.«,
fnr Milk, iKrf?,reVir Her8teUnD& gut wirmedarchlässiger Ste?ne
Snn^vef'l^Ä m Dr' N°rth' ^om -Gesellschaft,
™„ ßuaC' nVeriabrenw^l ,He"teUung von Emaillen unter Verwendung
von Glas. # Dr. -Georg WUhelm Lotterhos, Frankfurt a. M. 15 3. 16
48 c. Verfahren zum Weißtrüben von Emaillen u. dpi. unter Ver-
3 SSfcS Zirkonverbin,llln8ren. Budolph Koepp & Co OestS.
Aufrechterhaltnngen.
J8J?9*' J2 b" Verfahren zur Verarbeitung tonerde- und kiesel-
säurehaltiger Materialien. Dr. Hans Fleißner in Brüx
Versagnng.
ElKogei- 16^17/ *" Gewinimn* von ^aoünerde. Dr. 0. Michler,
Gebrauchsmuster.
Dentsches Beich.
Eintragungen.
G.m.8b18H?Gera8Eb'22Kr22mam0rPlatte- G~ Ma^"^^trie,
818 526. 80 a. Vorrichtung znm Einschlitzen von rohrarfci«?en
ssat Ksr ■w™ °-
MdAS^,^J^Sf6^ ScUießen V°D Konservengläsern.
Ä868,1* 21 Cl Vorrichtung zur Verhinderung des Herausdrehens
de« Klöppels von Hängeisolatoren. H. Schomburg & Söhne A-G
Margarethenhtttte, Post Großdubrau i. 8 20 4 22 '
garteniTk^^ EmÜ 0fienbacb«. Dürnberg, Tier-
BöhmTsö8ne, ISÄflef ^ Tb gft^fe
ai-i.*8.18 865, 21 f- Au8 Hofllgla8 bestehender und als Beflektör dienender
SS?" wfS S1 elektri9Che Glahlaa*en- 0äk» Z^cne Gablot a N.!
818 887. 81 f. Beleuchtuni?skörper in Form und Farbe eines Fliegen-
pilzes. Bobert Eoth, München, Paul-Heyse-Str 86 10 5 22
819 070. 81c. Hänge- oder Abspannisolator der Scnlingenbauart
30 5. 22 ' 16 Herm8dor'-KIosterlausnitz, Hermsdorf, 1"
i1907,? v33b- P08e ans Porzellan in Verbindung mit Bronze
Emil Bausch enb erger & Co., Berlin. 1.6.22. *>™uze.
v 8iiu 8^ a~, Sandtrockenanlage mit Bohrsystem. Emil Wicsers-
haus, Elberfeld, Grifflenberg 85. 2 5.22. Wiggers
819 198. 21c. Sicherung gegen das Herausdrehen des Klöppels von
ssssssn ?5.4c2Tbnrg & Söhne' a-g- ^-th-M^8p^,
tt* 81-?22?> 30 58ite70ITichtans; för Zahnforman mit mehrteilieem
Unterteil. Deutsche Zahnfabrik Pinkas Bachbinder, Frankfurt a. M,
Pragfokasten des Sprechsaal.
. n . Zur Beachtung bei Benutzung de« Fragekastens,
T°» «*""- w.,tew>1. „. Alicebat«.
«»□n«n n„ .....Innwel.. Bera.k.lekUtai;« TlEiiäi. *" folie.«. Kn_.r ,af,.„„„„e„. Ver.p«tet elivehex. A.ti.rt,.
6. Jeder Fräse ist Blickporto beizufügen.
Keramik. artikei, deren Brenntemperatur bei SK 06 a liegt, ist di' Agende :
ioj e"" j' tt Ton vom Westerwald na Gew.-T.
w;v • i ■ £ Fahr^atio^ Meiner Spielwaren md Gebrauchsartikel Qaarz • • 18 »
be^ge uh ^ne Masse, deren Brenntemperatur lei SK 06a lieqt. Da ich Feldspat . 10;
w e»t kerne Massemühle besitze, so bitte ich um Angabe eines Fabrikanten Nachdem Sie keine Massemühle besitzen, so'«t es am einfachsten, wenn
solcher letcntbrennender Massen, bezw. um Aufgabe eines Versatzes, der in Sie die Rohmaterialien gemahlen beziehen «"»d im Bührkottich aufbereiten
iemer Zusammensetzung ungefähr der des SK 06a entspricht. B? ist die6e8 die einfachste ArWder M^seaufbereitungj für GieBschlicker'
Erste Antwort- Fin« m»»» , J ^ , wie « wohl bei Ihnen in Frage iommt. Damit SU keinen Mißerfnl»
urste Antwort. B.ne MaFPe für Sp,dwaren nnd Gebrauchs- beim Gießen haben in der Art z. B., daß der Schliaer zu wSsrig iit
460 — Nr. 41
SPRECHSAAL - COBURO.
1922. (55. Jatfir^am?.*
usw.. will ich Ibnen kurz das Ansetzen der Masse erläutern. Der Rtthr-
bottich wird ungefähr »/• mit Wasser gefüllt. Hieran! streut man den
trockenen Versatz Torsichtig so lange ein, bis die ^h^totliea gl«^
mafiig etwa 1 cm Uber den Wasserspiegel ragen, nnd läßt nun das Ge-
misch Ober Nacht rnhig stehen. Am nächsten Morgen wird der Wasser-
spiegel wieder sichtbar sein. Sollte aber doch zu viel Wasser vorhanden
sein/ so BCböpft man vorsichtig soviel ab, da« vielleicht noch 1 cm Uber-
wasser vorhanden ist. Nun wird der Qairl 1 Stunde in Bewegung ge-
setzt. In dieser Zeit hat man 0,6% kalz. Soda in Wasser aufgelöst und
gibt diese dann bei den letzten Umdrehungen deB Quirls so in den Rtthr-
bottich, da« sie gut verteilt wird Der Quirl bleibt nnn V*-1 « Stunde
stehen, damit die Soda wirkt Wenn nun der Qairl wieder in Tätigkeit
gesetzt wird, so ist d,r Schlicker dttnnfltlBsiger. Man läßt den Quirl noch
einige Zeit laufen, und dam kann der Scbhcker abgelassen werden Er
läuft nnnmehr durch ein feinmaschiges Sieb nnd ist zum Gießen fertig.
Sollte er noch etwas zu dick erscheinen, so kann man den Sodaznsatz
etwas erhöhen; dieses muß man bei den ersten Versuchen genau aus-
probieren. ^ ^ Antwort: Für eine Brenntemperatur von SK 06a
sind Majolika- und Fsyeneemaseen geeignet, die entweder aus einfachem
Töpferton oder aus Töpferton mit 10-85«/,, Schlämmkreide oder Kalk-
spat oder auch aus Kaolin mit demselben Kalkzusatz bestehen. Zum
Gießen gibt man dem Ton 80-40% fein gemahlene Scherben oder
Ziegelmehl zu, bei Verwendung von Kaolin Scherbenmehl aus derselben
Masse und 1-2 g kalzinierte Soda auf 1000 g Trockenmaterial Sie
können aber auch Ton mit Kaolin miBchen. Branchen Ste auch Glasur,
so ist diese für die genannte Temperatur passend einzustellen oezw.
fertig zu bezieben. .
Dritte Antwort: Sie gaben nicht an, ob die Masse dicht sein
muß oder porös sein kann. Im ersten Fall käme eine . Masse in Betraft,
die durch lei htscbmelzende Pritten auf die genannte Garbrandtemperatur
gebracht wird, im zweiten Fall eine Steingut- oder *Vf*MM^^ty
Verwendung von FrittenmaBsen wäre natürlich kostspielig und umständlich
nnd erforderte viel Vorarbeit. . , . . WooOÄ
Vierte Antwort: Zar Lieferung einer entsprechenden Masse
empfiehlt sich Fr. Reinhard Janghanus in Bad Lausick.
125 Ich verwende in meiner Ptrzellan-Malerei ( Auf glasur) Torf
tum Brennen, und zwar mit befriedigendem Resultat. Mit dem Torflager
Übe ith auch eine große Menge weißen Torf übernommen, für den ich
keine geeignete Verwendung habe, da er nur zum Vorwärmen zu gebrauchen
ist Gibt e» nun eine zweckmäßigere Verwendung dafür, kann man ihn
vergaben, und wer liefert die Apparate dazu? Ist et« solches Verfahren
rentabel nachdem Quantitäten nicht in Frage kommen? Kann man durch
eine besondere Ofenkonstruktion weißen Torf zur Erzielung einer höheren
Brenntemperatur benutzen? ' „„,-o„„
ErsteAntwort: Sie hätten den Heizwert des sogenannten weißen
TorfeB angeben Bollen. Da der Betrieb nicht kontinuierlich ist, bo ist von
einer VergeBungs Anlage abzuraten. Jedenfalls wird sich der Torf unter
den heutigen Verhältnissen, wo der Brennstoflmangel immer fühlbarer
wird, auf irgend einer Weise verwenden lassen.
Z w e i t e A n t w o r t : Da keine großen Quantitäten von weißem
Torf in Frage kommen, so sind Vergasungsapparate EaturgemBß zu teuer.
Wenn ein Feueren gsmaterial einen nur geringen Heizwert hat, so nützt
auch eine besondere Ofenkonstruktion nicht viel. Versuchen Sie, den
weißen Torf mit besserem Brennstoff gemischt zu verwerten, denn dies
ist die billigste und bequemste Art und Weise ihn loszuwerden.
Dritt eAntwort: Man kann heute alle minderwertigen Brenn-
stoffe vergasen, demnach auch weißen ^orf Nachdem aber große Mengen
nicht in Frage kommen, wird die Aufstellung eiaes entprechenden Gas^
erzeugers kaum lohnen. Sie tun jedenfalls am besten, wenn Sie den lorf
mit anderem BrennBtcff mischen und so zu verwenden suchen, andernfalls
müssen Sie ihn als Streu verkaufen.
126 Wir beabsichtigen, einen Schachtofen zum Brennen von See-
kieseln zu bauen. Wer baut solche Oefen mit Gas- oder Kohlenfeuerung?
Antwort: Schachtöfen zam Brennen von 8eekie*eln mit Gas- oder
Kohlenfeuerung bauen laut Meldung Hütteningenieur M. von Beibold in
Cobnrg, Willy Manger, Ingenieur-G m b. H. in Dresden 81.
Glas,
117. Bei einer gelegentlich einer Reparatur mit neuem Boden ver-
sehenen 120 cm tiefen halbweißen Flaschenwanne wurde, um den Boden
beim Aussetzen durch niederfaltende große Eerdglas-S ücke vor Beschwür
qunq zu bewahren, der Boden zunächst mit einer 30 cm hohen Schicht
Glühlampen-Scherben bedeckt und auf diese halbweißes Herdglas gelegt.
Sind nun die Glühlampen-Scherben so bleihaltig, daß durch reduziertes
Blei die Gefahr der raschen Zerstörung des Bodens zu befurchten t»t?
Erste Antwort: Die Gltthlampenscherben sind mehr oder
weniger bleihaltig, jedoch nicht in dem Maße, daß sich durch Reduktion
metallisches B ei bi det. Die bleihaltigen Scherben könnten höchstens
eine etwas dunklere Glaifärbung hervorrufen, was ja aber bei Ihrer Glas-
(iaalittt offenbar weniger in Betracht zu ziehen ist, denn wenn nur halb-
weißes Herdglas verwendet wird, bo scheint es auf eine reine Farbe
weniger anzukommen. Da aber bleihaltige 3 «herben spezifisch bedeutend
schwerer »ind ala gewöhnliches Glas, so ist es nicht ausgeschlossen, daß
dadurch wndiges oder schlieriges Glas entsteht, wenn beide Glasarten
nicht gehörig vermischt Bind. Es wttrde sich empfehlen, das Glas recht
oft blasen zu UsBen, damit das bleihaltige Glas vom Baden der Wanne
n.ch oben gelang. Im allgemeinen ist es nicht ratsam, große Mengen
BUiglas mit g«wöh.jjchem Glas zu verschmelzen. Es wäre wohl besser
gewesen, große 8tucke inreB eigenen HerdglaBes vor dem Einlegen etwas
eu zerkleinern, damit dei Wannenboden durch Aufschlagen der Stücke
keinen Schaden leidet, und b.qn hätten Sie nicht zweierlei Glassorten in
der Wanne. Es irt noch fragr»b, ob die zuerst angefertigten Flaschen
aus diesem Öles licht zerspringet.; jefönfalls ist da besondere Sorgfalt
auf eine gute Kthlung zu verwena^, wenn Sie sich vor größerem
Schaden bewahren wollen.
Zweite Antwort: Eine Zerstörung des Wennenbodens dürfte
durch die Glühlampen-Scherben weniger zu befürchten sein, vielmehr wird
der Fall eintreten, daß Sie minderwertiges Glas erhalten. Das in den
Scherben vorhandene Bleioxyd wird durch die Feuergase oder durch im
Gemenge vorhandene organische Stoffe zu metallischem Blei reduziert, und
auch die Galle, sowie überhaupt das Sulfat, wird bei der Zersetzung einen
sehr ungünstigen Einfluß auf das Bleioxyd ausüben. Nachteilig ist auch
die Schwere der Bleiglasscherben, da dieses Glas ein viel höheres spezifisches
Gewicht hat als das Ihrige, wodurch eine innige Mischung des Wannen-
inhaltes erschwert wird Die Flaschen werden Winden und 8chlieren
aufweisen. Vor allem ist aber auf eine beEonders gut geleitete Boden-
küblung zu achten, denn wird der Boden zu stark gekühlt, so bleibt das
spezifisch schwerere Bleiglas fest sitzen, und die Wanne friert ein. Daß
aber eine eingefrorene Wanne schlechtes Glas liefert, ist bekannt. Auch
dem Kühlprozeß ist besondere Sorgfalt zu widmen. Ei ist nicht recht
zu verstehen, warum Sie zur ersten Auslage der Wanne bleihaltige
8cherben verwenden. Jedenfalls ist der Wanne, dem 8chmelz- und Kühl-
prozeß die ersten 8 bis 14 Tage erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen,
damit die Wanne nicht einfriert.
Dritte Antwort: Gltthlampenscherben sind in der Regel sehr
bleihaltig, und es sondert Bich von ihnen beim Einschmelzen leicht Blei
ab, wenn der Sehmelzprozeß nicht sachgemäß geleitet wird. Je nachdem,
unter welchen Umständen nun das Einschmelzen der Gltthlampenscherben
und das Nachlegen der Herdglasbrocken bei Ihnen geschieht, bekommen
Sie metallisches Blei, und eine raschere Zerstörung des Wannenbodens
wird dann wohl stattfinden, da ja Blei das Ofenmaterial stark angreift
Vierte Antwort: Es ist niemals gut und richtig. Glas von
verschiedener Zusammensetzung zu mischen, namentlich, wenn die Analyse
des fremden Glases nicht bekannt ist, Die Gltthlampenscherben sind
meistens bleihaltig und infolgedessen auch spezifisch schwerer als ge-
wöhnliches Flascben'glas ; die Möglichkeit einer Redaktion deB Bleiglases
zu metallischem Blei ist demnach gegeben, dann auch die Bildung von
Bleisulfat, wenn Sie schwefelsaures Natron verwenden, und schließlich
müssen Sie auch gewärtig sein, Winden und Schlieren im Glase zu be-
kommen und dazu schlechte Flaschen. Warum Sie zum Auslegen der
Wanne gerade Bleiglasscherben nehmen wollen, ist nicht erfindlich;
wahrscheinlich haben Sie die letzteren billig bekommen.
118 Unsere Säureflaschen von etwa 62 l Inhalt werden in Kühl-
öfen mit direkter Steinkohlenfeuerung, also Rostfeuer ausgekühlt, und das
Feuer wird durch den Flaschenpfleger bedient. Die Flaschen erhalten eine
sehr gute Auskühlung. Klagen der Käufer kennen wir nicht. Infolge
Platzmangels in der Bütte für die Anlage noch mehrerer Kühlöfen und
um ev einen Teil der heute teuren Steinkohle zu sparen, bitten wir, bevor
wir eine Entscheidung treffen, um Angabe, ob unsere alten Kühlöfen, die
sich bis jttzi bestens bewährt haben durch andere Oefen bereits überholt
sind?
Erste Antwort: Die KtthJöfen werden heute nur noch sehr
selten direkt beheizt, nnd die Gasheizung hat da den Vorzug. Fttr Ihre
Ktthlöfen ist ein Gaskanal so anzulegen, daß alle O^fen beheizt werden
köonen. Jeder Ofen ist mit einem regulierbaren Ventil zu versehen, und
im Ofen selbst sind zwei oder auch mehrere Flammen anzuordnen. Der
Abzug soll unter dem Herd zum Kamin führen und auch mit einem
Regulierschi eb0r vergehen sein, denn einmal hat man dadurch in der Htttte
keine Rauchbitiästigung und dann auch ein viel gleichmäßigeres und
regulierbares Feuer im Ofen. Bei der Gasheizung wird auch noch eine
Ersparnis an Kohle erzielt. Sollte es an Raum in der Htttte fehlen, um
neue Oefen anzulegen, so könnten die bisherigen Oefen zum Kühlen etwas
höher gemacht werden, damit 1—2 Schichten Flaschen mehr hineingingen.
Der Gaskanal ist hierzu an den Sammelkanal bei den Generatoren anzu
schließen. Die Generatoren liefern Bicher soviel Gas, daß dieses noch fttr
die Ktthlöfen aasreicht. Sollten viele Ktthlöfen in Betracht kommen, so
daß hierfür die Gasproduktion zu gering wäre, dann wäre noch ein
Generator zu bauen, um immer genügend Gas zur Verfügung zu haben
Zweite Antwort: Säureballons müssen naturgemäß eine größere
Ktthlzeit haben wie gewöhnliche Flaschen, damit die herrschenden Span-
nungen innerhalb derselben sich aasgleichen. Aber warum die Ktthlöfan
noch mit direkter Steinkohlenfeuerung und nicht mit G»s beheizt werden, ist
nicht zu verstehen. Man erzielt sehr gute Erfolge beim Kühlen von Ballons im
Kanalktthlofen, nur muß dieser lang genug sein und in seinem ersten Teil
muß man auch am Boden die obere Ktthltemperatur messen können. Die bei
der OwtnBmaschine gebräuchlichen Ktthlöfen, deren Boden ein Band ohne
Ende dantellt, eignen sich fttr diese Zwecke nicht, da die Ofensohle dieser
kontinuierlichen Ktthlöfen nicht heiß genug geht.
Dritte Antwort: Die Konstruktion Ihrer Ktthlöfen scheint
eine sehr gute zu sein; Sie hätten aber nur noch angeben sollen, wieviel
kg Kohle Sie je cbm für den Kühlprozeß bezw. in der Stunde benötigen ;
denn dann hätte man Ihnen sagen köonen, ob Sie mit einein «derra
Ktthlof engstem eine Kohlenersparnis zu e-zielen vermögen. Jedenfalls
kann Ihnen nnr geraten werden, bei einem Wechsel des Systems vorsichtig
zu sein, denn es könnte sonst leicht vorkommen, daß Sie bei euei
Aenderung gerade das Gegenteil erreichen. B.i richtiger Ausführung dei
Anlage kann man bei mit Gas beheizten Ktthlöfen erheblich an Kohlen
sparen.
119 Wer liefert gutgehende Oefen zur Verfeuerung von Braunkohlen-
Rückständen?
Antwort- Oefen zur Verfeuerung von Brannkohlen Rttototän der
liefern Ingenieur P. K. Ed. Sohnnrpfeil in Berlin N. 113, Stolpischt
Straße 17, Hütteningenieur M. von Reiboldt in Coburg.
120. Wer liefert kleine Rekuperatoren?
Antwort' Kleine Rekuperatoren liefern laut Meldung Ingenien)
P K Ed Sohnnrpfeil in Berlin N. 113, StolpiBChe Straße 17, Willy M mger
Iogenleur-G m. b. H. in Dresden 21, (Dreiweg Rekuperatoren) Hutten
Ingenieur M. v. Reiboldt in Coburg, Stellawerk, A -G. in Berg.-Gladbach.
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
449
Nr. 41
XVII
Verschiedenes»
10. Wie kann man Gips so zubereiten, daß er in flüssigem Zustande
mindestens 2 — 3 Stunden verarbeitungsfähig bleibt?
(in Erste Antwort: Wenn Sie Gips so zubereiten wollen, daß er
2 — 3 Standen im flüssigen Znstande verarbeitungsfähig bleibt, so wird er
überhaupt nicht mehr hart, verliert also seine beste Eigenschaft und wird
für Ihren Zweck wertlos. Ich rate Ihnen, einen Gips zu verwenden, der
langsam bindet, nnd immer nnr soviel davon anzurühren, wie Sie gerade
verarbeiten können. Wenn dieses Quantum erschöpft ist, rühren Sie wieder
neuen an. Alle Versuche in der von Ihnen angegebenen Richtung werden
scheitern, wenn der Gips seine Bindekraft behalten soll.
Zweit« Antwort: Es dürfte ausgeschlossen sein, angerührten
Gips 2 bis 3 Stunden verarbeitungsfähig zu erhalten, da das Erhärten des
gebrannten Gipses auf der Bindung von Wasser beruht, die sofort nach
dem Anrühren beginnt. Dieser Prozeß läßt sich wohl durch Zusätze zum
Gips verlangsamen, aber meines Wissens nicht so, wie Sie es wünschen.
Dritte Antwort: Was Sie suchen, gibt es nicht. Wohl kann
man die Abbindezeit von Gips durch verschiedene Zusätze stundenlang
verzögern, doch wollen Sie dies offenbar nicht, sondern Sie möchten einen
Gipsbrei haben, der nach der Verarbeitung zwar erhärtet, aber unver-
arbeitet flüssig bleibt, was natürlich nicht möglich ist.
Mens Wagen.
Keramik.
128. Ich brenne meine Muffelöfen bei SK 03 a mit Solz ab- Die
Schwierigkeit der Holzbeschaffung zwingt mich, vom Holzbrand abzugehen.
Ist es möglich, die Feuerung der Muffelöfen für Brikettbrand umzuändern,
und wer übernimmt dieses?
129. Haben sich Steinbrecher zum Zerkleinern von Quarz und Feld-
spat vor dem Kollern bewährt, bezw. besteht nicht die Gefahr, daß Eisen-
teilchen mit in das Mahlgut gelangen?
130. Wir haben große Mengen von Ton vorrätig, der bis zu 400ja
Magnesia jmthält. Gibt es ein Verfahren, das in dem Ton enthaltene
Magnesium zu gewinnen?
Glas.
123. Ich will einen kleinen Glasschmelzofen mit 4 Häfen bauen,
worin ich täglich etwa 400 kg Glas (Kristall, Schwarz und durchsichtige
Farben für Stäbchen und Röhrchen) erzeugen kann. Welche Feuerungs-
anlage wäre für diesen Kleinbetrieb am billigsten und vorteilhaftesten?
Lassen sich genannte Farben auch auf einem Ofen mit direkter Kohlen-
Feuerung schmelzen? Gibt es Glasschmelzöfen mit Leuchtgasfeuerung?
124. Wer liefert Drahtgestelle für Moraständer?
125. Wir haben bisher zur Herstellung unserer offenen und ver-
deckten Häfen für Kristallglas (Bleiglas) böhmische und rheinpfälzer Tone
verwendet. Infolge der riesigen Frachterhöhungen kommen uns diese
Materialien viel zu teuer, und wir beabsichtigen deshalb, an Stelle der-
selben Westerwälder oder Grödener Glashafenton zu verwenden. Wie
werden diese Tone verwendet, und welche Erfahrungen hat man mit aus
ihnen hergestellten Häfen gemacht? Bewährte Mischungsverhältnisse wären
uns erwünscht.
Verschiedenes.
11. Gibt es Maschinen zur Herstellung von zylinderförmigen Blöcken
aus leichtem Magnesiumkarbonat? Wer liefert sie?
Briefkasten der Redaktion.
F. W. i. A. und andere. Der Fragekasten dient der Belehrung, nicht
der Vermittlung von Geschäften; Briefe und Proben für die Fragesteller
können daher nicht angenommen und befördert werden.
Nachruf.
Am 5. Oktober ds. Js. verschied ruhig nach lan-
gem Kranksein unser verehrtes Mitglied
Herr Richard Krug
Mitinhaber der Firma Krug & Mündt, Leipzig.
Seit Gründung unseres Verbandes war der Ver-
storbene unser Mitglied und hat treu am Aufbau
geholfen.
Wir werden sein Angedenken in Ehren halten.
Leipzig, 7. Oktober 1922.
Verband Deutscher Gr o Bisten für
Glas und Keramik e. V.
Heinrich Schulze, Vorsitzender.
Carl Tostmann f.
Kurz vor Redaktionsschluß überraschte uns die Nachricht, daß der langjährige Schriftleiter der Kerami-
schen Rundschau in Berlin, Herr Carl Tostmann, plötzlich das Zeitliche gesegnet hat. Der Heimgang dieses
trefflichen Mannes und tüchtigen Keramikers wird nicht allein von der Keramischen Rundschau, sondern auch von
allen denjenigen schmerzlich empfanden werden, die Tostmann kennen und schätzen lernten. Wir selbst beklagen
in dem Hingeschiedenen einen lieben Kollegen von vornehmer Gesinnung, dem wir das beste Andenken bewahren
werden.
Redaktion des Sprechsaal.
Veröffentlichungen der AuBenhandelsnebenstelle Feinkeramik.
Für die Ausfuhr von elektrotechnischem und
technischem Porzellan hat sich die Multiplikatorentabelle
iür folgende Länder wie nachstehend geändert:
Land- ArtikelrGruppen
1 II lila 111b Illc IV V VI
la. Fremdwährungs-
länder:
Tschechoslowakei 0,35 0,35 0,404 0,404 0,404 0,420 0,404 0,420
lb. Markländer:
^hjh-Ungarn ". 14,00 14,00 14,00 14,00 14,00 14,00 14,00 14,00
Jugoslawien und
Finnland, Bal-
ia^unrporen 15,50 15,50 15,50 15,50 15,50 15,50 15,50 15,50
Die übrigen Bedingungen der Drucksache Nr. 147 für
elektrotechnisches und technisches Porzellan bleiben bestehen.
Der Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung
ermächtigt die ausfuhrbewilligenden Stellen, bei Ausfuhr-
geschäften, in denen der Kaufpreis in ausländischer Währung
bestimmt ist, eine Ermäßigung sowie gegebenenfalls eine ent-
sprechende Rückzahlung der Ausfuhrabgabe nach folgenden
Grundsätzen zu veranlassen:
1. Voraussetzungen der Ermäßigung.
1. Die Ausfuhrbewilligung muß nach dem 1. Juni 1922
erteilt worden sein.
2. Es muß nachweislich der Valutabetrag vor Erteilung
der Ausfuhrbewilligung gegen Reichsmark verkauft worden
sein (Kurssicherung), oder es müssen vor Erteilung der Be-
willigung Anzahlungen erfolgt und nachweislich in Reichsmark
umgewandelt worden sein. Die Kurssicherung muß sich auf
das zur Ausfuhr bewilligte Geschäft beziehen, jedoch soll die
Ermäßigung auch bei pauschaler Kurssicherung für eine Mehrzahl
von Geschäften stattfinden können, wenn es glaubhaft erscheint,
daß das fragliche Einzelgeschäft von der pauschalen Kurs-
Sicherung mit erfaßt wird.
3. Der Kurs der ausländischen Währung, zu dem die Kurs-
sicherung bezw. die Umwandlung der Anzahlung erfolgt ist,
muß mindestens 33 ljs °/0 niedriger sein als der Umrechnungs-
kurs zur Zeit der Erteilung der Bewilligung.
XVIII
Nr. 41
449 —
SPRECH SAAL — COBURG.
1922. (55. Jahrgang.)
II. Umfang der Ermäßigung.
Die Befreiung von der Ausfuhrabgabe darf in obigen
Fällen 3/4 des Unterschiedes betragen, welcher sich ergibt aus
Gegenüberstellung der Ausfuhrabgabe, berechnet nach den
allgemeinen Vorschriften (Dnrchschnittskurs am Tage der
Bewilligung) und derjenigen Aasfahrabgabe, welche sich ergeben
würde unter Zugrundelegung des Kurses der Kurssicherang
(ohne Abschlag) bezw. des Kurses der Umwandlang von Valuta-
Anzahluogen in Mark.
Uebersteigt die zur Befreiung in Betracht kommende
Differenz für eine einzelne Kurssicherung bezw. Anzahlung
oder für ein einzelnes Geschäft Ji 30000, so bleibt die Ent-
scheidung mir vorbehalten. Derartige Anträge sind von den
ausfahrbewilligenden Stellen vorzuprüfen und mir mit einem
karzen Bericht und erforderlichen Unterlagen zur endgültigen
Entscheidung vorzulegen.
Bei Ausfuhrgeschäften, bei denen nur ein Teilbetrag der
Valuta in Mark umgewandelt worden ist, können sich die vor-
stehenden Erleichterungen nur auf diesen Teilbetrag beziehen,
während der nicht verkaufte Valutabetrag nach den allgemeinen
Vorschriften zur Abgabe zu veranlagen ist (zum Durchschnitts-
kurs zur Zeit der Erteilung der Bewilligung).
Anträge, für welche nach den vorstehenden Richtlinien
von den ausfuhrbewilligenden Stellen keine Befreiung erfolgen
kann, sind regelmäßig abzuweisen. Nur wenn diese Fälle zu
ganz besonders schweren Rückwirkungen auf die wirtschaftliche
Lage des Antragstellers führen sollten, gebe ich Vorlage bei
mir anheim.
III. Formelle Behandlung der Ermäßigungen.
Für die zur Beurteilung der Anträge erforderlichen Unter-
lagen sollen Fragebogen, die durch uns zu beziehen sind,
benutzt werden. Der Nachweis der Kurssicherungen bezw. der
Umwandlung der Valuta- Anzahlung in Mark hat durch Vorlage
von Urschriften der Bankbescheinigung usw. zu erfolgen.
Der Stellvertretende Reichsbevollmächtigte.
Terkaufsbedfngungen für
misch-technischem Porzellan (giltig
die Ausfuhr von che-
ab 10. Oktober 1922).
I. Allgemeine Bedingungen.
1. Es wird ausgegangen von Vorkriegspreisen der liefernden
Porze llanfabrik.
2. Nach der Ländergruppe I mufi in der betreffenden Aus-
landswährung verkauft worden. (Ausnahmen siehe Fußnote4).
Nach der Ländergruppe II ist in deutscher Mark zu be-
rechnen.
3. Die Ausfuhrmindestpreise verstehen sich ab Werk, und zwar-
ausschließlich Verpackung, die zu einem der Marktlage ent-
sprechenden Preise zu berechnen ist.
4. Die Berechnung der Ausfuhrmindestpreise erfolgt, indem
der Vorkriegspreis mit der Zahl multipliziert wird, die in der
nachstehenden Tabelle für das in Frage kommende Land vor-
gesehen ist. Der sich ergebende Wert ist der fertige Aus-
fuhrmindestpreis in der für das betreffende Land vorge-
schriebenen Währung für das Stück ausschließlich Ver-
packung.
5. Den Ausfuhranträgen ist eine Rechnung beizufügen, aus de*
die Vorkriegspreise der Porzellanfabrik, die die Artikel her-
gestellt hat, zu ersehen sind. Händler und Exporteure
müssen sich, soweit Lieferwerksbescheinigung erforderlich,
die Vorkriegspreise von der Fabrik in die Lieferwerksbe-
scheinigung eintragen und bescheinigen lassen.
II. Multiplikatorentabelle.
Großbritannien
Norwegen
Schweden
Holland
Schweiz
Spanien
Portugal
Dänemark
Japan
Mittel- und Südamerika
Vereinigte Staaten von Nordamerika
Frankreich j g
Ländergruppe I \
2**
2
1,6
1,06
1,8
2,55
2**
1,81
2**
2**
0,35
Ländergruppe II
Belgien und Luxemburg
Tschecho-Slowakei
Italien
Finnland
Rußland und Polen
Oesterreich-Ungarn
Balkan
10
6,5
360
360
360
360
*) Sa wird fakturiert: nach Portugal, Mittel- und Südamerikanische
Staaten und Japan in Pfund Sterling.
.**) Diese Multiplikatoren sind auf Schillings bezogen.
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Coburg, den 19. Oktober 1922
Nummer 42
Zeitschrift für biß Keramischen. Blas- unb werwanbten Inbiistrien
Prämiiert: Brüssel 1888 Goldene Medaille
Prämiiert: St. Lonis 1904 Goldene Medaille
Prämiiert : Bogra Leipzig 1914 Silberner Preis
Gegründet von Fr. Jacob Müller im Jahre 1868
Erscheint wöchentlich einmal Donnerstags
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Bankkonto: Bayerische Vereinsbank in Cobnrg
Bezugspreis: Für Deutschland bei der Post bestellt für das IV. Vierteljahr Jl 126 - unter Streifband Jt 205.-
Anzelffen: Die Zeile von 1 mm Höhe und 40 mm Breite für das Inland M 9.—.
Für das Ausland werden die Bezugs- und Anzeigenpreise auf vorherige Anfrage mitgeteilt.
Mitglied von:' Verband der Fachpresse Deutschlands E.V. - Deutscher Schuteverband für geistiges Eigentum,
mitgiieo von. v«™* v Nachdruck der Original-Beiträge verboten. .
Die Not der Fachpresse!
Der Verband der Fachpresse Deutschlands stellt fest, daß die Bezugs- und Anzeigenpreise der deutschen Fachze tschrifteu
a i, L!rXva«llLasWen in keiner Weise genügen. Während Papier- und Druckpreise um das Mehrhundertfache ge-
den heut gen Herstellungskosten in „^hLL Wntfr dieser Steieerung weit zurück. Will die deutsche Fachpresse ihre Lebens-
nationale Pflicht ist. per yorstand des Verbandes der Fachpresse Deutschlands.
H. Worms, Handelsrichter, Dr. R. Pape,
Vorsitzender. Syndikus.
Ueber den Gießfleck.
Von Dr.-Ing. Karl Fr. Pfefferkorn, Dresden.
(Nachdruck verboten.)
(Fortaetznng.)
Von Wichtigkeit war nun die Entscheidung der Frage, ob
Kolloidstoffe, die durch das CaS04 des Gipses ausgefällt
werden, oder das Calciumsulfat selbst sich bei der Bildung des
Gießfleckes beteiligen. Nach F. Foerster (vergl. I. Teil, Fuß-
note 6*) soll an der Stelle, wo der Strahl auf trifft, Gips heraus-
gewaschen werden und dann eine Verdichtung im Rauhbrande
bewirken. Der rauhe Ring (2) müßte also einen höheren
Calciumsulfat- bezw. Calciumoxydgehalt aufweisen als das
herumliegende Material. Um dies zu entscheiden, wurden zwei
Platten mit geschlämmtem Kaolin, der die oben angegebene
Konzentration (2:5) besaß, bei 40 cm Fallhöhe gegossen. Beide
wurden rauh und nur eine wurde glasiert und glatt gebrannt.
Bei der rauhen Platte wurde ein Stück, etwa 2 g am Rande
wie dies die Fignr IIa zeigt, und bei der glasierten kleine
Figur IIa
Figur 11 b
Stücke von der Oberfläche des rauhen Ringes, etwa 1,2 g,
abgebrochen.
Die schraffierten Flächen bedeuten das ausgebrochene
Material, das nun, jedes für sich, aufs allerfeinste im Achat-
mörser pulverisiert, längere Zeit bei 110° C getrocknet und
hierauf mit Soda im Piatintigel aufgeschlossen wurde. Nach
Abscheidung der Kieselsäure (durch zweimaliges Eindampfen
mit konzentrierter Salzsäure) und des Ala03 + Fe203 (durch
zweimaliges Fällen mit Ammoniak) bestimmte ich das CaO durch
Fällung mittels Ammoniumkarbonats.11) Magnesiumoxyd und
Alkalien wurden nicht bestimmt. Die beiden Analysenproben,
analog der Figur 11 mit a und b bezeichnet, ergaben folgende
Resultate :
51.0H °/o
35,68 °/o
0,13 °/0
11.50°/„
b
51,12<70
35,52 °/0
0,16 °/0
li,500'
*)*Der Jahrgang ist dort falsch angegeben; es soll (1905) heißen,
»dcht (1915). D. Red.
SiOa .......
Al203 + Fe208 ....
CaO
Glüh verlust
98,33 % 88,30%
Die Werte des Glühverlustes, die hier der Uebersichtlichkeit
wegen mit angegeben sind, sind der Tabelle 2 (s. oben) bei
Ton V entnommen worden. Die Zahlen stellen den Durch-
schnittswert aus je zwei Analysen dar. Der CaO- Gehalt ist
bei beiden Proben praktisch gleich. Die geringe Abweichung
liegt höchstwahrscheinlich „ innerhalb der Fehlergrenzen der
Trennungsmethode.
") Treadwell, Lehrbuch d. analyt. Chem., 8. Aufl., 2. Bd., % 61.
462 — Nr. 42
SPRECH SAAL — CO BÜRO.
102?. (55. Jahrgang.)
Der Gips ist demnach anbeteiligt an der Bildung des Gieß-
fleckes. Es mußte infolgedessen möglich sein, letzteren auch
auf einem anderen porösen, wasseranziehenden Material hervor-
zurufen, z. B. auf einer rauh gebrannten Tonplatte. Zu diesem
Zwecke wurde eine Platte aus geschlämmtem abgepreßten
Ton V geformt und rauh gebrannt. Da die Kaolinplatten an
der Oberfläche stark im Bauhbrande sinterten und infolgedessen
sehr wenig Wasser anzogen, war es für das Gelingen dieses
Versuches unbedingt notwendig, die zum Gießen benutzte Ober-
fläche der rauh gebrannten Kaolinplatte auf einer Planscheibe
abzuschleifen. Hierdurch wurde dann erst die gewünschte
Porosität erzielt. Um die Platte, deren Abmessungen 15X15X
2,3 cm betrugen, wurde ein Kranz aus plastischer Masse geformt
und hierauf bei einer Fallhöhe von 40 cm mit einem Brei von
Ton I (in der bisher stets angewendeten Konzentration) eine
Platte gegossen. Nach dem Glattbrande zeigte diese einen
ganz normalen Gießfleck.
Hiermit ist wohl einwandfrei der Beweis erbracht, daß der
Gips, und somit auch die oft angeführten Kolloidstoffe, bei der
Bildung des Gießfleckes durchaus unbeteiligt sind.
Auf mechanischem Wege läßt sich
der Gießfleck leicht beeinflussen. Ver-
größert man die Fallhöhe, so nimmt seine
Intensität zu. Diese geht aber zurück,
wenn man die Fallstrecke des Tonbreies
vermindert (vergl. Tab. 3). Auch der
Feinsand, der entweder im geschlämmten
Tone schon vorhanden oder nachträglich
zugesetzt worden ist, kann nur rein
mechanische Vorgänge auslösen; denn
chemische Umsetzungen der als Sand
vorhandenen, in diesem Falle sehr trägen
Kieselsäure, sind kaum anzunehmen.
Diese Erwägungen veranlaßten mich, in
den folgenden Untersuchungen mehr
mechanische Wege zu beschreiten. Es
stellte sich bald heraus, daß auch die
Konzentration des Gießbreies von Bedeu-
tung ist. Bei Anwendung eines außer-
ordentlich dicken Kaolinbreies und kleiner
Fallhöhen ging die Intensität des Gieß-
fleckes auf ein Minimum zurück. Letz-
teres wurde auch erreicht, als ich den
Gießstrahl in ein enges Messingrohr,
dessen unteres Ende sich etwa .0,5 mm Vj^^^C^^^^'^a.*
über dem Boden der Gipsform befand • '* .^"T"' *
(Figur 12), fallen ließ. TlsxxI 1%
Zum Vergleiche sind stets mehrere Platten ohne An-
wendung des Messingrohres jedesmal gegossen Worden.
Tabelle 11.
Gegossen mit Kaolinbrei.
Gießbrei : 2 kg Ton V + 6 1 Wasser.
Platte
d. Strahl.
d. Fläche (1)
d. Ringes (2)
rauhen
in cm
in mm
in mm
Ringes (2)
in mm
ohne Messing-
1
205
14
20
röhr
3
2
20,5
13
20
mit
H
3,5
3
20,5
14
19
»
>)
3
5
26,5
• 17
19
n
1)
1
6
26,5
17
22
ohne
»
2,5
7
56,5
20
21
mit
0,5
8
56,5
20
21
»
»
0,5
9
56,5
20
27
ohne
n
3,5
Die Platten 1 — 3 lassen keine typischen Unterschiede er-
kennen. Mit wachsender Fallhöhe dagegen nimmt der rauhe
Ring (2) bei Anwendung des Rohres immer kleinere Dimen-
sionen an. Bei 5 ist er 1 mm breit, während er bei 7 und 8
nur noch 0,5 mm Breite besitzt. Auf der Platte 9, die ohne
Messingrohr gegossen wurde, ist er 3,5 mm breit. Die Auf-
nahme 4 gibt die Abnahme der Intensität des Gießfleckes bei
Anwendung des Messingrohres wieder.
Diese Gießversuche mit dem Messingrohr wurden wieder-
holt mit Ton I und ergaben auch hier die gleichen Resultate,
wie aus der Tabelle 12 zu ersehen ist. Am typischsten ist der
Unterschied auf Platte 13 und 14. Beide sind mit gleicher
Fallhöhe und gleicher Konzentration des Tonbreies gegossen
worden. Infolge Anwendung des Messingrohres geht sofort die
Breite des rauhen Ringes von 9 mm auf 1 mm zurück. Auf-
fallend ist bei diesen Gießversuchen mit dem Messingrohr, daß
der Durchmesser von (2) ungefähr dem des Rohres entspricht.
Mitunter wurden auch Platten erhalten, auf denen Fläche (1)
und (2) kaum noch zu unterscheiden waren.
Bezeicb. d.
Platte
Tabelle 12.
Gegossen mit Ton I.
Gießbrei : 2 kg Ton I -f 5 1 Wasser.
Fallhöhe Durchmesser Dnrchmesser Bemerkung Breite d
d. Strahl, d. Fläche (1) d. Ringes (2) rauhen
Ringes (2]
in cm
in mm
in mm
10
27,5
19
22
11
27,5
19
23
12
27,5
21
»28
13
57
19
21
14
57
20
38
mit Messin g-
robr
i) »
ohne „
mit „
ohne «
m mm
2
2,5
3,5
1
Obwohl der Gießfleck mit dieser an sich sehr einfache
Vorrichtung nicht ganz zum Verschwinden gebracht werde
konnte, war doch ein wertvoller Anhaltspunkt gewönne
worden. Da die innere lichte Weite des Messingrohres so gro
gewählt worden war, daß der Tonstrahl die Rohrwandange
beim Fallen nicht berührte, so haben sich offenbar andere Ver-
hältnisse eingestellt nach dem Augenblick, wo der Strahl auf
die Gipsfläche aufgeprallt ist, d. h. es sind irgendwelche
Störungen in der Bewegung der Tonmasse eingetreten.
Es wurde nun versucht, derartige Störungen noch am
andere Weise hervorzurufen. Es gelang dies, als ich die
gesamte Gipsfläche stark mit Wasser tränkte und dann der
Tonstrahl bei 40 cm Fallhöhe sofort auffallen ließ. Gleichzeitig
wurde, um einen Vergleich zu haben, mit demselben Tonbrej
und gleicher Fallhöhe, aber mit trockener Gipsfläche, eil
zweiter Gießversuch gemacht. Die beiden Platten Nr. 50 und 51
sind auf diese Art hergestellt worden. Nr. 60 ist mit Wassel
getränkter, Nr. 51 mit trockener Gipsfläche mittels geschlämmtem
Ton I gegossen worden. Auf der ersteren ist der GießflecS
beinahe völlig verschwunden; der rauhe Ring (2) ist nicht mehi
vorhanden, sondern nur durch einige sehr winzige Bläschen
in der Glasurschicht angedeutet. Nr. 50 dagegen zeigt einen
normalen Ring (2), genau wie die Platten o bis r (Tabelle 3)j
Diese Versuche, die mehrfach wiederholt wurden und stets
die gleichen Resultate ergaben, zeigen deutlich, daß die wassei-
entziehende Eigenschaft des porösen Gipses eine große Rolle
spielt. Je intensiver der Gips das Wasser des Tonbreies
ansaugt, je trockener er ist, umso stärker prägt sich der Gieß-
fleck aus. Vermindert man aber die Geschwindigkeit der
Wasseranziehung, so nimmt seine Intensität ab, bis er schließ
lieh verschwindet.
Diese Versuche sind dann erweitert worden, indem ich
zum Gießen eine trockene Gipsfläche verwendete, an eer Stelle?
aber, wo der Strahl auftirifft, eine Glasscheibe einlegte. Gegossen
wurde mit einem Brei von Ton V, der die oben angegebene
Konzentration besaß, und einer Fallhöhe von 40 cm. Die Ab
messungen sind aus Figur 13 ersichtlich.
/£3
Figur 13
Die glatt gebrannten Platten zeigen auch nur eine Andeu-
tung des Ringes (2), indem in der Glasurschicht kleine Bläschen
vorhanden sind. Aus der folgenden Tabelle 13 ersieht man
weiter, daß der nur äußerst schwach ausgebildete Ring (2),
ebenso wie . die Fläche (1), viel größere Dimensionen ange-
nommen haben. Bei der Anwendung einer Glasscheibe wird
der Gießfleck etwas deutlicher als bei vollständig mit Wasser
gesättigter Gipsfläche. Dies hat seinen Grund wohl darin,
daß, wenn der Tonbrei die Glasunterlage passiert hat, er dann
•auf vollständig trockenen Gips trifft und nun normale Ver-
hältnisse vorfindet.
Hieraus erklären sich auch die viel größeren Dimensionen
von Fläche (1) und Ring (2).
Tabelle 13.
Bezeichnung Fallhöhe des Durchmesser Durchmesser
der Platte Strahles der Fläche des Ringes
in cm (1) in mm (2) in mm
44 40 45 60
45 40 45 60
44 a 40 44 69
45 a 40 45 60
Bei der großen Geschwindigkeit, mit der der Tonstrahl auf'
trifft und breitläuft, war es sehr schwierig, irgendwelche Be-
obachtungen mit bloßem Auge anzustellen. Mit der Zeitlupe
Photographische Aufnahmen
zu K- Fr- Pfefferkorn: Ueber den OieMeck.
Aufnahme 8 b
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECrlSAAL- COBURG.
Nr. 42 — 463
war es jedoch nicht ausgeschlossen, die Bewegungen der Ton-
flnssigkeit genauer zu verfolgen. Ich wendete mich daher an
die Firma Ernemann, A-G., Dresden, die eine Zeitlupe besitzt.
Herr Dr. Krüger riet mir aber von diesen Aufnahmen ab, da
wenig Erfolg damit zu erwarten sei infolge der Un durch sichtig-
keit des zu pbotographierenden Materials und der damit ver-
bundenen Schwierigkeiten der Beleuchtung. Ich ließ deshalb
diesen Versuch fallen.
Die Fallgeschwindigkeit des Strahles zu ändern erschien
nicht latsam, da ja die Intensität der Erscheinung gerade von
der Fallhöhe und der Konzentration des Breies abhängt. Es
wurde infolgedessen die Quantität der Gießmasse verringert,
indem nicht ein kontinuierlicher Strahl auf die Gipsfläche fiel,
sondern ein großer Tropfen. Die Versuchsanordnung hierzu
war sehr einfach. Als Tonbehälter diente das oben bei Fig. 5
beschriebene Gefäß A mit Abflußvorrichtung. An Stelle der
Form wurde eine quadratische Gipsplatte (16X16 cm) unterge-
legt. Das Gefäß A wurde mit geschlämmtem Ton 1 beschickt
und der Glashahn b um 180° kurz gedreht. Auf diese Weise
fiel ein großer Tontropfen auf die Gipsplatte und ergab nun
hier ganz überraschende Bilder. An der Stelle, wo der Tropfen
aufgefallen war, befand sich eine kreisförmige dünne Tonhaut
von etwa 18 — 20 mm Durchmesser, und um diese Fläche
herum lag in konzentrisch angeordneten Kreisen die Tonmasse.
Die Aufnahme 5 gibt ein naturgetreues Abbild.
Figur 14 zeigt einen Querschnitt durch die Fläche des
breitgelaufenen Tropfens. Die Kreise erscheinen, je nach der
Konzentration des Tonbreies, als mehr oder weniger starke
Anschwellungen.
, 3 2 7 a 12 3 ■'"<>'»<'%'
Ys//.*; s/s /■/ / /y-yy//^// / % / / //*//' "/sS\
Kgur 14
Daß die bei a liegende Tonhaut äußerst dünn beschaffen
war, zeigte sich deutlich bei den weiteren Tropfversuchen, wo
ich heißgemachte Gipsplatten verwendete. Nachdem der
Tropfen aufgefallen war, trocknete die Fläche a sofort ab,
eben infolge des äußerst dünnen Tonbelages. Die um a herum
dicker liegende Masse der konzentrischen Kreise dagegen
blieb noch einige Zeit schwarz, weil der Ton I, wenn er sehr
feucht ist, schwarze Farbe besitzt. In diesem Augenblick
wurde die Platte schnell photograpbiert. Die Aufnahme 6 gibt
deutlich die abgetrocknete, heile Fläche in der Mitte wieder,
während die Ringe noch dunkel sind.
Der an die Fläche a angrenzende Kreis 1 war bei allen
Versuchen stets am typischsten ausgeprägt. Je weiter man sich
aber von a entfernt, umsomehr verwischen sich die Ringe.
Man findet hier ganz analoge Verhältnisse wie bei den glasier-
ten Platten, auf denen der Gießfleck gut ausgebildet ist. Der
feinen Tonschicht a entspricht der normale Glasurbelag der
Fläche (1) (Figur 7 a), dem rauhen Ring (2) der Tonkreis 1
(Figur 14). Genau wie der Ring (2) nach außen verläuft, d. h.
ganz allmählich übergeht zum normalen Glasurbelag, so ver-
flachen sich auch die zarten Tonkränze immer mehr.
, Es wurde weiter festgestellt, daß die Intensität der An-
schwellung der Tonmasse bei jedem derartigen konzentrischen
Kreise ganz und gar abhängig ist von der Konzentration des
Tonbreies. Je dicker letzterer ist, umso stärker bildet sich der
Kreis als Tonwulst aus, je dünner, umso mehr verflacht sich
dieser, bis man die Ringe nur noch durch die verschiedene
Lichtreflektion wahrnehmen kann. Mikroskopische Unter-
suchungen ergaben, daß das Material der Tonkränze umso
dichter liegt, je dünner der Tonbrei zu den Tropfversuchen
genommen wurde. Durch diese Beobachtungen kommt man zu
dem Schluß, daß eine Zusammendrückung der Masse statt hat.
.' (Fortsetzung folgt.)
Die Keramik auf der Deutschen Gewerbeschau
München 1922.
Von Fritz Klee.
(Nachdruck verboten).
Die Deutsche Gewerbeschau in München, die am 13. M»i
auf dem Ausstellungsgelände an der Theresienhöhe eröffnet
wurde, zeigt die Erzeugnisse des gesamten Kunstschaffens aller
Deutschen und deutschstämmigen Angehörigen fremder Nationen,
im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen, der Deutschen Gewerbe-
schau 1908, die nur Münchener Erzeugnisse, und der Bayerischen
Gewerbeschau 1912, die das Kunstschaffen von Bayern zeigte.
Wer die drei Ausstellungen gesehen hat, muß die Steigerung
anerkennen, die die heurige Gewerbeschau bietet. Die Steige-
rung besonders in technischer Hinsicht muß mit Staunen
betrachtet werden, wenn man bedenkt, daß diese Ausstellung
von einem Volk fertig gebracht wurde, das einen Weltkrieg
von vierjähriger Dauer verloren und eine Revolution durch-
gemacht hat und das nun dauernd wirtschaftlich von seinen
Feinden niedergedrückt wird. .
Das Ringen nach nationalem Stil und nach Qualität, das
uns auf der deutschen Gewerbeschau entgegentritt, ist be-
wundernswert und gibt den Besuchern die Gewißheit, daß ein
Volk, das in Zeiten tiefster Not solches schaffen konnte, nicht
untergehen kann.
Die Deutehe Gewerbeschau ist keine Kunst- oder Kunst-
gewerbeausstellung, noch eine Industrie- oder GeWerbeausstellung
im engeren Sinne. Sie vereinigt alle Gebiete, deren Erzeug-
nisse zweckmäßig in Form, sachdienlich im Stoff und gediegen
in der Arbeit sind; um das einheitlich zu erreichen, mußten
alle ausgestellten Gegenstände durch einen Prüfungsausschuß
gehen, der über das ganze Reich verteilt war. Dieser Prüfungs-
ausschuß hatte einen doppelten Zweck. Der Hauptzweck war,
die angemeldeten Ausstellungsgegenstände nach ihrer geschmack-
lichen und technischen Qualität zu prüfen und zu sichten. Die
hierzu bestimmten Künstler und Fachleute kamen dadurch
zueinander in nähere Verbindung und konnten nun zusammen
mit dem Erzeuger selbst eine größere Kulturarbeit vollbringen,
indem die Künstler ihre Ideen und Gedanken in die Hand-
werker- und Industriekreise zu bringen in der Lage waren, was
zum großen Teil sehr befruchtend und ermunternd wirkte.
Seit längerer Zeit herrscht in den Erzeugerkreisen ein Vorurteil
gegen die Künstler, und es stellte sich nun bei dem Zusammen-
arbeiten heraus, daß bei gutem Willen von beiden Seiten viel
Ersprießliches geleistet werden kann. Der Erfolg zeigt sich
denn auch auf der Gewerbeschau sehr deutlich und wird sich
in der Zukunft noch weiter zeigen, wenn die gebahnten Wege
weiter begangen werden.
Wenn in der Keramik dieser Weg noch nicht allgemein
eingeschlagen wurde, so liegt dies wohl daran, daß keramisch-
technische Kenntnisse noch zu wenig in Künstlerkreisen ver-
breitet sind, da die letzteren vielfach die Technik noch etwas
von oben herab betrachten. Wenn der Künstler erst den
Arbeitsvorgang auch beim industriellen Erzeugnis genau
studiert und sich loslöst vom Papierentwurf, wird auch da eine
Qualitätsleistung entstehen, die sicher ihren Abnehmer findet.
Die Erzeugnisse fanden in der Gewerbeschau ihre Auf-
stellung nach Rohstoffen, was Gelegenheit zu interessanten
Vergleichen gibt, die besonders für den Fachmann sehr lehr-
reich sind.
Das Ziel der Deutschen Gewerbeschau ist zunächst ein
wirtschaftliches, in zweiter Linie aber auch ein rein ideales.
Sie will nicht nur die wirtschaftliche Produktion aliein zeigen,
► ondern auch die damit verbundene Kulturarbeit in geschmack-
licher Hinsicht betonen. Die Qualitätsarbeit in ihrer höchsten
Vollendung soll dadurch gehoben werden. Es sollen wieder
Erzeugnisse geschaffen werden, die durch ihre Reife dauernden
Wert behalten und bei dem Käufer Freude in jeder Hinsicht
erwecken. Wir sind durch unsere Geldentwertung nicht mehr
in der Lage, immer wieder neue Erzeugnisse zu kaufen, die
einer modernen Strömung unterworfen sind und in einigen
Jahren veralten, sondern wir müssen jetzt Erzeugnisse haben,
die auf lange hinaus ihren Wert behalten und wie in früherer
Zeit auf die kommende Generation vererbt werden können.
Dem Käufer muß daher für sein teueres Geld wirkliche Quali-
tät geboten werden.
Die gesamte Keramik, soweit sie nicht schmückend in
anderen Stoffgruppen auftritt, ist in der Halle 1 untergebracht.
Diese gehört mit zu den besten Raumlösnngen der ganzen
Ausstellung und bietet dem Besucher ein Bild von imposanter
edler Wirkung; nur die Kleinkeramik verliert leider in dieser
Großartigkeit und drückt die Ausstellungsgegenstände durch
ihre Masse etwas zur Messware herab. Kteinkeramik verlangt
intime Wirkung und möglichst wenig Ablenkung, was der Be-
sucher leider in der Riesenhalle nicht findet. Alle Ausstellungs-
gegenstände der Kleinkeramik, die in den Nebenräumen der
Halle untergebracht sind, gewinnen deshalb besonders gegen-
über denen, die in der Halle aufgestellt sind.
Aber trotz dieses Mangels bietet die Ausstellung der
Keramik großartiges, und es muß besonders betont werden,
daß sich die Erzeugnisse seit der letzten Gewerbeschau 19i2
in Qualität außerordentlich verbessert haben. Insbesondere
ist die technische Seite der Produktion fast vollkommen zu
nennen, und selbst die kleinsten und einfachsten Betriebe
können sich mit ihren Erzeugnissen überall sehen lassen. Es
ist das nicht hoch genug einzuschätzen, da ein Volk, das seine
Erzeugnisse technisch so hoch bringen kann, auch die
Schwierigkeiten, die die geschmackliche Vervollkommnung
bietet, bald überwinden wird. Es sind schon jetzt sehr viele
künstlerische einwandfreie Erzeugnisse auf der Deutschen Ge-
werbeschau zu sehen, und der Fachmann sieht auf Schritt und
Tritt die Anstrengung und den Willen in allen Betrieben, in
jeder Hinsicht das Vollkommenste zu leisten. — Besonders die
Form hat eine gewisse Reife erlangt, und fast jede Firma hat
464 — Nr. 42
SP RECH SAAL — CO BÜRO.
1922. (55. Jahrgang.)
eine größere oder kleinere Anzahl formvollendeter Stücke aus-
gestellt.
Es zeigte ein Gang durch die keramische Abteilung, daß
wir auf dem besten Wege sind, trotz aller wirtschaftlichen
Schwierigkeiten und finanziellen Nöte unseren Platz in der
Welt zu behaupten und daß wir auch in der Zukunft wie vor
dem Kriege mit an der Spitze marschieren werden.
Der moderne Geist, der sich in der ganzen Ausstellung
andeutungsweise zeigt und der wohl zum Teil Modeströmung
ist, drückt sich auch in der Keramik deutlich aus, wenn auch
mehr im Dekor als in der Form. Es ist interessant, das
Suchen und Tasten zu verfolgen, das Erzeugnisse hervor-
bringen soll, die unserer Zeit Rechnung tragen.
Die Revolution, die auch in der Kunst eingesetzt hat, soll
Neues auf teilweise Zerschlagenem wieder aufbauen. Da in
unseren wirtschaftlichen Nöten die Ziele aber erst in ferner
Dämmerung schweben, so ist das sehr schwer, und das ehr-
liche Ringen nach einem neuen nationalen Stil muß daher
ganz besonders anerkannt werden. Hoffen wir, daß mit Hilfe
der Künstler und dem guten Willen der Erzeuger die Saat
von 1922 gute Früchte tragen wird.
Die Halle 1, in der die Keramik untergebracht wurde, ist
die größte Ausstellungshalle auf der Gewerbeschau; da die
Keramik in Deutschland den größten Raum in Industrie, Hand-
werk und Kunst einnimmt, wurde ihr diese Halle gleichsam
als Ehrenplatz angewiesen. Die Halle ist in ihrer gesamten
Wirkung eine Leistung von Nida Rümelin, die in ihrer ein-
fachen Farbenharmonie von Schwarzblau und Ziegelrot
von imponierender Wirkung und ein glänzendes Vorbild guter
Münchner Kunst ist. Derselbe Künstler hat auch das Monu-
mentalbild an der Stirnwand geschaffen, das ebenfalls auf die
Farbenharmonien von Dunkelblau und Ziegelrot gestimmt ist
und einen vornehmen Eindruck macht. Die Halle hat, um den
Raum zu gliedern, zwei vertiefte Höfe, während die Mitte eine
terrassenförmige Erhöhung zeigt, auf der ein Majolikatempel
von Professor Josef Wackerle seine Aufstellung gefunden hat.
In den vertieften Höfen sind zum großein Teil die Oefen, die
Irden- Waren, das Steinzeug und das Steingut untergebracht.
Porzellan und Glas wurden an! den Wänden der großen
Halle in Schränken und Tischen aufgestellt.
Da in der großen Halle alle Aussteller aneinander gereiht
sind, ist es nicht möglich, alle Firmen einzeln aufzuzählen; es
wäre auch nur ein Aneinanderreihen von Namen, weshalb nur
einige größere Aussteller namentlich aufgeführt werden sollen,
die technisch und künstlerisch besonders Interessantes ge-
boten haben. Es soll dies aber nicht als Bevorzugung be-
trachtet werden, nachdem auch besonders kleine Aussteller
mit sehr guten Leistungen vertreten sind.
Sehr Gutes bietet die ; Ausstellung von Oefen, bei denen
besonders die österreichische Gruppe in technischer und künstle-
rischer Einheitlichkeit auffällt.
Bei den Töpfereien ist, soweit sie Gebrauchswaren her-
stellen, manchmal das kunstgewerbliche Moment zu sehr unter-
strichen, was das Material nicht so recht vertragen will; hier
sollte wohl das Handwerk mehr in Vordergrund treten. Wo
aber solche handwerkliche Ansätze vorhanden sind, sind die
aasgestellten Erzeugnisse leider Kopien älterer Stücke.
Auf dem Gebiete der Luxustöpferei ist ein gewaltiger Fort-
schritt zu verzeichnen, der größte vielleicht auf allen kerami-
schen Gebieten. Was etwas verstimmt, ist das manchmal zu
sehr auffallende Zurückgreifen auf asiatische Vorbilder in Form
und Glasur.
Das Steingut ist leider nicht so vertreten, wie es sein
müßte.;fttDie meisten führenden Steingutfirmen haben es vor-
gezogen, in Dresden auszustellen. Es ist das sehr bedauerlich,
da ja auch das Steingut in den letzten Jahrzehnten einen großen
Fortschritt zu verzeichnen hat, der auf der Gewerbeschau beim
Vergleich mit der übrigen Keramik hätte zum Ausdruck kommen
müssen-
Hervorzuheben ist das Steingut von Velten -Vordamm, das
trotz seiner Vielseitigkeit in Kunstkeramiken und Gebrauchs-
geschirr en gute geschmackliehe und technische Leistungen auf-
zuweisen hat.
Was etwas unangenehm auffällt, ist die Vermischung der
Formen in den verschiedenen keramischen Gebieten. Kunst-
töpferei wirkt wie Steingut, Steingut ahmt Porzellan und
Töpferei nach, und Porzellan zeigt Steingutformen. Es scheint
sich das Gefühl für das Material verlieren zu wollen, was ein
gewaltiger Rückschritt wäre.
Das Steinzeug ist sehr gut vertreten, besonders aus dem
Kannenbäckerland, und da wieder fallen besondere Stücke auf,
die nach dem Entwurf von Professor Richard Riemerschmied
bei Reinhold Merkelbach hergestellt sind und die in ihrer ein-
fachen Formgebung wohl zu den besten keramischen Erzeug-
nissen der Gewerbeschau gehören.
Majolika ist ebenfalls gut vertreten, und zwar tritt in dieser
Abteilung die Großherzogliche Majolika-Manufaktur in Karlsruhe
hervor, und da sind es wieder ganz besonders die Erzeugnisse
von Professor Länger, die auffallen. Dieser Künstler, der seine
Keramiken selbst bemalt, hat den Weg ins Handwerkliche ge-
funden und bietet so das Vollendetste, wie es eben nur ein
Mann, der Künstler und Handwerker zugleich ist, schaffen kann.
Auch von den Deutschen Werkstätten sind interessante Majolika-
stücke ausgestellt; die Darbietungen dieser Firmen auf allen
keramischen Gebieten zeigen nur Edelware.
Beim Porzellan fehlen leider auch viele Firmen. Auch
hier hat das Unternehmen in Dresden einige Qualitätsfabriken
abgehalten auszustellen. Das, was aber gezeigt wird, ist gut
und gibt die Garantie, daß die Porzellanindustrie auf dem besten
Weg zur Vervollkommnung sich befindet.
Am einheitlichsten und zielbewußtesten haben in einem
Nebenraum die drei staatlichen Manufakturen Berlin, Meißen und
Nymphenburg ausgestellt, und es ist ein wohltuendes Gefühl,
in diesen Ausstellungsräumen das Ringen nach neuem. Ausdruck
auf der Basis der Tradition zu beobachten. Die Raumaus-
stattung von Paul L. Troost, München, muß besonders erwähnt
werden, da sie den Ausstellungsgegenständen einen vornehmen
Rahmen gegeben hat. j
Von den Privatindustrien haben fast alle Aussteller Qualitäts-
leistungen zu verzeichnen, und es ist aus Raummangel nicht
möglich, alle Firmen namentlich aufzuführen. Meisterleistungen
sind die Figuren der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik, die
in der ganzen Halle verteilt und nach Modellen der Bildhauer
Meißel und Storck hergestellt sind. Die Aelteste Volkstedter ;
Porzellanfabrik hat Wege eingeschlagen, die auf plastischem
Gebiet für die Zukunft zu großen Hoffnungen berechtigen.
Hervorzuheben sind noch die Luxus-Porzellane der Porzellan-
fabrik Ph. Rosenthal & Co., A.-G, Selb, die in einem eigenen
Raum ausgestellt hat, wie auch von Lorenz Hutschenreuther,
A.-G,, Selb, von welcher besonders ein neues formvollendetes
Service von Professor Niemeyer auffällt, dann die neuzeitlichen
Dekore der Porzellanfabrik Schönwald, A.-G , und die hervor- :
ragenden feuerfesten Porzellan-Kochgeschirre der Porzellan-
fabrik Weiden Gebrüder Bauscher. Erwähnt sei auch die
Porzellanfabrik Tirschenreuth wegen ihrer technischen Ver-
vollkommnung.
In den übrigen Ausstellungshallen ist die Keramik auch !
als Schmuck anderer Materialgruppen vertreten. Besonders zu
erwähnen ist der österreichische Edelraum, wo hervorragende
Leistungen in Majolika und Glas gezeigt werden.
Auch in den Räumen der Kunstgewerbe- und Fach-
schulen ist die Keramik reichlich vertreten, meistens in guten
technisch und geschmacklich einwandfreien Ausführungen, die
zeigen, daß unsere Schulen den rechten Weg, der das Hand-
werkliche mit dem Künstlerischen verbindet, gehen.
Unter die keramischen Leistungen gehört auch die soge-
nannte Dombauhütte, die nach den Entwürfen von Professor
Behrens ganz in Klinkern aufgeführt ist. Eine gute keramische
Leistung ist die über der Eingangstür angebrachte große Stein-
zeugplastik. Es sind über diese Dombauhütte viel anerkennens-
werte und auch abfällige Urteile veröffentlicht worden, auf die
hier nicht näher eingegangen werden kann. Auf alle Fälle ist
der eingeschlagene Weg, der neue Ziele verfolgt, anzuerkennen.
In einem versteckten Winkel des Vergnügungsparkes fällt
ein großer keramischer Brunnen auf, der nach einem Entwurf
von Professor Pölzig von der Großherzoglichen Majolika-
Manufaktur, Karlsruhe, hergestellt ist und der auch in seiner
fortschrittlichen Formgebung und technischen Ausführung An-
erkennung verdient.
Wenn man den Erfolg der Deutschen Gewerbeschau zu-
sammenfassen wiil, so besteht er vor allem darin, daß die Aus-
stellung trotz wirtschaftlichen Nöten und verlorenem Krieg ge-
zeigt hat, daß wir Deutsche den Willen und die Kraft zur
Arbeit und zum Wiederaufbau haben und daß wir auch in
künstlerischer Hinsicht uns nicht von wirtschaftlichen Nöten
unterkriegen lassen wollen. Wenn wir alle die finanziellen
und technischen Hemmungen berücksichtigen, die gegen die
Gewerbeschau 1922 gearbeitet haben, so ist diese Ausstellung
eine Meisterleistung deutscher Kraft und deutschen Könnens.
Stand der französischen Zollgesetzgebung.
(Nachdruck verboten.)
Der holländische Generalkonsul in Paris hat vor kurzem
seiner Regierung einen bemerkenswerten Bericht über die
seltsame Entwickelung der französischen Zollgesetzgebung in
neuester Zeit erstattet. Diese Ausführungen sind zwar in erster
Linie für die holländischen Interessenten geschrieben, sie ent-
halten aber auch manche Einzelheiten, welche für deutsche
Handelskreise von Wichtigkeit sind. Sie seien daher nach-
stehend im Auszuge wiedergegeben:
1922. (55. Jahrgang.)
SPRECH SAAL — COBURG.
Nr. 42 — 465
Der französische Zolltarif hat im Laufe des Jahres 1921
für zahlreiche Waren wiederum erhebliche Erhöhungen der
Belastung erfahren, und zwar in der Weise, daß die im Jahre
1919 eingeführten Zollkoeffizienten (mit denen die ursprünglichen
Tarifsätzen zu*multiplizieren sind) weiter gesteigert wurden ; die
Grundzollsätze*, die aus dem Jahre 1910 datieren, sind dabei
unverändert geblieben. \
Die jetzt geltenden Tarifsätze sind in der Hauptsache Ge-
wichtszölle ; im letztvergangenen Jahre ist indessen für eine
Reihe von Waren die Wertverzollung eingeführt worden.
Wegen ihrer gewaltigen Höhe bilden sie zunächst jedenfalls
eine scharfe Waffe in der Hand Frankreichs, zumal die Sätze
des Generaltarifs — diese kommen u. a. für deutsche Waren-
herkünfte in Betracht — viermal so hoch sind als die Sätze
des Minimaltarifs. Prankreich steht also" an und für sich wohl-
gerüstet da, wenn es zu Handelsvertragsverhandlungen mit
anderen Ländern kommen sollte. (Bs vergißt aber darüber,
daß andere Länder mit Leichtigkeit mit entsprechenden Gegen-
maßnahmen antworten und dadurch auch den französischen
Ausfuhrhandel wesentlich erschweren, ja sogar im Bedarfsfalle
völlig unterbinden können. Die Kirche muß eben im Dorf
bleiben! Die Schriftleitung).
Dazu sind die durch die Zollkoeffizienten erhöhten Tarif-
sätze nicht einmal die einzige Belastung: die französische Zoll-
gesetzgebung sieht außerdem noch Zuschläge (surtaxe) vor, die
auf Grund eines einfachen Regierungsdekrets zur Anwendung
kommen können. Beispielsweise z. Z. Spanien gegenüber, mit
dem sich Frankreich seit dem Dezember 1921 im Zollkrieg
befindet.
Diese Zuschläge variieren zwischen 10 und 80 u/0 des
Warenwertes. Doch dies ist nicht alles: eine dritte Maßnahme
schreibt vor, daß die Zölle (bei der Einfuhr aus Spanien) um
die Ziffer zu erhöhen sind, die der Entwertung des Franken
gegenüber der Peseta entspricht.
m Diejenigen Firmen, welche nach Frankreich exportieren,
können zudem noch weiter überrascht werden durch ein jeder-
zeit mögliches Regierungsdekret, durch das die jetzigen Zoll-
koeffizienten noch höher gesteigert werden, wozu vor dem Kriege
ein besonderes Gesetz erforderlich war.
Wir sehen also hieraus, daß die Schutzzollbestrebungen
in Frankreich gegenwärtig gar wunderliche Blüten treiben, in
schärferer Weise jedenfalls kaum noch gehandhabt werden
können. Ob auch zum Besten des Landes?
Ueber die Rigorosität und Unstetigkeit haben — so fährt
der Konsul fort — bereits die Handelskammern in Lyon und
in Straßburg ihre Bedenken geäußert. Vergebens, im Gegenteil
fordern die Glas-, die Papier-, die Metallindustriellen Frankreichs
einen weiteren Ausbau der Scbutzzollgesetzgebung. Besonders
ungünstig wirkt natürlich die Erhöhung der Wertzölle auf
Warenherkünfte aus Ländern mit hochwertiger Valuta, was
namentlich bei Ländern wie England und Amerika gar zu leicht
Repressalien auslösen kann, obgleich gerade diese kapital-
kräftigen Länder Frankreichs beste Kunden sein müßten.
Der eingangs genannte Konsul macht ferner in seinem
Bericht aufmerksam auf die sogenannte surtaxe d'entrepöt und
die surtaxe d'origine, eine Abgabe, die bekanntlich von Waren
erhoben wird, die in Frankreich nicht direkt aus dem Ursprungs-
lande eingeführt werden, sondern erst nach Ueberladung in
einem anderen Lande Europas. Diese Belastung beträgt für
die Mehrzahl der überseeischen Einfuhrartikel 3,60 Pres, für
100 kg; auf Waren, die für Elsaß-Lothringen bestimmt sind,
findet sie keine Anwendung.
Warenmarken. Hinsichtlich der Marken für Waren, die
nach Frankreich eingeführt werden, macht der holländische
Konsul noch folgende, auch für deutsche Kreise bemerkens-
werte Ausführungen: Waren können nach dem geltenden Zoll-
tarifgesetz vom Jahre 1892 mit oder auch ohne Marken ein-
geführt werden; tragen sie aber Marken, dann muß der
Exporteur darauf achten, daß diese Marken oder Aufschriften
nicht den unrechten Verdacht aufkommen lassen, die ein-
gehenden Waren seien französischen Ursprungs. In Fällen,
wo ein solcher Verdacht aufkommen kann, müssen sie be-
gleitet sein beispielsweise von d